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Norm Und Variation 2025

Das Dokument behandelt die Entwicklung der deutschen Sprache von ihren Anfängen bis zur Gegenwart, einschließlich der verschiedenen Sprachstufen und der Rolle von Linguistik und Korpuslinguistik. Es wird die Norm und Variation im Deutschen sowie die Herausforderungen und Veränderungen in der Gegenwartssprache thematisiert. Zudem wird auf die Bedeutung von Sprachwissenschaft und die Wahrnehmung von Sprachverfall eingegangen.

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Norm Und Variation 2025

Das Dokument behandelt die Entwicklung der deutschen Sprache von ihren Anfängen bis zur Gegenwart, einschließlich der verschiedenen Sprachstufen und der Rolle von Linguistik und Korpuslinguistik. Es wird die Norm und Variation im Deutschen sowie die Herausforderungen und Veränderungen in der Gegenwartssprache thematisiert. Zudem wird auf die Bedeutung von Sprachwissenschaft und die Wahrnehmung von Sprachverfall eingegangen.

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Norm und Variation (2024-2025) Vrije Universiteit Brussel 1

Prof. Dr. K. Lochtman

NORM UND VARIATION (2024-2025)

INHALT:
1 Kurze Geschichte der deutschen Sprache.
2 Gegenwartsdeutsch.
3 Die Rolle der Sprachwissenschaft / Linguistik.
4 Die Korpuslinguistik.
5 Und was ist nun die Norm?
5.1 Die Frage des Sprachverfalls?
5.2 ARD-Themenwoche-Zukunft-Bildung (2019): Vom vermeintlichen Verfall der deutschen Sprache.
5.3 Der Spiegel (Nr. 40/2.10.06): “Rettet dem Deutsch! Die Verlotterung der Sprache”
5.4 Das Phänomen Zwiebelfisch – Bastian Sicks Sprachkritik und die Rolle der
Linguistik.
5.5 Der Muttersprachler und die Norm aus der DaF-Perspektive

6 Was ist dann ein Fehler?


7 Grammatikalisierung & Lexikalisierung
8 Medium (Sprechen und schreiben.)
9 Die Rechtschreibung
10 Beispiele für neue Entwicklungen
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1 Kurze Geschichte der deutschen Sprache

Es gibt ungefähr 6500 Sprachen auf der Welt und Deutsch ist nur eine davon. Ungefähr 90
Millionen Menschen hätten Deutsch als Muttersprache (=L1). Damit würde Deutsch zu den zehn
in der Welt am häufigsten gesprochenen Sprachen zählen, wobei Chinesisch an erster Stelle steht
(Vogel 2012). Sprachen entwickeln sich und auch das Deutsche ist eine lebendige Sprache.
Daneben ist das Deutsche eine Sammlung an (geographischen, sozial- und situationsbedingten)
Varietäten, die gewisse und genügend Gemeinsamkeiten aufweisen, sodass man sie alle als
Deutsch bezeichnen kann. Aber was ist denn eigentlich das, was wir heute „Deutsch“ nennen?
Wie ist die Norm und wie hat sich diese entwickelt? Welche neuen Tendenzen gibt es und wie
wären die zu erklären? Dies alles kann man nicht verstehen, ohne dass man sich die Geschichte
der deutschen Sprache näher unter die Lupe nimmt. Sprachentwicklungen finden aber nicht von
heute auf morgen statt. Auch die Entwicklung des Deutschen fängt eigentlich schon 4000 Jahre
vor Christus an. Dabei stellt sich heraus, dass es eine turbulente Geschichte ist, bestimmt von
politischen Machtverhältnissen und Glaubenskriegen. Und letztendlich ist es eine Geschichte der
Vereinheitlichung.

- 4000-1000 [Link].: Indogermanisch


Theoretisch gesehen (es gab damals noch keine Linguisten oder Aufnahmegeräte) fängt die
Entwicklung des Deutschen mit dem Indogermanischen an. Indogermanisch wird auch
Indoeuropäisch genannt. Dabei geht es um eine Sprachfamilie mit einem Verbreitungsgebiet
vom Germanischen (mit Isländisch) im Westen bis zum Indischen (mit Hindi) im Osten.
Beispiele für andere Sprachfamilien sind etwa Uralisch, die Indianersprachen oder Japanisch
usw. So gehören die germanischen und romanischen Sprachzweige aber zum Indogermanischen.
Die Sprachen werden aufgrund von Ähnlichkeiten im Satzbau und Basiswortschatz, aber auch
aufgrund von Lebensweisen einer Sprachfamilie zugeteilt. So hätten die Indoeuropäer ähnliche
Werkzeuge aus Stein und hätten von Viehzucht und Ackerbau gelebt. Gemeinsam hatten sie
auch das Zählen in 1-10-100. Sie lebten in der Großfamilie mit ähnlichen Verhältnissen und
Bezeichnungen (Mutter, Vater, Sohn, Tochter, Großmutter, Großvater, Tante, Onkel, usw.). Die
Stämme hätten auch die erzählte Zeit (Vergangenheit und Zukunft) in Nächten eingeteilt/gezählt.
Nicht alle europäischen Sprachen gehören aber zum Indogermanischen. So konnten
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obererwähnte Gemeinsamkeiten im Satzbau und Basiswortschatz nicht festgestellt werden für


etwa das Finnische, das Ungarische, das Baskische und das Türkische.

- 1500-200 [Link].: Germanisch


Die germanischen (und auch die romanischen Sprachen) entwickeln sich zu dieser Zeit aus dem
Indoeuropäischen. Verantwortlich für den Unterschied zwischen den zwei Sprachzweigen ist die
1. oder germanische Lautverschiebung, die nur bei den germanischen Sprachen stattgefunden
hat. Es ist ein konsonantischer Lautwandel:
b®p und p®f
d®t t®q
g®k k ® ch/h

ie. b d g germ. p t k ie. p t k germ. f þ x (> h)


lat. labium schwed. läpp lat. pater engl. father
gr. kardia engl. heart lat. tres engl. three
lat. genu dt. Knie lat. centum dt. hundert
Quelle: [Link]

Darüber hinaus gab es einen Akzentwandel und eine Vereinfachung des Endungssystems (die
schwache Deklination des Adjektivs). Das Ablautsystem der starken Verben entwickelte sich
und wurde systematisiert.

- 500-700: Südgermanisch « Nordseegermanisch


Das Deutsche entwickelt sich aus dem Südgermanischen. Wichtig für den Unterschied zum
Nordseegermanischen (und etwa zum Niederländischen oder dem Nieder- oder Plattdeutschen)
ist die 2. oder althochdeutsche Lautverschiebung. Dies ist auch wieder ein konsonantischer
Lautwandel:
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b/v ® b,p aber vor allem p ® pf/f


ð ® d/t t ® tz/ss
g ® j, ch/h k ® ch/h

Beispiele
nicht-
hochdeutsch
hochdeutsch
p pf engl. pool Pfuhl
engl. apple,
Apfel
niederdt. Appel
lat. pondus, engl.
Pfund
pound
lat. persica Pfirsich
engl. pan Pfanne
t ʦ engl. ten zehn
lat. tegula Ziegel
engl. tin Zinn
niederländ. tand,
Zahn
engl. tooth
k kˣ engl. corn ahd. chorn

Quelle: [Link]

Es ist die Trennung zwischen dem Hoch- und Niederdeutschen. Die 2. Lautverschiebung hat nur
südlich der Benrather Linie stattgefunden. Diese Linie verläuft etwa zwischen Aachen und
Frankfurt an der Oder (Benrath ist ein Stadtteil von Düsseldorf).

-750-1050: Althochdeutsch
Südgermanisch wird jetzt „Hoch- oder Oberdeutsch“ genannt (gemeint sind die geographisch
höhergelegenen südlichen Regionen oder etwa dort, wo die Berge sind). Mit „Deutsch“ ist aber
nur auf die Sprache verwiesen (keine Nation). Es ist eine Sammlung von Mundarten. Zu dieser
Zeit gibt es die ersten Texte auf “diot” = Deutsch (= die Sprache des Volkes). Es ging dabei um
Kirchenlieder, das Vaterunser und Beichtformeln (und auch ein paar vorchristliche
Heldengedichte), die von Mönchen in Klöstern aus dem Lateinischen übersetzt wurden und zwar
mit vielen lateinischen Lehnwörtern. Karl der Große (von 768-814, Charlemagne, König des
Fränkischen Reichs) hatte dazu beauftragt, weil er ein eigenes „Kulturprogramm“ hatte und
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somit das Volk zum Christentum bekehren wollte. Die meisten althochdeutschen Texte stammen
aus dem 8. Jahrhundert, aber viele sind frühzeitig zerstört worden. Ludwig der Fromme, der
Sohn Karls des Großen, fand das Kulturprogramm seines Vaters zu heidnisch und das „Papier“

(Pergament aus Tierhäuten) war sehr teuer und wurde neu verwendet für lateinische Texte. In der
althochdeutschen Zeit entsteht aber der i-Umlaut und entwickeln sich die ersten Modalpartikeln.

-1050-1450: Mittelhochdeutsch
Zu dieser Zeit gibt es eine Ausweitung des deutschen Sprachraums im Osten (Schlesien,
Sachsen, Preußen, Pommern). Von 1200-1350 gibt es die Blütezeit des Mittelhochdeutschen (=
erster Ansatz zur Vereinheitlichung). In den Städten entwickelte sich ein neues Bürgertum mit
eigenem Besitz und dies wurde in den Kanzleien (neben Latein) auf Deutsch niedergeschrieben
(= die Kanzleisprache). Es gibt dabei immer noch geographische Unterschiede. Auch Dichter
(die umherwanderten) und Ritter (in den Kreuzzügen) haben die deutsche Sprache verbreitet. Zu
dieser Zeit gab es etwa folgende Lautwandel: a,o,i in unbetonten Silben ® e oder verschwinden
(ahd bodam ® mhd boden) und sk ® sch (ò) (Aussprache). Es gibt auch eine Vereinfachung des
Grammatiksystems: die Deklinationsendungen am Substantiv verschwinden und es entstehen die
analytischen Verbformen und die Pluralformen mit Umlaut.

-1450-1650: Frühneuhochdeutsch
Seit dieser Zeit ist mit der Bezeichnung „Hochsprache“ die „ideelle Standardsprache“ (oder
Schriftsprache) gemeint. Die Grundlage für das Frühneuhochdeutsche sind die
ostmitteldeutschen Dialekte. Verantwortlich dafür ist einerseits die Bibelübersetzung von Martin
Luther (1483-1546), der in Eisleben (= im Südosten von Sachsen-Anhalt, d.h. im Gebiet der
ostmitteldeutschen Dialekte) geboren wurde und aufwuchs. Da er den Protestantismus (die
Reformation) zuerst im Norden (d.h. im niederdeutschen Gebiet) verbreitet hat, haben die
Norddeutschen das Deutsch aus dem Süden (d.h. unterhalb der Benrather Linie oder
Hochdeutsch) lernen müssen. Martin Luther wird dadurch auch den „Schöpfer der deutschen
Sprache“ genannt. Er hat dafür gesorgt, dass die protestantischen Gottesdienste auf Deutsch
organisiert wurden. Dies wurde dann bald von den Katholiken im Süden imitiert. Andererseits
wurde die Verbreitung einer Standardsprache auch beschleunigt durch die Erfindung des
Buchdrucks (+/- 1450). Es gibt etwa folgende Änderungen im Vokal- und Konsonantensystem: s
+ t/p wird sch (ò) ausgesprochen und s + l/n/r wird auch sch geschrieben. Es entsteht der
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Unterschied zwischen kurzen und langen Vokalen. Die Interpunktion wird regularisiert und die
Großschreibung von Substantiven entsteht. Es gibt den Verlust des alten Dativ-e am Substantiv.

-Neuhochdeutsch seit dem 17. Jahrhundert bis +/-1900.


Merkmale sind etwa:
-eine Bereicherung des Wortschatzes (Lehrwörter und Übersetzungen aus dem Französischen
und dem Lateinischen, einige Neubildungen)
-das Entstehen der Sprachpflege: Sprachgesellschaften im Barockzeitalter (1600-1750).
-1806: der Einfluss von Preußen. Die politische Macht ist jetzt im Norden, wodurch auch das
Zentrum der „Hochsprache“ als Standardsprache im Norden liegt. Die Niederdeutschen lernen
das Buchdeutsch (Hochdeutsch) fast wie eine Fremdsprache (vor allem die Aussprache) =
Deutsch ohne große mundartliche Einflüsse.
-die Epoche der klassischen Literatur mit Goethe und Schiller (1786-1805) wird als die Zeit der
schriftsprachlichen Einigung des ganzen Sprachgebiets (Norden und Süden) betrachtet.
-Anfang des 19. Jahrhunderts: Die ersten Grammatiken und Wörterbücher werden veröffentlicht.

-Seit 1945: Gegenwartsdeutsch


Die Standardsprache = Überregionalität.

Zur Info: Vogel, P.M. (2012) Einführung. In: Sprachgeschichte. Heidelberg: Winter, 1-12.

-Die ‘Hochsprache’: einheitlich?


Sprachliche Variation im heutigen Deutsch: regionale Varietäten, Soziolekte und Register
Dialekte: Schwäbisch-Alemannisch, Bairisch, Fränkisch, Pfälzisch, Hessisch,
Rheinisch, Thüringisch, Sächsisch, Niederdeutsch (Ost- und Westniederdeutsch).
Popularisierung der Standard(sprech)sprache / Umgangssprache
Register (formelle und informelle Sprechsituationen) / Substandard

Die Geschichte der deutschen Dialekte:


[Link]
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2 Gegenwartsdeutsch

2.1 Wann?: nach 1945 (= Ende des Zweiten Weltkriegs).


-1933-1945: die Nationalsozialisten hatten eine eigene Sprachpolitik
-Mobilität der Bevölkerung
-Massenmedien
-Internationalisierung
-Technisierung des Alltags
-Popularisierung von Wissen

2.2 Was?: methodologisches Problem


Kann in Form folgender Listen von Komposita nach unterschiedlichen Parametern erläutert
werden (Glück & Sauer 1997: 20 ff.). Welche Parameter?

- Hochsprache, Schriftsprache, Gemeinsprache, Nationalsprache, Einheitssprache,


Kultursprache, Literatursprache, Standardsprache, Umgangssprache, Alltagssprache,
Konversationssprache, Volkssprache, Vulgärsprache, Landschaftssprache,
Regionalsprache, Stadtsprache, Dialekt, Mundart.

- Sondersprache, Gruppensprache, Fachsprache, Wissenschaftssprache, Jugendsprache,


Frauensprache, Männersprache, Sportsprache, Werbesprache, Mediensprache,
Gaunersprache, Politikersprache, Zeitungssprache, Argot, Slang, Jargon.

- Sprachverfall, Sprachsumpf, Sprachverschleiß, Sprachunarten, Sprachverlotterung,


Sprachwucherung, Sprachunkraut, Sprachverrohung, Sprachschändung,
Sprachverwahrlosung, Sprachverwirrung, Sprachverwilderung.

2.3 Die Entwicklung der Gegenwartssprache: entgegengesetzte Tendenzen (Stedje 2001: 161 ff.)

Standardisierung Û Differenzierung

Internationalisierung Û Individualisierung

Vereinfachung Û Intellektualisierung
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3 Die Rolle der Sprachwissenschaft / Linguistik

- Linguistik ist die Wissenschaft, die sich mit der Beschreibung und Erklärung von
sprachlichen Phänomenen (= von Sprachen, von Sprachsystemen und vom Sprachgebrauch)
beschäftigt.
- Linguistik (oder Sprachwissenschaft) ist deskriptiv und nicht präskriptiv.
- Sprachwissenschaft Û Sprachkritik
- “Nicht nur der Sprachwandel ist so alt wie die Sprache selbst. Auch die Angst vor einer
Veränderung der Sprache hat eine lange Tradition” (Achilles & Pighin 2008: 15).

Typisch für die Linguistik als eigenständige Disziplin:


- Sprachbetrachtung um der Sprache willen
- Vollständigkeit der Beschreibung
- Paradigmenwechsel
- neue Gesichtspunkte (Sprache aus sozialer und psychologischer Sicht)

Veränderungen sind spannende Prozesse (Achilles & Pighin 2008: 15-16):


- es sind ganz natürliche Prozesse “von unten nach oben”.
- sie geschehen nicht plötzlich über Nacht. (Die Generationen haben keine Probleme sich
untereinander zu verständigen).
- in jeder Zeit existieren ‘alte’ und ‘neue’ Formen gleichzeitig.

Es gibt 2 wichtige Fragen:


1) was ändert sich in einer Sprache?
2) warum verändert sich Sprache?

1) Änderungen in einer Sprache (Achilles & Pighin 2008: 16ff.)


- Wörter verändern ihre Bedeutung (Bedeutungswandel)
-Bedeutungserweiterung
-Bedeutungsverengung
-(sozialer) Aufstieg oder Abstieg
-Bedeutungsverschiebung
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- neue Dinge und neue Situationen brauchen neue Wörter und Bezeichnungen; andere Dinge
geraten in Vergessenheit.
- Lautwandel
- auch die Grammatik verändert sich

2) Warum verändert sich Sprache? (Achilles & Pighin 2008: 21 ff.)


- diese Frage kann nur teilweise beantwortet werden.
- es gibt unterschiedliche Theorien:
-soziale Gruppen bilden ihre eigenen Sprachen
-Kontakt mit anderen Sprachen
-der L1-Erwerbsprozess
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Aufgabe: Lesen Sie Striebinger (2016) Bereicherung oder Verfall? Wie sich die deutsche
Sprache durch Migration verändert, [Link]
[Link]/deutschland/kultur/deutsche-sprache-migration/

Fragen zum Text:


1. Welche 2 entgegengesetzten Einflüsse auf die Entwicklung der deutschen Sprache gäbe
es durch die Migration?
……………………………………………………………………………………………...
2. Was ist Kiezdeutsch?
……………………………………………………………………………………………...
3. Wie ist der Einfluss der Globalisierung?
……………………………………………………………………………………………...
4. Wie lässt sich der Einfluss der Mehrsprachigkeit umschreiben?
……………………………………………………………………………………………...
5. Neben der Veränderung der deutschen Sprache durch Migranten gibt es noch zwei andere
Tendenzen. Welche?
……………………………………………………………………………………………...

6. Verändert sich Ihre Heimatsprache auch durch Migration?

*Nein. Ich sehe keine Tendenzen zur Veränderung.


*Ja, ein wenig. Wir benutzen hin und wieder Wörter aus anderen Sprachen.
*Ja, sehr stark. Vor allem unsere Umgangssprache hat sich in den vergangenen zehn
Jahren stark verändert.
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Theoretische und angewandte Linguistik:


-Theoretische Linguistik: Sprache(n) wird/werden untersucht mit dem Ziel eine Theorie über
ihre Struktur und Funktion herauszuarbeiten.
-Angewandte Linguistik: eine Ausweitung der Untersuchungsperspektive, die Sprache als
soziales und psychologisches Phänomen (z.B. Sozio- und Psycholinguistik).

Theoretische Linguistik

Semiotik Systemlinguistik Pragmatik Semantik


Linguistik
Angewandte Linguistik

Soziolinguistik (Varietätenlinguistik) Psycholinguistik Textlinguistik .....

Theoretische Linguistik:
- Semiotik: die Zeichenlehre
- Systemlinguistik: Phonologie – Morphologie + Wortartenlehre – Syntax
- Pragmatik: handlungsbezogene Betrachtungsweise von Sprache
- Semantik: über die Bedeutung sprachlicher Zeichen
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4 Korpuslinguistik
Die Frage ist jetzt, wie man die neuen Tendenzen in einer Sprache aufdecken und erforschen
kann. Eine Auskunft bietet die Korpuslinguistik. Es ist die “Beschreibung von Äußerungen
natürlicher Sprachen und die darauf aufbauende Theoriebildung auf der Grundlage von Analysen
authentischer Texte, die in Korpora zusammengefasst sind” (Lemnitzer & Zinsmeister (2006: 9).

Ein Korpus ist eine Sammlung schriftlicher oder gesprochener Texte. Die Daten des Korpus
sind digitalisiert. Neben den Daten selbst gibt es in einem Korpus oft auch Metadaten und/oder
linguistische Annotationen.

Zwecke der korpusbasierten Sprachbeschreibung: Sprachunterricht, Übersetzungswissenschaft,


Sprachdokumentation, Lexikographie, Computerlinguistik.

Aufgabe:
Lesen Sie das 2. Kapitel aus: Lemnitzer, L. & Zinsmeister, H. (2006, überarbeitete Ausgabe
2015) Korpuslinguistik. Eine Einführung. Tübingen: Narr, 14-39, “Die Quellen linguistischer
Erkenntnis”

Lesen Sie das 3. Kapitel aus: Lemnitzer, L. & Zinsmeister, H. (2006, überarbeitete Ausgabe
2015) Korpuslinguistik. Eine Einführung. Tübingen: Narr, 40-59, “Der Stein der Weisen?
Linguistische Korpora”.

Zusammenfassung (Siehe Powerpoint):

1 Die Quellen linguistischer Erkenntnis:


• Rationalismus / Formalismus
• Funktionalismus / Kontextualismus / Empirismus

2 Die Quellen linguistischer Erkenntnis:


• Rationalismus: korpusgestützt & Sprecherurteile
• Funktionalismus / Kontextualismus:
korpusbasiert & Korpusdaten
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3 Die Quellen linguistischer Erkenntnis:


• Sprecherurteile
• Kritik = Introspektion ist nicht empirisch überprüfbar

4 Die Quellen linguistischer Erkenntnis:


• Korpusdaten
• Kritik =
- Problem der Repräsentativität
- Problem der Relevanz
- Problem unvollständiger Datenabdeckung
- Problem der Verlässlichkeit der Daten
- Aber: korpusgestützte Ergänzungen (z.B. Belegsammlungen), moderne Statistik

5 Die Quellen linguistischer Erkenntnis:


• Kontextualismus = Sprachgebrauch
• Kontext: geographische, soziologische und funktionalistische Parameter
• Kotext: linguistische Parameter (Syntax, Morphologie, Lexik…)

6 Die Quellen linguistischer Erkenntnis:


• Beispiel für Kotext auf lexikalischer Ebene: Kookurrenz (Wortverbindungen)
• Kollokation
• Kolligation

Die linguistische Annotation.


Warum?
- Synkretismus
- Homographe / Homophone
- strukturelle Ambiguitäten
- Wiederverwendbarkeit
- Multifunktionalität
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Wie?
- Segmentierung (Tokenisierung / Phrasenstruktur / Textstruktur)
- Computerprogramme (Vorarbeit) und manuelle Annotation.

Einige Schwierigkeiten bei der Segmentierung:


Satzgrenzen (ambige Punktzeichen), Token (Wörter, Zahlen, Satzzeichen, Klammern,
Anführungszeichen und andere Symbole), kontrahierte Formen, Mehrwortlexeme (New York), …

Annotationsebenen:

Ebene Annotation
Morphosyntax Wortart (Tagging)
Morphologie Flexionsmorphologie
Lemma/Lexem Grundform
Syntax Konstituenten (Phrasen), syntaktische Funktionen, topologische
Felder (Baumbanken)
Semantik Eigennamen, Lesarten, thematische Rahmen
Pragmatik Koreferenz, Informationsstruktur, Diskursstruktur
Weitere Textsstruktur, Orthographie, Fehlerannotation, phonetische und
prosodische Merkmale, sprachbegleitende Merkmale wie Gestik
und Mimik.
(Basiert auf Lemnitzer & Zinsmeister 2006: 64).
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5 Und was ist jetzt die Norm?

- linguistische Û soziolinguistische Norm


- Sprachwissenschaft Û Sprachkritik
- ist ein relativer Begriff Þ“Die Fehler von heute sind die Regeln von morgen” (Glück &
Sauer 1997: X)

5.1 Die Frage des Sprachverfalls? (Wolff 2004: 267 ff.)


- Internationalisierung (‘Überfremdung’)
- neue Kommunikationstechniken (‘Sprachlosigkeit’)
- Werbejargon
- Überwucherung der schriftlichen Äußerung durch den mündlichen Sprachgebrauch des
Alltags
- Reaktion der Sprachpflege? (z.B. GfdS)

Youtube: Guckst du Beitrag über Sprache! - [Link] TV


[Link]
QGc5n_N3SC9G&index=6
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5.2 ARD-Themenwoche Zukunft Bildung:


• Datum 12.11.2019
• Autorin/Autor Suzanne Cords

[Link]

Vom vermeintlichen Verfall der deutschen Sprache


Wortverstümmlungen bei WhatsApp und Twitter, fehlerhafte Grammatik und Rechtschreibung,
Anglizismen überall: Seit Jahren wird der Untergang der deutschen Sprache beschworen. Haben
die Kritiker recht?

"Deutsche Sprache, schwere Sprache" - das wusste schon der US-amerikanische Schriftsteller
Mark Twain, der überzeugt war, ein begabter Mensch könne Englisch in 30 Stunden,
Französisch in 30 Tagen, Deutsch aber kaum in 30 Jahren lernen: "Es ist ganz offenkundig, dass
die deutsche Sprache zurechtgestutzt und renoviert werden muss. Wenn sie so bleibt, wie sie ist,
sollte man sie sanft zu den toten Sprachen legen, denn nur die Toten haben genügend Zeit, sie zu
lernen," schrieb Twain in seinem Buch "Bummel durch Europa" (Original: "A Tramp
Abroad"). Dem Thema Sprache und Bildung widmet sich aktuell auch der deutsche öffentlich-
rechtliche Rundfunk. Die ARD-Themenwoche "Bildung Zukunft" beschäftigt sich
mit Bildungsalltag, Diversität, Digitalisierung, Sprache und Bildung im Vergleich.

"Recycling-Sprache der neuen Medien"


Twain forderte 1897 eine radikale Vereinfachung der deutschen Sprache - die nach Ansicht und
zum Leidwesen vieler längst eingetreten ist. Denn bereits 2008 waren zwei Drittel der Deutschen
der Meinung, mit ihrer Sprache gehe es rasant bergab. Als Gründe wurden Internet-
Kommunikation, Leseabstinenz, Anglizismen und Jugend-Jargon genannt. Der Sprachverfall
Norm und Variation (2024-2025) Vrije Universiteit Brussel 17

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betreffe vor allem die junge Generation, bemängelte 2012 der damalige Vorsitzende des
Rechtschreibrats, Hans Zehetmair. Das Vokabular der Jugendlichen bei SMS und Twitter sei
generell sehr simpel: "Das Deutsche verarmt in den neuen Medien zu einer 'Recycling-Sprache',
wird immer mehr verkürzt und vereinfacht und ohne Kreativität wiedergekäut."
Sprache muss sich anpassen

Andrea-Eva Ewels von der GfdS macht sich keine Sorgen um einen Sprachverfall

Alles halb so schlimm, relativiert Andrea-Eva Ewels, Geschäftsführerin der Gesellschaft für
deutsche Sprache (GfdS), die Untergangsszenarien gegenüber der DW: "Nein, unsere Sprache
geht nicht unter, sie verändert sich nur stetig - schon deshalb, weil sich die Welt in einem früher
nicht gekannten Ausmaß und Tempo verändert", sagt sie. "Wir sprechen ja auch nicht mehr so
wie im 6. Jahrhundert oder im Mittelalter." Sprache, so Ewels weiter, müsse sich immer wieder
neuen Lebensverhältnissen anpassen, damit sie den Menschen als Mittel der Reflexion und
Kommunikation dienen könne.

Und so verstümmeln WhatsApp- oder Twitter-Nachrichten ihrer Meinung nach die deutsche
Sprache auch nicht, wie so oft behauptet wird. Reduzierte Grammatik und wenig Platz, um
Inhalte ausführlich darzustellen: das alles sei nicht neu, so Ewels. Heute greife man zum
Smartphone, früher habe man sich Telegramme geschickt und dabei ebenfalls kurz gefasst.

Schnell zum Punkt kommen: Denn Telegramme wurden pro Wort bezahlt
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Jugendsprache als Abgrenzung


Auch die Kritik an der Jugendsprache kann sie nicht teilen: "Aus sprachwissenschaftlicher Sicht
gibt es für die Vermutung, dass jugendlicher Sprachgebrauch zu den Verursachern des
Sprachverfalls gehört, keine Beweise", so die Geschäftstführerin des GfdS. "Die Jugend hat
schon immer eine eigene Sprache besessen, die sie vor allem unter sich nutzt. Sie verfügt über
eine große Kreativität, Spontaneität, Direktheit und Flexibilität. Jugendliche selbst sehen ihren
Sprechstil als Abgrenzung zu den Erwachsenen an, als Freiraum für sprachliche Innovation und
lockeren Sprachgebrauch."
Dass Schulen und Universitäten Alarm schlagen und mangelnde Rechtschreibung und
Grammatikkenntnisse bei jungen Leuten anmerken, ist für Ewels nichts Neues. Die GfdS
bekommt seit Jahrzehnten Beschwerden von Lehrern vorgelegt. Doch gerade in puncto
vernachlässigten Dativs oder Konjunktivs sieht sie eine natürliche Entwicklung: "Sprachwandel
führt immer zur Vereinfachung der Sprachstruktur. Grammatische Funktionen, die überflüssig
sind, weil sie mit anderen bereits vorhandenen Funktionen verschmelzen, verschwinden langsam
aus dem Sprachgebrauch."

Jugendliche haben schon immer eine eigene Sprache kultiviert

Ähnlich sieht das der Sprachwissenschaftler Aria Adli von der Universität Köln: "Wenn sich die
Elterngeneration heute beschwert, dass die Jungen die Sprache nicht mehr richtig beherrschen,
dann könnte man den Spieß auch umdrehen und sagen: Die Elterngeneration hat nicht
dazugelernt, um so zu sprechen, wie man eigentlich heutzutage spricht."

"Methodisch betriebene Verhunzung"


Klagen über den Sprachverfall haben eine lange Tradition: So schrieb Prinzessin Lieselotte von
der Pfalz schon 1721 an eine gute Freundin: "Ist es möglich, liebe Louise, dass unsere gutte,
ehrliche Teüutschen so alber geworden, ihre sprache gantz zu verderbe, dass man sie nicht mehr
verstehen kan?" Und 1852 beschwerte sich der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer über
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eine "methodisch betriebene Verhunzung": "Die Sudler sollten ihre Dummheit an etwas anderm
auslassen, als an der deutschen Sprache."
Auch gegen Fremdwörter ging man schon in früheren Jahrhunderten auf die Barrikaden.
So gründeten einige Adelige 1617, als es in den besseren Kreisen Europas üblich war,
Französisch zu reden, im thüringischen Weimar die "Fruchtbringende Gesellschaft". "Deren
Zweck ist darauf gerichtet, dass man die hochdeutsche Sprache in ihrem rechten Wesen und
Stande ohne Einmischung fremder ausländischer Worte aufs möglichste und tunlichst erhalte
und sich sowohl der besten Aussprache im Reden als der reinsten Art im Schreiben und Reime
dichten befleißige," so stand in den Statuten der Gesellschaft.

Sprachpuristen versus Anglizismen


Genau das ist vier Jahrhunderte später auch der Anspruch des Vereins Deutsche Sprache (VDS).
Die Sprachpuristen wehren sich vehement gegen Anglizismen und fordern Loyalität zur
deutschen Sprache. Unverdrossen setzt sich der VDS für die Verankerung der deutschen Sprache
im Grundgesetz ein.
Bei der GfdS schüttelt man darüber nur den Kopf. Von Sprachgesetzen hält man dort nichts.
"Wir nehmen die Beschwerden der Bevölkerung ernst, betrachten aber Fremdwörter, die keine
deckungsgleiche Entsprechung im Deutschen haben, als Bereicherung für unseren Wortschatz",
sagt Andrea-Eva Ewels.
Englisch als weltweites Verständigungsmittel habe zwar auch in Deutschland eine immer
größere Bedeutung, aber die von Kritikern postulierten vermeintlichen Bedrohung durch den
Sprachkontakt zum Englischen sei etwa vergleichbar mit der Diskrepanz zwischen
wissenschaftlich messbarer Lufttemperatur und der sogenannten "gefühlten Temperatur" in der
Meteorologie.

Denn rein statistisch betrachtet sei jedes dritte bis fünfte Wort aus einer Fremdsprache entlehnt -
und meist lateinisch-griechischen Ursprungs. Nur ein bis zwei Prozent des
Allgemeinwortschatzes basieren auf englischen Lehnwörtern. Der meistgenutzte Anglizismus ist
übrigens "okay" - und dieses Wort benutzen einer Studie des Meinungsforschungsinstituts
YouGov von 2016 zufolge auch 90 Prozent derjenigen sehr oft, die Anglizismen eigentlich
ablehnen.

• Datum 12.11.2019
• Autorin/Autor Suzanne Cords
• Schlagwörter Deutsche Sprache, Gesellschaft für deutsche Sprache
• Permalink [Link]

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Prof. Dr. K. Lochtman

Fragen zum Text:


1. Was wären die Gründe für die Vereinfachung der deutschen Sprache?
2. Inwieweit geht die deutsche Sprache wirklich unter?
3. Verstümmeln WhatsApp- oder Twitter-Nachrichten die deutsche Sprache?
4. Was wäre die Rolle der Jugendsprache?
5. Ist die Sprachkritik neu?
6. Was ist der meistgenutzte Anglizismus?

vgl. Sick, B. (2004) Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Köln: Kiepenheuer & Witsch (KiWi
Paperback: 863), Auszüge aus “Ein Paar Worte vorweg” S. 9-14
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5.3 Der Spiegel (Nr. 40/2.10.06): “Rettet dem Deutsch! Die Verlotterung der Sprache”

Das Verschwinden der Norm?


- Sprachgebrauch der Deutschen + Einfluss des Englischen
- 80% der (+-6500) Sprachen der Welt: vom Aussterben bedroht?
Ursachen?
- Die kulturelle Globalisierung.
- DaM – DaF
- Jugendsprache (“Infantilisierung des Sprechens”)
- Internet
- Schriftsprache / kürzere Sätze
- Die “Entdifferenzierung des Sprachbilds”
- Pseudo-Englisch
- Die Werbung
- Umfrage?
- Anglizismen / Denglisch / Anglisierung
- Die “naive Überschätzung des Fremden”?
- “Der Verein Deutsche Sprache” (eher Sprachkritik)
- “Die Gesellschaft für deutsche Sprache” (eher Linguistik)
- EU-Politiker in Brüssel
- Der deutsche Tourist / das Goethe-Institut
- Englisch an Universitäten / in Veröffentlichungen

Folge? Monokultur / Kulturimperialismus


Folge? Ein sprachlicher Denkverlust?
- Verschiedene Sprachen = verschiedene “Weltansichten” (Wilhelm von Humboldt 1767-
1835)
- BSE = Gedankengänge simplifizieren?
-
Sprache = Macht?
- Victor Klemperer “Lingua Tertii Imperii” (1947)
- Sprachförderung & Sprachkritik = politische Angelegenheit?
- Sprachpolitik = Schulen
- Einbürgerungskurse?

Beispiel: “Imbissdeutsch”
[Link]
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5.4 Das Phänomen Zwiebelfisch – Bastian Sicks Sprachkritik und die Rolle der Linguistik.
Von Jan Georg Schneider (2008) in: Der Sprachdienst, 4/52: 172-180.

* 2 Gründe, warum Sprachwissenschaftler sich mit dem Phänomen Zwiebelfisch befassen


können: 1. das Bedürfnis der Menschen, in Sprachfragen beraten zu werden;
2. die Normativitätsvergessenheit der Linguistik.

* das Problem = Sicks unberechtigter Expertenstatus


1. Vernachlässigung des Sprachwandelprozesses;
2. Vernachlässigung des Unterschieds zwischen Schriftlichkeit und Mündlichkeit.

* Merkmale der Sprachkritik: 1. Vermischung von Synchronie und Diachronie


2. Verkennung des metaphorischen Sprachgebrauchs
3. Vernachlässigung medialer Unterschiede
4. Hochsprache – Dialekt
5. Isolieren von Wörtern und Ausdrücken

* Merkmale der gesprochenen Sprache:


flüchtig, irreversibel, synchron, nicht ungrammatisch.

* Sprachkritik Û Sprachberatung

* die Kompetenz Û Sprachspielkompetenz

Exkurs:
Lesen Sie:
Maitz, P & Elspaß, S. (2007) Warum der Zwiebelfisch nicht in den Deutschunterricht gehört. In:
Info DaF, 34, 5, 515-526.
Roggausch, W. (2007) Antwort auf Péter Maitz/Stephan Elspaß und Einladung zur Diskussion.
In: Info DaF, 34, 5, 527-530.
Aufgabe: Fassen Sie die 2 Meinungen zusammen. Wie ist Ihr Standpunkt?
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5.5 Der Muttersprachler und die Norm aus der DaF-Perspektive


Äußern Sie sich zu folgenden Aussagen:
- “Der Muttersprachler hat immer Recht”
- “Ein Muttersprachler macht keine Fehler”
- “Der Muttersprachler ist die Norm (für die Lerner)”

Lesen Sie: Lochtman, K. (2012) Sprachnormen in der Auslandsgermanistik. In:


Muttersprache, 3, S. 194-202.
Fragen:
1) Warum ist die Norm ein relativer Begriff?
...........................................................................................................................................................
2) Was sind Register?
...........................................................................................................................................................
...........................................................................................................................................................
3) Was wäre eine realistische Vergleichsgröße im DaF-Unterricht?
...........................................................................................................................................................
4) Was ist kommunikative Kompetenz?
...........................................................................................................................................................
5) Wieso ist der Erwerb der soziolinguistischen Kompetenz mit dem Erwerb der interkulturellen
Kompetenz verbunden?
...........................................................................................................................................................
6) Was ist kulturelle Interferenz?
...........................................................................................................................................................
7) Was ist mit dem "Lehrparadox" gemeint?
...........................................................................................................................................................
...........................................................................................................................................................
8) Beschreiben Sie die Forschungsmethodologie im Artikel.
...........................................................................................................................................................
...........................................................................................................................................................
9) Fassen Sie die Schlussfolgerung in drei Punkten zusammen.
1.........................................................................................................................................................
2.........................................................................................................................................................
3.........................................................................................................................................................
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6 Was ist dann ein Fehler?


Fehler werden als Abweichungen von der L2 betrachtet. Fehler sind nur denkbar durch die
Existenz von Begriffen wie Norm, Erwartung und Regel. Die Norm ist meistens die
Standardsprache, wie sie in Wörterbüchern und Grammatiken aufgezeichnet worden ist (vgl.
Glück & Sauer (1997): Dudennorm und Rechtschreibreform; S. 167-182).

„Neben einer Vielzahl völlig eindeutiger Fälle gibt es […] eine ganze Reihe
zweifelhafter Fälle dessen, was ein Fehler ist und was nicht. Die Schwierigkeit
besteht darin, dass ein Fehler immer nur als Abweichung von ‚etwas’ oder als
Verstoß gegen ‚etwas’ zu bezeichnen ist. Dieses ‚Etwas’ muss als
Vergleichsgröße existieren. Und erst wenn wir dieses ‚Etwas’ definiert haben,
können wir eine Äußerung als fehlerhaft identifizieren“ (Kleppin 1998: 15).

Oft wird zwischen Fehlern und Irrtümern unterschieden (etwa in der Fremdsprachen-
erwerbsforschung oder aus psycholinguistischer Sicht). Abweichungen von der Zielsprache sind
Fehler, wenn jemand sie selbst nicht erkennen kann, weil ihm/ihr die erforderlichen
Sprachkenntnisse fehlen. Man kann sich selbst in der Regel dann auch nicht korrigieren.
Irrtümer hingegen können vom Betroffenen selbst korrigiert werden. Irrtümer weisen auf
Probleme beim Sprachverarbeitungsprozess hin: Man verfügt zwar über die notwendigen
Sprachkenntnisse, aber der Verarbeitungsprozess versagt wegen Beschränkungen der
Gedächtniskapazität oder es handelt sich um einen Lapsus (= Versprecher). Solche Irrtümer
kommen auch bei Muttersprachlern vor.

Versprecher sind “Unbeabsichtigte, […] unwillkürliche Fehler beim Sprechen […], deren
linguistische Untersuchungen […] Aufschluss über physiologische, psychische, mentale und
kognitive Vorgänge bei der Sprachproduktion liefern sowie den Nachweis psychischer Realität
linguistischer Einheiten und Prozesse (Wortbildungsregeln, syntaktische Planung) erbringen
sollen” (Bußmann, H. (2002) Lexikon der Sprachwissenschaft. Stuttgart: Alfred Kröner Verlag,
S. 736).

“Wir sprechen nach Regeln, wir versprechen uns auch nach Regeln” (Achilles, I. & Pighin, G.
2008: 150) – die Versprecherforschung
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Beispiele:
- Spoonerismus (der): die Vertauschung der Anfangsbuchstaben zweier oder mehrerer Wörter
(nach Reverend (einem englischen Geistlichen) Dr. William A. Spooner (1844-1930), der
den schönen Toast auf die Queen ausbrachte: "To our queer old Dean" statt: "To our dear old
Queen"). z.B. "Wünzmurf" statt "Münzwurf", “Wadebanne” statt “Badewanne” oder "Sie hat
schon zwei Packen eingehost" statt ".. Hosen eingepackt".
Sonstige Vertauschungen: zwei sprachliche Einheiten (Wörter oder Silben) wechseln ihren
Platz; z.B. “Danke und Tschüs fürs Mitnehmen”.

- Antizipation (die) (= die Vorwegnahme): Fehler, bei dem eine intendierte Einheit
unwillkürlich zu früh geäußert wird. Unter Versprechern würden sie die größte Menge der
Fehler darstellen. z.B. "Fauchen sie viel" statt "Rauchen sie viel", “Kleislauf” statt
“Kreislauf”

- Postposition (die) (= der Nachklang): z.B. “Ich esse Hauptgericht und Nachgericht” (statt
Nachtisch). Es gibt eine Wiederholung oder einen Nachklang des Erstgesagten.

- Assoziation (die): z.B. “berüchtigt” statt “berühmt”

- Kontamination (die): Es gibt einen Sprachlichen Wettkampf zwischen zwei Wörtern oder
Ausdrücken, die einem zeitgleich auf der Zunge liegen (Achilles, I. & Pighin, G. 2008: 156).
Z.B. “Sei mir nicht übel” oder “Der Mann hat schon viel hinter sich gemacht”.

- Substitution (die): Dabei wird ein Wort durch ein form- oder inhaltähnliches Wort ersetzt
(Achilles, I. & Pighin, G. 2008: 156). z.B. “Struppi, das ist der Hund von Katja Lochtman”
(statt Katze).

- Malapropismus (der): Aus Unkenntnis oder Absicht falsch verwendetes (Fremd-)Wort


(Wortverwechslung). z.B. “Krematorium” statt “Kuratorium” oder ''Gorilla'' statt ''Guerilla''.
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- Ein Freudscher Versprecher:


“Ein Freudscher Versprecher (nach Sigmund Freud 1856-1939) ist eine sprachliche
Fehlleistung, bei der die eigentliche Meinung oder Intention des Sprechers unfreiwillig zutage
tritt. Hierbei wird anstatt des eigentlich angedachten Wortes oder der Phrase etwas ähnlich
Klingendes gesagt […]. Seit dem allgemeinen Bekanntwerden dieses Phänomens hat jemand,
dem ein solcher Versprecher ohne jede Motivation unterläuft, einen schlechten Stand, seinem
Publikum nachzuweisen, dass es sich gar nicht um das Fauxpas der Freudschen Art handelt,
während vor Freud dies nur ein Anlass zur Heiterkeit gewesen wäre. Beispiel von Freud […]:
Jemand sagt etwa auf einer Versammlung, es seien „Dinge zum Vorschwein gekommen“. In
„Vorschwein“ wird deutlich, dass hier eine Bewertung durch den Sprecher eine gewisse Rolle
spielt, entweder der Dinge, die da zum Vorschein gekommen sind (das wären dann
Schweinereien) oder eines Akteurs (das wäre dann ein Schwein). […] Freudsche Versprecher
sind solche, bei denen eine psychische Motivation angenommen wird, ein 'Sinn', wie es bei
Freud heißt.” ([Link]

Beispiel:
Zu Beginn einer analytischen Psychotherapie erzählt die Patientin ihr Befinden und sagt:
"Eigentlich ist bei mir alles in Mutter ... äh, Quatsch, alles in Butter, meine ich natürlich."
Der Analytiker merkt auf und erklärt ihr, dass es sich hier um einen Freudschen Versprecher
handele und dies auf eine ungeklärte Beziehung zur Mutter hindeute. In der nächsten Sitzung
erzählt die Patientin ganz aufgeregt, dass ihr heute morgen beim Frühstück schon wieder ein
Freudscher Versprecher unterlaufen sei. Der Analytiker ist sofort interessiert und fordert die
Patientin auf ihm die Situation zu schildern.
"Ach wissen Sie, das war so: Ich saß mit meinem Mann beim Frühstück und wollte sagen:
"Kannst du mir mal die Butter reichen?"
Aha, sagt der Analytiker, "und was haben sie gesagt?"
"Du blödes Arschloch hast mir mein ganzes Leben versaut!"

*Aufgabe: Lesen Sie Achilles, I. & Pighin, G. (2008) “Hier freute irrt”. In: Vernäht und
zugeflixt! Von Versprechern, Flüchen, Dialekten & Co. Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich:
Dudenverlag / DgfS; 158-161.
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Fehlerdefinitionen: Korrektheit und Situationsangemessenheit

Korrektheit als Grammatikalität


-Der Fehler als Verstoß gegen die linguistische Norm / gegen das Sprachsystem.
z.B. *Ich arbeitet in Belgien. *Ich bin begonnen. *Ich habe bekommt. *Fleißigkeit.

Korrektheit als Akzeptabilität.


-Der Fehler als Verstoß gegen den allgemein gültigen Sprachgebrauch (aus der DaF-
Perspektive). Aber: Gibt es einen allgemein gültigen Sprachgebrauch? (vgl. Varietätenlinguistik)

Lesen Sie: Köpcke, K.M. (2011) Grammatikalität und Akzeptabilität - Zwei für den
Grammatikunterricht zentrale Begriffe verstehen lernen. In: K.M. Köpcke & A. Ziegler (Hrsg.)
Grammatik - Lehren, Lernen, Verstehen. Zugänge zur Grammatik des Gegenwartsdeutschen.
Berlin/Boston: De Gruyter, 287-304.

Fragen zum Text:


1) Warum kann der geschriebene Standard der deutschen Gegenwartssprache nicht mehr als die
einzige Norm betrachtet werden?
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2) Was sind subsistente und statuierte Normen?
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3) Wie lässt sich das Verhältnis zwischen Grammatikalität und Akzeptabilität am besten
darstellen?
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4) Welches sind die Kennzeichen der Prototypentheorie in der Linguistik? Nennen Sie (die) 2
Beispiele, die sich aus dieser Sicht erklären lassen.
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Situationsangemessenheit
Der Fehler als das, was “man” in einer bestimmten Situation nicht sagen würde.
Es handelt sich hier um die pragmatische oder soziolinguistische Norm.
-Soziolinguistisch: z.B. höflich / unhöflich, formell / informell (salopp), Dialekte, Fachsprachen,
Jugendsprache usw.
-Pragmatisch: z.B. wie man sich bekannt macht; wie man etwas kritisiert; wie man sich
entschuldigt; wie man Komplimente macht usw.
vgl. (inter)kulturelle Kompetenz.

Fehlerklassifikationen
- phonetische / phonologische Fehler (PH)
- morphologische und morphosyntaktische Fehler (M)
-syntaktische Fehler (S)
- lexikosemantische Fehler (L); (cf. “Falsche Freunde”, “Denglisch”, “Weltsprache Deutsch”,
“Pleonasmen” oder “Gebrauch der Präpositionen”)
- Rechtschreibfehler (R); (cf. “ß und ss” und “Fehler im Internet”)
- pragmatische und soziolinguistische Fehler (PS); (“Anredeformen” oder “Fehler im Internet”)

Aufgabe: Lesen Sie: Lieb (2019) Sprachwandel: Widerstand und Wirklichkeit – von
Anglizismen, Gendern, Grammatik und mehr. [Link]
anglizismen-gendern-grammatik/ und fassen Sie die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage
zusammen.

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7 Grammatikalisierung & Lexikalisierung

7.1 Grammatikalisierung
Wenn man neue Entwicklungen in einer Sprache verstehen möchte, ist auch eine gewisse
Einsicht in Grammatikalisierungsprozesse angebracht. So soll man sich fragen: Wie entsteht
eigentlich Grammatik? (Nübling et al. 2006: 221 ff.).

Alle natürlichen Sprachen bestehen aus lexikalischen und grammatischen Zeichen. Lexikalische
Zeichen (auch Inhaltswörter oder Lexeme) tragen im Gegensatz zu den grammatischen Zeichen
eine lexikalische Bedeutung (cf. Semantik), d.h. sie beziehen sich auf Gegenstände, Handlungen
usw. (vgl. Kessel & Reimann 2005: 94). Zu den grammatischen Zeichen zählen die
Funktionswörter; sie stellen Beziehungen zwischen sprachlichen Einheiten her und haben keine
selbstständige Bedeutung. Dazu gehören die Konjunktionen, Präpositionen, Artikel aber auch
Flexions- und Wortbildungsmerkmale (Endungen, Präfixe, Suffixe usw.). Grammatikalisierung
ist ein Prozess, in dem ein lexikalisches Zeichen grammatische Bedeutung bzw. Funktion
annimmt oder in dem bereits grammatische Zeichen noch weitere grammatische Funktionen
entwickeln. Dabei handelt es sich um die Verbindung eines semantischen Merkmals mit eigenen
morphologisch-syntaktischen Kennzeichnungen (z.B. die Verlaufsform). Eine bestimmte
Bedeutung bekommt eine eigene Form. „Den Prozess der Entstehung und Weiterentwicklung
grammatischer Morpheme bis hin zu ihrem Untergang bezeichnet man als Grammatikalisierung“
(Szczepaniak 2009: 5). Die Grammatik verändert sich im Laufe der Zeit und ist also kein starres,
unveränderliches Regelwerk, sondern ein dynamisches Gebilde (ebd.). Die Grammatik wird
durch neue Grammeme (= grammatische Morpheme) angereichert und kann auch welche
verlieren.

Die Einteilung der Morpheme nach ihrer Bedeutung bzw. Funktion (Szczepaniak 2009: 2):
Morpheme

Lexeme Grammeme
(Inhaltswörter) (Funktionswörter)
Denotative Funktion Relationale Funktion
z.B. Katze, schön, sitzen,... z.B. –e, der, ein, haben, auf,...
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Die Richtung der Entwicklung vom Lexikalischen / Semantischen hin zum Grammatischen ist
dabei entscheidend (das Prinzip der Unidirektionalität), was bedeutet, dass die
Grammatikalisierung immer vom Konkreteren zum Abstrakten / Grammatischen verläuft und nie
umgekehrt (Nübling et al. 2006: 222).

Merkmale / Phasen der Grammatikalisierung:


- Desemantisierung: Verlust an Bedeutung bzw. an semantischem Inhalt /
Bedeutungsverallgemeinerung.
- Extension: Verwendung in neuen Kontexten.
Diese ersten zwei Phasen sind oft schwer voneinander abzugrenzen, da man oft erst dann
bemerkt, dass eine Desemantisierung stattgefunden hat, wenn die Extension bereits erfolgt ist.
Beispiele: die Affixoide oder die Auxiliarisierung (Sie hat ein Fahrrad vs. Sie hat gelacht).
- Dekategorialisierung: Verlust an morphosyntaktischen Eigenschaften der Ursprungsform oder
Verlust des Status als unabhängiges Wort (Verschmelzung).
Beispiele: Reanalyse (Hamburg-er vs. Ham-burger oder Ich weiß das. Er kommt vs. Ich weiß,
dass er kommt) / Univerbierung (oder Verschmelzungen wie außer + dem = außerdem oder zu +
der = zur, siehe auch Erosion).
- (eventuell) Erosion: Reduktion phonetischer Substanz (auf der phonologischen Ebene).
Beispiele: in + dem = im (97%) (Klitisierung).

Die neue abstrakte Bedeutung muss dennoch nicht in allen Kontexten vorkommen (z.B. die
Vollverben / Auxialisierung oder Hilfsverben).

Beispiele für die Grammatikalisierung (Nübling et al. 2006):

1) Die Entstehung der schwachen Verben = Hypothese


Die Vergangenheitsform der schwachen Verben = + -te (würde vom nachgestellten Hilfsverb
“tun” stammen, das zu einem Affix geworden ist. z.B. Sie sagte > Sie sagen tat).
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2) Werden als Hilfsverb:


Beispiel: “werden”: -Kopulaverb ich werde krank
-Futurauxiliar ich werde arbeiten
-Passivauxiliar ich werde gesehen
-Konjunktivauxiliar wenn ich Zeit hätte, würde ich bleiben
-Modalverb sie wird schon nach Hause gegangen sein
Ursprüngliche Vollverbbedeutung von “werden” = ‘sich wenden, umdrehen’ Þ
Polygrammatikalisierung (die ursprüngliche Bedeutung ist kaum noch abzuleiten).

Beispiele für Grammatikalisierungen in verschiedenen Sprachperioden (Szczepaniak 2009: 7):

Grammatikalisierung Û Normierung

Siehe auch: Krischke, W. (2009) Was heißt hier Deutsch? München: C.H. Beck. 272-274,
„Dank der Grammatikalisierung“.

Die Grammatikalisierung wird auch als eine Lösung kommunikativer Probleme erklärt (vgl.
Szczepaniak 2009: 29-39). Als Beispiel wird dann oft die Entwicklung der sogenannten
rheinischen Verlaufsform genannt (z.B. ‚Ich bin grad’ am Lesen’). Die Grammatik des
Standarddeutschen bietet für das abstrakte Konzept ‚Verlauf eines Verbalgeschehens’ keine
grammatische Form an (etwa im Gegensatz zum Englischen mit dem ‚Progressiv’: I am
reading). Eine Erklärung wäre folgende (Auszug aus Szczepaniak 2009: 29):

„Die Ausgangsstruktur für die rheinische Verlaufsform war am + Substantiv + Verb. Diese
Konstruktion bezeichnete ursprünglich einen Vorgang, der sich entlang eines längeren
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Gegenstands ereignet, z.B. am Fluss spazieren, oder eine Positionierung am längeren
Gegenstand, z.B. am Tisch sitzen. Da die Präposition an nicht nur die räumliche (am Tisch am
Fluss), sondern auch die zeitliche Ausdehnung (am Tag, am Nachmittag, am Abend)
bezeichnete, konnte sie mit einem substantivierten Infinitiv, kombiniert werden, mit dem ein
Vorgang beschrieben wird, z.B. das Lesen – ‚der Vorgang des Lesens’. Mit am konnte betont
werden, dass der Vorgang (des Lesens) länger andauert und in seinem zeitlichen Ablauf
betrachtet wird. Auf diese Weise entstand eine neue Konstruktion am + substantivierter Infinitiv
+ sein, mit der sich die Sprecher auf eine gerade verlaufende Tätigkeit beziehen können, z.B.
‚Sie ist am Lesen’ = ‚Sie liest gerade’. Einen ähnlichen Ursprung hat auch die Verlaufsform im
Niederländischen aan het + substantivierter Infinitiv + zijn, z.B. ‚zij is aan het lezen’. Im
Deutschen befindet sich die Verlaufsform erst am Anfang ihrer Grammatikalisierung, ...“.

Aufgabe (ein weiteres Beispiel für Grammatikalisierung):


Ferraresi, G. (2014) Identitätspartikeln und Intensifikatoren. In: Grammatikalisierung.
Heidelberg: Winter, 64-66.

7.2 Lexikalisierung
Während Grammatik sich nur sehr langsam verändert, reagiert die Lexik relativ schnell auf
Veränderungen der Lebensumstände. Wenn neue Dinge in der Welt bezeichnet werden müssen,
kommen neue Wörter (bzw. Lexeme) hinzu (z.B. Hörbuch, iPhone, googeln, simsen, ...). Unter
synchronischem Aspekt bedeutet Lexikalisierung: die “Aufnahme in den Wortbestand der
Sprache als usuelle Bildung, die im Lexikon gespeichert und bei Gebrauch dort abgerufen wird”
(Bußmann, H. (2002) Lexikon der Sprachwissenschaft. Stuttgart: Kröner; S. 405).
= Aufnahme in ein Standardwörterbuch (im Gegensatz zu Gelegenheitsbildungen).

Lesen Sie: Bittner, A. & Köpcke, K.M. (2008) Sprachwandel – oder Verlotterungsprozesse –
Versuch einer Versachlichung. In: M. Denkler, S. Günthner, W. Imo, J. Macha, D. Meer, B.
Stoltenburg & E. Topalovic (Hrsg.) Frischwärts und unkaputtbar. Sprachverfall oder
Sprachwandel im Deutschen. Münster: Aschendorff, 59-80.
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Fragen zum Text:


1) Wie könnte man die Diskussion über die „Verlotterung der Sprache“ versachlichen?
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2) Was wäre eine neutralere Bezeichnung als „Fehler“?
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3) Welche Probleme gäbe es hauptsächlich nach der „Verlotterungsthese“?
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4) Was wissen wir über Veränderungen in Bezug auf die Morphologie und die Syntax? Nennen
Sie 3 Beispiele.
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5) Erklären Sie die Sprachwandeltypen (Abbildung 1, S. 66).
6) Greift Sprachwandel willkürlich Platz?
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7) Wieso ist der Sprachwandel gerichtet?
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8) Was wären die Aufgaben der Schule?
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Exkurs: Bastian Sick: „Neue Wörter braucht das Land“,
[Link]
Siehe auch: OWID: Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch des Instituts für deutsche
Sprache, Mannheim (D); Schlagen Sie mal nach: Rollator, Protektor, abspacen, Klammeraffe,
Stinkefinger, Poolnudel, Sektdusche, herumzappen, [Link]
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8 Medium (Sprechen und schreiben)


In der gesprochenen Sprache wird in kürzeren Sätzen gesprochen. Man verzichtet so
weit wie möglich auf den Nominalstil: weniger nominalisierte Verben, weniger Nomen-Verb-
Verbindungen (Funktionsverbgefüge; z.B. Das Fälschen steht unter Strafe -- Das Fälschen ist
verboten.) Typisch für die gesprochene Sprache ist ein Verbalstil. In der gesprochenen Sprache
kommen auch weniger Nebensätze vor (Ausnahmen = Relativsätze). Stattdessen erscheinen die
Aussagen in kurzen Hauptsätzen (= Parataxe ¬® Hypotaxe). In der gesprochenen Sprache
werden Sätze oft abgebrochen und es gibt mehr (direkte und indirekte) Wiederholungen als in
der geschriebenen Sprache. Beim Sprechen werden bestimmte Buchstabenkombinationen
geglättet und verkürzt. Ab- bzw. Verschleifungen machen die Sprache flüssiger. So werden
unbetonte Artikelwörter mit vorangehenden Wörtern, vor allem Präpositionen, verschmolzen.
Bei einigen Präpositionen kann man diese Verbindungen auch schreiben (im, ins, am, ans) =
Klitisierung. Während man in der gesprochenen Sprache Formen wie etwa ‘mitm’ (mit dem),
‘fürn’ (für den), fürne (für eine), ‘innen’ (in einen) oder ‘annen’ (an einen, an den) aber auch
‘hatse’ (hat sie), ‘gehnse’ (gehen sie), ‘isse’ (ist sie), ‘hats’ (hat es), usw. hört, werden in der
geschriebenen Sprache die Vollformen verwendet.
Im Bereich der Syntax gibt es in der gesprochenen Sprache die Links- bzw. die
Rechtsversetzung (z.B. Die Leute, die sind völlig verrückt. Die hätte von mir sein können, die
Idee). Typisch für die geschriebene Sprache sind Sätze im Passiv. In der gesprochenen Sprache
kommen dann wieder eher analytische Verbformen (Perfekt, [Link] mit ‘würde’) vor (¬®
synthetische Verbformen, z.B. Präteritum).
Im Bereich der Lexik wie die gesprochene Sprache durch ein umgangssprachliches
Lexikon gekennzeichnet (vgl. die Stilebenen). Auch typisch ist der Gebrauch der Idiomatik (=
mit impliziten Bedeutungen). Die Schriftsprache soll expliziter sein. Was die Wortarten angeht,
kommen Partikeln vor allem und Interjektionen nur in der gesprochenen Sprache vor. Neben
einer Vielzahl völlig eindeutiger Fälle gibt es auch hier eine ganze Reihe zweifelhafter Fälle
dessen, was ‘normgerecht’ ist und was nicht. Oft handelt es sich um Tendenzen in der
Umgangssprache, die entweder mal grammatikalisiert bzw. lexikalisiert werden oder wieder
verschwinden.
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Lesen Sie: Fiehler, R. (2008) Gesprochene Sprache – chaotisch und regellos? In: M. Denkler, S.
Günthner, W. Imo, J. Macha, D. Meer, B. Stoltenburg & E. Topalovic (Hrsg.) Frischwärts und
unkaputtbar. Sprachverfall oder Sprachwandel im Deutschen. Münster: Aschendorff, 81-101.

Fragen zum Text:


1) Nennen Sie die 5 Handicaps der gesprochenen Sprache.
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2) Wie unterschiedlich sind die geschriebene und gesprochene Sprache? Nennen Sie die 2
Positionen.
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3) Nennen Sie (die) 2 Ebenen zur Erforschung der wichtigsten Unterschiede zwischen der
geschriebenen und der gesprochenen Sprache. Erklären Sie kurz anhand von einem Beispiel.
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9 Die Rechtschreibung.
(Vgl. Kessel, K. & Reimann, S. (2005) Basiswissen Deutsche Gegenwartssprache.
Tübingen/Basel: A. Francke Verlag.
Nübling, D., Dammel, A., Duke, J. & Szczepaniak, R. (2006) Historische Sprachwissenschaft des
Deutschen. Tübingen: Gunter Narr Verlag)

Orthographie bezeichnet eine normierte Schreibung, die Rechtschreibung. Da für das Deutsche
erst seit 1902 eine solche Normierung gilt, kann auch erst ab dann von einer Orthographie
gesprochen werden (Nübling et al. 2006: 169). Im Deutschen ist es (im Gegensatz zum
Englischen) fast immer möglich, ein graphisches Wort auch dann richtig auszusprechen, wenn
man es nicht kennt, d.h. die Graphem1-Phonem-Korrespondenzen sind ziemlich geregelt. Durch
die vielen zusätzlichen Informationen wird der Leser überdies stark bei der Dekodierung, der
Informationsentnahme unterstützt (ebd.: 171-172). In diesem Sinne ist die deutsche Orthographie
ein leserfreundliches System. Was die direkte Informationsentnahme angeht, kann das deutsche
System als eins zwischen “flach” und “tief” angesehen werden.

Abb. 12.1: Flache und tiefe Schriftsysteme (ebd.: 172).

flach: tief:
primär phonographisch phonographisch
und semantisch.

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Finnisch Spanisch Schwedisch Deutsch Französisch Englisch

Als sekundäres, konstruiertes System kann die Rechtschreibung aber jederzeit verändert werden
(vgl. Rechtschreibreform) (Kessel & Reimann 2005: 195).

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Ein Graphem ist ein Buchstabe oder eine Buchstabenverbindung, die sich auf ein und dasselbe Phonem bezieht
(Kessel & Reimann 2005: 189).
Norm und Variation (2024-2025) Vrije Universiteit Brussel 37

Prof. Dr. K. Lochtman

*Aufgabe: Lesen Sie Achilles, I. & Pighin, G. (2008) “Vom richtigen Schreiben”. In: Vernäht
und zugeflixt! Von Versprechern, Flüchen, Dialekten & Co. Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich:
Dudenverlag / DgfS; 50-66.

1. Warum könnte nur jemand, der geübt und fit im korrekten Schreiben ist, verdrehte Texte (vgl.
Buchstabensalate) relativ mühelos lesen? (= Psycholinguistik)
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2. Was meint man mit “Das Beherrschen der Rechtschreibung gehört zum guten Ton” (S. 51-53)?
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3. Nennen Sie zwei Vorteile der geschriebenen Sprache (im Gegensatz zur gesprochenen Sprache)
1) ………………………………………………………………………………………..
2) ………………………………………………………………………………………..

4. Nennen Sie die 6 Besonderheiten der deutschen Rechtsschreibung und erklären Sie kurz.
1) ………………………………………………………………………………………..
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2) ………………………………………………………………………………………..
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3) ………………………………………………………………………………………..
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4) ………………………………………………………………………………………..
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5) ………………………………………………………………………………………..
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6) ………………………………………………………………………………………..
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Prof. Dr. K. Lochtman

5. Jetzt entwickelt sich eine ganz andere Art der Schreibkultur. Welche?
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6. Soll man sich um die Sprachkenntnisse der Chatter und Simser Sorgen machen?
Warum/Warum nicht?
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7. Was sind Emoticons?


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8. Warum wird im Netz kaum (durchgängige) Großschreibung benutzt?


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Prof. Dr. K. Lochtman

10 Beispiele für neue Entwicklungen

-Anglizismen / Denglisch

Littger, P. (2022) Englisch als Amtssprache: »Wir können alles außer Deutsch« … und Englisch
– Gastbeitrag, [Link]
gastbeitrag-a-42b62303-e3ac-4420-ab6f-231376174459

-Verbzweitstellung nach subordinierenden Konjunktionen


Freywald, Ulrike (2010): Obwohl vielleicht war es ganz anders. Vorüberlegungen zum Alter der
Verbzweitstellung nach subordinierenden Konjunktionen. In: Ziegler, Arne (Hrsg.): Historische
Textgrammatik und Historische Syntax des Deutschen. Berlin, New York: de Gruyter, 55-84.

-die Verlaufsform
Sick, B. (2005) “Wie die Sprache am Rhein am Verlaufen ist”. In: Der Dativ ist dem Genitiv sein
Tod. Folge 2. Köln/Hamburg: KIWI-Spiegel ONLINE, 183-186.
-der Dativ ist dem Genitiv sein Tod

-Präteritumschwund & Doppelperfekt


Sick, B. (2004) “Das Ultra-Perfekt”. In: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Köln/Hamburg:
KIWI-Spiegel ONLINE, 179-182.

-Verschwinden von synthetischen Konjunktivformen


Lotze, S. & Gallmann, P. (2009) Norm und Variation beim Konjunktiv II. In, Konopka,
Marek/Strecker, Bruno (Hrsg.): Deutsche Grammatik- Regeln, Normen, Sprachgebrauch, Berlin,
New York: de Gruyter: 222-239 (Institut für Deutsche Sprache. Jahrbuch 2008),
[Link]

-Verschwinden des Genitivs


Konopka, M. (2015) Sich der guten Zeiten und sich an die guten Zeiten erinnern oder vielleicht
auch die guten Zeiten erinnern? Die [Link]: Domínguez Vázquez, Maria José und
Ludwig M. Eichinger (Hg.): Valenz im Fokus: grammatische und lexikografische Studien;
Festschrift für Jacqueline Kubczak. Mannheim: Institut für Deutsche Sprache, 2015, S. 139-157
Norm und Variation (2024-2025) Vrije Universiteit Brussel 40

Prof. Dr. K. Lochtman

Bibliographie
Achilles & Pighin (2008) Vernäht und zugeflixt! Von Versprechern, Flüchen, Dialekten & Co.
Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich: Dudenverlag / DgfS.
Bittner, A. & Köpcke, K.M. (2008) Sprachwandel – oder Verlotterungsprozesse – Versuch einer
Versachlichung. In: M. Denkler, S. Günthner, W. Imo, J. Macha, D. Meer, B. Stoltenburg &
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Bußmann, H. (2002) Lexikon der Sprachwissenschaft. Stuttgart: Alfred Kröner Verlag.
Duden-Grammatik (1995), Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich: Dudenverlag.
Ferraresi, G. (2014) Identitätspartikeln und Intensifikatoren. In: Grammatikalisierung.
Heidelberg: Winter, 64-66.
Fiehler, R. (2008) Gesprochene Sprache – chaotisch und regellos? In: M. Denkler, S. Günthner,
W. Imo, J. Macha, D. Meer, B. Stoltenburg & E. Topalovic (Hrsg.) Frischwärts und
unkaputtbar. Sprachverfall oder Sprachwandel im Deutschen. Münster: Aschendorff, 81-101.
Kessel, K. & Reimann, S. (2005) Basiswissen Deutsche Gegenwartssprache. Tübingen/Basel: A.
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zentrale Begriffe verstehen lernen. In: K.M. Köpcke & A. Ziegler (Hrsg.) Grammatik -
Lehren, Lernen, Verstehen. Zugänge zur Grammatik des Gegenwartsdeutschen.
Berlin/Boston: De Gruyter, 287-304.
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Internetadressen:
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