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Mein Kumpel Danny

Der Erzähler beschreibt seine komplexe Beziehung zu seinem Freund Danny, der in einer Bruchbude lebt und ein geheimnisvoller, unberechenbarer Charakter ist. Danny taucht oft unerwartet auf und bietet Gesellschaft, während er gleichzeitig eine andere Sicht auf die Realität vertritt, die andere Menschen abschreckt. Die Freundschaft ist geprägt von Auseinandersetzungen und Versöhnungen, wobei beide Protagonisten voneinander abhängig sind, um zu existieren.

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Mein Kumpel Danny

Der Erzähler beschreibt seine komplexe Beziehung zu seinem Freund Danny, der in einer Bruchbude lebt und ein geheimnisvoller, unberechenbarer Charakter ist. Danny taucht oft unerwartet auf und bietet Gesellschaft, während er gleichzeitig eine andere Sicht auf die Realität vertritt, die andere Menschen abschreckt. Die Freundschaft ist geprägt von Auseinandersetzungen und Versöhnungen, wobei beide Protagonisten voneinander abhängig sind, um zu existieren.

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Mein Kumpel Danny

von Lukas Böhl

Mein Kumpel Danny lebt in einer Bruchbude. Deswegen bevorzugt er die Nacht, dann muss er

das ganze Elend nicht sehen. Ich kenne ihn, seit ich vierzehn war. Damals ist er ganz spontan in

mein Leben gestolpert und seitdem nicht mehr von mir gewichen. Er kennt viele Leute, kommt

viel rum in der Welt. Doch er kennt mich besser als jeder andere. Oft geht er spät nachts noch aus

und sucht nach mir, weil er weiß, dass ich einsam bin. Manchmal treffe ich ihn an den

unglaublichsten Orten, ganz unverhofft sitzt er dort und wartet auf mich. Dann bin ich jedes Mal

überrascht, bevor ich mich zu ihm setze und dankbar seiner Gesellschaft hingebe. Es tut immer

gut, Danny zu sehen. Obwohl ich sagen muss, dass er etwas verrückt ist. Er sagt, es gibt keinen

König außer ihm. Wenn er das sagt, glaube ich es, wenn ich darüber nachdenke, zweifle ich oft.

Wie bei vielen Dingen, die Danny tut oder sagt. Um ehrlich zu sein, habe ich nie so einen

geheimnisvollen Freund gehabt. An manchen Tagen glaube ich ihn besser zu kennen als mich

selbst, während ich an anderen einen völlig Fremden vor mir sitzen habe. Dann verhält er sich

unberechenbar, schreit mich an, verliert sich in wirren Argumenten und verschwindet. Niemand

beherrscht die Kunst des Verschwindens so gut wie Danny. Nicht selten ist er Wochen lang weg,

ohne auch nur einen Hinweis auf seinen Verbleib zu hinterlassen, nur um dann ganz plötzlich und

unangekündigt wieder aufzutauchen. Ich kann es ihm nicht übel nehmen. Wir alle wollen von Zeit

zu Zeit alleine sein, vergessen und nie wiedergesehen. Aber irgendein Höllenloch spuckt uns

wieder aus. So war es schon immer. Von seinen Reisen bringt er Freunde mit, die ich

kennenlernen soll, doch ich lehne jedes Mal ab. Ein Danny reicht mir. Außerdem will er seinerseits

nichts von meinen Freunden wissen. Es funktioniert nicht, jedes Treffen endet im Streit. Kommt

Danny, bin ich plötzlich ein anderer, sagen sie. Ich verstehe sie, darum treffe ich Danny nur noch

allein. Es ist seine Art, die Welt zu sehen, die andere Leute abschreckt. Seiner Meinung nach leben
wir in einer programmierten Realität und er ist der Einzige, der weiß, wie man ihr entflieht. Wenn

er recht hat, stelle ich mich lieber auf seine Seite als zu zweifeln. Das Gute an Danny ist, dass man

selbst nach einer heftigen Auseinandersetzung zu ihm zurückkehren kann und er einen nicht

verurteilt. In erster Linie gibt er. Was er nimmt, offenbart sich erst später, wenn überhaupt. Danny

predigt Vergebung im Jetzt, weil er weiß, wie fragil das Morgen ist. Die Sache mit Danny ist die:

Ich kann nur existieren, wenn ich ihn verliere. Er kann nur existieren, wenn er mich findet.

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