Bildschirmfoto 2025-03-06 Um 20.08.20
Bildschirmfoto 2025-03-06 Um 20.08.20
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Brownscher Bewegungsvorgang auf der Oberfläche einer Kugel. Die Brownsche Bewegung ist die zufällige Bewegung von
Teilchen, die in einem Medium (einer Flüssigkeit oder einem Gas) suspendiert sind. Dieses Bewegungsmuster besteht typ-
ischerweise aus zufälligen Schwankungen der Position eines Partikels innerhalb einer Flüssigkeitsdomäne. Der Brownscher
Prozess (auch Wienscher-Prozess genannt) gilt allgemein als der am besten untersuchte und wichtigste stochastische Prozess
der Stochastik.
Contents
3 Varianz 9
3.1 Einstieg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
3.2 Zentrale Idee . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
3.3 Bedeutung der Standardabweichung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
3.4 Zusammenfassendes Beispiel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
3.5 Üben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
5 Binomailverteilung 21
5.1 Bernoulli-Experiment . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
5.2 Einstieg und Herleitung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
5.3 Definition . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
5.4 Erwartungswert und Varianz einer Binomialverteilung . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
5.5 Üben. Hausaufgabe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
7 Normalverteilung 34
7.1 Auf der Suche der Normalverteilung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
7.2 Definition . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
7.3 Werte der Standard-Normalverteilung. Tabelle. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
7.4 Eigenschaften der Normalverteilung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
7.5 Streuintervalle und ihre Wahrscheinlichkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
8 Lösungen 40
1
1 Zufallsvariablen und Verteilungen
1.1 Einstieg
Wir betrachten ein Spiel, bei dem drei Münzen geworfen werden. Ein typisches Ergebnis ist:
Gewonnen hat, wer mehr Köpfe wirft. Wir zählen also die Köpfe und berechnen anschliessend die
Wahrscheinlichkeit für diese Ereignisse.
ω1 ω2 ω3 ω4
Wahrscheinlichkeit P :
1 1 1 1
P (ω1 = Kopf) · · =
2 2 2 8
! 1 "3 ! 1 "3 ! 1 "3 3
P (ω2 = Kopf) = 2
+ 2
+ 2
=
8
! 1 "3 ! 1 "3 ! 1 "3 3
P (ω3 = Kopf) = 2
+ 2
+ 2
=
8
! 1 "3 1
P (ω4 = Kopf) = 2
=
8
Wir weisen also jedem Ergebnis genau eine Zahl zu. Jeder Zahl wiederum weisen wir genau eine
Wahrscheinlichkeit zu.
Definition 1.1. Eine Zuordnung, die jedem Ergebnis ω eines Zufallsexperiments genau eine
Zahl x zuordnet, heisst Zufallsvariable X oder Zufallsgrösse X
Diese Zuordnung kann man als eine Funktion verstehen. Sei ! ein Ergebnisraum. Eine Funk-
tion
X : ! ↑↓ R
ω ↔↑↓ X(ω)(reelle Zahl)
die jedem Ergebnis des Ergebnisraumes eine reelle Zahl zuordnet heisst Zufallsvariable X
oder Zufallsgrösse X.
Ist ! endlich, so hat die Zufallsgrösse nur endlich viele Werte x1 , x2 , . . . xn und man nennt sie
diskret.
Beispiel: Gehen wir zurück an unser Beispiel mit den Münzen. Die Zufallsvariable ordnet jedem
Experiment ω ↗ ! (hier gibt es 4 Experimenten, ω1 , ω2 , ω3 , ω4 ). Wir haben dann
X : ! →↑ R X : ! →↑ R X : ! →↑ R X : ! →↑ R
ω1 ↓→↑ X(ω1 ) = 0 ω2 ↓→↑ X(ω2 ) = 1 ω2 ↓→↑ X(ω3 ) = 2 ω4 ↓→↑ X(ω4 ) = 3
2
Definition 1.2. Eine Zuordnung, die jedem X einer Zufallsgrösse genau eine Wahrschein-
lichkeit P zuordnet, heisst Verteilung P
Eine Verteilung kann man auch als eine Funktion betrachten. Sei X : ! ↓ R eine Zu-
fallsgrösse. Die Funktion, die jedem der Werte x der Zufallsgrösse die Wahrscheinlichkeit
P (X = x) zuordnet heisst Verteilung von X
P : ! ↓ R ↔↑↓ [0, 1]
P : x ↔↑↓ P (X = x)
Verteilungen werden zum Beispiel mit Tabellen und Stabdiagrammen oder Histogrammen dargestellt.
Das obige Beispiel sieht so aus:
x p P
1
0 8
3
1 8
3
2 8
1
3 8 X
1.3 Aufgabe
Es Werden zwei Würfen geworfen und die Augensumme x bestimmt. Die dazugehörige Wahrschein-
lichkeitsverteilung ist in den Figuren abgebildet. Berechnen Sie diese Verteilung.
a) Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Augensumme 5 beträgt. Zeichne dies im Dia-
gramm durch Schraffieren, des entsprechenden oder der entsprechenden Balken ein.
3
b) Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Augensumme kleiner gleich 9 ist. Zeichne aus dies
im Diagramm ein.
c) Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass für die Augensumme gilt: 2 ↘ x ↘ 12? Zeichne aus
dies im Diagramm ein.
1.4 Wahrscheinlichkeitsfunktion
Wenn ich zum Beispiel meine Telefongesellschaft anrufe, komme ich erfahrungsgemäss mit einer
Wahrscheinlichkeit von 20% durch. Ich rufe mehr mals hintereinander an, bis ich Erfolg habe, aber
nach 5 Versuchen gebe ich auf und schreibe eine E-Mail. Was ist die Verteilung der Zufallsgrösse, die
dem Experiment die Anzahl der Anrufe zuordnet?
In der folgenden Abbildung sehen wir links die tabellarische Darstellung und rechts die grafische, die
Stabalagramm genannt wird.
4
Definition 1.3. Unter der Wahrscheinlichkeitsfunktion der diskreten Zufallsgrösse X verste-
hen wir die Funktion:
f : R ↔↑↓ R
"
P (X = xi ) für allexi ↗ X(!)
x ↔↑↓
0 sonst
Grafisch erhalten wir so im Wesentlichen das Stabdiagramm, bei dem aber nur die Endpunkte der
vertikalen Strecken eingetragen werden.
1.6 Beispiel
1
P (X = 3) =
18
5
Das ist eine Verteilung. Die Verteilung ist also die Funktion, welche allen möglichen X-Werten einer
Zufallsgrösse ihre Wahrscheinlichkeiten zuordnet. Eine solche Verteilung kann diskret sein, das heisst,
es gibt nur endlich viele verschiedene Werte (wie in diesem Beispiel), oder sie kann stetig sein, wenn
jede reelle Zahl oder jede reelle Zahl aus einem bestimmten Intervall Funktionswert von X sein kann,
wie etwa, wenn Sie ausgewählte Menschen nach ihrer Körpergrösse befragen würden.
Angenommen wollen wir wissen mit welcher Wahrscheinlichkeit die Zufallsgrösse höchstens den Wert
6 annimmt: P (X ↘ 6) =? Um diese Frage zu beantworte benuzten wir die Verteilungsfunktion: Bei
solchen Fragen kann die Verteilungsfunktion (auch summierte oder kumulierte Verteilung genannt)
helfen:
Definition 1.4. Sei X : ! ↓ R eine diskrete Zufallsgrösse. Die Funktion F , die jedem reellen
Wert x die Wahrscheinlichkeit
F (x) := P (X ↘ x)
zuordnet heisst kumulierte Verteilungsfunktion, kumulierte Verteilung oder Verteilungs-
funktion von X.
Beispiel
Gehen wir zurück auf das gerade erwähnte Beispiel. Mit welcher Wahrscheinlichkeit wird die Zufalls-
grösse höchstens den Wert 6 annehmen: P (X ↘ 6) =?
6
# 1 1 1 1 5 5
F (6) = P (x ↘ 6) = P (X = a) = + + + + =
a=2
36 18 18 9 36 12
# 5
F (6.5) = P (X ↘ 6.5) = 6P (X = a) =
a=2
12
F (↑1) = P (X ↘ ↑1) = 0
Graphisch zeigt sich, dass dabei eine Art monotone Treppenfunktion ent- steht, deren höchste und
letzte Stufe auf der Höhe 1 ist.
In naheliegender Weise verwenden wir auch Terme der folgenden Art, die selbsterklärend sind: P (3 ↘
X ↘ 6) oder P (X > 4), usw.
6
2 Erwartungswert einer Verteilung
2.1 Einstieg
Es handelt sich um ein Zufallsexperiment, dessen Ergebnismenge aus den vier Sektoren besteht. Der
Zeiger wird in irgendeinem Sektor anhalten, und dann erhalten Sie als Gewinn die Frankenzahl, die
ausserhalb der Sektoren notiert ist.
Wir denken uns also eine Zufallsgrösse X, die jedem möglichen Ergebnis den ausgeschütteten Franken-
betrag zuordnet. Den abgebildeten Brüchen entnehmen wir die Wahrscheinlichkeiten, dass der Zeiger
in einem diser Sektoren anhält. Damit haben wir eine Verteilung:
X Werte 1 2 4 10
1 1 1 1
2 4 6 12
P (X = x)
1
• in n · aller Fälle CHF 1
2
1
• in n · aller Fälle CHF 2
2
1
• in n · aller Fälle CHF 4
2
1
• in n · aller Fälle CHF 10
2
1 1 1 1 $ %
n· 2 ·1+n· 4 ·2+n· 6 ·4+n· 12 · 10 n 1 1 1 1
= ·1+ ·2+ ·4+ · 10 = 2.50
n n 2 4 6 12
Um den in Mittel zu erwartenden Gewinn auszurechnen, müssen wir also die Summe bilden aus allen
Produkten der Art:
xi · P (X = xi )
wobei i alle Werte der Zufallsgrüsse nummeriert. Das motiviert die folgende Definition.
7
2.2 Erwartungswert
Definition 2.1. Sei X eine diskrete Zufallsgrösse mit den Werten x1 , x2 , . . . , xn . Dann heisst
die Zahl
#n
E(x) := xi · P (x = xi )
i=1
Bemerkung 2.2. :
• Wenn wir die Werte der Zufallsgrösse wie auch die zugehörigen Wahrscheinlichkeiten vektoriell darstellen,
können wir sagen, dass der Erwartungswert das Skalarprodukt von εx und Pε ist.
1
• Sind ale Wahrscheinlichkeiten gleich, also P (X = xi ) = ↔i so geht der Erwartungswert in das arith-
n
metische Mittel über:
n
# # n
1 x1 + x2 + · · · + xn
µ = E(X) = xi · = xi = = x̄
i=1
n i=1
xn
• Wenn wir uns vorstellen, dass an den Stellen xi der Zahlgeraden Punktmassen platziert sind und die Masse
an der Stelle x, das Gewicht P (X = xi ) hat, dann ist der Erwartungswert gerade der Schwerpunkt.
Beispiel 1. Beim Spiel Chuck-a-luck tätigen die Spielenden ihre Einsätze auf einem Tableau mit den
Zahlen 1-6.
Amy setzt auf die Zahl 2. Dann würfelt der Bankhalter drei Würfel.
Zeigt genau ein Würfel die Augenzahl 2, so gewinnt sie den Einsatz, zeigen genau zwei Würfel die 2,
so gewinnt sie den doppelten Einsatz, und bei drei Würfeln den dreifachen Einsatz. Zeigt kein Würfel
die gesetzte Augenzahl, so geht der Einsatz verloren.
X Werte →1 keine, verliert 1 CHF 1 Würfel mit 2 2 Würfel mit 2 3 Würfel mit 2
125 75 15 1
256 216 216 216
P (X = x)
8
3 Varianz
3.1 Einstieg
Ist der Erwartungswert genug um eine Verteilung zu charakterisieren? Betrachten wir drei unter-
schiedliche Verteilungen:
• Oben: E(X) = 2.5 · 0.1 + 3 · 0.2 + 3.5 · 0.4 + 4 · 0.2 + 4.5 · 0.1 = 3.5
• Mitte: E(X) = 1.5 · 0.1 + 2.5 · 0.2 + 3.5 · 0.4 + 4.5 · 0.2 + 5.5 · 0.1 = 3.5
• Unten: E(X) = 0.5 · 0.1 + 2 · 0.2 + 3.5 · 0.4 + 5 · 0.2 + 6.5 · 0.1 = 3.5
Wir sehen, dass die Summe der beiden gleichfarbigen Terme in jedem der drei Fälle gleich sein muss. Dei drei
Verteilungen sind deutlich verschieden, und doch haben alle denselben Erwartungswert. Das zeigt, dass der
Erwartungswert eine Verteilung niemals vollständig charakterisieren kann.
↑ Wir brauchen offenbar eine weitere Kennzahl.
Gesucht: neue Kennzahl, die die Streuung einer Verteilung misst
Beobachtungen
9
3.2 Zentrale Idee
Frage: Wie können wir die «Streuung» durch eine mathematische Kennzahl erfassen?
Annahme: Es liegt eine Zufallsgrösse mit dem Erwartungswert E(X) vor.
1. Idee: Die erste Idee ist vielleicht die Abweichungen der einzelnen Daten vom Erwartungswert durch
den Term
xi ↑ E(X)
auszudrücken.
Schlimmer noch: Solche Abweichungen könnten sich sogar gegenseitig aufheben (positiv mit negativ)
Wir sind darum gut beraten, dafür zu sorgen, dass alle Abweichungen vom Erwartungswert nicht-
negativ sind.
↓ Eine günstige Möglichkeit, dies zu erreichen, ist, den Term (xi ↑ E(X))2 zu benutzen.
Diese Quadrate dürfen wir nun aber nicht einfach addieren, weil die x, mit einer grösseren Wahrschein-
lichkeit stärker gewichtet werden sollten als die x, mit kleiner Wahrscheinlichkeit.
Genauer:
Ein Wert xi mit kleiner Wahrscheinlichkeit soll nur wenig zur Streuung beitragen, auch wenn seine
Abweichung vom Erwartungswert gross ist.
Diese Kennzahl nennen wir Varianz der Zufallsgrösse. Ihre Einheit ist das Quadrat der Einheit, welche
die Werte der Zufallsgrösse haben.
(Oft wird ein Streumass bevorzugt, welches dieselbe physikalische Dimension hat wie die Zufalls-
grösse selbst).
↓ Darum ist auch die Wurzel der Varianz als Streumass sehr verbreitet:
&
ε= V (X)
diese nennt man Standardabweichung.
Definition 3.1. Die diskrete Zufallsgrösse X nimmt die Werte xi mit den Wahrscheinlichkeiten
P (X = xi ) an. Dann definieren wir
n
#
2
εX = V (X) = P (X = xi ) · (xi ↑ E(X))2
i=1
als die Varianz der Zufallsgrösse. Die Wurzel aus der Varianz:
'
( n
& (#
εX = 2 V (X) = ) 2
P (X = xi ) · (xi ↑ E(X))2
i=1
10
Beispiel 2. Gehen wir zurück zum Beispiel der Einstiegsaufgabe im Abschnitt 3.1.
Die Standardabweichungen sind die Wurzel diese Zahlen, also der Reihe nach und gerundet
& ≃
• εX = V (x) = 0.3 = 0.548
& ≃
• εX = V (x) = 1.2 = 1.095
& ≃
• εX = V (x) = 2.7 = 1.643
11
3.3 Bedeutung der Standardabweichung
1
P (|X ↑ E(X)| < r · ε) ⇐ 1 ↑
r2
Sie macht eine aufschlussreiche Aussage darüber, mit welcher Wahrscheinlichkeit sich Werte der Zu-
fallsgrösse um weniger als r · ε vom Erwartungswert unterscheiden. Beispielsweise
1 3
P (|X ↑ E(X)| < 2 · ε) ⇐ 1 ↑ =
22 4
Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Werte der Zufallsgrösse um weniger als 2·ε vom Erwartungswert un-
terscheiden, ist also mindestens 75%. Auf dies Weise können wir uns doch eine konkrete Vorstellung
der Standardabweichung machen, auch wenn wir nicht den Vergleich zu einer zweiten Zufallsgrösse
haben.
12
3.4 Zusammenfassendes Beispiel
13
14
3.5 Üben
3.5.1 Aufgabe
b) Wenn zehn Franken auf «gerade Zahl» gesetzt werden, dann wird bei den Ergebnissen {2, 4, 6, . . . , 36}
ein Betrag von zehn Franken gewonnen und bei den Ergebnissen {00, 0, 1, 3 . . . , 35} ein Betrag von
zehn Franken verloren. Wie hoch sind die Gewinn- und Verlustchancen von 10 Franken bei einem
Einsatz auf «gerade Zahl»?
3.5.2 Aufgabe
Wir würfeln mit zwei fairen, unterscheidbaren Würfeln. Dei Zufallsgrösse sei das Produkt der gewür-
felten Augenzahlen.
a) Geben Sei die Verteilung der Zufallsgrösse sowohl in Tabellenform als auch grafisch an.
b) Welchen Erwartungswert hat dieses Experiment?
15
3.5.3 Aufgabe
X Werte 1 2 3 4
0.3 a b 0.1
P (X = x)
Wenn Sie erfahren, dass die Verteilung den Erwartungswert 2.3 hat, können Sie dann a und b berech-
nen?
3.5.4 Aufgabe
Die Verteilung einer diskreten Zufallsgrösse sei durch folgende Tabele gegeben:
X Werte ↑1 0 2 3 5 10
a) P (X > 3)
b) P (X ↘ 4)
c) P (2 ↘ X < 10)
d) P (2 ↘ |X| > 0)
16
3.5.5 Aufgabe
In einer Lieferung von acht Artikeln befinden sich zwei defekte Artikel. Aus der Lieferung wird wilkür-
lich eine Stichprobe von vier Stück (ohne Zurücklegen) gezogen. Die Zufallsgrösse ordnet jeder Stich-
probe die Anzahl der darin enthaltenen defekten Artikel zu.
Welche Werte kann die Zufallsgrösse also annehmen? Welche sind die zugehörigen Wahrschein-
lichkeiten? Geben Sie die Verteilung als eine Tabelle an.
Hinweis Wenden Sie die Konzepte der Kombinatorik an, um die Wahrscheinlichkeiten zu bestimmen.
3.5.6 Aufgabe
Diese Verteilung ist aus Aufgabe 1.3. Berechnen Sie der Ewartungswert µ, die Varianz ε 2 und die
Standardabweichung ε.
Zeichne den Erwartungswert und die Standardabweichung in der Figur ein.
17
4 Gleichverteilung und geometrische Verteilung
4.1 Gleichverteilung
Definition 4.1. Eine Zufallsgrösse X heisst gleichverteilt, wenn sie alle Werte x mit der gle-
ichen Wahrscheinlichkeit p annimmt.
Satz 4.1. Ist eine Zufallsgrösse X gleichverteilt und nimm die Zufallsgrösse n unterschiedliche
1
Werte an, so beträgt die Wahrscheinlichkeit der Werte P = .
n
4.1.1 Aufgabe
18
4.2 Geometrische Verteilung
Beim Brettspiel Eile mit Weile darf man das «Haus» erst verlassen, wenn man eine 5 würfelt. Wir sind
also daran interessiert, dass das möglichst bald passiert. Und fragen darum:
Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass die erste 5 beim ersten, zweiten, dritten, . . . Wurf kommt?
Mathematisch ausgedrückt: Wir haben ein Zufallsexperiment, welches darin besteht, einen Würfel so
lange zu werfen, bis zum ersten Mal eine 5 erscheint. Jedem Ergebnis dieses Experiments wird die
Nummer des Wurfs zugeordnet, der die erste 5 bringt. Dies zu tun, ist der Job der Zufallsgrösse X.
Interessiert sind wir nun an der Verteilung von X:
Verteilung
Graphisch:
19
Definition 4.2. Die diskrete Zufallsgrösse X heisst geometrisch verteilt, wenn
P (X = k) = (1 ↑ p)k · p für k = 1, 2, 3, . . .
20
5 Binomailverteilung
5.1 Bernoulli-Experiment
Definition 5.1. Ein Zufallsexperiment mit genau zwei Ergebnissen heisst Bernoulli-
Experiment. Wir unterscheiden zwei Ergebnisse:
• 1 (Erfolg)
• 0 (Misserfolg)
Die Wahrscheinlichkeiten werden auch charakterisiert.
• Wir bezeichnen mit p die Erfolgswahrscheinlichkeit.
"
1 (Erfolg), mit Wahrscheinlichkeit p
Bernoulli Experiment =
0 (Misserfolg), mit Wahrscheinlichkeit 1 ↑ p
Beispiele:.
- Spiel Eile mit Weile.
1
Wahrscheinlichkeit von Erfolg (1) beim 1. Wurf: P (X = 1) = p = .
6
5
Wahrscheinlichkeit von Misserfolg (1) beim 1. Wurf: P (X = 0) = 1 ↑ p = .
6
- Bauteil, das soeben die Fertigungsanlage verlässt, kann einen Defekt aufweisen (Misserfolg) oder
nicht (Erfolg).
21
5.2 Einstieg und Herleitung.
Angenommen, wir pflanzen 3 Samen und jeder Samen hat eine p = 0.8 Wahrscheinlichkeit zu keimen
(Erfolg) und eine 1 ↑ p = 0.2 Wahrscheinlichkeit nicht zu keimen (Misserfolg). Wir wollen die Anzahl
der gekeimten Samen mithilfe eines Baumdiagramms untersuchen.
1. Baumdiagramm
3. Erfolge zählen
22
4. Binomialkoeffizient
Die Anzahl der Ergebnisse für k Erfolge aus n Versuchen ergibt sich aus dem Binomialkoeffizienten:
5. Binomiale Wahrscheinlichkeitsformel
Frage: Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, bei 3 Durchgängen genau zweimal Erfolg zu haben?
Frage: Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, bei 4 Durchgängen genau dreimal Erfolg zu haben?
Frage: Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, bei 7 Durchgängen genau dreimal Erfolg zu haben?
Allgemein: Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, bei n Versuchen genau (oder mindestens oder
höchstens) k-mal Erfolg zu haben?
23
5.3 Definition
5.3.1 Beispiele
Beispiel 3. Eine Provinzzeitung meldete einmal: «SENSATION: 95 Geburten letzten Monat. Davon
nur 35 Mädchen.»
Ist das wirklich so sensationell? So unglaublich unwahrscheinlich? Wie gross ist denn die Wahrschein-
lichkeit für mindestens 60 Knabengeburten bei 95 Geburten, wenn die Chance für eine Knaben- re-
spektive Mädchengeburt 0.504 respektive 0.496 beträgt?
24
Beispiel 4. Ein Online-Handler hat 10 Bewertungen bekommen und 8 davon sind positiv.
Frage: Ist es vernünftig, dem Händler eine Zuverlässigkeit von 80% zuzuordnen?
Annahme:. Nehmen wir einmal an, der Händler habe lediglich eine Produktzuverlässigkeit von 50%;
jedes zweite Mal liefert er zu spät oder beschädigte Ware oder was auch immer.
Wie gross wäre dann die Wahrscheinlichkeit, dass trotzdem mindestens 8 aus 10 Bewertungen positiv
ausfallen?
(Wir müssen dazu auch annehmen, dass die einzelnen Bewertungen unabhängig voneinander sind,
was in der Realität nicht immer ganz klar ist.)
25
5.4 Erwartungswert und Varianz einer Binomialverteilung
Herleitung
Bemerkung
26
5.5 Üben. Hausaufgabe
Individuelle Lösung. Konzeptuelles Verständnis. Keine Lösungen vorhanden. Lesen Sie Ihr Skript.
1. Können Sie ein eigenes konkretes Beispiel für die geometrische Verteilung angeben?
2. Erklären Sie genau, welche Situation der geometrischen Verteilung zugrunde liegt. Was für eine
Art von Zufallsexperiment wird betrachtet? Was ordnet die Zufallsgrösse X den Ergebnissen zu?
Und warum ist P (X = k) = (1 ↑ p)k→1 · p ?
1
3. Wie kann man verstehen, dass die geometrische Verteilung den Erwartungswert E(X) = hat?
p
4. In Ihren Worten: Was genau versteht man unter einem Bernoulli-Experiment?
5. Ein Bernoulli-Experiment, welches Ergebnis 1 (Erfolg) mit der Wahrscheinlichkeit p und Ergeb-
nis 0 (Misserfolg) mit der Gegenwahrscheinlichkeit q annimmt, wird n-mal durchgeführt.
Können Sie für n = 3 alle Ergebnisse dieses dreistufigen Experiments in einer Liste und auch in
einem Baumdiagramm darstellen?
* +
6. Die diskrete Zufalsgröse X heisst binomialvertelt, wenn P (X = k) = nk · pk · (1 ↑ p)n→k und
die «Erfolgswahrscheinlichkeit» 0 ↘ p ↘ 1.
Warum kommt der Binomialkoeffizient in dieser Formel vor?
Können Sie gut erklären, was seine Aufgabe in dieser Formel ist?
27
5.5.2 Aufgabe
Berechnen Sie die geometrische Verteilung für p = 0.5 und k = 1, 2, 3, . . . , 10. Geben Sie eine Tabelle
mit der Verteilung und der Zufallsvariable an.
5.5.3 Aufgabe
In einer bestimmten Grossstadt kann man kein Taxi bestellen, sondern muss warten, bis zufällig eines
vorbeikommt. Die Wahrscheinlichkeit, dass in der nächsten Minute eines kommt, sei p = 0.1.
a) Wei gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass man nicht länger als 5 Minuten warten muss?
b) Wei lang ist die im Durchschnitt «erwartete Wartezeit» ?
28
5.5.4 Aufgabe
Berechnen Sie die Binomialverteilung für p = 0.7 und n = 12. Geben Sie eine Tabelle mit der
Verteilung und der Zufallsvariable an.
5.5.5 Aufgabe
Sie werfen eine faire Münze so lange, bis zum ersten Mal Kopf kommt. Wie gross ist die Wahrschein-
lichkeit, dass dies
a) beim dritten Wurf geschieht?
b) nicht vor dem zehnten Wurf geschieht?
29
6 Stetige Zufallsgrösse und Normalverteilung
30
6.2 Dichtefunktion
• Sie muss stetig sein. (Man kann zeigen, dass es ausreicht, wenn sie stückweise stetig ist.)
Genau diese in unserem Beispiel beobachteten Eigenschaften nehmen wir nun zum Anlass für eine
wichtige Definition:
Definition 6.1. Eine Zufallsgrösse heisst stetig, wenn es eine Funktion f : R ↓ R gibt, welche
die folgenden Eigenschaften aufweist:
Bemerkung 6.2. Wichtig zu bemerken ist, dass sich Dichtefunktion und Verteilungsfunktion gegen-
seitig bestimmen. Während man die Verteilungsfunktion durch Integration der Dichtefunktion findet,
findet man die Dichtefunktion durch Ableitung der Verteilungsfunktion: F ↓ (x) = f (x) (jedenfalls dort,
wo F dife- renzierbar ist).
Beispiel 5. Betrachten wir die Funktion
f : R ↑↓ R
"
0.5 falls t ↗ [2, 4]
t ↔↑↓
0 sonst
31
6.3 Erwartungswert und Varianz. Stetig.
Erwartungswert und Varianz haben wir bisher nur für diskrete Zufallsgrössen eingeführt. Gehen wir
zu stetigen über, so sind ein paar naheliegende Anpassungen nötig. Am besten sehen wir das, indem
wir die beiden Fassungen einander gegenüberstellen:
$n
, ↑
Erwartungswert E(x) = i=1 xi · P (X = xi ) E(X) = x · f (x)dx
→↑
$n
, ↑
Varianz V (X) = i=1 P (X = xi )·(xi →E(x)) 2
V (X) = f (x)·(x→E(X))2 dx
→↑
Beispiel
32
33
7 Normalverteilung
Kurven dieser Art werden auch Glockenkurven oder Gauss-Kurven genannt. Nach Quetelet fand
man viele weitere stetige Zufallsgrössen, deren Vertei- lungen solche Glockenkurven ergeben:
• Genauigkeit von Dartwürfen: Der radiale Abstand der Darts vom Bull’s Eye bei Spielern mit
ähnlichem Niveau
• Der menschiliche Intelligenzquotient (IQ) mit Erwartungswert µ = 100 und ε = 15
• Babygewichte
• usw
34
7.2 Definition
Die wohl bedeutendste Verteilung in Natur- und Sozialwissenschaften, Wirtschaft und Technik ist die
Normalverteilung. Ihre grosse Bedeutung rührt daher, dass jeder Prozess, der durch eine Überlagerung
von einer Grosszahl zufälliger Prozesse zustande kommt durch die Normalverteilung beschrieben wird.
Insbesondere nähert sich auch die Binomialverteilung für eine grosse Anzahl Versuche (n gross) einer
Normalverteilung an.
35
Normalverteilung
Definition 7.1.
• Die Gauss-Funktion ist eine Dichtefunktion und hat die Form
1 x→µ 2
· e → 2 ·( ω )
1
ϑ(x) = ≃
2ϖε
mit der Eulerschen Zahl e ⇒ 2.71828 . . . , Erwartungswert µ und Standardabweichung ε.
• Die zugehörige Verteilung heisst Normalverteilung und wird mit N (µ, ε) bezeichnet.
µ
µ↑ε µ+ε
• Im Fall N (0, 1), d.h. wenn der Erwartungswert µ = 0 und die Standardabweichung ε = 1
sind, dann spricht man von der Standardnormalverteilung. Ihre Dichtefunktion ist:
1 x2
ϑ(x) = ≃ · e→ 2
2ϖ
• Eine stetige Zufallsgrösse X mit einer Dichtefunktion ϑ(x) heisst normalverteilt.
• Die Verteilungsfunktion (kumulierte Verteilung) von N (µ, ε) wird mit ”µ,ω (x) bezeich-
net. Sie ist definiert durch:
- x
1 1 t→µ 2
”µ,ω (x) := ≃ · e 2 ( ω ) dt
→↑ 2ϖ · ε
N (µ, ε)
”µ,ω (x)
µ x
TEACHER’S VERSION
1 x→µ 2
Die Exponentialfunktion e→ 2 ·( ω ) garantiert die Glockenform der Kurve.
↘
Der Term 2ϑϖ 2 normaliziert der Fläche und garantiert, dass die Fläche unter der Kurve gleich 1 ist.
36
7.3 Werte der Standard-Normalverteilung. Tabelle.
In dieser Tabelle sind die Werte der kumulierte Verteilungsfunktion ”(z) = P (X ↘ z) aufgeführt
Satz 7.1. $ %
x↑µ
”µ,ω (x) = ”0,1
ε
Dies hat folgende Bedeutung. Um die kumulative Verteilungsfunktion aus einer Nor-
malverteilung mit Erwartungswert µ und Standardabweichung ε zu berechnen, können wir
zur Standardverteilung mit Erwartungswert 0 und Standardverteilung 1 übergehen und eine
Variablenänderung vornehmen:
x↑µ
z=
ε
37
7.4 Eigenschaften der Normalverteilung
Definition 7.2.
↓ Die Standardabweichung misst die Breite der Kurve, da die Wendepunkte an den Stellen
µ ± ε sind.
Die folgende Formel ist nützlich um Werte der Verteilungsfunktion aus einer Tabelle oder Software zu
berechnen:
Bemerkung 7.3.
38
Satz 7.2.
• P (µ ↑ ε ↘ X ↘ x + ε) ⇒ 0.6826
• P (µ ↑ 2ε ↘ X ↘ x + 2ε) ⇒ 0.9545
• P (µ ↑ 3ε ↘ X ↘ x + 3ε) ⇒ 0.9974
Beispiel 6. Der menschliche Intelligenzquotient (IQ) ist normalverteilt mit Erwartungswert von µ =
10 und Standardabweichung von ε = 15.
Angenommen, eine Firma nimmt nur Menschen auf, deren IQ zu den obersten %5 gehört. Ab welchem
IQ wird also jemand aufgenommen?
39
8 Lösungen
Aufgabe 1.3
Zuerst bestimmen wir die jeweilige Wahrscheinlichkeiten eine gewisse Zahl zu bekommen:
8.0.1 Aufgabe
1
a) Jedes Ergebnis hat die Wahrscheinlichkeit .
38
18 20
b) Gewinnen: P (X = gerade) = . Verlieren: P (X = nicht gerade) =
38 38
Aufgabe 3.5.2
40
Aufgabe 3.5.3
Aufgabe 3.5.4
1)
a) P (X > 3) = 0.2
b) P (X ≃ 4) = 0.8
c) P (2 ≃ X < 10) = 0.65
d) P (2 ≃ |X| > 0) = 0.8
2) E(X) = 2.55
Aufgabe 3.5.5
Aufgabe 3.5.6
Aufgabe 5.5.2
Aufgabe 5.5.3
41
Aufgabe 5.5.4
Aufgabe 5.5.5
42