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D GUV220-Laser

Die Unfallverhütungsvorschrift für Laserstrahlung regelt den Schutz vor gesundheitsschädlicher Laserstrahlung und gilt für die Erzeugung, Übertragung und Anwendung von Laserstrahlung. Sie umfasst Bestimmungen zu Lasereinrichtungen, deren Betrieb, Instandhaltung und spezifische Anwendungen, sowie die Klassifizierung von Laserstrahlung in verschiedene Gefahrenklassen. Die Vorschrift enthält auch Durchführungsanweisungen und verweist auf relevante technische Normen und Richtlinien.

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D GUV220-Laser

Die Unfallverhütungsvorschrift für Laserstrahlung regelt den Schutz vor gesundheitsschädlicher Laserstrahlung und gilt für die Erzeugung, Übertragung und Anwendung von Laserstrahlung. Sie umfasst Bestimmungen zu Lasereinrichtungen, deren Betrieb, Instandhaltung und spezifische Anwendungen, sowie die Klassifizierung von Laserstrahlung in verschiedene Gefahrenklassen. Die Vorschrift enthält auch Durchführungsanweisungen und verweist auf relevante technische Normen und Richtlinien.

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2.

20

Unfallverhütungsvorschrift

Laserstrahlung
vom November 1987, in der Fassung vom Januar 19971)

mit Durchführungsanweisungen
vom Oktober 1995

1) In die Fassung vom November 1987 ist der 1. und 2. Nachtrag zu dieser Unfallverhütungsvorschrift
eingearbeitet worden.

Gesetzliche
Unfallversicherung
2.20

Unfallverhütungsvorschrift

Laserstrahlung
vom November 1987, in der Fassung vom Januar 19971)

mit Durchführungsanweisungen 2)
vom Oktober 1995

1) In die Fassung vom November 1987 ist der 1. und 2. Nachtrag zu dieser Unfallverhütungsvorschrift eingear-
beitet worden.
2) Die Durchführungsanweisungen zu den einzelnen Bestimmungen sind im Anschluß an die jeweilige Bestim-
mung in Kursiv-Schrift abgedruckt.
Durchführungsanweisungen geben vornehmlich an, wie die in den Unfallverhütungsvorschriften normierten
Schutzziele erreicht werden können. Sie schließen andere, mindestens ebenso sichere Lösungen nicht aus,
die auch in technischen Regeln anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder anderer Vertrags-
staaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum ihren Niederschlag gefunden haben kön-
nen. Durchführungsanweisungen enthalten darüber hinaus weitere Erläuterungen zu Unfallverhütungsvor-
schriften.
Prüfberichte von Prüflaboratorien, die in anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder anderen Ver-
tragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum zugelassen sind, werden in gleicher
Weise wie deutsche Prüfberichte berücksichtigt, wenn die den Prüfberichten dieser Stellen zugrundeliegen-
den Prüfungen, Prüfverfahren und konstruktiven Anforderungen denen der deutschen Stelle gleichwertig
sind. Um derartige Stellen handelt es sich vor allem dann, wenn diese die in der Normenreihe EN 45 000
niedergelegten Anforderungen erfüllen.
2.20

Inhaltsverzeichnis

Seite
I. Geltungsbereich
§ 1. Geltungsbereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6

II. Begriffsbestimmungen
§ 2. Begriffsbestimmungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7

III. Bau und Ausrüstung


§ 3. Allgemeines . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
§ 4. Lasereinrichtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11

IV. Betrieb
A. Gemeinsame Bestimmungen
§ 5. Anzeige . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
§ 6. Laserschutzbeauftragte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
§ 7. Abgrenzung und Kennzeichnung von Laserbereichen . . . . . . . . 17
§ 8. Schutzmaßnahmen beim Betrieb von Lasereinrichtungen . . . . . 20
§ 9. Instandhaltung von Lasereinrichtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
§ 10. Nebenwirkungen der Laserstrahlung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
§ 11. Beschäftigungsbeschränkung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
§ 12. Ärztliche Versorgung bei Augenschäden . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29

B. Zusätzliche Bestimmungen für besondere Anwendungen


§ 13. Lasereinrichtungen für Vorführ- und Anzeigezwecke . . . . . . . . . 29
§ 14. Lasereinrichtungen für Leitstrahlverfahren und
Vermessungsarbeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
§ 15. Lasereinrichtungen für Unterrichtszwecke . . . . . . . . . . . . . . . . 31
§ 16. Lasereinrichtungen für medizinische Anwendung . . . . . . . . . . . 32
§ 17. Lichtwellenleiter-Übertragungsstrecken in Fernmeldeanlagen
und Informationsverarbeitungsanlagen mit Lasersendern . . . . . 33

V. Ordnungswidrigkeiten
§ 18. Ordnungswidrigkeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
§ 19. Übergangs- und Ausführungsbestimmungen außer Kraft . . . . . 35

4
2.20

VI. Inkrafttreten
§ 20. Inkrafttreten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35

Anhang 1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36

Anhang 2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40

Anhang 3 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54

Anhang 4A . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55

Anhang 4B . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58

Anhang 5 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60

Anhang 6 Bezugsquellenverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66

5
2.20

I. Geltungsbereich

§ 1. Diese Unfallverhütungsvorschrift gilt für die Erzeugung, Übertragung


und Anwendung von Laserstrahlung. Die Vorschriften der Medizingerätever-
ordnung bleiben unberührt.

Zu § 1:
Diese Unfallverhütungsvorschrift enthält im wesentlichen Forderungen
hinsichtlich des Schutzes vor gesundheitsgefährdender Laserstrahlung.
Lasereinrichtungen können äußerst intensive, stark gebündelte Strahlung
durch den Effekt der stimulierten Emission im Bereich des sichtbaren
Lichtes oder im infraroten oder ultravioletten Spektralbereich erzeugen.
Durch photochemische, thermische oder optomechanische Wirkungen
kann die Laserstrahlung Schädigungen erzeugen. In erster Linie besteht
die Gefahr irreparabler Augenschäden.
Der Geltungsbereich der Unfallverhütungsvorschrift erstreckt sich deshalb
auf alle Möglichkeiten des Auftretens von Laserstrahlung. Zur Anwendung
von Laserstrahlung gehören die Erprobung, die bestimmungsgemäße Ver-
wendung und die Instandhaltung von Lasereinrichtungen.
Bei der medizinischen Anwendung (diagnostische oder therapeutische
Behandlungen) ist diese Unfallverhütungsvorschrift zum Schutz des Per-
sonals erforderlich.
Für die Erzeugung und Anwendung von Laserstrahlung sind auch die
staatlichen Arbeitsschutzvorschriften, die sonst geltenden Unfallverhü-
tungsvorschriften und die allgemein anerkannten Regeln der Technik zu
beachten.
Anmerkung:
Die Definition des Begriffes „Laserstrahlung“ in § 2 Abs. 2 schließt die
Strahlung von Licht emittierenden Dioden (LEDs/IREDs) nicht nachdrück-
lich ein; im Gegensatz zu DIN EN 60 825-1 „Sicherheit von Lasereinrich-
tungen; Teil 1: Klassifizierung von Anlagen, Anforderungen und Benutzer-
Richtlinien“. Für die Strahlung von LEDs/IREDs können die Regelungen
dieser Unfallverhütungsvorschrift aber sinngemäß herangezogen werden.
Laserspezifische Regelungen sind z.B. enthalten in:
DIN EN 207 „Persönlicher Augenschutz; Filter und Augenschutz
gegen Laserstrahlung (Laserschutzbrillen)“,
DIN EN 208 „Persönlicher Augenschutz; Brillen für Justierarbeiten
an Lasern und Laseraufbauten (Laser-Justierbrillen)“,
DIN EN 12 626 „Sicherheit von Maschinen – Laserbearbeitungsma-
schinen – Sicherheitsanforderungen“,
DIN EN ISO 11 145 „Optik und optische Instrumente; Laser und Laser-
anlagen; Begriffe und Formelzeichen“,

6
2.20

DIN EN 60 601-2-22 „Medizinische elektrische Geräte; Teil 2: Besondere


Festlegungen für die Sicherheit von diagnostischen
und therapeutischen Lasergeräten“,
DIN EN 60 825-1 „Sicherheit von Laser-Einrichtungen; Teil 1: Klassifi-
zierung von Anlagen, Anforderungen und Benutzer-
Richtlinien“,
DIN EN 60 825-2 „Sicherheit von Laser-Einrichtungen; Teil 2: Sicherheit
von Lichtwellenleiter-Kommunikationssystemen“,
DIN EN 61 040 „Empfänger, Meßgeräte und Anlagen zur Messung
von Leistung und Energie von Laserstrahlen“,
DIN 4844-1 „Sicherheitskennzeichnung; Begriffe, Grundsätze
und Sicherheitszeichen“,
E DIN EN 12 254 „Abschirmung an Laserarbeitsplätzen; Sicherheits-
technische Anforderungen und Prüfung“,
DIN V 18 734 „Laser und Laseranlagen; Medizinisch-Therapeuti-
sche Lasergeräte; Qualitäts- und sicherheitstechni-
sche Anforderungen“,
DIN V 18 735 „Laser und Laseranlagen; Zubehör für medizinische
Lasergeräte; Lasergeeignete Oberfläche für chirurgi-
sche Instrumente“,
E DIN 56 912 „Showlaser und Showlaseranlagen; Anforderungen
und Prüfung“,
„Richtlinien für die Vermeidung der Gefahren durch explosionsfähige At-
mosphäre mit Beispielsammlung – Explosionsschutz-Richtlinien – (EX-
RL)“ (GUV 19.8),
Merkblatt „Lasergeräte in Diskotheken und bei Show-Veranstaltungen“,
Merkblatt „Disco-Laser“.
Merkblatt „Schutzmaßnahmen bei Radio- und Fernsehreparaturarbeiten
sowie bei Antennenmontage“ (ZH 1/447).

II. Begriffsbestimmungen

§ 2. (1) Lasereinrichtungen im Sinne dieser Unfallverhütungsvorschrift


sind Geräte, Anlagen oder Versuchsaufbauten, mit denen Laserstrahlung er-
zeugt, übertragen oder angewendet wird.

(2) Laserstrahlung im Sinne dieser Unfallverhütungsvorschrift ist jede


elektromagnetische Strahlung mit Wellenlängen im Bereich zwischen 100 nm
und 1 mm, die als Ergebnis kontrollierter stimulierter Emission entsteht.

7
2.20

(3) Die Klasse einer Lasereinrichtung im Sinne dieser Unfallverhü-


tungsvorschrift kennzeichnet das durch die zugängliche Laserstrahlung be-
dingte Gefährdungspotential nach Maßgabe folgender Bedingungen:
1. Klasse 1: Die zugängliche Laserstrahlung ist ungefährlich.

Zu § 2 Abs. 3 Nr. 1:
Lasereinrichtungen der Klasse 1 enthalten meistens eingebaute Laser
höherer Klassen, deren Strahlung aber so abgeschirmt oder abge-
schwächt wird, daß die bei bestimmungsgemäßer Verwendung austreten-
de Laserstrahlung ungefährlich ist. Bei der Instandhaltung von Laser-
einrichtungen der Klasse 1 ändert sich deshalb oft die Klasse der
Lasereinrichtung; es sind dann die Schutzmaßnahmen für die auftretende
Klasse zu treffen; siehe § 9.
Lasereinrichtungen der Klasse 1 mit einer Zeitbasis von 100 s sind nur bei
bestimmungsgemäßem Betrieb sicher. Das heißt, daß ein längeres Hinein-
schauen gefährlich werden kann.
Die Anwendung dieser Zeitbasis ist deshalb bei bestimmungsgemäßem
Hineinschauen in den Strahl nicht erlaubt.
2. Klasse 2: Die zugängliche Laserstrahlung liegt nur im sichtbaren Spek-
tralbereich (400 nm bis 700 nm). Sie ist bei kurzzeitiger Bestrahlungsdau-
er (bis 0,25 s) ungefährlich auch für das Auge.

Zu § 2 Abs. 3 Nr. 2:
Bei Lasereinrichtungen der Klasse 2 ist das Auge bei zufälligem, kurzzeiti-
gem Hineinschauen in die Laserstrahlung durch den Lidschlußreflex ge-
schützt. Lasereinrichtungen der Klasse 2 dürfen deshalb ohne weitere
Schutzmaßnahmen eingesetzt werden, wenn sichergestellt ist, daß weder
ein absichtliches Hineinschauen über längere Zeit als 0,25 s noch wieder-
holtes Hineinschauen in die Laserstrahlung bzw. direkt reflektierte Laser-
strahlung erforderlich ist.
Für kontinuierlich strahlende Laser der Klasse 2 beträgt der Grenzwert der
zugänglichen Strahlung (GZS) 1 mW.
3. Klasse 3 A: Die zugängliche Laserstrahlung wird für das Auge gefährlich,
wenn der Strahlungsquerschnitt durch optische Instrumente verkleinert
wird. Ist dies nicht der Fall, ist die ausgesandte Laserstrahlung im sicht-
baren Spektralbereich (400 nm bis 700 nm) bei kurzzeitiger Bestrah-
lungsdauer (bis 0,25 s), in den anderen Spektralbereichen auch bei Lang-
zeitbestrahlung, ungefährlich.

Zu § 2 Abs. 3 Nr. 3:
Sofern keine optischen Instrumente verwendet werden, die den Strahl-
querschnitt verkleinern, besteht bei Lasereinrichtungen der Klasse 3 A, die
nur im sichtbaren Spektralbereich strahlen, eine vergleichbare Gefährdung
wie bei Lasereinrichtungen der Klasse 2, bei Lasereinrichtungen der Klas-
se 3 A, die nur im nicht sichtbaren Spektralbereich strahlen, eine ver-
gleichbare Gefährdung wie bei Lasereinrichtungen der Klasse 1.

8
2.20

4. Klasse 3 B: Die zugängliche Laserstrahlung ist gefährlich für das Auge


und in besonderen Fällen auch für die Haut.

Zu § 2 Abs. 3 Nr. 4:
Die Betrachtung diffuser Reflexionen der unfokussierten Laserstrahlung
von Lasereinrichtungen der Klasse 3 B, die im sichtbaren Bereich emittie-
ren, ist ungefährlich bei einem Betrachtungsabstand von mehr als 13 cm
und einer Beobachtungszeit von weniger als 10 s.
Eine Gefährdung der Haut durch die zugängliche Laserstrahlung kann bei
Lasereinrichtungen der Klasse 3 B im oberen Leistungsbereich bestehen,
wenn die Werte der maximal zulässigen Bestrahlung (MZB) nach Anhang 2
Tabelle IV überschritten werden.
Bei der Anwendung von Lasern der Klasse 3 B können unter Umständen
Brand- und Explosionsgefahren bestehen.

5. Klasse 4: Die zugängliche Laserstrahlung ist sehr gefährlich für das


Auge und gefährlich für die Haut. Auch diffus gestreute Strahlung kann ge-
fährlich sein. Die Laserstrahlung kann Brand- oder Explosionsgefahr ver-
ursachen.

Zu § 2 Abs. 3 Nr. 5:
Lasereinrichtungen der Klasse 4 sind Hochleistungslaser, deren Aus-
gangsleistung bzw. -energien die Grenzwerte der zugänglichen Strahlung
(GZS) für Klasse 3 B übertreffen.
Die Laserstrahlung von Lasereinrichtungen der Klasse 4 ist so intensiv,
daß bei jeglicher Art von Exposition der Augen oder der Haut mit Schädi-
gungen zu rechnen ist.
Außerdem muß bei der Anwendung von Lasereinrichtungen der Klasse 4
immer geprüft werden, ob ausreichende Maßnahmen gegen Brand- und
Explosionsgefahren getroffen sind; siehe auch §§ 10 und 16.

Zu § 2 Abs. 3:
Die Klasseneinteilung erfolgt nach den durch die Laserstrahlung beding-
ten unterschiedlichen Gefährdungsgraden ansteigend von Klasse 1 nach
Klasse 4. Dabei wird die Gefährdung der Augen besonders berücksichtigt,
denn wenn Auge oder Haut in gleicher Weise bestrahlt werden können, ist
das Auge stets das gefährdetere Organ.
Die Klassifizierung erfolgt nach DIN EN 60 825-1 „Sicherheit von Laser-
Einrichtungen; Teil 1: Klassifizierung von Anlagen, Anforderungen, Benut-
zer-Richtlinien“.

(4) Der Grenzwert der zugänglichen Strahlung (GZS) im Sinne dieser


Unfallverhütungsvorschrift ist der Maximalwert, der für eine bestimmte
Klasse nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik zulässig ist.

9
2.20

Zu § 2 Abs. 4:
Die Grenzwerte der zugänglichen Strahlung (GZS) sind in DIN EN 60 825-1
„Sicherheit von Lasereinrichtungen; Teil 1: Klassifizierung von Anlagen,
Anforderungen und Benutzer-Richtlinien“ festgelegt.

(5) Die maximal zulässige Bestrahlung (MZB) im Sinne dieser Unfall-


verhütungsvorschrift stellt den Grenzwert für eine ungefährliche Bestrah-
lung des Auges oder der Haut dar.

Zu § 2 Abs. 5:
Hinsichtlich des Verfahrens zur Ermittlung und der Werte der maximal
zulässigen Bestrahlung (MZB) siehe Anhang 2.

(6) Der Laserbereich im Sinne dieser Unfallverhütungsvorschrift ist


der Bereich, in welchem die Werte für die maximal zulässige Bestrahlung
überschritten werden können.

Zu § 2 Abs. 6:
Der Laserbereich endet dort, wo die Werte der maximal zulässigen Be-
strahlung (MZB) unterschritten werden. Dabei ist die Möglichkeit einer
unbeabsichtigten Ablenkung des Laserstrahls zu berücksichtigen.
Wo mit unkontrolliert reflektierter Strahlung zu rechnen ist, erstreckt sich
der Laserbereich vom Laser aus in alle Richtungen.
Gefährliche Reflexe werden besonders von spiegelnden oder glänzenden
Oberflächen verursacht. Solche unkontrollierte Strahlung geht häufig von
blankem Metall, z.B. Werkzeugen, chirurgischen Instrumenten, Geräte-
oberflächen, oder Glas, z.B. Fenster, Flaschen, aus. Sehr intensive Laser-
strahlung kann auch nach diffuser Reflexion an rauhen Flächen noch ge-
sundheitsgefährlich sein; siehe auch Anhang 2.
Da die Bestrahlung bzw. Bestrahlungsstärke infolge der geringen Diver-
genz der gebündelten Strahlung mit der Entfernung nur allmählich ab-
nimmt, kann sich der Laserbereich über ein weites Gebiet erstrecken. Im
allgemeinen wird er durch geeignete Abschirmungen begrenzt.
Für Lasereinrichtungen der Klasse 1, die intern einen Laser höherer Klas-
se enthalten, bleibt der Laserbereich auf den unzugänglichen Bereich in-
nerhalb der Abschirmung beschränkt.

Zu § 2:
Weitere Begriffsbestimmungen siehe Anhang 1.

10
2.20

III. Bau und Ausrüstung

Allgemeines

§ 3. (1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß Lasereinrichtungen


entsprechend den Bestimmungen dieses Abschnittes III beschaffen sind.

(2) Für Lasereinrichtungen, die unter den Anwendungsbereich der


Richtlinie des Rates vom 14. Juni 1989 zur Angleichung der Rechtsvor-
schriften der Mitgliedstaaten für Maschinen (89/392/EWG), zuletzt geändert
durch die Richtlinie des Rates vom 20. Juni 1991 (91/368/EWG), und der
Richtlinie des Rates vom 30. November 1989 über Mindestvorschriften für
Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Benutzung von Arbeitsmitteln durch
Arbeitnehmer bei der Arbeit (89/655/EWG) fallen, gelten die folgenden Be-
stimmungen.

(3) Für Lasereinrichtungen, die unter den Anwendungsbereich der


Richtlinie 89/392/EWG fallen und nach dem 31. Dezember 1992 erstmals in
Betrieb genommen werden, gelten anstatt der Beschaffenheitsanforderun-
gen dieses Abschnittes die Beschaffenheitsanforderungen des Anhangs I
der Richtlinie. Der Unternehmer darf diese Einrichtungen erstmals nur in Be-
trieb nehmen, wenn ihre Übereinstimmung mit den Bestimmungen der
Richtlinie durch eine EG-Konformitätserklärung nach Anhang II sowie das
EG-Zeichen nach Anhang III der Richtlinie nachgewiesen ist.

(4) Absatz 3 gilt nicht für Lasereinrichtungen, die den Anforderungen


dieses Abschnittes entsprechen und bis zum 31. Dezember 1994 in den Ver-
kehr gebracht worden sind.

(5) Lasereinrichtungen, die nicht unter Absatz 3 fallen, müssen spä-


testens am 1. Januar 1997 mindestens den Anforderungen der Richtlinie
89/655/EWG entsprechen.

Lasereinrichtungen

§ 4. (1) Lasereinrichtungen müssen den Klassen 1 bis 4 zugeordnet und


entsprechend gekennzeichnet sein. Bei Änderung von Zuordnungsvoraus-
setzungen muß eine Änderung von Klassenzuordnung und -kennzeichnung
vorgenommen werden.

Zu § 4 Abs. 1:
Diese Forderung ist erfüllt, wenn die Klassenzuordnung und -kennzeich-
nung durch den Hersteller nach DIN EN 60 825-1 „Sicherheit von Laser-

11
2.20

Einrichtungen; Teil 1: Klassifizierung von Anlagen, Anforderungen und Be-


nutzer-Richtlinien“ vorgenommen wurde.
Beispiele für die Kennzeichnung der verschiedenen Laserklassen sind in
Anhang 5 enthalten.
Hinsichtlich der Änderung der Zuordnungsvoraussetzungen ist diese For-
derung erfüllt, wenn bei Änderung der Klasse einer Lasereinrichtung, z.B.
durch Umbau, Funktionsänderung, Anbringen von Zusatzeinrichtungen
oder Schutzeinrichtungen, eine Neuklassifizierung und -kennzeichnung
durch denjenigen erfolgt, der die Änderung vornimmt.
Die Klassifizierung kann z.B. anhand der Angaben des Herstellers der La-
sereinrichtung erfolgen. Ist der Unternehmer nicht in der Lage, die Neu-
klassifizierung vorzunehmen, sollte er sich sachverständig beraten lassen,
z.B. durch Hersteller, Meß- und Prüfstellen.

(2) Lasereinrichtungen müssen entsprechend ihrer Klasse und Ver-


wendung mit den für einen sicheren Betrieb erforderlichen Schutzeinrich-
tungen ausgerüstet sein.

Zu § 4 Abs. 2:
Diese Forderung ist für eine Lasereinrichtung einer bestimmten Klasse er-
füllt, wenn sie mit Schutzeinrichtungen entsprechend den Abschnitten 4
und 7 DIN EN 60 825-1 „Sicherheit von Lasereinrichtungen; Teil 1: Klassi-
fizierung von Anlagen, Anforderungen und Benutzer-Richtlinien“ ausge-
rüstet sind. Diese Schutzeinrichtungen sind in der Regel wesentliche Be-
standteile der Klasseneinteilung.
Dabei ist zu beachten, daß auch andere erzeugte Strahlungen, z.B. Rönt-
gen-, HF- oder inkohärente UV-Strahlung, abgeschirmt werden müssen.
Bei Lasern mit Blitzlampen kann von diesen eine ungerichtete intensive
Ultraviolettstrahlung ausgehen, die Augenschäden und gegebenenfalls
Hautschäden verursachen kann. Diese Strahlung ist so abzuschirmen, daß
schädliche Wirkungen beim Menschen auszuschließen sind. Dies wird er-
reicht, wenn die im Anhang 2 angegebenen Grenzwerte auch für diese
Strahlung unterschritten werden. Eine Lasereinrichtung, deren Hochspan-
nungsteil mit Spannungen über 5 kV betrieben wird, kann Elektronen-
röhren enthalten, die nach außen dringende Röntgenstrahlen erzeugen.
Eine solche Lasereinrichtung unterliegt der Röntgenverordnung. Für die
Gefährdung durch HF-Strahlung ist E DIN VDE 0848-2 „Sicherheit in elek-
tromagnetischen Feldern; Schutz von Personen im Frequenzbereich von
30 kHz bis 300 GHz“ (Entwurf Oktober 1991) zu beachten.
Diese Forderung ist für medizinische Lasereinrichtungen erfüllt, wenn die-
se Lasereinrichtungen zusätzlich DIN EN 60 601-2-22 „Medizinische elek-
trische Geräte; Teil 2: Besondere Festlegungen für die Sicherheit von dia-
gnostischen und therapeutischen Lasergeräten“ entsprechen.
Für Lasereinrichtungen, die in Diskotheken eingesetzt werden, ist diese
Forderung erfüllt, wenn diese Lasereinrichtungen zusätzlich den Merkblät-
tern „Disco-Laser“ und „Lasergeräte in Diskotheken und bei Show-Veran-
staltungen“ entsprechen.

12
2.20

Für Lasereinrichtungen, die auf Bühnen und in Studios eingesetzt werden,


ist diese Forderung erfüllt, wenn diese Lasereinrichtungen zusätzlich
E DIN 56 912 „Showlaser und Showlaseranlagen; Anforderungen und Prü-
fung“ entsprechen.

(3) Lasereinrichtungen der Klassen 2 bis 4 müssen so eingerichtet


sein, daß unbeabsichtigtes Strahlen verhindert ist.

Zu § 4 Abs. 3:
Unbeabsichtigtes Strahlen liegt vor, wenn
– Laserstrahlung ohne Betätigung der vorgesehenen Stellteile von
Befehlseinrichtungen aus der Lasereinrichtung austritt, z.B. durch
schadhafte Isolation oder Störimpulse,
– nicht verhindert ist, daß Stellteile unbeabsichtigt betätigt werden kön-
nen; siehe auch Durchführungsanweisungen zu § 11 Abs. 3 UVV
„Kraftbetriebene Arbeitsmittel“ (GUV 3.0).
Diese Forderung schließt ein, daß die Lasereinrichtung so konstruiert sein
muß, daß auch im einfachen Fehlerfall ein unbeabsichtigtes Strahlen ver-
hindert ist.
Für Lasereinrichtungen, bei denen die Laserstrahlung über ein bewegli-
ches Handstück austritt, ist diese Forderung erfüllt, wenn beim Loslassen
des Handstücks der Austritt der Laserstrahlung unterbrochen wird oder
ein vergleichbares Sicherheitsniveau durch andere Maßnahmen erreicht
wird.

(4) Optische Einrichtungen zur Beobachtung oder Einstellung an


Lasereinrichtungen müssen so beschaffen sein, daß der Grenzwert der
zugänglichen Strahlung für die Klasse 1 nicht überschritten wird.

Zu § 4 Abs. 4:
Diese Forderung ist erfüllt, wenn optische Einrichtungen so verriegelt sind,
daß eine Beobachtung nur bei abgeschaltetem Laser möglich ist. Ist dies
aus betriebstechnischen Gründen nicht durchführbar, kann das Schutzziel
unter anderem dadurch erreicht werden, daß solche optischen Einrich-
tungen mit einem ausreichend bemessenen Schutzfilter (siehe auch
Durchführungsanweisungen zu § 8 Abs. 2) oder einem Strahlverschluß
versehen werden, der während des Laserbetriebs in der Schutzstellung
verriegelt ist.

(5) Optische Geräte, die vom Hersteller als Vorsatzgeräte für La-
sereinrichtungen bestimmt sind, müssen, sofern sie nicht in einer klassifi-
zierten Lasereinrichtung fest eingebaut sind, mit Angaben versehen sein,
anhand deren die Änderung der Strahl- und Expositionsdaten einer Laser-
strahlenquelle durch das Vorsatzgerät beurteilt werden kann.

13
2.20

Zu § 4 Abs. 5:
Vorsatzgeräte sind z.B. Teleskopvorsätze, die den Laserstrahl aufweiten,
Filtervorsätze, die den Laserstrahl abschwächen, Lichtleiter, die an eine
Lasereinrichtung angeschlossen werden können.
Diese Forderung ist z.B. für Teleskopvorsätze erfüllt, wenn die Vergröße-
rung angegeben ist, für Filtervorsätze, wenn der spektrale Transmissions-
grad oder die spektrale optische Dichte für die Laserwellenlänge angege-
ben sind.

(6) Lasereinrichtungen der Klassen 1 bis 3 A müssen so beschaffen


sein, daß keine Vorsatzgeräte angebracht werden können, durch die sich
Lasereinrichtungen der Klassen 3 B oder 4 ergeben würden.

Zu § 4 Abs. 6:
Diese Forderung ist erfüllt, wenn nicht auf einfache Weise, z.B. durch Auf-
drehen, Aufschrauben, Aufklemmen eines Vorsatzgerätes, die Erhöhung
der Klasse auf Klasse 3 B oder 4 möglich ist. Desgleichen darf es auch
nicht möglich sein, durch einfaches Entfernen von Vorsatzgeräten mittels
Hand oder einfacher Werkzeuge die Klasse auf 3 B oder 4 zu erhöhen.

IV. Betrieb

A. Gemeinsame Bestimmungen

Anzeige

§ 5. (1) Der Unternehmer hat den Betrieb von Lasereinrichtungen der


Klassen 3 B oder 4 dem zuständigen Unfallversicherungsträger und der für
den Arbeitsschutz zuständigen Behörde vor der ersten Inbetriebnahme an-
zuzeigen.

Zu § 5 Abs. 1:
Die Anzeige soll folgende Angaben enthalten: Hersteller der Lasereinrich-
tung, Laserklasse, Strahlungsleistung bzw. -energie, Wellenlänge(n), gege-
benenfalls Impulsdauer und Impulswiederholfrequenz.
Der Unternehmer, in dessen Betrieb Lasereinrichtungen hergestellt, er-
probt oder vorgeführt werden, erfüllt diese Forderung, wenn Art und Zahl
der in der Regel im Betrieb befindlichen Lasereinrichtungen angezeigt
werden.

14
2.20

Sofern Lasereinrichtungen der Klassen 3 B oder 4 bereits betrieben wer-


den, muß nicht jeder einzelne neu in Betrieb genommene Laser angezeigt
werden, solange es sich um gleichartige Lasereinrichtungen handelt, die
mit den gleichen Schutzmaßnahmen wie die bisherigen sicher betrieben
werden können.
Führt ein Unternehmer Instandhaltungsarbeiten an Lasereinrichtungen
durch, bei denen dabei Laserstrahlung oberhalb der Grenzwerte für Klas-
se 3 A auftritt, erfüllt er diese Forderung durch eine einmalige Anzeige mit
Angaben über die Art der Lasereinrichtungen sowie Art und Umfang der
Arbeiten.
Für den mobilen Einsatz von Lasereinrichtungen, ausgenommen Laser-
einrichtungen nach § 14 Abs. 1, gilt eine Inbetriebnahme an einem ande-
ren Einsatzort als erste Inbetriebnahme.

(2) Für den mobilen Einsatz von Lasereinrichtungen nach § 14 Abs. 1


genügt eine einmalige Anzeige.

Laserschutzbeauftragte

§ 6. (1) Der Unternehmer hat für den Betrieb von Lasereinrichtungen der
Klassen 3 B oder 4 Sachkundige als Laserschutzbeauftragte schriftlich zu
bestellen.

Zu § 6 Abs. 1:
Diese Forderung ist erfüllt, wenn in der schriftlichen Bestellung die für die
Ausfüllung der Aufgaben erforderlichen Befugnisse eingeräumt werden.
Der Laserschutzbeauftragte gilt als Sachkundiger, wenn er aufgrund seiner
fachlichen Ausbildung oder Erfahrung ausreichende Kenntnisse über die
zum Einsatz kommenden Laser erworben hat und so eingehend über die
Wirkung der Laserstrahlung, über die Schutzmaßnahmen und Schutzvor-
schriften unterrichtet ist, daß er die notwendigen Schutzvorkehrungen be-
urteilen und auf ihre Wirksamkeit prüfen kann.
Es wird empfohlen, daß der Laserschutzbeauftragte an einem Kurs zur
Erlangung der Sachkunde für Laserschutzbeauftragte teilnimmt, der den
von den Unfallversicherungsträgern aufgestellten Anforderungen ent-
spricht. Die Anforderungen für solche Kurse sind im Anhang 3 aufgeführt.
Der Unternehmer kann dem Laserschutzbeauftragten durch eine Pflich-
tenübertragung gemäß § 12 UVV „Allgemeine Vorschriften“ (GUV 0.1) wei-
tere ihm aus dieser Unfallverhütungsvorschrift obliegende Pflichten über-
tragen; in diesem Falle sind der betriebliche Entscheidungsbereich und
die zusätzlichen Befugnisse schriftlich festzulegen.
Zum sicheren Betrieb gehören auch die erforderlichen Prüfungen von
Lasereinrichtungen entsprechend § 39 UVV „Allgemeine Vorschriften“
(GUV 0.1).

15
2.20

Der Laserschutzbeauftragte kann für mehrere Anlagen oder Geräte einge-


setzt sein, wenn die örtlichen Verhältnisse es gestatten, daß er deren Be-
trieb überwachen kann. Innerhalb eines Raumes soll es nur einen Laser-
schutzbeauftragten geben.

(2) Der Unternehmer hat dem Laserschutzbeauftragten folgende


Aufgaben zu übertragen:
1. Überwachung des Betriebes der Lasereinrichtungen,
2. Unterstützung des Unternehmers hinsichtlich des sicheren Betriebs und
der notwendigen Schutzmaßnahmen,
3. Zusammenarbeit mit den Fachkräften für Arbeitssicherheit bei der Erfül-
lung ihrer Aufgaben einschließlich Unterrichtung über wichtige Angele-
genheiten des Laserstrahlenschutzes.

Zu § 6 Abs. 2:
Zu den Aufgaben des Laserschutzbeauftragten gehören insbesondere
– die Beratung des Unternehmers und der verantwortlichen Vorgesetz-
ten in Fragen des Laserschutzes bei der Beschaffung und Inbetrieb-
nahme von Lasereinrichtungen und die Festlegung der betrieblichen
Schutzmaßnahmen,
– die fachliche Auswahl der persönlichen Schutzausrüstungen,
– die Mitwirkung bei der Unterweisung der Beschäftigten an Laserein-
richtungen und in Laserbereichen über Gefahren und Schutzmaßnah-
men,
– die Mitwirkung bei der Prüfung von Lasereinrichtungen gemäß § 39
UVV „Allgemeine Vorschriften“ (GUV 0.1),
– die Überwachung der Einhaltung der Sicherheits- und Schutzmaßnah-
men, insbesondere der ordnungsgemäßen Benutzung der Augen-
schutzmittel, Abgrenzung und Kennzeichnung der Laserbereiche,
– die Information des Unternehmers und der verantwortlichen Vorge-
setzten über Mängel und Störungen an Lasereinrichtungen,
– die innerbetriebliche Mitteilung und Untersuchung von Unfällen durch
Laserstrahlung unter Einschaltung der Fachkräfte für Arbeitssicherheit.
Zur besseren Wirksamkeit des Laserstrahlenschutzes kann es zweckmäßig
sein, Vorgesetzte als Laserschutzbeauftragte zu bestellen oder die Laser-
schutzbeauftragten durch weitere Pflichtenübertragung gemäß § 12 UVV
„Allgemeine Vorschriften“ (GUV 0.1) mit Weisungsbefugnissen und Ver-
antwortung für den Betrieb von Lasereinrichtungen auszustatten.
Hierzu können gehören
– Festlegung der technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen,
– Weisungsrecht gegenüber den Beschäftigten an Lasereinrichtungen
und in Laserbereichen,
– Abstellung von Mängeln, gegebenenfalls Stillsetzung von Anlagen,

16
2.20

– Veranlassung von ärztlichen Untersuchungen bei vermuteten Laser-


unfällen gemäß § 12,
– Anzeigeverfahren gegenüber dem zuständigen Unfallversicherungs-
träger und Behörden.

(3) Absatz 1 gilt nicht, wenn der Unternehmer dem zuständigen Un-
fallversicherungsträger nachweist, daß er selbst die erforderliche Sachkun-
de besitzt, und den Betrieb der Lasereinrichtungen selbst überwacht.

Abgrenzung und Kennzeichnung von Laserbereichen

§ 7. (1) Verläuft der Laserstrahl von Lasereinrichtungen der Klassen 2


oder 3 A im Arbeits- oder Verkehrsbereich, hat der Unternehmer dafür zu
sorgen, daß der Laserbereich deutlich erkennbar und dauerhaft gekenn-
zeichnet wird.

Zu § 7 Abs. 1:
Bei Lasereinrichtungen der Klassen 2 oder 3 A entsteht im allgemeinen
kein Laserbereich, wenn beim Betrieb dieser Lasereinrichtungen nur eine
zufällige Bestrahlung von Personen möglich ist und im Falle von Laserein-
richtungen der Klasse 3 A keine optisch sammelnden Instrumente ver-
wendet werden. Treffen diese Voraussetzungen nicht zu, sind die Bestim-
mungen des § 8 sinngemäß zu erfüllen.
Für Lasereinrichtungen der Klasse 2 für Unterrichtszwecke gilt § 15.

(2) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß Laserbereiche von La-
sereinrichtungen der Klassen 3 B oder 4 während des Betriebes abgegrenzt
und gekennzeichnet sind. Er hat außerdem dafür zu sorgen, daß in ge-
schlossenen Räumen der Betrieb von Lasereinrichtungen der Klasse 4 an
den Zugängen zu den Laserbereichen durch Warnleuchten angezeigt wird.

Zu § 7 Abs. 2:
Unter Abgrenzen ist zu verstehen, daß Unbefugte nicht unbeabsichtigt in
den Laserbereich gelangen können. Dies gilt insbesondere für Laser, de-
ren Strahlung so intensiv ist, daß diese auch nach diffuser Reflexion an ei-
ner rauhen Oberfläche noch gesundheitsgefährlich ist, also insbesondere
Laser der Klasse 4.
Derartig leistungsstarke Laser sollen – wenn die Art der Anwendung dies
nicht ausschließt – in geschlossenen Räumen betrieben werden.
Der Zugang zu Laserbereichen, in denen Lasereinrichtungen der Klasse 4
betrieben werden, ist während des Laserbetriebes durch geeignete Ein-
richtungen oder Maßnahmen auf befugte Personen zu begrenzen, die vor
der Einwirkung von Laserstrahlung geschützt sind.

17
2.20

Je nach dem Grad der Gefahr, der von der Lasereinrichtung ausgeht, kann
es erforderlich sein, den Zugang schleusenartig auszubauen, z.B. bei me-
dizinischen Anwendungen, oder Türkontakte vorzusehen, durch die der
Laser beim Betreten des Laserbereiches ausgeschaltet wird, z.B. bei Ro-
botern.
Die Anforderungen an Rettungswege und Notausgänge entsprechend
§ 30 UVV „Allgemeine Vorschriften“ (GUV 0.1) sind dabei zu beachten;
Maßnahmen der Ersten Hilfe entsprechend UVV „Erste Hilfe“ (GUV 0.3),
insbesondere die sofortige Leistung Erster Hilfe nach einem Arbeitsunfall,
müssen trotz der genannten Einrichtungen möglich sein.
Der Einschaltzustand kann z.B. durch rote Warnleuchten oder Leuchtta-
bleaus angezeigt werden, bei Einsätzen im Freien durch Blinkleuchten
oder Rundumleuchten.

Zu § 7 Abs. 1 und 2:
Die Forderung nach Kennzeichnung ist erfüllt, wenn das Warnzeichen
W 10 „Warnung vor Laserstrahl“ nach Anlage 2 der UVV „Sicherheits- und
Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz“ (GUV 0.7) angebracht ist.

(3) Von den Absätzen 1 und 2 darf beim Einsatz von Laserstrahlung
über größere Entfernung und im Freien abgewichen werden, wenn durch
andere technische oder organisatorische Maßnahmen sichergestellt wird,
daß Personen keiner Laserstrahlung oberhalb der maximal zulässigen Be-
strahlung ausgesetzt sind.

Zu § 7 Abs. 3:
Dies kann z.B. in Diskotheken der Fall sein, wenn der Laserbereich außer-
halb des Arbeits- und Verkehrsbereiches verläuft und im übrigen das
Merkblatt „Disco-Laser“ beachtet wird.
Auf Bühnen und in Studios sind Abweichungen zulässig, wenn
– der Laserbereich außerhalb des Arbeits- und Verkehrsbereiches verläuft
oder
– der Laserbereich aus szenischen Gründen zugänglich sein muß und
durch eine Absperrung begrenzt bzw. bei Vorliegen szenischer Grün-
de, die eine Absperrung nicht gestatten, durch Markierungen, die auch
im Dunkeln erkennbar sein müssen, gekennzeichnet ist und
zusätzlich E DIN 56 912 „Showlaser und Showlaseranlagen; Anforderun-
gen und Prüfung“ eingehalten ist.
Für Lasereinrichtungen der Klassen 3 B oder 4, die im Freien oder in ver-
gleichbaren Anordnungen, z.B. in größeren Hallen, betrieben werden, sind
Abweichungen zulässig, wenn diese Einrichtungen nur durch Versicherte
mit besonderen Fachkenntnissen betrieben werden, die vom Unterneh-
mer bzw. Laserschutzbeauftragten dazu beauftragt sind. Durch Absper-
rungen, Abschirmungen, Verriegelungen, Strahlenachsensicherung oder
andere geeignete Vorrichtungen oder Maßnahmen ist sicherzustellen, daß

18
2.20

Personen, die keine persönliche Schutzausrüstung tragen, nicht in die


Nähe des Strahlungsweges gelangen.
Innerhalb des berechneten Laserbereiches soll der Laserstrahl nicht auf
Personenbeförderungsmittel zu Wasser, zu Lande und in der Luft oder auf
sonstige Einrichtungen, bei denen eine Gefährdung von Menschen mög-
lich ist, gerichtet werden.
Die Strahlenwege sind, soweit das möglich ist, frei von allen Oberflächen
zu halten, die unerwünschte gefährliche Reflexionen erzeugen können.
Andernfalls sind die Gefahrbereiche, die als Laserbereiche zu behandeln
sind, entsprechend weit festzulegen und zu sichern.
Beispielsweise kann der Laserstrahl zur Nachrichtenübermittlung oder
Entfernungsmessung auf ein höhergelegenes, unzugängliches Ziel gerich-
tet werden, so daß niemand in den Strahl geraten kann. Das Wirkungsfeld
sollte frei von gut reflektierenden Gegenständen oder Flächen sein. Bei
Hochleistungslasern können sogar feuchte Blätter gefährliche Reflexe er-
zeugen.
Bei LIDAR-Anwendungen, bei Verwendung von Showlasern oder anderen
Lasereinrichtungen im Freien, bei denen eine Gefährdung des Luftver-
kehrs möglich ist, ist eine Meldung des Betriebes bei der örtlichen Flug-
sicherung erforderlich.
Bei der Vorführung von Lasereinrichtungen der Klassen 3 B oder 4 auf
Ausstellungen oder Messen ist diese Forderung erfüllt, wenn sicherge-
stellt ist, daß keine unkontrolliert reflektierte Strahlung auftreten kann und
der Laserbereich um die Lasereinrichtungen durch mit Laserwarnzeichen
gekennzeichnete Abschrankungen oder Verdeckungen räumlich so eng
begrenzt wird, daß er Personen nicht zugänglich ist.

Zu § 7:
Bei Lasereinrichtungen der Klasse 1 entsteht bei bestimmungsgemäßer
Verwendung kein Laserbereich. Ändert sich bei der Instandhaltung von
Lasereinrichtungen der Klasse 1 die Klasse, kann dabei die Einrichtung ei-
nes Laserbereichs erforderlich werden; siehe § 9.
Zur Feststellung, ob ein Laserbereich vorliegt, ist zu prüfen, ob die Werte
für die maximal zulässige Bestrahung (MZB) überschritten werden können.
Die MZB-Werte hängen in komplizierter Weise von Bestrahlungszeit und
Wellenlänge ab.
Bild 1 gibt dazu einen Überblick. Bei Impulsfolgen ist Vorsicht geboten. In
diesen Fällen sind genaue Berechnungen der MZB-Werte nach Anhang 2
durchzuführen.

19
2.20

Bild 1: Maximal zulässige Bestrahlung der Hornhaut des Auges für einige ausgewählte
Wellenlängen nach DIN EN 60 825-1.

In der folgenden Tabelle 1 wird ein vereinfachter Zahlenansatz gemäß An-


hang A.1 DIN EN 207 verwendet, der mit diesen Grenzwerten entweder
übereinstimmt oder auf der sicheren Seite liegt.

Wellenlän- Bestrahlungsstärke E Bestrahlung H


genbereich
Impulsdauer W /m 2 Impuls- W /m 2 Impulsdauer J/m 2
in nm in s dauer in s in s
180–315 ≥ 30 000 0,001 < 10–9 3 ·10 10 10–9 bis 3 · 10 –4 30
315–1400 > 5 · 10 –4 bis 10 10 < 10 –9 5·10 6 10–9 bis 5 · 10 –4 0,005
1400–10 6 > 0,1 bis 10 1000 10 –9 10 11 10–9 bis 0,1 100

Tabelle 1: Vereinfachte maximal zulässige Bestrahlungswerte auf der Hornhaut des


Auges (MZB-Werte)

Schutzmaßnahmen beim Betrieb von Lasereinrichtungen

§ 8. (1) Der Unternehmer hat durch technische oder organisatorische


Maßnahmen dafür zu sorgen, daß eine Bestrahlung oberhalb der maximal
zulässigen Bestrahlung, auch durch reflektierte oder gestreute Laserstrah-
lung, verhindert wird.

20
2.20

Zu § 8 Abs. 1:

Diese Forderung beinhaltet ein Minimierungsgebot sowohl hinsichtlich der


räumlichen Größe des Laserbereichs als auch der Zahl der sich im
Laserbereich aufhaltenden Personen. Der Laserbereich ist deshalb im
Rahmen der vorgegebenen Aufgabenstellung räumlich möglichst klein zu
halten. Im Laserbereich sollen sich nur Personen aufhalten, deren Aufent-
halt dort erforderlich ist.

Da das Auge bereits durch Laserstrahlung sehr geringer Energie- bzw. Lei-
stungsdichte (siehe Anhang 2) gefährdet wird, sind in erster Linie Schutz-
maßnahmen zum Schutze der Augen notwendig. Hohe Leistungs- bzw.
Energiedichte gefährden jedoch auch die Haut.

Einen optimalen Schutz vor Laserstrahlung bietet eine Anlage, bei der
auch die Nutzstrahlung allseitig und lückenlos von einem Schutzgehäuse
umschlossen wird, also eine Lasereinrichtung der Klasse 1. Ein derartiger
Vollschutz ist vor allem bei der Anwendung von Lasern in der industriellen
Fertigung anzustreben.

Bei der bestimmungsgemäßen Verwendung einer Lasereinrichtung der


Klasse 1 sind keine weiteren Schutzmaßnahmen erforderlich. Ändert sich
bei der Instandhaltung von Lasereinrichtungen der Klasse 1 die Klasse,
sind die Schutzmaßnahmen für die auftretende höhere Klasse zu treffen;
siehe § 9.

Laserstrahlung, die von Lasereinrichtungen der Klassen 2, 3 A, 3 B oder 4


emittiert wird, darf sich nur soweit erstrecken, wie es für die Art des Ein-
satzes notwendig ist. Der Strahl ist – soweit dies möglich ist – am Ende
der Nutzentfernung durch eine diffus reflektierende Zielfläche so zu be-
grenzen, daß eine Gefährdung durch direkte oder diffuse Reflexionen
möglichst gering ist. Soweit möglich soll der unabgeschirmte Laserstrahl
außerhalb des Arbeits- und Verkehrsbereiches in einem möglichst kleinen,
nicht leicht zugänglichen Bereich verlaufen, insbesondere ober- oder un-
terhalb der Augenhöhe.

In Räumen, die zum Betrieb von Lasereinrichtungen der Klassen 3 B oder


4 bestimmt sind, sollen Fußböden, Decken, Wände oder sonstige zur bau-
lichen Ausrüstung eines Raumes gehörige Einrichtungen diffus reflektie-
rende Oberflächen aufweisen; für blanke Flächen, z.B. Fenster, sollen ge-
eignete Abdeckungen vorhanden sein.

Gut reflektierende Oberflächen im Laserbereich können erforderlich sein


aus Gründen der Anwendung, z.B. bei Lasern in Diskotheken, Bühnen und
Studios, im Forschungs- und Entwicklungsbereich, bei bestimmten Ver-
messungsaufgaben, aus Gründen des Arbeitsschutzes, z.B. in chemi-
schen und radiochemischen Labors, beim Umgang mit Gefahrstoffen, aus
Gründen des Gesundheitsschutzes, z.B. bei der medizinischen Anwen-
dung in Operationsräumen. In solchen Fällen ist dafür zu sorgen, daß der
Laserbereich möglichst klein gehalten wird, z.B. durch zusätzliche Ver-
deckungen oder Abschirmungen.

21
2.20

Bei der medizinischen Anwendung sollen sämtliche zur Beobachtung des


OP-Feldes erforderlichen Einrichtungen den Bestimmungen des § 4
Abs. 5 entsprechen.
Für die jeweilige Anwendung sind möglichst Laser niedriger Laserklassen
zu verwenden. Auch durch Vorschalten abschwächender Filter oder durch
Strahlaufweitung kann eine Bestrahlung oberhalb der MZB-Werte gege-
benenfalls verhindert werden.
Lasereinrichtungen der Klassen 3 A, 3 B oder 4 sind einschließlich im
Strahlengang befindlicher Vorrichtungen so aufzustellen oder zu befesti-
gen, daß eine unbeabsichtigte Änderung ihrer Position und der Strahlrich-
tung vermieden wird.
Unkontrolliert reflektierte Strahlung von Lasereinrichtungen der Klassen
3 B oder 4 sind zu vermeiden; spiegelnde oder glänzende Gegenstände
oder Flächen sind aus der Umgebung des Laserstrahls soweit wie mög-
lich fernzuhalten, zu entfernen oder abzudecken.
Zum Schutz vor gefährlichen Reflexionen sollen Werkzeuge, Zubehör und
Justiergeräte, die im Laserbereich verwendet werden, keine gut reflektie-
renden Oberflächen aufweisen und Anwesende im Laserbereich keine gut
reflektierenden Gegenstände sichtbar mitführen.
Werden mehrere Lasereinrichtungen gleichzeitig in demselben Raum be-
trieben, sind deren Strahlengänge gegenseitig abzuschirmen. Falls erfor-
derlich, sollte der Strahlengang nur von einer Seite aus zugänglich sein;
die optische Achse sollte nicht auf Fenster gerichtet werden.
Bei räumlich getrennter Anordnung von Strahlquelle und Strahlaustritt
(Arbeitszelle) ist zu berücksichtigen, daß die Laserstrahlung auch im Stör-
fall nicht unbeabsichtigt (siehe Durchführungsanweisungen § 4 Abs. 3) die
Arbeitszelle erreichen kann.
Für Grundjustierungen sollen in Laboratorien möglichst keine stärkeren
Laser als Klasse 3 A verwendet werden. Bei Verwendung abstimmbarer
Farbstofflaser und Excimer-Laser sind Grobjustierungen nach Möglichkeit
in benachbarten Wellenlängenbereichen durchzuführen, für die Schutz-
brillen vorhanden sind. Sind die auftretenden Wellenlängen nicht sicher
bekannt, sollen die entsprechenden Untersuchungen von einem sicheren
Platz aus erfolgen.
Die unabgeschirmte Laserstrahlung von Lasereinrichtungen der Klassen
3 B und insbesondere 4 ist – soweit es die beabsichtigte Anwendung
zuläßt – mit für die jeweilige Laserstrahlung undurchdringlichen Verklei-
dungen zu versehen, die mit entsprechenden Warn- und Hinweiszeichen
zu kennzeichnen sind. Hier soll der Strahlengang so abgeschirmt oder an-
geordnet sein, daß Personen weder vom direkten Laserstrahl noch von
einem reflektierten getroffen werden können.
In dieser Hinsicht ist besondere Sorgfalt bei der Anwendung von Laser-
strahlung in roboterähnlichen Fertigungseinrichtungen geboten.
Abschirmungen, die zur Abgrenzung von Laserbereichen dienen, z.B. bei
der Instandhaltung von Lasereinrichtungen oder bei der medizinischen
Anwendung, sind geeignet, wenn sie E DIN EN 12 254 „Abschirmung

22
2.20

an Laserarbeitsplätzen; Sicherheitstechnische Anforderungen und Prü-


fung“ entsprechen.
Abschirmungen mit geringeren Beständigkeitsanforderungen als in der
genannten Norm sind im Einzelfall zulässig, wenn sichergestellt ist, daß die
Lasereinrichtung rechtzeitig vor Unwirksamwerden der Abschirmung ab-
geschaltet werden kann.
Werden Wände als Abschirmung von Laserbereichen verwendet, so gel-
ten z.B. Wände aus Ziegeln, Kalkstein oder Beton als geeignet. Es können
auch andere Abschirmungen verwendet werden, wenn sie den wesentli-
chen Anforderungen von E DIN EN 12 254 entsprechen.
Bei der Anwendung von Hochleistungslasern der Klasse 4 im infraroten
Wellenlängenbereich ist der Brandgefahr durch Verwendung geeigneter
Strahlbegrenzungen zu begegnen, z.B. wassergekühlter Hohlkegel.
Personen sollen nicht absichtlich Laserstrahlung oberhalb der MZB-Wer-
te ausgesetzt werden.
Beim Einschalten einer Lasereinrichtung der Klassen 3 B oder 4 sind die
im Laserbereich Anwesenden unmittelbar vorher zu verständigen. Die im
Laserbereich Anwesenden haben dadurch Gelegenheit, rechtzeitig alle
notwendigen Schutzmaßnahmen zu treffen, insbesondere die Laser-
schutzbrillen aufzusetzen.

(2) Ist dies in Laserbereichen von Lasereinrichtungen der Klassen


3 B oder 4 nicht möglich, so hat der Unternehmer zum Schutz der Augen
oder der Haut geeignete Augenschutzgeräte, Schutzkleidung oder Schutz-
handschuhe zur Verfügung zu stellen.

Zu § 8 Abs. 2:
Eine Gefährdung durch Laserstrahlung kann ausgeschlossen werden,
wenn z.B. beim Betrieb von Lasereinrichtungen der Klassen 3 B oder 4 un-
kontrolliert reflektierte Strahlung nicht auftreten kann und ein Eingriff in
den Strahlengang durch Umwehrungen oder Verdeckungen verhindert ist.
Geeignete Schutzkleidung ist in Laserbereichen, in denen Lasereinrich-
tungen der Klassen 3 B oder 4 benutzt werden, dann erforderlich und von
den Beschäftigten zu benutzen, wenn eine Gefährdung der Haut durch
Laserstrahlung nicht durch andere Maßnahmen verhindert werden kann.
Gesichtsschutz und Handschuhe können besonders bei Strahlung im UV-
Bereich, z.B. durch Excimer-Laser, erforderlich sein.
Geeignete Augenschutzgeräte bieten Schutz gegen direkte, spiegelnd re-
flektierte oder diffus gestreute Laserstrahlung. Trotz Augenschutzgeräten
ist jedoch der Blick in den direkten Strahl zu vermeiden.
Geeignete Augenschutzgeräte sind z.B. Laserschutzbrillen, die DIN EN
207 „Persönlicher Augenschutz; Filter und Augenschutz gegen Laser-
strahlung (Laserschutzbrillen)“ entsprechen. Sonderanfertigungen müssen
den wesentlichen technischen Anforderungen der Norm DIN EN 207 ent-
sprechen.

23
2.20

Laserschutzbrillen müssen eine deutliche Kennzeichnung aufweisen. Sie


enthält die Wellenlänge oder den Wellenlängenbereich, gegen die die Bril-
le schützt, den Grad der Abschwächung (Schutzstufe), Kennbuchstaben
des Herstellers, Kennzeichen für eine bestimmte Laserbetriebsart und ge-
gebenenfalls Kennzeichnung für die mechanische Festigkeitsstufe.
Hinweis: Zusätzlich muß die CE-Kennzeichnung angebracht sein.
Die Schutzfilter und die Tragkörper müssen der betreffenden Laserstrah-
lung entsprechend DIN EN 207 standhalten.
Laserschutzbrillen, die der bisherigen Norm DIN 58 215 „Laserschutzfilter
und Laserschutzbrillen; Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfun-
gen“ und deren Berechnungsgrundlagen entsprechen, gelten ebenfalls
als geeignet und dürfen weiter benutzt werden.
Die Schutzstufen der Laserschutzfilter werden über den spektralen Trans-
missionsgrad τ für die Laserwellenlänge definiert. Der Zusammenhang
zwischen der Schutzstufe und dem maximalen spektralen Transmissions-
grad τ kann der Tabelle VI im Anhang 4 A entnommen werden.
Empfehlungen für die Auswahl von Laserschutzbrillen entsprechend dem
Lasertyp und den Einsatzbedingungen, insbesondere zur Ermittlung der
Schutzstufe, enthält der Anhang 4A.
Sollen in einem Laserbereich Laserstrahlen unterschiedlicher Wellenlänge
gleichzeitig erzeugt werden, gelten nur solche Schutzbrillen als geeignet,
deren Schutzwirkung für alle auftretenden Strahlungen ausreichend ist. Da
eine ausreichende Schutzwirkung bei Laserschutzbrillen im allgemeinen
nur in einem schmalen Wellenlängenbereich vorhanden ist, läßt sich diese
Anforderung häufig nur dadurch erfüllen, daß Laser unterschiedlicher Wel-
lenlänge nicht gleichzeitig oder aber in getrennten Laserbereichen betrie-
ben werden. Besonders wichtig ist die Verwendung der jeweils geeig-
neten Schutzbrillen bei Lasern, die unterschiedliche Wellenlängen
ausstrahlen können.
Zum Einsatz bei Justierarbeiten an Lasereinrichtungen der Klassen 3 B
oder 4, die nur im sichtbaren Spektralbereich zwischen 400 nm und 700 nm
strahlen, gelten auch Laser-Justierbrillen als geeignete Augenschutzmittel,
wenn diese DIN EN 208 „Persönlicher Augenschutz; Brillen für
Justierarbeiten an Lasern und Laseraufbauten (Laser-Justierbrillen)“ ent-
sprechen. Die Laserstrahlung wird bei Verwendung von Laser-Justierbril-
len am Auge auf Werte abgeschwächt, die denen von Lasereinrichtungen
der Klasse 2 entsprechen. Die Benutzung dieser Brillen gewährt keinen
vollständigen Schutz. Dafür sind Brillen nach DIN EN 207 zu verwenden.
Das Auge ist nur dann gegen Schäden geschützt, wenn der Lidschluß-
reflex eintritt; dieser Reflex darf nicht unterdrückt werden.
Die Kennzeichnung von Laser-Justierbrillen ist in DIN EN 208 geregelt. Sie
enthält das Wort „Justierbrille“, den Kennbuchstaben des Herstellers,
Wellenlänge bzw. Wellenlängenbereich und die maximal zulässige Laser-
leistung.
Hinweis: Zusätzlich muß die CE-Kennzeichnung angebracht sein.

24
2.20

Sonderanfertigungen müssen den wesentlichen technischen Anforderun-


gen der Norm DIN EN 208 entsprechen.
Laser-Justierbrillen nach der bisherigen Norm DIN EN 58 219 gelten wei-
terhin als geeignet und dürfen weiter benutzt werden.
Empfehlungen für die Verwendung von Laser-Justierbrillen, insbesondere
zur Ermittlung der erforderlichen Schutzstufe, enthält der Anhang 4B.
Vor der Benutzung der Augenschutzmittel oder der Schutzkleidung hat
sich der Versicherte zu vergewissern, daß sie für den jeweiligen Anwen-
dungsfall geeignet sind und keine offensichtlichen Mängel aufweisen. Im
Zweifelsfall ist der Laserschutzbeauftragte hinzuzuziehen.
Offensichtliche Mängel sind z.B. mit dem Auge erkennbare Veränderun-
gen am Schutzfilter, wie Sprünge, Farbänderungen, Änderungen der
Lichtdurchlässigkeit, sowie Fehler des Tragkörpers, die den Schutz vor
seitlich einfallender Strahlung beeinträchtigen.
Sofern besondere Betriebsbedingungen die Anwendung betriebstechni-
scher Maßnahmen nicht zulassen, wie das im Forschungs- und Entwick-
lungsbereich möglich sein kann, und bei den Arbeiten weder Laser-
schutzbrillen nach DIN EN 207 noch Laser-Justierbrillen nach DIN EN 208
verwendet werden können, sollen diese Arbeiten von besonders unter-
wiesenen, zuverlässigen Personen durchgeführt werden; außerdem soll
dafür die Zustimmung des Laserschutzbeauftragten vorliegen.

(3) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß Versicherte, die La-
sereinrichtungen der Klassen 2 bis 4 anwenden oder die sich in Laserberei-
chen von Lasereinrichtungen der Klassen 3 B oder 4 aufhalten, über das zu
beachtende Verhalten unterwiesen worden sind.

Zu § 8 Abs. 3:
Die Unterweisungen sind entsprechend § 7 Abs. 2 UVV „Allgemeine Vor-
schriften“ (GUV 0.1) mindestens einmal jährlich zu wiederholen.
Die Unterweisung hat das Ziel, die Versicherten über die Gefahren der
Laserstrahlung zu informieren und sie mit den vorhandenen Sicherheits-
einrichtungen und mit den erforderlichen Schutzmaßnahmen vertraut zu
machen, damit Schädigungen durch Laserstrahlung verhindert werden.
Inhalt der Unterweisung sollte also sein:
Laserstrahlung und ihre Gefahren, Wirkung der Laserstrahlung auf das
Auge, sonstige Gefährdungsmöglichkeiten und Nebenwirkungen, Schutz-
vorschriften und betriebliche Anweisungen, Verhalten im Laserbereich,
Schutzmaßnahmen und -einrichtungen am Arbeitsplatz, Benutzung von
Körperschutzmitteln, Kontrolle baulicher und apparativer Schutzvorrich-
tungen, Verhalten im Schadensfall.
Es wird empfohlen, über die Unterweisungen Aufzeichnungen zu führen.
Halten sich Versicherte nur kurzzeitig in Laserbereichen auf und befinden
sie sich in Begleitung einer hierzu beauftragten Person, genügt eine
Kurzunterweisung ohne Aufzeichnung.

25
2.20

(4) Die für einen sicheren Betrieb erforderlichen Schutzeinrichtungen


und die persönlichen Schutzausrüstungen nach Absatz 2 sind von den Ver-
sicherten zu benutzen.

Zu § 8 Abs. 4:
Diese Forderung ist erfüllt, wenn
– der Fernverriegelungsstecker einer Lasereinrichtung der Klasse 3 B
oder 4 an einen Not-Aus-Schalter, einen Türkontakt oder an eine an-
dere gleichwertige Einrichtung mit Schutzfunktion angeschlossen ist,
– Lasereinrichtungen der Klassen 3 B oder 4 bei Nichtbenutzung durch
Abschließen des Schlüsselschalters gesichert sind,
– Lasereinrichtungen der Klassen 3 B oder 4 bei Nichtbenutzung durch
die Verwendung der Strahldämpfungseinrichtungen gesichert sind.
Hinweis: Für die Lasereinrichtungen der Klasse 3 B, die nicht mehr als
5fach die Grenzwerte von Klasse 2 im Wellenlängenbereich von 400 nm
bis 700 nm übersteigen, brauchen die genannten Schutzeinrichtungen
nicht vorhanden sein.

Instandhaltung von Lasereinrichtungen

§ 9. Ändert sich während der Instandhaltung die Klasse von Laserein-


richtungen, so hat der Unternehmer dafür zu sorgen, daß die Bestimmungen
dieses Abschnittes für die höhere Klasse eingehalten werden.

Zu § 9:
Eine Änderung der Klasse während der Instandhaltung kann vor allem bei
Lasereinrichtungen der Klasse 1 auftreten, die eingebaute Laser höherer
Klasse enthalten.
Solche Lasereinrichtungen können z.B. sein: Laserdrucker, Laserscanner
zum Abtasten von Strich-Codes in Handel und Industrie, Bearbeitungs-
laser, Laser-Entfernungsmeßgeräte, Laser-Platten- und Bildplattenspieler,
Laser-Kopierer, Lichtwellenleiter-Übertragungsstrecken mit Lasersendern.
Für die Instandhaltung von CD-Plattenspielern enthält das Merkblatt
„Schutzmaßnahmen bei Radio- und Fernsehreparaturen sowie bei Anten-
nenmontage“ eine Zusammenstellung der erforderlichen Schutzmaßnah-
men.
Für die erforderlichen Schutzmaßnahmen und für die schriftliche Bestel-
lung eines Laserschutzbeauftragten nach § 6 hat der Unternehmer zu sor-
gen, der die Instandhaltung durchführt. Auf die Pflicht zur Koordinierung
entsprechend § 6 UVV „Allgemeine Vorschriften“ (GUV 0.1) wird hinge-
wiesen.
Können die Bestimmungen der §§ 7 und 8 nicht völlig eingehalten werden,
ist durch besondere Maßnahmen und durch den Zeitpunkt der Instand-

26
2.20

haltung sicherzustellen, daß eine Bestrahlung von Personen durch Laser-


strahlung oberhalb der MZB-Werte verhindert ist.
Können bei bestimmten Lasereinrichtungen Laserbereiche auftreten, die
vorher nicht eindeutig festlegbar sind, z.B. bei Bruch von Lichtleitern, sind
die Beschäftigten, die die Instandhaltung durchzuführen haben, so aus-
zurüsten, daß sie gegen die maximal mögliche Laserstrahlung geschützt
sind.

Nebenwirkungen der Laserstrahlung

§ 10. (1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß Schutzmaßnahmen


getroffen sind, sofern die Energie- oder Leistungsdichte der Laserstrahlung
eine Zündung brennbarer Stoffe oder explosionsfähiger Atmosphäre her-
beiführen kann.

Zu § 10 Abs. 1:
Diese Forderung ist erfüllt, wenn der Laserbereich von brennbaren Stof-
fen und explosionsfähiger Atmosphäre freigehalten wird. Werden solche
Stoffe für eine spezielle Anwendung der Laserstrahlung benötigt, dürfen
nur die dafür erforderlichen Mindestmengen im Laserbereich vorhanden
sein. Es sind Maßnahmen zu treffen, die eine Gefährdung der Beschäftig-
ten durch das Zünden dieser Mengen verhindern.
Brennbare Stoffe im Sinne dieser Unfallverhütungsvorschrift sind hoch-
entzündliche, leichtentzündliche und entzündliche Stoffe gemäß Gefahr-
stoffverordnung sowie sonstige brennbare Materialien wie Holz, Papier,
Textilien, Kunststoffe.
Siehe „Richtlinien für die Vermeidung der Gefahren durch explosionsfähi-
ge Atmosphäre mit Beispielsammlung – Explosionsschutz-Richtlinien –
(EX-RL)“ (GUV 19.8), insbesondere Abschnitte E 2.3.9 und E 2.3.10.

(2) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß Schutzmaßnahmen


getroffen sind, sofern durch Einwirkung von Laserstrahlung gesundheits-
gefährdende Gase, Dämpfe, Stäube, Nebel, explosionsfähige Gemische
oder Sekundärstrahlungen entstehen können.

Zu § 10 Abs. 2:
Bevor ein Stoff der Einwirkung intensiver Laserstrahlung ausgesetzt wird,
ist zur Erfüllung dieser Forderung zu prüfen, ob durch Verdampfen, Ver-
brennen, durch chemische Reaktionen oder durch Bildung von Aerosolen
gesundheitsgefährliche Konzentrationen von Gasen, Dämpfen, Stäuben,
Nebeln oder explosionsfähige Gemische entstehen können; siehe
Gefahrstoffverordnung und Technische Regeln für Gefahrstoffe, z.B.
TRGS 900 „Grenzwerte in der Luft am Arbeitsplatz; Luftgrenzwerte“
(ZH 1/401).

27
2.20

Beispielsweise können bei der Bearbeitung von Kunststoffen mit Lasern


giftige Zersetzungsprodukte auftreten.
Bei der Einwirkung gepulster Laserstrahlen auf ein Material kann es neben
der Bildung von Gasen vor allem zu einer Zerstäubung (Aerosolbildung)
kommen.
Eine geeignete Schutzmaßnahme gegen gesundheitsgefährliche Gemi-
sche ist ein wirksames Filter- und Absaugsystem; siehe VDI 2262 Blatt 1
„Luftbeschaffenheit am Arbeitsplatz; Minderung der Exposition durch luft-
fremde Stoffe; Allgemeine Anforderungen“ und VDI 2262 Blatt 3 „Luftbe-
schaffenheit am Arbeitsplatz; Minderung der Exposition durch luftfremde
Stoffe; Lufttechnische Maßnahmen“.
Beim Auftreten hochintensiver Strahlung auf Schamottesteine oder Ton-
ziegel können sich durch Abschmelzen glatte spiegelnde Oberflächenbe-
reiche bilden, die zu Reflexionen in nicht vorher bestimmbare Richtungen
führen.
Bei der Anwendung intensiver Laserstrahlung, insbesondere beim
Schweißen, Schneiden, Abtragen und Erhitzen von Material, kann eine in-
tensive, nicht kohärente Sekundärstrahlung entstehen. Die Versicherten
sind daher durch zusätzliche Schutzfilter, z.B. Schweißerschutzfilter, ge-
gen diese Gefährdungen zu schützen.

Zu § 10:
Siehe auch §§ 43 bis 45 UVV „Allgemeine Vorschriften“ (GUV 0.1) und § 4
der UVV „Schweißen, Schneiden und verwandte Verfahren“ (GUV 3.8).

Beschäftigungsbeschränkung

§ 11. (1) Der Unternehmer darf Jugendliche in Laserbereichen, in denen


Lasereinrichtungen der Klasse 3 B oder 4 betrieben werden, nicht beschäf-
tigen.

(2) Absatz 1 gilt nicht für die Beschäftigung Jugendlicher über


16 Jahre, soweit

1. dies zur Erreichung ihres Ausbildungszieles erforderlich ist

und

2. ihr Schutz durch Aufsicht eines Fachkundigen gewährleistet ist.

28
2.20

Ärztliche Versorgung bei Augenschäden

§ 12. Besteht Grund zu der Annahme, daß durch Laserstrahlung ein


Augenschaden eingetreten ist, hat der Unternehmer dafür zu sorgen, daß
der Versicherte unverzüglich einem Augenarzt vorgestellt wird.

Zu § 12:
Die Annahme einer Augenschädigung ist gerechtfertigt, wenn eine Be-
strahlung mit Laserstrahlung erfolgt ist und die MZB-Werte überschritten
worden sein können.
Der Augenarzt soll eine Fluoreszenzangiographie durchführen können; in
der Regel ist dies in Augenkliniken und Universitätskliniken der Fall.
Auf die Pflicht zur ärztlichen Versorgung entsprechend UVV „Erste Hilfe“
(GUV 0.3) bei anderen Verletzungen durch Laserstrahlung wird hingewiesen.

B. Zusätzliche Bestimmungen für besondere Anwendungen

Lasereinrichtungen für Vorführ- und Anzeigezwecke

§ 13. (1) Bei Lasereinrichtungen, die für Vorführungen, Anzeigen, Schau-


stellungen und Darstellungen von Lichteffekten verwendet werden, hat der
Unternehmer den Versicherten Anweisungen zu erteilen, wie die zugäng-
liche Bestrahlung möglichst niedrig gehalten werden kann. Die Versicherten
haben diese Anweisungen zu befolgen.

(2) Bei Lasereinrichtungen nach Absatz 1, bei denen Laserbereiche


entstehen, hat der Unternehmer dafür zu sorgen, daß sich in diesen Berei-
chen nur Versicherte aufhalten, deren Anwesenheit dort erforderlich ist.

Zu § 13:
Für den Betrieb von Lasereinrichtungen, die in Diskotheken eingesetzt
werden, siehe auch Merkblatt „Disco-Laser“.
Für den Betrieb von Showlasern siehe E DIN 56 912 „Showlaser und
Showlaseranlagen; Anforderungen und Prüfung“.

Lasereinrichtungen für Leitstrahlverfahren und


Vermessungsarbeiten

§ 14. (1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß für Leitstrahlverfahren
und Vermessungsarbeiten nur folgende Lasereinrichtungen verwendet wer-
den:

29
2.20

1. Lasereinrichtungen der Klassen 1, 2 oder 3 A,

Zu § 14 Abs. 1 Nr. 1:
Bei der Anwendung von Lasereinrichtungen der Klasse 3 A ist sicherzu-
stellen, daß der Laserstrahl nicht durch optisch sammelnde Instrumente,
wie z.B. Nivelliergeräte, Ferngläser oder Teleskope, beobachtet wird.
2. Lasereinrichtungen der Klasse 3 B, die nur im sichtbaren Wellenlängen-
bereich (400 nm bis 700 nm) strahlen, eine maximale Ausgangsleistung
von 5 mW haben und bei denen Strahlachse oder Strahlfläche so einge-
richtet und gesichert sind, daß eine Gefährdung der Augen verhindert
wird.

Zu § 14 Abs. 1 Nr. 2:
Bei der Verwendung von Lasereinrichtungen der Klasse 3 B mit maximal 5
mW Ausgangsleistung im sichtbaren Wellenlängenbereich (400 nm bis
700 nm), bei denen die Strahlrichtung konstant ist, haben sich folgende
Maßnahmen bewährt:
1. Die Ausgangsleistung des Lasers wird auf das für die Anwendung er-
forderliche Maß beschränkt. Dieser Forderung kann durch die Auswahl
des Lasergerätes oder durch Vorschalten abschwächender Filter ent-
sprochen werden.
2. Der Laserstrahl soll möglichst außerhalb des Arbeits- und Verkehrs-
bereiches verlaufen (siehe auch Nummer 4).
3. Die Strahlachse wird so gesichert, daß ein Auswandern des Laser-
strahls nicht möglich ist. Diese Sicherung kann beispielsweise aus
einem Rohr vor dem Lasergerät bestehen, das als Strahlfänger dient.
4. Der Bereich um den Laserstrahl wird in einem Abstand von wenig-
stens 1,5 m, z.B. mit einer Flatterleine, abgegrenzt und mit Laserwarn-
schildern gekennzeichnet.
Kann die Abgrenzung nicht durchgeführt werden (z.B. unter Tage), ist
auf andere Weise, z.B. durch Warnposten, zu verhindern, daß Versi-
cherte in den Bereich des Laserstrahls geraten können.
An gefährlichen Stellen sind folgende Ersatzmaßnahmen geeignet:
– Umwehren des Strahlenganges z.B. mit Maschendraht,
– Anbringen von Vorrichtungen zur Strahlunterbrechung, z.B. Klap-
pen, die eine matte Oberfläche besitzen. Wichtig ist, daß diese Vor-
richtungen betätigt werden können, ohne dabei in den gefährlichen
Bereich zu geraten,
– Hochlegen des Strahls.
5. Ein Laserstrahl darf sich nur soweit erstrecken, wie es für die Art des
Einsatzes notwendig ist. Der Strahl wird am Ende dieser Nutzentfer-
nung durch eine matte Zielfläche aufgefangen. Zu beachten bleibt,
daß die Bestrahlungsstärke mit der Entfernung nur wenig abnimmt.
Der Strahl kann beispielsweise noch in einer Entfernung von 100 m
und mehr für das Auge gefährlich sein.

30
2.20

6. Spiegelnde oder glänzende Gegenstände, z.B. Metallteile, Fahrzeug-


scheiben, Rückspiegel, sind aus der Umgebung des Laserstrahls zu
entfernen oder abzudecken.

(2) Von Absatz 1 darf abgewichen werden, wenn der Unternehmer


die beabsichtigte Verwendung stärkerer Lasereinrichtungen und die hierbei
zu treffenden Sicherheitsmaßnahmen dem zuständigen Unfallversiche-
rungsträger mindestens 14 Tage vor Aufnahme der Arbeiten unter Angabe
der Gründe schriftlich mitteilt und der zuständige Unfallversicherungsträger
nicht widerspricht.

Lasereinrichtungen für Unterrichtszwecke

§ 15. (1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß für Unterrichtszwecke
nur Lasereinrichtungen der Klassen 1 oder 2 verwendet werden.

(2) Beim Betrieb von Lasereinrichtungen der Klasse 2 für Unter-


richtszwecke hat der Unternehmer dafür zu sorgen, daß besondere Schutz-
maßnahmen getroffen werden, insbesondere durch zusätzliche Leistungs-
begrenzung, Abgrenzung, Kennzeichnung, spezielle Unterweisung und
Unterrichtung.

Zu § 15 Abs. 2:
Diese Forderung ist erfüllt, wenn
1. der Laserbereich durch Abschirmung auf das notwendige Maß be-
grenzt und durch Abgrenzung gegen unbeabsichtigtes Betreten gesi-
chert ist,
2. Zugänge zu Laserbereichen mit Laserwarnzeichen gekennzeichnet
sind,
3. Lasereinrichtungen der Klasse 2 nur von befugten und unterwiesenen
Personen betrieben werden,
4. bei der Vorbereitung von Versuchen und Vorführungen nur Personen
beteiligt oder zugegen sind, die zuvor über die Gefahren der Laser-
strahlung und die erforderlichen Schutzmaßnahmen unterrichtet wor-
den sind,
5. Beobachter bzw. Teilnehmer vor Beginn des Versuches bzw. der Vor-
führung über die Gefahren der Laserstrahlung unterrichtet worden
sind,
6. Versuche und Vorführungen mit der jeweils geringsten notwendigen
Laserleistung durchgeführt werden.

31
2.20

(3) Die Absätze 1 und 2 gelten nicht für Lasereinrichtungen, die in der
Lehre in Hochschulen, bei der individuellen Ausbildung und in der Erwach-
senenbildung verwendet werden.

Lasereinrichtungen für medizinische Anwendung

§ 16. (1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß bei der medizinischen
Anwendung von Laserstrahlung im Bereich von Organen, Körperhöhlen und
Tuben, die brennbare Gase oder Dämpfe enthalten können, Schutzmaßnah-
men gegen Brand- und Explosionsgefahr getroffen werden.

Zu § 16 Abs. 1:
Diese Forderung ist erfüllt, wenn z.B. Tuben und Sonden aus Materialien
bestehen oder mit Materialien umhüllt sind, die ausreichend standfest
gegen die verwendete Laserstrahlung sind bzw. wenn Organe frei von
explosionsfähiger oder brennbarer Atmosphäre sind.

(2) Müssen Instrumente bei medizinischer Anwendung in den Strah-


lengang gebracht werden, so hat der Unternehmer solche Instrumente zur
Verfügung zu stellen, die durch Formgebung und Material gefährliche Refle-
xionen weitgehend ausschließen.

Zu § 16 Abs. 2:
Diese Forderung ist erfüllt, wenn die Instrumente für medizinische An-
wendung, die tatsächlich in den Strahlengang gebracht werden müssen,
über möglichst kleine Radien verfügen. Plane und insbesondere konkave
Flächen sind zu vermeiden. Geeignet sind auch diffus reflektierende Ober-
flächen. Ungeeignet sind absorbierende Oberflächen, die sich aufheizen
können und die deshalb zu vermeiden sind; siehe DIN V 18 735 „Laser und
Laseranlagen; Zubehör für medizinische Lasergeräte; Lasergeeignete
Oberfläche für chirurgische Instrumente“.

(3) Wird Laserstrahlung zu medizinischen Zwecken eingesetzt, so hat


der Unternehmer dafür zu sorgen, daß dabei verwendete optische Einrichtungen
zur Beobachtung oder Einstellung mit geeigneten Schutzfiltern ausgerüstet sind,
sofern die maximal zulässige Bestrahlung überschritten werden kann.

Zu § 16 Abs. 3:
Optische Einrichtungen zur Beobachtung oder Einstellung sind z.B. Endo-
skope oder Mikroskope.
Diese Forderung ist für optische Einrichtungen, die ausschließlich für den
Lasereinsatz bestimmt sind, durch in die Betrachtungsoptik fest einge-
baute Filter erfüllt bzw. für gelegentlich beim Lasereinsatz verwendete
optische Einrichtungen durch die Verwendung zusätzlicher geeigneter
Vorsatzfilter.

32
2.20

Geeignete Filter sind Filtergläser, die den Anforderungen an Filtergläser für


Laserschutzbrillen entsprechen, in nur mit Hilfswerkzeugen entfernbaren
Aufsteck- oder Einschraubfassungen, deren Einbauzustand deutlich er-
kennbar ist.
Auswechselbare Schutzfilter für die Anwendung an optischen Betrach-
tungseinrichtungen in medizinischer Anwendung müssen entsprechend
DIN EN 207 „Persönlicher Augenschutz; Filter und Augenschutz gegen
Laserstrahlung (Laserschutzbrillen)“ gekennzeichnet sein.

(4) Der Unternehmer hat bei der medizinischen Anwendung der


Laserstrahlung von Lasereinrichtungen der Klasse 4 mittels freibeweglichen
Lichtleiterendes oder Handstücks dafür zu sorgen, daß Hilfsgeräte und Ab-
deckmaterialien, die dem Laserstrahl versehentlich ausgesetzt werden kön-
nen, mindestens schwer entflammbar sind.

Zu § 16 Abs. 4:
Diese Forderung ist erfüllt, wenn die versehentlich bestrahlten Materialien
nach Strahlabschaltung nicht weiter brennen oder glimmend abtropfen.
Die Eigenschaften in dieser Hinsicht können z.B. bei Abdeckmaterialien
auch durch Befeuchten verbessert werden.

Lichtwellenleiter-Übertragungsstrecken in Fernmeldeanlagen
und Informationsverarbeitungsanlagen mit Lasersendern

§ 17. (1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß auch bei einer nicht
bestimmungsgemäßen Trennung des Übertragungsweges von Lichtwellen-
leiter-Übertragungsstrecken Versicherte keiner Laserstrahlung oberhalb der
maximal zulässigen Bestrahlung ausgesetzt werden.

Zu § 17 Abs. 1:
Diese Forderung gilt als erfüllt, wenn an allen Verwendungsorten mit
uneingeschränktem Zugang der Gefährdungsgrad eines Lichtwellenleiter-
Kommunikationssystems gemäß DIN EN 60 825-2 „Sicherheit von Laser-
Einrichtungen; Teil 2: Sicherheit von Lichtwellenleiter-Kommunikations-
systemen“ höchstens 3 A beträgt. Damit ist sichergestellt, daß die
MZB-Werte ohne Benutzung von optischen Hilfsmitteln nicht überschrit-
ten werden. Zu den Verwendungsorten mit uneingeschränktem Zugang
gehören z.B. Büros, Besprechungsräume, Kantinen, Schulungsräume so-
wie Baustellen.
Können diese Bedingungen nicht eingehalten werden, sind besondere
Schutzmaßnahmen erforderlich, z.B. automatisches Abschalten des La-
sers bei Unterbrechung der Übertragungsstrecke, konstruktive Maßnah-
men bei Stecksystemen.

33
2.20

Eine Lichtwellenleiter-Übertragungsstrecke entspricht im zusammenge-


schalteten Zustand der Klasse 1, da in der Regel aus dem Gesamtsystem
(optischer Sender, angeschlossene Fasern und Kabel, Stecker, feste Ver-
bindungen sowie gegebenenfalls weitere zusammengeschaltete Kompo-
nenten) keine Laserstrahlung austritt.
Bei nicht bestimmungsgemäßer Trennung des Übertragungsweges, z.B.
bei Kabelriß durch Bagger, unzulässigem Öffnen einer Steckverbindung,
tritt im allgemeinen divergente Laserstrahlung aus, deren Leistungsdichte
mit dem Quadrat der Entfernung von der Austrittsstelle abnimmt.
An Verwendungsorten, an denen während Service oder Wartung höhere
Strahlungsleistung als der Klasse 3 A entsprechend auftreten dürfen, z.B.
an Verwendungsorten mit kontrolliertem Zugang gemäß DIN EN 60 825-2,
ist angemessener Augenschutz zur Verfügung zu stellen.

(2) Kann bei der Errichtung, beim Einmessen, bei der Erprobung und
bei der Instandhaltung von Lichtwellenleiter-Übertragungssystemen Laser-
strahlung oberhalb der Werte der maximal zulässigen Bestrahlung austre-
ten, darf der Unternehmer mit diesen Arbeiten nur Versicherte beauftragen,
die für den Umgang mit diesen Systemen besonders unterwiesen sind.

Zu § 17 Abs. 2:
Die Unterweisung hat alle notwendigen Schutzmaßnahmen nach § 8 zu
behandeln.
Schutzmaßnahmen können gegebenenfalls schon dann erforderlich sein,
wenn abweichend von den Durchführungsanweisungen zu § 17 Abs. 1 die
MZB-Werte für Augenbestrahlung überschritten werden, z.B. bei der Be-
nutzung von optischen Hilfsmitteln, wie Mikroskopen, Lupen.
Weitere Hinweise sind in DIN EN 60 825-2 „Sicherheit von Laser-Einrich-
tungen; Teil 2: Sicherheit von Lichtwellenleiter-Kommunikationssystemen“
enthalten.

Zu § 17:
Unter Lichtwellenleiter-Übertragungsstrecken im Sinne dieser Unfallver-
hütungsvorschrift werden „Lichtwellenleiter-Kommunikationssysteme“
nach DIN EN 60 825-2 „Sicherheit von Laser-Einrichtungen; Teil 2: Sicher-
heit von Lichtwellenleiter-Kommunikationssystemen“ verstanden.

V. Ordnungswidrigkeiten

§ 18. Ordnungswidrig im Sinne des § 209 Abs. 1 Nr. 1 Siebtes Buch So-
zialgesetzbuch (SGB VII) handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig den
Bestimmungen

34
2.20

– des § 3 Abs. 1 in Verbindung mit


§ 3 Abs. 3 Satz 2,
§ 4,
– der § 5 Abs. 1,
§ 6 Abs. 1 oder 2,
§ 7 Abs. 1 oder 2,
§§ 8 bis 10,
§ 11 Abs. 1,
§§ 12, 13 Abs. 2,
§ 14 Abs. 1,
§ 15 Abs. 1 oder 2,
§ 16
oder
§ 17
zuwiderhandelt.

§ 19. Übergangs- und Ausführungsbestimmungen, ist für den BAGUV-


Bereich außer Kraft.

VI. Inkrafttreten

§ 20. Diese Unfallverhütungsvorschrift tritt am 1. Januar 1993 in Kraft.*


Der 2. Nachtrag zu dieser Unfallverhütungsvorschrift tritt am 1. Januar 1997
in Kraft.*

Diese Unfallverhütungsvorschrift tritt am ersten Tage des Monats April oder


des Monats Oktober in Kraft, der als erster der Bekanntmachung folgt.
Gleichzeitig tritt
Abschnitt 53
der Unfallverhütungsvorschrift DS 132 02 „Gemeinsame Bestimmungen für
alle Dienstzweige“ – (UVV 2) – in der ab dem 1. September 1989 geltenden
Fassung, zuletzt geändert mit Bekanntgabe Nr. 4, gültig ab 1. Januar 1994,
außer Kraft.**

*) Gilt nicht für die Eisenbahn-Unfallkasse.


**) Gilt nur für die Eisenbahn-Unfallkasse.

35
2.20

Anhang 1
Begriffsbestimmungen
Die folgenden Begriffsbestimmungen sind DIN EN 60 825-1 „Sicherheit von Laser-
Einrichtungen, Teil 1: Klassifizierung von Anlagen, Anforderungen, Benutzer-Richt-
linien“ entnommen, ausgenommen die Begriffe im Zusammenhang mit Instand-
haltung, die DIN 31 051 „Instandhaltung, Begriffe und Maßnahmen“ entnommen sind.
Soweit wie möglich wurde eine Anpassung an DIN 5030 „Spektrale Strahlungsmes-
sung“, DIN 5031 „Strahlungsphysik im optischen Bereich und Lichttechnik“ und
DIN 5036 „Strahlungsphysikalische und lichttechnische Eigenschaften von Materia-
lien“ vorgenommen.
In dieser Unfallverhütungsvorschrift und den zugehörigen Durchführungsanweisun-
gen werden neben den Begriffsbestimmungen des § 2 folgende Begriffe verwendet:
Bestrahlung: Die Strahlungsenergie, welche auf ein Oberflächenelement trifft,
geteilt durch den Flächeninhalt dieses Elements.

Symbol H H =
dQ
dA
=  E dt

Einheit: Joule pro Quadratmeter, J · m– 2


Bestrahlungsstärke: Die Strahlungsleistung, die auf ein Oberflächenelement
trifft, geteilt durch den Flächeninhalt dieses Elements.
d
Symbol E E =
dA
Einheit: Watt pro Quadratmeter, W · m–2
Blick in eine ausgedehnte Quelle: Die Sehbedingung, bei der das Auge die
scheinbare Quelle in einem Abstand von 100 mm oder mehr unter einem Winkel
sieht, der größer als der kleinste Grenzwinkel min ist. Beispiele sind der Blick auf
bestimmte diffuse Reflexionen und auf bestimmte Anordnungen von Laser-
dioden.
Dauerstrich-Laser (kontinuierlich strahlender Laser): In dieser Unfallverhü-
tungsvorschrift wird ein Laser, welcher über mehr als einen Zeitraum von 0,25 s
andauernd strahlt, als Dauerstrich-Laser betrachtet.
Diffuse Reflexion: Veränderung der räumlichen Verteilung eines Strahlenbün-
dels nach der Streuung durch eine Oberfläche oder eine Substanz in viele Rich-
tungen. Ein vollkommen diffus streuendes Material zerstört jede Korrelation zwi-
schen den Richtungen der einfallenden und wieder austretenden Strahlung.
Einwirkungsdauer: Die Zeitdauer eines Impulses, einer Impulsfolge oder einer
Daueremission von Laserstrahlung, welche auf den menschlichen Körper einfällt.
Emissionsdauer: Die zeitliche Dauer eines Impulses, einer Impulsfolge oder des
Dauerbetriebes, in welcher der Zugang zu Laserstrahlung möglich ist, wenn die
Lasereinrichtung betrieben, gewartet oder instandgesetzt wird.

36
2.20

Fernbedienbarer Verriegelungsanschluß: Ein Steckverbinder, welcher es er-


möglicht, externe Steuerelemente anzuschließen, die von anderen Komponenten
der Lasereinrichtung getrennt aufgestellt sind.
Gebündelter Strahl: Ein „paralleles“ Strahlenbündel mit sehr geringer Winkel-
divergenz oder -konvergenz.
Grenzblende: Die kreisförmige Fläche, über die Bestrahlungsstärke und Be-
strahlung gemittelt werden müssen.
Größter Grenzwinkel (max ): Der Wert der Winkelausdehnung der scheinbaren
Quelle von dem ab die MZB- und GZS-Werte als unabhängig von der Größe der
Strahlenquelle angesehen werden.
Impulsdauer: Das Zeitintervall zwischen den Halbwerten der Spitzenleistung in
der ansteigenden und abfallenden Flanke eines Impulses.
Impulslaser: Ein Laser, der seine Energie in Form eines Einzelimpulses oder
einer Impulsfolge abgibt. Dabei ist die Zeitdauer eines Impulses kleiner als
0,25 s.
Inspektion: Maßnahmen zur Feststellung und Beurteilung des Istzustandes.
Instandhaltung: Gesamtheit der Maßnahmen zur Bewahrung und Wiederher-
stellung des Sollzustandes sowie zur Feststellung und Beurteilung des Istzu-
standes.
Instandsetzung: Maßnahmen zur Wiederherstellung des Sollzustandes.
Kleinster Grenzwinkel (min): Der Wert der Winkelausdehnung der scheinbaren
Quelle, von der ab die Quelle als ausgedehnte Quelle angesehen wird. Die MZB-
und GZS-Werte sind unabhängig von der Größe der Strahlenquelle für Winkel-
ausdehnung, die kleiner als min sind.
Maximale Ausgangsstrahlung: Die maximale Strahlungsleistung bzw. die maxi-
male Strahlungsenergie pro Impuls der gesamten zugänglichen Strahlung, die
eine Lasereinrichtung in irgendeine Richtung bei Nutzung aller apparativen
Möglichkeiten zu einer beliebigen Zeit nach der Herstellung abgeben kann.
Meßblende: Eine Öffnung, die dazu dient, die Fläche zu definieren, über welche
Strahlung gemessen wird.
Modenkopplung: Ein Mechanismus oder eine Erscheinung innerhalb eines
Laserresonators, welcher zur Erzeugung eines Zuges sehr kurzer Impulse führt.
Diese Erscheinung kann absichtlich herbeigeführt werden oder auch spontan
als „selbständige Modenkopplung“ vorkommen. Die dabei auftretenden Spit-
zenleistungen können beträchtlich höher sein als die mittlere Leistung.
Optische Dichte: Logarithmus zur Basis 10 des Reziprokwertes des Transmis-
sionsgrades.
Symbol D D = – log 10 
Direkter Blick in den Strahl (Punktquellenbetrachtung): Alle Sehbedingungen,
unter denen das Auge der Laserstrahlung ausgesetzt ist, ausgenommen Be-
trachtung ausgedehnter Quellen. Beispiele sind der Blick in einen kollimierten
Strahl und der Blick auf eine punktförmige Quelle.

37
2.20

Reflexionsgrad: Das Verhältnis der reflektierten Strahlungsleistung zur einfal-


lenden Strahlungsleistung.
Symbol 

Richtungsveränderliche Laserstrahlung (scanning): Laserstrahlung, die bezüg-


lich eines festen Bezugssystems eine mit der Zeit variierende Richtung, einen
zeitlich veränderlichen Ursprungsort oder zeitlich veränderliche Ausbreitungs-
parameter hat.

Scheinbare Quelle: Das wirkliche oder scheinbare Objekt, das das kleinstmög-
liche Bild auf der Netzhaut erzeugt.
Anmerkung: Diese Definition wird benutzt, um den scheinbaren Ausgangspunkt
der Laserstrahlung im Wellenlängenbereich von 400 nm bis 1400 nm zu bestim-
men, unter der Annahme, daß sich die scheinbare Quelle im Akkomodationsbe-
reich des Auges ( 100 mm) befindet. Im Grenzfall des ideal kollimierten Strahls
liegt die scheinbare Quelle im Unendlichen.
Die Definition der scheinbaren Quelle wird im erweiterten Wellenlängenbereich
von 302,5 nm bis 4000 nm verwendet, da eine Bündelung durch übliche Linsen
in diesem Bereich möglich sein könnte.

Schutzabdeckung: Eine Vorrichtung, die verhindert, daß Menschen Laserstrah-


lung ausgesetzt werden, ausgenommen die Fälle, in denen der Zugang für die
vorgesehene Funktion der Anlage notwendig ist.

Schutzgehäuse: Jene Teile einer Laser-Einrichtung (einschließlich Einrichtun-


gen mit gekapselten Lasern), die dafür vorgesehen sind, zugängliche Strahlung
zu verhindern, welche die vorgeschriebenen Grenzwerte der zugänglichen Strah-
lung (GZS) übersteigt (gewöhnlich vom Hersteller angebracht).

Sicherheitsabstand (nominal ocular hazard distance NOHD): Die Entfernung,


bei welcher die Bestrahlungsstärke oder die Bestrahlung gleich dem entspre-
chenden Grenzwert der maximal zulässigen Bestrahlung der Hornhaut des Auges
(MZB) ist. Schließt man beim Sicherheitsabstand auch die Möglichkeit der
Betrachtung mit optischen Hilfsmitteln ein, so wird vom „Erweiterten Sicher-
heitsabstand“ gesprochen.

Sichtbare Strahlung (Licht): Jede Strahlung, die direkte Lichtempfindungen im


Auge hervorrufen kann.
Anmerkung: In dieser Unfallverhütungsvorschrift bedeutet dies die elektroma-
gnetische Strahlung, deren monochromatische Komponenten im Wellenlängen-
bereich zwischen 400 nm und 700 nm liegen.

Spiegelnde Reflexion: Eine Reflexion an einer Fläche, bei welcher die Korrela-
tion zwischen den einfallenden und reflektierten Strahlen aufrechterhalten wird,
wie bei der Reflexion an einem Spiegel.

Strahlaufweiter: Eine Kombination optischer Elemente, die den Durchmesser


eines Laserstrahlenbündels vergrößert.

38
2.20

Strahldurchmesser (Strahlbreite): Der Strahldurchmesser du an einem Punkt im


Raum ist der Durchmesser des kleinsten Kreises, der u % der gesamten Strah-
lungsleistung (oder Energie) umfaßt. In der Norm DIN EN 60 825-1 wird d63
benutzt.
Anmerkung: Für ein Gaußsches Strahlbündel entspricht d63 den Punkten, an de-
nen die Bestrahlungsstärke auf 1/e des Maximalwertes in der Mitte fällt.
Strahlungsenergie: Zeitintegral der Strahlungsleistung über eine bestimmte
Zeitdauer t.
Symbol: Q Q =   · dt
t

Einheit: Joule, J

Strahlungsleistung: Leistung, die in Form von Strahlung emittiert, übertragen


oder empfangen wird.
dQ
Symbol: , P  =
dt
Einheit: Watt, W

Transmissionsgrad: Das Verhältnis der durchgelassenen Strahlungsleistung zur


einfallenden Strahlungsleistung.
Symbol: 
Wartung: Maßnahmen zur Bewahrung des Sollzustandes.

Winkelausdehnung (): Der Betrachtungswinkel, unter dem die scheinbare


Quelle (einschließlich diffuser Reflexion) dem Auge des Beobachters oder vom
Meßpunkt erscheint (siehe auch „größter Grenzwinkel“ oder „kleinster Grenz-
winkel“).

Zugängliche Strahlung: Laserstrahlung, die in der Lage ist, einen Teil des
menschlichen Körpers zu treffen und zu gefährden. Die Strahlung kann entwe-
der durch eine Öffnung, durch Ablenkung mittels eines Reflektors oder durch
einen Lichtleiter austreten. Die Exposition kann auch durch Hineinbringen von
Teilen des Körpers durch Öffnungen im Gehäuse erfolgen oder im gestörten Be-
trieb der Lasereinrichtung auftreten.

39
2.20

Anhang 2
Der Anhang 2 ist sachlich übernommen aus Abschnitt 13 DIN EN 60 825-1 „Sicher-
heit von Laser-Einrichtungen; Teil 1: Klassifizierung von Anlagen, Anforderungen
und Benutzer-Richtlinien“.
Maximal zulässige Bestrahlung (MZB)
1 Allgemeine Bemerkungen
Die Werte für die maximal zulässige Bestrahlung sind in den Tabellen III und
IV für die Benutzer so festgelegt, daß sie unterhalb der bekannten Gefahren-
pegel liegen. Sie basieren auf den besten zur Verfügung stehenden Informa-
tionen aus experimentellen Studien. Die MZB-Werte sind als Richtwerte bei
der Kontrolle von Bestrahlungen anzusehen; sie stellen keine präzis defi-
nierte Abgrenzung zwischen sicheren und gefährlichen Pegeln dar. Wenn ein
Laser Strahlung bei einigen sehr unterschiedlichen Wellenlängen emittiert
oder wenn einer kontinuierlichen Strahlung Impulse überlagert sind, können
die Berechnungen der Gefährdung komplex sein.
Bei Einwirkungen mehrerer Wellenlängen ist ein additiver Effekt auf einer
proportionalen Basis der spektralen Wirksamkeit entsprechend den MZB-
Werten von Tabelle III oder IV anzunehmen, wenn
a) die Impulsbreite oder Einwirkungszeit von der gleichen Größenordnung
sind
und
b) die Spektralbereiche in Tabelle I – durch die Symbole (a) für die Einwir-
kung auf das Auge und (h) für die Einwirkung auf die Haut dargestellt –
als additiv gekennzeichnet sind.
Dabei darf die Summe der Quotienten aus der jeweiligen Bestrahlung und
dem zugehörigen MZB-Wert nicht größer als 1 sein.

Spektralbereich UV-C und UV-A Sichtbares IR-B und


UV-B und IR-A IR-C
180 nm bis 315 nm bis 400 nm bis 1400 nm
315 nm 400 nm 1400 nm bis 106 nm
UV-C und UV-B a
180 bis 315 nm h
UV-A a a
315 bis 400 nm h h h
Sichtbar und IR-A a
400 bis 1400 nm h h h
IR-B und IR-C a a
1400 bis 106 nm h h h

Tabelle I: Additivität der Wirkungen am Auge (a) und an der Haut (h) in ver-
schiedenen spektralen Bereichen.

40
2.20

Wo die ausgestrahlten Wellenlängen nicht als additiv aufgezeigt sind, sind


die Gefahren getrennt zu bewerten. Für Wellenlängen, bei denen die Wirkung
als additiv bezeichnet ist, bei denen die Impulsdauer oder Einwirkungszeiten
aber nicht von gleicher Größenordnung sind, ist extreme Vorsicht erforder-
lich (z.B. im Fall gleichzeitiger Einwirkung von gepulster und kontinuierlicher
Strahlung).

2 Laser als ausgedehnte Quellen


Die folgenden Korrekturen zu den MZB-Werten für Punktquellen beschrän-
ken sich in den meisten Fällen auf das Betrachten von diffusen Reflexionen,
obwohl sie in manchen Fällen auch auf Laser-Anordnungen oder ausge-
dehnte Quellen bei diffusen Laserstrahlaustritten angewendet werden
könnten.
Für Laserstrahlung aus ausgedehnten Quellen (z.B. Beobachten von diffusen
Reflexionen) im Wellenlängenbereich von 400 nm bis 1400 nm können die
MZB-Werte für den direkten Blick in den Strahl um den Faktor C6 erhöht
werden, unter der Voraussetzung, daß die Winkelausdehnung  der Quelle
(gemessen vom Auge des Betrachters) größer als min ist.
Hierbei sind
min = 1,5 mrad für t < 0,7 s
min = 2 t 3/4 mrad für 0,7 ≤ t ≤ 10 s
min = 11 mrad für t ≥ 10 s
Der Korrekturfaktor C6 wird berechnet durch:
C6 = 1 für  ≤ min
C6 =   min für min <  ≤ max
C6 = max  min für  > max
max = 0,1 rad

3 Wiederholt gepulste oder modulierte Laser


Da es nur wenige Daten über die Bestrahlung mit Mehrfachimpulsen gibt,
muß bei der Abschätzung der zulässigen Bestrahlung durch wiederholt
gepulste Strahlung besondere Vorsicht walten. Die folgenden Verfahren sol-
len angewandt werden, um die auf wiederholt gepulste Laserstrahlung anzu-
wendenden MZB-Werte zu bestimmen.
Der MZB-Wert für Wellenlängen von 400 nm 106 nm wird durch
Anwendung derjenigen nachfolgenden Forderung a), b) und c) bestimmt, die
die größte Einschränkung darstellt. Für andere Wellenlängen wird der MZB-
Wert durch die Anwendung derjenigen nachfolgenden Forderung a) und b)
bestimmt, die die größte Einschränkung darstellt:
a) die Bestrahlung durch jeden Einzelimpuls einer Impulsfolge darf nicht
den MZB-Wert für einen Einzelimpuls überschreiten,
b) die mittlere Bestrahlungsstärke für eine Impulsfolge der Dauer T darf
nicht den MZB-Wert (Tabelle III, IV) für einen einzelnen Impuls der Dauer T
übersteigen,

41
2.20

c) die Bestrahlung durch jeden einzelnen Impuls in der Impulsfolge darf die
MZB des Einzelimpulses multipliziert mit dem Korrekturfaktor C5 nicht
übersteigen.
MZBImpulsfolge = MZBEinzelimpuls · C5 *)
Dabei bedeuten:
MZBImpulsfolge = MZB für jeden Einzelimpuls in der Folge
MZBEinzelimpuls = MZB für einen Einzelimpuls
C5 = N–1/4
N = Anzahl der Impulse während der Bestrahlung
In manchen Fällen könnte dieser Wert unter den MZB-Wert fallen, der für
kontinuierliche Bestrahlung gelten würde. Unter diesen Umständen wird der
MZB-Wert für kontinuierliche Bestrahlung angewendet.

4 Grenzblenden, Meßblenden, Meßbedingungen


4.1 Für alle Messungen und Berechnungen der MZB-Werte für Augen- oder
Hautbestrahlung ist eine geeignete Blende, die sogenannte Grenzblende, zu
verwenden. Diese Blende ist bestimmt durch den maximalen Durchmesser
einer kreisförmigen Fläche, über die die Bestrahlungsstärke oder Bestrahlung
zu mitteln ist.
Die Werte für die Durchmesser sind in der folgenden Tabelle II angegeben.
Für die Bestrahlung durch wiederholt gepulste Laser im Wellenlängenbereich
zwischen 1400 nm und 105 nm wird die 1 mm-Blende für die Bestimmung der
Gefährdung aus einem einzelnen Puls verwendet; dagegen wird die 3,5 mm-
Blende zur Bestimmung der maximal zulässigen Bestrahlung für Bestrahlun-
gen länger als 3 s verwendet.

Wellenlängenbereich Einwirkungszeit Durchmesser der


Meßblende für
nm s Auge mm Haut mm
180 bis 400 t ≤ 3 · 104 1 1
400 bis 1400 t ≤ 3 · 104 7 3,5
1400 bis 105 t ≤3 1 1
1400 bis 105 t >3 3,5 3,5
105 bis 106 t ≤ 3 · 104 11 11

Tabelle II: Durchmesser für Meßblenden zur Messung von Bestrahlungs-


stärke und Bestrahlung
Anmerkung:
Die MZB-Werte für Augen-Bestrahlung mit Strahlung im sichtbaren oder
nahen Infrarotbereich sind über eine 7 mm-Blende (Pupille) gemessen. Der
MZB-Wert darf nicht angepaßt werden, um kleinere Pupillendurchmesser zu
berücksichtigen.
*) C5 ist nur anwendbar für Impulsdauern kürzer 0,25 s

42
2.20

4.2 Die folgenden Meßbedingungen müssen angewendet werden, um die tat-


sächliche Bestrahlung zu bestimmen.
4.2.1 Die Werte der Bestrahlungsstärke und der Bestrahlung müssen über eine
kreisförmige Meßblende entsprechend den Grenzblenden der Tabelle II
gemittelt werden. Im Wellenlängenbereich von 400 nm bis 1400 nm muß ein
minimaler Meßabstand von 100 mm von der scheinbaren Quelle benutzt
werden.
4.2.2 Für die Messung der Bestrahlungsstärke oder der Bestrahlung, die ausgehen
von scheinbaren Quellen mit einer Winkelausdehnung  größer als min im
Wellenlängenbereich von 400 nm bis 1400 nm, ist eine runde Meßblende mit
einem Durchmesser von 7 mm und ein effektiver Aufnahmewinkel  zur
Bestimmung der MZB-Werte anzuwenden. Ist jedoch  > max, so muß der
Aufnahmewinkel max verwendet werden.
Falls die scheinbare Quelle aus mehreren Punkten besteht oder eine Linien-
quelle mit einer Winkelausdehnung größer als min darstellt und im Wellen-
längenbereich von 400 nm bis 1400 nm liegt, sind Messungen oder Berech-
nungen durchzuführen, um sicherzustellen, daß die Bestrahlung weder die
MZB-Werte für jeden möglichen Winkel  überschreitet, der von jeder Teilflä-
che gebildet wird, wobei min ≤  ≤ max ist, noch die MZB-Werte für die
gesamte Quelle bei einem Aufnahmewinkel von höchstens max.
Für die Berechnung des MZB-Wertes wird die Winkelausdehnung einer recht-
eckigen oder linienförmigen Quelle durch den arithmetischen Mittelwert der
beiden Abmessungen der Quelle bestimmt. Jede Winkelausdehnung, die
größer als max oder kleiner als 1,5 mrad ist, sollte durch amax oder entspre-
chend durch 1,5 mrad begrenzt werden, bevor der Mittelwert berechnet wird.
4.3 Messungen an richtungsveränderlicher Laserstrahlung haben mit einer still-
stehenden Meßblende mit 7 mm Durchmesser zu erfolgen (die entstehende
zeitliche Änderung der aufgenommenen Strahlung soll als Impuls oder als
Impulsfolge betrachtet werden).

5 Wellenlängenbereich von 100 nm bis 180 nm


Für den Wellenlängenbereich von 100 nm bis 180 nm sind noch keine spe-
ziellen Werte für die maximal zulässige Bestrahlung festgelegt. Bis zu einer
solchen Festlegung sind die MZB-Werte für die Wellenlänge 180 nm zu ver-
wenden.

43
44

2.20
Emissions-
dauer t
10–9 10–7 1,8 ✕ 10–5 5 ✕ 10–5 1 ✕ 10–3 10 103 104
s
< 10–9 bis bis bis bis bis bis bis bis
Wellen-
10–7 1,8 ✕ 10–5 5 ✕ 10–5 1 ✕ 10–3 10 103 104 3 ✕ 104
länge λ
mm

180 bis 302,5 30 J · m–2

C2 J · m–2 ( t > T1 )
302,5 bis 315 3 ✕ 1010 W · m–2 C2 J · m–2
C1 J · m–2 ( t < T1 )

315 bis 400 C1 J · m–2 104 J · m–2 10 W · m–2

10–2 C6
400 bis 550 102 C6 J · m–2
W · m–2

102 C3 C6 J · m–2
5 ✕ 106 C6 W · m–2 5 ✕ 10–3 C6 J · m–2 18 t 0,75 C6 J · m–2
( t > T2 ) 10–2 C3 C6
550 bis 700
( t < T2 ) W · m–2
18 t 0,75 C6 J · m–2

5 ✕ 106 C4 C6
700 bis 1050 5 ✕ 10–3 C4 C6 J · m–2 18 t 0,75 C4 C6 J · m–2 3,2 C4 C6 W · m–2
W · m–2mmmm

5 ✕ 107 C6 C7
1050 bis 1400 5 ✕ 10–2 C6 C7 J · m–2 90 t 0,75 C6 C7 J · m–2 16 C6 C7 W · m–2
W · m–2mmmm

1400 bis 1500 1012 W · m–2 103 J · m–2 5600 t 0,25 J · m–2

1500 bis 1800 1013 W · m–2 104 J · m–2


103 W · m–2
1800 bis 2600 1012 W · m–2 103 J · m–2 5600 t 0,25 J · m–2

2600 bis 106 1011 W · m–2 100 J · m–2 5600 t 0,25 J · m–2

1) Für Korrekturfaktoren und Einheiten siehe „Hinweise zu den Tabellen III und IV“.
2) Es gibt nur wenig Erfahrung über die Wirkung bei Bestrahlungsdauern unter 10–9 s.
Die MZB-Werte für diese Bestrahlungsdauern wurden abgeleitet von der Bestrahlung bei 10–9 s.

Tabelle III: Maximal zulässige Bestrahlung (MZB) für direkte Einwirkung von Laserstrahlen auf die Hornhaut des Auges 1), 2)
Emissionsdauer t
s 10–9 10–7 10 103
< 10–9 bis bis bis bis
Wellenlänge λ
10–7 10 103 3 104
mm

180 bis 302,5 30 J · m–2

C2 J · m–2 (t > T1 )
302,5 bis 315 3 1010 W · m–2 C2 J · m–2
C1 J · m–2 (t < T1)

315 bis 400 C1 J · m–2 104 J · m–2 10 W · m–2

400 bis 700 2 1011 W · m–2 200 J · m–2 1,1 104 t 0,25 J · m–2 2000 W · m–2

700 bis 1400 2 1011C4 W · m–2 200 C4 J · m–2 1,1 104 t 0,25 J · m–2 2000 C4 W · m–2

1400 bis 106 1011 W · m–2 100 J · m–2 5600 t 0,25 J · m–2 1000 W · m–2 3)

1) Für Korrekturfaktoren und Einheiten siehe „Hinweise zu den Tabellen III und IV“.
2) Es gibt nur wenig Erfahrung über die Wirkung bei Bestrahlungsdauern unter 10–9 s. Die MZB-Werte für diese Bestrahlungsdauern wurden
abgeleitet von der Bestrahlung bei 10–9 s.
3) Für bestrahlte Hautflächen größer als 0,1 m 2 wird der MZB-Wert auf 100 W · m–2 verringert. Zwischen 0,01 m 2 und 0,1 m 2 verändert sich
der MZB-Wert umgekehrt proportional zur bestrahlten Hautfläche.

2.20
45

Tabelle IV: Maximal zulässige Bestrahlung (MZB) für die Einwirkung von Laserstrahlung auf die Haut 1), 2)
2.20

Hinweise zu den Tabellen III und IV


1. Es gibt nur ein begrenztes Wissen über Effekte von Bestrahlungszeiten, die
kleiner sind als 10–9 s. Die MZB-Werte für diese Bestrahlungszeiten sind aus
den Werten abgeleitet worden, die sich für die Bestrahlungsstärke für 10–9 s
ergeben.
2. Die speziellen Korrekturfaktoren C1 bis C7 und die Knickstellen T1 bis T2, die
in den Tabellen III und IV verwendet werden, sind durch die folgenden Bezie-
hungen definiert (siehe Tabelle V) und in den Bildern 1 bis 11 dargestellt.
3. In den Formeln in den Tabellen III bis V muß die Wellenlänge in nm und die
Einwirkungsdauer t in s eingesetzt werden.

Parameter Wellenlängenbereich / nm Bilder


C1 = 5,6 x 10 t 3 0,25 302,5 bis 400 1
T1 = 100,8 ( – 295) x 10-15 s 302,5 bis 315 2
C2 = 100,2 ( – 295) 302,5 bis 315 3
T2 = 10 x 100,02 ( – 550) s 550 bis 700 4
C3 = 100,015 ( – 550) 550 bis 700 5
C4 = 10 0,002 ( – 700) 700 bis 1050 6
C4 = 5,0 1050 bis 1400 6*)
C5 = N–1/4 **) 400 bis 106 —
C6 = 1,0 für  ≤ min 400 bis 1400 —
C6 = min für min ≤  ≤ max 400 bis 1400 —
C6 = max/min für  > max 400 bis 1400 —
C7 = 1,0 1050 bis 1150 8
C7 = 100,018 ( – 1150) 1150 bis 1200 8
C7 = 8 1200 bis 1400 8
*) Siehe MZB-Werte für die Haut
**) C5 ist nur für Impulsdauern kürzer 0,25 s anwendbar

Tabelle V: Definition der Korrekturfaktoren

46
Bild 1: Korrekturfaktor C1 Bild 2: Knickstelle T1 Bild 3: Korrekturfaktor C2
für Emissionsdauern für λ = 302,5 nm für λ = 302,5 nm

2.20
47

von 10–9 s bis 10 s bis 315 nm bis 315 nm


48

2.20
Bild 4: Knickstelle T2 Bild 5: Korrekturfaktor C3
für λ = 550 nm bis 700 nm für λ = 550 nm bis 700 nm
2.20

Bild 6: Korrekturfaktor C4 für λ = 700 nm bis 1400 nm

Bild 7: Korrekturfaktor C5 für N (Anzahl der Pulse) dargestellt zwischen 1 und


100 000

49
2.20

Bild 8: Korrekturfaktor C7 für λ = 1 050 nm bis 1 400 nm

50
2.20

Bild 9a: MZB für direkte Bestrahlung des Auges durch UV-Strahlung bei
ausgewählten Emissionsdauern von 10–9 bis 103 s

Bild 9b: MZB für direkte Bestrahlung des Auges durch UV-Strahlung
für Expositionsdauern bei ausgewählten Wellenlängen

51
2.20

Bild 10a: MZB für direkte Bestrahlung des Auges (C6 = 1) durch sichtbare
Strahlung (400 nm ≤ λ < 700 nm) und ausgewählte Infrarot-Strahlung
(1 050 nm ≤ λ < 1150 nm), direkter Blick in den Strahl, für Einzelim-
pulse oder Bestrahlungen (Expositionen)

Bild 10b: MZB für direkte Bestrahlung des Auges (C6 = 1) für Einwirkungs-
dauern über 1 s für ausgewählte Wellenlängen zwischen 400 nm
und 1150 nm

52
Bild 11: MZB für Bestrahlung des Auges (λ = 400 nm bis 550 nm) direkte Bestrahlung mit
Einzelimpulsen und für Dauerstrich-Bestrahlungen mit ausgewählten Winkelausdehnungen

2.20
53

der Quelle
2.20

Anhang 3
Anforderungen an die Inhalte von anerkannten Kursen zur Ausbildung von
Laserschutzbeauftragten
Solche Kurse sollen die Teilnehmer in die Lage versetzen, die Aufgaben des Laser-
schutzbeauftragten nach § 6 Abs. 2 der UVV „Laserstrahlung“ (GUV 2.20) wahrzu-
nehmen.
Veranstalter solcher Kurse haben sicherzustellen, daß die nachfolgenden Anforde-
rungen für die vorgesehenen Anwendungen berücksichtigt werden und daß für die
Kurse geeignete Referenten zur Verfügung stehen.
Je nach Anwendungserfordernis können solche Kurse umfassender oder auch sehr
speziell ausgerichtet sein.
Bei Kursen, die nur für spezielle Anwendungen vorgesehen sind, ist dies in der Teil-
nahmebestätigung klar herauszustellen. Solche Kurse sind z.B. auch durch Herstel-
ler der Lasereinrichtungen möglich.
Die Kursdauer sollte aber mindestens einen Tag betragen und sich generell in fol-
gende Themenbereiche aufteilen (Zeitanteile in Klammern):
– Theorie (1/3)
– praktische Anwendung (1/3)
– Lasersicherheit (1/3).
Der Umfang für den Seminarblock „Lasersicherheit“ sollte sechs Lehreinheiten um-
fassen. Als Mindestumfang für diesen Seminarblock werden vier Lehreinheiten für
erforderlich angesehen.
Im Seminarblock „Lasersicherheit“ sind folgende Lehrinhalte zu vermitteln:
– Gefährdung durch direkte, reflektierte oder gestreute Laserstrahlung
– Schädigung der Augen
– Schädigung der Haut
– Laserklassen
– Grenzwerte für ungefährliche Laserstrahlung
– Feuer- und Explosionsgefahren
– Entflammbarkeit durch Laserstrahlung
– chemische und toxische Gefährdung
– Entstehung und Absaugung von Gefahrstoffen
– Sicherheitseinrichtungen, -vorkehrungen und Warneinrichtungen
– Laserschutzbrillen
– Lasersicherheitsvorschriften und -bestimmungen
– Auswirkungen der Medizingeräteverordnung auf den Betrieb von Lasern
(nur bei medizinischen Anwendungen)
– Aufgaben und Pflichten des Laserschutzbeauftragten.
Als Arbeitsunterlagen müssen mindestens zur Verfügung stehen:
– Unfallverhütungsvorschrift „Laserstrahlung“ (GUV 2.20)
– DIN EN 60 825-1 „Sicherheit von Laser-Einrichtungen; Teil 1: Klassifizie-
rung von Anlagen, Anforderungen und Benutzer-Richtlinien“
– Medizingeräteverordnung (nur bei medizinischen Anwendungen).

54
2.20

Anhang 4A
Der Anhang 4 A ist sachlich übernommen aus DIN EN 207 „Persönlicher Augen-
schutz; Filter und Augenschutz gegen Laserstrahlung (Laserschutzbrillen)“.
Empfehlung für die Verwendung von Laserschutzbrillen
Dieser Anhang gibt Empfehlungen für die Auswahl von Laserschutzbrillen entspre-
chend dem Lasertyp und den Einsatzbedingungen.
1 Laserarten
Hinsichtlich ihrer Betriebsdauer bzw. Impulslänge kann man verschiedene
Laserarten unterscheiden. Die Grenzen zwischen den einzelnen Laserarten
sind weder durch physikalische noch durch biologische Faktoren scharf zu
ziehen und daher nur als Richtwerte anzusehen.
2 Bestimmung der Schutzstufe
2.1 Allgemeines
Bei den folgenden Berechnungen der Leistungs- oder Energiedichte ist der
tatsächliche Strahldurchmesser (kleinster Kreis, der 63 % der Laserleistung
bzw. -energie enthält) zu verwenden. Bei nichtkreisförmigen Querschnitten ist
analog zu verfahren und das kleinste Rechteck zu verwenden, das 63 % der
Laserleistung bzw. -energie enthält.
Bei divergenter Laserstrahlung (z.B. von Lichtwellenleiterenden oder Dioden-
lasern) kann der Strahldurchmesser in 10 cm Abstand vom Divergenzpunkt
den Berechnungen der Leistungs- bzw. Energiedichte zugrunde gelegt werden.
2.2 Dauerstrichlaser (D)
Die Leistungsdichte E des Laserstrahls errechnet sich aus der Laserleistung
P und dem Strahlquerschnitt (bzw. der Grenzfläche) A wie folgt:
P
E =
A
Anschließend kann die erforderliche Schutzstufe aus der Spalte D von Tabel-
le VI, die der Wellenlänge des Lasers entspricht, entnommen werden.
2.3 Gepulste Laser (I und R)
Die Energiedichte H des Laserstrahls errechnet sich aus der Impulsenergie
und dem Strahlquerschnitt (bzw. der Grenzfläche) A wie folgt:
Q
H =
A
Für Laser im Wellenlängenbereich zwischen 400 nm und 1400 nm ist die
Energiedichte H zusätzlich wie folgt zu korrigieren:
Ist die Impulswiederholfrequenz des Lasers ν (in Hertz), dann ist die Gesamt-
zahl N der Impulse innerhalb der betrachteten Zeitbasis von 10 s
N = 10 s · ν
Dann ist der Wert für die errechnete Energiedichte mit N 1/4 zu multiplizieren:
H’ = H · N 1/4

55
2.20

Anschließend kann für H’ die erforderliche Schutzstufe aus der Wellenlänge


und Art des Lasers entsprechend Spalte I, R (Tabelle VI) entnommen werden.
Ferner ist für alle Impulsfolgen die mittlere Bestrahlungsstärke zu berechnen
und eine Berechnung nach Abschnitt 2.2 durchzuführen. Ergibt sich dabei
eine höhere Schutzstufe, ist diese zu verwenden.
2.4 Modengekoppelte Laser (M)
Die Berechnung kann wie unter Abschnitt 2.2 erfolgen. Als Laserleistung P
verwendet man die Spitzenleistung in den Einzelimpulsen. Ferner ist wie in
Abschnitt 2.3 für Laser im Wellenlängenbereich zwischen 400 nm und
1400 nm H’ zu berechnen und anschließend die erforderliche Schutzstufe
abzulesen.
3 Zeitbasis
Die Laserschutzbrillen nach Tabelle VI sind nicht für dauernden Blick in einen
Laserstrahl geeignet. Der Schutz ist im Hinblick auf die Transmission (Ab-
schwächung des Laserstrahls) für Wellenlängen im Wellenlängenbereich über
400 nm auf 10 s, sonst auf 30 000 s angelegt. Die Beständigkeit gegen
Laserstrahlung wird in beiden Fällen für 10 s geprüft.
Möchte ein Anwender in Sonderfällen auch für Wellenlängen > 400 nm eine
Zeitbasis zugrunde legen, die größer als 10 s ist, so muß er unter Beachtung
der zulässigen Grenzwerte in DIN EN 60 825-1 entsprechend höhere Schutz-
stufen auswählen.

56
Schutz- Maximaler Maximale Energie- bzw. Leistungsdichte im Wellenlängenbereich
stufe spektraler 180 nm bis 315 über 315 nm bis 1400 nm über 1400 nm bis 1000 µm
Transmissions-
für die Laserbetriebsart / Betriebsdauer in s
grad bei den
Laserwellen- D I, R M D I, R M D I, R M
längen τ (λ) 10–9 bis 10–9 bis 10–9 bis
≥ 3 · 104 3 · 104 < 10–9 > 5 · 10–4 5 · 10–4 < 10–9 > 0,1 0,1 < 10–9
E H E E H E E H E
W/m2 J/m2 W/m2 W/m2 J/m2 W/m2 W/m2 J/m2 W/m2
L 1 10–1 0,01 3 · 102 3 · 1011 102 0,05 5 · 107 104 103 1012
L 2 10–2 0,1 3 · 103 3 · 1012 103 0,5 5 · 108 105 104 1013
L 3 10–3 1 3 · 104 3 · 1013 104 5 5 · 109 106 105 1014
L 4 10–4 10 3 · 105 3 · 1014 105 50 5 · 1010 107 106 1015
L 5 10–5 102 3 · 106 3 · 1015 106 5 · 102 5 · 1011 108 107 1016
L 6 10–6 103 3 · 107 3 · 1016 107 5 · 103 5 · 1012 109 108 1017
L 7 10–7 104 3 · 108 3 · 1017 108 5 · 104 5 · 1013 1010 109 1018
L 8 10–8 105 3 · 109 3 · 1018 109 5 · 105 5 · 1014 1011 1010 1019
L 9 10–9 106 3 · 1010 3 · 1019 1010 5 · 106 5 · 1015 1012 1011 1020
L 10 10–10 107 3 · 1011 3 · 1020 1011 5 · 107 5 · 1016 1013 1012 1021
Die Bedeutung der Symbole D, I, R und M kann den Abschnitten 2.2 bis 2.4 entnommen werden.

Tabelle VI: Schutzstufen und Verwendung der Laserschutzfilter bzw. Laserschutzbrillen

2.20
57
2.20

Anhang 4B
Der Anhang 4B ist sachlich übernommen aus DIN EN 208 „Persönlicher Augen-
schutz; Brillen für Justierarbeiten an Lasern und Laseraufbauten (Laser-Justier-
brillen)“.

Empfehlung für die Verwendung von Laser-Justierbrillen


Laser-Justierbrillen werden für Justierarbeiten an Lasern im sichtbaren Spektralbe-
reich zwischen 400 nm und 700 nm benutzt, bei denen man den Strahlverlauf sehen
muß. Dies erlauben Brillen nach DIN EN 207 im allgemeinen nicht. Laser-Justierbril-
len dürfen jedoch nicht für einen bewußten Blick in den Laserstrahl verwendet wer-
den. Für einen besseren Schutz bei derartigen Gefährdungen muß man Schutzbril-
len benutzen, die den Anforderungen von DIN EN 207 entsprechen.
Bei Benutzung von Laser-Justierbrillen ist das Auge, ähnlich wie bei Lasern der
Klasse 2 (1 mW für Dauerstrichlaser), nur dann gegen Schäden aufgrund eines zu-
fälligen, direkten Blicks in den Strahl geschützt, wenn sich das Lid innerhalb von
0,25 s schließt (Lidschlußreflex). Wenn dieser Reflex unterdrückt wird oder verzögert
ist (medizinische Behandlung, Krankheit), ist dieser Schutz nicht mehr gewährleistet.
Ist ein längerer Blick in den Strahl möglich, so sind Filter nach DIN EN 207 zu ver-
wenden.

1 Dauerstrichlaser
Die bestimmungsgemäße Verwendung der Laser-Justierbrillen bei Dauer-
strichlasern faßt die 2. Spalte von Tabelle VII zusammen. Die angegebene
Leistung bzw. Energie bezieht sich dabei auf Durchmesser des Laserbündels
von maximal 7 mm. Ist das Laserbündel wesentlich größer, so kann bei der
Auswahl der Bruchteil der Leistung zugrunde gelegt werden, der durch eine
7 mm-Blende fallen würde.

Schutzstufe Maximale momentane Maximale Energie


Laserleistung für für Impulslaser
Dauerstrichlaser
W J
R1 0,01 2 · 10–6
R2 0,1 2 · 10–5
R3 1 2 · 10–4
R4 10 2 · 10–3
R5 100 2 · 10–2
Tabelle VII: Verwendung von Laser-Justierbrillen

Die Verwendung einer Laser-Justierbrille höherer Schutzstufen, als nach


Tabelle VII erforderlich, verringert die Helligkeit der diffusen Streubilder.
Deshalb wird empfohlen, die Laser-Justierbrillen sorgfältig nach dieser Tabel-
le auszuwählen.

58
2.20

2 Gepulste Laser
2.1 Allgemeines
Für gepulste und quasikontinuierliche Laser fordert DIN EN 60 825-1, daß für
Zeiten unter 0,25 s die Grenzwerte der Klasse 1 eingehalten werden. Die
bestimmungsgemäße Verwendung von Laser-Justierbrillen bei Impulslasern
mit Impulsdauern größer als 2 · 10–4 s faßt die 3. Spalte von Tabelle VII zu-
sammen.
2.2 Langsame Impulsfolgen (Frequenz unter 0,1 s–1)
Für langsame Impulsfolgen und Impulslängen zwischen 10–9 und 2 · 10–4 s
können die Filter nach Spalte 3 von Tabelle VII ausgewählt werden.
2.3 Laser im Wellenlängenbereich zwischen 400 nm und 700 nm
Ist die Impulswiederholfrequenz des Lasers ν (in Hertz), dann ist die Gesamt-
zahl N der Impulse innerhalb der betrachteten Zeitbasis von 10 s
N = 10 s · ν
Dann ist der Wert für die Energie Q mit N1/4 zu multiplizieren:
Q’ = Q · N1/4
Anschließend kann für Q’ die erforderliche Schutzstufe aus der entsprechen-
den Spalte aus Tabelle VII entnommen werden.
Ferner ist für alle Impulsfolgen die mittlere Leistung zu berechnen und die
Schutzstufe aus Tabelle VII abzulesen. Ergibt sich dabei eine höhere Schutz-
stufe, so ist diese zu verwenden.

59
2.20

Anhang 5
Beispiele für die Kennzeichnung der Laserklassen
(nach Abschnitt 5 DIN EN 60 825-1)
Form, Farbe und Gestaltung der Zeichen siehe Bilder 14 und 15 DIN EN 60 825-1.
Nach Abschnitt 5.8 DIN EN 60 825-1 muß die Bezeichnung und das Datum der Ver-
öffentlichung der Norm, nach der das Produkt klassifiziert wurde, auf dem Hinweis-
schild oder in der Nähe am Produkt angebracht werden. In den folgenden Beispie-
len wird die allgemeine Form „EN 60 825-1:1994“ verwendet.
Die technischen Zusatzangaben werden wie folgt benutzt:
E W · m–2 Bestrahlungsstärke
F Hz Impulswiederholfrequenz
P0 W Gesamt-Strahlungsleistung, ausgestrahlt von einem Dauerstrich-
laser, oder mittlere Strahlungsleistung eines wiederholt gepulsten
Lasers
Pp W Strahlungsleistung, ausgestrahlt innerhalb eines Impulses eines
gepulsten Lasers
t s Dauer eines Einzelimpulses
λ nm Wellenlänge der Laserstrahlung

60
2.20

Laser der Klasse 1

a) Zeitbasis 30 000 s

LASER KLASSE 1

NACH EN 60 825-1:94

Hersteller darf
bei Lasern der
Klasse 1
oder stattdessen
diesen
Hinweis in die
Benutzerinformation
aufnehmen.

b) Zeitbasis 100 s

LASER KLASSE 1

Zeitbasis 100 s

NACH EN 60 825-1:94

61
2.20

Lasereinrichtungen der Klassen 2 bis 4 müssen nach Abschnitt 5.8 EN 60 825-1 auf
einem Hinweisschild durch Angaben über die maximalen Ausgangswerte der Laser-
strahlung, der Impulsdauer (falls zutreffend) und der ausgesandten Wellenlänge(n)
beschrieben werden. Diese Angaben können in einem Hinweisschild zusammen mit
der Angabe der Klasse oder in einem separaten Hinweisschild aufgenommen
werden.

Laser der Klasse 2

oder

LASERSTRAHLUNG LASERSTRAHLUNG
NICHT IN DEN STRAHL BLICKEN NICHT IN DEN STRAHL BLICKEN

LASER KLASSE 2 LASER KLASSE 2


NACH EN 60 825-1:1994
NACH EN 60 825-1:1994 P ≤ 1 mW; λ = 632,8 nm

P ≤ 1 mW
λ = 632,8 nm

62
2.20

Laser der Klasse 3A

a) sichtbare Laserstrahlung b) unsichtbare Laserstrahlung


(z.B. Dauerstrichlaser) (z.B. Impulslaser)

LASERSTRAHLUNG UNSICHTBARE LASERSTRAHLUNG


NICHT IN DEN STRAHL BLICKEN NICHT IN DEN STRAHL BLICKEN
AUCH NICHT MIT OPTISCHEN INSTRUMENTEN AUCH NICHT MIT OPTISCHEN INSTRUMENTEN
LASER KLASSE 3A LASER KLASSE 3A

NACH EN 60 825-1:94 NACH EN 60 825-1:94

P0 = _____ W
P0 ≤ 5 mW PP = _____ W
λ = 632,8 nm t = _____ s
E ≤ 25 W/m 2 F = _____ Hz
λ = _____ nm

63
2.20

Laser der Klasse 3B

a) sichtbare Laserstrahlung b) unsichtbare Laserstrahlung


(z.B. Dauerstrichlaser) (z.B. Impulslaser)

LASERSTRAHLUNG UNSICHTBARE LASERSTRAHLUNG


NICHT DEM STRAHL AUSSETZEN NICHT DEM STRAHL AUSSETZEN

LASER KLASSE 3B LASER KLASSE 3B

NACH EN 60 825-1:94 NACH EN 60 825-1:94

P0 = _____ W
PP = _____ W
P0 = _____ W
λ = _____ nm
t = _____ s
F = _____ Hz
λ = _____ nm

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2.20

Laser der Klasse 4

a) sichtbare Laserstrahlung b) unsichtbare Laserstrahlung


(z.B. Dauerstrichlaser) (z.B. Impulslaser)

LASERSTRAHLUNG UNSICHTBARE LASERSTRAHLUNG


BESTRAHLUNG VON AUGE ODER HAUT DURCH BESTRAHLUNG VON AUGE ODER HAUT DURCH
DIREKTE ODER STREUSTRAHLUNG VERMEIDEN DIREKTE ODER STREUSTRAHLUNG VERMEIDEN
LASER KLASSE 4 LASER KLASSE 4

NACH EN 60 825-1:94 NACH EN 60 825-1:94

P0 = 100 W
PP ≤ 5,5 kW
P0 = 20 W
λ = 457 - 514 nm
t = 0,1 – 20 ms
F = Einzelimpuls bis 300 Hz
λ = 1064 nm

65
2.20

Anhang 6

Bezugsquellenverzeichnis

Nachstehend sind die Bezugsquellen der in den Durchführungsanweisungen auf-


geführten Vorschriften und Regeln zusammengestellt:

1. Gesetze / Verordnungen
Bezugsquelle: Buchhandel
oder
Carl Heymanns Verlag KG
Luxemburger Straße 449, 50939 Köln

2. Unfallverhütungsvorschriften
Bezugsquelle: Schriften mit GUV-Nummer:
zuständiger Unfallversicherungsträger,
Schriften mit VBG-Nummer:
Carl Heymanns Verlag KG
Luxemburger Straße 449, 50939 Köln

3. Richtlinien und Merkblätter


Bezugsquelle: Schriften mit GUV-Nummer:
zuständiger Unfallversicherungsträger,
Schriften mit VBG-Nummer:
Carl Heymanns Verlag KG
Luxemburger Straße 449, 50939 Köln
für Merkblatt „Disco-Laser“
Bezugsquelle: Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten,
Dynamostraße 7–9, 68165 Mannheim

4. DIN-Normen
Bezugsquelle: Beuth-Verlag GmbH
Burggrafenstraße 6, 10787 Berlin

5. VDE-Bestimmungen
Bezugsquelle: VDE-Verlag GmbH
Bismarckstraße 33, 10625 Berlin

6. Merkblatt „Lasergeräte in Diskotheken und bei Show-Veranstaltungen“


Nr. 00/12/55
Bezugsquelle: Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung
Bayerstraße 32, 80335 München

66
2.20

Gegenüber der bisherigen Fassung vom November 1987 wurden


– folgende Durchführungsanweisungen (DA) geändert:
– DA zu § 1 – DA zu § 7 – DA zu § 16 Abs. 2
– DA zu § 2 Abs. 3 – DA zu § 7 Abs. 2 – DA zu § 16 Abs. 3
– DA zu § 2 Abs. 3 Nr. 1 – DA zu § 7 Abs. 3 – DA zu § 16 Abs. 4
– DA zu § 2 Abs. 3 Nr. 4 – DA zu § 8 Abs. 1 – DA zu § 17 Abs. 1
– DA zu § 2 Abs. 4 – DA zu § 8 Abs. 2 – DA zu § 17 Abs. 2
– DA zu § 4 Abs. 1 – DA zu § 8 Abs. 4 – Anhang 1
– DA zu § 4 Abs. 2 – DA zu § 9 – Anhang 2
– DA zu § 4 Abs. 3 – DA zu § 10 Abs. 2 – Anhang 5 (bisheriger Anhang 3)
– DA zu § 6 Abs. 1 – DA zu § 12 – Anhang 6 (bisheriger Anhang 4)
– DA zu § 6 Abs. 2 – DA zu § 13

– folgende Anhänge eingefügt:


– Anhang 3
– Anhang 4A
– Anhang 4B

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