Jonas liebte alte Häuser.
Als er das verlassene
Anwesen am Waldrand entdeckte, konnte er
nicht widerstehen. Die Tür knarrte, als er
eintrat. Staub lag in dicken Schichten auf den
Möbeln, und die Luft roch nach Moder.
Neugierig erkundete er die Räume. Alles
schien verlassen – bis auf eine Tür am Ende
des Flurs. Sie war verschlossen. Doch als
Jonas näher trat, bewegte sie sich leicht, als
würde jemand von innen drücken.
„Hallo?“ rief er zögernd. Keine Antwort.
Langsam legte er die Hand auf das kalte Holz.
Plötzlich sprang die Tür mit einem lauten Knall
auf. Dahinter: Dunkelheit. Jonas trat vorsichtig
einen Schritt nach vorne – und stolperte
zurück, als sich die Tür von selbst wieder
schloss.
Herzklopfen. War da jemand? Oder etwas?
Dann begann es: Klopfen von der anderen
Seite. Leise. Dringlich. Jonas wich zurück.
Doch die Tür sprang erneut auf – diesmal ohne
sein Zutun. Ein eisiger Hauch strömte heraus.
Er wollte rennen, doch sein Körper gehorchte
nicht. In der Dunkelheit sah er eine Gestalt auf
ihn zukommen.
Die Tür fiel ins Schloss. Jonas schrie – und
dann war Stille.
.