Kandidatenblätter: Goethe-Zertifikat Lesen
Behandelte Themen
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MODELLSATZ KANDIDATENBLÄTTER
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GOETHE-ZERTIFIKAT B2 LESEN 2014 - Juli
MODELLSATZ KANDIDATENBLÄTTER
Das wachsende ökologische Bewusstsein hat in Deutschland zur Gründung der verschiedensten Natur- und
Umweltschutzvereine geführt. Interessierte Bürger finden Zugang zu solchen Organisationen, sei es, um sich beraten
zu lassen oder weil sie dort aktiv werden möchten. Was glauben Sie, für welche der acht Organisationen (A–H) würden
sich die einzelnen Personen (1–5) interessieren? Es gibt jeweils nur eine richtige Lösung.
Es ist möglich, dass es nicht für jede Person ein passendes Angebot gibt. Markieren Sie in diesem Fall auf dem
Antwortbogen „negativ". Übertragen Sie die Ergebnisse auf den Antwortbogen (1–5).
Welche der acht Organisationen wäre wohl interessant für jede der folgenden Personen?
1 Damian U., der gerne auch ältere Hunde oder Katzen auf seinem Bauernhof aufnehmen möchte.
2 Anna B., die sich über die Vorteile und Nutzungsmöglichkeiten von Windenergie erkundigen möchte.
3 Christian W., Bio-Bauer, der Hilfe bei der Vermarktung seiner Produkte braucht.
4 Konrad B., der in der Nähe des Frankfurter Flughafens wohnt und etwas gegen Fluglärm
unternehmen möchte.
5 Sonja T., die aktiv gegen die zunehmende Verschmutzung eines Sees in der Nähe ihres
Wochenendhauses vorgehen will.
B Anti-Atom-Plenum Berlin
Zuerst einmal sind die Mitglieder des Plenums der Meinung, dass die sogenannten Konsensgespräche
alles andere als einen wirklichen Ausstieg aus der Atomtechnologie zum Ziel haben. Darum sind sie
immer wieder um neue Strategien und Wege für die Anti-Atom-Bewegung und gegen die Atomindustrie
bemüht. Sie sind aber als „offenes“ Plenum auch gegen andere Groß-Technologien, gegen Patriarchat,
Faschismus und Krieg.
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D UMKEHR e.V.
Der Verein bemüht sich um einen menschen- und umweltgerechten Verkehr. Dies bedeutet: Vorrang für
Fußgänger, Radfahrer und Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel, Reduzierung des Auto- und Flugverkehrs,
verkehrsberuhigende Maßnahmen und umfassende Bürgerbeteiligung an Verkehrsplanungen. Alle zwei
Jahre veranstaltet der Verein den „Bundesweiten Umwelt- und Verkehrskongress“, der Inhaltsvermitt-
lung, Diskussion, Aktion und Kultur miteinander verbindet.
G Leisere Luftkorridore
Der Krach bei Starts und Landungen wird häufig unterschätzt, weil die gesundheitlichen Folgen meistens erst
nach vielen Jahren erkennbar werden. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig das Mögliche zu tun und alle direkt
oder indirekt Betroffenen gut zu informieren. Zweck des Vereins ist der Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm
und anderen nachhaltigen Auswirkungen des Luftverkehrs sowie der Schutz der Landschaft in der Umgebung
von Flughäfen.
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Beispiel:
6 Über die Besatzung der Station Neumayer III a sie sich aus Menschen mit verschiedenen Berufen
schreibt der Artikel, dass zusammensetzt.
b sie es den Winter über auf engem Raum miteinander
aushalten muss.
c das Forscherteam ohne eine hierarchische Struktur
auskommt.
8 Wer auf der Neumayer III arbeiten will, muss a gesund und durchtrainiert sein.
b spezielle Fachkenntnisse besitzen.
c frei von nationalen Vorurteilen sein.
10 Das Wesentliche ihrer Aufgabe sehen a künftige Veränderungen zum Beispiel des Klimas
die Forscher darin, vorherzusagen.
b ermittelte Daten für kommende Generationen
aufzuarbeiten.
c viele Daten über unterschiedliche Natur-Phänomene zu
sammeln.
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D
ie Antarktisstation Neumayer III steht rund len weder Geschlecht noch Nationalität eine
2000 Kilometer vom Südpol entfernt auf Rolle, wesentlich sind allein die Qualifikation
einer 200 Meter dicken Eisschicht. Hier, für die jeweilige Aufgabe und psychische Stabi-
kurz am 71. Grad südlicher Breite, sind die Som- lität. Bevor sich die Wissenschaftler, Techniker,
mer kurz und Versorgungsschiffe können den im Koch und Arzt auf die Fahrt zur Station bege-
Sommer 2009 eröffneten Forschungsstützpunkt ben, müssen sie ein umfangreiches Trainings-
nur vier Monate im Jahr anfahren. Zu anderen programm durchlaufen und ein Umweltschutz-
Zeiten ist die Eisfläche über dem arktischen Meer seminar besuchen. Gleiches gilt auch für die
geschlossen und Stürme fegen über das Eis. Forscher, die nur zeitweise die Station aufsu-
chen. In den Sommermonaten, das heißt von
Während der 8 Monate dauernden Überwinte- Mitte November bis Mitte März, kann auf der
rungssaison arbeiten in der Regel neun Forsche- Station und um sie herum nämlich einiges los
rinnen und Forscher auf der Station, maximal für sein. Dann arbeiten hier bis zu 50 Menschen.
11 Personen ist bei einem längeren Aufenthalt Die Station ist in dieser Zeit logistisches Zen-
Platz vorhanden. Das Forschungsteam besteht trum. Menschen, die in einem Umkreis von 500
aus vier Wissenschaftlern mit den Schwerpunk- Kilometern ihren Forschungsaufgaben nach-
ten Meteorologie, Geophysik und Luftchemie so- gehen, können von Neumayer III aus betreut
wie drei Ingenieuren für den Maschinen-, Elektro- werden. Die Station hält spezielle Fahrzeuge,
und IT-Bereich. Außerdem gibt es einen Koch und arktistaugliche Zelte und Proviantpakete für län-
einen Arzt. Letzterer ist zugleich der Stations- gere Expeditionen bereit.
leiter.
Zentrale Aufgabe der Station sind Langzeitun-
Im Grunde kann die Situation der Menschen in tersuchungen. Die Forscher sprechen von einer
der Forschungsstation mit der in einer Wohn- Aufgabe für viele Generationen. Es werden die
gemeinschaft verglichen werden. Allerdings mit Untersuchungsergebnisse zwar regelmäßig aus-
einem Unterschied: Im Gegensatz zu einer nor- gewertet, dennoch sind sich die Wissenschaftler
malen Wohngemeinschaft haben die Bewohner ei- darüber im Klaren, dass aus den gewonnenen
nander nicht selbst ausgesucht. Dass trotzdem Daten vielleicht erst in 100 Jahren die richti-
ein harmonisches Klima herrscht, liegt daran, gen Schlüsse gezogen werden können. Jetzt geht
dass alle Besatzungsmitglieder eine ähnliche es in erster Linie darum, umfassende Informa-
Interessenslage und eine gemeinschaftliche Auf- tionen über die Entwicklung der Erdatmosphäre
gabe haben. und das Klima sowie über die Plattentektonik
zusammenzutragen.
Über den Einsatz in der Antarktis entscheidet ei-
ne Expertenkommission. Bei der Auswahl spie-
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Beispiel:
12 die Aussichten von Frauen (mit guter Bildung), Mutterschaft und Karriere
unter einen Hut zu bringen?
15 die staatliche finanzielle Unterstützung der Familien als Anreiz, (mehr) Kinder
zu bekommen?
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Inzwischen haben auch etliche Männer die Erfahrung gemacht, dass sie es
schaffen, für ihre Kinder nicht nur materiell zu sorgen. Sie übernehmen all-
tägliche Familienaufgaben – ohne Hilfe von anderen Männern. Sie kochen,
putzen, und sie hüten ihr Kind, auch wenn es krank ist, und sie trösten es, wenn
es nachts schreit. Allerdings wenden Frauen noch immer bedeutend mehr Zeit
auf für die Familienarbeit als die Männer. Dies lässt sich unter anderem daran
ablesen, dass sie häufiger in Teilzeit arbeiten als Männer.
Die schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird als einer der wichtigs-
ten Gründe angesehen, dass sich immer weniger (vor allem gut gebildete)
Frauen für Kinder entscheiden. Familienergänzende Betreuungsmöglichkeiten
seien nur in ungenügender Zahl vorhanden, wird gesagt. Doch ist es der fehlen-
de Hortplatz, der eine Frau (oder ein Paar) dazu veranlasst, auf ein Kind (oder
gar mehrere Kinder) zu verzichten? Kaum. Wer sich von Herzen ein Kind
wünscht, den werden schlechte Infrastrukturen nicht davon abhalten, eine
Familie zu gründen.
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Sie erhalten den folgenden Text. Leider ist der rechte Rand unleserlich.
Rekonstruieren Sie den Text, indem Sie jeweils das fehlende Wort an den Rand schreiben.
Übertragen Sie die Ergebnisse auf den Antwortbogen (16–25).
Bewertet werden nur grammatisch richtige Antworten. Bitte geben Sie nur ein Wort an.
Im Restaurant bestellt SIE einen Salat mit Putenstreifen, ER bevorzugt ein Steak mit 01
Bratkartoffeln. Sie trifft sich mit ihrer Freundin im indischen Restaurant, er mag 02
es deftig und rustikal. In kaum einem Bereich des alltäglichen Lebens gehen 16
Verhalten und die Gewohnheiten von Mann und Frau so weit auseinander wie 17
Salat und Gemüse. Das ist kein Vorurteil: Untersuchungen der Gesellschaft 20
Fleisch und Milchprodukte, Frauen reagieren eher als Männer auf neue Erkenntnisse 25
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ÜBUNGSSATZ 03 KANDIDATENBLÄTTER
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ÜBUNGSSATZ 03 KANDIDATENBLÄTTER
In Ihrem Bekanntenkreis gibt es einige Leute, die gern einmal ins Theater gehen und deshalb immer auf der Suche nach
interessanten Aufführungen sind. Beim Studium einiger Theaterprogramme sind Ihnen ein paar Stücke aufgefallen.
Welches der acht Theaterstücke (A–H) kommt für welchen Bekannten infrage? Es gibt jeweils nur eine richtige Lösung.
Es ist möglich, dass es nicht für jede Person ein passendes Angebot gibt. Markieren Sie in diesem Fall auf dem
Antwortbogen „negativ". Übertragen Sie die Ergebnisse auf den Antwortbogen (1–5).
1 eine Bekannte, die eine Vorliebe für Kriminalromane und schwarzen Humor hat.
3 eine Freundin, die es wichtig findet, politische Themen auf die Bühne zu bringen.
5 eine Bekannte, die sich mit den Zwängen der modernen Lebensart kritisch auseinandersetzen möchte.
02 eine Freundin, für die der Kampf zwischen Mann und Frau immer Lösung: „negativ“
wieder interessant ist.
A Die Welle
Im Geschichtsunterricht geht es um den Nationalsozialismus. Die Schüler stellen die Frage, wieso Deutsche,
die keine Anhänger der Nationalsozialisten waren, nichts gegen die Unterdrückung und die Verbrechen unter-
nahmen. Der Lehrer weiß keine Antwort. Er beschließt, die Klasse durch ein Experiment die Disziplinierung
in einer Gemeinschaft erleben zu lassen. Wie werden sie sich verhalten? Das Stück zeigt, wie manipulierbar
der Mensch ist.
B norway.today
Zwei junge Menschen, die sich persönlich nicht kennen und eigentlich keinen Grund zum Sterben haben,
verabreden sich im Internet zum gemeinsamen Sprung in den Tod von einem Felsen in Norwegen.
Schrecklich? Ja, und dennoch ein leichtes, fast fröhliches Stück. Ein Stück über Sinn und Unsinn des
Lebens, eine Selbstmordstory, die Lebensmut vermittelt, ein Egotrip, der zum anderen führt.
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C Außer Kontrolle
Ein verheirateter Minister trifft sich heimlich mit der verheirateten Sekretärin des Oppositionsführers. Als sie
während ihres kleinen Liebesabenteuers eine Leiche entdecken, soll alles diskret geregelt werden – man will
ja kein Aufsehen und ist erfinderisch. Doch ungebetene Gäste und die überraschende Identität des Toten
treiben die beiden in ein immer verrückteres Netz von Lügen und bald ist die Aufdeckung ihrer Affäre nur die
kleinste Gefahr für sie.
D VerDünnisiert
Ein Einpersonenstück basierend auf den Tagebüchern einer essgestörten jungen Frau. Es geht der Frage
nach, warum sich ein Mensch systematisch kaputt macht. Es zeigt den zerstörerischen Druck einer auf
Schönheit und Perfektion ausgerichteten Gesellschaft. Magersucht ist eine Krankheit, die jedoch eng
verbunden ist mit dem, was heute kritiklos auch von den sogenannten Gesunden übernommen wird.
Jeder könnte ein Teil von sich selber im Stück entdecken.
E Toujours la Piaf
Edith Piaf – die großartige, unvergessene französische Sängerin. Dieses Theaterstück ist eine Liebes-
erklärung an ihre Musik und ihren Charme. „Toujours la Piaf“ erzählt von dem vollen, verschwenderischen
Leben einer Frau, die von der Straßensängerin zum gefeierten Star aufstieg; von ihrer Freude und ihrem
Leid, die beide in ihren Liedern lebendig sind. Dieses mal komische, mal traurige Kammerspiel bietet eine
ausgewogene Mischung aus Chanson- und Theaterabend.
G Der Besuch
Eigentlich ist alles klar mit dem attraktiven Job, nur noch die Einladung zum Abendessen für den neuen
Chef muss reibungslos über die Bühne gehen. Doch was isst der? Oder seine Frau? Was zieht man an?
Passt die Wohnung? Der Nachbar und Werbefachmann weiß Rat, nimmt die Dinge ruckzuck in die Hände –
und schafft das komplette Chaos. Ein vergnüglicher Abend über die Tücken des Alltags.
H Du und ich
Wer sagt denn, dass sich nur die ganz Jungen bis über beide Ohren verlieben können? Das passiert auch,
wenn der 40. Geburtstag schon eine Weile zurückliegt. Die Älteren brauchen vielleicht ein bisschen
länger, um zu erkennen, dass sie füreinander geschaffen sind, doch dann steht ihrem Glück dank Reife
und Erfahrung nichts mehr im Wege. Ein zartes Zwei-Personen-Stück voll Weisheit und leisem Humor.
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Beispiel:
6 Ziel der „Global Crop Diversity“-Stiftung ist es, a die Ernährungsprobleme der Welt zu lösen.
b die Fülle der Kulturpflanzen zu bewahren.
c für eine saubere Umwelt zu sorgen.
8 Durch den Einsatz weniger Sorten in der a besteht die Gefahr großflächiger Ernteausfälle.
Landwirtschaft b gleichen sich weltweit die Ernährungsgewohnheiten an.
c kommt es zu höheren Ernteerträgen als früher.
9 Was spricht nach Meinung des IPK für die a Alle Sorten sind Teil des menschlichen Kulturerbes.
Bewahrung der Sortenvielfalt? b Jede Sorte kann für die Zukunft von Bedeutung sein.
c Sie macht unabhängig von internationalen Saatgut-
konzernen.
10 Das Pflanzensammellager auf Spitzbergen a enthält Kopien der Samen aus nationalen
Gendatenbanken.
b enthält nur einen Bruchteil der weltweit
vorhandenen Samen.
c tritt an die Stelle der einzelnen nationalen
Gendatenbanken.
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GOETHE-ZERTIFIKAT B2 LESEN 2012 - Januar
ÜBUNGSSATZ 03 KANDIDATENBLÄTTER
Eisige Schatzkammer
N
ahe der Arktis, auf Spitzbergen, wurde zu wollen, ist die Tatsache, dass in der moder-
auf den Resten eines ehemaligen Berg- nen Landwirtschaft immer weniger Sorten an-
werks ein tief in Eis und Fels reichendes gebaut werden, meist nur pflegeleichte, von der
Tunnelsystem angelegt, das von Wachpersonal, Chemieindustrie propagierte. Diese fehlende
Bewegungsmeldern und Videokameras vor Ein- Vielfalt bringt nicht nur Langeweile auf den Tel-
dringlingen geschützt wird. Der Einstieg in die- ler des Verbrauchers, sie könnte auch verhee-
ses unterirdische Reich liegt 130 Meter über dem rende Folgen haben, wenn beispielsweise eine oft
Meer, sodass kein Hochwasser eindringen kann. verwendete Getreidesorte von einer Pflanzen-
Der Schatz, der hier gehütet wird, ist einzigartig. krankheit befallen würde und dies die Vernich-
Es handelt sich nämlich um nichts anderes als tung kompletter Ernten, Hungersnot und Preis-
schlichte Pflanzensamen wie die für Weizen, explosion nach sich zöge.
Mais, Reis oder Bohnen, für deren Frischhaltung Die nach Spitzbergen transportierten Samen
die permanente arktische Kälte bestens geeignet kommen aus 1400 Gendatenbanken weltweit.
ist. In Auftrag gegeben wurde diese Baumaß- Im deutschen Leibniz-Institut für Pflanzengene-
nahme von der „Global Crop Diversity“-Stiftung, tik und Kulturpflanzenforschung (IKP), das bis-
die es sich zur Aufgabe macht, die Artenvielfalt her mehr als 10.000 Samenmuster ins Eis schick-
zu erhalten. „Zusammen mit der Luft, die wir te, werden 150.000 Sorten von Kulturpflanzen
atmen, und dem Wasser, das wir trinken, sind und verwandten Wildarten aufbewahrt und da-
Nutzpflanzen die wichtigste Ressource fürs Über- mit vor dem Aussterben gerettet. Das IPK weist
leben der Menschheit“, so lautet das Motto der darauf hin, dass jede Sorte eine einzigartige Gen-
Stiftung und entsprechend sieht das Projekt aus: kombination aufweist, durch die sie, anders als
In drei Betonkammern sollen Pflanzensamen je- die multinationalen Hersteller der Agrochemie be-
de nur denkbare Katastrophe wie Krieg, Klima- haupten, an einzelne Gebiete oder bestimmte
wandel oder Pflanzenseuchen überstehen. Zur Boden- und Wetterbedingungen perfekt ange-
Einweihung im Februar 2008 kam Saatgut aus passt ist. Auch alte Sorten, die schon lange nicht
104 Ländern. Es wird eingeschweißt, in Kunst- mehr angepflanzt werden, können wichtige Ei-
stoffboxen gestapelt und trotz der im Fels herr- genschaften besitzen, mit denen auf künftige
schenden Temperatur von minus 3,5 Grad auf Entwicklungen, etwa denen des Klimas, reagiert
minus 18 Grad gekühlt, da dieser Kältegrad für werden kann. Für Spitzbergen werden Dupli-
die Haltbarkeit der Samen optimal ist. Allerdings kate des deutschen Bestandes angefertigt, denn
würde selbst ein Stromausfall, mit dem unge- der eisige Tresor soll generell das nationale Lager
achtet der ausgeklügelten Notfallsysteme ge- nicht ersetzen. Die Lagerung der Muster in der
rechnet werden muss, den Samen nicht scha- Arktis verdoppelt lediglich den Schutz der wert-
den, zumindest dann nicht, wenn er nicht meh- vollen Pflanzensamen. Wie wichtig das ist, zei-
rere Wochen dauerte. Geplant ist die Lagerung gen der Irak und Afghanistan, wo der Krieg die
von insgesamt 4,5 Millionen Pflanzenproben. Saatgutbanken zerstörte, oder die Philippinen,
Der Grund dafür, in diesem Tiefkühltresor eine wo ein Taifun fast alle Proben vernichtete.
solche Menge von Pflanzensamen verwahren
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GOETHE-ZERTIFIKAT B2 LESEN 2012 - Januar
ÜBUNGSSATZ 03 KANDIDATENBLÄTTER
Beispiel:
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GOETHE-ZERTIFIKAT B2 LESEN 2012 - Januar
ÜBUNGSSATZ 03 KANDIDATENBLÄTTER
Sie erhalten den folgenden Text. Leider ist der rechte Rand unleserlich.
Rekonstruieren Sie den Text, indem Sie jeweils das fehlende Wort an den Rand schreiben.
Übertragen Sie die Ergebnisse auf den Antwortbogen (16–25).
Bewertet werden nur grammatisch richtige Antworten. Bitte geben Sie nur ein Wort an.
Tauschbörsen
kämpfen haben, stößt die Institution der Tauschbörsen bei immer mehr 02
sich dort eintragen und geben an, auf welchem Gebiet sie fachlich
kann sich ein anderes Mitglied der Börse an ihn wenden und ihn um
ihm Folgendes klar ist: Es ist kein Modell „Kunde und Dienstleister“.
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GOETHE-ZERTIFIKAT B2
Übungssatz 01 2010 - April
Kandidatenblätter
Leseverstehen
80 Minuten
In Ihrem Bekanntenkreis gibt es etliche Personen, die sich beruflich neu orientieren möchten oder sich für den Be-
ruf und die Karriere fortbilden wollen. Suchen Sie unter den acht angebotenen Veranstaltungen und Seminaren
(A–H) die für diese Bekannten passenden aus. Es gibt jeweils nur eine richtige Lösung.
Es ist möglich, dass es nicht für jede Person ein passendes Angebot gibt. Markieren Sie in diesem Fall auf dem
Antwortbogen „negativ". Übertragen Sie die Ergebnisse auf den Antwortbogen (1–5).
1 eine Bekannte, die ihren Arbeitstag und die Arbeitsabläufe besser in den Griff bekommen möchte.
2 einen Bekannten, der unter häufigen Auseinandersetzungen mit seinen Kollegen leidet.
4 eine Bekannte, die sich demnächst um die Weiterbildung in ihrer Firma kümmern soll.
5 einen Bekannten, der seit Kurzem eine Abteilung mit zwanzig Mitarbeitern leitet.
02 Eva-Maria Bell, die eine begeisterte Besucherin von deutschen Lösung: „negativ“
Großstädten ist.
Starter-Treffpunkt
A Seit zehn Jahren organisiert unsere Existenzgründungsinitiative verschiedene Informations-
veranstaltungen rund um das Thema Existenzgründung – unter anderem auch die Veranstaltungs-
reihe „Starter-Treffpunkt“, die sich jetzt in einer leicht veränderten Form präsentiert: Eine wech-
selnde Expertenrunde beleuchtet pro Termin einen für Gründer wichtigen Bereich von verschiede-
nen Seiten. In der nächsten Talkrunde geht es um den Erfolg am Markt und gekonntes Marketing.
Beschwerde-Management
B Beschwerden werden oft als lästig oder als persönlicher Vorwurf wahrgenommen und viele
reagieren emotional und betroffen darauf. Dabei sind Beschwerden eine Möglichkeit, Schwach-
stellen im Dienstleistungsangebot zu erkennen und abzubauen. Auch werden Kunden, die mit
ihren Anliegen und Problemen ernst genommen werden, dem Unternehmen weiter verbunden
bleiben. Ausgehend von Alltagssituationen der Teilnehmenden werden Strategien des kunden-
orientierten Umgangs mit Beschwerden erprobt.
Büroorganisation
C Ein geordneter, übersichtlicher Arbeitsplatz, der ein effektives Arbeiten garantiert, ist das Ideal. Doch
irgendwie klappt das nie so recht. Entweder funktioniert Ihr Ordnungs- und Ablagesystem nicht oder
Sie stellen fest, dass Sie Prioritäten falsch gesetzt haben. In dem Seminar wollen wir untersuchen,
was zwischen Ihnen und der Ordnung steht, welche Arten der Ordnung sich bewährt haben und wie
Ihnen realistische Tages- und Wochenpläne Struktur und Sicherheit bringen.
Öffentlichkeitsarbeit
F Gerade kleineren und mittelständischen Unternehmen fällt es oft schwer, eine gezielte und
erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. In dem Workshop geht es in der Hauptsache um die
Zusammenarbeit mit Journalisten, deren Berichterstattung ein wichtiger Faktor der Imagebildung
eines Unternehmens ist. Wir wollen klären, wie zum gegenseitigen Nutzen die Medien angespro-
chen werden können, die immer auf der Suche nach interessanten Themen sind.
Aufwärts – Abwärts
H Erfolg ist planbar – so heißt es in der gängigen Karriereberatungsliteratur. Was aber, wenn das
wirkliche Leben dem Aufstieg Hindernisse in den Weg stellt? Wenn statt des Aufstiegs die Kündi-
gung kommt? Wenn man auf der Stelle tritt? Der Workshop will klar machen, dass im Leben
nicht alles gradlinig verläuft, dass das Auf und Ab zum Leben gehört. Am Beispiel von letztlich
erfolgreichen Lebensläufen soll Mut gemacht werden, schwierige Situationen mit Gelassenheit
durchzustehen und bei passender Gelegenheit seine Chance zu ergreifen.
Beispiel:
Blindenhunde gibt es nicht so häufig, da a ein Hund nicht überall gern gesehen wird.
6 b man viel Zeit für sie übrig haben muss.
c vielen Blinden das Vertrauen zu ihnen fehlt.
Ob ein Tier zum Blindenhund geeignet ist, zeigt sich a bei der Prüfung seiner Charaktereigenschaften.
7 b bereits in seinen ersten Lebensmonaten.
c während seiner Zeit in der Pflegefamilie.
Die Kosten für den Blindenhund a trägt in der Hauptsache die Krankenkasse.
9 b trägt in der Regel der Blinde.
c tragen Blindenverband und Krankenkasse
gemeinsam.
Ein fortgesetztes Training mit dem Hund ist nötig, da a er sonst das Gelernte schnell wieder vergisst.
10 b er sonst die Freude an seiner Aufgabe verliert.
c sich seine Umgebung ständig verändert.
Auf die eigene Gesundheit und Fitness zu ach- Kalorien, Fett, Zucker, gesättigten Fettsäuren und Salz
ten, scheint ein gesellschaftliches Muss zu sein. geben, bezogen auf eine Portion oder 100 Gramm.
Die Gesundheits- und Wellnessbranche boomt. Zudem soll, in Prozent ausgedrückt, ein Bezug zu der
Doch werden die Deutschen wirklich immer ge- jeweils empfohlenen Tageszufuhr hergestellt werden.
sünder? Bei so einer Kennzeichnung müsste man mit dem
Zahlen sprechen dagegen: Übergewicht und die da- Taschenrechner zum Einkaufen gehen! Statt den
mit verbundenen Folgen wie Diabetes und Gelenk- Verbrauchern die Möglichkeit zu geben, rasch zu ent-
erkrankungen nehmen zu. Auch schon bei Kindern scheiden, ob dieses oder jenes Produkt in den Ein-
zeigen Untersuchungen erschreckende Ergebnisse. kaufswagen wandert, werden sie mit einer Masse
Die Ursachen für diese Entwicklung sind bekannt: von Informationen überflutet. Ich befürchte, ein
mangelnde Bewegung und falsche, vor allem zu fet- gegenteiliger Effekt tritt ein – die zu detaillierte Kenn-
te und zuckerhaltige Ernährung. zeichnung wird gar nicht beachtet. Sinnvoller scheint
Da ist es nur zu befürworten, dass Politiker und Ver- es mir, es unseren Nachbarn in Großbritannien nach-
braucherschützer auf eine bessere Nährwertkenn- zumachen. Dort wird teilweise schon eine Art
zeichnung von Lebensmitteln drängen. Denn wer Ampelsystem verwendet. Durch die Farben Grün,
weiß schon, dass in einem Liter eines bestimmten Gelb und Rot wird angezeigt, ob ein Lebensmittel
Kindermilchgetränks 44 Stück Würfelzucker stecken? geringe, mittlere oder große Mengen an Fett, Salz,
Klare Informationen auf den Lebensmittelverpa- Zucker und so weiter enthält. Das System ist einfach,
ckungen könnten aufklären und den Konsum ge- für jeden verständlich. Genauere Angaben könnten
sundheitsschädlicher Produkte zumindest verrin- ergänzend auf der Verpackung angebracht werden
gern. für die, die mehr wissen wollen. Aber die Ampel
Das Verbraucherministerium hat sich der Sache an- wäre das erste Signal – aufschlussreich und für die
genommen und eine Art Leitlinie vorgestellt. Das meisten Käufer ausreichend.
klingt zunächst gut, doch bei näherem Hinsehen zei- Die Diskussion über das Informationsrecht des Ver-
gen sich gleich zwei kritische Punkte. Erstens: Die brauchers hat hierzulande gerade erst angefangen.
Leitlinie wäre unverbindlich, da kein Hersteller ver- Ich bin guten Mutes, dass im Verlauf der öffentlichen
pflichtet würde, sich an die Vorgaben des Ministe- Auseinandersetzung die Vernunft, das heißt ein schnell
riums zu halten. Ob der Verbraucher informiert wird erfassbares System sich durchsetzen wird. Auch der
oder nicht, wäre also in das Belieben der einzelnen Wettbewerb am Markt wird zeigen, was der Ver-
Unternehmen gestellt. So geht Aufklärung meiner braucher will, und die Produzenten werden sich da-
Meinung nach nicht. Zweitens: Die vom Ministeri- rauf einstellen – und nebenbei auch mehr Waren he-
um vorgeschlagene Nährwertkennzeichnung ist viel rausbringen, die nicht nur so vor Fett und Zucker
zu kompliziert. Es soll Angaben über den Gehalt an strotzen und die die reinsten Kalorienbomben sind.
Sie erhalten den folgenden Text. Leider ist der rechte Rand unleserlich.
Rekonstruieren Sie den Text, indem Sie jeweils das fehlende Wort an den Rand schreiben.
Übertragen Sie die Ergebnisse auf den Antwortbogen (16 –25).
Bewertet werden nur grammatisch richtige Antworten. Bitte geben Sie nur ein Wort an.
Zwischen Frauen und Männern bestehen große Unterschiede. Was wie (01)
ein Allgemeinplatz klingt, wurde in der Medizin bis vor Kurzem so (02)
gut wie nicht beachtet. Es gibt seit Kurzem ein Forschungsgebiet, 16
„Gender-Medizin“ heißt (von englisch: gender = Geschlecht).
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Übungssatz 01 · Prüferblätter
Leseverstehen · Lösungen
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4 ~ ~ GJ 0 [:;:] CD [9] [8 ~ I ~ ITJ 0 14 ~ ITJ
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-- &asamtargabnis Lasavarstahan: - ------' /Z5 Punkte
Aufgaben 1 - 4
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