per kosmische Erlebmsr
per Eiementarprozess lAfiie'
Postmortale Zustän
Gnindbedingungen von Gesundheit
Ein .Biicl;4Mm Hintergrund der Weit
IN STITUT FÜR GRENZGEBIETE DER WISSENSCHAFT
GRENZFRAGEN
Schriftenreihe für Grenzgebiete der Wissenschaft
herausgegeben von ANDREAS RESCH
20
RESCH VERLAG INNSBRUCK 2012
Burkhard Heim
Mensch und Welt
Der kosmische Erlebnisraum des Menschen
Der Elementarprozess des Lebens
Postmortaie Zustände?
Grundbedingungen von Gesundheit und
Lebensentfaltung des Menschen
Ein Bild vom Hintergrund der Welt
2., verb. Aufl.
Hrsg. und mit Vorwort und Einführung
von Andreas Resch
RESCH VERLAG INNSBRUCK 2012
Alle Rechte, auch die des auszugsweisen Nachdruckes,
der fotomechanischen Wiedergabe, der Einspeicherung in
elektronische Systeme und der Übersetzung vorbehalten
© 2012 by Andreas Resch Verlag, Innsbruck
Printed in Austria
Gesamtherstellung: Andreas Resch Verlag, Innsbruck 2012
ISBN 978-3-85382-095-7
VORWORT
Nachdem die sogenannten „Kleinen Schriften" von Burkhard Heim, Der
kosmische Erlebnisraum des Menschen, Der Elementarprozess des Lebens
und Postmortale Zustände? Die televariante Area integraler Weltstrukturen,
schon länger vergriffen sind und immer wieder Nachfragen einlangen, ent
schlossen wir uns, diese Schriften in einem Band herauszugeben. Damit soll
auch dem Umstand Rechnung getragen werden, dass Heim in seiner späteren
Zusammenarbeit mit Walter Dröscher den sechsdimensionalen Raum zu ei
nem zwölfdimensionalen erweiterte, womit die in den „Kleinen Schriften" ge
forderte Hintergrundbetrachtung der Welt theoretische Gestalt bekam. Leider
war es Heim nicht mehr gegönnt, die genannten Schriften unter dem Konzept
von R|2(wobei dieser Raum als mit Krümmung behaftet aufzufassen ist)neu
zu formulieren. Es muss daher dem Leser überlassen bleiben, diese Hinter
grundsteuerung in den angeführten Arbeiten zu Bios, Psyche und Pneuma
überall dort auszumachen, wo der Raum der Physis überschritten wird.
So stellte Heim bereits 1974 in seinem Vortrag „Der kosmische Erlebnis
raum des Menschen" auf dem V. Internationalen IMAGO MUNDI-Kongress
in Brixen/Südtirol fest, dass - selbst wenn eine vollständige Beschreibung
dieser Welt in ihrer Ganzheit vorläge - sich herausstellen würde, „dass
dieses Bild der Welt überaus vielschichtig ist. Bereits der dem Menschen er
kennbare Teil des Bildes dürfte von einer derart komplexen Natur sein, dass
ein Mensch kaum imstande sein wird, den ihm zugänglichen Teil des Bildes
auch nur annähemd zu erfassen. Hingegen können von Menschen Teilstruk
turen dieses Bildes konturenhaft nachgezeichnet werden. Die auf diese Weise
entstehenden Skizzen sind jedoch immer nur Projektionen ganz persönlich
erfahrener individueller Erlebnisräume, was meines Erachtens die große Zahl
teilweise konträrer Gesichtspunkte menschlicher Weltsicht erklärt."
Dies ist vor allem auch dadurch gegeben, dass der Mensch im Gegensatz
zu allen anderen Lebewesen die Eigenschaft der Reflexion über den eigenen
Lebensraum von außen besitzt, d. h. die allgemeine Fähigkeit zur Abstraktion,
weshalb Heim den Menschen als das zur Abstraktion fähige Wesen bezeich
net.
Ebenso erweist sich der Bereich der logischen Sätze des Bios, die in Der
Elementarprozess des Lebens zur Sprache kommen, neben Physis, Psyche
und Pneuma als Teilbereich der Weltganzheit.
VI Vorwort
In Postmortale Zustände?, dem eigentlichen Anliegen Heims, werden die Ge
setzmäßigkeiten von Psyche und Pneuma beschrieben, wobei das Pneuma,
der Geist, aufgrund seiner reflektorischen Autonomie den Schluss auf einen
postmortalen Zustand der Person gestattet.
Um dem Leser dieses Bandes die konturenhafle Nachzeichnung von Teil
strukturen des Menschen im Rahmen eines zwölfdimensionalen Raumes zu
erleichtem, sollen den genannten Schriften Der kosmische Erlebnisraum des
Menschen, Der Elementarprozess des Lebens und Postmortale Zustände?
auch die beiden letzten Vorträge Heims im Wortlaut angefugt werden.
Auf dem 11. IMAGO MUNDI-Kongress 1987 in Innsbruck wandte Heim
in seinem Vortrag „Gmndbedingungen von Gesundheit und Lebensentfaltung
des Menschen" die in den Schriften dargelegten Ausfuhmngen in einer allge
mein verständlichen Sprache auf die Gesundheit des Menschen an.
In seinem letzten Vortrag sprach Heim auf dem XIV.IMAGO MUNDI-Kon-
gress 1993, ebenfalls in Innsbmck, zum Thema „Ein Bild vom Hintergmnd
der Welt". Dieser bedeutsame Vortrag bietet eine kurze Zusammenfassung der
Implikationen eines zwölfdimensionalen Raumes, die dann im Band 3 seines
Hauptwerkes „Einheitliche Beschreibung der Welt" unter dem Titel Struktu
ren der physikalischen Welt und ihrer nichtmateriellen Seite eine ausführliche
Darstellung erfuhren. Die dort beschriebenen Stmkturen wurden inhaltlich
nämlich bereits in den Schriften dieses Sammelbandes angesprochen.
Daraus ergibt sich auch eine Aussage zu der physikalisch höchst relevanten
Frage nach der Anzahl und den Eigenschaften der gmndlegenden physikali
schen Wechselwirkungen. Die heutige Physik erlaubt keine Antwort auf diese
Frage und geht von vier experimentell bekannten Gmndkräften aus: Gravi
tation, Elektromagnetismus,schwache Wechselwirkung(radioaktiver Zerfall)
sowie starke Wechselwirkung (Zusammenhalt der Atomkeme). Möglicher
weise existieren jedoch weitere Kräfte, da insbesondere das Wesen der Gravi
tation nicht geklärt ist und die Existenz der dunklen Materie sowie der dunklen
Energie, die immerhin 96% der gesamten Energie des Universums ausmacht,
ein ungelöstes Rätsel für die gegenwärtige theoretische Physik darstellt.
Heims Ideen haben aber auch durch die neuere kosmologische Forschung
an Aktualität und Attraktivität gewonnen. Sprach man noch vor zehn Jahren
von einem sich in alle Unendlichkeit ausdehnenden Universum,so wird heute
das Modell eines zyklischen Universums vorgeschlagen, das bereits von Heim
postuliert wurde. Dabei ist auch bei ihm die Lebensdauer des Universums
um ein Vielfaches größer als das derzeit angenommene Alter des Kosmos,
und Singularitäten wie ein „Urknall" treten in dieser Form nicht auf. Darü-
Vorwort yjj
ber hinaus diskutierte man noch vor wenigen Jahren, ob extra-solare Planeten
existieren, während mittlerweile bereits Hunderte von Planeten in weit ent-
femten Stemensystemen gefunden wurden.
In Der Elementarprozess des Lebens hat sich Heim schon vor vielen Jahren
mit diesen Fragen beschäftigt und eine klare Analyse der Entstehung planeta-
ren Lebens aufder Basis einer Kohlenstoffchemie gegeben sowie die Existenz
extra-sotor Planeten postuliert. Diese Überlegungen gewinnen im Lieht der
neuesten Entdeckungen eine besondere Brisanz.
Schließlich soll eine kurze Einführung in die Grundgedanken Heims den
Einstieg in die hier unter Mensch und Welt zusammengefügten Schriften
erleichtern zumal seine Darlegungen in Sprache und Form eine besondere
Herausforderung darstellen. Ein ausführliches Register für alle Schriften am
Schluss des Bandes dient dem gezielten Zugriffaufdie einzelnen Themen
Vor allem wollen wir Burkhard Heim und Gerda Heim mit dieser Veröf
fentlichung über das Grab hinaus einen offenen Dank aussprechen und all den
Freunden Heims seine einmalige Sicht von Mensch und Welt in einer umfas-
senden Form zugänglich machen.
Innsbruck,29. Oktober 2008
Andreas Resch
VORWORT ZUR ZWEITEN AUFLAGE
In der vorliegenden zweiten Auflage von „Mensch und Welt" wurde lediglich
le Einleitung soweit eigänzt, als aus fniheren Gesprächen mit Heim klärende
Formulierungen zu den Unterräumen von R,^ eingefügt werden konnten.
Innsbruck, 30. November 2012 a j
Andreas Resch
INHALTSVERZEICHNIS
VORWORT y
EINFÜHRUNG
I. BURKHARD HEIM (1925-2001) j
1. Autobiografie j
2. Veröffentlichungen 2
II. WELTSTRUKTUREN ^
1. Weltdimensionen ^
2. Mehrfach-Konturierung der Existenzbereiche 7
a)Physis g
b)Bios g
c)Psyche g
d)Pneuma ^
III. DIE HEIMSCHE THEORIE jq
1. Physikalische Letzteinheiten 10
2. Gravitation jj
3. Metronische Strukturen 12
IV. EIN BILD VOM HINTERGRUND DER WELT 13
1. Der Hyperraum R,^ 14
2. Weltenursprung
V. SCHLUSSBEMERKUNG 12
DER KOSMISCHE ERLEBNISRAUM DES MENSCHEN
VORWORT 21
VORBEMERKUNG 22
I. DEFINITION DES MENSCHEN UND SEINE SPEZIFISCHEN
GEISTIGEN STRUKTUREN 23
1. Definition 23
Inhaltsverzeichnis
2. Die logischen Möglichkeiten 25
II. DIE ERLEBBAREN ELEMENTE DER WELT 28
III. PROBLEMSTELLUNG UND GRAVITATIONSTHEORETISCHER
ANSATZ
1. Raumzeit und Atomistik 30
2. Elementare Raumzeitstrukturen 33
IV. DIE WELT UND IHRE STRUKTUREN 37
1. Konstruktion der Welt 37
2. Aktualisierung der Weltstrukturen 40
V.DER ELEMENTARPROZESS DES LEBENS 41
1. Empirische Induktion 41
2. Wirkungsgefüge und Weltstruktur 43
VI. DIE ZWEIDEUTIGE REVISION 48
1. Die beiden kosmologischen Bilder 48
2. Ein ungeeigneter Weg
3. Transzendenzoffene Kosmologie 52
4. Grenzen von Raum und Zeit 58
VII. AUSBLICKE
DER ELEMENTARPROZESS DES LEBENS
VORWORT 75
I. EMPIRIE DER ORGANISMEN 77
1. Das gegenwärtige Erscheinungsbild 77
2. Die zeitliche Evolution des Erscheinungsbildes 88
3. Allgemeine Eigenschaften und Prinzipien 90
II. EVOLUTION EINER POPULATION IM VARIABLEN BIOTOP 93
1. Vitalisentropie und generalisierte Evolutionskoordinaten 93
2. Phylogenesen im Evolutionsraum 99
3. Entelechial geschichtete Wirkungsgefüge 102
III. DIE MÖGLICHKEITEN SOMATISCHER MANIFESTATION 105
1. Die Basis
2. Organisches Wachstum und Wucherung HO
Inhaltsverzeichnis XI
IV. CHARAKTERISTIKA EUBIOTISCHER PLANETEN 113
1. Bedingungen pianetarer Kosmogonie 113
2. Die Netzstrukturen pianetarer Biosphären 122
V.ZEITLICHE STÖRLINGEN ORGANISCHER WELTSTRUKTUREN 124
1. Permanente und induzierte Komplementärkorrelate 124
2, Die sozioökologische Paraiysis der irdischen Biosphäre 128
POSTMORTALE ZUSTÄNDE?
Die televarlante Area integraler Weltstrukturen
VORWORT J4J
VORBEMERKUNG I43
1. WAHL DES LOGISCHEN ANSATZES I44
1. Definitionen und allgemeine Problemstellung I44
2. Die Unsterblichkeit emotionaler Standpunkte 148
3. Die Unerheblichkeit des physikalischen Standpunktes 150
4. Teil und Ganzheit
II. IM GRENZBEREICH 1
•W«®" 160
2. Transzendierungen
3. Methodik und Begriffe j
III. DIE KOSMISCHEN ELEMENTE 172
1. Weltursprung und Polymetrie 172
2. Weltmetroplexe
3. Tektonik und Weltdimensionen 177
4. Morphologische Geschichtlichkeit der telezentrischen
Welttektonik j
5. Kosmische Struktur und Transzendenz 132
IV. TRANSZENDIERUNG DER PHYSIS IN BIOS UND PSYCHE 184
1. Holomorphismen und Merismen des Lebensprozesses 184
2. Telekormanuale holomorpher Ilkorstrukturen I89
3. Maximentelezentrik l^j
V. IM BEREICH DES PNEUMA 1^^
1. Autonome Inframaximen in transzendenten Arealen 195
Xn Inhaltsverzeichnis
2. Transdynamik rheomorpher Adaptionen 198
3. Somalische Inkamationszentren und Hylomorphismen 202
4. Residuum und somalische Alterung 206
VI. THANATOSE
1. Engrammlranskriplionen 209
2. Televarianle Melroplexkombinale auf poslmorlalen
Exlinklionsdiskriminanlen 214
3. Integrierte Noogramme und Diaphanräume 220
VII. SCHLUSSWORT 228
GRUNDBEDINGUNGEN VON GESUNDHEIT UND
LEBENSENTFALTUNG DES MENSCHEN
1. Das empirische Erscheinungsbild des Menschen 231
2. Definition des Menschen als offenes Wesen 232
a)Geistig-emotionale Entwicklung 232
b)Individuelle Integrität 232
c)Sinnhafligkeit 233
d)Wesensbestimmung 233
e)Schuld ^24
f)Freiheit 234
3. Problemstellung 234
4. Kosmos und materielle Elementarstrukturen 235
a) Materie 235
b)Weltselektor 235
c) Weltganzheit 236
5. Empirische Induktion des Lebensprozesses 237
a)Bios 238
b)Psyche 238
c)Pneuma 238
6. Transzendierungen 239
7. Pathogene Einflüsse
a)Asymmetrie des Telekormanuals 240
b)Fixierung der Leitidee des menschlichen Lebens 241
c) Die nekrophile Orientierung 241
d)Die narzisstische Orientierung 242
Inhaltsverzeichnis XIII
e)Inzestuöse Symbiose 242
8. Konsequenzen 242
EIN BILD VOM HINTERGRUND DER WELT
1.Definitionen und Problemstellung 247
2. Ein Weg zur Prüfung der Grundthesen '^" 248
3. Das übergeordnete Betrachtungsniveau 249
4. Ein Blick in den Hintergrund der Welt 253
5. Lebende Organismen 255
6. Schlussbemerkung 25g
NAMEN-UND SACHREGISTER 259
EINFÜHRUNG
Zum besseren Verständnis der hier vorgelegten Schriften von Burkhard Heim,
die sich mit Fragen des Lebens, des Erlebens, der postmortalen Zustände, der
Grundbedingungen von Gesundheit und der nichtmateriellen Seite der Welt
befassen, ist eine kurze Einfuhrung in Leben und Werk Heims angebracht.
1. BURKHARD HEIM
(1925-2001)
DipL-Phys. Burkhard Heim starb am 14. Januar 2001 in Northeim bei Han
nover im Alter von 76 Jahren. Ich habe ihn auf dem dortigen Waldffiedhof
beerdigt. Es war ein Abschied von einem Freund und einer Persönlichkeit, wie
man ihr im Leben wohl nur einmal begegnet. Dies ist auch für das Verständ
nis der hier vorgelegten Arbeiten nicht ohne Bedeutung. Dabei sollen neben
der Autobiografie nur noch jene Begebenheiten angeführt werden, die mit der
Herausgabe seiner Werke in Zusammenhang stehen.
1. Autobiogralie
„Am 9. Februar 1925 wurde ich in Potsdam als Sohn des Bank-Oberbeamten
Heinrich Heim und seiner Ehefrau Marie geb. Wameboldt geboren, verlebte
dort meine Kindheit und besuchte ab 1935 das dortige Viktoria-Gymna
sium. 1942 wechselte ich in die „Gabbe'sche Lehranstalt" Berlin über. Die
Abiturientenprüfung bestand ich im Mai 1943 vor einer staatlichen Kommis
sion in Berlin. Im Anschluss daran kam ich zum Reichsarbeitsdienst und im
Oktober des gleichen Jahres zur Wehrmacht. Schon seit fhiher Kindheit galt
mein besonderes Interesse allem, was mit der Natur in Zusammenhang stand
insbesondere aber der Biologie, Chemie, Physik und später auch der Mathe
matik. Ich wollte schon als 10-Jähriger unbedingt Chemiker werden. Che
mische Experimente und sich aufChemie beziehende Fragen nahmen deshalb
auch all meine Freizeit in Anspruch.
1941 gelang es mir, ein Präparat herzustellen, das nicht allein außerordent
lich brisant, sondern auch ungewöhnlich stark exotherm reagierte. Aufgrund
dieser in das Gebiet der Pyro- und Sprengstofftechnik fallenden Erfindung
2 Einfiihrung
wurde ich im Frühjahr 1944 auf Weisung des Rüstungskommandos von der
Front in die Chemisch-Technische Reichsanstalt zu Berlin abgestellt, mit
dem Auftrag, das Herstellungsverfahren dieses Präparates zu entwickeln. Ur
sprünglich (1941) beabsichtigte ich, mit Hilfe dieser Substanz das Verhalten
bestimmter Gase bei extrem hohen Temperaturen zu beobachten, weil nach
meiner damaligen Auffassung die Verwendung der Atomkemenergie, de
ren technische Verwertbarkeit für mich damals über jedem Zweifel stand, in
Rückstoßgeräten über eine extrem stark erhitzte, indifferente Stützmasse ge
hen muss.
Leider kam es bei den erwähnten Laboratoriumsarbeiten im Mai des Jah
res 1944 in der Chemisch-Technischen Reichsanstalt zu einem Explosions
unglück, bei dem ich sehr schwer verletzt wurde. Ich verlor beide Hände und
den größten Teil meines Seh- und Hörvermögens. Das Lazarett, in dem ich
lag, wurde im Frühjahr 1945 nach Oberbayem evakuiert, von wo aus ich im
April 1946 nach Northeim/Hann., in das Elternhaus meiner Mutter, übersie
delte. Im Herbst des gleichen Jahres begann ich an der Universität in Göttin
gen mit dem Chemiestudium, das ich aber im Winter 1948 aus zwei Gründen
abbrach. Einerseits reichten die mir verbliebenen körperlichen Möglichkeiten
zur Durchführung der notwendigen Praktika nicht aus und andererseits ver
sprach ich mir von einem Studium der theoretischen Physik einen ungleich
höheren Erkenntniswert, denn ich habe mein Studium weniger des Gelder
werbs wegen betrieben als vielmehr darum, einen möglichst weiten Blick zu
bekommen. 1949 begann ich mit dem Studium der theoretischen Physik, das
ich im Februar 1954 mit dem Hauptdiplom abschloss.
Schon während meines Studiums, und zwar im Herbst 1949, wurde ich
angeregt, mich mit der Natur der Kraftfelder zu beschäftigen. Ich orientierte
demzufolge meine Studien in dieser Richtung und befasste mich insbeson
dere mit der Allgemeinen Relativitätstheorie und der Quantentheorie. Unbe-
fiiedigend erschien mir ein zwischen beiden Theorien erscheinender Riss im
Weltbild der physikalischen Erkenntnis, den ich durch eine neue Beschrei
bungsmethode zu überbrücken versuchte. Aufdiese Weise entstand eine The
orie, über die ich 1952 anlässlich eines internationalen Kongresses referierte.
Weitere Vorträge schlössen sich an.
In den Jahren 1956 und 1957 versuchte ich einen direkten experimentellen
Nachweis eines von der Theorie vorhergesagten Natureffektes zu erbnngen,
was aber nicht einwandfi-ei gelang, weil mit den mir verfügbaren, überaus pn-
mitiven experimentellen Mitteln ein solches Programm undurchführbar blei-
Einführung 3
ben musste. Ich referierte über den Stand der Arbeit 1957 in Frankflirt/Main
anlässhch eines Kongresses. Als eine Konsequenz meiner Theorie brachte
ich bereits 1952 in meinem Referat in Stuttgart eine Aussage über die Spi
ralnebelverteilung im Universum, die später von astronomischer Seite durch
Beobachtungen qualitativ bestätigt wurde. 1958 wurde dann die Richtigkeit
der Theorie auch auf eine andere Weise nachgewiesen, denn es gelang, die
Horizontalintensität des terrestrischen und lunaren Magnetfeldes numerisch
zu berechnen und zunächst im Fall des terrestrischen Feldes mit den geomag
netischen Messungen zu vergleichen. Ich referierte hierüber in Bremen im
September 1958 anlässlich eines internationalen astronautischen Kongresses.
Meine damals gemachten Angaben über das lunare Magnetfeld wurden ein
Jahr später bei der Mondumfahrung durch die sowjetische Station bestätigt.
Zum Zwecke der Erforschung und weiteren experimentellen Überprüfung
meiner Theorie, insbesondere zur Weiterführung der 1956 und 1957 begon
nenen Arbeiten, wurde 1958 ein Forschungsinstitut gegründet, dessen Leitung
ich übernahm.
Im Sommer 1959 referierte ich in Rom anlässlich eines internationalen
Kon^esses über die in meinem Institut durchgeführten Untersuchungen, wo
raufhin es zu engeren Kontakten mit italienischen Wissenschaftlern kam."
Den autobiografischen Daten sei noch hinzugefügt,dass Heim am 25. Okto
ber 1950 Gerda Straube heiratete, die ihm fortan in allen Belangen zur Seite
stand und seine Diktate zu Papier brachte. Heim selbst konnte aufgrund seiner
Verletzungen weder schreiben noch lesen, es sei denn mit Hilfe einer Lupe
oder einer besonderen Vergrößerung.
2. Veröffentlichungen
Diese körperlichen Gebrechen waren für Heim auch ein großer Hemmschuh
im Hinblick auf die Veröffentlichung seiner Arbeiten, da er selbst nur über
eine zweite Person Texte und Korrekturen lesen konnte
1959 veröffentlichte Heim in der Zeltschrift Flugkörper (Juni, 100—102"
August, 164-166; September, 219-221; Oktober, 244-246) einen Artikel
über „Das Prinzip der Dynamischen Kontrabarie", in dem er daraufhinwies
dass sich elektrische Energie aus der Umwandlung von Materie gewinnen las
se, was viele Reaktionen auslöste. Der Druck zu Veröffentlichungen wurde
immer größer, doch wollte Heim zunächst lieber etwas über seine neue Logik
und über die Mögliehkeit postmortaler Zustände schreiben. Ihn interessierte
4 Einführung
nämlich von Anfang an, vor allem aber seit seinem Unfall, als er dem Tod
ins Auge sah, vielmehr der Hintergrund der Welt und nicht sosehr das Ge
schehen an der Oberfläche. Eine Anerkennung seiner Arbeit durfte er jedoch
nur in der Beschreibung der Oberfläche, im Bereich der traditionellen Physik,
erwarten. So veröffentlichte er 1977 in der Zeitschrift Nüturforschung, 32a,
S. 233-243, den Beitrag „Vorschlag eines Weges zur einheitlichen Beschrei
bung der Elementarteilchen".
Für sein Manuskript mit den weiteren Arbeiten, das etwa 1500 Seiten um-
fasste, interessierten sich trotz vielfaltigen Drängens zur Veröffentlichung we
der die Universitäten, denen die Arbeit geschickt wurde, noch fand sich ein
Verleger. Springerfor Science wollte die Arbeit nur in Englisch abdrucken,
wohl wissend,dass dies nicht zu bewältigen war. Heim selbst konnte aufgrund
seiner Versehrtheit die Schwierigkeiten hinsichtlich Publikation nicht steu
ern und hatte zunehmend Angst, dass man ihn letztlich ausnützen und seines
geistigen Gutes berauben könnte. In dieser beklemmenden Situation sagte er
mir am 17. Februar 1975 anlässlich einer gemeinsamen Rundfunksendung
in Salzburg, dass ich seine Schriften herausbringen müsse. In Kenntnis mei-
j^gj- Grenzen lehnte ich zunächst entschieden ab. Er aber erwiderte. „Sehen
Sie, ich bin blind, völlig taub, habe keine Hände, sondern nur je zwei ope
rativ geformte Stumpfen, in die ich die Kreide klemmen und mit denen ich
ein Bier halten kann. Ich habe meine Arbeit Fachverlagen angeboten, doch
nur Schweigen. Vielleicht wartet man bis zu meinem Tode oder jemand ritzt
sich das Ganze selbst hinter die Nägel. Sie sind ein katholischer Priester, Sie
dürfen mich nicht betrügen. Sie haben mein Vertrauen und Sie müssen mir
helfen." Im Anblick dieser persönlichen Situation und in Kenntnis der soge
nannten „Wissenschaflskriminalität" sagte ich einfach „Ja". Dies wurde zu
Recht kritisiert, doch waren die Kritiker nicht nur nicht bereit, die Veröffent
lichung in die Hand zu nehmen,sondern auch die fachliche Hilfe hielt sich in
Grenzen. Inzwischen hat sich nämlich gezeigt, dass — wer Heims Arbeiten auf
den heutigen Stand der physikalischen Formulierung bringen möchte - Jahre
dazu benötigen würde. Dies hängt auch damit zusammen, dass Heim seine
Ergebnisse einfach hinschrieb, den ganzen Weg aber, wie er dorthin gelangte,
gedanklich ausarbeitete und die an die Tafel geschriebenen Formeln jeweils
wieder löschte, um Raum für weitere Ableitungen zu haben. Erst später konn
te er mittels einer Prothese auch am Computer arbeiten. Niedergeschrieben
hat alles Frau Heim auf ihrer Schreibmaschine. In dieser Form kamen die
Manuskripte 1975 an mich. Zunächst erschienen seine Beiträge zu den Kon-
Einfuhrung 5
gressen in den Imago Mundi-Bänden Mystik (Der kosmische Erlebnisraum
des Menschen, 1975), Paranormale Heilung(Der Elementarprozess des Le
bens, 1977)und Fortleben nach dem Tode (Postmortale Zustände, 1980). Am
17. September 1978 reichte Heim bereits das Manuskript zu Band 1 von Ele
mentarstrukturen der Materie ein, der 1980 in einer sehr einfachen Ausgabe
erschien. Ich ersuchte mehrere Physiker, mir beim Korrekturlesen der Texte
behilflich zu sein, doch war man dazu auch deshalb nicht bereit, weil man die
Veröffentlichung im Resch Verlag verhindern wollte.
Schließlich fand ich in Dipl.-Ing. Walter Dröscher aus Wien einen Mitar
beiter, der dann durch das Lesen der Manuskripte und Druckfahnen mit Heim
direkt in Verbindung trat und wesentlich zur Erweiterung der Heimschen The
orie beitrug. Heute kann man offen sagen, dass ohne diese Zusammenarbeit
zwischen Heim, Dröscher und Resch die Arbeiten Heims über ein Schubla
dendasein nicht hinausgekommen wären.
Es ist hier noch zu bedenken, dass Heim selbst nicht nur kein Manuskript
lesen konnte, sondern zudem eine völlig eigene Sprache verwendete und oft
auch eigene Begriffe kreierte. Er hatte aber ein derart phänomenales Gedächt
nis, dass erjeweils beim zweiten Vorlesen der Korrekturfahnen nicht nurjede
Formel korrekt wiedergeben,sondern auch die betreffende Seite und Stelle im
Umbruch anführen konnte. Ich habe in dieser Hinsicht zahlreiche Kontroll
versuche untemommen,seine Antwort stimmte immer.
Am 20. März 1981 langte schließlich das Manuskript zu Band 2 von Ele
mentarstrukturen der Materie ein. Band 1 wurde 1989 dem „Fachinformati
onszentrum Karlsruhe"zur Rezension in der Zeitschriftfür Naturforschung A
(Astrophysik, Physik und Physikalische Chemie)zugesandt. In der ausfuhr
lichen Besprechung vom 4. Juli 1990 wurde die Heimsche Theorie unter die
Fachbücher zur Geometrisierung der Physik eingereiht:„The theory ofHeym
has to be classified into the ffamework of a geometrization of physics "
(STN INTERNATIONAL,04 Jul 90).
Als ich dann 1996 Band 2 und auch Band 3 zur Besprechung vorlegte ka-
men die Bände jedoch mit der vom 11.11.1996 datierten Bemerkung zurück:
„Nach eingehender Prüfung stellten wir fest, dass das Thema der Bücher au
ßerhalb der in unserer Datenbank behandelten Fachgebiete liegt."
Hier hatte sich inzwischen vermutlich wegen der Veröffentlichung von
Postmortale Zustände(1980) unter einflussreichen Physikern eine Front auf
gebaut, die Heim totschweigen wollte, weil er nicht in ihr Konzept passte bzw.
weil man sich mit seiner Theorie nicht befassen wollte. Als ein von uns völ
lig unabhängiger Bericht über die Heimsche Theorie im New Scientist vom
6 Einfuhrung
7.-13. Januar 2006 eine Lawine von Anfragen auslöste, wurde auf Betreiben
der Universität Darmstadt in Verbund mit einigen anderen Wissenschaftlern
unsere Homepage-Adresse an der Universität Innsbruck ohne jeden Hinweis
gekappt. Auf diese Machenschaften hin hat das Institut für Grenzgebiete der
Wissenschaft (IGW) seine Selbständigkeit geltend gemacht, um die Werke
Heims als historische Dokumente ideologieffei zu betreuen.
II. WELTSTRUKTUREN
Wie bekannt, hat die Frage nach den Elementarstrukturen der Materie unter
den Hochenergiephysikem im Laufe der Zeit zu einer Reihe von Theorien ge
führt. Als verbindendes Konzept von Theorien der Elementarteilchenphysik
kann die Quantenfeldtheorie bei gleichzeitiger Anwendung von Symmetrie
prinzipien (u.a.jenes der Eichfelder) angesehen werden. Hierzu gehören die
Quantenelektrodynamik, welche die Wechselwirkung von Licht und Materie
beschreibt, das Weinberg-Salam-Modell, das die elektromagnetischen und
schwachen Wechselwirkungen vereinigt, das Quark-Modell, das den starken
Wechselwirkungen zuzuordnen ist, und die Supergravitationstheorien,
mit denen man sich eine Vereinigung aller vier Wechselwirkungsfelder
sowie eine Darstellung von Elementarteilchen bei gleichzeitiger Anwen
dung des Prinzips der gebrochenen Symmetrie erhofft. Mit der zehndimen-
sionalen Superstringtheorie wird schließlich noch versucht, die bei den
Supergravitationstheorien aufgetretenen Schwierigkeiten zu überwinden.
Mit dem Quarkmodell ist wohl der innere Aufbau der Hadronen beschreib
bar, Einzelheiten über die innere Struktur der Quarks oder Leptonen, soweit
jene existieren,lassen sich jedoch nicht angeben.Als weiteres Problem kommt
hinzu, dass sich die elektroschwache und -starke Wechselwirkung von der
gravitativen Wechselwirkung wesentlich unterscheiden. Auf der einen Seite
stehen phänomenologische Erscheinungsformen, eingebettet in einen eukli
dischen Raum, auf der anderen Seite weisen Abweichungen gegenüber einer
euklidischen Raumstruktur(Riemannsche Geometrie) auf physikalische Phä
nomene wie Gravitationsfeld und Masse hin.
So liegt gegenwärtig keine einheitliche Beschreibung aller bekannten Feld
er und Teilchen in einer empirisch überprüfbaren Form vor, die von einer
gemeinsamen Basis abgeleitet werden kann. Zwar versuchte A. Einstein in
seinen späteren Lebensjahren den Elektromagnetismus mit der Gravitation zu
vereinen, hatte damit aber keinen Erfolg.
Einführung
Auch Heim geht in seiner Einheitlichen Beschreibung der Materiellen Welt
von nachprüfbaren physikalischen Tatsachen aus, greiftjedoch im Gegensatz
zu den gängigen positivistischen Erklärungen (Urknall, Supergravitation)
auch solche nichtmaterieller Art auf. Dabei spielen zwei Punkte eine wesent-
liehe Rolle:
1. Weltdimensionen
Zunächst unterscheidet Heim drei reale (x,, x^, X3), messbare Dimensionen
des physisch dreidimensionalen Raumes(Höhe, Breite, Tiefe) und drei ima
ginäre (x,, Xj, X,), vorstellbare Dimensionen (Zeit, Entelechie, Äon), wobei
Xj und Xg zwei verborgene Weltdimensionen darstellen. Das gängige Raum-
Zeit-Modell, also die vierdimensionale Betrachtung der Welt, wird nämlich
zunächst um zwei Dimensionen erweitert:
- die Dimension {Entelechie, Gestaltungsprinzip), welche die offenbar
sich ständig in x^(Raum-Zeit)aktualisierenden Organisationszustände auf
ihre Wesensstruktur hin wertet, und
- die Dimension {Äon, Weltzeit), welche die mehrdeutige Aktualisie
rungsrichtung entelechialer oder Wesensstrukturen in x^ steuert. Diese
Steuemng entelechialer Strukturen kann x^ nur während des Welt-Zeital
ters(Äon)aktualisieren.
Diese sechs Koordinaten eines sechsdimensionalen Welttensoriums R des
materiellen Teiles der Welt spannen ein Bezugssystem auf, wobei x und x
normal zu den übrigen vier Raumzeitkoordinaten verlaufen, was besagt, dass
X,, Xj, X3, x^ als physische Raumzeit R^ einen vierdimensionalen Unterraum
des Rg aufspannen.
Dementsprechend wird zwischen latenten und manifesten Ereignissen un
terschieden. Das ist etwas völlig Neues. Quantenphysikalische Ereignisse, die
bisher als „Zufall" interpretiert wurden, erweisen sich im Lichte der neuen
Koordinaten keineswegs als beliebig, sondern als durch bestimmte Aktivi
täten im organisatorischen Unterraum S,(Xg, Xg) bedingt. Damit ist auch die
von Wissenschaftlern wiederholt gemachte Feststellung, die wirklich grundle
genden Elementarteilchen-Prozesse seien „reiner Zufall", hinfällig.
Hier scheiden sich allerdings die Geister, zumal eine Erweiterung der Welt
um die genannten zwei Dimensionen für die meisten nicht vorstellbar ist. Phi
losophisch bereitet der von Heim in die Physik eingeführte Wertungsbegriff
Xg(Entelechie bei Aristoteles) keine Schwierigkeiten, wenngleich wir es mit
g Einführung
einer echten Grenzüberschreitung zu tun haben. Damit sich aber die von
bewertete Wesensstruktur in einer strukturell angebbaren Weise ordnet, bedarf
es einer informatorischen Steuerung(beim Computer würde man sagen: eines
Programms). Diese wird von besorgt.
Die neuen Koordinaten bewerten (Xj) und steuern (x^) also die Organisa
tionsvorgänge, erhalten aber ihre Information von einem immateriellen Hin
tergrund, dem informatorischen Unterraum (x,, Xg) des R,2. Damit haben
die Dimensionen x^ und x^ mit den traditionellen physikalischen Größen nicht
direkt zu tun, da sie Organisationsgrade unterer Strukturen betreffen. Diese
Organisationsgrade reichen von n =0 bei submateriellen Strukturen bis n > 25
bei mentalen Vorgängen. Das besagt, dass nicht alles „auf Moleküle" redu
zierbar ist, sondern dass die Organisationsstufen ihre eigene Gesetzlichkeit
haben.
2. Mehrfach-Konturierung der Existenzbereiche
Bei der näheren Untersuchung dieser Organisationsstufen stellte Heim fest,
dass oberhalb des Organisationsgrades der Materie (n = 0-7) mit n = 7 eine
neue Selbständigkeit auftritt, die mit den bekannten physikalischen Gesetzen
nicht mehr restlos erklärbar ist. Er zog daraus den Schluss, dass es sich hier
um ontologisch (wesenhaft) eigenständige Bereiche handelt, und baute die
von mir vertretene Vorstellung einer vierfachen Konturierung von Welt und
Mensch in Physis (Natur), Bios (lebender Organismus), Psyche (Empfinden
und Fühlen)und Pneuma(Geist)in sein Organisationskonzept von vier Exis
tenzbereichen ein.
a)Physis
Der Existenzbereich a,(Organisationsgrad n = 0—7), die Physis^ umfasst die
Gesamtheit aller Gesetzmäßigkeiten anorganisch-materiellen Geschehens,
also sämtliche Varianten physikalischer und chemischer Gesetze bzw. die Er
eignisse der quantitativen Welt(siehe: Elementarstrukturen der Materie 1 und
. . .
Eine Beschreibung der Materie muss sich daher auf quantitative Ereignis
strukturen beziehen, und zwar unter Verwendung der quantitativ mathema
tischen Methodik. Dabei zeigt das von Heim in Elementarstrukturen der Ma
terie 1 und 2 erarbeitete Bild der materiellen Welt, dass Raum und Zeit als Ka
tegorien menschlicher Anschauung nur in der einheitlichen Form einer vier-
Einfuhrung 9
dimensionalen Raumzeit(x^) existent sind. Die Raumzeit ist jedoch nicht die
Welt, sondern lediglich der Unterraum des sechsdimensionalen Hyperraumes
Rg, der als Welt zu bezeichnen ist. Somit wird nach Heim die Gesamtheit al
ler mathematisch quantitativ formulierbaren Gesetzmäßigkeiten der Welt als
logischer Bereich der Physis bezeichnet. Dabei bietet die in den Büchern Ele
mentarstrukturen der Materie 1 und 2 angeführte Beschreibung der Physis die
Möglichkeit eines umfassenden Rahmens für das Bild der Welt. Es sei jedoch
nach Heim ausdrücklich darauf verwiesen, dass ein solches Bild, das sich aus
den genannten Schriften ergibt, zunächst nur die Skizze des quantifizierbaren
(also physischen) Schattens der wirklichen Welt sein kann.
b)Bios
Der Existenzbereich ß (Ordnungsgrad n = 8-15), der Bios, umfasst die Ge
samtheit der Gesetze biologischer Verhaltensweisen, verbunden mit der ak
tiven Selbstgestaltung (siehe: Der Elementarprozess des Lebens).
Diese Verhaltensweisen werden aus dem Hyperraum Rj2,von dem später
die Rede ist, gesteuert und sind daher, nach Heim, empirisch dann besonders
gut zu untersuchen, wenn es sich um R^-Strukturen mit extrem hohen Niveaus
des organisatorischen Unterraumes des R,^ handelt, weil derartige
Raumzeitstrukturen leicht als lebendige Organismen betrachtet werden kön
nen.
Das Verständnis von Bios,Psyche und Pneuma erfordert nämlich den Blick
hinter den Schatten der Physis. Diesen Versuch macht Heim in den hier unter
dem Titel Mensch und Welt veröffentlichten Schriften. Dabei ist zu bedenken,
dass die Schriften Der Erlebnisraum des Menschen, Der Elementarprozess
des Lebens und Postmortale Zustände? schon lange vor der Veröffentlichung
des Buches Strukturen derphysikalischen Welt und ihrer nichtmateriellen Sei
te mit eingehender Beschreibung eines zwölfdimensionalen Raumes veröf
fentlicht wurden. Eine Kurzfassung dieser Beschreibung gibt Heim in seiner
Abhandlung „Ein Bild vom Hintergrund der Welt" in diesem Band.
c)Psyche
Der Existenzbereich y (Ordnungsgrad n = 16-24), die Psyche, impliziert die
Gesamtheit der Gesetze psychischer Verhaltensweisen im Erlebnisbereich von
Empfinden und Fühlen (siehe: Der kosmische Erlebnisraum des Menschen).
Nach dem schon genannten Verständnis des R,^ ist unter „Psyche" der
Gesamtbereich aller emotionalen Verhaltensweisen und Lebensregungen
10 Einführung
lebender Organismen zu verstehen. Da nämlich die Materie eines lebenden
Soma von der makroskopischen Größenordnung bis in den atomaren Bereich
durchstrukturiert ist, muss der Bios(ß) die Physis(a) und dementsprechend
der Existenzbereich y, die Psyche als Gesamtheit der Gesetze psychischer
Verhaltensweisen, den Bereich des Bios implizieren, während die Gesamtheit
mentaler Gesetzmäßigkeiten als Existenzbereich des Pneuma (5) wiederum
die Psyche implizieren muss.
d)Pneuma
Der Existenzbereich S(Ordnungsgrad n > 25), das Pneuma (Geist), beinhaltet
die Gesamtheit mentaler Gesetzmäßigkeiten von Denken,Reflexion,Intuition
und Kreativität bis zur Weisheit(siehe: Postmortale Zustände?).
Wenngleich die genannte Vierfachkonturierung erfahrbaren Seins offen
bar in einer hierarchischen Form 5 —► y —> ß —»• a ineinandergefügt ist, hebt
sich der Mensch durch die Manifestation der mentalen Person, die dem Be
reich 6 unterworfen ist, vom Hintergrund der übrigen irdischen Biosphäre
deutlich ab. Da aber die Strukturen in den logischen Bereichen von Physis,
Bios, Psyche und Pneuma (Mentalbereich) stets einige Komponenten in der
Hyperraum-Dynamik des R,2 haben, besteht nach Heim die Möglichkeit, mit
den angesprochenen Denkstrukturen zur Transzendierung von Physis, Bios
und Psyche zu schreiten.
So wird beim Eintritt des Todes das in die Bereiche y —> ß a eingebun
dene lebende Soma aus y und ß entlassen und vollständig der Physis a (Zerfall
des Soma) überantwortet, während die vom Pneuma 5 getragene Persona als
Persönlichkeit oder geistiger Personträger nicht mehr wahrgenommen werden
kann. Der so geartete Existenzbereich des Pneuma gestattet daher aufgrund
seiner reflektorischen Autonomie nach Heim den Schluss auf eine postmortale
Persona, einen Fortbestand des geistigen Personträgers beim Übergang von
y —> ß —> a nach dem Tod.
III. DIE HEIMSCHE THEORIE
Die von Heim in Elementarstrukturen der Materie und Strukturen der physika
lischen Welt vorgelegte Theorie geht zwar von der Allgemeinen Relativitäts
theorie (ART) aus, beschreitet aber völlig neue Wege und unterscheidet sich
daher wesentlich von den bisherigen Theorien.
Einftihrung 1j
1. Physikalische Letzteinheiten
Die Grundidee der Heimschen Theorie ist die Darstellung physikalischer
Letzteinheiten (Fundamentalteilchen) durch geometrische Größen. Ihre we
sentlichen Merkmale sind:
1. Existenz eines sechsdimensionalen Raumes R^,der Teilraum eines zwölf-
dimensionalen Raumes Rjj ist. Die physikalisch zugängliche vierdimen-
sionale Raumzeit R^ liegt eingebettet im R^. Die Transkoordinaten Xj und
Xg, deren Richtung umkehrbar ist, haben, wie erwähnt, imaginären Cha
rakter, während die Koordinaten x,,Xg nichtmaterieller Natur sind.
I.Quantelung des mehrdimensionalen Raumes infolge einer nicht unter
schreitbaren geometrischen Flächeneinheit t, die etwa dem Quadrat der
Planckschen Länge entspricht.
i' .Neuartige Kosmologie und daraus resultierende hermitesche (quadra
tische Matrix) Vielfachgeometrie. Der im R^ liegende hermitesche Fun
damentaltensor setzt sich kompositiv aus den die Vielfachgeometrie be
schreibenden nichthermiteschen Fundamentaltensoren zusammen.
4. Geometrisierung der Elementarteilchen^ physikalische Interpretation
geometrischer Terme. Im mikromaren Bereich kann der Energie-Impuls-
Tensor proportional zu einer den Christoffel-Symbolen gleichartigen
geometrischen Größe gesetzt werden. Rein geometrische Eigenwertglei
chungen werden derart gebildet.
5. Als nicht abgeleitete empirische Naturkonstanten werden in der gesamten
Theorie nur y, h, und verwendet.
6. Beschreibung eines Elementarteilchens durch geometrische Größen, die
im Sinne einer Dynamik interner Art zyklisch ihre Struktur ändern.
7. Ableitung der für Elementarteilchen streng gültigen Symmetriegesetze
und Bestimmung von deren Ruhemassen.
8. Existenz einer „Weltgleichung", deren eine Näherungskette die Einstein-
schen Feldgleichungen der ART,eine andere Kette von Approximationen
aber die Diracschen Gleichungen der relativistischen Quantenelektrody
namik liefert.
So berücksichtigt die Heimsche Theorie den besonders in letzter Zeit for
cierten Trend, dem Raum an sich mehr physikalische Eigenschaften zuzuord
nen. Ob nun Physik nur von der Geometrie eines mehrdimensionalen Raumes
aus verstanden werden kann, wird die Zukunft zeigen. Auf alle Fälle weist
12 Einfuhrung
die mit der Erfahrung übereinstimmende Fülle theoretischer Daten der Heim-
schen Feldtheorie aufein so erfolgreiches Konzept hin, dass an dieser Theorie
nicht vorbeigegangen werden kann und eine intensive Beschäftigung mit ihr
notwendig wird, um dem seit langem angestrebten Ziel eines einheitlichen
physikalischen Weltbildes näherzukommen bzw. dieses zu erreichen.
2. Gravitation
Bei der Suche nach einem einheitlichen physikalischen Weltbild ist folgende
über Einstein hinausgehende Überlegung von entscheidender Bedeutung:
dass nämlich Energien stets zeitliche Ableitungen von Wirkungen und Wir
kungen ihrerseits stets quantisiert sind. Folglich ist auch Energie quantisiert.
Alle Energie unterliegt zudem der Trägheit, womit sowohl die ponderable
(Atome usw.) als auch die nichtponderable Seite der Materie (z.B. Strahlung)
Träger von Gravitation ist, die sich somit als Grundphänomen erweist.
Feld und Feldquanten verschmelzen also hinsichtlich der Gravitation zu
einem einheitlichen Wirkungsgefuge, da von der Feldenergie selbst infolge
ihrer Massebehaftung zusätzliche Schwere ausgeht. Berechnet man aufgrund
dieser Tatsache das Gravitationsgesetz neu, so zeigen sich nach Heim, wie
schon angedeutet, folgende zwei Grenzen;
a) Eine Obergrenze, die erklärt, warum es keine größeren Strukturen als
Spiralnebel-Nester geben kann.
b)Eine Untergrenze, die auf eine ununterschreitbare Größe in Form einer
kleinsten Fläche schließen lässt. Gäbe es kleinere Teile, so hätten sie keine
Gravitation, was dem Materie-Charakter widerspräche.
Eine nähere Betrachtung der Gravitation zeigt eine Quantisierung, die jedoch
erst bei subatomaren Prozessen in Erscheinung tritt, da die kleinste Länge x ist,
von Heim Metron genannt. In den Bereichen, in denen x noch nicht in Erschei
nung tritt, also im makromaren Geschehen bis hin zu den Atomen, kann man
den Energiedichte-Tensor proportional zu den sogenannten ChristoffeTschen
Dreizeiger-Symbolen setzen. Da, wie schon der Name sagt, drei Indizes vor
kommen, entstehen bei dieser Operation 4^ = 64 Komponenten, von denen
sich herausstellt, dass aus gewissen mathematisch-physikalischen Gründen 28
Komponenten Null sind, weshalb 64-28 = 36 übrig bleiben.
Somit lässt sich der neue Tensor nicht mehr im darstellen, sondern nur
mehr in einem neuen Überraum, dem sogenannten R^. Eine nähere Unter
suchung der physikalischen Eigenschaften der so gegebenen Tensor-Kom-
Einfuhrung 13
ponenten zeigte nämlich ein auffallend abweichendes Verhalten der oben
genannten Dimensionen und vom Bekannten. Während x,-x^ mit der
normalen Raum-Zeit identifiziert werden kann, zeigt sich, dass x^ und x
die erwähnten Organisationszustände bewerten und steuern, welche komplexe
physikalische Systeme annehmen können.
3. Metronische Strukturen
Die besondere Eigenheit des Heimschen Vorgehens, das sich von der bishe
rigen Physik deutlich unterscheidet, liegt nämlich in der Idee der restlosen
Geometrisierung. Die physikalischen Vorgänge werden nicht auf einen Sub
stanzbegriff(Materie) zurückgeführt, sondern auf geometrische Eigenschaf
ten des Raumes(Lagebeziehung). Damit eröffnet sich ein völlig neuer Zugang
zu grundsätzlichen Fragen, so angesichts der Tatsache, dass das so ungemein
massenhafte und kompakte Atom zu 99% leer ist. Hinzu kommt noch, dass
Atomkern und Atomhülle durch ein starkes Feld gekoppelt sind, dass also der
Zusammenhalt gerade durch etwas Imponderables gewährleistet wird.
Wenn man nun mit Heim, wie schon erwähnt, die untere Grenze der Gra
vitation auslotet, die gegeben ist, wenn nur ein einziges Elementarteilchen
vorhanden ist, erhält man als absolute Untergrenze eines Flächenelementes
eine universelle Konstante x = 6,25 • 10"®^ cm^, Metron genannt, die ununter-
schreitbar ist und den Raum grundsätzlich in diskontinuierlicher Weise quan-
tisiert.
Im Rj (normaler Raum) hat der metronische Würfel 6 Flächen, jede mit
einer Auf- und Ab-Orientierung, und folglich 2® = 64 verschiedene Flächeno
rientierungen, die sich im leeren Raum zum Gesamtspin Null addieren.
In einem gegebenen Welt-Moment kommt es nun nach Heim durch Steue
rung aus X5 und x^ zu gewissen dynamischen Prozessen zunächst submateri
eller Art, wobei örtliche Verbiegungen der x-Würfel auftreten, die bewirken,
dass der Gesamtspin 0 wird. Wegen der dabei induzierten Biege-Spannung
ist zur Auffechterhaltung eines von Null verschiedenen Spins eine Kraft er
forderlich, welche die Vorbedingung des Phänomens der Trägheit zu sein
scheint.
Die Materie manifestiert sich somit offenbar in Form von metronischen
Verzerrungen, und die Trägheit, die ihrerseits den Massebegriff impliziert,
ist durch den geometrischen Spineffekt gegeben. Die Materie wird also so
zusagen in den Raumzellen selbst generiert. Bilden nun solche Gitter einen
14 Einfuhrung
Stark gekrümmten Raum,so erscheinen die Elementariängen in Bezug aufden
euklidischen Raum verkürzt. Diese Verkürzung,die einer Verdichtung(Mate
riebildung) entspricht, wird Kondensation genannt. Das Maß dieser Konden
sation wird durch einen Selektor bestimmt, einen metronischen Operator, der
einer gegebenen Zahlenfolge z, eine davon abhängige Zahlenfolge zuord
net, was einer eindeutigen Abfolge entspricht, wobei z, und z^ nur ganzzahlige
Schritte umfassen können.
Die einfachsten Gebilde, die hier nun entstehen,sind die Prototrope subma
terieller Natur, die Urgestalten elementarer Kondensationen. Die daraus auf
gebauten Strukturen heißen Protosimplex, einfache Urstrukturen. Erst später,
zeitlich wie strukturell, entstehen aus höheren Komplexitätsgraden Vorstufen
der Elementarteilchen. Diese sehr vielfältigen Urelemente der materiellen
Welt haben nach Heim einen nicht-elementaren Innenbau aus Innenelementen
mit nicht-materiellen Eigenschaften. Die materiellen Eigenschaften wie Zeit
usw. entstehen erst durch die Wechselbeziehung dieser einfachsten Bauele
mente untereinander. Für Heim steht nämlich fest, dass es unterhalb der Mate
rie noch eine Sub-Zone präformierender Strukturen gibt. Welche dieser immer
noch sehr umfangreichen Kondensationen materiell realen Weltstrukturen
(Teilchen, Felder) entsprechen und welche andersartigen Charakters sind,
wird durch den sogenannten Weltselektor entschieden, durch dessen Einwir
kung entscheidbar wird,ob irgendeine R^-Struktur eine solche der materiellen
Welt ist oder nicht.
IV. EIN BILD VOM HINTERGRUND DER WELT
Mit der Herausgabe der Arbeiten Heims zum Bereich Physis unter dem Ge
samttitel Einheitliche Beschreibung der Welt, bestehend aus Band 1 und 2:
Elementarstrukturen der Materie, und Band 3 (gemeinsam mit Walter
Dröscher):Strukturen der physikalischen Welt und ihrer nichtmateriellen Sei
te, sowie mit dem von Heim, Dröscher und Resch gemeinsam erstellten Band
4: Einführung in Burkhard Heim: Einheitliche Beschreibung der Welt mit
Begriffs-, Formel- und Gesamtregister konnte der oben beschriebene sechs-
dimensionale Koordinaten-Raum, wie in Heim 1 und 2 bereits angedeutet,
auf einen Koordinaten-Raum mit acht bzw. zwölf Dimensionen ausgeweitet
werden, was die Herleitung aller bekannten und noch unbekannten Wechsel
wirkungsfelder ermöglicht.
Emnilming
/. Der Hypcrriium R.
12
ngeregt durch die Feststellung, dass sich die oben angefflhrten Aussagen
tnit der Empirie gut decken, kann man nach Heim den Ansatz als richtig he-
trachten. Wenn dies zutrifft, dann ist notgedrungen auch das Dimensionsge
setz relevant, sodass eine weiterfuhrende Untersuchung des Hyperraumes R
gerechtfertigt erschien.
Zunächst zeigte, nach Heim, die Lösungsmannigfaltigkeit des Weltselektors
im R^, dass die Unterräume R,(x,...x,) des physischen Unterraumes sowie
die eindimensionale Zeitstruktur T(x,), aber auch x, und x als Unterraum S
m den Lösungen der Weltselektorgleiehung im Sinne von semantischen Ein
heiten auftreten, wobei x, und x, als organisatorische Koordinaten des orga-
msatorischen Ume.raur.es von R,, die Organisationszustände materieller
,-Strukturen bewerten. Die entsprechenden Koordinatenmengen sind also
in drei, eins und zwei strukturiert: drei Dimensionen des Raumes (R -R )
eine der Ze't(R )und zwei der Organisation (R,-RJ, Dabei steht also s'
(Strukturen)für den zweidimensionalen organisatorischen Unterraum mit den
Koordinaten x, und x,., der Strukturen hewertet,
Ij (Information) steht für den materiell nicht mehr definierbaren zweidi
mensionalen tnformatorischen Unterraum mit den Koordinaten x, und x der
le Koordinatenverformung an den Organisationsraum S weitergibt der un
mittelbar mit dem materiellen Geschehen zusammenhängt und so direkt in
die physische Zeit und den physischen Raum wirkt. Nur für die Koordinaten
werdL Elementarlängen hergeleitet
Für die letzten vier Koordinaten(x,-x,, des R,^) gibt es keine Interpretati-
onsmoghchkett mehr. Es gibt nach Heim zwar Elementarlängen, doch können
sie mcht hergeleitet werden. Aus diesem Grund wurde der Raum mit den 4
nicht interpretierbaren Koordinaten einfach G^ genannt, wobei G für den von
Physikem zuweilen verwendeten englischen Ausdruck „GOK"( God onlv
knows")steht. ^
Diese Strukturierung der Koordinatenmengen setzt sich in den nichtma
teriellen Bereich des R,, fort. Dies wurde bereits in Band 1 von Etememar
Strukturen der Materie eingefügt, müsste aber am Ende von Band 2 stehen
der jedoch vor der Neuauflage von Band I erschien, als dieser Gedanke noch
nicht reif war, weshalb man ihn sicherheitshalber noch in das Kapitel IV von
Bd. 1 einfügte.
Einführung 15
1. Der Hyperraum R,12
Angeregt durch die Feststellung, dass sich die oben angeführten Aussagen
mit der Empirie gut decken, kann man nach Heim den Ansatz als richtig be
trachten. Wenn dies zutrifft, dann ist notgedrungen auch das Dimensionsge
setz relevant, sodass eine weiterfuhrende Untersuchung des Hyperraumes R
gerechtfertigt erschien.
Zunächst zeigte, nach Heim,die Lösungsmannigfaltigkeit des Weltselektors
im R^, dass die Unterräume R3(x,...X3) des physischen Unterraumes sowie
die eindimensionale Zeitstruktur T(x^), aber auch x^ und x^ als Unterraum S
in den Lösungen der Weltselektorgleichung im Sinne von semantischen Ein
heiten auftreten, wobei x^ und x^ als organisatorische Koordinaten des orga
nisatorischen Unterraumes von R,2 die Organisationszustände materieller
R^-Strukturen bewerten. Die entsprechenden Koordinatenmengen sind also
in drei, eins und zwei strukturiert: drei Dimensionen des Raumes (R,-R^),
eine der Zeit (R^) und zwei der Organisation (R^-R^). Dabei steht also S
(Strukturen)für den zweidimensionalen organisatorischen Unterraum mit den
Koordinaten x^ und x^, der Strukturen bewertet.
Ij (Information) steht für den materiell nicht mehr definierbaren zweidi
mensionalen informatorischen Unterraum mit den Koordinaten x,und x ,der
die Koordinatenverformung an den Organisationsraum Sj weitergibt, der un-
niittelbar mit dem materiellen Geschehen zusammenhängt und so direkt in
die physische Zeit und den physischen Raum wirkt. Nur für die Koordinaten
X,-Xg kann man die Semantik finden und können Elementarlängen hergeleitet
werden.
Für die letzten vier Koordinaten (x^-Xj^ des R,^)gibt es keine Interpretati
onsmöglichkeit mehr. Es gibt nach Heim zwar Elementarlängen, doch können
sie nicht hergeleitet werden. Aus diesem Grund wurde der Raum mit den 4
nicht interpretierbaren Koordinaten einfach G^ genannt, wobei G für den von
Physikern zuweilen verwendeten englischen Ausdruck „GOK"(„God only
knows")steht.
Diese Strukturierung der Koordinatenmengen setzt sich in den nichtma
teriellen Bereich des R^^ fort. Dies wurde bereits in Band 1 von Elementar
strukturen der Materie eingefügt, müsste aber am Ende von Band 2 stehen,
derjedoch vor der Neuauflage von Band 1 erschien, als dieser Gedanke noch
nicht reif war, weshalb man ihn sicherheitshalber noch in das Kapitel IV von
Bd. 1 einfügte.
16 Einfuhrung
Hier erscheinen x, und Xg als materiell nicht definierbare Dimensionen der
Information, die als informatorischer Unterraum Xg) von R,2 komple
mentär zum organisatorischen Unterraum SjCx^, xj steht. Die Dimensionen
des Unterraumes Rg sind daher interpretierbar und konnten darüber hinaus für
X,... Xg im Sinne des Metrons als Elementarlängen hergeleitet werden. Von den
übrigen Dimensionen ist hingegen nur bekannt, dass sie die seman
tische Einheit G^(x,...x,2) definieren, durch die der Rg zum R,2 ergänzt wird,
sodass die strukturierten Koordinatenmengen des Hyperraumes der Welt als
Kardinalzahlenkomplex K,2 = {3; 1; 2; 2;4} gelten.
Es ist bekannt, dass die Koordinaten des x^ bis x,2 des R,2-Unterraumes
G4(x9...x,2) nichtenergetischer Natur und die Strukturen von G^ von hoher
Symmetrie sind. All diese Funktionen sind ebenso zeitlos wie die Strukturen
des I2, was insgesamt für die durch I2 u G^ definierte nichtmaterielle Seite der
Welt zutrifft. Femer können nach Heim G^-Strukturen des R,2 in irgendeiner
Weise über die Rg-Abbildungskette aufjeden Zeitabschnitt des R^-Kosmos
zugreifen. Allerdings handelt es sich hier nicht um eine einfache Abbildung
analog zum Rg, weil G^ nicht ständig, sondern nur unter konkreten
Bedingungen mit der Welt R^ über I2 gekoppelt ist, und zwar dann, wenn ein
stationärer Zeitverlauf in nichtstationärer Weise verändert wird. Immer dann
also, wenn ein stationäres zeitliches Geschehen über irgendeinen dynamischen
Vorgang nichtstationär verändert wird, kommt es zum Zugriff der G^-Stmk-
turen auf dieses Geschehen durch projizierte Wahrscheinlichkeitsfelder. Jen
seits der Raumzeit ist nach Heim in irgendeinem Punkt der Abbildungskette
prinzipiell alles möglich.
2. Weltenursprung
Die Eindeutigkeit der Geschehensänderungen ergibt sich allerdings erst aus
dem Zugriff auf die Zeitstmktur der Raumzeit. Man kann also nach solchen
nichtstationären Geschehensändemngen in der Raumzeit suchen, um einen
Einblick in den nichtmateriellen Hintergmnd der Welt zu erhalten. Geht man
dabei auf den zeitlichen Weltenurspmng zurück, dann wird die Frage nach
einem „Vorher" offenbar sinnlos, doch kann nach Heim nachgewiesen werden,
dass in der räum- und zeitlosen Ewigkeit des Apeiron (Unendlichen)immer
hin ureinfachste algebraische Stmkturen existieren, die durch einen Symme-
triebmch sozusagen „am Rande des Apeiron" in die Zeitlichkeit eintreten und
somit den kosmogonischen Urspmng der Raumzeit bedingen.
Einfuhrung 17
Dieser Weltenursprung ist nach Heim offenbar durch eine solche Nichtstati-
onärität gekennzeichnet, d.h., hier erfolgt der G^-Zugriff erstmalig, was im
Auftreten einer strukturierten Menge algebraischer Urelemente Ausdruck fin
det, die sich zu charakteristischen räum- und zeitlosen (also undimensionier-
ten) Zahlen verknüpfen, deren numerische Werte darauf verweisen, dass es
sich um die urtümlichen Wahrscheinlichkeiten handelt, die in der Gegen
wart die Emissions- und Absorptionswahrscheinlichkeiten von Wechselwir
kungsquanten (also das Baugesetz der Materie in der Gegenwart) einheitlich
wiedergeben. Da nun das weitere nichtstationäre Geschehen kosmischer Art
als Kosmogonie der Materie sich erst einige lO'»« Jahre nach dem kosmogo-
nischen Weltenursprung vollzog, war das Baugesetz der Materie sozusagen
teleologisch bereits ca. 10'"» Jahre vor der Materiekosmogonie vorhanden.
Nach dem Termin der Materiekosmogonie verlief das Weltgeschehen,
also die Zeitstruktur, grundsätzlich nichtstationär, weil bereits materielle
Blementarstrukturen durch reine Dynamik charakterisiert werden und jede
organisatorisch höhere Materiestruktur auf dynamische Wechselwirkungs
prozesse zurückgeht, sodass der G^-Zugriff und die damit verbundenen
Wahrscheinlichkeitsamplituden in der energetischen Raumzeit ständig steu
ernd wirken. Nach den Betrachtungen hinsichtlich des kosmogonischen Ur
sprungs der Raumzeit existieren innerhalb dieser Raumzeit sechs energetische
Wechselwirkungen und jenseits dieses R^ im Unterraum Sj weitere Wech
selwirkungen, die zwar nicht energetisch, wohl aber transformatorisch wirken
und die energetischen Felder im R^ begleiten.
In Wirklichkeit existieren nach Heim weder die Raumzeit der physischen
Dinge noch die Wahrscheinlichkeitsfelder für sich allein. Sie treten vielmehr
nur gemeinsam auf, was besagt: Das an sich materiell-energetisch nicht fass
bare Wahrscheinlichkeitsfeld wirkt in die Raumzeit vorhandener Energien
und Materie und verändert dort das Wahrscheinlichkeitsfeld, sodass jetzt
vorhandene Energie bzw. vorhandene Materie sich umgruppieren. Irgend
wie werden also in die physische Raumzeit aus dem nichtmateriellen Bereich
Wahrscheinlichkeitsamplituden injiziert, deren Information darin besteht,
dass eben jetzt vorhandene Energie und Materie sich anders gruppieren als
z.B. in Wechselbeziehungen. Diese Steuerung tritt immer dann auf, wenn sich
in der Raumzeit ein materieller Vorgang als unstetig-nichtstationär verändert.
Dann öffnet sich die materielle Welt in diesen nichtmateriellen Hintergrund.
Es erfolgt eine Steuerung. Doch sofort schließt sich die materielle Welt wieder
wie aus einem etwas anderen Zustand.
18 Einführung
Als Zeitpunkt solcher Veränderungen nennt Heim den Zeitpunkt 0 des Ge
samtkosmos, an dem ein Symmetriebruch die kosmische Bewegung in Gang
setzte. Zunächst war der ganze Raum, der immer größer und größer wurde,
völlig leer. Es galten nur globale Informationsgruppen. Dann folgte der nächs
te unstete Punkt, und zwar an der Zeit, nicht T=0,sondern T=T^. Jetzt wur
den die Transformationsgruppen durchbrochen und als Folge des Symmetrie
bruchs erschienen physische Kräfte, die nun lawinenartige Materie erzeugten,
und zwar eigentlich Energie in Form von Masse. Es kam die Materie in die
Welt. Im Augenblick als die Materie da war, erfolgte die Steuerung ständig,
denn die Materie-Elemente stehen durch urtümliche Wahrscheinlichkeiten in
Wechselbeziehung und haben die Tendenz, miteinander in Wechselwirkung
zu treten, und zwar dauemd. Dieser Zugriff erfolgt deshalb dauernd, weil die
dynamischen Prozesse des Universums zyklisch verlaufen.
V. SCHLUSSBEMERKUNG
Nach diesen allgemeinen Hinweisen mag es noch hilfreich sein,zu den schon
gemachten Aussagen und Formulierungen noch einige Grundaussagen anzu
führen;
- Das Ding erscheint nicht als Etwas im Raum, sondern als Struktur des
Raumes selbst.
- Lebende Strukturen integrieren im Rahmen einer Evolution übergeord
nete Organisationen steigender Komplexität, sodass die Strukturen eines
Organisationsgrades durch Korrelationen zur Integration des Wirkungsge-
fuges im übergeordneten Organisationsgrad gelangen.
- Es ist grundsätzlich unmöglich, von einem nur rudimentär bekannten Teil
a(Physis)im direkten logischen Schluss die unbekannte Weltganzheit zu
erschließen.
- Von der quantitativen Logik her betrachtet sind mehrere Weltselektoren
und damit mehrere materielle Welten möglich,jedoch gibt es nur einen
Weltselektor, der die materielle Welt des Teiles a(Physis)in ihren funda
mentalen Prinzipien beschreibt und wie sie sich phämenologisch tatsäch
lich darbietet.
DER KOSMISCHE ERLEBNISRAUM
DES MENSCHEN
VORWORT
In den Schriften Der kosmische Erlebnisraum des Menschen, Der Ele-
mentarprozess des Lebens und Postmortale Zustände? Die televariante Area
integraler Weltstrukturen gibt Burkhard Heim auf der Basis der sechs Ko
ordinaten seines sechsdimensionalen Welttensoriums R^ des Teiles a (Phy-
sis) der Welt eine eingehende Analyse der Aktualisierungsmöglichkeiten des
menschlichen Lebensvollzugs.
Heim unterscheidet drei reale (Höhe, Breite, Tiefe) und drei imaginäre
(Zeit, Entelechie, Äon) Koordinaten. Das gängige Raum-Zeit-Modell, also
die vierdimensionale Betrachtung der Welt, wird um zwei Dimensionen er
weitert:
- die Dimension (Entelechie), welche die offenbar sich ständig in x
(Zeit) aktualisierenden Organisationszustände wertet, und
- die Dimension x^(Äon), welche die mehrdeutige Aktualisierungsrichtung
in x^ steuert.
Dementsprechend wird zwischen manifesten und latenten Ereignissen unter
schieden.
In dieser Arbeit befasst sich Heim mit der Wechselwirkung der Struktur
psychischen Geschehens(entelechial) mit dem materiellen Gefuge eines orga
nischen Rj-Somas und tritt dabei für eine transzendenzoffene Kosmologie
ein. Als Grundlage diente sein Beitrag in A. Resch (Hg.): Mystik(Innsbruck:
Resch, 1975)der für diese Veröffentlichung neu überarbeitet wurde.
Die besondere Bedeutung der Heimschen einheitlichen Quantenfeldtheorie
liegt physikgeschichtlich darin, dass sie die Physik über die reine Beschrei
bung von feststellbaren quantitativen Ereignisabfolgen hinaus zur Beachtung
latenter qualitativer Ursachen der betreffenden Ereignisse führt.
Innsbruck, 22. Juli 1982 Andreas Resch
Diese Betrachtung latenter qualitativer Ursachen,die hier in der Beschreibung
des Erlebnisraumes des Menschen zur Anwendung kommt,wurde in der 1995
erfolgten Erweiterung von R^ aufR,^ theoretisch untermauert, wie der Beitrag
Ein Bild vom Hintergrund der Welt in diesem Band verdeutlicht.
Innsbruck, 29. Oktober 2008 Andreas Resch
22 Der kosmische Erlebnisraum des Menschen
VORBEMERKUNG
Wenn eine vollständige Beschreibung dieser Welt in ihrer Ganzheit vorläge,
würde sich herausstellen, dass dieses Bild der Welt überaus vielschichtig ist.
Bereits der dem Menschen erkennbare Teil des Bildes dürfte von einer derart
komplexen Natur sein, dass ein Mensch kaum imstande sein wird, den ihm
zugänglichen Teil des Bildes auch nur annähernd zu erfassen. Hingegen kön
nen Teilstrukturen dieses Bildes von Menschen konturenhaft nachgezeichnet
werden. Die aufdiese Weise entstehenden Skizzen sindjedoch immer nur Pro
jektionen ganz persönlich erfahrener individueller Erlebnisräume, was mei
nes Erachtens die große Zahl teilweise konträrer Gesichtspunkte menschlicher
Weltsicht erklärt.
Die Gesamtheit aller überhaupt möglichen menschlichen Erlebnisräume
werde als der kosmische Erlebnisraum des Menschen definiert.
Ich bin nicht in der Lage, einen Überblick über die vielfältigen Strukturen
dieses kosmischen Erlebnisraumes zu geben, doch kann ich versuchen, einen
Teil des Rahmens zu beschreiben, der diesen kosmischen Erlebnisraum des
Menschen umschließt, wobei ich von einem mehr oder weniger persönlichen
Gesichtspunkt ausgehen werde, der sich als Konsequenz einer jahrelangen
intensiven Arbeit ergeben hat.
Man sollte nicht glauben,fähig zu sein, verwickelte Sachverhalte zu durch
schauen,wenn man von vornherein unterstellt, man verstünde das anscheinend
Klare. Mir scheint es daher sinnvoll zu sein, vor einer Rahmenbetrachtung des
kosmischen Erlebnisraumes des Menschen zunächst den Begriff„Mensch"zu
definieren und seine spezifischen geistigen Strukturen zu untersuchen, mit de
ren Hilfe eine Auslotung menschlicher Erlebnisräume möglich wird. Im An-
schluss daran sollen die Elemente der erlebbaren materiellen Welt betrachtet
werden, was zu einem allgemeinen kosmologischen Bild fuhrt. Erst dann wird
der Elementarprozess des Lebens in einer Weise behandelt, die eine Integrati
on in das kosmologische Bild ermöglicht. Durch diese Integration kommt es
in der Folge zu einer Zweideutigkeit des kosmologischen Bildes. Es werden
beide Zweige auf ihre Brauchbarkeit untersucht, und schließlich werden aus
dem Zweig allgemeine Konsequenzen gezogen, der die meisten quantitativ
überprüfbaren Daten liefert; denn dieser Zweig scheint aufgrund seiner empi
rischen Überprüfbarkeit der Wirklichkeit am nächsten zu kommen.
I. Definition des Menschen 23
I. DEFINITION DES MENSCHEN UND
SEINE SPEZIFISCHEN GEISTIGEN STRUKTUREN
1. Definition
Zunächst kann festgestellt werden, dass der Mensch - vom somatischen Ge
sichtspunkt aus betrachtet-nichts anderes ist als ein warmblütiger plazentaler
Säuger,der sich im Verlauferdgeschichtlicher Epochen aus einer langen Kette
animaler Vorfahren entwickelt hat. So lassen sich in der Humananatomie und
Humanphysiologie immer noch Atavismen aufzeigen, die aufeine solche ani-
male Vergangenheit hinweisen.
Trotz dieses animalen Soma scheint der Mensch doch etwas völlig anderes
zu sein als ein animales Wesen,denn in seinem Verhalten hebt er sich deutlich
vom allgemeinen animalischen Hintergrund biologischen Geschehens aufdie
sem Planeten ab. Aufgrund dieses Sachverhaltes kann meines Erachtens der
Mensch nur durch eine spezifische Eigenschaft definiert werden, die sich im
gesamten übrigen Bereich des Bios nicht findet.
Durch archäologische Funde gestützt,drängt sich die anthropologische Defi
nition auf, wonach der Mensch das Wesen ist, welches Feuer benützt. Zwar
ist der Mensch das einzige Wesen dieses Planeten, von dem das Feuer verwen
det wird, doch scheint mir dies zur Definition nicht auszureichen. Wäre der
Mensch tatsächlich durch diese Eigenschaft der Feuerverwendung definiert,
dann hätte auf diesem Planeten mindestens einmal ein etwas absurdes Ereig
nis stattfinden müssen: Ein Tier bläst in das Feuer, das von ihm als Mensch
ausgetreten wird. Ich kann mir dies nicht gut vorstellen und meine,dass dieser
Gedanke zu Recht von Peter Pamm (Kurt Emmerich) ironisiert wurde. Die
Eigenschaft, Feuer zu benutzen, ist zwar spezifisch menschlich, muss aber
meiner Meinung nach erst als die viel spätere Konsequenz der eigentlichen
Menschwerdung aufgefasst werden. Zur wirklichen Definition des Menschen
benötigt man eine fimdamentale und zugleich spezifisch menschliche Eigen
schaft, die sich nirgendwo im animalen Bereich wiederfindet. Eine somatische
Eigenschaft kann dies aufkeinen Fall sein, weil im menschlichen Organismus
die Strukturprinzipien denen animaler Organismen entsprechen. Vergleicht
man nun die aus der Humanpsychologie bekannten fundamentalen psychi
schen Eigenschaften mit den aus der Tierpsychologie bekannten Fakten, so
zeigt sich, dass bereits in der Tierpsychologie alle fundamentalen Strukturen
der Humanpsychologie rudimentär erscheinen, wenn auch in extrem primiti
ver Form. Nach meiner Überzeugung gibt es aber dennoch eine fundamenta-
24 Der kosmische Erlebnisraum des Menschen
le, spezifisch menschliche Eigenschafi, die nirgendwo in der animalen Welt
zu finden ist. Im Gegensatz zum Menschen ist das Tier sehr stark an seinen
Lebensraum gebunden, sodass kein Tier in der Lage ist, sich in Gedanken
aus seinem eigenen Lebensraum herauszuheben und von außen über diesen
Lebensraum zu reflektieren. Der Mensch hingegen ist hierzu fähig und wird
durch diese Eigenschaft schlechthin definiert. Da nun aber die notwendige
und wohl auch hinreichende Voraussetzung fiir diese spezifisch menschliche
Eigenschaft einer „Reflektion über den eigenen Lebensraum von außen" die
allgemeine Fähigkeit zur bewussten Abstraktion ist, neige ich zur Auffassung,
den Menschen als das zur bewussten Abstraktionfähige Wesen zu definieren.
Vor undenklichen Zeiten erlangte auf dieser Erde ein animales Wesen die
Fähigkeit zu dieser Abstraktion. Dieser Augenblick (der zu einem unbekann
ten Zeitpunkt geschah) war der Moment der eigentlichen Menschwerdung,
die demnach nicht als ein somatischer, sondern als ein geistig-psychischer
Prozess unter Beibehaltung des animalen Soma aufzufassen ist. Da dieser Pro-
zess aber auf keinen Fall in Fossilresten oder Petrefakten nachweisbar sein
kann, wird die archäologische Suche nach Übergangsformen zwischen Tier
und Mensch vergeblich bleiben. Man wird wohl niemals konkret entscheiden
können,ob der eine oder andere fossile Rest noch zu einem Tier oder schon zu
einem Menschen gehörte, weil die Menschwerdung ein nicht petrefaktierbarer
Vorgang war. Andererseits musste das Auftreten der Fähigkeit zur Abstraktion
dazu fuhren,dass sich zwischen Tier und Mensch ein Abgrund öffnete, der nie
überbrückt wurde und nie überbrückt werden wird. So erschien der Mensch
als ein völlig neues Phänomen, das sich stark vom animalen Hintergrund ab
hebt.
Das Tier ist vollständig an seinen Lebensraum gebunden und bleibt stets
ein Bestand der Existenzsphäre des Bios. Der Mensch ist zwar mit seinem
animalen Organismus ebenfalls dieser Biosphäre verhaftet, doch scheint es
sein Schicksal zu sein, als Folge der ihn definierenden Abstraktionsfähigkeit
zu einem Wanderer zwischen zwei Existenzsphären zu werden. Der Geist
treibt den Menschen aus der Biosphäre seines Soma in die Existenzsphäre des
Logos. In den eisigen Höhen und dem grellen Licht dieser Logosphäre kann
der Mensch nie lange verweilen und er muss tief in die Biosphäre zurücktau
chen, um vom Geist ruhelos zu einer neuen Wanderung angetrieben zu wer
den. Nach diesem Bild scheinen mir Körper und Geist des Menschen auf kei
nen Fall Widersacher, sondern Komplemente zu sein. Betrachtet man nun aus
ideologischen oder sonstwie gearteten Granden nur eine Komponente dieser
I. Definition des Menschen 25
Komplementarität, während man nicht bereit ist, die andere Komponente zur
Kenntnis zu nehmen, wird niemals ein Bild des Menschen, sondern stets nur
eine Karikatur entstehen.
Wissen allein ist hell, aber es wärmt nicht. Hingegen ist das Gefühl lebens
warm, aber blind. Erst wenn das helle Wissen mit dem lebendigen Gefühl
vereint wird, entsteht ein mildes, warmes Licht, in dem echtes Menschentum
wachsen kann.
2. Die logischen Möglichkeiten
Dem durch die Abstraktionsfahigkeit definierten Menschen sind nun -gerade
aufgrund dieser Fähigkeit-gewisse geistige Strukturen eigen, die sich in einer
zweiwertigen Altemativlogik äußern und die Erschließung anthropomorpher
Erlebnisräume ermöglichen. Die Zweiwertigkeit (letztlich kann ein Mensch
immer nur ja oder nein sagen) geht möglicherweise auf einen Atavismus
zurück, denn selbst primitivstes Leben muss bereits zur Entscheidung fähig
sein, ob ein Umwelteinfluss im Sinne der Selbsterhaltung akzeptabel ist oder
nicht.
Im Allgemeinen sind die Aussagen und Schlüsse innerhalb dieser zwei
wertigen Altemativlogik folgender Art: Wenn ja dann a, wenn nein dann b,
und wenn a, dann nicht b, oder wenn 6, dann nicht a. Die Beschaffenheit der
Eigenschaften a und b definiert wiedemm eine große Zahl möglicher logi
scher Aspekte innerhalb der zweiwertigen Altemativlogik derart, dass jeder
dieser Aspekte ganz konkrete Kompetenzgrenzen hat. Wissenschaftliche Tä
tigkeit scheint mir im Wesentlichen darin zu bestehen, die Kompetenzgrenze
des jeweiligen Aspekts zu erkennen - ein Problem, das insbesondere bei der
Betrachtung von Grenzgebieten von nicht zu unterschätzender Relevanz ist.
Im Allgemeinen sind diese logischen Aspekte qualitativer Art, doch gibt es ei
nen Quantitätsaspekt des Vergleichs von Mengen, deren Eigenschaften durch
Zahlen beschrieben werden. Über diesem Aspekt (und zwar wegen seiner
quantitativen Natur) wurde es möglich, das überaus subtile formale Schema
der Mathematik zu entwickeln, welches über die präzisesten Schlussweisen
und schärfsten Kriterien verfugt. Alles, was als Menge darstellbar ist, kann
besonders exakt mit den Methoden dieses Aspekts beschrieben werden. Aus
diesem Gmnde war es möglich, die physikalischen Beobachtungen an nicht
belebter Materie und den von ihr ausgehenden Wirkungen zu mathematisie-
ren. Stellt man sich in einer Metapher das Gesamtwissen der Menschheit als
26 Der kosmische Erlebnisraum des Menschen
einen Kreisring vor (C. F. von Weizsäcker), dann zerbrach dieser Ring, als
die Naturwissenschaften mathematisiert wurden, derart, dass das eine Bruch
stück eben diese Naturwissenschaften darstellt, während die Gesamtheit der
Geisteswissenschaften das andere Bruchstück bildet. Bis heute scheint es nicht
gelungen zu sein, die Bruchstücke richtig zusammenzufügen,sodass der volle
Kreisring durchlaufen werden kann. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass
dieser Bruch allein auf die Abgrenzung des Quantitätsaspekts mathematischer
Betrachtungsweise zurückgeht; denn die Aussagen der Geisteswissenschaf
ten sind qualitativer Art und daher nicht quantitativ darstellbar. Wenn nun die
Kompetenzgrenzen der möglichen Aspekte so scharf erkannt worden sind,
dass unzulässige Überschreitungen ausgeschlossen werden können, dann ist
m. E. die Wahl eines speziellen Aspekts nur eine Frage der Zweckmäßigkeit in
Bezug auf die betreffende Problemstellung. Bezogen auf irgendeinen Aspekt
werden bestimmte Seiten eines Phänomens transparent, während andere über
haupt nicht in Erscheinung treten, aber in Bezug auf einen anderen Aspekt
eine ähnliche Transparenz erfahren. Zur Veranschaulichung drängt sich eine
möglicherweise triviale Metapher aus Gottfried Benns Theorie der Lyrik auf.
Je nachdem, ob eine lyrische Aussage in einer Melopoeia, einer Planopoeia
oder QinQT Logopoeia gemacht wird, können durch denselben Inhalt ganz ver
schiedene Saiten psychischen Empfindens zum Mitschwingen angeregt wer
den.
Als man damit begann, die physikalischen Phänomene der materiellen Um
welt empirisch zu untersuchen, klassifizierte man diese Phänomene zunächst
nach ihrer sinnlichen Wahmehmbarkeit. Auf diese Weise entstanden mehrere
anthropomorphe physikalische Gebiete wie Optik,Akustik, Wärmelehre, Me
chanik usw., die anscheinend nichts miteinander zu tun hatten. Da die physi
kalische Empirie immer darin besteht, einen Vorgang aus der Natur zu iso
lieren und im reproduzierbaren Experiment zu vermessen, wurden in sämtli
chen anthropomorphen physikalischen Gebieten empirische Messdaten -also
Quantitäten - zueinander in Beziehung gesetzt. Hierdurch erschien es nicht
nur sinnvoll, sondern auch notwendig, diese anthropomorphe Physik zu ma-
thematisieren, also auf die anthropomorph klassifizierte Empirie die abstrak
ten Methoden der Mathematik anzuwenden. So wurden die anthropomorphen
empirischen Gebiete vom Quantitätsaspekt aus beschrieben und dabei zeigte
sich, dass die einzelnen anthropomorphen Gebiete für sich allein nicht existie
ren und sämtlich in einer allgemeinen theoretischen Physik aufgingen. Nur die
Phänomene der Chemie schienen hierdurch nicht erfassbar zu sein, weil die
chemischen Prozesse vom Begriff der Valenz bestimmt werden, der aber in
I. Definition des Menschen 27
dieser klassischen theoretischen Physik nicht formulierbar ist. Erst als durch
die Entdeckung des Wirkungsquants die klassische theoretische Physik zur
allgemeinen Quantenphysik erweitert wurde, zeigte sich, dass der chemische
Valenzbegriff in Wirklichkeit ein Begriff der Quantenmechanik ist, sodass
nunmehr auch die Chemie in die allgemeine Quantenphysik integriert wer
den konnte. Die unbelebte Materie kann demnach sehr gut durch den Quan
titätsaspekt beschrieben werden. Betrachtet man die Realität eines lebenden
Organismus, dann kann man sagen, dass dieser Organismus zunächst einmal
aus Materie besteht, die quantitativ beschreibbar ist. Allerdings entzieht sich
der lebendige Organismus der Mathematisierung dennoch weitgehend, derart,
dass die biologischen Kategorien zur Beschreibung der Organismen einen an
deren, nämlich einen biologischen Aspekt erfordern, obgleich der Lebenspro-
zess unmittelbar an materielles Geschehen gebunden ist. Höhere Organismen
wiederum äußem psychische Eigenschaften, die zwar an den biologischen
somatischen Vorgang gebunden scheinen und doch vom Aspekt der Biologie
allein nicht verstanden werden können. Ähnlich verhält es sich schließlich mit
QVQntitW parapsychischen Phänomenen (falls es diese wirklich geben sollte),
die auch an psychische Strukturen gebunden scheinen, ohne allein psycholo
gisch verständlich zu werden. Hier wird also ein und dieselbe Realität eines
animalen oder humanen Lebewesens erst über mehrere Aspekte der zweiwer
tigen anthropomorphen Altemativlogik beschreibbar. Innerhalb dieser Logik
existiert meines Erachtens kein Aspekt, der eine einheitliche Beschreibung
dieser Realität gestattet, sodass es mir sinnvoll erschien, nach anderen mehr
deutigen logischen Aussagesystemen zu fragen. Eine solche Fragestellung
scheint mir insofem durchaus gerechtfertigt zu sein, als die anthropomorphe
Altemativlogik zu einer unendlichdeutigen Logik erweitert werden kann.
Fasst man die Aussageya als völlige Gewissheit auf,der man die Wahrschein
lichkeit w =1 zuordnet, dann entspräche die Verneinung als völlige Negation
der Wahrscheinlichkeit w = 0. Nun sind 0 und 1 nur die Grenzen des Interval
ls unendlich vieler echter Brüche, von denen jeder eine Wahrscheinlichkeit
angibt, die als Aussage verwendet werden kann. Es gibt offensichtlich eine
unbegrenzte Zahl möglicher logischer Aussagesysteme, doch würde es zu
weit fuhren, auf diese Gedanken näher einzugehen. Immerhin scheinen mir
die dem Menschen verfugbaren geistigen Stmkturen zur Auslotung des kos
mischen Erlebnisraumes mannigfaltiger zu sein, als allgemein angenommen
wird. Nach meinen Erfahmngen gibt es zu jedem Phänomen eine immanen
te Logik, die, wenn sie aufgefunden wird, das Phänomen völlig transparent
28 Der kosmische Erlebnisraum des Menschen
macht. Metaphorisch entspräche dies innerhalb einer Gruppe gleichberechtig
ter Koordinatensysteme dem geodätischen System.
Im Folgenden möchte ich einen Vorschlag zur Beschreibung der erlebbaren
Elemente der materiellen Welt unterbreiten, wie er sich im Verlauf langwieri
ger diesbezüglicher Studien ergeben hat. Ich kann hier allerdings nur einzelne
Wegmarken setzen und muss aufdie Herleitung der teilweise angeführten ma
thematischen Beziehungen verzichten, um nicht den Rahmen dieser Schrift
zu überschreiten. Die mathematischen Deduktionen würden ein wesentlich
größeres Volumen beanspruchen.'
II. DIE ERLEBBAREN ELEMENTE DER WELT
Nunmehr kommt es darauf an,zu versuchen, ein Teilstück des Rahmens auf
zuzeigen, der unseren kosmischen Erlebnisraum begrenzt. Ein derartiges Vor
haben setzt zunächst die Beantwortung der Frage voraus, was ein Mensch
überhaupt als Erlebnis verarbeiten kann. Meines Erachtens ist diese Frage da
hingehend zu beantworten, dass die erlebbaren Strukturen dieser Welt - die
also als Erlebnis verarbeitet werden können - grundsätzlich Geschehensab
läufe sind, die von einer wie auch immer beschaffenen Wirklichkeit verur
sacht und bewirkt werden. Ein jedes Geschehen ist aber eine zeitliche Folge
von Ereignissen oder Ereignisgruppen. Die Elemente der erlebbaren Welt sind
demnach Ereignisse, sodass es sinnvoll erscheint, vorerst den Ereignisbegriff
zu betrachten. Zur Fixierung eines Ereignisses muss per definitionem eine
Ortsangabe und eine Zeitangabe gemacht werden, d. h., es muss angegeben
werden, wo und warm das Ereignis stattgefunden hat. Diese Fixierung macht
im Fall der Ereignisse einer materiellen Außenwelt keinerlei Schwierigkei
ten; denn es lässt sich immer ein geeignetes Bezugssystem und ein geeigneter
Maßstab finden, wodurch die Fixierung des Ereignisses durch drei Ortsanga
ben (den drei Raumdimensionen entsprechend) und eine Zeitangabe möglich
wird. Diese Ereignisse in der materiellen Außenwelt sollen daher im Folgen
den als manifeste Ereignisse bezeichnet werden. Die Schwierigkeit tritt erst
dann auf, wenn man sich vergegenwärtigt, dass auch interne psychische Ge
schehnisse zur erlebbaren Welt gehören. Derartige Intemereignisse können
aber bei einer Untersuchung von Erlebnisräumen auch nicht vernachlässigt
'Burkhard Heim: Elementarstrukturen der Materie. Einheitliche strukturelle Quantenfeldthe
orie der Materie und Gravitation 1. Innsbruck: Resch, M998.
II. Die erlebbaren Elemente der Welt 29
werden; denn es ist immerhin denkbar, dass die Geschehnisse eines Traumes
oder einer Halluzination aufeinen Menschen einen weitaus stärkeren Einfluss
nehmen können als vergleichsweise belanglose Geschehnisse in der materi
ellen Außenwelt. Nun ist aber eine Fixierung der Ereignisse eines derartigen
internen Geschehens durch Orts- und Zeitangaben nicht möglich, sodass die
sen Ereignissen des internen psychischen Geschehens ein virtueller Charakter
zukommt. Offenbar hat man es mit zwei ganz verschiedenen Ebenen mög
licher Ereignisse als Elemente erlebbaren Geschehens zu tun, nämlich mit
der Ebene quanitativ fixierbarer manifester Ereignisse und der Ebene nicht-
quantifizierbarer virtueller Ereignisse. Es gibt eine philosophische Richtung,
von der die Ebene manifester Ereignisse nicht zur Kenntnis genommen wird,
derart, dass das ganze Dasein als ein Traum aufgefasst wird, während umge
kehrt der Materialismus die Ebene virtueller Ereignisse leugnet. Mir scheinen
beide Denkrichtungen Grenzpositionen zu sein, von denen die Wirklichkeit
lebendiger Erlebnisfähigkeit nur indirekt berührt wird. Wenn man dagegen
beiden Ereignisklassen eine Existenzrealität zuspricht, dann müssen die bei
den Ebenen virtueller und manifester Ereignisse als Komplemente aufgefasst
werden. Es existiert zwar eine reale, materialistisch aufzufassende Außenwelt,
doch ist die interne Welt psychischen Erlebens ebenso real. Ganz allgemein
könnte man die Wechselbeziehungen zwischen diesen komplementären Ebe
nen virtueller und manifester Ereignisse als paranormale Vorgänge bezeich
nen, im Gegensatz zu den Normalvorgängen innerhalb einer Ereignisebene.
Zwar sind die von der animistischen Parapsychologie beschriebenen Phäno
mene nur selten beobachtbar und oftmals nicht ständig reproduzierbar(daher
umstritten), doch erhalten, so betrachtet, bereits das Bewusstwerden eines
Außenwelteinflusses und die Realisation eines empfundenen Gedankens in
der materiellen Außenwelt einen paranormalen Charakter. Schließlich wer
den doch manifeste Ereignisse der Außenwelt dadurch wahrgenommen, dass
verschiedene Rezeptoren des Soma physikalische Quantitäten aufhehmen und
im sensorisch-perzeptiven System transformieren, und zwar in einer quanti
tativ verfolgbaren Weise. Im Zerebralsystem endet diese Kette physikalischer
Quantitäten, deren Zustandsänderungen manifeste Ereignisse sind. Tatsäch
lich wird aber im komplementären Bereich der Umweltvorgang als Erlebnis
virtueller Ereignisse bewusst. Umgekehrt können psychische Zustandsände
rungen - als Wünsche erlebt - über das Zerebralsystem und entsprechende
motorische Innervationen als manifestes Geschehen quantitativer Vorgänge in
der materiellen Außenwelt realisiert werden. Mir scheint das Zerebralsystem
einerseits ein Transformator zu sein, der in reversibler Form physikalische
30 Der kosmische Erlebnisraum des Menschen
Quantitäten in Erlebnisqualitäten umsetzt, und andererseits wird durch dieses
Zerebralsystem ofFensichtlich die paranormale Kontaktbrücke zwischen den
komplementären Ereignisebenen hergestellt.
Die manifesten Ereignisse sind wegen ihrer Fixierbarkeit durch Zahlen
quadrupel in einer dem Quantitätsaspekt adäquaten Weise beschreibbar wie
die Gesamtheit quantitativ messbarer Vorgänge. Die virtuellen Ereignisse
müssen dagegen als quantitativ nicht erfassbare Qualitäten verstanden wer
den. Da nun die mathematische Methodik des Quantitätsaspekts die präzises
te Beschreibung und die Formulierung schärfster Kriterien ermöglicht (was
in keinem anderen Aspekt der anthropomorphen Logik in ähnlicher Weise
durchfuhrbar ist), wird es erforderlich, zunächst die virtuellen Ereignisse von
der Betrachtung auszuschließen und nur die manifesten Ereignisse quantitati
ven materiellen Geschehens zu analysieren, weil hier die überaus zweckmä
ßige Mathematisierung als Methodik Anwendung finden kann. Beim Beginn
dieser Arbeit ging meine Hoffnung dahin,später einen Weg zu finden,der eine
Transzendenz in den komplementären Bereich virtueller Ereignisse gestattet.
III. PROBLEMSTELLUNG UND
GRAVITATIONSTHEORETISCHER ANSATZ
1. Raumzeit und Atomistik
Da die manifesten Ereignisse in quantitativer Form durch Zahlenquadrupel
aus drei Ortskoordinaten zur Lokalisation und einer Zeitangabe fixierbar sind,
können diese Ereignisse als Punkte einer vierdimensionalen Mannigfaltigkeit,
der Raumzeit R^, aufgefasst werden. Ich möchte hier auf die Arbeiten von
Minkowski und Einstein verweisen. Durch die Konzeption dieser Raumzeit
werden die Ereignisse also durch Punkte geometrisiert. Die zeitlichen Folgen
solcher Punkte sind dann zeitartig erstreckte eindimensionale Mannigfaltigkei
ten, derart, dass eine solche Raumzeitlinie als Punktgeschehen und ein Linien
bündel als Geschehen eines Raumbereiches definiert werden können. Femer
werde die Gesamtheit aller räumlichen Punkte - also aller Orte des Raumes
- als physischer Raum R^ des momentanen Universums definiert. Schließ
lich werde noch das integrale Geschehen aller Punkte des R, als kosmische
Bewegung bezeichnet. Wegen der Natur der Zeitkoordinate könnte man von
einer „zeitlichen Faserstmktur" der Raumzeit sprechen, derart, dass jeder
zu den Zeitlinien normale Querschnitt einen Momentanzustand des Raumes
III. Problemstellung und gravitationstheoretischer Ansatz 31
darstellt. Im geometrischen Bild des liegen auf der einen Seite des gegen
wärtigen Momentanzustandes des Raumes wie ein geometrisches Muster die
faktischen vergangenen Ereignisstrukturen, während aufder anderen Seite die
noch nicht faktischen, aber möglichen Zukunftsstrukturen liegen. Man hat so
zwischen^Äer und später liegenden Raumzeitstrukturen zu unterscheiden.
Es muss nun die Frage gestellt werden, wodurch ein Geschehen in der mate
riellen Welt des R^ verändert oder ein neues Geschehen ausgelöst wird. Es
handelt sich hierbei offensichtlich um die Wechselbeziehungen materieller
Strukturen, wobei die Materie selbst als Quelle der die Wechselwirkungen
verursachenden Wirkungsfelder erscheint. Aus diesem Grunde muss eine
Analyse des Begriffes der ponderablen Materie erfolgen. Es sei jedes Phäno
men als materiell definiert, welches träge ist, also Änderungen des Bewe
gungszustandes im Rj einen als Masse definierten Widerstand entgegensetzt.
Empirisch erscheint die Materie in der Natur in einer nahezu grenzenlosen
Fülle der verschiedensten Strukturen und Texturen. Bei diesen natürlichen
Substraten handelt es sich stets um mehr oder minder komplizierte Gemi
sche reiner Substanzen, von denen es einige Millionen geben mag. Die Er
fahrung zeigt, dass es nirgendwo in der Natur ein materielles Kontinuum gibt,
d. h., alle Substrate sind molekular strukturiert. Die Empirie der Chemie weist
nach, wie die Molekularstrukturen reiner Substrate aufgebaut sind, und hier
stellt sich heraus, dass die molekularen Bauelemente atomare,chemisch nicht
mehr teilbare Einheiten sind. Die große Fülle von Molekularstrukturen reiner
Substrate geht aufgrund dieser chemischen Erfahrungen auf die relativ kleine
Zahl von nur 92 in der Natur vorkommenden atomaren Elementen zurück.
Diese Substanzatome sind zwar chemisch nicht mehr teilbar, doch erscheinen
sie physikalisch keineswegs als die unteilbaren Einheiten des Demokritos von
Abdera.
Läßt man zwei Atome mit hohen Geschwindigkeiten aufeinanderlaufen
dann verlieren sie zunächst ihre Hüllen, die aus Elektronen, also den kleinsten
Einheiten elektnscher Ladung, bestehen. Liegt die Auflaufgeschwindigkeit
hinreichend hoch, können die Nuklide der Atome unter bestimmten Bedin
gungen ebenfalls in kleinste Einheiten, nämlich Nukleonen (Oberbegriff für
Protonen und Neutronen), zerfallen. Bereits diese drei Einheiten, Elektron,
Proton und Neutron tragen einen elementaren Charakter und müssen als Ur-
bausteine aller materiellen Atomsorten aufgefasst werden. Dieser elementare
Charakter bezieht sich dabei zumindest auf die Eigenschaft, Materie zu sein-
denn treffen unter ähnlichen Bedingungen Elektronen oder Nukleonen mit
32 Der kosmische Erlebnisraum des Menschen
extrem hohen Geschwindigkeiten aufeinander, so zerfallen sie nicht in klei
nere Einheiten, sondern es bilden sich in ihrer Umgebung neue Elektronen
oder Nukleonen. Hier hat sich also die freie, sehr hohe Bewegungsenergie in
die Quanten ponderabler Materie verwandelt; denn auch den Elektronen als
elektrischen Ladungsquanten kommt träge ponderable Masse zu. Bei derarti
gen Experimenten der Hochenergiephysik entstehen nicht nur Nukleonen und
Elektronen, sondern alle überhaupt möglichen Übergänge von freier Energie
zur wägbaren Materie. Die Gesamtheit aller dieser Quanten wird als Gesamt
heit der Elemetarkorpuskeln bezeichnet, wobei der Begriff der Ponderabilität
vom Begriff der Elementarkorpuskel impliziert wird. Es hat sich herausge
stellt, dass es hunderte, möglicherweise sogar tausende solcher ponderabler
Elementarkorpuskeln gibt. Auch die Lichtenergie erweist sich als quantisiert.
Die als Photonen bezeichneten Quanten haben zwar ebenfalls Feldmasse,doch
sind sie imponderabel, weil sie stets mit Lichtgeschwindigkeit fortschreiten,
während die Elementarkorpuskeln über Ruhemassen verfugen. Die photoni
schen Lichtquanten unterscheiden sich in ihren Wellenlängen, nicht aber in
ihrer Ausbreitungsgeschwindigkeit.
Bei meinen Untersuchungen pflege ich für die ponderablen Elementarkor
puskeln und die imponderablen Photonen den Oberbegriff des allgemeinen
Materiefeldquants zu verwenden. Diese Materiefeldquanten sind Elementar
strukturen der gesamten materiellen Welt, sodass eine einheitliche Theorie
dieser materiellen Welt nur eine Theorie der Gesamtheit aller überhaupt mög
lichen Materiefeldquanten sein kann.
Dieses Ziel konnte seitens der offiziellen Physik bis heute auch nicht annä
hernd erreicht werden, was zum Teil auf die überaus vielfältigen Eigenschaf
ten und die große Mannigfaltigkeit der Materiefeldquanten zurückgehen mag.
Während die imponderablen Photonen sich nur in ihren Wellenlängen unter
scheiden (das Spektrum reicht von den extrem kurzwelligen Gammastrahlen
über Röntgen-, Ultraviolett- und sichtbares Licht sowie Infrarotlicht der Wär
mestrahlung bis in den langwelligen Bereich elektromagnetischer Wellen zur
Nachrichtenübertragung), existieren bei den ponderablen Elementarkorpus
keln die verschiedensten Eigenschaften. So gibt es elektropositiv und elektro-
negativ geladene,aber auch neutrale Partikel. Die elektrische Ladung erscheint
stets als ganzzahliges Vielfaches der elementaren Elektronenladung, die sehr
genau vermessen werden konnte. Es gibt unter den hunderten, möglicherweise
tausenden von Elementarkorpuskeln solche, die einzeln auftreten (Singulett),
während andere in ganzen Familien-den sog. Isospinmultipletts-erscheinen.
Es gibt weiters Partikel mit Eigenrotation (Spin) und solche ohne Spin. Die
III. Problemstellung und gravitationstheoretischer Ansatz 33
Drehimpulse rotierender Partikel können wiederum halbzahlige oder ganzzah
lige Vielfache einer kleinsten Wirkung sein und werden demzufolge als Spi-
nor- oder Tensorquanten bezeichnet. Alle Elementarkorpuskeln unterscheiden
sich schließlich in ihren Massen, die teilweise mit erstaunlicher Genauigkeit
gemessen werden konnten. Im zeitlichen Verhalten können ebenfalls starke
Unterschiede festgestellt werden. Alle Elementarkorpuskeln transmutieren
durch radioaktive Zerfallsvorgänge nach den verschiedensten Existenzdauem
ineinander. Die Zerfallszeiten reichen hier von einigen lO'^'» Sekunden der ex
trem kurzlebigen sog. Resonanzen über lO '^ bis 10 <^ Sekunden metastabiler
Zustände bis zu ca. 15 Minuten des Neutrons, während nur Elektron und Pro
ton eine unbegrenzte Lebensdauer haben, wodurch die Existenz zeitlich sta
biler Materie in dieser Welt bedingt wird. An dieser Stelle seien nur noch die
ebenfalls (allerdings nur indirekt) beobachteten Neutrinozustände erwähnt,
die zwar auch zeitlich stabil sein mögen, aber phänomenologisch nicht gut
in das Schema der empirisch bekannten Elementarkorpuskeln passen. Neben
diesen statischen Eigenschaften können auch Gesetzmäßigkeiten bei Reakti
onen der Elementarkorpuskeln untereinander beobachtet werden, die von der
Eigenschaft der sog.„Seltsamkeit" bestimmt werden.Auch diese Quantenzahl
der Seltsamkeit konnte empirisch bei allen beobachteten Korpuskeln ermittelt
werden.Zwar gelten empirisch auch im Bereich der elementaren Materiefeld
quanten - also der Elemente der materiellen Welt an sich - die allgemeinen
Erhaltungsprinzipien von Energie, Impuls (Drehimpuls) und elektrischer La
dung,doch scheinen diese Elementarstrukturen in sich selbst widersprüchlich
zu sein. Bezogen auf die Eigenschaft, Materie zu sein, tragen die Elementar
korpuskeln offenbar wirklich einen elementaren Charakter, während sie pa
radoxerweise trotzdem durch radioaktive Prozesse ineinander transmutieren,
was dem elementaren Charakter zu widersprechen scheint.
2. Elementare Raumzeitstrukturen
Eine einheitliche Feldtheorie, die den Rang einer kosmologischen Weltbe
schreibung haben soll, muss die Aufgabe erfüllen, ein mathematisches Sche
ma zu liefern, welches ein Analogon zur Gesamtheit elementarer Materiefeld
quanten darstellt, derart, dass alle empirisch beobachteten und quantitativ
bestimmten Eigenschaften der Elementarkorpuskeln in einheitlicher und völ
lig konsistenter Weise richtig wiedergegeben werden. Die numerischen theo
retischen Rechenwerte des Schemas müssen sich mit den Messdaten ohne
Fehlerabweichung decken (dies gilt insbesondere für die Massen der Elemen-
34 Der kosmische Erlebnisraum des Menschen
tarkorpuskeln), und darüber hinaus darfdas Schema keine willkürlichen Para
meter enthalten. Schließlich sollte die Gesamtheit aller nach dem Schema
logisch möglichen Elementarstrukturen wiedergegeben werden, sodass ge
gebenenfalls Prognosen über noch zu entdeckende Partikel gemacht werden
können.
Es liegt eine ganze Reihe von Entwürfen einheitlicher Feldtheorien vor,
doch führt keiner zu einem wirklich befriedigenden Ergebnis. Von der zitier
ten Forderung,die an ein solches mathematisches Schema zu stellen ist, schei
nen mir alle diese Bemühungen noch sehr weit entfernt zu sein. Grundsätzlich
gibt es zwei Möglichkeiten der Methodik:
a) Man klammert die Frage nach dem Wesen der Elementarkorpuskeln als
unphysikalische Frage aus und beschreibt lediglich die empirisch beobachte
ten Wechselbeziehungen zwischen den Elementarstrukturen.
b) Man versucht, aufindirektem Weg zu einer allgemeinen Strukturtheorie
zu kommen,die im Gegensatz zu a) die Frage nach dem strukturellen Wesen
der Materiefeldquanten stellt.
In der heutigen Forschung wird allgemein der Weg a) gegangen, der aufje
den Fall zu einer phänomenologischen Klassifikation der Elementarpartikel
und ihrer Wechselwirkungen führt. Die statischen Eigenschaften werden al
lerdings auf diese Weise problematisch. Mir schien es vernünftig zu sein, den
Weg b)zu beschreiten^ und nach Klärung der statischen Korpuskeleigenschaf
ten a)als den logischen zweiten Schritt anzuschließen.
Wenn man den Weg b) gehen will mit dem Vorsatz, eine einheitliche
Feldtheorie der elementaren Materiefeldquanten zu schreiben, dann muss
nach einer Eigenschaft gesucht werden, die all diesen Materiefeldquanten als
Hintergrundphänomen gleichermaßen eigen ist. Angesichts der extrem großen
Mannigfaltigkeit beobachteter Elementarstrukturen und deren Eigenschaften
hat es zunächst den Anschein, als ob es überhaupt keine Gemeinsamkeiten
gäbe. Tatsächlich müssen aber alle Materiefeldquanten - ob sie nun als im-
ponderable Photonen oder als ponderable Korpuskeln erscheinen-träge sein,
so sehr sie sich auch sonst voneinander unterscheiden mögen; denn Trägheit
definiert den Materiebegriff an sich und bedeutet, dass Änderungen des Be
wegungszustandes im Rj ein als Trägheitsmasse definierter Widerstand ent
gegengesetzt wird. Andererseits gibt es nach Einstein ein Äquivalenzpnnzip
^ Burkhard Heim: Vorschlag zur einheitlichen Beschreibung der Elementarteilchen. In: Zeit
schriftför Natudorschung 32 A,Ausgabe März/April 1977.
III. Problemstellung und gravitationstheoretischer Ansatz 35
von allgemeiner Trägheit und allgemeiner Gravitation, derart, dass ein träges
Phänomen zugleich Quelle eines Gravitationsfeldes ist, wobei Gravitation als
Ursache der Schwerkraft verstanden werden muss. Da also Trägheit und Gra
vitation einander äquivalent sind, kann das alle Elementarstrukturen verbin
dende Hintergrundphänomen als das allgemeine Gravitationsfeld betrachtet
werden. Entgegen der offiziellen Meinung habe ich aus diesem Grunde in
einem ersten Schritt versucht, eine Theorie elementarer Gravitationsfelder zu
entwickeln, die so beschaffen ist, dass der singuläre Zentralbereich eines sol
chen Feldes als Materiefeldquant erscheint. Quelle und Feld werden hier zu
einer Einheit.^
Eine einleitende gruppentheoretische Untersuchung führte zu der Aussage,
dass in derRaumzeit -also dem Tensorium aller quantifizierbaren Ereignisse
-eine nichteuklidische Metrik mit einem nichthermiteschen Fundamentalten
sor gilt. Eine solche Metrik ist als Quadrat eines Linienelements definiert und
bildet eine homogene, quadratische Differentialform mit invariantem Träg
heitsindex, woraus der indefinite Charakter folgt. Die Indefinitheit wiederum
geht auf die Natur der Zeitkoordinate zurück. Es werden nämlich kartesische
Raumzeitkoordinaten verwendet, wobei x,, x^ und X3 die reellen Koordina
ten des physischen kompakten Raumes R3 sind, während für die Zeitkoordi
nate die imaginäre Lichtzeit x^ = ict mit der Lichtgeschwindigkeit c, der Zeit
t und dem imaginären Faktor i =fÄ verwendet wird. Die x'^ seien die zu den
kovarianten x^ kontravarianten Koordinaten. Allgemein kermzeichnen tiefge
stellte Indizierungen stets kovariante und hochgestellte,zum Unterschied von
Potenzen unterstrichene. Indizierungen kontravariante Komponenten. Findet
sich in einem Produkt ein Koordinatenindex in ko- und kontravarianter Stel
lung, dann ist über diesen Index die Summe der Dimensionszahl zu bilden
(im Fall R, also von k = 1 bis k = 4). Für die R,-Metrik gilt auf diese Weise
die Doppelsumme (erstreckt über die vier Dimensionen) ds2 = g. • dxMx''
wobei die Komponenten des kovarianten metrischen Fundamentaltensors
gik'^gki nichthermitesch sind. g.,kann also gemäß g in einen her-
miteschen g^j^ = g/^ und einen antihermiteschen Anteil g =-g *. gespalten
werden. Diese Spaltung bedeutet, dass sich in der Metrik wegen'des Sum-
mationsvorganges die antihermiteschen Tensorkomponenten kompensieren
sodass stets die Metrik einer Riemann'sehen Geometrie (mit hermiteschem
Fundamentaltensor) erscheint. Allerdings sind auch die gegen reguläre Affi-
'B. Hetw: Elementarstrukturen der Materie 1 (^1998).
36 Der kosmische Erlebnisraum des Menschen
nitäten invarianten Komponenten der Parallelverschiebung in ihren Kovari-
anten spaltbar, und hier kommt es zu keiner Kompensation antihermitescher
Anteile. Damit wird es aber auch möglich, mit den Gesetzmäßigkeiten der
Determinantentheorie den Krümmungstensor vierten Grades und sein Matri
zenspektrum (also auch den Riccitensor) in einen hermiteschen und einen an-
tihermiteschen Anteil zu spalten. Dieser Sachverhalt wird nicht sichtbar, wenn
man nur von der Metrik ausgeht; denn hier wird durch die Kompensation anti
hermitescher Anteile eine Riemann'sehe Geometrie vorgetäuscht. Aus
können mehrere allgemeine Theoreme und auch solche hermitescher Symme
trie hergeleitet werden, zu denen es keine Analogien in der Riemann'sehen
Geometrie gibt.
Unter Zugrundelegung der empirisch vorgegebenen Erhaltungssätze wird
es möglich, einen vektoriellen Funktionaloperator in eindeutiger Weise
aufzubauen, der auf ein gemischtvariantes Tensorfeld dritten Grades (|)® so
einwirkt, dass die Operatorwirkung dem Tensorfeld proportional ist. Diese
Operatorbeziehung wird in der Form (i,k)(|)<jj^ geschrieben, wo
bei die Einklammerung der Indizes bedeutet, dass die Summationsregel ko-
und kontravarianter Indizierungen aufgehoben ist. Neben dieser Operatorbe
ziehung hat das gemischtvariante Tensorfeld noch die Eigenschaft
(j)taO) = 0, die allein auf die nichthermiteschen Eigenschaften des Fundamen
taltensors und der übrigen metrischen Größen - also letztlich auf die Struktur
des R^ - zurückgeht. Die hängen als Funktionaloperatoren differentieller
Art nur von den Koordinaten und metrischen Größen ab, was auch für das ge
mischtvariante Tensorfeld gilt. Hingegen sind die X,^(i,k)= const Proportio
nalitätsfaktoren. Eine Analyse der und (j)™ zeigt, dass die der Hermi-
tezitätsbedingung genügen, und die (|)U konvergieren, sodass ein abstrakter
Funktionenraum existiert. Die sind also Zustandsoperatoren, und die ge-
mischtvarianten Tensorkomponenten sind Zustandsftinktionen, während die
X,^(i,k) Eigenwerte dieses Zustandes sind, die ein diskretes Punktspektrum
bilden. Wegen der Abhängigkeit des funktionalen Zustandsoperators und der
Zustandsftinktion allein von den Koordinaten und Metrischen Strukturgrö
ßen des R4 können die X-^(i,k)nur Eigenwerte von Zuständen des R^ an sich
- also des Tensoriums manifester Ereignisse - sein. Andererseits sind diese
Strukturstufen des R^ aufgrund der Phänomenologie der als Basis verwen
deten Erhaltungssätze Energien proportional, sodass hier der quantisierte
Energiebegriff in radikaler Weise geometrisiert wurde. Die nichtquanti-
sierte Zusatzbeziehung ^ = 0 ist kosmologischer Art und geht allein auf
IV. Die Weit und ihre Strukturen 37
Sik zurück. Die metrischen Strukturstufen des sind also sozusagen als
Ereignisstrukturen in diese kosmologische nichtquantisierte Eigenschaft des
R4 eingebettet. Die beiden Systeme von Operatorbeziehungen und nicht-quan-
tisierter kosmologischer Ausdrücke scheinen die metrischen Fundamente der
Raumzeitwelt materiellen Geschehens schlechthin zu beschreiben,sodass von
dieser Basis aus weiter geschlossen werden sollte.
IV. DIE WELT UND IHRE STRUKTUREN
1. Konstruktion der Welt
Da die Indizierungen i, k und m unabhängig voneinander die Ziffern 1 bis 4
der Raumzeitdimensionen durchlaufen, gibt es insgesamt 4^ =64 Operatorbe
ziehungen, die ebenso viele diskrete Punktspektren (i,k) von Strukturstu
fen des R^ beschreiben. Wegen der nichthermiteschen kovarianten Eigen
schaften der gemischtvarianten tensoriellen Zustandsftinktion gibt es insge
samt 2- 4^ —4= 28 der nichtquantisierten kosmologischen Zusatzbedingun
gen, weil die 4 Beziehungen k = m doppelt auftreten und als Identitäten zu
subtrahieren sind. Da die X^ (i,k) in die durch diese Zusatzbeziehungen
geprägte Raumzeit eingebettet sind, kann mit diesen Zusatzbeziehungen im
System der tensoriellen Operatorgleichungen substituiert werden. Hierbei
stellt sich heraus, dass vom System der 64 Eigenwertspektren insgesamt 28
grundsätzlich leer bleiben, sodass nur 64 — 28 = 36 dieser Eigenwertspektren
als Folge der nichthermiteschen R^-Eigenschaften relevant sind. Nun sind,
wie erwähnt, diese Eigenwerte energetischen Quantenstufen direkt propor
tional, sodass dieses System von 36 Eigenwertspektren gegen zugelassene
Koordinatentransformationen invariant bleiben muss. Zugelassen sind alle
Koordinatentransformationen, die eineindeutig (d. h. eindeutig und eindeu
tig umkehrbar) sowie frei von singulären Unendlichkeitsstellen sind. Diese
Invarianz fordert also, dass die 36 Energiebänder Tensorkomponenten sind.
Es muss daher die quadratische Matrix eines Tensors(mit verschwindendem
Matrizendefekt)existieren, deren Determinante stets von 0 verschieden bleibt,
sofern metrische Strukturen existieren, deren geodätische Koordinaten sich
nicht mit den cartesischen Koordinaten einer euklidischen Mannigfaltigkeit
decken. Vom zweiten Grad (also matrizenhaft) muss dieser Tensor sein, weil
die Operatorgleichungen nach Summation längs m ebenfalls Tensorgleichun-
38 Der kosmische Erlebnisraum des Menschen
gen von Tensoren zweiten Grades sind. Die zur Diskussion stehenden 36 be
grifflich verschiedenen Elemente können aber als Komponenten eines Tensors
zweiten Grades nur in einem sechsreihigen quadratischen Schema unterge
bracht werden, weil 6- 6 = 36 ist Nach den Gesetzen der Tensorgeometrie
sind die Zeilen oder Spalten eines Tensors als Vektoren aufzufassen, woraus
folgt, dass ein Tensor nur in einem Raum darstellbar ist, der ebenso viele Di
mensionen hat, wie der Tensor Reihen. Aus diesem Grunde habe ich versucht,
die Raumzeit R^ durch zwei weitere Dimensionen und xJenseits von Raum
und Zeit zu einem sechsdimensionalen Temorium R^ zu ergänzen, derart, dass
die Raumzeit R^ als Unterraum des R^ erscheint, während der reelle kompakte
physische R3 wiederum eine Hyperfläche des R^ ist. Es kam nun daraufan,zu
nächst den algebraischen Charakter und anschließend die Semantik der beiden
konzipierten Tramdimemionen x^ und x^ zu ermitteln.
Da der R^ ein Unterraum des R^ sein soll, derart, dass Strukturen des R^
in den R^ projiziert die zeitlichen Muster materiellen Geschehens darstellen,
muss das Vorzeichen einer bestimmten metrischen Größe bei der Erweiterung
des R.4 zum R,
6
erhalten bleiben. Dies bedeutet aber, dass die beiden zusätzli-
chen Dimensionen Xjund x^ entweder beide wie die Lichtzeit imaginär zählen,
oder aber beide Transdimensionen müssen reeller Natur sein. Offensichtlich
ist hier eine Altemativfrage zu entscheiden. Faktum ist, dass es im physischen
Universum stabile Gravitationsbahmn (Kepplerellipsen) gibt, die stabile ma
terielle Konfigurationen im makromaren Bereich ermöglichen, während die
Existenz stabiler Materie an sich durch stabile Grundzustände in den atoma
ren Elektronenhüllen im mikromaren Bereich gegeben ist. Unterstellt man
nun, dass Xj und x^ reell sind, dann wären im R^ insgesamt fünfreelle Dimen
sionen gegeben. Untersucht man nun das makromare Gravitationsgesetz unter
der Voraussetzung einer beliebigen Zahl reeller Dimensionen,dann zeigt sich,
dass es für mehr als vier Dimensionen überhaupt keine stabile Bahn gravi
tierender Massen gibt,sondern nur logarithmische Spiralen, aufdenen die gra
vitierenden Massen in ihre Gravitationszentren laufen. Im Fall von vier reellen
Dimensionen gibt es nur eine einzige stabile Bahn,nämlich die Kreisbahn, die
aber irrational ist. Erst bei drei reellen Dimensionen erscheinen die Kegel
schnittlinien stabiler Gravitationsbahnen. Ganz analog fuhrt im mikromaren
Bereich eine Beschreibung atomarer Elektronenhüllen unter Voraussetzung
von mehr als drei reellen Dimensionen zur Negation stabiler Grundzustände,
sodass sich die Elektronenhüllen nicht ausbilden könnten und Materie nur in
Neutronenform existierte. Allein bei drei reellen Dimensionen werden stabi-
IV. Die Welt und Ihre Strukturen 39
le Grundzustände und die beobachteten Elektronenhüllen mit ihren chemisch
wirksamen äußeren Valenzschalen ausgebildet. Da nun der R3 des momenta
nen physischen Universums(Hyperfläche des R^)bereits durch drei reelle Di
mensionen als kompakter Raum hinsichtlich der Drehgruppe gekennzeichnet
ist, könnte man m. E. sagen, dass es im Fall reeller Transkoordinaten und
Xg weder stabile atomare Grundzustände im mikromaren Bereich noch stabil
gravitierende Stemsysteme im makromaren Bereich geben kann. Da aber die
Natur der Welt so geartet ist, dass empirisch diese Stabilitäten als existent
feststellbar sind, muss geschlossen werden, dass Xj und x^ imaginäre Zahlen
sind. So wurde die Altemativfrage zu Gunsten imaginärer Transdimensionen
X5 = i 8 und Xg = iri mit den reellen Zahlen e und r| entschieden. Auf diese
Weise erscheint der R^ in der folgenden Weise strukturiert: Drei reelle Koordi
naten sind untereinander vertauschbar und spannen den reellen kompakten R3
des Universums auf. Hinzu kommen drei imaginäre Koordinaten, die weder
untereinander noch mit den Koordinaten des Rj vertauschbar sind. Die Zeitko
ordinate x^ bildet mit dem R3 als Raumzeit R^ den Unterraum des R^, in dem
alle manifesten Ereignisse materiellen Geschehens liegen. Dieser Unterraum
R4 ist sozusagen die materielle Welt des körperlichen Geschehens in Raum
und Zeit. Normal zu dieser Somawelt verlaufen die beiden Transkoordinaten
Xj und Xg (nicht vertauschbar) und ergänzen die Raumzeit zu dem Tensorium
des Rg, das im Folgenden als Welt definiert sei.
Unter diesen Voraussetzungen wird nun eine Weltgeometrie möglich;
denn die Punkte des R^ - also die Weltpunkte - werden durch jeweils sechs
Koordinatenangaben (x, ... x^) als nulldimensionale R^-Orte gekennzeichnet.
Eindimensionale Mannigfaltigkeiten solcher Weltpunkte sind demzufolge
Weltlinien usw. Auch Weltskalare und Weltvektoren (sechs Komponenten)
sowie Welttensoren bis zum sechsten Grad können in dieser Welt erstellt wer
den. Im Rahmen einer solchen Weltgeometrie wird es nunmehr möglich, die
fundamentalen tensoriellen Operatorbeziehungen aus (III) des metrischen
Strukturzustandes der Raumzeit in die R^-Geometrie so zu übertragen, dass
die R^-Projektion der Weltstrukturen als das Muster des manifesten materiel
len zeitlichen Geschehens erscheint. Bei dieser Arbeit zeigte sich die völlige
Hermitezität des metrischen Fundamentaltensors und der übrigen metrischen
Weltstrukturen. Aus derartigen Formalismen (insbesondere den Erhaltungs
sätzen)der Weltgeometrie kann nun die Semantik der Transkoordinaten abge
lesen werden. So zeigt sich, dass x^ stets Wechselwirkungsvorgänge und ihre
Änderungen kennzeichnet, während x^ die Aktualisierung der x^-Strukturen
40 Der kosmische Erlebnisraum des Menschen
in X -Richtung steuert. Wechselbeziehungen kennzeichnen aber die Änderung
von Organisationszuständen in der Zeit, sodass Frau Conrad-Martius mir
(anlässlich eines persönlichen Gespräches) nahelegte, den bereits im Orga
nen des Aristoteles verwendeten Entelechiebegriffneu zu durchdenken und
Xj= is als entelechiale Koordinate der Welt sowie x^ = iri als äonische Welt
koordinate zu interpretieren.
2. Aktualisierung der Weltstrukturen
Vom Gesichtspunkt einer momentanen, also gegenwärtigen Rj-Struktur gese
hen, gibt es stets ein vergangenes, also faktisches Bündel von Raumzeitlinien
dieser Struktur, welches im R^ früher liegt, während die später liegende futu-
rale Fortsetzung dieses Bündels (oder manifesten materiellen Geschehens)
vieldeutig ist. Es gibt eine große Zahl von Aktualisierungsmöglichkeiten, von
denen im weiteren zeitlichen Fortgang der Rj-Struktur nur eine aktualisiert
und faktisch wird. Die Wahl gerade dieser Möglichkeit wird meist als zu
fällig bezeichnet, wenn keine Kausalität zu erkennen ist; doch erscheint der
Begriff des Zufälligen nur bezogen auf den beobachtenden Menschen als Zu
fall, niemals aber bezogen auf sich selbst. Vom Gesichtspunkt der äonischen
Weltkonstruktion betrachtet, liegt über dem ganzen Bündel von Raumzeitlini
en (also Weltlinien im R^-Unterraum) ein entelechiales Strukturfeld, welches
in Richtung x^ aus der äonischen Weltdimension ständig neu aktualisiert und
in seiner Aktualisierungsrichtung(Auswahl einer Aktualisierungsmöglichkeit
aus der vieldeutigen flituralen Fortsetzung des Bündels von Raumzeitlinien)
gesteuert wird. In naiver Betrachtungsweise erscheint dies dann als zeitliches
Geschehen mit Zufallsentscheidungen im physischen Raum. Wir Menschen
scheinen in der Situation von Schattenwesen auf einer zweidimensionalen
Kinoleinwand zu sein, die über ihre ebene Welt reflektieren und dabei ge
zwungen sind, in einer ihnen unzugänglichen, für sie abstrakten Dimension
den dreidimensionalen Scheinwerferstrahl zu beschreiben, dessen Modulatio
nen ihr eigenes Schicksal manifest werden lassen, wenn sie in die zweidimen-
sionale ebene Leinwandwelt projiziert werden. Die Analogie ist offensichtlich
sehr unvollständig; ein Film, der den Lichtstrahl moduliert und das Schicksal
vorprogrammiert enthält, ist als Metapher in der äonischen Weltstruktur nicht
zu erkennen.
Die Weltpunkte A werden, auf irgendwelche Weltkoordinaten bezogen,
durch sechs Zahlen reeller und imaginärer Art in der Form A(x, ... x^)fixiert.
V. Der Elementarprozess des Lebens 41
Für X3 = Xg= 0erscheinen dann die manifesten EreignisseZ(x,... xJ des Unter
raumes R^, sodass es naheliegt, auch die außerhalb liegenden Weltpunkte
A als Ereignisse in einer verallgemeinerten Form zu interpretieren. Nunmehr
drängt sich zunächst spekulativ der Gedanke auf, durch diese außerhalb des
R4 liegende Ereignismannigfaltigkeit auch den in (II) erwähnten virtuellen
Ereignissen in der zu den manifesten Ereignissen komplementären Ebene
eine vernünftige Interpretation zu geben. Wenn dies möglich sein sollte, dann
wären die Weltpunkte x^ 0, x, 0 als virtuelle Ereignisse intern psychisch
erlebbar, woraus zwangsläufig folgen müsste, dass eine zum Soma (im R)
komplementäre psychische Struktur eine Weltstruktur der Transdimensionen
ist, die mit der Raumzeitstruktur des Soma in einer Wechselbeziehung steht,
welche nach (II) als paranormal definiert wäre. Ob diese Spekulation über
eine Arbeitshypothese zu einer theoretischen Basis werden kann oder aber
verworfen werden muss, hängt davon ab, ob der allgemeine Lebensprozess in
das entworfene Bild der äonischen Welt integriert werden kann oder nicht. Es
muss also darauf ankommen, die vorliegenden biologischen und paläontolo
gischen empirischen Fakten zu analysieren, und zwar im Hinblick aufdie Fra
gestellung einer solchen Integrationsmöglichkeit. An dieser Stelle sei darauf
hingewiesen, dass die Konstruktion des R^ allein noch keineswegs der Schritt
in eine Transzendenz ist; denn x^ und x^ sind wie die übrigen Koordinaten
lediglich Zahlengeraden, also quantitative Wertevorräte.
V. DER ELEMENTARPROZESS DES LEBENS
1. Empirische Induktion
Empirisch können die Lebensvorgänge immer nur im Zusammenhang mit ei
nem materiellen Stoffwechselgeschehen in einer organischen Struktur des R^
— also einem Organismus — festgestellt werden; doch sei dahingestellt, ob die
ses raumzeitliche Geschehen die notwendige, die hinreichende oder aber die
notwendige und hinreichende Existenzbedingung des Lebens ist. Aufjeden
Fall liefert der lebende Organismus die Voraussetzung, unter welcher das Phä
nomen des Lebens erscheint. Trotz der großen Fülle empirischen Materials
steht meines Wissens bis heute eine präzise, eindeutige Definition lebendiger
Gefiige aus. Dies mag daran liegen, dass die Experimente mit Organismen als
Fragen an die Natur des Lebendigen von dieser Natur immer in der logischen
Sprechweise beantwortet werden, in der die betreffende Frage gestellt wurde.
42 Der kosmische Erlebnisraum des Menschen
Tatsächlich wurden diese Fragen in der Sprache der Chemie, der Physik oder
der Kybernetik gestellt, sodass nur chemische, physikalische oder kyberne
tische Antworten vorliegen, aufgund deren eine eindeutige Definition wohl
nicht möglich war. Mir scheint hingegen eine Analyse des Elementarprozes
ses notwendig, der als Prinzip hinter den Lebensvorgängen steht.''
Die Kategorien des Lebensprozesses dürften im Allgemeinen quali
tativer Art sein, doch muss es daneben - wegen seiner Bindung an materi
elles Raumzeitgeschehen - auch eine quantitative Seite geben, auf welche
die präzisen Methoden des Quantitätsaspektes zweiwertiger Altemativlogik
(I) anwendbar sind. Es dürfte in der Natur der Sache liegen, dass die wah
re Natur des Lebens wegen seines im wesentlichen qualitativen Charakters
niemals durch eine Mathematisierung darstellbar ist, doch könnte durch eine
quantitative mathematische Analyse der quantitativen Teileigenschaften des
elementaren Lebensprozesses die Altemativffage beantwortet werden,ob eine
Integration des Lebensprozesses in das Bild der äonischen Welt(IV)möglich
ist oder nicht und inwiefern bei positiver Beantwortung evtl. eine Revision
dieses kosmologischen Bildes notwendig wird.
Die Beschreibung des elementaren Lebensprozesses kann nur von empiri
schen Fakten ausgehen, d. h., die Gesamtheit der großen Menge biologischer
und paläontologischer empirischer Sachverhalte muss nach Hintergrund
phänomenen gesichtet werden, die allen Lebensformen (gegenwärtigen und
vergangenen) gleichermaßen eigen sind. Bei derartigen Bemühungen zeigt
sich, dass die große Fülle vorliegenden Beobachtungsmaterials auf nur we
nige Sätze reduziert wird, wenn das Kriterium des allgemein verbindenden
Hintergrundphänomens angewendet wird. Von diesen wenigen Sätzen wie
derum sind nur vier so beschaffen, dass eine quantitative Formulierung und
somit eine mathematische Beschreibung durch den Quantitätsaspekt möglich
wird. Es handelt sich dabei um die folgenden empirischen Aussagen:
a)Nachkommen einer Gattung von Lebewesen können nur von einer
Fortpflanzungseinheit(Eltern) dergleichen Gattung gezeugt werden und
besiedeln einen vorgegebenen Biotop optimal
b)Im Verlauflanger Generationsfolgen kann eine Art während ihrer Phylo-
genese Mikromutationen des genetischen Informationsmusters erfahren.
c)Der zeitliche Verlauf des Trends einer Evolutionsgeschwindigkeit wäh-
* Der Elementarprozess des Lebens,s. S. 73-138.
V. Der Elementarprozess des Lebens 43
rend einer Phylogenese ist am Anfang und Ende der Phylogenese nichtli
near und insgesamtfrei von Unendlichkeitsstellen.
d)Die Materie eines lebenden Organismus ist bis in den atomaren Bereich
{nach Staudinger) durchstrukturiert.
Zur Terminologie sei bemerkt, dass ich die Trendkurve der Evolutionsge
schwindigkeit (c) in Anlehnung an Schindewolf als Typokline bezeichne.
Nach Schindewolf besteht dieses Diagramm aus einem kurzfristigen nicht
linearen Anfang, der Typogenese, einem sehr langen praktisch horizontalen
Mittelstück der Typostase und dem ebenfalls kurzfristig nichtlinearen Ende,
der Typolyse. Kurzfristig bedeutet in diesem Zusammenhang im Allgemeinen
einige Jahrmillionen, weil sich die Phylogenesen über erdgeschichtliche Epo
chen erstrecken können. Die Phylogenese einer Art beginnt mit einer hohen
Evolutionsgeschwindigkeit,die während der Typogenese fast exponentiell ab
fällt und in die Konstanz der Typostase übergeht. Dieser Sachverhalt scheint
mir besonders deutlich zu werden am Beispiel der Ichthyostega, der Seimuria
oder des Oligokyphus bzw. der Archäopteryx usw. Die gegenwärtig lebenden
Arten liegen im Allgemeinen auf ihrer Typostase, die am zeitlichen Ende ei
ner Phylogenese in die Typolyse übergeht, wo es wiederum zu einer steilen
Änderung der Evolutionsgeschwindigkeit-jetzt im Sinne einer Degeneration
- kommt, was schließlich die Phylogenese durch das Aussterben der Art be
endet.
2. Wirkungsgefüge und Weltstruktur
Aus dem Satz a kann man eine Zustandsgröße herleiten, welche die Lebens
fähigkeit der betreffenden Population im Biotop kennzeichnet. Es handelt
sich dabei um eine Größe,die einerseits durch die sexuelle Vitalität und ande
rerseits durch die Mortalität vor der Geschlechtsreife gekennzeichnet ist. Da
es sich bei einer Population immer um große Zahlen von Einzelindividuen
handelt, kann aus der erwähnten Zustandsgröße der Population eine allgemei
ne Sexualentropie hergeleitet werden. Hier sei bemerkt,dass der ursprünglich
aus der Thermodynamik stammende Entropiebegriffwegen seiner Darstellbar
keit durch den Logarithmus einer Wahrscheinlichkeit in starker Weise verall
gemeinert und immer dann angewendet werden kann, wenn es sich um das
Verhalten großer Mengen von Einzelindividuen handelt. Auch der Begriff
der Sexualentropie kann zu dem einer allgemeinen Vitalentropie erweitert
werden; denn nach d ist stets die Materie eines lebenden Systems bis in den
44 Der kosmische Erlebnisraum des Menschen
atomaren Bereich durchstrukturiert. Dies bedeutet aber, dass nicht nur die Po
pulation eines Biotops, sondern auch die Zellgefuge und Organverbände des
Organismus eines Einzelindividuums oder die Mixellen und Organellen einer
Einzelzelle als Populationen großer Zahlen von Einzelindividuen aufzufassen
sind. Aufgrund dieser Durchstrukturierung wurde der Begriff der allgemei
nen Vitalentropie gerechtfertigt. Diese Vitalentropie muss zunächst wachsen,
bis der Biotop optimal besetzt ist oder der Organismus das vom genetischen
Informationsmuster geforderte Volumen erreicht hat. Nunmehr entsteht ein
sexual- bzw. vitalisentroper Zustand, derart, dass die Optimalbesetzung um
diese Vitalisentrope oszilliert. Eine Variation der Besetzung und der Vitalis
entropen ist offensichtlich nur in zweifacher Weise möglich: entweder ändert
sich der Biotop zeitlich oder aber es kommt nach b zu einer Änderung des
Evolutionszustandes durch Mikromutationen des genetischen Informations
musters. Die Vitalentropie muss also als eine Funktion gewisser Evolutions
variablen und der Zeit aufgefasst werden, wobei diese Evolutionsvariablen
implizit ebenfalls von der Zeit abhängen. Somit wird die Vitalisentrope durch
die Tatsache gekennzeichnet, dass die totale Zeitableitung der Vitalentropie
identisch wird mit der partiellen Zeitableitung. Im Falle eines konstanten
Biotops würde die partielle Zeitableitung verschwinden, aber bei Änderun
gen des Biotops umso stärker vom Wert 0 abweichen,je katastrophenhafler
der Biotop geändert wird. Nach b erfolgt die Änderung einer Art somatisch
über Mikromutationen. Nach meiner Auffassung kann man drei voneinander
unabhängige Klassen von Mutationsursachen unterscheiden. So gibt es zu
nächst die exogenen Mutationen, die durch Außeneinflüsse des Biotops- wie
z. B. die Radioaktivität gewisser Mineralien oder chemische Intoxikationen,
verursacht durch Texturänderungen des Biotops - ausgelöst werden können.
Endogene Mutationen werden durch interne, meist pathologische Stoffwech
selvorgänge möglicherweise auf chemischem Wege verursacht; doch gibt es
neben diesen beiden mutagenen Vorgängen noch die spontan ausgelöste Mu
tation. Selbst wenn die exo- und endogenen Mutationsursachen im Prinzip
durch irgendwelche Manipulationen unterbunden werden könnten, ist dies bei
der Ursache spontaner Mutationen prinzipiell unmöglich. Ein Lebensprozess
ist stets i. B. auf seinen Stoffwechsel an ein ganz bestimmtes Temperaturin
tervall gebunden, das aber immer beträchtlich über dem absoluten Nullpunkt
liegt. Bekanntlich ist Temperatur das Maß einer statistisch ungeordneten Mo
lekularbewegung, die wegen ihres statistischen Charakters einer sogenannten
Maxwellverteilung genügt. In dieser Verteilung gibt es aber immer eine Spit
ze, d. h. einige wenige Moleküle verfugen über wesentlich höhere kinetische
V. Der Elementarprozess des Lebens 45
Energien als der Mittelwert der übrigen. Liegt nun eine Desoxyribonuclein-
säuresequenz(DNS)in einer solchen Spitze, oder wird ein DNS-Molekül von
anderen Molekülen der Umgebung getroffen, die zufällig in der Verteilungs
spitze liegen, dann kann es zu Stoßanregungen und isomeren Umstrukturie
rungen der DNS kommen. In den DNS-Molekülen einer Genstruktur ist aber
das genetische Informationsmuster codiert, sodass die thermodynamischen
Vorgänge ebenso wie exo- oder endogene Einflüsse den DNS-Kode verän
dern und so eine Mikromutation des genetischen Informationsmusters auslö
sen können. Werden die drei voneinander unabhängigen mutagenen Klassen
von auslösenden Einflüssen durch faktische Mutationsraten quantifiziert, dann
wäre als Mutationsgeschwindigkeit oder Mutationsbewegung die Summe der
partiellen Zeitänderungen dieser voneinander unabhängigen Mutationsraten
zu definieren. Man kann nun zeigen, dass diese Mutationsbewegung in ihrem
Trend durch das Wechselspiel von zufälliger Mutation und Selektion hori
zontal verlaufen muss. Tatsächlich ist dies während der Typostase der Fall,
sodass während dieses Zeitintervalls in einer Phylogenese Evolutionsge
schwindigkeit und Mutationsbewegung sich durchaus decken. Hier scheint
das Darwin'sche Prinzip der zufälligen Mutation und Selektion durchaus ge
rechtfertigt zu sein. Allerdings konnte Darwin nur die auf der Typostase lie
genden lebenden Organismen beobachten und Petrefakten nach Leitfossilien
ordnen. Da es zur damaligen Zeit keine Nuklearphysik und daher auch keine
Möglichkeiten zur Altersbestimmung von Gesteinsformationen und Petrefak
ten gab, konnten auch nicht die nichtlinearen Abschnitte von Typogenese und
Typolyse des paläontologischen Satzes c beobachtet werden. Nach meiner
Auffassung ist wegen c die Evolutionsgeschwindigkeit im Prinzip etwas an
deres als die Mutationsbewegung, was jedoch eine zeitweilige Identität wäh
rend der Typostase nicht ausschließt. Für die Nichtlinearität der Typokline
könnte man Erklärungen ad hoc abgeben, doch schien es mir angebrachter zu
sein, den Sachverhalt durch einen unbekannten Zusatzterm zu berücksichti
gen und vorerst als unbekannte Größe hinzunehmen. So kann man zu jeder
der drei Zeitänderungen von Mutationsraten (Komponenten der Mutations
bewegung)einen solchen unbekannten Zusatzterm additiv zufügen und diese
Summen als Komponenten einer Evolutionsgeschwindigkeit definieren, die
nach Durchführung der Zeitintegrale drei neue Variablen, die sogenannten
Evolutionsvariablen, liefern. Auch diese Evolutionsvariablen sind voneinan
der unabhängig, sodass sie (als generalisierte Koordinaten aufgefasst) dazu
verwendet werden können, einen abstrakten dreidimensionalen Vektorraum
aufzuspannen. Zugleich sind diese Koordinaten neben der Zeit die Argumen-
46 Der kosmische Erlebnisraum des Menschen
te, von denen die Vitalentropie abhängt. In diesem als Evolutionsraum be
zeichneten Vektorraum können alle Phylogenesen durch geometrische Gebil
de mit endlichen Oberflächen dargestellt werden, derart, dass die betreifende
Lebensform während ihrer Phylogenese jeden Bereich des zugehörigen geo
metrischen Gebildes zeitlich durchläuft. Darüber hinaus kann auch die oben
erwähnte Vitalisentrope im Evolutionsraum beschrieben und der Formalismus
der Invariantentheorie angewendet werden.
Dieser Formalismus fuhrt zu dem Ergebnis, dass alle Bestimmungsstücke
der Evolutionsgeschwindigkeit und der empirischen Sätze a bis d von nur einer
Größe, nämlich der negativen Vitalentropie abhängen. Jede Entropie ist aber
stets dem Logarithmus einer Wahrscheinlichkeit proportional, und somit das
Maß einer Desorganisation, oder Unordnung, die mit der Wahrscheinlichkeit
logarithmisch anwächst. Erhält der Logarithmus ein negatives Vorzeichen,so
entsteht bekanntlich ein Logarithmus des reziproken Wertes, also im Fall der
Vitalentropie der Logarithmus einer reziproken Wahrscheinlichkeit, der mit
wachsender Wahrscheinlichkeit (also Unordnung oder Desorganisation) ab
fallt und mit abnehmender Wahrscheinlichkeit steigt. Negative Entropien sind
also die Inversen zum Begriff der Unordnung, sodass diese negativen Entro
pien als Bewertung eines Ordnungszustandes aufzufassen sind, wenn inverse
Unordnung als Ordnung bezeichnet wird. Die negative Vitalentropie kann
demnach als ein Ordnungszustand organischer Strukturen, also als ein Orga
nisationszustand aufgefasst werden. Dieser Organisationszustand ist darüber
hinaus einer zeitlichen Änderung unterworfen, derart, dass sich ein organi
scher Prozess als evolvierender Lebensprozess vollzieht. Aus diesem Grunde
ist es nach meiner Auffassung gerechtfertigt, die negative Vitalentropie als
eine quantitative Form der Entelechie des lebenden Systems zu interpretieren.
Es sind offensichtlich entelechiale Zustände, die das lebende System sowie
die Sachverhalte a bis d allein und vom Prinzip her bedingen. Wenn dies aber
so ist, dann bietet sich eine Definition allgemeiner Art für den Begriff des
lebenden Systems an. Zunächst sind alle lebenden Strukturen Wirkungsge-
fuge, die nach dem Prinzip d der durchgängigen Strukturierung hierarchisch
geschichtet sind, wobei sich der entelechiale Zustand(der das lebende Geföge
bedingt)in der hierarchischen Natur der Schichtung manifestiert. Mithin kann
ein lebendes System auf dieser Basis definiert werden: Lebende Systeme sind
entelechial geschichtete Wirkungsgeßge. Der Begriff des lebenden Systems
umfasst hier (wegen der Abstraktion von der Sexual- zur Vitalentropie) alle
Strukturen vom Soma des Einzelindividuums bis zu den Populationen, Staa-
V. Der Elementarprozess des Lebens 47
tenbildungen oder positiven und negativen Symbiosen in einem vorgegebenen
Biotop. Hier wäre anzumerken, dass ich als negative Symbiose die parasitäre
Gemeinschaft zwischen Parasit und Wirtskörper verstehe, wobei der Parasit
aufKosten des Wirtsorganismus lebt, ohne zum Leben dieses Organismus bei
zutragen. Hingegen ist die positive Symbiose als echte Lebensgemeinschaft
in nichtparasitärer wechselseitiger Abhängigkeit definiert. Ein gutes Beispiel
hierfür ist die Flechte als Symbiose aus Pilz und Alge.
Aufgrund der erarbeiteten Definition, wonach Leben immer in Form entele-
chial geschichteter Wirkungsgefuge erscheint, kann die Frage (IV) nach der
Integrierbarkeit des Lebensprozesses in das Bild der äonischen Welt posi
tiv beantwortet werden; denn die materielle Struktur des Organismus ist als
Momentanzustand in einem Bereich des R3 und ihr zeitliches Geschehen
als Bündel von Raumzeitlinien im Unterraum des R^ manifest, während
der entelechiale Zustand auf und bezogen werden kann. Außerhalb der
R^-Gesamtheit manifester Ereignisse liegen demzufolge auch Weltpunkte
Xj 5^ 0,Xg 5^ 0 in dem entelechialen Zustand,der das R^-Soma während seines
R^-Geschehens bestimmt.Da derartige Weltpunkte außerhalb des R^ aber auch
Ereignisse sind, die nicht direkt manifest werden können, müssen diese in der
entelechialen Struktur liegenden Weltpunkte-sofern sie als Ereignisse erleb
bar sind - virtuellen Ereignissen ähneln. Nach (II) können diese Ereignisse
aber nur im internen Bereich erlebbar sein. Daher lag für mich der Gedanke
nahe, diese das organische Leben im R^ bedingenden entelechialen Strukturen
in Xj und x^ des R^ mit Strukturen zu identifizieren, die demnach grundsätzlich
nur den entilechial geschichteten Wirkungsgefügen, niemals aber unbelebter
Materie eigen sind. Zwar haben alle materiellen Gebilde der R3-Körper und
des R^-Geschehens auch Ausdehnungen in x^ und x^(was atomistisch an die
Leibnitz'sehen Monaden erinnem mag), doch ist das lebendige Geschehen
eines Rj-Soma als Organismus und allgemeine Weltstruktur des R3durch eine
sekundäre entelechiale Struktur charakterisiert, die in x^ und x^ sehr differen
ziert ist und den Grenzbereich des noch quantitativ erfassbaren Bereiches des
Bios in der Ebene manifester Ereignisse darstellt. Eine Transzendierung in
nicht mehr quantifizierbare Bereiche einer übergeordneten Weltganzheit muss
hingegen aufjeden Fall von diesem Grenzbereich ausgehen. Eine Integration
des Lebensprozesses als Weltstruktur in die R^-Konstruktion der äonischen
Welt ist jedoch dennoch vollzogen. Allerdings wird durch diese Integration
eine Revision des Bildes der äonischen Welt erforderlich, die ihrem Wesen
nach zweideutig ist und im Folgenden untersucht werden soll.
48 Der kosmische Erlebnisraum des Menschen
VI. DIE ZWEIDEUTIGE REVISION
1. Die beiden kosmologischen Bilder
Grundsätzlich scheinteszwei logische Möglichkeitenzu geben,die Wechselbe
ziehung der entelechialen Struktur psychischen Geschehens mit dem materiel
len Gefuge eines organischen Rj-Soma zu beschreiben. Entweder wird dieses
entelechiale Feld e sekundär von den Ausdehnungen in und der materiel
len R -Elemente bei hinreichender Komplexität ihrer Organisation als Epiphä-
nomen induziert^ oder aber e ist eine primäre Struktur, unter deren Einfluss
die komplexe Organisation des Soma verursacht und integriert wird.Im ersten
Fall der sekundären e-Induktion wäre e ein undifFerenzierter Zustand homoge
ner Struktur, während im zweiten Fall des primären E-Feldes dieser E-Zustand
die heterogene Wechselbeziehung teils antagonistischer entelechialer Instan
zen mit mehr oder minder großer Komplexität wäre, der insgesamt auf die
Ausdehnung in XjUnd x^ der somatischen Elemente als integrierender Faktor
einwirkt. In beiden Fällen wäre die R^-Konstruktion der Welt diesen Gegeben
heiten entelechial geschichteter Wirkungsgefuge entsprechend zu revidieren.
Als Konsequenz der nach(V)durchgeführten Integration des Lebensprozes
ses in das Bild der äonischen Welt(IV)ergeben sich also die beiden folgenden
Möglichkeiten kosmologischer Bilder der R^-Konstruktion;
A)Im Fall der sekundär induzierten und undifferenzierten E-Struktur
kann der R^ gemäß(IV)als ein Kontinuum verstanden werden.
B) Man kann zeigen, dass die stabile Wechselbeziehung differenzierter
£_Ii][Stanz0n zu einem primären heterogenen E-Zustand die Existenz
einer unbekannten Zahl von Parallelräumen zum R^ normal zu x^ in un
bekannten Xj-Abständen fordert, wobei diese Parallel- oder kurzi
Pararäume ebenfalls reeller kompakter Natur und dreidimensional
sind.
An diesen beiden Bildem fällt sofort die altemative Aussage auf, die von bei
den Bildem in konträrer Weise gegeben wird, wenn nach den paranormalen
Wechselbeziehungen zwischen e und dem R^ oder nach dem zeitlichen Ende,
also dem Tod einer lebenden Struktur im R^, gefragt wird.
Im Fall A wären e und damit die zum Soma komplementären psychischen
Zustände sowie Erlebnisfähigkeit und Erlebnisverarbeitung die sekundäre
Folge einer hinreichend komplexen materiellen Struktur. Dies bedeutet aber,
dass im Bild A der E-Zustand mit dem Tod und dem Zerfall des Organismus
VI. Die zweideutige Revision 49
verschwindet, was postmortale Zustände grundsätzlich ausschließt. Auch
könnten die in (II) definierten paranormalen Wechselbeziehungen nur psy-
chosomatisch erscheinen, während eine animistische Parapsychologie absurd
wäre, weil Zustandsänderungen des undifferenzierten sekundären s-Feldes
primär nur vom komplexen materiellen System verursacht werden können.
Im Fall B ergibt sich ein völlig anderes Bild. Hier würde der Tod des le
benden Systems - wenn e mindestens einen Pararaum schneidet - lediglich
bedeuten, dass der integrierende Faktor e in die Schar der Pararäume zu
rückgenommen wird, was zur Folge hat, dass die somatische Rj-Struktur in
Richtung mit dem R^-Geschehen eines Zerfalls in molekulare Elementar
bestandteile beginnt, weil der integrierende Faktor nicht mehr im R3 wirkt.
Trotz dieses mit dem im Bild A identischen Zerfalls wären aber postmortale
Zustände nicht nur möglich,sondern eine zwangsläufige Notwendigkeit, weil
E in B als differenzierter primärer Zustand unabhängig von der materiellen
Rj-Konfiguration zeitlich stabil bleibt, wenn mindestens ein Pararaum von
E durchdrungen wird. Auch ist es denkbar, dass wegen der Differenzierung
und Strukturierung des E-Zustandes einzelne E-Komplexe separiert vom Soma
zeitweilig auskoppeln, und so animistische parapsychologische Phänomene in
der empirisch beschriebenen Weise verursachen können, sofem der Tod des
Organismus nicht eingetreten ist. Entsprechend wäre aber auch eine Wech
selbeziehung zeitweiliger Art zwischen postmortalen E-Zuständen und dem
R^-Geschehen nach dem gleichen Grundprinzip denkbar, die sich dann im
Sinne spiritueller paranormaler Phänomene im R3 manifestieren müsste.^ So
betrachtet wäre also im Fall B die Kontroverse zwischen animistischer und
spiritueller Parapsychologie - also des „Entweder-oder"- durch das logisch
zwangsläufige „Sowohl-als-auch" zu ersetzen. Allerdings dürfte es empirisch
kaum möglich sein, mit den experimentellen Praktiken der heutigen Parapsy
chologie zu entscheiden, wann die eine oder die andere Klasse von Phänome
nen auftritt, zumal in weiten Kreisen die Existenz parapsychologischer Phä
nomene immer noch stark umstritten ist. Diese Betrachtung des Bildes B gilt
jedoch nur dann, wenn e mindestens einen Pararaum durchdringt. Ist dies bei
bestimmten Lebensformen nicht gegeben, dann würde B für diese Lebensfor
men das Bild A implizieren. Dies bedeutet soviel, dass man -falls das Bild B
der Natur entspricht-zwischen transzendenzunfähigem Leben(e durchdringt
^ Postmortale Zustände?, s. S. 139—228.
50 Der kosmische Erlebnisraum des Menschen
keinen Pararaum und bleibt undifferenziert ohne postmortalen Zustand) und
transzendenzfähigem Leben(B entsprechend)zu unterscheiden hat.
Aus diesen Darlegungen dürfte hinreichend hervorgehen, dass eine Ent
scheidung für A oder B von extremer ideologischer Relevanz ist und daher
nicht ohne weitreichende gesellschaftspolitische Konsequenzen bleiben wird.
Aus diesem Grunde muss m. E. die Entscheidung für A oder B grundsätzlich
von allen religiösen oder ideologischen Emotionen unabhängig in völliger
Wertefreiheit erfolgen. Diese Forderung verlangt aber die exakte mathemati
sche Analyse beider kosmologischer Bilder, derart, dass von den beiden Mög
lichkeiten dasjenige kosmologische Bild ausgewählt werden kann, welches
bei größtmöglicher Universalität die meisten empirisch gemessenen Funda
mentalgrößen des R^-Geschehens (also kosmologische Elementargrößen) in
quantitativ überprüfbarer Weise numerisch exakt wiedergibt.
Bei einer derartigen Analyse sind die s-Strukturen der Lebensvorgänge auszu
klammern; denn durch den quantitativen Charakter der R^-Konstruktion wer
den von den s-Zuständen ohnehin nur die quantitativen Eigenschaften erfasst,
die immerhin als quantitative Basis die beiden Möglichkeiten A und B aufzei
gen. Neben diesen quantitativen Eigenschaften werden aber diese s-Struktu-
ren und die von ihnen umfassten Weltpunkte x^ 0, x^ 9^ 0 im Wesentlichen
durch qualitative Eigenschaften lebendiger psychischer Strukturen bestimmt,
die niemals durch Methoden des Quantitätsaspektes beschreibbar sind, weil
dann nach (I) eine unzulässige Überschreitung der Kompetenzgrenze dieses
Quantitätsaspektes erfolgen würde. Auf eine Beschreibung psychischer und
parapsychischer Vorgänge muss daher in exakter Form mit den Möglichkeiten
des Quantitätsaspektes verzichtet werden. Die Entscheidung,ob A oder B,mit
allen Konsequenzen für das Bild der quantitativ erfassbaren Eigenschaften ei
ner 8-Struktur, wird jedoch im Quantitätsaspekt möglich, wenn nur die quan
titativen Weltstrukturen des materiellen physikalischen Geschehens betrachtet
werden.Im Bild A steht demnach ein kontinuierlicher R^, im Bild B aber eine
Schar zu Xj normaler, reeller, kompakter, dreidimensionaler Parallelräume
i. B. auf den physischen Rj des Universums zur Diskussion.
2. Ein ungeeigneter Weg
Die Analyse des Zweiges A liefert im Wesentlichen eine Revision des Gravi
tationsgesetzes im R3, welche durchaus die Newton'schen und Einstein'schen
Aussagen über das Phänomen der Gravitation impliziert, aber wegen des An
satzes in (III) die Existenz elementarer Gravitationsfelder berücksichtigt. Auf
VI. Die zweideutige Revision 51
diese Weise kommt es in großen Abständen nichtzu dem bekannten asymptoti
schen Verlaufdes Feldes,sondern zur Ausbildung von zwei Grenzdistanzen im
Raum.Die eine dieser Distanzen ist die im Endlichen liegende Wirkungsgren
ze des Gravitationsfeldes schlechthin, während die andere Distanz als Grenze
des attraktiven Gravitationsfeldes wesentlich unter der Wirkungsgrenze liegt
und das durch diese Wirkungsgrenze definierte Kugelvolumen in einen inter
nen Bereich attraktiver Gravitation und den weitaus größeren externen Be
reich bis zur Wirkungsgrenze aufteilt, in dem die Gravitation als sehr schwa
ches Abstoßungsfeld latent wirkt. Diese attraktive Gravitationsgrenze wird
dabei vom mittleren Atomgewicht A.^ derjenigen Materie bestimmt, die als
makromare Quelle das Feld erregt. Man kann die einfache Faustregel angeben,
wonach diese Grenze des attraktiven Gravitationsfeldes sich näherungsweise
ergibt, wenn die Distanz von ca. 46 Megaparsek durch den Kubus des mittle
ren Atomgewichtes der Feldquelle dividiert wird. Im Fall der Galaxien liegt
diese Grenze also zwischen 10' und 2- 10' Lichtjahren. Dieser Verlauf des
Gravitationsfeldes nach A erklärt den astronomischen Beobachtungsbefund,
wonach es zwar attraktive, gravitierende Systeme aus Spiralnebeln gibt, aber
keine attraktiven Systeme höherer Ordnung, die durch gravitative Zusam
menhänge gekennzeichnet sind. Dieser Sachverhalt wird von den heutigen
Gravitationstheorien nicht wiedergegeben. Darüber hinaus liefert das Gra
vitationsgesetz des Bildes A eine Beschreibung der dispersionsfi"eien kos-
mologischen Rotverschiebung und ihrer beobachteten Anomalien, ohne die
Existenz eines Dopplereffektes voraussetzen zu müssen. Schließlich werden
auch die Hubblekonstante und der Hubbleradius in quantitativ überprüfbarer
Weise und in Übereinstimmung mit den spektroskopischen Messungen richtig
wiedergegeben. Allerdings erscheint der Hubbleradius hier nicht als Radius
des Universums, sondem als Radius eines optischen Raumbereiches, derart,
dass Photonen im Zentrum (relativ) dieses Bereiches mit mehr oder weniger
starker Rotverschiebung empfangen werden können, deren Emissionsquellen
innerhalb dieses Bereiches liegen, während optische Signale, die außerhalb
dieses Bereiches emittiert werden infolge einer unendlichen Rotverschiebung
im relativen Zentrum nicht mehr empfangen werden können.Im gleichen ein
heitlichen Zusammenhang - als Folge des revidierten Gravitationsgesetzes
- werden auch Nova- und Supemovaausbrüche verständlich, wenn vorausge
setzt wird, dass im Stemeninnem die degenerierte überschwere Materie zu
größeren Nukleonenaggregaten kondensiert. Die Aussagen der Newton'schen
Himmelsmechanik ergeben sich als approximativer Sonderfall unter der Vor
aussetzung, dass die jeweils zirkuläre Geschwindigkeit des Gravitationsfeldes
52 Der kosmische Erlebnisraum des Menschen
wesentlich unter der Lichtgeschwindigkeit liegt, was aber in planetaren und
interstellaren Bereichen stets gegeben ist.
Offensichtlich liefert das Bild A aufgrund seines revidierten Gravitationsge
setzes eine sehr gute Beschreibungsmöglichkeit der makrokosmischen R3-
Struktur und ein makromares Weltmodell,dessen Qualität mindestens mit der
jenigen heutiger ähnlicher Weltmodelle vergleichbar ist. Allerdings versagt A
vollständig im mikromaren Bereich, d. h., A kann nicht eine der vielen exakt
gemessenen kosmologischen Elementargrößen aus dem Bereich der elementa
ren Materiefeldquanten wiedergeben. Das Bild A liefert also nicht das in (III)
geforderte Schema, welches die vielfältigen Eigenschaften des Spektrums
der Elementarkorpuskeln sowie die elektrische Elementarladung exakt be
schreibt. Auch liefert das Bild A keinerlei Aussage bezüglich eines zeitlichen
Ursprungs der physischen Welt, d. h., A lässt die Frage offen, ob die kosmi
sche Bewegung des R3 einen im Endlichen liegenden zeitlichen Nullpunkt
hatte (vor dem der Zeitbegriff nicht definiert ist) oder ob die kosmische Be
wegung ohne zeitlichen Nullpunkt grenzenlos ist. Unterstellt man spekulativ
in A einen solchen zeitlichen Weltenursprung, dann bilden sich Singularitäten
aus, welche eigentlich die kosmische Bewegung von vornherein unmöglich
machen müssten und durch die wahre Existenz dieser Bewegung ad absurdum
geführt werden. Im Bild A ist demnach eine zeitlich unendliche Welt, die in
der Zeit nie einen Anfang hatte und nie ein Ende nehmen wird, wahrschein
licher als ein zeitlicher Weltenursprung. Auch scheint in diesem Bild der R3
unendlich und unbegrenzt zu sein, d. h., die größtmögliche Distanz D(also ein
Durchmesser des Universums) würde gemäß D —»> <» divergieren.
3. Transzendenzoffene Kosmologie
Die Analyse des Bildes B gestaltet sich wegen der Schar von Parallelräumen
zum R3 in Richtung x^ wesentlich schwieriger als die Analyse des Bildes A,
weil die R^-Konstruktion im Fall B die Existenz kleinster geometrischer Ein
heiten in Form von Elementarflächen x > 0 fordert. Diese von mir als Metro
nen bezeichneten Elementarflächen x werden grundsätzlich durch geodäti
sche Weltlinien des betreffenden R^-Bereiches begrenzt, x selbst ist eine Na
turkonstante, die durch bekannte Naturkonstanten ausgedrückt und numerisch
zu X = 6,15 • 10"'° Quadratmeter errechnet werden kann. Darüber hinaus kann
gezeigt werden, dass sich x gemäß x < 0 mit der Zeit verkleinert. Durch das
Faktum x > 0 tritt bei der Analyse eine nicht unbeträchtliche methodische
VI. Die zweideutige Revision 53
Schwierigkeit auf. Alle Feld- und Strukturgleichungen erscheinen in der
Regel in Form von Differential- und Integralgleichungen, derart, dass dem
Infinitesimalkalkül eine zentrale Bedeutung zukommt. Bekanntlich gehen die
Grundoperationen dieser Analysis auf zwei Limesbeziehungen, nämlich das
Differenzial und das Integral,zurück. Diese Limesrelationen können aber nur
durchgeführt werden, wenn der betreffende Argumentbereich - also der R -
als ein Punktkontinuum aufgefasst werden kann, was aber im Fall t > 0 nicht
mehr möglich ist. Die Flächen R^ sind keine Punktkontinua mehr, sondern
ganzzahlige Vielfache von x. Es musste also nach einer neuen Methodik
gesucht werden, die x > 0 berücksichtigt und für x —*■ 0 in die infinitesimale
Analysis übergeht. Es war eine überaus schwierige Arbeit, diese mctfonischc
Methodik zu entwickeln und anwendungsreif zu machen, zumal sich bei
dieser Entwicklung zwangsläufig herausstellte, dass gewisse Theoreme des
Infinitesimalkalküls, wie beispielsweise die Mittelwertsätze, keine Gültigkeit
mehr haben.
Wendet man nun diese metronische Methodik auf die Weltstrukturen aus
(IV) und (III) unter Berücksichtigung der R^-Konstruktion des Bildes B an,
dann ergibt sich zunächst eine überaus erkenntnispotente algebraische Bezie
hung, wonach es im R3 des physischen Universums eine Grenzdistanz D < ©o
geben muss, die allein von r > 0 bestimmt wird. Ist E die als Eichfaktor auftre
tende Einheitsfläche von einem Quadratmeter, und werden die Kürzungen
^ e D Vx / ,
C= — sowie f VC-1 =
7C E
eingeführt, dann gilt für den impliziten Zusammenhang zwischen D und x die
wichtige Beziehung
f(-^V3-i)^
4 V 27c
m:=o<2,
worin e die Basis der natürlichen Logarithmen und in bekannter Weise n den
Einheitskreis symbolisiert. Aus der Herleitung dieser Beziehung D(x) ergibt
sich außerdem die Forderung, dass f für alle D und x eine reelle Zahl bleibt,
sodass diese Realitätsforderung C > 1 bedingt. Für C = 1 wäre diese Reali
tätsforderung zwar ebenfalls erfüllt, doch hätte dies die Singularität f-^00
zur Folge, sodass C = 1 ebenso auszuschließen ist wie C < 1. Da D (x) allein
von reinen Zahlen bestimmt wird, bedingt x > 0 ein endliches Universum R3
vom Durchmesser D < ©o, während nur x 0 zum unendlichen Universum
® B. Heim: Elementarstrukturen der Materie 1 (M998).
54 Der kosmische Erlebnisraum des Menschen
D _► oo fuhren würde. Es dürfte philosophisch bemerkenswert sein, dass in
dieser algebraischen Beziehung D (x) immerhin die größtmögliche Distanz D
mit dem kleinstmöglichen geometrischen Element x durch reine Zahlen ver
knüpft ist. Wegen x < 0 muss x (t) eine Funktion des momentanen Weltalters
t, also der kosmischen Bewegung des R3 im sein. Dies bedingt aber auch
die Abhängigkeit D(t) von dieser Zeit t. Die Zeitdifferentiation der implizi
ten Beziehung D(x) zeigt, dass D > 0 wegen x < 0 gegenwärtig mit der Zeit
wächst, d. h., im gegenwärtigen R^-Zustand expandiert die momentane R^-
Hyperfläche R,. Der Punkt der Formelsymbole symbolisiert die partielle Zeit
ableitung.
Aus dem gegenwärtigen Verhalten D > 0 und x < 0 folgt, dass in früher
liegenden Rj-Zuständen der kosmischen Bewegung D kleiner, aber x größer
gewesen sein muss. Wegen des elementaren Charakters von x köimen die
geometrischen Gebilde des gesamten R^ aber nur so beschaffen sein, dass ihre
Rj- Mannigfaltigkeiten immer nur ganzzahlige Vielfache von x sind. Geht
man zu immer früher liegenden Zuständen des in die Vergangenheit zurück
und bezieht man die vergangene Zeit t auf t = 0 der Gegenwart, dann muss
es eine maximale Zeit T < «» geben, zu welcher D des R3 so klein und x so
groß ist, dass ein Metron die Oberfläche des ganzen R3 bildet. Ein weiterer
Rückgang in einer Zeit ist aber unmöglich, weil keine Fläche x unterschrei
ten kann. Mithin liegt bei T < 00, also vor einer endlichen Zeit, ein absoluter
zeitlicher Nullpunkt, der als zeitliche Quelle der kosmischen Bewegung im
R^ aufzufassen ist. Es wäre nun die Frage zu stellen, wie dieses metronische
Protouniversum als Quelle der kosmischen Bewegung im Nullpunkt der Zeit
beschaffen war. Es werde dieser Nullpunkt der Zeit als zeitlicher Weltenur
sprung t = 0 bezeichnet, sodass T <«» das momentane Weltalter des R3 angibt.
Gilt fiir den Zeitanfang, also den Weltenursprung x (t = 0) = Xq> 0, dann muss
auch der Durchmesser des metronischen Protouniversums im Weltenursprung
Dq > 0 sein. Es gibt also im Bild B einen im Endlichen liegenden zeitlichen
Anfang der Welt, und zwar so, dass die kosmische Bewegung auf keinen Fall
von einem räumlichen Punkt, sondern vom Volumen eines Protouniversums
Dq > 0 ausgegangen sein muss. Aufgrund der isotropen Natur und der Sym
metrie der kosmischen Bewegung während der ersten metronischen Zeitphase
muss das Protouniversum im zeitlichen Weltanfang sphärisch angenommen
werden, was in D (x) neben D = D^j die Substitution x = x^ = ti D^ fordert. Mit
dieser Substitution wird D(x) in t = 0 zu einer algebraischen Beziehung höhe
ren Grades für D des Protouniversums. Zur numerischen Untersuchung wird
VI. Die zweideutige Revision 55
diese Substitution = tc DJ in vorgenommen und
^0=1^ s°wie f,• VC,-1 ="Vc;
verwendet. Nunmehr besteht die Möglichkeit, die weiteren Kürzungen
2ti2 = und als Konstante a • = 1 einzuführen, was für die
implizite algebraische Gleichung 7. Grades, r|'-ri = a liefert. Da für alle D
und T stets C > 1 bleibt, muss auch im Weltenursprung > 1 und damitf > 0
reell bleiben, was auch die Realität von r) bedingt. Von — r| = a kommen
demnach zur Dj,-Bestimmung nur die reellen Lösungen in Betracht. Das an
liegende algebraische Problem kann daher grafisch gelöst werden. Zu diesem
Zweck betrachtet man in einem kartesischen, rechtsorientierten, ebenen Ko
ordinatensystem X, y die ebene Kurve y (x)= x'- x -a und fasst die alge
braische Beziehung =a als Nullstellen y(ri)= 0 dieser ebenen Kurve
auf; denn diese Nullstellen sind die reellen Lösungen. Nach der infinitesima
len Analysis liefert eine Kurvendiskussion den folgenden Sachverhalt: Aus
und X —> -00 steigt die Kurve im dritten Quadranten monoton und
erreicht y(-1)=-a. Bei r|| > -1 wird die Abszisse geschnitten und y(x) er
reicht im zweiten Quadranten ihr Maximum y >0 bei x = — Wl/7 > u
•'max max 'l|*
Anschließend fallt die Kurve, schneidet die Abszisse abermals in tj < 0, er
reicht wiederum den 3. Quadranten, um einen Wendepunkt als Ordinaten-
schnitt y^ a bei x^ =0 zu durchlaufen. Nach diesem Wendepunkt erreicht
y(x)im 4. Quadranten das Minimum y^.^ <0 bei x^.^^ = Wl/7 > 0, um dann
monoton zu steigen. Hierbei wird y(+1)= — a durchlaufen und bei ri^ > +1 die
Abszisse ein drittes Mal geschnitten. Nunmehr divergiert die Kurve im ersten
Quadranten endgültig nach + eo,ohne nochmals zu einem Abszissenschnitt zu
kommen. Es existieren also die drei Nullstellen -1 < r|, <-^VIT? <r\ <0
und Tij > +1,die zugleich die reellen Lösungen von r|'-r| = a sind. Aus die
sen 11-Werten können drei Werte f„ gemäß 211^ = f^ «V^ und daraus die C„
sowie Dq errechnet werden. Dieser ganze Vorgang kann in ein Datensystem
programmiert werden und liefert als reelle Lösungen drei metronische Durch
messer für das Protouniversum. In Metem ausgedrückt ergeben sich die nu
merischen Werte
Dp = 3,7012,femer D^ = 1,0643 und Dp = 0,9099.
Das Protouniversum im Weltanfang verfügt also nach dem Bilde B bereits
über eine metronische Stmktur aus drei metronischen Sphären, die von mir
als Sphärentrinität des Weltenursprungs bezeichnet wird. Die äußere dieser
56 Der kosmische Erlebnisraum des Menschen
Sphären mit dem Durchmesser Dp werde als Protosphäre, die mittlere mit
DM < D„P als Mesosphäre und die inteme mit Dpr < Divi als^ Fundamentalsphä-
«* 1
re bezeichnet. Vor dieser Sphärentrinität konnte es keine früher hegenden
Strukturen im geben, weil der Zeitbegriff nicht definiert ist. Daraus folgt
aber, dass es sich bei dieser Sphärentrinität um den Weltenursprung selbst
handeln muss, von dem als Quelle die kosmische Bewegung des Rj im R^ ih
ren Ausgang nahm. Beim Eintreten in die Zeit aktualisierte sich zunächst die
Protosphäre mit dem ersten Zeitelement, sodass nach diesem Zeitelement die
Aktualisierung der Mesosphäre und nach dem zweiten Zeitelement diejenige
der Fundamentalsphäre erfolgte. Nunmehr konnte der Expansionsprozess ei
nes metronischen R3 beginnen und die kosmische Bewegung alle später lie
genden Zustände erreichen. Bei diesem Prozess kam es mit fortschreitender
Zeit, oder besser einem Fortschreiten der kosmischen Bewegung in Richtung
X4 gemäß D > 0 und x < 0 zu einem ständigen Abfall der Metronengröße bis
auf den gegenwärtigen Wert bei einer simultanen ständigen Vergrößerung der
Metronenzahl. So wird in später liegenden Bereichen der Raumzeit das me-
tronische Raster immer feiner und das metronische Zeitelement zwischen den
drei Rastern - die den drei Sphären des Weltenursprungs entsprechen-immer
kurzfristiger, und die metronischen Strukturen nähern sich immer mehr den
Belangen infinitesimaler Analysis. Grundsätzlich liegtjedoch das aus der Pro
tosphäre entstandene Raster um ein metronisches Zeitelement später, und das
aus der Fundamentalsphäre entstandene früher als dasjenige Raster, welches
aus der Mesosphäre hervorging. Diese drei metronischen Raster bedingen bei
hinreichender Rasterverfeinerung - also hinreichendem Expansionszustand
des R3 in der kosmischen Bewegung - drei metrische Struktureinheiten in
der Rg-Konstruktion, die formal als Keme metronisierter Integraloperatoren
erscheinen. Indiziert j mit den Ziffern 1, 2 oder 3 diese Struktureinheiten P.,
dann kann gezeigt werden,dass P,(Xj, xjals Transstruktur mir von Xj und x^,
aber Pj(x^) als Zeitstruktur nur von x^ abhängen. P, und sind also imagi
närer Natur, während die dritte Struktureinheit als Raumstruktur P3(x,, Xj, X3)
allein von den reellen R3-Koordinaten bestimmt wird. Für sich allein haben
diese Einheiten P^ keine physikalische Existenz, doch kann P, mit den übri
gen Einheiten in Korrelationen treten, wodurch eine Reihe metrischer Struk
turen als Korrelationen der P. erscheinen. Korrelationen ohne Mitwirkung
von P, sind dabei ausgeschlossen. Die entstehenden metrischen Strukturen
bedingen nun ihrerseits Weltstrukturen, die durch entsprechende metronische
Operatorbeziehungen tensorieller Natur beschrieben werden. Bei dieser Be
trachtungsweise entstehen die materiellen Eigenschaften, also die Trägheit
VI. Die zweideutige Revision 57
erst sekundär als Folge solcher Strukturkorrelationen. Grundsätzlich gibt es
vier Möglichkeiten der Pj-Korrelationen, welche, durch metrische Strukturen
beschrieben, zu vier Elementarformen materieller R^-Strukturen fuhren. So
liefert die Korrelation (P,, P,) als Selbstkorrelation der Transstruktur im All
gemeinen latente Energietermejenseits des R^,die aber in den R3 projiziert als
Gravitonensysteme erscheinen. Bei der Zeitkorrelation (P,, P^) ergeben sich
R^-Quantenstrukturen, deren Raumzeitlinien geodätische Nulllinien sind und
die grundsätzlich von einem Gravitonensystem begleitet werden. Diese Mate
riefeldquanten schreiten also immer mit Lichtgeschwindigkeit fort und verfu
gen über Feldmasse,d. h., es handelt sich bei dieser Zeitkorrelation um Photo
nenfelder. Tatsächlich gehen die zugehörigen Strukturgleichungen nach einer
Reihe von Approximationen in die Operatorgleichungen der Quantenelektro-
d3mamik und letztlich in die Differentialgleichungen des elektromagnetischen
Induktionengesetzes über, sodass hierdurch alle Gebiete der Elektrodynamik
und Optik richtig wiedergegeben werden. Mit der Einheit P3 kommt wegen
der Realität des Rj das Faktum der Ponderabilität in die Analyse. Die Raum
korrelationen (P,, P3) und die letzte Möglichkeit, also die Raumzeitkorrela
tionen (Pj, Pj, P3) beschreiben Materiefeldquanten mit Ruhemasse, wodurch
die Ponderabilität gekennzeichnet ist. Bei diesen komplexen Korrelationen,
die ebenfalls von Gravitonensystemen im Sinne statischer Gravitationsfelder
begleitet werden, kann es sich demnach nur um die Spektren der Elementar
korpuskeln handeln. Tatsächlich liefert der zugehörige Strukturformalismus
ein System von Lösungsformeln, welches alle Eigenschaften der Elementar
korpuskeln wie Spin, Isospin, elektrische Ladung, Seltsamkeit oder Masse in
einheitlicher und völlig konsistenter Weise wiedergibt. Aus (Pj,P3) ergeben
sich dabei alle elektrisch neutralen Korpuskeln; aus (P,,P^,P3) dagegen alle
elektrisch geladenen Elementarpartikel und eine Darstellung der elektrischen
Elementarladung bzw. der Feinstrukturkonstante des Lichtes. Auch werden
alle sehr kurzlebigen sogenannten Resonanzen richtig wiedergegeben. Der
Vergleich mit den gemessenen Eigenschaften der Elementarkorpuskeln zeigt,
dass sich die theoretischen Quantenzahlen mit den gemessenen Werten völlig
decken und auch die theoretischen Massenwerte numerisch vollständig inner
halb der Toleranzen empirischer Messtechnik liegen. Auch können durchaus
plausible präzise Angaben über noch nicht messtechnisch erfasste Neutrinozu
stände gemacht werden. Hierbei geht die ganze Fülle theoretischer Daten (es
handelt sich dabei um viele hundert), die in exzellenter Weise selbst feinste
messtechnisch erfasste Unterschiede richtig wiedergeben, in völliger Konsis
tenz und Einheitlichkeit aufeinen einzigen Parameter k zurück, der als Quan-
58 Der kosmische Erlebnisraum des Menschen
tenzahl aber nur die Werte k = 1 oder k = 2 annehmen kann, k = 1 liefert die
Gesamtheit aller Mesonen- und Leptonenzustände,während k = 2die Gesamt
heit aller Barionen- und Nukleonenzustände erzeugt.
Das kosmologische Bild B liefert also in überraschend präziser Weise das in
(III) geforderte mathematische Schema, welches ein Analogen zu den mate
riellen Elementen der Welt- also den elementaren Materiefeldquanten - bil
det, derart, dass die empirisch aufgeflmdenen Eigenschaften einheitlich und
konsistent sowie völlig fehlerfrei wiedergegeben und präzise Aussagen über
empirisch noch nicht aufgefundene Korpuskeln ermöglicht werden. Darüber
hinaus liefert dieses Schema in makromarer Approximation das gleiche revi
dierte Gravitationsgesetz mit allen Konsequenzen für die Spiralnebelvertei
lung und die kosmologische Rotverschiebung, welches das Bild A auszeich
nete. Trotz D > 0 ist allerdings auch im Bilde B die kosmologische Rotver
schiebung statisch zu erklären, denn D/D ist im gegenwärtigen Zustand des
R3 zu klein, um einen spektroskopisch erfassbaren Dopplereffekt als Beitrag
zur kosmologischen Rotverschiebung zu liefern.
4. Grenzen von Raum und Zeit
Die radikale Geometrisierung von allen physikalischen Prozessen durch die
Struktur des R^-Unterraumes der R^-Konstruktion des Bildes B bedingt eine
Abhängigkeit aller phänomenologischen Naturkonstanten ß vom momentanen
Rj-Durchmesser D,sodass durch diesen Sachverhalt ß(D)auch diese Natur
konstanten geometrisiert werden. Neben D werden die ß außerdem noch von
einigen kosmologischen Konstanten bestimmt, die also nicht von der kosmi
schen Bewegung (Weltalter und D)verändert werden. Es handelt sich dabei
um Größen wie die Feinstrukturkonstante des Lichtes oder das metronische
Zeitelement ft, welches theoretisch zu 'd«6,21* 10~^ Sekunden ermittelt
werden kann. Aus dieser Geometrisierung folgt nun die Existenz eines Refe
renzquants, dessen Wellenlänge (also Feldmasse) ebenfalls eine kosmologi
sche Konstante ist. Im Zusammenhang mit dem revidierten Gravitationsge
setz ergibt sich daraus ein maximaler Expansionsgrad des R3 vom Durchmes
ser Dmax = A,
'
derart,
'
dass stets D < A bleibt. Da grundsätzlich x > 0 ist, muss
A < 00 sein. Dieser Maximaldurchmesser kann nun durch den Rj-Zustand D
des gegenwärtigen Weltalters t = T und die für diesen Momentanzustand gel
tenden ß(D)explizit ausgedrückt werden. Es gilt
(A)3/ii-^= 2'0e''V7r(97i^^>/2)"'(^)'"''Dmit 2©c2T = Yh und 3(o = 4c.
VI. Die zweideutige Revision 59
Hierin sind c, h und y die gegenwärtigen empirischen Konstanten(also ß-Wer-
te), nämlich Lichtgeschwindigkeit c, Wirkungsquant h und Newton'sehe Gra
vitationskonstante y. Aus D < 00 wird unmittelbar A < «> evident. Ist t = T das
gegenwärtige Weltalter, dann müsste D > 0 den Zustand A im später liegen
den Weltalter > T erreichen. In den früher als R,(A)liegenden Strukturen
0 < t < ist also mit D > 0 und x < 0 eine expansive Phase der kosmischen
Bewegung gegeben. Hier ist D < 00 und x > 0. Bei t = wird das Extremum
D =0 und T = 0 erreicht, das durch D = A < e» und x = x^.^ > 0 ausgezeichnet
ist. Nach T^, also in den später als R3(A)liegenden Strukturen ist eine kon-
traktive Phase der kosmischen Bewegung gegeben, d. h., während <t<T
ist zwar wiederum D < <» und x > 0, doch kann A nicht überschritten werden,
sodass der R3 mit D <0 kontrahiert und x > 0 ansteigt. Diese Kontraktion
kann aber wegen x > 0 wiederum nicht ad infinitum weitergehen, weil auch
in diesem Zeitintervalljede Fläche ein ganzzahliges Vielfaches von x ist. Dies
bedeutet, dass die kosmische Bewegung während der Kontraktionsphase bei
t = T in ein Endzeituniversum läuft, derart, dass wegen x > 0 aufjeden Fall
dieser Endzeitzustand in T < 00 erreicht wird. Eine Analyse dieser „eschatolo-
gischen" Phase t > zeigt, dass das Endzeituniversum bei T die spiegelsym
metrische Sphärentrinität zum Weltenursprung t = 0 ist. Aus dieser Spiegel
symmetrie folgt unmittelbar, dass die Dauer T der Kontraktionsphase mit T
identisch wird. Die Gesamtdauer von der Sphärentrinität des Weltenursprungs
t =0 bis zur spiegelsymmetrischen Sphärentrinität des Endzeituniversums ist
also 0= + T = 2T^. Der Unterraum als Tensorium raumzeitlicher ma
nifester Ereignisse ist also zeitartig durch das geschlossene Intervall 0 < t <0
begrenzt, während der Durchmesser des R3 gemäß D > A bleibt. 0 wäre als
gesamtes Weltzeitalter ein Äon^ d. h., die Steuerung entelechialer Neuaktua
lisierungen in Richtung x^ aus x^ kann nur in diesem endlichen Definitionsin
tervall des Äon erfolgen, wodurch die Bezeichnung äonische Dimension für
Xg im Bilde B nachträglich gerechtfertigt wird. Aus den Abhängigkeiten ß(D)
geometrisierter phänomenologischer Naturkonstanten kann eine Differential
gleichung für die kosmische Bewegung D(t) des R3 hergeleitet werden. Für
diese Differentialgleichung gilt D Ö -a =0 mit a =-5/11. Bei der Inte
gration ist zu berücksichtigen, dass für die untere Zeitgrenze T^,=0 zu setzen
ist, weil vor D^,= Dp die Zeit nicht gegeben ist. Man integriert vom Weltenur
sprung bis zu irgendeiner Zeit 0 < t < T und erhält nach Bestimmung der Inte
grationskonstante 32CT— 11(D'^'" — Dp^'"), wobei T für das gegenwärtige
Weltalter stehen kann. Zur numerischen Abschätzung des R^ wird in D(x)
berücksichtigt, dass im gegenwärtigen Rj-Zustand C » 1 und damit f= '♦VC~'
60 Der kosmische Erlebnisraum des Menschen
in sehr guter Näherung erfüllt ist, was
r)f3
— V3 » 1 zur Folge hat. Damit wird D (x)zur guten Näherung
4 V 2n f-
D SB I? / 371 v3 X4/3. £7/3.^_ii/6
® 32e>/2
Mit dem angegebenen Wert x = 6,15 • 10"'° kann D für das gegenwärtige Uni
versum ermittelt werden. Für das Weltalter dieses Zustandes kann in sehr gu
ter Näherung 32CT « 11D'^'" gesetzt werden, weil D > Dp ist. Mit der Be
stimmung der Integrationskonstanten C zu C = 44,64 • lO*^" wird auch eine
Bestimmung von T möglich, wenn zuvor D abgeschätzt wird. Die numeri
schen Abschätzungen für das gegenwärtige Universum liefern den Durch
messer D = 6,03 • 10'25 Meter und das momentane Weltalter T = 6,91 • 10"®
Sekunden oder ca. 2,19 • 10'°'Jahre. Für die Maximalexpansion folgt dagegen
A = 33D,was in einem Weltalter 160Toderca. 3,5 • 10'" Jahren erreicht
wird. Damit ergibt sich für das Äon, also für den Definitionsbereich der Zeit
zwischen Weltenursprung und Endzeituniversum ©«2,21 • 10'" Sekunden
oder ca 7 • 10'" Jahre.
Mit 0 und A sind die prinzipiellen Grenzen des raumzeitlichen Tensoriums
manifester Ereignisse in der Welt des Bildes B bestimmt, womit aber auch
die prinzipiellen Grenzen des menschlich erfassbaren kosmischen Erlebnis
raumes materieller Strukturen deutlich werden. Es sei hier nur noch bemerkt,
dass wegen der Symmetrie kosmischer Bewegung bezogen aufA durchaus die
Möglichkeit gegeben sein kann, dass das Endzeituniversum zugleich Welten
ursprung einer Antiraumzeit mit Antipararäumen ist. Hier würde eine kosmi
sche Antibewegung in Richtung einer zu x^ des antiparallelen Zeit erfolgen,
derart, dass ein Antiimiversum der Antiendzeit wiederum Weltenursprung der
kosmischen Bewegung im R^ wird.
Die Revision B der R^-Konstruktion impliziert nicht nur das Bild A (und
ist somit wesentlich universeller), sondern es beschreibt im Gegensatz zu A
die ganze Fülle kosmischer Elementargrößen in einer Weise, die vollständig
exakt von der messtechnischen Empirie verifiziert wird. Aus diesem Grunde
erscheint mir dieses Bild B ungleich wirklichkeitsnäher zu sein als A,sodass
nach meiner Auffassung die Entscheidung der zweideutigen Revisionsnot
wendigkeit nur zu Gunsten des Bildes B getroffen werden kann. Wenn dies
aber so ist, dann müssen auch alle Konsequenzen in Bezug auf die autonome,
primäre und differenzierte E-Struktur transzendenzfähigen Lebens und seiner
transzendenzunfähigen Primitivformen akzeptiert werden, weil hierdurch das
Bild B der R,-Konstruktion erst verursacht wurde. Dieses Bild B werde als
VII. Ausblicke 61
Transkosmologie bezeichnet, weil die als Psyche interpretierbare s-Struk-
tur des elementaren Lebensprozesses von diesem kosmologischen Bild der
Welt impliziert wird. Gerade wegen dieser Implikation ergeben sich aus der
Transkosmologie eine ganze Reihe von Denkansätzen, die weit über den
naturwissenschaftlichen Sachverhalt hinausgehen, aber durch die große Prä
zision transkosmologischer Aussagen im naturwissenschaftlichen Bereich ein
überaus festgefugtes solides Fundament erhalten. Aus diesem Grund scheint
es gerechtfertigt zu sein, einige dieser Ausblicke und Anknüpfungsmöglich
keiten abschließend noch kurz anzudeuten.
VII. AUSBLICKE
An dieser Stelle seien physikalische Möglichkeiten der Transkosmologie des
Bildes B aus(VI) nur angedeutet. So scheint die Hoffhung gegeben zu sein,
aus der Kosmogonie des eine allgemeine Kosmologie als exakte Wissen
schaft zu begründen. Auch ist denkbar, dass eine exakte Kenntnis der elemen
taren Materiefeldquanten einerseits im Zusammenhang mit einer solchen
Kosmologie den Beginn und Verlauf derjenigen Phase kosmischer Bewe
gung aufzeigt und transparent macht, in welcher sich die Kosmogonie der
Materie vollzog; während andererseits die Möglichkeit einer Beschreibung
von Wechselwirkungspotenzen der Elementarkorpuskeln, also der Nukle
arkräfte gegeben ist. Beide Richtungen könnten dann zu einer Klärung der
Anfangsbedingungen einer späteren Phase, nämlich der Kondensationsphase
der Materie und der Kosmogonie der Gestirne und Stemsysteme fuhren. Auf
diese Weise werden voraussichtlich viele Detailfragen der heutigen speziellen
Kosmologie und der Astrophysik sowie der Nuklearphysik in einem neuen
Licht erscheinen, und die physikalische Seite des erlebbaren Bildes der Welt
wird einen gewissen Abschluss erfahren,sofern unter Physik die Wissenschaft
von der Materie und ihren Wechselwirkungen allein verstanden wird.
Vom Gesichtspunkt der Transkosmologie drängen sich regelrecht Ausbli
cke auf die verschiedensten Wissensgebiete über menschliche Existenzfor
men und Daseinsmöglichkeiten auf, weil hier die komplementären e-Struk-
turen entelechial geschichteter Wirkungsgefiige als Transstrukturen der Welt
erscheinen, die im Fall transzendenzfähigen Lebens als Psychostrukturen
interpretiert werden müssen, weil ihre Weltpunkte x^ 0, x^ 0 zumindest
teilweise als virtuelle Ereignisse (II) psychischen internen Geschehens erleb
bar sind. Bezogen aufden Quantitätsaspekt kann nur(sozusagen als quantita-
62 Der kosmische Erlebnisraum des Menschen
tive Seite solcher Strukturen) die Tatsache der Existenz der e-Strukturen und
ihrer somatischen Wechselbeziehungen aufgezeigt werden, derart, dass der
8-Struktur die Funktion eines integrierenden Faktors der komplexen somati
schen Struktur über die x^- und x^ Ausdehnungen dieser somatischen Struktur
zukommt. Das lebendige psychische Geschehen in seinen mannigfachen Äu
ßerungen istjedoch durch den Quantitätsaspekt nicht fassbar, weil all dies au
ßerhalb der Kompetenzgrenzen (I) dieses Aspekts, und wohl auch außerhalb
der Kompetenzgrenzen anthropomorpher Altemativlogik liegt. Es ist sehr
reizvoll und anregend, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie die Struk
tur eines logischen Systems beschaffen sein muss, welches über einen forma
len Aspekt verfugt, der dem Wesen entelechialer Strukturen, ihren Bewertun
gen und ihren Wechselbeziehungen immanent ist und daher aufdie 8-Struktur
angewendet werden kann. Zwar befasse ich mich seit mehreren Jahren mit
dieser Problematik, doch liegen mir gegenwärtig noch keine konkreten Er
gebnisse oder irgendein Abschluss vor. Aufgrund der mir bereits verfugba
ren Erfahrungen, die ich in dieser Richtung schon erarbeiten konnte, ist zwar
eine wirkliche Theorie solcher entelechialer Vorgänge des Lebens unmöglich,
doch könnte immerhin abgeschätzt werden, was eine derartige Entwicklung
möglicherweise aufzeigen wird. Klammert man das undifferenzierte 8-Feld
lebender Primitivformen aus, dann wird man sehr wahrscheinlich erkennen,
dass die s-Struktur transzendenzfähigen Lebens nicht nur hochdifferenzierter
heterogener Natur und als integrierender Faktor der somatischen Elemente
primär ist, sondern dass auch eine vom Soma unabhängige zeitliche Stabi
lität vorliegt. Damit nimmt aber die 8-Struktur im Fall der Transzendenzfa-
higkeit einen autonomen und personalen Charakter an, der sich im lebenden
Rj-Soma als Persönlichkeit manifestiert. Wenn also die 8-Struktur mindestens
einen Pararaum zum Rj geometrisch schneidet, dann liegt eine zum Soma
komplementäre Transpersönlichkeit vor, die im folgenden durch T symboli
siert werden soll.
Wahrscheinlich wird man bezüglich T lernen müssen, dass es sich bei T um
ein außerordentlich komplexes Gefüge verschiedenster entelechialer Instan
zen handelt, die sich teilweise wie Antagonisten verhalten und durch mannig
faltige ko- und kontraoperative Korrelationen zusammenhängen und in diesen
Korrelationen stets Homöostasen anzustreben suchen. Diese Bedingungen
einer solchen Homöostasie sind teilweise interner Art, doch setzen sie zum
anderen Teil auch eine Homöostase des komplementären R^-Soma in Bezug
auf die Wechselbeziehungen mit der R^-Peristase dieses Soma voraus. An
dererseits dürfte als sicher gelten, dass die Homöostasebedingungen von der
VII. Ausblicke 63
individuellen Struktur und zeitlichen Vorgeschichte der T bestimmt werden,
die aber ganz individueller Art sind. Wegen dieser Individualität des entele-
chialen Gefiiges ist aber eine Normierung homöostatischer Bedingungen und
der zu diesen Bedingungen fuhrenden Verhaltensweisen prinzipiell unmög
lich. M. E. wird man nur feststellen, dass die peristatischen R^-Bedingungen
die Homöostase stark begünstigen können, wenn das somatische Rj-Kom-
plement (also der organische Körper) in einem harmonischen Einklang mit
der natürlichen Umgebung lebt. Auch muss sich T als Struktur psychischen
Erlebens in der somatischen Korrelation stets im R^ eine möglichst zeitstabile
Adaption schaffen, d. h., die Persönlichkeit schafft sich eine vertraute Um
gebung. Wird diese Umgebung durch fremde Manipulationen immer wieder
zerstört, so kommt es jedes Mal zu Verletzungen der T, die das Streben nach
Homöostase stören oder blockieren. Offensichtlich findet dies keinerlei Be
rücksichtigung bei der Städteplanung, verbunden mit der ständigen manipu
lierten Veränderung menschlichen Daseinsraumes. Die Folge dieser Art Stö
rungen, verursacht durch Unwissenheit und Ehrgeiz einiger weniger, ist m. E.
die gegenwärtig allgemein beobachtbare Verbreitung einer Nostalgie in den
sogenannten modernen Industriestaaten, die möglicherweise nicht ohne sehr
negative politische Konsequenzen bleiben wird, weil sich, soviel ich weiß,ein
zeitlicher Regress sehr leicht in politischen Meinungen äußern kann.
Da T als Psychostruktur interpretierbar ist und eine enge Wechselbeziehung
zwischen dem integrierenden Faktor T somatischer Elemente und dem Orga
nismus zwangsläufig besteht, wird man erkennen, dass die Psychosomatik ein
überaus entwicklungsfähiges Gebiet ist; denn jede psychische Regung, die
sich somatisch manifestiert, kann nur über diese „Körper-Seele-Wechselwir
kung"(vielleicht im Sinne eines Gleichzeitigkeitskorrelats) zu dieser Mani
festation kommen.Psychosomatisch wirdjede psychische Regung ihre Abbil
dung im Soma finden, während umgekehrtjede somatische Zustandsänderung
eine zu ihr korrelierende psychische Änderung des Korrelationsmusters der
8-Instanzen in der T zur Folge hat. So können alle internen Regungen der T als
Bildsymbole in Träumen oder Halluzinationen bewusst werden, wobei ausge
sprochen archetypische Bildsymbole häufig kollektiven entelechialen Instan
zen zu entsprechen scheinen. Von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet, könn
te man noch mancherlei zu den Schlaf- und Bewusstseinsvorgängen und der
Autosymbolik sagen, doch würde dies hier zu weit fuhren. Auch sei hier nur
kurz erwähnt, dass möglicherweise die wesentlichen Wachstumsprozesse der
T und damit verbundene Prozesse der Bewusstseinserweiterung zwar immer
durch Lemvorgänge verursacht werden, dass aber m. E. diese Lemvorgänge
64 Der kosmische Erlebnisraum des Menschen
sehr begünstigt werden, wenn einerseits die somatische Homöostasebedin
gung, also harmonischer Einklang mit der Umgebung, und andererseits eine
innerpsychische Lemmotivierung gegeben werden. Dies könnte vielleicht für
die Pädagogik von Interesse sein. Offenbar verursacht eine große Vielzahl
von Korrelationsinstanzen von T die psychosomatischen Wechselbeziehun
gen des Erlebens, die in (II) als paranormale Beziehungen zwischen den Ebe
nen virtueller und manifester Ereignisse definiert wurden. Im Allgemeinen
muss aber nicht unbedingt eine Notwendigkeit dafür bestehen, dass alle diese
Korrelationsinstanzen tatsächlich den psychosomatischen Kontakt herstellen.
Es ist wahrscheinlich denkbar, dass sich zeitweilig einzelne dieser Instanzen
vom Soma (nicht aber von der T)abkoppeln und sich aus dem in den
projizieren. In diesem Fall müsste es zu den echten paranormalen Vorgängen
kommen, und zwar zu Vorgängen der animistischen Parapsychologie. Diese
separate R^-Projektion kann entweder unmittelbar oder aber mittelbar über
eine fremde T erfolgen. Bei der unmittelbaren Projektion könnte mit dem be
treffenden R^-Bereich eine Kommunikation über die betreffende separierte
Kontaktinstanz zustande kommen,derart, dass Informationen aus dem zu dem
betreffenden momentanen Soma gleichzeitigen R3 als sogenanntes „Hellse
hen", aber aus später liegenden R^-Bereichen als Präkognition und aus früher
liegenden Bereichen als retrospektive Wahrnehmung erscheinen.Werden dage
gen Aktivitäten der T über diese separierten Kontaktinstanzen emittiert(was
nur im momentanen R3 möglich zu sein scheint), dann kommt es zu den ani
mistischen Phänomenen der sogenannten Telekinese, Bilokation usw. Erfolgt
dagegen die Projektion mittelbar über eine fremde T, dann können die ani
mistischen Phänomene der sogenannten „Telepathie" oder des sogenannten
„Gedankenlesens" festgestellt werden. Für dieses Bild spricht die angeblich
beobachtete Entfemungsunabhängigkeit paranormaler animistischer Übertra
gung. Wegen der vom Soma unabhängigen zeitlichen Stabilität der T erscheint
in diesem Schema das Ableben des organischen Körpers in einem besonders
interessanten Licht. Während dieses Prozesses wird nämlich der integrierende
Faktor somatischer Elemente in die Schar der Pararäume zurückgenommen,
was während eines nicht genau bestimmbaren Zeitintervalls sozusagen auf
einer postmortalen, aber zeitartigen Extinktionsdiskriminante der x^-und x^-
Ausdehnungen des somatischen Wirkungsgefüges erfolgt. Einerseits hat diese
Rücknahme des integrierenden Faktors den Zerfall des Organismus,also seine
Desintegration in die Elementarbestandteile zur Folge, während andererseits
sämtliche Kontaktinstanzen freigesetzt werden, aber die personale Integrität
der T erhalten bleibt. Dies bedeutet nicht nur, dass eine postmortale Erlebnis-
VII. Ausblicke 65
Zähigkeit jenseits des Rjin der Schar der Parallelräume gegeben ist, sondern
dass mch paranormale spirituelle Phänomene denkbar sind, wenn unter noch
nicht klaren Bedingungen die freien Kontaktinstanzen der postmortalen T zur
Projektion in den emittiert werden können; wobei die verursachten pa
ranormalen Phänomene jedoch von den animistischen nicht unterscheidbar
sind. Die empirische Trennung wäre hier von hoher Essentialität. Man könn
te zunächst versuchen, eine Psychoanalyse parapsychologischer Phänomene
durchzuführen und mit einer Psychoanalyse der am Phänomen beteiligten Per
sonen zu vergleichen. Da ich mich für derartige Experimente als inkompetent
bezeichnen muss, lag es für mich näher, zu versuchen, ob man in Erfahrung
bringen kann, wie sich die freien Kontaktinstanzen während derpostmortalen
Extinktionsdiskriminante umstrukturieren und welche Eigenschaften diesem
System nach dieser Umstrukturierung zukommen.Anschließend war für mich
die Frage zu stellen, wie durch ein geeignetes kraftfeldphysikalisches Sys
tem die Projektionsbedingung in die R^-Mannigfaltigkeit in reproduzierbarer
Weise verursacht werden kann,derart, dass aufgrund dieser Umstrukturierung
die postmortale T Informationen in abfragbarer Weise in den momentanen R^-
Zustand emittieren kann, was dann für nichtumstrukturierte separierte Kon
taktinstanzen prämortaler T unmöglich ist.'
Nach meinen Erfahrungen mit der Anwendung einer entelechialen Logik
auf die T des Bildes B aus (VI) möchte ich die Vermutung äußern, dass die
Phänomene der animistischen und spirituellen Parapsychologie entweder
überhaupt nicht oder gleichermaßen existieren und im Falle ihrer Existenz
wie die psychosomatischen Korrelationen aufdas gleiche Prinzip der paranor
malen Wechselbeziehung virtueller und manifester Ereignisse zurückgehen.
Eine Kontroverse zwischen animistischer und spiritistischerAuffassung para
normaler Vorgänge scheint mir unter diesem Gesichtspunkt wenig sinnvoll zu
sein, weiljedes Argument für die eine Gruppe von Phänomenen zwangsläufig
auch ein Argument für die andere Gruppe ist. Die Frage kann daher nur noch
nach der Existenz oder Nichtexistenz derartiger Phänomene überhaupt ge
stellt werden. Aufgrund meiner Erfahrungen könnten aber durchaus Systeme
im R3 gefunden werden, die zumindest den Nachweis postmortaler Vorgänge
unabhängig von sogenannten „Medien" und anderen zweifelhaften Dingen
bringen können, was dann auch ein Argument für die Möglichkeit animisti
scher Vorgänge ist. Da die Frage nach dtr postmortalen Erlebnisfähigkeit bei
personaler Integrität in einem völlig anderen Existenzzustand außerhalb des
'Postmortale Zustände?, s. S. 139-228.
66 Der kosmische Erlebnisraum des Menschen
praktisch alle Weltreligionen betrifft, sei mir im Rahmen der diskutierten
Ausblicke an dieser Stelle eine ganz persönliche Meinung zur allgemeinen
Theologie gestattet, die anregen soll, aber keinerlei Anspruch auf eine fach
liche Qualifikation erheben kann.
Einerseits steht und fällt eine Religion mit dem Gottesbegriffund anderer
seits wird der Grad des Lebens einer Religion von dem Maß abhängen,in dem
ihre Inhalte breiteste Menschenmassen erreichen und von diesen angenommen
werden. Es gibt eine ganze Reihe von Gottesbeweisen, von denen mir der Got
tesbeweis der causa prima — von meinem Gesichtspunkt aus-am bündigsten
zu sein scheint. Allerdings würde ich es für besser halten, den Begriff Gottes-
feeweis durch den BegriffGotteserweis zu ersetzen. Da die Beweisführung der
causa prima einen zeitlichen Weltanfang vor einer endlichen Vergangenheit
postulieren muss, um sinnvoll zu sein, haftet auch dieser Beweisführung ein
spekulatives Element an; denn die Frage nach einem solchen Weltanfang liegt
als kosmologische Frage meines Erachtens auch außerhalb der Kompetenz
grenzen des theologischen Aspekts. In der offiziellen heutigen Kosmologie
hingegen gibt es die verschiedensten Weltmodelle, die nicht notwendig einen
zeitlichen Weltanfang vorauszusetzen brauchen, sodass auch von dieser Seite
die Frage nicht entschieden werden kann. Die vorangegangenen Betrachtun
gen (II) bis (VI) sollten den Weg meiner eigenen Studien auf diesem Gebiet
schildem. Hier wurde kein Modell postuliert, vielmehr ergaben sich die bei
den Bilder A und B mehr deduktiv. Da nun das Bild B als einzige Möglichkeit
die kosmischen Elementargrößen in quantitativ überprüfbarer Weise richtig
wiedergibt, derart, dass A aufgegeben wurde, scheint die Transkosmologie B
aus (VI) in ihrer Kosmogonie eher kompetent zu sein, die Frage nach dem
Weltanfang zu entscheiden. Aus B kann aber ohne Spekulation die Existenz
des zeitlichen Weltanfangs vor einem endlichen Weltalter T < «> deduziert und
die Aussage r|'- r| = a (reelle Lösungen) über das Protouniversum im zeitli
chen Nullpunkt gemacht werden. Wird die etwas spekulative Beweisführung
der causa prima durch diese Kosmogonie aus dem Bild B ergänzt, dann wird
m.E.jedes spekulative Element eliminiert und die Beweisführung wird zu ei
nem objektiven Existenznachweis. Allerdings tritt noch eine andere Schwäche
dieser Beweisführung in Erscheinung; denn es wird eine Auffassung der Zeit
als dynamischer Ablauf oder Fortgang unterstellt, die nicht eindeutig ist. Die
Existenz der causa prima ist aber allein an dieses Bild gebunden. Das andere
logisch mögliche Bild eines Zeitverständnisses ist statischer Art und kenn
zeichnet das Bild B aus (VI). Hier erscheint die Zeit als das im R^ liegende
VII. Ausblicke 67
Äon der R^-Struktur zusammen mit der spiegelsymmetrischen Antiraumzeit,
wodurch sich sozusagen die Ewigkeit in der Zeitlichkeit des Äon inkamiert.
Eine ablaufende Zeit wird durch die Teilnahme des Bewusstseins einer T an
einer kosmischen Bewegung im festliegenden Areal des R^-Unterraumes
vorgetäuscht, sodass der Begriff der causa prima hier den ursprünglichen
Sinn verliert; denn Proto- und Endzeituniversum sind nur die geometrischen
Grenzen dieses Raumzeitareals. Die gesamte Raumzeit und Antiraumzeit mit
den Scharen von Pararäumen stellen indes eine Strukturierung des R^ dar,
die niemals aus sechs Zahlengeraden der R^-Koordinaten allein verstanden
werden kann. Die gesamte Weltstruktur erscheint hier als die Manifestation
eines dunklen, irrationalen Hintergrundes von Gesetzmäßigkeiten, die teil
weise durch das Bild B beschrieben werden können. Man muss meines Er
achtens nach der Herkunft dieser Gesetzmäßigkeiten fragen und kommt dann
zu dem Schluss, dass es einen Existenz- oder Seinsgrund der Weltstrukturen
geben muss, der selbst außerhalb dieser gesamten Weltstruktur liegt. Nun erst
wird die Synthese der beiden möglichen Zeitauffassungen durchfuhrbar und
es zeigt sich, dass die causa prima der Beweisführung mit diesem Seinsgrund
identisch ist. Aufdiese Weise wurde auch das willkürliche Element eliminiert,
das auf die spezielle Auffassung des Zeitbegriffes zurückgeht.
Wenn auch auf diese Weise ein objektiver Gotteserweis erbracht werden
kann, dessen kosmologische Seite zugleich viele Fundamentalprobleme der
heutigen theoretischen Physik löst, dann bedeutet dies noch nicht, dass durch
derartige Erkenntnisse zwangsläufig religiöse Erlebnisse oder eine religiöse
Betroffenheit ausgelöst werden kann. Überhaupt sei hier mit aller Eindring
lichkeit gesagt, dass eine Mathematisierung des Gottesbegriffs oder der In
halte religiösen Erlebens grundsätzlich unmöglich ist und auch niemals zur
Diskussion stehen sollte. Es würden in völlig unzulässiger Weise die Kom
petenzgrenzen des Quantitätsaspekts überschritten. Ähnliche unzulässige
Grenzüberschreitungen wären auch dann gegeben, wenn man versuchen wür
de, vom theologischen Aspekt her die Probleme der theoretischen Physik zu
lösen. Im Fall der Ergänzung des Gotteserweises der causa prima - wie sie
im Vorangegangenen als Anregung vorgeschlagen wurde-liegt dagegen kei
ne unzulässige Grenzüberschreitung vor; denn die theologische Schlussweise
fuhrt zu einer Kardinalfrage, deren Beantwortung im Kompetenzbereich des
Quantitätsaspekts liegt. Möglicherweise liegt hier ein kleiner Abschnitt ge
meinsamen Grenzverlaufs vor.
Unabhängig vom Gottesbegriff muss eine lebendige Religion breiteste
Bevölkerungsschichten erreichen und von diesen Schichten angenommen
68 Der kosmische Erlebnisraum des Menschen
werden, d. h., sie muss gewisse Elementarfragen menschlichen Daseins be
antworten, die von keiner Ideologie beantwortet werden können. In einer dem
momentanen Wissen der Zeit entsprechenden glaubwürdigen Weise müs
sen die Fragen nach dem Sinn des Daseins und der Bedeutung des Todes im
menschlichen Leben beantwortet werden.
Werden diese beiden Grundfragen menschlichen Seins entweder überhaupt
nicht oder(bezogen aufdas momentane Zeitwissen)unglaubwürdig beantwor
tet, dann wird sich zwangsläufig eine allgemeine Todesangst ausbreiten bei
gleichzeitiger Negation des als sinnlos empfundenen Daseins. Man könnte
nach den Gesellschaftssystemen in den sogenannten modernen Industriestaa
ten fragen. Der Philosoph A. Plack stellt in sehr plausibler Weise fest, dass
es überhaupt keine verschiedenen Gesellschaftssysteme,sondem nur eine ein
zige Form der Gesellschaft in diesen Staaten gibt - nämlich die Konkurrenz
gesellschaft, in der weniger die Leistung als vielmehr der Erfolg alleiniger
Wertmaßstab ist. Typisch für eine Konkurrenzgesellschaft ist nach Plack die
Möglichkeit des Aufstiegs auf Erfolgsleitem, derart, dass die letzte Sprosse
einer Leiter stets die erste Sprosse der nächsten ist. Auf diese Weise wird eine
zeitliche Grenzenlosigkeit vorgetäuscht, die in subtiler Weise zur Verdrängung
einer allgemeinen Angst vor der zeitlichen Begrenztheit des Daseins beiträgt.
Die Konkurrenzgesellschaft erweist sich demnach als die Versteinerung ei
ner allgemeinen Todesangst. Andere Symptome, die in diese Richtung wei
sen, sind beispielsweise die für Konkurrenzgesellschaften charakteristische
Jugendheroisierung bei gleichzeitiger Abwertung des Alters oder die Tabui-
sierung und Verdrängung des Todes aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit.
Wenn nun aber in breitesten Schichten einer Bevölkerung der zujedem Leben
gehörende Tod als Verlöschen des Lebens in einem Nichts verstanden wird,
dann ist es nur allzu verständlich und vernünftig, das persönliche Streben
nach Genuss zur obersten Lebensmaxime zu machen; denn wenn das Leben
in einem Nichts endet, ist das Bewusstsein seiner völligen Sinnlosigkeit nur
allzu gerechtfertigt. Da aber Genuss und Konsum nur durch die materiellen
Erfolge reinen Profitstrebens ermöglicht werden können, muss sich bei gro
ßen Menschenmassen zwangsläufig die verhängnisvolle Mentalität des skru
pellosen merkantilen Egoismus herausbilden. Für diese Mentalität ist alles
(erschreckenderweise auch humane Werte)nur Ware, und der einzige Lebens
sinn liegt im Profit am Umsatz dieser Ware. Hieraus ergibt sich von selbst
eine Missachtung fremden Lebens, das nur als Ware verstanden wird, sofern
es nicht zur Erfüllung grotesk übersteigerter Genusswünsche dienstbar ge-
VII. Ausblicke 69
macht werden kann. Typische Symptome dieser Mentalität äußern sich m. E.
in der beobachtbaren Brutalisierung und der steigenden Kriminalität. Ein an
derer Ausdruck des als sinnlos empfundenen Lebens dürfte u. a. auch in der
Rauschgiftsucht gesehen werden. Dieser stark entropieerhöhende und daher
desintegrierende Charakter urbaner Konkurrenzgesellschaften bringt schließ
lich den Massenmenschen hervor, den Ortega y Gasset folgendermaßen
kennzeichnet: Der Massenmensch ist charakterisiert durch die ungehemmte
Ausdehnung seiner Lebenswünsche und seiner Person und durch die grund
sätzliche Undankbarkeit gegen alles, was ein reibungsloses Dasein ermöglicht
hat. Und er ist von seiner Umwelt verwöhnt worden. Jemanden verwöhnen
heißt, seine Wünsche nicht beschneiden,ihm den Eindruck vermitteln, dass er
alles darf und zu nichts verpflichtet ist. Nichts beschäftigt ihn so sehr wie sein
Wohlbefinden und zugleich arbeitet er den Ursachen dieses Wohlbefindens
entgegen. Da er in den Vorteilen der Zivilisation nicht bewunderungswerte
Erfindungen und Schöpftingen erblickt, die nur mit großer Mühe und Umsicht
erhalten werden können,glaubt er, seine Rolle beschränke sich darauf, sie mit
lauter Stimme zu fordern, als wären sie angeborene Rechte. Er kann sich in
einer Welt des Überflusses einrichten, von der er nur die scheinbare Üppigkeit
der Mittel, aber nicht ihre Schwierigkeiten sieht.
Aus diesen soeben aufgefiihrten Symptomen glaube ich schließen zu können,
dass zumindest in der heutigen Zeit im Bereich modemer Industriestaaten die
beiden oben zitierten Kardinalfragen menschlichen Daseins von den Religio
nen nicht mehr in adäquater Weise beantwortet werden können, was die Ge-
fuge der Konkurrenzgesellschaften vemrsacht.
Man könnte das Auftreten der Vermassung als zwar unerfreuliche, aber vor
übergehende Naturerscheinung bagatellisieren. Nach meiner Auffassung soll
te man diesjedoch aufkeinen Fall tun, weil den Einzelindividuen in den Kon
kurrenzgesellschaften einerseits durch industrielle Technologien und anderer
seits durch das Prinzip demokratischer Gleichberechtigung beträchtliche tech
nische Machtmittel verfugbar sind. Der normale Trieb zur individuellen Ge
staltung einer Umgebung wird sich angesichts derartiger technischer Machtbe
fugnisse in einen disziplinlosen Wachstumswahn pervertieren; insbesondere
dann,wenn die zügellose Expansion eine Selbstdarstellung an sich bedeutungs
loser Persönlichkeiten im Sinne einer maßlosen Wertüberhöhung vortäuscht.
Wird dieser Wachstumswahn mit dem skrupellosen merkantilen Egoismus ge
koppelt(was regelmäßig der Fall sein dürfte), dann entsteht das Bewusstsein
des wachstumsbesessenen Profitmaximierers, der dem Wahn verfallen ist, es
70 Der kosmische Erlebnisraum des Menschen
wäre sein Recht und diene dem Fortschritt, alles zu vemichten, was seinem
Profitstreben und seiner Expansion im Wege ist. Fortschritt verkehrt sich durch
Wachstumswahn und Profitgier (gepaart mit maßlosen Machtansprüchen) in
extrem gefährlicher Weise zum Fortschritt einer Selbstmordgesellschaft auf
dem Weg zum Friedhof. Allein die Baumegalomanie ständig expandierender
Urbanisation und der Automobilismus reichen bereits aus, die lebendige Na
tur entweder direkt oder durch Zerstörung ökologischer Wechselbeziehungen
zu vernichten. Wenn aber beispielsweise die lebendige Flora zerstört wird,
entfallt der regenerierende Faktor unwiederbringlicher und absolut notwen
diger Rohstoffe des Lebens, nämlich Atemluft und Trinkwasser. Bei weiterer
disziplinloser Vermehrung der Weltbevölkerung und wachsender Vernichtung
der Natur in Kombination mit progressiver Vergiftung der Atemluft und des
Trinkwassers muss m.E. das Gefüge der von wachstumsbesessenen Profitma-
ximierem bestimmten Konkurrenzgesellschaften in naher Zukunft unweiger
lich in einen globalen sozioökologischen Kollaps geraten. Nach H. Stumpf ist
die Deutsche Bundesrepublik in dieser Beziehung besonders gefährdet. Es ist
mit großer Sicherheit zu schließen, dass ein solcher Kollaps in Wahrheit eine
Katastrophe von einem nicht übersehbaren apokalyptischen Ausmaß ist, weil
nach H. Hoffmann direkte Wechselbeziehungen zwischen lebensfeindlichen
Umweltgestaltungen - motiviert durch Machtrausch, Wachstumswahn und
Profitgier- und absolut tödlich wirkenden Krankheiten bestehen.
Dieses äußerst gefahrliche lebensbedrohende Selbstmordprogramm kann
meines Erachtens niemals durch Appelle an die Vernunft oder den guten
Willen und auch nicht durch Gewalt, sondem allein durch eine tiefgreifende
Bewusstseinsänderung der Mitglieder unserer Konkurrenzgesellschaften ab
gestellt werden. Allerdings kann diese Bewusstseinsänderung auch nicht aus
den Grundlagen einer Konkurrenzgesellschaft kommen; denn die notwendige
Solidarisierung ist hier unmöglich, weil zwischenmenschliche Beziehungen
durch das Prinzip der Konkurrenz(jeder ist Konkurrent und damit potentieller
Feind eines jeden) bereits weitgehend reduziert oder sogar zersetzt werden.
Nur eine Beantwortung der Grundfragen nach dem Tod und Sinn menschli
chen Lehens kann m. E. diese notwendige Bewusstseinsänderung auslösen,
sofern die verbliebene Zeitspanne bis zum sozioökologischen Kollaps aus
reicht.
Aufgrund des von der Transkosmologie vermittelten Bildes der T als Welt
struktur in der Schar von Pararäumen über dem R^ glaube ich sagen zu kön
nen, dass meines Erachtens die Frage nach der Bedeutung des menschlichen
VII. Ausblicke 71
Todes mit Sicherheit beantwortet werden kann, wenn man sich entschließen
würde, die erwähnten diesbezüglichen Untersuchungen auf eine solide Basis
zu stellen.® Eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn menschlichen Daseins
bleibt dagegen offen, doch kann man aus einer Erkenntnis der Bedeutung
des menschlichen Todes mit großer Wahrscheinlichkeit zumindest gewis
se Richtlinien ablesen. Trotz der gegenwärtigen Situation besteht m. E. aus
diesen Gründen noch kein Anlass zur Resignation. Jeder halbwegs vernünf
tige Mensch wird die Motivierungen seines Handelns und Denkens ändern
und den notwendigen Prozess einer Bewusstseinsänderung erfahren, wenn er
mit einer Antwort auf die Frage nach der Bedeutung seines eigenen physi
schen Endes in einer dem heutigen Menschen adäquaten nachprüfbaren Weise
konfrontiert wird und zu begreifen beginnt, dass dieser Tod kein einfaches
Verlöschen, sondern der Übergang in einen anderen Existenzzustand unter
Beibehaltung personaler Integrität und personaler Erlebnisföhigkeit ist. Die
durch einen solchen Bewusstseinsprozess veränderten Motivierungen werden
aber den Motivierungen einer Konkurrenzgesellschaft und des als Selbstzweck
verstandenen Profit- und Machtstrebens diametral gegenüberstehen und der
Konkurrenzgesellschaft die Basis entziehen. Es wird sich dann zeigen, dass
es einen sehr subtilen Elementartrieb zur Differenzierung und Vervollkomm
nung der Tgibt. Vom Grad einer solchen Vervollkommnung von T hängt nach
meinen Erfahrungen allein die Erlebnisfahigkeit nach dem Übergang in den
anderen Existenzzustand ab, doch ist diese Vervollkommnung und Differen
zierung der T nur möglich, solange die T als integrierender Faktor des Wir-
kungsgefuges eines Rj-Soma erscheint. Man wird lernen müssen, dass der in
der heutigen Zeit häufig verwendete Begriff der Lebensqualität sich nur auf
Richtlinien des gesellschaftlichen Lebens beziehen kann, die eine optimale
Erfüllung dieses Elementartriebes ermöglichen, dass aber Lebensqualität auf
keinen Fall als Gradmesser bloßen materiellen Wohlstandes verstanden wer
den darf, weil dieser Wohlstand nur Mittel zur Erfüllung des Elementartriebes
der T sein kann, niemals aber Selbstzweck. Darüber hinaus scheint mir nach
dem oben angeführten Adaptionsprinzip der harmonische Einklang mit der
natürlichen R^-Peristase (also der natürlichen Umwelt während der Lebens
dauer)ebenfalls eine notwendige Voraussetzung für die Erfüllung des Triebes
zur Vervollkommnung und Differenzierung der T zu sein, die sich nur wäh
rend der physischen Lebensdauer des Soma vollziehen kann. Es ist offenbar
am wichtigsten, dass das Bewusstsein in der Materie wirksam wird und eine
»Ebd.
72 Der kosmische Erlebnisraum des Menschen
lebensvolle Charaktergröße entfaltet, aufdass der Geist bedeutend gelebt wer
den kann; denn nur so wird die in den Vemunftwesen angelegte Sinngebung
einer Verwirklichung genähert,ein Spiegel des ganzen Universums zu sein,in
dessen Licht sich die Urgedanken aus dem Grund der Weltenseele - also dem
geistigen Hintergrund der Natur- selber bewusst werden.
DER ELEMENTARPROZESS
DES LEBENS
VORWORT
Burkhard Heim gibt in den Schriften Der kosmische Erlebnisraum des Men
schen,Der Elementarprozess des Lebens und Postmortale Zustände? Die te-
levariante Area integraler Weltstrukturen aufder Basis der sechs Koordinaten
seines sechsdimensionalen Welttensoriums R^ des Teiles a (Physis) der Welt
eine eingehende Analyse der Aktualisierungsmöglichkeiten des menschlichen
Lebensvollzugs. Er greift hierbei die von mir betonte vierfache Konturierung
des Seins, nämlich Physis,Bios,Psyche und Pneuma(Geist) auf.
- Der Existenzbereich a, die Physis, umfasst die Gesamtheit aller Gesetz
mäßigkeiten anorganisch-materiellen Geschehens, also sämtliche Varian
ten physikalischer und chemischer Gesetze.
- Der Existenzbereich ß, der R/oj, bezeichnet die Gesamtheit aller biologi
schen Gesetzmäßigkeiten.
- Der Existenzbereich y, die Psyche, impliziert die Gesamtheit der Gesetze
psychischer Verhaltensweisen.
- Der Existenzbereich 5, das Pneuma, beinhaltet die Gesamtheit mentaler
Gesetzmäßigkeiten.
Diese Gliederung ist nach Heim in einer hierarchischen Form 6^ y —♦ ß a
ineinandergefügt, wobei der Begriff „Existenzbereich" metaphorisch zu ver
stehen ist.
In der vorliegenden Arbeit befasst sich Heim mit dem Existenzbereich ß,
dem Bios, d. h. mit den materiellen Strukturen, die bei konstanter Form und
konstanter Struktur ihre Textur im Sinne eines Stoffwechsels, eines Materie
austausches mit der Umgebung, permanent ändern. Als Grundlage diente sein
Beitrag in A. Resch (Hg.): Paranormale Heilung (Innsbruck: Resch, 1977),
der für diese Veröffentlichung neu überarbeitet wurde.
Innsbruck, 24. Juli 1982 Andreas Resch
Die hier vorgelegte Gesamtbeschreibung des Lebens als Existenzbereich des
Bios greift über die feststellbaren quantitativen Ereignisfolgen hinaus die la
tenten qualitativen Ursachen auf, um alle biologischen Gesetzmäßigkeiten des
Lebens aufzuzeigen. Der Bereich der logischen Sätze des Bios erweist sich
nämlich als ein Teilbereich der Weltganzheit neben der Physis.
76 Der Elementarprozess des Lebens
Diese qualitative Beschreibung des Bios wurde dann in der 1995 erfolgten
Erweiterung von Rg aufR,2 auch theoretisch untermauert, wie der Beitrag Ein
Bild vom Hintergrund der Welt in diesem Band verdeutlicht.
Innsbruck, 29. Oktober 2008 Andreas Resch
I. Empirie der Organismen 77
1. EMPIRIE DER ORGANISMEN
1. Das gegenwärtige Erscheinungsbild
Werden die Ergebnisse einer makromaren physikalischen Naturbeschreibung
zusammengefasst,dann kann festgestellt werden,dass alle sinnlich wahrnehm
baren Erscheinungsformen in Raum und Zeit definierte materielle Strukturen
im Sinne zeitlich funktioneller Wechselwirkungssysteme sind. Eine materiel
le Struktur erfüllt immer ein endliches und definiertes, also geometrisch be
grenztes Volumen des reellen physischen Raumes, in welchem der jeweilige
Momentzustand des Universums gegeben ist. Die Einzelelemente dieser mate
riellen Strukturen sind zugleich die Quellen der Wechselwirkungen,durch die
es zu einem funktioneilen Zusammenhang kommt;denn jede materielle Struk
tur muss als Konfigurationsfeld aufgefasst werden, dessen Elemente durch
emittierte und absorbierte Wirkungsfelder in zahlreichen Zusammenhängen
stehen. Der Zustand einer materiellen Struktur wird in jedem Fall durch drei
Eigenschaften bestimmt, nämlich durch die geometrische Form, die innere
Strukturierung (Funktion) und die Textur, also die substantielle Zusammen
setzung. Wenn Wechselwirkungen zu einem zeitlich stationären Zustand füh
ren, dann kommt es zu einem statisch oder dynamisch stabilen Zustand; das
heißt, das Wechselwirkungssystem bleibt in seinem Zustand zeitlich konstant.
Erst wenn dieser stationäre Wechselwirkungszustand zeitlich gestört wird,
können Labilitäten auftreten, die zu einer zeitlichen Zustandsänderung der
Struktur fuhren, wobei unabhängig voneinander Form, innere Strukturierung
oder Textur variieren.
Im Allgemeinen genügen derartige materielle Systeme den physikalischen
Erhaltungsprinzipien und dem Entropieprinzip sowie im makromaren Bereich
dem Kausalitätsprinzip. Neben diesen materiellen Prozessen werden aber
noch materielle Strukturen beobachtet, die bei konstanter Form und konstanter
Struktur ihre Textur permanent ändern, und zwar im Sinne eines Stoffwech
sels, also eines Materieaustausches mit der Umgebung. Der interne Zustand
wird in diesem Fall erfahrungsgemäß nicht durch einen stationären Prozess
stabilisiert, so dass diese Strukturen ständig labil sind. Dennoch wird beob
achtet, dass sie während bestimmter Zeitintervalle (für die betreffende Art
typisch) existieren und sich selbst erhalten - dies entgegen der allgemeinen
Tendenz der Umgebung, die Entropie zu erhöhen,so dass diese als organisch
bezeichneten überaus komplexen Strukturen während ihrer Existenzdauer dem
Entropieprinzip nicht zu genügen scheinen. Im Allgemeinen wird auch ein
78 Der Elementarprozess des Lebens
weitgehend akausales Verhalten festgestellt, so dass auch das Kausalitätsprin
zip trotz der makromaren Größenordnung nicht erfüllt wird. Charakteristisch
für diesen als Leben bezeichneten Vorgang ist die Beobachtungstatsache, dass
Organismen nur von parentalen Fortpflanzungseinheiten der gleichen Art er
zeugt werden können. Nach dieser Zeugung des Organismus, also nach dem
Zeitpunkt des Lebensbeginns, schließt eine ontogenetische Evolution im Sin
ne eines organischen Wachstums an. Nach Ablauf der Lebensdauer, während
der sich der Organismus trotz seiner Labilität selbst erhält, also nach dem
Zeitpunkt des Todes, beginnen die Prinzipien der Entropie und Kausalität zu
wirken.
Eine allgemeine Empirik der lebenden Organismen zeigt, dass es in Bezug
auf den Stoffwechsel grundsätzlich zwei Klassen von Lebewesen gibt, näm
lich autotrophe und heterotrophe Organismen.
Die autotrophen Organismen nehmen die zum Stoffwechsel notwendige
Substanz unmittelbar aus der umgebenden anorganischen Materie, während
die heterotrophen Organismen organische Substanz anderer Lebewesen auf
nehmen. Auch gibt es heterotrophe Organismen, welche organische Substanz
wieder in anorganische Materie reduzieren. In jeder dieser Hauptklassen
erscheinen Lebewesen als offene oder geschlossene Systeme i. B. auf das
Wachstum im Rahmen einer nicht vorherbestimmbaren Sprossung, oder aber
das Wachstum verläuft völlig vorherbestimmbar im Rahnen einer festliegen
den Form.
Wird die Energiebilanz beim Stoffwechsel untersucht, so ergibt sich fol
gende Gesetzmäßigkeit; Bei autotrophen Lebewesen veräufl der Stoffwechsel
immer endotherm, so dass die Entropie der aufgenommenen anorganischen
Substanz nach dem Durchsatz vermindert erscheint. Im Gegensatz dazu ver
läuft der Stoffwechsel heterotropher Organismen im Allgemeinen exotherm,
das heißt, die Entropie wird nach dem Durchsatz erhöht. Eine Analyse orga
nischer Bestandteile der Organismen zeigt, dass die materielle Basis aller ter
restrisch beobachtbaren Lebensvorgänge die C-Chemie ist.
Aufgrund ihrer endothermen Natur erscheinen autotrophe Organismen ve
getativ (im Allgemeinen stereotyp), während die exothermen heterotrophen
Organismen das Bild animalischer(meist motorischer) Formen zeigen. Dem
entsprechend werden eine aus vegetativen Organismen bestehende Population
als Flora und eine aus animalen Organismen bestehende Population als Fauna
eines Biotops definiert.
Eine sehr große Zahl vegetativer und animaler Organismen besiedelt je
den terrestrischen Biotop optimal, derart, dass die betreffenden Populationen
I. Empirie der Organismen 79
dem jeweiligen Biotop auch optimal angepasst erscheinen. Hieraus resultiert
unmittelbar die Tendenz zur optimalen Selbsterhaltung und Selbstentfaltung
organischer Strukturen unter vorgegebenen Bedingungen.
Flora und Fauna erscheinen stets in enger symbiotischer Korrelation, doch
werden auch die vielfaltigsten Untersymbiosen einzelner Arten von Organis
men beobachtet, die mit der gleichen Zielstrebigkeit aufoptimale Selbsterhal
tung, aber auch Selbstentfaltung der betreffenden Arten als Finalbestimmung
hinweisen,sofern diese Symbiosen positiv sind,also allen Komponenten(sym-
biotischen Partnern) gleichermaßen optimale Bedingungen liefern. Negativ
wird eine Symbiose dann, wenn sie einen parasitären Charakter annimmt,
d. h., wenn die als Parasiten bezeichnete Gruppe eine optimale Selbstentfal
tung bei starker Reduktion oder Vernichtung der anderen Organismengruppe,
also der Wirtsorganismen, erfährt.
Derartige Symbiosen sind offensichtlich nur Sonderfälle einer allgemeinen
sozialen Korrelation; denn es scheint für organische Strukturen charakteris
tisch zu sein, dass stets in sich abgeschlossene, autonome, organische Enti-
täten die Tendenz zeigen, im Sinne derartiger Korrelationen übergeordnete
Entitäten als funktionelle Strukturen zu organisieren. So sind die Einzelor
ganismen als Elemente symbiotischer oder staatenbildender Sozietäten ihrer
seits durch die Organisation von Organverbänden und Einzelorgane durch die
Organisation von zellulären Gewebselementen definiert, während die Struktur
der Einzelzelle über Organellen und Mizellen letztlich zu funktionsfähigen
organischen Molekülen fuhrt. So erscheint(nach H. Staudinger) die Materie
einer organischen Struktur bis in den Molekularbereich durchstrukturiert, für
den dann die Strukturprinzipien anorganischer Atomistik gelten und bis in
den Bereich subnuklearer Elementarstrukturen weisen. Andererseits erscheint
diese durchgehende Struktunerung keineswegs kontinuierlich, sondern viel
mehr als eine hierarchische Strukturierung von Organisationsbereichen, die
wiederum lameliiert sind. Kennzeichnet die in Klammem gesetzte Ziffer als
Indizierung den Beginn eines Organisationsbereiches, dann könnte für die
se hierarchische Schichtung derartiger organischer WirkungsgefÜge das fol
gende Schema angegeben werden:
(0)Anorganischer atomistischer Bereichü^ funktionsfähige organische Ein
zelmoleküle funktioneller Molekularverbund ^ Mizellen und Organellen
-> Einzelzelle(autonom als Einzeller)Ei Zellverbund zu spezifischem Gewe
be ^ Gewebsverbund zum Organ Organverbund zum Organismus(auto
nome Form: Vielzeller) Ei symbiotische oder staatenbildende Sozietäten Ei
Population des vorgegebenen Biotops.
80 Der Elementarprozess des Lebens
In diesem Schema könnten Viren oder Miasmen als autonome Formen von
(1) aufgefasst werden. Als Folge der sozialen Korrelation der eine Schichtung
aufbauenden Entitäten erfüllen diese Entitäten Spezialfunktionen innerhalb
der organischen Struktur, die jedoch im Falle traumatischer Störungen (ver
bunden mit einem teilweisen Ausfall)von anderen Entitäten dieser Schichtung
ersatzweise mit übernommen werden können. Somit erscheinen diese Schich
tungen als Wirkungsgefüge, was beispielsweise am plasmareichen Gewebe
des venösen Sinusknotens bzw. des Atrioventricularknotens im Myocard oder
bei gewissen Ausfällen im Bereich des Cerebrospinalsystems recht gut zu er
kennen ist. Aufgrund dieses Sachverhaltes können also organische Struktu
ren empirisch als hierarchisch geschichtete Wirkungsgefüge definiert werden.
Diese Definition geht offensichtlich allein aufden empirischen Begriffder so
zialen Korrelation zurück. Unter einer solchen sozialen Korrelation werde im
Folgenden die mehr oder minder starke Wechselbeziehung lebender Entitäten
zu Entitäten höherer Ordnung (organische Strukturen) verstanden, wobei die
se organischen Formen typische eng tolerierte (also diskrete) Eigenschaften
funktioneller Struktur,Textur und Morphologie im Sinne spezifischer,vonein
ander getrennter Arten aufweisen, derart, dass bei den Einzelindividuen ei
ner Art niemals eine relative (sekundäre)Zweckmäßigkeit, sondern stets nur
eine aufdas Individuum selbst bezogene immanente primäre Zweckmäßigkeit
festzustellen ist.
Die Beobachtung der Fortpflanzung von Organismen zeigt, dass die Fort-
pflanzungsfahigkeit nach einem artspezifischen Lebensalter einsetzt, und dass
die parentale Fortpflanzungseinheit hereditär physische Artmerkmale, aber
auch individuelle Merkmale der Vorfahren an die Folgegeneration weitergibt,
derart, dass die typischen Kennzeichen der Organismenart während der gan
zen Phylogenese dieser Art erhalten bleiben. Alle diese hereditären, also im
Erbgang weitergegebenen Merkmale liegen demnach genotypisch als Potenz
des möglichen Habitus nach der Zeugung im Keim des zukünftigen Lebewe
sens vor. Dieser Genotypus bestimmt deshalb die Möglichkeiten der zukünf
tigen Ontogenese, doch bilden die allgemeine Symbiose zwischen Flora und
Fauna sowie die Umweltbedingungen des Biotops zusammen die Peristase
der ontogenetischen Evolution. Durch das Wirken dieser Peristase wird aber
die Ontogenese so beeinflusst, dass sich die möglichen Potenzen des Genoty
pus verschiedenartig entfalten,so dass durch die Wechselbeziehung zwischen
Peristase imd Genotypus der tatsächlich manifest werdende Phänotypus ge
prägt wird.
I. Empirie der Organismen 81
Die histologischen, biochemischen und molekularbiologischen Befunde wei
sen daraufhin, dass alle organischen Strukturen aus zellulären Letzteinheiten
(im Sinne autonom möglicher Entitäten) gewebsartig aufgebaut sind. Diese
Zellen erweisen sich als diejenigen lebenden Entitäten, in denen sich die Kor
respondenz makroskopischer Strukturen in den Molekularbereich vollzieht.
Im Allgemeinen umschließt ein semipermeables Diafragma als doppelt kon-
turierte Zellmembran das Cytoplasma, dessen Mizellenstruktur durch funk
tionale Wirkungssysteme der verschiedenen Enzyme auf der Basis von Pro
teinstrukturen zurückgeht (in Wasser als Reaktionsmedium), von denen die
Synthese- und Abbauvorgänge des Zellstoffwechsels im Sinne der Erhaltung
und Funktion der Zelle gesteuert werden. Neben diesem System von mole
kularen Proteinstrukturen primärer bis quartärer Art erscheinen noch Deso
xyribonukleinsäurestrukturen und solche der Ribonukleinsäure, welche die
Syntheseanweisungen aller Anfangsglieder enzymatischer Syntheseketten
enthalten und diese Anfangssynthesen durchfuhren. Die Gesamtheit dieser
Syntheseanweisungen erscheint dabei in der Desoxyribonukleinsäure(DNS)
als Genom lokalisiert, welches sich entweder bei den Prokarionten diffus im
Cytoplasma verteilt oder aber bei den Eukarionten einen diskreten Zellkern
als Zellnukleid bildet.
Die Gesamtheit der auftretenden Proteine geht empirisch aufzwanzig ver
schiedene Aminosäuren zurück, die zunächst im Sinne einer Kondensation
Ketten von Polypeptiden als Primärstrukturen der Proteine bilden, wobei die
Aminosäuresequenzen im Polypeptid diese Primärstruktur des Proteins kenn
zeichnen. Die quantenmechanischen Eigenschaften dieser Sequenzen bestim
men schließlich die Sekundär- und Tertiärstruktur des funktionsfähigen (also
nicht denaturierten)Proteins, aber auch die Quartärstruktur eines Wechselwir
kungskomplexes solcher Proteine.
Die zwanzig empirisch aufgefundenen Aminosäuren seien im Folgenden
kurz zusammengestellt, wobei(ßj^)als Symbol für die betreffende Aminosäu
re stehen soll. Die Aminosäuren ßj^als Bauelemente der Proteine sind:
Glyzin (ß„), Alanin (ß,^), Valin (ß.j), Leucin (ß,J, Isoleucin (ß,^). Serin
(ß^,), Cystein (ß^^), Threnin (ß^,), Methionin (ß^^), Lysin (ß^^), Asparaginsäu-
re (ß3,), Asparagin (ß32), Glutaminsäure (ß33), Glutamin (ß3^), Arginin
Phenylalanin (ß^,), Tyrosin (ß^^), Histamin (ß43), Tryptophan (ß^^) und Prolin
(ß^j). Zur besseren Übersicht können diese Bauelemente chemischer Art aller
Proteine organischer Strukturen im Rechteckschema b =(ßi^)4 5 zusammen-
gefasst werden, welches als „Matrix der Aminosäuren" eine mathematische
Metapher ist.
82 Der Elementarprozess des Lebens
Die Struktur des quantenmechanischen Wechselwirkungsfeldes eines funkti-
onell oder als chemische Baugruppe erscheinenden Proteins wird allgemein
von den Sequenzen der ß.^ in der Primärstruktur (also vom polymeren Kon
densat der Elemente aus zur Polypeptidkette) bestimmt.
In Analogie hierzu bestimmen Sequenzen eines polymeren Kondensats von
Nukleotiden die Struktur des Genoms. Empirisch wurden vier monomere Nu-
kleotide aufgefunden, deren einheitliche Basis Ribose ist. Werden die fünf
C-Atome mit C(I) bis C(V)numeriert und kennzeichnet C(I) die Aldehyd
gruppe, daim liegt die betreffende Ribose in einer dem Furanring ähnlichen
Form vor; denn0 des Aldehyd bildet in der Form(HC(I)0H)-0-C(rV)H eine
0-Brücke von C(I) nach C(rV). Neben C(V)in der Form (H2C(V)0H)sind
auch C(II) und C(III) Kolehydratgruppen HCOH, wobei jedoch C(V) das
Kettenende bildet. Empirisch ist OH an C(I) durch eine Base B substituiert,
wodurch ein Nukleosid entsteht, welches durch B charakterisiert wird. Aus
der großen Zahl möglicher Basen können empirisch in den Genomen irdischer
Organismen jedoch nur vier festgestellt werden, nämlich die beiden Purine
Adenin und Guanin, sowie die beiden Pyrimidine Thymin und Cytosin, so-
dass in der lebenden Natur empirisch nur vier Nukleoside auffindbar sind.
Wird schließlich im Nukleosid OH von H^CCVjOH mit HjPO^ verestert zu
H2C(V)P04H2, daim entsteht das betreffende Nukleotid mit zwei Phosphor
säurevalenzen. Es handelt sich dabei um die Nukleotide der Ribonukleinsäure
(RNS), bei denen im Allgemeinen die Base Thymin durch Uracil substituiert
ist. Die Substitution ist empirisch jedoch nicht bei den monomeren Nukleo
tiden der DNS nachweisbar. Bei dieser Desoxy-Form ist die Kohlehydrat
gruppe HC(II)OH zu C(II)H2 reduziert. Mithin sind die DNS-Monomeren
völlig asymmetrisch strukturiert. Symbolisiert mit k < 5 die Nukleotide,
welche durch die Basen Adenin (ßj,), Guanin (^52), Cytosin (ßjj), Thymin
(ßj^) und Uracil (ß^^) gekennzeichnet sind, dann kann b durch die Zeile ßj,^
zum quadratischen Schema B =(ßi,^)5 vom Typ 5 erweitert werden. Sowohl
in der Riboseform (ß^^ substituierbar durch ß^^) als auch in der Desoxy-Form
kann es nun zu einer der Polypeptidkette ähnlichen Kondensation einer po
lymeren Kette aus Sequenzen der ß^,^ kommen, wenn eine der Phosphorsäu
revalenzen einer monomeren Nukleotidform mit OH von HC(III)OH einer
anderen Monomeren im Sinne einer Phosphodiesterbrücke verestert. Sind a
und ß zwei verschiedene Nukleotide, daim kann diese (nur noch über eine
Phosphorsäurevalenz verfugende) Phosphodiesterbrücke durch eine Struktur
(V)(OPOOH)OCp(III)H beschrieben werden. Bei der Veresterung, also
bei der Bildung des Kondensats, wird demnach H2O frei.
I. Empirie der Organismen 83
Ein solches polymeres Kondensat aus ß^^-Sequenzen nimmt durch H-Brücken
die Sekundärstruktur einer DNS- oder RNS-Helix an. Ganz allgemein stellt
sich empirisch heraus, dass das Verhältnis der Basen so beschaffen ist, dass
die Anteile ß^, und ß^^ ebenso identisch sind wie die Anteile ß^^ und ß^j.
Die Konsequenz hieraus kann nur sein, dass die durch Adenin und^Thymin
(im Fall der Riboseform Uracil), aber auch die durch Guanin und Cytosin
bestimmten Nukleotide quantenmechanisch zueinander komplementär sind.
Dies bedeutet,dass sich zu einer DNS-Helix eine komplementäre Helix bildet,
derart, dass die komplementären Basen mit denen der Helix durch quantenme
chanische Brücken eine Doppelhelix entstehen lassen. Diese Doppelhelix ist
dabei immer so strukturiert, dass der C(V)-Anfang mit dem komplementären
C(III)-Ende einer Phosphodiesterbrücke zusammenfallt und umgekehrt. Die
Stabilität einer Doppelhelix ergibt sich einerseits aus den H- und Phosphodies-
terbrücken der beiden Einzelkomponenten und andererseits aus der quanten
mechanischen Komplementarität der Basen beider Helixkomponenten, wobei
die quantenmechanischen Resonanzvorgänge eine optimale stabilisierende
Wirkung in Bezug auf die komplementären Paare ß^,,ß^^ und ß^j, ßjj haben.
Empirisch erweisen sich die Genome aller Eukarionten, aber auch dieje
nigen der meisten Prokarionten als DNS-Doppelhelices. Lediglich im Fall
primitivster organischer Strukturen kann auch eine RNS-Helix das Genom
bilden.
Die Doppelhelix erweist sich als ein autogener Katalyt, der sich durch das
Wirken einer Polymerase semikonservativ redupliziert. Die beiden anderen
logisch möglichen Formen der konservativen und der dispersiven Reduplikati
on können empirisch ausgeschlossen werden. Die Synthese einer Doppelhelix
erfolgt dabei entweder aus vorgegebenen Nukleotiden oder aber aus solchen,
die zuvor von einzelnen Sequenzen der Doppelhelix katalytisch synthetisiert
wurden. Bei der semikonservativen Reduplikation wird die Gesamtstruktur
der Doppelhelix hereditär an die synthetisierte Doppelhelix weitergegeben,
sodass bei der Zellteilung das parentale Genom in der Tochterzelle wieder
erscheint und somit die parentalen Eigenschaften im Erbgang hereditär wei
tergegeben werden. Im Allgemeinen ist die Doppelhelix im Genom vielfach
gefaltet, und zwar unabhängig davon,ob es sich um die haploiden oder diploi-
den Nukleide der Eukarionten oder um Prokarionten handelt.
Grundsätzlich kann es bei der Reduplikation einer Doppelhelix durch
Fremdeinflüsse zu Mutationen ihrer Struktur kommen. Entweder handelt es
sich dabei um Transistionen und TransVersionen komplementärer Nukleoid-
paare oder aber um Deletionen und Additionen (Einbau von Fremdmolekü-
84 Der Elementarprozess des Lebens
len). Während Transistionen und Transversionen reversible Mutationen dar
stellen, bleiben Deletionen und Additionen irreversibel.
Die Synthesefunktion bezieht sich nicht nur auf die semikonservative Re
duplikation der Doppelhelix, vielmehr können auch alle Elemente von B kata-
lytisch synthetisiert werden, und darüber hinaus auch RNS-Helices sowie die
kompliziertesten Proteinstrukturen, die aus den Elementen des Abschnittes b
der Aminosäuren darstellbar sind. Die Sequenzen von Paaren komplementä
rer Nukleotide sind demnach katalytische Gruppen, die als Worte eines Syn
thesecodes aufgefasst werden können. Sind r\ > 1 Chiffren als Codezeichen
verfügbar und bilden jeweils n Zeichen als Multiplettcode ein Codewort,
dann existieren in diesem Multiplettcode w^ = ri" Codewörter, deren Wort
länge durch n gegeben ist. Im Fall des DNS-Codes der Syntheseanweisungen
stehen als Chiffren die Paare komplementärer Nukleotide, also (ß5pß54) und
(ßjj.ßss) mit den Transpositionen (ß54,ß5,)und (ßjj, ßjj), also q = 4 Zeichen
zur Verfügung. Es gilt also w^ = 4",doch muss,den Elementen von B entspre
chend, w^ > 25 sein, sodass auf keinen Fall ein Doublettcode vorliegen kann.
Die einzige Möglichkeit ist mit n = 3 ein Triplettcode mit minimalen n, was
auch empirisch bestätigt werden kann. Mithin stehen W3 = 64 Codewörter zur
Verfügung,von denen jedes aus n = 3 Zeichen besteht und als ein Codon(also
eine Worteinheit des Triplettcode) bezeichnet wird.
Die Codonen, die für die Syntheseanweisung einer Proteinstruktur zustän
dig sind, werden als ein Gen bezeichnet und die Gesamtheit aller Gene ist als
die DNS-Doppelhelix zum Genom integriert, das vielfach gefaltet als Chro
mosom eines eukariontischen Nukleids histologisch erscheint. Das gesamte
Genom ist also mit dem genetischen Informationsmuster identisch und kann
als Informationsmatrix einer Genkarte aufgefasst werden,die alle somatischen
Eigenschaften der betreffenden Organismenart in Form katalytischer Synthe
seanweisungen enthält. In jeder Zelle eines Organismus ist also die komplette
Information über den Gesamtorganismus im Genom der Zelle enthalten, und
zwar unabhängig von ihrer spezifischen Funktion.
Empirische Untersuchungen an autotrophen Bakteriophagen im Vergleich
mit prototrophen Wildstämmen (virulenter und temperenter Art)zeigen, dass
die Codeschrift von einem Startpunkt aus gelesen werden muss, auf den das
Leseraster einzustellen ist. Die empirische Bestätigung n = 3 ergibt sich durch
eine Verschiebung des Leserasters, was zeigt, dass eine katalytische Informa
tion immer dann vollständig ist, wenn das Raster um drei Nukleotidpaare ver
schoben wird,sodass ein Codon stets drei Zeichen umfasst, was aber den Tri
plettcode charakterisiert. Zugleich wird deutlich, dass die DNS-Information
I. Empirie der Organismen 85
vom jeweiligen Startpunkt eines Gens linear gelesen werden muss, d. h., die
einzelnen Codonen folgen nacheinander. Insbesondere zeigen Transduktions-
untersuchungen, dass die Synthese der Primärstruktur eines Proteins colinear
zur linearen Codonfolge (bezogen auf den Startpunkt des Gens)erfolgt. Hin
sichtlich dieser DNS-Codeschrift erscheint stets eine Helixselektivität, d. h.,
nur eine Komponente der Doppelhelix dient als Matrix-DNS zur Ablesung
der Information, während die andere Komponente der semikonservativen Re
duplikation dient. Diese Helixselektivität, also die Auswahl der Matrix-DNS,
kann sich von Gen zu Gen ändern.
Zwar wird bei der identischen semikonservativen Reduplikation sowohl bei
der Zellteilung während der Ontogenese eines Organismus als auch bei der
Fortpflanzung des Organismus durch die Teilung der befiaichteten Keimzelle
die gesamte Genkarte hereditär weitergegeben, doch werden andererseits spe
zifische Informationen partiell abgefragt, wenn spezielle Synthesevorgänge
für die Zellfunktion im Gewebsverbund gefordert werden. Je nach der Funk
tion des betreffenden zellulären Gewebsverbundes im Soma des Organismus
werden an die Einzelzellen funktionsspezifische Syntheseanforderungen ge
stellt. Bei der Reduplikation des gesamten Genoms erfolgt die DNS-Synthese
durch das Wirken einer zuvor synthetisierten DNS-Polymerase (Proteinba
sis), deren Molekül die Doppelhelix abfahrt und aus vorgegebenen monome-
ren Nukleotiden durch Schließen der Phosphodiesterbrücken eine identische
DNS-Helix generiert. Ist die Doppelhelix vielfach gefaltet im Chromosom
lokalisiert, dann befindet sie sich zunächst in einem reaktionsunfahigen Zu
stand. Wie oben erwähnt, ist HjO das Reaktionsmedium im Cytoplasma, in
dem auch Mineralsalze gelöst sind, sodass dieses Cytoplasma elektrolytische
Eigenschaften hat. Die elektrolytisch in der wässrigen Lösung des Cytoplas-
mas dissoziierten Alkali- und Erdalkalichloride Na Cl, KCl sowie MgC1 und
CaClj bilden zwar eine statistische lonenverteilung, doch hängt diese Sta
tistik von den thermischen Eigenschaften und den übrigen elektrolytischen
Eigenschaften des Cytoplasmas ab. Wird nun eine spezifische Geninforma
tion von der Zellfimktion benötigt, dann kann zunächst die reaktionsunfä
hige, also verschlossene, Doppelhelix nicht direkt abgefi-agt werden. Jeder
Gensequenz scheint nun eine typische lonenkonzentration der erwähnten
Metallchloride zu entsprechen, derart, dass bei Erreichen der typischen Kon
zentration der korrespondierende Abschnitt auf der Doppelhelix durch einen
Quellprozess reaktionsfähig und damit chemisch für die spezielle Information
geöffnet wird. Nunmehr wird diese spezifische Information realisiert, sodass
die entsprechende Zellfunktion erfolgen kann. Beim ersten Schritt dieser Re-
86 Der Elementarprozess des Lebens
alisation erscheint eine zuvor synthetisierte RNS-Polymerase in Form einer
minimalen Quartärstruktur auf Proteinbasis, zu der ein sogenannter ct- und
q-Faktor tritt. Dieser a-Faktor wählt auf der Helix der Matrix-DNS als Initia
tionspunkt das Anfangszeichen des ersten Codons, während der q-Faktor als
Terminationspunkt das Schlusszeichen des letzten Codons der Information
anwählt. Nunmehr wird zwischen diesem Initiations- und Terminationspunkt
durch die RNS-Polymerase aus vorgegebenen RNS-Monomeren eine
RNS-Helix synthetisiert, die als Boten- oder Messenger-RNS (kurz mRNS)
die Information nunmehr im RNS-Code enthält. Nach dieser Transkription
des DNS- in den RNS-Code verläßt der a- und q-Faktor die RNS-Polymerase,
um eine andere Synthese zu determinieren, während sich der für die Zeitdauer
der Transkription freigegebene DNS-Abschnitt wieder verschließt. Auf diese
Weise werden bei größtmöglicher chemischer Schonung des Genoms(in Ana
logie zum Kombinationsschloss)gezielt partielle Informationen abgefragt, die
anschließend im RNS-Code in Form einer mRNS-Sequenz eingelesen wer
den. Die Länge dieser Sequenzen hängt allein von der Wortzahl der über
setzten Information aus der Matrix-DNS ab. Eine solche mRNS ist offenbar
der eigentliche Katalyt, der die geforderte spezifische Synthese durchfuhrt.
Im Allgemeinen handelt es sich bei dem Syntheseprodukt um eine enzyma-
tische Proteinstruktur, nach deren Erstellung die mRNS durch Rücknahme
der Phosphodiesterbrücken wieder in die monomeren Komponenten zerfällt.
Häufig scheint die synthetisierte enzymatische Proteinstruktur das Anfangs
glied einer Synthesekette von Fermenten zu sein, an deren Ende das für die
Spezialfimktion der Zelle geforderte Material und sein Organisator stehen.
Hier konnte nur ein sehr kurz gefasster und vielleicht auch mangelhafter
Überblick über diese empirischen Belange gegeben werden. Es sei an dieser
Stelle auf einschlägige Lehrbücher hingewiesen. Wesentlich für die vorlie
gende Gedankenführung scheint die Tatsache zu sein, dass grundsätzlich che
mische Defekte der Doppelhelix möglich sind, die Teile der codierten Infor
mation verändem körmen. So gibt es die bereits erwähnten Transistions- und
Transversionsmutanten. Hier wird offenbar das Verhältnis der H-Donatoren
und H-Akzeptoren in den komplementären Nukleotiden eines Codezeichens
gestört. Aufdiese Weise kommt es zu einer fehlerhaften Proteinsynthese, weil
aufgrund der Fehlinformation eine falsche Aminosäure in die synthetisierte
Polypeptidkette gelangt, sodass die entstehende Proteinstruktur nicht voll
funktionsfähig sein kann. Derartige Mutanten sind jedoch revertierbar, denn
es scheint immerhin die Möglichkeit gegeben zu sein, dass von dem Defekt,
der im Fall der Transistions- und Transversionsmutanten mu* auf einer Helix-
I. Empirie der Organismen 87
komponente liegt, eine Signalwirkung ausgeht und eine synthetisierte Nuk-
lease die Phosphodiesterbrücken des defekten Helixabschnittes löst. Dieser
eliminierte Helixabschnitt kann dann durch eine DNS-Polymerase repariert
werden, in den die zu dem nicht aufgelösten Helixabschnitt komplementären
Nukleotide eingefugt und die Phosphodiesterbrücken geschlossen werden.
Im Gegensatz hierzu sind die Deletions- und Additionsmutanten irreversi
bel, weil sie beide Helices betreffen. So können durch physikochemische Ein
flüsse Deletionen entstehen, doch können auch Fremdmoleküle eingelagert
werden. Bei derartigen Mutanten wird eine ganze Geninformation sinnlos,
d. h., es werden bei der Transkription vom DNS- über den mRNS- in den
Protein-Code die Fehlinformationen so weitergegeben, dass falsche Protein
strukturen synthetisiert werden. Wegen der Irreversibilität der Deletions- und
Additionsmutationen wird darüber hinaus diese falsche Information bei der
Genomreduplikation auch an alle Folgezellen weitergegeben. Dies hat wäh
rend der Ontogenese eines Organismus die zeitliche Qualitätsminderung spe
zifischen Gewebes zur Folge, was teilweise den Alterungsprozess kennzeich
net. Erscheint die irreversible Mutation dagegen in den parentalen Keimzellen,
dann kommt es zum genetischen Defekt, der als Mikromutation hereditär wei
tergegeben wird und in den Generationen des weiteren Phylogeneseverlaufs
so lange erscheint, bis er durch eine weitere Mutation kompensiert oder ge
ändert wird. Solche durch mutagene Einflüsse entstandenen irreversiblen Mi-
kromutationen sind statistischer Art und können den Genotypus(in dem sich
die Genkarte der Informationsmatrix des Genoms manifestiert) positiv oder
negativ in Bezug auf die den Phänotypus prägende Peristase des Biotops än
dern. Auf diese Weise kann es zu einer selektiven Wirkung dieser Peristase
auf die betreffende Organismenart kommen. Im Fall einer extrem positiven
Änderung des Genotypus wäre eventuell ein Zusammenhang mit der Entste
hung einer neuen Art denkbar.
Betrachtet man andererseits die Ergebnisse biochemischer und molekular
biologischer Empirie,dann wird zunächst sofort deutlich,dass keine eindeutig
definierbare Molekularstruktur auffindbar ist, die, als reine Substanz darge
stellt, die Eigenschaften des Lebens im Sinne eines „Protoplasma" aufweist.
Stattdessen erscheint eine große Zahl biophorischer Struktureinheiten (neben
den kollektiven zellulären Bau- und Gerüstsubstanzen) in Form von Protein
strukturen verschiedenen Komplexitätsgrades und der DNS-Doppelhelix.Jede
einzelne dieser biophorischen Molekularstrukturen weist für sich allein, als
reines Substrat dargestellt, wiederum die Eigenschaften des Lebens nicht auf,
jedoch sind die einzelnen als Biophore zu bezeichnenden Molekularstruktu-
88 Der Elementarprozess des Lebens
ren quantenmechanisch funktionsfähige Systeme,die in einer übergeordneten
Organisation derart in Wechselbeziehung treten, dass der Lebensprozess nun
mehr als Konsequenz dieses organisierten Gefuges aus Biophoren erscheint
und sich materiell als dynamisch stabiles Fließgleichgewicht eines Stoffwech
sels zeitlich erhält. Die zum Stoffwechsel kommende Nährsubstanz,aber auch
die Abbauprodukte, sind stets wasserlöslich und diffundieren antiparallel
durch die doppelte Konturierung der Zellmembran, die als semipermeables
Diafragma durch diese Doppelkonturierung in zweifacher Hinsicht ausgelegt
ist. Im Fall autotrophen Lebens handelt es sich bei der eindiffundierenden
Nährsubstanz um die wässrigen Lösungen mineralischer Substrate, die einem
endothermen Stoffwechsel unterworfen werden, während im heterotrophen
exothermen Fall bereits aufbereitete organische Substanz in wässriger Lösung
vorliegt.
2. Die zeitliche Evolution des Erscheinungsbildes
Paläontologische Untersuchungen fossiler organischer Reste und der petre-
faktierten Körper von Organismen zeigen deutlich, dass das organische Leben
im Verlauf erdgeschichtlicher Epochen eine Evolution zu einer großen Ar
tenmannigfaltigkeit einerseits und zu immer komplexeren organischen Struk
turen andererseits erfahren hat. Dies wird insbesondere durch eine Zusam
menstellung von Leitfossilien nachgewiesen,deren Alter durch entsprechende
radioaktive Methoden bestimmt werden konnte. So erscheinen im späten Ar
chaikum der proterozoischen Epoche nur undeutliche Lebensspuren, die aber
bereits im darauffolgenden Altalgonkium vereinzelt in konkreter Form auf
treten. Im kambrischen Abschnitt des Paläozoikums liegen bereits reichhalti
ge Leitfossilien vor, deren Mannigfaltigkeit und Komplexität von Silur- und
Devonformationen über Karbon und Perm in die Formationen des Mesozoi
kums und des Tertiär bis zum gegenwärtigen Erscheinungsbild organischer
Strukturen stark anwachsen. Berücksichtigt man, dass manche Frühformen
des Lebens(z. B. Hydren)kaum petrefaktionsfahig sein dürften, dann könnte
sich der Übergang (O) —► (i) —► (2) des Bildes der hierarchischen Schichtungen
bereits im Archaikum und (2) —> (3) spätestens im Algonkium vollzogen haben;
denn im Kambrium treten bereits die Trilobiten, wie Oleanus (Oberkamb
rium), Paradoxides (Mittelkambrium) oder Protolenus (Unterkambrium) mit
Stemuella und Holmia, als beherrschende Leitfossilien auf, die aber schon
verhältnismäßig komplexe Vielzeller sind.
I. Empirie der Organismen 89
Zwar ist das Bild der zeitlichen Evolutionsstruktur und der Evolutionsätiologie
überaus fragmentarisch, weil nur wenige Prozent der Organismen petrefak-
tieren, bei vielen Arten die Petrefaktionsbedingungen nicht erfüllt sind und
Petrefakten bei Gesteinsumkristallisationen (z.B. Kontaktmetamorphosen
der Gesteine usw.) zerstört werden, was sich insbesondere bei den ältesten
Schichten des Proterozoikums bemerkbar macht; doch können trotzdem eini
ge empirische Gesetzmäßigkeiten der zeitlichen Evolutionsstruktur abgelesen
werden. So scheint der Charakter der Evolution typostrophenhafter Natur zu
sein, d. h., aus einer Art entwickeln sich mehrere neue Arten mit hoher Evolu
tionsgeschwindigkeit(nicht konkret,sondern nur als allgemeiner Trend nach
weisbar) in einem typogenetischen Divergenzintervall, innerhalb dessen die
Evolutionsgeschwindigkeit einer neu entstandenen Art verhältnismäßig steil
abfallt, um in einen konstanten Trend der meist sehr langfnstigen Typostase
zu münden. Diese Typostasen können parallel laufen, aber auch neue Diver
genzintervalle hervorbringen. Beim Aussterben einer Art kommt es wiederum
zu einem wahrscheinlich nichtlinearen Ansteigen der Evolutionsgeschwindig
keit(jetzt mit umgekehrter Trendneigung)in einem ebenfalls verhältnismäßig
kurzfristigen Zeitintervall der Typolyse. Als Evolutionsgeschwindigkeit sei
die Geschwindigkeit definiert, mit der sich eine Art zeitlich verändert.
Im Folgenden wird der Trendverlauf der Evolutionsgeschwindigkeit aus
Typogenese, Typostase und Typolyse während der Phylogenese einer Art als
Typokline dieser Art bezeichnet. Allgemein scheint die Körpergröße der Or
ganismen während der Typostase zu wachsen, um an deren Ende das Maxi
mum zu erreichen. Auch liegt die maximale Evolutionsgeschwindigkeit stets
in der Typogenese, wo auch die Übergangsformen auftreten, wie z. B. die Ich-
thyostega im Devon(Fisch Amphibium),die Seimuria im Karbon(Amphi-
bium ^Reptil)oder der Oligokyphus des Trias(Reptil -> Marsubjalier)bzw.
die Archäopteryx des Jura(Reptil Vogel) usw. Im Allgemeinen fehlen die
Übergangsformen, was aber auf die Kurzfristigkeit der Typogenesen und die
damit verbundenen geringen Petrefaktionswahrscheinlichkeiten zurückgehen
kann. Bei Organismen höherer Komplexität wird häufig während der Embry
onalphase ihrer Ontogenese ein Durchlaufen früherer Evolutionszustände der
Phylogenese und der Typoklinen vor der Typogenese der betreffenden Art be
obachtet. Auch geht einem Evolutionsschritt der Fauna stets der äquivalente
Schritt der Flora voraus, was im Fall der Psilophyten des Silur(Ordogot und
Ordovitium), aber auch während Karbon und Perm und der im Mesozoikum
anschließenden Evolution der Großreptilien besonders deutlich wird. Dies
scheint auf die Tatsache zurückzugehen, dass autotrophe vegetative Struk-
90 Der Elementarprozess des Lebens
turen die notwendige Lebensbasis der heterotrophen animalen Organismen
sind.
Eine morphologische Untersuchung petrefaktierter Organismen aus zeit
lich zurückliegenden erdgeschichtlichen Epochen und ein Vergleich mit der
Morphologie gegenwärtiger Lebensformen zeigt deutlich den Sachverhalt
auf, dass die Strukturen dieser Organismen morphologisch auf nur wenige
Bauprinzipien zurückgehen, die sich in Variationen während der gesamten
Evolution ständig wiederholen. Ein anderer Sachverhalt, der sich aus der
fragmentarischen Zusammenstellung und Altersbestimmung von Petrefakten
und Fossilresten zu ergeben scheint, besteht darin, dass die in einem Diver
genzintervall entstehenden neuen Arten hinsichtlich ihrer Bauprinzipien mor
phologisch offenbar häufig bereits von Phylogenesen vorgeprägt wurden, die
zeitlich vor diesem Divergenzintervall lagen.
Schließlich kann noch beobachtet werden, dass in allen Evolutionsepochen
die mittlere Nachkommenzahl einer Fortpflanzungseinheit mit evolutorisch
wachsender Komplexität und Differenzierung der Organismen abnimmt und
dabei die betreffenden Typoklinen in Richtung wachsender Evolutionsge
schwindigkeit — also in Ordinatenrichtung — eine Parallelverschiebung er
fahren. Auch ist der allgemeine Evolutionstrend zweideutig, derart, dass der
eine Zweig auf eine optimale Anpassung und maximale Biocoenose eines
Biotops gerichtet ist, während der andere Zweig auf eine größtmögliche Un
abhängigkeit von spezifischen Eigenschaften des Biotops, also auf größtmög
liche Universalität weist.
3. Allgemeine Eigenschaften und Prinzipien
Aus der vorangegangenen Empirie lassen sich einige allgemeine Eigenschaf
ten, aber auch einige Prinzipien ablesen, die hier zusammengefasst werden
sollen.
a) Lebende organische Strukturen sind hierarchisch geschichtete Wirkungs-
gefiige, deren Materie bis in den molekularen Bereich durchstrukturiert er
scheint.
b) Diese organischen Strukturen sind als Organismen fortpflanzungsfähig,
wobei spezifische genotypische Artmerkmale chemisch in der molekularen
Doppelhelix der Desoxyribonukleinsäure codiert sind und durch die identi
sche Reduplikationsfahigkeit dieser Doppelhelix hereditär an die Folgegene
ration weitergegeben werden.
I. Empirie der Organismen 91
c) Es besteht die allgemeine Tendenz zur sozialen Korrelation.
d) Die im Genom codierten genotypischen Informationsmuster können wäh
rend der Zeit einer Phylogenese Mikromutationen (bezogen aufjeweils ein
Codon) erfahren, sodass sich Artmerkmale im Sinne einer Evolution verän
dern. Der Verlauf des Trends dieser Evolutionsgeschwindigkeit ist während
eines Anfangs- und eines Endintervalls der betreffenden Phylogenese wahr
scheinlich nicht linear abfallend(Typogenese und Typolyse),jedoch ist dieser
Verlauf während der dazwischenliegenden Typostase konstant (horizontal).
Auf der Trendkurve (Typokline) gibt es keine Singularitäten im Definitions
intervall im Sinne von Unendlichkeitsstellen.
e)Alle Organismen sind durch eine starke Tendenz zur Selbsterhaltung und
Selbstentfaltung ihrer selbst und ihrer Art gekennzeichnet.
f) Diese Erhaltungstendenz bedingt hinsichtlich der organischen Struktur ein
konstruktives Element, welches jedoch in Bezug auf die Umgebung häufig in
destruktiver Form erscheint.
g) Das individuelle Verhalten organischer Strukturen erscheint für gewöhn
lich akausal; doch werden die Modalitäten der Verhaltensmuster weitgehend
von intemen Zuständen mitbestimmt.
h)Der Freiheitsgrad akausalen Verhaltens wächst offenbar mit der Komplexi
tät und der intemen sozialen Korrelation der organischen Struktur.
i) Die zeitliche Evolution der Organismen erfolgt typostrophenhafl.
j)Während der Typostase einer Phylogenese wächst im Allgemeinen die Kör
pergröße der betreffenden Organismenart.
k)Einem Typostrophenschritt der Fauna geht stets ein äquivalenter Typostro-
phenschritt der Flora zeitlich voran.
1) Die Stmkturen der Organismen gehen morphologisch auf nur wenige Bau
prinzipien zurück. Während des Embryonalstadiums der Ontogenese werden
bei manchen Organismen die morphologischen Formen früherer Evolutions-
zustände nochmals durchlaufen.
m)Entsteht eine neue Art, dann werden ihre Bauprinzipien häufig von frühe
ren Arten bereits vorweggenommen, so dass in diesen Fällen bei einer syn
optischen Gesamtbetrachtung der zeitlichen Evolution ein Konvergieren der
Arten angedeutet wird.
n) Mit wachsender Komplexität nimmt die mittlere Nachkommenzahl einer
parentalen Einheit ab, doch kommt es zu einer Akzeleration der Evolutions
geschwindigkeit.
92 Der Elementarprozess des Lebens
0)Der allgemeine Evolutionstrend ist stets einerseits auf optimale Anpassung
an einen vorgegebenen Biotop sowie dessen maximale Biocoenose, aber an
dererseits auf größtmögliche Universalität(also Unabhängigkeit vom spezifi
schen Biotop) gerichtet.
Innerhalb der anthropomorphen vergleichenden Altemativlogik ist die
mathematische Methodik des Aspekts der Quantitäten besonders gut zur De-
skription von Sachverhalten der materiellen Welt geeignet, weil hier exakte
Kriterien und exakte Aussagen möglich sind. Die Natur des Lebensprozes
ses wird jedoch in weiten Bereichen von Qualitäten bestimmt, sodass eine
durchgehende Mathematisierung kaum möglich sein dürfte. Allerdings haben
diese Qualitäten lebender organischer Strukturen aufjeden Fall quantitativ er
fassbare Komplemente; denn der elementare Lebensprozess manifestiert sich
stets im materiellen Soma eines Organismus. Es scheint uns daher vemünftig
zu sein, eine quantitative Deskription dieser somatischen Seite des Lebens
prozesses zu versuchen, in der Hoföiung, eine Interpretationsmöglichkeit des
elementaren Lebensprozesses aufzufinden.
Zur quantitativen Analyse sind aus der Zusammenstellung der empirischen
Sätze a) bis o) nur wenige als empirische Basis quantitativer Deskription ge
eignet. Es handelt sich dabei lediglich um die Aussagen:
1) Organische Strukturen sind bis in den molekularen Bereich durchgehend
strukturierte und fortpflanzungsfahige hierarchisch geschichtete Wirkungs-
geftige, deren genetischer Code während der Phylogenese Mikromutationen
erfährt.
II) Der zeitliche Evolutionstrend als Evolutionsgeschwindigkeit über der Zeit
der Phylogenese aufgetragen (Typokline) hat ein nichtlineares Anfangs- und
Endintervall. Auch ist dieser Verlauf frei von Singularitäten im Sinne von
Unendlichkeitsstellen.
III) Organische Strukturen stehen zueinander stets in sozialen Korrelationen.
Wegen I bis III kann man allgemein sagen, dass die empirische Tatsache
der Existenz organischen Lebens auf eine allgemeine, der Materie im orga
nischen Bereich immanente Tendenz zur Selbstorganisation zurückzuführen
ist, hinter der sich das Prinzip des elementaren Lebensprozesses verbirgt. Da
sich diese immanente Tendenz zur Selbstorganisation wegen II quantitativ
im zeitlichen Verlauf der Evolutionsgeschwindigkeit manifestiert, wird die
Problemstellung einer quantitativen Analyse eindeutig. Es ist zu untersuchen,
von welchem Argument diese Evolutionsgeschwindigkeit bestimmt wird;
II. Evolution einer Population im variablen Biotop 93
denn in diesem Argument muss sich das Prinzip des elementaren Lebenspro
zesses manifestieren.
II. EVOLUTION EINER POPULATION IM VARIABLEN BIOTOP
In den beiden folgenden Abschnitten II.l. und II.2. soll versucht werden, die
wenigen quantitativ formulierbaren empirischen Sätze über den Lebenspro-
zess mit mathematischen Methoden zu analysieren. Der versuchte Formalis
mus ist möglicherweise nicht ganz schlüssig, zumal unbekannt ist, inwieweit
Qualitäten mit diesen sich quantitativ äußernden empirischen Eigenschaften
in Zusammenhang stehen und diese eventuell sogar beherrschen. Ab II.3. ist
der Text wieder verbindlich,zumal sich das Bild des entelechial geschichteten
Wirkungsgefüges auch unter Anwendung einer völlig anderen, aber den Be
langen der Qualitäten entsprechenden Methodik von selbst ergibt.'
1. Vitalisentropie und generalisierte Evolutionskoordinaten
Als induktive empirische Basis werden im Folgenden die Sätze I bis III aus
1.3. verwendet.
Nach I bestehe die parentale Fortpflanzungseinheit einer gegebenen Or
ganismenart aus q > I Organismen, von denen M > q die Anfangspopulation
eines Biotops B bilden, der seinerseits strukturelle zeitliche Veränderungen
erfahren darf. Ist in dieser Anfangspopulation aus M Organismen mindes
tens eine fortpflanzungsfähige parentale Einheit enthalten, kann M in der
Folgegeneration > O Organismen erzeugen, von denen jedoch nicht
zur Fortpflanzung kommen oder vor der Geschlechtsreife sterben. Es verblei
ben demnach N > O parentale Einheiten, was für die Zahl fortpflanzungsfä
higer Organismen in der Folgegeneration Nq = N^ -N,^ bedingt. Hier muss
N > O (ganzzahlig), also N^ > N^ gefordert werden, wenn die Generationen
kette weitergeführt werden soll. Offensichtlich ist N^/M = R ein generativer
Reproduktionsfaktor der die Population bildenden Organismenart, während
Nq/M = V ein Maß ihrer Vitalität und /M = T ein Maß der Mortalität dar
stellt. Es gilt mithin der einfache Zusammenhang
V=R-T 1
der die als organische Struktur aufgefasste Population als ein durch die ge-
'Postmortale Zustände?, s. S. 139-228.
94 Der Elementarprozess des Lebens
nerative Reproduktion und Mortalität bestimmtes Doppeisystem erscheinen
lässt. Die Mortalität kennzeichnet offenbar als eine selektive Größe die Qua
lität der organischen Struktur, während die generative Reproduktion ein quan
titatives Maß der Individuenzahl einer Generation und somit der möglichen
Besiedelungsdichte des Biotops ist.
Es sei 1 < m < oo die ganzzahlige Indizierung der Generationen, die sämt
lich im zeitlichen Definitionsintervall 0 < t < d < oo der Typokline, also der
Existenzzeit der betreffenden Phylogenese liegen. Für die Existenzdauer einer
Generation gelte =(At)^, doch ist stets (At)^ < -d. Beim Übergang
m - 1 —► m kann offenbar V/R = als Fortpflanzungswahrscheinlichkeit
und T/R = *i'^ als Wahrscheinlichkeit nicht erfolgender Fortpflanzung defi
niert werden, sodass Gleichung l zu
XJ/+ + = 1 la
m m
wird. Die Erhaltung der Population setzt > 0 für alle m voraus, sodass für
B eine Populationsentropie ASp~ ln(4'V4'^_,) als Entropiedifferenz zwi
schen m und m - 1 definiert werden kann, welche die Populationsänderung
und somit die Besetzungsänderung des B wiedergibt. ASp > 0 bedeutet Po
pulationswachstum und ASp = 0 den isentropen Gleichgewichtszustand eines
Nullwachstums, während ASp<0 eine Restriktion der Population bedeutet.
Diesem Verhalten entspricht R> 1 bzw. R= l oder R< 1, derart, dass der
isentrope Zustand der Population schwach um R = 1 oszilliert. Ein Ende der
Phylogenese wird durch R = 0 oder V = 0 gesetzt, was = 0 bedeutet.
Nach den empirischen Sätzen I und III aus 1.3. kann die aus allen Orga
nismen der Art bestehende Population, deren Phylogenese als Typokline
über dem zeitlichen Definitionsintervall 0 < t < ö untersucht werden soll, als
ein hierarchisch geschichtetes Wirkungsgefüge aufgefasst werden, das bis
in den Molekularbereich durchstrukturiert und durch soziale Korrelationen
seiner Entitäten gekennzeichnet ist. Die noch als korrelierende Entitäten er
scheinenden Letzteinheiten sind offensichtlich funktionelle Molekularsysteme
(bzw. Einzelmoleküle), die gemäß I.l. als .ßiophore"' bezeichnet werden sol
len und als molekulare Letzteinheiten in ihrer Gesamtheit alle Eigenschaften
des materiellen Soma einer lebenden organischen Struktur (unabhängig vom
Schichtungsgrad des Wirkungsgefüges bzw. seiner mikro- oder makroma-
ren Natur) bestimmen. Die als Wirkungsgefüge aufgefasste Art bestehe aus
1 < i < v(t) < oo derartigen Biophoren, wobei v überaus groß werden kann;
denn nicht nur Sequenzen der DNS-Doppelhelix, sondem auch alle biologi-
II. Evolution einer Population im variablen Biotop 95
sehen Letzteinheiten der mizellulären Struktur des Cytoplasma sind in diesem
Intervall enthalten, das sich über alle Organismen der betreffenden Art er
streckt. Da auch diese Letzteinheiten organischer Strukturen dem Prinzip der
Fortpflanzung und Reduplikation unterworfen sind, muss die Gesamtzahl v
der Biophore eine Zeitfunktion sein. Da femer die organische Stmktur in einer
ständigen Wechselbeziehung zum zeitlich variablen B steht und außerdem
die intemen sozialen Korrelationen wirken, sind 1 <j < L(t)< «> quantitative
Einflüsse möglich, welche die i variieren können. Bin derartiger Einfluss j
verändert i mit der Häufigkeit h. j(t) in der Zeiteinheit, derart, dass die aufdie
Zeiteinheit bezogene integrale Ändemngsrate (verursacht durch den Einfluss
v(t)
j)der organischen Stmktur © = E h (t) ist. Diese L < oo Einflüsse j, welche
i= 1
die Gesamtstmktur zeitlich variieren, bedingen also eine ontogenetische und
eine phylogenetische Evolution, die als Änderung der Art hinsichtlich der Vi
talität und Qualität positiv oder aber negativ als Degeneration wirken kann.
Da die Einflüsse j ständig wirken, also stets L > 0 bleibt, ist ein immer von 0
verschiedener Degenerationstrend relevant, während die Wahrscheinlichkeit
positiver Evolutionsschritte durchaus während einzelner Intervalle(A t) ver-
schwinden kann. Es muss daher eine Degenerationswahrscheinlichkeit(p~ > 0
definierbar sein, die von gewissen noch unbekannten Evolutionskoordinaten
E (als Folge des Spektmms der Einflüsse j) über einem von diesen Koordi
naten aufgespannten Argumentbereich abhängt und mit steigenden degene
rativen Einflüssen ansteigt, aber als Folge positiver evolutorischer Einflüsse
(ebenfalls im Spektmm der j enthalten) abfallt. Femer muss diese Funktion
eindeutig und hinsichtlich der E differenzierbar sein. Erfüllt (p~ diese For
derung imd setzt man für die Anfangsgeneration cp~ = A > 0 als eine die Art
kennzeichnende Bezugsgröße, dann wäre cp^(E)=(p-/A > 0 als Wahrschein
lichkeitsverhältnis ein Maß einer degenerativ verursachten Destruktion der
Art. Offenbar ist m als Generationsziffer ein Zeitmaß für die Lage im zeitli
chen Definitionsintervall der Phylogenese (also der Typokline). Andererseits
bezieht sich (p^ auch auf die Anpassung an B, doch ist B als zeitlich variabel
zugelassen, sodass cp^ neben E auch von t abhängt. Wegen (At) < (dies
gilt in jedem Fall) kann (p^ (p (E,t) eine allgemeine Vitalfunktion (p defi
nieren, welche als Wahrscheinlichkeitsverhältnis 0 <(p < e» mit wachsender
Degeneration steigt und so wiedemm eine Vitalentropie S-S^= aln(p bezo
gen auf m =0 als Maß einer allgemeinen Desorganisation der organischen
Struktur definiert. Der die Entropie kennzeichnende Proportionalitätsfaktor
96 Der Elementarprozess des Lebens
sei a = const > 0. Durch dieses Ansteigen und Abfallen von (p kommt es stets
zur Einstellung eines Gleichgewichts,das einen vitalisentropen Zustand kenn
zeichnet. Deutlich wird dies am Teilungsverhalten der Protozoen, die sich
mit q = 1 durch vegetative Teilungen fortpflanzen. Während einer bestimmten
Generationenfolge steigt (p bis auf einen kritischen Wert(hier bezieht sich (p
auf das einzelne Protozoon und seine Teilungen), derart, dass bei weiterer
vegetativer Teilung kritische Degenerationen eintreten müssten. Dieser Pro-
zess wird aber durch eine Konjugationsteilung des Protozoons zurückgenom
men und (p auf den ursprünglichen Wert am Anfang der Kette vegetativer
Teilungen vermindert.
Allgemein wird die Vitalisentropie durch (S - S^)= 0 ausgedrückt,
wenn B zeitlich konstant bleibt. Liegt dagegen eine
j
zeitliche Variabilität
3
von
B vor, dann muss sich diese Variabilität in (S-S^)?^0
ausdrücken, wobei die partielle Zeitableitung um so stärker von 0 abweicht,
je katastrophenhafter sich B verändert. Da in S-S^ = aln(p der Faktor
a = const> 0 ist, kann die Vitalisentrope auch durch ^^^ ^^ beschrieben
werden, wobei (p =(p (E,t) in 0 <(p < oo definiert ist. Zur weiteren Analyse
von (p und der Vitalisentropen müssen zunächst die Evolutionskoordinaten E
bestimmt werden.
Eine Beschreibung der möglichen Evolutionskoordinaten muss auf die
1 <j < L< oo Einflüsse zurückgehen, welche die biophorischen Elemente i
durch ihr permanentes Wirken verändem können. Für die in der Zeiteinheit
erfolgende integrale Änderung der biophorischen Struktur der Art durch j er-
V
gab sich cö.j = i=i
Z h.j.'.. Die 1 < i < v Biophore sind molekularer Art und daher
in ihrem Wirkungsbereich überaus klein, verglichen mit dem räumlichen Vo
lumen ihrer Gesamtheit v, die stets außerordentlich groß ist, aber trotzdem
endlich bleibt. Die Größenordnung wird dabei auch nicht durch die zwangs
läufige Zeitabhängigkeit v(t)wesentlich vermindert. Andererseits stehen nicht
die Einzelelemente i in ihren molekularen Strukturen zur Diskussion, sondern
der zeitliche Typoklinenverlauf über dem Definitionsintervall 0 < t < der
Phylogenese einer ganzen Organismenart. Anders ausgedrückt besagt dies,
dass die h. j (t) Änderungen mikromarer Zustände der im molekularen Be
reich liegenden Biophore sind, während die Zustandsänderung der aus den
mikromaren i aufgebauten(nach I) makromaren organischen Struktur im Sin
ne des Typoklinenverlaufs zu untersuchen ist. In sehr guter Näherung könnte
II. Evolution einer Population im variablen Biotop 97
also eine Art von Korrespondenzprinzip angewendet werden, welches die i
mit V —> oo zu Punkten eines biophorischen Feldkontinuums annähert, dessen
struktureller Zustand durch die L < ©o Wirkungen stetig in der Zeit verändert
wird. Setzt man in cö^ für h.. = AG. j, dann bedeutet dies lim AG..=0 und in
sehr guter Näherung
2 hJ*' ~ V—K»
i=|
lim jcsl
2 AG.Jfl.= JdG.J = G.j + B.J = H..
j
Hier ist eine Integrationskonstante und H. = H.(t) eine Zeitfunktion, so-
dass ®.= H. oder 0)^ = J H.(t) dt + wird, wenn eine zeitliche Integra
tionskonstante(das Integral bleibt unbestimmt)ist. co. beschreibt also den zeit
lichen Verlauf der Gesamtänderung des biophorischen Feldes der Art durch
den Einfluss j, doch bleibt dieser Zeitverlauf stets über dem zeitlichen Defi
nitionsintervall der Phylogenese. Die (o. sind zweifellos nicht sämtlich von
einander unabhängig, doch können immer innerhalb dieser Gesamtheit von
L Zeitverläufen co^ unabhängige Klassen mit 1 < k < n zusammengefasst
werden, derart, dass für diese Klassen
\= 2''
J
coJ (t) mit nK > 0 und k°l
2 n"= L(t)
gilt. Stets bleibt hier n < L,sofem es von einander abhängige gibt. Die r|^
sind den cd. entsprechende Zeitfunktionen \(t), die wegen des Übergangs
v ^co hinsichtlich t differenzierbar sein müssen, so dass die existieren.
dt
Innerhalb der 1 < k < n gibt es sowohl im Sinne positiver Evolution als auch
im Sinne der Degeneration wirkende r|^, derart, dass eine Klasse r|^ eindeu
tig wirkt, und zwar in Bezug auf die Zuordnung zu positiven oder negativen
Evolutionsereignissen. Durch den Übergang v —> <» sind außerdem die r|^ dif
ferenzierbar und können im Intervall 0 < rji^ •< ©© angeordnet werden. Diese
r|^ verhalten sich demnach wie die unabhängigen generalisierten Koordinaten
eines abstrakten n-dimensionalen Raumes V .
n
Wegen der Unabhängigkeit der ri^muss es ein normiertes Orthogonalsystem
von Einheitsvektoren (Vektoren werden im Folgenden stets durch Überstrei
chungen gekennzeichnet), nämlich Cp e^ = 6p ^ geben, welches gemäß
^ ®k Vektorraum V^(tj, )aufspannt. Da die Gesamtheit v
biophorischer Elemente i durch eine Art Korrespondenzprinzip mit v —► ©©zu
einem biophorischen Feldkontinuum approximiert wurde, ist auch der V als n
98 Der Elementarprozess des Lebens
ein Kontinuum aufzufassen. Dies bedeutet aber,dass im das Linienelement
n
ds= Z dfi. definiert ist, welches auf das Zeitelement bezogen die zeitliche
k=l " . • u
Änderung des durch die bereits verursachten Zustandes des biophonschen
Feldes beschreibt. Es muss also^
dt
= Efi."als die in (1.2.) definierte Evoluti-
onsgeschwindigkeit v interpretiert werden, deren Zeitverlauf v(t) die empiri
sche Typokline darstellt.
Da im Folgenden stets die Summation zwischen den Indizierungen k = 1
und der Dimensionszahl des als Evolutionsraum zu bezeichnenden durch
geführt wird, werden zur Kürzung diese Grenzen am Summenoperator fort
gelassen. Aus ds folgt also die Evolutionsgeschwindigkeit v = Eij^. Von die
sen n Komponenten können p < n, nämlich ^ = const hinsichtlich t bleiben;
denn es gibt stets externe Einflüsse aus dem Biotop, die in gleichbleibenden
zeitlichen Raten wirken, solange B sich in gewissen Toleranzgrenzen nicht
verändert.
p^
Mit En. =y = const könnte möglicherweise der horizontale Typostasen-
k " _ a . a -
verlaufder Typokline gemäß v^ = y = const interpretiert werden, wenn y > 0
nachweisbar ist. Von den p Komponenten können grundsätzlich p - 1 durch
eine Änderung des B zum Ö werden, doch ist jeder Lebensprozess in seinen
Chemismen an ein verhältnismäßig schmales Temperaturintervall gebunden,
welches immer deutlich über dem Nullpunkt der absoluten Temperaturska
la liegen muss, weil sonst die notwendigen Chemismen nicht gegeben sind.
Nach der kinetischen Gastheorie ist aber der Temperaturbegriff durch eine
statistisch ungeordnete Molekularbewegung erklärbar, die einer Maxwell
verteilung unterworfen ist. Trotz niedrigerer mittlerer Temperatur kann doch
die kinetische Energie der wenigen in der Spitze der Verteilung liegenden
Moleküle ausreichen, über Stoßanregungen Quantensprünge zu verursachen,
die beispielsweise zu isomeren Änderungen in irgendeinem Codon der DNS-
Doppelhelix und somit zu einer Änderung in einer Sequenz der DNS-Code
schrift fuhren. Dies wiederum bedeutet, da das fragliche Temperaturintervall
grundsätzlich eingehalten werden muss, dass eine der Komponenten von
y nicht verschwinden kann,so dass immer y > Ö und somit die Interpretation
= y = const > Ö möglich ist. Gelegentliche Abweichungen von diesem
horizontalen Typostasenverlauf würden dann mit zeitlichen Änderungen des
Biotops synchron laufen. Derartige Änderungen der B-Struktur sind beispiels
weise Glazialperioden oder die durch Säkularvariationen bedingten Senkun
gen des geomagnetischen Feldes, deren Existenz durch die paläomagneti-
II. Evolution einer Population im variablen Biotop 99
sehen Gestemsremanenzen in nicht umkristallisierten Oberflächenbereichen
der Frakturzone evident ist. Die besondere Charakteristik von Typogenese
und Typolyse muss dagegen auf die n - p > 0 übrigen Komponenten von
V zurückgehen. Zusammenfassend wird die Konstruktion des als Evoluti
onsraum beschrieben durch
l<k<n<oo, epe,=8p,, <1^ = 6,11,,
o<nk<~. ds(v^)= sdtik, v(')= sni
Der Definitionsbereich einer Phylogenese im ist mit dem des Arguments E
identisch, sodass nunmehr für die Vitalfunktion cp = (p (r|j..., r| ,t) geschrie
ben werden kann. Diese Vitalfunktion (als Maß des degenerativen Desorga
nisationszustandes) erfüllt das Eindeutigkeitskriterium, weil positive Evoluti
on oder Degeneration eines biophorischen Elements aufgrund der Wahl der
n unabhängigen Klassen durch zwei verschiedene Punkte des dargestellt
werden. Neben dieser Eindeutigkeit mussjedoch von (p noch die Differenzier-
barkeit gefordert werden. Da (p jedoch einen makromaren Zustand beschreibt
und sich die makroskopische Struktur der Gattung stetig verändert, könnte
man aus diesen empirischen Gründen im makromaren Bereich (p als differen
zierbar annehmen,doch ist hierdurch noch kein Differenzierbarkeitsnachweis
analytisch erbracht. Im Verzicht aufdiesen Nachweis werde im Folgenden für
(p die Differenzierbarkeit unterstellt.
Die T]^ sind unabhängige Klassen von Modulationsereignissen des biopho
rischen Feldkontinuums, deren Anzahl n als Dimensionszahl des abstrakten
demnach artspezifisch ist. Allgemeine Aussagen über den Lebensprozess
können daher nur solche Verknüpfungen von Funktionen sein,in denen die r|
nicht explizit auftreten, derart, dass die Aussagen vom artspezifischen Wert n
unabhängig sind.
2. Phylogenesen im Evolutionsraum
Unter Verwendung der in Gleichung 2 dargestellten Hilfskonstruktion des V
nimmt die Vitalisentrope im allgemeinen Fall des zeitlich variablen Biotops
die Form
^=<p,<p =(p(il 3
an. Für jede biophorische Letzteinheit beschreibt cp eine Linie im V . Die in
tegrale Gesamtheit aller dieser Linien definiert aber wegen des infinitesimalen
100 Der Elementarprozess des Lebens
Übergangs v —>«» zum biophorischen Feldkontinuum (also zur makromaren
Betrachtung) ein Volumen des V^. Auf diese Weise können also alle Phylo-
genesen als geometrische Gebilde im dargestellt werden, deren Volumina
von 0 < t < & der jeweiligen Phylogenese bestimmt werden. Da 0 spätestens
dann erreicht wird, wenn durch kosmische Verhältnisse die eubiotischen Be
dingungen des betreffenden Planeten aufgelöst werden, bleiben alle ö <«»,
d. h., auch die Volumina der Phylogenesen im V^ bleiben endlich, derart, dass
zu jedem darstellenden Volumen eine endliche geschlossene Hyperfläche im
V^ gefunden werden kann, welche dieses Volumen vollständig umschließt.
Mithin entwickelt sich in einem so begrenzten Volumen die geometrische
Struktur zeitlich bis zum Phylogenesenabschluss bei 9 <«». Da Gleichung
3 von n des V^ nicht explizit bestimmt wird, kann für die Analyse dieser Be
ziehung n = 3 zur Vereinfachung verwendet werden; denn für n = 3 sind Ten
sorprodukte von Vektoren als Determinanten darstellbar und an Stelle des
tensoranalytischen Formalismus höheren Tensorgrades tritt derjenige der
Vektoranalysis im Vy
Eine solche Redulrtion der r|. des V^ aufn = 3 wird insbesondere auch durch
die Tatsache nahegelegt, dass die Gesamtheit der tj. in drei voneinander unab
hängige Klassen aufgeteilt werden kann. Es handelt sich dabei um die Klasse
aller extemen mutagenen Einflüsse, weiters um die Klasse aller endogenen
(also stoffwechselbedingten) mutagenen Einflüsse und schließlich noch um
die Klasse spontaner thermisch bedingter mutagener Prozesse. Wird nun die
Wirkungsweise einer jeden dieser Klassen zu jeweils einer generalisierten
Koordinate zusammengefasst, dann wird hierdurch ebenfalls eine Konstrukti
on des V3 aus n = 3 generalisierten Koordinaten möglich. Während die Klasse
der extemen Einflüsse unmittelbar aus dem Biotop stammt und die Klasse
thermischer Vorgänge aufdas vom Lebensprozess selbst festgelegte Tempera
turintervall zurückgeht, liegen im endogenen Fall solche mutagenen Prozesse
vor, die über fehlgesteuerte Biophore (in Proteinstmktur) auf Codoneinheiten
der Doppelhelix mutagen zurückwirken können. Auf diese Weise wird deut
lich, dass alle mutagenen Einflüsse aufsämtliche Biophore einwirken können,
derart, dass auch nicht zur DNS gehörige Biophore als Folge des mutagenen
Einflusses indirekt auf die Doppelhelix zurückwirken, was den endogenen
Charakter derartiger mutagener Zustandsändemngen kennzeichnet. In diesem
Sachverhalt kann wiederum ein Argument für die Reduktion des V^ aufeinen
V3(r|j, r|2,ri3)gesehen werden. Die fortgelassenen Summationsgrenzen lau
fen nunmehr von k = 1 bis k = 3. Wegen (p (r|., r|,, TI3, t)gilt
II. Evolution einer Population im variablen Biotop 101
d(p = .r,S-^;j^
Ö(p , .,
dri^ +(f)dt, , d(p
also „. Ö(p
(p. =.
vgradtp +(p
nach Gleichung 2 und vgrad (p = 0 nach Einsetzen in Gleichung 3. Wegen
der Vertauschbarkeit partieller Ableitungen ist div v = 0, sodass sich aus der
Vitalisentropen nach einem Operatortheorem im V3 die Beziehung
0= vgrad(p + (pdivv = div(v(p) ergibt. Diese Quellenfreiheit kann jedoch
nur erfüllt werden, wenn v(p = 0 oder vtp = const hinsichtlich der ist. Da
keine dieser Bedingungen prinzipiell erfüllt zu sein braucht,kann div(v(p)=0
wegen div rot =0 im V3 nur durch v(p = rot p allgemein erfüllt werden. Hier
kann das Hilfsvektorfeld ii(r|,, rij, r|3, t) als eine abstrakte vitalisentrope Vek
torpotenz interpretiert werden, mit der die Vitalisentrope in die Form der Dif
ferentialgleichung
v(p = rot)I(ri,,r|2,ri3,t) 3a
übergeht, für welche sich ein Lösungsansatz bietet, wenn |i eliminiert werden
kann. Aufjeden Fall ist v l|rot p und daher v_Lp, sodass die Skalarprodukte
Vrotp 7^ 0 und auch p rotv^ 0 wegen rotv^ Ö bleiben. Skalarmultiplikation
von Gleichung 3a mit v und Subtraktion von p rot v liefert dann unter Berück
sichtigung eines weiteren im V3 gültigen Operatortheorems
v^(p - p rotv = V rotp- p rotv = div(v x p). Nunmehr kann das kubische Ge
bietsintegral über das phylogenetische V3-Volumen
JJJ(v^(p-protv)dTi,dr|2dr|3 =J1Jdiv(vx p)dr|,dri2dr|3
erstreckt werden. Ist dF ein Element der geschlossenen Oberfläche dieses
endlichen Volumens(s.0.), dann wird der Integralsatz
J J J div(v X p)dri,dr|2dr|3 =-(l)(v x p)dF wirksam. Da die Organismenart
ihr phylogenetisches Volumen zu keinem Zeitpunkt der Phylogenese ver
lassen kann, gilt dF_Lv x p, also(v x p)dF = 0, oder
J / J(Q -P rot v)dr|,dr|2 dr|3 =0 mit der Kürzung Q = v^9,was nur durch das
Verschwinden des Integranden, also Q = p rotv erfüllbar ist, weil weder die
Zeit an sich noch die zeitliche Evolution umkehrbar ist und daher das ge
schlossene Oberflächenintegral sein Vorzeichen grundsätzlich nicht wechselt.
Wegen p ||rot v und der weiteren Kürzung f|rot v|= 1 wird daher
Q = ±p|rotv|=±p/f oder p =±Qf. Da zwangsläufig f gleichsinnig parallel
zu rot V II p verläuft, gilt für die vitalisentrope Vektorpotenz p = Q f, womit in
Gleichung 3a substituiert werden kann, was als Vitalisentrope der Differen
tialgleichung mit Q = v^(p, nämlich v^(p = rot(Qf) liefert, welche die unbe
kannte Evolutionsgeschwindigkeit v (als Typoklinenverlauf) mit 9 und den
Evolutionskoordinaten r)^ verknüpft.
102 Der Elementarprozess des Lebens
Mit dem Operatortheorem rot(Qf)= Qrotf + f x gradQ und Skalarmulti-
plikation der Differentialgleichung v(p = rot(Qf) mit v (unter Verwendung
von v2(p = Q) wird dann Q(1-vrotf)= vf x gradQ. Wegen vif, also
v|l rot f bleibt einerseits v rotf 0 und andererseits ist(v x ff = 0. Da
im VjVektorprodukte stets als Determinanten darstellbar sind,gilt für das Vo
lumenprodukt V f X gradQ =(v x f)gradQ. Die Beziehung
Q(l-vrotf)=(vx f)gradQ kann nunmehr skalar mit vxf multipliziert
werden, was zu (1 ^-»v rotf)(v x f)= gradQ führt. Skalarmultiplikation
mit dem Linienelement ds= SdTi^ = dtSn^ = vdt gemäß Gleichung 2 liefert
wegengradQds=S dr|^ = dQ die Form
v^f^dQ = Q(l«-» Vrotf)(v x f)vdt = 0, weil Determinanten mit mindestens
zwei identischen Zeilen, also auch v(v x f)=0 grundsätzlich verschwinden.
Es bleibt demnach nur dQ = 0, was nur durch v^cp = const hinsichtlich der
erfüllt werden kann. Diese Konstante kann jedoch trotzdem eine Zeitfunktion
sein, welche durch eine zeitliche Variabilität des B bedingt wird. Führt man
für die Quadratwurzel dieser von den r|^ des V3 unabhängigen Zeitfunktion
das Symbol g(t) ein, dann gilt für die Lösung der Gleichung 3a die sehr ein
fache Darstellung
vV(p = g(t) 4,
in welcher g auch hinsichtlich t zu einer Konstanten wird, wenn die mutagene
B-Struktur sich nicht zeitlich verändert. Auch ist die Form von Gleichung 4
explizit nicht von n = 3 oder n > 3 abhängig.
3. Entelechial geschichtete Wirkungsgefüge
Die Lösung des am Schluss von (1.3) gestellten Problems ist offensichtlich
Gleichung 4. Da stets 0 < g < 00 und (p > 0 bleibt, gilt für den Typoklinenver
lauf 0 < v < 00, also tatsächlich die Freiheit von Unendlichkeitsstellen. Zur
Interpretation dieser Lösung wird mit A S = a In(p, also V® = exp(4^)substi-
AS
tuiert, was zur Darstellung v = gexp(- führt. Wegen (p > 1 bleibt stets
AS > 0, und diese Vitalentropie muss als ein Maß einer allgemeinen vitalen
Desorganisation aufgefasst werden. Nach (1.3) muss sich aber das Prinzip des
elementaren Lebensprozesses in seinem quantitativen Bereich im Argument
von v zeigen, welches jedoch eine negative Entropie ist. Wenn nun die als
Logarithmus eines Wahrscheinlichkeitsverhältnisses dargestellte Entropie als
II. Evolution einer Population im variablen Biotop 103
Maß einer Desorganisation mit wachsender Wahrscheinlichkeit ansteigt, dann
kann die nagative Entropie nur als das zur Desorganisation inverse Maß einer
Organisation W sein, welches gemäß W (e)=- von einem Parameter e
bestimmt wird, der als Entelechie diesen Organisationszustand bewertet. Zeit
lich wird stets die Vitalisentropie AS = 0 angestrebt, so dass W nur durch
die Zeitänderung einer Organisationsstruktur w (e), also W = mit dem
Eichfaktor X = const > 0 dargestellt werden kann; denn aufder Typostase ver
schwindet keineswegs die Organisationsstruktur, sondern nur ihre zeitliche
Veränderung. Dies bedeutet aber, dass auch die entelechiale Bewertung E(t)
zeitlich variabel wird,so dass^ ^zu setzen ist. Hierin beschreibt aber
^ ®(£)die entelechiale Schichtung co der Organisationsstruktur w.Sub
stitution fuhrt zur Darstellung
V = g(t)exp(£ Q)(e)), cp = exp(-2£ co(e)) 5,
welche aussagt, dass organische Strukturen entelechial geschichtete Wir-
kungsgeföge sind, welche sich zeitlich ständig neu aktualisieren, derart, dass
der isentrope Zustand durch e = 0, also konstante entelechiale Niveaus ge
kennzeichnet ist. Die Typostrophe 0 < cp < 1 wird durch £ co > 0, aber die
Typokline cp > 1 durch £ co < 0 gekennzeichnet. Wenn der Lebensprozess
durch ständig neu aktualisierende entelechiale, geschichtete Wirkungsgefüge
darstellbar ist, dann wird eine Integration des Lebensprozesses in ein völlig
anderes Bild möglich. In Der kosmische Erlebnisraum des Menschen^ wurde
gezeigt, dass aus völlig anderen Gründen eine Erweiterung der vier Raum
zeitdimensionen zu einer sechsdimensionalen Welt notwendig wurde, der
art, dass die Raumzeit R^ (mit imaginärer Lichtzeit) ein Unterraum des R
ist, zu welchem die beiden imaginären Transdimensionen normal verlaufen.^
Werden die Weltdimensionen durch x^ mit 1 < m < 6 gekennzeichnet, dann
sind X,, Xj, X3 die vertauschbaren reellen Dimensionen des kompakten R3(als
physisches Universum), während x^, x^ und x^ imaginäre nicht vertauschbare
Weltdimensionen sind, und zwar ist x^ die Lichtzeit, aber x^ eine entelechiale
bzw. Xg eine äonische Dimension. Auch in dieser R^-Kosmologie erscheinen
die Xj-Komponenten der im R3 manifesten Weltstrukturen als sich in x aktua-
4
^ Der kosmische Erlebnisraum des Menschen,s. S. 19-72.
^ Burkhard Heim: Elementarstrukturen der Materie. Einheitliche strukturelle Quantenfeldthe
orie der Materie und Gravitation 1. Innsbruck: Resch, M998.
104 Der Elementarprozess des Lebens
lisierende entelechiale Felder, deren Aktualisierungsrichtung aus gesteuert
erscheint.'*
Nach dieser R^-Geometrie muss also die entelechiale Schichtung eines or
ganischen Wirkungsgefuges 8co (e)= fCXj, x^) als Gebilde im Transbereich
Xj, Xg darstellbar sein. Andererseits ist aber auch 8 © = G(t)= GCx^)eine Zeit-
ßnktion, sodass f(Xg, x^)= G(xJ oder implizit X(x^, Xj, x^)=0 für dieses in
der Weltgeometrie beschriebene Wirkungsgefuge gesetzt werden kann. X =0
beschreibt demnach eine in x^ sich aktualisierende Transstruktur jenseits des
R3, als deren somatisches Komplement im eine Komposition aus Materie
erscheint, die sich als hierarchisch geschichtetes Wirkungsgefuge einer orga
nischen Struktur in der Zeitfolge momentaner Streckenräume R3 manifestiert.
Demnach muss für dieses somatische Komplement eine allgemeine implizite
R^-Struktur Y(Xp Xj, X3, x^) = 0 konzipiert werden. Eine Elimination von
X4 aus X =0 und Y = 0 fuhrt dann zu H(x,, Xj, X3, x^, x^)= 0, das heißt, die
beiden komplementären Ereignisstrukturen X = 0 und Y = 0 erscheinen ein
heitlich als H =0 in der zur Zeitachse x^ normalen funfdimensionalen Hyper-
fläche der Welt R^.
In den bereits zitierten Schriften wurde zwischen der Ebene virtueller Er
eignisse und der Ebene manifester physischer Ereignisse (x,, Xj, X3, x^) quan
titativer Art unterschieden. Die Wechselbeziehungen zwischen Ereignisstruk
turen innerhalb einer dieser Ereignisebenen wurden dabei als normal (virtu
ell oder manifest), aber Wechselbeziehungen zwischen der Ereignisstruktur
einer dieser Ebenen mit einer komplementären Ereignisstruktur der anderen
Ebene als paranormale Wechselbeziehung definiert. Nun zeigte sich, dass die
Transstruktur X =0 des entelechial geschichteten Wirkungsgefuges und die
komplementäre R^-Struktur Y =0 in H =0 offenbar grundsätzlich in einer so
definierten aber pseudoparanormalen Wechselbeziehung komplementärer Er
eignisstrukturen stehen, wodurch die gesamte zeitliche Dynamik der somati-
schen organischen Struktur und ihr zeitlich weitgehend akausales Verhalten
(bezogen auf die manifesten R^-Ereignisse) bestimmt wird. Hier wurde der
Begriff„pseudoparanormal" verwendet, weil x^ und x^ wie die R^-Koordina-
ten als Zahlengeraden ebenfalls quantitative Wertvorräte sind, also die Kon
struktion des Rg noch keineswegs eine Transzendierung in den Bereich der
Qualitäten darstellt. Dennoch liegt im quantitativen Transbereich Xj 0 und
Xg 9^ 0 ein Hinweis auf die Richtung einer solchen Transzendierung^ vor, wo-
* Postmortale Zustände?, s. S. 139-228.
'B. Heim: Elementarstndcturen der Materie 1 ('1998); Postmortale Zustände?, S. 139-228.
III. Die Möglichkeiten somatischer Manifestation 105
durch die Hintergründe akausaler Ereignisstrukturen deutlicher werden. Diese
Akausalität lebender organischer Strukturen geht demnach keineswegs allein
auf die makromare Komplexität zurück, sondem ist prinzipieller Natur, ähn
lich wie die quantenmechanische Unschärferelation kanonisch konjugierter
Größen im mikromaren Bereich.
Es sei bemerkt,dass hier der quantitativen Analyse des elementaren Lebens
prozesses eine Grenze gesetzt ist; denn die quantitativ fassbaren Transstruk
turen der Weltgeometrie sind nur die x^- und x^-Komponenten allgemeiner
Weltstrukturen.^ Nach dem aus logischen Gründen wegen seiner besonderen
Leistungsfähigkeit ausgewählten Bild B der Parallelräume normal zur fünften
Weltdimension' können aber die entelechialen Komponenten physischer R3-
Strukturen ihrerseits in Wechselbeziehungen treten und relative entelechia-
le Strukturen höheren Grades induzieren. Dieser Sachverhalt tritt im Bild B
der Transkosmologie allein bei entelechial geschichteten Wirkungsgefugen
in Erscheinung, also bei den Lebensprozessen. Andererseits sind diese se
kundären Transstrukturen höherer Ordnung qualitativer Natur und bestimmen
die qualtitative Seite des Lebensvorganges im Sinne der psychischen virtu
ellen Ereignisstrukturen.® Dies bedingt wiederum die Unmöglichkeit einer
weiterführenden quantitativen Deskription, sodass die gesamte Betrachtung
psychophysischer Vorgänge erst dann weitergeführt werden kann, wenn eine
geeignete logische Methodik (nicht quantitativer mathematischer Art) zur
Beschreibung in Anwendung gebracht wird. Dagegen scheint es sinnvoll zu
sein, zu untersuchen, nach welchen Prinzipien sich ein transzendierendes en-
telechiales Wirkungsgefüge X =0 somatisch im manifestieren kann.
III. DIE MÖGLICHKEITEN SOMATISCHER MANIFESTATION
1. Die Basis
Zunächst werde die sich in H =0 ausdrückende Komplementarität als eine
Abbildung von X = 0 in den Unterraum R^ aufgefasst, welche als Struktur
Y =0 in der Raumzeit erscheint, derart, dass sich der Momentanzustand von
Y = 0 in dem jeweiligen kompakten Rj-Streckenraum manifestiert. Dies be-
« B. Heim: Vorschlag zur einheitlichen Beschreibung der Elementarteilchen. In: Zeitschriftför
Naturforschung
liurjur 32 A,Ausgabe ...w
März/April
—,- 1977.
-
n^ « ! « c 'TO
Der kosmische Erlebnisraum, s. S. 19-72.
Postmortale Zustände?, s. S. 139-228.
106 Der Elementarprozess des Lebens
deutet, dass einerseits die entelechiale Schichtung als R^-Struktur eine hierar
chische Schichtung korrelierender Entitäten bedingt, die ihrerseits einem tie
feren Entelechialniveau entsprechen, während andererseits die geometrische
Form dieser Rj-Volumina in gewissen Toleranzen zeitlich erhalten bleibt. Es
kommt also zwangsläufig zur Manifestation organischer Strukturen in Form
hierarchisch geschichteter Wirkungsgefuge, wobei der Charakter des Wir-
kungsgefuges durch die als sozial aufzufassende Korrelation der die betreffen
de Schichtung aufbauenden Entitäten bedingt wird. Wenn es in einer solchen
organischen Struktur Minimalentitäten gibt, dann ist stets eine zelluläre Ge-
websstruktur gegeben. Da X =0 und Y =0 auch zeitliche Prozesse darstellen,
derart, dass sich die organische Rj-Struktur bei geringer Entropie entgegen
dem zweiten thermodynamischen Hauptsatz erhält und existiert, müssen sich
die aufbauenden Entitäten und die organische Gesamtstruktur zeitlich reprodu
zieren, d. h., die lebenden Entitäten sind wegen ihrer Komplementarität H =0
zu einer Transstruktur X =0 des R^ fortpflanzungsfahig.
Ein weiterer Sachverhalt wird deutlich, wenn man berücksichtigt, dass als
Folge der entelechialen Schichtung X = 0 bezogen auf den R3 sozusagen ein
„Raster" von Volumenelementen organischer Letzteinheiten (wegen der ato-
mistischen Natur jeglicher Materie nicht infinitesimal aufzufassen) erscheint,
derart, dass jede dieser Letzteinheiten die gesamte Information hinsichtlich
des Baues der gesamten organischen Struktur enthält. Aus diesem Grunde
müssen also Minimalentitäten als Zellraster der organischen Rj-Struktur und
somit eine zelluläre Gewebsstruktur gefordert werden, welche so strukturiert
ist, dassjede Minimalentität als Rj-Zelle die organische Letzteinheit als Träger
der Gesamtinformation enthält. In der materiellen Manifestation können aber
diese informationstragenden organischen Letzteinheiten nur molekularer Na
tur sein. Derartige Moleküle wiederum sind nur als makromolekulare Polime-
risationen möglich, welche die Information in Form von Isomerien kodieren.
Auch müssen wegen der zu fordernden Fortpflanzungsfahigkeit organischer
Strukturen und ihrer zellulären Minimalentitäten diese den Informationscode
der organischen Gesamtstruktur tragenden organischen Letzteinheiten makro
molekularer Natur noch identisch reduplikationsfahig sein.
Aufgrund dieser notwendigen Prinzipien einer somatischen Manifestati
on des elementaren Lebensprozesses X = 0 als Y = 0 können nunmehr die
prinzipiell möglichen chemischen Eigenschaften der materiellen Basis einer
somatisch manifesten organischen Struktur analysiert werden. Wegen der
Notwendigkeit identisch reduplizierbarer makromolekularer Träger eines In
formationscodes, die zur Übersetzung und Weitergabe dieses Codes kataly-
III. Die Möglichkeiten somatischer Manifestation 107
tisch an chemischen Reaktionen teilnehmen und bei der Reduplikation selbst
Chemismen unterworfen sind, ergeben sich die folgenden Forderungen, die
von einer chemischen Basis des Lebensprozesses zu erfüllen sind:
A)Als chemische Basis kommen nur Atome des periodischen Systems in Be
tracht, deren ausgeprägte Fähigkeit zur homöopolaren Selbstbindung kom
plizierte makromolekulare Gerüste ermöglicht.
B)Diese homöopolaren Bindungen müssen so stabil sein, dass die positive
Energiebilanz bei gewissen Reaktionen peripherer Gruppen mit umgeben
den Molekularstrukturen diese Molekulargerüste nicht zerstört.
C)Andererseits dürfen die homöopolaren Bindungen nicht so stark sein, dass
eine weitgehende Reaktionsunfahigkeit mit umgebender Materie resul
tiert.
Offensichtlich wird A nur von den Elementen B,C und Si sowie von der Mo
lekel SiO^ und den Silikonen aufder Basis(C,Si)erfüllt. Mit der Kernladung
Z= 5 und dem Elektronenhüllenbau 1 s^, 2s\ 2p' entfällt die B-Chemie; denn
das abgeschlossene s-Niveau mit einem p-Term stellt einen asymmetrischen
Bau der L-Schale dar, die aber als Valenzschale wirkt. Hierdurch wird die
Fähigkeit zur Selbstbindung stark eingeschränkt. Bei der Si-Chemie ist mit
Z = 14 gemäß 1 s^, 2s^, 2p^, 3s^, 3p^ nicht nur die K-, sondern auch die L-
Schale abgeschlossen, während die M-Schale als Valenzschale durch die hoch
symmetrische Tetraederkonfiguration des abgeschlossenen s-Niveaus und der
beiden p-Terme gekennzeichnet ist. Da die beiden abgeschlossenen Schalen
das Kemfeld abschirmen, sind die ausgeprägten Fähigkeiten zur Selbstbin
dung nach (A)zwar erfüllt, doch sind diese Bindungen derart lose, dass sie
(B) nicht genügen. Im Gegensatz hierzu liefert die Molekel SiO^ als Basis
der Silikatchemie überaus feste homöopolare Bindungen und sehr komplexe
Gerüste, doch sind diese homöopolaren Bindungen derart stabil, dass von der
Si O^-Chemie zwar(A)und(B)erfüllt werden,aber(C)auch nicht annähernd.
Gleiches gilt für die Silikonchemie. Mithin entfallen als materielle Basis ne
ben der Si-Chemie auch die SiO^-Chemie und die Chemie der Silikone. Es
verbleibt die C-Chemie. MitZ=6 und der Elektronenhüllenstruktur 1 s^ 2s\
2p^ erscheint hier die hochsymmetrische Tetraederkonfiguration schon in der
L-Schale,die als Valenzschale nur durch die vollbesetzte K-Schale vom Kem
feld abgeschirmt wird. Daher treten im Gegensatz zu Si bei C die metallischen
Eigenschaften stärker zurück, sodass die C-Chemie allein die Fordemngen
(A) bis(C) erfüllt. Dieser Sachverhalt scheint universeller Art zu sein, weil
es im periodischen System der Elemente kein zweites Element gibt, welches
108 Der Elementarprozess des Lebens
die drei Forderungen in gleicher Weise befriedigt. Die chemische Basis des
im R3 manifesten organischen Lebens kann also nur die Kohlemtqffchemie
sein. Die Reaktionen einer derartigen Chemie erfordem ein geeignetes Reak
tionsmedium. Die Moleküle dieses Mediums müssen dabei frei verschiebbar
sein und doch eine verhältnismäßig dichte Packung bilden; d. h., dieses Me
dium muss sich im flüssigen Aggregatzustand befinden. Zur Vermeidung von
Reaktionen des Mediums mit den C-Gerüsten organischer Moleküle dürfen
die Moleküle des Mediums nicht auch auf der C-Basis aufgebaut sein. Femer
muss das Medium ein Lösungsmittel für möglichst viele andere Substanzen
darstellen und im natürlich vorkommenden Zustand sämtliche Elemente des
periodischen Systems zumindest spurenhaft oder in Form von Mineralsalzen
gelöst enthalten. Seine Moleküle müssen einen starken elektrischen Dipolcha
rakter haben und es muss chemisch neutral (also weder sauer noch alkalisch)
reagieren. Dieser Dipolcharakter bedingt starke Intermolekularkräfte, sodass
bei minimalem Molekulargewicht der Siedepunkt des Mediums an der oberen
Grenze des von einer C-Biochemie zugelassenen Temperaturintervalls liegt,
weil derartige Dipolmoleküle durch diese Intermolekularkräfle temperaturab
hängige Konglomerate bilden. Auf diese Weise kommt es auch zu einer sehr
hohen Wärmekapazität des Reaktionsmediums der C-Chemie, was bei hinrei
chend großem planetaren Vorkommen des Mediums zugleich mit einer star
ken thermischen Regulationswirkung des globalen planetaren Klimas, also
einer Temperaturstabilisierung verbunden ist. Auch wird durch den geforder
ten Dipolcharakter die ebenfalls bei völliger chemischer Neutralität geforderte
Eigenschaft als universales Lösungsmittel bestimmt. Berücksichtigt man da
rüber hinaus, dass sich unter eubiotischen Bedingungen die ersten diffusen
Lebensaktivitäten in diesem Medium auf molekularer Basis vollziehen und
dabei die zeitliche Konstanz der Randbedingungen einer Umgebung von ent
scheidender Bedeutung sein dürfte, dann muss an dieses Medium noch die
Forderung gestellt werden, im festen Aggregatzustand ein geringeres spezi
fisches Gewicht aufzuweisen als im flüssigen Zustand - dies deshalb, weil
durch Temperaturschwankungen dieses Medium zeitweilig in den festen Ag
gregatzustand übergehen kann.
Die Gesamtheit dieser Forderungen wird nur von einer einzigen Substanz,
nämlich H^O erfüllt, wodurch die Möglichkeiten der C-Chemie im Bereich
der Lebensprozesse eingeschränkt werden, derart, dass den Elementen H, C
und O eine besondere biochemische Bedeutung zukommen muss.
Wenn nun eine organische Struktur auf dieser chemischen Basis gegeben
ist, dann handelt es sich dabei stets um ein materielles R^-Volumen, welches
III. Die Möglichkeiten somalischer Manifestation 109
wegen der Zeitabhängigkeit des somatischen R^-Komplements Y =0 zeitli
che Zustandsänderungen erfährt. Der Zustand der momentanen organischen
Rj-Struktur wird dabei bestimmt durch die Form (a), die Strukturierung als
funktionaler Zustand (b) und die substantielle Zusammensetzung der Textur
(c). Zeitliche Änderungen des Zustandes sind in allen diesen Bestimmungs
stücken möglich, wenn es sich um irgendein materielles Volumen handelt. Es
gibt also die einfachen Zustandsänderungen in (a, b, c), femer die doppelten
Zustandsändemngen in (ab, ac, bc) und die völlige Variabilität des Zustan
des (abc). Eine organische Stmktur ist wegen Y = 0 stets ein hierarchisch ge
schichtetes Wirkungsgefuge, also ein funktionelles System, welches nur dann
existenzfähig ist, wenn sich (b)im Prinzip zeitlich nicht verändert. Damit re
duzieren sich die möglichen Zustandsändemngen auf(a,c)(ac). Da nach dem
Vorangegangenen das Formprinzip in gewissen Toleranzen ebenfalls zeitlich
ungeändert bleibt, können diese organischen Stmkturen nur materielle Sys
teme sein, welche die Zustandsändemng (c) durchfuhren, also bei konstanter
Form und Stmktur die Textur verändem. Bei lebenden materiellen Systemen
handelt es sich also stets um offene Systeme mit Materiedurchsatz, sodass
die durch Y =0 bedingte zeitliche Stabilität als die dynamische Stabilität von
Fließgleichgewichten aufzufassen ist. Der lebende Organismus als d5mami-
sches Fließgleichgewicht entnimmt also als Folge des Lebensprozesses aus
einer materiellen Umgebung (der metaökonomischen Basis des Lebens) mit
einer Wirkungspotenz W (der spezifischen organischen Stmktur immanent)
geeignete Materie M, welche durch interne W bestimmende Lebenschemis
men umgesetzt wird. Ausgestoßen wird anschließend Materie, die als relatives
Sozialprodukt P anderen assoziierten Organismen als materielle Lebensbasis
dient. Auch wird andere Materie ausgestoßen, die als relativer Abfall A in die
metaökonomische Basis der Umgebung zurückgegeben wird. Das als offe
nes System im Fließgleichgewicht stehende organische Gefuge wird in seiner
Wirkungsweise hinsichtlich des Materiedurchsatzes symbolisiert durch
M^W-.(P,A) 6.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die somatischen Komple
mente Y =0 entelechial geschichteter Transstmkturen X = 0 in ihren Rj-Ma-
nifestationen mit den empirisch beschriebenen hierarchisch geschichteten
Wirkungsgefiigen organischer Stmkturen identisch sind. Die Minimalenti-
täten erscheinen hierbei als die zellulären Gewebselemente, und die in den
organischen Letzteinheiten kodierte und in allen Minimalentitäten enthaltene
vollständige Information über die Gesamtstmktur muss mit dem geotypischen
\ 10 Der Elementarprozess des Lebens
Informationsmuster der Zellnukleide (also dem Genom)identifiziert werden.
Die soziale Korrelation lebender Entitäten zu dem in (I.l) angegebenen Sche
ma hierarchischer Schichtungen ist offensichtlich den primären Transstruk
turen entelechialer Schichtungen immanent. Handelt es sich dagegen um die
Bildung freier Sozietäten bewusster Organismen außerhalb dieser zwangsläu
figen Korrelationen (was durchaus im Bereich der Schichtungen (4)oder(5)
liegen kann), dann ist die Korrelation in solchen Sozietäten nur durch die in
(II.3) angedeuteten sekundär induzierten Entelechialstrukturen höherer Ord
nung und qualitativer Art bedingt. Derartige wegen ihres qualitativen Cha
rakters in (II.3) ausgeklammerte Transstrukturen sollen im Folgenden mit e
symbolisiert werden.
2. Organisches Wachstum und Wucherung
Für die zu X = 0 komplementäre somatische Struktur Y = 0 ist das identisch
reduplizierbare molekular kodierte genotypische Informationsmuster im Kern
der Gewebszelle als Minimalentität eine notwendige und hinreichende Be
dingung. Wegen dieser Reduplizierbarkeit des Code der Gesamtinformation
erfahrt die organische Struktur der Schichtungen (1)bis(3)des Schichtungs
schemas aus (I.l), also die als Einzelorganismus definierbare Struktur eine
ontogenetische Evolution, die von einer einzigen parentalen Zelle ausgeht.
Während dieser Ontogenese muss es zunächst zu einer exponentiell steigen
den Vervielfachung korrelierender lebender Entitäten kommen, bis der Or
ganismus sein dem immanenten Code entsprechendes Maß und seine volle
Funktionsfahigkeit erreicht hat. Nach dieser Periode kommt es gemäß X =0
zu einem Abbruch dieses exponentiellen Wachstumsvorganges der nunmehr
in ein Nullwachstum (also den bloßen Ersatz von Gewebszellen) umschlägt.
Während der ganzen Ontogenese ist die Struktur durch eine X = 0 entspre
chende konservative Tendenz gekennzeichnet, d. h., der Organismus versucht
sich selbst zeitlich zu erhalten. Eine ontogenetische Evolution vollzieht sich
dagegen neben dieser konservativen Tendenz während der Anfangsphase ex
ponentiellen Wachstums. Das ontogenetische organische Wachstum aus expo-
nentiellem Anstieg und Nullwachstum (aufrechterhalten durch das dynamisch
stabile Fließgleichgewicht der Beziehung 6) setzt die zeitliche Konstanz
des genetischen Informationsmusters voraus, eine Bedingung, die jedoch
wegen cp > 1 nicht erfüllt ist. Im Verlauf des organischen Wachstums wird
aus physikochemischen Gründen mit wachsender Zeit(bezogen auf den Be
ginn der Ontogenese) der Code des molekularen Informationsmusters immer
III. Die Möglichkeiten somatischer Manifestation 111
fehlerhafter und diffuser, sodass während des Nullwachstums immer weite
re Bereiche von Gewebsstrukturen entstehen, die mit wachsender Tendenz
den Anforderungen des Lebensprozesses nicht mehr genügen. Die hierdurch
bedingte an die Periode des Nullwachstums anschließende restriktive Phase
endet schließlich zeitlich mit dem Tod des Organismus, wodurch auch das
entelechiale Gefuge X =0 zeitlich begrenzt wird, wasjedoch nicht notwendig
für 8 zu gelten braucht.'
D'\q phylogenetische Evolution ist dagegen durch ein Wachstum der Arten-
maimigfaltigkeit und eine konservative Tendenz zur Erhaltung einzelner Ar
ten gekennzeichnet. Die Grenzen dieses Wachstums der Artenzahl wird vom
Biotop ebenso bestimmt wie die zulässige Maximalpopulation. Auch bei der
Besetzung des Biotops während der Phylogenese einer Art kommt es zunächst
ebenfalls zu einem exponentiellen Wachstum (positive Populationsentropie
mit R > 1), dem sich nach (II.l) der populationsisentrope Zustand (schwache
Oszillationen um R = 1)durch Erhöhung von T anschließt. Die Erhöhung der
Artenmannigfaltigkeit, also der möglichen Phylogenesen, geht auf Mutatio
nen des genetischen Informationsmusters zurück. Begünstigt werden solche
Evolutionen durch den starken Austausch genetischer Informationsmuster
zwischen den Einzelorganismen der Art, was jedoch nur im artspezifischen
Bereich möglich ist. Bei Organismen, deren parentale Einheiten aus q > 1 In
dividuen bestehen, ergibt sich dieser Austausch von selbst. Desgleichen im
Fall q = 1, wenn es- wie z. B. beim Volvox-zu engen sozialen Korrelationen
(Koloniebildung) kommt. Liegt dagegen diese starke soziale Korrelation bei
q = 1 nicht vor, dann wäre es denkbar, dass die zum Austausch genetischer
Informationsmuster notwendige soziale Korrelation aus X = 0 im Sinne der
Komplementarität H =0 durch somatische Signalfelder induziert wird. Mögli
cherweise könnte man eventuell die extrusomen Trichozysten in der Pellicula
des Parametium oder die Mukozysten anderer Infusorien in dieser Richtung
(Signal zur Konjugationsteilung als notwendiger Unterbrechung der Kette ve
getativer Teilungen) interpretieren (s.o., II.l), wobei diesen Prozessen aller
dings zweifellos zugleich noch andere Funktionen zukommen.
Während das evolutorische Element des phylogenetischen Wachstums durch
Änderungen des genetischen Informationsmusters gekennzeichnet ist, drückt
sich ein entsprechendes konservatives Element wiederum komplementär zu
X =0 durch die Erhaltung der Arten und die Unmöglichkeit des Genaustau
sches zwischen spezifisch verschiedenen Arten aus. Auch im Fall der Phylo-
'Ebd.
112 Der Elementarprozess des Lebens
genesen gibt es ein dem ontogenetischen Restriktionsintervall entsprechendes
Intervall R < 1, nämlich während der Typolyse, welches mit R =0 die Phylo-
genese abschließt. Im Bild der hierarchischen Schichtungen aus (I.l) scheint
es eine Ontogenese nur für(3)und bedingt für(4)zu geben,nicht dagegen für
die autonomen Formen(1)und (2), welche wie(5)nur zur Phylogenese fähig
sind. Die Schichtung(3)einer organischen Struktur kann in Analogie zur Po
pulation eines Biotops (schwach korreliert) als eine stark korrelierte Zellpo
pulation des Organismus interpretiert werden,für die ebenfalls ein Reproduk
tionsfaktor R nach Gleichung 1 definiert werden kann. Ganz allgemein wird
auf diese Weise das Gesetz organischen Wachstums för Ontogenesen, aber
auch für die Phylogenesen der Populationen durch den exponentiellen An
stieg R > 1 während der Wachstumsperiode, R = 1 während des gesteuerten
Nullwachstums und R < 1 während der Restriktionsphase umschrieben, nach
welcher bei R =0 die organische Struktur nicht mehr existiert. Die Dynamik
des organischen Wachstums wird dabei von den antagonistischen Tendenzen
evolutorischer und konservativer Motivationen bestimmt, denen in Bezug auf
eine Umgebung, wie die Beziehung 6 zeigt, noch ein destruktives und in Be
zug auf die organische Struktur konstruktives Element anhaftet.
Die Steuerung des organischen Wachstums erfolgt offenbar stets aus der
entelechial geschichteten Transstruktur X =0 und ist komplementär im mo
lekularen genotypischen Informationsmuster codiert oder wird von der hioto-
pischen Struktur mitbestimmt. Im Fall freier Sozietät bewusster Organismen
kann diese Steuerung weitgehend von e übemommen werden, doch besteht
dann immer die Möglichkeit einer Fehlsteuerung. Wird nämlich das organische
Wachstum im Rahmen einer wie auch immer gearteten Fehlsteuerung aus den
Weltstrukturen X = 0 oder e so beeinflusst, dass die Phase 0 < R < 1 entfällt
und für unbegrenzte Zeit R > 1 bleibt, dann schlägt das organische Wachstum
in den Prozess einer Wucherung um. Da Wucherungen ebenfalls exponentiell
wachsen und keine Rücknahme erfolgt, wird nach der Beziehung 6 die me
taökonomische Basis von der wuchernden organischen Struktur zerstört, was
unmittelbar R =0 der Wucherung, aber auch aller übrigen Organismen zur
Folge hat, die von der gleichen ökonomischen Basis innerhalb des betreffen
den Biotops abhängen. So erscheint die Wucherung als Entartung des orga
nischen Wachstums, die stets den Tod lebender Strukturen zur Folge hat. Im
Fall einer fehlgesteuerten Ontogenese der Schichtung(3)manifestiert sich die
Zellwucherung als tumoröser Prozess,der immer dann als bösartig zu bezeich
nen ist, wenn der Tumor als offenes System Abbaustoffe produziert, die eine
sekundäre Intoxikation des Organismus verursachen, und zwar ebenfalls mit
IV. Charakteristika eubiotischer Planeten 113
exponentiell steigendem Trend. Im Fall der Population eines Biotops würde
eine Wucherung den exponentiellen Populationsanstieg bis zur Erschöpfung
der metaökonomischen Basis bedeuten, was dann der Selbstvemichtung der
Population gleichkommt. Auch das katastrophenhafte Ende einer Wucherung
bedeutet lediglich die Einstellung eines neuen Gleichgewichtszustandes durch
Rücknahme des fehlgesteuerten Wachstums.Auch die zeitliche Vorwegnahme
von 0 < R < 1 kann eine tödliche Fehlsteuerung nicht wuchemden Wachstums
bedeuten.
Die im Vorangegangenen aus der Komplementarität H =0 der Weltstruktu
ren organischen Lebens deduzierten Eigenschaften somatisch im R3 manifes-
tierter organischer Strukturen sind völlig universeller Art. Aus diesem Grunde
scheint es möglich zu sein, aus der Gesamtheit dieser Eigenschaften somati-
scher Manifestationen auf kosmologische Bedingungen zu schließen, die ein
eubiotischer Planet erfüllen muss, wenn sich evolutionsfähiges Leben aufihm
entwickeln soll.
IV. CHARAKTERISTIKA EUBIOTISCHER PLANETEN
1. Bedingungen planetarer Kosmogonie
Im Folgenden werde unter dem Begriffeubiotisch das Vorhandensein von Be
dingungen verstanden, welche die Existenz evolutionsfahigen Lebens ermög
lichen.
Nach (III.l.) ist die notwendige Voraussetzung für die materielle Mani
festation lebender Organismen die C-Chemie in HjO als Reaktionsmedium,
welches im flüssigen Aggregatzustand auftreten muss und alle Elemente des
periodischen Systems im gelösten Zustand (eventuell in Form von Mineral
salzen) enthalten soll. Diese Voraussetzung ist zugleich eindeutig und auch
hinreichend, wenn die komplementären Weltstrukturen jenseits des R3 die
se chemischen Voraussetzungen ergänzen. Ist dies der Fall, dann kann ein
eubiotisches Gestirn nur ein Planet sein, weil das Temperaturintervall flüs
sigen Wassers sehr eng begrenzt ist und niemals auf einem selbstleuchten
den Zentralgestim existiert. Dieser eubiotische Planet muss femer aus spe
zifisch schwerer Substanz bestehen, damit sich während seiner Kosmogonie
eine feste Oberfläche ausbildet, welche die flüssige, hinreichend ausgedehnte
Hydrosphäre tragen kann. Chemisch muss dieses Oberflächenmaterial auch
diejenigen Mineralsalze enthalten, die sich später in der Hydrosphäre lösen,
114 Der Elementarprozess des Lebens
und das Element C muss ausreichend vorhanden sein. Die Forderung nach
dem flüssigen Aggregatzustand der planetaren Hydrosphäre hat weitere not
wendige Forderungen zur Folge, die von einem eubiotischen Planeten erfüllt
werden müssen.Zunächst muss der Abstand vom Zentralgestim gmndsätzlich
so bemessen sein, dass die eingestrahlte Energie des Gestims auf der Pla
netenoberfläche das Temperaturintervall flüssigen Wassers erhält, d. h., der
Planetenabstand muss innerhalb der meist schmalen Ökosphäre des Zentralge
stims liegen. Zugleich darf diese Einstrahlung global nicht einseitig erfolgen,
d. h., der Planet muss eine freie Rotation vollziehen,so dass die Rotationsach
se nicht parallel zum Radiusvektor der gravitativen Umlaufbahn des Planeten
um das Zentralgestim verläuft. Diese Rotationsachse kann ungefähr normal
zur Ekliptik verlaufen, doch würde eine leichte Deklination zu günstigen Kli
mavariationen während des Jahresumlaufs fuhren. Auch sollte die Zeitperiode
einer freien Tagesrotation nicht zu lang sein. Schließlich setzt die Existenz
einer stabilen Hydrosphäre aus thermodynamischen Gründen noch die Exis
tenz einer darüberliegenden Atmosphäre hinreichender Dichte voraus, welche
aus Materialien bestehen muss, die sich im geforderten Temperaturintervall
(welches Wasser im flüssigen Aggregatzustand ermöglicht)in dem gasformi
gen Aggregatzustand befinden müssen. Wenn ein Planet diesen Bedingungen
genügt, dann vollziehen sich aufseiner Oberfläche sowie in seiner Hydro- und
Atmosphäre ständig dynamische Zustandsändemngen,die energetisch von der
Einstrahlung des Zentralgestims vemrsacht werden.Im Rahmen des meteoro
logischen Geschehens kommt es dabei stets zur Trennung kontaktelektrischer
Ladungen, also dem Aufbau hochgespannter elektrostatischer Felder mit an
schließender Funkenentladung (Blitzschlag) in der Atmosphäre. Hierbei kön
nen in der Hydrosphäre erste molekulare C-Gerüste in Form von Polypeptiden
entstehen, wenn diese Uratmosphäre aus Gasen wie CH^,HCN,HjCO,CO^,
HjO,NH3,N2,SO2 usw. besteht, wobei auch erste gasförmige Homologe von
CH^ auftreten können. Die Anwesenheit von freiem ist ebenso wenig erfor
derlich wie das Auftreten der Edelgase in größeren Mengen.
Offenbar ist eine in dieser Form zusammengesetzte Uratmosphäre eine un
abdingbare Fordemng des Lebensprozesses; denn das Element C ist im fi-ei-
en Zustand nicht besonders reaktionsfähig, doch kann die C-Chemie leicht
aus ersten primitiven gasförmigen C-Verbindungen entwickelt werden, was
sich beispielsweise in der bereits erwähnten Synthese von Polypeptiden zeigt.
Wenn aber Gase mit derart geringem Molekulargewicht eine Uratmosphäre
aufbauen sollen, dann setzt dies für die Masse M des Planeten eine untere
Schranke. Einerseits ist CH^ die Komponente mit geringster molekularer Mas-
IV. Charakteristika eubiotischer Planeten 115
se m(CH4)= andererseits setzt die Temperaturforderung flüssigen Was
sers in der Hochstratosphäre des Planeten eine kinetische Gastemperatur T
(absolute Skala)voraus, die weit über der thermometrischen Bodentemperatur
liegt und im Abstand r der Hochstratosphäre vom Planetenmittelpunkt die
thermische Molekularbewegung der Geschwindigkeit v verursacht. Nach der
kinetischen Gastheorie gilt dann bekanntlich m^, v^ = 3kT mit der Bolzmann
konstante k. Soll nun der Planet in der Lage sein,seine Atmosphäre durch sein
von der Planetenmasse M erregtes Gravitationsfeld festzuhalten, dann muss v
der leichtesten Komponente m^, unter der parabolischen Geschwindigkeit die
ses Gravitationsfeldes bleiben. Es ist also v^ < 2y M/r zu fordem, wenn y die
Newton'sehe Gravitationskonstante ist. Damit folgt also, dass die Planeten
masse 2ym^M > 3kTr sein muss,wenn der betreffende Planet gravitativ seine
Atmo- und Hydrosphäre stabil erhält; denn es ist auch m(CH^)< m (H^O).
Sind alle bisher geschriebenen Bedingungen erfüllt, dann werden sich
durch das Zusammenwirken von Uratmosphäre und Hydrosphäre unter dem
Einfluss meteorologisch bedingter elektrischer Entladungen und wahrschein
lich auch durch die Lichteinstrahlung des Zentralgestims Molekularstmkturen
hoher Komplexität auf der homöopolaren C-Basis synthetisieren und in der
Hydrosphäre anreichem. In diesem Medium muss es dann im Rahmen die
ser C-Chemie zu sekundären Synthesen einer wachsenden Mannigfaltigkeit
von C-Stmkturen kommen,von denen auch einige als Katalyte wirken. Unter
derartigen Voraussetzungen ist schließlich die Wahrscheinlichkeit beträcht
lich, dass ein Katalyt synthetisiert wird, dessen Funktion darin besteht, sich
als autogener Katalyt aus einer vorgegebenen materiellen Umgebung selbst
zu synthetisieren. Offensichtlich sind die Bedingungen einer solchen präbi-
ontischen autogenen Katalyse sehr eng toleriert. Wenn jedoch die Moleku-
largmppe der katalytischen Funktion an eine Molekulargmppe gebunden ist,
die in der Lage ist, Informationen aus der sich zeitlich ändemden materiellen
Umgebung aufzunehmen und mittels dieser erlemten Information die Funk-
tionsgmppe durch eine Umstmkturiemng der neuen Umgebung anzupassen,
dann ist ein autogener Katalyt entstanden, der durch seine flexible Adaption
in sehr weit tolerierten materiellen Umgebungen der Hydrosphäre als autoge
ner Katalyt funktionsfähig bleibt. Derartige Molekularstmkturen erhalten sich
also selbst durch autogene Katalyse und die durch die Lemfähigkeit bedingte
Anpassung an die sich ändemde Umgebung. Hier hat sich offenbar im Bild
der hierarchischen Schichtungen aus (I.l) der Übergang (0) (1) angedeu
tet, was einem Durchbmch aus dem Bereich anorganischer Atomistik in den
Bereich einer Vorform präbiotischen Lebens gleichkommt. Auch erscheint
116 Der Elementarprozess des Lebens
bereits hier das Prinzip einer Informationsspeicherung in der molekularen
Lemgruppe. Praktisch kann diese molekulare Vorform des Lebens durch die
Koppelung eines einfachen Proteins (Funktionsgruppe) an eine einfache Nu-
kleinsäure (Lemgruppe) realisiert werden. Andererseits muss berücksichtigt
werden, dass das Zentralgestim aufgmnd seiner stark exothermen Nuklear
prozesse neben seinem elektromagnetischen Spektmm auch eine stark ionisie
rende Partikelstrahlimg emittiert, die bei zu hoher Intensität die gespeicherten
Informationsinhalte derjeweiligen Lemgmppe zerstören und daher bereits die
Entwicklung der Vorform organischen Lebens zum Erliegen bringen kann.
Aus diesem Gmnde muss an den eubiotischen Planeten noch die Forderung
gestellt werden, ein hinreichend starkes magnetisches Feld aufzubauen, wel
ches die stets elektrisch geladene Partikelstrahlung des Zentralgestims in ei
nem Strahlungsgürtel abfangt.
Diese autogen katalytische Vorform organischen Lebens ist in ihrer Ad-
aptionsfahigkeit zwar sehr flexibel, jedoch ist sie nicht evolutionsfahig in
Richtung auf Universalität und Komplexität, solange das Zusammenwirken
von Uratmosphäre und Hydrosphäre immer neue C-Strukturen auf moleku
larer Basis synthetisiert, die sich in der Hydrosphäre anreichem. Ein erster
Typostrophenschritt im Sinne (1)—^(2) des Schichtungsschemas in (1.1.)
setzt also vorbereitend voraus, dass langfristig kosmogonische Chemismen
der planetaren Dynamik die Kohlenwasserstoffanteile, aber auch gasförmi
ge C-Verbindungen wie HCN oder HjCO aus der Uratmosphäre entfemen.
Andererseits scheint die entelechiale Schichtung X =0 evolutionsfahiger or
ganischer Strukturen die freie Existenz eines Elements zu fordem, welches
energiereiche chemische Reaktionen ermöglicht, und den Aufbau flexibler
Redoxsysteme ebenso gestattet wie die Bildung intramolekularer Brücken.
Aus diesen Gründen muss das geforderte Element des periodischen Systems
als Reaktionspartner der C-Chemie über zwei stark elektronenaffine Valen
zen verfugen. Auch darf es erst nach der Phase des Überganges (0)^(1)
als Folge kosmogonischer Chemismen des Planeten deutlich in Erscheinung
treten. Wegen der beiden elektronenaffinen Valenzen kann das Element nur
zur chalkogenen Gmppe gehören, doch treten für die Ordnungszahlen Z> 16
dieser Gmppe, also bei den Elementen Se sowie Te und Po die metallischen
Eigenschaften derart stark hervor, dass der elektronenaffine Charakter in den
elektronendonoren Metallcharakter umschlägt. In Betracht kommen demnach
nur noch die Elemente S und Oj.Schwefel ist mit großer Wahrscheinlichkeit
zwar stets in freier Form vorhanden und tritt auch weitgehend in den orga-
IV. Charakteristika eubiotischer Planeten 117
nischen Molekularstrukturen auf, doch wird seine Valenzschale 3s^ Sp" von
den vollbesetzten Schalen K und L vom Kemfeld abgeschirmt. Im Gegensatz
hierzu wird die Valenzschale 2s2, 2p^ des O-Atoms nur von der K-Schale
abgeschirmt. Demzufolge sind Reaktionsfähigkeit und Elektronenaffinität des
Sauerstoffs wesentlich größer als beim Schwefel. Hieraus folgt, dass der erste
Typostrophemchritt(1)->(2)die Erzeugung ausreichender Mengen des Ele
ments O2 in freier Form voraussetzt. Da Oj ein überaus aggressives Element
ist, erscheint diese Freisetzung aus den Belangen der planetaren Chemie kaum
möglich, doch kann sich dieser Prozess in der Hochstratosphäre des Planeten
vollziehen. Ist eine Hydrosphäre vorhanden, dann gibt es in der Atmosphäre
stets HjO-Dampf,der durch meteorologische Prozesse in die Hochstratosphäre
gelangen kann. Die hier kaum gedämpfte UV-Einstrahlung des Zentralgestims
kann hier H^O-Moleküle in H^-Moleküle und O2 spalten. Auch diese H^-Mo-
leküle der Masse m(H2)= m„ sind gemäß m„v2(H2)= 3kT im Abstand r
vom Planetenmittelpunkt der thermischen Molekularbewegung unterworfen.
Ist nun die Masse M des Planeten so beschaffen, dass v2(H2)> 2yM/r höher
liegt als die parabolische Geschwindigkeit des planetaren Gravitationsfeldes,
dann würden die Wasserstoffmoleküle (als leichteste Moleküle überhaupt) als
Folge der thermischen Molekularbewegung das planetare Gravitationsfeld auf
Hyperbelbahnen verlassen, während sich O2 in der Atmosphäre anreichert.
Mithin gilt für die obere Massenschranke des Planeten 2Ym,^ M < 3ktr, so-
dass die Toleranz der Massen eubiotischer Planeten durch die beiden Unglei
chungen
2ym(CHJM>3ktr, 2ym(H2)M < 3kTr 7
umschrieben wird. Da T als absolute kinetische Temperatur vom Tempera
turintervall flüssigen Wassers festgelegt wird, hängt das Massenintervall eu
biotischer Planeten allein von den Molekularmassen des Metan und des frei
en Wasserstoffs ab. Genügt der Planet der Bedingung 7, dann bleibt seine
Atmo- und Hydrosphäre stabil, doch verlässt freier Wasserstoff das planetare
Gravitationsfeld. Auf diese Weise reichert sich freier Sauerstoff als Folge der
Wasserdissoziation sehr langsam, aber stetig in der Atmosphäre an. Zunächst
werden allerdings die Kohlenwasserstoffe und andere gasförmige C-Verbin
dungen zu CO2, H2O usw. verbrannt. Doch steigt dann der 02-Spiegel bis
zu einem kritischen Wert an, nach dessen Erreichung die Wasserdissoziation
aussetzt und die Modifikation O3 gebildet wird. Diese Ozonschicht schirmt
weitere UV-Einstrahlung ab, doch löst sie sich wieder auf, wenn der 02-Spie-
gel in der Atmosphäre durch Verbrennungsvorgänge abfällt. Durch die neu
118 Der Elementarprozess des Lebens
einsetzende HjO-Dissoziation steigt dann der Oj-Spiegel wieder auf den kri
tischen Wert, bei weichem sich erneut die abschirmende Oj-Schicht ausbildet.
Dieser Prozess beginnt zwar schon sofort mit der Kosmogonie der Hydro- und
Uratmosphäre, doch ist er in der ersten Phase hinsichtlich der Oxydation der
gasförmigen C-Verbindungen noch keinesfalls relevant. Erst wenn sich in der
Hydrosphäre der Übergang (0)—>(1) zu molekularen autogenen Katalyten
vollzogen hat, darf diese Oxydation relevant werden. Als Folge dieser Re
levanz kommt es dann zu einer Texturänderung der Uratmosphäre durch die
stetige Produktion von . Ob nun die eubiotische Entwicklung des Planeten
abgebrochen wird oder nicht, hängt davon ab, wie die Materie des Planeten
bei seiner Entstehung zusammengesetzt ist. Produziert der Planet während der
ersten kosmogonischen Phase der gravitativ bedingten Sedimentation schwe
rer Materie vulkanisch an seiner Oberfläche mehr Kohlenwasserstoffverbin-
dungen als Wasser, dann kommt es nie zur Oj-Sättigung und zur Bildung der
Oj-Zone in der Hochstratosphäre; denn stets wird der freigesetzte Ojzur Ver
brennung von Kohlenwasserstoff verbraucht. Schließlich stellt sich ein nicht
mehr eubiotischer Endzustand ein, der dadurch gekennzeichnet ist, dass die
gesamte Hydrosphäre durch die HjO-Dissoziation zersetzt und der freie 0^
an C zu COj gebunden wurde. In diesem Endzustand besteht die Atmosphäre
fast ausschließlich aus COj,während aufder Planetenoberfläche Wasser nicht
mehr existiert und die Oberflächentemperatur wegen der COj-bedingten In-
fi-arotreflektion steigt. Hieraus folgt als weitere notwendige eubiotische Be
dingung der planetaren Kosmogonie die Forderung, dass das planetare Mate
rial chemisch so zusammengesetzt sein muss, dass der Planet während seiner
kosmogonischen Sedimentationsphase wesentlich mehr HjO als gasförmige
C-Verbindungen wie Kohlenwasserstoff usw. produziert.
Unter dieser Voraussetzung kann durch HjO-Dissoziation die Bildung von
freiem Oj beginnen, doch ist hierdurch allein die Voraussetzung zur Entwick
lung einer eubiotischen Atmosphäre noch nicht gegeben. Es wäre nämlich
ein Endzustand denkbar, in welchem schließlich die Atmosphäre nur aus Oj
und zum geringeren Teil aus wasserlöslichen gasförmigen Oxyden besteht.
Spätestens nach Erreichung dieses Zustandes würde die Lebensentwicklung
abbrechen, weil in der Oj-Atmosphäre die C-Gerüste der organischen Mole
küle grundsätzlich zu CO^ oxydieren, sodass keine Organismen unter derar
tigen Verhältnissen bestehen könnten. Aus diesem Grunde muss zusätzlich
an den Chemismus des eubiotischen Planeten während der kosmogonischen
Sedimentationsphase die Forderung gestellt werden, dass neben den gasför-
IV. Charakteristika eubiotischer Planeten 119
migen C-Verbindungen,Nichtmetalloxyden und H^O in größeren Mengen ein
Gas entsteht, welches die spätere Oj-Konzentration auf maximal 25% herab
setzt. Von diesem Medium muss gefordert werden, dass es unter den gege
benen thermischen Bedingungen des atmosphärischen Klimas nicht mit Oj,
COj und HjO reaktionsfähig ist. Auch muss dieses Gas chemisch neutral und
nur sehr schwach wasserlöslich sein. Für dieses inerte Gas Ig gibt es dem
nach nur die Möglichkeiten Xe, Kr,Ar und Ne, wenn die Planetenmasse
hinreichend über der unteren Schranke des Toleranzintervalls eubiotischer
Planetenmassen liegt. Besteht Ig nur aus N^, dann sind besonders günstige
Verhältnisse gegeben, doch sind auch die übrigen Komponenten oder ihr Ge
misch möglich. Der Planet sollte soviel Ig bilden, dass nach der Ausbildung
des Oj-Gleichgewichtes(durch O3 in der Hochstratosphäre) und HjO-Lösung
oder organischer Bindung des CO^ die Atmosphäre mindestens zu 75% aus Ig
besteht, sodass durch diese Minderung der Oj-Konzentration die starke O2-
Aggressivität gepuffert wird. Neben der Forderung an den planetaren Chemis
mus, während der Sedimentationsphase des Protoplaneten wesentlich mehr
HjO als gasförmige C-Verbindungen zu erzeugen, tritt also noch die weitere
Forderung, in hinreichender Menge Ig als Gemisch aus Njund den Edelgasen
freizusetzen, wobei He wegen seines geringen in der Nähe von H^ liegenden
Atomgewichtes ausgeschlossen werden kann.
Ist dies der Fall,dann kommt es zwar zu einer COj-Anreicherung,doch ent
steht auch freier Sauerstoff bis zur Sättigung und Aufbau einer Ozonschicht,
die als Dissoziationssteuerung nicht durch freie Halogene katalytisch abge
baut werden darf. Nach(0)—► (1), also dem Auftreten anpassungsfähiger au
togener Katalj^oleküle auf der C-Basis in der Hydrosphäre verändert sich
im eubiotischen Fall die Textur der Uratmosphäre in eine Textur aus Ig, O ,
COj, und HjO-Dampf sowie Spuren anderer gasformiger Substrate, die aber
kaum relevant sein dürften. Sollte die COj-Konzentration gewisse Grenzwerte
überschreiten, müsste ein Wärmestau durch eine Störung des planetaren Infra
rotfeldes eintreten, der aber durch die hohe Wärmekapazität des HjO der Hy
drosphäre abgefangen werden kann. Auch löst sich COj in Form von HjCO
in Wasser. Wenn nun der stabile Zustand mit Oj-Sättigung und Ozonschicht
in der Hochstratosphäre erreicht ist, dann können im Schema hierarchischer
Schichtungen aus (I.l.) die Typostrophenschritte (l)-^(2)-)>(3)-^(4)-».(5)
erfolgen, wobei Protobionten den Anfang (2) bilden.
Es sei hier nachträglich bemerkt, dass der Schritt (0) (1) noch keinen
Typostrophenschritt des Lebensprozesses darstellt, sondern die zwangsläufi-
120 Der Eiementarprozess des Lebens
ge Folge der kosmogonischen Bedingungen eines eubiotischen Planeten ist.
Dieser Schritt(0) (1) bedeutet lediglich, dass aus mineralischen Substra
ten mehr oder weniger komplexe Moleküle auf der C-Basis als Präbionten
in der Hydrosphäre entstehen, wobei diese Präbionten jedoch noch keine le
benden Organismen sind, und zwar auch dann nicht, wenn es sich um auto
gene Katalyte aus Lem- und Funktionsgruppen handelt. Allerdings sind diese
Präbionten in der Hydrosphäre als molekulare Strukturelemente die funda
mentale und unabdingbare Voraussetzung für den ersten Typostrophenschritt
(1) (2) zu den Protobionten, also den ersten lebenden Strukturen. Diese
Typostrophe setzt jedoch ebenso wie die folgenden Typostrophenschritte en-
telechial geschichteter Wirkungsgefuge die richtige zur somatischen Struktur
komplementäre (x^, Xg)-Struktur voraus. Im Fall(1) —>(2) müssen verschie
dene präbiontische Strukturelemente zu einem funktionalen und reduplika-
tionsfahigen System zusammentreten, welches als Protobiont eine Entität
höheren Komplexitätsgrades ist. Hierfür reichen jedoch die aus (0)—»-(l)
hervorgegangenen Molekularstrukturen auf der C-Basis nicht aus; denn alle
diese Molekularstrukturen werden sich wegen ihrer Entstehungsform in den
tiefstmöglichen Niveaus potentieller chemischer Energie befinden. Gefordert
werden muss hingegen für die Typostrophe der Protobionten ein molekularer
Energieträger, also ein Molekül mit C-Gerüst in einem sehr hohen Niveau
dieser potentiellen chemischen Energie. Die Synthese einer solchen geforder
ten Substanz E(C) auf der C-Basis ist in der Uratmosphäre (auch nach ihrer
Texturänderung durch Oj)ebenso unwahrscheinlich wie in der Hydrosphäre.
Es gibt jedoch in den tieferen Schichten der Frakturzone eines eubiotischen
Planeten stets C-ffeie kristalline Mineralien (z. B. auf der SiOj- oder AljOj-
Basis usw.)sowie elementaren C,sowohl in der Diamant- als auch in der Gra-
fitmodifikation. Kommen nun unter geeigneten Temperatur- und Druckbedin
gungen in der Frakturzone derartige in HjO nicht lösliche Kristalle in Kontakt
mit einem Grafitlager, dann besteht die Möglichkeit, dass C-Atome des Gra-
fits thermisch in die sonst C-ffeien Kristallgitter diffundieren, bis ein gewisser
Sättigungsgrad erreicht wird. Wird nun durch tektonische Vorgänge (z. B. im
Rahmen der planetaren Plattendynamik dieser Frakturzone) Gestein an die
Oberfläche transportiert, welches solche mit „C geladene" Kristalle enthält,
und verwittert dieses Gestein im Kontakt mit Hydro- und Atmosphäre derart,
dass ein poröses Gerüst aus diesen Kristallen verbleibt, dann wäre es denkbar,
dass die Bedingungen zur Synthese der geforderten Molekularstruktur E(C)
erfüllt werden könnten. So könnten beispielsweise durch meteorologisch be-
IV. Charakteristika eubiotischer Planeten 121
dingte elektrostatische Felder und/oder thermische Prozesse die C-Atome aus
den Kristallgittern wieder herausdiffundieren. Auf diese Weise müssten auf
der jeweiligen Kristalloberfläche Muster aus C-Atomen entstehen, die von
der MikroStruktur der Kristalloberfläche geprägt werden,deren Elemente aber
C-Atome in statu nascendi sind. Als Folge dieses Zustandes können nun im
Kontakt mit den Molekülen der Atmo- und Hydrosphäre die verschiedensten
Molekularstrukturen entstehen, deren C-Gerüste durchaus neben einfachen
Bindungen und en-Gruppen auch yn-Gruppen enthalten können. Derartige
Moleküle könnten darüber hinaus durchaus der Forderung nach hohen poten
tiellen Energieniveaus entsprechen, sodass auf diese Weise E(C) in Einzel
molekülen gebildet und hierdurch unter geeigneten (x^, x^j-Bedingungen die
Typostrophe(1)^(2)der Protobionten ausgelöst werden könnte.
Wegen der Tendenz der Uratmosphäre eines eubiotischen Planeten, durch
02-Generierung die gasförmigen C-Verbindungen zu oxydieren und eine Zu
sammensetzung aus COj, Oj sowie Nj(bzw. irgendein anderes inertes Gas)
und HjO-Dampf anzustreben, und wegen des Zeitintervalls der Typostrophe
(1)—»^(2) könnte man annehmen, dass die Protobionten autotrophe Entitä-
ten mit endothermem Stoffwechsel als einen Primärstamm ausbildeten, der
sich anschließend evolutorisch in die verschiedensten protobiontischen For
men (gekennzeichnet durch ebenso verschiedene Stoffwechselchemismen)
differenzierte, wodurch möglicherweise präbiontische Strukturelemente weit
gehend aus der Hydrosphäre verschwanden, während nunmehr die weiteren
Typostrophen(2) —► (3) —> (4) (5) zeitlich anschließen konnten.
Eine Erhöhung der typostrophenhaft entstehenden Artenmannigfaltigkeit
von Organismen wird immer dann erreicht, wenn die Hydrosphäre die Pla
netenoberfläche nicht gleichmäßig bedeckt und durchbrochen ist. In diesem
Fall können spezifisch leichtere, durch den Einfluss der Hydrosphäre sekun
där aus dem Urgestein entstandene Mineralien in großen Mengen auftreten
und das isostatische Gleichgewicht der Frakturzone des Planeten stören, der
art, dass im Rahmen der dynamischen Plattentektonik Kontinentalblöcke aus
diesem spezifisch leichteren Material (bezogen auf das spezifisch schwerere
Urgestein) aus der Hydrosphäre als Kontinente gehoben werden. Auf diese
Weise erscheint dann neben der Hydro- und Atmosphäre auch kontinentales
Festland als möglicher Biotop. Ein Übergreifen evolvierender Organismenar
ten auf dieses Festland erfolgt zwangsläufig, weil die einen solchen Übergriff
unmöglich machende kurzwellige UV-Strahlung des Zentralgestims auf je
den Fall von der zwangsläufig entstehenden Oj-Schicht der Hochstratosphäre
abgeschirmt wird. In gleicher eubiotischer Richtung wirkt auch in späteren
122 Der Elementarprozess des Lebens
Evolutionsepochen das bereits geforderte pianetare Magnetfeld als Abschir
mung der vom Zentralgestim emittierten ionisierenden Partikelstrahlung.
Insgesamt erscheinen die Bedingungen der planetaren Kosmogonie eines
eubiotischen Planeten überaus eng toleriert, doch scheint die Kosmogonie der
Gestime und der Planetensysteme zwangsläufigen Gesetzmäßigkeiten unter
worfen zu sein, sodass es nach unserer Auffassung sehr wahrscheinlich er
scheint, in sehr vielen Planetensystemen trotz der überaus engen Toleranzen
jeweils einen eubiotischen Planeten zu finden. Auch werden diese Planeten
gerade wegen dieser eng tolerierten eubiotischen Bedingungen kosmologisch
weitgehend erdähnlich sein.
2. Die Netzstrukturen planetarer Biosphären
Die ersten Typostrophenschritte in Richtung auf(1) (2) —>(3)können nur
zu autotrophen Organismen mit endothermer Reaktionsform fuhren, weil es
am Anfang der Lebensentfaltung auf dem eubiotischen Planeten nur die Le
bensbedingungen, aber noch keine Anreichemng organischer Substanz im
Sinne von Nahrungsstoffen gibt. Diese autotrophen endothermen Organis
men bilden also eine erste vegetative Flora, deren Wirkungspotenz F aus der
mineralischen metaökonomischen Basis mineralische Substanz M entnimmt
und organische Substanz P als Sozialprodukt produziert. Bei diesem vege
tativen pflanzlichen Lebensprozess M —> F —► P entsteht nur ein Sozialpro
dukt und der Abfall aus der Beziehung 6 wird zu A = 0. Würden sich in die
ser Urflora keine weiteren Typostrophen ereignen, müsste bereits in diesem
Anfangsstadium das organische Wachstum der ersten Populationen in einen
Wuchemngsprozess umschlagen; denn es käme zwangsläufig zu einer derart
starken Ausbreitung, dass die metaökonomische Basis völlig erschöpft und
ihr Material durch die organische Materie P ersetzt würde, was zum Ende der
eubiotischen Bedingungen fuhren muss. Aus diesem Grunde sind weitere Ty
postrophen von Organismen unerlässlich, welche die notwendige Reduktion
P M vollziehen und einen Materiekreislauf schließen. Bei diesen gefor
derten Organismen kann es sich nur um heterotrophe Formen handeln, die
exotherm reagieren und dabei organische Substanz verbrauchen. Die vegeta
tiven pflanzlichen Organismen erzeugen als Produzenten durch ihren Lebens
prozess allein organisches Material als Sozialprodukt ohne jeglichen Abfall
und bilden daher die notwendige Lebensbasis aller übrigen Phylogenesen. Die
B. Heim: Elementarstnikturen der Materie, Einheitliche strukturelle Quantenfeldtheorie der
Materie und Gravitation 2. Innsbruck: Resch, ^1996.
IV. Charakteristika eubiotischer Planeten 123
geforderten heterotrophen Formen müssen dagegen als Konsumenten eines
organischen Sozialproduktes aufgefasst werden, was ihren exothermen Stoff
wechsel der Wirkungspotenz C bedingt. Diese Konsumenten erzeugen wie
derum neben Aein Sozialprodukt also P -»> C -»•(P^,A), welches ebenso
wie der Abfall A relativer Natur ist. Andererseits bedingt der exotherme Stoff
wechsel zumeist ein animal motorisches Erscheinungsbild der Konsumenten,
die daher stets die Populationen einer Fauna aufbauen. Aufgrund dieses Cha
rakters können Konsumenten ganze Konsumketten aus 1 < n < oo Gliedern als
Nahrungsketten in der Form
p-[C,-(P„ A,)^ _ CJ ^(P,.A)ä p^c,^(P,^, A),
wenn die ganze Konsumentenkette symbolisiert. In der durch
M— (Pj,, A) symbolisierten Wechselbeziehung zwischen
autotrophen Produzenten und heterotrophen Konsumenten (also zwischen
Flora und Fauna)bleibt injedem Fall als Endzustand der Materie(P^,A)^ M,
was wiederum das organische Wachstum in einen das Leben bedrohenden
Wucherungsprozess verkehren muss. Diese Wucherung unterbleibt dagegen,
wenn eine Reduktion von P^, und A in M vollzogen wird. Demzufolge muss
die Typostrophe einer weiteren Gruppe heterotropher Organismen gefordert
werden, welche wiederum exotherm mit der Wirkungspotenz R die Reduktion
(Pc,A)^ R^ M vollzieht und durch Populationen von Pilzen und Bakteri
en realisiert wird. Die einzelnen Gruppen der Produzenten, Konsumenten und
Reduzenten sind stets hinsichtlich des Materiedurchsatzes offene Systeme in
dynamisch stabilen Fließgleichgewichten,jedoch führt ihr Zusammenwirken
gemäß
M-^F-^P —C^-^(P^,A)-.R-.M = M->K-^M 8
als ökologischer Kreis zu einem geschlossenen System, in dem der Materie
durchsatz zyklisch verläuft, derart, dass die der metaökonomischen Basis ent
nommene mineralische Materie in dieser Form wieder in die Basis zurückge
geben wird. Während die Reduzenten eine unabdingbare Notwendigkeit sind
gilt dies fiir Konsumenten nicht. So sind auch vereinfachte ökologische Kreise
M-)-F-^P->R-»^M möglich,in denen keine Konsumenten auftreten. Die
se ökologischen Kreise existieren niemals isoliert voneinander, sondern ste
hen in engen Wechselbeziehungen. Dies deshalb, weil jede organische Struk
tur an den Sozialprodukten mehrerer ökologischer Kreise partizipieren kann
und selber in der Regel wiederum mehreren derartigen Kreisen angehört. Auf
diese Weise kommt es stets zu einer überaus komplizierten Vernetzung der
124 Der Elementarprozess des Lebens
Ökologischen Kreise eines eubiotischen Planeten,wobei die einzelnen Kompo
nenten sich oftmals wechselseitig bedingen und in den vielfältigsten Symbi
osen zueinander stehen. Gibt es in der Atmo- und Hydrosphäre sowie auf den
kontinentalen Festlandblöcken des eubiotischen Planeten 1 < i < N < oo öko
logische Kreise K,dann stehen alle diese N ökologischen Kreise in derartigen
Beziehungen und bilden in ihrer Gesamtheit ein durch
M->[K]!1^"-^M 9
symbolisiertes geschlossenes Netzwerk, welches als die Biosphäre des eubi
otischen Planeten bezeichnet werden soll. In dieser vemetzten Struktur der
planetaren Biosphäre ist wegen der Geschlossenheit der sich vemetzenden
Ökosysteme der Materiedurchsatz zyklisch, sodass die metaökonomische Ba
sis dieser Biosphäre nicht erschöpft werden kann, weil die gesamte Biosphä
re ein ökologisch geschlossenes System darstellt. Auch ist diese Biosphäre
gegenüber Fremdeinflüssen wie kosmologischen Veränderungen planetarer
Gleichgewichte überaus anpassungsfähig, sofern die eubiotischen Bedingun
gen des Planeten nicht gestört werden. Als Folge der Netzstruktur stellen sich
immer wieder neue Gleichgewichtszustände in der Biosphäre ein, wobei die
einzelnen organischen Strukturen als Komponenten der sich vemetzenden
ökologischen Kreise (Biosphärenelemente) den zeitlichen Phylogenesen in
variablen relativen Biotopen unterworfen sind. Die zeitliche Variabilität eines
Biotops wiedemm kann die Folge kosmologischer Gleichgewichtsändemngen
in der Dynamik des Planeten sein. Eine planetare Biosphäre ist offenbar trotz
der großen Empfindlichkeit und Labilität lebender Organismen in ihrer An
passungsfähigkeit außerordentlich flexibel und daher extrem stabil. Da nach
der Beziehung 8 die endothermen autotrophen Organismen der Flora als or
ganische Basisstmkturen einer jeden Biosphäre anzusprechen sind, bleibt die
große Stabilität der Biosphäre zeitlich erhalten, solange das Zentralgestim die
notwendige Strahlungsenergie einstrahlt und solange die eubiotischen Bedin
gungen auf dem Planeten gegeben sind.
V. ZEITLICHE STÖRUNGEN ORGANISCHER WELTSTRUKTUREN
1. Permanente und induzierte Komplementärkorrelate
Betrachtet man bezogen aufx^ den Momentanzustand einer organischen Welt-
stmktur H(x ,x,, x ,x ,x )=0 in der zu x normalen Hyperfläche des und
V. Zeitliche Störungen organischer Weltstrukturen 125
die Folge der späterliegenden Streckenräume, dann zeigt sich, dass sich die
H = 0 darstellenden komplementären Strukturen X (x^, x^, x^)= 0 und
Y(x,, X2, x3, x^)=0 durch Korrelationen wechselseitig bedingen, wobei die
Korrelation offensichtlich verschiedene Niveaus in Richtung x^ verbindet.
Wird zur Vereinfachung die durch Y =0 beschriebene, sich im zeitlich ver
ändernde somatische Struktur mit a und ihre durch X =0 beschriebene Fort
setzung(normal zum R^)mit p symbolisiert, dann wäre die quantitativ erfass
bare Komplementärkorrelation durch a p darstellbar. Hier können auch die
wegen ihres qualitativen Charakters von der Betrachtung ausgeschlossenen
entelechialen Strukturen höherer Ordnung 8 mit berücksichtigt werden. Auch
scheint es gerechtfertigt zu sein, im Fall transzendenzfahigen Lebens den
in der bereits zitierten Schrift Der kosmische Erlebnisraum des Menschen^
Abschn. 7", verwendeten Begriff der aus s hervorgehenden Transpersönlich
keit T ebenfalls einzuführen. Auch wird die Interpretation der transzendenten
Weltpunkte außerhalb des R^ als virtuelle Ereignisse psychischen Geschehens
im Folgenden verwendet. Auf diese Weise erscheint die gesamte organische
Weltstruktur im R^(wenn keine zeitliche Störung vorliegt) als die Folge
a?±p?:i8?±T permanenter Komplementärkorrelationen in Richtung stei
gender Xj, deren Steuerung möglicherweise auf eine x^-Struktur zurückgehen
könnte.'^ Die Korrelation a p definiert hier die quantitative Hyperflächen-
struktur H =0 und die Folge ihrer späterliegenden Streckenräume, während
die sekundären Korrelationen(p5^8?±T)= ßzuß zusammengefasst werden
sollen. In der Kurzform a ß könnte hinsichtlich x^ der Weg a^T als Pro
korrelation P und seine Umkehrung T —> a als Epi-Korrelation E aufgefasst
werden.
Die durch diese permanenten Komplementärkorrelationen dargestellte or
ganische Rg-Struktur ist in ihrem zeitlichen Verhalten stationär, sofern Außen-
einfiüsse gewisse Toleranzbreiten nicht überschreiten. Anderenfalls ist eine
zeitliche Störung F dieser Weltstruktur gegeben, die ihrerseits als zeitliche
Störung induzierte Komplementärkorrelate P oder E bedingt. Wirkt F auf a
als somatisches Trauma F^ ein, derart, dass a einen durch die Indizierung D
gekennzeichneten Defekt erfährt, dann hätte dies als P ein induziertes Kom
plementärkorrelat Fgtt = ttp ß'zur Folge, welches ß in ß'^ ß von p' über
8' bis T' verändern kann. Dies wiederum hätte E als Rückwirkung ß'—► a'
reaktiv zur Folge, wobei a'^ = a und a -> ß" = ß, also a ß wieder herstellt.
" Der kosmische Erlebnisraum, s. S. 19-72.
Postmortale Zustände?, s. S. 139-228.
126 Der Elementarprozess des Lebens
Diese Beseitigung der pathogenen Wirkung des somatischen Traumas Fg ist
jedoch an die Bedingung gebunden, dass in ß Strukturen so zu ß' modu
liert, dass ß'im Sinne E bei der Rückwirkung das Trauma Fg nicht vertieft. Ist
dieser Streuvorgang nicht gegeben, sodass ß'= ß^ ein zu komplementäres
Trauma ist, dann würde ß^ einen zyklischen Prozess darstellen, der das
Trauma bis zum letalen Zustand dynamisch vertieft, also den Tod des Organis
mus bedeutet. Existiert die Bedingung des circulus vitiosus nicht,kommt es im
Allgemeinen in Richtung E zu einer Sanierung des Traumas a^,die dadurch
gekennzeichnet ist, dass entweder die defekten somatischen Bereiche regene
rieren oder Ersatzstrukturen gebildet werden, wenn eine Elimination der de
fekten Bereiche gegeben ist(also eine Regeneration nicht erfolgen kann). Im
humanen Bereich kann immer wieder beobachtet werden,wie ein somatisches
Trauma die psychischen Verhaltensmuster verändert und wie selbst schwere
somatische Traumen ausgeglichen werden können, wenn T hinreichend stark
entwickelt ist. Ist die organische Struktur durch die soziale Korrelation der
Gruppenbildung (nicht symbiotischer Art) herdenbildender animaler Einzel
organismen definiert, dann wäre das somatische Trauma der Gruppe durch das
Auftreten von Gruppenmitgliedem definiert, deren somatischer Bau(oder de
ren Verhalten) von der Gruppennorm abweicht. Das korrigierende induzierte
Komplementärkorrelat aus ß als E manifestiert sich dann im Gruppenverhal
ten als Ausstoßungsprinzip, wodurch die von der Gruppennorm abweichenden
Einzelorganismen von der Gruppensozietät ausgeschlossen werden. Hierin
könnte möglicherweise ein Regulativ zur Erhaltung diskreter Arten und spezi
fischer Artmerkmale vermutet werden.Im humanen Bereich ist dieses Prinzip
in Primitivgesellschaften ebenso zu beobachten wie bei Bandenbildungen in
Subkulturen, in denen beispielsweise ein Verstoß gegen die Uniformierung
mit einem Ausschluss verbunden sein kann.Im Fall der einzelnen organischen
Individuen kann der Sanierungsprozess psychosomatischer Art ß' —> a'^ = a
durch therapeutische somatische Eingriffe stark unterstützt werden.
Die andere mögliche Form zeitlicher Störungen F wirkt als psychi
sches Trauma Fp auf die Strukturen ß gemäß Fpß = ß^,, wobei Fp an p,
£ oder T ansetzen kann. Die anschließende Induktion von Komplemen
tärkorrelationen ist in den beiden Fällen FpP und Fp8 zweideutig, so
wohl als P oder E möglich. Somatisch erscheint diese Komplementär
korrelation als E psychosomatisch ß^ —> a' entweder mit der anschlie
ßenden Streuung a' ß ^ = ß oder aber beim Ausbleiben dieser Streu
ung wegen ß ^ = ß^ wiederum als circulus vitiosus ß^ (jetzt durch
Fp 91^ Fg verursacht).
V. Zeitliche Störungen organischer Weltstrukturen 127
Wenn Fg oder Fp pathogener Natur sind und die induzierten Komplementär
korrelate zu Streuungen fuhren, dann nähert die organische Weltstruktur zeit
lich im Sinne einer Sanierung aufjeden Fall den stabilen Zustand permanen
ter Komplementärkorrelation wieder an. Dieser Sanierungsprozess kann aber
stets durch weitere kontrollierte Störungen im Sinne medizinischer Eingriffe
therapeutisch beschleunigt oder optimiert werden. Je nach Art der pathoge-
nen Störung bieten sich zwei allgemeine Schemata(entsprechend Fg oder Fp)
der Therapie an. Im Fall Fg erscheint eine somatische Behandlung von a pri
mär gegeben, während die Rückwirkung ß' sekundär durch eine psychische
Behandlung aktiviert werden kann, was die primäre somatische Behandlung
unterstützt. Liegt dagegen Fp vor, dann kann eine primäre psychotherapeu
tische Behandlung durch eine a' aktivierende somatische Therapie (z. B.
Psychopharmaka usw.) ergänzt werden. Diese beiden allgemeinen therapeu
tischen Schemata sollten jedoch nur so dosiert werden, dass der auf die Na
tur organischer Weltstrukturen zurückgehende immanente Sanierungsprozess
begünstigt wird, sofem die pathogene Störung streuende induktive Komple
mentärkorrelationen verursacht. Ist dies nicht gegeben,sodass die pathogenen
Störungen Fg oder Fp zur Ausbildung der circuli vitiosi oder ß^
fuhren, dann muss jede somatische oder psychische Therapie darauf hinaus
laufen, zunächst den betreffenden circulus vitiosus zu durchbrechen und die
induzierten Komplementärkorrelationen in irgendeinen Streuprozess abzulen
ken, der dann in den Sanierungsprozess überleitet. Es sei bemerkt, dass zum
Durchbruch des zyklischen Prozesses therapeutische Einflüsse in a und(oder)
ß ansetzen können.
Die vorangegangenen Ausfuhrungen in (V.l.) könnten einen allgemeinen
Rahmen psychosomatischer Ganzheitsbetrachtung pathogener Einflüsse und
ihrer pathologischen Folgezustände liefern, wobei die entsprechenden thera
peutischen Schemata wiederum dieser psychosomatischen Ganzheitsbetrach
tung entsprechen.
Jede Therapie wie auch immer gearteter pathologischer Zustände kann stets
durch die Wirkung von T(im Sinne von E)wesentlich unterstützt werden,wobei
möglicherweise das sogenannte „Autogene Training" auch in diesem Bereich
liegen könnte. Wird nun die im Abschnitt 7 in Der kosmische Erlebnisraum
des Menschen gegebene allgemeine Interpretation aller animistischen Vorgän
ge durch autonome paranormale Kontaktkanäle (defekthafl abgespalten) der
T^j^j verwendet, dann wäre es denkbar, dass ein derartiger Kanal einer T
eine direkte „telepathische" Kommunikation zu T herstellt, derart, dass T(M)
128 Der Elementarprozess des Lebens
durch Aktivitäten T so beeinflusst, dass diese Aktivitäten als Epikorrelationen
T a einen therapeutischen Effekt im pathologischen Zustand der betreffen
den organischen Weltstruktur verursachen(dies wird in der Schrift Postmorta-
le Zustände! nachgewiesen). Zwar können alle psychosomatischen Prozesse
als paranormale Prozesse aufgefasst werden, wenn man unter paranormalen
Wechselbeziehungen solche versteht, welche psychisch normale virtuelle
Ereignisstrukturen mit physikalisch normalen manifesten Ereignisstrukturen
in Wechselbeziehungen setzen; jedoch seien diese psychosomatischen Pro
zesse als paranormal im uneigentlichen Sinne verstanden. Im Fall des animis-
tischen Fremdeinflusses aus auf T mit anschließendem therapeutischen
Effekt in a durch E läge demnach eine paranormale Therapie im eigentlichen
Sinne vor. Wenn die in der erwähnten Schrift gegebene Interpretation animi-
stischer Prozesse zutreffend ist, dann wäre die Existenz einer paranormalen
Therapie im eigentlichen Sinne die zwangsläufige logische Konsequenz.'^
2. Die sozioökologische Paralysis der irdischen Biosphäre
Die in (V.l.) gegebene Definition pathogener zeitlicher Störungen und patho
logischer Zustände organischer Weltstrukturen sowie deren mögliche thera
peutischen Schemata sind nicht an spezifische organische Strukturen gebun
den und können daher auch aufdas gesamte Leben einer integralen planetaren
Biosphäre BS angewendet werden. Trotz der Labilität der Einzelorganismen
ist die gesamte BS nach (IV.2.) wegen ihrer außerordentlichen Flexibilität hin
sichtlich ihrer Anpassungsfähigkeit doch überaus stabil, wobei diese Stabilität
stets durch dynamische Gleichgewichtszustände innerhalb der biosphärischen
Netzstruktur gekennzeichnet ist. Ein morbider Einfluss im Sinne F^ kann zwar
die BS als a gemäß F^a = in diesem Gleichgewicht stören,doch bildet sich
stets in der BS aufgrund ihrer Netzstruktur ein neuer Gleichgewichtszustand
aus, der eine Umformung des Zustandes vor F^ darstellt. Selbst wenn Fg als
ein kosmischer Einfluss von planetarem Ausmaß die BS so stark reduziert,
dass nur eine Minimalpopulation mikrobenhafter Organismen verbleibt und
die eubiotischen Bedingungen des Planeten nicht aufgehoben wurden, kann
eine neue Evolution zu einer modifizierten BS führen, sofern die verbliebene
Restpopulation aus autotrophen vegetativen Organismen (evtl. auf dem Mi
krobenniveau) der Flora besteht. Dies deshalb, weil nach (rv.2.) allein diese
pflanzlichen Organismen die notwendige Basis einer jeden Lebensentfaltung
Ebd.
V. Zeitliche Störungen organischer Weltstrukturen 129
sind. Wird dagegen der kosmische Einfluss so konzipiert, dass er die eubioti-
schen Bedingungen des betreffenden Planeten global aufhebt, dann finden
sämtliche Phylogenesen und somit auch die gesamte BS ihr zeitliches Ende.
Es sei hier bemerkt, dass alle morbiden Einflüsse dieser Art den somatischen
pathogenen Störungen F3 traumatischer Art aus (V.l.) entsprechen.
Die Organismen, bei denen T fehlt und die s gewisse Schwellen nicht über
schreiten, sind offensichtlich durch ein Instinktgefuge derart an einen Seins
grund gebunden, dass über dieses Gefuge eine optimale Steuerung aller vita
len Belange erfolgt. Hierdurch wird insbesondere das Gesetz des organischen
Wachstums (III.2.) stets erfüllt und jede Art Wucherung eliminiert. Erst wenn
8 steigt und schließlich T möglich wird, kommt es zunächst zu einer Ein
schränkung und schließlich zu einer weitgehenden Aufhebung dieser Instinkt
steuerung zugunsten der durch T gegebenen Freiheitsgrade des Verhaltens.
Die irdische Biosphäre hat sich unter sehr günstigen eubiotischen Bedin
gungen entwickelt und stark differenziert, sodass sich in ihrer integralen
Gesamtevolution schließlich eine Humanpopulation mit der Möglichkeit T
entwickeln konnte, welche als Konsument nach (IV.2.) in die ökologische
Netzstruktur der BS integriert ist. Gerade durch die Freiheitsgrade des Ver
haltens und die Lösung der Instinktbindungen (verursacht durch T humaner
Einzelindividuen) ist aber die Möglichkeit überaus starker Fehlsteuerungen
gegeben, die nach Überschreitung eines gewissen Minimalniveaus humaner?
durchaus die irdische BS beinträchtigen können,und zwar insbesondere dann,
wenn nach (III.2.) als Folge dieser Fehlsteuerungen Wucherungsprozesse ent
stehen, die nicht mehr zurückgenommen werden können.
Die humane T mit e ist offensichtlich so strukturiert, dass die Wechsel
beziehung zum komplementären Soma über p, also X = 0 im Wesentlichen
durch vier differenzierte Komplexe von Triebstrebungen vermittelt wird. Es
handelt sich dabei um einen Komplex A, der die wesentlichen Tendenzen
der Entfaltung, des somatischen Wachstums, der Selbstverwirklichung bzw.
Selbstgestaltung usw. umfasst, während diagonal hierzu ein Komplex B alle
Strebungen der Fortpflanzung, Artausbreitung, Arterhaltung oder Sexualität
impliziert. Schließlich ist ein Komplex C offenbar für alle Strebungen der
psychischen und somatischen Selbsterhaltung, D hingegen für alle captati-
ven Strebungen, wie z. B. die biotopische Abgrenzung im Rahmen einer Bio-
coenose oder die Besitzergreifung der notwendigen materiellen Lebensbasis,
kompetent. Die differenzierten Komplexe A und C scheinen hier einem ur
tümlichen Ego, B und D jedoch dem urtümlichen Einfluss auf ein Altro zu
130 Der Elementarprozess des Lebens
entsprechen. Die Strukturen C und D bilden hier den Bogen (C,D)= K kon
servativer Tendenzen, welche ihrerseits die Basis des Bogens(A,B)= E evo-
lutorischer Tendenzen darstellt. An K und E schließt sich in Richtung des
über e unmittelbar T an, derart, dass sich letztlich T über E und K somatisch
im R3 manifestiert.
Im Sinne der Störungen Fp nach(V.1.) kann nun diese somatische Manifes
tation der T im R3 und seinen Streckenräumen in x^-Richtung einer geistigen
Degeneration unterworfen sein, sodass die mit E adäquate Strebung zur Ent
faltung des Individuums im Verlauf von x^ zur „Machtgier", und die durch K
bedingte natürliche Besitzstrebung in analoger Weise zur „Habgier" ausartet.
Diese Ausartungen beginnen nunmehr zeitlich zu wuchern (wahrscheinlich
einer Art Entropieprinzip folgend), um schließlich E und K so zu pervertie
ren, dass diese Perversion die gesamte sich manifestierende Persönlichkeits
struktur beherrscht. Hiermit läuft zugleich in x^ eine starke Behinderung der
T-Evolution bis zu einer T-Degeneration konform; denn Macht und Besitz er
scheinen nur im richtig ausgewogenen Verhältnis bezogen aufdie T-Evolution
sinnvoll, während sie als Selbstzweck aufgefasst zu inhaltlosen Kategorien
werden.Im Folgenden kennzeichne Tp eine T,die dieser Ausartung von E und
K unterworfen ist, sodass (V.l.) gemäß FpT —* Tp symbolisiert werden kann,
wenn Fp als pathogene Ursache aufgefasst wird.
Im somatischen Bereich ist ausnahmslos jedes Individuum einer humanen
Population als offenes System (bezogen auf den Materiedurchsatz) unlösbar
in die irdische BS integriert. Es wird der BS aus irgendwelchen ökologi
schen Kreisen organische Substanz Mg entnommen und der humanen Stoff
wechselpotenz W entsprechend in organischer Abbausubstanz M^ gemäß
Mg —> W —M^ umgesetzt. Hier ist stets M^als ebenfalls organisches Material
von den Organismen der BS(insbesondere der Gruppe der Reduzenten)in die
metaökonomische Basis der irdischen BS reduzierbar. Andererseits kommt es
wegen der cerebralen somatischen Komplementarität der T zu der Fähigkeit,
mit einer von W abhängigen handwerklichen Potenz H(W)Materialien M^
(die nicht der BS oder ihrer metaökonomischen Basis anzugehören brauchen)
in anthropogene materielle Strukturen relativer Sekundärzweckmäßigkeit als
ein Sozialprodukt P, umzugestalten. Für diese anthropomorphe Tätigkeit gilt
also Mg -> H(W)-> (P,, Pj, P3, a), wobei neben P, noch geistige Kompo
nenten Pj und P3 des Sozialprodukts und Fertigungsabfalls a auftreten. P^ ent
spricht hier einer Reflexion in Bezug auf die Erfahrungen hinsichtlich H und
P allgemeinen kontemplativen und meditativen Reflexionen aufgrund der
V. Zeitliche Störungen organischer Weltstrukturen 131
eventuell durch gewonnenen Einsichten. Aligemein dürfte > P3 bleiben,
während das materielle Sozialprodukt P, als Konsumgut aufzufassen ist. In
einer späteren historischen Epoche kam es durch die Wechselbeziehungen zwi
schen Pj und H(W)sowie durch die Möglichkeiten von Teilbereichen aus P,
zur Erstellung technologischer Systeme, die, mit nicht-menschlicher Fremd
energie betrieben, einen Faktor a > 1 definieren, der H(W)gemäß a H(W)
vervielfältigt, wobei a mehrere Zehnerpotenzen (!) bedeuten kann. Auf diese
Weise definiert a die Effektivität eines industriellen Arbeitsplatzes aH, wäh
rend nunmehr im Wesentlichen von dem Rohstoffmaterial (mineralischer
Natur) bestimmt wird, welches der irdischen Frakturzone aus bestimmten La
gerstätten entnommen wird.
Besteht die momentane menschliche Population des irdischen Planeten aus
Ny Personen, von denen 1 <j < n < im Rahmen des anthropogenen Indus
triesystems Arbeitsplätze unterschiedlicher Effektivität (aH(W)). betreiben,
und wird der gesamte Industrieausstoß an Sozialprodukten und Abfall durch
Unterstreichungen kenntlich gemacht,dann könnten der Umsatz dieses anthro
pogenen Industriesystems und die Verflechtungen seiner Arbeitsplätze durch
► (a.H.(Wj))j°, ^ (PpPj.PjjOt) symbolisiert werden, wobei im Sonder
fall fehlender Verflechtung gemäß (a.H.(Wj))J^, = ^a.H.(Wp zur einfachen
Summation wird. Die Verflechtung der globalen menschlichen Population mit
der irdischen BS wird dagegen durch die Summation
Nv
Mß — j Wj —»• beschrieben, wo jetzt Mßfür die Gesamtaufhahme orga
nischer Nährstoffe und für den Gesamtauswurf organischer Abbausubstanz
derNy biologischen Prozesse W. stehen. Nach diesen Betrachtungen erscheint
es sinnvoll, das der irdischen BS überlagerte anthropogene Industriesystem
und seine Verflechtung mit der BS durch den Ausdruck
Mß^(a.H.(Wp:^«,->(P,,P2,P3,a), l<j<n<N^,
N,
10
zu beschreiben. Hierin ist allgemein P^ > P3 im Wesentlichen auf die Vergrö
ßerung der Faktoren a. gerichtet, während P, als Industrieausstoß materiellen
Sozialproduktes im Rahmen des Konsums durch Verschleiß gemäß P —> b
den Produktionsabfall a zum Gesamtabfall M = a + b ergänzt. Die Beziehung
10 muss also durch
P,->b, P3<P2-»-(ap, M = a + b lOa
132 Der Elementarprozess des Lebens
erweitert werden, wenn )bedeutet, dass die Strebungen Pj im We
sentlichen auf Erhöhung der a.. gerichtet sind.
Aus dieser Darstellung wird zunächst deutlich, dass dieses anthropogene
Industriesystem im allgemeinen Fall hinsichtlich des Materiedurchsatzes ein
offenes System darstellt. Während durch Reduzenten in die metaökono
mische Basis der BS reduzierbar ist, gilt dies für den Auswurf M des offenen
Industriesystems nicht. Durch M und der Globalpopulation wird aber die
gesamte BS belastet, und dieser Belastung sind endliche verhältnismäßig enge
Grenzen gesetzt. Auch wird das ganze durch 10 beschriebene System in seiner
zeitlichen Entwicklung durch die Tatsache begrenzt, dass die in der irdischen
Frakturzone gegebenen mineralischen Rohstofflager ebenfalls begrenzt und
nicht regenerierbar sind, also die Entnahme nicht beliebig gesteigert wer
den kann. Schließlich setzt noch die Endlichkeit der bewohnbaren Planeten
oberfläche und die endliche Belastbarkeitsgrenze der BS durch die Humanpo
pulation Ny eine obere Populationsschranke <00,derart, dass blei
ben muss, wenn die BS nicht durch den bloßen Populationsanstieg aus dem
Gleichgewicht gebracht werden soll. Wenn dagegen nicht mehr dem
Gesetz des organischen Wachstums genügt, dann muss es zwangsläufig zu ei
ner sozioökologischen Paralysis der irdischen Biosphäre kommen,zumal das
der BS überlagerte Industriesystem als offenes System eine Wucherung nach
(III.2.) darstellt, die den Charakter eines bösartigen Tumors annehmen kann,
wenn M die metaökonomische Basis der BS einer dysbiotischen Intoxikation
unterwirft, welche ganze Bereiche der BS zerstört. Soll dagegen das anthro
pogene Industriesystem ein der BS überlagertes Parallelsystem sein, welches
das biosphärische Gleichgewicht erhält und die einmaligen Rohstofflager der
Frakturzone nicht überflüssig belastet, dann muss zunächst R aus Gleichung
1 des Abschnittes (II.1.) so gesteuert werden, dass < qo bleibt und so
mit eine Begrenzung des Systems 10 durch n < gegeben ist. Femer muss
p^ < £3 bleiben und weniger auf die Faktoren a. als auf Verfahren U gerichtet
sein, durch welche UM —>■ der Gesamtausstoß an Abfallmaterial M in
zurückgeführt wird, sodass sich das System 10 in ein geschlossenes System
wandelt.
Andererseits kann ein anthropogenes Industriesystem nur dann arbeiten,
wenn Energie produziert und umgesetzt wird, wobei die erforderliche Energie
im Fall des geschlossenen Systems möglicherweise höher liegt als im Fall
des offenen Systems. Das gesamte globale Industriesystem kann demnach in
jedem Fall als ein System mit Energiedurchsatz aufgefasst werden. Ist E die
V. Zeitliche Störungen organischer Weltstrukturen 133
während einer Zeiteinheit erforderliche globale Gesamtenergie zum Betrieb
dieses Systems, dann verschwindet E nach dem Durchsatz nicht, sondern er
scheint nach dem 2. thermodynamischen Hauptsatz in Wärmeform, sodass
E zu der im gleichen Zeitintervall eingestrahlten gesamten Sonnenenergie
(global) addiert werden muss. Die gesamte Wärmeenergie dieser Bilanz muss
dann zum weitaus größten Teil in Form eines planetaren Inffarotfeldes in den
R3 abgestrahlt werden, derart, dass ein Fließgleichgewicht zwischen der in-
zidierten Solarenergie zusammen mit der produzierten E und dem Infrarotfeld
entsteht, welches seinerseits das planetare Klima bestimmt. Aus diesem Grun
de gibt es für E eine Schranke E^ < <», die von E nie erreicht werden darf, weil
E > E^ das für die Humanpopulation lebensnotwendige Infrarotgleichgewicht
so verschiebt, dass kurzfristig (möglicherweise innerhalb eines einzigen Jah
res) Klimaänderungen globaler Art resultieren, die für die Humanpopulation
absolut tödlich sind. Wegen der Notwendigkeit E < E^ und E^ = const kann
das anthropogene Industriesystem auch dann nicht beliebig anwachsen, wenn
bei stärkster Extrapolation von Technologien zukünftiger Fusionsreaktoren
beliebige Energiesteigerungen kostenlos möglich würden. E^ erscheint als
eine Konstante, die von denjenigen planetaren Klimabedingungen bestimmt
wird, unter denen humanes Leben möglich ist. Der Wert für E^ könnte viel
leicht um einen Faktor zwischen 1 und 10 der Energiebilanz der planetaren
Großwetterlage proportional sein, doch ist aufjeden Fall E^ so begrenzt, dass
E < E^ den industriellen Anstieg selbst bei der Verfügbarkeit unbegrenzter
Energieproduktion doch stark begrenzt. Ohnehin scheint die These vom gren
zenlosen Dauerwachstum (oder besser Wucherung) in einer begrenzten Welt
ein absurder logischer Widerspruch in sich selbst zu sein.
Die notwendige Stabilitätsbedingung der indischen BS in Korrelation mit
dem anthropogenen Industriesystem und der menschlichen Globalpopulation
wird also ausgedrückt durch
E < E^ = const < 00 11^
Wird diese Bedingung nicht eingehalten, dann schlägt zwangsläufig das an
thropogene System in seinem Wachstum in eine Wucherung um,die, bezogen
auf die irdische BS, einen bösartig tumorösen Charakter trägt und die sozio-
ökologische Paralysis dieser Biosphäre verursacht. Ein derartiger Auflösungs-
prozess hat aber in gleicher Zwangsläufigkeit den sozioökologischen Kollaps
der menschlichen Population zur Folge, weil diese Population wegen
Mß -> 2Wj-> unauflösbar in die irdische Biosphäre integriert ist.
134 Der Elementarprozess des Lebens
Eine Beobachtung der globalen irdischen Humanpopulation und ihres In
dustriesystems 10 zeigt indessen, dass die Stabilitätsbedingung 11 in keinem
Punkt erfüllt worden ist, obgleich technologische und soziologische Wege zur
Erfüllung dieser lebensnotwendigen Bedingung hätten aufgefunden werden
können. Zunächst kann festgestellt werden, dass die kritische Populations
schranke zwischen 6 10® und 9 10® bis 10' liegt. Tatsächlich ist seit ge
raumer Zeit Ny > , und zwar gegenwärtig um einen Faktor, der über dem
Wert 4 liegt. Dieser an sich unvernünftige Sachverhalt kann nach Auffassung
des Autors wohl nur durch nationale Egoismen oder ideologische Gruppenin
teressen erklärt werden. Die Folge dieser exponentiellen Populationswuche
rung von ist aber ein analoger exponentieller Anstieg von n < , also
einer Wucherung des Systems 10 und 10a. Auch kann häufig Pj> Pj entge
gen der Bedingung 11 beobachtet werden, doch trotz dieses Sachverhaltes
sind Technologien U zur Reduktion von M in M„ kaum entwickelt, weil
£2 im Wesentlichen auf die Steigerung der Effektivität a. der Arbeitsplätze
und ihrer Anzahl n (als Folge des exponentiellen -Anstiegs) gerichtet ist.
Verschärfend kommt hinzu, dass die BS durch die ebenfalls steil ansteigende
Bausubstanz städtischer Expansionsbedürfhisse zusätzlich belastet wird; denn
Bebauung erfüllt, bezogen auf die BS, eine Bedingung der Wüstenbildung,
sodass auch der Überschuss an Bausubstanz zu b gerechnet werden kann. Es
zeigt sich mithin,dass gegenwärtig nicht nur das System 10 wie ein bösartiger
Tumor(bösartig wegen M)aufder irdischen BS liegt, sondem dass zusätzlich
die steigende Bebauung nach (111.2.) eine Wucherung darstellt, weil einmal
erstellte Baukörper auf keinen Fall mehr zugunsten der BS zurückgenommen
werden.Im gegenwärtigen Zustand scheinen alle anthropogenen Strukturen in
Wucherungen umzuschlagen, welche die BS paralysieren können und einen
sozioökologischen Kollaps in zweifacher Richtung ermöglichen: Zum einen
wird durch starke Reduktion von M-K der Faktor a.J —► 1 und zum andern wird
H . = 0, wenn —> 0 als Folge einer sozioökologischen Paralyse der BS ein
tritt, weil zwangsläufig Mg —► 0 weitgehend auch W. —► 0 bedingt.
Die Möglichkeit einer starken Beschleunigung dieses globalen Vemich-
tungsprozesses ist den im Sinne Tp pervertierten Persönlichkeiten der irdi
schen Humanpopulation durch eine Störung des COj-Gleichgewichtes in der
irdischen Atmosphäre an die Hand gegeben.
Pro Zeiteinheit werde von den heterotrophen Organismen ein Anteil A, aber
durch Verbrennungsvorgänge organischer Substanz ein Anteil B von CO^ pro
duziert, wobei B im Wesentlichen auf anthropogene Aktivitäten im Sinne der
Beziehung 10 zurückgeht, sodass A < B bleibt. Hinzu kommt noch ein Anteil
V. Zeitliche Störungen organischer Weltstrukturen 135
C,desjenigen COj, welches durch die Zersetzung kohlensaurer Mineralien in
den Tiefenschichten der irdischen Frakturzone entsteht und weitgehend kon
stant der Erdoberfläche entströmt. Wahrscheinlich ist C > B, möglicherweise
aber auch C » B. Gebunden wird COj einerseits durch die Oberflächen der
Ozeane pro Zeiteinheit um D und durch die globale Gesamtheit autotropher
Organismen der Flora um den Anteil F. Die Änderung des atmosphärischen
COj-Normalpegels Q sei dann Z zu Q +Z in der Zeiteinheit, während für Z
die Darstellung
A + B + C-D-F =Z 12
gilt. Aufgrund des quantentheoretischen Baues hat COj die Eigentümlichkeit,
Infi-arotlicht zu reflektieren. Der natürliche Anteil Q reguliert also das bereits
erwähnte Infirarotgleichgewicht und die sich hierin äußernde atmosphärische
globale Klimastabilität, solange Q = const bleibt. Diese klimabestimmende
Wirkung bedeutet aber, dass E^ der Beziehung 11 wesentlich von Q mitbe
stimmt wird, derart, dass E^ immer weiter zurückgenommen werden muss,
wenn Q ansteigt. Die Stabilitätsbeziehung 11 ist also durch
AE^(Q)<0, AQ =Z>0, Q = const, Z =0 12a
zu ergänzen. Ohne Störung des COj-Anteils ist also Q = const und Z oszil
liert um Z= 0. In 12 ist offensichtlich A zu vernachlässigen, während B vom
momentanen Expansionszustand des anthropogenen Industriesystems und
den verfugbaren Reserven fossiler Brennstoffe abhängt. Die Beträge C und
D sind dagegen Konstante. Solange Z=0 bleibt, ändert sich E^ aus 11 eben
falls nicht, doch muss nach der Ergänzung 12a diese obere Schranke E^ umso
stärker zurückgenommen werden,je stärker Q durch Z > 0 ansteigt, während
Z <0 einen Anstieg von E^ erlaubt.
Die verhängnisvolle Nichtbeachtung der Beziehung 11 bedingt den expo-
nentiellen Anstieg der Weltbevölkerung ,was einerseits wiederum ei
nen exponentiellen Anstieg von n in 10 und damit einen Anstieg von B in 12
zur Folge hat. Andererseits bedingt aber der auswuchemde Anstieg N > N
ein gleichzeitiges Auswuchem erstellter Bausubstanz und eine Wucherung
der Urbanisation. Diese auswuchemde Bausubstanz wiederum bedeutet eine
mit der Wuchemng progessiv laufende Vemichtung weiterer Bestandteile der
irdischen Flora, die jedoch der variable natürliche C-Speicher ist. Damit wird
aber in 12 der Betrag F reduziert, sodass wegen der Konstanz von C und D ein
Anstieg Z > 0 resultieren muss. Gegenwärtig beträgt der COj-Anstieg immer
hin Z ~ +5% pro Jahr(!) mit steigender Tendenz.Z > 0 kann sich gegenwärtig
wegen der hohen Wärmekapazität von HjO noch nicht thermometrisch äußem.
136 Der Elementarprozess des Lebens
jedoch könnte durch ein Abschmelzen schwimmenden Polareises die Puffe
rungswirkung der Ozeane ausfallen, weil das Oberflächenwasser mit dem ge
lösten COj-Bestand dann nicht mehr gekühlt wird und in die Tiefsee absteigt.
In diesem Fall würde D —> 0 und Z » +5%, weil C = const bleibt. An diesem
steilen Anstieg des COj-Bestandes der irdischen Atmosphäre würde sich in
dieser Phase auch dann nichts ändem, wenn politisch B —»• 0 erzwungen wür
de. Die Folge dieser Phase wäre der kurzfnstige Zusammenbruch des irdi
schen Inffarotgleichgewichtes mit einer entsprechenden katastrophenhaften
Klimalabilität, die von der menschlichen Population wahrscheinlich nicht
überlebt werden kann. Selbst wenn > 0 völlig zurückgenommen würde,
könnte sich mit Z » 0 an einer Verschiebung der klimabestimmenden Ener
giebilanz zu den extremen Klimalabilitäten hin nichts ändem, weil die Son
neneinstrahlung und C konstant bleiben,der COj-Pegel die hinreichende Infra
rotausstrahlung aber verhindert.
Da 11 und 12a den Interessen allgegenwärtiger merkantil pervertierter
Tp-Persönlichkeiten im Wege stehen, würde wahrscheinlich auch dann nichts
an den Ursachen eines Katastrophenweges geändert, wenn noch hinreichend
Zeit verfugbar wäre.
Diese überaus bedenkliche Entwicklung scheint auf eine Fehlinterpretation
von 10, 10a, 11 und 12a zurückzugehen. Wird nämlich unterstellt, der irdi
sche Planet verfuge über eine unendliche bewohnbare Fläche und über unend
liche Rohstofflager, dann würde sich aus 10, 10 a und 11 die bekannte Dar
stellung der gegenwärtig verwendeten weltwirtschaftlichen Gmndbeziehung
ergeben, wonach ein jedes Sozialprodukt durch die Summe aus Kapital und
Arbeit gebildet wird, was tätsächlich unter den Nähemngsbedingungen der
Schrankenlosigkeit des Planeten den grenzenlosen Anstieg aller anthropoge-
nen Strukturen erlauben würde. Tatsächlich sind diese Bedingungen aber in
keiner Weise (auch nicht mehr annähemd) erfüllt. Es entbehrt nicht einer ge
wissen makabren Pikanterie, wenn man sich vergegenwärtigt, dass viele Ver
fechter der sich dauemd erhöhenden Steigemngsraten einerseits ihre überaus
fortschrittliche und modeme Lebenseinstellung ständig intensiv betonen(und
häufig mitleidvoll auf die Vertreter transzendenter Religionen herabschauen),
aber andererseits trotz Raumfahrt das kopemikanische Weltbild doch noch
nicht ganz verstanden zu haben scheinen(eine Fehlhaltung, die man heutigen
tags in den Gemeinden transzendenter Religionen praktisch gar nicht mehr
antrifft).
Man kann auf keinen Fall unterstellen, dass die durch die Systeme 10 bis
12a ausgedrückten Sachverhalte und ihre Konsequenzen von gesellschaftli-
V. Zeitliche Störungen organischer Weltstrukturen 137
chen Führungskräften in wirtschaftssteuemden Positionen nicht durchschaut
worden sind,sodass die Nichterfüllung der Bedingung 11 aus dieser Richtung
(durch ein Versagen)offenbar nicht erklärt werden kann. Wenn dies aber so ist,
dann bleibt logisch nur die eine Möglichkeit, dass in allen gesellschaftlichen
Schichtungen humaner Population ein gewisser Prozentsatz der Einzelindi
viduen aus Tp-Persönlichkeiten besteht, bei denen also in der oben zitierten
Form E und K im Sinne FpT —> Tp pervertiert sind, sodass die in diesen Fäl
len inhaltslos gewordenen Kategorien von Macht und Besitz pervertiert die
Tp-Mentalität prägen. Diese Tp-Mentalität manifestiert sich praktisch immer
in dem überaus merkantilen und zugleich gesichts- und geschichtslosen Ba-
nausentum ohne metaphysische Bindung, welches grundsätzlich Qualität
durch Zahl und Geist durch Masse zu ersetzen sucht. Zwar ist immer eine
Chancengleichheit gesellschaftlichen Aufstiegs denkbar, doch muss sich hin
sichtlich der Tp gerade diese Gleichheit als ein Selektionsprinzip auswirken,
weil durch Tp charakterisierte Persönlichkeiten auch solche Aufstiegswege be
treten können, die von Persönlichkeiten T wegen der notwendigen Skrupello-
sigkeit und Brutalität niemals begangen werden können. Andererseits bildet
die Wucherung anthropogener Strukturen durch Nichterfüllung von 11 das
ideale Komplement zur Tp-Mentalität, die zwangsläufig diesen Zustand zu
stabilisieren sucht, was sich bereits in der Jugenderziehung nach Fp ausdrückt.
Nur so wird es möglich, dass global über allem penetrant die schwarze Sonne
der großen Politlüge brennt- einer Lüge, die glaubhaft machen will, dass die
ses lebensfeindliche Monstrum profitorientierter und spekulativ missbrauch-
ter Technologien die wahre und einzige Sinngebung menschlichen Lebens sei,
und die darüber hinaus behauptet, bösartig tumoröse (also tödliche) Wuche
rungen wären gesundes Wachstum. Man ist geneigt, an einen Kurpfuscher
zu denken, der das Karzinom an einem menschlichen Körper nicht entfernt,
sondern zur Metastasenbildung anregt und dem Patienten weismacht, dies sei
der anzustrebende Zustand größtmöglicher Glückseligkeit an sich. Es ist zu
hoffen, dass hier nur Unfähigkeit vorliegt, weil sonst von Gesellschaftskrimi
nalität gesprochen werden müsste.
Eine planetare BS kann zwar durch einen kosmischen Einfluss in Analo
gie zum somatischen Trauma F^ in (V.1.) eingeschränkt oder auch paralysiert
werden, doch liegt im Fall der irdischen BS offensichtlich eine Analogie zum
Trauma Fp vor; denn der Zustand der irdischen BS wird gegenwärtig durch den
pathogenen Einfluss der Tp-Mentalität eines Bruchteils ihrer Humanpopula
tion bestimmt,zumal die Expansion dieser Population die planetaren Grenzen
erreicht hat. Die Ursache der drohenden Paralyse der irdischen BS könnte
138 Der Elementarprozess des Lebens
also als eine allgemeine psychotraumatische Fehlsteuerung im Bewusstsein
der humanen partiellen Tp-Population aufgefasst werden. Dieser Sachver
halt bietet aber zugleich eine therapeutische Möglichkeit an. Primär ist im
Rahmen einer solchen Therapie eine psychische Änderung der falsch orien
tierten Bewusstseinszustände der Tp und im Sinne einer psychohygienischen
Prophylaxe die Vermeidung weiterer Degenerationen der T in FpT —> Tp zu
erreichen. Dieser Prozess sollte im Wesentlichen durch eine Reduktion des
gegenwärtigen Zustandes Pj^ P3 auf Pj < P3 bei starker Anhebung von P3
erfolgen, derart, dass P3 im Sinne einer wahren Persönlichkeitsbildung die
T-Evolution fördert. Auch müssten die Verhaltensnormen der Gattung (als
moralisches Gesetz) auf diese T-Evolution ausgerichtet werden, um die ver
lorene Rückbindung (Folge der Transzendenzfahigkeit der T)an den Seins
grund in einem Gefuge wahrhafter „Religio" zu finden. Im Gegensatz zu Tp
ist T durch ein stark kontemplatives Verhalten ausgezeichnet, so dass man
diesem kontemplativen und meditativen Denken der T das höchstmögliche
Sozialprestige zusprechen, aber in dem Konsumprotz das erkennen sollte, was
er als Tp-Struktur tatsächlich ist, nämlich ein verantwortungsloser Zerstörer
von Bereichen der lebensnotwendigen irdischen Biosphäre und Verschwender
ebenfalls lebensnotwendiger Materialien (Rohstoffe) zu Lasten der teilweise
noch nicht einmal geborenen Nachfolgegenerationen. Sekundär (analog zum
unterstützenden somatischen Teil) müssen die Wucherungen des Systems 10
ebenso wie zurückgenommen und weitgehende U-Technologien zur
Erfüllung der Stabilitätsbedingung 11 entwickelt werden,sodass 10 zu einem
geschlossenen anthropogenen Parallelsystem zur irdischen Biosphäre wird
und die Humanpopulation mit in diese Biosphäre als ökologisches
Gefuge integriert bleibt.
Die vorgeschlagenen primären und sekundären Wege sind nur im globalen
Bereich effektiv, aber bereits im Bereich einzelner Nationalitäten völlig wir
kungslos. Auch wäre es erforderlich, im Rahmen der sekundären Sanierung
zur Erfüllung der Forderung 11 über die Zeitdauer mehrerer Generationen
jedem einzelnen Mitglied der globalen menschlichen Gesellschaft sehr harte
Verzichtleistungen abzuverlangen. Selbst wenn ein derartiges globales Un
terfangen politisch und sozial unter dem zwingenden Druck späterer Verhält
nisse durchführbar ist, wäre die hierfür erforderliche Mindestzeit wegen der
abfallenden M^ und Mg nicht ausreichend, sodass möglicherweise der sozio-
ökologische paralytische Prozess in der irdischen Biosphäre bereits irreversi
bel geworden sein könnte.
POSTMORTALE ZUSTÄNDE?
Die televariante Area
integraler Weltstrukturen
VORWORT
Burkhard Heim geht in diesem Buch von seinen Darlegungen in Der kosmi
sche Erlebnisraum des Menschen und Der Elementarprozess des Lebens aus
und stellt einleitend fest, dass sich der Mensch deutlich vom Hintergrund der
irdischen Biosphäre abhebt,„weil er durch die Manifestation einer identitäts-
und ichbewussten und zur bewussten Abstraktion fähigen mentalen Persona-
lität charakterisiert ist". Der konkrete Lebensvollzug des Menschen vollzieht
sich in der von mir aufgestellten vierfachen Konturierung des Seins, nämlich
in Physis, Bios,Psyche und Pneuma, die Heim folgendermaßen beschreibt:
- Der Existenzbereich a, die Physis, umfasst die Gesamtheit aller Gesetz
mäßigkeiten anorganisch-materiellen Geschehens, also sämtliche Varian
ten physikalischer und chemischer Gesetze.
- Der Existenzbereich ß, der Bios, bezeichnet die Gesamtheit aller biologi
schen Gesetzmäßigkeiten.
- Der Existenzbereich y, die Psyche, impliziert die Gesamtheit der Gesetze
psychischer Verhaltensweisen.
- Der Existenzbereich 6, das Pneuma, beinhaltet die Gesamtheit mentaler
Gesetzmäßigkeiten.
Diese Gliederung ist nach Heim in einer hierarchischen Form 6 —> y —> ß —> a
ineinandergefügt, wobei der Begriff „Existenzbereich" metaphorisch zu ver
stehen ist. Heim unterzieht nun diese vierfache Konturierung einer eingehen
den Analyse auf der Basis der sechs Koordinaten seines sechsdimensionalen
Welttensoriums R^ des Teiles a der Welt, das er in dem zweibändigen Werk
Elementarstrukturen der Materie beschreibt. Er unterscheidet hierbei 3 reale
(Höhe, Breite, Tiefe) und drei imaginäre (Zeit, Entelechie, Äon)Koordinaten.
Dadurch wird das Raum-Zeit-Modell, also die gängige vierdimensionale Be
trachtung der Welt, um zwei weitere Dimensionen erweitert: die Dimension
Xj (Entelechie), welche die offenbar sich ständig in x^ (Zeit) aktualisieren
den Organisationszustände wertet, und die Dimension x^ (Äon), welche die
mehrdeutige Aktualisierungsrichtung in x^ steuert.
Bei der Betrachtung der Aktualisierungsmöglichkeiten des vierfach kontu-
rierten menschlichen Lebensvollzuges im sechsdimensionalen Welttensorium
Rg kommt Heim abschließend zur Feststellung, dass der Existenzbereich 6 des
Pneuma aufgrund seiner reflektorischen Autonomie den Schluss aufeine post-
mortale Persona gestattet.
142 Postmortale Zustände?
Damit wird die Diskussion „Postmortale Zustände?" über das traditionelle
Raum-Zeit-Modell hinausgehoben und das menschliche Sein in den Äuße
rungsformen von Physis, Bios, Psyche und Pneuma neu beleuchtet.
Innsbruck, 15. August 1980 Andreas Resch
In der 1995 erfolgten Erweiterung von R^ auf R,2 ist 6 mit I^ des R,2 in Bezie
hung zu bringen, worüber in der in diesem Band enthaltenen Schrift Ein Bild
vom Hintergrund der Welt zu lesen ist.
Wie schon in der Einfuhrung bemerkt, war für Heim die Frage der postmor-
talen Zustände das eigentliche Thema seiner Forschung. Dies konnte ich in
einem Gespräch unmittelbar vor seinem Tod 2001 in voller Offenheit erfahren
und bestätigt finden.
Innsbruck, 29. Oktober 2008 Andreas Resch
Vorbemerkung 143
VORBEMERKUNG
Durch nachstehenden Beitrag soll der Öffentlichkeit die Existenz einer au
ßerordentlich umfangreichen Arbeit vorgestellt werden, die in den Jahren von
1950 bis 1980 in aller Stille und unter völligem Ausschluss jeglicher Publi
zistik durchgeführt wurde. Die Schrift darfjedoch nur als ein überaus stark
verkürzter verbaler Auszug gewertet werden, der immerhin einen guten Über
blick über den logischen Weg und die mannigfaltigen Aussagemöglichkeiten
eines umfassenden kosmologischen Bildes bietet. Es wird im Wesentlichen
ein Standpunkt indirekter logischer Schlussweisen behandelt, derart, dass
die Basis des Schlusses eine einheitliche mathematische Strukturtheorie des
quantitativ erfassbaren materiellen Teiles der Welt ist, wobei die Grenze quan
titativer Möglichkeiten aufgezeigt werden soll. Allerdings muss in diesem Zu
sammenhang der Begriff des indirekten Schlusses ganz allgemein verstanden
werden, also nicht im spezifisch mathematischen Sinne als reductio ad ab-
surdum.Im so aufgefassten indirekten logischen Schluss wird dann mit geeig
neten logischen Strukturen diese Grenze quantitativer Physis transzendiert,
und zwar in die Bereiche des Bios, der Psyche und des Pneuma, so dass die
empirisch erscheinende vierfache Konturierung menschlichen Seins eben in
Physis, Bios, Psyche und Pneuma als logische Einheit erkannt wird. Hieraus
werden dann zwingende Schlüsse auf postmortale Zustände der Persona, und
auf Eigenschaften dieser Zustände gezogen.
Es wird grundsätzlich auf die Diskussion sogenannter paranormaler Erfah
rungen verzichtet, weil sowohl animistische als auch spiritistische „Phäno
mene" als empirische Basis völlig ungeeignet sind und hierfür auch gar nicht
benötigt werden. Da derartige Erfahrungen(sofern sie nicht erfunden,sondern
echt sind)letztlich stets nur aufVarianten eines Erfahrungsbildes hinauslaufen,
welches ebenso lange bekannt sein dürfte, wie es denkende Menschen aufdie
sem Planeten gibt, wird die Negation dieser Art von Erfahrungen verständlich.
Andererseits publizieren gewisse Gruppen solche vermeintlich oder tatsäch
lich gesammelten Erfahrungen in stark extrapolierter Form aufdubiose Weise
sodass sich deshalb gegen derartige Gruppen im ersten Kapitel eine scharfe
Kritik richtet. Es sei jedoch hier ausdrücklich betont, dass sich diese Kritik
nicht gegen Menschen wendet, die, getragen von einem tiefen religiösen Ge
fühl, mit großem Emst ebenfalls der Frage nach dem zeitlichen Woher, dem
zeitlichen Wohin und der Sinnfrage menschlichen Seins nachgehen.
144 Postmortale Zustände?
I. WAHL DES LOGISCHEN ANSATZES
1. Definitionen und allgemeine Problemstellung
Offensichtlich ist die Lernfähigkeit eine der fundamentalen Eigenschaften al
ler lebenden Organismen; denn lebende Strukturen können stets Erfahrungen
sammeln, was aber nur durch Lernprozesse möglich ist. Dieses Ansammeln
von Erfahrungen kann zweifellos nur so vor sich gehen,dass für das betreffen
de Lebewesen erlebbare spezifische Ereignisstrukturen einer relativen Partial-
welt(bezogen auf die spezifische Organismenart) als Erlebnis verarbeitet und
in einem wie auch immer gearteten (weitgehend unbekannten) Gedächtnis in
irgendeiner(in der Regel ebenfalls unbekannten)Form abgespeichert werden
- derart, dass diese Inhalte in späteren Zeitabschnitten des Lebensverlaufes
willkürlich abgefi-agt und somit erinnert werden können.
Im speziellen Fall menschlichen Lebens werde im Folgenden die auf den
Menschen bezogene relative Partialwelt erlebbarer Ereignisstrukturen kurz
als Welt bezeichnet. Die spezifisch menschliche Fähigkeit zur bewussten Ab
straktion gestattet indessen dem Menschen, Erfahrungen vergangener Erleb
nisse willkürlich aus den Gedächtnisinhalten abzufragen und diese erinnerten
Erfahrungen mit der gegenwärtigen Erlebnisverarbeitung so zu kombinieren,
dass Schlüsse auf ein mögliches Zukunftsgeschehen extrapolierbar werden
und somit Direktiven menschlichen Handelns weisen können.
Auf diese Weise werfen die allgemeine Urerfahrung menschlichen Todes
und das Bewusstsein der absoluten Unausweichbarkeit die Frage nach der Be
deutung dieses Todes auf, derart, dass diese Frage umso drängender wird,je
bewusster sich menschliches Leben vollzieht, bis sie schließlich die schwer
wiegende Bedeutung einer menschheitsgeschichtlichen Schicksalsfrage an
sich erhält. Da in der vorliegenden Ausfuhrung die Frage nach der Bedeutung
des menschlichen Todes zu diskutieren ist, sei an dieser Stelle deutlich darauf
hingewiesen, dass der Autor nichts mit irgendwelchen spiritistischen Zirkeln,
Clubs und Vereinen zu tun hat und auch gar nichts zu tun haben will. Derartige
Einrichtungen sind zwar aufjeden Fall zu tolerieren,jedoch tauchen dann und
wann Persönlichkeiten auf, die möglicherweise aufgrund eines stark überzo
genen Geltungsbedürfiiisses an die Öffentlichkeit drängen, ohne in Wahrheit
etwas Plausibles sagen zu können, aber trotzdem so tun, als ob die Frage nach
dem Tod keine Probleme mehr aufwerfe. Da aufdiese Weise eine gutgläubige,
aber verschwindende Minorität von Bruchteilen eines Promilles der Mensch
heit in die Irre gefuhrt wird,jedoch im Bewusstsein der übrigen Menschheit
I. Wahl des logischen Ansatzes 145
die Bedeutungsschwere der Frage verdeckt und die Frage selbst im Lichte der
Lächerlichkeit erscheint, liegt nach Meinung des Autors bei einem derartigen
Treiben ein nicht zu verantwortender Unfug vor. Daran ändert sich auch dann
nichts, wenn sich die Betreffenden selbst zu Forschem emennen und ihre Tä
tigkeit mit dem Attribut der WissenschafHichkeit versehen. Man sollte sich
stets in diesen Kreisen die Frage stellen, welche Verantwortung man gegen
über der menschlichen Gesellschaft zu tragen hat, wenn man in meist wenig
seriöser Form lediglich emotionale Aussagen über den menschlichen Tod mit
dem Attribut einer vermeintlichen Wissenschaftlichkeit in eine Öffentlichkeit
trägt, deren menschliche Mitglieder ausnahmslos und unabdingbar gerade die
sem Tod bewusst entgegengehen, sodass ihnen letztlich nur die allgemeine
Todesangst bleibt.
Will man dagegen die Frage im Gegensatz zu diesen Kreisen emsthaft dis
kutieren, ohne emotionell mit ungeeigneten Mitteln am ungeeigneten Objekt
hemmzuspielen, dann wird der Rahmen der Betrachtung wesentlich beschei
dener und die Betrachtung selbst wird aufgmnd der Eliminiemng emotionaler
Elemente möglicherweise sehr nüchtem werden.
Bevor das Problem des menschlichen Todes in einer solchen Form behan
delt wird, erscheint zunächst die Notwendigkeit, die Frage nach der Definition
menschlichen Lebens zu stellen, was aber eine Kenntnis des allgemeinen Le
bensprozesses biologischen Geschehens und eine sehr tiefgehende Kenntnis
der Stmkturen anorganischer Materie und ihrer Wechselwirkungen voraus
setzt.
In Der kosmische Erlebnisraum des Menschen wurde gezeigt', dass sich
der Mensch trotz seines animalen Organismus deutlich vom animalen Hin-
tergmnd biologischen Geschehens der irdischen Biosphäre (definiert in Der
Elementarprozess des Lebens)^ abhebt, sodass er durch seine Fähigkeit zur
Abstraktion definiert wurde. Diese Definition ist offensichtlich angesichts des
vorliegenden Problems zu vieldeutig und wäre in folgender Weise zu verfei
nem:
Der Mensch hebt sich so deutlich vom Hintergrund biologischen Gesche
hens der irdischen Biosphäre ab, weil er durch die Manifestation einer iden-
titäts- und ich-bewussten sowie zur bewussten Abstraktionfähigen mentalen
Personalität charakterisiert ist, die im Folgenden kurz als Persona definiert
werden soll.
'Der kosmische Erlebnisraum des Menschen,s. S. 19-72.
2 Der Elementarprozess des Lebens, s. S. 73-138.
146 Postmortale Zustände?
Die Summe aller Verhaltensweisen der so definierten Persona werde ent
sprechend als Persönlichkeit und die spezifische Charakteristik einer solchen
Persönlichkeit als deren Charakter definiert. Entsprechend werde die Summe
aller emotionalen Verhaltensweisen und Lebensregungen beliebiger lebender
Organismen als Psyche und der lebende materielle Organismus als Sorna de
finiert.
Weiters soll die Gesamtheit aller Gesetzmäßigkeiten anorganisch-materiel
len Geschehens, also beispielsweise sämtliche Varianten physikalischer und
chemischer Gesetze, als Existenzbereich a der Physis und entsprechend die
Gesamtheit aller biologischen Gesetzmäßigkeiten als Existenzbereich ß des
Bios bezeichnet werden. Da, wie in Der Elementarprozess des Lebens (Phä-
nomenologie) gezeigt wurde, die Materie eines lebenden Soma von makros
kopischer Größenordnung bis in den atomaren Bereich durchstrukturiert ist,
muss ß die Physis a implizieren. Ganz entsprechend muss die Gesamtheit der
Gesetze psychischer Verhaltensweisen als Existenzbereich y der Psyche den
Bereich ß implizieren, während die Gesamtheit mentaler Gesetzmäßigkeiten
als Existenzbereich 6 des Pneuma wiederum y implizieren muss. Diese vierfa
che Konturierung erfahrbaren Seins ist offenbar in einer hierarchischen Form
6 —> y —► ß —> a ineinandergefügt. Hier ist der Begriff „Existenzbereich" me
taphorisch zu verstehen.
Unter Verwendung dieser Definitionen kann nunmehr die Frage beantwortet
werden, was faktisch und unabdingbar über das menschliche Leben tatsäch
lich bekannt ist. Zunächst kann festgestellt werden, dass sich menschliches
Leben simultan in allen vier Existenzbereichen 6 bis a vollzieht. Femer ist
bekannt, dass ein Mensch stets als ein animales Wesen (ausgelegt als warm
blütiger Plazentarier) in diese Welt geboren wird und sich vom Hintergmnd
der übrigen irdischen Biosphäre deutlich durch die Manifestation einer men
talen Persona (dem Bereich 6 unterworfen) abhebt. Nach einer individuell
verschiedenen und stark differierenden Lebensdauer tritt der sogenannte Tod
ein, das heißt, das in die Bereiche y bis a eingebundene lebende Soma wird
während des Todesgeschehens aus y sowie ß entlassen und vollständig der
Physis a (Zerfall des Soma) überantwortet, während die 5 genügende mentale
Persona nicht mehr wahrgenommen werden kann, wodurch das Geschehen
des Todes ebenfalls empirisch definiert worden ist. Aus diesem Sachverhalt
empirischer Art kann nunmehr unmittelbar die allgemeine Problemstellung
abgelesen werden;
1. Wahl des logischen Ansatzes 147
Es ist eine Antwort aufdie Frage zufinden, welches zeitliche Schicksal diese
(nach dem Geschehen des Todes nicht mehr wahrnehmbare) Persona post
mortem erfährt.
Diese allgemeine Problemstellung macht sofort die extremen Schwierig
keiten logischer Art bewusst: denn einerseits ist das reflektierende Ich-Be-
wusstsein gezwungen, das eigene subjektive Ich zum Forschungsobjekt zu
machen, und andererseits vollzieht sich jeder menschliche Bewusstseinsvor-
gang simultan in allen vier Bereichen 6 bis a des Daseins. Zweifellos muss
aus diesem Grunde angenommen werden, dass die Vierfachkonturierung mu*
anthropomorpher Natur ist; denn menschliches Sein muss eine Einheit sein.
Möglicherweise geht diese Konturierung a bis 5 auf die Tatsache zurück, dass
die anthropomorphe Logik eine zweiwertige vergleichende Altemativlogik
ist, derart, dass der logische Aspekt der Quantitäten als Mathematik exakt for
muliert werden kann und eine deskriptive Methodik zur Beschreibung der
Elemente von a als theoretische Physik liefert, während sich die Gesetzmä
ßigkeiten ß bis 5zwangsläufig diesem rationalen Zugriffquantitativer Art ent
ziehen müssen. Andererseits kann jedoch nicht unbedingt behauptet werden,
diese anthropomorphe Logik sei die einzige Möglichkeit logischer Strukturen
schlechthin. Immerhin kann wegen ihrer Zweiwertigkeit altemativer Aussa
gen ein Atavismus organischer Evolution vorliegen, weil aufgrund der den
Lebensprozess definierenden konservativen Triebe die Einzelindividuen be
reits aufder Basis der Protobionten insofern zweiwertige Altemativ-Entschei-
dungen treffen müssen, ob ein Umwelteinfluss vom Organismus akzeptiert
werden kann oder nicht.
Anscheinend bilden diese Schwierigkeiten eine unüberwindbare logische
Barierre,zumal trotz intensiver Bemühungen es dem Autor bislang nicht mög
lich war, in der vielfaltigen einschlägigen Literatur auch nur den Ansatz einer
logischen Struktur zu finden, die geeignet wäre, in Bezug auf das gestellte
Problem zumindest die Richtung eines Lösungsweges aufzuzeigen. Stattdes
sen findet man eine sehr große Zahl sich meist widersprechender Meinungen,
die allenfalls durch Emotionen begründet werden, aber kaum zur Lösung des
gestellten Problems beitragen dürften. Trotzdem scheint es sinnvoll zu sein,
im Rahmen der Auslotung eines logischen Ansatzes auch diese nicht sehr rele
vanten Meinungen zu diskutieren, die allenthalben an den interessierten Men
schen herangetragen werden.
148 Postmortale Zustände?
2. Die Unerheblichkeit emotionaler Standpunkte
Die große Mannigfaltigkeit dieser emotionalen Meinungen hinsichtlich der
Bedeutung des menschlichen Todes kann in sechs Klassen zusammengefasst
werden, welche insgesamt sechs Standpunkte umschreiben, die im Folgenden
kurz zusammengestellt werden sollen.
a) Die mentale Persona ist nicht existent und die Bewusstseinsvorgänge,
von denen diese Persona vorgetäuscht wird, sind sämtlich Sekundärfolgen
bestimmter neuronaler Stoffwechselvorgänge, die mit diesen Stoffwechsel
vorgängen erlöschen. Aus diesem Grunde wird die Existenz postmortaler Zu
stände abgewiesen, weil die Persona selbst eben nur die Sekundärkonsequenz
solcher physikochemisch erfassbarer Stoffwechselreaktionen ist. Aus dieser
Sicht muss das menschliche Leben als sinnlos empfunden werden, was die
starke Verbreitung und dauernde Propagierung dieses Standpunktes durch na
hezu alle heutigen politisch-ökonomischen Systeme verständlich macht. Nur
wenn der Mensch sein eigenes Leben negiert und als sinnlos empfindet, ist
er für jede politische Manipulation stets frei verfugbar, oder aber, man kann
das Lustprinzip als Pseudosinn anbieten und ganze Generationen abhängiger
Konsumenten schaffen. Dies bedeutet aber für eine verschwindende Minorität
unermesslichen Reichtum, für eine gewisse Majorität Wohlstand, aber letzt
lich für alle Siechtum und vorzeitigen Tod (z. B. extreme Sterberate an bösar
tigen Tumoren und Kreislauferkrankungen in gewissen Industriestaaten).
b) Die Frage nach dem menschlichen Tod findet überhaupt kein Interes
se; denn man lebt und genießt jetzt und will vom Ende dieses Zustandes auf
keinen Fall etwas wissen. Hier scheint sich dem Autor eine Art psychisches
oder mentales Trägheitsgesetz anzudeuten. Es könnte allerdings auch reiner
Opportunismus gegenüber a) vorliegen.
c)Es ist eine Offenbarung gegeben und in dieser Offenbarung ist bereits al
les enthalten, was der Mensch an Lebensdirektiven benötigt. Mehr wissen zu
wollen als in der Offenbarung enthalten ist, erscheint nach diesem Standpunkt
als eine Vermessenheit.
d)Man fühlt, dass durch den Tod irgendetwas auf den Menschen zukommt
und dass danach irgendetwas sein mag, doch ist nicht der geringste geistige
Ansatz zu erkennen, und zwar vom Intellekt her, der über dieses „Irgendwie"
oder „Irgendetwas" Aufschluss geben könnte. Aus diesem Grunde muss re
signierend festgestellt werden, dass die Frage nach dem Tod kein Diskussi
onsthema ist.
I. Wahl des logischen Ansatzes 149
e)Die Existenz einer postmortalen Persona ist denkbar und wird geglaubt,
weil es sich hier um einen Glaubenssatz handelt, der aufkeinen Fall enttäuscht
werden kann, auch dann nicht, wenn ein wirklicher Nachweis unmöglich ist.
Ist nämlich der Standpunkt a) richtig, dann wird man seinen Irrtum niemals
bemerken (und andere auch nicht); ist a) aber falsch, so ist es aufjeden Fall
opportun, sich rechtzeitig mit derartigen Fragen zu befassen, weil auf diese
Weise der eventuell sehr langfristige postmortale Zustand mit Sicherheit be
quemer und komfortabler gestaltet werden kann.
f)Als postmortale Zustände existieren körperlose Seelen Verstorbener, mit
denen man über Medien oder unter Zuhilfenahme vielfaltiger spiritistischer
Praktiken Kontakt aufnehmen kann.
Betrachtet man diese sechs Standpunkte kritisch, so wird deutlich, dass b),
c)und d)keinerlei Relevanz haben; denn wer aus Bequemlichkeit nicht bereit
ist, über das anliegende Problem nachzudenken, fallt ebenso aus der Diskus
sion wiejemand,der von vornherein resigniert oder aber aufgrund irgendwel
cher wie auch immer gearteter Offenbarung glaubt, über das Problem nicht
diskutieren zu dürfen. Der Standpunkt e) schließlich erscheint nur als eine
abgeschwächte Form des spiritistischen Standpunktes f) und kann daher zu f)
gerechnet werden, so dass lediglich a) und f) eine Relevanz zukommt. Die
se beiden verbleibenden konträren Standpunkte a) und f) sind so beschaffen,
dass ihre Verfechter ohne eine wirklich logische Begründung und rein emoti
onal eigentlich nur zur Altemativfrage nach der Existenz oder Nichtexistenz
postmortaler Zustände kontradiktorisch Stellung nehmen.
Bei der Argumentation greift man in beiden Bereichen a) und f) besonders
gern aufdie Naturwissenschaften und ihre Methoden zurück, obgleich es sich
hierbei um rationale Methoden handelt, die völlig wertneutral sind. So argu
mentiert man vom Standpunkt a) mit der Behauptung, die Existenz postmor
taler Zustände sei naturwissenschaftlich nicht erwiesen. Hier sollte man aller
dings nicht übersehen,dass dieses Argument durch die Tatsache wieder aufge
hoben wird, dass auch das Gegenteil naturwissenschaftlich nicht erwiesen ist.
Im Gegensatz dazu argumentiert man vom Standpunkt f) aus, dass aufgrund
der vielfaltigen mediumistischen Durchgaben und sonstiger spiritistischer Er
fahrungen die Existenz postmortaler Zustände naturwissenschaftlich erwiesen
sei. Auch dieses Argument ist nicht zutreffend - denn wenn man einmal un
terstellt, dass jeder Betrug ausgeschlossen ist, dann können nach H. Bender
alle diese Vorgänge auch animistisch interpretiert werden, sodass für f) der
Eindeutigkeitsnachweis fehlt, der aber von einer naturwissenschaftlichen Be-
150 Postmortale Zustände?
gründung gefordert werden muss. Vergegenwärtigt man sich die Geschichte
der Naturwissenschaften,stellt man fest, dass sich jede naturwissenschaftliche
Erkenntnis in Phasen vollzieht und dass stets eine vorwissenschaftliche Phase
der Mythenbildung vorangeht. Bezogen auf diese sich in Phasen vollziehende
naturwissenschaftliche Erkenntnis befindet sich bereits die von a) und f) ge
stellte Altemativfi-age, aber auch jede spiritistische Methodik noch immer in
der vorwissenschaftlichen Phase der Mythenbildung, woran sich auch dann
nichts ändert, wenn man im Rahmen f) an Konsumartikeln modemer Un
terhaltungselektronik hemmbastelt. Insgesamt liegt der Verdacht nahe, dass
das Problem postmortaler Zustände, aber auch die gesamte Parapsychologie
des Animismus außerhalb des naturwissenschaftlichen Kompetenzbereiches
liegen, zumal der Eindeutigkeitsnachweis spiritistischer Phänomene im Hin
blick auf den Animismus empirisch prinzipiell nicht erbracht werden kann.
Aufgmnd dieses Dilemmas liegt für den Physiker der Gedanke nahe, einen
physikalischen Standpunkt in folgender Weise zu konstmieren:
g) Es sei eine cura posterior, ob es spiritistische Phänomene gibt, doch
scheinen allgemeine paranormale Phänomene zu existieren, die sich auch in
einem physikalischen Erscheinungsbild, z. B. in Form von Anomalien physi
kalischer Prozesse manifestieren können. Es kommt nach diesem Gesichts
punkt nur darauf an, möglichst viele derartige Anomalien empirisch aufzufin
den und quantitativ messtechnisch zu erfassen, um in der Folge mit Hilfe der
mathematischen Methodik auf die Ursache des physikalischen Erscheinungs
bildes zu schließen, was dann möglicherweise eine Entscheidung der Alterna
tive a)oder f) herbeiführt.
3. Die Unerheblichkeit des physikalischen Standpunktes
Betrachtet man den konstruierten physikalischen Standpunkt g), dann wird
sofort deutlich, dass die Schlussweise zwar unmittelbar einleuchtet, doch liegt
gerade in dieser Plausibilität die Gefahr eines schwerwiegenden logischen
Trugschlusses. Stets kann labortechnisch das physikalische Erscheinungsbild
materieller Zustandsänderungen nach gründlicher qualitativer Empirie quan
titativ mit geeigneten Messinstrumenten vermessen werden. Auch kann auf
die so gewonnene Sammlung numerischer Daten die mathematische ratio
nale Methode angewandt werden, was zu einer physikalischen Theorie des
Erscheinungsbildes fuhrt. Mit Hilfe dieses theoretischen Formalismus kann
dann versucht werden, auf die Ursache des physikalischen Erscheinungsbil-
I. Wahl des logischen Ansatzes 151
des ZU schließen, was aber unabdingbar voraussetzt, dass diese Ursache dem
gleichen quantitativen und rationalen logischen Kompetenzbereich unterwor
fen ist wie das empirisch quantitativ vermessene physikalische Erscheinungs
bild selbst. Die Erfüllung dieser Voraussetzung muss offenbar auch dann
unabdingbar gefordert werden, wenn es sich bei dem Erscheinungsbild um
einen quantenphysikalischen Sachverhalt handelt. Nach den Informationen,
die dem Autor zum Zeitpunkt der Abfassung dieser Schrift vorlagen, scheint
diese grundsätzliche Voraussetzung auch anläßlich anspruchsvoller Tagungen
und Konferenzen zum Gesichtspunkt g) nicht berücksichtigt worden zu sein
(z. B. Konferenz für Quantenphysik und Parapsychologie in Genfim August
1974 usw.).
Zur Untersuchung der Möglichkeit des Standpunktes g) hat man sich zu
nächst die in Der kosmische Erlebnisraum des Menschen und Der Elemen-
tarprozess des Lebens diskutierte Tatsache zu vergegenwärtigen, dass es zwei
verschiedene Ebenen von Ereignissen gibt, und zwar die Ebene manifester,
durch Zahlenquadrupeln quantifizierbarer Ereignisse und die Ebene qua
litativer Ereignisse, die nicht numerisch festlegbar sind. Hier sei noch ein
mal bemerkt, dass die physikalisch definierte Raumzeit die Gesamtheit aller
Ereignisse der quantitativen Ebene darstellt. Bezieht man nun die vierfache
Konturierung der Existenzbereiche a bis 6 menschlichen Seins in ihrer hie
rarchischen Schichtung aufdiese beiden Ebenen quantitativer und qualitativer
Ereignisse, dann zeigt sich (wie dies in Der Elementarprozess des Lebens
besonders deutlich wird), dass die trennende Grenze der beiden Ereignisman
nigfaltigkeiten ß schneidet, derart, dass a als Physis und der physikochemisch
somatisch erfassbare Bereich des Bios durch die quantitativen Ereignisse, die
anderen Strukturen des Bios,sowie Psyche und Pneuma aber durch die Ebene
qualitativer Ereignisse charakterisiert werden. Allgemein sind Geschehnisse
stets Korrespondenzen von Ereignisstrukturen, die immer dann als normal be
zeichnet werden, wenn diese Strukturen allein einer der beiden möglichen
Ereignisebenen angehören. Handelt es sich hierbei um die qualitative Ebene
dann muss von mental oder psychisch normalen Geschehnissen gesprochen
werden, während Geschehnisse als physisch normal definiert werden, wenn
die korrespondierenden Ereignisstrukturen nur in der quantitativen Ereignis
ebene liegen. Mithin hat man sich in dtx Psychologie, und zwar in allen ihren
Varianten, mit derartigen psychisch normalen Geschehnissen,im Rahmen der
Physik(wiederum in allen ihren Varianten)jedoch mit physisch normalen Ge
schehnissen zu befassen. Eine logische dritte Möglichkeit von Geschehnissen
ist durch die Korrespondenz quantitativer und qualitativer Ereignisstruktu-
152 Postmortale Zustände?
ren als Querbeziehung durch beide Ereignisebenen gegeben. Ein derartiges
Geschehen ist weder psychisch noch physisch normal und werde daher als
„neben dem normalen Geschehen her", also als „paranormales Geschehen"
definiert. Die von A. Resch unter dem Begriff Paranormologie zusammen-
gefasste allgemeine Beschreibung hat sich demnach in konsequenter Weiter
fuhrung derartiger Gedanken allein mit den Gesetzmäßigkeiten so definierten
paranormalen Geschehens zu befassen.
Menschliches Sein vollzieht sich offensichtlich als Geschehen simultan in
allen vier Bereichen a bis 5. Dies bedeutet aber, da das Soma weitgehend
und die Physis vollständig in der quantitativen Ereignisebene der Raumzeit
liegen, dass jede menschliche Erlebnisverarbeitung rezeptiv aufgenommener
Elemente einer physischen Peristase und umgkehrtjede physische Realisation
mentaler oder psychischer Regungen bereits den Charakter paranormalen Ge
schehens trägt. Da sich diese psychosomatischen Vorgänge im quantitativen
Ereignisbereich infrasomatisch manifestieren und im allgemeinen Bewusst-
sein als ein selbstverständliches Hintergrundphänomen angesehen werden,
seien diese paranormalen Vorgänge als paranormal im uneigentlichen Sinne
bezeichnet. Nun ist aber auch von dieser Sicht her die Möglichkeit paranor
malen Geschehens im eigentlichen Sinne als logische Möglichkeit gegeben;
denn es ist denkbar, dass irgendeine Ereignisstruktur in 6 oder y (also im Be
reich des Pneuma oder der Psyche)aus diesem qualitativen Bereich unter be
stimmten Bedingungen extrasomatisch mit quantitativen Ereignisstrukturen
der Peristase aus a korrespondiert. Die Folge einer solchen paranormalen
Korrespondenz wären dann gewisse Anomalien, die das rein physikalische
quantitative Erscheinungsbild paranormal modulieren, wobei diese Anomali
en selbst durchaus quantitativ physikalisch erfassbar sind.
Diese Definition paranormalen Geschehens und die hierdurch bedingte In
terpretationsmöglichkeit setzt jedoch unabdingbar voraus, dass es tatsächlich
dem Bereich a übergeordnete und nicht zu a gehörende Kategorien im Sinne
von ß, y oder 6 gibt. Existieren dagegen diese a übergeordneten Strukturen
nicht,derart,dass die Welt in ihrer Ganzheit vollständig und allein vom Bereich
a erfasst wird, dann wäre der Standpunkt g)wegen der Mathematisierbarkeit
rationaler Gesetzmäßigkeiten aus a der einzig vertretbare Gesichtspunkt. Es
werde zunächst angenommen, dass allein der Bereich a existiert und demzu
folge die Weltganzheit nur mathematisierbare rationale Strukturen(also quan
titativer Natur) enthält. Unter dieser Voraussetzung gilt g) uneingeschränkt
und eine mathematische Beschreibung der Weltganzheit erscheint denkbar,
weil in dieser Ganzheit grundsätzlich nur quantifizierbare Strukturen existie-
1. Wahl des logischen Ansatzes 153
ren können. Die einheitliche mathematische Theorie einer solchen Welt wäre
zwangsläufig eine Theorie ihrer Letzteinheiten, die allein materieller Natur
sind. Tatsächlich kann auf diese Weise das Verhalten sowohl atomistischer
Strukturen als auch makroskopischer Materiemengen (atomistische Kollek
tive) richtig beschrieben und eine Kosmologie materieller Makrostrukturen
entwickelt werden,obgleich nach heutigem Wissen eine Kosmogonie der Ma
terie dunkel bleibt.
Diese nur aufa bezogene Beschreibung setzt allerdings voraus, dass der als
Leben bezeichnete Zustand der Materie nicht existiert. Es ist jedoch ein un
abdingbares empirisches Faktum, dass dieser Zustand auf mindestens einem
Gestirn des physischen Universums vorhanden ist und sich in einer Evoluti
on befindet. Der Lebensprozess äußert sich aber empirisch in der materiellen
Atomistik des Bereiches a im Auftreten der vielfaltigsten Strukturen einer
zur Replikation fähigen Doppelhelix aus Desoxyribonukleinsäure, deren mo-
nomere Bauelemente vier Nukleotide sind, deren verschiedenste Sequenzen
Abschnitte auf der Doppelhelix als Katalyte zur Synthese typischer tertiä
rer und quartärer Proteinstrukturen (aus 20 Aminosäuren) ausweisen. Diese
stellen ihrerseits aufgrund der Aminosäuresequenzen wiederum funktionale
Synthesensysteme dar, welche zu übergeordneten funktionalen Strukturen in
tegrieren. Eine solche übergeordnete Funktionalstruktur trägt stets den Cha
rakter eines Wirkungsgefuges und wird als lebendes Sorna definiert. Da auf
der Doppelhelix auch Informationen zur Synthese der Nukleotide und Ami
nosäuren(und zwar der Monomeren)sowie verschiedener DNS-Polymerasen
und Nukleasen liegen können, ist das Soma nicht nur wachstumsfahig, son
dern es kommt darüber hinaus zur semikonservativen Replikation parentaler
Doppelhelices und somit zur Erzeugung eines neuen Somas gleicher Struktur,
an welches als Folge der Replikation die parentalen Eigenschaften hereditär
weitergegeben werden.
Mutagene Einflüsse können bei diesem Prozesseinzelne Nukleotidsequenzen
mutieren, was zu Artänderungen führt. Stets setzt die Entfaltung derartiger so-
matischer Strukturen die Substanzaufhahme aus einer geeigneten Umgebung
voraus,sodass im Soma durch die Syntheseprozesse ein Stoffwechsel erhalten
wird. Die Wachstumsgrenze und der Komplexitätsgrad der Organisation wer
den während einer Ontogenese vom Nukleotidcode der DNS-Doppelhelix,
der evolutorische Phylogenesenverlauf aber wird zum Teil von den Mutan
ten dieser Doppelhelix bestimmt. Nach gegenwärtigem Wissen sind der Ur
sprung des Lebens und die Prinzipien seiner Evolution nicht eindeutig geklärt,
doch ist dieses Wissen für den folgenden Schluss auch belanglos. Aufjeden
154 Postmortale Zustände?
Fall wird deutlich, dass lebende Strukturen im Rahmen einer Evolution über
geordnete Organisationen steigender Komplexität integrieren, derart, dass die
Strukturen eines Organisationsgrades durch Korrelationen zur Integration des
Wirkungsgefuges im übergeordneten Organisationsgrad gelangen.
Wird für die Weltganzheit nur die Existenz von a vorausgesetzt, müssten
diese übergeordneten Strukturprinzipien der Organisation lebender Syste
me bereits aus den mathematischen Beschreibungen atomarer Valenzscha
len ersichtlich sein, was aber auf keinen Fall zutrifft. Man kann aus dem
quantentheoretischen Bau dieser Valenzschalen oder der Natur der Phospho-
diesterbrücken in der Doppelhelix der Desoxyribonukleinsäure(DNS)ebenso
wenig auf die übergeordneten Strukturprinzipien lebender sich selbst gene
rierender komplexer Organisationen schließen, wie man beispielsweise un
möglich aus den Messdaten eines Ziegelsteines auf die Architekturgesetze
einer aus diesen Ziegelsteinen gebauten Kathedrale schließen kann; obgleich
durchaus in umgekehrter Richtung eingesehen werden kann, weshalb eine be
sondere Art von Ziegelsteinen oder atomaren Bauelementen zur Realisation
der übergeordneten Struktur besonders geeignet ist. Dieser Sachverhalt wird
besonders transparent, wenn man berücksichtigt, dass logische Sätze eines
übergeordneten Systems niemals aus Sätzen hergeleitet werden können, die
allein in einem untergeordneten System gültig sind. Daraus folgt aber unmit
telbar, dass die Induktion der biologischen Empirie in die Betrachtung einer
als vollständig quantitativ vorausgesetzten Weltganzheit(allein den Gesetzen
des Bereiches a genügend)zwingend auf die Existenz eines Bereiches ß hin
weist, der a übergeordnet ist. Dies widerspricht aber der Voraussetzung, so-
dass wegen der faktischen Existenz der Lebensprozesse dem physikalischen
Standpunkt g) zumindest teilweise die logische Basis entzogen worden ist.
Darüber hinaus kann durch eine Induktion der Empirie des Verhaltens der
Organismen (einschließlich humanen Lebens) die notwendige Existenz wei
terer übergeordneter Bereiche y und 5 durch eine völlig analoge Schlussweise
aufgezeigt werden.
Die hieraus zu ziehende Konsequenz kann nur in einer Bestätigung einer
vierfachen Konturierung menschlichen Seins bestehen, deren Bezug auf die
konstruierten Ebenen quantifizierbarer und qualitativer Ereignisse unmittelbar
zur erwähnten Definition normalen und paranormalen Geschehens (paranor
mal im eigentlichen und uneigentlichen Sinne) fuhrt. So betrachtet können
offensichtlich allgemeine paranormale Geschehnisse auch als Gleichzeitig
keitskorrelate komplementärer Strukturen der hierarchisch übergeordneten
Bereiche a bis 5 verstanden werden.
I. Wahl des logischen Ansatzes 155
Bei einem solchen paranormalen Vorgang im eigentlichen Sinne wird sofort
deutlich, dass die logische Voraussetzung einer mathematischen Deduktion
der Ursache eines physikalischen Erscheinungsbildes aus dessen quantitati
ven Daten nicht erfüllt ist, woraus geschlossen werden muss, dass der zu
nächst sehr plausibel erscheinende Standpunkt g) ebenfalls unerheblich ist
und zur Klärung des gestellten Problems nicht beitragen kann. Bei den Be
mühungen empirischer Art im Rahmen des Standpunktes g) drängt sich der
Vergleich mit taub geborenen Menschen auf, die ohne Kenntnis der Musik
durch exakte quantitative Vermessungen der Bewegungen einer Tänzerin aus
einer mathematischen Theorie der Messdaten das Wesen des Tanzes und sei
nes künstlerischen Ausdruckes verstehen wollen. So betrachtet erscheinen
dem Autor gewisse Auswüchse des Standpunktes g) in ihrer Naivität immer
wieder erfrischend.
Es erscheint insgesamt die Möglichkeit eines Lösungsweges des gestellten
Problems postmortaler Zustände aufgrund der Standpunkte a) bis g)in einem
überaus negativen Licht. Selbst wenn es möglich wäre, eine Antwort auf die
Altemativfrage nach der Existenz oder Nichtexistenz postmortaler Zustände
der Persona zu geben, wäre auch hierdurch die Lösung des Problems keines
wegs auch nur angenähert; denn die Frage nach dem zeitlichen Schicksal dieser
postmortalen Persona und der Natur ihres Zustandes bliebe wiederum offen.
Hinzu kommt, dass es empirische Hinweise himchirurgischer und himphysi-
ologischer Art gibt^ wonach das Ich-Bewusstsein eine eigenständige Entität
darstellt, die nicht als sekundäre Stoffwechselerscheinung verstanden werden
darf,sondern diesen Stoffwechsel zur Manifestation einer Personalität verwen
det. Dies wiederum bedeutet aber, dass die Existenzbereiche ß (partiell)sowie
y und 6, aber auch die gesamte Ebene qualitativer Ereignisse keineswegs als
Hilfskonstruktionen angesehen werden dürfen,sondern vielmehr strukturierte
Bereiche einer übergeordneten,jedoch unbekannten Weltganzheit darstellen,
von welcher a als Physis der materiellen Welt nur ein Teil ist. Wäre nun diese
übergeordnete Weltganzheit bekannt, dann könnte man im direkten logischen
Schluss durch Spezialisierung logischer Kompetenzbereiche aufjeden belie
bigen Teil dieser Ganzheit schließen;jedoch ist dieser Satz nicht umkehrbar.
Es ist grundsätzlich unmöglich, von einem nur rudimentär bekannten Teil a
im direkten logischen Schluss diese unbekannte Weltganzheit zu erschließen.
Hierdurch wird die Negation noch einmal potenziert, doch gerade diese
Negation eröffnet die Möglichkeit der Konstruktion eines weiteren vertretba-
^ John Eccles: Him und Bewusstsein. Mannheimer Forum 1977/78.
156 Postmortale Zustände?
ren Standpunktes. Denn wenn eine direkte Schlussweise nicht in Erwägung
gezogen werden kann, so erscheint es doch sinnvoll zu untersuchen, ob die
Möglichkeit einer indirekten Schlussweise(im Sinne der Vorbemerkung ver
standen) besteht. Der auf dieser Basis konstruierbare Standpunkt ließe sich
dann in folgender Weise umschreiben:
h) Es ist zu versuchen, aus einer gründlichen Kenntnis des Teiles a der
Weltganzheit durch indirekte logische Schlüsse zusätzliche Bereiche dieser
unbekannten Weltganzheit zu erschließen, derart, dass die vierfache Kontu-
rierung des Seins durch die Existenzbereiche a bis 6 als logische Einheit er
scheint. Die Hoffnung geht dahin, dass hierbei eine logische Struktur entsteht,
die geeignet ist, das gestellte Problem des zeitlichen Schicksals postmortaler
Zustände der Persona zu lösen. Es wäre denkbar, dass auf diese Weise auch
gewisse andere paranormale Vorgänge aus dem Bereich des Animismus trans
parent werden und die alte Kontroverse zwischen Animismus und Spiritismus
in einem völlig neuen Licht erscheint.
4. Teil und Ganzheit
Wenn überhaupt die Möglichkeit des indirekten logischen Schlusses von ei
nem zugänglichen Teil der Welt in ein zusätzliches Gebiet der unbekannten
übergeordneten Weltganzheit existieren sollte, dann muss dieser Teil als Basis
des Schlusses sehr gut bekannt sein. Im Bereich anthropomorpher verglei
chender Altemativlogik zweiwertiger Aussage gibt es jedoch nur den einen
Aspekt des Vergleichs von Quantitäten, der als Methodik der Mathematik die
Formulierung schlüssiger eindeutiger Kriterien gestattet, sodass der Existenz
bereich a (der Physis) mit dieser Methodik als System der mathematischen
Physik formuliert werden und als Teil a die materielle Welt im Sinne quanti
tativer Ereignisstrukturen beschreiben kann. Es liegt somit nahe, diesen mate
riellen Teil der Welt als Basis des indirekten logischen Schlusses zu wählen,
und zu untersuchen, ob hinsichtlich dieser Basis der Ansatz zu einem solchen
Schluss existent ist.
Ein derartiges Vorhaben setzt eine umfassende Kenntnis von a im Sinne
einer einheitlichen Theorie mathematischer Art materiellen Geschehens, also
der Materie und ihrer Wechselwirkungen voraus. Aufgrund der Quantisierung
der Wirkungen und Energien, sowie der hierdurch bedingten atomaren Natur
der Materie kann diese einheitliche mathematische Formulierung der Elemente
von a nur eine einheitliche mathematische Theorie materieller Letzteinheiten
I. Wahl des logischen Ansatzes 157
sein. Da in der Literatur eine in sich geschlossene und empirisch exakt prüf
bare einheitliche Theorie dieser Letzteinheiten nicht auffindbar war, hat der
Autor versucht, eine derartige Theorie materieller Letzteinheiten als eine ein
heitliche strukturelle Quantenfeldtheorie der Materie und Gravitation zu ent
wickeln; denn dies scheint die notwendige Voraussetzung für die Suche nach
einem Ansatz der indirekten logischen Schlussweise im Bereich des Teiles a
der Welt zu sein. Diese Arbeit konnte zu einer gewissen Vollendung gebracht
und an der Empirie der Hochenergiephysik quantitativ exakt bestätigt werden,
obgleich die Arbeit noch nicht völlig abgeschlossen ist, weil noch einige we
nige Fragen offen sind. Diese quantitative Theorie des Teiles a der Welt sollte
angesichts des gestellten allgemeinen Problems jedoch nicht überbewertet,
sondern nur als Mittel zum Zweck h) gesehen werden. Die Existenz dieser
theoretischen Basis hinsichtlich a wurde der wissenschaftlichen Weltöffent
lichkeit vorgestellt'* und es wurde wegen der unerwartet starken Resonanz ein
zweibändiges Buch als ein verdichteter Extrakt aus fünf Manuskriptbänden
verfasst.^ Da sich jeder Leser in den beiden Bänden davon überzeugen kann,
dass selbst feinste messtechnisch noch erfasste empirische Eigenschaften der
materiellen Letzteinheiten vom mathematischen Formalismus des Teiles a
quantitativ richtig wiedergegeben werden und die Beschreibung selbst über
aus konsistent und universell ist, scheint tatsächlich auf dieser Basis die Ge
legenheit gegeben zu sein, nach einem Ansatz für den indirekten logischen
Schluss im Sinne h)zu suchen. Hierbei scheinen die im Folgenden in Kurz
form zusammengestellten Sachverhalte aus Elementarstrukturen der Materie
1 und 2 von Bedeutung zu sein.
Aus der mathematischen Analyse gewisser empirischer allgemeiner Prinzi
pien der materiellen Welt in Form einer nichthermiteschen Strukturbeschrei
bung der Raumzeit ergibt sich die zwingende logische Notwendigkeit,die drei
reellen Koordinaten x,, x^ und Xj des physischen dreidimensionalen Raumes
sowie die Lichtzeit x^(als Zeitdimension)durch zwei weitere verborgene Welt
dimensionen Xj und Xg zu ergänzen, die ebenso wie x^ algebraisch imaginär
zählen. Diese sechs Koordinaten eines sechsdimensionalen Welttensoriums
R^ des Teiles a der Welt spannen also derart ein Bezugssystem auf,dass x^ und
Burkhard Heim: Vorschlag zur einheitlichen Beschreibung der Elementarteilchen. In: Zeit
schriftfiir Naturforschung 32 A,Ausgabe März/April 1977.
5 B. Heim: Elementarstrukturen der Materie. Einheitliche strukturelle Quantenfeldtheorie der
Materie und Gravitation 1. Innsbruck: Resch, M998; ders.: Elementarstrukturen der Materie.
Einheitliche strukturelle Quantenfeldtheorie der Materie und Gravitation 2. Innsbruck: Resch,
H996.
158 Postmortale Zustände?
Xg normal zu den übrigen vier Raumzeitkoordinaten verlaufen, sodass x,, X2,
X3 und x^ als physische Raumzeit R^ einen vierdimensionalen Unterraum des
Rg aufspannen. Femer gibt es in diesem sechsdimensionalen Welttensorium
(des quantitativen Teiles a) geometrische Letzteinheiten im Sinne von Flä
chendifferenzen, derart, dass eine als Naturkonstante t = const > 0 auftreten
de Kleinstfläche (das sogenannte Metron) nicht unterschritten werden kann,
wobei diese Metronen stets geodätisch begrenzt sind und in einer jeden zu x^
normalen Hyperfläche als Streckenraum x = const als Naturkonstante einer
Flächenisometrie unterworfen sind. Diese Isometrie gilt jedoch nicht für die
später oder früher liegenden Streckenräume; denn x erweist sich als eine sehr
schwach mit dem Weltalter abfallende Skalarfunktion. Weiterhin werden in
der Stmkturtheorie aus Elementarstrukturen der Materie im sechsdimensio
nalen Welttensorium alle Strukturen der materiellen Welt in einer radikalen
Weise geometrisiert und als sechsdimensionale Gebilde - die sogenannten
Weltstrukturen - aufgefasst, sodass Geschehnisse physischer Art zweifach
singuläre Abbildungen dieser Gebilde in die Raumzeit R^, momentane ma
terielle Zustände im physischen Raum aber dreifach singuläre Abbildungen
in diesen physischen Raum R^ sind. Die Semantik der verborgenen Koordi
naten Xj und x^ jenseits des R^ ergibt sich aus der Tatsache, dass Xj offenbar
sich ständig in x^ aktualisierende Organisationszustände bewertet, während
die mehrdeutige Aktualisierungsrichtung in x^ aus x^ gesteuert wird. Dieser
Sachverhalt folgt aus dem Faktum, dass einerseits im R^ das Energieprinzip
durch die Divergenzfreiheit des sechsdimensionalen hermiteschen Energie
dichtetensors beschrieben wird, der seinerseits als Iteration eines antihermite-
schen einheitlichen Feldtensors dargestellt werden kann. Wegen der durch das
Energieprinzip bedingten Divergenzfreiheit muss also auch dieser Feldtensor
divergenzfrei sein, was auf die Natur der Tensoriteration zurückgeht. Ande
rerseits ist die vierdimensionale Vektordivergenz des Raumzeitabschnitts
dieses Feldtensors phänomenologisch einem komplexen Viererstrom aus
Trägheit und elektrischer Ladungsdichte direkt proportional. Jede materielle
Zustandsänderung wird aber durch derartige Viererströme bedingt und ent
spricht darüber hinaus stets Wahrscheinlichkeitsänderungen dieses materi
ellen Zustandes. Substitution der Divergenz des Raumzeitabschnittes durch
diesen Viererstrom in der sechsdimensionalen Divergenzfreiheit zeigt dann,
dass sich der zur Wahrscheinlichkeit inverse Organisationszustand des ma
teriellen Systems komplementär in Richtung x^ ändert, während seine Aktu
alisierung in x^ aus x^ eindeutig gesteuert erscheint. Dies bedeutet, dass aus
einer Vieldeutigkeit indeterminiert erscheinender Zukunflspotenz nur eine der
I. Wahl des logischen Ansatzes 159
möglichen Modalitäten bei der Aktualisierung zur faktischen Vergangenheit
durch X selektiert wird. Aus diesem Grunde wurde x, als entelechiale und x
" 5 6
als äonische Dimension bezeichnet, und zwar aufgrund einer Anregung von
Frau Dr. H. Conrad-Martius anläßlich eines persönlichen Gesprächs mit dem
Autor (in Elementarstrukturen der Materie 1 findet sich eine konkretere Be
gründung dieser Terminologie).
Bei der Übertragung der oben erwähnten nichthermiteschen vierdimen-
sionalen Strukturbeziehungen (wegen ihrer Eigenschaft, zweifach singuläre
Abbildungen zu sein) in den trat insofern eine Schwierigkeit auf, als diese
metrischen Weltstrukturen durch Differential- oder Integralgleichungen im
Sinne des Infinitesimalkalküls entwickelt wurden, was für x =0 auch rich
tig ist. Da aber im Welttensorium x > 0 eine Naturkonstante ist, können tat
sächlich die Limesrelationen infinitesimaler Analysis nicht mehr durchgeführt
werden, sodass vor der Berücksichtigung von x diese Analysis methodisch
für X > 0 umgeschrieben werden musste, derart, dass die infinitesimalen Be
schreibungen der Weltstrukturen in diese durch x bedingte Methodik der Flä-
chendifferenzen geodätisch begrenzter Elemente umgeschrieben werden kön
nen. Bei dieser Übersetzung gelangt man schließlich zu einem offensichtlich
übergeordneten sehr einfachen Naturprinzip, welches weitgehend, das heißt
vollständig im Bereich gegenwärtig bekannter physikalischer Tatsachen, alle
Elemente von a als Sonderfalle oder Approximationen impliziert. Bei die
sem übergeordneten Prinzip handelt es sich um ein selektives Auswahlgesetz,
welches durch ein auswählendes Operationsprinzip, den sogenannten Weltse-
lektor gekennzeichnet ist. Im gibt es eine vielfach unendliche Schar von
Mannigfaltigkeiten überhaupt hinsichtlich der mathematischen Logik mögli
cher metronischer Gebilde, von denen nur verhältnismäßig wenige als Welt
strukturen angesprochen werden können. Diese Weltstrukturen werden nun
durch das Prinzip des Weltselektors von den logisch nur möglichen, aber in a
nicht realen metrischen Strukturen separiert, derart, dass eine solche Struktur
immer dann als Weltstruktur ausgewiesen ist, wenn die Einwirkung des Welt
selektors auf die betreffende Struktur zum sogenannten Nulltensor vierten
Grades führt. In dieser Weltselektorbeziehung ist aber auch der Weltselektor
selbst mehrdeutig konstruierbar; denn es liegt in der Natur mathematischer
Methodik, dass jeweils alle in dieser Logik überhaupt existenten Möglichkei
ten aufgezeigt werden. Von der quantitativen Logik allein her betrachtet, sind
also mehrere Weltselektoren und damit mehrere materielle Welten möglich,
jedoch gibt es einen und nur einen völlig eindeutigen Weltselektor, der die
160 Postmortale Zustände?
materielle Welt des Teiles a bereits in ihren fundamentalen Prinzipien so be
schreibt, wie sie sich phänomenologisch tatsächlich darbietet.
Diese Eindeutigkeit des Weltselektors der realen materiellen Welt ist aber
der Ansatz, der die Schlussweise h) relevant macht. Da einerseits mehrere
Weltselektoren logisch möglich sind, andererseits aber nur ein einziger Welt-
selektor die reale materielle Welt eindeutig beschreibt und diese eine materi
elle Welt als Teil a in die übergeordnete Weltganzheit eingebunden ist, muss
diese Eindeutigkeit des Weltselektors aufjeden Fall auf irgendeine typische
Eigentümlichkeit dieser Ganzheit zurückgehen. In diesem Sachverhalt ist in
a der Ansatz zur indirekten Schlussweise h)zu sehen, über deren Eigenarten
dann konkrete Aussagen gemacht werden können, wenn es gelingt die Null
beziehung dieses eindeutigen Weltselektors zu lösen, wodurch die materiellen
Letzteinheiten des Teiles a beschrieben werden.
II. IM GRENZBEREICH
1. Ideen
Eine Entscheidung,ob und in welcher Form der Ansatz zur indirekten Schluss
weise im Sinne h) existiert, kann sich nur aus den möglichen Lösungen des
erwähnten übergeordneten Prinzips ergeben, welches durch den eindeuti
gen Weltselektor metrische Strukturen als Weltstrukturen des metronischen
sechsdimensionalen Welttensoriums R, erkennen lässt. Tatsächlich existieren
o
nach Elementarstrukturen der Materie 1 derartige allgemeine Lösungen, wel
che stets metrische Strukturen des R^ beschreiben, und zwar als Deformatio
nen des völlig isotropen äquidistanten Gitterrasters ununterscheidbarer Ereig
niszellen (bedingt durch x) zu Ereignisstrukturen, welche sich deutlich vom
Hintergrund dieses ununterscheidbaren isotropen „Nichts" abzeichnen. Da
zugleich sämtliche Weltstrukturen durch die Flächenisometrie der Metronen
X und deren geodätische Begrenzungen gekennzeichnet sind, erscheinen die
se metrischen Weltstrukturen bezogen auf Weltunterräume eines leeren, also
strukturlosen Welttensoriums immer als relative metronische Kondensatio
nen, derart, dass die innere Struktur solcher Kondensationen stets einen Auf-
schluss über die topologische Natur der betreffenden metrischen Weltstruk
tur liefert. Die Beschreibung der Weltstrukturen durch solche metronischen
Kondensationszustände erweist sich insofern als besonders zweckmäßig, als
die metrische Zustandsgröße des Welttensoriums, auf die der Weltselektor in
II. Im Grenzbereich 161
dem übergeordneten Auswahlprinzip einwirkt, ein direktes Maß dieses Kon
densationszustandes darstellt und deshalb als metronischer Fundamentalkon
densor bezeichnet wird. Alle überhaupt möglichen Lösungen erscheinen we
gen der Natur des Weltselektors stets als diskrete Kondensorterme in diskreten
Punktspektren, derart, dass eine Kondensorstruktur elementarer Art stets als
ganzzahliges Vielfaches einer die betreffende Lösungsmannigfaltigkeit cha
rakterisierenden Elementarkondensation erscheint.
Zwar sind solche diskreten Punktspektren von Kondensortermen in jedem
beliebigen Unterraum des Welttensoriums möglich, doch wird die Zahl die
ser dimensioneilen Lösungsmannigfaltigkeiten durch den algebraischen Cha
rakter und die Semantik der sechs Weltkoordinanten eingeschränkt, die
den metronischen Bezugsraum aufspannen. So wird der dreidimensionale,
in Bezug auf die Drehgruppe kompakte Unterraum R3 des physischen Uni
versums von den drei reellen und vertauschbaren Koordinaten x,, x^ und X3
aufgespannt, der somit eine semantische Architektureinheit der Welt darstellt,
während die imaginären Koordinaten der Zeit x^, der entelechialen Bewertung
Xj und des Äons x^ untereinander und mit dem R3 nicht vertauschbar sind
und ebenfalls solche semantischen Architektureinheiten darstellen. Aufgrund
dieser Semantik wird nun eine, kurz als Hermetrie bezeichnete, Hermeneutik
der jeweiligen Weltgeometrie möglich, welche aufzeigt, dass es vier Klassen
diskreter Spektren von Kondensortermen als Lösungsmannigfaltigkeiten des
Weltselektors im Sinne von Hermetrieformen a bis d gibt. Hier umfasst die
Hermetrieform a die Selbstkondensationen in Xj und x^ als Transterme hinsicht
lich der von und x^ aufgespannten Raumzeit R^. Wird in den Kondensati-
onsprozess x^ mit eingebunden,dann ergibt sich die Hermetrieform b der Zeit
kondensationen im Unterraum (x^, x^, x^), während die analoge Einbindung
des Rj in die Kondensation zur Hermetrieform c der Raumkondensationen in
der Welthyperfläche (R3, x^, x^) fuhrt. Erfolgt die Kondensation hingegen in
allen Weltdimensionen,also im ganzen R^,dann liegt die Hermetrieform d der
Raumzeitkondensationen vor.
In Elementarstrukturen der Materie wird weiters gezeigt, dass diese vier
Hermetrieformen als Elementarstrukturen der Materie, also als Elemente
der Physis a zu interpretieren sind. Die Form a kann zwar im Allgemeinen
physikalisch (also im R^) nicht erscheinen, doch kann es zu Durchschnitten
der Terme a mit dem R^ kommen, die dann im R3 als sogenannte Gravitonen
allgemeiner Gravitationsfelder quantenhafl zu interpretieren sind.
Die Weltlinien der Zeitkondensationen b liegen sämtlich und ausnahmslos
im konischen Asymptotenraum des zweischaligen Hyperbelraumes möglicher
162 Postmortale Zustände?
Ereignisse, das heißt, es handelt sich um geodätische Nuli-Linien im R^,wo
raus unmittelbar die Interpretation der Terme b als Photonen des allgemeinen
Elektromagnetismus folgt.
Ganz entsprechend müssen die Raumkondensationen c als elektrisch neu
trale ponderable materielle Letzteinheiten interpretiert werden, während die
Raumzeitkondensationen d ebenfalls derartige ponderable Letzteinheiten sind,
die jedoch als Folge der Raumzeitkondensation den Zustand eines quanten
haften elektrischen Ladungsfeldes aufweisen. Es sei nebenbei bemerkt, dass
sich hieraus eine exakte Beziehung für die elektrische Elementarladung ergab,
deren numerischer Wert sich vollständig und fehlerlos mit dem gut bekannten
Messwert deckt.
Bei einer Betrachtung der Interpretationen dieser vier Hermetrieformen
wird zunächst deutlich, dass die imaginären Kondensationen a und b (hier be
ziehe sich a auf den speziellen gravitonischen Raumzeitschnitt)imponderable
physikalische Strukturen darstellen, während der Begriff der Ponderabilität
erst durch die reelle semantische Einheit R^ in den komplexen Kondensatio
nen c und d erscheint, die wegen ihres Charakters materieller Letzteinheiten
als neutrale oder elektrisch geladene Elementarkorpuskeln zu verstehen sind.
Insgesamt liefert die allgemeine Lösung des Hermetrieproblems ein ein
heitliches Spektrum aller überhaupt möglichen Energiemassen dieser vier
Hermetrieformen. Die Terme dieses Spektrums liegen jedoch derart dicht,
dass es als ein Pseudokontinuum aufzufassen ist, wobei diese Eigenschaft des
Pseudokontinuums allein auf die imaginären Kondensationen a und b zurück
geht. Die komplexen Kondensationen c und d liegen dagegen in einem dis
kreten Punktspektrum, welches dem Pseudokontinuum imaginärer Kondensa
tionen in der allgemeinen Lösung des Hermetrieproblems überlagert ist. Aus
diesem Grunde ergab sich das Problem, diese beiden Partialspektren vonein
ander zu trennen (s. u.). Es sei vorweg bemerkt, dass diese Separation durch
geführt werden konnte, wobei sich das Spektrum der komplexen Kondensa
tionen als das komplette Spektrum aller überhaupt möglichen ponderablen
Elementarkorpuskeln (einschließlich der Resonanzen) hinsichtlich der pon
derablen Massen und Existenzzeiten erwies. Dieses Partikelspektrum ist so zu
verstehen, dass die Massenterme die zur Realisation der ebenfalls einheitlich
beschriebenen gruppentheoretischen Strukturen erforderlichen Energien sind,
dies derart, dass sowohl diese gruppentheoretischen Strukturen als auch ihre
Massen ausgeartete und zwar dreifach singuläre Abbildungen sechsdimensi-
onaler Weltstrukturen in den R3 darstellen, während die zweifach singuläre
Abbildung in die Raumzeit das zeitliche Definitionsintervall kennzeichnet.
II. Im Grenzbereich 163
Die gruppentheoretische Struktur wiederum ist durch eine Fundamentalsym
metrie von sehr geringem Umfang charakterisiert, aber auch durch eine Reihe
von Sjonmetrien höherer Ordnung und solche struktureller Art, die insgesamt
geeignet sind, eine relativistische Basisdynamik zu begründen. Ein Vergleich
der Messdaten der im Rahmen der Hochenergiephysik auftretenden Elemen
tarkorpuskeln mit den theoretisch numerischen Daten zeigt, dass alle empiri
schen Partikeleigenschaften vom Spektrum der c- und d-Hermetrien fehlerfrei
wiedergegeben werden. Als empirische Messdaten wurden die jeweils neues
ten Datensammlungen Particle Properties der Farticle-Data-Group von CERN
in Genfverwendet. Der Autor glaubt in diesem Vergleich mit der Empirie eine
mehrhundertfache quantitativ exakte Bestätigung der durch den Weltselektor
bestimmten einheitlichen Beschreibung der Physis a, also des quantitativen
Teiles a der übergeordneten Weltganzheit sehen zu dürfen, sodass von dieser
möglicherweise soliden Basis die indirekte Schlussweise h)ausgehen kann.
Die Terme der Form a sind in den Transdimensionen der Welt verschiebbar,
sodass sie beispielsweise in Xj hinsichtlich des raumzeitlichen Unterraumes
R^ aufsteigen oder fallen können, doch sind sie anscheinend physikalisch im
R^ im Allgemeinen irrelevant, es sei denn, diese Terme schneiden die Raum
zeit. In diesem Falle erscheinen sie im als Gravitonensysteme, die auf
grund des universalen und unpolaren Charakters der Gravitation jedes mate
rielle System in seinem Wahrscheinlichkeitszustand verändem können. Einer
derartigen Umorganisation entspricht aber stets eine Informationswahrschein
lichkeit, wenn der neue Organisationszustand unwahrscheinlicher ist. Berück
sichtigt man darüber hinaus die Semantik von x^ und x^, dann sind offen
sichtlich die Terme a ganz allgemein als entelechiale Entitäten der Potenzen
induktiver Organisatoren zu interpretieren. Zur Kürzung sollen im Folgenden
wegen dieser Interpretationsmöglichkeit die im Allgemeinen raumzeitlich ir
relevanten Terme der Hermetrieform a als Aktivitäten definiert werden. Es
gibt also physikalisch irrelevante Aktivitäten und Aktivitätenströme jenseits
der Raumzeit, die im Raumzeitschnitt über Gravitonensysteme und negative
Wahrscheinlichkeitsraster den Wahrscheinlichkeitszustand eines materiellen
Systems verändem können. Andererseits laufen diese Terme bei den raum
zeitlich relevanten Hermetrieformen b,c und d im Kondensationsprozess mit,
und sind als entelechiale Entitäten induktiver Organisatorpotenzen zu inten
siven Korrelationen untereinander fähig, sodass neue Entitäten höherer Or
ganisatorpotenz entstehen. Tatsächlich haben die Formen b, c und d, wie im
zweiten Band von Elementarstrukturen der Materie gezeigt, im Sinne sol
cher Aktivitäten Komponenten in x^ und x^, an welche im Fall b und c ein
164 Postmortale Zustände?
korrelierendes Quartett solcher Aktivitäten gekoppelt ist, während im Fall d
eine solche Aktivität als Diskriminantenfeld die Komponenten von d in und
Xg umschließt. Aus einer Analyse dieser Sachverhalte geht gemäß Elementar
strukturen der Materie 2 hervor, dass die b, c und d begleitenden elementaren
Aktivitätenkorrelationen die organisatorischen Baumuster beinhalten, die sich
im Sinne b,c oder d als Elementarstrukturen der Materie im physischen Raum
verwirklichen, deren Wechselwirkungen nur über diese elementaren Aktivitä
tennetze vollzogen werden können; denn diese Wechselwirkungen materieller
Letzteinheiten b, c und d entsprechen stets strukturellen Umorganisationen.
Es drängt sich der Gedanke auf, beliebige korrelative Netzwerke der Akti
vitäten jenseits der Raumzeit als potentielle Strukturmuster komplementärer
materieller Strukturorganisationen im R^ oder R^ zu verstehen, derart, dass
die betreffende materielle Organisation als raumzeitliche Manifestation einer
Idee aufzufassen ist, die durch das komplementäre Netzwerk korrelierender
Aktivitäten primär gegeben ist.
Aus diesem Grunde sollen wie auch immer geartete Korrelationen von Ter-
men der Hermetrieform a als Ideen definiert werden. So erscheinen nach dieser
Definition die b, c und d begleitenden a-Konfigurationen als Ideen materieller
Letzteinheiten, die sich in Photonen b oder neutralen und elektrisch geladenen
Elementarkorpuskeln c oder d über immer neu aktualisierende Entelechien
raumzeitlich verwirklichen. Allgemein können beliebige so definierte Ideen
über steigende oder fallende Aktivitätenströme im Sinne einer Transdynamik
korrespondieren, wobei das raumzeitliche Komplement dieser Aktivitätendy
namik hinsichtlich b,c und d einer Basisdynamik der Wechselwirkungen ent
spricht. Das allgemeine Komplement zur Transdynamik der Aktivitätenströme
korresponierender Ideen wäre dann die raumzeitliche Dynamik in physikali
schen Zusammenhängen stehender materieller Gebilde. Wenn aber die b, c
und d begleitenden elementaren komplementären Ideen die generellen Bau
muster dieser Elementarstrukturen beinhalten, was sich im Wesentlichen auf
die geltenden Symmetrien bezieht, dann muss unterstellt werden, dass es
hinsichtlich der gruppentheoretischen Struktur und Symmetrieeigenschaften
mehrere Klassen von Aktivitäten gibt. Dies aber wiederum bedeutet, dass es
eine sehr große Vielfalt korrelierender Aktivitätenstrukturen im Sinne poly-
morpher Ideen gibt, die sich im Rahmen der erwähnten Transdynamik zeitlich
verändern können.
II. Im Grenzbereich 165
2. Transzendierungen
Im Bereich der Hermetrieform a ist olfensichtlich der Ansatz zur indirekten
Schlussweise im Sinne h) gegeben; denn hier befindet man sich in einem
Grenzbereich zwischen Quantität und Qualität. Sind A,B und C verschiedene
Quantitäten irgendwelcher Mengen, dann gilt, wenn A < B und B < C, auch
A < C als das Transitivitätsaxiom quantitativer Methodik. Liegen im Sinne
II. 1. Ideen als korrelierende Aktivitätenstrukturen vor, dann gilt dieses Axi
om quantitativer Methodik auch für die Mengen A, B und C der in drei ver
schiedenen Ideen korrelierenden Aktivitäten als Terme der Hermetrieform a.
Zugleich sind diese Ideen ebenso wie die Aktivitäten entelechiale Entitäten
von Potenzen induktiver Organisatoren, deren informatorischer Inhalt relati
ver Natur ist, d. h., es muss ausgesagt werden, auf welche Struktur sich der
Inhalt einer solchen Entität bezieht. Kennzeichnen I^, Ig und I^ diese drei
Ideenmuster, die aus jeweils A,B oder C Termen a korrelativ aufgebaut sind,
und bedeuten e^,Sg und die informatorischen und organisatorischen Inhalte
dieser Ideen, dann gilt zwar bezogen auf A,B und C das quantitative Axiom.
In Bezug auf die e kann aber e^ von I^ weniger sein als Eg von Ig bezogen auf
Ig, und Eg von Ig wiederum kann weniger beinhalten als e^, von I^ hinsichtlich
Ij, mit Ej,; trotzdem kann aber e^, nunmehr auf 1^, bezogen, mehr beinhalten
als E^ von Ij,. Hier wird die Grenze zwischen Quantität und Qualität im Be
reich der Hermetrieform a deutlich erkennbar,jenseits derer die quantitative
Methodik nicht mehr anwendbar ist. Bei einer Transzendierung dieser Grenze
ist darüber hinaus zu berücksichtigen, dass der durch den Weltselektor quanti
tativ beschreibbare Teil als Physis a der übergeordneten Weltganzheit auf die
Quantitäten der sechs Weltkoordinaten x^ des bezogen werden muss. Da
dieser Teil aber in diese Ganzheit eingeschlossen ist und die Existenzbereiche
y und 5 auf keinen Fall bzw. ß nur zum Teil in der Ebene quantifizierbarer
Ereignisse des liegen, erscheint es sinnvoll, bei einer Transzendierung des
Teiles a auch den Abschnitten der nicht vertauschbaren semantischen Archi
tektureinheiten des Rg, also denen des R3, x^, x^ und x^ neben der quantitati
ven Bewertung numerischer Art durch Wertevorräte noch Qualitäten relativer
Art zuzuordnen.
Wenn die Transzendierung dieser Grenze durchgeführt werden soll, dann
wird jenseits dieser Grenze ebenfalls eine logische Methodik der Aussagever
knüpfungen erforderlich, deren Kriterien jedoch unmöglich aus der quantitati
ven Methodik der Mathematik entwickelt werden können, weil ebenso wenig
ein direkter Schluss vom Teil auf eine übergeordnete Ganzheit möglich ist.
166 Postmortale Zustände?
was die Unerheblichkeit des Standpunktes g)bedingte. Andererseits muss die
se transzendierende Methodik so beschaffen sein, dass bei einer Prädikatver
knüpfung von Quantitäten und einer Beschränkung der möglichen Prädikate
auf die zweiwertige Alternative des Mengenvergleiches(= oder ^ und wenn
dann > oder <)die mathematische Methodik wieder erscheint. Eine derarti
ge Methodik wurde vom Autor entwickelt und metaphorisch als Syntrometrie
bezeichnet. Die Darstellung dieser Methodik in extenso würde ein Buch von
mehreren hundert Seiten formalen Textes füllen, sodass in diesem Aufsatz nur
das Prinzip dieser Syntrometrie und einige für die folgenden Ausführungen
wichtige Begriffe erläutert werden können.
3. Methodik und Begriffe
Unter einem logischen System werde im Folgenden ein Schema der dieses
System kennzeichnenden Basisprädikate zusammen mit der Gesamtheit al
ler überhaupt möglichen Adjektive verstanden, die aufgrund von Koordi
nationsschemata diesen Basisprädikaten koordiniert werden können. Die
einzelnen derart geprägten Prädikatschemata sollen als logische Aspekte
eines so gekennzeichneten logischen Systems definiert werden. Im Fall der
anthropomorphen vergleichenden zweiwertigen Altemativlogik besteht z. B.
das Schema der Basisprädikate lediglich aus den Aussagen Ja oder Nein, wäh
rend die einzelnen Aspekte durch konträre Aussagen wie schön oder hässlich,
gut oder böse bzw. = oder 7t (beim Mengenvergleich) usw. gekennzeichnet
sind. Die Wertigkeit eines logischen Systems ist dabei stets die Zahl seiner
Basisprädikate. Nun sind verschiedene logische Systeme denkbar, deren Ba
sisprädikate ineinander transponierbar oder auch zueinander komplementär
sind. Bei der Entwicklung einer die Transzendierung ermöglichenden Syntro
metrie musste es daraufankommen,zu untersuchen,wie Begriffe und deren In
halte beschaffen sein müssen,die einerseits durch irgendwelche Prädikate ver
knüpft werden können,andererseits aber bei einer Transposition des logischen
Systems mitlaufen, sodass nach der Transposition die Prädikatverknüpfung
zwar einer Transformation unterworfen worden ist, aber als Prädikatverknüp
fung von Begriffen erhalten bleibt. Allgemein ist dies unmöglich, weil bei der
Transposition vom logischen System P in das System Q zwar die Prädikate
transponierbar sind;jedoch besteht durchaus die allgemeine Möglichkeit, dass
einzelne in P definierte Begriffe hinsichtlich Q nicht mehr definierbar sind.
Werden hingegen nicht einzelne Begriffsinhalte prädikativ verknüpft, son
dern ganze Systeme von Begriffen, dann werden diese Prädikatverknüpfun-
II. Im Grenzbereich 167
gen transponierbar, wenn die Begriffsinhalte der Systeme in wechselseitigen
Bedingtheiten zueinander stehen und nach Bedingtheitsgraden geordnet wer
den. So gibt es immer ein Grundschema sich nicht bedingender Begriffe, wel
ches metaphorisch als Maßträger oder Metrophor bezeichnet werden soll. Ein
Induktionsprinzip begrifflicher Bedingtheiten induziert nun aus diesem Me
trophor die übrigen begrifflichen Inhalte des Systems, die nach Bedingtheits
grad in sogenannten Syndromen um den Metrophor angeordnet werden. Ein
solches Schema wird als ganzheitliche Matrix von Syndromen in einer Kurz
form als Syntrix bezeichnet. Eine derartige Syntrix kann vom Metrophor(Syn-
dromziffer 0)in Richtung steigender Syndromziffem oder umgekehrt durch
laufen werden, was einem Epi- oder Prosyllogismus analog ist. Kommt es nun
zu einer Prädikatverknüpfling von Syntrizen in P, dann ist diese Verknüpfung
stets nach Q transponierbar; denn wenn auch das eine oder andere Syntri-
zenelement nichtmehr in Q definiert ist, so können doch in Q neue Syntrizen-
elemente diesen Defekt kompensieren. Auch könnten die Syntrizenschemata
bei der Transposition eine Umstrukturierung hinsichtlich der Syndromfolge
und des Metrophor erfahren, doch bleibt das dem Epi- oder Prosyllogismus
analoge Schema der Syntrix erhalten. Hinsichtlich eines zugrunde gelegten
logischen Systems sind stets Syntrixkorporatoren definierbar, die vorgegebe
ne Syntrizen zu neuen Syntrizen komponieren oder aber Syntrizen dekom
ponieren. Man kann mit derartigen dekomponierenden Syntrixkorporatoren
zeigen, dass im Allgemeinen alle Syntrizen durch die Korporation von vier
Elementarformen generierbar sind. In einer quantitativen Metapher könnte
man sich die Gesamtheit aller Syntrizen einer Elementarform auf einer Gera
den angeordnet denken und mit diesen vier Syntrixvorräten der Elementarfor
men einen metaphorischen vierdimensionalen Raum aufspannen, derart, dass
durch die möglichen Korporatoren alle im logischen System denkbaren Syn
trizen Elemente dieses metaphorisch vierdimensionalen Syntrixraumes sind,
der aus diesem Grunde als Syntrixtotalität T(0)vom Grade 0 bezeichnet wer
den soll. Konkrete Bereiche der T(0) werden dann durch ein Minimalsystem
von Korporatoren, dem sogenanntenfundamentalen Korporatorsimplex die
ses partiellen Bereiches, mit Syntrizen belegt, die durch den Korporatorsim
plex charakterisiert werden. Neben diesen Korporatoren, die als sogenannte
Konzenter konzentrisch wirken, also bei der Korporation von zwei Syntrizen
neben den Metrophoren Syndrom für Syndrom komponieren, gibt es noch als
Exzenter exzentrisch wirkende Korporatoren. Ein solcher Exzenter kompo
niert beispielsweise das Syndrom n der einen Syntrix mit dem Syndrom m n
einer anderen Syntrix, wobei n und/oder m von 0 verschieden sind, während
168 Postmortale Zustände?
n = m > 0 möglich ist. Das so entstandene exzentrisch korporierte Gebilde ist
zwar mit den beiden Syndromfolgen zwischen 0 und n-1 bzw. m-1, den
sogenannten Syntropoden, in der T(0) definiert, jedoch nicht mehr mit dem
aus n und m korporierten Konflektorfeld und den Syndromen jenseits dieses
Feldes.
Aus diesem verfeinerten KorporatorbegrifF können nunmehr allgemeine,
die Elemente der T(0) verwebende Enyphanfmktoren aufgebaut werden,
welche M Syntrizen konzentrisch und exzentrisch zu einem solchen mit den
Syntropoden in der T(0)stehenden Gebilde verwirken, sodass vom allgemei
nen Konflektorfeld N < M Syntropoden in die T(0) laufen, während M-N
Korporatoren des Enyphanfunktors konzentrisch wirken. Im Fall N = 0 wird
das Gebilde wiederum zu einem Element der T(0).
Mit diesem allgemeinen Enyphanfimktor - kurz Enyphane genannt - ist
nunmehr die Möglichkeit gegeben,syntrometrische Gebilde höherer Ordnung
im Sinne von Hypersyntrizen aufzubauen. Ein begrenzter Abschnitt der T(0)
wird als ein Pseudometrophor aufgefasst, auf dessen Elemente, welche Syn
trizen sind, derartige Enyphane einwirken. Die hierdurch erzeugten und im
Allgemeinen exzentrisch korporierten Strukturen werden wiederum dem Eny-
phanensystem entsprechend in Syndromen angeordnet, derart, dass als Hy-
persyntrix ein metrophorischer Komplex entsteht, der kurz als Metroplex be
zeichnet werden soll. Korporieren alle Enyphanen dieses Metroplexes allein
konzentrisch, dann ist nicht nur sein Metrophor, sondern auch jedes Syndrom
mit Elementen der T(0) belegt, sodass dieser Pseudometroplex lediglich eine
Struktur innerhalb der T(0) darstellt, und zwar im Sinne eines strukturellen
Ordnungsprinzips. Im Allgemeinen ist jedoch im Enyphanensystem N > 0.
In diesem Fall wird der Metroplex als ein solcher ersten Grades bezeichnet,
dessen Metroplexsyntropoden und metrophorischen Elemente in der T(0)ste
hen. Auf diese Weise erscheinen die Syntrizen als Metroplexe vom Grade 0,
was die Bezeichnung der Syntrixtotalität als T(0), also als Totalität vom Gra
de 0 rechtfertigt. Analog zur T(0) kann für die Gesamtheit aller Metroplexe
ersten Grades eine Metroplextotalität ersten Grades, nämlich eine T(l) defi
niert werden. Auch in der T(l)gibt es wiederum Korporatoren und Enyphane
ersten Grades, was zu Metroplexen und Korporatoren zweiten Grades in der
T(2), und darüber hinaus zu Metroplexen beliebigen Grades n in einer Me
troplextotalität T(n) vom Grade n weiterführt. Für diesen allgemeinen Me-
troplexgrad gilt stets 0 < n < oo. Stets stehen die Metroplexsyntropoden der
Metroplexe einer T(n) in der darunterliegenden T(n-l), d. h., in einem Me
troplex vom Grad n sind die n+1 Totalitäten T(n) bis T(0) ineinandergefügt.
II. Im Grenzbereich 169
und zwar durch die Metroplexsyntropoden. Aus diesem Grunde werden diese
übergeordneten Metroplexstrukturen gefugter Totalitäten als assoziative Me-
troplexe bezeichnet, während die von der T(l) in die T(0) laufenden Syntro-
poden den Charakter von Basissyntwpoden eines solchen assoziativen Metro-
plexes tragen. Pseudometroplexe der T(n) sind auch allgemein strukturierte
Anordnungen in der T(n-1).
Neben dieser assoziativen Form, welche Strukturen zu immer höheren
Komplexitäten (es bewertet n auch den Komplexitätsgrad) zusammenfasst,
gibt es noch eine andere, von der assoziativen Art völlig verschiedene, Metro-
plexform. Ist ein Metroplex im Grade n von assoziativer Natur gegeben, dann
können immer aus seiner syndromatischen Struktur in einer T(m)(mit m < n)
Elemente zu einem Pseudometrophor zusammengefasst werden, die verschie
denen Syndromen in der T(m) zu entnehmen sind. Werden diese Elemente
des Pseudometrophor durch ein Enyphanensystem so korporiert, dass stets
die gleiche Anzahl korporierter Gebilde in der Totalität nächsthöheren Grades
entsteht, und werden p Schritte dieser Art aneinandergeschlossen, dann würde
eine Metroplexstruktur entstehen, die in einer metaphorisch linearen Form
von der T(m)in eine T(m+p)hineinreicht und ohne die normalen Syndrom-
folgen innerhalb einer Metroplextotalität insgesamt die p Totalitäten zwischen
T(m) und T(m+p) derart überbrückt, dass durch diese metaphorisch linea
re Metroplexstruktur die T(m) mit der T(m+p) verbunden wird. Aus diesem
Grunde werde die umschriebene zweite mögliche Form des Metroplexbaues
als syntroklinische Metroplexe oder kurz als Syntroklinen definiert.
Da diese Syntroklinen Metroplextotalitäten überbrücken, können sie auch
assoziative Metroplexe verschiedenen Grades in syntroklinenhafle Wechsel
beziehungen setzen. Stehen mehrere assoziative Metroplexe beliebigen Gra
des durch ein möglicherweise noch vemetztes Syntroklinensystem in syntro-
klinenhaflen Zusammenhängen, dann liegt in dem Schema gefugter Metro
plextotalitäten der allgemeinste Fall eines sogenannten Metroplexkombinates
vor.
In ganz allgemeiner Sicht kann noch ein System unabhängiger Begriffe
konzipiert werden, deren Inhalte sich verändern, von denen aber sämtliche
Elemente eines Metroplexkombinates abhängen. Bei einer Veränderung dieser
metaphorischen Begriffsparameter variieren dann auch wegen des funktiona
len Zusammenhanges alle diese Metroplexelemente,jedoch ist diese Variation
wegen der hohen Komplexität eines Metroplexkombinates im Allgemeinen
vieldeutig. In einer geometrischen Metapher ist der Verlauf des Metroplex
kombinates als Folge dieser Vieldeutigkeit ein polydromes Netz über dem De-
170 Postmortale Zustände?
finitionsbereich der metaphorischen Begriffsparameter, welches als Area des
Metroplexkombinates bezeichnet werden soll. Eine derartige Metroplexarea
wird zum Teil durch ihren Polydromiegrad charakterisiert, der aufdie funktio
nale Vieldeutigkeit des Metroplexverlaufes zurückgeht. Im allgemeinsten Fall
ist die Area beiderseits offen, d. h., die monodromen Zweige beginnen und
enden voneinander separiert. Im Fall der einseitig offenen Area entspringen
oder münden alle monodromen Zweige aus einem oder in einen Zentralbe
reich, während die geschlossene Area dadurch gekennzeichnet ist, dass die
monodromen Zweige vor der Vernetzung einem Zentralbereich entspringen
und am Ende der Area in einen entsprechenden Zentralbereich münden. Ob
eine Area geschlossen ist oder nicht, ist vom Polydromiegrad völlig unabhän
gig und wird allein vom Strukturmuster des Metroplexkombinates bestimmt.
Auch sind Unterareale möglich, weil polydrome Vervielfachungen der Zwei
ge überall zwischen den Areagrenzen möglich sind.
Wird ein einzelner monodromer Metroplexverlaufin einer solchen polydro-
men Area verfolgt, dann kann es im Rahmen der Strukturveränderungen des
Metroplexes auf dem betreffenden Zweig zu Extinktionen partieller Art im
Metroplexgefuge oder aber zur totalen Extinktion des gesamten Metroplex-
gefuges kommen. Wenn also das Metroplexkombinat so beschaffen ist, dass
sämtliche monodromen Zweige vom gleichen Zentralbereich entspringen und
wiederum höchstens partiellen Strukturextinktionen unterworfen in den zwei
ten, die Area begrenzenden,Zentralbereich münden,dann ist die geschlossene
Metroplexarea dadurch charakterisiert, dass es keinen monodromen Verlauf
gibt, der zwischen den beiden Areagrenzen einer totalen Extinktion unterwor
fen ist. In diesem Fall könnte also derjeweils gewählte monodrome Zweig der
allgemeinen Areapolydromie entsprechend beliebig variiert werden; er wür
de stets zur Gegengrenze der Area führen. Eine beliebige Varianz innerhalb
der Areapolydromie ändert also an dem Zielbereich nichts, sodass die eine
Areagrenze unabhängig von den von ihr ausgehenden monodromen Metro-
plexzweigen die Lage der anderen Grenze telezentriert. Aus diesem Grunde
werden die beiden Grenzbereiche einer geschlossenen Area als Telezentren
und die geschlossene Area selbst als telezentrische Area bezeichnet. Das ty
pische Kennzeichen solcher telezentrischen Areale ist die Variierbarkeit mo
nodromer Metroplexverläufe innerhalb der Areapolydromie, die zwischen
den Telezentren nie in eine totale Extinktion der Metroplexstruktur aufeinem
monodromen Zweig fuhrt. Da unabhängig von der Variabilität der Zweige
grundsätzlich das Gegentelezentrum erreicht wird, liegt sozusagen die Tele-
varianz des Metroplexkombinates vor, während Strukturextinktionen partiel-
II. Im Grenzbereich 171
1er oder totaler Art als Dysvarianzen bezeichnet werden sollen. Insgesamt ist,
unabhängig von partiellen Dysvarianzen, eine Metroplexarea grundsätzlich
telezentrisch, wenn für das betreffende Metroplexkombinat die Televarianz
nachgewiesen werden kann.
Das sich bietende Bild möglicher Strukturen von Metroplexkombinaten und
ihren Arealen erscheint zunächst außerordentlich verwirrend in seiner hohen
Komplexität, doch kann zur Orientierung eine vierfache Klassifikation ver
wendet werden. Zu dieser Klassifikation diene der Begriff der Metroplextek-
tonik. Ein allgemeines Metroplexkombinat wird zunächst durch seine spezi
fische Syntroklinentektonik gekennzeichnet, die das Muster der Syntroklinen
beschreibt, in dem es die Brückensyntroklinen zwischen T(p) und T(q) mit
p 7^ q und die äquitektonischen Syntroklinen innerhalb einer T(n) als Syntro-
klinenklassen gibt. Den assoziativen Metroplexkomponenten des Kombinats
können zwei tektonische Strukturformen koordiniert werden, und zwar die
graduelle Tektonik, von welcher der Metroplexbau in Richtung steigenden
Metroplexgrades (also durch die gefugten Totalitäten des Metroplexes) be
schrieben wird; während die syndromatische Tektonik die Metroplexstruktur
innerhalb der einzelnen Syndrombereiche, also innerhalb der einzelnen Tota
litäten (als Elemente der graduellen Tektonik) darstellt. Trägt schließlich das
Metroplexkombinat den Charakter einer Area, dann muss allen tektonischen
Elementen des Kombinates hinsichtlich der Areanatur noch eine telezentri-
sche Tektonik zugesprochen werden, welche Aussagen über die televariante
oder offene bzw. nicht televariante Areastruktur, aber auch Aussagen über den
Polydromiegrad dieser Area impliziert. Der tektonischen Struktur assoziati
ver Metroplexe in gradueller, syndromatischer und telezentrischer Tektonik
kommt offensichtlich eine primäre Bedeutung zu, während zur allgemeinen
Klassifikation die syntroklinische Tektonik die Metroplexkombinate be
schreibt; denn die sehr wesentliche Televarianzeigenschafl einer Area wird
von der telezentrischen Tektonik allein bestimmt.
Dieser überaus stark verkürzte und rein verbal gehaltene Überblick hat kei
neswegs nur programmatischen Charakter. Vielmehr handelt es sich um die
stichwortartige Umschreibung einiger, für den folgenden Text benötigter Be
griffe einer vom spezifischen Aussagesystem unabhängigen Methodik,die als
Syntrometrie vom Autor bereits formal entwickelt und schon mehrfach ange
wendet wurde. Die stichwortartig beschriebenen Strukturen dieser in sich ge
schlossenen Methodik können unter den konkreten Voraussetzungen irgendei
nes logisches Aspekts durch die diesem Aspekt eigenen Aussagemöglichkeiten
verknüpft werden; doch besteht zugleich die Möglichkeit der Transposition in
172 Postmortale Zustände?
ein anderes Aussagesystem. Wenn es also gelingt, irgendeinen Sachverhalt in
irgendeinem logischen System so zu formulieren, dass er in die Form der syn-
trometrischen Elemente wie Syntrizen, Korporatoren oder Enyphane gebracht
werden kann, dann ist grundsätzlich die Möglichkeit gegeben, die Transposi
tion in das dem Sachverhalt immanente Aussagesystem vorzunehmen. Nun
wurde in Elementarstnikturen der Materie der materielle Teil der Welt, also
die Physis a einheitlich mit Hilfe der mathematischen Methodik des quantita
tiven Aspekts vergleichender zweiwertiger anthropomorpher Altemativlogik
beschrieben. Werden innerhalb der syntrometrischen Methodik als Aussagen
diejenigen dieses quantitativen Aspekts anthropomorpher Logik (= oder
und wenn 9^, dann > oder <) zugrunde gelegt, und wird darüber hinaus die
syntrometrische Struktur auf dem Mengenbegriff und dem Funktionsbegriff
sowie unter der Forderung nach der Gültigkeit der mathematischen Axiome
aufgebaut,dann ergibt sich ein eigenartiger Überbau der Mathematik,der vom
Autor als anthropomorphe Syntrometrie bezeichnet wurde. Daraus wiederum
kann ein Kriterium abgelesen werden, das von einem mathematischen Sach
verhalt erfüllt werden muss, wenn dieser Sachverhalt zur Konstruktion quan
titativer syntrometrischer Elemente verwendet werden soll.
Die einzige Möglichkeit, die indirekte Schlussweise h) in Bezug auf das
gestellte Problem postmortaler Zustände durchzuführen, besteht darin, aus
der einheitlichen mathematischen Beschreibung des Teiles a eine universelle
Formulierung zu entwickeln, welche diesem Übergangskriterium in die an
thropomorphe Syntrometrie genügt, in der übrigens die T(0) zu einer meta
phorischen Ebene ausartet. Erst wenn dieser Übergang ermöglicht worden ist,
kann in ein Aussagesystem transponiert werden, das den Gegebenheiten der
nach II.2. notwendigen Transzendierungen entspricht, was dann den Schluss
h)unmittelbar zulässt.
III. DIE KOSMISCHEN ELEMENTE
1. Weltursprung und Polymetrie
Die in Elementarstrukturen der Materie 1 zitierte mathematische übergeordnete
Beziehung des Weltselektors erfüllt ebenso wenig das Übergangskriterium
zur anthropomorphen Syntrometrie über dem logischen Quantitätsaspekt des
alternativen Mengenvergleichs wie die vier Hermetrieformen a, b,c und d der
Lösungsmannigfaltigkeiten. Auch aus der erwähnten pseudokontinuierlichen
III. Die kosmischen Elemente 173
einheitlichen Spektraldarstellung aller überhaupt möglichen ponderablen und
imponderablen Energiemassen kann in direkter Weise nichts abgelesen wer
den, was für eine Erfüllung dieses Übergangskriteriums verwendbar wäre.
Allerdings ist es, wie in Elementarstrukturen der Materie 2 gezeigt, durchaus
möglich, die untere Schranke des ponderablen Partialspektrums der Terme
c und d als c-Term zu identifizieren und seine Masse durch Naturkonstan
ten explizit darzustellen. Es handelt sich dabei um die kleinstmögliche pon-
derable Masse, die es im physischen Raum überhaupt geben kann und die
aus diesem Grund das dem Pseudokontinuum imponderabler a- und b-Terme
überlagerte Partialspektrum ponderabler c- und d-Terme nach unten begrenzt.
Andererseits wird im 1. Band von Elementarstrukturen gezeigt, dass es eine
durch die atomistische Natur der Materie bedingte Revisionsnotwendigkeit
des allgemeinen Gravitationsgesetzes gibt, die für das Gravitationsphänomen
wegen der notwendigen Realitätsforderung des Gravitationsgesetzes zwei
Realitätsschranken im physischen Raum festlegt. Die untere Schranke erweist
sich in der Größenordnung mit dem Schwarzschildradius identisch und nimmt
mit der felderregenden ponderablen Masse ab, während die obere Realitäts
schranke mit abnehmender ponderabler felderregender Masse nahezu hyper
bolisch ansteigt.
Setzt man nun in diese Beziehung der oberen Schranke die aus der Spek
traldarstellung gewonnene minimale ponderable Masse ein, dann ergibt sich
eine maximale obere Realitätsschranke, die von keiner anderen Masse über
schritten werden kann. Diese Maximaldistanz wird vom Autor als Radius des
physischen Universums interpretiert, weil ihr doppelter Wert als Durchmesser
dieses R3 grundsätzlich nicht überschritten werden kann.Nach der Substitution
mit dieser unteren Massengrenze in der oberen Realitätsschranke können die
Naturkonstanten umgerechnet werden. Hieraus ergibt sich dann nach einer
Substitution mit der Naturkonstante x die eigenartige in Band 1 angeführte
Beziehung, die den Durchmesser des Universums als größtmögliche Distanz
mit der geometrischen Letzteinheit x durch reine reelle Zahlen verknüpft. Wie
in Elementarstrukturen der Materie 1 und 2 gezeigt, wächst dieser Durchmes
ser des Universums in der gegenwärtigen Phase der Welt mit dem Weltalter,
weil T mit diesem Weltalter abfällt. Auf diese Weise kann dann auf einen in
der Vergangenheit liegenden zeitlichen Weltenursprung geschlossen werden,
der durch eine algebraische Gleichung 7. Grades (für eine Substitution des
Durchmessers) beschrieben wird, von welcher jedoch nur die reellen Lösun
gen relevant sind. Von diesen relevanten Lösungen gibt es drei, die drei kon-
174 Postmortale Zustände?
zentrische metronische Sphären des R3 im Nullpunkt der Zeit als sogenannte
kosmogonische Sphärentrinität des zeitlichen Weltenursprungs beschreiben.
Die eigentliche kosmische Bewegung des physischen Raumes besteht in
einer Aktualisierung dieser metronischen Sphären in einem mit dem Weltalter
expandierenden R3, wobei sich die Metronenzahl ständig erhöht, aber das Me
tron als Naturkonstante ständig abfallt. Dieser Expansionsprozess läuft, wie
in Elementarstrukturen der Materie 1 angedeutet und in Elementarstrukturen
der Materie 2 abgeleitet, bis zu einem Maximum, um dann in einen Kon-
traktionsprozess mit wachsendem Metronenbetrag umzuschlagen, bis die zum
Weltenursprung spiegelsymmetrische eschatologische Sphärentrinität eines
zeitlichen Weltendes erreicht wird. Die Maximalexpansion liegt später als die
gegenwärtige Phase der Welt, sodass sich das Universum gegenwärtig noch
im Expansionszustand befindet. Wesentlich für die weiteren Betrachtungen
ist offensichtlich das zeitliche Nacheinander bei der Aktualisierung der drei
Sphären des Weltenursprungs; denn die späte Folge dieses Prozesses ist nach
Elementarstrukturen der Materie 2 die Herausbildung von drei metronischen
Struktureinheiten, die in Form von drei nichthermiteschen Tensorfeldem er
scheinen. Hier scheint es zu einer Kosmogonie der Materie zu kommen, weil
jeweils zwei dieser Struktureinheiten zu einem nichthermiteschen metrischen
Fundamentaltensor iterieren, was zu insgesamt maximal neun Geometrien
führt, deren Wechselbeziehungen polymetrischer Art entsprechende hermite-
sche Fundamentaltensoren der Weltstrukturen komponieren.
Vor dieser Komposition hermitescher Weltstrukturen können zur besseren
Übersicht diese neun polymetrischen, aber nichthermiteschen Fundamental
selektoren dieser Partialstrukturen in einer dreireihigen quadratischen Hy-
permatrix angeordnet werden, die nunmehr den Forderungen der vier bereits
diskutierten Hermetrieformen unterworfen werden kann. Lässt man zwei der
Struktureinheiten, und zwar die räumliche wie die zeitliche,zum Einheitsten
sor werden, dann beschreibt die Hypermatrix als Hermetrieform a der in II. 1.
definierten Aktivitäten die Terme einer Bimetrie im Transbereich hinsichtlich
der Raumzeit. Wird dagegen nur die räumliche oder die zeitliche Strukturein
heit mit dem Einheitstensor identifiziert, dann erscheinen die Hermetrieformen
b und c als die kompositiven Terme einer zeitartigen (b) bzw. raumartigen
(c) Hexametrie, während alle tensoriellen Elemente der Hypermatrix (keine
Struktureinheit wird zum Einheitstensor)zu den Termen der Hermetrieform d
einer Enneametrie komponieren.
Mit dieser Darstellung der Hermetrieformen durch die aus dem zeitlichen
Weltenursprung hervorgegangene Polymetrie wird die Separation des diskre-
III. Die kosmischen Elemente 175
ten Punktspektrums ponderabler Terme c und d vom Pseudokontinuum imagi
närer Kondensationen a und b möglich, was schließlich zu quantitativen exak
ten Aussagen über die materiellen Letzteinheiten der Elementarkorpuskeln
fuhrt, die sich vollständig mit den Messdaten der Hochenergiephysik decken
und Vorhersagen über noch nicht aufgefundene Elementarkorpuskeln ermög
lichen. Hierbei zeigt sich wiederum, dass alle überhaupt möglichen Elemen
tarkorpuskeln als ponderable Letzteinheiten nur elektrisch neutrale c- oder
elektrisch geladene d-Terme sein können. Aufgrund des kompositiven Geset
zes dieser Partialstrukturen zum hermiteschen Strukturtensor des 0
können
dann alle metrischen Größen und somit auch der Weltselektor in die zu diesen
Partialstrukturen gehörenden Anteile gespalten werden. Der so entstehende
Weltselektor liefert dabei Aussagen über die metrischen Partialstrukturen in
den zugehörigen Unterräumen. Hier zeigt sich, dass die Elemente einer jeden
polymetrischen Strukturkomposition in ganzzahligen Vielfachen einer ele
mentaren metrischen Fundamentalstruktur auftretende metrische Deformati
onen von Ereignisstrukturen des sind, die sich durch ihre Anisotropie vom
Hintergrund ununterscheidbarer Ereignisse einer leeren Welt abzeichnen.
Ein solches Element einer Partialstruktur bedeutet, für sich allein genom
men,noch keinerlei materielle Struktur. Erst die Korrelation Prototrope
als Urgestalten materieller Strukturen aus,von denen es zwei Formen,nämlich
die um periodisch nach einem Schwingungsgesetz laufenden strukturel
len Grundflüsse als dynamische Prototropen (wegen ihres Quantencharakters
auch als Fluktonen bezeichnet) und die statischen Schirmfelder als statische
Prototropen gibt. Die ureinfachsten zur Korrelation fähigen Gebilde sind dann
die aus diesen beiden Formen der Prototropen aufgebauten Protosimplexe, de
ren wechselseitige Korrelationen über die Grundflussverläufe ihrer Fluktonen
schließlich die polymetrische Struktur der vier Hermetrieformen als materiel
le Letzteinheiten bedingt.
2. Weltmetroplexe
Die in Elementarstrukturen der Materie 1 und 2 zitierte polymetrische Be
schreibung materieller Elementarstrukturen erfüllt offensichtlich das gesuchte
Übergangskriterium zur anthropomorphen Syntrometrie; denn einerseits ist
die polymetrische Beschreibung von ganz fundamentaler Natur und anderer
seits können die aus der kosmogonischen Sphärentrinität des Weltenursprungs
deduzierten drei nichthermiteschen tensoriellen Struktureinheiten stets als
Funktionen der reellen und imaginären R^-Koordinaten dargestellt werden.
176 Postmortale Zustände?
Man könnte nun den allgemeinen komplexen algebraischen Zahlenkörper
als Metrophor einer fundamentalen Weltsyntrix auffassen, der dann mit zwei
Elementen, nämlich den beiden Wertevorräten reeller und imaginärer Zah
len belegt ist. Ein semantischer Iterator könnte dann (als ein erstes Indukti
onsgesetz) im ersten Syntrizensyndrom aus diesen beiden Wertevorräten des
Metrophor den aufspannen (unter Berücksichtigung des Metrons x), wäh
rend das zweite Syntrizensyndrom von den drei tensoriellen Struktureinheiten
belegt wird, die durch das erwähnte Funktionalgesetz über den R^-Koordi-
naten als nichthermitesche Tensorfelder erscheinen. Schließlich fuhrt die Ite-
rationsvorschrifl, also tensorielle Multiplikation mit anschließender Bildung
der Matrizenspur, wegen der Nichtvertauschbarkeit der Faktoren zu den neun
nichthermiteschen Fundamentaltensoren der Partialstrukturen, welche das
dritte Syntrizensyndrom als polymetrisches Syndrom belegen. Wird nun noch
als Induktionsgesetz des vierten Syntrizensyndroms das polymetrische Kom
positionsgesetz der Partialstrukturen des dritten Syndroms zum hermiteschen
Strukturfeld verwendet, dann wird das vierte Syntrizensyndrom von diesem
tensoriellen Kompositionsfeld belegt und damit der Syndromabschluss die
ser polymetrischen fundamentalen Weltsyntrix erreicht. Diese Weltsyntrix
beschreibt polymetrisch die Hermetrieform d, doch gehen aus ihr auch die
übrigen Hermetrieformen hervor, nämlich dann, wenn diese allgemeine Enne-
ametrie der Forderung einer euklidischen Zeit oder derjenigen eines euklidi
schen physischen Raumes bzw. der Forderung einer euklidischen Raumzeit
unterworfen wird, was zu den beiden hexametrischen Weltsyntrizen der Her
metrieformen c und b sowie zur bimetrischen Weltsyntrix der Form a fuhrt.
Es gibt also vier fundamentale Weltsyntrizen, die im Bereich quantitativer
Aussagen anthropomorpher Syntrometrie die polymetrischen Fundamental
strukturen beschreiben, welche den Elementen struktureller Art entsprechen,
von denen die vier Hermetrieformen aufgebaut werden. Allgemein können
weiter aus den Strukturgesetzen materieller Elementarstrukturen (s. Band 2)
Metroplexenyphane konstruiert werden, derart, dass die Prototropen dynami
scher und statischer Art als Weltmetroplexe ersten Grades, die Protosimplexe
als Weltmetroplexe zweiten Grades, die Komposition der Kondensorterme a
bis d, also die materiellen Elementarstrukturen, jedoch als Weltmetroplexe
dritten Grades erscheinen. Kennzeichnet n den Grad der Weltmetroplexe,
dann befinden sich die Strukturen n =0 sowie n = 1 und n = 2 in einem sub-
quantenhaflen strukturellen Bereich einer präphysikalischen Fragestellung;
denn die das materielle Geschehen charakterisierende typische Eigenschaft
der Trägheit ist nach Elementarstrukturen der Materie 1 und 2 erst die Konse-
III. Die kosmischen Elemente 177
quenz fluktonischer Korrelationen von Protosimplexen,sodass die eigentliche
physikalische Fragestellung erst bei n = 3 im Sinne der subnuklearen Partikel
physik auftritt.
Aus der durch die Symmetrien von n = 3 bedingten relativistischen Basisdy
namik ergeben sich sogenannte Korrespondenzenyphane der Strukturen n = 3,
derart, dass im Fall nukleonischer Weltmetroplexe 3. Grades die Nuklear
strukturen der Atomistik als Weltmetroplexe vom Grade n =4(einschließlich
der zugelassenen stabilen und metastabilen Isotope) und die möglichen Ato
me der Materie als Metroplexkombinate aus n =4 und n = 3(Elektronenhül
len) definiert sind. Weitere Korrespondenzenyphane dieser Elektronenhüllen
bestimmen schließlich die Molekularstrukturen in allen ihren Varianten als
Weltmetroplexe vom Grade n = 5, während die durch intermolekulare Wech
selbeziehungen zustande kommenden Kollektive sowie alle makrophysikali
schen Aggregatzustände der Materie auf Metroplexe vom Grad n = 6 zurück
gehen. Strukturen aus derartigen makromaren Kollektiven wiederum, also die
materiellen kosmischen Systeme,aber auch alle wie auch immer gearteten an-
thropogenen technischen Werke tragen dagegen lediglich den Charakter von
Pseudometroplexkombinaten vom Grade n = 7. Mithin vollzieht sich die ge
samte Physik und Chemie in allen ihren vielfaltigen Varianten im Bereich der
Metroplexgrade zwischen n = 3 und n = 7, wobei übrigens zwischen n = 3 und
n =6 die Hierarchie physikalischer Wechselwirkungen deutlich wird, deren
schwächste Form die im gravitativen Zusammenhang stehenden kosmischen
materiellen Systeme (Pseudometroplexe n = 7) bestimmt. Es kann denmach
abschließend festgestellt werden, dass die gesamte Physis a der Vierfachkon-
turierung des Seins wegen der Erfüllung des Übergangskriteriums durch die
Polymetrie mittels quantitativer Aussagen über Strukturen anthropomorpher
Syntrometrie im Bereich der Metroplexgrade 0 < n < 7 liegt und durch diese
Metroplexstrukturen vollständig beschrieben wird.
3. Tektonik und Weltdimensionen
Alle Strukturen der Physis a,also alle materiellen Strukturen und Konfigura
tionen im physischen Raum R3, werden durch die Weltmetroplexe aus III. 2.
beschrieben,sodass von den vier nicht vertauschbaren semantischen Architek
tureinheiten der Welt(bezogen auf a)dieser physische und in Bezug auf die
Drehgruppe kompakte reelle Raum R3 mit seinen vertauschbaren Koordinaten
als Manifestationsraum dieser Weltmetroplexe durch ihre Basissyntropoden
aufzufassen ist. Andererseits erfolgt nach II. I. jede Korrespondenz derarti-
178 Postmortale Zustände?
ger materieller Strukturen über die Transdynamik der Aktivitätenströme pri
mär, sodass die Dynamik in physikalischen Zusammenhängen stehender und
interaktierender materieller Konfigurationen im physischen Raum Rj stets ein
Komplement dieser Transdynamik darstellt.
Hieraus folgt nun unmittelbar, wie diese Weltmetroplexe auf die Weltko
ordinaten bezogen werden müssen. Während der den Manifestationsraum
der Basissjmtropoden darstellt, kennzeichnet die durch den Metroplexgrad n
bestimmte graduelle Tektonik das Organisationsniveau der assoziativen Me-
troplexstruktur und die syndromatische Tektonik in den gefugten Totalitäten
T(q) mit 0<q<n<7 den Komplexitätsgrad des Organisationszustandes,
eben in den Syndromen derjeweiligen T(q)gradueller Struktur. Aufgrund der
Semantik der R^-Koordinate x^ muss demnach die graduelle Tektonik direkt
durch diese entelechiale Bewertung darstellbar sein, d. h., die graduelle Tek
tonik der Weltmetroplexe liegt in der Weltdimension x^. Da sich die materiel
len konfigurativen Strukturen im Manifestationsraum zeitlich verändern, also
in x^ eine Folge fhiher oder später liegender Streckenräume im Sinn von R^-
Hyperflächen des R^ momentaner Zustände der Weltmetroplexe gegeben sein
muss, deren Aktualisierung in x^ stets vieldeutig ist, die tatsächliche eindeuti
ge Aktualisierung aber zum einen aus x^ gesteuert,zum anderen hingegen von
der syndromatischen Tektonik abhängt, können die Weltmetroplexe nur so
auf die Weltdimensionen bezogen werden, dass die syndromatische Tektonik
in Xg liegt. Darüber hinaus muss noch wegen der Folge der Rj-Hyperflächen
als Streckenräume in x^ und der in Elementarstmkturen der Materie 1 darge
stellten Nichtumkehrbarkeit der kosmischen Bewegung des R3 in x^ eine wie
auch immer geartete telezentrische Tektonik existieren, die zeitlicher Art ist,
und in x^ liegt.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die dreifache Tektonik
der Weltmetroplexe auf die nicht vertauschbaren imaginären Weltdimensio
nen zu beziehen ist, und zwar so, dass sich die graduelle Tektonik entelechial
in Xj, die syndromatische Tektonik äonisch in x^ und eine zeitlich telezentri
sche Tektonik sich in x^ verändert- wobei die Verläufe in x^ und x^ umkehr
bar sind, nicht aber der Aktualisierungsverlauf in x^. Die mit diesen nicht
vertauschbaren Weltdimensionen x., x, und x,
4' 5 6
ebenfalls nicht vertauschba-
re semantische Einheit des reellen R^ erscheint in diesem Bild lediglich als
Manifestationsraum materieller Strukturen durch die Basissyntropoden ihrer
Weltmetroplexe, während die zeitlich telezentrische, die graduelle und die
syndromatische Tektonik auf die imaginären Koordinaten x^, X5 und Xg zu
beziehen sind.
III. Die kosmischen Elemente 179
Aus diesem Bild folgt wiederum, dass die syndromatischen Metroplex-
strukturen in den gefügten Totalitäten den in II. 1. definierten Ideen (als Netz
werke aus korrelierenden Aktivitäten) entsprechen müssen, dass aber freie
Aktivitäten als Kondensorterme der Hermetrieform a steigende und fallende
Aktivitätenströme in diesen Ideenstrukturen bilden können, welche die Trans
dynamik in telezentrischer Tektonik bedingen und dabei die graduelle und
syndromatische Tektonik in dieser telezentrischen Tektonik zeitlich verän
dern können, was dann raumzeitlich als materielles Geschehen der betreffen
den materiellen Konfiguration im reellen Manifestationsraum erscheint.
Diese dreifache Metroplextektonik der Weltstrukturen bezieht sich auf as
soziative Weltmetroplexe, doch kann das materielle Geschehen stets so be
schaffen sein, dass eine Gruppe solcher assoziativer Weltmetroplexe durch
ein Syntroklinensystem in syntroklinischen Zusammenhängen steht, derart,
dass über diese Syntroklinen Aktivitätenströme im Rahmen der Transdyna
mik ausgetauscht werden.
4. Morphologische Geschichtlichkeit der telezentrischen Welttektonik
Nach III. I. wird das Tensorium aller überhaupt möglichen und durch x^
sowie Xg bewerteten Ereignisse, also das Welttensorium aller Weltpunkte
(Punkte des R^), von der kosmogonischen und ihrer spiegelsymmetrischen
eschatologischen Sphärentrinität begrenzt, derart, dass diese Sphärentrinitä-
ten die Rj-Strukturen von Grenzereignissen darstellen, deren x^-Distanz das
Weltzeitalter oder Äon als zeitliches Definitionsintervall der x^ -Steuerung
von Aktualisierungsrichtungen ebenfalls eine Grenze setzt, wodurch die Be
zeichnung äonische Dimension für x^ gerechtfertigt wird. Zugleich werden
alle elementaren Weltmetroplexe der Grade 0 < n < 6 neben der graduellen
und syndromatischen Tektonik durch eine zeitartige telezentrische Tektonik
charakterisiert, während sich alle diese elementaren Weltmetroplexe im R^ als
diskrete materielle Elementarstrukturen manifestieren, deren Zustände - im
Bild der theoretischen Physik-durch eine allgemeine Fundamentalsymmetrie
und eine Serie struktureller Symmetrien höherer Ordnung charakterisiert sind.
Diese Symmetrien wiederum kennzeichnen Erhaltungsprinzipien und hier
durch bedingte Invarianzforderungen einer zur Transdynamik komplementä
ren relativistischen Basisdynamik.
Betrachtet man diese ineinander verschränkten Sachverhalte, dann folgt
hieraus unmittelbar der Schluss, dass die Gesamtheit aller elementaren Welt
metroplexe eine zeitartig telezentrische Welttektonik im Sinne einer Weltarea
180 Postmortale Zustände?
aufweist, die als notwendige Folge der von den Symmetrien bedingten Kon-
servationsprinzipien televariant sein muss, wobei die zueinander spiegelsym
metrischen Sphärentrinitäten als Grenzereignisse des Äons die Telezentren
dieser televarianten Weltarea mit zeitlicher telezentrischer Tektonik darstellen.
Hier bezieht sich allerdings die Televarianz nicht auf die zweifach singuläre
Raumzeitabbildung, sondern stets auf den als Welttensorium. In der später
liegenden (bzw. fhiher liegenden) Raumzeitumgebung des kosmogonischen
(bzw. eschatologischen) Welttelezentrums ist der Rj als Manifestationsraum
der Basissyntropoden zunächst leer; denn die Kosmogonie der Materie erfolgt
spontan und katastrophenhafl in einem späteren Zustand nach einer kosmogo
nischen Strukturphase unbekannter Zeit. Entsprechend erfolgt das Verschwin
den materieller Strukturen aus dem R^ in wesentlich früheren Zuständen vor
dem eschatologischen Telezentrum und leitet die strukturelle Endzeitphase
ein. Während dieser kosmogonischen Strukturphase und der eschatologischen
Endzeitphase in der später(bzw. früher)liegenden raumzeitlichen Umgebung
der Welttelezentren existieren jedoch trotzdem die polydromen Netzwerke
der telezentrischen Area, und zwar in den gefügten Metroplextotalitäten als
Ideen der später liegenden Kosmogonie der Materie oder aber als Ideen der zu
Beginn der Endzeitphase aus dem R3 verschwindenden Materie.
Die zeitliche kosmische Bewegung des Manifestationsraumes R3 und sei
ner materiellen Elementarstrukturen erfolgt über diese äußerst polydrome
Weltarea, wobeijede Elementarstruktur in einem Zeitschnitt ein sehr umfang
reiches, aber endliches Spektrum monodromer Aktualisierungsmöglichkeiten
als Futuralpotenz aufweist, aus der ein monodromer Zweig, aus x^ gesteuert,
tatsächlich aktualisiert und zur faktischen monodromen Vergangenheit wird.
Diese durch x^ bestimmtefaktische Monodromie aus jeder Futuralpotenz ei
ner sich manifestierenden materiellen Elementarstruktur geht grundsätzlich
auf die sjmdromatische Tektonik des sie darstellenden elementaren Weltme-
troplexes zurück, so dass vom Gesichtspunkt der Quantenphysik aus über
die Zustandsänderungen nur Wahrscheinlichkeitsaussagen gemacht werden
können, die aber von dem zitierten höheren Betrachtungsniveau einen völlig
anderen Stellenwert bekommen. So erscheint die Unschärferelation kanonisch
konjugierter Größen, die diese Quantenphysik charakterisiert, keineswegs als
ein fundamentales Prinzip, sondern lediglich als die sekundäre Folge einer
allgemeinen Verknüpfung der syndromatischen Tektonik mit x^. Eine un
mittelbare Konsequenz dieses Sachverhaltes ist die Existenz der hochenergie-
physikalisch im Phasenraum gemessenen Bandbreiten von Partikelresonanzen
extrem geringer x^-Erstreckung.
III. Die kosmischen Elemente 181
Die Weitstrukturen der sich mikrophysikalisch manifestierenden T(n)-Eie-
mente mit n < 6 werden durch ihre syndromatische Tektonik in in der je
weiligen Futuralpotenz spontan aktualisiert, derart, dass in bezug aufden logi
schen Aspekt des quantitativen Mengenvergleichs die Aktualisierungsrichtung
nicht vorhersehbar ist. So erscheint die Zeitstruktur dieser Elemente hinsicht
lich dieses Quantitätsaspektes völlig akausal, sodass dieser Indeterminismus
im mikrophysikalischen Bereich nur in den Kategorien der Wahrscheinlich
keitstheorie quantitativ beschrieben werden kann, was seinen Ausdruck in
den verschiedenen Quantenstatistiken und den durch Wahrscheinlichkeiten
interpretierten Zustandsfunktionen findet. Von dem übergeordneten Betrach
tungsniveau anthropomorpher Syntrometrie her gesehen ergibt sich dennoch
eine durch bedingte morphologische Geschichtlichkeit der telezentrischen
Tektonik(also der Zeitstruktur), die vom Gesichtspunkt der an den Quantitäts
aspekt gebundenen mathematischen Physik nicht direkt einsehbar ist. Wenn
nun eine große Zahl solcher T(n < 6)-Elemente eine Makrokollektive bildet,
d. h., wenn die Enyphanfunktoren der T(n < 6)aus Metroplexkonzentem auf
gebaut sind und daher die Elemente nur in der Totalität nach irgendeinem
Ordnungsprinzip als Pseudometroplex n = 7 gruppiert werden, dann kompen
sieren sich diese Spontanaktualisierungen. Es kommt so zu einer metaphori
schen Kanalisierung der Aktualisierung, weil die vieldeutige Aktualisierung
der Einzelelemente wegen der grundsätzlich endlichen Begrenzung jeder Fu
turalpotenz und der Nichtumkehrbarkeit der kosmischen Bewegung des in
x^ stets eine Einwegaktualisierung ist, die der Metapher einer Einbahnstraße
entspricht. Bei der zeitlichen Aktualisierung der Kollektive tritt also der syn
dromatische Xg-Einfluss stark zurück, sodass die telezentrische Tektonik zu
einem eindeutig monodromen Zeitlauf wird.
Dieser Sachverhalt erscheint dann im Bild des Quantitätsaspekts im Sinne
der theoretischen Physik so, dass sich die observable Makrokollektive den
wahrscheinlichsten Mikrozuständen entsprechend verhält und die Kausalität
zeitlicher Determiniertheit vortäuscht. Im Bild der ebenfalls quantitativen
anthropomorphen Syntrometrie im unterscheidet sich der indeterminierte
Mikrozustand in seiner Zeitstruktur vom determinierten kausalen Zeitverhal
ten der Makrokollektive lediglich durch den graduell verschiedenen Einfluss
der syndromatischen Tektonik in x^.Die telezentrische Zeitstruktur genügt in
jedem Fall einer Geschichtlichkeit, die morphologischer Natur ist; denn die
x^-Folge der R^-Hyperflächen des R^ als Streckenräume beinhaltet Strukturen,
die von den fniher liegenden in später liegende Streckenräume morphologisch
auseinander hervorgehen, wobei für n < 6 diese morphologische Geschieht-
182 Postmortale Zustände?
lichkeit wesentlich aus durch die syndromatische Tektonik bestimmt wird,
während die makromaren PseudoStrukturen n = 7 als Kollektiven den morpho
logischen Zustand bei zurückgedrängtem x^-Einfluss kausal dem wahrschein
lichsten Verhalten entsprechend eindeutig determiniert ändem.
Diese morphologische Geschichtlichkeit der zeitartig telezentrischen Welt
tektonik kann auch zum Nachweis einer allgemeinen Televarianz der Weltarea
verwendet werden, die in III. 3. zunächst nur heuristisch angenommen wurde.
Wenn aber aufgrund dieser morphologischen Geschichtlichkeit die Weltarea
wirklich televariant ist,dann können nur die in II. 1. definierten Ideen materiel
ler Raumzeitstrukturen dieser Televarianz genügen; denn die Raumzeitberei
che nach dem kosmogonischen Telezentrum und vor dem eschatologischen
Telezentrum sind sowohl in der kosmogonischen als auch in der Endzeitphase
leer, weil die Raumzeitlinien der Materie auf keinen Fall in die Telezentren
reichen, wohl aber die allgemeinen Weltlinien der präformierenden Ideen.
5. Kosmische Struktur und Transzendenz
Das dargelegte Bild der Weltarea ist noch nicht vollständig, denn nach der
in Elementarstrukturen der Materie 1 und 2 entwickelten Strukturtheorie
und aufgrund gewisser astrophysikalischer Sachverhalte muss neben dem
raumzeitlichen Unterraum R^ = RJ des R^ die Existenz eines zu RJ spiegel
symmetrischen raumzeitlichen Unterraumes R;mit antiparalleler Zeitkoordi
nate und antiparalleler kosmischer Bewegung unterstellt werden, derart, dass
diese Antiraumzeit R^ durch eine Unbekannte x^-Distanz von R^ getrennt ist,
aber einen eigenen Nullpunkt in Xj setzt. Darüber hinaus muss es zu den reel
len physischen Unterräumen R3 der RJ eine Schar aus m < 00 Parallelräumen
R3(±|i)=(±|i) mit 0 < p < m < 00 geben. Hier bezieht sich die Indizierung
(+p)auf die Schar über RJ und (-p)auf diejenige über R-, wobei allerdings
sowohl die Zahl m als auch die x^-Distanzen als entelechiale Niveaus dieser
Parallelräume 1^(1 p) mit p>0 unbekannt sind, während die Zeitzählung
dieser Parallelräume mit deijenigen in R^ oder R;identisch ist,je nachdem,ob
es sich um die Folge R3(+p)oder R3(-p)handelt. Der physische Manifesta
tionsraum der kosmischen Bewegung in R+ wäre dann der R3(+0) und der
jenige der kosmischen Bewegung in der Antiraumzeit R3(-0). Die durch RJ
und die Folge 0 < p < m < qo der (+p) bestimmten Weltarea ist also wegen
R- und die(-p)in x^ durch eine Antiweltarea zu ergänzen, die sich zur Welt
area spiegelsymmetrisch verhält. Dies bedeutet, dass sich die Welttelezentren
und die kosmische Bewegung in der Antiarea ebenfalls spiegelsymmetrisch
III. Die kosmischen Elemente 183
vertauschen, d. h., dem eschatologischen Welttelezentrum ist das kosmogo-
nische Antitelezentrum koordiniert und umgekehrt, sodass die kosmischen
Bewegungen der beiden zueinander spiegelsymmetrischen Areale ebenso
antiparallel verlaufen wie die zeitartig telezentrische Tektonik. Mithin wür
de also die kosmische Bewegung eines (+|i) nach der Endzeitphase in das
eschatologische Telezentrum laufen, um als(-p)die antiparallele kosmische
Bewegung in der Antiweltarea zu beginnen usw. Zwar ist das Äon als x^-
Distanz der Welttelezentren gemäß Elementarstrukturen der Materie 1 und 2
außerordentlich groß, aber doch endlich, sodass die über die Antiarea in sich
selbst zurücklaufende zeitartige kosmische Bewegung eine Inkarnation des
Begriffs der Ewigkeit in der Zeitlichkeit darstellt.
In dieser so beschriebenen kosmischen Struktur des Welttensoriums sind
Metroplexstrukturen hinreichender gradueller Tektonik in x^ mit n » 7 denk
bar, die mindestens den (±1)schneiden und daher über mehrere Manifestati
onsräume (mindestens zwei) in verschiedenen Xj-Niveaus verfugen. Derar
tige Metroplexkombinate n ^ 7 liegen aber weit über dem Niveau materiel
ler Elementarstrukturen und können neben den Aussagen des quantitativen
Mengenvergleiches noch durch Aussagen relativer Organisationspotenzen
ihrer Ideenentitäten verknüpft werden, was einer unendlichwertigen Logik en-
telechialer Prädikate entspräche. Beispielsweise wäre im einfachsten Fall die
Metroplexstruktur A mit einer anderen Metroplexstruktur B durch die Aussa
ge verknüpft, dass A bezogen aufB eine Organisationspotenz P als entelechi-
ale Entität darstellt, doch ist diese Aussage nicht notwendig umkehrbar. Liegt
dagegen eine Umkehrbarkeit vor, dann ist der Übergang zur zweiwertigen
vergleichenden Altemativlogik gegeben. In diesem Sachverhalt kann man
eine methodische Transzendierung sehen. Da andererseits die syndromatische
Tektonik in x^ für n < 6 in der Physis bei der Aktualisierung der stets stark
polydromen Futuralpotenz unter Zugrundelegung der Prädikate quantitativen
Mengenvergleiches immer zu indeterministischen Akausalitäten führt, die nur
in Kategorien der Wahrscheinlichkeitstheorie beschreibbar sind, aber den
noch durch die Korrelationen syndromatischer und telezentrischer Tektonik
eine morphologische Geschichtlichkeit dieser telezentrischen Tektonik exis
tiert, muss geschlossen werden, dass den nicht vertauschbaren quantitativen
Wertevorräten des R3 sowie x^, x^ und x^ als Bezugssystem der quantita
tiven kosmischen Struktur noch bestimmte korrespondierende Qualitäten als
Komplemente koordiniert werden müssen. Eine solche Koordination komple
mentärer Qualitäten ist aber ein direkter Schritt in die Transzendenz; denn hier
184 Postmorlale Zustände?
wird unmittelbar deutlich, wie die auf den quantitativen bezogene Physis
von einer übergeordneten qualitativen Weltganzheit impliziert wird.
Alle in diesem Kapitel angestellten Betrachtungen bezogen sich, unter be-
wusster Ausklammerung lebender organischer Strukturen, allein auf die in
der Welt möglichen Elemente der Physis a. Der zum Schluss angedeutete
Weg einer Transzendierung mussjedoch in der Richtung a ß ^ y -> 5 er
folgen; denn dies ist die unabdingbare Forderung, die erfüllt werden muss,
wenn überhaupt eine Antwort auf die Frage nach der Existenz oder Nichtexis-
tenz postmortaler Zustände und ihrer eventuellen Natur, der in I. 1. erwähnten
allgemeinen Problemstellung entsprechend, versucht werden soll.
IV. TRANSZENDIERUNG DER PHYSIS IN BIOS UND PSYCHE
1. Holomorphismen und Merismen des Lebensprozesses
Nach III. ist hinsichtlich der graduellen Tektonik der Weltmetroplexe die
Physis a begrenzt, und zwar in der T(6), wenn nur die eigentlichen Weltme
troplexe betrachtet werden. Die Koordinationsprinzipien der uneigentlichen
Pseudometroplexe makromarer Kollektiven liegen jedoch in der T(7), wobei
der Pseudometroplexgrad mit (-) indiziert, also n = 7 ist. Der Existenzbe
reich a wird demnach präzisiert durch 0 < n < n^ = n = 7. Eigentliche Metro-
plexe n = 7 wären korrespondierende Elemente aus T(5) bzw. T(6), welche
durch ihre Interaktion zu einer übergeordneten funktionalen Entität fuhren.
So können Molekelgruppen im Sinne T(5) über ein System chemischer Bin
dungen ein übergeordnetes Funktionalsystem auf monomolekularer Basis bil
den, oder aber verschiedene Elemente der T(6) korrespondieren intermoleku
lar zu diesem funktional übergeordneten Wirkungssystem, das in jedem Fall
ein eigentliches Element der T(7) ist (z. B. Quartärstrukturen der Proteine).
Bei diesen eigentlichen T(7)-Elementen handelt es sich aber allein und völlig
eindeutig um die in Der Elementarprozess des Lebens definierten Biophore,
die als elementare Wirkungsgefüge Letzteinheiten des Bios ß darstellen. Re
alisierbar sind auch in dieser Beschreibungsform derartige Biophore wegen
der Notwendigkeit funktionaler Komposition zu den n = 7 nur auf der Basis
homöopolarer Selbstbindungen hoher Reaktionsfähigkeit, also auf der Basis
der C-Chemie; denn nur hier werden alle Bedingungen der T(7) eigentlicher
Metroplexe durch die äußerst symmetrische Konfiguration 2s^,2p2 aufder als
Valenzschale erscheinenden L-Schale erfüllt.
IV. Transzendierung der Physis in Bios und Psyche 185
So betrachtet trägt die T(7) einen ambivalenten Charakter; denn einerseits
wird in ihr mit n^= n = 7 die Physis durch die Pseudometroplexe abgeschlos
sen, während andererseits die biophorischen Letzteinheiten von ß als eigent
liche Weltmetroplexe ebenfalls in der T(7) liegen. Somit vollzieht sich also
die erste Transzendierung a —ß in dieser ambivalenten Metroplextotalität
siebenten Grades. Die autonomen Formen der T(7)-Elemente können als
die lem- und funktionsfähigen präbiontischen autogenen Katalyte präkam-
brischer Epochen oder als Vorformen auf virusähnlicher Basis erscheinen,
während ein Verbund in sozialer Korrelation zur Mizellenstruktur in einer
T(8) fuhrt. Hier beginnt die hierarchische Schichtung der den Lebensprozess
kennzeichnenden Wirkungsgeflige, die sämtlich als Metroplexstrukturen dar
stellbar sind. Organellen wären in diesem Bild Elemente einer T(9)und in sich
geschlossene infrazelluläre Wirkungskomplexe solche einer T(10) und die in
sich geschlossene Entität einer lebensfähigen Zelle die Metroplexstruktur ei
ner T(ll). Stets stehen hier durch entsprechende Enyphanflinktoren sozialer
Korrelationen in sich geschlossene (und teilweise auch autonom existente)
Entitäten einer Schichtung (Metroplextotalität) in funktionalen Korrespon
denzen, die das Element in der nächst höheren Schicht gefügter Metroplexto-
talitäten bilden. Möglicherweise können die autonomen Formen zwischen der
T(8) und T(10) als Protobionten interpretiert werden. Aufjeden Fall gehören
aber die autonomen Formen der T(11)zu den vielfaltigen Formen einzelligen
Lebens,deren Übergänge zum vielzelligen einheitlichen Gewebe in der T(12)
und einem Gewebsverbund in der T(13) in autonomer Form beispielsweise
im Volvoxprotozoon usw. zu sehen sind. Die kompletten Organe schließlich
wären Strukturen einer T(14)und die Organverbände einer geschlossenen so-
matischen Entität solche einer T(15). Die Symbiosen positiver oder negativer
Art sowie ökologische Kreise und deren Vemetzung zu einer planetarischen
Biosphäre sind dabei entweder als Metroplexkombinate der T(15) oder aber
als Pseudometroplexe n = 16 einer T(16)aufzufassen. Da die graduelle Tek
tonik der Weltmetroplexe in Xj liegt und ihre telezentrische Tektonik in x
aus der sjmdromatischen x^-Tektonik aktualisiert wird, ist das hierarchisch
geschichtete Wirkungsgefuge einer lebenden Struktur durch die graduelle
Tektonik bestimmt, deren gefügte Metroplextotalitäten als die entelechial ge
schichteten Wirkungsgefüge der Ideen lebender Strukturen zu interpretieren
sind. An dieser Stelle sei dem Autor erlaubt, eine Anmerkung in eigener Sa
che zu machen. In Der Elementarprozess des Lebens wurde versucht, unter
Umgehung dieser Methodik eines übergeordneten Betrachtungsniveaus den
tragenden Begriff des entelechial geschichteten Wirkungsgefüges sozusagen
186 Postmortale Zustände?
von unten aus der biologischen und paläontologischen Empirie im zweiten
Kapitel durch Anwendung eines geeigneten mathematischen Formalismus
zu deduzieren. Dieser Formalismus, der stark vereinfachen sollte, ist logisch
nicht ganz schlüssig und kann dies auch gar nicht sein, weil hier im Rahmen
einer Verkürzung mit ungeeigneten Mitteln (quantitativer Mengenvergleich)
am ungeeigneten Objekt(Strukturen des Bios im Bereich nichtquantifizierba-
rer qualitativer Ereignisse) gearbeitet wurde. Die aus dem Begriff des ente-
lechial geschichteten Wirkungsgefüges in Der Elementarprozess des Lebens
gezogenen Konsequenzen nach dem zweiten Kapitel sind dagegen durchaus
verbindlich.
Da die T(16)bis zur T(0)der Weltmetroplexe durch die Syntropoden gefugt
sind, ergibt sich die vollständige Durchstrukturierung makromarer lebender
Materie bis in den atomistischen Bereich von selbst. Der in der ambivalenten
T(7) an a anschließende Existenzbereich ß umfasst also die Metroplexgrade
7<n<np = n =16, wobei n = 15 in ß die obere Schranke eigentlicher Me
troplexgrade ist.
Zur Kürzung sollen im Folgenden die in a oder ß liegenden Metroplexgrade
in der Form n(a)oder n(ß)indiziert werden,sodass für a und ß die Intervalle
0 < n(a)< n^ und 7 < n(ß)< np gelten. In dem entwickelten Bild der n(ß)im
Existenzbereich ß stellen die Metroplexstrukturen in den T(7) bis T(15) und
den PseudoStrukturen in T(16)nur Schemata von Ideen dar, die sich als Orga
nismen im Sinne von Komplementaritäten im R3 manifestieren können. Der
als Leben definierte Zustand dieser somatischen Komplemente erfolgt in der
telezentrischen Tektonik durch eine Transdynamik von Aktivitätenströmen
(Hermetrieterme a) die in Bezug auf x^ steigen oder fallen, aber bei ihrem
Schnitt mit dem R3 als Informationsmuster im Soma Wahrscheinlichkeiten
verschieben und somatische Zustände verändern. Wäre dieses Bild vollstän
dig, dann müssten sich diese Aktivitätenströme von selbst koordinieren, da es
zu dem tatsächlich auftretenden Phänomen einer autonomen und völlig indivi
duellen Entität eines lebenden Organismus kommt. Ohne diese Koordination
müsste die gesamte somatische Struktur rein meristischer Natur sein, d. h.,
sämtliche Lebensfunktionen würden eine dekomponierte Summe bilden, so
dass aufgrund dieses Merismus keine individuelle lebende Entität entstehen
kann. Eine derartige Aussage steht aber im Widerspruch zur gesamten biolo
gischen Erfahrung, woraus zwingend folgt, dass das Bild der n(ß)-Strukturen
durch eine wie auch immer geartete Metroplexstruktur zu ergänzen ist, welche
die vielfaltigen Merismen des Lebensprozesses als Holomorphismus zu einer
holistischen Ganzheit gestaltet, wasjedoch nur durch eine kompositive Koor-
IV. Transzendiening der Physis in Bios und Psyche 187
dination, wechselseitige Abstimmung und Adaption der Aktivitätenströme al
ler Komponenten des Merismus möglich ist. Bei einer derartigen geforderten
Metroplexstruktur kann es sich jedoch nur um einen eigentlichen Metroplex
handeln, der hinsichtlich seiner graduellen Tektonik allen n(ß) und auch Up
übergeordnet und dabei in einer Totalität minimalen Grades definiert ist. Da
np = 16 die ß begrenzende PseudoStruktur ist, muss der eigentliche holomor
phe Metroplex vom Grad n = 16 sein und als ein superponierendes Metroplex-
gefiige von der T(16) her die ganze ß-Struktur bis zur T(7) im Sinne dieser
geforderten holistischen Komposition eventuell über Syntroklinensysteme
durchdringen und diesen Holomorphismus auf die somatische Rj-Manifesta-
tion abbilden.
Offensichtlich ist dieser holomorphe Metroplex in der T(16) ein der ß-
Struktur überlagertes Zweigsystem, das durch seine syntropodenhafte oder
syntroklinische von der T(16) über die T(15) in die T(7) fallende Struktur
den Charakter eines intermittierenden Leitmetroplexes einer korrelativen Ver
knüpfung mit dem somatischen R^-Komplement aus a-Elementen trägt. Zur
Kürzung werde ein solcher intermittierender Leitmetroplex korrelativer Ei
genschaften mit dem Soma durch die ganze ß-Struktur als ein ILKOR-Metro-
plex bezeichnet. Derartige Ilkorstrukturen in der T(16)sind also die Holomor
phismen, welche die kompositive Integration aller Merismen des Lebenspro
zesses zu dem als Leben definierten Zustand holistischer individueller Entität
gestalten. Erst durch diesen Holomorphismus wird das Soma als Rj-Mani-
festation der ß-Struktur zu einer dieser Struktur komplementären Kompositi
on aus Elementen des Bereiches a. Da es sich andererseits bei einer solchen
somatischen Entität stets um die Realisation des Ideengefuges im Sinne eines
entelechial geschichteten Wirkungsgefuges in der Physis handelt, ist grund
sätzlich einem jeden wie auch immer beschaffenen Soma stets eine optimale
Primärzweckmäßigkeit in Bezug aufdiese ß-Struktur immanent,und zwar im
Gegensatz zu den relativen Sekundärzweckmäßigkeiten irgendwelcher tech
nologischer PseudoStrukturen der T(7) in a, die keineswegs in jedem Fall
optimal sind.
Die holomorphe Integration steigender und fallender Aktivitätenströme in
der zunächst meristischen ß-Struktur und ihrer somatischen R3-Manifestation
bedingt, dass irgendwelche vom Soma rezeptorisch erfassbaren quantitativen
Einflüsse aus a über ein sensorisch-perzeptives System in steigende Aktivi
tätenströme transformiert werden, sodass die Quantität des a-Einftusses in
Erlebnisqualitäten umgesetzt wird, die ihrerseits über den Holomorphismus
der Ilkorstruktur im Sinne metaphorischer Modulationen verarbeitet werden.
188 Postmortale Zustände?
was wiederum zu fallenden Aktivitätenströmen fuhren kann, die im umge
kehrten Weg zu reaktiven Zustandsänderungen oder physischen Aktionen des
Somas Anlass geben. Wird nun unterstellt, dass dieser Ilkorholomorphismus
in seiner zeitlichen (also telezentrischen) Struktur gestört wird, derart, dass
die kompositive Integration des ß-Merismus partiell unterbunden wird, dann
müsste sich diese Störung in der wie auch immer gearteten Erlebnisverarbei
tung manifestieren. Andererseits ist jedoch empirisch festzustellen, dass sich
jeder pathologische Zustand im psychischen Bereich (und zwar unabhängig
von seiner traumatischen Ursache) stets als eine Störung der Erlebnisverar
beitung manifestiert. Die Konsequenz hieraus kann nur sein, dass das jenseits
ß in der T(16) als eigentlicher Metroplex liegende Ilkorgefuge nicht mehr
zur ß-Struktur gehört, sondern bereits ein Element des Bereiches der Psyche
y darstellt. In Analogie zur ambivalenten T(7) der Transzendierung a —> ß
vollzieht sich demnach in der ebenfalls ambivalenten T(16)der zweite Schritt
der Transzendierung ß ^ y, sodass nunmehr zu analysieren ist, wie das zu ß
komplementäre Ilkorgefuge als Basisstruktur von y beschaffen sein kann.
Zunächst wird unmittelbar deutlich, dass es ein System aus einer unbekann
ten Anzahl r\ > 1 von Syntroklinen geben muss, die aus der T(16)alle 9 Tota
litäten des Bereiches ß von der T(15) bis zur T(7)durchdringen, um die holo
morphe Integration der an sich meristischen Aktivitätenströme zu erreichen.
Nun ist ein funktionell abgestimmter Lebensprozess einer autonomen somati-
schen Entität überhaupt nur in dieser holistischen Form möglich, weil andern
falls eine meristische Dekomposition den als Leben definierten Zustand von
vornherein unterbindet. Dies bedeutet aber, dass eine ß-Struktur sich nur unter
dem präformierenden Einfluss eines bereits vorhandenen Ilkorkomplementes
generieren kann,sofern auch die somatischen Bedingungen erfüllt sind. Einer
seits bleibt nun die metaphorische Länge der die 9 Totalitäten überbrückenden
T] Syntroklinen erhalten, während sich andererseits die generierende ß-Struk
tur aus der T(7) aufbaut. Auf diese Weise wird dann das in diese ß-Struktur
laufende Syntroklinensystem über die T(15) in die y-Bereiche n(y)> 16 ge
hoben, wo diese r\ Syntroklinen durch ein Netz äquitektonischer Steuersyn-
troklinen geschlossen werden, wodurch die y-Struktur im Wesentlichen cha
rakterisiert wird. Hat die ß-Struktur einer autonomen somatischen Entität x
gemäß ihrer graduellen Tektonik den maximalen Metroplexgrad n^(ß)<15,
dann würden die r\ Syntroklinen der Ilkorstruktur die Totalitäten der Grade
15-n^(ß) in ß überbrükken, aber zugleich bis zum Grad n^(y)= 9+n (ß) in
den Bereich y geschoben, wo das Netz äquitektonischer Syntroklinen die r\
Syntroklinen verbindet. Wird von der hier nicht relevanten PseudoStruktur
IV. Transzendierung der Physis in Bios und Psyche 189
Hp = 16 abgesehen, dann liegt der Maximalwert in ß bei n(ß)= 15,sodass der
Bereich y durch 16 < n(y) < n^ = 24 in einer T(24) begrenzt wird.
In dem System aus r\ Syntroklinen des Ilkorkomplementes einer Lebens
form X autonomer Individuen, welches in der T(n^(y)) mit n^(y) < 24 durch die
äquitektonischen Steuersyntroklinen im Verbund steht, vollzieht sich offenbar
die y bestimmende Transdynamik von Aktivitätenströmen, durch welche die
Ilkorstruktur den Holomorphismus in ß und damit die Erlebnisverarbeitung
von X ermöglicht. Es handelt sich bei diesen Syntroklinen demnach hinsicht
lich Xj um syntroklinische Brücken einer Femkorrelation von y über ß nach a.
Es muss nun darauf ankommen, die möglichen Systeme solcher Telekorsyn-
troklinen zu untersuchen, und zwar in Bezug auf die möglichen Lebensfor
men. Diese Telekorsyntroklinen bilden sozusagen Manuale der Ilkorstmktur,
bei deren Untersuchung es insbesondere auf eine Klassifikation und Zuord
nung der Lebensformen zu den möglichen Zahlen r\ der syntroklinischen Ele
mente solcher Telekormanuale ankommt.
2. Telekormanuale holomorpher Ilkorstrukturen
Die in den r\ Telekorsyntroklinen(TS)steigenden und fallenden Aktivitäten
ströme des Ilkorholomorphismus werden offensichtlich durch zeitliche Zu-
standsändemngen der äquitektonischen Steuersyntroklinen (SSK) im Sinne
einer Erlebnisverarbeitung modulierend gesteuert, wobei sich diese Steuemng
im Wesentlichen auf vier Komplexe von Triebmotivationen bezieht, die not
wendige und hinreichende Voraussetzungen des holistischen Lebensprozesses
sind. Es handelt sich dabei um den Komplex A aller Tendenzen der Selbster
haltung, femer um den Komplex B der Selbstentfaltung sowie um den Kom
plex C von Arterhaltung, Fortpflanzung oder Sozietätenbildung und schließ
lich um den Komplex D aller kaptativen Triebe, wie sie z. B. eine Biocoenose
fordert. Das über der Ilkorstmktur in y liegende Telekormanual aus den TS
und den diese q Syntroklinen verbindenden SSK in der Totalität maximalen
Grades n^(y) < 24 steuert offenbar im Wesentlichen diese vier Triebkomplexe
A bis D im Sinne des Holomorphismus der Ilkorstmktur.
Im einfachsten Fall prä- oder protobiontischer Primitivstmkturen der maxi
malen Metroplexgrade zwischen n^(ß)= 7 und n^(ß)= 10 gibt es offensicht
lich nur eine TS im Telekormanual, die in den y-Bereich zwischen die T(16)
und die T(19) reicht, sodass dieses Telekormanual durch q = 1 = 2° gekenn
zeichnet ist. Hier fließen die A bis D mdimentär steuemden Aktivitätenströme
nur in dieser einen TS, wobei die erste Priorität dem Komplex A zukommt.
190 Postmortale Zustände?
Die eigentlichen Lebensformen in der T(ll) bis T(15) in ß erfordern TS mit
SSK in T(20) bis T(24). Wegen der wesentlich höheren Komplexität durch
n^(ß)> 10 in den Motivationskomplexen A bis D wird eine Separation der
sich verstärkenden Aktivitätenströme in y erforderlich, was durch eine schritt
weise Duplikation der TS erreichbar ist. Ab T(11) in ß wird im Telekorma-
nual die TS-Zahl r| = 2= 2' durch eine erste Duplikation möglich, wobei die
eine SSK in den y-Totalitäten zwischen n^{y)= 20 und n^{y)= 24 liegen kann.
Diese Duplikation zu r| = 2 ist jedoch dreideutig; denn es besteht neben der
Möglichkeit einer als Urego (A,B) und Uraltro (C,D)steuernden TS noch
die Möglichkeit (A,C) mit (B,D) und diejenige der konservativen Einheit
(A,D)mit der komplementären evolutorischen Einheit(B, C). Lebensformen
r| = 2 mit nur einer SSK haben stets den Charakter des vegetativen Lebens
einer Flora aus autotrophen Produzenten mit endothermem Stoffwechsel in
der R3-Manifestation, doch müssen zu ri = 2 auch die partiell heterotrophen
insektivoren Pflanzen und die ebenfalls heterotrophen Pilze als Reduzenten
gerechnet werden, und zwar möglicherweise als ein spezifischer Zweig der
Dreideutigkeit des ersten Duplikationsschrittes des Telekormanuals r) = 1
nach r| = 2. Der zweite Duplikationsschritt setzt wiederum n (ß)^ 11 und
n^(Y)> 20 des SSK-Systems voraus und fuhrt zu r| = 4 = 2^ Telkorsyntrokli-
nen. Nunmehr wird jeder der Komplexe A bis D von einer TS gesteuert, die
ihrerseits in n^{y)> 20 durch =6 äquitektonische SSK im Verbund stehen.
Hierdurch sind sämtliche animalen Rj-Manifestationen umschrieben; denn in
diesem eindeutigen zweiten Duplikationsschritt der TS bilden A und B ein
Ego, aber C und D ein zum Altro orientiertes Geftige. Der dritte Duplikati
onsschritt beginnt mit ri = 8 = 2' mit einer Differenzierung der vier Grund
komplexe, doch ist jede dieser Differenzierungen wiederum dreideutig, so-
dass die Deutigkeit des Telekormanuals 3''= 81 für q = 8 ist. Diese aus dem
animalen Bereich hervorgehenden Strukturen setzen eindeutig n^(ß)=15 und
n fy)= 24 voraus, während das SSK-System dieser TS aus = 28 Steuer-
syntroklinen besteht. Da es über q = 8 hinaus noch den eindeutigen vierten
Duplikationsschritt q = 16 = 2'* in der irdischen Biosphäre mit n^(ß)=15 und
n^(y)= 24 als humanes Vemunftwesen gibt, muss angenommen werden, dass
die 81 verschiedenen Zweige q = 8 als Primatenformen anzusprechen sind,
die den Übergang von q = 4 nach q = 16 ermöglichen. Auch für diesen letzten
eindeutigen Duplikationsschritt q = 16 liegen die (^2^)= 120 Steuersyntrokli-
nen in der T(24).
Für die Zahl der TS eines Telekormanuals gilt allgemein q = 2^, wenn
0 < A, < 4 mit ganzzahligem X den Differenzierungsgrad angibt. Für die Zahl
IV. Transzendierung der Physis in Bios und Psyche 191
der SSK folgt dann aus tj unmittelbar =(^). Die durch X gekennzeich
nete Strukturform des Lebens ist für geradzahlige X, also für A. =0 oder X = 2
bzw. A,=4 eindeutig,für die ungeradzahligen A,-Werte X = 1 und X = 3jedoch
mehrdeutig, und zwar dreideutig für X = 1, aber 81-deutig für A,= 3.
Während A,=0 prä- und protobiontisches Leben und A,= 1 die vegetativen
Lebensformen von Produzenten und Reduzenten der Flora kennzeichnen,
beschreiben A,= 2 bis A,=4 animales Leben der Konsumenten, welches von
A,= 2 über die Primaten A,= 3 die humanen Vemunftwesen A,= 4 erreicht. Für
das SSK-System gilt entsprechend Zj,= 0 und z,= 1, aber Z2= 6 sowie Z3= 28
und z^= 120. Dieser Anstieg der z^ mit A, bedeutet, dass mit A, nicht nur der
Differenzierungsgrad, sondern auch die Subtilität und Intensität der Aktivi
tätenströme und damit die Differenzierung der holomorphen Ilkorstrukturen
steigt. Die SSK für A.= 1 und A,= 2 können, aber diejenigen für A.= 3 und
A,=4 müssen in der T(24)liegen, wobei die z^ > 1 als Systeme von SSK so be
schaffen sein können, dass diese SSK untereinander korrelieren. Da nun aber
A.= 3 und A.=4 durch SSK in der T(24) charakterisiert sind und die SSK für
A,= 2 in dieser Totalität liegen können, muss im Fall der SSK-Korrelation ein
diese Korrelation beschreibender Metroplex jenseits der y-Grenze n = 24 als
Pseudometroplex in einer T(25)konzipiert werden, der seinerseits nicht mehr
zum Existenzbereich y zu gehören braucht. Bereits in Der Elementarprozess
des Lebens wurden im letzten Abschnitt die vier Komplexe A bis D erwähnt,
doch wurde trotz A,=4 im Rahmen einer starken Verkürzung auf die Diffe
renzierung dieser Komplexe zu r| = 16 nicht eingegangen, weil es nur darauf
ankam, gewisse Fehlsteuerungen verursachende Anomalien in y bei A,=4 zu
verdeutlichen.
3. Maximentelezentrik
Bei der Betrachtung der Metroplexstrukturen des Lebens in den Bereichen a
bis y muss einer Beschreibung der telezentrischen Tektonik eine besondere
Bedeutung zukommen,denn dieser Tektonik entspricht der Schicksalsverlauf
der betreffenden lebenden Struktur in x^. Nach den Untersuchungen der te
lezentrischen Welttektonik kommt jeder a-Struktur in dieser telezentrischen
Tektonik eine morphologische Geschichtlichkeit zu, weil aus der Polydro-
mie derjeweiligen Futuralpotenz die Steuerung der Aktualisierung eines mo-
nodromen Verlaufs in die faktische Vergangenheit über die syndromatische
Tektonik aus x^ erfolgt. Zwar wird der Umfang der Futuralpotenzen im Falle
der Makrokollektiven durch Kompensationsvorgänge bis zur vorgetäuschten
192 Postmortale Zustände?
Kausalität makrophysikalischen Geschehens eingeschränkt, doch geht dies
auf die PseudoStrukturen in der a begrenzenden T(7)zurück.
Existiert dagegen eine Fortsetzung in ß und y,sodass die makromare ma
terielle Komposition des Soma als Manifestation der Ideen entelechial ge
schichteter Wirkungsgefüge aus ß und y erscheint, dann kommt es als Folge
dieser weit über a hinausgehenden Metroplexgefuge (bis n^ = 24) und der
damit verbundenen umfangreichen syndromatischen Tektonik zu einer sehr
starken Verbreiterung der Futuralpotenzen und den damit verbundenen Frei
heitsgraden der Aktualisierung.
Nun kann gezeigt werden, dass als Folge der allgemeinen morphologischen
Geschichtlichkeit telezentrischer Tektonik die syndromatische Steuerung der
Aktualisierung in einer Futuralpotenz stets so erfolgt, dass es bei der Aktu
alisierung des monodromen Zweiges, bezogen auf die R^-Peristase zu einer
strukturellen entelechialen Extremalakkumulation in x^ kommt, deren x^-Ur-
sache im Folgenden kurz als Maxime bezeichnet werden soll. Dies bedeutet,
dass eine solche der sich aktualisierenden Struktur immanente Maxime p die
Aktualisierungsrichtung innerhalb der Futuralpotenz in eine solche relative
strukturelle Extremalakkumulation steuert. Hier können sich die Extrema der
AJckumulation entweder als Minima oder als Maxima manifestieren, was von
der Natur der Maxime abhängt. Es ist also zwischen negativen(p_)und positi
ven(p^)Maximen zu unterscheiden. Die p aktualisieren dabei Minimalakku
mulationen, die bei minimalem entelechialem Niveau maximale Wahrschein
lichkeit(als Maß einer Desorganisation)aufweisen, während die p^ Maximal
akkumulationen aktualisieren, derart, dass maximale entelechiale Organisati
onsstrukturen bei minimaler Wahrscheinlichkeit verwirklicht werden.
Im Bereich des Mikrogeschehens in a, also für n(a)< 6 treten p und p^
als Möglichkeiten gleichermaßen auf, was zur Folge hat, dass in diesem Mik-
robereich von a in Bezug auf das Betrachtungsniveau der Quantenphysik
Wahrscheinlichkeitsfunktionen das Geschehen beschreiben und die verschie
denen Quantenstatistiken Gültigkeit haben. Das Makrogeschehen in a bezieht
sich dagegen allein auf die Pseudometroplexe n (a)= n^ = 7 der Kollektiven,
und dieses Makrogeschehen wiederum wird durch die p ausschließlich ak
tualisiert. Dies bedeutet aber, dass als Folge dieser p das Geschehen in den
Pseudometroplexen der T(7) stets so verläuft, dass maximale Wahrschein
lichkeitsgrade bei minimalem Organisationsniveau aktualisiert werden, d. h.,
dieser Makrobereich der Physis wird allein vom Prinzip der Entropieerhöhung
(mindestens konstant), also dem zweiten thermodynamischen Hauptsatz be-
IV. Transzendierung der Physis in Bios und Psyche 193
Stimmt. Im Existenzbereich ß schließlich treten die )li mit steigendem Metro-
plexgrad immer stärker zurück, während der Aktualisierungsanteil durch die
|Li^ entsprechend ansteigt und schließlich im Bereich y völlig dominiert. Die
Konsequenz hieraus ist, dass die Komplexität der somatischen Manifestati
onen, sowie das Organisationsniveau ihrer materiellen Kompositionen und
der Freiheitsgrade ihrer Aktualisierungen innerhalb der immer breiter wer
denden Futuralpotenzen von A,=0 bis X =4 stark anwächst. Wegen dieser
Eigenschaft der in ß und y muss geschlossen werden, dass sich die im
Zustand des Lebens befindliche Materie als komplementäre Realisation der
Ideen entelechial geschichteter Wirkungsgefuge grundsätzlich anders verhält
als die anorganischen Elemente der Physis a,obgleich in den Einzelbereichen
eines meristisch aufgefassten Soma und im Bereich quantifizierbarer Ereig
nisse in ß durchaus zugleich sämtliche Gesetze der Physis a gelten. Die durch
den Ilkorholomorphismus und die p^-Maximen bestimmten übergeordneten
Gesetzmäßigkeiten der Bereiche ß und y implizieren demnach a,sodass der
Bereich y des Holomorphismus den Bereich ß der entelechial geschichteten
Wirkungsgefuge und dieser wiederum den Bereich a impliziert. Der Tod ei
ner lebenden Struktur ist dann dadurch charakterisiert, dass nicht mehr
wirkt und durch eine Auflösung des Holomorphismus das Soma im R3 aus y
und ß entlassen wird, sodass nunmehr nur noch p im Bereich a Kollektiven
n (a)= 7 aktualisiert, was einen Zerfall des Soma in a-Strukturen höchster
Entropie zur Folge hat- ein Sachverhalt, der unter dem Einfluss von p^ und
des Ilkorholomorphismus unmöglich ist.
Nach diesen Untersuchungen kann ganz allgemein festgestellt werden,
dass die p stets x^-Strukturen einer sich aktualisierenden und manifestieren
den Entität darstellen, die dieser Entität immanent sind. Die Wirkung der p
ist durch die Monodromie einer faktisch vergangenen Zeitstruktur der En
tität definiert, derart, dass das Geschehen oder das Schicksal der betreffen
den Entität(also die Form des monodromen vergangenen Zweiges)durch die
Maximenaktualisierung innerhalb der Zeitfolge polydromer Futuralpotenzen
möglicher Zeitwege durch die Area der Entität bestimmt wird. Mithin indu
ziert eine Maxime stets eine typische telezentrische Tektonik eines monodro
men Zweiges der Area,sodass hier von einer allgemeinen induktiven Telezen-
trik der p im Sinne einer Maximentelezentrik gesprochen werden muss.
Im Rahmen einer solchen Maximentelezentrik kommt es also bei der Selek
tion des monodromen Vergangenheitszweiges aus den Futuralpotenzen stets
zu einer Änderung der zur Entität komplementären Ideenstruktur, wobei im
194 Postmortale Zustände?
Fall n Ideeninhalte zugunsten eines Wahrscheinlichkeitsanstieges(Desorga
nisation) zurückgenommen, aber im Fall induktiv zugunsten einer Erhö
hung des Ideeninhaltes (Organisationsgrad) erhöht werden. Da diese Maxi-
mentelezentrik stets nur über die syndromatische Tektonik in der sich aktu
alisierenden Entität laufen kann, wird deutlich, dass der Holomorphismus der
Ilkorstruktur in ß und y allein die Folge einer solchen maximentelezentrischen
Induktion einer sein kann. Der aus einer parentalen Einheit im erzeugte
ß-Keim aus a-Strukturen kann nur dann die Ontogenese in der telezentrischen
Tektonik beginnen, wenn eine artspezifische den entsprechenden Holomor
phismus induziert. Hieraus folgt unmittelbar der Schluss, dass es für p^ zwei
von X abhängige Formen geben muss. Einerseits besteht die Möglichkeit, dass
p^ als Extramaxime p; wirkt, also für die Lebensdauer des Soma den Ilkorho-
lomorphismus induziert, der aber so mit der ß-Struktur verflochten ist, dass
er beim Lebensende aufgelöst wird, weil p; insgesamt in eine p umschlägt.
Andererseits kann p^ als Inframaxime p;^ erscheinen, d. h., es handelt sich
bei dieser Maxime um eine eigenständige x^-Entität, die ebenfalls den Holo
morphismus induziert, aber in der telezentrischen Welttektonik wegen ihres
Charakters einer in sich geschlossenen Entität erhalten bleibt und daher nicht
über p~ in p transformieren kann. Die notwendige Voraussetzung derartiger
Inframaximen, die von einer Lebensform x zu erfüllen ist, bedingt z^(x)> 1
der SSK und n^(ß)= 15 sowie nj^(Y)= 24,also Pseudometroplexe jenseits y in
der T(25), sodass nur im Fall X>2 diese Infi-amaximen möglich sind.
Unabhängig von der Natur einer solchen telezentrischen Maxime p kann
p bei der Aktualisierung während eines x^-Intervalls einzelne Partialberei-
che eines Ideengefüges (entelechial geschichtetes Wirkungsgefüge in ß und
y oder Transkomponenten von a-Elementen) unverändert lassen, während
andere Partialbereiche in der telezentrischen Tektonik im x^-Intervall bei der
Aktualisierung verändert werden. Im Folgenden sollen diese sich nicht ver
ändernden Partialbereiche der telezentrischen Tektonik in dem betreffenden
x^-Abschnitt zur Kürzung als skleromorph, die sich in der telezentrischen
Tektonik verändernden Partialbereiche des Ideengefüges aber als rheomorph
bezeichnet werden. Rheo- und Skleromorphismen treten im Allgemeinen si
multan auf, wobei der Rheomorphismus stets auf die maximentelezentrisch
bedingte Aktualisierung einer Transdynamik von Aktivitätenströmen zurück
geht. Im Rahmen der allgemeinen Problemstellung aus 1.1. muss es nunmehr
daraufankommen,diese in sich geschlossenen Entitäten der Inframaximen zu
untersuchen.
V. Im Bereich des Pneuma 195
V.IM BEREICH DES PNEUMA
1. Autonome Inframaximen in transzendenten Arealen
Betrachtet man die zu den X gehörenden ri = 2^ Syntroklinen TS der Tele-
kormanuale(TM) und berücksichtigt man, dass die Aktivitätenströme (hin
sichtlich Xj steigend oder fallend)in diesen TS über den Holomorphismus die
eigentliche Transdynamik einer Verarbeitung der Peristase der ß-Stuktur und
ihres somatischen Komplementes bedingen, dann wird deutlich, dass die X
Klassen des Bewusstheitsgrades darstellen, derart, dass dieser Bewusstseins-
grad vom bloßen Regelvorgang prä- und protobiontischen Lebens A,=0 bis
zum Vollbewusstsein bei A,=4 steil ansteigt. Diese Aktivitätenströme der Er
lebnisverarbeitung werden dabei als Folge rezeptorisch aufgenommener so-
matischer Einflüsse der Peristase(über die ß-Struktur) aus dem llkorholomor-
phismus in der T(16)als steigende Aktivitätenströme in das TM emittiert und
im SSK-System in fallende Aktivitätenströme gesteuert, die dann in dieser
Modalität(im TM)über die llkorstruktur in ß und dem Rj-Soma Reaktionen
auf diese Erlebnisverarbeitung auslösen. Die gesamte y-Struktur ist dabei als
Induktion einer aufzufassen, und zwar einer p;für A.=0 und A,= 1, aber
auch bedingt für A,= 2, wenn n^(ß)< 15 und n^(y)< 24 ist. Eine Induktion der
y-Struktur durch eine Inffamaxime p;|; hat zur notwendigen Bedingung z^^ > 1
sowie n^(ß)= 15 und n^(y)= 24, also A.> 2. Diese Bedingung ist jedoch für
A,= 2 noch nicht hinreichend, wohl aber für A.= 3 und A,= 4.
Mindestens bei A,=4(vielleicht aber auch für einige der 81 Varianten A,= 3)
tritt indes eine empirische Schwierigkeit auf; denn im Fall A,=4 kommt es zu
einer voll bewussten Abstraktionsfahigkeit und zur Bildung eines ausgepräg
ten Selbst- und Identitätsbewusstseins. Dies bedeutet aber, dass es allein in
ß und y zu einer zyklischen Erlebnisverarbeitung im Sinne einer metapho
rischen Rückkopplung kommt, ohne dass die Notwendigkeit auslösender
Einflüsse aus der R^-Peristase auf das Soma bestünde. Für diese hinsichtlich
ß und y interne reflektorische Erlebnisverarbeitung, die empirisch für A,=4
evident ist, sind aber steigende und fallende Aktivitätenströme erforderlich,
für welche das aus den 16 TS bestehende TM und sein SSK-System allein auf
keinen Fall ausreicht.
Die einzige Möglichkeit, diesem empirischen Sachverhalt bei A,= 4 gerecht
zu werden, ist der Schluss auf Metroplexsyntropoden einer assoziativen Me-
troplexstruktur in den TS, welche über das TM den ganzen y-Bereich bis in
die T(16)den TS des TM entsprechend n-fach überbrücken und die Aktivitä-
196 Postmortale Zustände?
tenströme intensivieren. Es muss daher jenseits y neben den Pseudometrople-
xen der SSK in der T(25) eine eigentliche Metroplexstruktur (mindestens für
A,= 4)konzipiert werden,welche diese mentalen Eigenschaften reflektorischer
Erlebnisverarbeitung allein in ß und y bedingt. Die T(25)erweist sich wie die
T(16) und die T(7) wiederum als ambivalent, wenn ein solcher eigentlicher
mentaler Metroplex mit seinen r| mentalen Syntropoden vorliegt. In dieser
T(25) vollzieht sich demnach der letzte Schritt einer Transzendierung vom
Bereich y in den Bereich des Pneuma 5 gemäß y —> 5, wobei die mentalen
Metroplexgrade einer Struktur x im Intervall 25 < n^(6)< ng liegen, von des
sen oberer Schranke ng nur Ug < oo bekannt ist, jedoch kann ng ^ 25 werden.
In einer solchen mentalen 6-Struktur werden die TS des TM in y sozusagen
zu Leitstrukturen der x] mentalen Metroplexsyntropoden, während das SSK-
System ebenfalls aus dem mentalen Metroplex in 5 gesteuert wird.
Diese so durch den mentalen Metroplex ergänzte y-Struktur kann auch nur
die Induktion einer Inframaxime sein, die sich aber als Folge des mentalen
Charakters hinsichtlich der Aktualisierung von y und ß wesentlich von un
terscheidet, weil sie in völlig autonomer Form unabhängig von der Maximen-
telezentrik der beliebige monodrome Zweige der Futuralpotenz aktualisie
ren kann,die i. B.aufa,ß oder y keineswegs Extremalakkumulationen zu sein
brauchen. Hinsichtlich 6 liegtjedoch gerade wegen der gezielten Willkür der
Autonomie wiederum die Extremalakkumulation vor, sodass sich diese auto
nomen Inffamaximen der 6-Struktur wegen ihrer mentalen Autonomie von
den p^ unterscheiden, aber hinsichtlich 6 dennoch dem Prinzip der Maximen-
telezentrik genügen.
Im Gegensatz zu p_ und p_^ sind die Inffamaximen p^ und erst recht
strukturell in sich geschlossene x^-Entitäten, die den nicht mentalen (p^)oder
mentalen (ttJ Ilkorholomorphismus bedingen. Trotzdem kommen in meris-
tischen Partialbereichen der ß-Struktur und des R3-Soma unabhängig von p^
oder 71^ auch p_ oder p^ zur Wirkung, die aber von den Inffamaximen koor
diniert werden. Ganz offensichtlich ist bei >.=4 mit dem aus empirischen
Gründen in I. 1. definierten Begriff der Persona identisch. Dies bedeutet aber,
dass die Problemstellung des zeitlichen Schicksals der Persona nach dem Tod
zu einer Frage nach der telezentrischen Tektonik der konkretisiert wird.
Eine Untersuchung dieses Sachverhaltes zeigt, dass es für jedes sich im R3
manifestierende Lebewesen x bei seiner Entstehung das Ereignis T, der Inkar
nation eines Holomorphismus geben muss, welches x individualisiert und in
jedem Fall die Bedeutung eines initialen Telezentrums hat. Nach einer von T,
an zählenden Lebensdauer t^(Ende des monodromen Zweiges telezentrischer
V. Im Bereich des Pneuma 197
Tektonik in R^) tritt der Tod von x ein. Im Fall\=0 kommt es bei diesem
Tod zum Übergang |a_, d. h., für =0 ist die Area hinsichtlich T, im
später liegenden Bereich völlig offen, sodass für die Klasse = 0 keine Te-
levarianz existiert. Ist dagegen X^ > 0, dann transmutiert p; nicht notwendig
in p beim Erreichen von t^, sondern p;;^ wird als Ilkorstruktur in x^> 0 aus
dem zurückgenommen. Dies gilt auch dann, wenn x gemäß Zj^(x)> 1 so
wie n^(ß)= 15 und n^(y)= 24 die Existenzbedingung für p;|; erfüllen. Aller
dings vollzieht sich sowohl in p; als auch in p^ im postmortalen Bereich t > t^
keinerlei Aktivitätendynamik mehr,sodass hier statische Zustände telezentri-
scher Tektonik gegeben sind, deren Futuralpotenzen stets nur aus dem einen
vorgegebenen und wegen seiner Statik nicht mehr polydrom aktualisierbaren
monodromen Zweig bestehen. Zwar könnte hier ein Gegentelezentrum T^ ei
ner transzendenten Area vermutet werden,jedoch kann ein solcher statischer
Zustand durch peristatische Vorgänge passiv verändert oder aufgelöst wer
den, was aber p^ —> p; —► p_ entspräche, sodass für p; und auch für p;J^ keine
televariante transzendente Area, also kein Gegentelezentrum existiert.
Ist dagegen x das Komplement zu , dann kommt es durch den mentalen
6-Metroplex und seine r| Syntropoden in den TS des TM zu einer ständigen
internen Transdynamik während der postmortalen Zeit t > t^. Auf diese Weise
kommt es zu einer Selbsterhaltung der und zu breiten Futuralpotenzen, ob
gleich bei über x^ in die Schar der Parallelräume transzendiert. Aus der
morphologischen Geschichtlichkeit telezentrischer Tektonik und des mental
bedingten autonomen Charakters der bildet die Gesamtheit postmortaler
Futuralpotenzen eine transzendente Area, welche der Televarianzbedingung
genügt, sodass zu T, ein Gegentelezentrum angenommen werden muss,
während die R^-Projektion dieser Area offen ist. Da die x^-Grenze dieser trans
zendenten Area der 7t^ gemäß Tj-T, = T(x) = const > 0 eine für x spezifische
telezentrische Konstante ist, kann unter keinen Umständen mit dem Ge
gentelezentrum der Weltarea (eschatologische Sphärentrinität) identisch sein,
sondem muss für gegenwärtige Lebensformen x im R, mit komplementä
ren wesentlich fhiher liegen. In der Schar der Parallelräume gibt es also für
7ü^ postmortale Zustände einer internen Transdynamik in einer televarianten
transzendenten Area in Form eines postmortalen Eigendaseins als Folge der
stark polydromen Futuralpotenzen innerhalb dieser transzendenten Area.
Da T eine spezifische Artkonstante von x ist, aber die t^ als individuelle
Lebensdauer sehr verschieden ausfällt, bleibt stets t^<T, was für den post
mortalen Zustand die Existenzzeit P = T -1^ > 0 liefert, das heißt, die Sum
me aus t (monodromer Schicksalsverlauf im R ) und der postmortalen Zeit
198 Postmortale Zustände?
P ist mit der telezentrischen Begrenzung der Area -T,= T identisch. Da
jedoch T = const < oo gilt, bleibt auch P < oo, während außerhalb der Area T
eine telezentrische Tektonik für nicht mehr definiert ist. Andererseits gibt
es aber nach den vorangegangenen Darlegungen zur televarianten Weltarea
und ihren Parallelräumen in die spiegelsymmetrische Antiweltarea mit ei
ner entsprechenden Schar von Antiparallelräumen und einer spiegelsymmetri
schen antiparallelen telezentrischen Tektonik. Aus diesem Grunde muss in der
Antiweit eine zur transzendenten x-Area spiegelsymmetrische transzendente
Antiarea konzipiert werden, derart, dass auch ihre Telezentren antisymmet
risch in ihrer Semantik vertauscht erscheinen.
Wenn also in der Weltarea sein Telezentrum aktualisiert, dann hat
dies normal zu x^ die Aktualisierung des initialen Antitelezentrums dieser
Antiarea zur Folge, was einer Tc^-Inkamation in einer Antiraumzeit entspricht.
Auch hier muss dann ein postmortaler Zustand existieren, der nach Aktuali
sierung des Gegentelezentrums der Antiarea wiederum über das spiegelsym
metrische Initialtelezentrum T,im inkamiert, wobei nunmehr 7t^ allerdings
einen anderen monodromen Verlauf telezentrischer Tektonik innerhalb der
Area aktualisiert. So betrachtet erscheint in seinen Aktualisierungen als die
Inkamation zeitlicher Grenzenlosigkeit in der Zeitlichkeit T < oo in Analo
gie zur Rg -Struktur aus der telezentrischen Weltarea und ihrer Antiarea. Es
sei nebenbei bemerkt, dass die televarianten Areale der 71^ Unterareale der
Weltarea sind und dass bei hinreichend großem Abstand T der Telezentren
(bezogen auf x^) durchaus von T eine Folge von Unterarealen impliziert wer
den kann, bei denen Final- und Initialtelezentren in der x^-Folge zusammen
fallen, sodass innerhalb T von eine Folge von Reinkamationen im Sinne
von Rj-Manifestationen bis zur Erreichung des finalen Haupttelezentrums
Tj aktualisiert wird. Diese Reinkamationen von in einer transzendenten
Hauptarea erscheinen hier als eine Möglichkeit, doch konnte bislang noch
nicht untersucht werden, ob sie tatsächlich existent sind oder nicht. Wesent
lich erscheint hingegen ein Verständnis des Lebensprozesses, wenn 71:^ aus 6
den Ilkorholomorphismus induziert.
2. Transdynamik rheomorpher Adaptionen
Eine Transdynamik von Metroplexstrukturen kann nur eine Korrespondenz
dieser Metroplexe über Aktivitätenströme sein, welche über diese Korrespon
denz zur transdynamischen Korrelation der Metroplexstrukturen führt, wobei
die Aktivitäten als Elemente dieser Ströme diskrete Kondensorterme der Her-
V. Im Bereich des Pneuma 199
metrieform a sind. Eine derartige Korrespondenz setzt aber voraus, dass eine
Übertragung von Aktivitätenströmen möglich ist, was wiederum die Nähe
korrespondierender Metroplexe fordert. Im Transbereich der Welt ist jedoch
der Begriffder Distanz aufkeinen Fall mehr im Sinne einer geometrischen Er
strecke definiert. Zwar können die quantitativen Wertevorräte x. und x stets
5 6
durch Eichfaktoren in eine Längendimensionierung gebracht werden, doch
gilt dies aufkeinen Fall für die im Rahmen der Transzendierung koordinierten
Qualitäten, die im Wesentlichen den Bereich der Metroplextotalitäten bestim
men. Metroplexe sind stets organisierte begriffliche Muster, deren Distanz im
Bereich der Totalitäten allein durch die Ähnlichkeit solcher begrifflicher Mus
ter definiert werden kann.
Sind A und B solche begrifflichen Muster, die auch in verschiedenen Me
troplextotalitäten liegen können, dann kann die Ähnlichkeit zwischen A und
B durch einen Assimilationsfaktor 8 bewertet werden, der stets im Intervall
0 < 8 < 1 liegt, derart, dass 8=0 die völlige Verschiedenheit und damit die
größtmögliche Transdistanz, aber 8 = 1 die Identität, also die Distanzlosigkeit
kennzeichnen. Für 8 = 1 liefert die Metapher des mathematischen Isomor
phismus eine gewisse Veranschaulichungsmöglichkeit. Liegen A und B in
verschiedenen Totalitäten, dann ist immer 8 = 0, es sei denn A und B stehen
durch eine Syntrokline in Zusammenhang, die dann 8 < 1, aber noch nicht
8 —► 1 verursacht. Erst wenn aus der Totalität höheren Grades das Metroplex-
muster eine Syntropode in die tiefere Totalität des zweiten Musters fuhrt, dann
kann zwischen dem Syntropodenmuster und dem Muster der tieferen Totalität
die Assimilation 8 = 1 erreicht werden, doch ist dies keine Notwendigkeit.
Aktivitätenströme setzen nicht notwendig 8 = 1 voraus, doch muss ein von A
und B abhängiger Adaptionswert 1 zur Korrespondenz erreicht werden,
für den aufjeden Fall 8^ > 0 gilt.
Betrachtet man nun die Maximen und ihre Holomorphismen, dann wird
deutlich, dass in den TS allein durchaus schwache Aktivitätenströme steigen
oder fallen können, die sich aber wesentlich verstärken, wenn mentale Syn-
tropoden aus dem 6-Metroplex der T(25) über die TS in die Ilkorstruktur der
T(16) reichen. Dieser Fluss setzt jedoch voraus, dass zwischen der Syntropo
de und dem TS-Ansatz in der T(16) der Adaptionswert mindestens erreicht
wird, also 8 > 8^ ist. Im vollbewussten Wachzustand der 71^ ist diese Adaption
für alle r\ Syntropoden der 5-Struktur erfüllt, obgleich aus 5 stammende a-
Ströme zu Rheomorphismen der 5-Syntropoden und steigende a-Ströme (so-
matisch verursacht) aus ß im Ilkoransatz der TS zu entsprechenden Rheomor
phismen fuhren, welche die Adaption 8 > 8^ zeitlich verändem. Aufjeden Fall
200 Postmortale Zustände?
gibt es periodische vom R^-Soma über ß verursachte Ilkorrheomorphismen
durch weiche diese Adaption gemäß 8 < 8^ bis e —> 0 aufgehoben wird,sodass
die mentalen Syntropoden in 5 zurückgenommen werden. Hierdurch wird der
a-Fluss unterbrochen, was zur Bewusstlosigkeit des Schlafzustandes führt,
die aber nicht eindeutig ist. Nicht sämtliche Syntropoden werden simultan
in 6 zurückgenommen. Zunächst kommt es für alle r\ Syntropoden durch den
somatisch bedingten Rheomorphismus zu 8 —8^^ der Ermüdung. Anschlie
ßend wird die Adaption im Sinne s < für diese Syntropoden nacheinan
der aufgehoben, was zunächst eine Bewusstseinsverengung mit hypnagogi-
schen Halluzinationen und einem Einleittraum zur Folge hat. Wenn alle r\
Syntropoden rheomorph zurückgenommen sind, liegt die Hypnosynkope der
orthodoxen Schlafphase vor, während derer die somatischen und mentalen
Regenerationsfunktionen wiederum Rheomorphismen verursachen, welche
für einige Syntropoden die rheomorphe Adaption annähern und schwache
Aktivitätenströme ermöglichen. Dies erscheint als die paradoxe Schlafphase
des Traumes, dessen spezifische Komposition von den Strukturen sämtlicher
Seinsbereiche a bis 5 mitbestimmt wird. Paradoxe Phasen können wieder in
orthodoxe Phasen überleiten, während das Erwachen aus dem Schlafdurch die
totale rheomorphe Adaption in beiden Phasen verursacht werden kann, wenn
die regenerativen Vorgänge abgeschlossen sind. Die letzte Traumkomposition
wird dann erinnert, wenn das Erwachen in der betreffenden paradoxen Phase
erfolgt. Die rheomorphen Adaptionen und ihre Auflösung während des Schlaf
prozesses erweisen sich so als somatisch und mental notwendige regenerative
Regelprozesse einer Transdynamik der a-Korrespondenzen.
Die Rheomorphismen der 5-Syntropoden werden weitgehend vom SSK-
System gesteuert, welches, wie auch das TM,im Allgemeinen skleromorpher
Natur ist. Trotzdem kann es zu funktionalen SSK-Defekten kommen, der
art, dass die eine oder andere TS nicht mehr als Leitstruktur der betreffenden
5-Syntropode entspricht. Aufdiese Weise würde dann eine solche Syntropode
hinsichtlich des TM extern werden,aber dennoch intensive Rheomorphismen
erfahren,sodass die rheomorphe Adaption auch an externe Strukturen erfolgen
kann. Handelt es sich dabei um eine fremde dann wäre ein „telepathischer
Kontakt" hergestellt, der zwangsläufig von der Rj-Distanz völlig unabhängig
ist, dessen Kanal sich aber als Folge der spezifischen Adaption gezielt nur
auf die eine fi-emde richtet. Wird dabei 8^ überschritten,sodass eine a-Kor-
respondenz möglich wird, dann erscheint diese entweder aktiv als Injektion
mentaler Inhalte in die fremde tc^ („Gedankenübertragung") oder passiv als
a-Abffage aus dieser fremden („Gedankenlesen"). Im aktiven Fall könnten
V. Im Bereich des Pneuma 201
durch den injizierten a-Strom auch interne Rheomorphismen in 6, y oder ß
der fremden verursacht werden, die über den Ilkorholomorphismus dann
auch somatische funktionelie Störungen auslösen können. Dies könnte dann
als Mentalsuggestion oder aber als paranormal verursachte Therapie bzw.
paranormal verursachter pathologischer Zustand im Gefiige der fremden
und ihres Somas erscheinen. Es ist auch möglich, dass die Extemsyntropode
durch die rheomorphe Adaption direkt in den projiziert wird. Erfolgt dies
an einen Bereich des gleichzeitigen R3, dann können im passiven Fall über
reflektierte Aktivitätenströme Informationen über a-Strukturen dieses Berei
ches abgefragt werden, was als sogenanntes „Hellsehen," erscheinen müsste,
während im aktiven Fall die a-Ströme der Extemsyntropode den R3 schneiden
und als die Wahrscheinlichkeiten der Mikrozustände ändemde Informations-
entitäten wirken. Diese hätten dann physikalische Anomalien zur Folge, die in
sämtlichen Bereichen von a möglich und unter dem Terminus „Psycho- oder
Telekinese" zusammenfassbar sind. Hier wird die Unzulänglichkeit des phy
sikalischen Gesichtspunktes g) aus I. besonders deutlich. Im Rahmen dieses
aktiven Falles könnte auch eine Bildinformation über das Somakomplement
der 71^ mit Extemsyntropode phantomhaft übermittelt werden, was dann als
„Bilokation" beobachtbar wäre.
Kommt es hingegen zur rheomorphen Adaption der Extemsyntropode an
später liegende R^-Strukturen, dann würden in Analogie zum sogenannten
Hellsehen im passiven Fall Informationen über diese später liegenden Struktu
ren abgefi-agt, was einer „Präkognition" entspräche. Allerdings müssten diese
präkognitiven Informationen verhältnismäßig unscharf sein, weil die Futural-
potenzen der in R^ manifesten telezentrischen Tektonik sehr polydrom sind.Im
aktiven Fall könnte die Aktualisiemng des monodromen Schicksalsweges in
den Bereich der adaptierten Futuralpotenzen in ebenfalls unscharfer Form ge
steuert werden,sodass in diesem Fall die zukünftigen Stmkturen den Charakter
eines Verhängnisses unausweichlicher Natur annehmen können. Schließlich
besteht noch die Möglichkeit der rheomorphen Adaption an früher liegende
Bereiche. Dajedoch die vergangenen faktischen Strukturen stets monodrome
Zweige sind, bleibt hier eine aktive a-Emission irrelevant, könnte aber latente
Steuerungspotenzen in der Area hinsichtlich eines folgenden Aktualisiemngs-
zyklus ähnlicher Monodromie setzen. Eine passive Informationsabfi-age ist of
fensichtlich nur dann möglich, wenn die Extemsyntropode aus der Gegenwart
über den monodromen Vergangenheitszweig einer telezentrischen Tektonik
in die fhiher liegenden Bereiche zurückgeführt wird, was dann als sogenannte
„Psychometrie" oder „Retrokognition" beobachtet werden könnte. Prä- und
202 Postmortale Zustände?
Retrokognition sind dabei nicht an die zeitliche Begrenzung durch die ,Tele-
zentren der Tc^-Area gebunden.
Nach diesem Bild sind alle sogenannten „Phänomene" des Animismus auf
eine einzige Ursache, nämlich die rheomorphe Adaption mentaler Extemsyn-
tropoden an externe Weltstrukturen, also auf einen SSK-Defekt reduzierbar,
doch wird in jedem Fall für solche defektbedingten animistischen Prozesse
eine 6-Struktur mit n^(5)> 25 gefordert. Einerseits wird deutlich, dass wegen
des Defektcharakters eine Häufung animistischer Prozesse zu erwarten ist,
wenn die betreffende 7i^ und ihre komplementäre ß- und Somastruktur sich
in einem umbruchhaflen Ausnahmezustand wie Pubertät, gewissen patholo
gischen Zuständen oder beispielsweise in voll bewusster und akuter Lebens
gefahr usw. befinden. Andererseits muss der SSK-Defekt die Fehlsteuerung
einer mentalen Extemsjmtropode bewirken, was aber eine 7t^ voraussetzt. Es
erscheint dem Autor sinnvoll, zu untersuchen, ob es irgendein Psychophar
makon gibt, das als a-Element somatisch appliziert über ß und y einen SSK-
Defekt mit Bildung einer Extemsyntropode temporär verursacht; denn dann
könnte gezielt untersucht werden, ob es neben A,=4 auch bei einigen der 81
Varianten X = 3 diese mentalen Tc^-Holomorphismen gibt. Diese X = 3 mit
würden unabhängig vom somatischen Aufbau in a dem humanen Bereich
X = 4 am nächsten stehen.
3. Somatische Inkarnationszentren und Hylomorphlsmus
Es werde mmmehr die zeitliche Umgebung des initialen Telezentrums T,
einer autonomen Inframaxime im untersucht. Die fhiher als Tj liegende
präformative Phase beginnt stets mit der Erzeugung einer lebenden keimhaf
ten Struktur (mit einem entsprechenden ß-Komplement) durch die parentale
Fortpflanzungseinheit im Rj.Hierbei wird von der parentalen Einheit ein ge
netisches Informationsmuster hereditär an den somatischen ß-Keim weiterge
geben, das in sämtlichen biophorischen Letzteinheiten kodiert ist und zwar in
a-Elementen der T(6). Dies ist nach Der Elementarprozess des Lebens eine
Folge entelechialer Schichtungen der zur somatischen a-Komposition des
Keimes komplementären ß-Struktur. Während der Präformationsphase wächst
dieser Keim als Embryo in eine starke Differenzierung der ß-Struktur, die vor
erst ohne Personalität und Individualität ein somatisches Inkamationszentrum
darstellt, das den Charakter einer metaphorischen Plattform trägt. Die paren
tale Areastruktur ist dabei in der telezentrischen Tektonik stets so geartet, dass
die präformative Phase dieser Embryonalstruktur in die unmittelbare Umge-
V. Im Bereich des Pneuma 203
bimg von T, aktualisiert wird. Die gesamte Präformationsphase vollzieht sich
also allein in den Bereichen a und ß.
Eine 71^ kann nun entweder aus dem Finaltelezentrum der Antiarea(Haupt-
area) oder aber aus einem Finaltelezentrum in einer Folge reinkamativer
Unterareale über die Bereiche 5 und y das Telezentrum T, aktualisieren,
in dem sich simultan und völlig synchron die ß-Struktur des präformierten
Embryo befindet, die weitgehend vom hereditären genetischen Informations
muster bestimmt wird. Bei der Aktualisierung von T, durchläuft die Ilkor-
struktur von wahrscheinlich hochfi-equente periodische Rheomorphismen,
welche die rheomorphe Adaption s an die embryonale ß-Struktur opti
mieren. Bei s = kommt es dann zum spontanen Ti^-Einschlag s = 1 an die
ß-Komponenten des in a-Elementen kodierten genetischen Informationsmus
ters. Sobald 8=1 synchron in T, erreicht ist, erfahrt diese rheomorphe Ad
aption einen Skleromorphismus, der in der telezentrischen R^-Tektonik nicht
mehr von selbst zurückgenommen werden kann. Da dieser Skleromorphismus
einer vollständigen rheomorphen Adaption von den materiellen biophorischen
a-Elementen erzwungen wird, soll er als Hylomorphismus definiert werden.
Wenn die vollständige rheomorphe Adaption 8=1 der 71^ an somatische
Elemente erfolgt und 8 = 1 im Sinne des Hylomorphismus skleromorph wer
den soll, dann müssen an diese somatischen Elemente Forderungen gestellt
werden, die aufjeden Fall zu erfüllen sind. Zweifellos handelt es sich hierbei
um biophorische T(7)-Elemente, welche einerseits die gesamte somatische
Struktur im a-Bereich festlegen und andererseits sämtliche Zellulärstruktu
ren in der T(ll) bestimmen. Offensichtlich entfallen quartäre oder tertiäre
Proteinstrukturen ebenso wie enzymatische Proteine (z. B. RNS-Polymera-
sen, Nukleasen usw.). Es verbleibt allein die DNS-Doppelhelix, die als Ge
nom alle Zellnukleide bestimmt und in ihren Sequenzen das gesamte geneti
sche Informationsmuster des somatischen Genotypus in Form eines linearen
Triplettcodes trägt. Bekanntlich sind die Chiffren dieses Codes vier verschie
dene Nukleotide, die durch Phosphodiesterbrücken eine Helixkomponente
strukturieren, wenn Uracil ausgeschlossen wird, welches lediglich nach der
Transskription in einen RNS-Code Thymin ersetzt. Wegen dieser Codierung
des genetischen Informationsmusters ist die DNS-Doppelhelix ein Element
der T(7), während eine informationsffeie Doppelhelix zur T(6) gehört, weil
die beiden komplementären Helixkomponenten durch Intermolekularkräfte
gebunden sind. Eine Helixkomponente ist ebenso ein Element der T(5)(Phos
phodiesterbrücken) wie ihre monomeren Nukleotide.
204 Postmortale Zustände?
Sollen nun rheomorphe Adaptionen s = 1 der Tc^an alle zellulären Genome im
Sinne des Hylomorphismus skleromorph werden,dann müssen die a-Elemen-
te der Doppelhelix zwischen T(6)und T(3)als R^-Strukturen x^- und x^-Kom-
ponenten haben, welche eine flexible Koppelung hylomorpher 7C^-Strukturen
ermöglichen, derart, dass mikromare Strukturvariationen dieser 7c^-Bereiche
komplementäre a-Prozesse verursachen und umgekehrt, was die Toleranz
breite und zeitliche Stabilität des Hylomorphismus gewährleistet. Aus diesem
Grunde können diese Komponenten nur autonome a-Terme oder Systeme
solcher Terme gemäß II. 1. sein. Unter den Hermetrieformen der Weltstruk
turen verfugen jedoch nur(wie in II. 1. aufgezeigt) die b- und c-Formen über
derartige Komponenten. Andererseits sind die Nukleotide aus den atomaren
T(4)-Elementen C, N, O,P, S und H strukturiert, die ihrerseits allein auf die
Hermetrien c und d aus T(3)zurückgehen. Die d-Hermetrie(im atomaren Fall
Protonen und Elektronen) entfallt, weil hier die Transkomponenten hinsicht
lich des lediglich zu statischen Schirmfeldem ausgeartete a-Terme sind,
sodass nur noch die c-Terme nuklidischer Neutronenkonfigurationen verblei
ben. Hier dürfte jedoch die skleromorphe ir^-Koppelung unmöglich sein, weil
die das Neutron als c-Term begleitenden a-Kondensationen gegenüber der
sehr hohen Neutronenmasse (liegt über 939 MeV) völlig irrelevant bleiben.
Nach freien c-Termen geringerer Trägheit in der Doppelhelix zu suchen, ist
offenbar sinnlos, weil alle Terme dieser Art nach sehr kurzer Existenzzeit in
d-Terme radioaktiv zerfallen und dabei Energiebeträge umsetzen, welche die
Helixstruktur sofort zerstören würden.
Aus diesen Gründen muss gefordert werden, dass der Ti^-Hylomorphismus
an die a-Elemente der DNS-Doppelhelix über zeitkondensierte Basissyntro-
poden, also über b-Terme erfolgt; denn nach den Darlegungen aus II. 1. ge
nügt neben der c-Form nur noch die b-Hermetrie der Bedingung der Trans
komponenten. Dies bedeutet aber, dass die DNS-Doppelhelix als molekularer
photonischer Resonator zumindest in einzelnen Sequenzen konzipiert werden
muss, wobei ein solcher Resonatorjeweils eine spezifische Photonenmodula
tion bedingt, die durch seine interne Struktur gegeben ist, sodass diese Modu
lation eventuell ein photonisches Abbild der Information auf dieser Sequenz
sein könnte. Die Frequenz dieser photonischen b-Terme müsste wegen der
geometrischen Rj-Abmessung der Helixsequenzen im Infi-arotbereich aber
auch im sichtbaren Bereich liegen, sodass dieses photonische Resonanzfeld
stets durch thermische Prozesse der Umgebung angeregt wird. Die als Trans
komponenten diese b-Terme begleitenden a-Kondensationen sind, bezogen
auf das photonische Resonanzfeld, keineswegs mehr irrelevant, sodass der
V. Im Bereich des Pneuma 205
TC^-Hylomorphismus auf diese Weise direkt über das konzipierte photonische
Resonanzfeid an die Doppelhelix erfolgen kann, wenn diese Doppelhelix
tatsächlich ein Molekularresonator für infrarote und sichtbare b-Terme ist.
Empirisch ließe sich dieser theoretische Sachverhalt untersuchen, wenn le
bendes Gewebe explantiert und bei seiner möglichst kurzfristigen Abtötung
(durch eine geeignete Intoxikation) von einem Photonenzähler überwacht
wird.^
Die Aktualisierung von T, durch 71^ ist wegen der Synchronizität (bedingt
durch die parentale telezentrische Areastruktur) stets mit einem solchen Hy-
lomorphismus verbunden, durch den der Embryonalzustand (als Folge des
durch 71^ bedingten Ilkorholomorphismus) personalisiert und individualisiert
wird, was vor dem hylomorphen 71^-Einschlag nicht der Fall war. Eine Auf
lösung des Hylomorphismus ist nur dann möglich, wenn somatische ß-Än-
derungen sich so vollziehen, dass konforme Tc^-Rheomorphismen nicht mehr
möglich sind, was unmittelbar zur Rücknahme der 71:^ in die Schar der Parallel
räume fuhrt und den Abbruch des betreffenden monodromen Zweiges der im
R^ manifesten telezentrischen Tektonik zur Folge hat. Dies aber ist identisch
mit dem Tod der personalisierten somatischen Struktur. Da die gewaltsame
Auflösung des Hylomorphismus den Sachverhalt vorsätzlicher Tötung erfüllt,
kann im Fall A,=4 geschlossen werden, dass ein Schwangerschaflsabbruch
nach T, diesen juristischen Sachverhalt vorsätzlicher Tötung erfüllt, nicht aber
während der Präformationsphase. Zur Konkretisierung eines entsprechenden
Gesetzes müsste jedoch T,, also der Termin des hylomorphen Tc^-Einschlages
bekannt sein.
Nach vollzogenem Hylomorphismus in T, wächst die somatische Rj-Mani-
festation und ihr ß-Komplement organisch in die Ilkorstruktur hinein, deren
holomorpher Charakter die a- und ß-Merismen koordiniert. Diese Koordina
tion der Merismen erfolgte während der Präformationsphase parental, doch
wird dieser Einfluß nach T, immer umfassender von 71^ übemommen. Beim
organischen Wachstum in die Ilkorstruktur der wird der hereditäre Geno-
typus in der bekannten Weise von der R^-Peristase zum Phänotypus geprägt,
doch erfolgt diese phänotypische Prägung auch, und zwar wesentlich, durch
6 Während der Drucklegung dieser Schrift erfuhr der Autor, dass in jüngster Zeit aus völlig an
deren Gründen und ohne Kenntnis der vorliegenden Arbeit derartige Experimente durchgeführt
worden sind. Es konnten diese vom Autor postulierten Photonen in den angegebenen Frequenz
bereichen tatsächlich nachgewiesen werden. Man vermutet aufgrund dieser experimentellen
Ergebnisse, dass aus irgendwelchen Gründen einzelne DNS-Sequenzen die Eigenschaften mo
lekularer LASER-Resonatoren hoher Güte haben. Der Autor ist geneigt, hierin möglicherweise
eine erste empirische Bestätigung des skizzierten Bildes sehen zu können.
206 Postmortale Zustände?
den 6-Metroplex der ein Sachverhalt, der in einigen Fällen physiogno-
misch beobachtbar sein müsste.
Ist das organische Wachstum des Sorna und seines ß-Komplements in die
Ilkorstruktur der abgeschlossen, dann leitet die Phase organischen Wachs
tums in die Funktionalphase des Soma über. In beiden Phasen liegt bereits
die autonome Form des Soma vor, in der sich die 7i^ durch den Hylomorphis-
mus manifestiert. Es müsste demnach in einem solchen Soma diskrete Zonen
geben, die struktureller Art sind und von diesem Hylomorphismus bestimmt
werden, derart, dass applizierte somatische a-Einflüsse in diese Zonen vom
Soma her starke Rheomorphismen in ß, y und 5 veranlassen, die nach ir
gendwelchen Transmutationen auf andere Bereiche des Soma eventuell the
rapeutisch zurückwirken. Hier drängt sich unmittelbar der Gedanke auf, dass
die Erfahrungen der sogenannten Akupunkturmedizin in Wirklichkeit Erfah
rungen hinsichtlich dieser hylomorphen somatischen Strukturzonen sind.
Dem Autor erscheint es vemünftig, von diesem übergeordneten Niveau die
Empirie der meristisch aufden Bereich a orientierten Medizin zusammen mit
der Empirie der Akupunkturmedizin sowie der Psychosomatik und aller Rich
tungen der Psychologie für A.=4 einheitlich zu betrachten und zu versuchen,
eine einheitliche holistisch orientierte Medizin zu begründen.
4. Residuum und somatische Alterung
Betrachtet man von der hylomorphen Ti^-Struktur eines lebenden Menschen
(hier sollte X =4 sein) nicht die graduelle Tektonik in den gefugten Metro-
plextotalitäten von der T(7) bis zur T(ng) mit Ug > 25, was auch Ug > 25 er
laubt, sondern lediglich die Strukturen einer einzelnen T(n) mit 7<n<ng,
dann erscheint stets ein meristisches Bild außerordentlicher Komplexität. So
wird die Komplikation meristisch aufgefasster somatischer Medizin durch die
alleinige Betrachtung des Soma in der T(7)besonders deutlich. In der T(n)mit
n > 7 erscheint stets als Merismus eine große Vielzahl von Instanzen in Ana
logie zu den vielfaltigen somatischen Elementen organischer Natur bei n = 7,
die in irgendwelchen wechselseitigen Beziehungen funktionaler ko- oder
kontraoperativer Art stehen. Immer versuchen derartige Instanzen oder ganze
Komplexe von ihnen mit ihren antagonistischen Komplementen Homöostasen
zu bilden, doch werden auch solche Homöostasen vom Individuum mit den
Elementen der raumzeitlichen Peristase angestrebt. Die vollständige Homöo
stase in allen ng-6 Totalitäten und die Extemhomöostase des Individuums mit
der R^-Umgebung würde dieses Individuum in sein Lebenszentrum bringen.
V. Im Bereich des Pneuma 207
ein Zustand, der als vollständiges Lebensglück definiert ist. Wegen seines ir
rationalen Charakters dürfte dieser Zustand jedoch nur approximierbar, nicht
aber über gößere x^-Abschnitte erreichbar sein.
Tatsächlich erfahrt das Individuum als die Tt^-Manifestation eines leben
den Menschen während seiner somatischen Existenz sehr viele exteme und
inteme Pressionen, durch welche mehr oder weniger starke Exzentrizitäten
in sämtlichen T(n) erzeugt werden, von denen Homöostasen ständig gestört
oder unmöglich gemacht werden. Besonders negativ muss sich hier der naive
Rationalismus einer Normierung und ihrer Tradierung auswirken, der keines
wegs die zur sozialen zwischenmenschlichen Korrelation erforderlichen mo
ralischen Maßstäbe einer Religio(nach Der Elementarprozess des Lebens als
Rückbindung verstanden) setzt und darüber hinaus die völlige Ungleichheit
der jeweiligen individuellen Homöostasiebedingungen sowie ihre zeitlichen
Veränderungen außer Acht lässt. Im Allgemeinen werden nach der Meinung
des Autors die gesellschaftlich geprägten naiven Normierungsansprüche ohne
wirkliche Religio so übermächtig, dass viele Individuen sich bereits glücklich
wähnen, wenn das allgemeine Unglücksgefuhl mangelhafter Homöostase nur
ein wenig abgeschwächt wird.
Empfindungen, Gefühlsregungen oder gedankliche Strukturen erscheinen
in den gefugten T(n)jenseits n = 7 stets als Rheomorphismen von Ideenstruk
turen, verursacht durch die a-Ströme der Erlebnisverarbeitung. Die menta
len 5-Strukturen der 71^ erfahren gerade durch die mentalen Aktionen einen
Anstieg ihrer syndromatischen Tektonik. Sind nun diese mentalen Elemente
als Folge starker exzentrischer Störungen der Homöostase für die nicht ak
zeptierbar und auch nicht adaptierbar, dann bilden sie nicht adaptierte Ideen
muster, die in den einzelnen T(n)jedoch nicht abgestoßen,sondern von der n
über die telezentrische, im R^ manifeste Tektonik (somatische Lebensdauer)
der Area zeitlich mitgeführt werden, weil die Intemgenerierung der Residuen
ihre skleromorphe 7c^-Konflektion bedingt. Die Gesamtheit solcher nicht ad
aptierbaren Fremdelemente werden als Residuum der 71^ bezeichnet,eben weil
diese Elemente zeitlich nur mitgeführt werden, aber nicht zur 7r^ gehören.
In ungünstigen Fällen kann während des somatischen Alterungsvorganges
dieses Residuum so stark werden,dass die eine regelrechte Residualstenose
erfährt, die zu pathologischen Symptomen Anlass geben kann. Der Autor ist
der Auffassung, dass die eigentliche Aufgabe einer wirklichen Psychohygiene
darin zu bestehen hat, diese Residuen möglichst klein zu halten, wobei zu be
rücksichtigen ist, dass immer Elemente nicht gelebten Lebens diese Residuen
anwachsen lassen. Es sind stets die nur gedachten aber nicht gelebten Gefühle
208 Postmortale Zustände?
und die nur gefühlten, aber nicht gedachten Gedanken, die ein Residuum ent
stehen lassen.
Neben diesem Prinzip der Residuen ist auch der 7t^-Hylomorphismus vom
Prozess der somatischen Alterung abhängig.Nach der organischen Wachstum
sphase des entstehenden Somas wird die Phase funktionaler Art eingeleitet,
während derer das Soma nicht mehr den extensiven Materiezuwachs erfahrt,
sondem nur noch ausfallende Strukturelemente ersetzt werden. Bei dieser
Regeneration werden aber ständige Reduplikationen lebender Letzteinheiten,
also der in T(6)-Elemente kodierten genetischen Informationsmuster erfor
derlich. Da die T(6)zum Bereich a gehört, werden diese Informationsträger
während der somatischen Lebensdauer t^ durch a-Einflüsse (meist atomis-
tischer Art) geändert. Diese statistischen Störprozesse verändem aber auch
zwangsläufig Elemente des kodierten Informationsmusters, was in der kom
plementären ß-Struktur einen langsamen integralen Rheomorphismus zur Fol
ge hat. Zwar kann begrenzt die Ilkorstruktur diesem Rheomorphismus folgen,
doch wird der Tr^-Hylomorphismus der Maximaladaption 8=1 in 8 < 1 und
schließlich 8^8^ geschwächt. Anschließend kommt es zunächst partiell zur
Aufhebung dieses Hylomorphismus, was mit gerontologischen somatischen
Ausfällen verbunden ist. Während der Endphase von t^, der sogenannten Ago
nie, wird die partielle Rücknahme £^ durch negative Regelvorgänge inte
gral zu 8 —0,wodurch der Hylomorphismus aufgehoben und in die Schar
der Parallelräume zurückgenommen wird. Dies ist mit dem Exitus des Soma
identisch, das in seiner ß-Struktur nur noch einen Merismus darstellt, der aber
ohne die holomorphe in die T(7) der Pseudometroplexe des Bereiches a
zurückfallt. Somit wird durch diese alterungsbedingte somatische Aufhebung
des Hylomorphismus das Soma aus den Bereichen ß bis 6 entlassen und völlig
dem Bereich a überantwortet, was aber nach I. 1. das Geschehen des Todes
definiert. Nunmehr kann direkt die Frage nach dem zeitlichen Schicksal der n
während und nach dem Todesgeschehen gestellt und beantwortet werden, was
der Lösung des in I. 1. gestellten Fundamentalprobelms entspricht.
Von den in I. 2. ausgeführten emotionalen und daher unerheblichen Stand
punkten erwiesen sich nur die konträren Gesichtspunkte f)und a)als relevant,
die kontradiktorisch aber rein emotioneil zur Altemativfi-age nach der Exis
tenz oder Nichtexistenz postmortaler Zustände einer Persona Stellung neh
men. Aufgrund der televarianten Eigenschaften der zeitartigen transzendenten
Ti^-Area und ihrer Antistruktur muss diese Kontroverse zu Gunsten f)gegen a)
entschieden werden. Es muss jetzt noch daraufankommen,einige Grundzüge
postmortaler Tr^-Zustände aufzudecken.
VI. Thanatose 209
VI. THANATOSE
1. Engrammtranskriptionen
Die somatische Manifestation einer jeden Lebensform motiviert konstruktive
und destruktive sowie konservative und evolutorische Tendenzen zur Ver
arbeitung von Gegenwartserlebnissen über das System der TS und SSK der
TM-Struktur, doch wird diese Motivation im Fall mentalen Lebens auch vom
5-Metroplex mitbestimmt. Die unabdingbare Voraussetzung für eine sinnvol
le Erlebnisverarbeitung hinsichtlich der Erhaltung und Entfaltung des Lebens
ist dabei die Lernfähigkeit dieser lebenden Struktur, denn nur hierdurch kann
es zur Adaption an eine sich zeitlich verändernde ILj-Umgebung kommen.
Eine solche Lernfähigkeit setzt aber eine Zeitkomponente in diese Dynamik
des Lebensprozesses, denn die Lernfähigkeit erfordert ein wie auch immer
geartetes Vermögen zur Speicherung von Erfahrungen, also von verarbeiteten
Erlebnissen der faktischen Vergangenheit, und die beliebige Abfragbarkeit
dieser als Gedächtnis definierten Speicherkapazität. Durch diese gedächtnis
bedingten Lemvorgänge kann die lebende Struktur in allen vier Existenzbe
reichen Veränderungen und Profilierungen erfahren, die das Verhalten und
damit die und umso stärker in den Futuralpotenzen beeinflussen,je hö
her X liegt.
Bei einem jeden Gedächtnisvorgang handelt es sich stets um skleromorph
werdende Rheomorphismen in den Metroplexstrukturen der gefugten T(n),
derart, dass diese Rheomorphismen zu eingeschriebenen kodierten Chiffren
der jeweils erlebten Realität werden, sodass nach einer wie auch immer ge
arteten Abfrage dieser Chiffren die erlebten Vergangenheitsstrukturen intern
imaginiert werden können. Diese skleromorph gewordenen Chiffren in den be
treffenden Metroplexstrukturen treten offenbar stets zu Einheiten zusammen,
die als Engramme definiert werden sollen. Die gesamte schon aktualisierte
monodrome telezentrische Tektonik erlebter faktischer Vergangenheit wird
demnach als Folge des Lebensprozesses in Form von stets abfragbarer und
daher als Imagination intern aktualisierbarer Engramm-Muster in die momen
tanen (gegenwärtigen) Metroplexgefuge abgebildet. Nach diesem Bild muss
es also ein absolutes Gedächtnis geben, dessen engrammhafte Elemente im
Fall der hier interessierenden Tc^-Struktur ^=4 allein von den mentalen Syn-
tropoden des 5-Metroplexes imaginierbar sind, und zwar umso stärker,je hö
her Ug liegt.
210 Postmortale Zustände?
Wenn es bereits in den a-Elementen des Sorna eine Gedächtnisspeicherung in
Form einer Gedächtnissubstanz geben sollte, dann läge hier ein hyloistischer
Engrammcode vor, der aber aufgrund der Komplementarität über einen skle-
romorph werdenden Rheomorphismus eine Transkription in einen ß-Code er
fahrt, dessen Engramm-Muster im entelechial geschichteten Wirkungsgefuge
der ß-Struktur eingeschrieben ist. Sollte es keinen hyloistischen Code, also
keine Gedächtnissubstanz geben, so ändert dies an dem gegebenen Bild gar
nichts; denn dann würden die Engramme als Folge des Hylomorphismus di
rekt im ß-Code in die ß-Struktur geschrieben. Die Änderung der ß-Struktur
durch diese Engramm-Muster bedingt aber in einem Gleichzeitigkeitskorrelat
skleromorph werdende Rheomorphismen in der Ilkorstruktur, was einer aber
maligen Transkription des Engranun-Musters in den y-Code der holomorphen
Ilkorstruktur entspricht. Hierbei handelt es sich aber bereits um ein Element
der 71^, auf welches der 6-Metroplex die Zugriffsmöglichkeit hat. Prinzipiell
wäre für die mentalen jr^-Elemente der Zugriff auf beliebige Bereiche des
Engramm-Musters im y-Code und damit die Imagination beliebiger Vergan
genheitsbereiche denkbar; doch ist dies praktisch unmöglich, weil als Folge
ständiger Neuaktualisierungen von Futuralpotenzen und hierdurch bedingter
rheomorpher Umstrukturierungen und Erweiterungen des Engramm-Mus
ters (im y-Code) Zugriffssperren eintreten. Auf diese Weise ist vom Ilkor-
muster stets nur ein variierbarer Teil mental imaginierbar, während der im
Allgemeinen größere Teil unbewusst, also unter diesen Zugriffssperren der
Bewusstseinsschwelle liegt.
Es wäre denkbar,dass diese Sperren durch Fremdeinflüsse aufgehoben wer
den und das ganze Muster der Ilkorstruktur abfi"agbar und mental imaginierbar
wird. Tatsächlich scheint das absolute Gedächtnis bei der Suggestivbehand
lung im Rahmen beispielsweise einer Psychokatharsis empirisch beobachtbar
zu werden. Die Wirkungsweise mentaler Zugriffssperren auf die Elemente
des Ilkormusters wird empirisch besonders deutlich, wenn im hypnotischen
Zustand zeitliche Fembefehle gegeben werden. Hierbei handelt es sich stets
um Fremdeinflüsse, die im hypnotischen Zustand von a über den ß-Code in
den y-Code übersetzt werden imd die Sperre der Mentalsyntropoden nach dem
vorprogrammierten Zeitintervall fi*eigeben. Der hypnotische Zustand selbst
erscheint in diesem Bild als ein über das Soma laufender Fremdrheomorphis-
mus, der zu einer Verschiebung temporärer Art (also während der Hypnose)
einzelner Mentalsyntropoden über das SSK-System führt. Dieser Zustand ist
auch bei nicht mentalen Lebensformen mit^>1 möglich,wenn die SSK vom
Soma her, also aus dem Bereich a über ß und y eine Verändemng erfahren.
VI. Thanatose 211
Umgekehrt können alle mentalen Imaginationen als Ereignisse des qualitati
ven Bereiches jenseits der im quantifizierbaren Ereignisse aufgefasst wer
den und mentale Erlebnisverarbeitungen in 6 bedingen, die über die Mental-
syntropoden ebenfalls das Engrammgefuge im y-Code erweitem und wegen
des Gleichzeitigkeitskorrelats der Rheomorphismen eine Transkription in den
Code der ß-Engramme oder eventuell auch in einen hyloistischen a-Code er
fahren. Die Mentalsuggestion (falls es diesen Vorgang überhaupt gibt) kann
nach Auffassung des Autors nicht wie die Hypnose von a her verstanden wer
den. Vielmehr scheint es sich hierbei um einen bewusst verursachten SSK-
Zustand zu handeln, der den die Extemsyntropoden bedingenden SSK-De-
fekt simuliert und dabei die Extemsyntropode über eine gezielte rheomorphe
Adaption an die 6-Syntropoden des Empfangers der Mentalsuggestion adap
tiert. Eine Verwandtschaft mit der aktiven telepathischen Sjmtropodenbrücke
(V. 2.) scheint hier wahrscheinlicher zu sein.
Wird das Ende der individuellen Ontogenese der R^-Manifestation tele-
zentrischer Tektonik hinsichtlich des aktualisierten erlebten monodromen
Zweiges erreicht, dann ist das Engrammschema als Abbildung dieses Zwei
ges vollständig. Damit drängt sich aber die Frage nach dem Verbleib dieses
Abbildungsschemas nach der Ontogenesendauer t^ auf. Handelt es sich um
die beiden p^-Formen p; oder p;J^, dann werden die Engrammschemata zu
skleromorphen statischen Strukturen der ebenfalls in x^> 0 nur noch statisch
ohne notwendige Finaltelezentren in monodromen Futuralpotenzen aktuali
sierenden Ilkorstmkturen, deren von jeder Aktivitäten- und Aktualisiemngs-
dynamik freie postmortale Zustände für die Syntrometrie der zur Diskussion
stehenden 7i^-Thanatose keinerlei Relevanz haben. Dennoch scheint es dem
Autor ein interessanter Ansatzpunkt zu sein, von diesem übergeordneten Be
trachtungsniveau her zu untersuchen, inwieweit die durch diese Zustände ge
prägten x^-Niveaus früher liegender Ontogenesen einen integralen Einfluss
auf die phylogenetischen Evolutionen und ihre Typostrophenschritte nehmen
können und inwieweit hierdurch gewisse paläontologische Fakten (z. B. die
in Der Elementarprozess des Lebern erwähnten Demonstrationsmuster)trans
parent werden.
Liegt der spezielle Fall der somatischen Manifestation einer tc^ vor, dann ist
zu berücksichtigen, dass durch den 6-Zugriff in das y-Schema nicht nur men
tale Imaginationen möglich werden, deren Elebnisverarbeitung mentaler Art
wiederum zu Engrammen in y, ß und eventuell auch im Soma führen,sondern
dass durch diese mentalen Zugriffe y-Engramme kompensiert oder transfor
miert werden können. Derartige Engrammtransmutationen in y lassen zwar
212 Postmortaie Zustände?
das ß-Schema skleromorph, doch erscheinen sie als Vortäuschung von Tran-
skriptionsfeldem bei der rheomorphen Transkription des ß- in den y-Code.
Während der Ontogenesendauer t^ können diese fehlerhaften Transmutatio
nen entweder aus 6 oder aber durch erneute Engrammtranskriptionen ß —>• y
kompensiert werden, doch ist dies in der Endphase von t^ nicht mehr möglich.
In dieser prämortalen Endphase erfahrt das Soma sozusagen als Vorspiel der
Thanatose eine noch reversible Agonie, welche durch die Überschreitung ei
ner kritischen Grenze hinsichtlich des Hylomorphismus gekennzeichnet ist.
Während des ganzen zeitlichen t^-Intervalls wirken mutagene a-Einflüs-
se auf das genetische Informationsmuster aller somatischen Letzteinheiten,
derart, dass der Hylomorphismus der an die zum Soma komplementäre
ß-Struktur immer schwächer wird, ein Vorgang, der sich nach Einleitung
der Agonie extrem beschleunigt. Die Folge hiervon ist dann aber zwangs
läufig eine simultane Abfrage aller Engrammschemata und eine starke rheo-
morphe Engrammtranskription ß<=iy, aber eventuell auch ß^a, wenn
ein hyloistischer a-Code in einer sogenannten Gedächtnissubstanz existiert.
Auf diese Weise können als Transkriptionsfehler erscheinende (durch den
5-Zugriff bedingte) Transmutationen einzelner Elemente des y-Schemas
eliminiert und korrigiert werden. Nach Abschluss dieser korrigierenden En
grammtranskription kann die somatische Agonie so weit fortgeschritten sein,
dass die Thanatose als sogenannter klinischer Tod vorgetäuscht wird,der aber
wegen der noch gegebenen Reversibilität über physikochemische Applikatio
nen im Sinne einer sogenannten Reanimation zurückgenommen werden kann.
Die Voraussetzung für derartige Reanimationen ist dabei stets die Notwen
digkeit, somatisch den sich auflösenden Hylomorphismus temporär wieder
herzustellen. Die Möglichkeit hierfür besteht immer dann, wenn dieser Hylo
morphismus durch klinische Eingriffe, wie z. B. durch chemotherapeutische
Nebenwirkungen oder operative Behandlungen des Soma aufgehoben wird.
In diesem Falle könnte eine Reanimation auch aus der pathologisch bedingten
Krise führen und die normale Lebenserwartung zurückgeben. Leitet dagegen
eine Verschiebung der ß-Struktur durch die altersbedingte mutagene Ände
rung des genetischen Informationsmusters aller somatischen Letzteinheiten
die Auflösung des Hylomorphismus und damit die Agonie ein, dann dürfte
eine Reanimation nur in sehr kurzfristiger temporärer Form oder überhaupt
nicht möglich sein.
Während dieser Agonie wird der Hylomorphismus durch die Verschie
bung des Assimilationsfaktors e gekennzeichnet, der auf jeden Fall gemäß
E(t) eine Funktion der somatischen Lebenszeit als Folge der mutagenen
VI. Thanatose 213
a-Einflüsse während der Ontogenese ist. In der Agonie fallt 8 von e 1 über
8 < 1 auf 8 = 8^ < 1. Nach Abschluss der korrigierenden und vergleichenden
Engrammtranskriptionen wird der Hylomorphismus mit 8 < aufgehoben
und damit der noch reversiblen somatischen Agonie ein Ende gesetzt. Mit
8 —> 0 fuhrt die rheomorphe Adaption die aus dem llkorholomorphismus
der ß-Struktur in die Schar kosmischer Parallelräume zurück, während die
ß-Struktur ohne diesen holistischen Faktor während eines definierbaren Zeit
intervalls über einen Merismus in die Pseudometroplexe der T(7) abfällt, was
aber bedeutet, dass das Soma nunmehr allein dem Bereich a überantwortet
ist. Dies bedeutet insgesamt, dass der Termin bei 8<8g unmittelbar in die
irreversible Thanatose geführt hat, deren Irreversibilität durch die Unmög
lichkeit eines erneuten Hylomorphismus aus dem Bereich a ohne ß-Struktur
bedingt wird; denn aus a allein ist wegen der Gültigkeit des Entropieprinzips
eine adäquate und zum Hylomorphismus fähige Makrostruktur in ß nicht
möglich.
Ist nun nach t^ diese irreversible Thanatose eingetreten, kommt es zu einer
letzten Engrammtranskription in ,und zwar wird das Engrammschema aus
der 1Ikorstruktur in der T(16)von den mentalen Syntropoden des6-Metroplexes
abgefragt. Dabei kommt es zu einer Übersetzung des y-Codes in einen 6-Code
bei simultaner Einschreibung des Engrammschemas (nach Transkription in
die Chiffren des 5-Code)in eine syndromatische Struktur des 6-Metroplexes,
deren Rheomorphismus als Engrammschema skleromorph wird, wenn even
tuelle Fehler bei dieser letzten Engrammtranskription y^5 korrigiert wor
den sind. Nach diesem Skleromorphismus wird das y-Schema gelöscht, was
sich im Rahmen postmortaler Umstrukturierungen der vollzieht, während
das eingeschriebene 6-Schema nunmehr eine vollständige skleromorphe en-
grammhafle Abbildung des während t^ erlebten monodromen Zweiges tele-
zentrischer Tektonik der televarianten Ti^-Area in der R^-Manifestation (nach
dem Initialtelezentrum) darstellt. Dieses skleromorphe Engrammschema im
5-Code, welches in dem mentalen 5-Metroplex skleromorph eingeschrieben
ist, werde im folgenden als Noogramm definiert.
Dieses postmortale Noogramm gestattet der während des postmortalen
Zeitintervalls der Länge P = T -1^ ohne Sperren beliebige mentale Zugriffe
und Imaginationen, die teilweise die Transdynamik und die Aktualisierungs
dynamik polidromer Futuralpotenzen der postmortalen im transzendenten
(postmortalen) Bereich ihrer televarianten Zeitarea in den kosmischen Paral
lelräumen zum R3 bestimmen. Vor einer Untersuchung postmortaler Motiva
tionen der mussjedoch erst das Zeitintervall untersucht werden, während-
214 Postmortale Zustände?
dessen die nach Eintritt der irreversiblen Thanatose vom Hylomorphismus
in den postmortalen Zustand ihrer transzendenten Area durch interne Rheo-
morphismen überleitet.
2. Televariante Metroplexkombinate auf
postmortalen Extinktionsdiskriminanten
Wenn die reversible Agonie bei s = 8^ spontan durch 8 < in die irreversible
Thanatose überleitet, kommt es mit diesem Termin zu einem sofortigen Ab-
schluss aller Enyphanfimktoren des Ilkor der T(16)in Richtung der ß-Struktur.
Dieses Verhalten der Enyphanen bedingt aber einen starken intemen Rheo-
morphismus, der zunächst die Adaption aller r| mentalen Syntropoden auf
hebt, welche somit in 6 zurückgenommen werden. Da hierdurch ein Zustand
eintritt, der ein Analogon zur orthodoxen Phase der Hypnosynkope darstellt,
aber nur sehr kurzfristig ist, und anschließend die 5-Syntropoden einzeln und
nacheinander rheomorph adaptieren, weil nunmehr die den einzelnen 6-Syn-
tropoden adäquaten Bereiche des engrammhaften y-Schemas zur Transkrip
tion in den 6-Code abgefragt werden (was einem Analogon zur paradoxen
Phase der Hypnosynkope entspricht), soll das Zeitintervall von der Einleitung
der Thanatose bis zum zeitlichen Abschluss postmortaler Transkriptionen und
Umstrukturierungen der als Mortalsynkope bezeichnet werden.
Wenn nach dem Funktorschluss der Enyphanen bei Beginn der Mortalsyn
kope und nach dem sehr kurzfristigen rheomorphen Rückzug aller Syntropo
den die erste 6-Syntropode wieder an die Ilkorstruktur adaptiert, dann beginnt
über diese Syntropode die bereits erwähnte Engrammtranskription des y- in
den 5-Code des ihr adäquaten Bereiches des Engrammschemas in y 5 und
der korrigierende Vergleich y 6, wonach dieser Bereich der y-Engramme
gelöscht und die rheomorphe Syntropodenadaption aufgehoben wird. Nach ei
nem wiederum kurzfristigen, der orthodoxen Hypnosynkopenphase analogen
Phase der Mortalsynkope kommt es zur rheomorphen Adaption einer anderen
5-Syntropode zur Engrammtranskription usw., bis schließlich das ganze En
grammschema im 6-Code vorliegt und über den Skleromorphismus als Noo-
gramm aller Erlebnisverarbeitungen während t^ der somatischen R^-Manifes-
tation in den entsprechenden syndromatischen Bereich des 6-Metroplexes ein
geschrieben ist. Der adäquate Bereich des y-Schemas in der Ilkorstruktur ist
dann hinsichtlich der Engramme im y-Code leer und erfahrt stets die Umstruk
turierung zu einem rheomorphen sogenannten Prosensor für Aktivitätenströ-
VI. Thanatose 215
me und adaptierbare Ideenmuster. Simultan zu diesen Transkriptionsprozessen
erfahrt das TM eine leichte postmortale Stenose.
Der die Mortalsynkope einleitende starke Rheomorphismus des Abschlus
ses der Ilkorenyphanen verursacht während dieser Mortalsynkope neben der
kurz umrissenen internen 7C^-Umstrukturierung auch eine solche externer
Art. Der Assimilationsfaktor läuft durch diesen Rheomorphismus aus e < e
des Beginnens der Thanatose während der Mortalsynkope nach e —>• 0, der
art, dass das televariante Metroplexkombinat, welches darstellt, in ei
ner (Xj, x^)-Ebene (jetzt auf den R^des Bereiches a bezogen) eine zeitarti
ge Bewegung auf der Kurve X5(x^ )mit Xj> 0, aber Xj < 0 ohne Extrema
vollfuhrt, sofem dieser Überleitungsprozess der in die Parallelräume auf
der zeitartigen Kurve nicht gestört wird. Als Parameter wird hier t der Abs
zisse x^ = ict verwendet. Synchron zu dieser Bewegung des televarianten
Metroplexkombinates in Richtung Xj über der Abszisse x^ und fort von der
ß-Struktur wird diese ß-Struktur auf den meristischen Pseudometroplex in
der T(7) in a reduziert, was den Zerfall des a überantworteten Somas nach
dem Entropieprinzip bedingt. Diese Aufstiegskurve x^Cx^) der 7i^ erscheint
als eine Diskriminante des postmortalen Extinktionsbereiches der ß-Struktur,
der auch die hylomorph bedingten tieferen x^-Niveaus der impliziert. Die
televarianten Metroplexkombinate autonomer Infi-amaximen werden also auf
postmortalen Extinktionsdiskriminanten in der(x^, xJ-Ebene des R^ während
der Mortalsynkopen in die kosmischen Parallelräume zurückgenommen. Der
Verlauf x^fx^) dieser Extinktionsdiskriminante wird zeitlich durch das Inter
vall 0 < t < t^ der Mortalsynkope als Definitionsbereich der Diskriminante be
grenzt, wenn als Zeitnullpunkt der Thanatosebeginn gesetzt wird. Auf diese
Weise entsteht ein transzendentes zeitartiges Bogenbild über diesem Intervall
der Mortalsynkope, das im Allgemeinen monoton ansteigt, derart, dass dieser
Anstieg des Bogenbildes in der(Xj, x^)-Ebene umso steiler verläuft,je kleiner
das Synkopenintervall t^ ist.
Der transzendenten Bewegung von tc^ auf dieser Extinktionsdiskriminante,
also Xj> 0 und Xj < 0 wirkt stets das prämortal gebildete Residuum entgegen;
denn die residualen Elemente sind nicht zu n_^ gehörende, aber dennoch stark
adaptierte Ideenmuster tieferer Xj-Niveaus, die weitgehend im somatischen
Bereich liegen und entgegen der Televarianz nicht genügen. Aus diesem
Grunde werden die Elemente dieses Residuums während t^ durch strukturel
le Tü^-Rheomorphismen vom televarianten Metroplexkombinat tt^ gelöst. Vor
diesem Prozess ist Xj der mit dem Residuum versehenen wesentlich kleiner
als Xj nach der rheomorphen Lösung des Residuums. Dies bedeutet aber, dass
216 Postmortale Zustände?
das Residuum den Anstieg des Bogenbildes in die kosmischen Parallelräume
mehr oder weniger stark abflacht und damit die mortale Synkopendauer t^
verlängert; während der an sich monotone Anstieg durch die rheomorphen
Lösungen einzelner Elemente des Residuums von der diskontinuierliche
Schwankungen erfahrt. Am Ende der vom Residuum mitbestimmten Zeit der
Mortalsynkope existiert für das Residuum nicht mehr.
Der Verbleib dieser 7c^-Residuen steht in der vorliegenden Schrift nicht zur
Diskussion, doch sei angemerkt, dass die Residuenmuster nach der rheomor
phen Aufhebung ihrer Ti^-Adaptionen fallenden Aktivitätenströmen äquiva
lent sind, die von den einzelnen Intervallen der postmortalen Extinktionsdis-
kriminante ausgehend das Bogenbild des Extinktionsbereiches in der(x^, x^)-
Ebene während der Mortalsynkope mitbestimmen. Schneiden diese Muster
fremde hylomorph inkamierte 7t^ (also im Soma lebende A,= 4) oder kommt
es zum Schnitt mit dem Unterraum R^, dann werden aufjeden Fall paranor
male Anomalien im mentalen, psychischen oder intern somatischen Bereich
der betreffenden somatisch lebenden Persona oder aber extern in der R^-Um-
gebung im Bereich a verursacht, die unmittelbar im Zusammenhang mit der
eingeleiteten Thanatose stehen und sich während des Zeitintervalls der Mor
talsynkope vollziehen. Analog zum 71^-Residuum muss es ein ß-Residuum
geben, das im Allgemeinen mit dem postmortalen ß-Merismus zerfallt. Wenn
jedoch die ß-Struktur und ihr Residuum so beschaffen sind, dass dieses ß-Re
siduum während eines im Allgemeinen unter der Mortalsynkope liegenden
Zeitintervalls aufdie ß-Schichtung als Pseudoholomorphismus einwirkt, dann
ändert dies am eingetretenen Merismus der ß-Struktur und ihres somatischen
Komplementes nichts,doch blieben während dieses Intervalls die Komponen
ten trotz ihres Merismus der somatischen Dekomposition lebensfähig. Dieser
Sachverhalt könnte für die Transplantationstechnik von Leichengewebe im
Rahmen der Wiederherstellungschirurgie von Interesse sein (klinische Ban
ken für Transplantate). Möglicherweise könnte die Kenntnis der ß-Struktur
und ihres Zeitmusters eines beliebigen explantierten lebenden Gewebes sowie
der entsprechenden ß-Struktur des Implantationsbereiches im Wirtskörper
zur Kenntnis optimaler Transplantationsbedingungen plastischer Chirurgie
hinsichtlich der ß-Adaption führen. Dies würde sich dann im Erkennen der
optimalen physikochemischen Peristase des Transplantats und des optimalen
Zeitintervalls zwischen Explantation und Implantation konkretisieren. Unab
hängig hiervon sei noch bemerkt,dass sich im Extremfall ein Pseudoholomor
phismus des ß-Residuums zeitlich so lange erstrecken könnte, dass der soma-
tische Pseudometroplex in der T(7) nicht weiter in T(5)-Elemente zerfällt.
VI. Thanatose 217
sondern die Struktur in einem dem isentropen Zustand ähnlichen Austrock-
nungszustand erhalten bleibt.
Die vorangegangene Untersuchung bezog sich aufden Fall, dass eine Ago
nie von 8^1 bis 8 = 8g < 1 mit korregierenden Engrammtranskriptionen die
beginnende Thanatose einleitet, weil die Adaption der über den Hylomor-
phismus an die ß-Struktur durch den mutagenen Alterungsprozess des geneti
schen Informationsmusters in den somatischen Letzteinheiten immer lockerer
wird und schließlich einen kritischen Zustand erreicht. Es wäre nun ergänzend
die Frage zu stellen, wie die Mortalsynkope als zeitliches Anfangsintervall der
Thanatose verläuft, wenn das Soma und seine komplementäre ß-Struktur mit
8 = 1 in starker hylomorpher Adaption zu steht, aber äußerst kurzfi-istig,
also katastrophenhaft das Soma völlig zerstört wird. Eine Phase der Agonie
wäre hier nicht existent, sodass die Engrammtranskriptionen des Vergleichs
der Engrammschemata als Korrektiv nicht wirksam werden und daher in we
nigen Ausnahmefallen Fehler im y-Schema mit in die Thanatose eingehen.
Andererseits wird durch die katastrophenhafte Zerstörung der dem
nächste ß-Bereich paralysiert, während die Ilkorenyphane sich in Richtung
der in überlagerten ß-Schichtung nicht sofort schließen. Im Übrigen voll
zieht sich die Einleitung der Thanatose sowie die Mortalsynkope völlig unab
hängig davon,ob eine Phase der Agonie vorangegangen ist oder ob diese Pha
se durch den somatischen Katastrophenfall übergangen wurde. Die einzige
postmortale Konsequenz des Katastrophenfalles liegt im verzögerten Schluss
der Ilkorenyphane; denn hierdurch adaptieren Bereiche der ß-Struktur an ihr
Ilkorkomplement, derart, dass diese ß-Elemente zusätzlich als Ti^-Residuum
auf die Extinktionsdiskriminante genommen werden. Als Folge hiervon wird
diese postmortale Diskriminante und damit ihr transzendentes zeitartiges Bo-
genbild im Anstieg (in die kosmischen Parallelräume) verhältnismäßig flach,
was aber die entsprechend starke Verlängerung des Zeitintervalle t der Mor
talsynkope zur Konsequenz hat.
Aufjeden Fall ist die Mortalsynkope dann abgeschlossen, wenn zum ei
nen das TT^-Residuum durch die Rheomorphismen nicht mehr existiert und die
postmortale Extinktionsdiskriminante des televarianten Metroplexkombinats
(also der residuenfi-eien mindestens den ersten Parallelraum zum tan
giert, und wenn zum andern die interne Umstrukturierung (insbesondere die
Engrammtranskription y^5 und die Einschreibung des Noogramms in den
5-Metroplex) abgeschlossen ist. Die subjektiven Empfindungen der durch die
7t^ verwirklichten individuellen mentalen Persona während der Mortalsynko
pe können nur in ihren Grundzügen aus dem beschriebenen Prozess abgelesen
218 Postmortale Zustände?
und in Metaphern wiedergegeben werden; denn direkte Aussagen empirischer
Art liegen gegenwärtig nicht vor, wenn von den üblichen Anekdoten abgese
hen wird.
Hinsichtlich der subjektiven Empfindungen während der Agonie gibt es
eine gewisse Empirie, die auf den vielfaltigen Aussagen reanimierter Patien
ten beruht, doch ist hier einzuwenden, dass die Reanimation lediglich durch
den noch reversiblen Zustand £ = Sj, möglich war, sodass diese Empirie der
Reanimation die irreversible Thanatose in keiner Weise berührt. Der reani-
mative Übergang e 1 nach £ = während der Agonie wird wahrscheinlich
von einem kurzen Bewusstseinsausfall und dem von Reanimierten berichteten
„Tunnelerlebnis" eingeleitet, währendessen bereits im Ilkorkomplement(und
zwar im späteren Prosensorbereich) als Folge einer Introversion der 5 -Metro-
plex aus sich selbst heraus mental imaginiert wird (eventuell als sogenannte
„Lichtgestalt"). Bei £ = besteht eine zwar noch reversible x^-Distanz hin
sichtlich der rheomorphen Adaption 8^ < 1 an die ß-Struktur, was wahrschein
lich als Exteriorisationserlebnis imaginiert werden kann, wobei zugleich die
reale Rj-Umgebung einschließlich des eigenen Soma wahrnehmbar ist, wel
ches nunmehr als Double des exteriorisierten Selbst erscheint, weil die R3-
Projektion und dieses Soma praktisch kongruent sind; denn nach dem Hylo-
morphismus im Initialtelezentrum wächst das Soma(allerdings abhängig vom
genetischen Informationsmuster) in den Grenzen seiner genetisch vorgege
benen Informationen in das Ilkorkomplement der 71^ hinein. Auf diese Weise
erscheint der exteriorisierten 71^ eine dem a-Soma nahezu identische Körper
lichkeit eigen zu sein. Die intensiven Engrammtranskriptionen und die hiermit
einhergehenden vergleichenden Korrekturen könnten bei £ = £3 der Agonie
bildhaft als ein synoptisches Panorama des erlebten monodromen raumzeitli
chen Areazweiges wahrgenommen werden, wobei die 5-Imagination als Kor
rektiv agiert. Abgeschlossen wird der Zustand £ = £3 injedem Fall durch einen
Bewusstseinsausfall, der mit e > £3 in die Reanimation führt. Läuft hingegen
das sich exteriorisiert erfahrende Selbst in seiner zum a-Soma kongruenten
Körperlichkeit unmittelbar vor diesem Bewusstseinsausfall in die 5-Imagina-
tion der sogenaimten „Lichtgestalt" des mentalen Metroplexes hinein, dann ist
mit diesem Bewusstseinsausfall der Sprung 8 < 83 in die nicht mehr reversible
Thanatose vollzogen, dem sich die Mortalsynkope 8 —»• 0 anschließt. Dieser
vollständige Ausfall (bedingt durch den Rheomorphismus beim Schluss der
Ilkorenyphanen)istjedoch nur sehr kurzfi-istig; denn in einem zeitlichen Nach
einander kommt es zur rheomorphen Adaption aller r| mentalen Syntropoden,
sodass stets eine Syntropode an den Ilkorbereich adaptiert ist und die ihrem
VI. Thanatose 219
Motivationskomplex adäquaten Bereiche des engrammhaften y-Schemas einer
Transkription in das Noogramm (5-Code) unterwirft sowie den betreffenden
y-Bereich, also das der 6-Syntropode adäquate partielle Engrammschema in
den entsprechenden Prosensorbereich umstrukturiert. Dieser Zustand könnte
eventuell der nunmehr postmortalen als eine Analogie zur paradoxen Phase
einer Hypnosynkope erscheinen, die nur beim Syntropodenwechsel von sehr
kurzfiistigen Analogien zur orthodoxen Phase unterbrochen wird. Allerdings
ist diese Analogie nur sehr schwach, weil wiederum die reale Rj-Umgebung
wahrgenommen wird (und zwar mit 1 /t) der Intensität vollen Wachbewusst-
seins), die durchaus auch aus diesem Niveau den Gesetzen des Bereiches a
genügt.Zugleich treten jedoch Bildelemente als Folge der Engrammtranskrip
tionen des y-Schemas in den 6-Code des Noogramms zusammen mit mentalen
Imaginationen in Erscheinung,welche den typischen Alogismen des Traumes,
analog der a-Realität simultan wahrgenommener Rj-Prozesse superponieren.
Hierdurch werden diese Alogismen im Gegensatz zum üblichen Traumvor
gang zugleich als Traumkomposition bewusst und in ihren Bildkompositio
nen als mental suggerierbar erfahren.
Der postmortalen Persona kann durch die Diskrepanz zwischen der wahr
nehmbaren a-Realität und den superponierenden Alogismen bewusst steu
erbarer mentaler Imaginationen die Tatsache der eigenen Thanatose bereits
in diesem Beginn der Mortalsynkope durchaus bewusst werden, sodass die
Analogie eher durch den sogenannten Klartraum gekennzeichnet wird. Die
se mental bewusst provozierbaren Imaginationen werden jedoch von mental
nicht steuerbaren Bildern überlagert, die ihrerseits auf die Rheomorphismen
zurückgehen, welche die Adaptionen der Elemente des Residuums aufheben.
Diese residualen Imaginationen tragen daher hinsichtlich der einen überaus
negativ charakterisierbaren Informationsinhalt, der jedoch von den bewusst
provozierbaren Mentalimaginationen teilweise kompensiert werden kann.
Der Verlauf während t^ der Mortalsynkope wird offensichtlich durch eine im
mer deutlicher werdende Wahmehmbarkeit der Rj-Strukturen des Bereiches
a(mit zunehmender Strukturierung des Prosensors im Ilkor) gekennzeichnet,
der sich imaginierte Alogismen bildhaft superponieren, wobei sich diese Ima
ginationen aus solchen der Engrammtranskription, der bewussten mentalen
Provokation und denen der residualen Elemente komponieren.
Die bewusste mentale Provokation hängt in ihrer Form weitgehend von
der erlernten prämortalen Einstellung zum Leben ab, während das Residuum
im Wesentlichen von den nicht akzeptablen äußeren Pressionen des Lebens
verlaufes geprägt wird. Psychohygiene sollte daher die Aufgabe haben, den
220 Postmortale Zustände?
Menschen eine möglichst konfliktfreie Sicht der Welt nahezulegen und eine
positive Einstellung zum Leben zu pflegen, während die sozialen Strukturen
so zu beeinflussen sind, dass die Residuen im Mittel möglichst gering blei
ben. Angesichts der Wirkungsweise des postmortalen Tc^-Residuums auf die
Imaginationen und t^ scheint es sinnvoll zu sein, prophylaktisch eine Bestat
tungsmethode zu wählen, die den verzögerten Schluss der Ilkorenyphanen un
möglich macht. Auf diese Weise könnte t^ stark verkürzt und die Inhalte der
imaginativen Alogismen während dieser Mortalsynkope entschärft werden.
Diese Sjmkope endet schließlich wieder in einem der orthodoxen Phase ana
logen Ausfall(wiederum kurzfristig), der in die rheomorphe Adaption aller r)
Mentalsyntropoden, also in einen vollbewussten „Wachzustand" der 71^ in den
Parallelräumen mündet. Dieser postmortale Zustand der Persona kann sich
dabei in Analogie zur somatischen Manifestation gestalten und dürfte durch
eine sehr intensive Imaginationsfähigkeit ausgezeichnet sein.
3. Integrierte Noogramme und Diaphanräume
Mit der Zeit T vom Initial- bis zum Finaltelezentrum und der somatischen
Lebensdauer t^ ergab sich für die postmortale Zeit P = T-t^, was mit der
Dauer t^ der Mortalsynkope für die postmortale Zeit P.^ nach dieser Synkope
Pt"P~tn." T-ft^ +1^) liefert. Da aufjeden Fall t^ +1^ < T ist, bleibt P.^ = P
verhältnismäßig groß,sodass die Frage nach der Natur des Ti^-Zustandes wäh
rend P.J. gerechtfertigt ist. Werden nach III. 5. die Parallelräume zum R^ in
verschiedenen diskreten x^-Niveaus mit +y oder -y (Antiparallelräume) und
y > 0 gemäß R^(±y)=(±y)indiziert, wobei für das Universum R3=(+0)gilt,
dann würde die postmortale Extinktionsdiskriminante als Bogenbild vom
(±0)zum {±yj mit y^ > 1 führen. Dieser aktuelle Wert y^ muss dabei in ei
nem durch Y begrenzten Intervall 1 < y^ < Y der Parallelraumschar liegen,
die jedoch ihrerseits nicht von Y begrenzt wird. Erreicht 71^ nach t^^ den ihr
adäquaten aktuellen (ly^), dann ist der 7t^-Zustand residuenffei. Femer ist
das y-Schema der Ilkorstmktur nach der skleromorphen Einschreibung des
Noogramms(im 6-Code)in einen Prosensorbereich umstrukturiert, der in der
T(16) des Ilkor hinsichtlich extemer Aktivitätenströme und Ideenmuster eine
kommunikative Funktion vollzieht, die ein Analogon zum sensorisch-perzep-
tiven System des Soma darstellt. Obgleich eine leichte postmortale TM-Ste
nose gegeben ist, können alle q mentalen Syntropoden des 5-Metroplexes,
den TS entsprechend rheomorph an die Ilkorstmktur und ihr Prosensorfeld
adaptieren.
VI. Thanatose 221
Offensichtlich kommt dem 5-Schema des Noogramms eine besondere Bedeu
tung zu, weil dieses Schema über die 5-Syntropoden Aktualisierungsrichtun
gen in den Futuralpotenzen der transzendenten teievarianten Ti^-Area motiviert
und zugleich eine engrammhafte Abbildung des gesamten früher liegenden
monodromen Zweiges telezentrischer Tektonik bis zum Initialtelezentrum be
inhaltet. Über den Prosensor erfährt dieses Noogramm außerdem über interne
Imaginationsprozesse postmortale skleromorphe Engrammergänzungen. We
gen dieser Abbildungseigenschafl der Noogramme (Ng) gelten für mehrere
Ng die gleichen Ähnlichkeiten, die für die in diesen Ng abgebildeten mo
nodromen Zweige der Areatektonik vorliegen. Innerhalb der von den beiden
Telezentren T, und Tj aufgespannten Area gibt es wegen der Polydromie der
Futuralpotenzen stets eine sehr große aber endliche Zahl N < oo möglicher mo-
nodromer Aktualisierungszweige, die sich aber immer zu Bündeln ähnlicher
telezentrischer Tektonik zusammenfassen lassen. Diese zeitartigen Bahnen
ähnlicher monodromer Aktualisierungen sind dabei integraler Natur, weil sie
ähnliche zeitartige Gestaltungen zusammenfassen und daher als Homöotrope
bezeichnet werden sollen. In der teievarianten Area können 1 <j < J derartige
Homöotrope existieren, wobei wegen des integralen Charakters im Allgemei
nen J < N < 00 bleibt. Während N vom Polydromiegrad der telezentrischen
Areatektonik bestimmt wird, hängt die Zahl J möglicher Homöotropen (H)
allein vom Ähnlichkeitscharakter möglicher monodromer Zweige dieser in N
polydromen Area ab.
Aufgrund der zyklischen Aktualisierung monodromer Zweige durch die
von T, bis und anschließender Aktualisierung der Antiarea mit antiparalle
ler Zeitkoordinate liegt im Zeitintervall T fest, sodass die verschiedensten
Zweige monodromer telezentrischer Tektonik in einer solchen Area und ihrer
komplementären Antiarea als Folge aktualisiert werden. Jeder monodrome
zeitartige Durchgang T, (und zurück in der Antiarea) wird dabei in ein
Ng und ein Antinoogramm im 6-Metroplex abgebildet. Die homöotropen Ei
genschaften der monodromen telezentrischen Aktualisierungen müssen sich
daher zwangsläufig in den Engrammschemata dieser Ng wiederfinden. Zwar
sind die Ng skleromorpher Natur, doch gilt im Bereich der Metroplextotali-
täten stets das Prinzip der Adaption ähnlicher Strukturen, sodass die Folge
der Ng durch einen Lagerhomorphismus den H entsprechend aneinander ad
aptieren. Bei dieser Adaption muss es dann allerdings zu einer Integration
homöotroper Ng kommen, derart, dass nach einer hinreichend großen Zahl
von Aktualisierungszyklen (Area-Antiarea)der im 6-Metroplex den H ent
sprechend J integrierte Ng (Area) und weitere J integrierte Antinoogramme
222 Postmortale Zustände?
(Antiarea) eingeschrieben sind. Wenn die den H-Formen entsprechenden 2J
integrierten Ng vorliegen, dann muss bei der postmortalen Engrammtrans
kription des y-Schemas in das Ng dieses Schema im 5-Code nach dem Prinzip
der Adaption ähnlicher Strukturen unmittelbar dem integrierten Ng derjenigen
H assimiliert und eingeschrieben werden, in welcher der aktuelle monodrome
Zweig von der 7t^ aktualisiert wurde,jedoch erfolgt noch keine Integration,
weil dieses entstehende Ng noch durch die postmortalen Engrammstrukturen
der später liegenden Transzendentenbereiche ergänzt wird. Da diese Ergän
zung aber mit abschließt, welche sich mit dem Initialtelezentrum der Anti
area oder einer reinkamativen Subarea überdeckt und den kongruenten Hylo-
morphismus aktualisiert, bleibt dieses Ng der abgeschlossenen Monodromie
neben dem integrierten Ng der betreffenden H als aktuelles Noogramm stehen.
Die J integrierten Ng werden also in Bezug auf die eine Area von < J aktu
ellen Ng (adaptiert an die integrierte Ng gleicher Homöotropie)superponiert,
wobei bis 1^=1 nach hinreichend vielen Aktualisierungszyklen erreicht
wird. Schließlich sind dann im 5-Metroplex 2J integrierte und 2J aktuelle Ng,
also 4J Schemata einschließlich der 2J Antischemata eingeschrieben. Jeder
monodrome Zweig der Area liegt in einer H, was zweierlei Konsequenzen
haben kann, wenn an alle J integrierten Ng jeweils ein aktuelles Ng adaptiert
ist. Einerseits bedeutet die postmortale Einschreibung eines neuen aktuellen
Ng,dass das bereits anliegende aktuelle Ng bei der Transkription in das inte
grierte Ng einbezogen wird, während andererseits die aktuellen Ng mentale
Imaginationen provozieren können. Da nun jeder monodrome Zweig in einer
H liegt, können während der somatischen Manifestationszeit t^^ entstehende
y-Engramme(wahrscheinlich wieder nach dem Prinzip rheomorpher Adaptio
nen)bei hinreichender Ähnlichkeit mit Engrammen des homöotropen aktuel
len Ng die von diesem Ng provozierten mentalen Imaginationen mit den mo
mentan entstehenden y-Elementen in Korrespondenz treten. Auf diese Weise
dürfte der psychologisch beschriebene Dejä-vu-Effekt irritierender Wahrneh
mungen in einem verhältnismäßig fremdartigen Licht erscheinen. Nebenbei
sei bemerkt, dass die durch einen SSK-Defekt bedingte animistische Präkog-
nition auf die Breite (polidrom bedingt) der betreffenden später liegenden H
beschränkt bleibt, wenn sich die Präkognition auf den Momentanzustand der
somatischen manifestierten bezieht.
Die Frage nach der Einförmigkeit der Area T,-> oder ihrer Differen
zierung als Hauptarea durch 1 < i < m reinkamative Subareale muss zweifel
los offen bleiben. Aufjeden Fall bilden die 4J Noogramme ein Ng-Raster
A. Ist T,^Tj die Hauptarea von m reinkamativen Subarealen, dann muss
VI. Thanatose 223
es 1 < i < m derartiger Ng-Raster A. geben. Ob dies der Fall ist, könnte nur
dann entschieden werden, wenn es empirisch gelingt, bei einer somatisch
manifestierten 71^ in Aj vom Soma her über ß imd y aus 6 aktuelle Ng aus
früher liegenden Subarealen 1 < k < i (was i > 1 voraussetzt) abzufragen und
derart rekonstruierte früher liegende Lebensläufe an historischen Dokumenten
zu verifizieren. Diese Frage stehtjedoch hier nicht zur Diskussion, da zur Be
schreibung postmortaler Zustände der Persona die Natur der Area unerheblich
ist, wenn nur die Televarianzbedingung erfüllt wird und die entsprechende
televariante Antistruktur existiert, was aber in beiden Fällen möglicher Area-
strukturen (gleichförmig oder Hauptarea reinkamativer Subareale) gegeben
ist.
Nach Abschluss der Mortalsynkope tangiert die Extinktionsdiskriminante
den aktuellen (ty^,), dessen Kennziffer > 1 allein vom Anstieg des ti^-Bo-
genbildes abhängt. Diese Tangierung ist dann mit einer kurzfiistigen rheo-
morphen Rücknahme aller t| mentalen Syntropoden verbunden, weil die
vom Residuum freie und postmortal umstrukturierte nunmehr das ihrem
Xj-Niveau adäquate Tensorium des transzendenten Bereiches ihrer Area im
(±Y) mit Y > y^ aktualisieren muss. Dieses 7c^-Tensorium begrenzt also den
Abschnitt 1 < y < Y der Parallelräume zum (±0). In Bezug auf die durch den
Hylomorphismus bei T, somatisch im (±0) manifestierte 71^ erscheint dieser
(±0)als Manifestationsraum, während die Parallelräume(±y) mit y > 0 hin
sichtlich dieses Zustandes der nur als virtuelle Pararäume erscheinen. Liegt
dagegen die postmortale 71^ in (±Y) vor, dann erscheint der 7c^ dieser(±Y)
als postmortaler Manifestationsraum in einer transzendenten Area, während
sowohl alle y > Y, aber auch die 0 < y < Y-1 dem postmortalen Zustand als
solche virtuellen Pararäume gegenwärtig sind.
Somit erweist sich der virtuelle und manifeste Charakter eines(±y)als re
lativ. Da die postmortale 7c^ ihr immanentes x^-Niveau in diesem postmortalen
Zustand nicht überschreiten kann, bleiben die Pararäume y > Y hinsichtlich
7ü^ virtuelle Potenzen,jedoch erhalten die 0 < y < Y-1 den Charakter laten
ter Pararäume. Da die in(+Y)keinerlei Hylomorphismus unterworfen ist,
bedingt jegliche interne a-Dynamik aber auch jede Tension irgendwelcher
individueller Motivationen starke 7c^-Rheomorphismen periodischer Art. Die
obere Frequenz F dieser postmortalen 7r^-Rheomorphismen ist offensichtlich
eine Kennziffer, welche die Potenz rheomorpher Adaptionen dieser 71 cha
rakterisiert. Rheomorphe Adaptionen sind dabei nicht nur innerhalb des Ten-
soriums(±Y) möglich, vielmehr gibt es wegen des möglichen periodischen
Charakters der 7r^-Rheomorphismen(maximaler Frequenz F)die Möglichkeit
224 Postmortale Zustände?
gezielter Optimierungen dieser Adaption an Strukturen der y < Y,jedoch nie
mals an solche der y > Y, weil das durch Y gekennzeichnete x^-Niveau vom
postmortalen 7t^-Zustand nicht überschritten werden kann. Aus dem gleichen
Grund ist auch die Adaption an y > 0 während t^ des Hylomorphismus in(±0)
unmöglich.
Im Folgenden werde die gezielt optimierende rheomorphe Adaption der
Potenz F an die 0 < y < Y-1 als Telephanie des postmortalen Zustandes
bezeichnet. Die postmortale Telephanie der in die latenten Pararäume
Y —► Y-1 0 wird also durch die telephane Toleranz Y des (± Y) und
die telephane Potenz F gekennzeichnet, wobei F die Maximalfrequenz der
jenigen periodischen Rheomorphismen darstellt, zu denen die betreffende
fähig ist. Beide Kenngrößen der Telephanie sind dabei vom maximalen Grad
ng gradueller 7i^-Tektonik in den gefugten Totalitäten T(n) mit 7 < n < ng ge
mäß Y(ng) und F(ng) derart abhängig, dass Y(ng) > Y(ng) und F(ng) > F(ng) für
Hg > ng, aber Y < Y und F < F für Hg < ng wird, wenn im Fall iig ^ ng der Betrag
der Differenz beider Metroplexgrade einen charakterisierenden ganzzahli
gen Mindestwert erreicht.
Die Telephanie in den (+0) ist ein Sonderfall, dessen naheliegende Be
trachtung die Allgemeingültigkeit nicht einschränkt. Stets kann die aus
(±Y) ihre telephane Manifestation in allen latenten Pararäumen (±y), also
y < Y, provozieren, jedoch muss hier berücksichtigt werden, dass wegen
F < 00 und der tatsächlichen rheomorphen Frequenz f < F durch f in (±y) eine
telephane Bandbreite gesetzt wird, die sich in einen meist sehr eng begrenzten
Bandbreitenbereich B des (±y) abbildet. Manifest werden kann die Telephanie
im begrenzten Raum B allerdings nur dann, wenn B durch einen Leitmetro-
plex über den (±y) diaphan wird, also die rheomorphe Adaption der Telepha
nie an konkrete (±y)-Strukturen in B ermöglicht. Bei diesen Leitmetroplexen
handelt es sich um Ilkorniveaus aus Mustern der a-Hermetrie, die unabhängig
von der noch latenten Telephanie temporär (und meist sehr kurzfristig) von
den (±y)-Strukturen in B angeregt, aufgespannt und nach der meist kurzen
Existenzzeit wieder abgebaut werden. Wenn derartige Ilkorniveaus B als Di-
aphanraum aufspannen, dann kann es über eine rheomorphe Adaption zur
Manifestation in B kommen, und zwar aus einem singulären Bereich dieses
Diaphanraumes heraus, der als phantogenes Zentrum einen Quellenbereich
telephaner Information und Kommunikation darstellt. Dies ist jedoch nur
während der verhältnismäßig kurzen Existenzzeit des Ilkorniveaus möglich,
während derer B zum Diaphanraum mit mindestens einem phantogenen Zen
trum Q wird.
VI. Thanatose 225
Im speziellen Fall der(+0)- oder(+0)-Telephanie fuhrt der postmortale Rheo-
morphismus die Telephanie präformativ zunächst durch die Y-1 latenten
Pararäume 1 <y<Y-l, sofern es sich um die eigentliche (+0)-Telephanie
handelt. Es sei hier bemerkt,dass es noch eine uneigentliche Pseudoform geben
muss. Immerhin besteht die Möglichkeit, dass das 7t^-Residuum beim Beginn
der Thanatose derart stark ausgebildet ist, dass die Extinktionsdiskriminan-
te praktisch parallel zwischen (+0) und (+1)sehr nahe bei (+0) verläuft. In
diesem Fall genügen schwache Rheomorphismen einer Motivation der Resi
duentrennung, dass es zur pseudotelephanen Manifestation in einem von der
Motivation bestimmten B des(+0)kommt, wenn ein der Motivation konfor
mes llkomiveau existiert. In periodisch wiederkehrenden Zeitintervallen wird
sich diese Pseudotelephanie so lange somnambulenhaft manifestieren, bis die
Distanzierung von kritischen Residuumselementen den Anstieg der postmor-
talen Extinktionsdiskriminante gestattet. Demzufolge wird sich eine derartige
sich wiederholende und an den somnambulen Zustand erinnernde Pseudote
lephanie nur während der Mortalsynkope ereignen. Nach dieser Synkope ist
allein die echte Telephanie möglich, die jedoch sehr selten sein dürfte, wenn
sie sich physisch spontan manifestieren soll, weil die Bedingungen spontaner
Diaphanie kosmischer Art sind und sich selten in den gefügten Metroplexto-
talitäten als llkomiveau verwirklichen. Auch müssen Tt^-Tensionen existieren,
die f hinreichend motivieren.
Im latenten Fall der Telephanie kann eine im (+0)-Soma hylomorph mani
festierte das llkomiveau und ihr Soma den Diaphanraum bilden. Eine der
artige Telephanie ist unmöglich von dem bereits diskutierten animistischen
telepathischen Brückeneffekt(vemrsacht vom SSK-Defekt)zu unterscheiden
und kann besonders in der Hypnosynkope während der paradoxen Phase ma
nifest werden, weil in diesem Zustand die hinsichtlich der 6-Syntropoden
sehr passiv ist. Die spontane (+0)-Telephanie setzt dagegen voraus, dass der
durch f der bestimmte Raum B in (+0) durch ein aus dessen Stmkturen
temporär angeregtes llkomiveau diaphan wird und dass darüber hinaus die
negative Energiebilanz seines singulären Bereiches Q als Folge der starken
Entropieabsenkung in Q aus irgendeiner geeigneten physikalischen Energie
quelle gedeckt wird. Ist dies nicht der Fall, dann muss gefordert werden, dass
die (+0)-Telephanie der derart von einem a-Strom begleitet wird, der B
schneidet und als wahrscheinlichkeitsändemdes Raster der Mikrozustände im
Bereich a diese negative Energiebilanz der Entropiesenkung thermisch B ent
zieht. Dies müsste dann um Q in B einen Kältegradienten zur Folge haben.
226 Postmortale Zustände?
Die spontane Erfüllung all dieser Bedingungen erscheint außerordentlich un
wahrscheinlich, doch können aus diesen Sachverhalten ganz konkrete Eigen
schaften telephaner Manifestationen in physischen Diaphanräumen abgelesen
werden, die im Vergleich mit den vielfältigen spiritistischen Anekdoten den
Verdacht nahelegen, dass der weitaus größte Teil dieses Anekdotenmaterials
wahrscheinlich frei erfunden ist. Ganz allgemein folgt aus der Natur einer Te-
lephanie, dass nicht nur die uneigentliche okkupative Telephanie in ß, y oder
8 einer somatisch manifestierten Persona, sondern darüber hinaus - mit Aus
nahme des theoretisch möglichen Phänomens des Kältegradienten (welches
keineswegs immer aufzutreten braucht)- auch die übrigen telephanen Ma
nifestationen im (+0)prinzipiell empirisch von animistischen Erscheinungs
bildern ununterscheidbar sind. Da die relevanten Standpunkte a) und f) aus
I. 2. emotionaler Natur sind, muss sich aus dieser Ununterscheidbarkeit die
spiritistisch-animistische Kontroverse begründen. Hier sollte allerdings be
rücksichtigt werden, dass sich auch völlig verschiedene Ursachen im gleichen
Symptom manifestieren können, was im Fall telephaner und animistischer
Phänomene aufgrund ihrer Natur leicht eingesehen werden kann.
Anstatt die spiritistisch-animistische Kontroverse emotioneil immer wieder
neu auszutragen, scheint es dem Autor sinnvoller zu sein, den fundamentalen
strukturellen Unterschied in den Ursachen zu erkennen, die sich im selben
phänomenologischen Bild manifestieren; denn nach den vorangegangenen
Untersuchungen ist die emotionale Aussage „entweder Animismus oder Spi
ritismus" von bekenntnishaftem Charakter und ohnehin durch die Aussage
„sowohl als auch" zu ersetzen. Tatsächlich können aber die fundamentalen
strukturellen Unterschiede der Ursachen sich identisch manifestierender Phä
nomene von dem im vorangegangenen sehr kurz skizzierten Betrachtungs
niveau aus in ihrer Natur gut beschrieben werden. Aus einer gründlichen
Kenntnis der Gesetzlichkeiten postmortaler Zustände drängt sich hingegen
die Frage auf, wie materielle Strukturen im Bereich a zu synthetisieren sind,
derart, dass diese a-Strukturen labortechnisch Ilkomiveaus erregen, welche
willkürlich gestatten, geeignete Räume zu Diaphanräumen zu gestalten und
sozusagen metaphorisch über einstellbare beliebige Zeitintervalle diaphane
Fenster postmortaler Telephanie zu öffnen. Da derartige Ilkomiveaus bezo
gen aufden(+0)in > 0 ebenso wie ihre Diaphanräume und deren singuläre
Zentren stets als Elemente von a anzusprechen sind, wurde im Arbeitskreis
des Autors der Versuch unternommen, über die Anregung eines Ilkomiveaus
einen (+0)-Diaphanraum aufzuspannen.
VI. Thanatose 227
Dies schien durchaus sinnvoll zu sein, weil nach Elementarstrukturen der
Materie 2 die R^-Beschreibung der Hermetrieformen a bis d als a-Struktur
vorliegt. Es wurde labortechnisch der Versuch unternommen, quantenfeld-
physikalische Strukturierungen solcher (+0)-Felder aufzubauen, deren kano
nische Energiedichtetensoren im explizit durch phänomenologische Feld
größen ausdrückbar sind, derart, dass ihre Komponenten in und x^ opti
mierbar sind. Ist darüber hinaus die physikalische Feldstruktur so beschaffen,
dass diese Optimierung vom Laborsystem her erfolgen kann, dann besteht
die Möglichkeit (wie die Vorversuche zeigten) die begleitende a-Hermetrie
dieser optimierten Transkomponenten zu einem Ilkomiveau in x^ > 0 aufindi
rektem Wege zu strukturieren. Derartige Laboruntersuchungen erwiesen sich
trotz ihrer Schwierigkeit noch nicht als allzu problematisch. Die eigentlichen
Schwierigkeiten treten erst auf, wenn das Muster dieser a-Hermetrien aufeine
durchgehende Korrespondenz mit dem singulären Bereich des entstehenden
Diaphanraumes abgestimmt werden soll. Derartige Abstimmungsversuche
sind jedoch unerlässlich, weil nur die wahrscheinlich eng tolerierte Abstim
mung des Musters der a-Terme auf den betreffenden (+0)-Bereich das Ilkor-
niveau definiert, welches eine Diaphanie dieses Bereiches bedingt. Weiterfuh
rende Experimentaluntersuchungen dieser Art können jedoch unmöglich im
Rahmen von Vorversuchen durchgeführt werden. Auch lässt sich bereits jetzt
überblicken, dass hierfür technologische Elemente erforderlich werden, die
weder einfach noch von der heutigen Industrie kommerziell beschaffbar sind.
Es besteht jedoch die Möglichkeit gezielter Laborentwicklung, weil keine
nach heutigem technischen Stand unerfüllbaren technologischen Forderungen
gestellt zu werden brauchen.
Zusammenfassend sei festgestellt, dass Y und F des postmortalen tt^-Zu-
standes allein von ng gradueller jc^-Tektonik abhängen und mit ng steigen oder
fallen. Ob ng der beim monodromen Durchgang ihrer Aktualisierung durch
ihre televariante Area ansteigt oder nicht, ist aber allein von der Änderung des
Rasters integrierter und aktueller Noogramme im 6-Metroplex der 7c^,also
letztlich von der Form ihrer Aktualisierungen in den polydromen Futuralpo-
tenzen und den Aktualisierungsmotivationen abhängig. Dies bedeutet aber,
dass die in der Vorbemerkung gestellte Frage nach dem zeitlichen Woher,
dem zeitlichen Wohin und nach dem Sinn menschlichen Daseins mit dem
Hinweis aufeinen notwendigen ng-Anstieg der Persona über Noogrammstruk-
turierungen zumindest teilweise beantwortbar ist. Wenn diese Antwort ange
nommen wird, dann sind die menschlichen Lebensdirektiven für die optimale
Entfaltung einer jeden Persona von kosmischer Natur und könnten das mora-
228 Postmortale Zustände?
lische Gesetz einer als Rückbindung aufgefassten Religio zur menschlichen
Sozietätenbildung so überlagern und prägen, dass die soziale Gemeinschaft
eine Gemeinschaft konstruktiver mentaler Kommunikation wird. Hier wäre
allerdings für die typisch materiell bezogenen Konkurrenzstrukturen mit ihren
negativen, Sozietäten zerstörenden Konfrontationen menschlicher Individuen
kein Platz.
VII. SCHLUSSWORT
Zu der von J. Eccles' gegebenen Metapher des menschlichen Lebens als Or
gelsymphonie wäre aus dieser Sicht ergänzend zu sagen: Der Organist (tc^)
nimmt an der Orgel(ß-Struktur des Soma)Platz(Hylomorphismus)und spielt
eine Symphonie (Aktualisierung eines monodromen Zweiges während t^),
doch wird diese Symphonie auf einem Tonträger mitgeschnitten (y-Code).
Nach dem letzten Akkord erhebt sich der Organist (Thanatosebeginn) und
überträgt die Symphonie vom löschbaren Tonträger unter Verwendung von
Filtem auf eine Schallplatte (Engrammtranskription in das Noogramm wäh
rend der Mortalsynkope) und reflektiert über die beliebig reproduzierbare
Symphonie (postmortaler Zustand). Die Symphonie ist einmalig, doch kann
der Organist sie variiert erneut spielen (Antiarea oder reinkamative Subarea).
Wesentlich erscheint hier nur, dass die Symphonien als Metaphern für das Le
ben zwar einmalig und vergänglich sind, nicht dagegen der Organist, der sich
an diesen Symphonien immer weiter entfaltet(ng-Anstieg).
Die Lebenssymphonien sollten rechtzeitig möglichst harmonisch klingen;
denn jenseits des Grabes begreift man Geist erst, wenn er bedeutend gelebt
wurde.
^ J. Eccles: Him und Bewusstsein. Mannheimer Forum 1977/78.
GRUNDBEDINGUNGEN VON
GESUNDHEIT UND
LEBENSENTFALTUNG DES MENSCHEN
Grundbedingungen von Gesundheit und Lebensentfaltung des Menschen 231
Das Thema „Grundbedingungen von Gesundheit und Lebensentfaltung des
Menschen" deutet daraufhin, dass diese Grundbedingungen allgemein entwe
der nur rudimentär oder überhaupt nicht erfüllt sind. Denn wären sie erfüllt,
würde sich das Thema gar nicht erst stellen.
Nun kann ich aber in der Natur keine Faktoren erkennen, die diese Grund
bedingungen stören könnten, woraus folgt, dass wohl der Mensch selbst sich
die Grundbedingungen seiner Entfaltung und seiner Gesundheit stört. Das
würde aber bedeuten, dass eine mit Intelligenz ausgerüstete Gattung es fer
tigbringt, aus freien Stücken die Grundbedingungen ihrer eigenen Existenz in
Frage zu stellen. Wenn das der Fall ist, so ist das nur erklärlich durch einen
global-psychischen Defekt. Dies besagt, dass man sich von diesem Aspekt aus
an das Problem heranwagen sollte, ohne zu sehr ins Detail zu gehen.
1. Das empirische Erscheinungsbild des Menschen
Versucht man den Menschen nach seinem empirischen Erscheinungsbild zu
beschreiben, so stößt man letztlich auffünf archaische Wurzeln:
1. Individualität^
2. Soziabilität,
3. Weltlichkeit bzw. Existenz im menschlichen Biotop des physischen Rau
mes,
4. Geschichtlichkeit^ das heißt die Existenz des Menschen in der Zeit und
5. Religiosität^ welche als die durch die bewusste Abstraktionsfahigkeit des
Menschen bedingte Tendenzzur Rückbindung an den Daseinshintergrund
zu verstehen ist.
Die ersten vier archaischen Wurzeln hat der Mensch mit sämtlichen anderen
Organismen dieses Planeten gemein. Nur die fünfte Wurzel, die Religiosität
hebt sich in sehr drastischer Weise vom übrigen Hintergrund der lebenden
Biosphäre dieses Planeten ab. Sie ist offenbar etwas prinzipiell anderes. Ich
möchte daher unter dem Begriff„Religiosität" Folgendes verstehen:
Der Mensch ist das einzige Lebewesen auf diesem Planeten, das imstande
ist zur bewussten Abstraktion-, das imstande ist, sich in Gedanken aus seinem
eigenen Lebensraum herauszuheben, um von außen über diesen Lebensraum
zu reflektieren und so zu tun, als ob er gar nicht dazugehöre. Der Mensch
ist es, der Fragen stellen kann. Und aus dieser Eigenschaft ergibt sich nun,
dass die an sich animale enge Bindung an den Daseinshintergrund aufgehoben
wird.
232 Grundbedingungen von Gesundheit und Lebensentfaltung des Menschen
Das Tier kann gar nichts falsch machen. Tiere handeln nicht aus freien Stü
cken, sondern sie handeln so, weil sie nicht anders können. Sie müssen so
handeln. Der Mensch hingegen hat durch die Fähigkeit der Abstraktion die
freie Wahl. Er kann in einer anderen Weise handeln, muss aber nicht, d. h.,
er kann auch falsch handeln und er kann wissentlich falsch handeln. Er kann
also auch schuldig werden. Dieser typisch menschlichen Eigenschaft der Ab
straktion entspringt daher auch das von alters her vorhandene Bemühen einer
Rückbindung an den Hintergrund des Daseins, das Bemühen um eine religio
(Rückbindung).
2. Definition des Menschen als offenes Wesen
Nun hat gerade diese letzte archaische Wurzel, die den Menschen zum Men
schen macht,zur Folge, dass der Mensch in Bezug auf diese archaische Wur
zel ein sehr unfertiges Wesen ist. Diese Unfertigkeit zeigt sich in verschie
densten Formen:
a) Geistig-emotionale Entwicklung
Zunächst einmal liegt eine Unfertigkeit des Menschen in der geistig-emotio
nalen Entwicklung vor. Das Denken des Menschen, vor allem des Europäers,
ist in der Regel ein analytisches Denken. Man kann analysieren und sollte dies
auch. Die Schwierigkeit besteht jedoch darin, das Zerlegte wieder richtig zu
sammenzufügen und die Dinge nicht mehr als das zu sehen, was sie sind - als
Ganzheit -,sondern fragmentiert. Es scheint so zu sein, dass das Denken im
Wesentlichen auf Fragmentierungen hinausläuft, wobei einige der Fragmente
verstanden werden, andere nicht, sodass man nicht mehr in der Lage ist, die
Fragmente wieder zusammenzusetzen. Dies kann durchaus zur Folge haben,
dass man eine Arbeit irgendwo beginnt, nicht mehr weiterkommt und daher
das erhoffte Ergebnis einfach antizipiert. Wird dieses antizipierte Ergebnis
ideologisiert und festgeschrieben, so kann dies unter Umständen lebensge
fahrlich werden. Die meisten Ideologien, die irgendeinen geistigen Hinter
grund haben,stehen auf einem solchen Fundament.
b)Individuelle Integrität
Diese Unfertigkeit in der geistig-emotionalen Entwicklung hat offenbar auch
eine Unfertigkeit in Bezug auf die Integrität der menschlichen Persönlichkeit
Grundbedingungen von Gesundheit und Lebensentfaltung des Menschen 233
zur Folge. Denn wenn das Denken zur Fragmentierung neigt, dann besteht
die Gefahr, dass man sich selbst gar nicht als einheitliche Persönlichkeit, als
Ganzheit empfindet, sondern fi-agmentiert, als Teilpersönlichkeit. Dies bringt
z. B. auch die Spezialisierung des Berufslebens mit sich. Man spielt die eine
Rolle, man spielt die andere Rolle, und man ist eigentlich meistens-die Spra
che ist hier sehr fein -„außer sich". Man ist nicht im Lebenszentrum,sondern
man lebt in Form der verschiedenen abgespaltenen partiellen Persönlichkei
ten.
c)Sinnhaftigkeit
Wenn man die Welt betrachtet und alle Ganzheiten zu Fragmenten desinte
griert, dann sollte man - wie erwähnt - einige Fragmente begreifen, andere
nicht. Wenn man nichts begreift,so kann es sein,dass man keinen Sinn erkennt.
Erkennt man nur in einigen Fragmenten Sinn, in anderen keinen, kann es sein,
dass die Welt als sinnlos erfahren wird, insbesondere wenn man z. B. die Ato
mistik und die Thermodynamik falsch versteht. Man spricht dann von einem
atomaren statistischen Chaos. Wenn aber die Welt nicht als sinnhaft erfahren
wird, sondern eben als ein Chaos, dann macht sich natürlich die Meinung
breit, dass alles und jedes eigentlich nur eine Ware ist und der einzige Profit
des Daseins im Umsatz dieser Ware besteht. Das scheint ein außerordentlich
destruktives Prinzip zu sein, das sich aus diesen Unfertigkeiten ergibt.
d) Wesensbestimmung
Als Folge der Unfertigkeit der geistig-emotionalen Entwicklung, der indivi
duellen Integrität und der Sinnhaftigkeit ergibt sich eine Unfertigkeit der ei
genen Wesensbestimmung.
Wenn man alles fragmentiert sieht, also seinen Mitmenschen und auch sich
selbst,dann wird man immer nach der Funktion fragen. Man wird nicht fragen,
wer ist der andere, sondern: Woraus besteht er, wie funktioniert er? Sieht man
Menschen nur funktional, dann besteht die große Gefahr, dass man nicht nur
die Natur, sondern auch den Menschen lediglich nach seinem ökonomischen
Nutzen einstuft. Es gibt politische Systeme,die darauf beruhen. Der Schritt ist
dann nicht mehr weit, um einen Menschen, der keinen ökonomischen Nutzen
mehr hat, einfach wie ein unbrauchbar gewordenes Gerät wegzuwerfen. So
läßt sich der Wert einer Gesellschaft ganz einfach dadurch beurteilen und da
ran messen, wie diese Gesellschaft mit den eigenen Menschen umgeht.
234 Grundbedingungen von Gesundheit und Lebensentfaltung des Menschen
e)Schuld
Der Mensch ist femer ein sehr unfertiges Wesen in Bezug aufdie Bewältigung
von Schuld. Schuldhaft werden kann jeder, aber man kann immer wieder be
obachten, dass man mit der Schuld nicht gut leben kann, sie aber auch nicht
bewältigt. Man steht in der Regel nicht dazu und macht sie nicht wieder gut,
sondem man verdrängt oder delegiert die Schuld aufetwas anderes- ein sehr
bequemer Weg,doch damit ist nichts getan.
J)Freiheit
Und auch mit der Freiheit scheint mir unser Umgang sehr unfertig zu sein.
Einfach tun und lassen, was man will, ist noch längst keine Freiheit. Und ein
Liberalismus im Sinne einer liberalen Wirtschaft hat mit Freiheit auch nichts
zu tun.
Der in diesen Beziehungen unfertige Mensch ist wegen dieser Unfer-
tigkeiten ein offenes Wesen, weil er sich als Folge der archaischen Wurzel der
Religiosität durch äußere Fremdsteuemngen oder motivierte Eigensteuemng
verändem kann.
3. Problemstellung
Da der Mensch also hinsichtlich des ihn definierenden archaischen Seinsgmn-
des der Religiosität offen ist, muss geschlossen werden, dass die menschli
che Evolution nicht abgeschlossen ist. Der zukünftige Evolutionsweg ist
zweideutig: Einerseits kann die aus der archaischen Wurzel der Religiosität
hervorgehende geistige Evolution zu außerordentlichen Höhen fuhren, doch
andererseits können durch den Momentanzustand der Religiosität bedingte
Risiken so beschaffen sein, dass durch diesen menschlichen Evolutionszweig
jede weitere Evolution des Lebens über lange Zeiten abgebrochen werden
kann. Das Problem besteht also darin, Grundbedingungen aufzufinden, die
im Sinne einer positiven Evolution der geistig-religiösen Entwicklung eine
optimale humane Onto- und Phylogenese für die Zukunft ermöglichen. Dieses
Ziel setzt ein allgemeingültiges Bild vom Menschen voraus. Offensichtlich hat
der Mensch die ersten vier Archai mit allen übrigen Organismen der irdischen
Biosphäre gemein, von denen er sich nur durch die fünfte archaische Wurzel
unterscheidet. Doch ist der Mensch wie alle übrigen Organismen über das
materielle Soma mit der Materie verbunden,sodass indirekte Schlüsse von der
Basis einer einheitlichen Theorie der Materie her versucht werden sollen.
Grundbedingungen von Gesundheit und Lebensentfaltung des Menschen 235
4. Kosmos und materielle Elementarstrukturen
Solche Schlüsse erfordern zunächst eine Unterscheidung von Realität und
Wirklichkeit, Realität besagt die Gesamtheit der in ihrer Existenz von der
menschlichen Wahrnehmung unabhängigen Dinge. Wirklichkeit hingegen be
zeichnet nurjenen Bereich der Realität, der für den Menschen sinnlich erfahr
bar ist.
Es kann nun gezeigt werden, dass die Elemente dieser menschlich er
fahrbaren Wirklichkeit Ereignisse sind, die in zwei sich unterscheidenden me
taphorischen Ebenen angeordnet werden können:
• zum einen in der Ebene quantitativer Ereignisse numerischer Ortsan
gaben-Längen-,Breiten- und Höhenangaben, bezogen aufirgendwelche
Maßstäbe und irgendeinen Nullpunkt- und Zeitangaben, also die Ereig
nisse der quantitativen Welt;
• zum andern in einer qualitativen Ebene nicht quantifizierbarer Ereignisse
des eigenen psychisch-geistigen Innenraumes, also die Ereignisse psy
chisch-geistigen Geschehens.
a)Materie
Eine Beschreibung der Materie muss sich daher auf die quantitativen Ereig
nisstrukturen beziehen, und zwar unter Verwendung der quantitativen ma
thematischen Methodik. Das in Elementarstrukturen der Materie^ erarbeitete
Bild der materiellen Welt zeigt zunächst, dass Raum und Zeit als Kategorien
menschlicher Anschauung nur in der einheitlichen Form einer vierdimensio-
nalen Raumzeit existent sind. Diese Raumzeit ist jedoch nicht die Welt, son
dern lediglich der Unterraum eines sechsdimensionalen Hyperraumes,der als
Welt zu bezeichnen wäre.
b) Weltselektor
Die mathematisch beschreibbaren Gesetzmäßigkeiten der Welt kulminieren
offenbar in einer sehr einfachen Beziehung:Ein Auswahlprinzip {Weltselektor)
wirkt aufirgendeine geometrische Struktur ein und weist eine solche Struktur
'Burkhard Heim: Elementarstrukturen der Materie. Einheitliche strukturelle Quantenfeldthe
orie der Materie und Gravitation. Bd. 1. Innsbruck: Resch, M998; ders.: Elementarstrukturen
der Materie. Einheitliche strukturelle Quantenfeldtheorie der Materie und Gravitation. Bd. 2.
Innsbruck: Resch,^1996.
236 Grundbedingungen von Gesundheit und Lebensentfaltung des Menschen
als geometrisches Gebilde der Welt aus, wenn das Ergebnis der Einwirkung 0
wird, wobei diese ausgewählten Strukturen im Schnitt mit der Raumzeit alle
diejenigen Geschehensverläufe darstellen, die uns physikalisch als materielle
Welt entgegentreten. Es gibt vier Lösungsmannigfaltigkeiten des Weltselek-
tors:
Die erste Gruppe ist phänomenologisch nicht interpretierbar, weil es sich
um entelechale Entitäten von Organisationspotenzen handelt, die quantenhaf
te Strukturstufen des Hyperraumes jenseits der Raumzeit sind. Wenn sie den
physischen Raum schneiden, geben sie Informationswahrscheinlichkeiten,
also Anweisungen für irgendwelche Strukturen an, die dann auch entstehen
können. Auf diese Weise können wir eine Kosmologie schreiben und Aus
sagen über das Anfangsereignis und Endereignis des Kosmos sowie präzise
Aussagen über den Mikrokosmos machen, die sich in der Messtechnik wie
derfinden.
Die zweite Gruppe beschreibt alles, was sich mit Lichtgeschwindigkeit be
wegt, also z. B. die elektromagnetischen Wellen und Photonen.
Die dritte Gruppe bilden die neutralen Elementarteilchen, wie z. B. Neu
tronen usw.
Die vierte Gruppe beschreibt alle Elementarteilchen, die elektrisch geladen
sind.
Die Gesamtheit aller mathematisch quantitativ formulierbaren Gesetzmäßig
keiten der Welt werden als logischer Bereich der Physis bezeichnet, wobei
der Weltselektor einen großen Bereich der Physis offensichtlich abdeckt. Al
lerdings erscheint hier eine Diskrepanz,denn dieser Weltselektor ist mehrdeu
tig, sodass mehrere materielle Welten denkbar sind, doch wird tatsächlich als
Wirklichkeit nur die eine materielle Welt als Physis erfahren.
c) Weltganzheit
Hieraus wird der Schluss gezogen, dass diese Eindeutigkeit die Folge einer
übergeordneten Weltganzheit ist, von der die Physis als ein Teilaspekt in ein
deutiger Weise geprägt wird. Allerdings ist diese übergeordnete Weltganzheit
unbekannt und der Schluss vom Weltselektor auf diese Ganzheit ist nicht
eindeutig. Immerhin könnte die Eindeutigkeit der Welt in ihrer Wirklichkeit
auf die Beschreibungsmethodik zurückgehen, die alle überhaupt möglichen
logischen Zweige einer Problemlösung aufzeigt, von denen im Allgemeinen
jedoch nur einer von der Natur realisiert wird. Aufjeden Fall ergibt sich die
Grundbedingungen von Gesundheit und Lebensentfaltung des Menschen 237
Altemativfrage nach der Existenz dieser übergeordneten Weltganzheit, die
doppeldeutig beantwortet werden kann, nämlich
a)Es gibt die übergeordnete Ganzheit, derart, dass die Physis nur ihr ein
deutiger Teil (materielle Welt) ist.
ß) Die Welt ist nichts als Physis und die übergeordnete Weltganzheit hat
keine Existenz.
5. Empirische Induktion des Lebensprozesses
Unterstellt man, dass die Aussage ß wahr ist, dann bleibt die gesamte physi
kalische Betrachtung von Abschnitt 4 erhalten, sofern der Lebensprozess aus
geklammert wird. Tatsächlich ist dies nicht zulässig, weil sich der Lebenspro
zess auf mindestens einem Gestirn dieses Universums entfaltet hat. Die An
wendung der quantitativen Methodik der Physis auf den Lebensprozess führt
sehr erfolgreich zur Biochemie, Biophysik und Molekulargenetik, also zur
genetischen Codierung der Desoxyribonucleinsäure(DNS). Da es nur 4 Nuc-
leotide gibt und diese völlig asymmetrischen Strukturen aufdie 6 Elemente H,
C, N,0,P und S des periodischen Systems zurückgehen, müsste eine konse
quente Anwendung physischer Methoden über eine Wellenmechanik dieser 6
Valenzschalen zu einer Theorie lebender Strukturen fuhren. Nun setzt aber ein
Protobiont, also ein erstes Lebewesen, neben der DNS noch ein Protein ziem
lich komplizierter Struktur voraus, das fähig ist, den Code von DNS-Stücken
abzulesen und zu realisieren, d. h., zum Lemgedächtnis der DNS muss noch
eine Funktionsgruppe kommen, nämlich dieses Protein.
Da also die Lebensevolution im Gegensatz zu den materiellen Strukturen
reiner Physis in eine immer höhere Komplexität von Strukturorganisationen
wachsender zeitlicher Stabilität führt, entsprechen die atomaren Elemen
te einer solchen Struktur einem untergeordneten Teilsystem logischer Sätze,
welches aus einem übergeordneten System logischer Sätze (der komplexen
Gesamtstruktur) ausgegrenzt wurde. Nach dem Gödelschen Satz der Logik
kann zwarjeder Satz des untergeordneten Systems aus den Sätzen des überge
ordneten Systems hergeleitet werden, doch ist es umgekehrt unmöglich, aus
den Sätzen des untergeordneten Systems solche des übergeordneten Systems
herzuleiten. Zwar existiert der Lebensprozess in Form materieller lebender
Strukturen in den Elementen der Physis, doch werden zur Erfassung seines
Elementarprozesses logische Sätze benötigt, die außerhalb des Kompetenzbe
reiches der Physis liegen und aus ihr nicht hergeleitet werden können.
238 Grundbedingungen von Gesundheit und Lebensentfaltung des Menschen
a)Bios
Es muss demnach neben der Physis ein weiterer, als Bios bezeichneter, Be
reich logischer Sätze unterstellt werden,und zwar als Folge einer empirischen
Induktion des Lebensprozesses. Die Existenz dieses Bios steht aber in kras
sem Widerspruch zu der als wahr angenommenen Aussage ß -„Die Welt ist
Physis und nichts als Physis"-,woraus folgt, dass die Aussage ß falsch ist.
Da es aber neben ß nur noch die Aussage a gibt-„Es gibt eine übergeordnete
Ganzheit"-,ist zwangsläufig a richtig, und der Bereich logischer Sätze des
Bios erweist sich als weiterer Teilbereich der Weltganzheit neben der Physis.
b)Psyche
Völlig analog können Eigenschaften vieler Organismen untersucht werden,
die nicht aus den Sätzen des Bios herleitbar sind. Hierbei handelt es sich
im Wesentlichen um psychische Eigenschaften, sodass wiederum über die
Schlussweise der reductio ad absurdum als weiterer Bereich logischer Sätze
der Bereich der Psyche ausgelotet werden kann.
c)Pneuma
Ganz entsprechend fuhrt eine Untersuchung der menschlichen Geistesge
schichte zur Existenz eines Bereiches logischer Gesetzmäßigkeiten des Men
talen, der nicht aus den Sätzen der Psyche deduzierbar ist und den man als
Pneuma bezeichnen kann.
Weitere Bereiche können wir als Menschen nicht ausloten, wenngleich da
mit die Weltganzheit nicht schon erschöpft ist. Für unsere menschlichen Be
lange genügt es, diese vier Bereiche von Physis, Bios, Psyche und Pneuma
zu berücksichtigen. Die diesbezüglichen Aussagen lassen sich auch logisch
herleiten. Das bedeutet, dass die Welt keineswegs nur Physis ist Die Physis
ist ein Teilausschnitt aus der Ganzheit, genauso wie die Bereiche Bios, Psy
che und Pneuma. Für das gestellte Problem ist es daher wesentlich, sich zu
vergegenwärtigen, dass sich der Vollzug menschlichen Lebens in vierfacher
Konturierung in den Bereichen der Physis, des Bios, der Psyche und in dem
als Pneuma bezeichneten Bereich mentalen Geschehens vollzieht.
Grundbedingungen von Gesundheit und Lebensentfaltung des Menschen 239
6. Transzendierungen
Ein Mensch ist mit Sicherheit stets als eine Einheit zu sehen,sodass die Vier-
fachkonturierung in Physis,Bios,Psyche und Pneuma aufdie Himstruktur des
Betrachters und/oder auf die atavistische Altemativlogik anthropomorpher
Art zurückgehen mag. Auch scheint die in Abschnitt 4 erwähnte Trennflä
che der metaphorischen Ereignisebenen die Strukturen des Bios zu schneiden,
derart, dass die Physis voll den Bereich quantifizierbarer Ereignisse, Psyche
und Pneuma aber den der qualitativen Ereignisse beherrschen.
So war es notwendig, allgemeine Denkstrukturen aufzufinden, deren Ele
mente in den verschiedensten logischen Aussagesystemen erscheinen, sodass
eine Transposition logischer Aussagen im Sinne von Grenzüberschreitungen,
also Transzendierungen logischer Kompetenzbereiche, möglich wird. Die
Existenz einer solchen Transzendierungsmethode wurde bereits in der Schrift
Postmortale Zustände?^ vorgestellt. Auch wurde die einheitliche Theorie
der Physis in Elementarstrukturen der Materie so angelegt, dass das Über
gangskriterium in den Bereich der Metroplexstrukturen erfüllt wird, sodass
die Transzendierungen Physis Bios —> Psyche —> Pneuma formal voll
ziehbar sind. Hieraus ergibt sich ein einheitliches Bild des elementaren Le
bensprozesses schlechthin, der lebenden Organismen und des Menschen. Da
nach hat nicht nur jedes Element der Physis in Raum und Zeit Komponenten
in den verborgenen Weltdimensionen des Hyperraumes der Welt, sondern es
vollzieht sich darüber hinaus eine der raumzeitlichen Dynamik komplementä
re Transdynamik entelechaler Entitäten in diesen Komponenten.
Im Fall lebender Organismen, einschließlich des Menschen, erfolgt diese
Transdynamik entelechaler Entitäten als jeweils geschlossenes strukturelles
System komplementärer Strukturen, das eben durch die Metroplexstrukturen
aus Postmortale Zustände? erfasst werden kann. Sozusagen in der „Hori
zontalen" erscheint dem Betrachter in jeder Seinsschicht des Menschen eine
unfassbare Komplikation, doch gestattet das Bild der Metroplexstrukturen
sozusagen in der „Vertikalen" ein einheitliches Gesamtbild in allen Seins
schichten. Pathogene Einflüsse können in jeder Schicht erfolgen, was in stark
vereinfachter Form bereits in der Schrift Elementarprozess des Lebens^ auf
gezeigt wurde.
2 Postmortale Zustände?, s. S. 139-228.
'Der Elementarprozess des Lebens, s. S. 73-138.
240 Grundbedingungen von Gesundheit und Lebensentfaltung des Menschen
7. Pathogene Einflüsse
In der Schrift Postmortale Zustände? wurde aufgrund indirekter logischer
Schlüsse unter Verwendung der Transzendierungen ein Bild dieser Trans-
dynamik lebender Strukturen entworfen, wobei die empirischen Archai im
System des Telekormanuals der Ilkorstrukturen wieder erscheinen. Jede trans
dynamische Komplementärstruktur erweist sich hier als ein System antago
nistischer Instanzen, durch deren Homöostase ein Lebenszentrum (mit einem
Toleranzbereich) als subjektiver Bezugspunkt hinsichtlich der peristatischen
Außenstrukturen gesetzt wird,so dass eine Normierung unmöglich ist. Im Fall
humaner Strukturen erscheint die Bindung an den Seinsgrund über die ersten
vier Archai als Folge der religiösen Wurzel zwar sehr stark reduziert, doch
bleibt ein nicht aufhebbarer Rest, der als eingeborenes humanes Gewissen
bezeichnet werden kann, dessen Wertmaßstab allein von den biophilen Struk
turen des Eros bestimmt wird.
Alle Lebensimpulse sind durch Fremd- und Eigensteuerungen beeinflussbar,
derart, dass im Wesentlichen Fremdsteuerungen zu pathogenen Veränderun
gen der transdynamischen Komplementärstruktur in Psyche und Pneuma
fuhren können, die dann pathologische Störungen in Bios und Physis verur
sachen. Diese Anfälligkeit geht mit Sicherheit auf die bereits erwähnte Unfer-
tigkeit des Menschen in Bezug auf die Religiosität als archaische Seinswurzel
zurück.
Im Folgenden sollen fünf mögliche pathologische Veränderungen der trans
dynamischen Komplementärstruktur aufgezeigt werden, die durchaus von
fundamentaler Natur sein könnten.
a)Asymmetrie des Telekormanuals
Als Folge der archaischen Wurzel der Religiosität und des Großhirns im Soma
ist der Mensch einerseits als ein Evolutionswesen angelegt, doch muss er an
dererseits als plazentaler Säuger wegen der eigenen Lebensunfahigkeit der
Neugeborenen starke konservative Tendenzen (Absicherung des Brutraumes)
aufweisen. Durch Fremdsteuerungen während der Ontogenese kann es in der
allgemeinen Triebdynamik zur Asymmetrisierung zugunsten konservativer
Triebstrukturen kommen, was mit Sicherheit den „Habentyp" zur Folge hat.
Grundbedingungen von Gesundheit und Lebensentfaltung des Menschen 241
b)Fixierung der Leitidee des menschlichen Lebens
Wegen der archaischen Wurzel der Religiosität ist die Leitidee des Lebensfrei
wählbar und nicht angeboren wie bei den übrigen, nicht humanen Organis
men (optimale Biocoenose). Durch Fremdsteuerungen kann die frei wählbare
Leitidee jedoch im Sinne einer steuernden Hierarchie an diese Hierarchie fi
xiert und mit der Leitidee der Hierarchie identisch gemacht werden. Aufdiese
Weise wird das humane Gewissen eliminiert und durch das autoritäre Gewis
sen der Hierarchie substituiert.
Versteht man unter dem Begriff „Vorurteil" die Gesamtheit der Wissens
inhalte, die ohne Hinterfragung, ohne logische Herleitung oder ohne Eigener
fahrung übernommen werden, dann besteht im Allgemeinen die Möglichkeit,
diese Vorurteile durch eine Eigensteuerung zu korrigieren. Diese Korrektur ist
jedoch fast unmöglich, wenn es sich um die durch die Fixierung der Leitidee
bedingten Vorurteile handelt, weil dann nur noch wahrgenommen wird, was
die Vorurteile bestätigt. Im Sinne des autoritären Gewissens wird ein Ich-Ide
al entwickelt, welches den fixierten und daher nicht korregierbaren Vorurtei
len entspricht und als Kontrast stets ein „Feindbild" benötigt. Diese Persön
lichkeitsdeformation hat katastrophale politische Folgen, was sich durch den
Verlauf menschlicher Geschichte belegen lässt.
In Bezug auf die Homöostase des Einzelmenschen gibt es durch den zeitli
chen Verlauf des Lebensprozesses in der komplementären Transdynamik stets
Asymmetrien antagonistischer Instanzen im Sinne von Ungleichgewichten,
sodass der individuell verschiedene Toleranzbereich verlassen wird. Diese
„Gestalten" erscheinen dann in den Schnitten des Telekormanuals mit der II-
korstruktur, also sozusagen an den „Fenstern des psychischen Innenraumes".
Der verhältnismäßig leichte Zugriff auf diese Bereiche könnte eventuell die
guten Erfolge der Gestalttherapie verständlich machen. Es gibt jedoch auch
Asymmetrien dieser Art, die nicht korrigierbare Persönlichkeitsdeformatio
nen verursachen. In diesem Fall hat das Ungleichgewicht jenseits des Tole
ranzbereiches eine typische Verhaltenscharakteristik permanenter Art zur Fol
ge, die als Orientierung bezeichnet werden soll.
c)Die nekrophile Orientierung
Auch die biophilen Triebe des Eros erfordern ein System von Antagonisten,
wodurch diese Triebstrukturen im richtigen entelechalen Niveau gehalten
werden. Diese Antagonisten des „Biophilen" sind eine unabdingbare Not-
242 Grundbedingungen von Gesundheit und Lebensentfaltung des Menschen
wendigkeit, müssen jedoch isoliert dem unbefangenen Betrachter als eine Art
„Todestrieb" erscheinen. Kommt es zu einem Ungleichgewicht zu Lasten der
biophilen Triebe, derart, dass diese Antagonisten mehr oder weniger stark
überbetont werden, dann muss eine Persönlichkeit mit nekrophiler Orientie
rung entstehen.
d)Die narzisstische Orientierung
Auch die ersten vier Archai könnten als Antagonisten eines Gleichgewichts
aufgefasst werden, dessen homöostatischer Toleranzbereich verlassen werden
kann. Geht diese Exzentrizität aufeine starke Verschiebung zugunsten der In
dividualität zurück, dann kann dies eine Persönlichkeitsdeformation im Sinne
einer starken Egozentrik zur Folge haben, die als Charakteristik des Verhal
tens die Züge narzisstischer Orientierung aufweist.
e)Inzestuöse Symbiose
Für den Menschen ist wegen seiner Unfähigkeit, während des Lebensbeginns
aus eigener Kraft zu existieren, eine starke Mutterbindung unerlässliche Le
bensvoraussetzung. Wird diese Bindung jedoch nicht zur rechten Zeit psy
chisch gelöst und verfügt das Individuum nur über eine geringe psychische
Vitalität, könnte ersatzweise eine Bindung an eine Gruppe oder eine Hierar
chie erfolgen, was Fixierung m eine Leitidee,eine inzestuinöse Symbiose,
zur Konsequenz haben könnte.
8. Konsequenzen
Mit Sicherheit haben alle Deformationen der Strukturen in Psyche und Pneu-
ma, aber auch alle Exzentrizitäten antagonistischer Wechselbeziehungen au
ßerhalb des homöostatischen Toleranzbereiches Anomalien des Verhaltens
oder pathologische Zustände bzw. Orientierungen zur Folge. Ausgewählt wur
den hier nur die genannten pathogenen Strukturen, weil ihnen insofern eine
fundamentale Bedeutung zugesprochen werden muss, als sie einerseits zu po
litischem Fehlverhalten im Fall einer Solidarisierung führen können, während
andererseits die Ursachen solcher Zustände immer Fehlentwicklungen wäh
rend der Kindheit sind, die auf ungeeignete Fremdsteuerungen zurückgehen.
Ein großer Teil aller Gesundheit und Lebensentfaltung des Menschen bedro
henden Einflüsse, von der schleichenden Umweltvemichtung bis zu kriege-
Grundbedingungen von Gesundheit und Lebensentfaltung des Menschen 243
rischen Katastrophen und von selbstverschuldetem Siechtum bis zu Rausch
giftsucht und Selbstmord gehen offenbar auf das Wirken des erweiterten Ver-
fallssyndroms zurück, dessen fünf Komponenten in den verschiedensten Le
gierungen auftreten können. Ganz allgemein sind also die Grundbedingungen
von Gesundheit und Lebensentfaltung des Menschen in einer Erkenntnis der
Ursachen dieses Syndroms und ihrer Vermeidung zu suchen. Ein allgemeines
Rezept kann jedoch nicht gegeben werden, weil jeder Mensch von seinem
genetischen Informationsmuster (Physis, Bios) und seiner komplementären
Transdynamik (Psyche, Pneuma) her mit seiner Geburt charakteristische in
dividuelle Eigenschaften einbringt.
Auch im Verlauf des Lebensprozesses muss davon ausgegangen werden,
dass in den Bereichen der Psyche und des Pneumajede Humanstruktur wegen
des individuellen Lebenszentrums im homöostatischen Toleranzbereich (als
subjektiver Bezugspunkt)ein eigener in sich selbst geschlossener Kosmos ist,
der in Wechselbeziehungen zu anderen Weltstrukturen treten kann. Wesent
lich für seine Entfaltung scheint das Anstreben der Homöostasen in Harmonie
mit der Umgebung zu sein.
EIN BILD VOM
HINTERGRUND DER WELT
Ein Bild vom Hintergrund der Welt 247
1. Definitionen und Problemstellung
Da dieser Beitrag für den Image Mundi-Band mit dem Titel Die Welt der
Weltbilder konzipiert ist, erschien es mir sinnvoll, zunächst den nicht sehr
präzisen Begriff „Weltbild" zu definieren, um auf diese Weise eine Diskus
sionsbasis zu schaffen. Allgemein versteht man unter einem „Weltbild" den
Versuch, ein Bild der Welt zu entwerfen; doch dürfte die Erfassung eines
kompletten Bildes der Welt durch einen Menschen völlig illusorisch sein. Al
lenfalls können, meist wenig präzis, blasse Konturen irgendeines Teilaspektes
nachgezeichnet werden.
Betrachtet man die vorhandenen großen philosophischen oder religiösen
Weltbilder der Menschheit, dann besteht ein solcher Teilaspekt aus logischen
Sätzen, die auseinander hervorgehen und sich aus irgendeiner Grundthese ent
wickeln lassen, durch die das betreffende Weltbild charakterisiert wird. Hier
beginnt offensichtlich die Schwierigkeit; denn einerseits sind diese Grundthe
sen in der Regel Sätze, die weder bewiesen noch widerlegt werden können,
und andererseits bringt der Autor eines solchen Weltbildes in der willkürli
chen Wahl des betrachteten Teilaspektes der Welt und der Formulierung der
betreffenden Grundthese seine eigene psychologische Vorgeschichte in die
Betrachtung ein. Auf diese Weise wird in das konturenhafle Bild eines wie
auch immer beschaffenen Teilaspektes der Welt die Psychostruktur des Au
tors zumindest rudimentär mit hineinprojiziert, was sich durchaus auch in der
Grundthese ausdrücken kann.
In dieser Form können sehr viele Weltbilder entstehen, deren Grundthe
sen sich gegenseitig ausschließen können. Diese Ausschlussmöglichkeit wie
derum ist jedoch kein Kriterium für die Richtigkeit der einen oder anderen
Grundthese; denn wegen der Unbeweisbarkeit und Unwiderlegbarkeit dieser
Grundthesen kann aus einer eventuellen Contradictio zweier Grundthesen
nicht geschlossen werden,dass eine der Thesen falsch ist, weil auch die Mög
lichkeit besteht, dass beide falsch sind. Derartige Gedanken können anregend
sein, sofern die Diskussion im philosophischen Rahmen verharrt, sodass die
Wahrheit oder Falschheit von Grundthesen ein akademisches Problem bleibt.
Leider besteht hier immer die Möglichkeit, die Aussagen solcher Weltbilder
in unzulässiger Weise populistisch stark zu verkürzen, derart, dass sie mit
geschickter Propaganda letztlich als vorläufige Urteile von politisierten Men
schenmassen intemalisiert werden. Nach einem derartigen Prozess sind solche
„Weltanschauungen" nicht mehr hinterffagbar, sodass aus dem vorläufigen
Urteil, also Vorurteil, niemals mehr ein wirkliches Urteil werden kann. Auch
248 Ein Bild vom Hintergrund der Welt
bildet sich nach der Intemalisierung stets ein Ich-Ideal aus, zu dem zwangs
läufig(als eine Art Antisymmetrie)das Feindbild entsteht. Werden nun in ver
antwortungsloser Weise diese Feindbilder solidarisiert (die Menschenmasse
wird heiß), dann können (eben wegen der Nichthinterfragbarkeit) genau jene
katastrophenhaften Konflikte entstehen, von denen die Menschheitsgeschich
te der letzten Jahrtausende geprägt wurde. Die hiervon Betroffenen erfahren
andererseits, eben wegen der Nichthinterfragbarkeit ihrer intemalisierten
„Weltanschauung", einen erheblichen Realitätsverlust (wovon sich der Au
tor in seiner Jugendzeit überzeugen konnte), sodass weder eine Diskussions-
noch eine Konfliktfahigkeit erwartet werden kann.
Aus diesem Grund scheint es dringlich zu sein,sozusagen einen „Prüfstein"
für die Grundthesen möglicher Weltbilder zu schaffen, der aufzeigen kann,
welche dieser Grundthesen eliminiert werden sollten, weil sie ein Bild vermit
teln, das mit den Belangen dieser Welt nicht vereinbar ist.
2. Ein Weg zur Prüfung der Grundthesen
Sollen die möglichen Grundthesen von Weltbildern geprüft werden, ist zu be
rücksichtigen, dass diesen Grundthesen zumeist ein stark anthropomorpher
Charakter und spekulatives Denken anhaftet. Aus diesem Grunde müssen zu
nächst vom menschlichen Dasein unabhängige einfache Realitäten der Welt
unter Verwendung einer völlig wertefreien Methodik beschrieben werden. Es
bieten sich hier geradezu die materiellen Realitäten und die abstrakte Metho
dik der Mathematik an. So können gemäß des Verzichts auf alles, was nicht
in quantitativer Form gemessen werden kann (Galileo Galilei) alle materi
ellen Prozesse durch Messungen auf Zahlenmengen abgebildet werden, die
mathematisch verarbeitbar sind. Auf diese Weise entstehen empirische ma
thematische Beziehungen im Rahmen anthropomorpher physikalischer Ge
biete, wobei die Anthropomorphismen auf die Möglichkeiten menschlicher
Sinneswahmehmungen (z. B. Mechanik, Akustik, Wärmelehre oder Optik
usw.)zurückgehen. Auch die quantitative Chemie ist hier zu erwähnen.
Erst die Anwendung der allgemeinen abstrakten mathematischen Methodik
auf die empirischen Gesetzmäßigkeiten anthropomorpher Gebiete zeigt, dass
sich alle diese Anthropomorphismen auflösen und eine allgemeine klassische
theoretische Physik entstehen lassen, deren Aussagen perfektischer Art sind
und sich auf vergangene Faktizitäten beziehen. Die Erfahrungen chemischer
Art können auf diese Weise jedoch nicht integriert werden, weil hier der Be
griff der Valenz erscheint. Erst die mehr empirische Entwicklung der im Mik-
Ein Bild vom Hintergrund der Welt 249
robereich gültigen Quantentheorie zeigt, dass der Valenzbegriff ein quanten
theoretischer Begriffist, sodass nunmehr auch die Chemie gemeinsam mit der
klassischen theoretischen Physik in der allgemeinen Quantentheorie aufgeht,
deren Aussagen im Gegensatz zur klassischen Physik futurische Aussagen des
Möglichen sind.
Auch diese allgemeine Quantentheorie in der gegenwärtigen Fassung führ
te jedoch (von Hypothesen und Spekulationen abgesehen) zu keinem Ver
ständnis materieller Elementarstrukturen und der allgemeinen kosmischen
Gesamtstruktur. Völlig außerhalb der Betrachtung bleiben schließlich alle
Vorgänge, die auf den allgemeinen Lebensprozess zurückgehen, wenn man
einmal von der mehr vordergründigen Staffage biochemischer und biophysi
kalischer Prozesse absieht. Entscheidend für die Erkenntnis des Wesens der
Organismen und des elementaren Lebensprozesses ist offensichtlich die Er
fahrung molekulargenetischer Art, dass es für jede Lebensform einen im Ge
nom eingeschriebenen Code zur Synthese sämtlicher Grundsubstanzen und
ihrer Strukturierung zu dem betreffenden Organismus gibt.
Dieser unter Verwendung der mathematischen Logik beschrittene Weg zur
Beschreibung des als Physis zu bezeichnenden quantifizierbaren Teils der
Welt ist zwar wertfrei und frei von emotionalen Elementen, doch kann der
gegenwärtige Stand dieser Form der Naturbeschreibung noch kein Kriterium
der gewünschten Art liefern. Dies deshalb, weil die eigentlichen Elemente der
Welt weder im Mikro- noch im Makrobereich ohne zusätzliche Spekulationen
erfasst werden. Es ist also erforderlich, ein übergeordnetes Betrachtungsni
veau zu erarbeiten, das diesen Anforderungen Rechnung trägt und die Deduk
tion eines mathematischen Schemas gestattet, das als ein Analogon zu den
Urelementen der Welt diese im einheitlichen Zusammenhang und quantitativ
richtig wiedergibt. Auch muss die Beschreibung transzendenzoffen angelegt
werden, was bedeutet, dass die logischen Kompetenzgrenzen der verwendeten
Methodik erkennbar sein müssen.
3. Das übergeordnete Betrachtungsniveau
Für eine einheitliche Theorie der materiellen Welt(also der Physis) muss zu
nächst als Basis ein System empirisch gut fundierter und mathematisch for
mulierbarer Prinzipien sozusagen als „Ausgangsbahnhof der intellektuellen
Reise" aufgefunden werden, das einen möglichst kleinen Umfang haben soll
te, und man muss klären, was von einem beobachtenden Menschen von dieser
Physis überhaupt erfahrbar ist.
250 Ein Bild vom Hintergrund der Welt
Wie in Elementarstrukturen der Materie P gezeigt wurde, besteht diese Ba
sis aus nur vier empirischen Sätzen, die im gesamten einsehbaren Universum
gelten. Auch kann man zeigen, dass die Elemente der erfahrbaren Welt Er
eignisse sind, die im allein zu betrachtenden Bereich quantifizierbarer Physis
durch jeweils eine Zahlenquadrupel aus drei Ortsangaben und einer Zeitan
gabe gekennzeichnet sind. Andererseits sind Raum und Zeit die Kategorien
menschlicher Anschauung,die hier zu einer einheitlichen Raumzeit (in vier
Dimensionen)zusammengefugt werden müssen, weil Raum und Zeit für sich
allein nicht existieren können, wohl aber in der Verbindung zu R^, dessen
Punkte Ereignisse sind. Andererseits sind die Elementarstrukturen der Mate
rie, also die Elementarpartikel^ von denen es übrigens eine große Zahl gibt, als
Zentren von Wechselwirkungsfeldern (empirisch sind vier Klassen bekannt)
zu verstehen, die verschiedene Existenzzeiten haben. AufR^ bezogen,erschei
nen diese Elementarpartikel dann als Ereignisstrukturen, sodass hier FeW und
Feldquelle immer als untrennbare Einheit erscheinen. Diese Ereignisstruk
turen sind nun, als Elemente der Materie schlechthin, voll geometrisierbar,
einschließlich aller Wechselwirkungen im Sinne einer Raumzeitgeometrie.
Das Ding erscheint also nicht mehr im Raum, sondem als Struktur des Rau
mes selbst. Ein Ansatz zur Beschreibung dieser Raumzeitstrukturen, der den
empirischen Prinzipien genügt und durch das bereits vorhandene und empi
risch gesicherte Wissen hinsichtlich der mathematischen Naturbeschreibung
eindeutig gemacht werden konnte, wurde in Elementarstrukturen der Materie
1 entwickelt. Hier ergab sich, wie verbal auch in Einheitliche Beschreibung
der materiellen Welt^ beschrieben, ein doppelter Weg. Einerseits muss eine
geometrische Letzteinheit existieren, die sich als Elementarfläche erwies und
als Naturkonstante {Metron) aufgefunden werden konnte, was eine Revisi
on des Infinitesimalkalküls im Sinne eines Differenzenkalküls erforderlich
macht. Andererseits folgte aus diesem Ansatz ein Dimensionsgesetz^ das als
ein Kriterium aufgefasst werden kann. Wird gefordert, dass ein strukturelles
Beziehungssystem des Ansatzes empirisch auf einen p-dimensionalen Raum,
also einen R^,zu beziehen ist, dann zeigt dieses Dimensionsgesetz, ob der R
hinsichtlich seiner p Koordinaten vollständig ist oder ob R^ c R^ nur als Un
terraum eines höherdimensionalen (n > p) Hyperraumes R^ auftritt. Beginnt
man mit p = 3 des physischen Raumes Rj, dann liefert das Dimensionsgesetz,
'Burkhard Heim: Elementarstrukturen der Materie. Einheitliche strukturelle Quantenfeldthe
orie der Materie und Gravitation 1. Innsbruck: Resch, M998.
2 B. Heim: Einheitliche Beschreibung der Materiellen Welt. Informatorische Zusammenfas
sung von „Elementarstrukturen der Materie" Band 1 und Band 2. Innsbruck: Resch,^2004.
Ein Bild vom Hintergrund der Welt 251
wie auch für p = 5 und alle p > 6, keinen Hyperraum. Setzt man hingegen
p =4 der empirischen Raumzeit ein, dann ergibt sich n(p = 4)= 6, das heißt,
es muss einen sechsdimensionalen Raum mit den Koordinaten x,... geben,
von dem die Raumzeit R^(x, ... x^)c R^ ein Unterraum ist. Hier sei bemerkt,
dass die Koordinaten energetisch definiert sind, sodass dieser R^ das eigentli
che Tensorium energetisch-materieller Prozesse ist, wogegen der R^(als Ten-
sorium menschlicher Anschauungskategorien) als Unterraum erscheint, der
deshalb auch als Definitionsbereich der materiellen Welt bezeichnet wird.^ "*
Das Einsetzen der Dimensionszahl p =6 dieser Welt liefert noch die Di
mensionszahl n= 12 eines weiteren Hyperraumes R,2 mit den Koordinaten
X, ... Xjj. Es handelt sich bei diesem R,2 durchaus noch um quantifizierbare
Physis; denn seine Koordinaten jenseits des R^ sind Zahlenvorräte, innerhalb
deren Bereich der Volumenbegriffexistiert, während der Begriff der Materie
oder Energie außerhalb des R^ nicht mehr definiert ist. Dies bedeutet, dass
der Bereich ... x,2 sozusagen als nichtmaterielle Seite der materiellen Welt
aufgefasst werden kann.
Zunächst wurde noch eine R^-Weltgeometrie entwickelt® und eine Struktur
theorie allgemeiner Weltstrukturen aus dem Ansatz hergeleitet, was zu einem
Kriterium, dem sogenannten Weltselektor führte, durch dessen Einwirkung
entscheidbar wird,ob irgendeine R^-Struktur eine solche der materiellen Welt
ist oder nicht. Zur Prüfung des Ansatzes wurde zunächst diese Strukturtheorie
in halbklassischer Form entwickelt, was in Elementarstrukturen der Mate
rie 2^ tatsächlich zu einem plausiblen System von Massenspektren wägba
rer Elementarkorpuskeln sowie zu strukturellen Aussagen hinsichtlich der
Wechselwirkungsfelder führt. Desgleichen wurden auch Aussagen über die
makrokosmische Struktur möglich.Es sei noch bemerkt,dass alle diese Aussa
gen sich mit der Empirie gut decken, woraus zu schließen ist, dass der Ansatz
richtig gewählt wurde. Wenn dies aber zutrifft, dann ist auch das Dimensions
gesetz relevant, sodass eine weiterführende Untersuchung des Hyperraumes
R,2 gerechtfertigt erschien.
Zunächst zeigt die Lösungsmannigfaltigkeit des Weltselektors im R^, dass
die Unterräume R3(x,... X3) des physischen Universums sowie die eindimen
sionale Zeitstruktur aber auch Xj und x^ als Unterraum S2(X5, x^) in
3 B. Heim: Elementarstrukturen der Materie 1 (M998).
^ B. Heim: Einheitliche Beschreibung der Materiellen Welt(^2004).
5 B. Heim: Elementarstrukturen der Materie 1 (M998).
« B. Heim: Elementarstrukturen der Materie. Einheitliche strukturelle Quantenfeldtheorie der
Materie und Gravitation 2. Innsbruck: Resch, M996.
252 Ein Bild vom Hintergrund der Welt
den Lösungen im Sinne von semantischen Einheiten auftreten, wobei und
Xg als organisatorische Koordinaten die Organisationszustände materieller
R^-Strukturen bewerten. Mithin gilt für die Raumzeit die Zusammensetzung
R4 = R3^ T, und R^ = R^ u Sj= R3 u T, u Sj. Die entsprechenden Koordi
natenmengen sind also strukturiert, derart, dass für die Kardinalzahlenkom
plexe dieser strukturierten Mengen für R^: {3; 1} = K^ und für die materiel
le Welt Rg: {3; 1; 2} = K^ gilt. Diese Strukturierung der Koordinatenmenge
setzt sich in den nichtmateriellen Bereich des R,2 fort. Hier erscheinen x, und
Xg als materiell nicht definierbare Dimensionen der Information, die in der
Einheit I2(x7, Xg) komplementär zu erscheinen. Die Dimensionen des Un
terraumes Rg = R3 u T, u Sj u sind also interpretierbar und darüber hinaus
konnten für x, ... Xg im Sinn des Metrons Elementarlängen hergeleitet wer
den. Auch kann, da in Rg die Unterraumstrukturen gemäß I2 —§2 —► T, u Rj
ineinander abbildbar sind, und zwar wegen des imaginären Charakters aller
Dimensionen jenseits des R^, über die Zeitstruktur in den physischen Raum
R3 c Rg eingewirkt werden. Von den übrigen Dimensionen x^ ... x,2 ist nur
bekannt, dass sie die semantische Einheit G4(x,... x,2) definieren, durch die
der Rg zum R,2 = R3 u T, u S2 u I2 u ergänzt wird, sodass für die struktu
rierte Koordinatenmenge des Hyperraumes der Welt als Kardinalzahlenkom
plex K,2 = {3; 1;2;2;4} gilt. Zwar ist bekannt, dass die G^-Koordinaten durch
Elementarlängen bestimmt werden, doch konnten diese Längen ebenso wenig
hergeleitet werden wie die Interpretation der x^... x,2. Hingegen konnte auf
gezeigt werden, dass die Strukturen des G^ von extrem hoher S5mimetrie sind.
Alle diese Funktionen sind ebenso zeitlos wie die Strukturen des I2, was ins
gesamt für die durch I2 u G^ definierte nichtmaterielle Seite der Welt zutrifft.
Weiters ist bekannt, dass in irgendeiner Weise G^-Strukturen über I2 und die
Rg-Abbildungskette auf jeden Zeitschnitt des R^-Kosmos zugreifen können.
Allerdings handelt es sich hierbei nicht um eine einfache Abbildung G^ —1
analog zum Rg, weil G^ nicht ständig, sondern nur unter konkreten Bedingun
gen mit der Welt Rg über I2 gekoppelt ist, und zwar dann, wenn ein stationärer
Zeitverlaufm' nicht stationärer Weise verändert wird. Führt man dagegen einen
Vermittlerraum unbestimmter Dimensionszahl n ein, der von undimensionier-
ten Zahlenvorräten als R* aufgespannt wird, dann ist G^ = R*^ möglich, wenn
R^ ein Abschnitt des allgemeinen abstrakten Funktionenraumes ist. Die Abbil
dung aus diesem Vermittlerraum in I2 kann auch nicht direkt erfolgen, es sei
denn, man verwendet für den Abbildungsprozess R* I* mehrdimensionale
Fourierreihen, was in schlüssiger Weise die eindeutige Abbildung ermöglicht.
Ist so ein Funktionalzusammenhang des G^ als I2-Struktur entstanden, erfolgt
Ein Bild vom Hintergrund der Weit 253
der Zugriff auf irgendeinen Zeitschnitt der materiellen Welt in der erwähnten
Form I2 —> $2 —> T, u R3 = R^. Eine Analyse dieser Abbildungen ergab, dass
einerseits die Abbildungskette —*■ eine Hyperraumdynamik begründet
und dass andererseits die G^-Funktionen, in den R^ abgebildet, als superposi-
tions- und interferenzfahige Wahrscheinlichkeitsamplituden erscheinen, von
denen im Mikrobereich vorhandene Energie und vorhandene Materie der ma
teriellen Welt Rg aus dem nichtmateriellen Bereich u G^ gesteuert werden.
Nebenbei sei bemerkt, dass aus dieser Hyperraumdynamik die gesamte Quan
tentheorie in ihren Prämissen hergeleitet werden kann. Aus diesem Grund
kann angenommen werden, dass es sich bei dieser Hyperraumdynamik im R,^
um das gesuchte übergeordnete Betrachtungsniveau handelt. Eine Transzen-
dierung aus dem quantifizierbaren logischen Bereich der Physis erfolgte hier
allerdings noch nicht, dennoch aber wurde die Grenze zwischen dem Bereich
energetisch-materieller Physis R^ u in die nichtmaterielle Seite der Welt
durchgeführt, der als der nichtmaterielle Hintergrund der materiellen
Welt aufgefasst werden darf.
4. Ein Blick in den Hintergrund der Welt
Immer wenn ein stationäres zeitliches Geschehen über irgendeinen dynami
schen Vorgang nicht stationär verändert wird, kommt es zum Zugriff der G^-
Strukturen auf dieses Geschehen durch projizierte Wahrscheinlichkeitsfelder.
Jenseits der Raumzeit ist in irgendeinem Punkt der Abbildungskette prinzipiell
alles möglich. Die Eindeutigkeit der Geschehensänderung ergibt sich erst aus
dem Zugriff auf die Zeitstruktur der Raumzeit. Man kann nun nach solchen
nicht-stationären Geschehensänderungen in der Raumzeit suchen, um einen
Einblick in den nichtmateriellen Hintergrund u G^ der Welt zu bekommen.
Geht man auf den zeitlichen Weltenursprung zurück, wird die Frage nach ei
nem „Vorher" offenbar sinnlos, doch kann nachgewiesen werden, dass in der
räum- und zeitlosen Ewigkeit des Apeirons immerhin ureinfachste präformie
rende algebraische Strukturen existieren, die durch einen Symmetriebruch so
zusagen „am Rande des Apeiron" in die Zeitlichkeit eintreten und somit den
kosmogonischen Ursprung der Raumzeit bedingen. Dieser Weltenursprung
ist offenbar durch eine solche Nichtstationärität gekennzeichnet, d. h., hier
erfolgt der G^Zugriff erstmalig, was sich im Auftreten einer strukturierten
Menge algebraischer Urelemente äußert, die sich zu charakteristischen raum-
und zeitlosen (also undimensionierten) Zahlen verknüpfen, deren numerische
Werte daraufhinweisen, dass es sich um die urtümlichen Wahrscheinlichkei-
254 Ein Bild vom Hintergrund der Welt
ten handelt, die in der Gegenwart als Emissions- und Absorptionswahr-
scheiniichkeiten von Wechselwirkungsquanten (also das Baugesetz der Ma
terie in der Gegenwart) einheitlich wiedergegeben werden. Da das weitere
nichtstationäre Geschehen kosmischer Art als Kosmogonie der Materie'' sich
erst einige 10'°® Jahre nach dem kosmogonischen Weltenursprung vollzog,
war das Baugesetz der Materie sozusagen teleologisch bereits ca. 10'°® Jahre
vor der Materiekosmogonie vorhanden.
Nach dem Termin der Materiekosmogonie verlief das Weltgeschehen, also
die Zeitstruktur, grundsätzlich nicht stationär, weil bereits materielle Elemen
tarstrukturen® durch reine Dynamik charakterisiert werden und jegliche hö
here Materiestruktur auf dynamische Wechselwirkungsprozesse zurückgeht,
sodass der G^-Zugriff und die damit verbundenen Wahrscheinlichkeitsampli
tuden in der energetischen Raumzeit ständig steuernd wirken. Nach den Be
trachtungen hinsichtlich des kosmogonischen Ursprungs der Raumzeit gibt
es innerhalb dieser Raumzeit sechs Klassen energetischer Wechselwirkungen
und jenseits dieses R^ im Unterraum S2(x5,Xg) weitere sechs Klassen von
Wechselwirkungen, die zwar nicht energetisch, wohl aber transformatorisch
wirken' und die energetischen Felder im R^ begleiten.
Ganz allgemein hat jede Wechselwirkung zwischen individuellen Ele
menten zur Folge, dass die in Wechselbeziehung tretenden Elemente ihre
Individualität verlieren und als Verbund ein übergeordnetes System struk
turieren, dessen Eigenschaften völlig anderer Natur sein können als die Ei
genschaften der korrelierenden Komponenten. Jeder dieser Komponenten
kommt hinsichtlich der internen Organisation des betreffenden Elements eine
konkrete Bewertung dieser Organisation in x^ und x^ zu, was einem Niveau
im Unterraum Sj entspricht. Wenn nun diese Elemente mit bestimmten or
ganisatorischen Sj-Niveaus beim Wechselwirkungsprozess ihre Individualität
in der übergeordneten Struktur aufgeben, dann ist stets das S^-Niveau die
ses Wechselwirkungssystems höher als das Niveau jeder Komponente. Eine
weitere Eigentümlichkeit solcher Prozesse besteht darin, dass als Folge der
Abbildungskette, also —*■ Sj die G^-Steuerung diese S2-Niveaus beeinflusst,
sodass für eine große Zahl von Einzelelementen stets näherungsweise hin
sichtlich des zeitlichen Verhaltens gilt, was sich physikalisch beispielsweise
in der Thermodynamik von Gasen zeigt. Die eigentliche Steuerung erscheint
' B. Heim: Strukturen der physikalischen Welt und ihrer nichtmateriellen Seite. Unter Mitar
beit von Walter Dröscher. Innsbruck: Resch, ^2007.
* B. Heim: Elementarstrukturen der Materie 2 (^1996).
^ B. Heim: Strukturen der physikalischen Welt und ihrer nichtmateriellen Seite 02007).
Ein Bild vom Hintergrund der Welt 255
erst dann relevant, wenn im die erwähnten Wahrscheinlichkeitsamplituden
erscheinen, die vorhandene Energie und vorhandene Materie in der Raum
zeit entgegen dieser ungeordneten Statistik strukturieren, was dann auch zu
Wechselwirkungsprozessen in übergeordnete Sj-Niveaus führen kann.
Da in der Abbildungskette R^ im Abschnitt Ij —> Sj —> Tj der Zugriff
auf die Zeitstruktur durch den Unterraum erfolgt, wird im Fall einer ma
teriellen Struktur dieser Durchgriff auch vom Sj-Niveau dieser Struktur mit
bestimmt, wenn die G^-Steuerung sich auf diese materielle Struktur bezieht.
Dabei bestimmt die Höhe des organisatorischen Sj-Niveaus die Zahl mög
licher Wahrscheinlichkeitsamplituden, also sozusagen die futurische Potenz
möglicher Aktualisierungen als Zahl der Freiheitsgrade der betreffenden ma
teriellen Struktur in dem beim Zugriff vorhandenen S2-Niveau. Das Wirken
dieser G^-Steuerungen materieller Strukturen aus dem Hintergrund vj G^
der Welt ist empirisch offenbar dann besonders gut zu untersuchen, wenn es
sich um R^-Strukturen mit extrem hohen Sj-Niveaus handelt. Tatsächlich kön
nen derartige Raumzeitstrukturen als lebende Organismen leicht beobachtet
werden; denn die Materie des Sorna eines Organismus ist (nach H. Staudin
ger)vom Makrobereich bis in den atomaren Bereich hinein durchstrukturiert,
was entsprechend hohe und zeitlich variable S^-Niveaus bedingt.
5. Lebende Organismen
Hinsichtlich dieser lebenden Organismen, die durch extrem hohe (x^, x^)-
Niveaus gekennzeichnet sind,ergeben sich aus der Hyperraumdynamik einige
Fragen. Empirisch entstehen die verschiedenen Arten lebender Organismen
typostrophenhaft, wobei die jeweilige Phylogenese mit einem hohen Wert ei
ner allgemeinen Änderungsgeschwindigkeit der somatischen Struktur beginnt,
die aber in einem relativ kurzen Zeitintervall (bezogen auf die Phylogene-
sendauer)fast exponentiell abfällt, um nach diesem typogenetischen Intervall
(nach O. H. Schindewolf) in einen nahezu horizontalen Verlauf(Typostase)
überzugehen.
Die somatischen Eigenschaften (Genotypus) werden während der Phy
logenese hereditär in der Generationsfolge weitergegeben und sind bekanntlich
im Genom kodiert. Es handelt sich hierbei um eine DNS-Doppelhelix, deren
Elemente vier Nukleotide (Adenin, Guanin, Thymin und Cytosin) sind, die
durch eindeutige Phosphodiester-Brücken zur betreffenden Helix gekoppelt
sind. Jeweils drei zusammenstehende Nukleotide bilden dabei einen Kataly
sator, der die Synthese irgendeiner Aminosäure oder eines Nukleotids (ein-
256 Ein Bild vom Hintergrund der Welt
schließlich Uracil) ermöglicht, sodass eine solche katalytische Dreiergruppe
als Codon bezeichnet wird. Die DNS-Doppelhelix kann also sozusagen als
kommafreier Triplett-Code von „links nach rechts" gelesen werden.Zwar sind
Mikromutationen und periphere Selektionen während der Typostase möglich,
doch wird hierdurch nicht die Genese der Art und ihre nichtlineare Typoge-
nese verständlich, zumal die Übergangsformen, beispielsweise Ichthyostega,
Seimuria oder Oligokyphus, aber auch Archeopterix bzw. Condognatus ver
hältnismäßig kurzfristig in höhere Organisationsebenen fuhren. Andererseits
liegt das Alter des eubiotischen Planeten Erde höchstens bei 6 10' Jahren,
sodass die Phosphodiester-Brücken der DNS die Nukleotide mit Sicherheit
nicht nach dem reinen Zufallsprinzip zusammenfügen, und zwar weder bei
der Entstehung des ersten Protobionten noch bei der Evolution in übergeord
nete Organisationsebenen. Bei dieser Polymerisation handelt es sich in jedem
Fall um einen quantenhaften Prozess im Mikrobereich, der aber durch die
G^-Steuerung im energetischen über Wahrscheinlichkeitsamplituden be
stimmt wird. Es ergibt sich daher die Frage, ob dieser Sachverhalt tatsächlich
den Lebensprozess bedingt. Unterstellt man dies, dann wird die Evolution der
Organismen und ihr zeitlicher Verlauf verständlich, doch würde es bedeuten,
dass die Steuerung aus dem G^-Unterraum hinsichtlich des Lebensprozesses
intelligent erfolgt, wobei die Frage nach der Ursache dieser Steuerung offen
bleiben muss.
Weitere Fragen ergeben sich aus der starken Strukturierung lebender Or
ganismen. Das Soma eines solchen Organismus geht letztlich auf eine sehr
große Zahl von Merismen zurück, die teilweise bis in den Molekularbereich
führen und durch wechselseitige Korrelationen immer höhere Sj-Niveaus er
reichen. Das Prinzip der Kopplungen setzt sich demnach in den Bereich des
Bios fort, doch handelt es sich dabei nicht mehr um die aus den Urelementen
der Welt herleitbaren Kopplungen in Form urtümlicher Wahrscheinlichkeiten,
sondern um eine als „soziale Korrelation"zu bezeichnende Wechselbeziehung
biologischer Elemente, die als Urtrieb zur Nähe fi^emden Lebens erscheint.
Auf diese Weise sind die Sj-Komponenten biologischer Strukturen stets in
$2 hierarchisch geschichtete Wirkungsgefüge, die jedoch in Sj(x^, x^) einen
Integrator im obersten Niveau bedingen, der als holistischer Faktor die Me
rismen des Lebens durch diesen Holomorphismus integriert. Solche soziale
Korrelationen können in einfachster reversibler Form beim Protozoon Volvox
oder in nicht reversibler Form an den primitivsten Hydren beobachtet wer
den. Die G^-Steuerung setzt offenbar an diesem Holomorphismus, nicht aber
an den einzelnen Merismen an. Da auch Staatenbildungen von Organismen
Ein Bild vom Hintergrund der Welt 257
(z. B.Insekten)zusammenhängende Strukturen sind, ergibt sich die Frage, ob
die Holomorphismen aller Einzelelemente einer solchen Gemeinschaft durch
einen übergeordneten kollektiven Holomorphismus unter Aufgabe ihrer Indi
vidualität zu dem betreffenden Staat integriert werden. Wenn dies so ist, dann
muss es holomorphe Superpositionen geben, was mit dem Bild hierarchischer
Sj-Schichtungen identisch ist. Es ergibt sich die Frage, ob diese eindeutigen
G^-Zugriffe alle vegetativen und animalen Strukturen des Bios erfassen; denn
die Eindeutigkeit des Zugriffes aus G, bedingt eindeutige Aktionen des R -
Soma. ^
Wie gezeigt,gibt es im nichtmateriellen Bereich x,... x,^ den Energiebegriff
nicht, wohl aber den Begriff des Volumens. Aus diesem Grunde und der Su-
perponierbarkeit der Holomorphismen wären hinsichtlich des körperlose
Entitäten als geschlossene Strukturen im I^ u G^ denkbar, die zwar mit dem
G4"ZugrifF in Zusammenhang stehen, aber geeignete somatische R^-Struktu-
ren mit passenden Holomorphismen sozusagen „okkupieren" und eine mehr
deutige Steuerung der R^-Aktionen als Selbstdarstellung verursachen. Hier
läge dann der Fall einer völlig freien Wahl aller Lebensantriebe vor, was im
animalen oder vegetativen Bereich des Bios ein Novum wäre.Zwar entspricht
die spezifische Charakteristik der freien R^-Aktionen der Natur des steuernden
Asomaton (x^... Xjj)c Ij u G^ als mentalem Persönlichkeitskern, doch gibt
es trotz einer beschleunigten zeitlichen Evolution erhebliche Schwierigkeiten,
weil hinsichtlich des individuellen Lebensprozesses und auch hinsichtlich der
sozialen Korrelationen starke Fehlleistungen möglich werden, die bei der ein
deutigen G^-Steuerung nicht auftreten können. Auch sind die Belange des 71
(als Asomaton)möglicherweise in einigen Bereichen kontraoperativ hinsicht
lich der Belange des adaptierten Sj-Holomorphismus eines an sich anima
len Soma, was zu weiteren Schwierigkeiten fuhren muss. Diese mehrdeutige
freie TC^-Sekundärsteuerung entspricht offensichtlich der Humanstruktur, so-
dass sich die Frage stellt, inwieweit die Empirie einer Humanpsychologie und
Psychosomatik sowie menschliche Sozietätenbildungen durch dieses Prinzip
mehrdeutiger Steuerungen über 7r^-Adaptationen einheitlich verstanden wer
den können. Allerdings ist wegen c I^ u G^ ein solches Asomaton(im Ge
gensatz zum Rg-Soma) zeitlos, was weitere Fragen entstehen lässt. Darüber
hinaus könnte noch gefragt werden, ob es Übergänge des Prinzips der mehr
deutigen Ti^-Steuerung in den animalen Bereich (z. B. Primaten) gibt und wo
hier die Grenze liegt.
258 Ein Bild vom Hintergrund der Welt
6. Schlussbemerkung
Zweifellos eröffnen die Schriften Elementarstrukturen der Materie 1 und 2
sowie Strukturen der physikalischen Welt und ihrer nichtmateriellen Seite die
Möglichkeit eines umfassenden Rahmens für ein Bild der Welt und ihres Hin
tergrundes, doch sei darauf hingewiesen, dass ein solches Bild, welches sich
aus den genannten Schriften ergibt, zunächst nur die Skizze des quantifizier
baren (also physischen) Schattens der wirklichen Welt und ihres Hintergrun
des sein kann.
Einerseits kann aus diesem „Weltschatten der Physis" abgelesen werden,
dass angesichts der deutlich werdenden Kompetenzgrenzen des logischen
Bereiches der Physis die in Postmortale Zustände vorgestellte Schlussweise
einer reductio ad absurdum voll greift'" und die Transzendenzoffenheit der
mathematischen Beschreibung unterstreicht. Da außerdem die Strukturen in
den logischen Bereichen von Bios, Psyche und dem Mentalbereich stets ei
nige Komponenten in der Hyperraumdynamik haben, besteht durchaus die
Möglichkeit, mit den angesprochenen Denkstrukturen zur Transzendierung
von Physis in Bios, Psyche und Pneuma zu schreiten. Beschränkt man sich
andererseits auf die Pseudotranszendierung der materiellen Welt in den
nichtmateriellen Welthintergrund Ij G4» dann ist damit auch der gesuch
te „Prüfstein" für die Grundthesen von Weltbildern gegeben. Von vornher
ein kann man sagen, dass alle politischen, philosophischen oder auch pseu
doreligiösen Weltbilder als nicht relevant eliminiert werden sollten, die das
Wirken dieses nichtmateriellen Hintergrundes der Welt ignorieren.
Postmortale Zustände?, s. S. 139-228.
NAMEN- UND SACHREGISTER
Ableben /organischer Körper 64 Dröscher, Walter 5, 14
Abstraktion 24,231 Dysvarianzen 171
Abstraktionsfähigkeit 24,25
Adaptionen,rheomorphe 198 Ebenen, metaphorische 235
Allgemeine Relativitätstheorie 2, 10 Eccles, John 155,228
Allgemeine Vitalentropie 44 Eigenwertspektren 37
Alterung, somalische 206 Einstein, Albert 6,11,30,34
Antipararäume 60 Elektron 31, 32,33
Antiraumzeit 60 Elementarkorpuskeln 32,33
Äon 7,21,59 Elementarprozess des Lebens 41,42,
Apeiron 253 73-138, 151, 184, 185, 191
Äquivalenzprinzip 34 Elementarstrukturen, materielle 235
Area des Metroplexkombinats 170 Elementarteilchen 4,6, 7,11, 13, 14
Area, telezentrische 170 Elemente, erlebbare 28
Areapolydromie 170 Elemente, kosmische 172
Aristoteles 7,40 Emmerich, Kurt 23
ART 10 Empirie der Organismen 77
Asomaton 257 Endzeituniversum 59,60,67
Atomistik 30 Endzeitzustand 59
Autogenes Training 127 Engramme 209
Engrammtranskriptionen 209
Basissyntropoden 169 Entelechie 7,21,40,46,103
Begriffe 166 Entropie 46
Bender, Hans 149 Entwicklung, geistig-emotionale 232
Benn, Gottfried 26 Enyphane 168
Bewegung, kosmische 30,56,59 Enyphanfunktoren 168
Beziehungen, paranormale 64 Ereignisse, manifeste 28,30
Bilder, kosmologische 48 Ereignisse, virtuelle 29, 30
Biophore 94,96, 184 Erscheinungsbild /Mensch 231
Biophorische Letzteinheiten 185 Evolution 88,234
Bios 8,146, 184,238 Evolution /Population 93
Biosphäre, irdische 128 Evolution, phylogenetische 111
Biosphären, planetare 122, 124 Evolutionskoordinaten 93,96
Biotop 43,44,93 Evolutionsraum 46
Evolutionsvariablen 45
causa prima 66,67 Existenzbereich 8, 146
Charakter 146 Existenzbereich a 8
Chemie 26,27 Existenzbereich ß 9
Conrad-Martius, Hedwig 40,159 Existenzbereich Y 9, 10
Existenzbereich 6 9,10
Darwin, Charles 45 Exzenter 167
Demokritos von Abdera 31
Diaphanräume 220 Faktische Monodromie 180
Dimension 13 Feld 250
DNS-Doppelhelix 255,256 Feldquelle 250
260 Namen- und Sachregister
Feldtheorie 33, 34 Ich-Ideal 241
Flora 122 Ideen 160,164
Fluktonen 175 Ilkorholomorphismus 188
Freiheit 234 Ilkorstrukturen, holomorphe 189
Fundamentalsphäre 56 Immaterieller Hintergrund 8
Fundamentalteilchen 11 Information 15,252
Futuralpotenz 180 Inframaximen, autonome 195
Inkamationszentren, somatische 202
G,15, 16 Integrität 232
Galileo Galilei 248 Isospinmultiplett 32
Ganzheit AVeit 156
Gebiete, physikalische 26 Kepplerellipsen 38
Gedankenlesen 200 Kohlenstoffchemie 108
Gedankenübertragung 200 Komplementärkorrelate, permanente und
Genom 81,91 induzierte 124,125
Genotypus 255 Kondensation 14
Geometrisierung 5,13, 58 Konkurrenzgesellschaft 68
Geometrisierung /Elementarteilchen 11 Konstruktion /Welt 37
Gesamtheit der Elementarkorpuskeln 32 Konturierung, vierfache 154
Gesundheit 229-243 Konzenter 167
Gödelscher Satz der Logik 237 Koordinaten /reale, imaginäre 21
Gottesbegriff66,67 Korporatorsimplex, fundamentaler 167
Gottesbeweis - Gotteserweis 66,67 Korrespondenzenyphane 177
Gravitation 6,12,35 Kosmischer Erlebnisraum des Menschen 22,
Gravitationsfeld 35 19-72,145, 151
Gravitonensysteme 57 Kosmogonie 17
Grenzdistanzen 51 Kosmogonie der Materie 254
Grenzen /Raum,Zeit 58 Kosmogonie, planetare 113
Kosmologie,transzendenzoffene 52
Heim, Burkhard /Autobiografie 1 Kosmos 235
Heimsche Teorie 5,10,11
Hellsehen 64 Leben 47, 153,241
Hermetrie 161 Lebensprozess 42,237,249
Hexametrie 174 Lebensvorgänge 41
Hintergrund der Welt 4, 14,245-258,253 Leitfossilien 88
Hintergrund, immaterieller 8 Letzteinheiten, biophorische 185
Hintergrund, nichtmaterieller 17,253 Letzteinheiten, physikalische 11
Hoffmann, H. 70 Limesbeziehungen 53
Holomorphismen 184, 186
Homöostase 62,241 Manifestation, materielle 106
Homöostasie 62 Manifestation, somatische 105
Hylomorphismus 202,203 Massenmensch 69
Hyperraum 235,239 Materie 31,235
Hyperraum R,2 9,14,15,251 Materiefeldquant 32
Hyperraum, sechsdimensionaler 9 Mathematik 25
Hypnosynkope 200 Maxime 192
Maximentelezentrik 191,193
i, 15, 16 Maxwellverteilung 44
Namen- und Sachregister 261
Mehrfach-Konturierung 8 Phänomene, animistische 64
Mensch 145,232 Phänomene, paranormale 49
Mensch /Definition 23 Phänomene, paranormale sprituelle 65
Merismus 186 Phänomene, parapsychische 27
Merismen /Lebensprozess 184 Photonen, imponderable 32
Mesosphäre 56 Photonenfelder 57
Metaphorische Ebenen 235 Phylogenese 43,46,99, 100, 112
Metron 12, 13, 16, 52, 54, 158,250 Physikalische Letzteinheiten 10
Metronische Methodik 53 Physis 8, 9, 10, 14, 18, 146, 237,249
Metronische Strukturen 13 Physis /Transzendierung 184
Metrophor 167 Plack, A.68
Metroplex 168 Planeten, eubiotische 113, 114, 117, 118,
Metroplexe, assoziative 169 121,256
Metroplexkombinat 169, 170 Pneuma 8, 9, 10, 146, 195,238
Metroplextektonik 171 Polymetrie 172, 174
Mikromutation 44,45,91 Ponderabilität 32, 57
Minkowski, Hermann 30 Postmortale Zustände 139-228
Mortalität 94 Präkognition 64,201
Mortalsynkope 214 Prosensor 214
Proton 31,33
Naturkonstanten 11 Protosimplex 13, 175
Negative Symbiose 47 Protosphäre 56
Negative Vitalentropie 46 Prototrope 14, 175
Neutrinozustände 33 Protouniversum 67
Neutron 31, 33 Protouniversum, metronisches 54, 55
Nichtmaterielle Seite der Welt 252 pseudoparanormal 104
Noogramm 213,220,221 Psyche 8, 9, 10, 146, 184, 238
Nukleonen 31 Psychometrie 201
Psychosomatik 63
Ontogenese 80, 112
Organisatorischer Unterraum 7 Quantelung /mehrdimensionaler Raum 11
Organismen, autotrophe 78 Quantenelektrodynamik 6, 11
Organismen, heterotrophe 78 Quantenfeldtheorie 6
Organismen, lebende 255 Quantentheorie 249
Orientierung, narzisstische 242 Quark-Modell 6
Orientierung, nekrophile 241
Ortega y Gasset, Jos6 69 R,j 8, 9, 10, 11, 15, 16
R330
Pamm,Peter 23 R,7, 11, 12,31,35, 158,250
Paralysis, sozioökologische /Biosphäre 128 R,9, 11, 12, 38
paranormal 41 Raum, physischer 30
Paranormologie 152 Raum,sechsdimensionaler 11
Parapsychologie, animistische 29,49,64,65 Raumstruktur 56
Pathogene Einflüsse 240 Raumzeit 7,16,17,30,235
Persona 146 Raumzeit R,7, 11, 12, 13,35,158,250
Persona, mentale 148 Raumzeit, vierdimensionale 9
Persona, postmortale 10, 149 Raumzeitstrukturen, elementare 33
Persönlichkeit 146 Realität 235
262 Namen- und Sachregister
Referenzquant 58 Syntroklinen 169
religio 232 Syntropoden 168
Religion 66,67 System, lebendes 46
Religiosität 5,14,231,240
Resch, A. VII,21,75,76,142, 152 Teil AVeit 156
Residuum 206 Tektonik 177
Resonanzen 33 Telekormanual 189,240,241
Retrokognition 201 Telepathie 64
rheomorph 194 Telephanie 224
Riccitensor 36 Televarianz 170
Riemann'sche Geometrie 6,35,36 Telezentren 170
Telezentrische Area 170
9,15,16, 17 Telezentrische Welttektonik 179
Schindewolf, Otto H.43,255 Tensorquanten 33
Schirmfelder 175 Thanatose 209
Schuld 234 Tier 23,24,232
Sechsdimensionaler Hyperraum 9 Tod 4,5,10,48,68,71,112,145,147, 148
Sechsdimensionaler Raum 11 Trägheit 34
Seltsamkeit 33 Transbereich 104
Semantik der Transkoordinaten 39 Transdimensionen 38
Semantischer Iterator 176 Transdynamik 198,239
Sexualentropie 43 Transkosmologie 61,70,105
Singulett 32 Transstruktur 56,61
Sinn 233 Transzendenz 30, 182
skleromorph 194 Transzendierung/Physis 184
Soma 146,255,256 Transzendierungen 165,239
Somatisches Trauma 125,126 Triebe, biophile 241
Sphärentrinität 55 Typokline 43,89
Sphärentrinität, kosmogonische 174 Typolyse 89
Spin 32 Typostase 255,256
Spinorquanten 33 typostrophenhaft 89,255
Staudinger, H.43,79,255
Stoffwechsel 78 Unterraum S^ 254
Störungen,zeitliche/Weltstrukturen 124
Straube, Gerda 3 Valenz 248
Struktur, kosmische 182 Vierdimensionale Raumzeit 9
Strukturen 47 Vierfachkonturierung 10,239
Strukturen, entelechiale 62 Vitalentropie 44,46
Strukturen, lebende 90 Vitalfunktion 99
Strukturen, materielle 77 Vitalisentropie 93,96
Strukturfeld, entelechiales 40 Volumen 257
Stumpf, H. 70 Vorgänge, paranormale 29
Supergravitationstheorien 6 Vorgänge, postmortale 65
Superstringtheorie 6
Symbiose, inzestuöse 242 Wachstum, organisches 110
Syndrome 167 Wahrnehmung,retrospektive 64
Syntrix 167 Wechselbeziehungen, paranormale 48
Syntrixtotalität 167 Weinberg-Salam-Modell 6
Namen- und Sachregister 263
Weizsäcker, C. F. von 26
Welt 37,39,144
Weltbild 247
Weltdimensionen 7, 177
Weltenursprung 16, 54,56,60, 172,254
Weltganzheit 236
Weltgeometrie 39
Weltmetroplexe 175
Weltpunkte 40
Weltselektor 14, 15, 18, 159,235,251
Weltstrukturen 6,43,56,57, 158
Weltstrukturen, organische 124
Welttektonik, telezentrische 179
Wesensbestimmung 233
Wirklichkeit 235
Wirkungsgefiige 43
Wirkungsgefiige, entelechial geschichtetes
102, 103, 106
Wucherung 110, 112
x,7,9
Xj7,8,9,10,11,13,21,38,62
Xg7, 8, 9,10, 11,13,21,38,62
x^ 11
Xgll
Zeitstruktur 56,254
Zustände, postmortale 49,139, 149
Dipl.-Phys. Burkhard Heim wurde 1925 in Potsdam geboren. In der Chemisch-Techni
schen Reichsanstalt in Berlin kam es 1944 bei Laborarbeiten zu einer Explosion, bei der
er beide Hände verlor, nahezu vollständig erblindete und eine schwere Gehörschädigung
erlitt. Ab 1945 Chemiestudium, ab 1949 Studium der theoretischen Physik in Göttingen,
das 1954 mit dem Hauptdiplom abgeschlossen wurde. Seit 1949 eigenständige Arbeiten
hinsichtlich einer allgemeinen Feldtheorie, in der alle physikalischen Felder und deren
Quellen einheitlich als dynamische Eigenschaften geometrischer Strukturen beschrieben
werden. Diese Theorie wurde während der letzten Dekaden unter schwierigsten äußeren
Bedingungen entwickelt und seit 1975 in mehreren Schritten teilweise veröffentlicht. Das
Interesse an der Heimschen Theorie nimmt immer mehr zu und'wird durch das Vorliegen
der Gesamtausgabe (1996) unter dem Titel „Burkhard Heim: Einheitliche Beschreibung
der Welt" besonders herausgefordert: B. Heim: Elementarstrukturen der Materie. Bd. 1
(3., veränd. Aufl. 1998); B. Heim: Elementarstrukturen der Materie, Bd. 2 (2., unveränd.
Aufl. 1996); B. Heim: Strukturen der physikalischen Welt und ihrer nichtmateriellen Seite
(unter Mitarbeit v. W. Dröscher; 2., veränd. Aufl. 2007); B. Heim/W. Dröscher/A. Resch;
Einführung in Burkhard Heim: Einheitliche Beschreibung der Welt mit Begriffs-, Fonnel-
und Gesamtregister (1998).- http://www.igw-resch-verlag.at/heim
Umschlag: Burkhard Heim (IGW) ISBN 978-3-85382-095-7
Komet ]7P/Holmes vom 01.I I.2007 und
Andromcdancbel M3l (Aufnahmen: Gerold Wagner. Kolbingen/D)
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