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Kandidatenblätter: Goethe-Zertifikat Lesen

Das Dokument enthält Informationen über die Prüfungsstruktur des Goethe-Zertifikats B2 im Bereich Lesen, einschließlich der Aufgaben, die die Kandidaten während der Prüfung lösen müssen. Es beschreibt die Anforderungen an die Kandidaten, wie das Lesen von Texten und das Beantworten von Fragen zu verschiedenen Umweltschutzorganisationen sowie zur Antarktisstation Neumayer III. Zusätzlich werden die Aufgaben und deren Dauer detailliert erläutert.

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Behandelte Themen

  • Umweltbildung,
  • Ökologie,
  • Feminismus,
  • Erwachsenenbildung,
  • Lesen,
  • Medien,
  • Theater,
  • Gesundheit,
  • Wissenschaft,
  • Verkehr
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Kandidatenblätter: Goethe-Zertifikat Lesen

Das Dokument enthält Informationen über die Prüfungsstruktur des Goethe-Zertifikats B2 im Bereich Lesen, einschließlich der Aufgaben, die die Kandidaten während der Prüfung lösen müssen. Es beschreibt die Anforderungen an die Kandidaten, wie das Lesen von Texten und das Beantworten von Fragen zu verschiedenen Umweltschutzorganisationen sowie zur Antarktisstation Neumayer III. Zusätzlich werden die Aufgaben und deren Dauer detailliert erläutert.

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GOETHE-ZERTIFIKAT B2 LESEN 2014 - Juli

MODELLSATZ KANDIDATENBLÄTTER

Kandidatenblätter

Lesen
80 Minuten

In diesem Prüfungsteil sollen Sie mehrere


Texte lesen und die dazugehörenden
Aufgaben lösen.
Sie können mit jeder beliebigen Aufgabe
beginnen.

Markieren Sie bitte Ihre Lösungen auf dem


Antwortbogen.

Wenn Sie zuerst auf dieses Aufgabenblatt


schreiben, vergessen Sie bitte nicht, Ihre
Lösungen innerhalb der Prüfungszeit auf
den Antwortbogen zu übertragen.

Bitte schreiben Sie deutlich und


verwenden Sie keinen Bleistift.

Hilfsmittel wie z. B. Wörterbücher oder


Mobiltelefone sind nicht erlaubt.
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Seite 7
GOETHE-ZERTIFIKAT B2 LESEN 2014 - Juli
MODELLSATZ KANDIDATENBLÄTTER

Aufgabe 1 Dauer: 15 Minuten

Das wachsende ökologische Bewusstsein hat in Deutschland zur Gründung der verschiedensten Natur- und
Umweltschutzvereine geführt. Interessierte Bürger finden Zugang zu solchen Organisationen, sei es, um sich beraten
zu lassen oder weil sie dort aktiv werden möchten. Was glauben Sie, für welche der acht Organisationen (A–H) würden
sich die einzelnen Personen (1–5) interessieren? Es gibt jeweils nur eine richtige Lösung.
Es ist möglich, dass es nicht für jede Person ein passendes Angebot gibt. Markieren Sie in diesem Fall auf dem
Antwortbogen „negativ". Übertragen Sie die Ergebnisse auf den Antwortbogen (1–5).

Welche der acht Organisationen wäre wohl interessant für jede der folgenden Personen?

1 Damian U., der gerne auch ältere Hunde oder Katzen auf seinem Bauernhof aufnehmen möchte.

2 Anna B., die sich über die Vorteile und Nutzungsmöglichkeiten von Windenergie erkundigen möchte.

3 Christian W., Bio-Bauer, der Hilfe bei der Vermarktung seiner Produkte braucht.

4 Konrad B., der in der Nähe des Frankfurter Flughafens wohnt und etwas gegen Fluglärm
unternehmen möchte.

5 Sonja T., die aktiv gegen die zunehmende Verschmutzung eines Sees in der Nähe ihres
Wochenendhauses vorgehen will.

Beispiele: Welche Organisation wäre von Interesse für


01 Andreas L., Biologie-Lehrer, Lösung: B
der sich für Möglichkeiten des Ausstiegs aus der Kernkraft interessiert?
02 Sandra K., Lösung: „negativ“
die sich Sorgen macht wegen der Gefahren durch das Ozonloch?

A Info Fluglärm – ein Service des regionalen Dialogforums


Viele Fragen an das Bürgerbüro des RDF drehen sich um Fluglärm.
Mit dem Infoservice www.fluglaerm-frankfurt.de bündelt das RDF die Angebote verschiedener Internetseiten,
die Informationen zum Fluglärm bieten. Der Grund dafür, dass die verschiedenen Informationen auf unter-
schiedlichen Internetseiten zu finden sind, liegt unter anderem in einer klaren Aufgabenteilung: Die Fraport
AG ist zuständig für die Erfassung des Fluglärms und die Deutsche Flugsicherung regelt die Flugrouten.
Der Bürger kann diese Trennung nicht immer nachvollziehen, denn die Flugrouten bestimmen natürlich den
Fluglärm, der am Boden wahrgenommen wird.

B Anti-Atom-Plenum Berlin
Zuerst einmal sind die Mitglieder des Plenums der Meinung, dass die sogenannten Konsensgespräche
alles andere als einen wirklichen Ausstieg aus der Atomtechnologie zum Ziel haben. Darum sind sie
immer wieder um neue Strategien und Wege für die Anti-Atom-Bewegung und gegen die Atomindustrie
bemüht. Sie sind aber als „offenes“ Plenum auch gegen andere Groß-Technologien, gegen Patriarchat,
Faschismus und Krieg.
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GOETHE-ZERTIFIKAT B2 LESEN 2014 - Juli
MODELLSATZ KANDIDATENBLÄTTER

C Vereinigung Deutscher Gewässerschutz (VDG)


Die VDG hat sich zum Ziel gesetzt, auf die vielfältigen Gefahren für das Grund- und Oberflächenwasser
aufmerksam zu machen und daran mitzuwirken, dass das Lebenselement Wasser besser geschützt wird.
Die VDG setzt sich für eine Intensivierung des Gewässerschutzes durch Bund und Länder und für eine
wirksame Abwasserreinigung durch die Industrie, die Städte und Gemeinden ein.

D UMKEHR e.V.
Der Verein bemüht sich um einen menschen- und umweltgerechten Verkehr. Dies bedeutet: Vorrang für
Fußgänger, Radfahrer und Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel, Reduzierung des Auto- und Flugverkehrs,
verkehrsberuhigende Maßnahmen und umfassende Bürgerbeteiligung an Verkehrsplanungen. Alle zwei
Jahre veranstaltet der Verein den „Bundesweiten Umwelt- und Verkehrskongress“, der Inhaltsvermitt-
lung, Diskussion, Aktion und Kultur miteinander verbindet.

E Wasserschutz – Informationsdienst der EU


Viele europäische Gewässer sind nicht besonders sauber. Grund dafür ist vielerorts die Landwirtschaft:
Pflanzenschutzmittel gelangen in den Boden, zusammen mit Nitrat aus Jauche und Kunstdünger werden
sie ins Grundwasser gespült. In Oberbayern haben sich die Stadtwerke München deshalb entschlossen, den
Biolandbau zu fördern. Mit Erfolg: Mehr als hundert Landwirte haben seitdem auf biologische Landwirt-
schaft umgestellt. Sie verzichten auf Pestizide und vermeiden es, den Boden zu überdüngen.

F Deutscher Verband für Landschaftspflege (DVL)


Der DVL hat drei Hauptziele: Er will ein flächendeckendes Netz natürlicher und naturnaher Lebensräume
aufbauen, Impulse für eine nachhaltige Regionalentwicklung und umweltverträgliche Landnutzung
geben und der Landwirtschaft ein verlässliches Zusatzeinkommen im Naturschutz verschaffen und sie
bei der Vermarktung gebietstypischer Produkte unterstützen. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit und
Aktivitäten in der Umweltbildung werden Einsicht und aktive Mitarbeit der Menschen erreicht.

G Leisere Luftkorridore
Der Krach bei Starts und Landungen wird häufig unterschätzt, weil die gesundheitlichen Folgen meistens erst
nach vielen Jahren erkennbar werden. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig das Mögliche zu tun und alle direkt
oder indirekt Betroffenen gut zu informieren. Zweck des Vereins ist der Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm
und anderen nachhaltigen Auswirkungen des Luftverkehrs sowie der Schutz der Landschaft in der Umgebung
von Flughäfen.

H Alles für die Vierbeiner


Der Verein betrachtet es als seine wichtigste Aufgabe, Tieren ein neues, gutes Zuhause zu verschaffen.
Priorität haben dabei die „grauen Schnauzen“, also die Tiere, die es aufgrund ihres Alters schwerer
haben, ein liebevolles, neues Zuhause zu finden. Außerdem ist dieser Tierschutzverein jedem Interes-
sierten bei Fragen oder Problemen rund um Haustiere behilflich bzw. stellt Kontakte zu kompetenten
Gesprächspartnern her.
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GOETHE-ZERTIFIKAT B2 LESEN 2014 - Juli
MODELLSATZ KANDIDATENBLÄTTER

Aufgabe 2 Dauer: 25 Minuten

Lesen Sie den Text auf der gegenüberliegenden Seite.


Entscheiden Sie, welche der Antworten ( a , b oder c ) passt. Es gibt jeweils nur eine richtige Lösung.
Übertragen Sie die Ergebnisse auf den Antwortbogen (6–10).

Beispiel:

(0) Über die Antarktisstation Neumayer III


erfährt man zunächst, dass sie
a im Sommer als Hafen für Südpolforscher dient.
b die meiste Zeit des Jahres von Eis umschlossen ist. Lösung: b
c seit dem Jahr 2009 den Sommer über geöffnet ist.

6 Über die Besatzung der Station Neumayer III a sie sich aus Menschen mit verschiedenen Berufen
schreibt der Artikel, dass zusammensetzt.
b sie es den Winter über auf engem Raum miteinander
aushalten muss.
c das Forscherteam ohne eine hierarchische Struktur
auskommt.

7 Das Besondere an der Wohngemeinschaft auf a es keinen Unterschied zu normalen Wohngemeinschaften


der Neumayer III ist, dass gibt.
b alle Besatzungsmitglieder der Station dasselbe Hobby
haben.
c die Besatzungsmitglieder der Station gemeinsame
Ziele verfolgen.

8 Wer auf der Neumayer III arbeiten will, muss a gesund und durchtrainiert sein.
b spezielle Fachkenntnisse besitzen.
c frei von nationalen Vorurteilen sein.

9 Während des antarktischen Sommers a unternimmt die Besatzung Forschungsfahrten in die


weitere Umgebung.
b dient die Neumayer III als Versorgungsstation für
angereiste Wissenschaftler.
c muss wegen der vielen Besucher besonders auf Umwelt-
schutz geachtet werden.

10 Das Wesentliche ihrer Aufgabe sehen a künftige Veränderungen zum Beispiel des Klimas
die Forscher darin, vorherzusagen.
b ermittelte Daten für kommende Generationen
aufzuarbeiten.
c viele Daten über unterschiedliche Natur-Phänomene zu
sammeln.
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GOETHE-ZERTIFIKAT B2 LESEN 2014 - Juli
MODELLSATZ KANDIDATENBLÄTTER

Die Antarktisstation Neumayer III

D
ie Antarktisstation Neumayer III steht rund len weder Geschlecht noch Nationalität eine
2000 Kilometer vom Südpol entfernt auf Rolle, wesentlich sind allein die Qualifikation
einer 200 Meter dicken Eisschicht. Hier, für die jeweilige Aufgabe und psychische Stabi-
kurz am 71. Grad südlicher Breite, sind die Som- lität. Bevor sich die Wissenschaftler, Techniker,
mer kurz und Versorgungsschiffe können den im Koch und Arzt auf die Fahrt zur Station bege-
Sommer 2009 eröffneten Forschungsstützpunkt ben, müssen sie ein umfangreiches Trainings-
nur vier Monate im Jahr anfahren. Zu anderen programm durchlaufen und ein Umweltschutz-
Zeiten ist die Eisfläche über dem arktischen Meer seminar besuchen. Gleiches gilt auch für die
geschlossen und Stürme fegen über das Eis. Forscher, die nur zeitweise die Station aufsu-
chen. In den Sommermonaten, das heißt von
Während der 8 Monate dauernden Überwinte- Mitte November bis Mitte März, kann auf der
rungssaison arbeiten in der Regel neun Forsche- Station und um sie herum nämlich einiges los
rinnen und Forscher auf der Station, maximal für sein. Dann arbeiten hier bis zu 50 Menschen.
11 Personen ist bei einem längeren Aufenthalt Die Station ist in dieser Zeit logistisches Zen-
Platz vorhanden. Das Forschungsteam besteht trum. Menschen, die in einem Umkreis von 500
aus vier Wissenschaftlern mit den Schwerpunk- Kilometern ihren Forschungsaufgaben nach-
ten Meteorologie, Geophysik und Luftchemie so- gehen, können von Neumayer III aus betreut
wie drei Ingenieuren für den Maschinen-, Elektro- werden. Die Station hält spezielle Fahrzeuge,
und IT-Bereich. Außerdem gibt es einen Koch und arktistaugliche Zelte und Proviantpakete für län-
einen Arzt. Letzterer ist zugleich der Stations- gere Expeditionen bereit.
leiter.
Zentrale Aufgabe der Station sind Langzeitun-
Im Grunde kann die Situation der Menschen in tersuchungen. Die Forscher sprechen von einer
der Forschungsstation mit der in einer Wohn- Aufgabe für viele Generationen. Es werden die
gemeinschaft verglichen werden. Allerdings mit Untersuchungsergebnisse zwar regelmäßig aus-
einem Unterschied: Im Gegensatz zu einer nor- gewertet, dennoch sind sich die Wissenschaftler
malen Wohngemeinschaft haben die Bewohner ei- darüber im Klaren, dass aus den gewonnenen
nander nicht selbst ausgesucht. Dass trotzdem Daten vielleicht erst in 100 Jahren die richti-
ein harmonisches Klima herrscht, liegt daran, gen Schlüsse gezogen werden können. Jetzt geht
dass alle Besatzungsmitglieder eine ähnliche es in erster Linie darum, umfassende Informa-
Interessenslage und eine gemeinschaftliche Auf- tionen über die Entwicklung der Erdatmosphäre
gabe haben. und das Klima sowie über die Plattentektonik
zusammenzutragen.
Über den Einsatz in der Antarktis entscheidet ei-
ne Expertenkommission. Bei der Auswahl spie-
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Seite 11
GOETHE-ZERTIFIKAT B2 LESEN 2014 - Juli
MODELLSATZ KANDIDATENBLÄTTER

Aufgabe 3 Dauer: 25 Minuten

Lesen Sie den Text auf der gegenüberliegenden Seite.


Stellen Sie fest, wie der Autor des Textes folgende Fragen beurteilt:
a positiv, b negativ bzw. skeptisch.
Übertragen Sie Ihre Lösungen auf den Antwortbogen (11–15).

Beispiel:

(0) Wie beurteilt Goethe Belastungen von Müttern bei der


Kindererziehung? Lösung: b

Wie beurteilt der Autor des Textes

11 die Entwicklung der Männer als Kindererzieher seit Goethes Zeiten?

12 die Aussichten von Frauen (mit guter Bildung), Mutterschaft und Karriere
unter einen Hut zu bringen?

13 die Möglichkeit der Empfängnisverhütung als entscheidenden Faktor,


die Geburtenzahlen niedrig zu halten?

14 die Notwendigkeit, einen Teil der individuellen Freiheit zu opfern,


um eine Familie zu gründen?

15 die staatliche finanzielle Unterstützung der Familien als Anreiz, (mehr) Kinder
zu bekommen?
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GOETHE-ZERTIFIKAT B2 LESEN 2014 - Juli
MODELLSATZ KANDIDATENBLÄTTER

Kinder contra Freiheit


„Ach Kinder“, stöhnte der mehrfache Vater Goethe und dichtete in „Hermann
und Dorothea“: „Denn als Mutter, fürwahr, bedarf sie der Tugenden alle, / Wenn
der Säugling die Krankende weckt und Nahrung begehret / von der Schwachen,
und so zu Schmerzen Sorgen sich häufen. Zwanzig Männer verbunden ertrügen
nicht diese Beschwerde, / Und sie sollen es nicht; doch sollen sie dankbar es
einsehen.“

Inzwischen haben auch etliche Männer die Erfahrung gemacht, dass sie es
schaffen, für ihre Kinder nicht nur materiell zu sorgen. Sie übernehmen all-
tägliche Familienaufgaben – ohne Hilfe von anderen Männern. Sie kochen,
putzen, und sie hüten ihr Kind, auch wenn es krank ist, und sie trösten es, wenn
es nachts schreit. Allerdings wenden Frauen noch immer bedeutend mehr Zeit
auf für die Familienarbeit als die Männer. Dies lässt sich unter anderem daran
ablesen, dass sie häufiger in Teilzeit arbeiten als Männer.

Die schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird als einer der wichtigs-
ten Gründe angesehen, dass sich immer weniger (vor allem gut gebildete)
Frauen für Kinder entscheiden. Familienergänzende Betreuungsmöglichkeiten
seien nur in ungenügender Zahl vorhanden, wird gesagt. Doch ist es der fehlen-
de Hortplatz, der eine Frau (oder ein Paar) dazu veranlasst, auf ein Kind (oder
gar mehrere Kinder) zu verzichten? Kaum. Wer sich von Herzen ein Kind
wünscht, den werden schlechte Infrastrukturen nicht davon abhalten, eine
Familie zu gründen.

Im Zeitalter der Empfängnisverhütung liegt es in der Freiheit jedes Einzelnen,


sich für oder gegen Kinder zu entscheiden. Staatliche Anreize, mehr Kinder zu
zeugen, helfen wenig, um die Geburtenrate zu erhöhen. Niemand spricht sich
für eigene Kinder aus, weil er damit Steuern spart und Kinderzulagen erhält.
Nicht staatlich finanzierte Unterstützung führt zu mehr Kindern, sondern allen-
falls eine veränderte Einstellung gegenüber individueller Freiheit. Denn in einer
freiheitlich geprägten und leistungsorientierten Gesellschaft ist das Eltern-
dasein zu einer riskanten Lebensform geworden. ‚Kinder haben‘ geht nicht ohne
(schmerzlichen) Verzicht auf die möglichst freie Gestaltung des eigenen Lebens.
Kinder zwingen einen durch ihre schiere Existenz zu einem bestimmten Alltag.
Man gibt eine Stelle nicht so leicht auf, wenn man Kinder versorgen muss.
Man ist schlicht weniger „flexibel“ – ein entscheidender Nachteil in einer
Gesellschaft, in der man sich über seine berufliche Stellung definiert.
Ein anderes und neues Verständnis von individueller Freiheit aber lässt sich
staatlich nicht verordnen.
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Seite 13
GOETHE-ZERTIFIKAT B2 LESEN 2014 - Juli
MODELLSATZ KANDIDATENBLÄTTER

Aufgabe 4 Dauer: 15 Minuten

Sie erhalten den folgenden Text. Leider ist der rechte Rand unleserlich.
Rekonstruieren Sie den Text, indem Sie jeweils das fehlende Wort an den Rand schreiben.
Übertragen Sie die Ergebnisse auf den Antwortbogen (16–25).
Bewertet werden nur grammatisch richtige Antworten. Bitte geben Sie nur ein Wort an.

Salat? Typisch Frau! – Steak? Typisch Mann!

Im Restaurant bestellt SIE einen Salat mit Putenstreifen, ER bevorzugt ein Steak mit 01

Bratkartoffeln. Sie trifft sich mit ihrer Freundin im indischen Restaurant, er mag 02

es deftig und rustikal. In kaum einem Bereich des alltäglichen Lebens gehen 16

Verhalten und die Gewohnheiten von Mann und Frau so weit auseinander wie 17

Essen. Das hat zwar auch mit biologischen Unterschieden zu , 18

mehr jedoch mit Tradition und Vorurteilen.

Männer lieben Fleisch – Frauen Obst und Gemüse

Männer bevorzugen Schnitzel, Steaks und fette Wurst, Frauen essen am 19

Salat und Gemüse. Das ist kein Vorurteil: Untersuchungen der Gesellschaft 20

Ernährung bestätigen in regelmäßigen Abständen die große Vorliebe 21

starken Geschlechts für Fleisch. Vergleicht man den jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch 22

bestimmten Lebensmittelgruppen, so zeigt sich: Deutsche Männer konsumieren 23

Durchschnitt weniger Obst und weniger Gemüse, dafür jedoch 24

Fleisch und Milchprodukte, Frauen reagieren eher als Männer auf neue Erkenntnisse 25

nützliche und schädliche Lebensmittel und ernähren sich gesünder.


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Seite 14
2014 - Juli

Seite 38
GOETHE-ZERTIFIKAT B2 LESEN 2012 - Januar
ÜBUNGSSATZ 03 KANDIDATENBLÄTTER

Kandidatenblätter

Lesen
80 Minuten

In diesem Prüfungsteil sollen Sie mehrere


Texte lesen und die dazugehörenden
Aufgaben lösen.
Sie können mit jeder beliebigen Aufgabe
beginnen.

Markieren Sie bitte Ihre Lösungen auf dem


Antwortbogen.

Wenn Sie zuerst auf dieses Aufgabenblatt


schreiben, vergessen Sie bitte nicht, Ihre
Lösungen innerhalb der Prüfungszeit auf
den Antwortbogen zu übertragen.

Bitte schreiben Sie deutlich und


verwenden Sie keinen Bleistift.

Hilfsmittel wie z. B. Wörterbücher oder


Mobiltelefone sind nicht erlaubt.
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Seite 5
GOETHE-ZERTIFIKAT B2 LESEN 2012 - Januar
ÜBUNGSSATZ 03 KANDIDATENBLÄTTER

Aufgabe 1 Dauer: 15 Minuten

In Ihrem Bekanntenkreis gibt es einige Leute, die gern einmal ins Theater gehen und deshalb immer auf der Suche nach
interessanten Aufführungen sind. Beim Studium einiger Theaterprogramme sind Ihnen ein paar Stücke aufgefallen.
Welches der acht Theaterstücke (A–H) kommt für welchen Bekannten infrage? Es gibt jeweils nur eine richtige Lösung.
Es ist möglich, dass es nicht für jede Person ein passendes Angebot gibt. Markieren Sie in diesem Fall auf dem
Antwortbogen „negativ". Übertragen Sie die Ergebnisse auf den Antwortbogen (1–5).

Sie suchen ein passendes Theaterstück für:

1 eine Bekannte, die eine Vorliebe für Kriminalromane und schwarzen Humor hat.

2 einen Freund, der Spaß an ungewöhnlichen Theateraufführungen hat.

3 eine Freundin, die es wichtig findet, politische Themen auf die Bühne zu bringen.

4 einen Bekannten, der am liebsten traditionelle Inszenierungen der Klassiker sieht.

5 eine Bekannte, die sich mit den Zwängen der modernen Lebensart kritisch auseinandersetzen möchte.

Beispiele: Sie suchen ein passendes Theaterstück für:


01 einen Freund, der sich nach einem anstrengenden Tag einfach nur Lösung: G
amüsieren möchte.

02 eine Freundin, für die der Kampf zwischen Mann und Frau immer Lösung: „negativ“
wieder interessant ist.

A Die Welle
Im Geschichtsunterricht geht es um den Nationalsozialismus. Die Schüler stellen die Frage, wieso Deutsche,
die keine Anhänger der Nationalsozialisten waren, nichts gegen die Unterdrückung und die Verbrechen unter-
nahmen. Der Lehrer weiß keine Antwort. Er beschließt, die Klasse durch ein Experiment die Disziplinierung
in einer Gemeinschaft erleben zu lassen. Wie werden sie sich verhalten? Das Stück zeigt, wie manipulierbar
der Mensch ist.

B norway.today
Zwei junge Menschen, die sich persönlich nicht kennen und eigentlich keinen Grund zum Sterben haben,
verabreden sich im Internet zum gemeinsamen Sprung in den Tod von einem Felsen in Norwegen.
Schrecklich? Ja, und dennoch ein leichtes, fast fröhliches Stück. Ein Stück über Sinn und Unsinn des
Lebens, eine Selbstmordstory, die Lebensmut vermittelt, ein Egotrip, der zum anderen führt.
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Seite 6
GOETHE-ZERTIFIKAT B2 LESEN 2012 - Januar
ÜBUNGSSATZ 03 KANDIDATENBLÄTTER

C Außer Kontrolle
Ein verheirateter Minister trifft sich heimlich mit der verheirateten Sekretärin des Oppositionsführers. Als sie
während ihres kleinen Liebesabenteuers eine Leiche entdecken, soll alles diskret geregelt werden – man will
ja kein Aufsehen und ist erfinderisch. Doch ungebetene Gäste und die überraschende Identität des Toten
treiben die beiden in ein immer verrückteres Netz von Lügen und bald ist die Aufdeckung ihrer Affäre nur die
kleinste Gefahr für sie.

D VerDünnisiert
Ein Einpersonenstück basierend auf den Tagebüchern einer essgestörten jungen Frau. Es geht der Frage
nach, warum sich ein Mensch systematisch kaputt macht. Es zeigt den zerstörerischen Druck einer auf
Schönheit und Perfektion ausgerichteten Gesellschaft. Magersucht ist eine Krankheit, die jedoch eng
verbunden ist mit dem, was heute kritiklos auch von den sogenannten Gesunden übernommen wird.
Jeder könnte ein Teil von sich selber im Stück entdecken.

E Toujours la Piaf
Edith Piaf – die großartige, unvergessene französische Sängerin. Dieses Theaterstück ist eine Liebes-
erklärung an ihre Musik und ihren Charme. „Toujours la Piaf“ erzählt von dem vollen, verschwenderischen
Leben einer Frau, die von der Straßensängerin zum gefeierten Star aufstieg; von ihrer Freude und ihrem
Leid, die beide in ihren Liedern lebendig sind. Dieses mal komische, mal traurige Kammerspiel bietet eine
ausgewogene Mischung aus Chanson- und Theaterabend.

F Macbeth – dieser blutige Mann


Schauspieler auf Rollschuhen, Fahrrädern und Motorrädern verwandeln zusammen mit einem Bühnen-
bild, komponiert aus Fundstücken von der hiesigen Mülldeponie, den Platz vor dem Theater in ein
schottisches Hochland, wie es sich Shakespeare wohl nicht erträumt hatte. Dennoch ist es, untermalt
von Techno-Sound und tollen Lichteffekten, mindestens so gruselig und grausam wie beim alten Meister.
Wir sind sicher: Shakespeare hätte seine helle Freude!

G Der Besuch
Eigentlich ist alles klar mit dem attraktiven Job, nur noch die Einladung zum Abendessen für den neuen
Chef muss reibungslos über die Bühne gehen. Doch was isst der? Oder seine Frau? Was zieht man an?
Passt die Wohnung? Der Nachbar und Werbefachmann weiß Rat, nimmt die Dinge ruckzuck in die Hände –
und schafft das komplette Chaos. Ein vergnüglicher Abend über die Tücken des Alltags.

H Du und ich
Wer sagt denn, dass sich nur die ganz Jungen bis über beide Ohren verlieben können? Das passiert auch,
wenn der 40. Geburtstag schon eine Weile zurückliegt. Die Älteren brauchen vielleicht ein bisschen
länger, um zu erkennen, dass sie füreinander geschaffen sind, doch dann steht ihrem Glück dank Reife
und Erfahrung nichts mehr im Wege. Ein zartes Zwei-Personen-Stück voll Weisheit und leisem Humor.
Vs10_030112

Seite 7
GOETHE-ZERTIFIKAT B2 LESEN 2012 - Januar
ÜBUNGSSATZ 03 KANDIDATENBLÄTTER

Aufgabe 2 Dauer: 25 Minuten

Lesen Sie den Text auf der gegenüberliegenden Seite.


Entscheiden Sie, welche der Antworten ( a , b oder c ) passt. Es gibt jeweils nur eine richtige Lösung.
Übertragen Sie die Ergebnisse auf den Antwortbogen (6–10).

Beispiel:

(0) Das Lager für Pflanzensamen wurde auf


Spitzbergen angelegt, weil
a die Klimabedingungen dort ideal sind. Lösung: a
b sich das Lager einfach bewachen lässt.
c Spitzbergen fernab der Zivilisation liegt.

6 Ziel der „Global Crop Diversity“-Stiftung ist es, a die Ernährungsprobleme der Welt zu lösen.
b die Fülle der Kulturpflanzen zu bewahren.
c für eine saubere Umwelt zu sorgen.

7 Ein zeitweiliger Stromausfall a würde die Haltbarkeit der Samen reduzieren.


b ist wegen der Sicherheitsmaßnahmen auszuschließen.
c hätte keine Wirkung auf die gelagerten Samen.

8 Durch den Einsatz weniger Sorten in der a besteht die Gefahr großflächiger Ernteausfälle.
Landwirtschaft b gleichen sich weltweit die Ernährungsgewohnheiten an.
c kommt es zu höheren Ernteerträgen als früher.

9 Was spricht nach Meinung des IPK für die a Alle Sorten sind Teil des menschlichen Kulturerbes.
Bewahrung der Sortenvielfalt? b Jede Sorte kann für die Zukunft von Bedeutung sein.
c Sie macht unabhängig von internationalen Saatgut-
konzernen.

10 Das Pflanzensammellager auf Spitzbergen a enthält Kopien der Samen aus nationalen
Gendatenbanken.
b enthält nur einen Bruchteil der weltweit
vorhandenen Samen.
c tritt an die Stelle der einzelnen nationalen
Gendatenbanken.
Vs10_030112

Seite 8
GOETHE-ZERTIFIKAT B2 LESEN 2012 - Januar
ÜBUNGSSATZ 03 KANDIDATENBLÄTTER

Eisige Schatzkammer

N
ahe der Arktis, auf Spitzbergen, wurde zu wollen, ist die Tatsache, dass in der moder-
auf den Resten eines ehemaligen Berg- nen Landwirtschaft immer weniger Sorten an-
werks ein tief in Eis und Fels reichendes gebaut werden, meist nur pflegeleichte, von der
Tunnelsystem angelegt, das von Wachpersonal, Chemieindustrie propagierte. Diese fehlende
Bewegungsmeldern und Videokameras vor Ein- Vielfalt bringt nicht nur Langeweile auf den Tel-
dringlingen geschützt wird. Der Einstieg in die- ler des Verbrauchers, sie könnte auch verhee-
ses unterirdische Reich liegt 130 Meter über dem rende Folgen haben, wenn beispielsweise eine oft
Meer, sodass kein Hochwasser eindringen kann. verwendete Getreidesorte von einer Pflanzen-
Der Schatz, der hier gehütet wird, ist einzigartig. krankheit befallen würde und dies die Vernich-
Es handelt sich nämlich um nichts anderes als tung kompletter Ernten, Hungersnot und Preis-
schlichte Pflanzensamen wie die für Weizen, explosion nach sich zöge.
Mais, Reis oder Bohnen, für deren Frischhaltung Die nach Spitzbergen transportierten Samen
die permanente arktische Kälte bestens geeignet kommen aus 1400 Gendatenbanken weltweit.
ist. In Auftrag gegeben wurde diese Baumaß- Im deutschen Leibniz-Institut für Pflanzengene-
nahme von der „Global Crop Diversity“-Stiftung, tik und Kulturpflanzenforschung (IKP), das bis-
die es sich zur Aufgabe macht, die Artenvielfalt her mehr als 10.000 Samenmuster ins Eis schick-
zu erhalten. „Zusammen mit der Luft, die wir te, werden 150.000 Sorten von Kulturpflanzen
atmen, und dem Wasser, das wir trinken, sind und verwandten Wildarten aufbewahrt und da-
Nutzpflanzen die wichtigste Ressource fürs Über- mit vor dem Aussterben gerettet. Das IPK weist
leben der Menschheit“, so lautet das Motto der darauf hin, dass jede Sorte eine einzigartige Gen-
Stiftung und entsprechend sieht das Projekt aus: kombination aufweist, durch die sie, anders als
In drei Betonkammern sollen Pflanzensamen je- die multinationalen Hersteller der Agrochemie be-
de nur denkbare Katastrophe wie Krieg, Klima- haupten, an einzelne Gebiete oder bestimmte
wandel oder Pflanzenseuchen überstehen. Zur Boden- und Wetterbedingungen perfekt ange-
Einweihung im Februar 2008 kam Saatgut aus passt ist. Auch alte Sorten, die schon lange nicht
104 Ländern. Es wird eingeschweißt, in Kunst- mehr angepflanzt werden, können wichtige Ei-
stoffboxen gestapelt und trotz der im Fels herr- genschaften besitzen, mit denen auf künftige
schenden Temperatur von minus 3,5 Grad auf Entwicklungen, etwa denen des Klimas, reagiert
minus 18 Grad gekühlt, da dieser Kältegrad für werden kann. Für Spitzbergen werden Dupli-
die Haltbarkeit der Samen optimal ist. Allerdings kate des deutschen Bestandes angefertigt, denn
würde selbst ein Stromausfall, mit dem unge- der eisige Tresor soll generell das nationale Lager
achtet der ausgeklügelten Notfallsysteme ge- nicht ersetzen. Die Lagerung der Muster in der
rechnet werden muss, den Samen nicht scha- Arktis verdoppelt lediglich den Schutz der wert-
den, zumindest dann nicht, wenn er nicht meh- vollen Pflanzensamen. Wie wichtig das ist, zei-
rere Wochen dauerte. Geplant ist die Lagerung gen der Irak und Afghanistan, wo der Krieg die
von insgesamt 4,5 Millionen Pflanzenproben. Saatgutbanken zerstörte, oder die Philippinen,
Der Grund dafür, in diesem Tiefkühltresor eine wo ein Taifun fast alle Proben vernichtete.
solche Menge von Pflanzensamen verwahren
Vs10_030112

Seite 9
GOETHE-ZERTIFIKAT B2 LESEN 2012 - Januar
ÜBUNGSSATZ 03 KANDIDATENBLÄTTER

Aufgabe 3 Dauer: 25 Minuten

Lesen Sie den Text auf der gegenüberliegenden Seite.


Stellen Sie fest, wie die Autorin des Textes folgende Fragen beurteilt:
a positiv, b negativ bzw. skeptisch.
Übertragen Sie Ihre Lösungen auf den Antwortbogen (11–15).

Beispiel:

(0) Wie beurteilt die Autorin die technische Entwicklung


des Handys? Lösung: a

Wie beurteilt die Autorin

11 den Fortschritt für die Benutzer?

12 die ständige Erreichbarkeit durch das Handy?

13 die Möglichkeit des Mithörens privater Gespräche?

14 den traditionellen Taschenkalender?

15 die Wirkung auf die Telefontarife?


Vs10_030112

Seite 10
GOETHE-ZERTIFIKAT B2 LESEN 2012 - Januar
ÜBUNGSSATZ 03 KANDIDATENBLÄTTER

Kleines Ding – große Wirkung


Als 1983 das erste Mobiltelefon auf den beruhigt das Gefühl, bei einem Notfall so-
Markt kam, hätte ihm wohl niemand diesen fort Hilfe herbeirufen zu können. Es stört
Siegeszug rund um die Welt zugetraut. Dafür aber der unsinnige, rücksichtslose Umgang
war es mit 33 Zentimetern Länge und einem mit der neuen Technik: Lauthals werden
Gewicht von 800 Gramm viel zu unprak- Ehekräche ausgetragen, ich lausche unge-
tisch. Doch die Pessimisten haben sich ge- wollt zärtlichen Liebesschwüren, erfahre
täuscht. In kürzester Zeit wurde das un- alles über Tante Emmys Magenoperation
handliche Monstrum in ein elegantes, op- oder den unmöglichen Kerl, mit dem Julia
tisch ansprechendes Kästchen verwandelt, sich eingelassen hat. Ein Freund meinte
das bequem in jede Hand- und Hosentasche letztens, wegen der interessanten Handy-
passt. Mit diesen Minidingern kann man in- gespräche auf Bahnfahrten brauche er sich
zwischen nicht nur telefonieren, sondern gar nicht mehr um Lesestoff zu bemühen.
auch SMS schreiben, fotografieren, Musik Nun ja, mir sind Ruhe und ein gutes Buch
hören, ins Internet gelangen, seine Termine lieber.
verwalten und so weiter. Nein, gegen die Manchmal kann ich auch schadenfroh sein,
Möglichkeiten, die menschlicher Erfindungs- nämlich dann, wenn einem fanatischen
geist in die kleinen Gerätschaften hineinge- Handybenutzer, der stets auf mich technisch
presst hat, lässt sich nichts einwenden. Aber unterentwickeltes Weib herabblickt, das
ist der unleugbare technische Fortschritt Handy mitsamt allen Telefonnummern,
gleichzeitig auch ein Fortschritt für die Adressen und Terminen abhanden gekom-
Benutzer dieses Fortschritts? 96 Millionen men ist. Dann ziehe ich mein dickes Notiz-
Handys soll es in Deutschland geben und ich buch hervor, zitiere Goethes „Denn was man
wage zu behaupten, dass sie unsere Kultur schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost
verändert haben. Es klingelt auf der Straße, nach Hause tragen“ und erkundige mich
in Bus und Bahn, im Supermarkt. Nervosität süffisant, ob ich mit meinem Verzeichnis
bricht aus, befindet man sich in einem Funk- behilf lich sein darf.
loch. Nicht erreichbar zu sein, scheint die Allerdings – man ist ja auf Ausgewogenheit
größte Sünde unserer Zeit zu sein. Aber frü- bedacht – möchte ich noch erwähnen, dass
her ging das doch auch und die Welt brach der Handy-Boom das Konkurrenzgeschäft
nicht zusammen. Bevor man mich in die hinsichtlich der Tarife stark belebt hat: Die
Ecke der Ewiggestrigen stellt: Ich empfinde Preise fürs Telefonieren im Festnetz sind in
es als angenehm, bei einer Verspätung so- den letzten Jahren ganz schön in den Keller
fort Bescheid sagen zu können, und mich gerutscht.
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GOETHE-ZERTIFIKAT B2 LESEN 2012 - Januar
ÜBUNGSSATZ 03 KANDIDATENBLÄTTER

Aufgabe 4 Dauer: 15 Minuten

Sie erhalten den folgenden Text. Leider ist der rechte Rand unleserlich.
Rekonstruieren Sie den Text, indem Sie jeweils das fehlende Wort an den Rand schreiben.
Übertragen Sie die Ergebnisse auf den Antwortbogen (16–25).
Bewertet werden nur grammatisch richtige Antworten. Bitte geben Sie nur ein Wort an.

Tauschbörsen

In Zeiten, in denen viele Menschen mit wirtschaftlichen Problemen zu 01

kämpfen haben, stößt die Institution der Tauschbörsen bei immer mehr 02

Menschen auf großes Interesse. Diese Tauschbörsen funktionieren 16

folgendem Prinzip: Leute mit ganz unterschiedlichen Fähigkeiten 17

sich dort eintragen und geben an, auf welchem Gebiet sie fachlich

kompetent sind. Wenn jemand zum Beispiel in Sachen Computer fit , 18

kann sich ein anderes Mitglied der Börse an ihn wenden und ihn um

Hilfe bei einem PC-Problem bitten. Für die geleisteten Arbeitsstunden 19

der Computerfachmann Punkte sammeln.

Wenn er dann selber eine Dienstleistung der Tauschbörse in 20

nimmt, dann kann er mit seinen gesammelten Punkten . 21

Da jeden Monat das Punktekonto auf den neusten Stand gebracht , 22

behält man den Überblick und kann sich beispielsweise ausrechnen, 23

die angesammelten Punkte für die „Bezahlung“ ausreichen.

Dieser geldlose Austausch senkt einige Kosten des täglichen Lebens.

Allerdings muss einer, der in einer Tauschbörse mitmacht, viel Zeit . 24

Darüber hinaus ist es ganz besonders wichtig für den „Auftraggeber“, 25

ihm Folgendes klar ist: Es ist kein Modell „Kunde und Dienstleister“.
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2012 - Januar

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GOETHE-ZERTIFIKAT B2
Übungssatz 01 2010 - April

Kandidatenblätter

Leseverstehen
80 Minuten

In diesem Prüfungsteil sollen Sie


mehrere Texte lesen und die
dazugehörenden Aufgaben lösen.
Sie können mit jeder beliebigen
Aufgabe beginnen.

Markieren Sie bitte Ihre Lösungen auf


dem Antwortbogen.

Wenn Sie zuerst auf dieses Aufgaben-


blatt schreiben, vergessen Sie bitte
nicht, Ihre Lösungen innerhalb der
Prüfungszeit auf den Antwortbogen zu
übertragen.

Bitte schreiben Sie deutlich und


verwenden Sie keinen Bleistift.

Hilfsmittel wie z. B. Wörterbücher


oder Mobiltelefone sind nicht erlaubt.

Goethe-Zertifikat B2 Übungssatz 01 200410 Seite 3


GOETHE-ZERTIFIKAT B2
2010 - April Übungssatz 01

Aufgabe 1 Dauer 15 Minuten

In Ihrem Bekanntenkreis gibt es etliche Personen, die sich beruflich neu orientieren möchten oder sich für den Be-
ruf und die Karriere fortbilden wollen. Suchen Sie unter den acht angebotenen Veranstaltungen und Seminaren
(A–H) die für diese Bekannten passenden aus. Es gibt jeweils nur eine richtige Lösung.
Es ist möglich, dass es nicht für jede Person ein passendes Angebot gibt. Markieren Sie in diesem Fall auf dem
Antwortbogen „negativ". Übertragen Sie die Ergebnisse auf den Antwortbogen (1–5).

Sie suchen eine passende Veranstaltung für:

1 eine Bekannte, die ihren Arbeitstag und die Arbeitsabläufe besser in den Griff bekommen möchte.

2 einen Bekannten, der unter häufigen Auseinandersetzungen mit seinen Kollegen leidet.

3 eine Bekannte, die das Gefühl hat, beruflich nicht voranzukommen.

4 eine Bekannte, die sich demnächst um die Weiterbildung in ihrer Firma kümmern soll.

5 einen Bekannten, der seit Kurzem eine Abteilung mit zwanzig Mitarbeitern leitet.

Beispiele: Sie suchen eine passende Veranstaltung für:


01 eine Bekannte, die mit dem Gedanken spielt, eine eigene Firma Lösung: A
aufzumachen.

02 Eva-Maria Bell, die eine begeisterte Besucherin von deutschen Lösung: „negativ“
Großstädten ist.

Starter-Treffpunkt
A Seit zehn Jahren organisiert unsere Existenzgründungsinitiative verschiedene Informations-
veranstaltungen rund um das Thema Existenzgründung – unter anderem auch die Veranstaltungs-
reihe „Starter-Treffpunkt“, die sich jetzt in einer leicht veränderten Form präsentiert: Eine wech-
selnde Expertenrunde beleuchtet pro Termin einen für Gründer wichtigen Bereich von verschiede-
nen Seiten. In der nächsten Talkrunde geht es um den Erfolg am Markt und gekonntes Marketing.

Beschwerde-Management
B Beschwerden werden oft als lästig oder als persönlicher Vorwurf wahrgenommen und viele
reagieren emotional und betroffen darauf. Dabei sind Beschwerden eine Möglichkeit, Schwach-
stellen im Dienstleistungsangebot zu erkennen und abzubauen. Auch werden Kunden, die mit
ihren Anliegen und Problemen ernst genommen werden, dem Unternehmen weiter verbunden
bleiben. Ausgehend von Alltagssituationen der Teilnehmenden werden Strategien des kunden-
orientierten Umgangs mit Beschwerden erprobt.

Seite 4 Goethe-Zertifikat B2 Übungssatz 01 200410


Leseverstehen B2
Kandidatenblätter 2010 - April

Büroorganisation
C Ein geordneter, übersichtlicher Arbeitsplatz, der ein effektives Arbeiten garantiert, ist das Ideal. Doch
irgendwie klappt das nie so recht. Entweder funktioniert Ihr Ordnungs- und Ablagesystem nicht oder
Sie stellen fest, dass Sie Prioritäten falsch gesetzt haben. In dem Seminar wollen wir untersuchen,
was zwischen Ihnen und der Ordnung steht, welche Arten der Ordnung sich bewährt haben und wie
Ihnen realistische Tages- und Wochenpläne Struktur und Sicherheit bringen.

Fordern und fördern


D Als Führungskraft muss man es schaffen, seine Mitarbeiter gleichermaßen zu motivieren und zu
kontrollieren. Oft wird dies als belastend empfunden, da Teamarbeit und Teamgeist als Gegensatz
zum Führen verstanden werden. In Form von Kleingruppenarbeit wird untersucht, was wirkliche
Autorität ausmacht, wie Sie mit offenem oder verstecktem Widerstand Ihrer Mitarbeiter umgehen
können und wie Sie umgekehrt deren Leistungswillen steigern und gemeinsam erfolgsorientiert
arbeiten.

Konflikte erfolgreich lösen


E Spannungen und Konflikte sind im Zusammenleben und -arbeiten unvermeidbar. Allerdings kann man
sich das Leben im Privaten wie im Beruflichen leichter machen, wenn man die Ursachen von
Konflikten erkennt und frühzeitig bemerkt, wo sich eine Situation zuspitzt. Aus dieser Erkenntnis
ergeben sich Handlungsmöglichkeiten und Lösungsstrategien. An ausgewählten Beispielen wird gezeigt,
wie Konflikte bereinigt werden können, ohne dass eine der beteiligten Parteien als Verlierer dasteht.

Öffentlichkeitsarbeit
F Gerade kleineren und mittelständischen Unternehmen fällt es oft schwer, eine gezielte und
erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. In dem Workshop geht es in der Hauptsache um die
Zusammenarbeit mit Journalisten, deren Berichterstattung ein wichtiger Faktor der Imagebildung
eines Unternehmens ist. Wir wollen klären, wie zum gegenseitigen Nutzen die Medien angespro-
chen werden können, die immer auf der Suche nach interessanten Themen sind.

Stimme und Persönlichkeit


G Sie müssen im Beruf überzeugen? Natürlich kommt es dabei auf Ihr fachliches Können an und das
Produkt, das Sie vertreten. Doch nicht nur: Ihre Stimme ist Ausdrucks- und Darstellungsmittel und
daher ein wichtiger Teil Ihrer persönlichen Ausstrahlung. Von Ihrer Stimme schließt man auf Ihre
gesamte Person und sie bestimmt damit, wie Sie auf Ihre Gesprächspartner wirken und welche
Überzeugungskraft Sie entfalten.

Aufwärts – Abwärts
H Erfolg ist planbar – so heißt es in der gängigen Karriereberatungsliteratur. Was aber, wenn das
wirkliche Leben dem Aufstieg Hindernisse in den Weg stellt? Wenn statt des Aufstiegs die Kündi-
gung kommt? Wenn man auf der Stelle tritt? Der Workshop will klar machen, dass im Leben
nicht alles gradlinig verläuft, dass das Auf und Ab zum Leben gehört. Am Beispiel von letztlich
erfolgreichen Lebensläufen soll Mut gemacht werden, schwierige Situationen mit Gelassenheit
durchzustehen und bei passender Gelegenheit seine Chance zu ergreifen.

Goethe-Zertifikat B2 Übungssatz 01 200410 Seite 5


GOETHE-ZERTIFIKAT B2
2010 - April Übungssatz 01

Aufgabe 2 Dauer 25 Minuten

Lesen Sie den Text auf der gegenüberliegenden Seite.


Entscheiden Sie, welche der Antworten ( a , b oder c ) passt. Es gibt jeweils nur eine richtige Lösung.
Übertragen Sie die Ergebnisse auf den Antwortbogen (6 –10).

Beispiel:

(0) Bettina Möller braucht ihren Hund, um


a allein Besorgungen machen zu können. Lösung: a
b nicht ohne Freund sein zu müssen.
c zu Hause alles finden zu können.

Blindenhunde gibt es nicht so häufig, da a ein Hund nicht überall gern gesehen wird.
6 b man viel Zeit für sie übrig haben muss.
c vielen Blinden das Vertrauen zu ihnen fehlt.

Ob ein Tier zum Blindenhund geeignet ist, zeigt sich a bei der Prüfung seiner Charaktereigenschaften.
7 b bereits in seinen ersten Lebensmonaten.
c während seiner Zeit in der Pflegefamilie.

In der Grundausbildung lernen die Hunde, a ihre natürlichen Triebe zu unterdrücken.


8 b Kommandos zu verstehen und zu beachten.
c sich in menschlicher Umgebung sicher zu
bewegen.

Die Kosten für den Blindenhund a trägt in der Hauptsache die Krankenkasse.
9 b trägt in der Regel der Blinde.
c tragen Blindenverband und Krankenkasse
gemeinsam.

Ein fortgesetztes Training mit dem Hund ist nötig, da a er sonst das Gelernte schnell wieder vergisst.
10 b er sonst die Freude an seiner Aufgabe verliert.
c sich seine Umgebung ständig verändert.

Seite 6 Goethe-Zertifikat B2 Übungssatz 01 200410


Leseverstehen B2
Kandidatenblätter 2010 - April

Freund und Helfer


ür viele Menschen gehört ein Hund ein- Tiere erkundet. Nur aufmerksame, konzentrierte

F fach zum Leben dazu – als Spielkamerad,


Begleiter auf Spaziergängen oder einziger
Freund. Er bewacht das Haus, dient bei der Po-
Junghunde, die zugleich gutmütig und geduldig
sind, kommen letztlich infrage. Aggressive Tiere
oder solche, die ihrem Jagdtrieb folgen, schei-
lizei, hilft, verschüttete Menschen aufzuspüren. den als Blindenhunde aus.
Und er ermöglicht denjenigen, die nicht sehen In sechs bis neun Monaten erlernt der Hund das
können, mobil zu bleiben. So zum Beispiel der Befolgen von Befehlen und arbeitet mit dem
65-jährigen Bettina Möller, die durch einen Un- „künstlichen Menschen“, einem Metallgestell
fall erblindet ist. In ihrer Wohnung findet sie auf Rädern, das den lebenden Menschen simu-
sich zurecht, weiß den Weg zum Herd, zum Ra- liert. Nach dieser Grundausbildung kommen der
dio, ins Bad. Anders in der Welt draußen. Da Blindenhund und sein späteres Herrchen oder
geht nichts ohne fremde Hilfe – oder ohne ih- Frauchen zusammen, um sich aneinander zu ge-
ren Blindenhund Moritz. Möchte Bettina Möller wöhnen. Zwei Wochen verbringen sie unter der
zum Bäcker, Arzt oder sonst wohin, streift sie Anleitung eines Trainers Tag und Nacht mitei-
Moritz eine spezielle Leinen-Konstruktion über nander, erst in der Hundeschule, dann in der
und kommandiert: „Moritz los, wir müssen zur Wohnung des Blinden. Sind sie ein Team ge-
Gymnastik.“ Und Moritz geht zielstrebig los, un- worden, wird eine Prüfung abgelegt, bei der sie
beeindruckt von den Ablenkungen der Straße. drei Stunden lang durch den Heimatort des Blin-
Bettina Möller vertraut sich ganz und gar seiner den gehen müssen. Ein Prüfer vom Blindenver-
Führung an. band und einer von der Krankenkasse beobach-
Nur 1.500 der 150.000 Blinden in Deutschland ten sie. Erst nach bestandener Prüfung bezahlt die
meistern ihr Leben mit Hilfe eines Blindenhun- Krankenversicherung den Hund und eine
des. Für diese geringe Anzahl gibt es verschie- Monatspauschale für seine Haltung. Auf den Lor-
dene Gründe – nicht jeder Mensch mag Hunde. beeren einer erfolgreichen Prüfung dürfen sich
Ebenso kann es Widerstand in der Familie ge- Blinder und Hund nicht ausruhen. Die Führ-
ben, Probleme mit dem Vermieter, den Nach- leistung muss nämlich regelmäßig gefördert wer-
barn oder dem Platz. Wer sich aber einmal für ei- den, damit der Hund weiterhin den Spaß an sei-
nen Blindenhund entschieden hat, wird nie mehr ner Pflichterfüllung behält und die erforderliche
auf ihn verzichten wollen – nicht auf die Freiheit, Konzentration aufbringt. Außerdem wird jeder
die er schafft und nicht auf seine Wärme und Blinde seinem Hund noch viele Dinge und We-
Anhänglichkeit. ge beibringen, die für sein persönliches Leben
Ein Hund wie Moritz ist das Ergebnis einer sorg- von Bedeutung sind. Für Frau Möller war es un-
fältigen Auswahl und Ausbildung. Sogenannte ter anderem der Weg zum Konzertsaal, den sie
Blindenführhundschulen suchen bald nach der Moritz zeigen musste. Inzwischen scheint sich
Geburt potenziell fähige Hunde aus, die sich in Moritz auf die Konzerte zu freuen. „Am liebs-
Pflegefamilien ein Jahr lang an das Zusammen- ten mag er Mozart und Brahms“, schmunzelt
leben mit Menschen gewöhnen. Danach wird Bettina Möller.
in einem Eignungstest eingehend das Wesen der

Goethe-Zertifikat B2 Übungssatz 01 200410 Seite 7


GOETHE-ZERTIFIKAT B2
2010 - April Übungssatz 01

Aufgabe 3 Dauer 25 Minuten

Lesen Sie den Text auf der gegenüberliegenden Seite.


Stellen Sie fest, wie der Autor des Textes folgende Fragen beurteilt:
a positiv b negativ bzw. skeptisch.
Übertragen Sie Ihre Lösungen auf den Antwortbogen (11–15).

(0) Wie beurteilt der Autor die gesundheitliche Entwicklung


in Deutschland? Lösung: b

Wie beurteilt der Autor

die Forderung, auf Lebensmittelverpackungen über Nährstoffe und Energiegehalt


11 zu informieren?

12 die freiwillige Kennzeichnung von Lebensmitteln?

13 die Nützlichkeit der geplanten Kennzeichnung für den Verbraucher?

14 eine weniger detaillierte Lebensmittelkennzeichnung, z. B. mit Farben?

15 die Chancen zur Durchsetzung einer Art von Ampelsystem in Deutschland?

Seite 8 Goethe-Zertifikat B2 Übungssatz 01 200410


Leseverstehen B2
Kandidatenblätter 2010 - April

Was soll auf die Verpackung?

Auf die eigene Gesundheit und Fitness zu ach- Kalorien, Fett, Zucker, gesättigten Fettsäuren und Salz
ten, scheint ein gesellschaftliches Muss zu sein. geben, bezogen auf eine Portion oder 100 Gramm.
Die Gesundheits- und Wellnessbranche boomt. Zudem soll, in Prozent ausgedrückt, ein Bezug zu der
Doch werden die Deutschen wirklich immer ge- jeweils empfohlenen Tageszufuhr hergestellt werden.
sünder? Bei so einer Kennzeichnung müsste man mit dem
Zahlen sprechen dagegen: Übergewicht und die da- Taschenrechner zum Einkaufen gehen! Statt den
mit verbundenen Folgen wie Diabetes und Gelenk- Verbrauchern die Möglichkeit zu geben, rasch zu ent-
erkrankungen nehmen zu. Auch schon bei Kindern scheiden, ob dieses oder jenes Produkt in den Ein-
zeigen Untersuchungen erschreckende Ergebnisse. kaufswagen wandert, werden sie mit einer Masse
Die Ursachen für diese Entwicklung sind bekannt: von Informationen überflutet. Ich befürchte, ein
mangelnde Bewegung und falsche, vor allem zu fet- gegenteiliger Effekt tritt ein – die zu detaillierte Kenn-
te und zuckerhaltige Ernährung. zeichnung wird gar nicht beachtet. Sinnvoller scheint
Da ist es nur zu befürworten, dass Politiker und Ver- es mir, es unseren Nachbarn in Großbritannien nach-
braucherschützer auf eine bessere Nährwertkenn- zumachen. Dort wird teilweise schon eine Art
zeichnung von Lebensmitteln drängen. Denn wer Ampelsystem verwendet. Durch die Farben Grün,
weiß schon, dass in einem Liter eines bestimmten Gelb und Rot wird angezeigt, ob ein Lebensmittel
Kindermilchgetränks 44 Stück Würfelzucker stecken? geringe, mittlere oder große Mengen an Fett, Salz,
Klare Informationen auf den Lebensmittelverpa- Zucker und so weiter enthält. Das System ist einfach,
ckungen könnten aufklären und den Konsum ge- für jeden verständlich. Genauere Angaben könnten
sundheitsschädlicher Produkte zumindest verrin- ergänzend auf der Verpackung angebracht werden
gern. für die, die mehr wissen wollen. Aber die Ampel
Das Verbraucherministerium hat sich der Sache an- wäre das erste Signal – aufschlussreich und für die
genommen und eine Art Leitlinie vorgestellt. Das meisten Käufer ausreichend.
klingt zunächst gut, doch bei näherem Hinsehen zei- Die Diskussion über das Informationsrecht des Ver-
gen sich gleich zwei kritische Punkte. Erstens: Die brauchers hat hierzulande gerade erst angefangen.
Leitlinie wäre unverbindlich, da kein Hersteller ver- Ich bin guten Mutes, dass im Verlauf der öffentlichen
pflichtet würde, sich an die Vorgaben des Ministe- Auseinandersetzung die Vernunft, das heißt ein schnell
riums zu halten. Ob der Verbraucher informiert wird erfassbares System sich durchsetzen wird. Auch der
oder nicht, wäre also in das Belieben der einzelnen Wettbewerb am Markt wird zeigen, was der Ver-
Unternehmen gestellt. So geht Aufklärung meiner braucher will, und die Produzenten werden sich da-
Meinung nach nicht. Zweitens: Die vom Ministeri- rauf einstellen – und nebenbei auch mehr Waren he-
um vorgeschlagene Nährwertkennzeichnung ist viel rausbringen, die nicht nur so vor Fett und Zucker
zu kompliziert. Es soll Angaben über den Gehalt an strotzen und die die reinsten Kalorienbomben sind.

Goethe-Zertifikat B2 Übungssatz 01 200410 Seite 9


GOETHE-ZERTIFIKAT B2
Leseverstehen · Übungssatz 01
2010 - April
Aufgabe 4 Dauer 15 Minuten

Sie erhalten den folgenden Text. Leider ist der rechte Rand unleserlich.
Rekonstruieren Sie den Text, indem Sie jeweils das fehlende Wort an den Rand schreiben.
Übertragen Sie die Ergebnisse auf den Antwortbogen (16 –25).
Bewertet werden nur grammatisch richtige Antworten. Bitte geben Sie nur ein Wort an.

Verschiedene Wirkungen bei Frauen und Männern

Zwischen Frauen und Männern bestehen große Unterschiede. Was wie (01)
ein Allgemeinplatz klingt, wurde in der Medizin bis vor Kurzem so (02)
gut wie nicht beachtet. Es gibt seit Kurzem ein Forschungsgebiet, 16
„Gender-Medizin“ heißt (von englisch: gender = Geschlecht).

Die Wissenschaftler sehen den Schwerpunkt in diesem Forschungsgebiet 17


der Erforschung von geschlechtsspezifischen Unterschieden.

In den USA hatte man bereits in den 80er-Jahren auch erkannt, 18


bei Frauen und Männern die gleichen Krankheiten des Öfteren

in Formen auftreten, die manchmal große Unterschiede . 19


Bei der Reaktion auf Medikamente ergaben sich ebenfalls einige . 20
So kann beispielsweise ein Mittel zur Senkung des Blutdrucks

für viele Frauen mit gefährlichen Nebenwirkungen verbunden , 21


während es bei fast allen Männern zu einem guten Resultat . 22
Deshalb ist es in den USA bei Medikamentenstudien schon 23
Längerem so, dass ein Frauenanteil von 40 Prozent vorgeschrieben ist.

In Deutschland beträgt dieser Anteil dagegen nur rund 20 Prozent, was

nach Aussagen von Wissenschaftlerinnen nicht ausreichend ist. Sie 24


jedoch davon aus, dass schon bald bei allen Medikamenten

Dosierungsanweisungen und Hinweise extra für Frauen beigelegt . 25

Seite 10 Goethe-Zertifikat B2 Übungssatz 01 200410


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2010 - April

&OEIIII·INmm
Übungssatz 01 · Prüferblätter

Leseverstehen · Lösungen

AlfJaba1 lufga~a Z A.tgalla 3

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Aufgaben 1 - 4
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Seite 34
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