0% fanden dieses Dokument nützlich (0 Abstimmungen)
54 Ansichten4 Seiten

Willerslev

Das Dokument behandelt die animistischen Glaubensvorstellungen der Yukaghirs, einer indigenen Gruppe in Sibirien, und stellt die westliche Sichtweise in Frage, die Personhaftigkeit ausschließlich Menschen zuschreibt. Es wird argumentiert, dass Animismus und Mimesis eine zentrale Rolle im Verständnis der Welt spielen, indem sie eine Verbindung zwischen Menschen und nicht-menschlichen Wesen herstellen. Willerslev kritisiert die dualistischen Denkweisen der westlichen Anthropologie und plädiert für ein monistisches Verständnis, das die Gleichwertigkeit von Mensch und Natur anerkennt.

Hochgeladen von

jw0894981
Copyright
© © All Rights Reserved
Wir nehmen die Rechte an Inhalten ernst. Wenn Sie vermuten, dass dies Ihr Inhalt ist, beanspruchen Sie ihn hier.
Verfügbare Formate
Als DOCX, PDF, TXT herunterladen oder online auf Scribd lesen
0% fanden dieses Dokument nützlich (0 Abstimmungen)
54 Ansichten4 Seiten

Willerslev

Das Dokument behandelt die animistischen Glaubensvorstellungen der Yukaghirs, einer indigenen Gruppe in Sibirien, und stellt die westliche Sichtweise in Frage, die Personhaftigkeit ausschließlich Menschen zuschreibt. Es wird argumentiert, dass Animismus und Mimesis eine zentrale Rolle im Verständnis der Welt spielen, indem sie eine Verbindung zwischen Menschen und nicht-menschlichen Wesen herstellen. Willerslev kritisiert die dualistischen Denkweisen der westlichen Anthropologie und plädiert für ein monistisches Verständnis, das die Gleichwertigkeit von Mensch und Natur anerkennt.

Hochgeladen von

jw0894981
Copyright
© © All Rights Reserved
Wir nehmen die Rechte an Inhalten ernst. Wenn Sie vermuten, dass dies Ihr Inhalt ist, beanspruchen Sie ihn hier.
Verfügbare Formate
Als DOCX, PDF, TXT herunterladen oder online auf Scribd lesen

Sozialanthropologie Lektüren

Willerslev, R. (2007) Soul hunters: hunting, animism, and


personhood among the Siberian Yukaghirs. [Online]. Berkeley:
University of California Press.
1. Animism as Mimesis

F IGURA 1: Y UKAGHIRS FROM YAKUTIA , 1905.

 Yukaghirs: small group of indigenous hunters on the Upper Kolyma River in northeastern Siberia

Key terms: personhood – dualism nature/spirit - animism

For us in the West, it is customary to assume that attributes of personhood (language, intentionality, reasoning, and
moral awareness) belong exclusively to human beings. Animals are understood to be wholly natural beings, and their
behavior is typically explained as automatic and instinctive. Among the Yukaghirs, however, persons can take a variety
of forms, of which a human being is only one.

The traditional term for this set of beliefs, whereby nonhuman animals (and even nonanimals) are endowed with
intellectual, emotional, and spiritual qualities paralleling those of human persons, is animism.

 Tylor (1929): as a way of characterizing the simplest form of religious belief, “the belief in spiritual beings,”
Sozialanthropologie Lektüren

Die Anthropologie wurde von Descartes geprägt: man dachte die Erzählungen dieser Indigenen wären fake (nicht die
Realität), man sah sie als soziales Konstrukt, das nur in ihren Köpfen existieren würde.

Animismus als Teil einer Skala (später wird es besser), die als underdevelopment zählt. Dasselbe sagt man von Kindern
(weil sie noch nicht entwickelt sind, können sie die Realität nicht richtig erfassen und machen kurzschlüssige
Statements, die man nicht ernst nehmen soll: z.B. der Sonne eine Intentionalität zu geben  Art von Animismus?) =
somit sind für Anthropologen Kinder und Indigene beide noch nicht reif genug, um die Welt in der besten darstellbaren
Art zu erklären (und zwar das wissenschaftliche Denken)  man kann sie ja sozialisieren. “because of their
inadequately developed scientific reasoning, “primitive” peoples attempted to explain the world to themselves by
“ascribing personality and life not to men and beasts only, but to things”

9: MIMESIS

Meeting place of two modes of being-in-the-world – “engagement” and “reflexivity”

MIMESIS ≠ Meta

reflexivity

imitate

elk

This idea that something can be both X and not X at the same time plays serious havoc with established Western
dualisms and dichotomies.

Hauptproblem:

Westliche Konzeption: entweder-oder

Yukaghir: gleichzeitig x und nicht-x

Kartesianischer Dualismus: human mind | thing

 totaler Zweifel: an Allem zweifeln, woran man zweifeln kann (Körper, Welt).

Das Selbst existiert in sich, ohne äussere Welt.

Willerslevs These: perception is based on the engagement with the world (pragmatic)

Durkheims Symbolismus (eine andere problematische Stellung, die die «primitive» Sichtweise unterschätzt)
Sozialanthropologie Lektüren

Totemic beliefs constitute a symbolic representation of the human social order, which they served to enforce
(Funktionalismus). In anderen Worten, wenn Menschen ein Totem venerieren, venerieren sie nicht wirklich das Totem
selbst, sondern das Totem repräsentiert symbolisch die humane Gesellschaft.

Tylors evolutionistisches Paradigma (native/modern) und Durkheims symbolistisches Paradigma (nature-culture) sind
beide durch Dichotomie geprägt. Beim ersten voraussetzt man eine Differenz des Denkens zwischen «Native» und
«moderne» Völker. Die ‘Natives’ seien immer noch in einer prämodernen Denkweise stecken geblieben, charakterisiert
aus Magie anstatt Rationalismus. Deshalb assoziieren sie die ‘Natur’ mit Geistern. Währenddessen ist Durkheims
Erklärung nicht weniger arrogant, in dem sie eine Nature-Culture Dichotomie enthält und den Natives die Schuld
zuweist, natürliche Dinge nicht als solche wahrzunehmen, sondern sie durch den sozialen Blickwinkel anzusehen.

Monismus: Sowohl die Yukaghirs als auch andere «primitiven» Völker (hunter-gatherers) «do not inscribe into the
nature of things a division between the natural agencies and themselves as we do with our ‘nature:culture’
dichotomy”. Die Yukaghirs mangeln einer Bezeichnung für “Natur”.

Die Phänomenologische Alternative


Wem Glauben? Den Anthropologen, die behaupten, dass Animismus «erroneus thinking» sei, und dass die reale
Bedeutung hinter den kulturellen Konstrukten stecke? Oder den Yukaghirs (mit anderen hunter-gatherers), die davon
überzeugt sind, dass Tiere und nicht-Menschen die gleichen Qualitäten wie Menschen besitzen (die bei ‘close mutual
engagement’ sichtbar werden)?

Die Frage die Willerslev sich stellt, ist nicht die Frage danach, wem zu glauben ist, sondern was zu glauben ist: «Are we
to believe that people come to know what is ‘out there’ in the world by mentally representing it in their minds, prior to
any attempt at engagement with it?”

Ingold scheint zu schreiben: “We do not have to think the world in ordert o live in it, but we do have to live in it in order
to think it”

Willerslev ends this sub-chapter by writing that mimesis is both “self-involvedness” and “world-involvedness”. Mimesis,
as we have seen, puts the imitator in contact with the world of other bodies, things, and people, and yet separates him
from them by forcing him to reflexively turn in on himself.

Second nature
Mimesis being “the nature that culture uses to create second nature” ( nature that is reflexively aware of itself as
standing somewhat apart from nature.

Um dieses Kapitel zusammenzufassen, schreibt Willerslew dass mimesis «the practical side of the symbolic world of
animism - its necessary mode of being-in-the-world”. Den nicht-menschlichen Tieren eine Seele zu “attribuieren” ist
somit aus einer dualistischen Sichtweise von Mensch-Seele / Tier-Maschine (Descartes) falsch. Dennoch, schreibt
Willerslev in Anlehnung zu Ingold, Taussig und Petersen, dass Animismus als Voraussetzung mimesis benötigt, d.h.
eine praktische Orientierung zur Welt, ein Nachahmen und gleichzeitig sich selbst dabei nicht verlieren.
Sozialanthropologie Lektüren

Das könnte Ihnen auch gefallen