Assessmentjahr HS 2014, Fachprüfung BWL A
1,100.1.01 & 1,100.1.02
"Das St. Galler
Management-Modell"
Musterlösung
Anzahl Seiten (inkl. Deckblatt): 13
Universität [Link] (HSG)
Hochschule für Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaften sowie Internationale Beziehungen
Prüfungsteil „Das St. Galler Management-Modell“
Prüfungsteil „Das St. Galler Management-Modell” 135
I. Multiple Choice-Aufgaben / Falsch-Richtig-Aufgaben 60
1. Bei den folgenden Multiple Choice-Aufgaben ist für jede der drei in den Aufgaben 60
enthaltenen Aussagen anzugeben, ob diese richtig oder falsch ist. Von den drei in
einer Aufgabe zusammengefassten Aussagen können grundsätzlich keine, eine, zwei
oder alle richtig oder falsch sein.
Die Punktzahl von vier Punkten pro Teilfrage wird nur dann vergeben, wenn die
jeweilige Frage vollständig korrekt beantwortet wurde, d.h. wenn jeweils korrekt
beurteilt worden ist, welche dieser Aussagen jeweils richtig oder falsch ist. Ist die
Bewertung einer Aussage nicht korrekt, wird die Teilaufgabe mit null Punkten
bewertet.
Die Lösungen für alle Multiple Choice-Aufgaben sind auf das beiliegende, separa-
te für den Aufgabenteil "Das St. Galler Management-Modell" vorgesehene Blatt für
die maschinelle Korrektur einzutragen! Es werden nur Antworten auf dem Mul-
tiple-Choice-Antwortbogen berücksichtigt!
1.1 Beurteilen Sie, welche der folgenden Aussagen aus der Perspektive des St. Galler 4
Management-Modells richtig oder falsch sind. Tragen Sie hierzu auf dem Lösungs-
blatt die Kreuze an den jeweiligen Orten ein.
a) Der Referenzrahmen einer Organisation muss durch das Top Management
definiert werden.
b) Der Referenzrahmen bildet eine zentrale Orientierungsgrundlage für kohä-
rentes Entscheiden im Alltag.
c) Der Referenzrahmen einer Organisation muss unbedingt sauber dokumentiert
werden.
Erwartete Antwort
a) Falsch
b) Richtig
c) Falsch
1.2 Beurteilen Sie, welche der folgenden Aussagen aus der Perspektive des St. Galler 4
Management-Modells richtig oder falsch sind. Tragen Sie hierzu auf dem Lösungs-
blatt die Kreuze an den jeweiligen Orten ein.
a) Es gibt klare und generalisierbare Beurteilungsmassstäbe für gutes und rich-
tiges Management.
b) Die Management-Praxis einer Organisation sollte sich vor allem mit Unent-
scheidbarem beschäftigen.
c) Wirksames Management setzt gute Kenntnisse des jeweiligen Kontexts vo-
raus.
Erwartete Antwort
a) Falsch
b) Richtig
c) Richtig
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Prüfungsteil „Das St. Galler Management-Modell“
1.3 Beurteilen Sie, welche der folgenden Aussagen richtig oder falsch sind. Tragen Sie 4
hierzu auf dem Lösungsblatt die Kreuze an den jeweiligen Orten ein.
a) Zu klären, was für eine Organisation „strategisch“ ist, stellt eine Aufgabe dar,
die in der Strategiearbeit selbst adressiert werden sollte.
b) Strategiearbeit ist Aufgabe des Top Managements.
c) Die Wirksamkeit der Strategie einer Organisation zeigt sich in der täglichen
Entscheidungspraxis.
Erwartete Antwort
a) Richtig
b) Falsch
c) Richtig
1.4 Beurteilen Sie, welche der folgenden Aussagen aus der Perspektive des St. Galler 4
Management-Modells richtig oder falsch sind. Tragen Sie hierzu auf dem Lösungs-
blatt die Kreuze an den jeweiligen Orten ein.
a) In einer Organisation sind Kontroversen mit allen Mitteln zu vermeiden, weil
sie es verunmöglichen, dass Entscheidungen rasch getroffen werden können.
b) Kontroversen sind immer Ausdruck von Fehlentscheidungen.
c) Kontroversen rasch zu erkennen, die einen Einfluss auf die Verfügbarkeit
existenzkritischer Ressourcen haben könnten, ist eine strategische Aufgabe.
Erwartete Antwort
a) Falsch
b) Falsch
c) Richtig
1.5 Beurteilen Sie, welche der folgenden Aussagen aus der Perspektive des St. Galler 4
Management-Modells richtig oder falsch sind. Tragen Sie hierzu auf dem Lösungs-
blatt die Kreuze an den jeweiligen Orten ein.
a) Pluralistische Organisationen sind vor allem durch eine grosse Meinungsviel-
falt gekennzeichnet.
b) Die Entscheidungspraxis einer pluralistischen Organisatione ist mit der Her-
ausforderung behaftet, dass sich die Bewertung von Entscheidungsalternati-
ven an grundlegend unterschiedlichen Umweltdiskursen und Erfolgsvorstel-
lungen orientieren muss.
c) Pluralistische Organisationen haben vage Zielvorstellungen.
Erwartete Antwort
a) Falsch
b) Richtig
c) Falsch
1.6 Beurteilen Sie, welche der folgenden Aussagen aus der Perspektive des St. Galler 4
Management-Modells richtig oder falsch sind. Tragen Sie hierzu auf dem Lösungs-
blatt die Kreuze an den jeweiligen Orten ein.
a) Zum Management gehören normalerweise die obersten beiden Führungsebe-
nen.
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Prüfungsteil „Das St. Galler Management-Modell“
b) Corporate Governance adressiert Grundfragen, die das Verhältnis einer Or-
ganisation zu ihren jeweiligen Eigentümern betreffen.
c) Management ist heutzutage Aufgabe von professionell ausgebildeten Mana-
gerinnen und Managern.
Erwartete Antwort
a) Falsch
b) Richtig
c) Falsch
1.7 Beurteilen Sie, welche der folgenden Aussagen aus der Perspektive des St. Galler 4
Management-Modells richtig oder falsch sind. Tragen Sie hierzu auf dem Lösungs-
blatt die Kreuze an den jeweiligen Orten ein.
a) Die Entwicklungsdynamik einer Organisation zeigt sich in der Beschleuni-
gung von Entscheidungsprozessen einer Organsation.
b) Die Entwicklungsdynamik einer Organisation zeigt sich in einer hohen Fluk-
tuationsrate einer Organisation.
c) Die Entwicklungsdynamik zeigt sich in Veränderungen der Form der Ar-
beitsteiligkeit einer Organisation.
Erwartete Antwort
a) Falsch
b) Falsch
c) Richtig
1.8 Beurteilen Sie, welche der folgenden Aussagen aus der Perspektive des St. Galler 4
Management-Modells richtig oder falsch sind. Tragen Sie hierzu auf dem Lösungs-
blatt die Kreuze an den jeweiligen Orten ein.
a) Management-Modelle sind visuelle und sprachliche Darstellungen, die Zu-
sammenhänge aufzeigen, die für eine wirksame Management-Praxis wichtig
sind.
b) Management-Modelle zeigen auf, worin gutes Management besteht.
c) Der Nutzen eines Management-Modells zeigt sich bei der Bearbeitung kom-
plexer Herausforderungen in einer flüchtigen Erfahrungswelt.
Erwartete Antwort
a) Richtig
b) Falsch
c) Richtig
1.9 Beurteilen Sie, welche der folgenden Aussagen richtig oder falsch sind. Tragen Sie 4
hierzu auf dem Lösungsblatt die Kreuze an den jeweiligen Orten ein.
a) Eine funktionale Organisationskonfiguration dient der Realisation von Sy-
nergieeffekten.
b) Eine divisionale Organisationskonfiguration dient der systematischen In-
tegration marktbezogener Aktivitäten.
c) Eine Matrix-Organisation dient dazu sicherzustellen, dass unterschiedliche
Integrationsaspekte in der Entscheidungspraxis systematisch miteinander in
Beziehung gesetzt werden.
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Prüfungsteil „Das St. Galler Management-Modell“
Erwartete Antwort
a) Falsch
b) Richtig
c) Richtig
1.10 Beurteilen Sie, welche der folgenden Aussagen richtig oder falsch sind. Tragen Sie 4
hierzu auf dem Lösungsblatt die Kreuze an den jeweiligen Orten ein.
a) Die Ansoff-Matrix dient der Kategorisierung von Wachstumsoptionen.
b) Die SWOT-Analyse dient der Beurteilung der Erfolgsaussichten strategischer
Optionen.
c) Das 5-Forces-Framework dient der Evaluation der strategischen Positionie-
rung einer Organisation.
Erwartete Antwort
a) Richtig
b) Falsch
c) Falsch
1.11 Beurteilen Sie, welche der folgenden Aussagen aus der Perspektive des St. Galler 4
Management-Modells richtig oder falsch sind. Tragen Sie hierzu auf dem Lösungs-
blatt die Kreuze an den jeweiligen Orten ein.
a) Beim Erstellen einer Agenda werden Entscheidungsnotwendigkeiten spezifi-
ziert.
b) Für wiederkehrende Entscheidungsnotwendigkeiten müssen Bearbeitungs-
formen entwickelt werden.
c) Entscheidungsfähigkeit erfordert Klarheit und Durchsetzungsvermögen.
Erwartete Antwort
a) Richtig
b) Richtig
c) Falsch
1.12 Beurteilen Sie, welche der folgenden Aussagen aus der Perspektive des St. Galler 4
Management-Modells richtig oder falsch sind. Tragen Sie hierzu auf dem Lösungs-
blatt die Kreuze an den jeweiligen Orten ein.
Im St. Galler Mangement-Modell weisen Beziehungen eine zentrale Bedeutung auf,
weil …
a) Beziehungen entscheidend für die effiziente Mobilisierung von Ressourcen
sind.
b) nur über Beziehungen Umwelt als solche überhaupt wahrgenommen werden
kann.
c) tragfähige Beziehungen Kommunikationsprozesse beschleunigen.
Erwartete Antwort
a) Richtig
b) Richtig
c) Richtig
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Prüfungsteil „Das St. Galler Management-Modell“
1.13 Beurteilen Sie, welche der folgenden Aussagen richtig oder falsch sind. Tragen Sie 4
hierzu auf dem Lösungsblatt die Kreuze an den jeweiligen Orten ein.
a) Im normativ-kritischen Anspruchsgruppenkonzept spielt die Gewinnerzie-
lung eine untergeordnete Rolle.
b) Das strategische Anspruchsgruppenkonzept orientiert sich an der Wirkmäch-
tigkeit von Anliegen, Interessen und Ansprüchen.
c) Das strategisch-kritische Anspruchsgruppenkonzept orientiert sich an syste-
matisch gesellschaftskritischen Medien.
Erwartete Antwort
a) Falsch
b) Richtig
c) Falsch
1.14 Beurteilen Sie, welche der folgenden Aussagen aus der Perspektive des St. Galler 4
Management-Modells richtig oder falsch sind. Tragen Sie hierzu auf dem Lösungs-
blatt die Kreuze an den jeweiligen Orten ein.
a) Je stärker sich heutige Organisationen in Richtung von Expertenorganisatio-
nen entwickeln, desto mehr hängen tragfähige Entscheidungsprozesse von
einer guten Strukturierung der Kommunikation ab.
b) Die Kommunikation erfolgskritischer Entscheidungen ist heutzutage immer
mehr die Aufgabe einer professionellen Kommunikationsabteilung.
c) Die Qualität einer tragfähigen Kommunikationsarchitektur hängt entschei-
dend von der Leistungsfähigkeit der in einer Organisation genutzten Informa-
tions- und Kommunikationstechnoloige ab.
Erwartete Antwort
a) Richtig
b) Falsch
c) Falsch
1.15 Beurteilen Sie, welche der folgenden Aussagen richtig oder falsch sind. Tragen Sie 4
hierzu auf dem Lösungsblatt die Kreuze an den jeweiligen Orten ein.
Heutige Organisationen sind in der Tendenz durch eine steigende Leitungsspanne
gekennzeichnet, weil dies…
a) die Komplexität von Entscheidungsprozessen reduziert.
b) eine zeitgerechte Auseinandersetzung mit wichtigen Umweltentwicklungen
wahrscheinlicher macht.
c) die Wahrscheinlichkeit von Fehlentscheidungen minimiert.
Erwartete Antwort
a) Falsch
b) Richtig
c) Falsch
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Prüfungsteil „Das St. Galler Management-Modell“
II. Textaufgaben 75
2. Entwicklungsdynamik 17
2.1 Im Gastvortrag von Dr. Rolf Soiron haben wir die Fusion der beiden grossen Zemen- 9
thersteller Holcim und La Farge diskutiert.
Was sind Gründe für eine Fusion? Nennen und erläutern Sie drei wesentliche Grün-
de für eine Fusion.
Lösungshinweise:
Grössenvorteile (Skaleneffekte; economies of scale) ausnutzen
Synergien ausnutzen
Konkurrenten eliminieren
Markterschliessungkosten optimieren
Marktanteil/ Marktmacht erhöhen
Aneignung von Know-How
…
Bewertung:
Je nach Richtigkeit, Ausführlichkeit, Klarheit und Verständlichkeit der Aus-
führungen bis zu maximal 3 Punkte pro Grund.
2.2 Welche Herausforderungen ergeben sich aus Ihrer Sicht bei einer Fusion. Argumen- 8
tieren Sie mit Hilfe der Begriffskategorien des St. Galler Management-Modells!
Lösungshinweise:
Die wesentlichen Herausforderungen, die sich bei einer Fusion ergeben, wenn man
mit Hilfe der Begriffskategorien des St. Galler Management-Modells das Thema
Fusion betrachtet, bestehen
in der Integration der unterschiedlichen Entscheidungspraxen (v.a. Bearbei-
tungsformen) der fusionierenden Unternehmen und
in der Integration der unterschiedlichen Referenzrahmen und Sinnhorizonte
(normativ, strategisch, operativ) der fusionierenden Unternehmen.
Diese Herausforderungen können v.a. durch den Aufbau einer geeigneten Kommu-
nikationsarchitektur und durch Prozesse des Öffnens/ Schliessens (In-Frage-/ Aus-
ser-Frage-Stellen; dynamische Stabilisierung) angegangen werden.
Bewertung:
Je nach Richtigkeit, Ausführlichkeit, Klarheit und Verständlichkeit der Aus-
führungen bis zu maximal 8 Punkte.
3. Strategiearbeit 44
3.1 In der Vorlesung haben wir drei ganz unterschiedliche Formen der Umschreibung 12
dessen kennengerlent, was Strategie bedeutet:
Strategy can be defined as
a) “the determination of the basic long term goals and objectives of an enter-
prise, and the adoption of courses of action and the allocation of resources
necessary for carrying out those goals.” (Chandler)
b) “a pattern in a stream of decisions or actions.” (Mintzberg)
c) “how an organization moves forward.” (Rumelt)
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Prüfungsteil „Das St. Galler Management-Modell“
Erläutern Sie, was diese drei Umschreibungen im Kern aussagen und worauf sie
unsere Aufmerksamkeit als Praktiker und Wissenschaftler lenken wollen.
Lösungshinweise:
“the determination of the basic long term goals and objectives of an enter-
prise, and the adoption of courses of action and the allocation of resources
necessary for carrying out those goals.” (Chandler)
o Diese Definition geht davon aus, dass die Strategie einer Organisation
quasi von aussen definiert und dieser Organisation auferlegt über-
stülpt werden kann. (max. 2 Punkte)
o In diesem Verständnis ist eine Strategie das, was eine Organisation
„hat“. (max. 2 Punkte)
“a pattern in a stream of decisions or actions” (Mintzberg)
o Bei dieser Definition liegt der Schwerpunkt auf dem konkreten realen
Entscheiden und Handeln in einer Organisation (vor allem bezogen
auf Fragen der Ressourcenallokation). (max. 1 Punkt)
o In diesem Verständnis ist eine Strategie das, was eine Organisation
„tut“. (max. 2 Punkte)
o Damit wird deutlich, dass eine Strategie nicht zwingend das ist, was
schriftlich formuliert ist. Vielmehr erfordert das Erkennen einer Stra-
tegie ein sorgfältiges Beobachten / Sensemaking. (max. 1 Punkt)
“how an organization moves forward” (Rumelt)
o Diese Definition legt den Fokus auf die Form der zukünftigen Ent-
wicklung einer Organisation. (max. 1 Punkt)
o In diesem Verständnis ist eine Strategie das, was die Entwicklungsan-
strengungen einer Organisation prägt (max. 2 Punkte), also wie sich
eine Organisation in eine ungewisse Zukunft hinein bewegt.
o Damit wird deutlich, dass eine Strategie nicht zwingend das ist, was
schriftlich formuliert ist. Vielmehr erfordert das Erkennen einer Stra-
tegie ein sorgfältiges Beobachten / Sensemaking. (max. 1 Punkt)
Bewertung:
Je nach Richtigkeit, Ausführlichkeit, Klarheit und Verständlichkeit bis zu
maximal 4 Punkte für die Erläuterung der jeweiligen Definitionen und ihrer
Unterschiede.
3.2 Legen Sie mit Hilfe eines Frameworks bzw. Tools Ihrer Wahl dar, welche Aussagen 32
der folgende Ausschnitt aus dem Geschäftsbericht von Lonza über die Strategie von
Lonza enthält.
Begründen Sie zudem vorab, weshalb Sie das von Ihnen genutzte Framework bzw.
Tool gewählt haben.
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Prüfungsteil „Das St. Galler Management-Modell“
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Prüfungsteil „Das St. Galler Management-Modell“
Lösungshinweise:
Vorbemerkung: Das einzige im Rahmen der Veranstaltungen zu diesem Prüfungs-
teil vorgestellte Framework, mit dem diese Aufgabe sinnvoll bearbeitet werden
kann, ist das „Fünfeck der strategischen Positionierung“.
1) Beschreibung des gewählten Frameworks (maximal 6 Punkte)
Für eine systematische „Entzifferung“ und Interpretation der Strategie von
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Prüfungsteil „Das St. Galler Management-Modell“
Lonza anhand des Geschäftsberichtsausschnitts eignet sich das nachfolgende
„Framework“, das in der Vorlesung diskutiert worden ist:
Im Zentrum geht es dabei um eine systematische Umschreibung der organi-
sations-spezifischen, möglichst einmaligen und damit differenzierenden
Wertschöpfung, die eine Unternehmung zukünftig erbringen möchte (a), der
Voraussetzungen für diese Wertschöpfung (b) und der erforderlichen Verän-
derungen im Vergleich zum Status Quo (c), die mit den markiert werden.
2) Begründung für die Wahl des Frameworks (maximal 7 Punkte):
Was im Geschäftsbericht von Lonza unter „Strategy“ präsentiert wird, sind
Angaben zum Strategieinhalt (im Unterschied zum Strategieprozess). (max.
2 Punkte)
Diese Angaben zum Strategieinhalt beziehen sich primär auf die strategische
Positionierung von Lonza. (max. 2 Punkte)
Im Zentrum geht es dabei um die zukünftige Beziehung der Unternehmung
Lonza zu ihrer spezifischen existenzrelevanten Umwelt, d.h. um die Konfigu-
ration und Einbettung von Lonza in ihre wettbewerbsrelevante Umwelt.
(max. 2 Punkte)
Dieses „Framework“ bringt grundlegende Entscheidungsnotwendigkeiten
zum Ausdruck, die bei der Strategiearbeit und Strategiekommunikation (z.B.
im vorliegenden Geschäftsbericht) systematisch adressiert werden müssen.
(max. 2 Punkte)
3) Konkrete Anwendung dieses Frameworks zur Interpretation der strategischen
Positionierung von Lonza (maximal 19 Punkte):
Grundlegende Stossrichtung, Profilierung und Marktposition:
o Technologieunternehmung , die wissenschaftlichen Fortschritt in in-
novativ führende Produkte umsetzt (max. 3 Punkte)
o auf Life Science, d.h. auf Lebensqualität ausgerichtet (max. 3 Punkte)
o weltweit führend (max. 3 Punkte)
o zum Zweck einer breiten Ausschöpfung von Technologie Know How
und zum Ausbalancieren des Risikos (max. 3 Punkte)
Anliegen & Bedürfnisse der Anspruchsgruppen:
o (offensichtliches) Bedürfnis nach einem Outsourcing der Entwicklung
und Produktion anspruchsvoller Wirksubstanzen durch Pharma- und
Biotech-Unternehmungen (max. 3 Punkte)
Leistungsangebot: (maximal 5 Punkte; 3 für Segmente und 2 für vola-
til/stabil)
o Marktsegment 1 (eher volatil): führender Entwickler und Produzent
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Prüfungsteil „Das St. Galler Management-Modell“
von Zulieferprodukten/Wirkstoffen für die Pharma- und die Biotech-
Industrie mit kundenspezifischer Entwicklung (Custom Develop-
ment), kundenspezifischer Fertigung (Custom Manufacturing) und
Biotech-Lösungen
o Marktsegment 2 (eher stabil): Konsumgüter: z.B. Ernährung, Hygie-
ne, Schutzstoffe (gegen gefährliche Viren, Bakterien und andere pa-
thogenen Substanzen)
Wertschöpfungsprozesse, Fähigkeiten, Ressourcen, Infrastrukturen:
o Ausschöpfung von Synergien (3 Punkte)
o breite Technologiebasis mit Technologieführerschaft (z.B. Feinche-
mie, Fermentierung, Chromatographie, Zelltechnologien) (max. 3
Punkte)
o aufgrund begrenzter finanzieller Ressourcenverfügbarkeit keine ex-
ternen Akquisitionen mehr, sondern Wachstum von innen (max. 3
Punkte)
Standorte, Vermarktungs-/ Kommunikationsformen:
o globale Verankerung („Netzwerk“) mit 40 Produktions- und Innova-
tionsstandorten (max. 3 Punkte)
Kooperationen:
o keine Angaben
Bewertung:
Je nach Richtigkeit, Ausführlichkeit, Klarheit und Verständlichkeit der Aus-
führungen und Begründungen bis zu maximal 32 Punkte. Grundsätzlich gel-
ten die Bepunktungshinweise, die vorgängig angeführt sind.
4. Umwelt als Ressource 14
4.1 Erläutern Sie, was gemäss des [Link] Management Modells unter einer Ressource 5
zu verstehen ist.
Lösungshinweise:
Ressourcen sind nicht etwas Gegebenes, und eine Organisation kann nicht
einfach darüber verfügen (1 Punkt).
Ressouren müssen aktiv erschlossen, gewonnen, entwickelt und erhalten
werden (2 Punkte)
Ressourcen sind Möglichkeiten zum Handeln. Sie ermöglichen eine be-
stimmte unternehmerische Wertschöpfung und eröffnen zudem unternehme-
rische Entwicklungsmöglichkeiten (2 Punkte).
Bewertung:
Je nach Richtigkeit, Ausführlichkeit, Klarheit und Verständlichkeit der Aus-
führungen bis zu maximal 5 Punkte.
4.2 In seinem Gastvortrag hat Dr. Rolf Soiron u.a. über die Arbeit des Internationalen 9
Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) berichtet. Was sind aus Ihrer Sicht essentiell
wichtige Ressourcen für das IKRK und warum?
Lösungshinweise:
Essentielle wichtige, d.h. existenzrelevante Ressourcen des IKRK:
Reputation, Glaubwürdigkeit, Akzeptanz, Anerkennung, Image, Ruf, Ver-
trauen (im Sinne von Reputation)
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o Argumentation/ Erläuterung: Spenden sammeln, Annehmen der Hilfe
durch Bedürftige, Mitarbeiter gewinnen, Zugang zu Krisengebiet si-
chern…
Neutralität, Unparteilichkeit, politische Unabhängigkeit
o Argumentation/Erläuterung: Zugang zu Krisengebieten, Schutz in-
nerhalb der Krisengebiete, …
Genfer Konventionen, Menschenrechte, Kriegsvölkerrecht
o Argumentation/Erläuterung: Selbstschutz, Zugang zu Hilfsbedürfti-
gen, Anrecht auf Hilfe, …
Beziehungen zu Regierungen und Konfliktparteien
o Argumentation/Erläuterung: schnellen Zugang zu Krisengebieten,
Unterstützung in Krisengebieten (u.a. organisatorisch), …
Bewertung:
Für die verständliche Nennung einer der oben genannten essentiell wichtigen
Ressourcen bis zu max. 1 Punkt pro genannter Ressource. Für die jeweils da-
zugehörige Argumentation/ Erläuterung bzw. Begründung je nach Richtig-
keit, Ausführlichkeit, Klarheit und Verständlichkeit der Ausführungen bis zu
max. 2 Punkte.
Für das Nennen anderer als der oben genannten essentiell wichtigen Ressour-
cen (wie finanzielle Mittel, Wissen, Motivation von Freiwilligen, strategische
Partnerschaften, Politik, Gesundheit, Medizin) werden pro Ressource bis zu
max. 1 Punkt gegeben. Insgesamt können max. 3 Punkte für nicht essentiell
wichtige Ressourcen erhalten werden.
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