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Kleider Machen Leute

In der Novelle 'Kleider machen Leute' von Gottfried Keller wird der arme Schneider Wenzel Strapinski fälschlicherweise für einen polnischen Grafen gehalten, was zu einem inneren Konflikt zwischen seiner wahren Identität und der Rolle, die er spielt, führt. Trotz seiner finanziellen Schwierigkeiten und der Lüge, in der er lebt, zeigt Strapinski durch seine Liebe zu Nettchen und seine Bemühungen um Aufrichtigkeit, dass er ein ehrlicher Mensch ist, der letztendlich persönliches Wachstum und eine positive Veränderung in seinem Leben erreicht. Die Geschichte thematisiert die transformative Kraft von Ehrlichkeit und Liebe im Leben des Einzelnen.

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Kleider Machen Leute

In der Novelle 'Kleider machen Leute' von Gottfried Keller wird der arme Schneider Wenzel Strapinski fälschlicherweise für einen polnischen Grafen gehalten, was zu einem inneren Konflikt zwischen seiner wahren Identität und der Rolle, die er spielt, führt. Trotz seiner finanziellen Schwierigkeiten und der Lüge, in der er lebt, zeigt Strapinski durch seine Liebe zu Nettchen und seine Bemühungen um Aufrichtigkeit, dass er ein ehrlicher Mensch ist, der letztendlich persönliches Wachstum und eine positive Veränderung in seinem Leben erreicht. Die Geschichte thematisiert die transformative Kraft von Ehrlichkeit und Liebe im Leben des Einzelnen.

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Kleider machen Leute

In der Novelle *„Kleider machen Leute“*, verfasst von Gottfried Keller im Jahr 1874
während der Epoche des Realismus, steht der Schneider Wenzel Strapinski im
Mittelpunkt. Aufgrund seiner eleganten Kleidung wird er fälschlicherweise für einen
polnischen Grafen gehalten.

Wenzel Strapinski ist ein armer Schneider aus Seldwyla, der nach Goldach zieht,
nachdem er seine Arbeit aufgrund finanzieller Schwierigkeiten verloren hat. Er stammt
aus einer armen Familie im Dorf; seine Mutter arbeitet für eine Gutsherrin, während
sein Vater, ein Lehrer, früh verstorben ist. Obwohl sich ihm eine Gelegenheit bietet,
seine Lebensumstände zu verbessern, lehnt er dies aus Liebe zu seiner Mutter ab und
widmet sich stattdessen dem Schneiderhandwerk. Durch die Arbeit seiner Mutter
erlernt er die feinen Umgangsformen und die Kleidung der Oberschicht. Strapinski
zeichnet sich durch Klugheit und Anpassungsfähigkeit aus und schafft es, als falscher
Graf in Goldach aufzutreten, ohne dass jemand seine wahre Identität erkennt. Sein
selbstbewusstes Auftreten, seine sprachlichen Fertigkeiten und sein Umgang mit
Pferden tragen zu seinem Erfolg in dieser Rolle bei.

Sein blasses Gesicht wird von einem dunklen Radmantel, einer schwarzen
Sonntagskleidung und einer polnischen Pelzmütze umrahmt. Trotz finanzieller
Schwierigkeiten achtet er auf sein Äußeres: seine langen schwarzen Haare und sein
Schnurrbart sind stets ordentlich frisiert. Immer hat er ein Paket dabei, das eine
Haarbürste, einen Kamm und Bartwachs enthält, selbst auf Reisen in fremde Länder.

Sein gepflegtes Aussehen führt zu Verwirrung unter den Bewohnern von Goldach, die
ihn fälschlicherweise für einen Adligen halten. Nur Melcher Böhni, der an Strapinskis
wahrer Identität zweifelt, plant, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Der Konflikt
zwischen Strapinski und Böhni entsteht durch Strapinskis Heiratsabsichten mit
Nettchen, der Tochter des Amtsrates.

Strapinski verliebt sich in Nettchen und plant eine Verlobungsfeier, die von der
Gemeinschaft begeistert angenommen wird. Mit großzügigen Ausgaben zeigt er seine
Bereitschaft, sich in die Stadt einzufügen und Nettchens Zuneigung zu gewinnen. Doch
während der Feier kommt die Wahrheit über seine Identität ans Licht. Strapinski
reagiert beschämt und flieht, was seine innere Unsicherheit und seine Angst vor der
Konfrontation mit der Realität offenbart. Sein Verhalten zeigt den inneren Konflikt
zwischen seiner gespielten Rolle und der Wahrheit, die ihn schließlich einholt.
Wenzel Strapinski ist eine schüchterne und unsichere Person, die unter ihrem eigenen
Zögern leidet. Als er im Hotel „Zur Waage“ ankommt, verhält er sich willenlos, lässt
sich vom Kellner Essen und Wein anbieten und korrigiert das Missverständnis über
seine Identität als Graf nicht. Diese Schüchternheit führt dazu, dass er in eine Lüge
hineingerät, was innere Konflikte in ihm verursacht, die sich unter anderem darin
äußern, dass er das ihm servierte Essen nicht anrührt, obwohl er hungrig ist.

Strapinski fühlt sich schuldig, was seinen inneren Konflikt vertieft. Dieses
Schuldgefühl führt dazu, dass er mehrmals versucht, vor den Konsequenzen seiner
Taten zu fliehen. Doch er kann nicht entkommen, aufgrund seines Hungers und seiner
späteren Liebe zu Nettchen. Dies verdeutlicht, wie sehr er mit seiner Situation und der
Lüge, in der er lebt, kämpft und dass es ihm an Mut fehlt.

Strapinski leidet besonders unter der Situation mit Nettchen, vor allem, wenn andere
sie als Gräfin ansprechen. Sein Bedauern über ihre Lage führt ihn mehrmals dazu,
fliehen zu wollen, doch seine Liebe zu Nettchen hält ihn zurück. Nach ihrer Begegnung
beginnt er, sich zu verändern: Von einem melancholischen und traurigen Menschen
wird er fröhlicher und versucht, sich wie ein echter Graf zu verhalten. Er gibt sich
Mühe, aristokratisch zu sprechen, und galoppiert sogar an der Spitze einer
Reiterschaft durch die Stadt. Zufälle und Ereignisse bestätigen den Leuten, dass er ein
kluger und glücklicher Graf ist, als er im Lotto gewinnt und polnische Lieder singt,
obwohl er deren Bedeutung nicht kennt. Diese Entwicklung spiegelt den Konflikt
zwischen seiner wahren Identität und der Rolle wider, die er zu spielen versucht.

Strapinski leidet stark unter einem inneren Konflikt, der durch seine Unsicherheit und
seine falsche Identität verursacht wird. Er weiß, dass er nicht der ist, für den er sich
ausgibt, und das belastet ihn sehr.

Obwohl Strapinski in einer Lüge lebt, ist er kein Betrüger oder Lügner. Er täuscht sich
selbst und andere, jedoch nicht aus böser Absicht, sondern aus dem Wunsch, sich in
einer höheren sozialen Rolle zu sehen. Trotz seiner finanziellen Schwierigkeiten ist er
nicht gierig und zeigt keine Sehnsucht nach Reichtum. Wenn er mit anderen Herren um
Geld spielt, bleibt er bescheiden. Dennoch leidet er unter inneren Konflikten, da er
einerseits einen höheren sozialen Status erreichen möchte, andererseits jedoch weiß,
dass er dies durch Lügen und Betrug tut. Wenn er zu seinem einfachen Leben
zurückkehrt, bleibt er nur ein armer Schneider. Daher überlegt er, durch den Gewinn
der Lotterie seine Schulden zu begleichen und Goldach zu verlassen. Letztlich
entscheidet er sich jedoch, das Geld zu verwenden, um Nettchen zu heiraten.
Wenzel ist ein höflicher Mann und freundlich zu Frauen, und das zeigt sich auch im
Umgang mit Nettchen. Außerdem sagt er ihr, dass er in seinem Leben noch nie eine
Freundin hatte.

Nach seiner Flucht in den Wald begegnet er Nettchen erneut. In einem Akt der
Verzweiflung öffnet er sich ihr und erzählt von seiner Vergangenheit. Diese Offenheit
ist ein Wendepunkt: Nettchen akzeptiert ihn trotz seiner Täuschung, und ihre Treue
inspiriert Wenzel, sein Leben neu zu ordnen. Er kehrt mit ihr zurück, begibt sich ins
Gasthaus „Wilder Mann“ und schreitet stolz durch die Straßen Seldwylas in ein
Zimmer, das er sich wünscht. Durch seine Liebe zu Nettchen wird die treibende Kraft,
die ihn dazu motiviert, ehrlich zu leben und seine Träume zu verwirklichen. Er kann ein
besseres Leben mit ihr genießen, wird ein fleißiger und wohlhabender Schneider und
verdoppelt sein Vermögen.

In Seldwyla gewinnt Wenzel Strapinski das Vertrauen der Menschen und des Amtsrats
zurück, weil er kein Schwindler, sondern ein ehrlicher Mensch ist, der seit seiner
Kindheit nie gelogen oder andere ausgenutzt hat. Trotz der Lüge, in der er gefangen ist,
bleibt sein guter Ruf erhalten. Seine Handlungen zeigen, dass er nicht böswillig
handelt, sondern ein Opfer der Umstände ist, das versucht, in einer komplexen Welt
zurechtzukommen. Aus diesem Grund tritt er in eine neue Lebensphase ein, die von
Aufrichtigkeit und persönlichem Wachstum geprägt ist. Wenzel repräsentiert den
gewöhnlichen Menschen, der durch Herausforderungen reift. Seine Geschichte
verdeutlicht, wie Ehrlichkeit und Liebe transformative Kräfte im Leben der Menschen
entfalten können und dass jeder die Fähigkeit zur Veränderung in sich trägt.

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