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Final 9783662546475

Das Buch "Der Praxisanleiter im Rettungsdienst" von Steffen Pluntke bietet eine umfassende Einführung in die berufspädagogischen Themen der Aus-, Fort- und Weiterbildung im Rettungsdienst. Es behandelt die Qualifikationen von Praxisanleitern und die Integration von Künstlicher Intelligenz in die Ausbildung, um moderne Lernmethoden und -technologien zu nutzen. Die dritte Auflage erweitert die Inhalte um neue Ansätze wie Gamification und KI-gestützte Lernplattformen, um die Ausbildung individueller und effizienter zu gestalten.
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© © All Rights Reserved
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Das Buch "Der Praxisanleiter im Rettungsdienst" von Steffen Pluntke bietet eine umfassende Einführung in die berufspädagogischen Themen der Aus-, Fort- und Weiterbildung im Rettungsdienst. Es behandelt die Qualifikationen von Praxisanleitern und die Integration von Künstlicher Intelligenz in die Ausbildung, um moderne Lernmethoden und -technologien zu nutzen. Die dritte Auflage erweitert die Inhalte um neue Ansätze wie Gamification und KI-gestützte Lernplattformen, um die Ausbildung individueller und effizienter zu gestalten.
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Der Praxisanleiter im Rettungsdienst

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Steffen Pluntke

Der Praxisanleiter im
Rettungsdienst
3. Auflage
Steffen Pluntke
Dresden, Sachsen, Deutschland

ISBN 978-3-662-70126-3 ISBN 978-3-662-70127-0 (eBook)


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Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbiblio-


grafie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über [Link] abrufbar.

Ursprünglich erschienen unter dem Titel: Pluntke, Lehrrettungsassistent und Dozent im


Rettungsdienst, 978-3-642-34939-3, Springer-Verlag 2013

© Der/die Herausgeber bzw. der/die Autor(en), exklusiv lizenziert an Springer-Verlag GmbH,


DE, ein Teil von Springer Nature 2017, 2021, 2024

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Vorwort zur 3. Auflage

Künstliche Intelligenz (KI) ist ein Megatrend, der begonnen hat, alle Le-
bens- und Arbeitsbereiche nachhaltig zu transformieren. KI-Systeme wer-
den auch in Zukunft die Medizin im Allgemeinen und den Rettungsdienst
im Besonderen bei (notfall-)medizinischen Analysen und Entscheidungen
unterstützen. Ein weiterer Bereich, der bereits jetzt schon zum Teil stark
von KI-Unterstützung durchdrungen ist, ist der Bildungssektor. KI-gestützte
Lernplattformen, adaptive Trainingsmodule und virtuelle Simulations-
umgebungen eröffnen künftig völlig neue Möglichkeiten, um die Aus- und
Weiterbildung individueller und effizienter – sowohl für die Lehrenden
(z. B. Praxisanleiter) als auch für die Lernenden (z. B. Auszubildende) –
zu gestalten. Dies erfordert jedoch auch eine Erweiterung der Kompeten-
zen von Praxisanleitungen, die in der Lage sein müssen, diese Technologien
sinnvoll und zielgerichtet einzusetzen. Die große Spannbreite der im Inter-
net verfügbaren KI-Tools zur Unterstützung der Bildungsarbeit ist groß und
nicht einfach zu durchschauen. Allein deswegen ist es unmöglich, Ihnen
einen Gesamtüberblick zu geben. Die neue Auflage des Buches knüpft
daher an der bekanntesten Kategorie von KI-Tools – den sogenannten KI-
basierten Textgeneratoren (z. B. ChatGPT) – an und zeigt Ihnen anhand
vieler Beispiele, wie diese digitalen Werkzeuge effizient und vielgestaltig
genutzt werden können.
Für die vielen Anregungen, kritischen Fragen und die geduldige Unter-
stützung bei der Erstellung der Erweiterung des Buches danke ich sehr mei-
ner Kollegin und guten Freundin Kristin Rothmann, die sich mit Leib und
Seele der rettungsdienstlichen Aus- und Weiterbildung sowie dem Kampf
gegen den plötzlichen Herztod verschrieben hat.

Dresden Steffen Pluntke


August 2024

V
Vorwort zur 2. Auflage

Ohne Praxisanleiter im Rettungsdienst könnte der Bedarf an Nachwuchs-


kräften im Rettungsdienst nicht gedeckt werden. Die Wahrnehmung der
Funktion als Praxisanleiter ist daher eine wichtige und verantwortungs-
volle Aufgabe zugleich, die eine anspruchsvolle und moderne berufs-
pädagogische Qualifizierung voraussetzt. Ebenso wie im (notfall-)medizi-
nischen Bereich befindet sich die Pädagogik und deren Teildisziplinen in
einem stetigen Wandel. Dabei erleben auch vermeintlich traditionelle Lern-
formen eine Renaissance. Im Kontext der allgemeinen berufspädagogischen
Qualifizierung werden in jüngerer Zeit an geeigneten Stellen wieder ver-
mehrt Lernspiele eingesetzt, die vor allem dazu beitragen, den Spaß am
und beim Lernen zu (re-)aktivieren. In der pädagogischen Literatur wird die
Übertragung von spieletypischen Elementen auf Lernsituationen als Gamifi-
cation bezeichnet. Dies kann zum einen durch elektronische Varianten, aber
auch auf klassischem analogem Weg erfolgen. Elektronische Spielvarianten
sind jedoch im Rettungsdienst noch rar gesät und mitunter mit erheblichen
Kosten oder Herstellungsaufwand verbunden. Einfacher und oftmals schnel-
ler zu erstellen sind analoge Varianten in Form von zum Teil modernisierten
klassischen Lernspielen. Jeder kennt sicherlich den Spieleklassiker „Stadt,
Land, Fluss“. Kennen Sie aber auch die Rettungsdienstversion „Schmerz,
Hand, Fuß“? Sollte dies nicht der Fall sein, lassen Sie sich von der neuen
und erweiterten Auflage dieses Buches überraschen. Anhand von konkre-
ten Beispielen werden Ihnen Vorschläge und Einsatzmöglichkeiten für ver-
schiedene Lernspiele im Rettungsdienst vorgestellt. Diese können in der
Regel einfach erstellt und in der Aus-, aber auch in der Weiterbildung ein-
gesetzt werden. Einmal erstellt bieten sie einen methodisch-didaktischen
Fundus für jeden Praxisanleiter im Rettungsdienst.
Für die verständnisvolle Unterstützung bei der Überarbeitung und Er-
weiterung dieser Auflage danke ich ganz herzlich meiner Familie und dem
neuen Mitglied und Ruhepol unserer Familie, unserem Hund Jegor.

Potsdam Steffen Pluntke


September 2020

VII
Vorwort zur 1. Auflage

„Die Kunst des Lehrens hat wenig


mit der Übertragung von Wissen zu tun.
Ihr grundlegendes Ziel muss darin bestehen,
die Kunst des Lernens auszubilden.“
(Ernst von Glasersfeld, amerikanischer Kommunikationsforscher, 1917–2010)

Der Rettungsdienst in Deutschland ist ein integraler Bestandteil des


Gesundheitssystems. Die Qualität der rettungsdienstlichen Leistung wird
nicht nur durch die notfallmedizinische Infrastruktur bestimmt, sondern
auch durch die Aus-, Fort- und Weiterbildung der Rettungsfachkräfte. Um
diese Aufgabe wahrzunehmen, braucht man Lehrkräfte, die sowohl not-
fallmedizinisch als auch pädagogisch qualifiziert sind. Die praktische Aus-
bildung von Notfallsanitätern auf den Lehrrettungswachen wird von Praxis-
anleitern übernommen. Die schulische Ausbildungsphase begleiten hin-
gegen vorwiegend hauptberufliche fachlich und pädagogisch qualifizierter
Lehrkräfte mit entsprechender, abgeschlossener Hochschulausbildung.
Bislang fehlte auf dem deutschsprachigen Büchermarkt ein Standard-
werk, das alle berufspädagogischen Themen der Aus-, Fort- und Weiter-
bildung im Rettungsdienst umfassend abdeckt. Diese Lücke wird nun ge-
schlossen. Den Leser erwartet eine systematische und verständlich dar-
gestellte Einführung in die rettungsdienstliche Berufspädagogik. Das
Konzept des Buches greift dazu anerkannte und praxiserprobte Schwer-
punkte der Qualifizierung zum Praxisanleiter auf, um angehende Berufs-
ausbilder zu einer handlungs- und teilnehmerorientierten Aus-, Fort- und
Weiterbildung zu befähigen. Aber auch erfahrene Lehrkräfte können mit-
hilfe des Buches nicht nur ihre Kenntnisse erweitern und vertiefen, son-
dern auch Lehrveranstaltungen für künftige Praxisanleiter aber auch Do-
zenten im Rettungsdienst planen, durchführen und nachbereiten. Das
Themenspektrum ist breit angelegt und umfasst folgende Bereiche:
rettungsdienstliche Berufskunde, Bildungssystem, Lernpsychologie,
Arbeits- und Zeitmanagement, Ausbildungsplanung, Unterrichtsmethoden
und -medien, Lernkontrollen und Beurteilungen, Kommunikation, Gruppen-
prozesse, Konfliktmanagement sowie Grundlagen des Arbeits- und Sozial-
rechts.

IX
X Vorwort zur 1. Auflage

Um den Textfluss nicht zu stören, ist nur die männliche Sprachform ge-
wählt worden. Alle personenbezogenen Aussagen gelten jedoch für Frauen
und Männer gleichermaßen. Im Text wird anstatt der Langform für Praxis-
anleiter im Rettungsdienst (PAL) die in Klammer angegebene allgemein üb-
liche Abkürzung verwendet.

Potsdam Steffen Pluntke


März 2017
Inhaltsverzeichnis

1 Qualifikationen im Rettungsdienst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1
1.1 Rettungspersonal. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1
1.2 Praxisanleiter im Rettungsdienst. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
1.3 Zusammenfassung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
Literatur. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
2 Bildungssystem der Bundesrepublik Deutschland . . . . . . . . . . 23
2.1 Organisation des Bildungssystems. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
2.2 Struktur des Bildungssystems . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
2.3 Bildungsurlaub. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
2.4 Europäischer und Deutscher Qualifikationsrahmen
(EQR und DQR) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
3 Grundbegriffe der Erwachsenenbildung. . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
3.1 Andragogik und Erwachsenenbildung. . . . . . . . . . . . . . . . . 33
3.2 Aus-, Fort- und Weiterbildung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
3.3 Pädagogik. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
3.4 Didaktik. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
3.5 Lehrplan und Curriculum. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
3.6 Lernfeldkonzept. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
4 Grundlagen des Lernens . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
4.1 Biologische Grundlagen des Lernens . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
4.2 Lernen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49
4.3 Lerntheorien. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52
4.4 Lerntypen und Lernstile. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
4.5 Motivation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65
4.6 Besonderheiten des Lernens im Erwachsenenalter. . . . . . . 72
Literatur. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 75
5 Gedächtnis. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77
5.1 Dreispeichermodell . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77
5.2 Gedächtnisarten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81
5.3 Vergessen und Behalten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81
Literatur. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 84

XI
XII Inhaltsverzeichnis

6 Organisation und Förderung des Lernens. . . . . . . . . . . . . . . . . 85


6.1 Lernstrategien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85
6.2 Gedächtnisregeln. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 89
6.3 Lern- und Mnemotechniken. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 89
6.4 Arbeits- und Zeitmanagementmethoden. . . . . . . . . . . . . . . 100
Literatur. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 103
7 Unterrichten und Ausbilden. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 105
7.1 Funktionen von Unterricht und Ausbildung. . . . . . . . . . . . . 106
7.2 Formen des Lehrens. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 106
7.3 Kompetenzen von Praxisanleitern im Rettungsdienst. . . . . 107
7.4 Motivierendes Ausbilderverhalten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 110
8 Lernziele. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 115
8.1 Lernzielbereiche. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 115
8.2 Lernzieltaxonomie. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 117
8.3 Lernzielhierarchie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 118
8.4 Formulierung von Lernzielen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 120
8.5 Aufgaben von Lernzielen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 121
Literatur. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 123
9 Planung von AZus- und Weiterbildung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 125
9.1 Formen von Lehr- und Ausbildungsveranstaltungen . . . . . 125
9.2 Prinzipien der Aus- und Weiterbildung . . . . . . . . . . . . . . . 134
9.3 Phasen von Ausbildung und Unterricht. . . . . . . . . . . . . . . . 136
9.4 Ausbildungs- und Unterrichtsplanung. . . . . . . . . . . . . . . . . 141
9.5 Betrieblicher Ausbildungsplan. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 146
10 Ausbildungs- und Unterrichtsmethoden. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 151
10.1 Sozialformen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 152
10.2 Aktionsformen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 159
Literatur. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 182
11 Ausbildungs- und Unterrichtsmedien. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 183
11.1 Grundsätze und Funktionen des Medieneinsatzes. . . . . . . . 183
11.2 Einteilung der Medien. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 184
11.3 Standardmedien. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 184
12 Lehren und Lernen mit Künstlicher Intelligenz – Einsatz
von Textgeneratoren. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 193
12.1 Künstliche Intelligenz (KI) und KI-basierte
Content-Generatoren. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 193
12.2 Prompts . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 200
12.3 Kennzeichnungsregeln für KI-Anwendungen. . . . . . . . . . . 203
13 Wissenschaftliches Arbeiten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 209
13.1 Form und Layout einer Facharbeit. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 209
13.2 Aufbau einer Facharbeit. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 210
13.3 Literaturrecherche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 212
13.4 Grundregel des wissenschaftlichen Arbeitens:
Das Zitieren. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 215
13.5 Regeln für Literaturangaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 216
Inhaltsverzeichnis XIII

14 Lernkontrollen und Beurteilungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 219


14.1 Bezugsnormen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 220
14.2 Lernkontrollen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 221
14.3 Beurteilungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 229
Literatur. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 239
15 Soziales Management. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 241
15.1 Grundlagen der Kommunikation. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 241
15.2 Gruppenprozesse. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 259
15.3 Konfliktmanagement. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 264
Literatur. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 277
16 Grundlagen des Arbeitsrechts. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 279
16.1 Aufgaben des Arbeitsrechts. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 279
16.2 Rechtliche Grundlagen des Arbeitsrechts . . . . . . . . . . . . . . 281
16.3 Hauptgebiete des Arbeitsrechts. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 281
16.4 Arbeitsvertrag . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 283
16.5 Berufsausbildung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 292
16.6 Duale Struktur der Interessenvertretung . . . . . . . . . . . . . . . 295
17 Grundlagen des Sozialrechts. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 301
17.1 Prinzipien der sozialen Sicherung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 301
17.2 Entwicklung der Sozialversicherung. . . . . . . . . . . . . . . . . . 303
17.3 Versicherungspflicht. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 304
17.4 Zweige der Sozialversicherung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 304
17.5 Sozialgerichtsbarkeit. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 307

Literatur und weiterführende Literatur. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 309


Über den Autor

Steffen Pluntke Der Autor ist Pädagoge


sowie Betriebswirt (VWA) und Mitglied
der Geschäftsführung des Sächsischen
Kommunalen Studieninstitutes Dresden.
Als Abteilungsleiter des Bildungsbereiches
des DRK-Landesverbandes Brandenburg
e. V. war er zuvor langjährig u.a. für die
Qualifizierung von Praxisanleitern zu-
ständig. Als Autor hat er sich in einer Viel-
zahl von Fachartikeln mit Fragen der Aus-
und Weiterbildung im Rettungsdienst be-
Quelle: Mit freundlicher fasst. Er ist zudem Lehrbeauftragter an
Genehmigung von Manuela Kreibig zwei Hochschulen in den Bereichen Be-
rufs-, Medizin- und Gesundheitspädagogik.

XV
Qualifikationen im
Rettungsdienst 1

Inhaltsverzeichnis
1.1 Rettungspersonal . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1
1.1.1 Rettungshelfer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
1.1.2 Rettungssanitäter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
1.1.3 Notfallsanitäter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
1.1.4 Exkurs – Ausgewählte Rechtsfragen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
1.2 Praxisanleiter im Rettungsdienst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
1.3 Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22

Eine Qualifikation ist die Fähigkeit einer Per- rettungsdienstlichen Berufskunde des nichtärzt-
son, eine bestimmte geistige bzw. praktische lichen Personals vertraut sein.
Tätigkeit auf einem gewissen Niveau auszu-
führen. Man erreicht sie durch Aus- bzw. Fort-
bildung, Übung und Erfahrung. Das Spektrum Grundlagen der Ausbildung des Perso-
der Qualifikationen im Rettungsdienst ist breit. nals im Rettungsdienst
Für die Arbeit des Praxisanleiters im Rettungs-
• Notfallsanitätergesetz (NotSanG)
dienst (PAL) sind vor allem die Qualifikationen
• Ausbildungs- und Prüfungsverordnung
des Rettungs- und Bildungspersonals von be-
für Notfallsanitäterinnen und Notfall-
sonderem Interesse.
sanitäter (NotSan-APrV)
• Rettungsdienstgesetze der Bundesländer
1.1 Rettungspersonal
Allgemeine Fortbildungspflicht
In Deutschland gibt es auf der nichtärztlichen Die Tätigkeit im Rettungsdienst setzt eine regel-
Seite mehrere Qualifikationen, die sich mit der mäßige Fortbildung voraus. Rettungshelfer,
Rettung in medizinischen Notfällen beschäftigen. Rettungssanitäter und Notfallsanitäter sind un-
PAL sind aufgrund ihrer Stellung gleichermaßen abhängig von ihrer Qualifikation jährlich fort-
Ratgeber und Ansprechpartner, wenn es um die zubilden. Diese Fortbildung basiert vor allem
(Weiter-)Qualifizierung im Rettungsdienst geht. auf den in den verschiedenen Ländern vor-
Sie sollten deshalb mit den Grundzügen der handenen Gesetzen und Verordnungen. Je nach

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S. Pluntke, Der Praxisanleiter im Rettungsdienst, [Link]
2 1 Qualifikationen im Rettungsdienst

länderrechtlichen Regelungen umfasst die Erste-Hilfe-Ausbildung, die nicht länger als ein
Fortbildung zwischen 24 und 40 h. Sinn der Jahr zurückliegen darf.
medizinisch-fachlichen Fortbildungen ist die Rettungshelfer ist keine geschützte Berufs-
Festigung der Kenntnisse und Fertigkeiten in bezeichnung. Ausbildung und Prüfung sind nicht
den notfallmedizinischen Bereichen und die gesetzlich geregelt. Die Hilfsorganisationen
Vermittlung neuer medizinischer Aspekte. Die haben sich deshalb 1995 auf gemeinsame
Überwachung der Aus- und Weiterbildung des Grundsätze für eine Mindestausbildung von
nichtärztlichen Personals obliegt dem Ärztlichen Rettungshelfern verständigt. Die Ausbildungs-
Leiter Rettungsdienst (ÄLRD). zeit umfasst insgesamt 320 h. Lediglich in Nord-
rhein-Westfalen wurde die Rettungshelferaus-
bildung zwischenzeitlich gesetzlich geregelt. Al-
1.1.1 Rettungshelfer lerdings umfasst sie dort insgesamt nur 160 h.
Wegen der deutlich kürzen Ausbildungszeit wird
Die einfachste Form der Ausbildung im sie in anderen Bundesländern nicht als Rettungs-
Rettungsdienst ist der Rettungshelfer (Abb. 1.1). helferausbildung, sondern nur als Sanitätsaus-
Es handelt sich dabei um Personen, die an einer bildung anerkannt und zur Verdeutlichung des
über die Fachdienstausbildung für den Sani- Qualifikationsunterschiedes als „Rettungs-
tätsdienst hinausgehenden rettungsdienstlichen helfer NRW“ bezeichnet. Bei der Ausbildung
Ausbildung teilgenommen haben. Aufgrund zum Rettungshelfer haben sich die Hilfs-
der geringeren berufsspezifischen Qualifikation organisationen an den Inhalten der Ausbildung
sind Rettungshelfer nicht zur alleinigen Über- zum Rettungssanitäter orientiert, sodass alle
wachung von Notfallpatienten im Regelrettungs- Ausbildungsabschnitte auf die Ausbildung zum
dienst geeignet. Je nach Landesrecht ist ein be- Rettungssanitäter angerechnet werden können.
gleitender Einsatz auf verschiedenen Rettungs- Die 80 h umfassende klinische Ausbildung
mitteln möglich. soll zusammenhängend oder in zwei Blö-
cken von je 40 h durchgeführt werden. Die üb-
Ausbildung rige Ausbildung kann in Blöcken oder berufs-
Rechtlich ist als Zugangsvoraussetzung keine begleitend erfolgen.
bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. In der
Regel wird jedoch mindestens der Hauptschul-
abschluss oder eine abgeschlossene Berufsaus- 1.1.2 Rettungssanitäter
bildung vorausgesetzt. Voraussetzung zur Teil-
nahme an der Rettungshelferausbildung ist eine Die Qualifizierung zum Rettungssanitäter ist
durch kein Bundesgesetz normiert. 1977 wurde
die Ausbildung zum Rettungssanitäter erstmalig
durch die „Grundsätze zur Ausbildung des Per-
sonals im Rettungsdienst“ (520-h-Programm)
des Bund-Länder-Ausschusses „Rettungs-
wesen“ bundesweit einheitlich geregelt. 2019
wurde durch den Ausschuss Rettungswesen die
„Empfehlung für eine Verordnung über die Aus-
bildung und Prüfung von Rettungssanitäterin-
nen und Rettungssanitätern (Rett-San-APrV)“
herausgegeben. Sowohl die Grundsätze als auch
die Empfehlungen stellen formal keine Ge-
Abb. 1.1  Ausbildungsablauf zum Rettungshelfer nach setze und Verordnungen dar. Sie sind als Emp-
den Grundsätzen der Hilfsorganisationen fehlungen zu verstehen. Auch wenn es sich um
1.1 Rettungspersonal 3

eine Berufstätigkeit handelt, stellt der Begriff sitzende oder den Prüfungsvorsitzenden auf Vor-
Rettungssanitäter weder eine anerkannte Berufs- schlag der Ausbildungsstätte bestimmt. Die Be-
ausbildung noch eine Berufsbezeichnung dar. wertung erfolgt durch zwei Fachprüferinnen
Während früher Rettungssanitäter selbst- oder Fachprüfer. Der praktische Teil der Prü-
ständig im Regelrettungsdienst eingesetzt wur- fung erstreckt sich auf die Demonstration von
den, dürfen sie heute nur noch eigenverantwort- praktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Die
lich im qualifizierten Krankentransport ein- Prüfungsteilnehmerin oder der Prüfungsteil-
gesetzt werden. nehmer übernimmt bei zwei vorgegebenen Fall-
beispielen die anfallenden Aufgaben. Eines der
Ausbildung Fallbeispiele muss aus dem Bereich des quali-
Die Ausbildung zum Rettungssanitäter setzt fizierten Krankentransportes oder aus dem Be-
sich aus mehreren Phasen zusammen und um- reich der notfallmedizinischen Versorgung und
fasst insgesamt 520 h (Abb. 1.2). Aus diesem eines aus dem Bereich Herzkreislaufstillstand
Grund wird die Ausbildung oftmals kurz als mit Reanimation stammen. Ein Fallbeispiel wird
520-h-Programm bezeichnet. Die Ausbildungs- durch ein Fachgespräch ergänzt. In diesem hat
inhalte sind in einem Lernzielkatalog formuliert. die Prüfungsteilnehmerin oder der Prüfungsteil-
Die Prüfung wird vor einem Prüfungsausschuss nehmer sein Handeln zu erläutern und zu be-
gemäß den landesspezifischen Regelungen ab- gründen, sowie die Prüfungssituation zu re-
gelegt. Die gesamte Ausbildung soll in zwei Jah- flektieren. Die Prüfung ist bestanden, wenn
ren abgeschlossen sein. Sowohl der Abschluss jeder der vorgeschriebenen Prüfungsteile be-
als Rettungssanitäter als auch abgeschlossene standen ist. Wer die Prüfung bestanden hat, er-
Ausbildungsabschnitte werden in allen Bundes- hält ein Zeugnis. Die Aufsichtsarbeit der schrift-
ländern anerkannt. lichen Prüfung und die praktische Prüfung
können auf Antrag der Prüfungsteilnehmerin be-
Prüfungsbestimmungen ziehungsweise des Prüfungsteilnehmers einmal
Die Zulassung Die Prüfung zum Rettungs- wiederholt werden, wenn der Prüfling die Note
sanitäter gliedert sich in je einen schriftlichen „mangelhaft“ (5) oder „ungenügend“ (6) er-
und praktischen Teil. Die Teilnahme an der halten hat. Die Wiederholungsprüfung ist inner-
schriftlichen und praktischen Prüfung kann nur halb von zwölf Monaten durchzuführen.
erfolgen, wenn zuvor alle Ausbildungsabschnitte
erfolgreich absolviert wurden.
Der schriftliche Teil der Prüfung ist als 1.1.3 Notfallsanitäter
Aufsichtsarbeit innerhalb einer Dauer von
120 min zu bearbeiten. Die Fragen der schrift- Der Notfallsanitäter ist die höchste nichtärzt-
lichen Arbeit werden durch die Prüfungsvor- liche Qualifikation im deutschen Rettungsdienst.

Abb. 1.2  Ausbildungsablauf zum Rettungssanitäter gemäß der Empfehlung des Ausschusses Rettungswesen von
2019
4 1 Qualifikationen im Rettungsdienst

Die Berufsgruppe der Notfallsanitäter trägt die Voraussetzungen für den Zugang zur Berufs-
Hauptlast und die hauptsächliche Verantwortung ausbildung
im Rettungsdienst. Ihre Qualifikation ist damit Voraussetzungen für den Zugang zur Berufsaus-
wesentliche Voraussetzung dafür, dass eine fach- bildung zum Notfallsanitäter sind die
und bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung
durch den öffentlichen Rettungsdienst garan- • gesundheitliche Eignung zur Ausübung des
tiert werden kann. Bei der Wahl der Bezeichnung Berufes sowie
Notfallsanitäter hat sich der Gesetzgeber vom • der mittlere Schulabschluss (oder eine an-
historisch verwurzelten „Sanitäter“ und dem mo- dere gleichwertige Schulbildung) oder eine
dernen Begriff „Notfallmedizin“ leiten lassen. nach einem Hauptschulabschluss (oder einer
Bei der Berufsausbildung zum Notfall- gleichwertigen Schulbildung) erfolgreich ab-
sanitäter handelt es sich um eine Ausbildung zu geschlossene Berufsausbildung von mindes-
einem Heilberuf. Mit Abschluss der Ausbildung tens zweijähriger Dauer.
wird durch Erteilung der Erlaubnis, die Berufs-
bezeichnung zu führen, der Berufszugang ge- Ein Mindestalter stellt keine Zugangsvoraus-
währleistet. Rechtliche Grundlagen der Berufs- setzungen nach dem NotSanG dar.
ausbildung zum Notfallsanitäter stellen das am Der Besitz eines Führerscheins ist nicht aus-
01.01.2014 in Kraft getretene Notfallsanitäter- bildungsrelevant, da es nicht die primäre Auf-
gesetz (NotSanG) und die ergänzende Aus- gabe der Auszubildenden sein soll, Kranken-
bildungs- und Prüfungsverordnung für Not- transporte oder Rettungswagen zu fahren. Dies
fallsanitäterinnen und Notfallsanitäter (Not- schließt jedoch aber nicht aus, dass die Über-
San-APrV) dar. Das NotSanG ist ein typisches nahme solcher Aufgaben für Zwecke der Aus-
Berufszulassungsgesetz für einen Heilberuf. Als bildung erforderlich sein kann.
Berufszulassungsgesetz regelt es lediglich die
Ausbildung, aber nicht die Berufsausübung und Ausbildungsziel
Organisation, welche aufgrund der föderalen Grundsätzlich soll der angehende Notfall-
Struktur Deutschlands in der Gesetzkompetenz sanitäter während seiner Berufsausbildung dazu
der Länder liegt. befähigt werden, eigenverantwortlich per Ge-
Die Ausübung des Berufes als Notfallsanitäter setz definierte Aufgaben als auch definierte Auf-
ist mit potenziellen gesundheitlichen Risiken für gaben der Mitwirkung, d. h. in der Zusammen-
die Patienten verbunden. Aus diesem Grund hat arbeit mit Notärzten, sowie aber auch durch den
der Gesetzgeber diesen Beruf speziellen Rege- Ärztlichen Leiter Rettungsdienst vorgegebene
lungen unterworfen, die sich zum einen in einem eigenständige heilkundliche Maßnahmen auszu-
Berufsgesetz (NotSanG) und zum anderen in führen.
der ergänzenden Ausbildungs- und Prüfungs- Das Ausbildungsziel als zentrale Norm des
verordnung für Notfallsanitäterinnen und Not- staatlichen Ausbildungsauftrages an die Schulen
fallsanitäter (NotSan-APrV) wiederfinden. und praktischen Ausbildungseinrichtungen wird
Aus diesem Grund finden die Vorschriften des in § 4 Absatz 1 NotSanG wie folgt beschrieben:
Berufsbildungsgesetzes (BBiG) und der Aus-
„Die Ausbildung zur Notfallsanitäterin oder
bildereignungsverordnung (AEVO) auf das
zum Notfallsanitäter soll entsprechend dem all-
Berufsausbildungsverhältnis zum Notfallsanitäter gemein anerkannten Stand rettungsdienstlicher,
keine Anwendung. medizinischer und weiterer bezugswissenschaft-
Die Berufsbezeichnung Notfallsanitäter wird licher Erkenntnisse fachliche, personale, so-
ziale und methodische Kompetenzen zur eigen-
auch in Österreich verwendet. Die Ausbildung
verantwortlichen Durchführung und team-
dort hat einen deutlich geringeren Umfang und orientierten Mitwirkung insbesondere bei der
darf nicht mit der Berufsbezeichnung des Not- notfallmedizinischen Versorgung und dem Trans-
fallsanitäters in Deutschland verwechselt wer- port von Patientinnen und Patienten vermitteln.
Dabei sind die unterschiedlichen situativen
den.
1.1 Rettungspersonal 5

Einsatzbedingungen zu berücksichtigen. Die Aus- zwei verschiedene Lernsysteme mit unterschied-


bildung soll die Notfallsanitäterinnen und Not- lichen pädagogischen Funktionen dar. Alle drei
fallsanitäter außerdem in die Lage versetzen, die
Lebenssituation und die jeweilige Lebensphase Ausbildungsphasen wechseln sich regelmäßig
der Erkrankten und Verletzten und sonstigen Be- ab, wobei jedoch sehr deutlich wird, dass der
teiligten sowie deren Selbständigkeit und Selbst- Schwerpunkt auf dem praktischen Ausbildungs-
bestimmung in ihr Handeln mit einzubeziehen.“ anteil an der Lehrrettungswache liegt.
§ 2 der NotSan-APrV konkretisiert die Ziele des Die regelmäßige und erfolgreiche Teilnahme
theoretischen und praktischen Unterrichts sowie an den genannten Ausbildungsteilen ist durch
der praktischen Ausbildung: eine „Bescheinigung über die Teilnahme an
Ausbildungsveranstaltungen“ nachzuweisen.
„Durch den Unterricht […] werden die Schü-
lerinnen und Schüler befähigt, auf der Grund- Die Gesamtverantwortung für die Koordi­
lage fachlichen Wissens und Könnens sowie auf nation des theoretischen und praktischen Unter-
der Grundlage des allgemein anerkannten Stan- richts und der praktischen Ausbildung muss von
des rettungsdienstlicher, medizinischer und wei- einer staatlich anerkannten Schule getragen wer-
terer bezugswissenschaftlicher Erkenntnisse die
anfallenden Aufgaben zielorientiert, sachgerecht, den. Sie führt auch den theoretischen und prak-
methodengeleitet und selbständig zu lösen sowie tischen Unterricht durch, in dem den Auszu-
das Ergebnis zu beurteilen. Während des Unter- bildenden theoretische Grundlagen (Kenntnisse)
richts ist die Entwicklung der zur Ausübung des und Kompetenzen (Fertigkeiten) vermittelt wer-
Berufs erforderlichen Personal-, Sozial- und
Selbstkompetenz zu fördern. Daneben muss den den, die sie im praktischen Ausbildungsteil an-
Schülerinnen und Schülern ausreichend Möglich- wenden und vertiefen sollen. Um dieser Aufgabe
keit gegeben werden, die zur Erreichung des Aus- gerecht zu werden, müssen die Schulen u. a.
bildungsziels […] erforderlichen Fertigkeiten zu über eine ausreichende Zahl fachlich und päda-
entwickeln und einzuüben.“
gogisch qualifizierter Lehrkräfte sowie über er-
„Durch die praktische Ausbildung […] werden forderliche Räume und Einrichtungen und aus-
die Schülerinnen und Schüler befähigt, die im
reichend Lehr- und Lernmittel verfügen. Durch
Unterricht nach […] erworbenen Kenntnisse zu
vertiefen und zu lernen, diese Kenntnisse bei der die Konzentration der Verantwortung auf die
späteren beruflichen Tätigkeit anzuwenden, um Schule wird dem Interesse des Auszubildenden
die zur Erreichung des Ausbildungsziels […] er- nach einem festen Ansprechpartner bis zur staat-
forderliche Handlungskompetenz zu entwickeln.“
lichen Prüfung Rechnung getragen.
In den Lehrrettungswachen und Kranken-
Dauer und Gliederung der Ausbildung häusern findet der überwiegende Teil der Berufs-
Die Berufsausbildung zum Notfallsanitäter ausbildung statt. In diesem praktischen Teil der
dauert in Vollzeitform drei Jahre, in Teilzeit- Ausbildung geht es vordergründig nicht um die
form höchstens fünf Jahre. Sie besteht aus Vermittlung (notfall-)medizinischer Kenntnisse
unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten und Fertigkeiten, sondern um den Transfer des
(Abb. 1.3) und gliedert sich gemäß der NotSan- bisher Gelernten in die Praxis und vor allem
APrV in einen. auch um den angemessenen Umgang mit Patien-
ten und anderen Akteuren eines Rettungsdienst-
• schulischen Ausbildungsteil in Form von einsatzes.
theoretischem und praktischem Unterricht im Zielsetzung ist es, durch die Einbindung
Umfang von 1920 h und einen von Lehrrettungswachen und Krankenhäusern
• berufspraktischen Ausbildungsteil von in die Berufsausbildung eine rettungsdienst-
– 1960 h an anerkannten Lehrrettungs- liche fundierte Handlungskompetenz zu etab-
wachen und lieren, welche die angehenden Notfallsanitäter
– 720 h an geeigneten Krankenhäusern. dazu befähigen soll, Einsatzsituationen unter-
schiedlichster Komplexität zu erkennen, zu be-
Die Lernorte Theorie und Praxis liegen nicht nur werten und zu lösen. Die praktischen Ausbil­
räumlich getrennt voneinander, sondern stellen dungsinhalte müssen dazu eng mit den
6 1 Qualifikationen im Rettungsdienst

Notfallsituationen bei Menschen


aller Altersgruppen sowie
Gefahrensituationen erkennen,
erfassen und bewerten (360h)

Rettungsdienstliche Maßnahmen
und Maßnahmen der Gefahrenab-
wehr auswählen, durchführen und
auswerten (360h)

Pflegeabteilung (80h) Kommunikation und Interaktion


mit sowie Beratung von
hilfesuchenden und hilfebedürfti-
Interdisziplinäre Notfallaufnahme gen Menschen unter Berücksichti-
(120h) gung des jeweiligen Alters sowie
soziologischer und
Anästhesie und OP-Abteilung psychologischer Aspekte (120h)
(280h)
3. Funktionsbereiche
Intensivmedizinische Abteilung der praktischen Abläufe mit Rettungsdienst
(120h) Ausbildung in strukturieren und Maßnahmen in
geeigneten Algorithmen und Einsatzkonzepte
Krankenhäusern integrieren und anwenden (100h)
Geburtshilfliche, pädiatrische oder (720h)
kinderchirurgische Fachabteilung/
Intensivstation oder Station mit Das Arbeiten im Rettungsdienst
entsprechenden Patientinnen und intern und interdisziplinär
Patienten (40h) 1. Themenbereiche innerhalb vorhandener Strukturen
Gliederung des theoretischen organisieren (100h)
der und praktischen
Psychiatrische, gerontopsychische Ausbildung Unterrichts
oder gerontologische Handeln im Rettungsdienst an
(1920h) Qualitätskriterien ausrichten, die
Fachabteilung (80h)
an rechtlichen, wirtschaftlichen
und ökologischen Rahmenbedin-
Dienst an einer Rettungswache gungen orientiert sind (100h)
(40h)
Bei der medizinischen Diagnostik
Durchführung und Organisation 2. Aufgabenbereiche und Therapie mitwirken,
von Einsätzen in der Notfallrettung der praktischen lebenserhaltende Maßnahmen
(1600h) Ausbildung an der zur Anwendung schwerer
Rettungswache gesundheitlicher Schäden bis zum
(1960h) Eintreffen der Notärztin oder des
Zur freien Verteilung auf die zuvor Notarztes oder dem Beginn einer
genannten Bereiche, sowie zur weiteren ärztlichen Versorgung
Hospitation an einer Rettungsleit- durchführen (500h)
stelle oder integrierten Leitstelle
(320h)
Berufliches Selbstverständnis
entwickeln und lernen,
berufliche Anforderungen zu
bewältigen (100h)

Auf die Entwicklung des Notfall-


sanitäterberufs im gesellschaftli-
chen Kontext Einfluss nehmen
(60h)

In Gruppen und Teams zusammen-


arbeiten (120h)

Abb. 1.3  Gliederung der Ausbildung

vorangegangenen schulischen Inhalten korrespon- Auszubildenden und der PAL durch einen Praxis-
dieren. Während dieser praktischen Phase wer- begleiter, der an der zuständigen Rettungsdienst-
den die Auszubildenden durch praxiserfahrene schule als Lehrkraft für die Berufsausbildung
PAL mit einer entsprechenden Qualifikation be- der Notfallsanitäter zuständig ist. Vor allem
gleitet. Zusätzliche Unterstützung erfahren die während der praktischen Ausbildung an einer

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