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Digital Factory Journal 52

Das Digital Factory Journal behandelt die Rolle der künstlichen Intelligenz (KI) in der Industrie 4.0, betont deren Anwendung in der Produktion zur Effizienzsteigerung und zur Optimierung von Lieferketten. Zudem wird die Vision der All Electric Society vorgestellt, die auf Klimaneutralität durch Elektrifizierung und Kreislaufwirtschaft abzielt. Der Artikel hebt die Notwendigkeit hervor, KI und digitale Technologien in bestehende Produktionsstrukturen zu integrieren, um zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln.

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Digital Factory Journal 52

Das Digital Factory Journal behandelt die Rolle der künstlichen Intelligenz (KI) in der Industrie 4.0, betont deren Anwendung in der Produktion zur Effizienzsteigerung und zur Optimierung von Lieferketten. Zudem wird die Vision der All Electric Society vorgestellt, die auf Klimaneutralität durch Elektrifizierung und Kreislaufwirtschaft abzielt. Der Artikel hebt die Notwendigkeit hervor, KI und digitale Technologien in bestehende Produktionsstrukturen zu integrieren, um zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln.

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www.digital-factory-journal.

de 2/2025

DIGITAL FACTORY
DAS MAGAZIN FÜR INDUSTRIE 4.0 & IOT JOURNAL

CIRCULAR ECONOMY
DIE ALL ELECTRIC SOCIETY
ALS WEGBEREITER

DIGITALE ZWILLINGE IT/OT-KONVERGENZ KÜNSTLICHE INTELLIGENZ


VERWALTUNGSSCHALE VOM SENSOR BIS WIE DAS FERTIGUNGSUMFELD
ALS BASIS INS SAP-SYSTEM PROFITIERT
A9723
Weniger Ausschuss,
mehr Cash.
Editorial

Wie KI Fabriken belebt


zenon.
Für eine sichere Zukunft
Softwareplattform für
Willkommen in der Ära, in der unsere „KI-Kollegen“ aus Code und Algorithmen in der
Produktion ebenso alltäglich werden wie der Geruch von Schmieröl und das Summen Cyber-Resilienz
der Maschinen. Die künstliche Intelligenz schleicht sich in unsere Fabriken und Büros,
um dort zu assistieren, zu sekundieren und zu managen.

Die Anwendungsmöglichkeiten von KI in produzierenden


Unternehmen reichen von der Datenanalyse über Qualitäts-
sicherung und Maschinensteuerung bis hin zu völlig neuen
digitalen, datenbasierten Geschäftsmodellen und dem vir­
tuellen Kundenkontakt durch Chatbots. Und nicht zu ver-
gessen das Engineering: Hier spart KI nicht nur Zeit, sondern
senkt die Fehlerquote und steigert die Effizienz. Auch im
Supply-Chain-Management und der Logistik lassen sich
viele Potenziale lokalisieren: KI optimiert die Lieferketten-
verwaltung durch Vorhersagen zu Lieferzeiten und Bestandsmanagement. KI-Modelle
können Lieferengpässe vorhersagen und automatisch Bestellungen oder Produktions-
anpassungen vorschlagen.

Im Beitrag auf Seite 48 verrät uns Nico Hartmann von Microsoft, wie KI-Tools nicht nur
die Produktionslinien optimieren, sondern auch in der Lage sind, vorausschauende
Wartungen zu planen. KI soll nicht nur Probleme lösen, die bereits entstanden sind,
sondern auch jene, die erst entstehen können. „Das KI-Zeitalter hat begonnen“, ist er
überzeugt. „Nach den ersten KI-Gehversuchen haben wir jetzt KI-Agenten, die nicht
nur hilfreiche Assistenten, sondern aktive Partner im Alltag und in der Industrie werden.
In der Produktion lernen KI-unterstützte Maschinen schon heute, sich flexibel auf neue
Anforderungen einzustellen, Wartungsbedarf frühzeitig zu erkennen und Qualitäts­
kontrollen in Echtzeit durchzuführen.“

Damit KI präzise arbeiten kann, werden Daten benötigt. Wie diese Daten gesammelt, Zentrales Monitoring
verdichtet und auch schon analysiert werden können, zeigt uns das exklusive Inter-
der Infrastruktur
view mit Berenice Böhner und Philipp Nicolai von MKW GmbH Digital Automation auf
Seite 42.
Bedrohungserkennung
Es stellt sich die Frage, ob KI den Fachkräftemangel irrelevant machen kann? Vielleicht Predicitive Maintenance
nicht ganz, aber sie könnte uns helfen, den Mangel an Zeit zu bekämpfen, den wir alle
am Ende des Tages fühlen. In einer Welt, in der Zeit gleich Geld ist, könnte man sagen: Reporting
KI ist der beste Freund eines jeden Produktionsverantwortlichen. Wenn KI uns hilft,
schneller und besser zu arbeiten, was machen wir dann mit all der gewonnenen Zeit? IIoT Security Gateway
Vielleicht mehr Innovationsprojekte? Die Zukunft der Fertigung ist intelligenter als je
zuvor.

Ronald Heinze
[email protected]

2/2025
4 Inhaltsverzeichnis

Titelstory

Circular Economy
AES ALS WEGBEREITER

SEITE 8
Die Harting-Technologiegruppe hat sich schon vor einiger Zeit
dazu verpflichtet, ihr Handeln künftig komplett auf die All Elec-
tric Society und die Circular Economy auszurichten. Welchen

Bild: Harting
Beitrag das Unternehmen zur Verwirklichung einer Kreislauf-
wirtschaft schon heute leistet, zeigt es anhand eines konkreten
Beispiels aus der eigenen Produktpalette auf.

Magazin
06 Smart Manufacturing in der Praxis
07 Digitaler Werkzeugkasten für den Service
Bilder: Schaeffler AG

SEITE 18 Cover Story


Virtuelle Inbetriebnahme bei Schaeffler Special Machinery
8 ­All Electric Society bereitet den Weg
– hier der digitale Zwilling einer Anlage für elektrische
Antriebsachsen
zur Kreislaufwirtschaft

Product Design
& Production Planning
12 Digital Twin Plattform
auf Basis der Verwaltungsschale
Bild: Endress+Hauser

18 Mehr PS
durch virtuelle Inbetriebnahme

SEITE 24
Mit den Softwarelösungen Netilion und Heartbeat Techno-
logy bietet Endress+Hauser Überwachungs- und Steue-
rungsmöglichkeiten für CCUS-Anwendungen.

www.digital-factory-journal.de 2/2025
Inhaltsverzeichnis 5

Automation, Robotic
& Manufacturing
24 Sichere Messtechnik für Carbon Capture,
Utilization and Storage

Bild: Conrad Electronic


27 „Pain Points in der Beschaffung
aktiv angehen“
30 Digitales rund um
die Werkzeugmaschine
SEITE 27
Conrad ermöglicht es, mit ProcurePlus bis zu 30 % bei der
indirekten Beschaffung zu s­ paren.
Industrial Communication
& Gateways
36 Vom Sensor bis ins SAP-System
39 SPE: Schlanke Kommunikation auf
den letzten Metern der Automatisierung
42 Digitalisierter Shopfloor
für weniger Ausschuss

Bild: ifm
Big Data
& Cloud Solutions SEITE 36
Shopfloor-Integration mit moneo von ifm
48 Wie das KI-Zeitalter
das Fertigungsumfeld prägt

50 Impressum

Vorschau auf Digital Factory Journal 3


Sonderteil „The Sustainable Factory Enablers“
Bild: Microsoft

SEITE 48
Nico Hartmann, Manufacturing Industry Lead bei Microsoft
Deutschland: „In der Produktion lernen KI-unterstützte
­Maschinen schon heute, sich flexibel auf neue Anforderun-
gen einzustellen, Wartungsbedarf frühzeitig zu erkennen
und Qualitätskontrollen in Echtzeit durchzuführen. In den
nächsten Jahren wird KI noch stärker in die Produktions-
prozesse integriert.“

2/2025 www.digital-factory-journal.de
6 Magazin

From Data to Action: Smart Manufacturing in der Praxis


Die industrielle Fertigung steht vor einem Wandel. Künstliche
Intelligenz, Manufacturing Execution Systems und das Indus-
trial Internet of Things sind längst keine Zukunftsvisionen mehr,
sondern essenzielle Werkzeuge, um Prozesse effizienter zu
gestalten, Kosten zu senken und neue Potenziale in der Pro-
duktion zu erschließen. Doch wie lassen sich diese Technolo-

Bild: MES D.A.CH Verband


gien sinnvoll in bestehende Strukturen integrieren? Welche
Schritte sind notwendig, um die Smart Factory Realität werden
zu lassen? Beim Gemeinschaftsworkshop From Data to Action:
Smart Manufacturing in der Praxis vom MES D.A.CH Ver-
band e. V. am 9. April 2025 im WTZ-Tagungszentrum Heilbronn
erhalten Teilnehmer wertvolle Einblicke in aktuelle Entwick- Die Workshop-Teilnehmer bei der interaktiven Teilnahme
lungen und konkrete Lösungsansätze.
Der Vormittag startet mit zwei hochkarätigen Keynote-Vorträ- • Professionelle Planung und Management von KI-Projekten
gen, die die Potenziale der künstlichen Intelligenz und die vom Fraunhofer IOSB: Die Umsetzung von KI-Projekten
­Bedeutung einer durchdachten MES- und IIoT-Strategie für die erfordert eine durchdachte Planung. Dieser Workshop zeigt
Smart Factory beleuchten. Experten aus der Forschung zeigen, bewährte Methoden, um Datenmengen, Modelle und Pro-
wie sich Produktionsdaten nutzen lassen, um Prozesse effi­ zessintegration effizient zu steuern. Anhand realer Anwen-
zienter zu steuern, Qualitätsprobleme frühzeitig zu erkennen dungsfälle werden Tools und Vorgehensmodelle für eine
und Maschinen intelligenter zu machen. Dabei geht es nicht nur erfolgreiche KI-Implementierung vorgestellt.
um technologische Möglichkeiten, sondern auch um konkrete • Wie kommt das „Smart“ in die Factory? von der HIR GmbH:
­Herausforderungen und Lösungsansätze für Unternehmen, die Der Weg zur Smart Factory ist komplex, aber planbar. Die-
ihre Produktion zukunftssicher aufstellen wollen. ser Workshop vermittelt, wie MES und IIoT als technolo­
Am Nachmittag tauchen die Teilnehmer in die Praxis ein und gische Basis für eine vernetzte Produktion genutzt werden.
erarbeiten gemeinsam mit Experten Lösungen für aktuelle Teilnehmer erhalten klare Handlungsempfehlungen und
Herausforderungen der vernetzten Fertigung. In interaktiven praxiserprobte Werkzeuge, um Digitalisierungsprojekte ge-
Workshops wird gezeigt, wie sich KI-Projekte effizient planen zielt voranzutreiben.
lassen, welche Rolle MES und IIoT in der digitalen Produktions- • Shopfloor 4.1: Maschinenparks intelligent vernetzen von
steuerung spielen und wie sich Maschinenparks intelligent der MKW GmbH: Wie kommunizieren Maschinen eigen-
vernetzen lassen. ständig und optimieren Produktionsabläufe? Dieser Work-
shop zeigt, wie MK|Ware Produktionsprozesse digitalisiert.
Anhand der Live-Simulation mit der EMMA (ExaMple Ma-
chine) erleben Teilnehmer eine interaktive Einführung in die
Maschinenvernetzung und Produktionssteuerung.
Der Gemeinschaftsworkshop bietet so nicht nur theoretische
Einblicke, sondern ermöglicht es den Teilnehmern, ihr Wissen
in konkreten Anwendungsszenarien zu erproben. Wer sich in-
tensiv mit der Zukunft der industriellen Fertigung auseinan­
Bild: MES D.A.CH Verband

dersetzen möchte, erhält hier die Möglichkeit, von führenden


Experten zu lernen, wertvolle Kontakte zu knüpfen und
praxis­relevante Impulse für das eigene Unternehmen mitzu-
nehmen.
Die Möglichkeit zur Anmeldung sowie weitere Informationen
Impression von einem Workshop des MES D.A.CH Verband: Die gibt es unter
Referentin des Fraunhofer IOSB gibt tiefe Einblicke in die Materie. https://mes.automatisierungstreff.com

www.digital-factory-journal.de 2/2025
Magazin 7

Digitaler Werkzeugkasten für den Service


Mit steigender Digitalisierung und Elek- oberfläche und ist mit allen Endgerä-
trifizierung wachsen die Anforderungen ten – vom Computer über Laptops und
an das Service- und Wartungspersonal Tablets bis hin zu Smartphones – kom-
für Hydraulik. Bosch Rexroth stellt ih- patibel. Über die Startseite kann das
nen mit der digitalen All-in-one-Lösung Servicepersonal auf Apps zu verschie-

Bild: Bosch Rexroth


Hydraulic Hub sein umfassendes Hy­ denen Servicethemen zugreifen. Mit
draulik- und Service-Know-how welt- der Plattform können sie bereits heute
weit in Echtzeit zur Verfügung. Die digi- knapp eine halbe Million Rexroth-Indus-
tale Plattform bietet Unterstützung von trie-Hydraulikkomponenten schnell
der Fehlererkennung bis hin zur Lö- und einfach identifizieren sowie pro-
sungsfindung und Dokumentation. Rexroth-Hydrauliksysteme duktbezogenes Servicewissen und -prozesse abrufen, bei-
können so noch effizienter und effektiver betrieben werden, das spielsweise Datenblätter, Servicehandbücher, Diagnose-Werk-
Personal vor Ort – egal ob erfahrener Hydrauliker oder Neuein- zeuge, Ersatzteile, Wartungschecklisten sowie Informationen
steiger – kann im Fall von Störungen schnell und zielgerichtet zum Produktlebenszyklus. Mithilfe KI-basierter Tools erhöht der
reagieren. Darüber hinaus unterstützt die Lösung auch bei der Hydraulic Hub Effizienz und Produktivität im Service: Über den
präventiven Wartung von Hydraulikanlagen und Rexroth-Bau­ „Smarten Assistenten“ kann das Servicepersonal beispiels­
teilen – beispielsweise mit dem Erstellen von Wartungsplänen weise interaktiv Informationen zum Produkt abfragen und erhält
und -checklisten. Antworten auf konkrete Fragestellungen.
Der Hydraulic Hub kann über einen Webbrowser aufgerufen www.boschrexroth.com
werden. Die Webapplikation verfügt über eine intuitive Bedien­ À Hannover Messe: Halle 6, Stand D26

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8 Cover Story

All Electric Society bereitet den Weg


zur Kreislaufwirtschaft
Menschliche Gesellschaften sind lebendige Systeme und befinden sich in permanenter Ver-
änderung. Hinsichtlich ihrer Dynamik hat sich dies noch einmal verstärkt, speziell in hoch-
industrialisierten und sich industrialisierenden Ländern ist das zu beobachten. Zugleich ver-
schärft die Klimakrise Konflikte, destabilisiert ganze Gesellschaften, steigert die geopolitischen
Spannungen zwischen den Supermächten USA, Russland sowie China und beeinträchtigt die
Stabilität auf der ganzen Welt. Spätestens nach dem illegalen russischen Angriffskrieg gegen
die Ukraine ist für jede und jeden spürbar: Die Themen Energieversorgung und Klima sind eng
miteinander verknüpft.
Dr.-Ing. Daniel Nordsiek, Malte Hofmann

Bilder: Harting

Vision der All Electric Society – Klimaneutralität durch eine elektrifizierte Gesellschaft

Man kann die Zukunft nicht vorhersagen. Allerdings kann man ein das auf Reparierbarkeit und Langlebigkeit setzt, ermöglicht es
solides wissenschaftliches Zukunftswissen erarbeiten und dafür zum Beispiel, Produkte nach ihrer ersten Lebensdauer wieder in
nutzen, dass Katastrophen vermieden und die besten Szenarien den Produktionszyklus einzubringen. Das sorgt für eine effizien-
realisiert werden können. Die Kreislaufwirtschaft ­(Circular Econo- tere Ressourcennutzung und erhöht in Kombination mit einem
my) ist ein solches solides wissenschaftliches Zukunftswissen digitalen Produktpass die Transparenz in globalen Lieferketten.
und bietet außergewöhnliche Chancen, als ein zentrales Element Aber auch ein Paradigmenwechsel wie die All Electric Society
des Europäischen Green Deals zum Leitbild der wirtschaftspoli­ (AES) trägt zum technologischen Wandel hin zu einer nachhal-
tischen Ausrichtung zu werden. Und um einen ehrgeizigen Zeit- tigen Zukunft bei. Die AES ist die wissenschaftlich begründete
plan zu erfüllen: Deutschlands Klimaneu­tralität bis 2045! Vision einer CO2-neutralen und sich nachhaltig entwickelnden
Kreislauf-Wirtschaftsstrategien sind entscheidend, um die Welt, deren Energiebedarf komplett auf Basis von regenerativ
wachsenden Abfallberge zu reduzieren. Ein nachhaltiges ­Design, erzeugter Elektrizität gedeckt wird. Eine Grundbedingung für

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Cover Story 9

das Umsetzen dieser Vision, ist das umfassende Elektrifizieren,


Digitalisieren und Automatisieren aller Sektoren unserer Wirt-
schaft und Gesellschaft (Industrie, Gebäude, Mobilität, Infra-
struktur, Energie) und deren darauf aufbauende Vernetzung und
Kopplung. Eng miteinander verzahnt, tragen sowohl Circular
Economy als auch All Electric Society dazu bei, Deutschlands
und Europas Klimaziele umzusetzen.

Familienunternehmen
kommt eine besondere Bedeutung zu
Laut einer Studie der Stiftung Familienunternehmen, die von der
Stiftung 2° – Deutsche Unternehmer für Klimaschutz, Berlin, Die Jumper-Lösung mit Steckverbindern, Kabeln und Zubehör
und der Fraunhofer-Gesellschaft e. V. durchgeführt wurde, sind
Familienunternehmen aufgrund ihrer wichtigen Stellung in der sche Systeme so zu gestalten, dass sie einen minimalen ökolo-
deutschen Volkswirtschaft von besonderer Bedeutung für die gischen Fußabdruck hinterlassen und die „9 Rs“ beachten.
Realisierung einer Circular Economy in Deutschland. Gerade die Die Harting-Technologiegruppe entwickelt und produziert seit
langfristige Orientierung von Familienunternehmen und eine 1945 industrielle Verbindungstechnik in Form von Steckverbin-
besonders wertebasierte Ausrichtung (beispielsweise eine enge dern, vorkonfektionierten Kabeln und verbundenen Enginee-
Verbundenheit mit der Region und Gemeinschaft vor Ort sowie ring-Services. Zur Vorbereitung auf die Circular Economy hat
das nachhaltige Wirtschaften) können den Umstieg zum zirku- man in Espelkamp Kabelkonfektionen für die Bahntechnik ana-
lären Wirtschaften unter Adressierung multipler Circular-Eco- lysiert und bewertet. Aufgrund ihrer Komplexität sind diese der
nomy-Strategien erleichtern. Viele Familienunternehmen wie ideale Anwendungsfall für die Umsetzung von Kreislaufwirt-
Harting setzen bereits Circular-Economy-Strategien um. Denn schaft innerhalb der AES. In der Bahntechnik werden beispiels-
hier ist eine entsprechende Positionierung und eine klare Vision weise Kabelkonfektionen für kundenindividuelle Wagenüber-
in der Unternehmensleitung vorhanden und fördert daher die gänge von Personenzügen benötigt, die für eine zuverlässige
Bereitschaft zur Transformation im gesamten Unternehmen. So Daten-, Signal- und Stromversorgung zwischen den Waggons
hat sich die Harting-Technologiegruppe schon vor einiger Zeit unter extremen Umgebungsbedingungen sorgen sollen. Diese
dazu verpflichtet, ihr Handeln künftig komplett auf die All Elec- Systeme bestehen aus Steckverbindern, Kabeln, Kabelschutz-
tric Society und die Circular Economy auszurichten. Welchen lösungen, Zugentlastungen und ggf. aus für den Anwendungs-
Beitrag das Unternehmen zur Verwirklichung einer Kreislauf- fall speziell entwickelten Haltekonstruktionen oder Gehäusen.
wirtschaft schon heute leistet, zeigt ein konkretes Beispiel. Diese sogenannten Inter-Car-Jumper-Cable, die für eine Kreis-
laufwirtschaft optimiert wurden, sollten den oben genannten
Das 9-R-Prinzip als Grundlage „9 Rs“ Rechnung tragen.
Im Gegensatz zum meist vorherrschenden linearen Wirtschafts-
modell, bei dem Produkte nach ihrer Nutzung entsorgt werden, Gute Recyclingeigenschaften gefragt
sind die Akteure einer Circular Economy bestrebt, Produkte und Inter-Car-Jumper-Cables werden meist nach Kundenspezifika-
Materialien so lange wie möglich im Kreislauf zu halten. Dabei tion entwickelt und getestet. Alle benötigten Komponenten wer-
helfen die „9 Rs“, eine Reihe von Prinzipien, die behilflich sind, den nach Bahnnormen ausgelegt. Mittels 3D-Simulationen der
den Kreislauf von Produkten und Ressourcen zu schließen. Sie Mechanik und des Designs kann man bereits während der Ent-
lauten Refuse (Ressourcenentnahme ablehnen), Rethink (sys- wicklung einen realen Blick auf die Jumper-Cables in ihrem
temisch denken und für Kreisläufe planen), Reduce (Design, das späteren Einsatzbereich werfen. Zudem werden die Systeme
Zirkularität mitdenkt), Reuse (Wiederverwenden), Repair (Repa- über ihren gesamten geplanten Lebenszyklus geprüft, damit
rieren), Refurbishment (Instandsetzung alter Produkte), Re­ ­sichergestellt ist, dass sie immer die optimale Funktion ge­
manufacturing (Verwendung von Teilen eines ausrangierten währleisten – im Beispiel der Jumper-Cables sogar über 15 Jahre
Produkts in einem neuen Produkt mit der gleichen Funktion), ­hinweg.
Repurpose (Umnutzung) und Recycling (Rückgewinnung von Um die Stoffkreisläufe zu schließen, ist es essenziell, dass die
Materialien aus Abfällen zur Wiederaufbereitung zu neuen Pro- verwendeten Materialien gute Recyclingeigenschaften auf­
dukten). Eine Kreislaufwirtschaft in der AES zu installieren und weisen. Und sie sollten sauber und sortenrein trennbar sein. Die
umzusetzen, würde also bedeuten, elektrische und elektroni- Komponenten der Harting-Jumper-Cables bestehen sowohl

2/2025 www.digital-factory-journal.de
10 Cover Story

aus Metallen als auch aus Kunststoffen. Beide Werkstoffgrup- ständige De- und Remontagefähigkeit der Jumper-Systeme.
pen unterscheiden sich bekanntermaßen grundlegend in ihrer Nicht lösbare Verbindungen findet man nur bei einigen wenigen
Recyclingfähigkeit. So sind Metalle bei physikalisch-techni- Bauteilen. Dazu gehören die mit den Leitern vercrimpten Stift-
schen Verfahren, hohen Temperaturen, unter Druck oder Vaku- kontakte. Denn eine hervorragende Crimpverbindung ist für eine
um sowie bei elektrischen Potentialen beständig und damit im zuverlässige Funktion der Jumper-Systeme über den gesamten
Gegensatz zu den Kunststoffen grundsätzlich recyclingfähig. Lebenszyklus hinweg unerlässlich. Eine weitere nicht zerstö-
Saubere und sortenreine Altmetalle können durch einen einfa- rungsfrei trennbare Verbindung stellt das aus einem mit Kunst-
chen Umschmelzprozess recycelt und direkt wieder als Werk- stoff umspritzten Metallkörper ­bestehende Fitting der Leitungs-
stoffe eingesetzt werden. Das trifft zum Beispiel für reines Kupfer verschraubung dar. Analysen bestätigen allerdings, dass
aus dem Kabelrecycling zu. Unterschiede hinsichtlich der Re- mögliche Maßnahmen zum Erhalt der Wertbeständigkeit und je
cyclingeigenschaften von Metallen ergeben sich unter anderem nach eingesetzten Verfahren zum Aufschluss der Werkstoffe,
aus den unterschiedlich ausgeprägten Möglichkeiten zur Reini- auch nicht das Recycling der ­Jumper-Cable-Systeme am Ende
gung der Schmelzen. ihres Lebenszyklus beeinträchtigen werden. Mit der Bereitstel-
Bei den Kunststoffen muss hinsichtlich der Recyclingeigen- lung von digitalen Produktpässen für Komponenten und Bau-
schaften zwischen Thermoplasten und Elastomeren unter- gruppen (elektrischer Verbindungstechnik) setzt die Harting-
schieden werden. Thermoplaste sind bei Temperaturen von Technologiegruppe bereits heute die Ökodesign-Verordnung im
130 °C bis 260 °C schmelzbar. Das Schmelzen ist beliebig oft Rahmen des europäischen Green Deals um.
wiederholbar. Nach einer Vernetzung sind Thermoplaste aller-
dings nicht mehr schmelzbar und schlecht zu recyceln. Elasto- Transformation hin zur Kreislaufwirtschaft
mere sind durch Vulkanisation chemisch vernetzt und daher Die Analyse und Bewertung der Harting-Produkte am Beispiel
weder schmelzbar noch löslich, was die Möglichkeiten für das der Inter-Car-Jumper belegt, dass die Transformation hin zu
werkstoffliche Recycling einschränkt. Sowohl Elastomere als einer Kreislaufwirtschaft möglich ist. Die Wagenübergangssys-
auch Thermoplaste altern unter Einfluss von Wärme, UV-Strah- teme sind robust und langlebig. Der modulare Aufbau und die
lung und mechanischer Beanspruchung, sodass die möglichen nahezu vollständige De- und Remontagefähigkeit sind wichtige
Recyclingzyklen dadurch eingeschränkt sind. Enabler der Kreislauffähigkeit. Der hohe Anteil an Metallen und
die Konzentration der Werkstoffe in einigen wenigen Kompo-
Hoher Anteil, recycelbaren Rohmaterials nenten begünstigen zudem die Kreislauffähigkeit. Wenn die
Die Recyclingeigenschaften der typischen Jumper-Cable-Sys- Nachfrage nach Sekundärrohstoffen steigt, werden so, notwen-
teme von Harting sind bereits heute sehr hoch. So liegt der An- dige, neue, separate Wertstoffströme wirtschaftlich umsetzbar.
teil, der als Rohmaterial recycelt werden kann, bei zwei exem­ Aus einer systematischen Erfassung von Informationen über die
plarisch analysierten Jumper-Cable-Systemen bei 90,91 % Nutzung und Verwertung lassen sich Potenziale zur wirtschaft-
bzw. bei 90,44 %. Auch der Einsatz von sogenannten Sekun- lichen Aufbereitung für einen zweiten Lebenszyklus ableiten. Da
därrohstoffen, das heißt recycelten Werkstoffe, ist bei Harting Daten eine Schlüsselressource für die Kreislaufwirtschaft sind,
beträchtlich. Schon heute besteht verwendetes Aluminium bei hat Harting mit seinem digitalen Produktpass schon die Basis für
Harting aus bis zu 100 % Rezyklat. Auch die Litzen der Kabel ein erfolgreiches Umsetzen geschaffen. Das Beispiel der Wa-
enthalten bis zu 11 % recyceltes Kupfer. Bei den Kunststoffen ist genübergangssysteme zeigt also, dass eine eng miteinander
die prozesssichere Verwendung von Sekundärrohstoffen auf- verzahnte Circular Economy und All Electric Society dazu bei-
grund ihrer chemisch technischen Eigenschaften herausfor- tragen, die Klimaziele Europas zu ermöglichen.
dernder. Die Anforderungen des Bahnumfelds erschweren den www.harting.com
Einsatz von Rezyklat, welches in anderen Branchen je nach À Hannover Messe: Halle 11, Stand C43
Anwendung schon heute einen Anteil von 50 % und mehr hat.
Deshalb ist dies ein wichtiges Forschungs- und Entwicklungs-
feld bei Harting, um den Einsatz von Sekundärrohstoffen voran- Dr.-Ing. Daniel Nordsiek
zubringen. Director Innovation Hub Minden, Harting
Auch die Themen Wiederverwenden, Reparieren, Instandset-
zen alter Produkte, Verwenden von Teilen eines ausrangierten
Produkts in einem neuen Produkt mit der gleichen Funktion und Malte Hofmann
die Umnutzung hat Harting im Blick. Darüber hinaus forcieren Global Industry Segment Manager Railway, Harting
die Espelkamper den modularen Aufbau und die nahezu voll-

www.digital-factory-journal.de 2/2025
| EK05G |

EtherCAT-Klemmen:
das schnelle All-in-One-System für alle
Automatisierungsfunktionen

Das Beckhoff-I/O-System integriert Klemmen für:


Alle digitalen/analogen Standardsignaltypen
Antriebstechnik: Servo-, Schritt-, DC- und BLDC-Motoren
Gateways zur Einbindung unterlagerter Feldbussysteme
Hochpräzise Messtechnik, Condition Monitoring
TwinSAFE PLC und Safety-I/Os
Highspeed-Automation (XFC)

Echtzeit-Ethernet bis zur I/O-Ebene


Geringe Systemkosten
Flexible Topologie
Maximale Performance
Einfache Konfiguration
Feldbussysteme und Safety-Geräte integrierbar

Ethernet bis in die Klemme: mit Vollduplex-Ethernet im Ring


und einem Telegramm für mehrere Teilnehmer. Anschluss direkt Halle 9,
am Standard-Ethernet-Port. Stand F06

Scannen und
das komplette
EtherCAT-Klemmen-
Portfolio entdecken
12 Product Design & Production Planning

Digital Twin Plattform


auf Basis der Verwaltungsschale
Im letzten Jahr launchte R. Stahl seine Digital Twin Plattform für die Prozessindustrie. Durch
die nahtlose Integration und Interaktion mit digitalen Zwillingen ermöglicht sie es, Industrie-
4.0-Konzepte effektiv umzusetzen und Prozesse entlang des gesamten Lebens­zyklus einer
Anlage zu optimieren. Das Kernelement bildet die skalierbare SaaS-Plattform für digitale
Zwillinge von conplement. In konstruktiver Zusammenführung haben die Experten beider
Unternehmen eine zukunftssichere Lösung geschaffen, die die digitale Transformation in
sicherheitskritischen Branchen nachhaltig unterstützt.
Britta Waligora

Bild: conplement

Die Digital Twin Plattform von R. Stahl auf Basis von twinsphere

In der Prozessindustrie, insbesondere in Bereichen wie Öl- und für die Erfüllung von Standards in der Industrie 4.0 oft angesetzt
Gasförderung, Chemie oder Marine, sind sichere und effiziente wird, erschweren. Traditionelle Methoden zur Verwaltung von
Wartung sowie die regelmäßige Kontrolle von Maschinen von Gerätedaten und Sicherheitsinformationen stoßen bei der
höchster Wichtigkeit. Die Gefahr einer Explosion setzt in diesen ­Masse an Daten an ihre Grenzen, denn manuelle Prozesse wie
dafür sensiblen Industriezweigen enge Sicherheitsstandards das Durchsuchen von Papierdokumenten, unzureichende Infor-
voraus, die eine umfassende Vernetzung von Systemen, wie sie mationssysteme und Sicherheitsbedenken binden wertvolle

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Product Design & Production Planning 13

Ressourcen. R. Stahl erkannte, dass für seine Kunden Bedarf an R. Stahl, praxisrelevante Anwendungsfälle für seine Kunden
einer Lösung bestand, die effizienten Zugriff auf Gerätedaten/ abzuleiten und ein Konzept für eine umfassende Digital Twin
-informationen gewährleistet und gleichzeitig den Sicherheits­ Plattform zu erstellen.
anforderungen und besonderen Gegebenheiten von hochge- Auf dieser Grundlage und den gewonnenen Erkenntnissen ent-
schützten Anlagen entspricht. wickelte conplement in enger Zusammenarbeit und im Auftrag
von R. Stahl im Jahr 2023 eine innovative Lösung für digitale
Kompetenzen zusammengeführt Zwillinge. R. Stahl brachte dabei sein tiefes Verständnis für die
R. Stahl hat früh das Potenzial der Verwaltungsschale e­ rkannt, Anforderungen auf Kundenseite sowie die Fähigkeit ein, dieses
ist aktives Mitglied der IDTA und treibt beispielsweise als Lead Wissen in praxisorientierte Lösungen zu übersetzen und erfolg-
für das Submodell Maintenance Instructions die Standardisie- reich am Markt zu kommunizieren. Dies und die Kombination
rung mit voran. Bereits 2021 entschied sich das Unternehmen von technischem Verständnis der Ex-Schutz-Experten zur AAS
daher, eine erste Demonstratorlösung zu realisieren, um die mit der Umsetzungserfahrung von produktiven AAS-Lösungen

WENIGER STECKER...

Möglichkeiten des digitalen Zwillings zu verdeutlichen. Ziel war von conplement ermöglichten es, eine Lösung zu schaffen, die
es, seinen Kunden die Möglichkeiten dieser Technologie aufzu- den Kunden in der Prozessindustrie erlaubt, spezifische An­
zeigen und gleichzeitig die für die Prozessindustrie relevanten wendungsfälle effizient und produktiv zu nutzen. Neben der
Anwendungsfälle zu identifizieren. Dieses Vorhaben unter- Beratung zur Modellierung und Erstellung der digitalen Zwillin-
streicht die Expertise von R. Stahl, technische Innovationen mit ge implementierte conplement die Plattform, die nahtlos in die
umfassendem Domänenwissen zu verknüpfen. ­bestehende Systemlandschaft von R. Stahl integriert wurde. Als
Gemeinsam mit conplement wurde in einer Workshop-Reihe AAS-Infrastrukturplattform kam die etablierte SaaS-Lösung
aus den groben Anforderungen ein detailliertes Konzept für den twinsphere Suite von conplement zum Einsatz.
Demonstrator entwickelt. Zu den wesentlichen abgebildeten Ein wichtiger Bestandteil des Projekts war die Entwicklung eines
Anwendungsfällen zählten das digitale Typenschild und die nutzerzentrierten UX-Konzepts durch conplement. Dieses wur-
Dokumentenübergabe. Die intensive Verprobung ermöglichte es de zunächst als interaktiver Prototyp auf der Messe SPS –

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14 Product Design & Production Planning

Smart Production Solution 2023 vorgestellt. Sieben Monate es egal, ob ein Techniker im Feld das digitale Typenschild scannt
später präsentierte R. Stahl die fertige Digital Twin Plattform auf oder ein Ingenieur im Büro die Verwaltungsschale abruft.
der Achema 2024. ­conplement entwickelte hierfür ein benutzerfreundliches Inter-
Der Erfolg des Projekts basiert auf der einzigartigen Kombination face, welches schnellen und unkomplizierten Zugriff auf rele-
aus einer maßgeschneiderten Lösung, der Digital Twin Platt- vante Informationen ermöglicht.
form, und dem Einsatz der etablierten Software twinsphere als
AAS-Infrastruktur. Der durchgängige Ansatz von conplement, Effiziente Rücksendeanmeldungen
der Kunden in allen Projektphasen – von der Ideenfindung über Mit der Instanz-Verwaltungsschale wird der Rücksendeprozess
die Anforderungserhebung und Implementierung bis hin zum von Bauteilen effizient und fehlerfrei gestaltet: Durch das Scan-
Betrieb – unterstützt, ermöglichte es, eine wirtschaftliche, per- nen des QR-Codes auf dem Typenschild wird die Instanz-Ver-
formante und sichere Lösung in kürzester Zeit zu realisieren. waltungsschale abgerufen und eine Rücksendung kann ausge-
Diese Herangehensweise vereinte die Vorteile individueller löst werden. Das Rücksendeformular wird daraufhin automatisch

31.03.2025 - 04.04.2025
Hannover
Halle 9, Stand H01

08.04.2025 - 09.04.2025
Heilbronn
WTZ-Tagungszentrum

14.05.2025 - 15.05.2025
Heilbronn
Stand B-311

20.05.2025 - 22.05.2025
Design Center Linz
Stand 112

MEHR-VERBINDUNG.DE

­Lösungen mit der Effizienz bewährter Standards und schuf eine ausgefüllt und digital übermittelt. Die von conplement entwi-
Lösung, die spezifische Anforderungen erfüllt, ohne zeitliche ckelte Nutzeroberfläche integriert sich nahtlos in Systeme wie
oder finanzielle Rahmen zu sprengen. das SAP-Servicemodul von R. Stahl, spart Zeit, minimiert Fehler
Die Basis der Digital Twin Plattform sind zunächst sechs An- und stellt sicher, dass alle relevanten Informationen jederzeit
wendungsfälle, die speziell auf die Anforderungen von sicher- verfügbar sind.
heitskritischen Branchen zugeschnitten sind:
Direkter Zugriff auf
Remote-Zugriff auf Verwaltungsschalen VDI-2770-konforme Dokumentation
Mit dem Digital-Twin-Portal kann mittels Seriennummer und PIN Jede Verwaltungsschale enthält alle verfügbaren Dokumente
vom Typenschild von überall und jederzeit auf Detailinforma­ digital sowie strukturiert und klassifiziert gemäß VDI 2770. Sie
tionen in der Verwaltungsschale zugegriffen werden. Dabei ist können in jeder verfügbaren Sprache direkt heruntergeladen

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Product Design & Production Planning 15

werden, wodurch die Papierdokumentation vollständig ersetzt Damit können Techniker Wartungsinformationen direkt über das
werden kann. Dies ermöglicht es Betreibern, benötigte Informa- digitale Typenschild abrufen. Aufgrund der Interoperabilität kann
tionen schnell und gezielt abzurufen, und verbessert die Effi­zienz gemeinsam mit allen Beteiligten der Wertschöpfungskette ein
im Dokumentationsmanagement: Relevante Inhalte können digitales Wartungshandbuch erstellt werden. Automatische
ohne das Durchsuchen einer gesamten Betriebsanleitung ein- ­Dokumentation und Integration in Betreibersysteme reduzieren
fach gefunden werden, versionierte Dokumentenstände werden Fehler und schaffen eine durchgängige Datenkette.
zur jeweiligen Instanz gespeichert und ein leichter Import in Do-
kumenten-Management-Systeme auf Kundenseite ist möglich. Anzeige von Nachfolgeprodukten
Durch den Scan des Typenschilds können verfügbare Nachfol-
Automatische Informationen zu Firmware-Updates geprodukte und deren Spezifikationen identifiziert werden. Ist
In der Digital Twin Plattform können Änderungen an Instanz- ein Nachfolgeprodukt vorhanden, wird es direkt in der Instanz
Verwaltungsschalen unkompliziert abonniert werden. Darüber angezeigt. So lassen sich passende Nachfolgeprodukte schnell

WENIGER STECKER
MEHR VERBINDUNG
DURCH AS-INTERFACE

hinaus werden auch Informationen zu neu verfügbaren Firm­ finden und ein Angebot vom Hersteller direkt anfordern. Das
ware-Updates auf Basis der Seriennummer bereitgestellt. Der reduziert Ausfallzeiten und beschleunigt den Austauschpro-
Update-Prozess selbst bleibt, wie in der Prozessindustrie meist zess.
erforderlich, in der Kontrolle des Kunden bzw. Betreibers. Die
twinsphere Suite von conplement stellt hierzu einen Event- Der entscheidende Unterschied:
Mechanismus zur Verfügung, welcher für diesen, aber auch für Typ- und Instanz-Verwaltungsschalen
weitere Anwendungsfälle genutzt werden kann. Die Digital Twin Plattform ermöglicht es R. Stahl, nicht nur Typ-
Verwaltungsschalen, sondern auch Instanz-Verwaltungsscha-
Effizientes Wartungsmanagement len anzubieten. Das bedeutet, dass nicht nur die allgemeinen
In den Verwaltungsschalen im Submodell Maintenance sind Produktdaten eines Geräts, sondern auch die individuellen
alle Wartungsdetails strukturiert und interoperabel hinterlegt. ­Daten jedes einzelnen Geräts (wie spezifische Zertifikate oder

2/2025 www.digital-factory-journal.de
16 Product Design & Production Planning

Firmware-Versionen) über die Plattform verwaltet werden kön-


nen. Diese Tiefe der Datenverwaltung sowie der Fokus auf die
Interaktion mit dem digitalen Zwilling heben die Lösung von
anderen Ansätzen auf dem Markt ab und bieten Kunden von
R. Stahl Mehrwert.

Digitale Zwillinge zum Leben erweckt


R. Stahl brachte bereits ausgeprägtes technisches Wissen zur
Verwaltungsschale mit, das eine Grundlage für die Entwick-
lung der Digital Twin Plattform bildete. conplement ergänzte

Bild: conplement
dieses Know-how gezielt mit Methodenkompetenz und fun-
dierter Expertise – sowohl im Bereich der Verwaltungsschale
als auch in der agilen, sicheren und effizienten Entwicklung
von Cloud-Web-Lösungen. Dabei gehört es zu den conple- Als ein Highlight auf der Hannover Messe präsentiert conplement
ment-Eigenschaften, Kunden genau dort abzuholen, wo sie twinstudio. Dieses Tool ermöglicht die Erstellung von Verwaltungs-
schalen und Teilmodellen auch ohne tiefgehende Kenntnisse des
stehen, und gemeinsam mit ihnen die optimalen Lösungen zu
AAS-Metamodells. Besonders interessant ist dies für Unternehmen
entwickeln.
mit Brownfield-Umgebungen oder Bestandsanlagen. twinstudio bietet
Zunächst wurde in einer Reihe von Workshops aus dem an- zwei zentrale Werkzeuge: Der Instance Builder ermöglicht eine intui­
fänglichen Konzept ein detaillierter Anforderungskatalog ent- tive, geführte Erstellung von Verwaltungsschalen und Teilmodellen.
wickelt: Durch eine Data Journey, User Story Mapping und Der Template Designer erlaubt es, bestehende Teilmodell-Templates
individuell anzupassen. conplement lädt Interessierte ein, twinsphere
UX-Workshops wurden gemeinsam mit R. Stahl die mittels der
live auf der Hannover Messe am Stand F27 in Halle 9 (Gemeinschafs-
Demonstrator-Lösung validierten Anwendungsfälle für die stand der Industrial Digital Twin Association e. V.) zu erleben.
Verwaltungsschale konkretisiert und für die Implementierung
mit technischen Konzepten angereichert. Auf dieser Basis
wurde die Architektur der Digital Twin Plattform entwickelt. Safety First: Secure Software Development
Ergänzt um die conplement-Erfahrung in den Bereichen User Lifecycle (SSDLC)
Experience und UI-Design entstand so eine anwenderfreund- Der SSDLC erlaubt es conplement, auf individuelle Sicherheits-
liche und moderne Applikation, die den Anforderungen des anforderungen adäquat zu reagieren und die erforderlichen
Markts gerecht wird. ­Sicherheitsanforderungen abzuleiten. Zu Projektbeginn wird
Ein zentraler Aspekt war die Integration der Digital Twin Platt- hierzu das erforderliche Security Level definiert und im ersten
form in die bestehende Systemlandschaft von R. Stahl. Dabei Schritt ein Security Canvas erstellt. Daraus werden die erforder-
wurden sowohl Anbindungen zu internen Systemen wie dem lichen Sicherheitsanforderungen abgeleitet. Während der Pro-
ERP-System von R. Stahl als auch zu externen Standards wie jektumsetzung wird das Security Canvas regelmäßig angepasst
dem Klassifizierungsstandard ECLASS erfolgreich umgesetzt. und Sicherheitsprüfungen durchgeführt. Zum Standard gehören
Für den effizienten und nachhaltigen Betrieb der Digital Twin ebenfalls stetige Prüfungen auf Vulnerabilitäten mithilfe der
Plattform griff conplement auf seine Produktkomponente Core- Software Bill of Materials (SBOM). Durch die konsequente Um-
Ops zurück. Diese bietet auf Basis eines Azure-Kubernetes- setzung der Sicherheitsmaßnahmen werden Schwachstellen
Service standardisierte Service-Implementierungen zur Auto- minimiert und die Software vor Angriffen geschützt. Durch den
matisierung und Überwachung von Serviceprozessen. Secure Software Development Lifecycle kann conplement
Die agile Arbeitsweise und das Bekenntnis zu maximaler Trans- ­sichere, robuste Anwendungen schaffen, die die Compliance-
parenz sowie die industrietaugliche AAS-Plattform twin­sphere Anforderungen von R. Stahl und Definitionen der DIN EN ISO
überzeugten den Kunden: Durch regelmäßige Review-Meetings 9001 und der DIN EN ISO/IEC 27001:2017 erfüllen und die vor
und einen kontinuierlichen Austausch konnte conplement Cyberbedrohungen geschützt sind.
­fle­xibel auf neue Anforderungen reagieren. Für R. Stahl waren
besonders die Geschwindigkeit und Verlässlichkeit, mit der auf Flexibilität und Interoperabilität
Änderungswünsche eingegangen wurde, ein neuer Maßstab. Eine solide technische Basis ist unerlässlich, um die Komplexität
Das ­Ergebnis ist eine skalierbare Digital Twin Plattform, die nicht und Anforderungen der Prozessindustrie effizient zu bewältigen.
nur R. Stahl, sondern auch seinen Kunden langfristig Mehrwert Mit der AAS-Plattform twinsphere Suite von conplement als
bietet. Basis bietet die Digital Twin Plattform von R. Stahl eine zu-

www.digital-factory-journal.de 2/2025
Product Design & Production Planning
Mehr erfahren

kunftssichere Lösung, um die digitale Transformation in sicher-


heitskritischen Branchen nachhaltig zu unterstützen.
Die auf Standards basierende und interoperable Plattform er-
möglicht eine zentrale Speicherung und Verwaltung sämtlicher
Verwaltungsschalen, die entlang der gesamten Wertschöp-
fungskette genutzt werden können. Die twinsphere Suite über-
zeugt durch kontinuierliche Wartung und Weiterentwicklung,
hohe Skalierbarkeit und einen professionellen Betrieb, der auch
die hohen Anforderungen der Prozessindustrie erfüllt.
Dank des kostengünstigen SaaS-Modells sind keine eigene
­D atenbank oder zusätzliche Serverinfrastruktur erforderlich.
Gleichzeitig profitieren Nutzer von einer stetig wachsenden
­Anzahl an „Mehrwert-Modulen“, die zusätzliche Funktio­nalitäten
bieten und sich flexibel in die Plattform integrieren lassen.
Diese Eigenschaften machten es möglich, innerhalb eines straf-
fen Zeitrahmens eine Live-Applikation mit echten Daten zu rea-
lisieren, die passgenau auf die Anwendungsfälle der Kunden
von R. Stahl zugeschnitten ist.

Ergebnis der Zusammenarbeit und Ausblick


Aus der erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen R. Stahl und
conplement entstand eine innovative Lösung, die den Einsatz
digitaler Zwillinge in der Prozessindustrie vorantreibt und spe­
ziell auf die Anforderungen sicherheitskritischer Branchen wie
der Chemie- und Ölindustrie zugeschnitten ist. Dies stellt nicht
nur die Innovationskraft des digitalen Zwillings unter Beweis,
sondern zeigt auch, wie wegweisende Technologien durch enge
Kooperation und ein gemeinsames Ziel realisiert werden kön-
Mehr Touch.
nen. Da die Erzeugung der Verwaltungsschalen bei R. Stahl
stattfindet und die Speicherung und Verwaltung der Schalen
Mehr Leistung.
durch conplement realisiert wird, war eine enge Zusammenar- Mehr PC.
beit auf Augenhöhe der Schlüssel.
R. Stahl plant, die Digital Twin Plattform nach dem Bedarf seiner
Kunden weiter auszubauen. Zukünftig sollen zusätzliche Funk-
tionen implementiert werden, darunter die Integration von um-
weltrelevanten Daten für den digitalen Produktpass. • Automation Panel | Panel PC | Automation PC
• Multitouch | Singletouch
Der Erfolg bildet eine gute Grundlage für weitere gemeinsame
• Widescreen | 4:3
Projekte mit conplement und lässt die Erwartungen für die Zu- • Hochformat | Querformat
kunft optimistisch in Richtung nachhaltiger und vernetzter In- • Tragarm | Einbau | Edelstahl
dustrien wachsen. • Beliebig kombinierbar
• Smart Display Link 4 | 100m
www.conplement.de/twinsphere
• Intel Core i3 | i5 | i7 | Xeon
À Hannover Messe: Halle 9, Stand F27 • Intel Atom
(Gemeinschaftsstand der IDTA)
https://dt.r-stahl.com

Britta Waligora
Vorstand bei der conplement AG

br-automation.com/multitouch

B&R | A member of the ABB Group


2/2025
18 Product Design & Production Planning

Mehr PS
durch virtuelle Inbetriebnahme
Schaeffler Special Machinery plant und konstruiert Montageanlagen, Prüfsysteme, Bearbei-
tungsmaschinen sowie Handhabungstechnik, ­fertigt diese in eigenen Werken und nimmt sie
bei Endkunden in aller Welt in Betrieb. Die rasanten technischen Entwicklungen in Automati-
sierung und Digitalisierung erfordern zunehmend Lösungen, die der wachsenden ­Anlagen-
bzw. Projektkomplexität Rechnung tragen. Bei F.EE fand das Unternehmen ein Simulations-
Tool, mit dem sich die Komplexität beherrschen und gleichzeitig Zeit einsparen lässt.
Werner Pospiech

Vor rund zwei Jahren identifizierte Schaeffler Special Machi­ Erfahrungen, die er vor allem auf die intuitive Bedienung zurück-
nery den Bedarf, die bestehende Software für die virtuelle Inbe- führt – und auch die Performance habe ihn und sein Team
triebnahme zu wechseln. Nach dem Vergleich verschiedener überzeugt. Gerade vor dem Hintergrund, dass die Fertigungs­
Tools fiel die Entscheidung auf fe.screen-sim von F.EE. Die anlagen von Schaeffler immer komplexer und die Datenmengen
F.EE-Unternehmensgruppe hat sich auf Fertigungsautomatisie- damit immer größer werden, zählen für D. Bros­zeit einfaches
rung und Industrieinformatik spezialisiert. Mit fe.screen-sim bie- Daten-Handling, eine einfache Bedienung und offene Schnitt-
tet sie ein Simulations-Tool für die virtuelle Inbetriebnahme von stellen gleichermaßen.
Maschinen und Anlagen. Dominik Broszeit, Softwareentwickler „Mein Verständnis von einer guten Simulation ist, dass wir über
bei Schaeffler Special Machinery in Erlangen, kannte die Soft- ein Tool wie fe.screen-sim alle Gewerke an den virtuellen Tisch
ware schon aus dem Studium. Dort befasste er sich erstmals mit bekommen“, betont der Experte. Die Herausforderung: Mecha-
der virtuellen Inbetriebnahme und erwarb einen darauf ausge- niker, Elektriker und Programmierer sprechen sinnbildlich nun
legten Masterabschluss. Mit fe.screen-sim verknüpft er gute einmal alle eine andere Sprache und nutzen zumeist verschie-

Virtuelle Inbetriebnahme bei Schaeffler Special Machinery – hier der digitale Zwilling einer Anlage für elektrische Antriebsachsen
Bilder: Schaeffler AG
Product Design & Production Planning 19

dene Datenformate. Sein Verständnis von Teamwork: Tool-ge-


stütztes effizientes Arbeiten in Verbindung mit erfolgreichem
Simulieren schafft Vorteile und bindet alle ein. Zudem betont er,
dass F.EE immer lösungsorientiert denke und handle: „Wenn wir
dort ­anrufen und sagen, dass wir für ein Projekt eine zusätzliche
Schnittstelle brauchen, dann klappt das.“

Mehr Zeit, weniger Stress


„Uns war klar, dass wir den komplexen Marktanforderungen und
dem Wunsch nach schnellerer Lieferung voll funktionsfähiger
Anlagen nur gerecht werden, wenn alle Beteiligten parallel in
einem Projekt arbeiten können. Die virtuelle Inbetriebnahme mit Auch bei der Inbetriebnahme kleinerer Anlagen und Roboterzellen
fe.screen-sim nimmt deshalb eine Schlüsselrolle ein“, erzählt sorgt die VIBN-Software fe.screen-sim für mehr Effizienz.

Stefan Gahabka, Bereichsleiter Electrical Engineering bei


Schaeffler Special Machinery. Das Tool mit seiner ausgereiften
Multi-User-Fähigkeit ermöglicht ihm und seinem Team das
gleichzeitige Arbeiten an einem Projekt. Damit wird das Schrei-
ben sowie Testen der Software für eine noch zu bauende Anlage
zum frühest denkbaren Zeitpunkt möglich. „Wir sind voll hand-
lungsfähig, obwohl Beschaffung und Montage gerade erst mit
ihren Arbeiten begonnen haben“, erklärt der Mechatroniker
D. Broszeit. Die gewonnene Zeit fließt in die Programmierung
sowie das Testen und ermöglicht mess­bar mehr Qualität: Liefen
die Testläufe früher erst nach Fertigstellung aller Arbeiten und
erzeugten sowohl Termindruck als auch Stress, könne man jetzt
unmittelbar starten – viele Prozesse lassen sich vorziehen, was
zum Projektende bzw. zur Inbetriebnahme beim Kunden deut­
liche Entlastungen im Team bedeutet.
Mehr noch: Die Software ermöglicht simultanes Engineering.
Heute werden Anlagen für Produkte häufig schon dann entwor-
fen, wenn die Produkte noch gar nicht zu 100 % vollständig Die virtuelle Inbetriebnahme ermöglicht eine deutliche Entlastung bei
entwickelt sind, um schnell in die Serienproduktion gehen zu der Arbeit an den ­realen Anlagen.

können.
Eine Sache ist dem Softwareexperten D. Broszeit dennoch be- Inbetriebnehmer kann von jedem Ort der Welt – also auch in
sonders wichtig: So groß die Entwicklungssprünge im Bereich Erlangen oder im Homeoffice – die Anlage testen und optimie-
virtueller Inbetriebnahme auch sind, gilt es doch auch Unschär- ren. Durch die wegfallenden Reisezeiten reduzieren sich auch
febereiche anzuerkennen und mit ihnen umzugehen: „Digital die Belastungen für die Mitarbeiter. Zudem vereinfacht sich die
werden wir nie zu 100 % die Inbetriebnahme ablösen können. Suche nach erfahrenen Inbetriebnehmern: Heute ist allzu oft
Diesen Anspruch haben wir bei Schaeffler aber auch nicht. Wir nicht nur der Mangel an Fachkräften eine Herausforderung,
liegen bei bis zu 95 % und sparen damit messbar eine Menge sondern auch die Bereitschaft, lange von der Familie getrennt
über den gesamten Entwicklungs- und Inbetriebnahmepro- zu sein.
zess.“
Die Zahlen sprechen für sich
Hohe Akzeptanz Insgesamt haben sich mit der Umstellung auf die VIBN-Soft-
Gemeinsam sind alle gefordert, sich an bestehenden Strukturen ware von F.EE für Schaeffler Special Machinery eine Vielzahl
und Prozessen in Mechanik oder Elektrik für die Einführung der wichtiger Möglichkeiten eröffnet: Neben einer Absicherung der
Simulationssoftware zu orientieren. Berührungsängste der Steuerungssoftware können kritische Betriebszustände risiko-
Fachabteilungen mit dem neuen Tool erlebe er keine: „Unser frei getestet und komplexe Abläufe in einer frühen Projektphase
Haupteinsatzgebiet ist nach wie vor das Software-Testing.“ Der simuliert werden. Die Experten bei Schaeffler Special Machine-

2/2025 www.digital-factory-journal.de
Product Design & Production Planning

Praxisworkshop
From Data to Action:
Smart Manufacturing
in der Praxis
WTZ-Tagungszentrum Heilbronn
09.04.2025 • 10:00 – 18:00 Uhr

Entdecken Sie das Potenzial der ver- Ortsunabhängiges, paralleles Arbeiten an einer Simulation – das ermöglicht die Multi-User-

en für MES
netzten Fertigungstechnologien und
lernen Sie, wie MES, KI und IIoT Ihre
Fähigkeit.

Produktion smarter machen.


ry validieren bzw. optimieren jetzt Steu- mit dem Schaeffler-Special-Machinery-
Gemeinschaftlicher Teil am Vormittag: er- und Regelstrategien ihrer Anlagen Standort China arbeiteten kürzlich chine-
 MES und IIoT – Auf dem Weg zur schon in der Engineering-Phase und sische und deutsche Entwickler an ei-
Smart Factory kann das eine nicht ohne sparen dadurch wertvolle Kapazitäten, nem gemeinsamen virtuellen Modell.
das andere sein! wie D. Broszeit ausführt. „Verglichen zu Das Wichtigste sei, dass man zum frü-
Dr. Ing. Harald Hoff, HIR GmbH früher ist die Zeitachse für die Entwick- hestmöglichen Zeitpunkt das digitale
lung von Sondermaschinen deutlich kür- Modell aufbaue, auf welches dann alle
 KI - Künstliche Intelligenz in der industriellen
zer und verteilt sich gleichzeitig auf viel involvierten Gewerke zugreifen können.
Anwendung
SPLÄNE UND& Dr.
Dr. Julius Pfrommer -ROADMAPS
Constanze Hasterok,
mehr Köpfe.“ Durch dieses Vorgehen entstehen für
Fraunhofer IOSB In den vergangenen zwei Jahren haben Schaeffler Special Machinery weitere
D. Broszeit und seine Kollegen etliche Chancen, fe.screen-sim einzusetzen. Die
Am Nachmittag können Sie zwischen drei Anlagen erfolgreich virtuell in Betrieb ge- Qualitätssicherung sei so ein Bereich.
praxisorientierten Workshops auswählen: nommen. Der nächste Schritt ist, Anlage- Das Simulations-Tool kann für Dienst-
©photocase, broetzel

 Professionelle Planung und -management modelle in einem geschützten Netzwerk leister und Kunden gleichermaßen
von KI-Projekten in der Industrie zentral zu speichern und Simulationen Mehrwerte liefern, indem die zeitkriti-
Fraunhofer IOSB als Dienstleistung allen Schaeffler-Kolle- sche Inbetriebnahme beim Kunden ent-
er strategischen Analyse und gen weltweit verfügbar zu machen. Mög- zerrt wird und sich viele Prozesse be-
-Systemeim MES-Umfeld.
Wie kommt das „Smart“ in die Factory?
lich wird das durch die Vernetzung des schleunigen lassen – gute Aussichten
HIR
ssen geniest dieGmbH
HIR einen Simulations-Tools mit anderen Syste- also für die Zukunft.
Beratungsunternehmen.
 Shopfloor 4.1: So gelingt die Vernetzung men, beispielsweise Roboter, Antriebe www.fescreen-sim.de, www.fee.de
die Rolle eines „Architekten“,
Ihres Maschinenparks oder Steuerungen. Mit der fe.screen-sim-
twortlich ist, Auswahlprozesse
MKW
plänen und RoadmapsGmbHsteuert
Digital Automation eigenen Trennung zwischen Core und
ng“ die Einführung managed Client funktioniert das reibungslos – der Werner Pospiech
Kosten, Termine und die
Core läuft auf dem Host und die Entwick- Vertriebsleiter für Industriesoftware
ler sind die Clients. (fe.screen-sim) bei der F.EE GmbH
sche Unternehmen aus
in Neunburg vorm Wald
ere MES-Kompetenz. www.hirgmbh.de
[email protected] Virtualität löst Grenzen auf
und verbindet weltweit
Der Praxistest beweist, dass der Plan
Detaillierte Informationen zu den Vorträgen, aufgeht: In einem gemeinsamen Projekt
Workshops, Teilnahmebedingungen und
das Anmeldeformular finden Sie unter:
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10.10.23 17:20 2/2025
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Product Design, Production / Planning & Engineering

MPDV: Auf Automatisierungspyramide folgt


Smart Factory Hive
Die MPDV Mikrolab GmbH hat
mit der Einführung des Smart
Factory Hive einen neuen An­
satz entwickelt, um den He­r­
ausforderungen moderner IT-
Architekturen in der Industrie zu

Bild: MPDV
max.
begegnen. Dieses Modell er­
neuert die konventionelle Auto­
Virtuelle CODESYS- Teilnehmer

matisierungspyramide und setzt


Steuerungen auf auf ein flexibles, vernetztes System, das die Effizienz und Produktivität in produzieren­
beliebiger Hardware den Unternehmen signifikant steigert.
In einem Zeitalter, in dem die Vernetzung stetig zunimmt, stoßen traditionelle Methoden
Workshop: 09.04.2025 | 10:30 bis 16:00 Uhr der Informationsverarbeitung an ihre Grenzen. Denn: „Ein wesentlicher Nachteil der
Ort: WTZ-Tagungszentrum Heilbronn Pyramidendarstellung ist, dass immer nur direkt benachbarte Schichten miteinander
Die Virtualisierung der Steuerungstechnik ist der kommunizieren – und das meist in proprietären Protokollen. Heutzutage hat die Ver­
Megatrend in der Industrieautomation. Redu- netzung deutlich zugenommen, sodass dieses Kommunikationsprinzip nicht mehr
zierte Kosten bei Beschaffung, Installation und
zielführend ist“, sagt Peter Hofmann, Manager Innova­tion bei MPDV. Der Smart Factory
Wartung sprechen bereits für sich. Hinzu kommt
eine ganz neue Flexibilität in Bezug auf Anzahl Hive soll diese Barrieren überwinden und bildet ein engmaschiges Kommunikations­
und Leistungsfähigkeit virtueller Steuerungen. netzwerk, in dem jedes System mit jedem anderen interagieren kann.
Und der Aspekt der gehärteten IT-Security ist in
Zeiten des Cyber Resilience Acts nicht zu unter-
schätzen. Integrationsplattform als Kernstück
Hier setzt der Plattformgedanke an. Mit der Manufacturing Integration Platform (MIP)
Aber wie setzt man eine virtuelle Steuerung auf?
Wie sieht die Projektierung ganz praktisch aus? hat MPDV diesen Weg bereits eingeschlagen. Das Prinzip dahinter: Alle Systeme und
Im Rahmen des Workshops können die Teil- Devices kommunizieren mit der MIP über je eine Schnittstelle, die zudem standardisiert
nehmenden anhand bereitgestellter x86- und
ist. Das reduziert die Komplexität und erhöht die Vielfalt an herstellerunabhängigen
ARM-basierter Hardware ihre eigenen virtuellen
CODESYS-Steuerungen installieren, konfigurie- Anbindungsmöglichkeiten.
ren, in Betrieb nehmen und projektieren. Außer- Um das neue Modell zu visualisieren, haben die Experten von MPDV die Wabendar­
dem wird gezeigt, wie selbst Safety-Steuerungen
mittlerweile virtualisiert werden können und stellung gewählt. Wie in einem Bienenstock ist die Struktur funktional, flexibel und klar
damit unabhängig von speziellen Hardwareplatt- organisiert. Diese Visualisierung verdeutlicht den Aufbau der komplexen IT-Architektur.
formen werden.
Der Smart Factory Hive besteht aus vier Schichten, die die Fertigungs-IT übersichtlich
darstellen:
Themenüberblick:
 Kurzeinführung zur Virtualisierung von • Data/Shopfloor: Hier sind alle Datenlieferanten angesiedelt, die auch Aggregations­
Steuerungstechnik plattformen auf Basis von Industrial Internet of Things (IIoT) sein können.
 Hands-on: • Integration: Die Integrationsplattform sorgt dafür, dass jeder die Daten bekommt, die
- Kurzeinführung zum CODESYS Development
System (bei Bedarf) er benötigt.
- Download von vPLC-Images • Applications: Jede Art von Anwendung für die Fertigungs-IT ist auf dieser Schicht zu
- Deployment und Konfiguration Hause.
- Projektierung der vPLC
• User Groups: Die einzelnen Benutzergruppen im Unternehmen sind der obersten
- E/A-Konfiguration mit Ethernet-basierten
Schicht zugeordnet.
Feldbussystemen
- Nutzung der CODESYS WebVisu parallel auf Nathalie Kletti, Geschäftsführerin von MPDV, ist sich sicher: „Mit dem Smart Factory
mehreren virtuellen Steuerungen Hive katapultieren wir die Fertigungs-IT in eine völlig neue Ära. Die neue Darstellung
 Vorführung: Zertifizierte virtuelle Sicherheitssteue-
gibt sowohl Anbietern als auch Anwendern eine frische und zukunftsorientierte Sicht
rung CODESYS Virtual Safe Control SL einsetzen
auf die IT in der Smart Factory. Die Fertigungs-IT der Zukunft ist nicht mehr nur ein
Detaillierte Informationen und Teilnahme- Konzept – sie beginnt hier und jetzt und eröffnet ungeahnte Möglichkeiten für mehr
bedingungen + Anmeldung unter: Effizienz, bessere Vernetzung und anhaltende Innovation.“
codesys.automatisierungstreff.com
www.mpdv.com/industrie-4-0/smart-factory-hive

Anmeldung unter: 2/2025


codesys.automatisierungstreff.com
Product Design, Production / Planning & Engineering 23

KI-gestützte Lösungen für den „Shaping the Future


kompletten Digital Thread with Technology“
PTC präsentiert auf der Hannover Messe KI-gestützte Lösun­ Schneider Electric wird auf der Hannover Messe sein Engage­
gen, die produzierenden Unternehmen neue Möglichkeiten er­ ment für eine offene, softwaredefinierte Automatisierung sowie
öffnen, um ihre Produkte zu entwickeln, herzustellen und zu seine neuesten technologischen Innovationen vorstellen. In An­
warten. Besucher erleben am Messestand Live-Demos zu lehnung an das diesjährige Messemotto „Shaping the Future
­Themen, wie KI-Technologie, Digital Thread, Digital Twin, nach­ with Technology“ zeigt das Unternehmen, wie es die industriel­
haltiger Produktentwicklung oder der „Onshape Apple Vision le Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Widerstandsfähig­
Pro Experience“. keit seiner Kunden fördert, indem es industrielle Ökosysteme
Im Mittelpunkt der Messepräsentation steht eine umfassende durch offene, softwaredefinierte Automatisierung, Digitalisie­
Demo des Digital Threads. Als Exponat dient eine Windturbine rung und Elektrifizierung verbindet.
von Vestas, an Die Standbesucher werden, begleitet von Fachleuten, in ein
der gezeigt wird, digital vernetztes Lebensmittel- und Getränke-Ökosystem
wie der dänische ­s owie seine vernetzten Wertschöpfungsketten eintauchen –
Hersteller die KI- von nachhaltig produzierten Lebensmitteln über automatisier­
gestützten Digital- te Produktion und Kontrolle bis hin zu nachhaltigen Ver­
Bild: PTC

Thread-Lösungen packungen. Auf ihrer Reise durch den Circular Manufacturing


von PTC einsetzt. Campus können sie erleben, wie offene, softwaredefinierte,
Die Lösungen datengesteuerte Automatisierungslösungen und fortschritt­
schaffen ein geschlossenes System, das auf leistungsstarkem liche Technologien wie KI tagtäglich zu besseren Ergebnissen
ALM und PLM basiert. ­f ühren.
Die Demo verfolgt den gesamten Lebenszyklus einer Turbine Besucher erfahren, wie Schneider Electric mit EcoStruxure
– von Vibrationsalarmen aus einem Windpark über Fernmel­ ­Automation Expert Pionierarbeit bei Automatisierungs- und Be­
dungen, technische Neugestaltung, Simulation, Fertigung und wegungslösungen der nächsten Generation leistet. Sie können
Inspektion bis hin zur Umsetzung vor Ort. Der vernetzte Daten­ mehr über Energiemanagementlösungen erfahren und wie
fluss über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg trägt Schneider Electric durch strategische Kooperationen mit Part­
dazu bei, die Zusammenarbeit in Echtzeit und eine verbesserte nern, Universitäten und Kunden, darunter Aveva, Unviersal­
Entscheidungsfindung durch umfassende Datenanalyse zu ge­ Automation.org, Microsoft und Capgemini, KI in seine Lösungen
währleisten. einbindet.
www.ptc.com www.se.com/de
À Hannover Messe: Halle 17, Stand D40 À Hannover Messe: Halle 11, Stand C52

MES-Neuheiten hautnah erleben


Auf der Hannover Messe zeigt Industrie Informatik, wie dank währter Lösungen
Cronetworld die umfassende Integration des MES-Kerns mit zurückgreifen. Als
Bild: Industrie Informatik

­benachbarten Systemen und den Services ausgewählter Tech­ Hauptvorteil des


nologiepartner entlang der gesamten Wertschöpfungskette Solution Stores
­gelingt. Der Best-of-Breed-Ansatz findet so beispielsweise in wird genannt, dass
Sachen Maschinenanbindung, No-Code-Technologie, Energie­ er User befähigt,
management seine Anwendung. die Komplexität ei­
Als Gamechanger wird in diesem Zusammenhang auch der ner MES-Integra­
­Industrie Informatik Solution Store bezeichnet. Vergleichbar mit tion zu reduzieren und damit die Effizienz schnell zu steigern,
einem App-Store oder Online-Shop, ermöglicht er direkten Zugriff Kosten einzusparen und die Flexibilität zu erhöhen. Diese Vor­
auf eine Vielzahl praxiserprobter und optimierter Best-Practice- stellung der Smart Factory wird in Hannover gezeigt.
Lösungen, die mit wenigen Klicks installiert und eingesetzt wer­ www.industrieinformatik.com
den können. Unternehmen können so auf eine breite Palette be­ À Hannover Messe: Halle 15, Stand F28

2/2025 www.digital-factory-journal.de
24 Automation, Robotic & Manufacturing

Sichere Messtechnik für Carbon


Capture, Utilization and Storage
Deutschland setzt für eine klimaneutrale Zukunft auf drei Strategien: Emissionsvermeidung,
erneuerbare Energien und CO2-Abscheidung. Diese Maßnahmen sollen das Ziel der Netto-
Treibhausgasneutralität bis zum Jahr 2045 ermöglichen. Da über 2045 hinaus unvermeid-
bare Emissionen bleiben werden, gewinnt die CCUS-Strategie (Carbon Capture, Utilization and
Storage) an Bedeutung. Endress+Hauser liefert die passende Technik und verfügt über das
erforderliche Prozess-Know-how.

Endress+Hauser liefert ein breites Spektrum an innovativen Geräten, Lösungen und Applikationen, die den Prozess der Umstellung der Chemie­ Bilder: Endress+Hauser
industrie auf emissionsfreie Technologien unterstützen.

Der CCUS-Ansatz beinhaltet die Abscheidung, Nutzung und Carbon Capture & Direct Air Capture
Speicherung von CO2 aus fossilen Stromerzeugungs- oder in- Für Prozesse, die bisher noch nicht auf regenerative Energien
dustriellen Quellen und dessen Weiterverwendung oder dauer- umgestellt wurden, oder für solche, bei denen dies gar nicht mög-
hafte geologische Tiefenlagerung. Dafür muss das CO2 aufge- lich ist, bieten sich aktiv abscheidende Emissionstechnologien an.
fangen, transportiert und in unterirdischen Speichern gelagert Carbon Capture (CC) fängt CO2 ein, bevor es in die Luft abgegeben
werden, um zu einem späteren Zeitpunkt wieder eingesetzt wird und dort einen schädlichen Einfluss auf das Klima nimmt.
werden zu können. Die Herausforderung: Genaue Mengen- und Direct Air Capture (DAC) hingegen fängt CO2 direkt aus der Um-
Qualitätsmessungen von CO2 vor, während und nach der Ver- gebungsluft ein. Eine der ausgereiftesten Techno­logien zur
brennung sowie die Nutzung sicherer Daten sind von entschei- ­Kohlenstoffabscheidung ist dabei die chemische ­Absorption auf
dender Bedeutung für die Optimierung des Abscheidungspro- der Grundlage von Amin-Lösungsmitteln. ­Wesent­liche Faktoren
zesses, die Unversehrtheit von Pipelines sowie für die sichere sind hier die Kostenoptimierung für die CO2-Abscheidung sowie
Lagerung und einen effizienten Betrieb. In diesem Prozess spielt das Lösungsmittelmanagement ­sowohl für den Anlagenbetreiber
die Messtechnik eine entscheidende Rolle. als auch für den Technologieentwickler.

www.digital-factory-journal.de 2/2025
Automation, Robotic & Manufacturing 25

„Ist das CO2 abgeschieden, muss es ent-


sprechend aufbereitet werden, um Verun-
reinigungen zu entfernen, die den Trans-
port und die Speicherung stören könnten“,
erklärt F. Effenberger. Eine zentrale Rolle
spielt dabei die Vermeidung von Korrosion
in den Pipelines, die durch Wasser,
Schwefelwasserstoff und Sauerstoff be-
günstigt wird. „Regelmäßige Analysen
sichern die Reinheit des CO2 und verhin-
dern so Korrosion und Eisbildung in den
Leitungen. Hier kommt unsere präzise
Messtechnik ins Spiel.“
Für diesen Prozess stellen die TDLAS-
und QF-Analysatoren von Endress+Hauser
eine zuverlässige Lösung für die Echt­ Frederik Effenberger, Industry Manager Decarbonization bei der Endress+Hauser-Firmen­
zeitmessung und Überwachung im Rah- gruppe: „Unsere Lösungen tragen maßgeblich zur Reduzierung der CO2-Emissionen bei, wobei
die Eigenschaften und Konnektivität der installierten Messgeräte in der Umsetzung über den
men von CCUS-Anwendungen dar. „Zu-
Erfolg entscheiden.“
sätzlich bieten Softwarelösungen wie
Endress+Hauser Netilion und die Heart-
beat Technology umfassende Über­
wachungs- und Steuerungsmöglichkeiten.
Diese ermöglichen eine nahtlose Integra-
tion und Optimierung aller Prozesspara-
meter, was die Effizienz der gesamten
Anlage weiter steigert“, führt F. Effenber-
ger weiter aus.

Spezielle Transportbedingungen
Für den nächsten Schritt, den Transport
des absorbierten CO2 durch die Pipelines,
muss dessen Durchfluss exakt erfasst
werden. „In dieser Phase weist CO2 eine
Viskosität auf, die der eines Gases ähnelt,
aber gleichzeitig eine Dichte besitzt, die
eher der einer Flüssigkeit entspricht. Auf-
grund der ungewöhnlichen ­Unterschiede
in den thermophysikalischen Eigenschaf- Mit den Softwarelösungen Netilion und Heartbeat Technology bietet Endress+Hauser
ten von CO2 ist es besonders wichtig, dass Überwachungs- und Steuerungsmöglichkeiten für CCUS-Anwendungen.

man Temperatur und Druck in der Pipeline


sorgfältig kontrolliert“, erklärt F. Effenberger die He­
r aus­
for­ dem haben wir komplette Metering-Skids für die genaue Mes-
derung. sung am Übergabepunkt entwickelt. CO2 wird dann je nach
Hier unterstützt Endress+Hauser Kunden mit seinem Fachwis- Verfügbarkeit von Transportmitteln, wie Pipeline, Bahn, Lkw
sen und seiner Erfahrung, wie komplexe CO2-Durchflussmes- oder Schiff, zu den Speicherorten gebracht, wobei Pipelines für
sungen unter Einhaltung der vorgeschriebenen Quantitäts- und große Mengen am kosteneffizientesten sind“, gibt er an.
Qualitätsparameter durchzuführen sind. „Unsere Coriolis-Mas-
sedurchflussmessgeräte bieten zuverlässige und bewährte Sichere Speicherung
Technolo­gien für Messungen in der dichten CO2-Phase, die Die Speicherung des CO2 erfolgt in der Regel unterirdisch in
höchste Genauigkeit und Verfügbarkeit gewährleisten. Außer- tiefen, porösen Gesteinsformationen oder unter dem Meer,

2/2025 www.digital-factory-journal.de
Automation, Robotic & Manufacturing

From Data to Action: Smart ­beispielsweise in den Sandsteinschich- Messtechnik wiederum eine entschei-
Manufacturing in der Praxis ten der Nordsee. Häufig genutzte Lager- dende Rolle. Beispielsweise geschieht
WTZ-Tagungszentrum Heilbronn stätten sind erschöpfte Öl- und Gasfelder eine Bei­mischung bei der Speisung von
09.04.2025 • 10:00 – 18:00 Uhr oder salzhaltige Aquifere. „In diesen For- Gasturbinen. „Hier können ­Unternehmen
Am Vormittag – Keynote-Vorträge: mationen wird das CO2 in einem überkri- mithilfe von Durchflussmesstechnik so-
tischen Zustand injiziert, wo es sicher wie optischer Analysemesstechnik von
• MES und IIoT – Auf dem Weg zur Smart Factory eingeschlossen bleibt. Eine dichte Deck- Endress+Hauser die Mixtur aus Erdgas
kann das eine nicht ohne das andere sein!
schicht verhindert das Entweichen. Um und H2 bestimmen und die Anlage Schritt
Dr. Ing. Harald Hoff, HIR GmbH
die Sicherheit zu gewährleisten, ist eine für Schritt auf reinen Wasserstoffbetrieb
• KI - Künstliche Intelligenz in der industriellen
Wir schlagen Brücken
Anwendung kontinuierliche Überwachung der Spei- umrüsten. Auch die Beimischung von H2
Die Architekten
Dr.-Ing. Julius Pfrommer,für MESIOSB
Fraunhofer cherorte entscheidend, um das Risiko in Winderhitzer von Hochöfen – bekannt
von Leckagen zu minimieren“, erläutert unter dem Schlagwort Green Steel – ver-
MES & IIoT F. Effenberger. folgt diesen Ansatz“, sagt F. Effenberger.
Bebauungspläne & Roadmaps
y
tor
rt Fac Vielfältige Möglichkeiten Dekarbonisierung
a
Sm
ur der Wiederverwendung braucht Messtechnik
gz
r We
De Die Wiederverwendung von CO2 findet Um die CO 2-Wende zu realisieren,
unter anderem in Industriezweigen statt, ­b edarf es einer Vielzahl von Maßnah-
max.

8
die auf den Rohstoff angewiesen sind, men und der Nutzung verschiedener
beispielsweise Treibhäuser, um das technolo­
g ischer Ansätze, insbeson­
Teilnehmer
Hands-on Workshop am Nachmittag:
HIR unterstützt Industrieunternehmen bei der strategischen Analyse und Pflanzenwachstum zu fördern und den dere im Bereich der Messtechnik.

ADMAPS
operativen Gestaltung ihrer Prozesse und IT-Systeme im MES-Umfeld.

Bei MES-Auswahl- und Entscheidungsprozessen geniest die HIR einen


Ernteertrag zu steigern, die Lebensmit- Endress+Hauser liefert ein breites Spek-
Wie kommt das „Smart“ in die Factory?
exzellenten Ruf als spezialisiertes, neutrales Beratungsunternehmen.
telindustrie zum Aufsprudeln von Ge- trum an innovativen Geräten, Lösungen
HIR-Berater übernehmen für einen Kunden die Rolle eines „Architekten“,
Die Zukunft der Fertigung ist smart, effizient
der für Konzepte und Pflichtenhefte verantwortlich ist, Auswahlprozesse tränken und zum Abfüllen von Bier oder und Applikationen, die den Prozess der
und die Entwicklung von MES-Bebauungsplänen und Roadmaps steuert
und innovativ. Aber wie sieht der logische Weg
und in der Realisierungsphase als „Bauleitung“ die Einführung managed
oder als Mitglied im Lenkungskreis Risiken, Kosten, Termine und die die Chemieindustrie bei der Herstellung Umstellung der Chemieindustrie auf
zur Smart Factory aus – und wie können Sie ihn
Qualität überwacht.

erfolgreich
Namhafte große Konzerne gehen?
und mittelständische Unternehmen aus
von Methanol. emissionsfreie Technologien unterstüt-
unterschiedlichen Branchen bestätigen unsere MES-Kompetenz. www.hirgmbh.de
[email protected] Aber auch im Zusammenhang mit Was- zen. Von präzisen Durchflussmessgerä-
Dieser praxisnahe Workshop zeigt, wie ein MES
AUSZUG REFERENZEN
serstoff bietet die W
­ iederverwendung ten bis hin zu hoch entwickelten Gasana-
(Manufacturing Execution System) gemeinsam
©photocase, broetzel

von CO2 für die Chemieindustrie Vorteile, lysatoren bietet das Unternehmen
mit einer IIoT-Plattform die Grundlage für Ihre
Smart Factory schafft. Erfahren Sie, wie Sie den wie F. Effenberger ausführt: „Mischt man maßgeschneiderte Lösungen, die es
HIR-Anzeige 2023 IT&Production A4 .indd 1

Wandel erfolgreich starten oder fortsetzen –


10.10.23 17:20
die beiden Gase, treten je nach den Re- Anwendern ermöglichen, ihre CO2-
mit klaren Schritten, praktischen Tools und aktionsbedingungen und dem Verhältnis Emissionen zu reduzieren und einen
konkreten Beispielen. verschiedene chemische Reaktionen nachhaltigeren Betrieb zu gewährleis-
auf.“ Als eine häufige nennt er die soge- ten.
Das erwartet Sie:
• Einführung: „Der logische Weg zur Smart nannte Fischer-Tropsch-Synthese, bei Für den Erfolg von CCUS ist aus Sicht
Factory“ anhand des HIR-Vorgehensmodells der CO2 und Wasserstoff unter Druck von F. Effenberger eine enge Zusam-

• Vorgehensweise auf Basis der eigenen sowie in Gegenwart eines geeigneten menarbeit zwischen Industrie, For-
Ausgangssituation und des Reifegrades Katalysators zu Kohlenwasserstoffen schung und P
­ olitik wesentlich. „Klare

• Hands-on: Einführung und Nutzung der umgewandelt werden, zum Beispiel Me- regulatorische Rahmenbedingungen,
HIR-Tools und -Checklisten than oder Synthesegas. „Diese Synthese Investitionen in Infrastruktur und For-

• Format: Interaktiv kann zum Einsatz kommen, wenn es um schung sowie ein koor­diniertes Vorgehen
die Herstellung von Treibstoffen oder sind entscheidend, um die Effizienz der
• Abschlussfragen und Diskussionsrunde
chemischen Grundstoffen geht. Wenn Technologien zu steigern und zur Errei-
Agenda + Teilnahmebedingungen finden Sie unter: man hingegen Wasserstoff nicht erst chung der Klimaziele beizutragen“, sagt
mes.automatisierungstreff.com umwandeln möchte, dann kann man die- er abschließend.
sen auch zur Senkung der CO2-Ausstö- www.de.endress.com
ße dem Erdgas bei­mischen“, berichtet er.
Da hierzu die genaue Gaszusammenset-
zung gemessen werden muss, spielt die

www.hirgmbh.deAnmeldung unter: 2/2025

[email protected]
mes.automatisierungstreff.com
Automation, Robotic & Manufacturing 27

Bild: Daniel Tkatsch


Steht seit 2021 an der Spitze von Conrad Electronic: CEO Ralf Bühler

„Pain Points in der Beschaffung


aktiv angehen“
Conrad Electronic blickt auf eine mehr als 100-jährige Firmengeschichte zurück. In den ver-
gangenen Jahren hat sich das Familienunternehmen vom klassischen Technikhändler zur
Beschaffungsplattform für den technischen Bedarf transformiert – mit klarem Fokus auf das
B2B-Geschäft. Was Conrad von anderen Anbietern unterscheidet, welche Pain Points es ins-
besondere bei der Beschaffung von C-Teilen zu bewältigen gilt und welche Themen Distribu-
toren sowie Kunden aktuell unter den Nägeln brennen, darüber spricht der Conrad-CEO Ralf
Bühler im Interview.
Inge Hübner

Herr Bühler, was sind die wesentlichen Anforderungen von In- entsprechend, haben wir uns von Anfang an für ein kuratiertes
dustriekunden an Sourcing-Plattformen wie Conrad Electronic Marktplatzmodell entschieden und lassen ausschließlich ge­
und wie begegnen Sie diesen? prüfte Seller auf unserer Plattform zu.
R. Bühler: Spontan denkt man hier an eine möglichst umfang-
reiche Produktauswahl. Und natürlich ist das ein wichtiges Kri- Schaut man sich Ihre Plattform an, zeigt sich, dass die Anzahl der
terium. Mit unserem Conrad-eigenen Sortiment und den Artikeln Produkte bei Weitem nicht alles ist. Wie würden Sie Ihr Erfolgs-
unserer Marktplatz-Seller sind wir mittlerweile bei stolzen modell beschreiben?
10 Mio. Produktangeboten auf unserer Plattform angelangt. Das R. Bühler: Ganz genau. Wir verstehen uns als Lösungsanbieter
kann sich sehen lassen, wenn man bedenkt, dass wir 2017 bei und die Conrad Sourcing Platform demzufolge als Netzwerk aus
800 000 Artikeln waren. Gerade im B2B-Umfeld ist außerdem Menschen, digitalen Lösungen, Services und Partnern, um
die Qualität des Sortiments entscheidend. Diesem Anspruch ­Unternehmen alle Teile des Erfolgs bei der Beschaffung ihres

2/2025 www.digital-factory-journal.de
28 Automation, Robotic & Manufacturing

technischen Bedarfs zu liefern. Wir verfolgen


also einen ganzheitlichen Ansatz, der unse-
ren Kunden dabei hilft, ihre größten Pain
Points in der Beschaffung aktiv anzugehen.

Und was genau sind die größten Pain Points


und wie unterstützt Conrad Unternehmen
konkret bei deren Lösung?
R. Bühler: Viele Einkaufsverantwortliche
treibt das Thema Prozesskosten um. Insbe-
sondere im Bereich der indirekten Beschaf-

Bild: Kristof Lemp


fung. Diese machen zwar nur einen geringen
Teil der Investitionen aus, sorgen jedoch für
einen vergleichsweise hohen und dement-
sprechend kostspieligen Prozessaufwand,
solange diese Kleinstbestellungen manuell Conrad ermöglicht es, mit ProcurePlus bis zu 30 % bei der indirekten Beschaffung
erfolgen. Hier setzen wir an und unterstützen zu ­sparen.

unsere Kunden im Rahmen der Initiative


­ProcurePlus dabei, bis zu 30 % ihrer Kosten bei der indirekten Kunden im Rahmen von ProcurePlus also sehr individuell und
Beschaffung einzusparen. besprechen im persönlichen Austausch, welche Ansätze es
gibt, um Prozesse zu verschlanken und C-Teile so zeit- und
Prozesseffizienz ist aktuell ein weites Thema. Wie lässt sich kostensparend wie möglich zu beschaffen.
Beschaffung effizienter gestalten und zukunftsfähig ausrichten?
R. Bühler: Ein entscheidender Aspekt sind maßgeschneiderte Kommen wir zu einem aktuellen Trendthema: künstliche Intelli-
elektronische Lösungen. Für die Akzeptanz auf Kundenseite ist genz. Wie stehen Sie als CEO von Conrad Electronic zu diesem
es wichtig, hier als Plattform möglichst anbindungsoffen unter- Thema?
wegs zu sein – sei es, dass wir uns per Open Catalogue Interface R. Bühler: Die Frage lautet immer: Wie können wir die KI – ins-
(OCI) in die ERP-Systeme integrieren oder kleineren Unterneh- besondere im B2B-Umfeld – so nutzen, dass sie uns die Arbeit
men mithilfe unserer browserbasierten Lösung Conrad Smart erleichtert und unseren Geschäftskunden echten Mehrwert
Procure einen Einstieg ins E-Procurement ermöglichen. Weg bringt. Natürlich haben wir KI im Einsatz. Bei der Verarbeitung
von Fax und E-Mail hin zum E-Business bedeutet außerdem den von Produktdaten in unserem Online-Shop beispielsweise oder
Einsatz von Electronic Data Interchange (EDI), um Bestellungen im Rahmen von Scoring-Modellen. Wir testen aktuell in einem
und Rechnungen automatisiert abzuwickeln. unserer Online-Shops einen KI-Assistant, der als digitaler Be­
rater hilft, das richtige Produkt für individuelle Anwendungen
Neben einer vermehrt digitalen und automatisierten Ausrichtung zu finden oder auch auf technische Fragen Antworten liefert.
bei der Beschaffung von C-Teilen sind weiterhin Menschen in den Die Nutzerakzeptanz wird zeigen, ob dieser Assistent auch auf
Prozess involviert. Bitte gehen Sie etwas konkreter auf den Faktor ­conrad.de zum Einsatz kommt.
Mensch ein.
R. Bühler: Mit unseren 10 Mio. Produktangeboten bieten wir eine Die Absicherung der Lieferketten war eine lange Zeit ein großes
enorme Auswahl und eröffnen Unternehmen so die Möglichkeit, Thema. Wie schätzen Sie die Lage aktuell ein und wie kann es
den Großteil ihres indirekten technischen Bedarfs aus einer gelingen, Ware künftig noch besser verfügbar zu machen?
Hand zu beziehen. Im Rahmen von ProcurePlus gehen wir noch R. Bühler: Mit Blick auf die Absicherung von Lieferketten sind
einen Schritt weiter: Im Idealfall gelingt es uns, bestehende internationale Geschäftsbeziehungen enorm wichtig. Das welt-
Lieferanten des Kunden on top für Conrad zu begeistern und weit agierende Lieferantennetzwerk von Conrad ist seit vielen
somit eine optimale Lieferantenkonsolidierung zu ermöglichen Jahrzehnten gewachsen. Die Skalierbarkeit des Conrad Market-
– mit dem zusätzlichen Vorteil, nur noch einen Rechnungsstel- place und die dort angebundenen Seller machen uns in Sachen
ler, nämlich Conrad, verwalten zu müssen. Auch die Analyse Verfügbarkeit noch zuverlässiger. Einen immer größeren Stel-
des Status quo und damit verbunden das Aufzeigen von Ein- lenwert wird das Thema Crossborder-Commerce einnehmen,
sparpotenzialen ist Teil von ProcurePlus. Wir betreuen unsere um Ware über Landesgrenzen hinweg anzubieten. Das ist ein

www.digital-factory-journal.de 2/2025
Automation, Robotic & Manufacturing 29

unserer Aussendungen eine homogene Ver-


packung aus einem Werkstoff – nämlich Kar-
ton und Knüllpapier – im Einsatz. Ein weiteres
Beispiel: Unser optimiertes Retourenmana-
gement mit dem Spezialisten BuyBay, der
diesen Prozess dank geschulter Grading-­
Experten und intelligenter Software noch
nachhaltiger macht und dafür sorgt, dass die
höchstmögliche Anzahl von Produkten zu-
rück in den Konsumkreislauf gelangt. Weitere

Bild: Conrad Electronic


Ansätze: Wir bieten auf unserer Plattform
Refurbished-Produkte und Geräte zur Miete
statt zum Kauf an. Nachhaltigkeit kann aber
auch im Kleinen starten: Bei der Verpackung
unserer Produkte mit eigener Markenhoheit
Knüllpapier statt Maischips: Mit einem umweltfreundlicheren ­Füll­material in den Paketen beispielsweise versuchen wir – wann immer
entspricht Conrad dem steigenden ­Nachhaltigkeitsanspruch. möglich –, auf Plastik zu verzichten und ha-
ben bereits vor Jahren angefangen, auf um-
dickes Brett, das wir Distributoren alle zusammen bohren müs- weltfreundliche Verpackungen umzustellen.
sen, denn gerade im B2B-Bereich sind einige Hürden zu über-
winden. Oftmals gibt es nämlich die Ware im Markt – nur Lassen Sie uns abschließend bitte noch einen Blick auf den
unglücklicherweise an der falschen Stelle, im falschen Land, ­immer schnelllebigeren Markt richten: Wie lösen Sie die Heraus-
vielleicht sogar auf dem falschen Kontinent. Unser Ziel muss es forderung, ihr Plattformangebot schnell an die sich ständig ver-
sein, diese Ware sichtbar und besser verfügbar zu machen. ändernden Kundenanforderungen anzupassen – sowohl das
Sortiment als auch das Bestellverhalten betreffend?
Ware, die bereits produziert ist, nutzbar zu machen, bringt uns R. Bühler: Das Angebot der Conrad Sourcing Platform ist dank
zum Thema Nachhaltigkeit. Wie positionieren Sie sich als Fami- unserer Marktplatz-Lösung dynamisch skalierbar. Je nach
lienunternehmen generell mit Blick auf dieses wichtige Thema? Marktentwicklung und Bedarf kann das Onboarding neuer Sel-
R. Bühler: Als Familienunternehmen steht Conrad Electronic ler ohne große Zeitverzögerung erfolgen. Auch hier helfen uns
seit mehr als 100 Jahren für Verantwortung. Unser Umwelt­ digitale und somit autonom laufende Prozesse, die wir von
management beispielsweise ist bereits seit 2006 EMAS-zerti- ­A nfang an etabliert und stets weiter optimiert haben. Was das
fiziert. Wir haben Photovoltaik im Einsatz, nutzen Ökostrom und Bestellverhalten unserer Kunden angeht, arbeiten wir mit
eine Hackschnitzelheizung. Um unseren CO2-Fußabdruck zu maßgeschneiderten Customized-Lösungen, die den unter-
­
verringern, arbeiten wir mit Transportdienstleistern zusammen, schiedlichen Anforderungen unserer Kunden aller Branchen
die sich auf CO2-Kompensation committet haben und kompen- und Größen gerecht werden – angefangen beim individuell
sieren bereits 95 % der durch unseren Warenausgang entste- konfigurierbaren Einkaufen im Webshop über unsere browser-
henden CO2-Emissionen. Das machen andere Unternehmen basierte elektronische Einkaufslösung Conrad Smart Procure
auch. Deshalb realisieren wir vor allem eigene Projekte, um bis hin zur Integration ausgewählter Kataloge und Warengruppen
Vorreiter und Vorbild beim Thema Nachhaltigkeit zu sein, oder im ERP-System u
­ nserer Kunden. Damit sehen wir uns sehr gut
holen uns Partner an die Seite, die uns bei der Umsetzung un- für die Zukunfts­anforderungen unserer Kunden und des Markts
terstützen. gerüstet.
conrad.de
Und welche Umweltaktivitäten treibt das Unternehmen mit
­eigenen Projekten voran?
R. Bühler: Starten wir mit unserer Logistik: Dort haben wir ein
Pilotprojekt für eine voll automatisierte Knüllpapiermaschine
gestartet, die sich nahtlos in unsere modernen Logistikprozesse
integrieren lässt. Mit Erfolg: Statt Maischips, die separat in der
Biotonne entsorgt werden müssen, haben wir jetzt bei 80 %

2/2025 www.digital-factory-journal.de
Bilder: DMG Mori
Die neue Struktur erweitert das Produktportfolio um ganzheitliche Lösungen für die digitale Arbeitsvorbereitung.

Digitales rund um die


Werkzeugmaschine
Die DMG Mori Technium Europe GmbH setzt neue Maßstäbe in der Bereitstellung digitaler
Lösungen für die Fertigungsindustrie. Dieser Wandel signalisiert eine verstärkte Konzentration
auf integrierte Lösungen, die es Kunden ermöglichen, ihre Produktionsprozesse effizient und
effektiv zu digitalisieren und zu optimieren. Die Redaktion sprach mit Jan Möllenhoff, Geschäfts-
führer der DMG Mori Technium Europe GmbH.
Ronald Heinze

Wie stärkt die DMG Mori Technium wir uns als Vorreiter in der Branche und bieten unseren Kunden
Europe GmbH das Digitalisie- innovative Ansätze zur Bewältigung der Herausforderungen der
rungsportfolio von DMG Mori? digitalen Zukunft.
J. Möllenhoff: Die Bündelung der
Aktivitäten im Bereich Training Welche Vorteile haben Ihre Kunden damit?
und digitale Arbeitsvorbereitung J. Möllenhoff: Kunden erhalten durch die Zusammenführung
unter einem Dach ist ein entschei- des Academy-Portfolios und der digitalen Lösungen den Zu-
dender Schritt zur Stärkung unse- gang zu umfassenden, integrierten Lösungen, um ihre Ferti-
res Digitalisierungsportfolios. Mit gungsprozesse effizienter zu gestalten und gleichzeitig die
Fokus auf die Digitale Transforma- Komplexität zu reduzieren. Insbesondere in Zeiten des Fach-
tion (DX) bieten wir nun ganzheit- kräftemangels und steigender Anforderungen an die Mitarbeiter
Jan Möllenhoff ist Geschäftsführer der liche Lösungen für die digitale Ar- bieten wir umfassende Unterstützung durch Beratung und
DMG Mori Technium Europe GmbH. beitsvorbereitung, Beratung und Schulungen. Dies ermöglicht es unseren Kunden, nicht nur
Anwender-Trainings für den Ein- hochwertige Maschinen zu erwerben, sondern auch das not-
satz der Software-Lösungen und Maschinen aus einer Hand an. wendige Wissen und die Software, um diese optimal zu betrei-
Diese neue Struktur ermöglicht es uns, Maschinen, Software und ben. Letztlich steigert dies die Wettbewerbsfähigkeit und Inno-
Mitarbeiter nahtlos zu integrieren, was die Effizienz und Komple- vationskraft unserer Kunden.
xität der Fertigungsprozesse erheblich verbessert. Denn gerade
die Optimierung der vor- und nachgelagerten sowie übergreifen- Bitte gehen Sie nochmal etwas ausführlicher auf die digitalen
den Prozesse der Fertigung bieten für unsere Kunden erhebliche Produkte ein, die zu den ganzheitlichen Lösungen für die digitale
Potenziale. Mit dieser strategischen Neuausrichtung positionieren Arbeitsvorbereitung gehören.

www.digital-factory-journal.de 2/2025
Automation, Robotic & Manufacturing

DMG Mori Technium Europe GmbH:


Erweitertes Produktportfolio aus einer Hand
Seit dem 1. Januar 2025 hat die DMG Mori Technium Europe GmbH die Nach-
folge der DMG Mori Academy GmbH angetreten. Die neue Ausrichtung zielt
darauf ab, das Angebot an digitalen Lösungen für die Arbeitsvorbereitung zu
erweitern. Kunden profitieren von einem erweiterten Portfolio, das moderns-
te Technologien umfasst, um Maschinen, Software und Mitarbeiter nahtlos zu
vernetzen. Diese Innovationen sind darauf ausgerichtet, die Effizienz in den
Fertigungsprozessen zu steigern und gleichzeitig die Komplexität handhab-
bar zu machen. Innerhalb der DMG Mori Technium Europe GmbH bleibt die
bewährte DMG Mori Academy der zentrale Ansprechpartner für Bildungsein-
richtungen und setzt ihr Engagement für qualitativ hochwertige Trainings fort.
Zusätzlich wird das Angebot um umfassende Beratungs- und Vertriebs-
dienstleistungen für fortschrittliche Softwarelösungen erweitert.
Die neue Struktur umfasst auch die Übernahme der Beratungs- und Ver-
triebsaufgaben für digitale Arbeitsvorbereitungsprodukte von der DMG Mori
Digital GmbH. Dazu gehören CAD/CAM-Software, Postprozessoren für un-
terschiedliche Maschinentypen, NC-Simulationstools, Lösungen für die
Werkstattprogrammierung, digitale Werkzeugverwaltung und ein modulares
MES. Diese technologischen Lösungen bieten Kunden nicht nur Zugang zu
hochwertigen Maschinen, sondern auch das erforderliche Know-how und die
Software für einen effizienten Betrieb.„Mit der Umfirmierung zur DMG Mori
Technium Europe GmbH schaffen wir eine einheitliche Struktur, die es uns Jetzt
ermöglicht, unseren Kunden Lösungen aus einer Hand zu bieten,“ erläutert Messeticket
Jan Möllenhoff, Geschäftsführer der DMG Mori Technium Europe GmbH. sichern!

J. Möllenhoff: Wir bieten unseren Kun- Programmieren von Varianten und Teile-
den eine breite Palette digitaler Produkte, familien. Weitere Add-Ons erlauben die
die Teil der ganzheitlichen Lösungen für
die digitale Arbeitsvorbereitung aber
intelligente Verarbeitung von Messwerten
oder die Integration von DMG-Mori-Tech-
Heilbronn
auch für die Optimierung fertigungsüber-
greifender Prozesse sind. Dazu gehören
nologiezyklen. Die NC-Simulationslösun-
gen, die Werkstattprogrammierung und
14. + 15. Mai 2025
CAD/CAM-Systeme, die Entwicklung die digitale Werkzeugverwaltung opti­
individueller Postprozessoren für DMG- mieren zudem durchgängig die Produk­ Industrieautomation, Robotik,
Mori-Maschinen und Drittfabrikate, NC- tionsprozesse. Das modulare MES Tulip Digitalisierung: Kommen Sie
Simulationslösungen, Lösungen für die unterstützt die Automatisierung und Effi- mit auf den Weg zur flexiblen
Werkstattprogrammierung, digitale zienzsteigerung in der Fertigung, indem Automation und smarten
Werkzeugverwaltung und das modulare die eigenen Mitarbeitenden über eine Produktion.
MES Tulip. Die CAD/CAM-Software und ­No-Code-Plattform das eigene MES An-
Postprozessoren sorgen für eine präzise wendungsfall für Anwendungsfall schritt- www.automation-heilbronn.de
und effiziente Programmierung. Das Be- weise selbst erstellen können. Alle unsere
sondere sind die von DMG Mori entwickel- Produkte sind darauf ausgelegt, die ge-
ten CAD/CAM-Add-On – sogenannte samte Wertschöpfungskette zu optimie-
DMG Mori Smarttools. Diese ermöglichen ren und unseren Kunden zu helfen, die Weitere
beispielsweise durch das Scannen von Potenziale einer digitalisierten Fertigung Messestandorte 2025:
• Friedrichshafen
Konturzügen und direkter Zuordnung zu voll auszuschöpfen.
• Hamburg • Wetzlar
CAD/CAM-Prozessen das automatisierte www.dmgmori.de
• Düsseldorf • Chemnitz

2/2025
32 Automation & Manufacturing

Powering the Future Mehr Bildverarbeitungsfunktionen


mit innovativer Energiemesstechnik und Optionen zur Kameraeinbindung
Energie muss sauber Beckhoff hat das Portfolio seiner Software Twincat 3 Vision um
und zuverlässig zur Bildverarbeitungsfunktionen sowie zusätzliche Optionen für die
Verfügung stehen. Kameraeinbindung ergänzt:
Dafür sind transpa- Der „Twincat 3 Vision Beckhoff Camera Connector“ (TF7020)
rente Energiedaten bietet die Möglichkeit, Beckhoff-Kameras direkt in die Twincat-
Bild: Janitza

und optimales Moni- Architektur einzubinden. Der Connector liefert die Grundlage für
toring erforderlich. die Kommunikation und ermöglicht bis zu 64 Kameraverbin-
Unter dem Motto dungen. „Twincat 3
­Powering the Future präsentiert Janitza auf der Hannover Vision Code Quali-
­Messe praxisnahe Lösungen für Energiemanagement, Span- ty“ (TF7255) er-
nungsqualität und Differenzstromüberwachung. gänzt das Basispa-
Besonderer Höhepunkt ist das neue, modulare und platzsparen- ket um Funktionen
de UMG 800. Der modular erweiterbare Energieanalysator zur Qualitätsbewer-

Bild: Beckhoff
­bietet nahezu unbegrenzte Kombinationsmöglichkeiten und tung von verschie-
passt sich flexibel an unterschiedliche Messanforderungen an. denen 1D- und 2D-
Ebenfalls im Fokus: die Netzvisualisierungssoftware GridVis, Codes. Damit wird
die Unternehmen eine transparente Energieüberwachung er- die Qualität der
möglicht. Mit individuell konfigurierbaren Dashboards, Alarm- Codes sichergestellt und Probleme bei der Code-Erstellung
management und automatisierten Reports lassen sich Einspar- werden frühzeitig erkannt. Darüber hinaus erweitert „Twincat 3
potenziale identifizieren und Effizienzsteigerungen realisieren. Vision OCR“ (TF7260) das Basispaket um die Möglichkeit der
Ein weiteres Messe-Highlight ist der digitale Schaltschrank – optischen Zeichenerkennung. Die Funktionen identifizieren Zei-
eine immersive Präsentation, die Besuchern ermöglicht, tief in chen in einem Bild und geben die erkannte Zeichenkette zurück.
die Welt der Messtechnik einzutauchen. Anwendungsbeispiele sind die Prüfung von Mindesthaltbar-
Auch zu sehen: Janitza sorgt mit seiner Low-Power-Technolo- keitsdaten und Chargennummern. „Twincat 3 Vision Neural
gie für eine sichere und platzsparende Strommessung mit mini- Network“ (TF7810) vervollständigt das Basispaket um die Mög-
malem Installationsaufwand. Durch die niedrige Spannung im lichkeit, neuronale Netze für Vision-spezifische Einsatzfälle zu
Millivolt-Bereich reduziert sie Risiken und senkt die Installa­ verwenden. Mithilfe dieser Modelle können komplexe Daten-
tionskosten um bis zu 70 %. Besucher erleben am Janitza- analysen automatisch gelernt werden. Anwendungsbeispiele
Stand in Hannover Lösungen für eine nachhaltige, effiziente und sind Objektdetektion, Klassifikation und Anomalieerkennung zur
energiegeladene Zukunft. Qualitätskontrolle oder Prozessüberwachung.
https://event.janitza.com/hm25 www.beckhoff.de
À Hannover Messe: Halle 11, Stand B40 À Hannover Messe: Halle 9, Stand F06

Native IoT-Anwendungen auf Geräteflotten sicher updaten und betreiben


Mit den susietec-IoT-Bundles unterstützt Kontron Digitalisie- gänzt. Damit werden die Flexibilität, Sicherheit und Skalierbarkeit
rungsprojekte mit speziell aufeinander abgestimmten Lösungen des Managed-Edge IoT-Bundles erhöht. Ein zentraler Bestandteil
bestehend aus Software- der Weiterentwicklung ist die Möglichkeit, Distribution-Sets zu
und Hardwareprodukten. erstellen, die aus einem Bootloader, einem Betriebssystem und
Nun wird die IoT-Device- Applikationspaketen bestehen. Diese Neuerung ermöglicht die
Management-Lösung Kon- Definition und Bereitstellung individuell zugeschnittener Soft-
tronGrid um eine granulare warepakete. Durch die Einführung der neuen Kategorie „App-
Bild: Kontron

Upload-Funktion für Appli- Packages“ können native Anwendungen direkt im System instal-
kationen und eine leis- liert und mit vollem Hardwarezugriff betrieben werden.
tungsstarke Rest-API er- Gleichzeitig bleibt die Kompatibilität mit Betriebssystem-Updates

www.digital-factory-journal.de 2/2025
Automation & Manufacturing 33

gewährleistet, da App-Packages ein virtuelles Dateisystem nut- Edge-Intelligence mit Ultra-Low-


zen und dynamisch mit Partitionswechseln arbeiten. Anwende-
rinnen und Anwender erhalten dadurch ein hohes Maß an Flexi-
Power-KI-Mikrocontrollern
bilität, insbesondere wenn es darum geht, Software für spezifische Der MAX78000 und der MAX78002 von Analog Devices (ADI)
Kundenbedürfnisse bereitzustellen. Darüber hinaus wird transpa- sind Arm-M4F-Mikrocontroller mit einem Risc-V-Co-Prozessor
rent dokumentiert, welche Versionen der einzelnen Komponenten und einem hardwarebasierten CNN-Beschleuniger (Convolu­
eines Distribution-Sets auf welchem Gerät installiert sind – ein tional Neural Network). Der CNN-
großer Vorteil für die Nachvollziehbarkeit und Verwaltung großer Beschleuniger führt KI-Inferenzen
Gerätepools. mit einem extrem ­
geringen
www.susietec.com Stromverbrauch an ­
Mikrojoule

Bild: Analog Devices


aus. Mehrere Hochgeschwin­
digkeits- und stromsparende
Kommunikationsschnittstellen
Mini-ITX-Bord werden unterstützt. Beide Ultra-
für Intel-Core-Ultra-Prozessoren Low-Power-KI-Mikrocontroller
verwenden die gleichen Entwicklungs-Tools. Der MAX78002
In der industriellen Automation, bei IoT-Anwendungen oder in verfügt über einen größeren Speicher als der MAX78000. Die
der Bildverarbeitung – moderne Anwendungen stellen hohe meisten KI-Modelle können auf beiden Bausteinen erfolgreich
Anforderungen an Rechenleistung, Energieeffizienz und Kon- implementiert werden. Sie eignen sich insbesondere für kleine,
nektivität. batteriebetriebene Anwendungen, wie Audio-, Bildverarbei-
Eine optimale Komponente ist das Mini-ITX-Board MI1002AF tungs- und Zeitserienanwendungen.
von Spectra. Es verfügt über einen LGA1851-Sockel, der leis- www.analog.com
tungsstarke Intel-Core-Ultra-Prozessoren der Serie 1 (Meteor
Lake) aufnimmt. Diese Prozessoren bieten drei dedizierte Produktanzeige
­Engines (CPU, GPU und NPU), die zusammen bis zu 34 Tops
unterstützen, und kombinieren so hohe Multicore-Leistung mit
Energieeffizienz. Die in einen
einzigen Chip integrierten
Kern-Mikroarchitekturen rea-
HMI - Weintek cMT3162x
lisieren eine Priorisierung der
Workloads und optimieren so
Bild: Spectra

die Leistung. Zwei DDR5-SO-


Dimm-Sockel können mit
Speichern bis max. 64 GB
ausgerüstet werden.
Das Mini-ITX-Board ist mit mehreren M.2-Steckplätzen für
ultra­schnelle Speicher und 5G-Konnektivität ausgestattet. Zwei
2,5-GLAN-Ports erlauben den Zugang zu Hochgeschwindig-
keitsnetzwerken. Funktionen, wie Intel iAMT 18.0 und dTPM 2.0
garantieren optimale Sicherheits- und Fernverwaltungsoptio-
nen. MI1002AF bietet ein umfassendes Angebot an E/A- • 15,6" Full-HD | kapazitiv
• Multi-Touch | haptisches Feedback
Schnittstellen (USB, COM). Den Anschluss von Displays ermög- • Quad-Core Cortex-A17 CPU | 1,6 GHz
lichen HDMI-, DisplayPort- und Type-C-Anschlüsse mit einer • Dedizierter leistungsstarker 3D-Prozessor
• MQTT | OPC-UA | Codesys V3 SPS optional
hohen Datenrate und Bildauflösung.
Der erweiterte Spannungseingang von DC 12 V bis 24 V unter- wachendorff-prozesstechnik.de/cMT3162X/

stützt die Stabilität der Energieversorgung, auch in industriellen


Wachendorff Prozesstechnik GmbH & Co. KG
Anwendungen, bei denen es starke Stromschwankungen geben
Industriestrasse 7, 65366 Geisenheim
kann. Tel. +49-67 22-99 65-5 44, E-Mail: [email protected]
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2/2025 www.digital-factory-journal.de
HANNOVER MESSE zeigt
Lösungen für die Energie­
versorgung der Industrie
Die HANNOVER MESSE 2025 steht ganz im Zeichen von „Energy for Industry“ und
treibt damit die Entwicklung der industriellen Energieversorgung voran. Vom 31. März
bis zum 4. April präsentieren Aussteller die aktuellsten Produkte und Lösungen in den
Ausstellungsbereichen Wasserstoff und Brennstoffzellen – inklusive „Hydrogen +
Fuel Cells EUROPE“, der bedeutendsten Wasserstoffveranstaltung Europas – sowie
Energie 4.0 und Energietechnik. In den Energiehallen werden anhand von Exponaten,
Vorträgen und auf entsprechenden Networking­Veranstaltungen die neuesten
technischen Lösungen zur Erzeugung, Verteilung und Speicherung sowie zum
Management von Energie vorgestellt.
„Energieresilienz und -effizienz stehen bei der pro- von internationalen Konzernen über kleine und
duzierenden Industrie im Vordergrund. Auf der mittelständische Unternehmen bis hin zu Start­ups.
HANNOVER MESSE präsentieren Aussteller moderne Dazu zählen unter anderem GP Joule, Janitza, Wöhner
Energiesysteme für industrielle Anwendungen. Nur hier oder EMKA sowie starke Beteiligungen aus Baden­
können Besucher*innen die aktuellsten Hightech­Lösun­ Württemberg, Schleswig­Holstein, Brandenburg und der
gen selbst erleben“, sagt Basilios Triantafillos, Global Di­ Europäischen Union.
rector Trade Fair and Product Management HANNOVER
MESSE bei der Deutschen Messe AG. „An einem Ort fin­ Wasserstoff: Der Energieträger der Zukunft
den sie alles für eine zukunftsfähige Energieversorgung Auf der HANNOVER MESSE 2025 steht Wasserstoff im
von einzelnen Komponenten und Bauteilen über die Mittelpunkt als Schlüsseltechnologie für die Dekarboni­
Nutzung von Big Data zur Optimierung von Energie­ sierung der Industrie und die Schaffung einer nachhaltigen
flüssen bis hin zum Einsatz von künstlicher Intelligenz.“ Energiezukunft. Der vielseitige Energieträger findet in
Zu den Ausstellern des Bereichs „Energy for Industry“ vielen Bereichen der Industrie Anwendung, etwa bei
gehören führende Unternehmen aus der ganzen Welt emissionsfreien Prozessen oder zur Steigerung der
Anzeige

Energieeffizienz. Auf der Messe treffen Produzenten und Energietechnik:


Anwender zusammen, um neue Projekte zu starten und Effizienz und Nachhaltigkeit im Fokus
die notwendigen Rahmenbedingungen für den Aufbau Die Weiterentwicklung der Energietechnik ist entschei­
einer nachhaltigen Wasserstoffindustrie zu diskutieren. dend für die Zukunft der Industrie. Innovative Technologien
Besucher*innen erhalten Einblicke in Technologien und zur Energieerzeugung, ­speicherung und ­verteilung
Verfahren, wie die Erzeugung von grünem Wasserstoff, stehen hier im Mittelpunkt. Von Stromübertragungs­
Brennstoffzellentechnologien oder Infrastrukturprojekte. technik über fortschrittliche Batteriespeicher bis hin zu
Die „Hydrogen + Fuel Cells EUROPE“ in der Halle 13 smarten Energienetzen – Aussteller zeigen, wie moderne
bildet mit rund 300 Ausstellern den Kern der Wasser­ Energietechnik zur Steigerung der Effizienz und zur
stoff­Community auf der HANNOVER MESSE. Neben Reduzierung der CO2­Emissionen beiträgt.
den Ausstellern bieten zwei Foren Platz für moderierte Das „Energy Technical Forum“ legt den Fokus auf die
Interviews und Diskussionen sowie technische Vorträge. Entwicklung von robusten Energieinfrastrukturen. Dort
stellen Unternehmen konkrete Anwendungsbeispiele
Energy 4.0: Die digitale Weiterentwicklung vor, von dekarbonisierter Strom­ und Wärmeversorgung
der Energiebranche bis hin zur Mobilität für den industriellen Einsatz.
Das Thema „Energy 4.0“ steht für die Integration digi­ Expert*innen aus Industrie und Wissenschaft treffen
taler Technologien in die Energiewirtschaft. Auf der sich, um über die neuesten Entwicklungen und deren
HANNOVER MESSE präsentieren Großkonzerne, mit­ Auswirkungen zu diskutieren.
telständische Unternehmen sowie Start­ups Produkte
und Lösungen, die konkrete Antworten auf Herausforde­ Compressed Air & Vacuum Technology
rungen mit Blick auf Effizienz und Nachhaltigkeit der In diesem Jahr ist die Branche der Druckluft- und
Energieerzeugung und ­verteilung bieten. Vakuumtechnik wieder auf der HANNOVER MESSE
„Das Zusammenspiel von Anwendungen wie Echt­ vertreten. Der Ausstellungsbereich „Compressed Air
zeit­Datenmanagement, smarte Sensortechnologie und & Vacuum Technology“ befindet sich in direkter Nähe
softwarebasierte Datenanalyse ermöglicht es, Energie­ zur Wasserstoffhalle 13. Damit werden die Synergien
verbräuche zu überwachen, Kosten zu optimieren und zwischen den beiden Branchen in hervorragender
den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Unternehmen können Weise gehoben. Insbesondere bieten viele Zulieferer,
so nicht nur ihre Energieeffizienz steigern, sondern auch die Experten für die Optimierung von Druckluft- und
flexibel auf Schwankungen im Energiebedarf reagieren Vakuumtechnik in der Produktion sind, auch Lösungen
und den Einsatz erneuerbarer Energien maximieren“, er­ für den wachsenden Bereich der Wasserstoff energie
klärt B. Triantafillos. und ­speicherung.
Die „Energy 4.0 Conference Stage“ fokussiert sich Am 31. März 2025 diskutieren Geschäftsführer von glo­
inhaltlich auf praxisnahe Lösungen für eine stabile und bal führenden Branchenunternehmen über die Bedeu­
resiliente Energieversorgung in der Industrie. Im Mittel­ tung von Kompressoren, Druckluft und Vakuumtechnik
punkt stehen komplette Energiesysteme. Das tägliche im verarbeitenden Gewerbe. Die Podiumsdiskussion
Programm wird in Zusammenarbeit mit dem Verband findet von 13:00 Uhr bis 14:15 Uhr in der Halle 13 auf der
Deutscher Maschinen­ und Anlagenbau e. V. (VDMA), Energy 4.0 Conference Stage statt. Dort besprechen die
dem Verband der Elektrotechnik Elektronik Informa­ Podiumsgäste die Themen „Neue Medien in der Druck­
tionstechnik e. V. (VDE) und dem Verband der Elektro­ lufttechnologie und Wasserstoff“, „Energieumwandlung,
und Digitalindustrie (ZVEI) gestaltet und umfasst Key­ ­rückgewinnung, ­speicherung“, „Künstliche Intelligenz
notes, Vorträge und Paneldiskussionen. Die Themen in der Drucklufttechnologie“, „Smarte Überwachungs­
reichen von der Energieerzeugung über die optimale technologie“, „Herstellerunabhängiger Datenaustausch“
Nutzung bis hin zur effizienten Speicherung. und „Systemintegration und Vernetzung“.

Deutsche Messe AG
Messegelände
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Germany
Tel. +49-511-89-0 · Fax: 0511 89-32626
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36 Industrial Communication & Gateways

Vom Sensor bis ins SAP-System


Mit dem Ziel, Transparenz über seine Ölverbräuche zu erhalten, startete Arnold Umformtech-
nik ein Digitalisierungsprojekt. Bei diesem werden die Rohdaten der IO-Link-Durchflusssenso-
ren an die IIoT-Plattform von ifm weitergegeben, dort verarbeitet und die Informationen dann
dem SAP-System bereitgestellt. Neben einer genauen Zuordnung der Verbrauchsmengen
lassen sich nun auch Ölstand-Grenzwerte überwachen, Wartungseinsätze optimieren, Res-
sourcen schonen und weiterer Nutzen stiften.
Inge Hübner

Bilder: ifm

Shopfloor-Integration mit moneo von ifm

Arnold Umformtechnik ist Spezialist für innovative Verbindungs- Digitale Verbrauchserfassung


technik. In seiner Produktion kommen beispielsweise Kalt­ Im zweiten Schritt entschied sich das Unternehmen deswegen
massivumformpressen und -walzen zum Einsatz, für deren für eine vollständig digitale Erfassung der Ölentnahmemengen
Betrieb unterschiedliche Fluide benötigt werden. Diese Öle sowie durch Sensoren an den Ausgabestellen. Die Daten sollten
Altöl und Emulsion lagert das Unternehmen in einer zentralen automa­tisiert erfasst, analysiert und direkt ins SAP-System
Ölversorgung. In jeder Abteilung gibt es eine „Tankstelle“, an der übertragen werden können. „Entsprechende IO-Link-Sensoren
die Mitarbeiter die Öle für die einzelnen Maschinen entnehmen waren bei uns vorhanden. Die technische Herausforderung
können. stellte die ­Integration der Sensorik in die bestehende IT-Infra-
„Im Nachhaltigkeitsbericht haben wir festgestellt, dass unsere struktur dar“, erzählt F. Jaag. Die vorhandene Sensorik war zwar
Ölverbräuche Jahr für Jahr gestiegen sind – aber niemand nicht von ifm, allerdings gab es bereits Kontakte zu den Experten
wusste, woran das liegt“, erinnert sich Frank Jaag von Arnold für ­Sensorik und Automation. Deshalb entschied sich Arnold
Umformtechnik. „Unser erster Ansatz war, die Mitarbeiter zu ­Umformtechnik für die IIoT-Plattform moneo von ifm. „Ein we-
motivieren, bei der Entnahme von Öl ihre Verbräuche in eine sentlicher Vorteil der eingesetzten Lösungen, dass die Sensor-
Liste einzutragen. Allerdings wurde nicht jede Entnahme pro­ daten d
­ irekt ins SAP-System übergeben werden können“, sagt
tokolliert, sodass die Listen unvollständig und damit nutzlos Franz Stieber, Senior Sales Engineer Systems and IIoT bei ifm.
waren“, berichtet er weiter. Schnell wurde klar, dass es einer Er b
­ erichtet, dass oftmals lapidar davon gesprochen würde,
digitalen Lösung bedarf. dass Projekte einfach per Standardschnittstelle an SAP ange-

www.digital-factory-journal.de 2/2025
Industrial Communication & Gateways 37

bunden werden könnten. „Gemeint ist


damit meistens OPC UA als
Kommunika­tionsstandard“, so F. Stie-
ber. Aus seiner Erfahrung heraus betont
er: „Die sogenannten Standards sind
branchen­spezifisch sehr unterschied-
lich und reichen von Euromap bis hin
zu 840D. Hinzu kommt, dass Senso-
ren teilweise noch analoge Daten lie-
fern und schon gar nicht OPC-UA-fähig
sind.“
Hier kommt vorteilhaft der moneo
edgeConnector zum Tragen: Er verbin- Nachrüstung von anklemmbaren IO-Link-fähigen Durchflusssensoren je Öltankstelle bei Arnold
det Devices und Datenquellen mit Umformtechnik

­moneo OS und ermöglicht somit den


Transfer von Daten aus der Maschinen­
ebene sowie eine Übersetzung in Nutzen in der Praxis
­lesbare Informationen für die Verarbei- Die Idee der Erfassung über Sensorik und damit verbundenen SAP-Buchungen
tung in den Apps und Anwendungen bringt vielfachen Nutzen:
von moneo. Auf der anderen Seite ist er • Genauigkeit: Automatisierte Erfassung und Speicherung aller Entnahmen,
mit den passenden Konnektoren auch • Ressourceneffizienz: Die präzise Erfassung und Analyse der Daten hilft
in der Lage, die in moneo gesammelten ­d abei, den Ölverbrauch zu optimieren und Verschwendung zu vermeiden,
Prozessdaten sowie kalkulierten Wer- • optimierte Wartung: Durch die genaue Aufnahme können Wartungsinter­
te an eine Cloud oder weitere Third- valle besser geplant und optimiert werden. Das reduziert ungeplante
Party-Systeme weiterzugeben. Zudem ­A usfallzeiten und verlängert die Lebensdauer der Maschinen,
kann ein OPC-UA-Server aus moneo • frühzeitige Fehlererkennung: Durch die Integration von Sensorik und moneo
heraus Daten für ein System mit OPC- können Anomalien frühzeitig erkannt und entsprechende Maßnahmen
UA-Client zur Verfügung stellen. ­e rgriffen werden,
„Die moneo-Daten werden dann in die • nahtlose Integration: Durch den modularen Aufbau von moneo ist die
einzelnen SAP-Module integriert, zum ­Integration in bestehende Systeme einfach,
Beispiel Instandhaltung, Produktion • Analyse: Leichte Auswertung und Analyse der Daten zu Optimierungs­
oder Materialmanagement, und in die zwecken und
Migo-Buchung automatisiert überge- • Nachverfolgbarkeit: Historische Daten können einfach nachverfolgt und
ben“, erklärt F. Stieber. überprüft werden.
Im Weiteren verweist er auf das Span-
nungsfeld bei der IT-OT-Zusammen-
führung, was unter anderem durch unterschiedliche Begriffsver- Öl verbraucht. Da die Steuerung schon älteren Datums war,
ständnisse entsteht. Der Begriff „Echtzeit“ sei ein gutes Beispiel. wurde sie durch ein neues Modell ersetzt. „Ihre Kommunika­
Er verdeutlicht: „ifm ist seit 2002 SAP Silver Partner und kennt tionsfähigkeit war eingeschränkt und ein Auslesen von Daten-
sich deshalb optimal mit SAP-Integrationsprojekten und seinen bausteinen nicht möglich“, erklärt F. Jaag. Zum Einsatz kommt
Anforderungen aus. Das heißt, dass wir sowohl die Sprache der nun eine Siemens-Steuerung, an die an der Tankstelle ange-
OT- als auch der IT-Welt verstehen und sprechen können. Damit brachte Simatic HMI angebunden sind. „Über die Bedienoberflä-
hat der Kunde einen Ansprechpartner über das gesamte Projekt che des Panels wählt der Mitarbeiter die Maschine aus, für die er
hinweg.“ Öl benötigt. Mittels der IO-Link-Durchflusssensoren lässt sich
die abgegebene Menge erfassen“, erläutert F. Jaag. „Um die
Technische Umsetzung: Vom Sensor bis ins SAP Informationen über die Ölmengen weiterzuverarbeiten, greift der
Zurück zur technischen Umsetzung des Projekts: Prinzipiell moneo-Agent auf die Steuerung zu und kann die erfassten
können an jeder Öltankstelle bei Arnold fünf verschiedene Öle ­Verbräuche auswerten und übersichtlich auf Dashboards zur
3
gezapft werden. Insgesamt wurden im Jahr 2023 rund 110 m Verfügung stellen“, sagt F. Stieber. Er verweist zudem auf die

2/2025 www.digital-factory-journal.de
38 Industrial Communication & Gateways

Screenshots der von Arnold umgesetzten moneo-Dashboards

Möglichkeit, Regeln und Tickets im System zu hinterlegen, um niziert. Insgesamt konnte das Projekt innerhalb von wenigen Tagen
beispielsweise im Fall von zu hohen Verbräuchen o. Ä. einen umgesetzt werden – die Integration ins SAP-System haben wir in
Mitarbeiter per E-Mail oder direkt in SAP über eine Instandhal- drei Tagen durchgeführt. Das Ganze startet mit einem Sandbox-
tungsmeldung zu benachrichtigen. System in SAP, geht dann auf das Testsystem und anschließend
Die entsprechenden Dashboards hat Arnold selbst erstellt. „Hier ins Produktivsystem. Dadurch lässt sich eine solche Integration mit
werden zum einen die Hallenlayouts mit den dort befindlichen minimalem Risiko durchführen.“ Als ebenfalls wichtige Maßnah-
Maschinen visualisiert und ihre jeweiligen Verbräuche darge- me, die innerhalb des Projekts umgesetzt wurde, nennt er die
stellt. Eine andere Übersicht visualisiert die Ölstände im Zentral- Kundenschulung. „Sollte Arnold in Zukunft neue Tankstellen ein-
lager. Hier haben wir die Grenzwerte definiert, bei deren richten und weitere Sensoren integrieren wollen, brauchen sie
Erreichen eine Informations- bzw. eine Handlungsaufforde- dazu keine externen Experten: Es ist eine Sache von wenigen
rungs-E-Mail verschickt wird. Auch die Einstellung des Ticket- Minuten für die Arnold-Mitarbeiter, die Erweiterung des Systems
systems erfolgte denkbar einfach“, sagt F. Jaag. „Die Erstellung selbst durchzuführen und die Buchung im SAP zu automatisieren“,
der Dashboards funktionierte intuitiv und ging schnell.“ betont F. Stieber. Abschließend stellt er noch einmal heraus, dass
es dank moneo keiner Entwicklung im SAP-System bedurfte,
Vielfacher Nutzen keine neuen Schnittstellen geschaffen werden mussten, sondern
Im SAP-System werden nun Materialnummer, Kostenstelle so- die Daten über einen Webservice integriert werden konnten.
wie Ölmenge verbucht. „Wir haben heute ein funktionierendes
Monitoringsystem, mit dem wir genau analysieren können, wo Fazit
Öl verbraucht wird und ggf. verloren geht. Wartungstermine Die Ergebnisse ließen nicht lange auf sich warten. Bereits in der
können sinnvoll geplant und Mehrwert durch Sichtbarkeit der frühen Projektphase wurden Einsparungen erzielt, die zwei
Frischölanteile generiert werden“, sagt F. Jaag. Er erklärt weiter, Monaten Normalverbrauch entsprachen. Durch präzise Ver-
dass zuvor Öl in Abhängigkeit von der Betriebsstundenzahl brauchsanalysen konnten Wartungsintervalle optimiert und
gewechselt wurde. Durch die Sichtbarkeit der Frischölanteile unnötige Ölwechsel vermieden werden.
können nun Ressourcen eingespart werden. Auf der anderen Insgesamt hat Arnold Umformtechnik mit diesem Projekt ge-
Seite wird eine Handlungsnotwendigkeit aufgezeigt, wenn der zeigt, wie die Digitalisierung zur Effizienzsteigerung und Kosten-
Frischölanteil ungewöhnlich schnell abnimmt. „In Summe er- senkung beitragen kann. Die Kombination aus intelligenter Sen-
halten wir viele Ansatzmöglichkeiten zur Recherche im Fall von sorik, IIoT-Plattform und einfacher SAP-Integration führte zu
Abweichungen – das war zuvor nicht möglich“, freut er sich. einer lückenlosen Erfassung und Optimierung des Ölverbrauchs.
Dabei stand das relativ „kleine“ Projekt als Pate für zwei gene- Interessant ist zudem die Skalierbarkeit der Lösung: Neue Sen-
relle Richtungen, in die sich Arnold aufgemacht hat: Digitalisie- soren lassen sich mit geringem Aufwand integrieren und weite-
rung und Nachhaltigkeit. re Prozesse digitalisieren. Dieses Beispiel zeigt, dass durch eine
Als praktische Vorteile aus diesem Projekt führt F. Stieber weiter intelligente Digitalisierung sowohl wirtschaftliche als auch nach-
aus: „In der Kunden-IT werden ,eigentlich‘ keine Ressourcen be- haltige Ziele erreicht werden können.
nötigt.“ Zum Begriff „eigentlich“ verdeutlicht er: „Keine IT-Abteilung www.ifm.de
gewährt uns direkten Zugriff auf ihr SAP-System. Sie ist immer À Hannover Messe: Halle 9, Stand D36
involviert und wir haben alle unsere Schritte regelmäßig kommu- www.arnold-fastening.com/de

www.digital-factory-journal.de 2/2025
Industrial Communication & Gateways 39

SPE: Schlanke Kommunikation auf


den letzten Metern der Automatisierung
Single Pair Ethernet (SPE) hat das Zeug, Verbindungen auf den letzten Metern nachhaltiger
und smarter zu gestalten. Nicht zuletzt deshalb setzt Jumo auf SPE als zukunftsweisendes
Kommunikationsmedium für seine Messtechnik. Die dafür notwendige Verbindungstechnik
kommt von Phoenix Contact und ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit auf Projekt­
ebene.
Thorsten Sienk

„Wir können unsere intelligenten Sensoren mit Single Pair tioniert auch noch ohne Medienbrüche“, unterstreicht M. Walter,
Ethernet besser nutzen“, sagt Manfred Walter, Produktmanager da der Sensor in alle Ebenen durchgängig auf Basis von Ether­
bei Jumo. „Ich habe einen echten Mehrwert, indem ich mit SPE net-Protokollen kommuniziert.
mehr Sensordaten übertragen kann.“ Mehr Daten sind die
Grundlage, um daraus gewinnbringende Informationen zu zie­ OEE zählt als Investitionsgrundlage
hen. Diese Möglichkeit besteht nicht, wenn ein 4...20-mA-Sen­ Die Protagonisten für Single Pair Ethernet bei Jumo und Phoenix
sor nur einen reinen Stromwert überträgt, zum Beispiel als Contact betrachten die Durchgängigkeit des Ethernets als es­
Äquivalent für eine Temperatur. senziell für mehr Nachhaltigkeit in der Produktion. Der Nutzen
Ins Schwärmen gerät der Produktmanager angesichts der Tat­ resultiert dabei vor allem aus den neuen Möglichkeiten, die die
sache, dass mit dem SPE-Anschluss Sensorinformationen end­ Fehlersuche vereinfachen und durch das Einsammeln von
lich lückenlos in einem System verteilbar sind. M. Walter hat hier ­Statusinformationen auch eine zustandsorientierte Wartung zu­
die schlecht zu überwindenden Etagengrenzen innerhalb der lassen. Das Ganze mündet in einem Strauß an Vorteilen, die am
Automatisierungspyramide vor Augen. „Die Durchgängigkeit Ende des Tages die OEE (Overall Equipment Effectiveness)
über alle Ebenen hinweg betrachten wir bei Jumo als große verbessern – also die Gesamtanlagenverfügbarkeit. Passend
Stärke.“ Darüber hinaus lassen sich Kabel einsparen, da über die dazu gestaltet sich die Verknüpfung zu cloudbasierten Services
beiden Drähte Daten und Energie – Power over Data Line (PoDL) ebenfalls leichter.
– geführt werden. Grundsätzlich bietet SPE die Chance der Mit SPE lässt sich also der Medienbruch in der industriellen
durchgängigen Kommunikation von der ERP-Ebene bis h
­ i­nab Kommunikation überwinden: Führt dieser Nutzen somit zu einem
zur Sensorik und Aktorik der Feldebene. „Und das Ganze funk­ Umdenken bei der Wahl der Anschlusstechnik auf Sensor­

Single Pair Ethernet (SPE) hat das Zeug, Verbindungen auf den letzten Metern nachhaltiger und smarter zu machen.
Bilder: Phoenix Contact
40 Industrial Communication & Gateways

ebene? Nach Erfahrung von M. Walter sind die Kundenerwar­ Anbindung ist.“ Die schlüssigen Argumente für die durchgängige
tungen des Maschinen- und Anlagenbaus nach wie vor spürbar Ethernet-Architektur ließen sich gerade in standardisierten Aus­
preisgetrieben. Die Budgets von Messketten seien bei der Pro­ schreibungsverfahren nur schwierig darstellen. Die positiven
jektierung von Anlagen eng begrenzt. „Die Frage ist, was eine Auswirkungen auf die OEE als wichtige Kennzahl für Investi­
Messkette kosten darf und wie hoch der Mehrpreis für die SPE- tionsentscheidungen können folglich am besten im Direktkon­
takt argumentiert werden.

Gefragt sind konvergente Netze


Für Martin Müller, Feldbusexperte bei Phoenix Contact, stellt
SPE einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu konvergenten
Netzen dar. Während zum Beispiel das Time Sensitive Networ­
king (TSN) vornehmlich für zeitkritische Aufgaben in den Diszi­
plinen Functional Safety oder M
­ otion Control konzipiert ist,
kommt 5G für Applikationen zum Einsatz, die Mobilfunk benö­
tigen. Vergleichbares gilt für WLAN 6 und 7 im Bereich der
­l izenzfreien, drahtlosen Übertragungstechnik.
Manfred Walter, Produktmanager SPE bei Jumo, vor dem Display: Die „Single Pair Ethernet eignet sich wiederum sehr gut für die
dafür notwendige Verbindungstechnik kommt von Phoenix Contact – ­Kommunikation auf den letzten Metern“, sagt M. Müller. Die
und sie ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit auf Projektebene.
Klammer für alle Technologien ist das konvergente Ethernet-
Netzwerk, die Einheitswelt für die industrielle Kommunikation.
Schaffen es die Akteure in der Automation, der Elektrotechnik
sowie dem Maschinen- und Anlagenbau mittelfristig, sich auf
diesen Weg zu einigen, dann gehören die Feldbuskriege mit
­ihren industriespezifischen Entwicklungen endgültig der Ver­
gangenheit an.

1 000 m mit 10 Mbit/s


Die Chancen dafür stehen günstig. Das Ganze wird nämlich
unterstützt von der generellen Übertragungs-Performance der
Standardkommunikation aus dem Konsumentenmarkt. SPE
erreicht zum Beispiel als Medium für die räumlich begrenzte
Die robusten Gerätesteckverbinder in M12 übertragen Daten und Maschinenebene eine Übertragungsrate von 10 Mbit/s auf einer
­Leistung sicher von der OT- bis in die IT-Ebene. SPE macht die Leitungslänge bis 1 000 m. Im Vergleich dazu liefert zum Bei­
Installation des Jumo-Sensors schnell und einfach – ohne Gateways
spiel IO-Link mit maximaler Leitungslänge von 20 m gerade
oder aufwendiges Programmieren von Schnittstellen.
einmal 230,4 kbit/s. Auch wenn IO-Link ohne Frage den An­
schluss von Sensoren spürbar vereinfacht, reicht die Datenüber­
tragung nach Ansicht von M. Walter für zukünftige Aufgaben
innerhalb gekoppelter Sektoren nicht mehr aus.
Apropos Zukunft: Phoenix Contact und Jumo sehen unisono
gerade bei der jüngeren Generation von Fachkräften eine klare
Ausrichtung auf konvergente Ethernet-Netzwerke. „Die Digital
Natives haben – provokant gesagt – aus ihrer Prägung und
Historie heraus weniger Verständnis dafür, warum wir in der in­
dustriellen Automation so viele unterschiedliche Systeme be­
treiben“, sagt M. Müller. Ziel müsse sein, sich mehr die Frage zu
stellen, was ein Sensor kann und was er über seinen eigenen
Messbereich hinaus noch in der Lage ist, für den effizienten und
Die aktuellen Daten sind jederzeit abrufbar und lassen sich auch auf ressourcensparenden Anlagenbetrieb zu tun. „Wir sehen hier
dem Smartphone ablesen. ein enormes Potenzial für die Zukunft“, unterstreicht M. Walter.

www.digital-factory-journal.de 2/2025
Industrial Communication & Gateways 41

Steckerlösung hygienisch sauber in IP67 Fazit


Einbauen, anschließen – fertig: Mit der SPE-Konnektivität ist die Die Anbindung von Sensoren mit SPE macht den Weg frei,
Installation eines Jumo-Sensors kinderleicht und funktioniert zusätzliche Messgrößen in die Kommunikation einzubinden.
aufgrund des Ethernet-Layers ohne Gateways oder aufwendi­ Zudem eröffnen sich neue Möglichkeiten, Sensoren direkt an die
ges Programmieren von Schnittstellen. Mit dem Ziel vor Augen, Cloud anzubinden, da die Geräte funktional bereits über ein
die Übertragungsdistanz von Single Pair Ethernet von 1 000 m Gateway verfügen und folglich kein weiteres notwendig ist. Das
in der praktischen Anwendung ohne limitierende Dämpfung zu spart Komponenten und Geld. Typische Einsatzgebiete für den
erreichen, ist der von Phoenix Contact entwickelte Anschluss in SPE-Multisensor „hydroTRANS S20“ für Temperatur, Feuchte
der Größe M12 konstruiert. „In der M8-Ausführung hätten wir zu und CO2 sieht Jumo beispielsweise bei der Überwachung von
wenig Platz für den Anschluss eines zweiadrigen Datenkabels sensiblen Lagerräumen, allgemeinen Monitoring-Aufgaben
in AWG18 gehabt, das für die Distanz von 1 000 m zum Einsatz sowie den anspruchsvollen Aufgaben rund um das Thema
kommt“, erklärt M. Walter. Die Ausführung der Verbindung Betriebs- und Mitarbeitersicherheit.
selbst ist auf maximale Robustheit und Hygiene getrimmt. www.phoenixcontact.com
Durchfluss- und Drucksensoren aus der Reihe „flowTRANS
MAG H20“ und „DELOS S02“ von Jumo sind vielfach in der
Pharma- und Lebensmittelindustrie im Einsatz. Eine hohe Be­ Thorsten Sienk
triebssicherheit auf Langstrecke lässt sich nur dann erreichen, Fachredakteur für Technologie und Nachhaltigkeit im Bereich
wenn auch die Anschlüsse Durchhaltevermögen bei anspruchs­ Corporate Communications bei der Phoenix Contact GmbH
vollen Produktionsabläufen oder CiP-Reinigung (Clean in Place) & Co. KG in Blomberg
an den Tag legen. Die Phoenix-Contact-Lösung folgt dem
­Hy­gienic Design und erreicht die Schutzart IP67.

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42 Industrial Communication & Gateways

Digitalisierter Shopfloor
für weniger Ausschuss
Unternehmen stehen vor der Herausforderung, innovative Technologien zu integrieren, um
Effizienz und Qualität zu steigern, weniger Ausschuss zu produzieren und so Kosten zu sparen.
Prokuristin Berenice Böhner und Philipp Nicolai, Senior Produktmanager und Leiter IT, von
MKW GmbH Digital Automation, teilen ihre Einsichten in die Rolle der Digitalisierung in der
modernen Produktion und die Herausforderungen, die sie dabei überwinden.
Ronald Heinze

MK|Ware ermöglicht eine effiziente Kontrolle der Produktion in Echtzeit.

Was unterscheidet MKWs digitale Lösungen von anderen auf der Herausforderung, dass sie von dem Software­anbieter die
dem Markt? Software bereitgestellt bekommen. Aber dann die Verbindung
Ph. Nicolai: Ein wesentlicher Unterschied ist, dass wir aus dem nicht hinbekommen, weil Schnittstellen fehlen. ­Unser Vorteil ist:
Maschinenbau kommen. Wir verstehen nicht nur die ­T heorie Wir können beides.
hinter der Produktion, sondern kennen die praktischen Anfor-
derungen und Herausforderungen. Unsere Lösungen sind direkt Die Digitalisierung ist oft mit hohen Anfangsinvestitionen ver-
darauf ausgerichtet, realweltliche Probleme zu ­lösen, indem wir bunden. Wie rechtfertigen Sie diese Kosten gegenüber Ihren
Daten umfassend nutzen und in Echtzeit verarbeiten. Kunden?
B. Böhner: Wir sind Sondermaschinenbauer sowie Software­ Ph. Nicolai: Die Investition in Digitalisierung zahlt sich durch die
dienstleister und Softwareentwickler. Dazwischen ist oft immer Steigerung der Effizienz und die Reduktion von Kosten langfris-
ein großes Gap. Anwender aus dem Maschinenbau, die ihre tig aus. Unsere Kunden berichten regelmäßig von einer schnel-
Maschinen mit der neuen Software verbinden wollen, ­stehen vor len Amortisation der Anfangsinvestitionen durch gerin­geren

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Industrial Communication & Gateways 43

Ausschuss, optimierte Produktionsabläufe und weniger Maschi- Auch nach oben in andere Produktions-IT-Systeme?
nenausfälle. Ph. Nicolai: Mit MK|Connect wird die Verbindung von unter-
schiedlichen Signalwelten und Informationsschichten einfacher
Verbessert Ihre Technologie die Produktionsprozesse? als je zuvor. Die Gateway-Technologie optimiert die Informatio-
B. Böhner: Absolut. Ein gutes Beispiel ist die Integration unserer nen und stellt sicher, dass alle Daten auf dem gleichen Stand
Systeme in bestehende Maschinenparks. Durch unsere flexible sind. Dadurch können die Anwender das Beste aus ihren Daten
Anbindung können wir Maschinen unterschiedlicher Hersteller herausholen und ihre Effizienz verbessern. MK|Connect stellt
und Technologien vernetzen und so einen nahtlosen Datenfluss Informationen als OPC-UA-Server zum Beispiel für andere
gewährleisten. Das führt zu einer deutlichen Reduzierung der ­ME-Systeme zur Verfügung. Andere MES-Lösungen können
Ausschussraten und ermöglicht eine präzisere Wartungspla- mit unserer Lösung auf den bunten Blumenstrauß von Maschi-
nung. nendaten im Shopfloor zugreifen.
Ph. Nicolai: Wir verbinden die Maschinen so wie eben die Her-
steller. Dafür nutzen wir OPC UA oder auch sehr gern die pro­ Welche Rolle spielen die gewonnenen Daten für die Entschei-
prietären Protokolle der jeweiligen Maschinensteuerungen. Wir dungsfindung auf der Managementebene?
bauen Brücken zwischen den Signalwelten und entwickeln die B. Böhner: Die Vorteile unserer digitalen Lösungen sind insbe-
Schnittstelle zu den proprietären Protokollen eigenständig. Das sondere in der präzisen und effizienten Datenverarbeitung zu
heißt, wir verwenden zwar vorhandene Bibliotheken der Origi- sehen, die zu signifikanten Verbesserungen in der Produk­
nal-Hersteller oder auch Dritthersteller, aber wir greifen die tionsüberwachung und -steuerung führt. Wir erfassen die
­Informationen so nah wie möglich am Original ab, damit eine ­Maschinendaten, bündeln diese und können diese dann auf
Übersetzung nicht stattfinden muss. Das ist eine unserer Kern- unterschiedlicher Weise auswerten. Darauf basierend lassen
kompetenzen. sich aus diesen Analysen Handlungsempfehlungen ausspre-

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chen, um die Performance zu erhöhen. nicht automatisiert sind. Aber wir wollen
From Data to Action: Smart Zum Beispiel: An welcher Stellschraube keinen Medienbruch zwischen irgend­
Manufacturing in der Praxis muss gedreht werden, um den Ausschuss einem Arbeitsplatz im Unternehmen
WTZ-Tagungszentrum Heilbronn zu minimieren. ­haben. Für uns ist ein Handarbeitsplatz
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Am Vormittag – Keynote-Vorträge: Können Sie uns konkret den Nutzen bei len in Bezug auf Produktivität und Quali-
einem Anwender aufzeigen? tät wie eine hochkomplexe Produktions-
• MES und IIoT – Auf dem Weg zur Smart Factory Ph. Nicolai: Es wird nicht nur detektiert, straße mit mehreren Aggregaten und
kann das eine nicht ohne das andere sein! wo das Ausschussteil entstanden ist, Stationen.
Dr. Ing. Harald Hoff, HIR GmbH
­sondern wobei und warum ist dieser
• KI - Künstliche Intelligenz in der industriellen
­Ausschuss entstanden. Damit gibt es ­eine Welche technologischen Entwicklungen
Anwendung
Dr.-Ing. Julius Pfrommer, Fraunhofer IOSB gezieltere Möglichkeit, dagegen vorzu- sehen Sie als nächstes für MK|Ware?
gehen. Unsere Softwarelösung wird B. Böhner: Wir sehen großes Potenzial in
­präzise auf die Bedürfnisse und Anforde- der weiteren Integration von künstlicher
rungen von Anwendern angepasst. Bei Intelligenz. KI kann uns helfen, Muster
einem Zulieferer ging es konkret um die und Trends in den Daten schneller zu
Reduzierung von Ausschuss. Am ­Ende erkennen, darauf basierend Prozesse zu
des Tages ist jedes Teil, was als Aus- optimieren und die Effizienz weiter zu
schuss produziert wird, Verlust von Ma- steigern. Ein spezieller Fokus liegt auf
schinen- und Personalzeit, Energie und der prädiktiven Wartung, die Ausfälle
Material. Ausschuss ist der Verlust von verhindern und die Lebensdauer von
max.

8
Teilnehm
er
barem Geld. Der Zulieferer hat uns bestä-
tigt, dass unsere Lösung dazu ­führte, den
­Maschinen verlängern kann. Zum Bei-
spiel integrieren wir gerade einen KI-ge-
Hands-on Workshop am Nachmittag: Ausschuss von 3,5 % auf 1 % zu senken. stützten Fertigungsplaner, der zwar KI-
basiert ist, aber nicht KI-gesteuert. Das
Professionelle Planung und -management
Wie konnte diese deutliche Reduzierung heißt: Der Fertigungsplaner hat immer
von KI-Projekten in der Industrie
der Ausschussrate e­ rreicht werden? noch die Hoheit darüber.
Die Planung und Durchführung von KI-Projekten
ist erschwert durch zusätzliche Unbekannte. Zum Ph. Nicolai: Wir zählen nicht nur den
Beispiel kann der genaue Datenbedarf für ma- Ausschuss, sondern versuchen die Infor- Warum ist das wichtig?
schinelles Lernen zur Entwurfszeit grob geschätzt,
mationen anzureichern. Das heißt: Was B. Böhner: Es gibt eine massive Band-
aber nicht genau vorhergesagt werden.
war die Ursache, die diesen Fehler ver­ breite an Anforderungen, die ein Ferti-
In diesem Workshop werden Methoden und Werk-
zeuge für die professionelle Planung und Durchfüh- ursacht hat? Wobei und warum ist das gungsplaner hat. Man muss die KI anse-
rung von KI-Projekten in der Industrie besprochen. Ausschussteil entstanden? So gibt es hen, als wenn das ein neuer Mitarbeiter
Zur Illustration werden Anwendungsbeispiele aus
eine gezieltere Möglichkeit, dagegen wäre. Alles, was ich dem neuen Mitarbei-
der Praxis der Workshopleiter verwendet.
vorzugehen. Außerdem kann sofort ge- ter beibringe, kann dieser Mitarbeiter
Inhalte:
sehen werden, ob Verbesserungen grei- auch in die Tat umsetzen. Was ich ihm
• Grundkonzepte und Begrifflichkeiten der KI –
Was ist relevant für den Projektleiter? fen. Theoretisch könnten die Informatio- aber nicht sage, weil es nur in meinem
• Konzeption von KI-Pipelines nen automatisiert bereitgestellt werden. Kopf ist bzw. es immer so gemacht wur-
• Frameworks für die Strukturierung von KI-Projekten Aber die Datenbasis kann sich durch de, kann dieser Mitarbeiter nicht wissen.
• Der Daten-Bottleneck in der Projektplanung Variantenwechsel und Optimierungen Somit gibt es immer wieder Szena­rien,
• Strukturierte Auswahl von Lernverfahren
der Anlagen verändern. So identifizieren auf die die KI nicht vorbereitet ist. Daher
und deren jeweiliger Datenverbrauch
• Auswirkung der Datenmenge und -qualität die Schichtführer oder Maschinenbedie- ist die Flexibilität wichtig, um in die vor-
auf die Performanz gelernter Modelle ner in den Reporten sofort Auffälligkeiten geschlagene Planung noch eingreifen zu
• Zeit-, Ressourcen- und Risikoplanung und leiten daraus Handlungen ab. können.

Detaillierte Informationen zu dem Vormittags-


programm, dem Workshop, die Teilnahmebe- Somit erhöhen Sie auch die Flexibilität Wie entstehen ihre Lösungen?
dingungen und das Anmeldeformular finden
Sie unter: mes.automatisierungstreff.com. der Produktion. Ph. Nicolai: Wir entwickeln sehr praxis-
Ph. Nicolai: Richtig. Dabei betrachten wir nah: Die meisten Wünsche oder Anre-
auch Handarbeitsplätze, obwohl diese gungen kommen aus den Betrieben,

Anmeldung unter: 2/2025


mes.automatisierungstreff.com
Industrial Communication & Gateways 45

Berenice Böhner ist Prokuristin bei der MKW GmbH Digital Philipp Nicolai ist Senior Produktmanager und Leiter IT bei der
Automation. MKW GmbH Digital Automation.

­sowohl aus dem Shopfloor als auch aus dem Management. Wir dementsprechend einen Berg von 2 Mrd. Datensätzen. Seitdem
implementieren eine eigene Lösung, die aber nah an diesen die Software eingeführt wurde, können die Daten jedes Teils
Wünschen ist. Das ist gelungen: Bei 14 Jahren Softwareent- aufgerufen werden. Eine Besonderheit ist unsere dynamische
wicklung haben wir bei allen Kunden die gleiche Software Produktdatenerfassung. Wir haben also eine Seriennummer zu
­l aufen. Jeder Kunde nutzt dasselbe Produkt. Dazu kommt: Wir einem Produkt und sammeln dazu Prozessdaten, wann, wie
haben den Quellcode zu 100 % in unserer Hand. Das heißt: Wir und wo dieses Produkt mit welchen Drehmomenten, mit wel-
haben keinen Zukauf, keine Dienstleistung, die irgendwas für chen Temperaturen und mit welchen Kräften produziert wurde.
uns programmiert. Am Ende des Tages ist es eigenes Know- Dabei können jederzeit dynamisch beliebig Spalten hinzugefügt
how. Zu guter Letzt ist es so, dass wir nicht nur die Software werden. Ein Datenschatz für zukünftige KI-Anwendungen. Aber
bereitstellen und für die Maschinenkonnektivität sorgen, son- auch heute schon stoppen wir nicht bei der Datenanalyse, son-
dern uns auch um die Infrastruktur kümmern. dern geben vor Ort konkrete Vorschläge, was man optimieren
Wir stellen eine sogenannte Private Cloud zur Verfügung, also kann.
ein kleines Mini-Rechenzentrum für den Kunden, welches wir
auch betreuen können. Was erwarten Sie für die Zukunft der Digitalisierung in der
B. Böhner: Die Datenhoheit bleibt beim Kunden. Wir verdienen ­Produktion?
kein Geld mit den Kundendaten. Ph. Nicolai: Wir stehen erst am Anfang einer Revolution. Die
Digitalisierung wird weiterhin rapide voranschreiten und die
Gibt es spezifische Branchen, die besonders von Ihren Lösungen Produktionslandschaften weltweit verändern. Unsere Mission
profitieren? bei MKW ist es, an der Spitze dieser Bewegung zu stehen und
B. Böhner: Während unsere Lösungen branchenübergreifend unseren Kunden zu ermöglichen, diese neuen Möglichkeiten
anwendbar sind, sehen wir besonders starke Vorteile in der Auto- voll auszuschöpfen. Dazu gehört die bestmögliche Produktions-
mobilindustrie und in der Medizintechnik, wo Präzision und Effi­ optimierung, auch mit KI-Tools. Unsere Lösungen verbessern
zienz extrem wichtig sind. Aber auch kleinere Fertigungsbetriebe nicht nur die Effizienz und Qualität der Produktion, sondern
oder Produzenten mit Kleinteilserien profitieren erheblich von der bieten auch die Flexibilität, auf zukünftige Anforderungen rea­
verbesserten Datentransparenz und Prozesssteuerung. Über gieren zu können.
­lange Fertigungsprozesse lassen sich die D
­ aten genau tracken. www.mkware.de
Ph. Nicolai: Es gibt auch Anwendungen, bei denen zum Beispiel
schon 2 Mrd. Teile produziert worden sind. Dort haben wir jetzt

2/2025 www.digital-factory-journal.de
46 Industrial Communication & Interfaces

Innovation trifft Nachhaltigkeit


Inmitten des aktuell schwierigen wirtschaftlichen Umfelds Energieketten, die über das eigene „chainge“-Programm re-
setzt Igus ein positives Zeichen für Innovation und Nachhal- cycelt werden, sowie alten Fischernetzen. „Mit dieser recy-
tigkeit. Zur Hannover Messe wer- celten Kettenserie ermöglichen wir
den unter anderem PTFE-freie Kunden, mit uns gemeinsam einen
Werkstoffe und eine komplette Beitrag zur Kreislaufwirtschaft für
Energiekettenserie aus Recycling- Kunststoffe zu leisten“, sagt Micha-
material präsentiert. Nach dem el Blass, Geschäftsführer e-ketten-
Motto „PTFE adé“ stellt Igus alle systeme bei Igus. „Darüber hinaus
Standard-Gleitlagerwerkstoffe um ist sie unser Beweis dafür, dass
und bietet alle iglidur-Standardma- nachhaltig nicht gleich teuer bedeu-

Bild: igus
terialien auch als PTFE-freie Vari- tet. Denn die recycelte E2.1-Serie
ante an. Dazu zählen die Werkstoffe wird zum selben Preis erhältlich
iglidur J, W300, M250, G, X und H. sein wie zuvor die e-ketten aus
Auch in anderen Produktbereichen, wie Linearführungen, Standardmaterial.“ Zudem hat sie nach Unternehmensanga-
Drehkranzlager oder Gleitfolien, werden bereits PTFE-freie ben identische mechanische Eigenschaften und einen 80 %
und PFAS-geprüfte Alternativen angeboten. geringeren CO2-Fußabdruck im Vergleich zur Energieket-
Außerdem stellt Igus nun das komplette Katalogprogramm tenserie aus Standardmaterial.
der Standard-Energiekettenserie E2.1 auf das neue Recyc- www.igus.de
lingmaterial igumid CG LW um. Hergestellt wird dies aus alten À Hannover Messe: Halle 6, Stand E26

Neue Gateway-Version
Softing Industrial gibt die Veröffentlichung der Version V1.21 oder FF HSE. Zusätzlich unterstützt es erweitertes Asset-­
seines FG-200-Gateways bekannt. Es bietet optimierte Hard- Management, sodass Tools wie der Emerson AMS Device
ware- und Firmware-Features für die zuverlässige Verbindung Manager und FDT-basierte Anwendungen parallel genutzt
­
­werden können.
Neuerungen der Version V1.21:
• Optimierte Kommunikationsstabilität: Die überarbeitete Hard-
ware sorgt für eine noch zuverlässigere Datenübertragung,
selbst in störanfälligen Umgebungen.
• Erweiterte Firmware-Funktionen: Durch Fehlerbehebungen
in der neuen Version wurden Zuverlässigkeit und Benutzer-
freundlichkeit weiter verbessert.
Bild: Softing Industrial

Als „einzigartige“ Vorteile des FG-200 nennt das Unternehmen:


• Visitor-Host-Unterstützung: Das Gateway bietet eine zusätz-
liche Asset-Management-Schnittstelle für FF-H1-Feldgeräte.
• Flexible Integration: Es ermöglicht nicht nur die Steuerungs-
anbindung, sondern auch den parallelen Zugriff auf FF-H1-
von Foundation-Fieldbus-H1(FF-H1-)-Feldgeräten mit Ethernet- Feldgeräte durch Asset-Management-Tools – ohne bestehen-
basierten Steuerungs- und Asset-Management-Systemen. de Steuerungslösungen zu beeinflussen.
Das FG-200 zur Integration von FF-H1-Feldgeräten wurde spe- • Zukunftssicherheit: Die kontinuierliche Weiterentwicklung
ziell für den Einsatz in der Prozessautomatisierung entwickelt. durch Softing Industrial gewährleistet langfristige Einsatz­
Es ermöglicht den Anschluss von bis zu vier FF-H1-Segmenten fähigkeit und Kompatibilität mit modernen Anwendungen.
an kleine bis mittelgroße Steuerungssysteme über Modbus TCP industrial.softing.com/de

www.digital-factory-journal.de 2/2025
Industrial Communication & Interfaces 47

Perfekte Präzision Verbindungslösungen für heute und morgen


und Flexibilität Lapp präsentiert auf der Hannover M
­ esse
PI (Profibus & Profinet International) stellt smarte Verbindungslösungen für eine
auf der Hannover Messe eine neue Ma- nachhaltigere Zukunft sowie für die
schinenbau-Demonstration vor. Das ­Industrie 4.0. Im FutureLab werden inno-
Messemodell kombiniert eine fortschritt- vative Lösungen und nachhaltige Pro­

Bild: Lapp
liche Förderplattform mit einer präzisen jekte in verschiedenen Stadien der
Roboterapplikation. Umsetzung gezeigt, zum Beispiel aus
Die Förderplattform basiert auf der Su- dem Bereich Additive Manufacturing und
perTrak-Technologie, die sowohl hoch­ Rapid Prototyping sowie dem hauseige- ren ausgelegt. Erstmals werden auch
dynamische und präzise Bewegungen nen Chatbot „Lapp Product Expert“. Sonderleitungen thematisiert.
­Außerdem erklären Experten, wie größe- Darüber hinaus stehen zahlreiche Lapp-
re Leiterquerschnitte Kosten und CO2- Experten über alle Messetage hinweg
Emissionen senken können. Weitere bereit, um Beratung zu Themen wie
Themen: Welche Vorteile die Berech- Single Pair Ethernet (SPE), Advanced
nung des CO2-Fußabdrucks des Lapp- Physical Layer (APL) oder Cloud-Con-
Produktportfolios Kunden verschafft und nectivity zu bieten. An der Industrial-
wie die Entwicklungsabteilung des Ka- Communication-Wall können Besucher
belspezialisten an neuen nachhaltigeren auf einen Blick nachvollziehen, wo das
Produktvarianten arbeitet. Lapp-Produktportfolio auf allen Ebenen
Als Neuheit wird unter anderem der der Automatisierungspyramide vom Feld
Bild: PI

Epic-M23-Steckverbinder gezeigt. Die bis zur Cloud zum Einsatz kommt.


Komponente im „Clean Design“ ist auf www.lapp.de
durch den Einsatz von Magnettechnolo- den direkten Anschluss an Servomoto- À Hannover Messe: Halle 11, Stand C15
gie ermöglicht als auch eine hohe Flexi-
bilität bietet. Dabei werden individuell
steuerbare Shuttles durch Linearmoto-
ren auf einer Transportschiene bewegt.
Universelles IoT-Edge-Gateway und Switches
Der Schwenkarmroboter ist mit einer Plug-In Electronic Außerdem mit im Sor-
Pick-and-Place-Applikation auf diese vertreibt ab sofort die timent: das 4G-IoT-
Transportbewegungen abgestimmt. Die Netzwerk- und AIoT- Edge-Gateway Sma-
Integration von Profinet, Profidrive und Lösungen des taiwa- nex SEC405G. Es
Profisafe gewährleistet eine zuverlässige nesischen Herstellers verfügt unter anderem
Bild: Plug-In

und sichere Kommunikation, die sowohl Smanex. Das Angebot über zwei Slots für
in den einzelnen Teilbereichen als auch der Smanex-Switches SIM-Karten sowie fünf
im Zusammenspiel der Komponente die reicht von ultrakom- Ethernet-Ports und
Basis bildet. Das Zusammenspiel der PI- pakten Hutschienengeräten wie dem unterstützt zahlreiche Protokolle für IP-
Technolo­
gien sorgt für eine optimale Smanex SW3103-1F, der zwei Ethernet- Routing und DDNS sowie Modbus und
A bstimmung aller Bewegungen und
­ Ports sowie einen SFP-Port für die Inte­ MQTT. Über Node-RED kann das Gate-
­gewährleistet sichere Prozesse. gration in Glasfaser-Netzwerke bietet, bis way konfiguriert und angepasst werden.
Mit Profinet und den entsprechenden hin zum Smanex SW3110G-2GF mit acht Es ist mit IoT-Plattformen, wie AWS und
Profilen sowie Anwendungen wird die Gbit-Ethernet-Anschlüssen und zwei Azure, kompatibel und ist in einem Be-
Automatisierungstechnik weiterent­ Gbit-SFP-Ports für ultraschnelle Daten- triebstemperaturbereich von –40 °C bis
wickelt und zur optimalen Lösung für übertragungen. Geräte mit PoE-Funktio- 75 °C einsetzbar. Die Gateways des Her-
anspruchsvolle industrielle Anwendun- nalität und industrietaugliche Device-­ stellers werden ergänzt durch kompakte
gen. Server für die Einbindung serieller Geräte und leistungsstarke IoT-Router mit skalier-
www.profibus.com in TCP/IP-Netzwerke gehören ebenso barer Ausstattung.
À Hannover Messe: Halle 9, Stand D68 zum Portfolio. www.plug-in.de

2/2025 www.digital-factory-journal.de
48 Big Data & Cloud Solutions

Wie das KI-Zeitalter


das Fertigungsumfeld prägt
Vor drei Jahren hatte es künstliche Intelligenz noch schwer, Entscheider im Fertigungsumfeld
von ihrem Nutzen zu überzeugen. Dann ging ChatGPT an den Start und strukturierte mensch-
liche Synapsen um. Heute wird in nahezu jedem Fertigungsunternehmen darüber nachge-
dacht, wie KI bzw. Large Language Models die Produktivität in vielerlei Bereichen steigern
können. Nico Hartmann, Manufacturing Industry Lead bei Microsoft Deutschland, zeigt Chan-
cen, Nutzen sowie Praxisbeispiele auf und gibt einen Ausblickcc bis hin zum Zusammenspiel
mit Quantum-Computing.
Inge Hübner, Anica Thalmeier

Bild: Microsoft
Nico Hartmann, Manufacturing Industry Lead bei Microsoft Deutschland: „In der Produktion lernen KI-unterstützte Maschinen schon heute,
sich flexibel auf neue Anforderungen einzustellen, Wartungsbedarf frühzeitig zu erkennen und Qualitätskontrollen in Echtzeit durchzuführen.
In den nächsten Jahren wird KI noch stärker in die Produktionsprozesse integriert.“

Herr Hartmann, in Kooperation mit dem Marktforschungsunter- Befragten sagen, dass sie ein gutes Verständnis von KI-Anwen-
nehmen Civey hat Microsoft eine branchenspezifische Analyse dungen haben, und knapp ein Viertel ist sich nicht ganz sicher,
zur Nutzung von KI durchgeführt. Was war die aus Microsoft- was sie aus der KI rausholen können.
Sicht wichtigste Erkenntnis aus der Befragung für das Ferti- Es besteht also Nachholbedarf bei der intelligenten Nutzung und
gungsumfeld? dem Wissen über KI. Unternehmen sollten jetzt handeln: Sie
N. Hartmann: Künstliche Intelligenz ist kein Experiment mehr, sollten in die Weiterbildung ihrer Teams investieren, denn nur
sondern ein immer mehr genutztes Werkzeug – vor allem in dann können sie das volle Potenzial von KI ausschöpfen. Wir
herstellenden Betrieben. Mehr als die Hälfte der Büromitarbeiter sehen das jeden Tag: Mit den richtigen Schulungs- und Qualifi-
– um genau zu sein, 52,2 % – nutzt KI mindestens einmal im zierungsmaßnahmen kann die KI schnell strategisch und effi­
Monat, und zwar mit Gewinn! Die Studienteilnehmer geben an, zient in bestehende Prozesse integriert werden und die Produk-
dass KI ihre Produktivität und das Zeitmanagement verbessert, tivität verbessern.
und etwas mehr als 6 % erkennen sogar einen Kreativitäts- Die Umfrage beleuchtet im Wesentlichen KI am Büroarbeits-
schub. Es gibt aber auch Herausforderungen: Lediglich 37 % der platz. Viele Automatisierer und Fertigungsunternehmen nutzen

www.digital-factory-journal.de 2/2025
Big Data & Cloud Solutions 49

Large Language Models (LLM) allerdings weit darüber hinaus, Zusammengefasst lässt sich sagen: KI-Modelle werden zuver-
beispielsweise für den Kundensupport, zur Unterstützung bei lässiger. Besonders die neuesten Modelle aus den vergangenen
Programmierung oder Engineering und vieles mehr. Monaten können komplexere Aufgaben bewältigen und schwie-
rigere Pro­bleme lösen als frühere. Denn sie verfügen über ver-
Bitte zeigen Sie an einem Beispiel aus der Industrie bzw. dem besserte „Denkfähigkeiten“ und werden besser orchestriert.
Fertigungsumfeld auf, wie Unternehmen durch den Einsatz von Aber die menschliche Expertise bleibt essenziell. Die Zukunft
KI profitieren können. gehört einer Zusammenarbeit von Mensch und KI, bei der Tech-
N. Hartmann: Da gibt es jetzt schon ganz viele erfolgreiche Bei- nologie als Verstärker menschlicher Fähigkeiten wirkt.
spiele. Die Wilo-Gruppe, ein führender Anbieter von Pumpen
und Pumpsystemen, nutzt in ihrer „Factory“ in Dortmund eine Was würden Sie heute noch als die größten Hürden rund um das
„adaptive Werkassistenz“. Mitarbeiter erhalten unter anderem Thema KI bezeichnen?
auf Bildschirmen detaillierte Montageanleitungen für die 12 000 N. Hartmann: Ein zentrales Thema ist der Umgang mit Nutzer-
Produktvarianten. Das System passt sich der Berufserfahrung daten. KI muss so entwickelt und eingesetzt werden, dass der
und der Fehlerquote der einzelnen Mitarbeiter an. Das Ergebnis: Datenschutz und die Kontrolle durch die Nutzer gewährleistet
ein Produktivitätsanstieg von über 20 %, 60 % weniger Rekla- sind. Microsoft hat sich schon lange dazu verpflichtet, KI nur auf
mationen und Einsparungen in Höhe von 5 Mio. € bei den Kos- der Basis klarer ethischer Prinzipien zu entwickeln. Wir unter-
ten für Produktionsabweichungen. stützen Unternehmen dabei, das EU-Gesetz über künstliche
Viele wissen aus dem privaten Gebrauch von zum Beispiel Intelligenz – den sogenannten EU AI Act – einzuhalten und
ChatGPT, dass die Ergebnisse nicht immer vollständig richtig gleichzeitig verantwortungsbewusste KI-Innovationen zu för-
sind. dern. Doch es braucht eigentlich eine globale Regulierung der
KI, die einen klaren Rechtsrahmen schafft, Innovationen fördert,
Nun wird gerade im Zusammenhang mit dem Fachkräftemangel vor Risiken schützt und für ausgeglichene Verhältnisse zwi-
KI als wichtiger Hebel genannt, diesem entgegenzuwirken. Wer- schen den einzelnen KI-Standorten sorgt.
den zukünftige Modelle zuverlässiger sein oder müssen auch Eine weitere Herausforderung liegt in der Integration von KI in
dann immer noch Experten die Ergebnisse kontrollieren? bestehende Unternehmenssysteme. Es mangelt immer noch an
N. Hartmann: KI hilft der Industrie, den Fachkräftemangel zu qualifizierten KI-Experten. Aus diesem Grund hat Microsoft die
bewältigen. Sie unterstützt ganz gezielt die Teams in der Pro- Allianz für KI-Kompetenz gegründet, um durch zielgerichtete
duktion, steigert ihre Produktivität und hilft auch dabei, Arbeits- Bildungsinitiativen und Schulungsprogramme die Fachkräfte in
prozesse zu automatisieren. Microsoft investiert viel in die KI- Deutschland besser auf die KI-Ära vorzubereiten.
Entwicklung, damit die Modelle immer zuverlässiger, robuster,
transparenter und vor allem verantwortungsbewusst werden. Wo stehen wir aus Microsoft-Sicht heute beim Thema KI/GenAI,
Dafür werden nicht nur die jeweiligen KI- oder Large-Language- und wo werden wir in zwei bis drei Jahren stehen?
Modelle weiterentwickelt, sondern sie werden vor allem intelli- N. Hartmann: Das KI-Zeitalter hat begonnen. Nach den ersten
gent kombiniert und orchestriert. Unsere Mission ist es, jeden KI-Gehversuchen haben wir jetzt KI-Agenten, die nicht nur hilf-
Menschen und jedes Unternehmen in die Lage zu versetzen, reiche Assistenten, sondern aktive Partner im Alltag und in der
KI erfolgreich zu nutzen. Microsoft schafft für diesen Zweck Industrie werden. In der Produktion lernen KI-unterstützte
­einerseits leicht bedienbare KI-Werkzeuge und -Oberflächen, ­Maschinen schon heute, sich flexibel auf neue Anforderungen
automatisiert aber auch das gesamte Umfeld im Hintergrund, einzustellen, Wartungsbedarf frühzeitig zu erkennen und Qua-
um korrekte und ethisch vertretbare Ergebnisse zu sichern. litätskontrollen in Echtzeit durchzuführen.
Aber KI kann Menschen und menschliches Fachwissen nur er- In den nächsten zwei bis drei Jahren wird KI noch stärker in die
gänzen, nicht ersetzen! Vor allem bei strategischen oder ethi- Produktionsprozesse integriert. KI-Agenten werden erst ein­
schen Fragen sowie komplexen Sachverhalten müssen immer fache Aufgaben übernehmen und dann zunehmend Produk­
Menschen entscheiden. Sie sollen die KI als Assistenz und tionslinien intelligent steuern, Lieferketten optimieren und selbst­
Entscheidungshilfe sowie für die Übernahme von Routinearbei- ständig auf Nachfrage- oder Betriebsänderungen reagieren.
ten nutzen, aber nicht von ihr ersetzt werden. KI-Lösungen wie Agenten übernehmen hierbei Aufgaben, die bisher ungenutzte
Microsoft Copilot stellen den Menschen in den Mittelpunkt. Und Potenziale erschließen, zum Beispiel durch eine effektive
jedes Unternehmen muss hier auch die richtige KI-Kultur schaf- ­Nutzung des Wissensmanagements. Bereits heute kann jede
fen, damit die Mitarbeiter die KI-Ergebnisse im richtigen Kontext Person, die sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigt, einfach
einordnen können. maßgeschneiderte Agenten für ihr jeweiliges Fachgebiet erstel-

2/2025 www.digital-factory-journal.de
50 Big Data & Cloud Solutions

len, die ihre Arbeit bestmöglich unterstützen. Hieraus ergibt

DIGITAL FACTORY sich: Je mehr Menschen in Unternehmen KI nutzen, desto mehr


neue Anwendungsmöglichkeiten werden sie entdecken – bis hin
DAS MAGAZIN FÜR INDUSTRIE 4.0 & IOT JOURNAL POWERED BY zu ganz neuen Produkten, Prozessen und Geschäftsmodellen.
Anschrift der Redaktion:
Kaiserleistraße 8 A, 63067 Offenbach
Telefon 0 69/84 00 06-0, Telefax 0 69/84 00 06-13 99 Die Vereinten Nationen haben 2025 zum „International Year of
E-Mail: [email protected]
Quantum Science and Technology“ ernannt. In welcher Weise
Redaktion:
Dipl.-Ing. Ronald Heinze ( Chefredakteur) wird Quantum Computing das Thema KI beeinflussen/prägen/
Dipl.-Ing. Inge Hübner
beflügeln?
Anschrift des Anzeigenverkaufs:
N. Hartmann: Dass die UN das Jahr 2025 gewählt haben, um
Kaiserleistraße 8 A, 63067 Offenbach
Telefon: 0 69/84 00 06-13 40, Telefax 0 69/84 00 06-13 98 das Potenzial von Quantum-Computing hervorzuheben, kommt
E-Mail: [email protected]
Anzeigenleiter: Olaf Schneider (verantwortlich für die Anzeigen) genau richtig. Wir stehen in diesem Bereich vor einer technolo-
Für unverlangte Einsendungen, einschließlich Rezensionsexemplaren, gischen Revolution, die auch eng mit der Entwicklung von
wird keine Gewähr übernommen; Manuskripte und Bildvorlagen werden
nur auf besonderen Wunsch zurückgeschickt. Die Verfasser erklären sich künstlicher Intelligenz verknüpft ist. Heutige KI-Modelle stoßen
mit einer nicht sinnentstellenden redaktionellen Bearbeitung ihres Manu-
immer noch an Grenzen, weil bisherige Computer riesige Daten-
skripts einverstanden.
mengen und komplexe Berechnungen noch nicht schneller
Verlag:
VDE VERLAG GMBH; Bismarckstraße 33; 10625 Berlin verarbeiten können. Aber Quanten-Computer ermöglichen
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erweitern und viel schneller Muster in Daten erkennen können.
Geschäftsführung: Dr.-Ing. Stefan Schlegel
Verlagsleiter Zeitschriften: Und Mustererkennung ist der Schlüssel zur KI.
Dipl.-Ing. Ronald Heinze
Gesellschafter: VDE GmbH (100 %) Deshalb investieren wir bei Microsoft seit vielen Jahren in Quan-
Bismarckstr. 33, 10625 Berlin ten-Technologie und behalten potenzielle Anwendungsfälle im
©2025 VDE VERLAG GMBH Blick. Nehmen wir unseren neuen Majorana 1 als Beispiel. Es ist
Die Zeitschrift Digital Factory Journal und alle in ihr enthaltenen einzelnen
der weltweit erste Quanten-Prozessor mit topologischen Qubits,
Beiträge und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung au-
ßerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustim- den wir im Februar 2025 vorgestellt haben. Seine neue Archi-
mung des Verlags unzulässig und strafbar.
Eine Haftung des Verlags für die Richtigkeit und Brauchbarkeit des techni- tektur soll dazu beitragen, dass sich leistungsstarke Quanten-
schen Inhalts der veröffentlichten Beiträge ist ausgeschlossen. Aus der Computer für praktische Einsatzzwecke schon in wenigen Jah-
Veröffentlichung kann nicht geschlossen werden, dass die beschriebenen
Lösungen oder verwen­ deten Bezeichnungen frei von gewerblichen ren bauen lassen, statt erst in Jahrzehnten.
Schutz­rechten sind.
Und es geht längst nicht mehr nur um theoretische Anwen-
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didaten berücksichtigen, um das jeweilige Problem zu lösen,
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12 Monate, wenn es nicht bis s­ pätestens 6 Wochen vor Ablauf des Bezugs- und Copiloten helfen ihnen bei der Interpretation der gewonne-
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nen Daten. Dadurch ist es bereits gelungen, eine neue Molekül-
Reklamationen für nicht erhaltene Hefte können nur innerhalb von drei
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Dieser Jumbo-CelsiStrip® (= CSJ) ist auf Dieser CelsiPoint® (= CP) ist in (40) ver- Diese beiden Jumbo-CelsiDot® (= CDJ)
einem Transportrohr für Milchprodukte ap- schiedenen T-Werten lieferbar. Bei einem 93°C Etiketten sind links auf einem E-Mo-
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pliziert. Regelmässige Heissspülungen mit Heissluft-Trocknungsprozess hat dieser tor und rechts auf einer Getriebebox plat-
Desinfektmittel sind Vorschrift. Im Rohr- Teil eines Prints die 82°C sicher über- ziert. Motorgehäuse hat die 93°C über-
system müssen überall Mindesttempera- schritten, aber um Wieviel? schritten, das Getriebe nicht. Die grosse
turwerte erreicht und auch dokumentiert Empfehlung: Mehrbereichs MC nutzen. weisse Fläche kann auch auf Distanz op-
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werden. Das CSJ ist die beweiskräftige tisch gut erkannt werden.Standardmässig
Dokumentation. Sondermodelle möglich. verfügbar in 54°C, 93°C und 121 °C.
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CelsiPoint® ø 9 mm. Jumbo-CelsiDot® 14 x 14 mm.


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50+ years of development, manufacturing and

SPIRIG distribution
Dipl. Ing. Ernest Spirig
40

Hohlweg 1 8640 Rapperswil Switzerland


Telefon: (+41) 55 222 6900 Fax: (+41) 55 222 6969
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