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Skript 2°

Der Kurs zur vergleichenden Religionswissenschaft am Colegio Filadelfia zielt darauf ab, verschiedene Weltreligionen und Sekten mit der biblischen Glaubenslehre zu vergleichen, um Irrlehren zu identifizieren und den eigenen Glauben zu begründen. Es wird untersucht, warum Menschen religiös sind und wie die Bibel Religion definiert, wobei der christliche Glaube als von Gott offenbart und nicht als menschliches Produkt betrachtet wird. Die Selbstoffenbarung Gottes wird als zentraler Aspekt des Glaubens hervorgehoben, wobei Jesus Christus als Schlüssel zur Lösung der Schuldfrage und zur Beruhigung des Gewissens dargestellt wird.

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Skript 2°

Der Kurs zur vergleichenden Religionswissenschaft am Colegio Filadelfia zielt darauf ab, verschiedene Weltreligionen und Sekten mit der biblischen Glaubenslehre zu vergleichen, um Irrlehren zu identifizieren und den eigenen Glauben zu begründen. Es wird untersucht, warum Menschen religiös sind und wie die Bibel Religion definiert, wobei der christliche Glaube als von Gott offenbart und nicht als menschliches Produkt betrachtet wird. Die Selbstoffenbarung Gottes wird als zentraler Aspekt des Glaubens hervorgehoben, wobei Jesus Christus als Schlüssel zur Lösung der Schuldfrage und zur Beruhigung des Gewissens dargestellt wird.

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Vergleichende Religionswissenschaft 2.

Kurs Colegio Filadelfia

Weltreligionen und Sekten unter der Lupe

1. Einleitende Gedanken
Im 1. Kurs wurden unterschiedliche Themen der biblischen Glaubenslehre erarbeitet. Im 2. Kurs
wollen wir nicht einfach nur unterschiedliche Sekten und Weltreligionen kennenlernen. Das Ziel ist
es, diese mit den unterschiedlichen Themen der biblischen Glaubenslehre zu vergleichen um somit
festzustellen, worin genau die Irrlehre besteht. Es soll ein weiterer Schritt in der Vorbereitung sein,
um seinen Glauben begründen zu können. Denn in der Welt gibt es Menschen, die uns durchaus nach
unserem Glauben fragen. Die Antwort „Ich bin Mennonit“ oder „Ich bin Christ“ ist durchaus gut,
reicht aber nicht immer aus. Denn hinter der Frage nach dem Glauben verbirgt sich oft das Warum.
Warum glaubst du an den Gott der Bibel? Ist das, was die Zeugen Jehovas lehren, nicht auch richtig?
Ist der muslimische Gottesname Allah nicht einfach ein weiterer Name unter den Namen Gottes? Wir
werden in 1Thess 5,21 aufgefordert: „Prüft aber alles, das Gute haltet fest!“ Das wollen wir
gemeinsam mit den Sekten und Weltreligionen machen, wobei die Bibel unser Fundament ist.

2. Religion und Offenbarung


2.1 Religion
Bevor einige Weltreligionen genauer analysiert werden, müssen zuerst folgende Fragen geklärt
werden: Warum ist der Mensch religiös? Welches Ziel verfolgt der Mensch mit seiner Religiosität?
Wie definieren wir Religion? Die Antworten auf diese Fragen sollen dann anhand der Bibel analysiert
werden mit der Absicht festzustellen, ob auch der Glaube an den Schöpfergott der Bibel als Religion
zu bezeichnen ist.

In Röm 2,14-15 steht (HfA): „Freilich gibt es Menschen, die Gottes Gebote gar nicht kennen und
doch danach leben, weil ihr Gewissen ihnen das vorschreibt. Durch ihr Handeln beweisen sie, dass
Gott ihnen seinen Willen in ihre Herzen geschrieben hat, denn ihr Gewissen und ihre Gedanken
klagen sie entweder an oder sprechen sie frei.“ Diese Verse aus der Bibel zeigen uns, dass der Mensch
sich aufgrund seines Gewissens (= seines „Mitwissers“) seiner Schuld bewusst ist. Er weiß also, dass
es Gut und Böse gibt. Der Mensch merkt auch sehr schnell, dass er nicht alles richtig macht. Er sucht
nun nach Wegen, diese Schuld gut zu machen und somit sein Gewissen zu beruhigen.

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Vergleichende Religionswissenschaft 2. Kurs Colegio Filadelfia

Religion spielt im Leben der Menschen eine wichtige Rolle. Viele Kulturen haben auf ihre Art
und Weise nach einer Lösung für die Schuldfrage gesucht. Die Vergleichende Religionswissenschaft
hat viele Religionen erforscht und erklärt. Daraus abgeleitet wurden viele Definitionen formuliert, die
man bei einem Vergleich auf folgenden Nenner bringen kann: „Religion ist ein grundlegendes
Bedürfnis eines Menschen!“1 Dieses Bedürfnis besteht laut Gitt darin, dass der Mensch die Welt
erklären will und nach Verhaltensweisen sucht, um sein Leben dementsprechend zu gestalten. Gitt
zitiert Bellinger diesbezüglich wie folgt:

„In dem Augenblick, wo Menschen aus einer Weltanschauung die Konsequenzen für ihre
Lebensführung ziehen, wo sie aus gemeinsamen Wert- und Zielvorstellungen, die für sie
sinnstiftenden Charakter haben, ihr Leben normativ gestalten, beginnt Religion.“2

Widmen wir uns nun der Frage, was die Bibel zum Thema „Religion“ sagt3. Wir lesen in Ps 96,5:
„Alle Götter der Völker sind Götzen, aber der Herr hat den Himmel gemacht.“ In diesem Vers werden
die von den Völker erfunden Götter und der Schöpfergott gegenübergestellt. Der grundlegende
Unterschied ist, dass die Götter der Völker Nichtigkeit, Nichtsnutzigkeit sind. Sie sind also untauglich
und leer und haben deshalb keinen Nutzen. Dieses alles beinhaltet der hebräische Begriff „Götze“. Im
Gegensatz dazu hat der Herr den Himmel gemacht. Damit wird gezeigt, dass der Gott der Bibel etwas
kann – also zu etwas taugt – und somit auch einen Nutzen hat. Deshalb definiert Gitt den Begriff
„Religion“ aus biblischer Sicht richtig, wenn er schreibt:

„Als Religion bezeichnen wir aus biblischer Sicht


- jegliche wie auch immer geartete Gottesvorstellung der Völker sowie
- alle gedanklichen Systeme mit nicht mehr hinterfragbaren Glaubenssätzen und Normen des
Handelns,
die bewusst oder auch unbewusst an die Stelle jenes Schöpfergottes treten, den die Bibel
nennt.“4

Anhand dieser biblischen Definition von Religion können wir nun analysieren, ob der christliche
Glaube auch als Religion zu bezeichnen ist. Das Gottesbild im christlichen Glauben ist nicht von einer
selbstentwickelten Gottesvorstellung abhängig. Im Gegensatz zu den Gottesvorstellungen der

1
Gitt, Werner, Und die anderen Religionen. Bielefeld: CLV – Christliche Literatur-Verbreitung. 11. Auflage 2013. S. 34.
2
Gitt, Und die anderen Religionen. S. 34.
3
Zur Beantwortung dieser Frage liegt das Buch von Gitt, Und die anderen Religionen zugrunde (S. 36ff).
4
Gitt, Und die anderen Religionen. S. 36.
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Vergleichende Religionswissenschaft 2. Kurs Colegio Filadelfia

verschiedenen Religionen hat Gott selber uns in seinem Wort gezeigt, wie er ist. In der Bibel zeigt
Gott uns sein Wesen. Er ist Liebe, Licht und Geist. Gleichzeitig werden uns auch unterschiedliche
Eigenschaften Gottes gegeben. Wir haben einen gnädigen, barmherzigen, gütigen, allmächtigen,
allwissenden, allgegenwärtigen und ewigen Gott. Weil dieser Gott absolut rein, heilig und treu ist und
somit in sich die absolute Wahrheit verkörpert, tut der Mensch gut daran, an ihn zu Glauben, d.h. sich
auf ihn und auf seine Versprechen zu verlassen. Er zeigt uns, woran es sich lohnt zu glauben. Da er
als der Schöpfer am besten weiß, wie seine Geschöpfe funktionieren und was gut für sie ist, hat er uns
in seinem Wort auch Normen und Verhaltensweisen mitgegeben, wonach wir unser Leben gestalten
sollen.

Aus diesem Grund können wir schlussfolgernd folgenden wichtigen Unterschied zwischen
Religion und Glaube festhalten: Religion ist immer ein menschliches Produkt mit dem Ziel, die
Schuldfrage zu lösen und sein Gewissen zu beruhigen. Glaube geht immer von Gott aus, so dass
Gott selber uns zeigt, wie die Schuldfrage zu lösen ist und wie unser Gewissen zur Ruhe kommt.

Höheres Wesen Gott

Überwindung der
Überwindung der

Schuldfrage
Schuldfrage

vs.

Mensch Mensch

Religion Glaube

Abbildung 1: Religion vs. Glaube

2.2 Offenbarung
Gehen wir nun von der Tatsache aus, dass beim Glauben die Initiative immer bei Gott liegt,
dann bedeutet es in der Konsequenz, dass Gott uns den Glaubensinhalt offenbart hat. Aus diesem
Grund wollen wir uns nun etwas eingehender mit der Selbstoffenbarung Gottes auseinandersetzen5.

5
Vgl. Fritz Rienecker u. a., Hrsg., „Offenbarung, offenbaren“. In: Lexikon zur Bibel: Personen, Geschichte, Archäologie,
Geografie und Theologie der Bibel. Witten: SCM R. Brockhaus. 2017. S. 865.
-3-
Vergleichende Religionswissenschaft 2. Kurs Colegio Filadelfia

Gott offenbart sich der Menschheit auf unterschiedlicher Weise. Im AT hat Gott sich z.B. auf
folgende Art und Weise offenbart, mitgeteilt bzw. den Menschen wissen lassen, wie er ist und was
seinem Willen entspricht:

- Durch sein Wort. Als Beispiel sei hier 1Mo 12,1 angeführt: „Und der HERR sprach zu
Abram: Geh aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines
Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde!“
- Durch seine Diener. So heißt es z.B. in 2Sam 24,11: „Und als David am Morgen aufstand,
da geschah das Wort des HERRN zu dem Propheten Gad, dem Seher Davids“.

Durch Gottes direktes Reden zu ausgewählten Menschen, durch seine Propheten, durch Wunder
und Erscheinungen zeigt Gott seinem Volk Israel sehr deutlich, dass er derjenige ist, der die
Weltgeschichte in der Hand hat und führt. Dieses wird exemplarisch daran deutlich, wie Gott sein
Volk aus der Sklaverei in Ägypten erlöste. Es heißt in 2Mo 14,18: „Dann sollen die Ägypter erkennen,
dass ich der HERR bin, wenn ich mich am Pharao, an seinen Wagen und Männern verherrlicht habe.“
Das Gott zugleich auch der Herr der Geschichte anderer Völker ist, zeigt z.B. die Geschichte der
Babylonier, der Griechen – und auch unsere eigene Geschichte.

Weiter offenbart Gott sich im AT als der Heilige und Gnädige. Aufgrund seiner Heiligkeit
möchte Gott, dass die Menschen ihm gehorsam sind. Deshalb gab er uns z.B. die zehn Gebote, die
uns als Anleitung in einem gehorsamen Leben ihm gegenüber dienen. Bereits im AT wird deutlich,
dass Gott ein barmherziger und vergebender Gott ist. David bezeugt in Ps 32,5 seine Erfahrung der
Gnade Gottes: „So tat ich dir kund meine Sünde und deckte meine Schuld nicht zu. Ich sagte: Ich will
dem HERRN meine Übertretungen bekennen; und du, du hast vergeben die Schuld meiner Sünde.“

Außerdem wird durch Gottes Selbstoffenbarung deutlich, dass er der Schöpfer und Erhalter der
Welt ist. Ps 33,6-9 bezeugt in resümierter Form Gottes Schöpfertat: „Durch des HERRN Wort sind
die Himmel gemacht und all ihr Heer durch den Hauch seines Mundes. Er sammelt die Wasser des
Meeres wie einen Wall, legt in Behälter die Fluten. Es fürchte den HERRN die ganze Erde; mögen
sich vor ihm scheuen alle Bewohner der Welt! Denn er sprach, und es geschah; er gebot, und es stand
da.“ Nachdem Noah aus der Arche gegangen und Gott ein Opfer dargebracht hatte, sagt Gott – und
darin erkennen wir ihn als Erhalter der Erde: „Und der HERR roch den wohlgefälligen Geruch, und
der HERR sprach in seinem Herzen: Nicht noch einmal will ich den Erdboden verfluchen um des
Menschen willen; denn das Sinnen des menschlichen Herzens ist böse von seiner Jugend an; und nicht

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Vergleichende Religionswissenschaft 2. Kurs Colegio Filadelfia

noch einmal will ich alles Lebendige schlagen, wie ich getan habe. Von nun an, alle Tage der Erde,
sollen nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ (1Mo
8,21-22)

Dass Gott uns in seinem Wort sein Wesen und seine Eigenschaft zeigt, wurde bereits einmal
erwähnt. Dieses geschieht einerseits durch unterschiedliche Bibelverse, aber auch durch die
verschiedenen Namen Gottes, die in der Bibel verwendet werden6.

Eine zentrale Aussage zur Selbstoffenbarung Gottes im NT finden wir in Hebr 1,1-2: „Nachdem
Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den Propheten,hat er am
Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn, den er zum Erben aller Dinge eingesetzt hat, durch den er
auch die Welten gemacht hat;“. Jesus selber sagt in Joh 12,45 von sich: „und wer mich sieht, sieht
den, der mich gesandt hat.“ Wenn uns Jesus seinen Vater offenbart, dann bedeutet es, dass das, was
er auf dieser Erde gelehrt hat, uns Gottes Willen zeigt. Die Lehre Jesu und sein Erlösungswerk, worin
Gottes Liebe, Barmherzigkeit und Gnade der Menschheit gegenüber sichtbar wird, haben wir v.a. in
den Evangelien aufgeschrieben. Wie dieses Evangelium Menschen veränderte und Gemeinden
entstanden, zeigt uns vor allem die Apostelgeschichte. Außerdem zeigt sich Gottes Selbstoffenbarung
auch sehr deutlich in den Briefen.

Wenn wir also nach der Überwindung des Uranliegen des Menschen fragen und die Schuldfrage
gelöst und das Gewissen beruhigt haben möchten, dann bleibt uns einzig und allein der Glaube am
offenbarten Wort Gottes. Darin wird deutlich, wie Gott seit dem Sündenfall zum Menschen kommt,
ihn sucht und eine Lösung des Problems mitteilt. Es wird auch gezeigt, worin die Lösung des Problems
steht: Jesus Christus starb stellvertretend für die Sünden der Menschen und trug somit die Strafe, die
wir als Menschen verdient hatten. Wer seine Verlorenheit einsieht und sich durch Jesus das neue
Leben schenken lässt, indem er Jesu Lösung der Schuldfrage als Geschenk annimmt, dessen Gewissen
kommt zur Ruhe. Gott offenbarte sich und kam zu uns Menschen, so dass wir nicht ständig aus uns
selber nach „Lösungen“ suchen müssen, die wir von uns aus im Grunde genommen niemals finden
werden.

6
Mehr dazu in Thiessen, Jacob: Biblische Glaubenslehre. Zentrale Themen der Bibel systematisch erklärt. Nürnberg: VTR
(Verlag für Theologie und Religionswissenschaft). 3. überarbeitete und erweitere Auflage 2022. S. 44-56.
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