Barock 1
Barock 1
<L Orfeo>
Ist Komponist in Barock Oper und Madrigal geprägt hat. Er ist ab 1613 in Venedig
Kapellmeister von San Marco. Monteverdi hat häu g für Öffentliche Theaterhäuser und
Opernhäuer geschrieben, nicht so viel für hö sche Gebiet. Er war damals besonders,
wollte konkrete Instrumente, ZB. Zink. Er hat eine sehr bekannte Oper“L Orfeo“. Themen,
sujet von vide te hat von viele Komponisten übernommen worden. L Orfeo für Oper von
Striggio bearbeitet worden. 1607 hat diese Oper herausgekommen, das ist einer frühsten
erhaltenen Opern, einer der frühsten Opern die nach heute aufgeführt werden. Diese Oper
hat auch die Aufführungspraxis in Europa entwickelt. Es gibt 3 Akt, typisch für dieses
Werk. Die Prolog von der Musiker. 2. Akt hat ein Aire von Ordeo selbst, gibt es ein Teil von
Chor. In Prolog hört man klar typische barocke Ritonelle, entscheidet für barocke Struktur.
Diese Ritornelle steht in der Oper zwischen die vokalpartie, andere Gattung steht
zwischen die solopartie. Monteverdi macht diese Prolog sehr Liedartig und gesanglich. Die
Melodie hat leicht variiert. Die gesamte harmonische Struktur bleicht unverändert. Das
Gesangsstimme geht frei und Harmonie bleibt gleich. Zweite ist Canzonette, es hat
strophisch gebaut, hat klare Sprachrhytmus. Bei Ritornelle hat er kontrapunktisch
gemacht, diese Ritornelle hat 5 stimmige aufgebaut. Die Orgel hat begleitet. Es gibt eine
Teil, Bass gur hat Semptimfeld, das ist unvorbereitet, damals war es gegen Regeln. Diese
Stück beginnt seiner Karriere. Am Anfang bei Orfeo kommt eine Verschmelzung zwischen
Vokal- und instrumentale Stimme.
MONTEVERDI legte der Orfeo-Tokkata einen solchen Trp.-Satz zugrunde, wohl das Trp.-
Signal der GONZAGAS
<Cesti-Orontea 1656>
Cesti hat viel Stück für öffentliche Opernhäuser geschrieben, in venezianische
Oberschule. Die Inhalt ist eine typische Venedig Geschichte. Es gibt eine klare Dialog. Die
Struktur von dieser Arie gibt es zu diese Zeit 2 Strophe. Es gibt keine Kadenz, dass man
die Sprache die Musik einpassen kann.
fi
fi
<Peri-le musiche sopra l‘Euridice>
Grundthema Euridice hat von vielen Musiker(Monteverdi) verwendet. Peri hat um 1600
diese Oper geschrieben. Diese Oper hat verschiedene teil zusammengefasst. Die Aria
bedeutet in Barock Liedhaften, eine monodische Sologesang gehabt. Die Arie steht
damals niemals alleine, immer ein Part ist Rezitativ, eine Zusammenschluss ist wichtig,
damals heißt es recirar cantado. Die Arie hat immer etwas einfachers. Vor der Arie kann
nicht Rezitativ stehen, sondern ein Instrumentalstück, bedeutet ein Symphonie. Diese
Stück von Peri hat ein Effekte gebaut, hat ein Versuch, dass man die mittlere Text in den
Musik hineinzieht, die Akkord beliebt ist, des Inhalt des Text ausdruckt. Es gibt Basso
Continuo, Konzeption für diese Arie ist Gesang ausgenommen. Diese Rezitativ bezieht
sich auf das Liedhaft. Emotionen sind stark, Es gibt viele musikalische Bedeutungen. Am
Anfang hat Sinfonia mit Block öte gespielt.
Generation Peri
Rezitativ in eine gebundene Art und Form gesungen wird, keine Arie. Oper ist aus
Liederbücher und Rezitativ. Terminus beschreibt nicht nur bestimmte gesangliche
Darstellungsweise, sondern insbesondere auch die Darstellung auf der Bühne, das ist
Stile rappresentativo, das ist eine spezielle Stile. In der italienische Opertradition herrscht
die Interpretation rhythmische Nachlässigheit. Für Sänger gibt es keine durchgehendes
Metrum, soll selbst entscheiden, die den Text verständlich macht.
<Dietrich Buxtehude: Praeludium in E-Dur für Orgel, Bux WV 141, (Ende d. 17. Jh.)>
Das Präludium in E-Dur, BuxWV141, ist über 100 Takte lang und zeigt Buxtehude von
seiner überschwänglichsten und einfallsreichsten Seite. Eine zwölftaktige, freie Passage
leitet eine Fuge ein, deren robustes, melodiöses Thema die große Fuge ahnen lässt, mit
der J.S. Bach den dritten Teil seiner Clavierübung abschloss. Ein freies Zwischenspiel
führt dann in ein manualiter Presto (bei 4'03''). Die Taktbezeichnung wechselt darauf von
4/4 zu 12/8 und es erklingt eine sehr kurze, gigueartige Fuge. Ein prachtvolles Adagio
leitet in die kurze Fuge hinüber, die das Werk ohne Umschweife zu Ende bringt
<Girolamo Frescobaldi: Ricercar nach der Messe für die Jungfrau Maria, (ca. 1635)>
<Girolamo Frescobaldi: Toccata Nr. 3, (1615, revidiert 1637)>
war ein italienischer Komponist, Organist und Cembalist des Frühbarock. Frescobaldi gilt
zusammen mit Sweelinck als der ein ussreichste Komponist für Tasteninstrumente der
ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. In seiner über dreißigjährigen kompositorischen
Tätigkeit schuf er Werke in einem hochgradig originellen und teilweise sehr subjektiven
Stil. Seine Musik ist jedoch (wie auch die von Sweelinck) nach heutigem Kenntnisstand
nicht völlig isoliert einzustufen; vielmehr basiert sein Œuvre sowohl stilistisch als auch
formal auf den Werken.
fi
fl
fl
fl
fl
fl
fi
Giovanni Gabrieli war ein venezianischer Kirchenmusiker am Markusdom in Venedig und
einer der bedeutendsten Musiker der Venezianischen Schule am Übergang von der
Renaissance hin zum Barock. Sein avantgardistisches Werk zog Musiker aus ganz
Europa nach Venedig. Sein berühmtester Schüler wurde der Deutsche Heinrich Schütz.
<Giovanni Gabrieli: Canzona septimi toni a 8, aus: „Sacrae symphoniae", (ca. 1597)>
A symmetrical canzona in three sections, each of which ends with a tripla and a brief,
duple-time tutti with the basses moving in sonorous canon. The rst and second sections
are started by choir one, the third by choir two. The almost carol-like opening tune is
answered by choir two playing a more robust, leaping motif, and this discussion of
contrasting themes is a feature of the whole canzona.
<Biagio Marini: Sonata quattro per il violino per sonar con due corde, (1626)>
war ein italienischer Violinist und Komponist des Barock. Marini nahm eine wichtige
Stellung in der Entwicklung der frühen Violin- und Triosonate ein. In seinen Werken nden
sich erstmals spieltechnische Neuerungen wie Doppel- oder Tripelgriffe und das
Bogenvibrato. Auch führt er als erster die Skordatur in zwei Sonaten des Op. 8 ein. Den
aus der Vokalmusik übernommenen Echoeffekt steigert er durch Verzierungen,
Engführungen und Verdopplungen. Er gilt als früher Virtuose seines Instruments und als
einer der ersten bedeutenden Komponisten von Instrumentalmusik. Die Wirkung Marinis
auf die italienische Musik im 17. Jahrhundert kann verglichen werden mit jener von
Heinrich Schütz auf die deutsche Musik seiner Zeit.
250 Personen haben sich mit Musik beschäftigt. Die Oper bedeutet in Barock vor allen
Demonstration von Reichtum.
Opernhäuser, die erste öffentliche Opernhäuser entsteht in Barock. In Italien Venedig 1637
Cassiano. Neue Funktion kommt es Impresario, es wird ein Job werden. Es ist frühes
Kapitalismus in der Musik.
fi
Städtische Musik Organisation
städtische geleitet Institut, da gab es Stadt und Ratmusiker, dass die Stadt organisiert
und bezahlt worden. Diese Organisation gab ab 16 Jhd, es ist eine Übergang zu Barock.
Die Musiker präsentieren die gemeinsam durch den Musik, ZB. städtische Festen,
Feiern… begleitet wurde, teilweise Kirchenmusik auch. Die meisten haben Blasinstrument
gespielt, ZB. Uhrzeit und Turm…wir nennen es „Große Spiel“. Die Musikgruppen mit
Saiteninstrument nennen wir „kleines Spiel“. Die Stadt u. Ratmusiker sind im Gegensatz
zu Hofmusiker, die auch andere Musikausbildung haben, sehr Praxis orientiert.
Hofmusiker hat sehr Theorie ausgebildet worden. Viele Namen haben die Stadt u.
Ratmusiker heute vergessen.
16 Jhd hat Stilwandern, es ist vor die Oper und Madrigal. Diese Stilwandern ist
ausgenhen von Norditalien, dort beginnt Barockmusik, es scheint am 1630, zeigt eine
Entwicklung von Barockmusik. Wir verwenden in Musikwissenschaft für die zwei
unterschiedlichen Stile, zeigt doch parallel, nennen wir prima u. Seconda prattica.
Da gibt es 5 Matrigalbuch von Monteverdi(1605), in dem steht es Vorword, gegen Angriffe
von Artusi.
Artusi war Musiktheorietiker u. Komponist, er hat über Inperfektionmusik gearbeitet.
Monterverdi hat mit Dissonanz gearbeitet. Da gab es konkrete Regeln zur Au ösung zur
Anführung, und Au ösung die Dissonanz, Monterverdi hat es gehalten. Er ist mit moderner
Musik verbunden, und neue Satztechnik bringt. Er will immer Musik mit Emotion.
Affektenlehre
Ist die Lehre von dem Leidenschaft der Menschenseele. Damals ist es nicht nur in Musik,
sondern auch in Philosophie. Es beschäftigt für Kunst und theoretisch. Bei Caccini gibt es
„El Nouvelle Musiker“, wird diese Fragen „Effekte“ diskutiert, mit Effekte singen. Er spricht
von der Bewegung des Gemüts.
6 Grundformen: Verwunderung(Fragestellung), Liebe(bestimmte Tonart),
Hass( Rhythmen), Freude, Trauer, Verlangen.
Aufgebe für Komponist
Emotionale Grundzustande können durch Musik beim Zuhörer aktiviert werden. Die
gründliche Elemente in der Musik, weggehen von Modi, hingehen zu Tongeschlechter. Die
Tonleiter/Skala soll bedeuten, wie die Töne temperiert, gibt es große oder kleine Tönen,
gibt es reine Terz…Die Rhythmen spielt eine Rolle, wenn es starke Emotion gibt. Das
Tempo ist nicht nur eine Einleitung über Geschwindigkeit…
Die Harmonien beein ussen die Lebensgeister-spiritus animales, die durch bestimmte
Nummern oder Zahlen. Das ist Physiologisch von Kirche.
„Mathematisch“ ist durch Werkmeister. Einfache Intervall ist meistens Konsonanz, die wird
man positive auf der Effekte des Menschen. Moll Terz oder Dur Terz…
Figurenlehre(Musiktheoretiker)
Es ist viel in der Rhetorik, vor allem in dem gesamte Struktur. Die Grundlage diese
rhetorisch für den Aufbau In der Musik ist Eröffnung. Dann haben wir den Mittelteil, nennen
wir Medium. Bei Aufbau gibt es eine aktive Regeln. Invention, die Er ndung eines
Themas…man ndet alle in Matheson.
Wiederholuns gur ist immer eine Ton höher(Steigerung), ist ein Art von Sequenz. Es gibt
eine strenge Imitation Fuga. Dann haben sie DIssonanzen guren, regelmäßig für Vorhalt.
Dann haben wir Intervall guren, haben eine bestimmte Effekt. Hypotyposis Figuren sind
Zweck für Abbildung. Klang Figuren gibt es oft starke Kontrast zwischen zwei
verschiedene Klang. Pausen Figuren bilden bestimmte Elemente Text ab, es ist beliebt.
Eine Bewegung wird durch Pausen verdeutlichen.
fi
fi
fl
fl
fi
fi
fi
fl
General Bass(Basso continuo)
Ist der Grundlage der Barockmusik. Bass Linie, hat eine improvisatorische Darstellung des
harmonisches Verlauf eines Werks, mit bestimmte Akkorde greift…Für GB gibt es
bestimmte Zeichnung Ziffern, Ziffernschrift. Die Nummern die genannte wird von 2 bis 9
gehen. Die Bezeichnen, die Intervall abstand zu gegebene Bass und Grundton. Man
braucht Praxis, GB zu beherrschen. Tasteninstrumenten, Orgel, (Bass)Gamba, Fagott,
Cello… haben immer mit GB verwendet.
Monodie
Führt direkt zum Oper. Es heißt einzige und einstimmige Gesang, eine Sologesang des
antike Dramas. Ursprünglich geht es aus Italien zurück. Eine Melodie versucht in
Sprachlich abzubilden, zweite kommt die Musik. Es gibt die Vorderung, das Gesang mit
dem Effekt. Monodie ist die Schlüssel zur Barockmusik. In Italien wird es sehr intensiv
braucht.
Konzentrierendes Prinzip in Barock
Ist eng verbunden mit GB. Concerto, diese Begriff entwickelt sich erste Barock, es gibt
Gattung Bedeutung, aber auch als Werk Begriff(später 1580, Venedig). Da gibt es zwei
berühmte Komponist Brüder Gabrieli, die beiden Concerti komponieren haben, erstmal
kommt es diese Begriff. In laufendes Barock wird diese Begriff immer wichtiger.
Zeitgenössische Beschreibung bei Micheal Prartoriuls ist Theoretiker 17 Jhd, er hat diese
Prinzip geschrieben. Concertino und Concerto gibt es große Streit, dass es Chorweise ist.
Dissonanz in Barock
Beginnt 17 Jhd wird strenge Kontrapunkt durch die Elemente Dissonanz Chromatisch
grenzen. Dissonanz muss vorbereitet in Kontrapunkt Regeln wird. Dissonanz kann nur als
Dissonanz de nierten, wenn ist es zu etwas fremd, hat es Enhamonische Grundsatz.
Diese Bewusstsein gibt es erst in Barock. Später Bach denkt starke an Akkord.
Historische Aufführungs-Praxis
Das ist ein Fachbegriff. Es gibt ein Abkürzung heißt HIP. Diese Idee ist 1888 in Frankreich,
Deutschsprachraum. Es ist nicht nur alte Musik, sondern auch künstliche Musik. Mit diese
Praxis sind Instrumte verbunden. Frühe Nachbau, original nicht wirklich verbindet hat. In
Wien entwickelt diese Tradition noch nicht. Original Klang ist heutzutage schwer wie früher
zu klingen, weil Material und Klang verändert wird. Historische Stimmtönen und
Stimmsystemen geht heute anders, weil Gehör heute anders geworden und realistische
Stimmton ist höher als heute.
Verzierungen
Acciaccatura-kann auch als kurz Vorschlag, kann unterschiedlich notiert werden.
Geschriebene Dauer diese Vorschlage Note ist reale Länge. Es ist invidueller als heute.
Diese Epoche betont auf C.
Appoggiatura-bei der eine Verzierung ist Hälfte von Hauptton.
Tremolo-ist Wiederholung von einem Ton, es gibt unterschiedliche Geschwindigkeit,
notiert mit Abkürzung Notation. Streichinstrument spielt immer Tremolo. Bei Mozart und
Haydn schreibt Tremolo immer Trille.
Arpeggio-ist anders als Akkord, eine Zerlegung, ein Ton nach andere spielt. Von Cambalo
hat Ton erweitert und verlängert. Es gibt Dimition, Improvisation wird bei dem ein Thema
interpretiert. Ursprünglich kommt diese Idee aus Begleitungs Art.
Römische Schule
Monteverdi ist Vertreter der venezianische Schule, neben diese Schule zur selben Zeit gab
römische Schule. Cavalieri beginnt der römische Schule. Um 1630 herum von der
römische geistliche Papst. Es gibt Unterschied in der Qualität, in Venedig waren die Oper
und Musiker professioneller. Grundlagen funktionieren trotzdem in Rom, es gibt viele
Chorszene, Ensemble. Anhand Opernbühne hat eine Perspektive gebildet. Die
Venezianische Oper gehört nicht auf Monteverdi, sondern wird sich weitergeführt.
Venezianische Oper nach Monteverdi
Um 1660 hat eine Steigerung des Rezitativs, es wird immer wichtiger in der Opern. Bis
1660 hat es nebeneinander Musik und Drama ausgewogen. Es entwickelt sich die
Tradition ein Instrumentale Stufe, eine große Vokalwerk bedeutet Opernsinfonie. Die
Komponisten in dieser Zeit gibt es Cesti und Cavalli, sie haben in Österreich eine große
Bedeutung.
Neapel
Ist Zentrum bis in Romantik für Operngeschehen, und gibt es freie Operngruppierungen.
Die sog. Neapolitanische Opernschu-le wird im 18. Jh. tonangebend. Die Verbindungen
nach Rom sind eng. Neapel liebt einen reich und sorgfältig ausbestalteten Orchesterpart.
Aus Neapel selbst gibt es A lessandreo Scarlatti. Er hat hö sche Tradition verbunden.
(1660-1725), Palermo. in Neapel, über 800 Kammerkantaten, 114 Opern, nicht bürgerl.
gehobener Stil voll Klarheit und Pathos, konzertierende Instrumente (oft paarig),
Hauptmeister der älteren Neapolitaner, den jüngeren zu gelehrt.
fi
fl
Barock in Frankreich
Auch in Frankreich versuchte man gegen Ende des 16. Jh, nach dem Vorbild des antiken
Theaters eine neue Gattung zu schaffen, an der alle Künste teilnahmen: Dichtung, Musik,
Tanz, Architektur, Malerei, Kostüm. Der Dichter J.-A. Bair und der Musiker T. DE
COURVILIE gründeten 1570 nach antikem Vorbild die Académie de Poésie et de
Musique in Paris. Als Gemeinschaftsprodukt folgte in der neuen Gattung des Ballet de
Cour das Balet comique de la Royne (1581).
Im Ballet de Cour nden sich Handlung nach dichter. Ideen, Tänze, reiche Kostüme,
Dekorationen und Musik: Der Stoff entstammt der Mythologie, vieles ist allegorisch.
Comédie-Ballet (Ballettkomödie): buffoneskes Gegenstück zum ernsten Hofballett,
entstand als Gattung des Theaters, als MOLIÈRE mit LULLY 1664 La princesse d'Élide
herausbrachte. Grundlage ist die gesprochene Komödie, in die Ballette aufgenommen
wurden, dazu Sologesänge (Rez., Airs) und Ensembles. Je weniger Musik, desto mehr
wurde.
Pastorale. Die ital. Oper versuchte auch in Paris Fuß zu fassen. Es gab eine Reihe von
Aufführungen ital. Opern am frz. Hofe, stets mit aufwändigerer Besetzung als in Italien,
also mit stärkeren Orchestern, Chören und mit zusätzl. Balletten. Als Nachfolge gründete
LULLY 1672 die Academie Royale de Musigue, Eröffnung mit Les fêtes de l'Amour er de.
Tragédie lyrique, auch Tragédie en musiquie in Wechselwirkung zur klassizist.
Nachahmung der antiken Tragödie, hat 5 Akte, Alexandrier und 5-füßige Jamben, Stoffe
aus Mythologie, Sage und histor, Heldentum. Zentral ist das pather. Rezitativ der Tragödie,
das die Musik nachzeichnet.
Mit der Tragédie lyrique entstand eine frz. Nationaloper, gegen die die Anhänger der ital.
Oper in Paris eine Minderheit bildeten. JEAN-BAPTISTE LULLY (1632-87), aus Florenz,
ab 1646 in Paris, Geiger, ab 1653, prägte frz. Stil in Oper, Ballett, Suite, beein usste ganz
Europa; starb an seinem [Link] verwendet: Prolog (mit Königslob) und frz.
Rezitativ, ausgearbeitet, dem Text folgend, daher mit vielen Taktwechseln, aber auch mit
refrainartig wiederkehrender Melodik.
Opéra-Ballet, entstand durch Verselbstständigung der sog. gegen Ende des 17. Jh., als
man 2 bis 3 dieser Divertissements (als 2 bis 3 Akte) mit jeweils unabhängiger oder nur
lose verbundener Thematik zu einer abendfüllenden Unterhaltung komponierte.
Opéra comique, hat ihre Zeit ab 1752, geht aber zurück ins 17. Jh. auf die Pariser
Vorstadtkomödie mit ihren und auf die kunstvollere Komödie mit Chansons.
Rameau dann kommt Übergang zur Klassik. Er hat viele Opéra-Ballet Stück.
Barock in England
Frühe, eigenständige engl. Bühnengattung mit Musik ist die Masque, höf. Maskenspiel des
16./17. Jh., auf Umzüge und Maskenspiele der europ. Renaissance zurückgehend.
Sie erreichte ihren Höhepunkt im 17. Jh. mit BEN JONSON als Dichter und INIGO JONES
als Bühnenarchitekten. Ihr Aufbau: Dem Prolog folgte der Aufzug der maskierten
Darsteller, dann das Hauptstück mytholog. oder allegor. Inhalts mit Pantomimen, Tänzen,
Dialogen, Airs (Lautenliedern), Chören (Madrigale). Den Schluss bildete ein Ball (main
dance) aller Anwesenden und die Demaskierung.
Die italienische Opera seria in England Die ersten ital. Opern in London sangen
Engländer und Italiener gemischt in engl. und ital Sprache (ab ca. 1710). Die ital. Oper
blieb als Fremdelement der Oberschicht vielen Angriffen ausgesetzt und versank um 1740.
Die [Link] seria, und damit die Barockoper überhaupt, erlebte durch HÄNDEL in
England ihren Höhepunkt. HÄNDEL begann am Haymarket Theatre mit Rinaldo. 1719
wurde die Royal Academy of Music gegründet (als AG); wirtschaftl. Direktor war
HEIDEGGER, der künstler. HÄNDEL. Die Royal Academy endet 1728 (Ein uss der
Beggar's Opera, s. u.). HÄNDEL und HEIDEGGER gründen eine neue Akademie.
HÄNDEL übertraf die ital. Komponisten an Kraft und Größe der harmon. und melod.
Er ndung, mit schlichter, weiträumiger Führung, großer Geste, Innigkeit und Ausdruck.
Uber die Folge von Rezitativ und Arie hinaus gestaltete HÄNDEL dramat. Szenen mit
Accompagnati, Ensembles, Chören.
Die Ballad-Opera, mit Dialogen und volkstüml. Melodien (ballad tunes), entstand schon
im 17. Jh., eine Art Singspiel, aber voller Burleske, Ironie und Parodie.
fi
fl
fl
Oratorium Barock
Lauden (Laudi spirituali, kunstvoller von G. ANIMUCCIA, 4- bis 8-st., hierzu auch
PALESTRINA, 5-st. geistl. Madrigale, 1581). Die Lauden waren lyrisch oder erzäh-lend,
aber auch dialogisierend, was an das geistl. Drama und an die dramat. Partien des
späteren Oratoriums erinnert. In einer solchen anonymen Dialog-Lauda von 1577
unterhalten sich Anima (Seele) und Corpo (Körper) über Tugend, Laster und das Ziel ihrer
Existenz. Die Einfachheit in Melodik, 3-st. Satz und Strophenbau weist auf Laien-
Ausführung.
Das eigentl. Oratorium entsteht mit Übernahme der Monodie aus Kantate, Madrigal und
Oper in die Esercizi oratorii. CAVALIERI, der in Florenz seine Euridice komponiert hatte,
schreibt in Rom seine Rappresentazione di anima e di corpo (um 1600) mit dem gleichen
Text der genannten Dialog-Lauda und mit monod. Rezitativen. Der Vergleich zeigt die
veränderte Melodik, die dem Rhythmus und der inneren Bewegung des Textes folgt und
vom Gb. begleitet wird. Bildreich und ausdrucksstark klagt der Körper über seinen Tod und
sein Hinabsinken ins Grab. Der Titel deutet auf die alte Gattung der Rappresentazione des
15. Jh. hin. Monodie und (wahrscheinlich) szen. Aufführung machen es aber zu einer
»geistlichen Oper«. Die Monodie dringt auch in die Dialoghi, unmittelbare Vorläufer des
Oratoriums, mit Stoff aus dem Alten Testament und einer erzahlenus. earle (Tresto,
Historicus), mit dramat. Einwürfen. Neu sind Solostücke in monodischem Stil, dazu
mehrst. Stücke für Soli und Chor in Motetten- und Madrigalmanier. Am bekanntesten ist
die Sammlung von G. F. ANERIO, Teatro armonico spirituale di Madrigali (Rom 1619).
Der Begriff Oratorium taucht erst ab etwa 1640 auf. Man unterscheidet zwischen dem
lat. Oratorio latino und dem ital. Oratorio volgare. CAVALIERIS Rappresentazione ist
sachlich schon ein echtes Oratorio volgare.
Das Oratorio latino Die Geschichte des lat. Oratoriums beschränkt sich im Wesentlichen
auf das 17. Jh. Textl. Grundlage bildet auch hier das Alte Testament, wird aber stark
verändert und erhält freie dichter. Zusätze. Das Ganze ist wie das ital. Oratorium nicht
liturgisch. Neben F. FOGGIA, B. GRAZIANI ist Hauptmeister GIACOMO CARISSIMI
(1605-74), Rom, ab 1626 Kpm. an S. Ru no, Assisi, ab 1629 Kapellmeister an S.
Apollinare, Rom; Lehrbuch Ars cantandi (dt. 1689); 16 lat. Oratorien erhalten, geschrieben
meist für das Orato-rio von S. Marcello in Rom, wo sie während der Fastenzeit aufgeführt
wurden. Die Anlage ist 3-teilig, mit Predigt zwischen dem 2. und 3. Teil. Der Erzähler-Part
kann als Duett oder Chor motettisch komponiert sein, aber auch als monod. Rezitativ über
Gb. wie in der Oper. Es gibt dramat. Soloeinwürfe. Die Chöre sind wichtige betrachtende
oder dramat. Partien, erklingen bei CARIssIMI in breit angelegter Homophonie, den Text
mitteilend. Die meisten Oratorien CarISSIMIS behandeln Stoffe aus dem Alten Testament,
wenige aus dem Neuen. Der stilist. Ein uss CarISSIMIS war groß, das lat. Oratorium
bleibt aber fast ganz auf Rom beschränkt.
Das Oratorio volgare ist das verbreitetere, das auch geschichtlich weitergeht und sich
parallel zur Oper mit zahlreichen Wechselwirkungen entwickelt. Außer in Rom
(STRADELLA) erscheint es in Oberitalien, bes. in Bologna (COLONNA) und Modena
(BonoNcINI). Die Oratorien sind 2-teilig, vermutl. die Predigt dazwischen. ALESSANDRO
STRADELLA (1644-82), Rom, in Genua ermordet; Sänger, Geiger, Komponist;
ausdrucksvolle Melodik; KaM, KM, Opern; Oratorien u.a. STRADELLA arbeitet den
Orchesterpart weiter aus und führt sogar in die Arienbegleitung das konzertierende
Stilprinzip des Concerto grosso (Tutti) und des Concertinos (Soli) ein, wie die Dakapoarie
des Herodes zeigt: Der Sänger (Bass) wird begleitet vom Gb., vom Concertino (hier 2
Violinen) und dem Concerto grosso, und zwar in unterschiedl. Kombination: kunstreich
und vielfarbig.
fl
fi
Das Oratorium will in barocker Darstellungs-freude Wirkungen der Musik auf die
Zuhörer erreichen, sie emotional ansprechen und bewegen. Insofern hat auch die Kirche
Interesse in der neuen Musik, die solche Wirkungen besser erzielt als die alte: modernes
Rezitativ, Soloarie, konzertantes Madrigal. Die Rezitative bleiben Bibeltexte; lyr.
Betrachtung (Accompagnati, Chöre), affektreiche Darstellung (Arien, madrigalartige
Chöre) und betrachtende, lehrreiche Texte (Accompagnati, Chöre) treten hinzu. Stets
schafft die Musik dem Hörer des Orato-rums einen Raum, in dem sich seine emotionalen
Kräfte im Sinne der Esercizi spirituali, der geistl. Übungen, entfalten können. Daher ist das
Oratorium eine durchaus katholische Gattung, entspricht aber durch die textl.
Auslegungsmöglichkeiten auch ganz dem evangelischen Geiste.
in Deutschland gibt es den Begriff Oratorium erst im 18. Jh., die Sache jedoch schon
vorher als Historia, Dialog, Akt. Die Collegia musica (WECKMANN, Hamburg 1660) und
die Lübecker Abendmusiken führen solche Stücke auf. Die Auferstehungshistorie wurde z.
B. vertont von ScHÜTz (1623), dazu kannte man die Weihnachtshistorie u. a. Hierher
gehören stilistisch auch die Passionen.
Im 18. Jh. prägte die Neapolitan. Schule den Stil des Oratoriums. Wie in der Oper
reduziert sich der Formenreichtum auf Secco-Rezitativ, Accompagnato, Da-capo-Arie,
Chöre, seltener Duette oder gar größere Ensembles. A. SCARLATTI, Schulhaupt der
Neapolitaner, schrieb 15 Oratorien, bes. für Rom. zeigt eine kunstvolle Terzettstruktur aus
der Frühzeit ScARLATTIs mit ausdrucksstarker Chromatik. Der pathopoet. Halbtonschritt
a-b-a wird nicht nur von den Gesangsstimmen, sondern auch von den Instrumenten
imitiert. Bei ScARLATTI erfasst die Motivik im absolutmusikal. Sinne immer die ganze
Struktur des Satzes.
Fast alle Opernkomponisten der Zeit schreiben auch Oratorien: VINCI, LEO,
PERGOLESI, JOMMELLI, PORPORA, PADRE MARTINI (Bologna), HASSE (Dresden),
CALDARA, Fu, LOTTI (Wien, mit den Librettisten ZBNO und METAS-TASIO, der wie
schon SPAgNA im 17. Jh. das Oratorium der Oper annähert: »geistliche Oper«), bes. aber
HÄNDEL. In Deutschland sind Bibelnachdichtungen mit freien Zusätzen beliebt. So
MENANTES (Pseu-donym für C.F. HUNOLD), Der blutige und sterbende Jesus (Hamburg
1704, Musik von KEISER) und B. H. BROCKES, Der für die Sünde der Welt sema
BROcKEs, Der sende Jesus (Hamburg 1712, Musik von KEISER, TELE-MANN, HANDEL
u. a.). Später wird auch reiner Bibeltext mit freien Bi schüben als Oratorium komponiert
und bezeichnet, z.B. Bachs Weihnachtsoratorium.
Händel schreibt in Italien unter A. SCARLATTIS und dem neapolitan. Ein uss die
ital. Oratorien Il trionfo del tempo e del disinganno (Rom 1707, bearb. 1737, rezione
(Rom 1708). Nach seiner Opernzeit komponiert HÄNDEL in London engl. Oratorien, die
den Höhepunkt des barocken Oratoriums überhaupt darstellen (insbes. der Messias). Sie
wurden in England in ununterbrochener Tradition bis ins späte 19. Jh. aufgeführt. Der
Erfolg beruhte natürlich auf der Qualität, aber auch auf dem aktuellen Gehalt der Oratorien
(trotz ihres alttestamentl. Textes): den aufklärer. Ideen der Gerechtigkeit, Gedankenfreiheit
und neuen Menschenwürde. »Ich würde bedauern, wenn ich meine Zuhörer nur
unterhalten hätte, ich wünschte, sie besser zu machen« (HÄNDEL nach einer Messias-
Aufführung).
HÄNDELS erstes engl. Oratorium ist Esther (1720, bearbeitet 1732), Die Aufführungen
fanden während der Fastenzeit im Haymarket Theatre statt, mit HÄNDELS
Orgelimprovisationen und Konzerten zwischen den Akten.
fl
Der Messias (Dublin 1742, London 1743 und dann jährlich in der Westminster Abbey mit
Riesenaufgebot an Chören und Orchester) ist anders als die Opern für ein breites
Publikum geschrieben. Nur 16 Arien stehen 19 große Chöre gegenüber. Diese Chöre
verbinden in ihrer Klangpracht engl. Chortradition (PURCELL), frz. Pathos, dt. Kontrapunkt
und Tiefe. So ist das bekannte Halleluja vielgestaltig im Aufbau, abwechslungsreich, aber
doch leicht fassbar; seine Themen zeigen klare Deklamation, teilweise symmetr. Bau und
alle kraftvolle Melodieführung (Quarte als Ru ntervall). - Der Messias ist, wie alle
Oratorien HÄNDELS, 3-teilig. HÄNDEL deutet den Messias im Sinne des 18. Jh.: als
positiven Held und machtvollen König, erschienen zum Fortschritt der Menschheit, zu
deren Einigung und Erlösung. Sein Leiden und sein Tod werden nur kurz berührt (Rez. Nr.
32) und gleich in Triumph umgedeutet (Arie Nr. 33). Selbst die Tonartbezüge in der
Gesamtanlage weisen auf Erlösung (E-Dur; Tod dagegen e-Moll) und himml. Macht (D-
Dur der Chöre).
Katholische Kirchenmusik
Die kath. Kirchenmusik (musica sacra) hat das Ziel, die Würde und Feierlichkeit der
Liturgie zu erhöhen und die Gemütsbewe gung der Gläubigen zu stärken.
Traditionsgemäß sieht an erster Stelle der einstimmige gregorianische Choral. Das
Tridenin. Konzil hatte eine Erneuerung des Chorals angeordnet; ein Ergebnis war die
Editio Medicea von 1614. Der Choral, gesungen von der Schola, wurde in der Kirche von
der Orgel begleitet bzw. er alternierte mit mehrst. Orgelspiel. Neben dem Choral gab es in
der kath. Kirchenmusik die Mehrstimmigkeit im alten Stil (a cappella) und im neuen
(monodisch, konzertant, mit Gb.), ferner die Orgelmusik, das Kirchenlied für die Gemeinde
und sonstige geistl. Musik, wie Oratorien, Concerti eccle-siastici, Kantaten usw.
Zu den mehrst. Gattungen zählen: Messe, Motette, Psalm, Te Deum, Magni cat, Anti-
phon, Sequenz. Das Tridentin. Konzil hatte den Stil PALESTRINAS Zum stile ecclesiastico
schlechthin erklärt. Das bedeutet für das Barock (und später), dass die alte
Vokalpolyphonie (Palestrina-Stil) neben allen musikal. Neuerungen in der Kirchenmusik
weiter gep egt wird (auch in Neukomposition). Neuerungen sind insbes. der
monodische und der konzertante Stil. Letzterer hatte sich vor allem an S. Marco in
Venedig ausgebildet, während die Monodie aus dem weltl. Bereich (Oper) in den kirchl.
übertragen wurde. Die ersten geistl. Sologesänge mit Gb.-Begleitung schrieb:
Die Orgel erreicht im Barock ihr Bauideal, an dem später nichts zu verbessern, allenfalls
zu verändern war 3 Typen:- die frühbarocke Praetorius-Orgel; die hochbarocke
Schnitger-Orgel, die spätbarocke Silbermann-Orgel.
Gattungen liturgisch: Choralvor- und nachspiele, Choralbearbeitungen, Choralvariation,
Choralfantasie; übrige: Präludium, Tokkata, Kanzone, Ricercar (selten), Fuge, Fantasie,
Echostück, Capriccio, Suite, Liedvariation, Cha-conne, Passacaglia, Sonate (einsätzig).
-
fl
fl
-
fl
fl
fl
fl
fl
-
fl
Orgel Deutschland 18. Jhdt
Im Barock gelangt die Orgelmusik zum Höhepunkt. Der Klare, großräumige Orgelklang
entspricht barockem Musikemp nden: fülltge. konzertante Repräsentation, starke Affekte
und ein über den Menschen hinauswei sender spekulativer, religiöser Gehalt. Subjektiver
Ausdruck des Emp ndsamen Stils ließ dann die Orgelmusik versinken. Die Orgel wird im
Barock durch wuchtige Prinzipale, glänzende Mixturen, schneidend. schnarrende Zungen,
Terrassendynamik und -Klangfarben zum Instrument aller Instrumente, das fast alle
andere Instrumenta Musicalia in sich begreift.
Freie Gattungen: Ricercar, Canzone, Pastorale, Variation, Passacaglia, Tokkata,
Präludium, Fuge, Fantasie, Trio, Konzert. Choral. gebundene Gattungen
(Choralbearbeitungen) aus dem Choralspiel mit den 3 Aufgaben: präludieren:
Choralvorspiel: beglei. ten: meist 4-st., schlicht; alternieren: strophenweiser Wechsel Orgel
und Gemeinde oder Chor. Der Orgelchoral, mit vollst. Liedmelodie, ist die zentrale liturg.
Gattung. Durch Einschübe zwischen den Zeilen und freiere Behandlung wird er zur
Choralfanta-sie (BUXTEHUDE). In der Choralpartita folgen Choralstrophen als Variationen
. Die dt. Stilunterschiede im 17. Jh. gleichen sich im Spätbarock aus. J.C. F. FISCHER, frz.
geschulter Kapellmeister in Rastatt, schreibt eine Ariadne musica (1713) mit 20 Präludien
und Fugen durch fast alle Tonarten.
Bachs Orgelwerke
Bach lernt in Ohrdruf (1695-1700) beim Bruder JoH. CHRISTOPH die mittel- und
süddt. Tradition kennen (PACHELBEL, FROBERGER, FRESCOBALDI). In Lüneburg
(1700-03) hört er den ScHÜTz-Schüler J. J. LöwE (Nikolaikirche), den norddt.
REINKEN-Schüler G. BöHM (St. Johannis). Dann wird er Organist in Arnstadt und
Mühlhausen. Hier entstehen norddt. geprägte Choralvorspiele, -fantasien, -fugen,
Choräle, Präludien, Fugen, Tokkaten, Fantasien.
Orgel und Klavier, Bach
Von den barocken Klavierinstrumenten Cembalo und Clavichord liebte BAcH das letztere
bes. wegen der »Mannigfaltigkeit in den Schattierungen des Tons« (FORKEL). Das erlaubt
Rückschlüsse für die Wiedergabe der BACHSCHEN Klavierwerke auf dem modernen
Flügel. Das Clavichord war ausdrucksstark und cantabel, aber so leise, dass es nur für
das Alleinspiel geeignet war. Beim Cembalo rechnet Bach im Allg. mit dem einmanualigen
Instrument, nur für das Hial. Konzert, die Frz. Ouvertüre und die Goldberg- Variationen
verlangt er 2 Manuale (Solostimmen, virtuoses Spiel). Bis einschließlich Weimar (1717)
schreibt BACH Präludien, Fugen, Tokkaten, Capriccios, darunter eines auf die Abreise
seines Bruders ins schwed. Heer.
In Köthen (1717-1723) komponiert er als Hofkapellmeister und Klavierlehrer die meisten
seiner weltl. Klavierwerke und Klavierkammermusik, u. a.: - Kleine Präludien und
Fughetten. -Das Wohltemperierte Klavier, 1. Teil (1722), 24 Präludien und Fugen.- Je 6 frz.
und engl. Suiten. Inventionen und Sinfonien (1723). Letztere geben Einblick in barocke
(BACHs) Unterrichts-, Spiel- und Kompositionsweise: »Auffrichtige Anleitung, wormit
denen Liebhabern des Clavires, besonders aber denen Lehrbegierigen, eine deütliche Art
gezeiget wird, nicht alleine (1) mit 2 Stimmen reine spielen zu lernen, sondern auch bey
weiteren progreßen mit dreyen obligaten Partien richtig und wohl zu verfahren, anbey
auch zugleich gute inventiones nicht alleine zu be-kommen, sondern auch selbige wohl
durch-zuführen, am allermeisten aber eine cantable Art im Spielen zu erlangen, und
daneben einen starken Vorgeschmack von der Composition zu überkommen« (BACHS
VORWORT).
fi
fi
Bach In Leipzig (ab 1723) entstehen u. a. die 4 Klavierübungen (im Sinne von Ausübung,
Spiel), die Klavierkonzerte für den Hausgebrauch und das Collegium musicum und der 2.
Teil des Wohltemperierten Klaviers (1738-42). Die Klavierübungen gehören zu den
wenigen Werken, die BAcH selbst im Druck erscheinen ließ:
Abschließend erklingt die Aria unverändert nach den Var. als Metamorphose des immer
Gleichen: Anfang und Ende schließen sich, Symbol für den Kreislauf der Natur und
die Einheit des barocken Weltbildes-Bach
Lautenmusik
Die Laute ist noch bis ca. 1650 ein sehr beliebtes Hausmusikinstrument, ehe das Cembalo
an ihre Stelle tritt. Die Laute dient der Liedbegleitung und als Gb.-Instrument in Kammer-
und Orchestermusik, bes. die fülligen Theorben und Chitarronen. Die Gattungen und
Formen der Lautenmusik entsprechen den freien Formen der Cembalomusik, vor allem
Tänze, Präludien, Tokkaten, Variatione, aber auch gebundene Formen wie Ricercar,
Fantasie, Fuge und Übertragungen von Vokalwerken. Polyphonie bringt jedoch immer
gewisse Schwierigkeiten auf den schnell verklingenden Saiten der Laute.
Frankreich. Der berühmteste Lautenist Frankreichs ist DENIS GAULTIER (um 1600-1672,
Paris) aus einer weitverzweigten frz. Lautenistenfamilie. Sein Lautenstil beein usste stark
die frz. Clavecinisten (style brisé). GAULTIER spielte in den Pariser Salons, sein
Repertoire spiegelt sich in der für einen dieser Salons bestimmten Ms.-Samm-lung La
Rhétorique des Dieux mit 62 stilisierten Tänzen für die Laute, angeordnet nach den 12
antiken bzw. kirchentonartl. Modi. Der frz. Lautenstil vermeidet feste Satzkontu-ren und
löst sein Spiel in akkord. Brechungen (style brisé, s. o.) und anmutig inkonsequente Linien
auf. Die Farben sind zart, gebrochen, die Klänge luftig, affektuös, der Stil Vorläufer des
galanten Stils.
England. Die Blütezeit der Lautenmusik liegt am Ende des Elisabethan. Zeitalters um
1600-1610.
Deutschland. Blütezeit 16./17. Jh. mit zunehmend frz. Ein uss. E. REUSNeR (1636-79),
Berlin, veröffentlichte Neue Lautenfrüchte (1676). In Dresden wirkte S. L. WEIss (1686-
1750). BAcH schrieb nur wenige Lautenstücke (Präl., Partita), übertrug aber seine 5.
Cello-suite für Laute (BWV 995).
Italien. Blütezeit 16./17. Jh. Zu den führenden Lautenisten gehört V. GaLILEI, später J. H.
v. KAPSBERGER (‡ 1651, Rom) mit seinen 4 Tabulaturbänden (1604, 1616, 1626,
1640).
Spanien hat eine reiche Tradition. Die span. Laute des 16./17. Jh. hieß Vihuela de Mano
(darin das Stammwort viola); sie wird um 1700 von der Gitarre verdrängt.
fi
fl
fl
Streicher, Violine, Barock
Im Barock erreichen V.-Spiel und - Bau große Höhe.
Italien. Das Violinspiel sondert sich um 1600 vom Violaspiel ab, indem es in Spieltechnik,
Figuration und Motivbildung die Quintstimmung der Saiten und das bundlose Griffbrett
berücksichtigt. MONTEVERDI (aus der Geigenbauerstadt Cremona) war noch Violaspieier
am Hof in Mantua. Er verlangt bereits die 4. Lage (e', Marienvesper, 1610). UcCELLINI
geht bis zur 6. Lage (1649). Früh erscheinen zur programmat. Seit Anfang des 17. Jh.
entwickelt sich die Literatur für die V. im Orchester (ohne komplizierte Spieltechnik), die
Kammermusik für mehrere Geigen, bes. die Triosonate, und die Sololiteratur, auch hier
Sonaten und Stücke mit programmat. Inhalt.
Deutschland. Das dt. Geigenspiel des 17. Jh. ist weniger virtuos. Es nimmt die Tradition
der Lied- und Tanzvariation auf; es gibt programmat. Stücke, Kanzonen, Sonaten. TyPisch
ist polyphones Spiel (Doppelgriffe). Komponisten: W. BRADE († 1630, Hamburg).In
Dresden: J.J. WALTHER Hortulus chelicus…Sie beein ussen J. S. BAcH, dessen 6
Sonaten und Partiten für V. solo aus der Köthener Zeit den Höhepunkt der barocken V.-
Literatur [Link] BAcH sei noch TELEMANN mit seinen Fantasien für [Link]
(1735) erwähnt.
Frankreich. LULLY, selbst Geiger, begründet eine Geigentradition, bes. des
Orchesterspiels. Im 17. Jh. unter Suitenein uss und der Charakterkunst der Clavecinisten
folgt die Violinliteratur des 18. Jh. zunächst ViVALDI als Vorbild. Man schreibt auch in
Frankreich Sonaten und Konzerte, so der virtuose J. P. GUIGNON.
Viola: im Barock fast nur Orchesterinstr.; im 17. Jh. noch versch. Größen.
Violoncello: Gb.-Instr.; Solosonaten seit D. GABRIELI (vor 1680) J. S. BACH schrieb in
Köthen 6 Suiten für Ve. solo, die 5. mit Skordatur (C-G-d-8), die 6. für ein Vc. mit 5 Saiten.
Kammermusik
ist alle Musik für einen Spieler allein oder für kleinere solist. Besetzungen, also Duos, Tri-
os, Quartette usw., im Barock bes. die Sonaten für 1-2 Melodieinstr. und Gb. Sie
entstanden kurz nach 1600, als man das monod. Prinzip vom Gesang auf die Instr.
übertrug (GABRIELI, MARINI, ROSSI).
Die Triosonate ist die Hauptgattung der barocken Kammermusik. Ihr Satz ist 3-st. (4
Spieler). Die Standardbesetzung der Ober-stimmen: 2 Violinen (CORELLI, HÄNDEL),
auch 2 Flöten, Oboen, Violen oder Mischungen. Besetzt man die Triosonate mehrfach (ab
2 Instr. je Stimme), wechselt sie aus der solist. Kammermusik in die chorische
Orchestermusik: sie wird zum Concerto (grosso). Die Triosonate entwuchs der venezian.
Can-zona, Sonata, Sinfonia, mehrteiligen Gebilden wie die frühe Sonata a tre von G. P.
CIMA (1610) und die erste erhaltene Sonate für Violine oder Zink und Gb. von MARINI.
Bis um 1700 bilden sich 2 Standardtypen heraus: die Kirchen- und die Kammersonate.
Die Kirchensonate verwendet Orgel für den Gb. (mit Vc. oder Fg.). Nb. C zeigt den
gehobenen Stil des einleitenden Graves. Die Oberstimmen, bes. der langsamen Sätze,
wurden reich verziert.
Bläser
Flöte: Das Barock liebt den weichen, pastoralen, aber auch schmiegsam virtuosen Klang
der Block öten ( ate à bec, f. douce). Es gibt eine reiche Literatur, bes. Sonaten und
Konzerte (VIVALDI, TELEMANN, BACH, HÄNDEL). Im 18. Jh. verbreitet sich jedoch mehr
und mehr die ausdrucksstärkere Quer öte (f. d'Allemagne), die mit dem Emp ndsamen
Stil ab etwa 1750/60 die Block öte verdrängt. Ouer ötenschulen von HOTTETERRE
(1707) und J. J. QUANTZ (Versuch einer Anweisung die Flote traversiere zu spielen,
Berlin 1752) zeigen das hohe spieltechn. und musikal. Niveau. Zu den berühmten
der GROSSE. Liebhabern der Quer öte gehört FRIEDRICH
fl
fl
fl
fl
fl
fl
fl
fl
fi
Oboe ist mit zahlreichen Solostellen in der Orchestermusik, aber auch der Kammermusik
des Barock vertreten. Zink, meist im Ensemble, wird im Spätbarock vom Waldhorn ersetzt.
Posaunen sind im ganzen Chor vorhanden(S.A.T.B.), nur im Ensemble eingesetzt.
Trompete kennt im Barock zwei Blasseren: eine glänzende, klangprächtige im Orchester,
im Tutti oder als Solo, in Fanfaren und Konzerten, daneben eine weiche, die Singstimme
imitierende, wie in manchen Sätzen von PRAETORIUS und SCHEIDT. Fagott, Gb.-Instr.;
im Orchester oder in kleineren Ensembles. Horn, Jagdhorn, kein Soloinstr., seit LULLY im
Orchester (1664).
Frühe Ensemble-Sätze
Im 17. Jh., der Frühzeit reiner Instrumentalmusik überhaupt, gibt es noch unterschied.
Ensemblezusammenstellungen und keine Besetzungsnormen. Ein typ. Beispiel bietet
ScHÜTz in seinen Symphoniae sacrae nach venezian. Vorbild (GABRIELI). Auf der
Grundlage des Gb. spielen die Instr. konzertant solistisch. Sie charakterisieren hier den
Text.
Turmblasen
Ein solist. Bläserensemble gestaltete in Renaissance und Barock das sog. Abblasen oder
die Turmmusik. Das Abblasen war Aufgabe des Türmers, später der Stadtpfeifer und
Ratsmusiker. Erwähnt werden Pfeiffen, Krummhörner, Zinken, Schalmeien (Trier 1593),
Posaunen, Zincken, Cornetten, Trombonen (Leipzig 1670, 1694). Es erklangen Signale,
Fanfaren, Choräle, Tanzsätze und Turmsona-ten, alles Abblase-Stückgen. Man spielte zu
bestimmten Zeiten des Tages, um 3, 11, 19, samstags um 13 Uhr (Halle 1571), 10 Uhr
(Leipzig 1670). Es war in der damaligen Stille. G. Reiche, der Trompeter BacHs, schrieb
24 neue Ouatrizinien (1696). Noch BEETHOVEN komponierte 3 Equale (von voces
aequales, gleiche Stimmen oder Instrumente) für 4 Posaunen zum Allerseelenfest 1812 für
den Türmer von Linz.
Barock Orchester
Im 17. Jh. entsteht mit der ersten selbstständigen Instrumentalmusik auch das Orchester:
Das Zusammenspiel mehrerer Instr. war vorher weniger geregelt. Auch im Frühbarock
gaben die Komponisten meist nur die Stimmlagen an (Sopran, Alt usw.). Erst im Laufe des
17. Jh. arbeiteten sie mit den typ. Spielmöglichkeiten und Klangfarben der Instr. (genaue
Angaben). Der Begriff Orchester wird erst im 18. Jh. auf die Instrumentalisten
angewendet. PRAETORIUS (1619) spricht vom Chorus instrumentalis, LULLY von
Symphonie, die Italiener von Concerto, bei stärkerer Besetzung von Concerto grosso.
Feste Ensembles gab es bereits: -Trompeten-Ensemble, 5-st., am Hofe, für Jagd, Krieg
(Feldtrompeter), Feste; Hörnerkorps, am Hofe, für die Jagd usw.; Oboenkorps, 12
Oboisten am frz. Hofe; Posaunenchor, S.A.T.B., bes. für KM; das engl. Consort.
Im Trompeten- Ensemble bliesen 5-7 Trompeter in bestimmten Lagen ihrer
Naturtonreihe: 2 in der Tiefe mit Oktave (Basso, bei SPEER Grob, darunter selten der
Grundton als Flattergrob) und mit Quinte (Vulgano), beide in langen Haltetönen mangels
anderer Töne in diesem Bereich (Faulstimmen), zuweilen von 2 Pauken verstärkt: daher
die To-nika- und Dominantstimmung der Pauken und ihre lange Zugehörigkeit zum Blech.
Es folgen die Mittelstimme (Alto e Basso) mit Dreiklangsmöglichkeiten, dann die reichere
Quinta oder Prinzipal als Hauptstimme, darüber 1-2 Trompeten in hoher Lage (Clarino) mit
ganzer Tonleiter. Nur die Prinzipalstimme (Sonata) wurde notiert, alle Übrigen improvisiert
Instrumentenwandel, Orchesterbildung
Bei der barocken Suche nach Gefühlsausdruck bevorzugt man ausdrucksfähige Instr. mit
dynam. Möglichkeiten; ältere baut man entsprechend um. Hauptinstrument wird die
Violine; das bewegl. Violoncello verdrängt die Gambe mit ihren starren Bünden; Oboe,
Flöte, Horn werden klangvoller (s. S. 51 ff.). Grundlage des Barockorch. bilden Gb. und
Streicher, das Übrige tritt hinzu. Das Barock gibt die grellen Farben und die klaren Linien
-
-
-
-
des Renaissance-Ensembles auf und bildet dafür das Orchester als Klangkörper mit Re-
gistrierungsmöglichkeiten und feinen Schattierungen. Barockorch. nden sich als
- Hoforchester; Repräsentation (Empfänge, Feste), Unterhaltung (Tafelmusik, Tanz),
Hofoper, Hofkirche; Musikerzahl je nach Vermögen und Neigung des Hofes (meistklein),
bei Bedarf aus der Umgebung zu verstärken; oft Doppelrolle der Dienstleute: Hofgärtner
spielt im Orchester Fagott; Musiker sind Diener (in Livree, noch HAYDN als Kpm. in
Of ziersrang). Opernorchester der öffentl. Opernhäuser, Größe je nach Vermögen.
-Kirchenorchester der Städte und Gemein-den, klein, bei Bedarf verstärkt (Laien).
Dazu kommen das Collegium musicum, stu-dent. und bürgerl. Zirkel (oft in den Sälen der
Cafés) und von der Stadt angestellte Stadt-pfeifer und Kunstgeiger.
LULLYS Orchestersatz war 5-st. Er notierte oft nur das Wichtigste: Oberstimme und
Bass. Die Mittelstimmen schrieben die Gehilfen. Die Außenstimmen wurden entsprechend
stark, die mittleren schwach besetzt. Im übrigen Europa schrieb man einen 4-
[Link] mit 2 gleichwichtigen Oberstimmen und dem Gb. Die Va. war
Füllstimme . Zum Streichersatz traten die Bläser registerartig hinzu: sie spielten die ihren
Lagen entsprechende Streicherstimme mit (colla parte), bes. zahlreich die Oboen mit der
1. und 2. Violine und die Fagotte mit dem Gb. Vom alten Trompetersatz hielten sich im
Orchester die hohen Clarinolagen, also die 1. und 2. Trompete (colla parte V.1,2), evtl.
eine 3. Trp. in Altlage, dazu 2 Pauken (Tonika und Dominante, s. o.). Posaunen (oft als
ganzer Chor) und Hörner gingen ebenfalls mit. Im Spätbarock mehrten sich
ausgeschriebene, oft konzertante Bläserstimmen. Die vielen Zup nstr. der Renaissance
verschwanden im 17. Jh., bis auf Cembalo und Laute zur Gb.-Ausführung. Einige
Besetzungszahlen zum Vergleich:
BACH reichte dem Rat der Stadt Leipzig den Standardplan einer »wohlbestellten Kirchen-
music« ein, die neben Vokalisten auch Instrumentalisten benötigte. Seine vorhandene
Besetzung war dürftig: wenige Berufsmusiker und einige Schüler. BacHs bescheidene
Stellenforderung spiegelt eine typ. Notlage und BACHS Ärger mit dem Stadtrat.
Die Gattungen der Orchestermusik entwickeln sich erst allmählich. Aus Oper, Ballett,
ranz erwuchsen Ouvertüre, Opernsinfonia, Ritorell, Tänze und Suiten, auch Stücke mit
programmat. Inhalt (RAMEAU). In der Kirche spielte das Orch. zur Wandlung und zur
Kommunion (Canzonen, Sinfonien, Sonaten). In weltl. Räumen erklang das Orch. zu
Empfängen (Intrada), zum Tanz, zur Unterhaltung.
Im Einzelnen: -Canzon da sonar(Kanzone), Kopfmotiv-Imitationen der vokalen Kanzone
(Chanson), weitet sich zu fugiertem Satz. -Concerto (»Zusammenspiel«), zunächst
Gesang und Instrumente, dann Konzertieren über dem Gb.. Intrada (lat. intrare,
eintreten), kurzes Eröffnungs- und Einleitungsstück, zum Eintritt von Persönlichkeiten,
Eröffnung von Schauspiel, Oper, Ballett, mit Pkn. und Trpn. (»Tusch«, Tokkata).
Ritornello, Vor-, Zwischen- oder Nachspiele meist zu Gesang. Sinfonia, Symphonia
(»harmonischer Zusammenklang«), Sammelname für Stücke mit Gesang und Instr.
(GABRIELI, SCHÜTZ) oder nur Instr., ohne feste Form. Im 17. Jh. entwickeln sich die
Venezian. und Neapolitan. Opernsinfonia. Auch Triosonaten für Orch. und die Einlei-
tungssätze von Suiten heißen Sinfonia. -Sonata (»Klangstück«), freies Instrumentalstück.
Barock Händel
1685, Arztfamilie: Lateinschule; dem Organisten der Marktkirche in Halle. Jurastudium in
Halle, zugleich Organist der (reformierten) Dom- und Schlosskirche.
Hamburg 1703-06. Organistendasein und Halle wurden HÄNDEL zu eng. Er ging 1703 an
die Oper in Hamburg, zuerst als Geiger, ab 1704 als Cembalist. J. MATTHESON. Hier
geht es gegenüber dem mitteldt.-protestant. Kantorenkontrapunkt um die neue,
großräumige Melodik des ital. Belcanto, die HÄNDEL in Italien lernen will.
Italien 1706-10. Reisebeginn Ende 1706: Florenz: de Medici; Rodrigo (1707);
Rom (1707/08): im Dichterkreis Arcadia, führt CORELLI HÄNDELS Oratorium Trionfo del
tempo auf; Neapel (1708): antike Mythologie in lichter Landschaft; für die Hochzeit Herzog
ALvITOS komponiert HÄNDEL die Serenata Aci; Venedig (1709): großer Erfolg der Oper
Agrippina; man hatte »niemals vorher alle Kräfte der Harmonie und Melodie, in ihrer
Anordnung so nahe und gewaltig miteinander verbunden gehört‹).
Hannover/London 1710-12. STEFFANI vermittelt HÄNDEL 1710 als Kapellmeister nach
Hannover. Noch 1710 reist er über Düsseldorf nach London, wo Anfang 1711 seine Oper
Rinaldo begeisterte, HÄNDEL als Orfeo del nostro secolo am Cembalo. Er kehrt nach
Hannover zurück, aber schon ab Herbst 1712 bleibt er endgültig in London.
London 1712-19. Eine Glanzzeit beginnt Opern S. 285). Zum Frieden von Utrecht erklingt
in der [Link]'s Cathedral HÄNDELS Utrechter Te Deum als eine Art Nalionalmusik in der
Chortradition PURCELLS.
London 1719-28. Große Opernzeit an der Royal Academy of Music. HÄNDELS Opern
spielt man überall in Europa. Zur Krönung GEORGs II. 1727 entstehen die 4 Coronation
Anthem (Nationalruhm).
London 1741-51. HÄNDEL wendet sich nach 40 ital. Opern ganz dem engl. Oratorium zu,
das breitesten Anklang ndet: musikalisch belebt es die engl. Chortradition, gehaltlich
kommt es dem Puritanismus nahe, politisch spiegelt sich die Weltmacht England im
auserwählten Volke Israel.
;
fi
Evangelische Kirchenmusik
Während andere Reformatoren auch gegen die Musik vorgingen, wies LUTHER der Musik
im Leben der Kirche und der Gläubigen einen zentralen Platz zu. Für LUTHER sind die
Gläubigen die Kirche, sie gestalten wie Priester und Kantorei den Gottesdienst aktiv mit.
Daher die Übersetzung der Liturgie ins Deutsche (dt. Messe) und der Ersatz liturg. Stücke
durch Kirchenlieder gleichen Inhalts. Die Kirchenlieder (protestant. Choräle) gehen
teilweise auf alte lat. Lieder (Hymnen) zurück, die man durch Kontrafaktur und neue
Rhythmisierung erhalten wollte.
Historien. Die Evangelien der hohen Festtage vertonte man mit größerem Aufwand für
Soli, Chor und Orchester. Neu gedichtete Einleitungs- und Schlusschöre rahmten das
Ganze ein.
Älterer motettischer Kompositionsstil Das Kirchenlied (Choral) wurde schlicht 4-st.
gesetzt mit Melodie in der Oberstimme. So konnte die Gemeinde mitsingen. Instrumente
gingen mit oder spielten extra, mit Vor-, Zwischen- und Nachspielen. Liedmotette. Bei
komplizierterem Satz (von der Kantorei zu singen) mit motett. Imitationen usw. entstand
eine Liedmotette mit Kirchenlied als Grundlage. Spruchmotette. Der Ausgang für eine
motett. Komposition konnte auch ein Text (Spruch) aus der Bibel sein (Psalm,
Evangelium), den man musikalisch ausdeutete.
Lied- und Spruchmotetten, auch doppelchörig, stehen im A-cappella-Stil, doch gehen oft
Instrumente mit. Ort: Gottesdienst, Hochzeiten, Begräbnisse.
Modernere konzertante Kirchenmusik Der neue ital. Monodie- und Concerto-Stil bietet
die Möglichkeit, einen geistl. Text individuell auszulegen und wirkungsvoll vorzuführen.
Beides kommt dem barocken Protestantismus entgegen. Vorbilder sind das Concerto
ecclesiastico (ViADANA), das Soloma-drigal und Soloconcerto mit konzertierenden
Instrumenten (MONTEVERDI) und das Solorezitativ im darstellenden Stil der Oper.
Die neuen Stücke heißen Geistliche Konzerte, Concerto, Sinfonia, Aria, später Kantate.
Besetzung: variabel, 1 oder mehrere Sänger, auch Chor oder Doppelchor, stets mit Gb.,
oft 1 bis 2 oder mehr Instrumente. Satzstruktur: auf der Grundlage des Gb. eine freie und
vielfältige Anlage der Oberstimmen, konzertant, imitierend, kontrastierend, den Text (meist
Bibel) darstellend, stellenweise homophon syllabisch, meist polyphon, doch mäßig
melismatisch (wenig Koloraturen); Musik als Klangrede (MATTHESON), der Komponist als
Prediger. Satzfolge: einsätzig, später mehrteilig bzw. mehrsätzig. Die Satzzahl steigt mit
Aufnahme freier lyr. oder auslegender Texte zum Bibelwort. Hieraus entwickelt sich um die
Mitte des 17. Jh. die Kantate.
Oratorium. Passionen und Historien werden im 18. Jh. oratorienhaft ausgebaut (Rez.,
Arioso, Arie, Schon Chöre, Choräle). die Matthäuspassion VON J. THEILE (1673) hat
Arien (freie Dichtung) und Instrumentalritornelle. Später bilden oft mehrere Kantaten ein
größeres Ganzes (BACHS Weihnachtsoratorium).
Motetten wurden als kp. Chorkunst alten Stils weitergesungen, jedoch weniger neu
komponiert. Berühmt ist die Geistl. Chormusik von SCHÜTZ. BAcH hat nur 7 Motetten
geschrieben, davon 4 doppelchörig, fast alle Sterbemotetten.
England bildet eine eigene Motette aus, das Anthem (lat. antiphona) als engl. (nicht lat.)
Chormusik der anglikan. Kirche, auch (nationaler) Lobeshymne; durchimitiert, mit vielen
homophonen Partien, klangvoll und textverständlich: - Full Anthem für Chor a cappella;
- Verse Anthem mit Wechsel von Chor und Soli je Vers. Daneben in der Restaurationszeit
konzertanter ital. Ein uss: Restauration-Anthem, kan-tatenartig für Soli, Chor und
Orchester. Full und Verse Anthems bleiben im 18. Jh. beliebte Gattungen (HÄNDEL).
Die Kantoreien sind die freiwilligen Kirchenchöre (und Instrumentalisten) aus Schülern
der Lateinschulen, verstärkt von Stadtmusikern und Bürgern. Der Chor hieß auch
Currende (lat. currere, laufen), da er zu Weihnachten und anderen Festen Lieder singend
durch die Straßen zog.
fl