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DeutschPerfekt 11

Der Artikel beschreibt den Kampf der Frauen in Deutschland für ihre Rechte, beginnend mit der Revolution von 1848/49, als Frauen wie Louise Otto für Bildung und Arbeit eintraten. Trotz Rückschlägen, wie dem Verbot von Frauenzeitungen und der Einschränkung ihrer Rechte während der Nazi-Diktatur, führten Frauenbewegungen zu bedeutenden Fortschritten, einschließlich des Wahlrechts 1918 und der Gleichberechtigung im Grundgesetz 1949. Der Text hebt die kontinuierlichen Kämpfe und Erfolge der Frauenbewegung hervor, die bis zur Reform des Paragrafen 218 und der Kriminalisierung von Vergewaltigung in der Ehe reichen.

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Der Artikel beschreibt den Kampf der Frauen in Deutschland für ihre Rechte, beginnend mit der Revolution von 1848/49, als Frauen wie Louise Otto für Bildung und Arbeit eintraten. Trotz Rückschlägen, wie dem Verbot von Frauenzeitungen und der Einschränkung ihrer Rechte während der Nazi-Diktatur, führten Frauenbewegungen zu bedeutenden Fortschritten, einschließlich des Wahlrechts 1918 und der Gleichberechtigung im Grundgesetz 1949. Der Text hebt die kontinuierlichen Kämpfe und Erfolge der Frauenbewegung hervor, die bis zur Reform des Paragrafen 218 und der Kriminalisierung von Vergewaltigung in der Ehe reichen.

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Der Kampf der Frauen (5/2018)

Sie wollen lernen, arbeiten und wählen: Während der Revolution von 1848/49 kämpfen Frauen zum ersten Mal für ihre Interessen. Es ist der
Beginn der Emanzipation in Deutschland.
Ihre Waffe sind die Worte. Schon als junge Frau beginnt Louise Otto zu schreiben – und damit man ihre Texte akzeptiert, verwendet sie manchmal
ein männliches Pseudonym. „Die Teilnahme der Frau an den Interessen des Staates ist nicht allein ein Recht, sie ist eine Pflicht der Frauen“, schreibt
sie 1843 in den Sächsischen Vaterlandsblättern. Mit Sätzen wie diesem wird sie zur Pionierin der bürgerlichen Frauenbewegung.
Es sind die Frauen aus dem Bürgertum, die in den 1830er- und 1840er-Jahren beginnen, für ihre Rechte zu kämpfen. Sie wollen mehr lernen
können, und sie wollen arbeiten. Beides dürfen sie zu dieser Zeit nicht. In armen Familien ist es selbstverständlich, dass Mädchen und Frauen
arbeiten – die Familien brauchen ihre Arbeitskraft und das Geld. Für Töchter aus reicheren und gebildeten Familien gibt es aber nur eine Option:
das Leben an der Seite eines reichen Mannes.
Frauen wie Louise Otto wollen mehr als das. Als in den 1840er-Jahren überall im Land die politische Situation öffentlich kritisiert
wird, fordern auch die Frauen Reformen. Viele unterstützen die Revolution von 1848/49: Sie sitzen auf den Besuchertribünen in der Frankfurter
Paulskirche, helfen ihren politisch aktiven Männern – und kämpfen selbst energisch. Zum ersten Mal tun Frauen auch etwas für ihre eigenen
Interessen.
Die Revolution scheitert. Aber Louise Otto bleibt aktiv. 1849 gründet sie in Leipzig die Frauen-Zeitung, die zum Ärger der Politik zum wichtigen
Medium der Frauen wird. 1850 verbietet Sachsen Frauen, Zeitungen zu publizieren – das Gesetz wird als „Lex Otto“ bekannt. Sie zieht nach Thüringen
und arbeitet noch zwei Jahre weiter an ihrer Zeitung, bis ihr die Arbeit auch dort verboten wird.
Die Stimmen der Frauen können auch Publikationsverbote nicht stoppen. Neben Louise Otto werden nach 1848 andere Frauenrechtlerinnen
populär: Helene Lange kämpft für bessere Bildung, die Sozialistin Clara Zetkin für die Arbeiterinnen und die Theoretikerin Hedwig Dohm fordert
schon 1873 das Frauenwahlrecht. 1865 treffen sich in Leipzig 120 Frauen zu einer Konferenz und gründen den Allgemeinen Deutschen Frauenverein.
1918 bekommen Frauen das aktive und passive Wahlrecht – und nutzen beides ein Jahr später. Rund 90 Prozent gehen 1919 zur Wahl; zehn
Prozent der Mitglieder des neu gewählten Parlaments sind Frauen. Sie finden dort Mehrheiten für wichtige Gesetze: Mutterschutz, Mindestlöhne für
Heimarbeiterinnen, mehr Rechte für Prostituierte.
Ein anderes Ziel erreichen sie nicht: 1931 kämpfen viele Frauen – aber auch Männer – für die Reform des Paragrafen 218 des Strafgesetzbuchs.
Dieser gilt seit 1871 und bestraft einen Schwangerschaftsabbruch mit bis zu fünf Jahren Gefängnis. Sie haben keinen Erfolg. Erst mehr als 40 Jahre
später wird der Paragraf reformiert.
Als 1933 die Nazis an die Regierung kommen, gehen die Erfolge der Frauenbewegung wieder verloren. In der Diktatur hat die Frau nur eine
Aufgabe: Mutter zu sein – und den Mann zu unterstützen.
Nach dem Krieg steht das geteilte Deutschland vor einer Neuordnung – und die Frauenbewegung vor einer neuen Chance. Vor der Gründung
der Bundesrepublik formuliert der Parlamentarische Rat 1948 den Text für das Grundgesetz. In der Kommission sitzt auch die Sozialdemokratin
Elisabeth Selbert. Die Juristin kämpft für die Aufnahme der Gleichberechtigung ins Grundgesetz – mit Erfolg: „Männer und Frauen sind
gleichberechtigt“, heißt es in Artikel 3.
Trotzdem ändert sich für die Frauen viele Jahre lang wenig. Erst 1958 wird das erste Gleichberechtigungsgesetz offiziell gültig – es verbessert
die Situation vieler Frauen aber nicht. So brauchen sie bis 1977 zum Beispiel die Erlaubnis des Ehemannes, wenn sie arbeiten gehen wollen.
Anders ist die Situation in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Sie braucht von Anfang an Frauen als Arbeitskräfte – und macht
die Vereinbarkeit von Familie und Beruf schon in den 50er-Jahren zur Staatspolitik. 1965 sind dort zwei von drei Frauen berufstätig.
Während der Studentenproteste um 1968 organisieren sich Frauen in der Bundesrepublik zu einer neuen Bewegung. Ihre bekannteste Stimme
wird Alice Schwarzer. 1971 hat die Journalistin die Idee für eine spektakuläre Aktion zur Reformierung des Paragrafen 218. Unter der Schlagzeile „Wir
haben abgetrieben!“ bekennen sich 374 Frauen in der Zeitschrift Stern zu einem – damals illegalen – Schwangerschaftsabbruch. 1974 werden
Abtreibungen unter bestimmten Bedingungen legalisiert. In der DDR sind sie es seit 1972.
Den nächsten Meilenstein für Frauenrechte erreichen Frauen aus West und Ost nach der Wiedervereinigung gemeinsam: Seit Juli 1997 ist
die Vergewaltigung in der Ehe eine Straftat. Frauen aller Parteien organisieren dafür gemeinsam eine Mehrheit im Parlament. Es bleibt nicht ihr
letzter Kampf.

Wissen müssen Sie das nicht (9/2022)


Spaß macht es trotzdem: Mit diesen 17 kuriosen Informationen über Deutschland können Sie in Gesprächen überraschen. Kaum etwas ist
nämlich lustiger als unwichtiges Wissen.
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Millionen Menschen im Land tun das täglich. den Deutschen Meisterschaften im Trampolinturnen teilgenommen.
2 Wer einem Familienmitglied hilft, nach Sie gewann dreimal Bronze.
einem Mord die Leiche wegzubringen, bekommt keine Strafe. 12 Lehrerinnen durften in der Bundesrepublik Deutschland bis
3 Der Satz „Dreh mal am Herd“ heißt rückwärts gelesen das 1951 nicht heiraten. In Baden-Württemberg gab es das
Gleiche: „Dreh mal am Herd.“ Lehrerinnenzölibat noch fünf Jahre länger als im Rest des Landes.
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