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BWL SGMM 2011

Das Dokument enthält die Musterlösung zur Fachprüfung BWL A der Universität St. Gallen für das Assessmentjahr HS 2011, die sich auf die Grundlagen der Managementlehre konzentriert. Es umfasst Multiple-Choice- und Textaufgaben, die verschiedene Aspekte des Managements, der Technologie und der Organisationskonfiguration behandeln. Die Lösungen beinhalten Beurteilungen von Aussagen sowie die Beschreibung von Faktoren, die ein dominantes Design in technologischen Systemen etablieren.

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BWL SGMM 2011

Das Dokument enthält die Musterlösung zur Fachprüfung BWL A der Universität St. Gallen für das Assessmentjahr HS 2011, die sich auf die Grundlagen der Managementlehre konzentriert. Es umfasst Multiple-Choice- und Textaufgaben, die verschiedene Aspekte des Managements, der Technologie und der Organisationskonfiguration behandeln. Die Lösungen beinhalten Beurteilungen von Aussagen sowie die Beschreibung von Faktoren, die ein dominantes Design in technologischen Systemen etablieren.

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Fachprüfung BWL A Assessmentjahr HS 2011

1,100.00
"Grundlagen der
Managementlehre"

Musterlösung

Anzahl Seiten (inkl. Deckblatt): 15

Universität St.Gallen
Hochschule für Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaften sowie Internationale Beziehungen
(HSG)
Teil „Grundlagen der Managementlehre“

Teil „Grundlagen der Managementlehre” 105

I. Multiple Choice-Aufgaben / Falsch-Richtig-Aufgaben 30

1 Bei den folgenden Multiple Choice-Aufgaben / Falsch-Richtig-Aufgabenwird für 30


jede richtig bewertete Aussage bzw. für jedes der Musterlösung entsprechende
Kreuz auf dem Lösungsblatt ein Punkt vergeben. Für falsche Antworten gibt es
keine Minuspunkte. Falls mehrere Antworten (oder keine Antwort) als richtig er-
scheinen, ist diejenige zu markieren, welche die beste, treffendste oder am nächsten
liegende Antwort darstellt.

Die Lösungen für alle Multiple-Choice-Aufgaben sind auf das beiliegende, se-
parate für den Aufgabenteil "Grundlagen der Managementlehre" vorgesehene
Blatt für die maschinelle Korrektur einzutragen!

1.1 Beurteilen Sie, welche der folgenden Aussagen richtig oder falsch sind. Tragen Sie 3
hierzu auf dem Lösungsblatt die Kreuze an den jeweiligen Orten ein.

a) Zentrales Unterscheidungsmerkmal von Familienunternehmungen ist ihr


hoher Anteil an der Gesamtzahl an Unternehmungen.
b) Zentrales Unterscheidungsmerkmal von Familienunternehmungen ist im
Allgemeinen eine langfristige Ausrichtung ihrer Geschäftstätigkeit.
c) Zentrales Unterscheidungsmerkmal von Familienunternehmungen ist im
Allgemeinen ihre familiäre motivierende Atmosphäre.

Erwartete Antwort
a) f
b) r
c) f

1.2 Beurteilen Sie, welche der folgenden Aussagen richtig oder falsch sind. Tragen Sie 3
hierzu auf dem Lösungsblatt die Kreuze an den jeweiligen Orten ein.

a) Der zentrale Fortschritt der Industrialisierung bestand in einer rigorosen


Einbindung und Kontrolle unberechenbarer Mitarbeitender.
b) Der zentrale Fortschritt der Industrialisierung bestand in der Routinisierung
von Aktivitäten.
c) Eine zentrale Errungenschaft der Industrialisierung bestand in Produktivi-
tätsfortschritten durch Zeitersparnis dank Fliessbandfertigung.

Erwartete Antwort
a) f
b) f
c) r

1.3 Beurteilen Sie, welche der folgenden Aussagen richtig oder falsch sind. Tragen Sie 3
hierzu auf dem Lösungsblatt die Kreuze an den jeweiligen Orten ein.

a) Expertenbasierte Strategiearbeit führt dank besseren Marktkenntnissen im


Seite 2 von 15
Teil „Grundlagen der Managementlehre“

Allgemeinen zu überlegenen langfristigen Wettbewerbsvorteilen.


b) Expertenbasierte Strategiearbeit birgt die Gefahr einer Schwächung der kol-
lektiven Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit.
c) Expertenbasierte Strategiearbeit unterstützt eine Geschäftsleitung bei der
Handhabung von Konflikten während der Entscheidungsfindung.

Erwartete Antwort
a) f
b) r
c) f

1.4 Beurteilen Sie, welche der folgenden Aussagen richtig oder falsch sind. Tragen Sie 3
hierzu auf dem Lösungsblatt die Kreuze an den jeweiligen Orten ein.

a) Die Qualität einer strategischen Positionierung besteht in ihrer argumentati-


ven Stimmigkeit.
b) Die Qualität einer strategischen Positionierung besteht in ihrer Überzeu-
gungskraft der Aktionäre.
c) Die Qualität einer strategischen Positionierung besteht in ihrer Einfachheit.

Erwartete Antwort
a) r
b) f
c) f

1.5 Beurteilen Sie, welche der folgenden Aussagen richtig oder falsch sind. Tragen Sie 3
hierzu auf dem Lösungsblatt die Kreuze an den jeweiligen Orten ein.

a) Unter Corporate Surplus versteht man den Mehrwert, den ein Corporate
Center, gemessen an der Aufsummierung des Werts einzelner Business
Units, erbringt.
b) Unter Corporate Surplus versteht man eine am Marktdurchschnitt betrachtet
überdurchschnittliche Verzinsung des investierten Vermögens.
c) Unter Corporate Surplus versteht man denjenigen Teil des Gewinns, wel-
cher der Gesellschaft zufällt.

Erwartete Antwort
a) r
b) f
c) f

1.6 Beurteilen Sie, welche der folgenden Aussagen richtig oder falsch sind. Tragen Sie 3
hierzu auf dem Lösungsblatt die Kreuze an den jeweiligen Orten ein.

a) Unternehmungen benötigen eine robuste strategische Positionierung, damit


Kernkompetenzen aufgebaut werden können.
b) Unternehmungen benötigen eine robuste strategische Positionierung, damit
es gelingt, im Rahmen breit verteilter Entscheidungen knappe Ressourcen
fokussiert zu allozieren.
Seite 3 von 15
Teil „Grundlagen der Managementlehre“

c) Unternehmungen benötigen eine robuste strategische Positionierung zu ei-


ner überlegenen Motivation ihrer Mitarbeitenden.

Erwartete Antwort
a) f
b) r
c) f

1.7 Beurteilen Sie, welche der folgenden Aussagen richtig oder falsch sind. Tragen Sie 3
hierzu auf dem Lösungsblatt die Kreuze an den jeweiligen Orten ein.

a) Die heutigen Produkte sind gleichzeitig so standardisiert und individualisiert


wie noch nie zuvor.
b) Die Standardisierung der Fertigung der heutigen Produkte führt zu einer
besseren Vergleichbarkeit der Leistungen.
c) Standardisierung und Individualisierung von Marktleistungen bilden einen
unüberbrückbaren Widerspruch.

Erwartete Antwort
a) r
b) f
c) f

1.8 Beurteilen Sie, welche der folgenden Aussagen richtig oder falsch sind. Tragen Sie 3
hierzu auf dem Lösungsblatt die Kreuze an den jeweiligen Orten ein.

a) Die Notwendigkeit von Management liegt primär in der Unberechenbarkeit


der Umwelt begründet.
b) Die Notwendigkeit von Management liegt primär in der Globalisierung der
heutigen Wirtschaft begründet.
c) Die Notwendigkeit von Management liegt primär in der Arbeitsteiligkeit
kundenzentrierter Wertschöpfung begründet.

Erwartete Antwort
a) f
b) f
c) r

1.9 Beurteilen Sie, welche der folgenden Aussagen richtig oder falsch sind. Tragen Sie 3
hierzu auf dem Lösungsblatt die Kreuze an den jeweiligen Orten ein.

a) Die Varietät heutiger Produkte erfordert flexibel einsetzbare Mitarbeitende.


b) Die Varietät heutiger Produkte beruht auf einem Zusammenspiel von Stan-
dardisierung und Modularisierung.
c) Die Varietät heutiger Produkte zwingt viele Unternehmungen zu komplexen
Strukturen.

Erwartete Antwort
Seite 4 von 15
Teil „Grundlagen der Managementlehre“

a) f
b) r
c) f

1.10 Beurteilen Sie, welche der folgenden Aussagen richtig oder falsch sind. Tragen Sie 3
hierzu auf dem Lösungsblatt die Kreuze an den jeweiligen Orten ein.

a) Migros macht Gewinn und ist deshalb eine gewinnorientierte Unterneh-


mung.
b) Migros ist eine moderne gesellschaftliche Dienstleistungsorganisation.
c) Migros unterstützt unterschiedliche, auch kulturelle Zwecke, und ist deshalb
ein Zweckverbund.

Erwartete Antwort
a) f
b) r
c) f

II. Textaufgaben 75

2 Technologie und Management 20


2.1 Welches sind die wichtigsten Dimensionen für die Beschreibung eines technologi- 10
schen Systems aus der im Rahmen der Vorlesung zum Thema "Technologie und
Management" vermittelten Perspektive? Nennen Sie fünf Dimensionen und illust-
rieren Sie diese anhand des technologischen Systems "PowerPoint".

Lösungshinweise:
 Mögliche Dimensionen
o Anwendung von Wissen: Technologie ist die Anwendung von beste-
hendem und neuem Wissen auf eine Aufgabe.
o Materialisierung als Hardware: Technologien materialisieren sich
typischerweise in Form von spezialisierter Hardware (Geräte und
Artefakte).
o Die Hardware von Technologien impliziert spezifische Formen des
Gebrauchs durch bestimmte "User".
o Durch einen „falschen“ Gebrauch von Technologien werden immer
wieder neue Möglichkeiten sichtbar.
o Technische Artefakte entwickeln sich in Abhängigkeit der Anwen-
dungskontexte. /Technische Artefakte sind keine isolierten Artefakte,
sondern systemische Konstellationen, die sich in Abhängigkeit der
Anwendungskontexte entwickeln.
o Diese Anwendungskontexte repräsentieren verteilte Netzwerke von
Akteuren ("sozialen Gruppen", z.B. Usern), die die Technologie ge-
brauchen, bewerten, verändern, …
o Technische Artefakte und ihr Gebrauch entwickeln sich im Zusam-
menspiel mit anderen Technologien.
o Technische Artefakte brauchen für die Steuerung und Koordination
meist auch Software.

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Teil „Grundlagen der Managementlehre“

o Durch die Technisierung wichtiger Prozesse bzw. Automatisierung


der Technologie entstehen neue Opportunitäten.
 Erläuterungen
o …

Bewertung:
 Pro richtiger und verständlicher Nennung einer Dimension 1 Punkt; für die
dazugehörige Illustration der Dimension anhand des technologischen Sys-
tems "PowerPoint" je nach Richtigkeit und Verständlichkeit bis zu 1 weite-
rer Punkt.Maximal 10 Punkte.

2.2 Aufgrund welcher Faktoren etabliert sich ein sogenanntesdominantes Design? Nen- 10
nenSie vier Faktoren und erläuternSie diese anhand des technologischen Systems
"PowerPoint".

Lösungshinweise:
Ein dominantes Design entwickelt sich u.a. aufgrund folgender Faktoren
 weil gewisse Funktionalitäten und Features eines Produktes für Kunden at-
traktiv sind und sich bewähren
 weil sich gewisse Anwendungen im Gebrauch der Kunden durchsetzen und
Teil ihrer Routinen werden
 weil wichtige (Herstellungs-)Prozesse zunehmend präzis auf diese Features
und Funktionalitäten ausgerichtet sind
 weil sich die für das Produkt relevanten Unternehmen in ihrer Wertschöp-
fung aufeinander abstimmen
 weil Produkt, Technologie, Gebrauch, Nutzen, Mehrwert, Wahrnehmung,
etc. zunehmend ein System bilden

Alternativ zu diesen Faktoren sind auch folgende Nennungen bewertet worden:


 Gebrauch: Gewisse Anwendungen im Gebrauch der Kunden setzen sich
durch und werden Teil ihrer Routinen; User gewöhnen sich in ihrem Ver-
halten an ein gewisses Setup (QWERTY-Tastatur, App-Verhalten beim
iPhone, Bremspedal beim Auto, ...) und erlernen diese Verhalten auch teil-
weise in Trainings spezifisch (früher Schreibmaschinenkurs, bis heute Auto-
fahrkurs, Klavierunterricht, Pilateslektionen, ...); ein neues "Design" würde
je nachdem dieses Verhalten verändern; einfache Informationsstrukturie-
rung (kognitiver Stil)
 Die für das Produkt relevanten Unternehmen stimmen sich in ihrer Wert-
schöpfung aufeinander ab.
 Produkt, Technologie, Gebrauch, Nutzen, Mehrwert, Wahrnehmung, ... bil-
den zunehmend ein System (Systemhaftigkeit): Entstehen interner Abhän-
gigkeiten dadurch, dass verschiedene Akteure, aber auch Produktkompo-
nenten von teilweise unterschiedlichen Herstellern (oder auch aus unter-
schiedlichen Teilen einer Firma) zu einem System zusammengebaut wer-
den; technologische Architektur
 Verteiltheit: Akteure haben unterschiedliche Agenden und ihre Tätigkeit
jeweils lokal optimiert, so dass eine gemeinsam koordinierte Veränderung
in einem System sehr schwierig ist; Folge: lokale lock-ins, die spezifisch
optimiert sind und nur gegen Widerstand angepasst werden können
 Technische Machbarkeit: es gibt bestimmte technisch-mechanische oder
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Teil „Grundlagen der Managementlehre“

heute auch elektronische Lösungen für bestimmte Probleme, die spezifische


Konsequenzen haben für das Design eines Produktes (Automotoren, Auflö-
sung am Computerscreen, Hebelwirkung bei einem Kran, ...); das gilt nicht
nur bei physikalischen, sondern auch chemischen, biologischen, elektroni-
schen, etc. Themen
 Gegenseitige Abhängigkeit von mehreren Produkten: mehrere Produkte
(z.B. Zahnpasta und Zahnbürste, Hardware und Software, Benzin und Mo-
tor inkl. Tankstellen, ...)sind sozusagen ko-spezialisiert; bei der Einführung
neuer Technologien und Produkte, die sich daran nicht halten, muss sozusa-
gen alles auf einmal geändert werden (beispielsweise bei Elektroautos)
 Ästhetik:es spielt eine Rolle, wie bestimmte Produkte aussehen (Autode-
sign mit der schnittigen Form, iPad als Referenz für das Design von Hand-
helds, bunte Turnschuhe, die ihre innere Struktur mit Farben sichtbar ma-
chen, ...); wenn ein Style sich einmal etabliert hat (Hüfthosen, breite Hosen
im Free Skiing, ...), dann ist es zumindest für eine gewisse Zeit schwierig,
gegen diese Ästhetik "anzudesignen"; Gewisse Funktionalitäten und Fea-
tures eines Produktes sind für Kunden attraktiv und bewähren sich
 Zusammenspiel von Produktinnovation und Prozessinnovation: Das
Produktdesign muss stabilisiert werden, damit die Produktionsprozesse (und
die dafür nötigen Maschinen) entsprechend darauf eingestellt und ausgelegt
werden können; erfordertgrosse Investitionen, die nicht so schnell ändern.
Wichtige (Herstellungs-)Prozesse sind zunehmend präzis auf diese Features
und Funktionalitäten ausgerichtet.
 …

Bewertung:
 Pro richtiger und verständlicher Nennung eines Faktors 1 Punkt; für die da-
zugehörige Erläuterung anhand des Beispiels je nach Richtigkeit und Ver-
ständlichkeit bis zu 1,5weitere Punkte. Maximal 10 Punkte.

3 Organisationskonfiguration 9
3.1 „Organisationskonfigurationen werden heute im Allgemeinen flacher.“ Erläutern 4
Sie stichpunktartig, was genau mit dieser Aussage gemeint ist.

Lösungshinweise:
 Damit ist gemeint, dass die Kontroll-/Leitungsspanne (1.5 Punkte) steigt,
d.h. die durchschnittliche Anzahl zu führender Mitarbeitender pro Füh-
rungsperson zunimmt (1 Punkt) und die Anzahl Hierarchieebenen zwischen
Unternehmensspitze und Mitarbeitender an der „Basis“ abnimmt (1.5 Punk-
te) → Verflachung der Organisationskonfiguration.

Bewertung:
 Je nach Richtigkeit, Ausführlichkeit der Erläuterungen, Klarheit der Argu-
mentation und Verständlichkeit bis zu 4 Punkte.

3.2 „Organisationskonfigurationen werden heute im Allgemeinen flacher.“ Erläutern 5


Sie, welche Ursachen hinter dieser Trendaussage stehen.

Lösungshinweise:
 Der Wettbewerb manifestiert sich heute vor allem als Geschwindigkeits-
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Teil „Grundlagen der Managementlehre“

und Innovationswettbewerb.
 Veränderte Erwartungen in der Umwelt, insbesondere in den Märkten, müs-
sen möglichst schnell und unverfälscht Eingang in die unternehmerischen
Entscheidungsprozesse finden.
 Steile Hierarchien führen zu Informationsverlusten an der Unternehmens-
spitze, weil (vertikale) Schnittstellen fehleranfällig sind und in Hierarchien
tendenziell nur Erfolgsmeldungen nach oben gegeben werden.
 Die heutige Wertschöpfung beruht auf einer Vielzahl qualifizierter Exper-
tinnen und Experten, die sich selbständig, rasch und auf „gleicher Augenhö-
he“ horizontal koordinieren können müssen.
 IT-basierte Kontrollsysteme substituieren personale Kontrollen durch vor-
gesetzte Führungspersonen durch automatisierte transparente Performance-
messungen (→ soziale Kontrolle).

Bewertung:
 Je nach Richtigkeit, Ausführlichkeit der Erläuterungen, Klarheit der Argu-
mentation und Verständlichkeit bis zu 5 Punkten.

4 Dialogausschnitt aus einer Geschäftsleitungssitzung der Firma Dynamik AG: 6

CEO: „Unser grosses Problem besteht darin, dass wir viele gute Ideen haben,
aber diese nicht auf den Boden bringen. Wir müssen dringendst heraus-
finden, weshalb dies so ist.“
F&E-Leiter: „Da müssen wir keine langen Abklärungen vornehmen. Es ist ein-
fach nicht klar, welche Produktideen, die vom Markt kommen, überhaupt
in unserer Abteilung bearbeitet werden sollen.“
Marketing-Leiter: „Doch natürlich ist dies klar! Dazu gibt es jedes Quartal eine
Liste, aber Ihr seid einfach viel zu langsam in der Realisation.“
F&E-Leiter: „Ja klar geht das so lange, denn es ist ja weder klar, wer die Pflich-
tenhefte für die neuen Produkte entwickeln soll, wer darüber entscheidet
und wer schliesslich Freigabeentscheide für Pilotversuche treffen soll.
Seid das Ihr, sind das wir oder die GL?“
CEO: „Mir fällt einfach auf, dass sich stets unglaubliche Verzögerungen ergeben.
Mich nähme es extrem wunder, wer bei solchen Projekten eigentlich das
Meilenstein-Controlling vornimmt.“

Nennen Sie das geeignete Managementinstrument, um dieses Problem zu bearbei-


ten. Wenden Sie dieses Instrument bezogen auf die obige Problemstellung und auf
Basis der vorhandenen Informationen in Form einer illustrativen (nicht notwendi-
gerweise vollständigen) Skizze an!

Lösungshinweise:
 Das geeignete Instrument zur Bearbeitung dieses Problems ist das sog.
Funktionendiagramm; diesesdient der systematischen Klärung von Aufga-
ben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten.
 Eine mögliche illustrative Skizze könnte folgendermassen aussehen:

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Teil „Grundlagen der Managementlehre“

Bewertung:
 Für die richtige Identifikation des Managementinstruments je nach Richtig-
keitund Verständlichkeit bis zu 2 Punkte. Für die illustrative Skizze des
Managementinstruments je nach Richtigkeitund Verständlichkeit bis zu 4
Punkte. Insgesamt maximal 6 Punkte.

5 Prozesssteuerung 8
Wenn man Führung als prozesshaftes, soziales und kommunikatives Geschehen
konzeptualisiert, dann spielt die sogenannte Prozesssteuerung eine zentrale Rolle.
5.1 Erläutern und illustrieren Sie möglichst kurz und einfach, was genau man unter 4
Prozesssteuerung versteht.

Lösungshinweise:
Unter Prozesssteuerung (auch Dramaturgiearbeit) versteht man die Schaffung und
Aufrechterhaltung förderlicher Arbeitsbedingungen zur arbeitsteiligen Bearbeitung
komplexer Problemstellungen. Dazu gehört im Kern:

 gemeinsame Klärung der Ausgangslage, Rahmenbedingungen und Gestal-


tungsraum / Lösungsraum
 Erwartungsklärung und fortlaufende Erwartungssteuerung in sachlicher
(Problemabgrenzung), soziale (Rollen, Selbstverständnis der beteiligten Ak-
teure) und zeitlicher Hinsicht (verfügbare Zeit)

Bewertung:
 Je nach Richtigkeit, Ausführlichkeit der Erläuterungen, Klarheit der Argu-
mentation und Verständlichkeit bis zu 4 Punkte.

5.2 Erläutern Sie kurz, weshalb heute Prozesssteuerung tendenziell wichtiger wird. 4

Lösungshinweise:
 Wandel zu einer Expertengesellschaft / Knowledge Society führt dazu, dass
Seite 9 von 15
Teil „Grundlagen der Managementlehre“

sich Führung immer weniger in überlegener Fachexpertise, sondern in der


geschickten Mobilisierung und Nutzung von arbeitsteiliger Fachexpertise
legitimiert.

Bewertung:
 Je nach Richtigkeit, Ausführlichkeit der Erläuterungen, Klarheit der Argu-
mentation und Verständlichkeit bis zu 4 Punkte.

6 Strategisches und normatives Management 32


6.1 Rekonstruieren Sie anhand des nachfolgenden Auszugs aus dem Jahresbericht 2010 20
von ABB(„Brief an die Aktionäre“) die zentrale strategische Stossrichtung von
ABB sowie die Bausteine (strategischen Initiativen, Massnahmenbündel) dieser
strategischen Ausrichtung. Nennen Sie kurz die von Ihnen rekonstruierte Stossrich-
tung und erläutern Sie diese systematisch anhand von fünf Bausteinen.

Lösungshinweise:
Stossrichtung:
 Innovationsführerschaft im Bereich energieeffizienter Energietechnik, In-
dustrieautomation und Antriebe/Motoren
Bausteine
 hoher Anteil an F&E
 in-country, for-country-Strategie: kundenzentrierte, lokal adaptierte Innova-
tion
 Fokus auf Schwellenmärkte mit hohem Wachstumspotential, ohne die ange-
stammten Märkte zu vernachlässigen
 selektive Übernahmen von KMUs, um technologische Lücken schliessen zu
können
 hohe Mitarbeitendenattraktivität dank technologischer Innovationsführer-
schaft
 vielseitiges Führungsteam mit kultureller Vielfalt, das souverän mit betrieb-
lichen Spannungsfeldern umgehen kann
 Konjunkturresistenz/-unabhängigkeit dank breitem Leistungsportfolio
 Kosteneffizienz durch Ausrichtung der eigenen Prozesse an Best Practices
in der Industrie

Bewertung:
 Für die rekonstruierte Stossrichtung je nach Richtigkeit, Klarheit und Ver-
ständlichkeit bis zu 5 Punkte; pro Baustein je nach Richtigkeit, Ausführ-
lichkeit der Erläuterungen, Klarheit und Verständlichkeit bis zu 3 Punkte.
Maximal 20 Punkte.

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Teil „Grundlagen der Managementlehre“

Textauszug „Brief an die Aktionäre“ zu Aufgabe

6.1:

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Teil „Grundlagen der Managementlehre“

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Teil „Grundlagen der Managementlehre“

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Teil „Grundlagen der Managementlehre“

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Teil „Grundlagen der Managementlehre“

6.2 Was verstehen ABB und genauso Holcim unter Nachhaltigkeit? 3

Lösungshinweise:
 „balancing economic success, environmental stewardship and social pro-
gress to benefit all our stakeholders“>> Triple Bottom Line: people, planet,
profit

Bewertung:
 Je nach Richtigkeit, Ausführlichkeit der Erläuterungen, Klarheit und Ver-
ständlichkeit bis zu 3 Punkte.

6.3 Was ist die zentralen Wirkungsfoki der Nachhaltigkeitsanstrengungen von ABB? 4
Erläutern Sie diese stichwortartig.

Lösungshinweise (vgl. auch ABB Sustainability Performance 2010, S. 8):


 Environment, climate change, human rights, health and safety (Gesundheit
und soziale Sicherheit (Überlebenssicherheit)) und security (Schutz (Be-
triebssicherheit))
 von Mitarbeitenden, Kooperationspartnern und anderen, die von ABBs Ak-
tivitäten tangiert sind.

Bewertung:
 Pro Nennung eines Wirkungsfokus je nach Richtigkeit, Ausführlichkeit der
Erläuterungen, Klarheit und Verständlichkeit bis zu 1 Punkt. Maximal 4
Punkte.

6.4 Mit welchen konkreten Massnahmen unterstützt ABB die Realisation der Nachhal- 5
tigkeitsziele? Nennen Sie fünf konkrete Massnahmen.

Lösungshinweise:
 Code of Conduct zum Thema Integrität
 Training & eLearning zum Code of Conduct
 Business Ethics Hotline
 Supplier Code of Conduct
 Sustainability Stakeholder Survey im Vergleich zur Konkurrenz
 Fortschrittsberichterstattung im Nachhaltigkeitsbericht nach standardisierten
Verfahren (GRI-Initiative)
 Zertifizierung durch unabhängige Agentur
 Orientierung an internationalen Standards (UN Global Compact (Grün-
dungsmitglied), ISO 14001, ISO 26000, OHSAS 18001)

Bewertung:
 Je nach Richtigkeit, Ausführlichkeit der Erläuterungen, Klarheit und Ver-
ständlichkeit bis zu 5 Punkte.

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