0% fanden dieses Dokument nützlich (0 Abstimmungen)
34 Ansichten27 Seiten

PC Rotationen

Das Dokument behandelt die Quantisierung der Rotationsbewegung von Molekülen und Elektronen, einschließlich der Konzepte von Drehimpuls und Rotationsenergie. Es erklärt die mathematischen Grundlagen der Schrödingergleichung für rotierende Systeme und die Transformation in Polarkoordinaten sowie Kugelkoordinaten. Zudem werden die Eigenfunktionen und Energieniveaus für Teilchen auf einem Ring und auf der Kugeloberfläche dargestellt.

Hochgeladen von

AlexandriteKkerula
Copyright
© © All Rights Reserved
Wir nehmen die Rechte an Inhalten ernst. Wenn Sie vermuten, dass dies Ihr Inhalt ist, beanspruchen Sie ihn hier.
Verfügbare Formate
Als PDF, TXT herunterladen oder online auf Scribd lesen
0% fanden dieses Dokument nützlich (0 Abstimmungen)
34 Ansichten27 Seiten

PC Rotationen

Das Dokument behandelt die Quantisierung der Rotationsbewegung von Molekülen und Elektronen, einschließlich der Konzepte von Drehimpuls und Rotationsenergie. Es erklärt die mathematischen Grundlagen der Schrödingergleichung für rotierende Systeme und die Transformation in Polarkoordinaten sowie Kugelkoordinaten. Zudem werden die Eigenfunktionen und Energieniveaus für Teilchen auf einem Ring und auf der Kugeloberfläche dargestellt.

Hochgeladen von

AlexandriteKkerula
Copyright
© © All Rights Reserved
Wir nehmen die Rechte an Inhalten ernst. Wenn Sie vermuten, dass dies Ihr Inhalt ist, beanspruchen Sie ihn hier.
Verfügbare Formate
Als PDF, TXT herunterladen oder online auf Scribd lesen

6.

Rotationen
Allgemeine Chemie – Physikalische Chemie 2

Prof. Dr. Arne Lüchow

RWTH Aachen University, Institut für Physikalische Chemie

1 / 27
Fragestellung: Wie ist die Rotationsbewegung von Molekülen und Elektronen
im Atom quantisiert?

Ebenso wie Schwingungsbewegung auf atomaren Dimensionen quantisiert ist, sollte auch
die Rotationsbewegung quantisiert sein.
Rotationen (auf atomaren Dimensionen) in der Chemie:
Molekülrotation: Quantisierung führt zu Energieniveaus, diese zu Spektren
(Mikrowellenspektroskopie)
In der Gasphase: “freie” Rotation, d.h. Rotation um eine Achse, die selbst rotiert
Elektronenrotation: In Atomen können Elektronen um die Kerne rotieren (Bestandteil
der atomaren Wellenfunktionen)
Elektronenrotation in der Ebene: nahezu freie Bewegung der π-Elektronen auf einem
Ring im Benzol
Wir benötigen:
Rotationsenergie
Drehimpuls, statt Impuls
Quantisierung des Drehimpulses
Transformation des Hamiltonoperators in geeignete Koordinaten

2 / 27
Klass. Mechanik: Drehimpuls, Trägheitsmoment, Rotationsenergie

Klassische Drehbewegung eines Massepunktes in der Ebene:

z Drehimpuls: Vektor ~J
~J Richtung ist Drehachse und Drehsinn
Rechtsschrauben-Regel/Rechte-Hand-Regel
Betrag: |~J| = rp
x hier: Drehung um z-Achse: |Jz | = rp
~r
~p
Rotationsenergie:

p2 J2 Jz2
E = Erot = Ekin = = z2 ⇒ Erot =
2m 2mr 2I
mit dem Trägheitsmoment I = mr 2
Beachte: r ist der Abstand von der Drehachse
Für mehrere Massepunkte ist das Trägheitsmoment: I = ∑i mi ri2

3 / 27
Quantisierung des Drehimpulses

z Wellenfunktion muss periodisch mit dem Umfang


U = 2πr sein:

mλ = 2πr , (m ganzzahlig)

y
r
x mit de Broglie-Wellenlänge: λ = ph :

h
m = 2πr ⇒ mh̄ = rp = |Jz |
p
quantisierter Drehimpuls (um z-Achse):

Jz = m` h̄, m` = 0, ±1, ±2, . . .

Drehimpulsquantenzahl m` ! Vorzeichen bestimmt Drehrichtung!


Energieniveaus (Rotation um z-Achse):

Jz2 h̄2 2
Em` = = m` , m` = 0, ±1, ±2, . . .
2I 2I

Entartung der Rotationsenergie für ±m` außer m` = 0 (Drehsinn!)


4 / 27
Schrödingergleichung Teilchen auf dem Ring

Die Rotationsenergien Em` sind die Eigenwerte der Schrödingergleichung

h̄2 ∂2 ∂2
 
ĤΨm` = Em` Ψm` , mit Ĥ = − + , r = const
2m ∂x2 ∂y2

(kinetische Energie in x - und y -Richtung, Nebenbedingung ist r = const)


Wellenfunktion hängt vom Drehwinkel ϕ ab bei r = const:
Schrödingergleichung am besten in Polarkoordinaten:

p
x = r cos ϕ r = x2 + y2
y
y = r sin ϕ ϕ = arctan yx
r
ϕ arctan=Arcustangens: Umkehrfunktion des
x Tangens
y
tan ϕ = x ⇔ arctan yx = ϕ
“Flächenelement” dxdy = rdrdϕ (bei Integration)

5 / 27
Transformation in Polarkoordinaten

Hamiltonoperator in kartesischen Koordinaten:

h̄2
 2
∂2


Ĥ = − + , r = const
2m ∂ x 2 ∂ y 2

In Polarkoordinaten ist (Herleitung):

∂2 ∂2 ∂2 1 ∂ 1 ∂2
+ = + +
∂ x2 ∂ y2 ∂ r 2 r ∂ r r 2 ∂ ϕ2

Hier ist r = const: alle Ableitungen nach r verschwinden:

h̄2 1 d 2 h̄2 d 2
Ĥ = − = −
2m r 2 dϕ 2 2I dϕ 2

Beachten Sie die Analogie zwischen linearer und Drehbewegung mit m=I:
ˆ

h̄2 d 2 h̄2 d 2
Ĥkin = − , Ĥrot = −
2m dx 2 2I dϕ 2

6 / 27
Wellenfunktion Teilchen auf dem Ring
Lösung der Schrödingergleichung:
h̄2 d 2 ψ(ϕ) d 2ψ 2EI d 2ψ 2EI
Ĥψ(ϕ) = − 2
= E m` ψ(ϕ) ⇔ 2
= − 2
ψ ⇔ 2
= −bψ, b = 2
2I dϕ dϕ h̄ dϕ h̄
Lösung (durch Probieren):

iaϕ
√ 2EI
ψ(ϕ) = e , a = ± b = ±

Die Energie E wird erst eingeschränkt=quantisiert durch die Nebenbedingung
ψ(ϕ + 2π) = ψ(ϕ) (Periodizität)
Damit

p
Wellenfunktion (Normierungskonstante 1/2π durch Integration bestimmt):
1
ψm` (ϕ) = √ eim` ϕ , m` = 0, ±1, ±2, . . .

eim` φ beschreibt einen Kreis in komplexer Zahlenebene: m` ist Drehsinn!


7 / 27
Gemeinsame Eigenfunktionen Energie und Drehimpuls
Warum nicht ψs (ϕ) = C sin(m` ϕ) bzw. ψc (ϕ) = C cos(m` ϕ)?
Überprüfen Sie, dass beide Funktionen die Schrödingergleichung und die
Nebenbedingung lösen!
Aufgrund der Eulerbeziehung eiϕ = cos ϕ + i sin ϕ sind ψs und ψc Linearkombinationen
der ψm`
Vorteil von sin(m` ϕ) und cos(m` ϕ): reelle Funktionen
Vorteil von eim` ϕ : Eigenfunktionen von Ĥ und dem Drehimpulsoperator `ˆz (Herleitung)

h̄ ∂
`ˆz =
i ∂ϕ

denn:
h̄ ∂ im` ϕ h̄
`ˆz ψm` = `ˆz eim` ϕ = e = im` eim` ϕ = m` h̄ψm`
i ∂ϕ i
Der Drehimpuls (Teilchen auf dem Ring) im Zustand ψm` = eim` ϕ hat den (Mess-)wert

`z ≡ Jz = m` h̄
h̄2 2
und gleichzeitig die Energie Erot = 2I m` .
Das Vorzeichen von m` bestimmt die Richtung der Drehimpulses!
Im Zustand ψs = C sin(m` ϕ) ist der Drehimpuls unbestimmt!
8 / 27
Klassische freie Rotation eines Massepunkts

Klassische freie Drehbewegung eines Massepunktes im Abstand r vom Ursprung


(Kugeloberfläche):

z Drehimpuls: Vektor ~J
~J Richtung ist Drehachse und Drehsinn
drei Komponenten: ~J = (Jx , Jy , Jz )
q
~r Drehimpulsbetrag: |~J| = Jx2 + Jy2 + Jz2
y
aber auch : |~J| = |~r ||~p| = rp
x ~p
Rotationsenergie:
~p 2 ~J 2 ~J 2
E = Erot = Ekin = = ⇒ Erot =
2m 2mr 2 2I
mit dem Trägheitsmoment I = mr 2
Beachte: r ist der Abstand von der Drehachse
Für mehrere Massepunkte ist das Trägheitsmoment: I = ∑i mi ri2

9 / 27
Teilchen auf der Kugeloberfläche: Rotation in drei Dimensionen
~J 2
Aus Erot = 2I wird der Hamiltonoperator Ĥ (Impuls → Impulsoperator).
2
Lösung: ĤY` = `(` + 1) h̄2I Y` , Drehimpulsquantenzahl ` = 0, 1, 2, . . .
Energieniveaus Teilchen auf Kugeloberfläche:
h̄2
E` = `(` + 1) , mit ` = 0, 1, 2, . . .
2I

Aus Erot = ~J 2 /2I folgt für Drehimpulsquadratoperator `ˆ2 : `ˆ2 Y` = `(` + 1)h̄2 Y` . Der
Drehimpulsbetrag ist damit quantisiert:
|~J| = `(` + 1)h̄,
p
mit ` = 0, 1, 2, . . .

Bestimmung der drei Komponenten Jx , Jy , Jz gleichzeitig ist nicht möglich


Nur eine gleichzeitig mit |~J| und E` bestimmbar: Jz (Konvention!)
Die Eigenfunktionen Y` werden so bestimmt, dass sie gemeinsame Eigenfunktionen zu
Ĥ, `ˆ2 und `ˆz sind:
`ˆz Y`m` = m` h̄Y`m` , m` = `, ` − 1, . . . , −`
Die z-Komponente des Drehimpulses ist wie im “Teilchen auf dem Ring”:
`z = m` h̄, m` = `, ` − 1, . . . , −`

10 / 27
Kugelkoordinaten
Betrachtet wird ein Teilchen auf der Kugeloberfläche mit Radius r
Beschreibung in Kugelkoordinaten r , θ , φ .
Periodizität bzgl. der Winkel θ und φ
Wir erwarten zwei Quantenzahlen, da quantisierte Bewegung auf einer Fläche
Kugelkoordinaten: Abstand r vom Nullpunkt, Winkel ϑ der r -Vektors zur z-Achse und
Winkel ϕ der Projektion in xy :

p
z x = r sin ϑ cos ϕ r = x2 + y2 + z2
y = r sin ϑ sin ϕ ϑ = arccos zr
z = r cos ϑ ϕ = arctan yx

0 ≤ r < ∞, 0 ≤ ϑ < π, 0 ≤ ϕ < 2π


ϑ
r
Wichtige Formeln:
ϕ y
sin α
tan α = , sin2 α + cos2 α = 1
cos α
“Volumenelement”: dxdydz = r 2 sin ϑ dr dϑ dϕ (bei
x
Integration)

11 / 27
12 / 27
Gemeinsame Eigenfunktionen: Kugelflächenfunktionen
Die gemeinsamen Eigenfunktionen von Ĥrot , `ˆ2 und `z heißen Kugelflächenfunktionen
Y`m` .
In Kugelkoordinaten sind die Schrödingergleichungen für Ĥrot und `ˆ2 separierbar in ϑ und ϕ
Daher: Y`m` (ϑ , ϕ) = Θ` (ϑ )Φm` (ϕ)
Bei der Separation der `ˆ2 -Gleichung erhält man für ϕ den `ˆz -Operator. Damit:
1
Φm` (ϕ) = √ eim` ϕ

Für ϑ erhält man als Lösung die sog. assoziierten Legendrepolynome
Tabelle der ersten Kugelflächenfunktionen (N ist jeweils der Normierungsfaktor)

Y00 (ϑ , ϕ) = N
Y10 (ϑ , ϕ) = N cos ϑ
Y1±1 (ϑ , ϕ) = N sin ϑ e±iϕ
Y20 (ϑ , ϕ) = N(3 cos2 ϑ − 1)

(weitere Kugelflächenfunktionen, auch die Normierungsfaktoren, s. z.B. Atkins)

13 / 27
Hamiltonoperator in Kugelkoordinaten
Um die Schrödingergleichungen für die Rotationsenergie (Ĥrot ) oder das Drehimpulsquadrat
`ˆ2 zu lösen, werden sie am besten in Kugelkoordinaten transformiert.
~J 2 p̂ 2 1
Erot = ⇒ Ĥrot = = `ˆ2 , r = const
2I 2m 2I
In drei Dimensionen ist:
∂2 ∂2 ∂2
 
2 2
p̂ = −h̄ + + = −h̄2 ∇2
∂ x2 ∂ y2 ∂ z2
∇2 ist der Laplaceoperator (auch ∆, ∇ heißt “Nabla”, ∇2 : “Nabla-quadrat”)
Transformation in Kugelkoordinaten (wie in Polarkoordinaten):
∂2 ∂2 ∂2 ∂2 2 ∂ 1
∇2 = 2
+ 2
+ 2
= 2
+ + 2 Λ2
∂x ∂y ∂z ∂r r ∂r r
mit dem Legendre-Operator
1 ∂2 1 ∂ ∂
Λ2 = 2 2
+ sin ϑ
sin ϑ ∂ ϕ sin ϑ ∂ ϑ ∂ϑ

Da hier r = const fallen alle Ableitungen nach r weg:


h̄2 2 h̄2 2
Ĥrot = − Λ = − Λ `ˆ2 = −h̄2 Λ2
2mr 2 2I
14 / 27
Operatoren der Drehimpuls-Komponenten:
   
ˆ h̄ ∂ ˆ h̄ ∂ ∂ ˆ h̄ ∂ ∂
`z = , `x = sin ϕ + cot ϑ cos ϕ , `y = cos ϕ − cot ϑ sin ϕ
i ∂ϕ i ∂ϑ ∂ϕ i ∂ϑ ∂ϕ

Transformation der Operatoren in Kugelkoordinaten ist mühsam, aber funktioniert


genauso wie die Transformation beim Teilchen auf dem Ring in Polarkoordinaten
Die Separation der Schrödingergleichung mit dem Legendreoperator ist z.B. im Atkins
zu finden
Eine Herleitung der gemeinsamen Eigenwerte und Eigenfunktionen für den Drehimpuls
`ˆ2 , `ˆz und Ĥrot mit Leiteroperatoren ist im Anhang zu finden

15 / 27
Anwendungen des Formalismus

Wasserstoffatom:
Bei der Lösung der Schrödingergleichung für das Wasserstoffatom wird dieselbe
Transformation in Kugelkoordinaten benutzt
Nach einer Separation in r und (ϑ , ϕ) erhält man die Schrödingergleichung für die
Rotation!
Die Kugelflächenfunktionen sind der winkelabhängige Teil des H-Atom-Wellenfunktionen
Mikrowellenspektroskopie = Rotationsspektroskopie
Die Quantisierung der Rotation eines leichten Atoms um ein schweres (HCl, HBr) wird
direkt durch die E` Energieniveaus beschrieben.
Zweiatomige Moleküle rotieren um ihren Schwerpunkt.
2
Die Energieniveaus bleiben E` = `(` + 1) h̄2I , mit dem Trägheitsmoment I = µr 2
(reduzierte Masse µ)

16 / 27
Spin ist Drehimpuls

“to spin”: Drehen um sich selbst


Alle Experimente weisen darauf hin, dass sich Elektronenspin und Kernspin wie
Drehimpulse verhalten
Es sind nur Betrag und eine Komponente messbar (z-Komponente im Magnetfeld)
Energieniveauschemata wie beim Drehimpuls
Beim Teilchenspin ist die Drehimpulsquantenzahl ganzzahlig oder halbzahlig
Elektronenspin:
Quantenzahlen s und ms
s = 12 , ms = 21 , − 12
1
ms = 2 ist ↑, ms = − 12 ist ↓
Kernspin:
Quantenzahlen I und mI je nach Kern. Immer: mI = I, I − 1, . . . − I
Anm.: Beim Elektronenspin sollte man nicht von “Rotation um die Elektronenachse” reden,
da nicht bekannt ist, ob Elektronen überhaupt einen Durchmesser haben

17 / 27
Anhang A: Transformation des Laplace-Operators in Polarkoordinaten

Polarkoordinaten:
p
x = r cos ϕ r = x2 + y2
y = r sin ϕ ϕ = arctan yx

Die Transformation der Operatoren von (x , y ) nach (r , ϕ) lässt sich mit der Kettenregel
für mehrdimensionale Funktionen herleiten:
Sei f (x , y ) = f (u, v ), u = u(x , y ), v = v (x , y ). Dann gilt die Kettenregel

∂f ∂f ∂u ∂f ∂v ∂f ∂f ∂u ∂f ∂v
= + , = +
∂x ∂u ∂x ∂v ∂x ∂y ∂u ∂y ∂v ∂y

(man beachte das “Erweitern mit ∂ u/∂ u und ∂ v /∂ v ” als Merkregel!)


Da die Kettenregel für beliebige differenzierbare Funktionen gilt, erhält man die Operatoren
∂ /∂ x und ∂ /∂ y durch Weglassen von f :

∂ ∂u ∂ ∂v ∂ ∂ ∂u ∂ ∂v ∂
= + , = +
∂x ∂x ∂u ∂x ∂v ∂y ∂y ∂u ∂y ∂v

18 / 27
Für u = r und v = ϕ erhält man:

∂r 1 2 − 1 x ∂r y
= x + y 2 2 (2x ) = = cos ϕ, = = sin ϕ
∂x 2 r ∂y r

Mit (arctan x )0 = 1
1+x 2
und x 2 + y 2 = r 2 :

∂ϕ ∂ y 1  y  1 y y sin ϕ
= arctan = 2 − 2 = − x 2 +y 2 2 = − 2 = −
∂x ∂x x 1 + yx 2 x 2
x
x
r r
∂ϕ ∂ y 1 1 1 1 x cos ϕ
= arctan = 2 = x 2 +y 2
= 2=
∂y ∂y x 1 + y2 x
x
x2
x r r

Damit sind die ersten Ableitungen:

∂ ∂ sin ϕ ∂ ∂ ∂ cos ϕ ∂
= cos ϕ − , = sin ϕ +
∂x ∂r r ∂ϕ ∂y ∂r r ∂ϕ

19 / 27
Für die zweiten Ableitungen erhält man dann (beliebige Funktion f ):
∂ 2f
  
∂ sin ϕ ∂ ∂ f sin ϕ ∂ f
= cos ϕ − cos ϕ −
∂x2 ∂r r ∂ϕ ∂r r ∂ϕ
2 2 2
∂ f sin ϕ cos ϕ ∂ f sin ϕ ∂ f
= cos2 ϕ 2 + 2
+ 2 +
∂r r ∂ϕ r ∂ ϕ2
sin ϕ cos ϕ ∂ f sin ϕ cos ϕ ∂ 2 f sin2 ϕ ∂ f sin ϕ cos ϕ ∂ 2 f
+ − + −
r2 ∂ϕ r ∂r∂ϕ r ∂r r ∂r∂ϕ
2 2 2 2 2
∂ 2 ∂ sin ϕ ∂ sin ϕ cos ϕ ∂ sin ϕ ∂ sin ϕ cos ϕ ∂ 2
⇒ = cos ϕ + + 2 + − 2
∂x2 ∂r2 r 2 ∂ ϕ2 r2 ∂ϕ r ∂r r ∂r∂ϕ

∂ 2f
  
∂ cos ϕ ∂ ∂ f cos ϕ ∂ f
= sin ϕ + sin ϕ +
∂y2 ∂r r ∂ϕ ∂r r ∂ϕ
2
∂ f sin ϕ cos ϕ ∂ f cos ϕ ∂ 2 f
2
= sin2 ϕ 2 − 2
+ +
∂r r ∂ϕ r 2 ∂ ϕ2
sin ϕ cos ϕ ∂ f sin ϕ cos ϕ ∂ 2 f cos2 ϕ ∂ f sin ϕ cos ϕ ∂ 2 f
− + + +
r2 ∂ϕ r ∂r∂ϕ r ∂r r ∂r∂ϕ
∂ 2 ∂ 2 2
cos ϕ ∂ 2 sin ϕ cos ϕ ∂ 2
cos ϕ ∂ sin ϕ cos ϕ ∂ 2
2
⇒ = sin ϕ + − 2 + + 2
∂y2 ∂r2 r 2 ∂ ϕ2 r2 ∂ϕ r ∂r r ∂r∂ϕ
Mit sin2 ϕ + cos2 ϕ = 1 folgt:
∂2 ∂2 ∂2 1 ∂ 1 ∂2
+ = + +
∂ x2 ∂ y2 ∂ r 2 r ∂ r r 2 ∂ ϕ2
20 / 27
Dass die endgültige Transformationsformel viel einfacher ist als die Summanden, ist kein
Zufall. (r , ϕ) sind sogenannte orthogonale krummlinige Koordinaten. Für diese kann
man beweisen (ist aber kompliziert), dass der Laplaceoperator eine spezielle, einfache
Form hat. Dieser Satz ist hier bewusst nicht benutzt worden (s. z.B. Arfken,
Mathematical Methods for Physics).

21 / 27
Anhang B: Drehimpulsoperator (Teilchen auf dem Ring)
In der klassischen Mechanik gilt:

lz = xpy − ypx , (analog für x,y,z und y,z,x)

Der quantenmechanische Operator wird durch Ersatz des Impulses durch den Impulsoperator
erhalten:  
h̄ ∂ ∂
l̂z = x −y
i ∂y ∂x
Transformation in Polarkoordinaten (vgl. Anhang A):

∂ ∂r ∂ ∂ϕ ∂ ∂ sin ϕ ∂
= + = cos ϕ −
∂x ∂x ∂r ∂x ∂ϕ ∂r r ∂ϕ

∂ ∂r ∂ ∂ϕ ∂ ∂ cos ϕ ∂
= + = sin ϕ +
∂y ∂y ∂r ∂y ∂ϕ ∂r r ∂ϕ
Damit (und x = r cos ϕ, y = r sin ϕ, sowie sin2 α + cos2 α = 1):
 
h̄ ∂ cos ϕ ∂ ∂ sin ϕ ∂
l̂z = r cos ϕ sin ϕ + cos ϕ − sin ϕ cos ϕ + sin ϕ
i ∂r r ∂ϕ ∂r r ∂ϕ
h̄ ∂
=
i ∂ϕ

22 / 27
Anhang C: Lösung Teilchen auf Kugeloberfläche
C1. Leiteroperatoren und Kommutatoren
Gesucht sind gemeinsame Eigenfunktionen Y zu `ˆz und `ˆ2 (hier: ĵz und ĵ 2 )
ĵ 2 Y = λ Y , ĵz Y = µY
Wir gehen aus von den Kommutatoren
[ĵx , ĵy ] = ih̄ĵz , (analog für (y,z,x) und (z,x,y)) und [ĵ 2 , ĵz ] = 0

Die Eigenwerte des Drehimpulsquadrats können nicht negativ sein


Die Eigenwerte der z-Komponente können quadriert nicht größer als λ sein da |~j|2 ≥ jz2
λ ≥0 µ2 ≤ λ
Definition der Leiteroperatoren:

ĵ± = ĵx ± iĵy


Mit Hilfe der Kommutatoren berechnet man:
[ĵz , ĵ± ] = ±h̄ĵ±

Man beachte die Analogie zu [Ĥ, â± ] = ±2â±


Leiteroperatoren haben die Eigenschaft (und werden so konstruiert), dass der
Kommutator mit dem Operator ein Vielfaches des Leiteroperators ergibt!
23 / 27
C2. Bestimmung der Eigenwerte
(a) Eigenwerte von ĵz
Ausgehend von der Eigenwertgleichung für die z-Komponente:

ĵz Y = µY ĵ± ·
ĵ± ĵz Y = µ ĵ± Y |(Kommutator)
ĵz ĵ± Y ∓ h̄ĵ± Y = µ ĵ± Y
ĵz ĵ± Y = (µ ± h̄)ĵ± Y

ĵ+ Y ist Eigenfunktion zum Eigenwert µ + h̄ und ĵ− Y zum Eigenwert µ − h̄!
Die Eigenwerte zu ĵz haben konstanten Abstand h̄.
Analogie zur Bestimmung der Eigenwerte des harmonischen Oszillators!
Wegen µ 2 ≤ λ sind die Eigenwerte µ nach unten und oben beschränkt, außerdem:
µmax = −µmin
Die Differenz µmax − µmin muss ein Vielfaches von h̄ sein:
µmax − µmin = 2µmax = nh̄, n ∈ N0
Eigenwerte sind mh̄, wobei alle m entweder ganz- oder halbzahlig sind:

ĵz Yλ m = mh̄Yλ m , m = mmax , mmax − 1, . . . , −mmax

24 / 27
(b) Eigenwerte von ĵ 2
Die Berechnung der Eigenwerte λ von ĵ 2 erfolgt analog der Bestimmung des minimalen
Eigenwerts beim HO: Sei Yλ mmin eine Eigenfunktion zu ĵ 2 (Eigenwert λ ) und ĵz , wobei der
ĵz -Eigenwert der minimale ist:
ĵ− Yλ mmin = 0 ĵ+
ĵ+ ĵ− Yλ mmin = 0
Gleichzeitig:
 
ĵ+ ĵ− = ĵx + iĵy ĵx − iĵy
= ĵx2 + ĵy2 − i[ĵx , ĵy ]
= ĵ 2 − ĵz2 + h̄ĵz
und damit
2
h̄2 + mmin h̄2 Yλ mmin = λ − mmin (mmin − 1)h̄2 Yλ mmin
 
ĵ+ ĵ− Yλ mmin = λ − mmin
Folglich ist Yλ mmin = 0 oder:
λ − mmin (mmin − 1)h̄2 = 0 ⇒ λ = mmin (mmin − 1)h̄2
Wegen mmin = −mmax ist auch λ = mmax (mmax + 1)h̄2 ; man führt nun die
Drehimpulsquantenzahl j = mmax ein.
Wir erhalten zusammen mit j0 = 0 oder j0 = 12 :
j = j0 , j0 + 1, j0 + 2, . . . , m = j, j − 1, . . . − j

25 / 27
C3. Eigenfunktionen von ĵ 2 und ĵz

Ob die Quantenzahlen ganz oder halbzahlig sind, kann sich aus den
Kommutatorbeziehungen allein nicht ergeben.
Gemeinsame Eigenfunktionen für den Teilchen auf Kugeloberfläche:
Die gemeinsamen Eigenfunktionen werden nun mit Yjm bezeichnet. Wir konstruieren die
Bahndrehimpulsfunktionen aus ĵ− Yj,−j = 0 mit den Operatoren in sphärischen Koordinaten
θ , ϕ. Für die Funktion wird ein Separationsansatz Yjm (θ , ϕ) = Θ(θ )Φ(ϕ) gemacht.
 
−iϕ ∂ ∂
ĵ− Yj,−j = −h̄e − i cot θ Θ(θ )Φ(ϕ) = 0
∂θ ∂ϕ

∂ ∂
Φ(ϕ) Θ(θ ) = i cot θ Θ(θ ) Φ(ϕ)
∂θ ∂ϕ
Division durch Θ(θ )Φ(ϕ) und Trennung der Variablen:

1 ∂ Θ(θ ) 1 ∂ Φ(ϕ)
tan θ =i = const =: c
Θ(θ ) ∂ θ Φ(ϕ) ∂ ϕ

Die Lösung beider DGln erster Ordnung ist fast trivial:

Φ = e −icϕ Θ = sinc θ

26 / 27
Aus
h̄ ∂ !
sinc θ e −icϕ = −h̄c sinc θ e −icϕ = −h̄cYj,−j = −j h̄Yj,−j
 
ĵz Yj,−j =
i ∂ϕ
folgt: c ≡ j und Yj,−j (θ , ϕ) = sinj θ e −ijϕ
Die Stetigkeit der Wellenfunktion ist nur für ganzzahlige Quantenzahlen j gewährleistet:
e −ijϕ = e −ij(ϕ+2π)
Bahndrehimpulse haben immer ganzzahliges m (und j), aber bei Spindrehimpulsen sind
j und m oft halbzahlig!
Weitere Drehimpulseigenfunktionen werden mit dem Leiteroperator ĵ+ erzeugt
Bsp.:
 
∂ ∂
Yj,−j+1 = ĵ+ Yj,−j = h̄e iϕ
+ i cot θ sinj θ e −ijϕ
∂θ ∂ϕ
= h̄e i(−j+1)ϕ j sinj−1 θ cos θ + j cot θ sinj θ


= 2j h̄ sinj−1 θ cos θ h̄e i(−j+1)ϕ

Allgemein:
m+j
Yj,m (θ , ϕ) = ĵ+ Yj,−j (θ , ϕ)

27 / 27

Das könnte Ihnen auch gefallen