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Expressionismus Apuntes 1

Der Expressionismus ist eine Kunstbewegung zwischen 1910 und 1927, die sich durch kräftige Farben und eine emotionale, verzerrte Sprache auszeichnet, um innere Gefühle auszudrücken. Im Gegensatz zum Realismus und Impressionismus strebten Expressionisten nicht nach realistischer Darstellung, sondern nach der Vermittlung ihrer subjektiven Eindrücke und Empfindungen. Diese Bewegung beeinflusste nicht nur die Malerei, sondern auch Literatur, Musik und Film, wobei Werke wie Edvard Munchs 'Der Schrei' und Jakob van Hoddis' Gedicht 'Weltende' als paradigmatisch gelten.

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Expressionismus Apuntes 1

Der Expressionismus ist eine Kunstbewegung zwischen 1910 und 1927, die sich durch kräftige Farben und eine emotionale, verzerrte Sprache auszeichnet, um innere Gefühle auszudrücken. Im Gegensatz zum Realismus und Impressionismus strebten Expressionisten nicht nach realistischer Darstellung, sondern nach der Vermittlung ihrer subjektiven Eindrücke und Empfindungen. Diese Bewegung beeinflusste nicht nur die Malerei, sondern auch Literatur, Musik und Film, wobei Werke wie Edvard Munchs 'Der Schrei' und Jakob van Hoddis' Gedicht 'Weltende' als paradigmatisch gelten.

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DER EXPRESSIONISMUS

Der Expressionismus ist eine Stilrichtung in der Kunst in dem Zeitraum zwischen 1910 und
1927. Es handelt sich um eine Kunstform, die mit kräftigen Farben und einer
leidenschaftlichen, aber auch verkürzten und verformten Sprache ausdrücken will, was im
Innern des Menschen vor sich geht.

Bedeutung

Eigentlich stammt der Begriff „Expressionismus“ aus der Malerei, aber bald wurde er auch auf
die Literatur , Musik und Film übertragen.

Den expressionistischen Künstlern ging es nicht darum, die Welt so darzustellen, wie sie ist
(das wollten die Naturalisten), auch nicht so, wie sie ihnen erschien (das wollten die
Impressionisten), sondern sie wollten nach außen schleudern, was die Eindrücke der
Außenwelt in ihrem Innern auslösten.

• Die Welt, wie sie ist à REALISMUS


• Die Welt, wie sie erscheintà IMPRESSIONISMUS
• Die Eindrücke, die die Welt in meinem Innern auslösenà EXPRESSIONISMUS

Paradigmatisch für die expressionistische Kunst ist ein ganz bekanntes Gemälde des Malers
Edvard Munch, Der Schrei, auf dem ein schreiendes Gesicht zu sehen ist. Und das
berühmteste expressionistische Gedicht überhaupt heißt Weltende von Jakob van Hoddis. In
dem Gedicht steht, dass ein großer Sturm aufkommt,
der die Welt vernichtet.
Da fragt man sich natürlich, was für Eindrücke der
Außenwelt ein solches Innenleben auslösten?

Der Expressionismus dauerte ungefähr von 1910


bis 1927. Das war kurz vor, während und noch ein
bisschen nach dem Ersten Weltkrieg. Das Leben in
dieser Zeit war bestimmt von immer mehr Technik,
größer werdenden Städten und wachsender Armut.
Das lag an der Industrialisierung, also daran, dass
man Elektrizität und Maschinen erfunden hatte. Es
entstanden große Fabriken, viele Menschen zogen in
die Stadt, um in diesen Fabriken Arbeit zu finden.
Schlechte Arbeitsbedingungen-Sie mussten selber
funktionieren wie Rädchen in einer Maschine,
wurden schlecht bezahlt und lebten in kleinen
dunklen Wohnungen, in denen es keine eigenen Klos
und kein fließendes Wasser gab. Sie wurden krank
und hatten Hunger, während die Fabrikbesitzer es
sich in ihren großen Villen gut gehen ließen.

All das löste Empörung bei den Expressionisten aus und dieser Empörung verliehen sie in
ihren Werken Ausdruck. Die Expressionisten wollten Veränderung.

1
In der ersten Strophe des Gedichts Städter von Alfred Wolfenstein sieht man sehr gut, wie
der Autor die Sprache verformt: Häuser können sich schließlich gar nicht anfassen und „grau
geschwollen“ kann niemand – erst recht nicht eine Straße – sein:

Städter

Alfred Wolfenstein (1914)

Nah wie die Löcher eines Siebes stehn


Fenster beieinander, drängend fassen
Häuser sich so dicht an, daß die Straßen
Grau geschwollen wie Gewürgte stehn.

Ineinander dicht hineingehakt


Sitzen in den Trams die zwei Fassaden
Leute, ihre nahen Blicke baden
Ineinander, ohne Scheu befragt.

Unsre Wände sind so dünn wie Haut,


Daß ein jeder teilnimmt, wenn ich weine.
Unser Flüstern, Denken ... wird Gegröle ...

Und wie still in dick verschlossner Höhle


Ganz unangerührt und ungeschaut
Steht ein jeder fern und fühlt: alleine

Eine interessante Web zu diesem Gedicht findet ihr in: [Link]


wolfenstein-staedter,textbearbeitung,[Link]

2
IMPRESSIONISMUS versus EXPRESSIONISMUS - MALEREI

Wie der Begriff "Impressionismus" es bereits andeutet, ging es in dieser Stilrichtung der
Kunst nicht darum, exakte Abbilder der Realität zu erschaffen, sondern darum, die eigenen
Eindrücke und Wahrnehmungen, die Impressionen, künstlerisch zu verarbeiten. Damit
emanzipierte sich der Impressionismus vom sehr normativen Klassizismus.

Der Begriff "Impressionismus" wurde in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts geprägt und
geht zurück auf ein Gemälde des berühmten Impressionisten Claude Monet namens
"Impression - soleil levant".

Neben der Malerei wird der Begriff


auch auf die anderen Künste wie
Film, Fotografie und Literatur
übertragen. Allerdings hat primär
die impressionistische Literatur
mit Rainer Maria Rilke, Stefan
Zweig, Arthur Schnitzler und
Stefan George Künstler
hervorgebracht, die auch heute
noch einem breiten Publikum
bekannt sind. Eine weitere
Ausnahme bildet die
impressionistische Musik, welche
vor allem durch Claude Debussy vertreten wird.

Der Impressionismus in der Malerei zeichnete sich vor allem auch durch seine oft der Natur
entnommenen Motive aus. Das hatte vor allem damit zu tun, dass aufgrund der Erfindung von
Ölfarben in Tuben um die Mitte des Jahrhunderts herum das Atelier nun nicht mehr der
einzige Arbeitsort der Maler war. Es war ihnen nun möglich, die Eindrücke der freien Natur
vor Ort auf die Leinwand zu bannen.

In der impressionistischen Malerei geht es vor allem um die Wiedergabe von Stimmungen.
Hierfür wurde besonders Wert auf die Darstellung von Lichtverhältnissen gelegt. Dafür
bediente man sich vor allem aussagekräftigen, zumeist hellen Farben. Oftmals gehen die
exakten Konturen des Motivs dabei gänzlich zugunsten der Farbdarstellungen unter.

Charakteristika des Expressionismus

Auch der Expressionismus stellte sich der naturalistischen Darstellung der Realität entgegen.
Anders als der Impressionismus ist der Expressionismus sehr viel unruhiger. Es ging seinen
Vertretern weniger um das Widerspiegeln ihrer Eindrücke, sondern um den Ausdruck der
eigenen Emotionen.

3
In der expressionistischen Malerei verschwammen die Farb- und Formtreue immer
mehr, bis nur noch der Ausdruck des subjektiven Gefühls im Vordergrund stand. Zu diesem
Zweck konnte auch die Perspektive bis hin ins Unrealistische abgeändert werden, ebenso wie
es möglich war, das Motiv auf bestimmte, markante Formen zu reduzieren.

Neben der Malerei, die vor allem für Künstlervereinigungen wie den "Blauen Reiter" oder
die "Brücke" berühmt geworden ist, hat sich der Expressionismus auch auf Film und Literatur
ausgewirkt. So zählen Meilensteine der Filmgeschichte wie Metropolis, Nosferatu oder Das
Cabinet des Dr. Caligari ebenso zu den Kindern des Expressionismus wie jene verstörenden
Werke morbider Lyrik, die die deutsche Literaturlandschaft der 1910er Jahre prägten.

MERKMALE DES EXPRESSIONISMUS


• Die Expressionisten haben sehr "triebhaft" gemalt, haben sich ihre Empfindungen (die
sie z.B. bei der Betrachtung von Objekten hatten), "aus der Seele gemalt";

• die Expressionisten waren "primitiv"; man benötigte keine besondere künstlerische


(Hochschul-) Ausbildung, um sich in diese modernen Form auszudrücken;

• den Expressionisten war


wichtig, bei ihren Bildern zu
verdeutlichen, was sie mit den
abgebildeten Objekten z.B. an
Gefühlen verbanden; dabei war ihnen
die "realistische Abbildung" nicht
unbedingt erstrangig! (Z:B: Franz
Marc's "Blaue Pferde"). (Der
Expressionismus fing bereits bei Van
Gogh an, und seinen Gebrauch von
Farben!)

Otto Müller, Zwei in Dünen sitzende Mädchen (1926)

• die Expressionisten haben in ihrer Darstellung immer etwas "übertrieben", um z.B.


bestimmte Dinge zu verdeutlichen. Ihnen ging es dabei nicht um Realismus;

• Farben hatten bei den Expressionisten bestimmte Bedeutungen, z.B. war blau auch
eine Farbe der Hoffnung

• Die Expressionisten bezogen anfangs viele Anregungen aus der "schwarzen,


afrikanischen Kunst"

• es geht nicht um realistische Darstellung von Objekten. Der Maler verknüpft mit
seiner Darstellung vielmehr auch bestimmte Ideen, die er zum Ausdruck bringen will.

4
Darstellungen können also auch symbolhaften Charakter haben (z.B:
Traumdarstellungen);

• der Expressionismus hat mit vielen damaligen gesellschaftlichen Tabus gebrochen:


z.B. wird hier jetzt sehr oft Sex dargestellt (in besonders skandalöser WEise vom
Österreicher Egon Schiele, wenn er gar Homosexuelle beim Geschlechtsakt darstellt,
u.Ä.);

• die Expressionisten haben


gerne ihre eigene Innensicht nach
außen "transportiert"; haben also
ihre subjektive Wahrnehmung
von der Außenwelt dargestellt,
obwohl sie so nicht "objektiv
richtig" war, oder "realistisch". Ihre
eigene, gefühlsbetonte Sicht des
Äußeren wurde wichtig, auch um
sich über Vorgänge positiv/
negativ auszudrücken, u.Ä.

E. Ludwig Kirchner, Interieur (1915)

Bibliografie:

Karl-Heinz Morscheck: Expressionismus. Stil und Umsetzung. Englisch Verlag. Wiesbaden 2005.

Kracauer, Siegfried: De Caligari a Hitler. Una historia psicológica del cine alemán. Trad. del
alemán. Paidos, Barcelona, 1985.

Leonhard, Nicole: Die Farbmetaphorik in der Lyrik des Expressionismus. Eine Untersuchung an
Benn, Trakl und Heym. Ubooks Verlag, Augsburg, 2004.

Maldonado Alemán, Manuel: El Expresionismo y las vanguardias en la literatura alemana.


Síntesis, Madrid, 2006.

Vietta, Silvio u. Hans-Georg Kemper: Expressionismus. München 1975. 6. Aufl. Ebd. 1994.

Walter Fähnders (Hrsg.): Expressionistische Prosa. Ein Studienbuch. Aisthesis, Bielefeld 2001.

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