„Das Leben entspringt
aus dem Kleinen“.
Die Gmeinschaft Dienerinnen und Diener des Evangeliums wünscht dir und
deiner Familie ein frohes Weihnachtsfest!
In dieser Zeit möchten wir Hoffnung finden - die Hoffnung, dass es sich
lohnt, weiter für Güte, Frieden, für die Liebe zu kämpfen. Das soll dieser
Brief ausdrücken. Wir teilen mit Euch Erfahrungen aus verschiedenen
Teilen der Welt, Erfahrungen, die uns Gott finden lassen, und wo er uns
überraschend und unverhofft seine Liebe und seine Gegenwart zeigt.
Die Berichte stammen von:
1. Teresa Fernandez (international Verantwortliche der Gemeinschaft)
2. Gaspard aus Belgien (11 Jahre alt)
3. Rosario Garrido aus Guadalajara, Spanien
4. Alaitz González aus Japan
5. Monika Krämer aus Israel
6. Celine Haddad aus Deutschland
Wir hoffen, dass diese Geschichten euch dabei helfen, die Güte Gottes zu
entdecken – eine Güte, die auf leise, aber konkrete Weise in unserer Welt
geboren wird und oft in den kleinen, unscheinbaren Momenten zu finden ist.
Mit herzlichen Grüßen,
Rita Borges (im Namen des Teams der Öffentlichkeitsarbeit)
Liebe Familien, liebe Freundinnen und Freunde der Gemeinschaft,
In dieser Weihnachtszeit möchten wir euch unsere herzlichsten Grüße senden! Mit großer
Dankbarkeit denken wir in dieser Zeit an Euch und sind Euch von Herzen verbunden. Mit eurer
Großzügigkeit und Liebe unterstützt und bereichert ihr unsere Arbeit sehr.
Das Wunder der Geburt Jesu, welches wir an Weihnachten feiern, erinnert uns an den
unermesslichen Wert kleiner Gesten. So wie das Gotteskind in schlichter Einfachheit in die
Welt trat, offenbart sich auch in unseren kleinen Taten der Liebe und des täglichen Dienstes
der tiefe Sinn unserer Sendung.
Jedes Lächeln, jede ausgestreckte Hand, jedes Wort der Ermutigung und jede liebevolle
Handlung, so unbedeutend sie auch scheinen mag, machen Gottes Liebe sichtbar und
erfahrbar. In der Einfachheit des Kleinen liegt die wahre Größe der missionarischen Aufgabe,
und ohne eure stille, aber beständige Unterstützung wären wir nicht in der Lage, so viele
unserer Schwestern und Brüder zu erreichen.
Möge an diesem Weihnachtsfest der Geist des Friedens und der Einfachheit von Jesus, Maria
und Josef in eure Häuser einziehen und euch mit seinem reichen Segen beschenken.
In Verbundenheit,
Teresa Fernández Conde, semd
(international Verantwortliche der Gemeinschaft Dienerinnen und Diener des Evangeliums)
Aus Spanien
Das Leben entspringt dem Kleinen. Wir entdecken es in der Natur ebenso wie im
mitmenschlichen Bereich. Die Entstehung eines Lebewesens ist ein wahrhaft
„magischer“ und kostbarer Moment – etwas, das nur Gott in seiner unendlichen Weisheit
und Liebe erschaffen kann. Diese „Kostbarkeit der Kleinheit“ erinnert uns an das
Weihnachtswunder. Die Liebe Gottes wird im Kleinen.
Die Flutkatastrophe in Valencia hat uns eindrucksvoll den Wert des „Kleinen“ vor Augen
geführt. Die Ersten, die ohne Zögern Hilfe leisteten, waren Nachbarn, Menschen aus den
umliegenden Städten und kleine, aber entschlossene Gruppen von Freiwilligen.
Auch die Erfahrungen im Jugend-
Workcamp in Espinosa und der
Freiwilligendienst in Peru haben uns eines
gelehrt: Man kann sich auf die Jugend
verlassen. Deshalb möchten wir der Welt
zurufen, was der Prophet Jeremia uns
versichert hat:
„ES GIBT HOFFNUNG FÜR DEINE
ZUKUNFT“ (Jer 31,17).
Rosario Garrido
LIm September hatte Belgien die große Freude, den Papst zu empfangen. 6000 junge
Menschen versammelten sich zu einer bewegenden Vigil, und der Papst kam ganz
unerwartet – ohne sich zuvor anzukündigen. Es fühlte sich an wie ein kleiner
Weltjugendtag. Am folgenden Tag füllten 55.000 Menschen das Stadion in Brüssel, um
gemeinsam die heilige Messe zu feiern.
Die Laien unserer Gemeinschaft hatten die Möglichkeit, zusammen mit ihren Kindern an
diesem besonderen Ereignis teilzunehmen.
Anne Thiran
Aus Belgien
Gaspard, 11 Jahre alt und Sohn von Thanh und Geoffroy, erzählt uns von seinem
Erleben:
„Es war einfach wunderbar, dass der Papst nach Belgien gekommen ist. Es war eine
große Überraschung für mich, ihn zu sehen, weil ich nicht damit gerechnet hatte. Er blieb
stehen, um die Kinder zu begrüßen, und es war spürbar, wie sehr er sich darüber freute,
uns zu sehen und Zeit mit uns zu verbringen. Besonders schön war es, als er uns
anlächelte. Der Papst schenkte mir einen Rosenkranz – jedem Kind gab er einen.
Das hat mich sehr ermutigt, den Rosenkranz häufiger zu beten. Wenn der Papst uns
diesen Rosenkranz überreicht, zeigt er uns damit, dass er möchte, dass wir ihn beten. Es
ist ein Weg, um mit Jesus und Maria im Gebet verbunden zu sein. Mein Vater war letzte
Woche auf Exerzitien, und ich habe jeden Tag einen Rosenkranz für ihn gebetet, damit er
eine gute Zeit haben würde.“
Aus
Japan
Fast ein Jahr ist nun vergangen, seit im Norden Japans ein starkes Erdbeben die Region
erschü[Link] 1. Januar versammelten sich viele Familien in den Dörfern, in denen ihre
Großeltern leben, um gemeinsam das neue Jahr zu feiern. Doch plötzlich, durch das
unerwartete Beben, mussten sie mit ansehen, wie ihre Häuser zusammenbrachen.
Bis heute gibt es noch immer Menschen, die ohne fließendes Wasser leben oder in
Notunterkünften ausharren, nachdem sie ihr Zuhause verloren haben. Der Zugang zu
den betroffenen Gebieten ist nach wie vor schwierig, da die Straßen unpassierbar sind,
noch dazu sind viele der dort lebenden Menschen im fortgeschrittenen Alter.
Inmitten dieser Not ist die örtliche Kirche sehr aktiv, und es gibt zahlreiche weitere
Menschen, die sich mit Hingabe engagieren, um den Betroffenen zu helfen. Sie sind ein
kleines Licht der Hoffnung. Durch ihr Handeln spricht Gott zu den Menschen und sagt
ihnen: „Ich bin bei euch, ich habe euch nicht verlassen.“
Alaitz Urreiztieta González
Liebe Familien und Freunde!
Herzliche Grüße aus dem galiläischen Bergland, direkt and der Frontlinie zwischen Israel
und Hisbollah.
Weihnachten erwarten! Das heißt die Augen zum Himmel zu erheben. Wenn wir das in
dieser Zeit tun, sehen wir oft nicht nur die Sterne sondern auch die Kondensstreifen von
Raketen und Abwehrraketen, die sich am Himmel treffen und in der Luft explodieren.
Advent heißt für uns die Augen weit über diese harte Wirklichkeit hinweg zu richten, um
den wahren Himmel zu sehen, der sich einst auf diese Erde geneigt hat bis zu den tiefsten
Abgründen unserer Menschheit.
Aus
Israel
Momentan können wir kaum größere Treffen
machen. Wir treffen uns mit einzelnen Menschen,
was uns nahe an ihrem Leid und Glauben sein
lässt. Da habe ich Weihnachten erfahren; etwa in
einer Frau, die öfters zu uns zum Beten kommt, die
gerade erfahren hat, dass sie Krebs hat, aber die
ihre Kinder stärkt, weil sie spürt, dass Gott sie
vorbereitet hat und sie nicht verlassen wird. Ich
sehe den Weihnachtsstern in unseren
Jugendlichen, die sich weiterhin auf die Hoffnung
setzen und die mit ihrer Freude andere anstecken.
Weihnachten wird es, wenn ich höre, dass die
Menschen sich nicht dazu drängen lassen, die Welt
in Freunde und Feinde aufzuteilen.
In uns selbst erlebe ich Weihnachten, wo wir
spüren, dass es uns von innen her drängt,
herauszugehen, um die Menschen zu suchen, die diese Zeit mit Angst leben; wo wir
merken, wir nicht auf die Sendung verzichten können, die Gott uns anvertraut hat. So haben
wir neue Wege in unse- em Apostolat entdeckt. Die Situation erlaubte uns nicht, mit den
Jugendlichen ein Wochenende in einem Exerzitienhaus zu machen. So sind wir für einige
Tage in ihr Dorf gefahren, um dort an einem sichern Ort eine Reihe von Treffen zu machen.
Das ist die Kreativität die uns der Gott der Menschwerdung schenkt. Und Er wird sich nicht
zurückziehen, bis jeder Mensch sein Herz für Seinen Frieden öffnet, der nicht durch Macht
erreicht wird sondern von ganz unten, im Dienen und in Vergebung.
Wir wünschen Euch und Ihnen eine gesegnete und friedvolle Weihnacht, in der Eure und
Ihre Augen das kleine und verborgene Werk des Friedensfürsten betrachten können.
Die Gemeinschaft aus Israel
Aus Deutschland
Ich bin Celine Haddad, komme aus Israel und
studiere seit diesem Herbst in Mainz.
Nun steht Weihnachten vor der Tür. Man hört in
den Nachrichten so viel über die Krisen in unserer
Welt, über Kriege, Naturkatastrophen und
Klimawandel. In dieser Dunkelheit sehe ich aber
doch auch einen kleinen Stern, der am Himmel
leuchtet und die Geburt eines kleinen göttlichen
Kindes in einem Stall in Bethlehem verkündet. Ein
Stern, der Licht in diese Finsternis hineinbringt!
Ein solcher Stern in der Dunkelheit ist für mich die
Gemeinschaft in Neuss: wie ein Stern, der über
diesem Land leuchtet, um den Menschen, vor
allem den Jugendlichen, eine frohe Botschaft zu bringen - einen Gott der für sie Mensch geworden
ist! Und dieser Stern strahlt Hoffnung aus. Hoffnung einer neuen Generation, die mit Gott unterwegs
sein möchte, weil sie seine Gegenwart und Liebe erfahren haben.
Das ist mir z.B. bei der Jugendmesse aufgefallen, die die Schwestern mitorganisieren. Die Messe
findet einmal im Monat statt und wird von den Jugendlichen gestaltet. Diese jungen Leute wollen eine
Aufgabe in der Kirche übernehmen und Teil dieser Familie sein.
Ja, da finde ich Hoffnung: in einer Gemeinschaft, die immer ihr Bestes gibt, damit junge
Menschen Gott kennenlernen können und entdecken, dass die wahre Liebe eine Person
ist. So kann das Licht in der Tiefe der Herzen dieser Jugendlichen geboren werden.
Dieses innerliche Licht, das von der Krippe in Bethlehem zu allen Menschen hin scheint
und sie zu Jesus hinzieht. Ich glaube fest daran, dass so die Welt mit Liebe erfüllt und
unsere Gesellschaft solidarischer, liebevoller und geschwisterlicher werden kann. Unsere
Kirche kann lebendiger und jünger werden.
Neue Hoffnung kommt auch in mir auf, wenn ich Jesus vertraue und versuche, seine
Liebe weiterzugeben - vielleicht nur durch ein Lächeln, ein Wort, eine Geste oder einfach
nur durch mein Dasein.
Es gibt doch noch Hoffnung für eine bessere Welt! Denn der Stern leuchtet an vielen
Orten. Man muss nur einen Moment die Augen öffnen und hoch in den Himmel schauen.