Klasse 10.9: Entwurf
Klasse 10.9: Entwurf
DIN 267-30
D
ICS 21.060.10 Einsprüche bis 2007-03-31
Vorgesehen als Ersatz für
DIN 267-30:2001-02
Entwurf
Mechanische Verbindungselemente –
Technische Lieferbedingungen –
Teil 30: Metrische gewindefurchende Schrauben der Festigkeits-
klasse 10.9
Fasteners –
Technical delivery conditions –
Part 30: Metric thread rolling screws of property class 10.9
Eléments de fixation –
Spécification techniques –
Partie 30: Vis autotaraudeuses par déformation, à filetage métrique de classe de
qualité 10.9
Anwendungswarnvermerk
Dieser Norm-Entwurf wird der Öffentlichkeit zur Prüfung und Stellungnahme vorgelegt.
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Weil die beabsichtigte Norm von der vorliegenden Fassung abweichen kann, ist die Anwendung dieses
Entwurfes besonders zu vereinbaren.
Die Empfänger dieses Norm-Entwurfs werden gebeten, mit ihren Kommentaren jegliche relevante
Patentrechte, die sie kennen, mitzuteilen und unterstützende Dokumentationen zur Verfügung zu stellen.
Gesamtumfang 8 Seiten
© DIN Deutsches Institut für Normung e.V. · Jede Art der Vervielfältigung, auch auszugsweise,
nur mit Genehmigung des DIN Deutsches Institut für Normung e.V., Berlin, gestattet.
Alleinverkauf der Normen durch Beuth Verlag GmbH, 10772 Berlin
Preisgruppe 7
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[Link] 9780048
E DIN 267-30:2006-12 ²(QWZXUI²
Vorwort
Dieser Norm wurde vom NA 067-02-05 AA „Mechanische Eigenschaften für gewindeformende
Schrauben“ erarbeitet. Sie ergänzt die Norm DIN EN ISO 7085, die einsatzgehärtete und angelassene
metrische gewindefurchende Schrauben behandelt. Vergütete metrische gewindefurchende Schrauben der
Festigkeitsklasse 10.9 konnten bisher noch nicht in einer Internationalen Norm festgelegt werden.
Änderungen
Gegenüber DIN 267-30:2001-02 wurden folgende Änderungen vorgenommen:
a) Mindestlänge für den furchenden Bereich des Gewindes festgelegt;
b) Lochdurchmesser der Prüfplatte vergrößert;
c) Unterscheidung zwischen manuellem und automatischem Drehmomentschlüssel ist entfallen;
d) Abschnitt zur Schmierung aufgenommen.
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²(QWZXUI² E DIN 267-30:2006-12
1 Anwendungsbereich
Diese Norm legt die Anforderungen an metrische gewindefurchende Schrauben der Festigkeitsklasse 10.9
fest. Gewindefurchende Schrauben nach dieser Norm erzeugen Innengewinde mit Gewindenenndurch-
messern in einem Bereich von 2 mm bis 10 mm in Werkstoffen mit einer Härte von maximal 130 HV 10 oder
124 HB, die zu metrischen ISO-Gewinden für allgemeine Zwecke passen und im allgemeinen technischen
Bereich verwendet werden.
Zur Anwendung der Schrauben wird auf die Richtwerte für Lochdurchmesser nach DIN 7500-2 verwiesen.
2 Normative Verweisungen
Die folgenden zitierten Dokumente sind für die Anwendung dieses Dokuments erforderlich. Bei datierten
Verweisungen gilt nur die in Bezug genommene Ausgabe. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte
Ausgabe des in Bezug genommenen Dokuments (einschließlich aller Änderungen).
DIN EN ISO 898-1, Mechanische Eigenschaften von Verbindungselementen aus Kohlenstoffstahl und
legiertem Stahl — Teil 1: Schrauben
3 Werkstoffe
Gewindefurchende Schrauben nach dieser Norm müssen aus Kohlenstoffstahl oder legiertem Stahl
entsprechend den Anforderungen in DIN EN ISO 898-1 hergestellt sein.
4 Mechanische Eigenschaften
4.1 Allgemeines
Nach dieser Norm dürfen nur solche Schrauben angewandt werden, bei denen die Geometrie der Kopfform
(insbesondere bei Innenkraftangriffen) eine Erfüllung der Anforderungen der Festigkeitsklasse 10.9 nach
DIN EN ISO 898-1 (insbesondere der Mindestbruchkräfte) sicherstellt.
DIN EN ISO 898-1 ist für Schrauben nach dieser Norm uneingeschränkt anzuwenden.
Es müssen alle Forderungen nach DIN EN ISO 898-1 und DIN EN 20898-7 für die Festigkeitsklasse 10.9
erfüllt sein.
Eine Übersicht über die Mindestbruchdrehmomente und Mindestzugbruchkräfte ist in Tabelle 1 enthalten.
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E DIN 267-30:2006-12 ²(QWZXUI²
4.2 Wärmebehandlung
Die fertigen Schrauben müssen entsprechend den Anforderungen für die Festigkeitsklasse 10.9 in
DIN EN ISO 898-1 vergütet werden, um die mechanischen und funktionellen Eigenschaften, die in Tabelle 1
auszugsweise aufgeführt sind, zu erfüllen.
Einschraubdreh-
Nenndurchmesser Bruchdrehmoment Zugkraft bei Bruch
momenta
der Schraube
min. max. min.
mm Nm Nm N
2 0,45 0,23 2 150
2,5 1,0 0,5 3 530
3 1,9 0,95 5 230
3,5 3,0 1,5 7 050
4 4,4 2,2 9 130
5 9,3 4,7 14 800
6 16 8,0 20 900
8 40 20,0 38 100
10 81 40,5 60 300
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50 % des Mindestbruchdrehmomentes.
4.3 Bruchdrehmoment
Bei Prüfung nach 5.2 muss das Mindestbruchdrehmoment den Werten in Tabelle 1 entsprechen. Der Bruch
darf nicht im Übergang vom Kopf zum Schaft und nicht in den eingespannten Gewindegängen auftreten.
Die Schraube muss ohne bleibende Verformung ihres eigenen Gewindes, unter 10facher Vergrößerung
betrachtet, ein Gegengewinde in eine Prüfplatte nach 5.2.3 formen. Während des Einschraubversuchs darf
das Einschraubdrehmoment die in Tabelle 1 festgelegten maximalen Werte nicht überschreiten. Die
maximalen Einschraubdrehmomente betragen 50 % der Mindestbruchdrehmomente nach DIN EN 20898-7.
Sofern zwischen Hersteller und Anwender vereinbart, muss sich aus Gründen der Austauschbarkeit eine
Ersatzschraube mit gleichem Gewindenenndurchmesser in das von der Schraube geformte Gewinde
einschrauben lassen. Die Prüfung dieser Eigenschaft muss vereinbart werden.
Die Form und die Anordnung des furchenden Bereiches des Gewindes der Schraube sind vom Hersteller
zweckentsprechend zu wählen. Die Länge des furchenden Bereiches darf nicht kleiner als 1,5 P und nicht
größer als 4 P sein, siehe Bild 1.
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²(QWZXUI² E DIN 267-30:2006-12
Legende
l Nennlänge
ltf Länge des furchenden Bereiches
P Gewindesteigung
4.5 Oberflächenschutz
Für den Oberflächenschutz gelten DIN EN ISO 4042 oder DIN EN ISO 10683.
Bei gewindefurchenden Schrauben der Festigkeitsklasse 10.9 besteht ein Bruchrisiko durch
Wasserstoffversprödung, wenn sie mit einem galvanischen Überzug versehen sind. Daher werden
Untersuchungen unter Anwendung des „Verfahrens mit parallelen Auflageflächen zur Entdeckung von
Wasserstoffversprödung“ nach DIN EN ISO 15330 empfohlen, um sicher zu gehen, dass der Prozess im
Hinblick auf die Versprödung unter Kontrolle ist. Wenn Versprödung entdeckt wird, sind Änderungen im
Herstellprozess notwendig.
Beim Aufbringen von galvanischen Überzügen werden geeignete Maßnahmen zur Verminderung der
Wasserstoffversprödung nach DIN EN ISO 4042 empfohlen.
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Zur Funktionserfüllung einer gewindefurchenden Schraube ist diese in geeigneter Form zu schmieren. Hierzu
können integrierte oder zusätzliche Schmierungssysteme verwendet werden.
5 Prüfverfahren
5.1 Allgemeines
5.2 Torsionsprüfung
Die zu prüfende Schraube muss in einer geeigneten Vorrichtung fest eingespannt werden (siehe
DIN EN 20898-7), wobei sich mindestens zwei volle Gewindegänge oberhalb der Einspannvorrichtung und
mindestens zwei volle Gewindegänge, ohne den Furchbereich, in der Einspannvorrichtung befinden müssen.
Mit Hilfe einer geeigneten geeichten Messeinrichtung ist ein Drehmoment auf die Schraube aufzubringen, bis
der Bruch eintritt. Das Drehmoment, das benötigt wird, um den Bruch zu verursachen, ist das
Bruchdrehmoment; es muss gleich oder größer sein als das in Tabelle 1 festgelegte Mindest-
bruchdrehmoment.
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E DIN 267-30:2006-12 ²(QWZXUI²
5.3 Einschraubversuch
Die zu prüfende Schraube wird in eine Prüfplatte (siehe 5.2.3) geschraubt, bis mindestens ein Gewindegang
oberhalb des kegeligen Furchbereichs aus der Prüfplatte austritt. Ist die Schraubenlänge zur Erfüllung dieser
Anforderung zu kurz, muss eine Vereinbarung zwischen Hersteller und Anwender über die Prüfmethode
getroffen werden.
eingeleitet.
Als Einschraubdrehmoment ist der während dieser Prüfung maximal auftretende Wert des Drehmoments
anzusehen.
5.3.2 Prüfplatte
Die Prüfplatte muss aus einer Al-Legierung mit einer Härte von 75 HB bis 105 HB bestehen. Die
Prüfplattendicke muss dem doppelten Nenndurchmesser der Schraube entsprechen. Für den Lochdurch-
messer gilt Tabelle 2.
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6 Drehmomentschlüssel
Drehmomentschlüssel, die bei der Torsions- und Einschraubprüfung verwendet werden, müssen eine
Genauigkeit von ± 3 % der festgelegten Drehmomente haben.
7 Kennzeichnung
Die Kennzeichnung der Schrauben mit Herstellerkennzeichen und Kennzeichen der Festigkeitsklasse 10.9 ist
entsprechend DIN EN ISO 898-1 vorzunehmen.
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²(QWZXUI² E DIN 267-30:2006-12
8 Bezeichnung
Gewindefurchende Schrauben nach dieser Norm erhalten in der Normbezeichnung der Schraube unmittelbar
nach der Angabe des Gewindes den Zusatz „GF“.
BEISPIEL Eine Schraube der Größe M10 × 60 mit Festigkeitsklasse 10.9, galvanischem Überzug A2C nach
DIN EN ISO 4042 und Kopfgeometrie nach DIN EN ISO 4017, mit gewindefurchendem Bereich am Gewindeende (GF),
wird wie folgt bezeichnet:
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E DIN 267-30:2006-12 ²(QWZXUI²
Literaturhinweise
DIN 7500-2, Gewindefurchende Schrauben für metrisches ISO-Gewinde — Richtwerte für Lochdurchmesser
DIN EN ISO 4017, Sechskantschrauben mit Gewinde bis Kopf — Produktklassen A und B
DIN EN ISO 7085, Mechanische und funktionelle Eigenschaften von einsatzgehärteten und angelassenen
metrischen gewindefurchenden Schrauben
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