0% fanden dieses Dokument nützlich (0 Abstimmungen)
53 Ansichten21 Seiten

Die Grammatik

Der Artikel behandelt die Verwendung von Nomen mit Artikeln im Deutschen, einschließlich der Unterscheidung zwischen bestimmten und unbestimmten Artikeln sowie deren Deklination in verschiedenen Kasus. Zudem werden die Formen des Passivs in verschiedenen Zeiten erläutert und Passiversatzformen mit Modalverben vorgestellt. Abschließend werden Präpositionen mit Genitiv und deren Anwendung in Beispielsätzen behandelt.

Hochgeladen von

divinelskz
Copyright
© © All Rights Reserved
Wir nehmen die Rechte an Inhalten ernst. Wenn Sie vermuten, dass dies Ihr Inhalt ist, beanspruchen Sie ihn hier.
Verfügbare Formate
Als PDF, TXT herunterladen oder online auf Scribd lesen
0% fanden dieses Dokument nützlich (0 Abstimmungen)
53 Ansichten21 Seiten

Die Grammatik

Der Artikel behandelt die Verwendung von Nomen mit Artikeln im Deutschen, einschließlich der Unterscheidung zwischen bestimmten und unbestimmten Artikeln sowie deren Deklination in verschiedenen Kasus. Zudem werden die Formen des Passivs in verschiedenen Zeiten erläutert und Passiversatzformen mit Modalverben vorgestellt. Abschließend werden Präpositionen mit Genitiv und deren Anwendung in Beispielsätzen behandelt.

Hochgeladen von

divinelskz
Copyright
© © All Rights Reserved
Wir nehmen die Rechte an Inhalten ernst. Wenn Sie vermuten, dass dies Ihr Inhalt ist, beanspruchen Sie ihn hier.
Verfügbare Formate
Als PDF, TXT herunterladen oder online auf Scribd lesen

Der Artikel

Artikel (Nomen Begleiter)


Im Deutschen verwenden wir die Nomen meistens mit Artikel. Am Artikel erkennen
wir Genus (maskulin, feminin, neutral), Numerus (Singular, Plural) und Kasus
(Nominativ, Akkusativ, Dativ, Genitiv).

Es gibt unbestimmte Artikel (ein, eine) und bestimmte Artikel (der, die, das).

bestimmter Artikel unbestimmter Artikel


Akku-
Nominativ Genitiv Dativ Nominativ Genitiv Dativ Akkusativ
sativ

maskulin der des dem den ein eines einem einen

feminin die der der die eine einer einer eine

neutral das des dem das ein eines einem ein

------- ------- ------- -------


Plural die der den+n die

Dativ und Akkusativ


DER DIE DAS DIE
NOMINATIV

der Mann die Frau das Kind die Kinder


ein Mann eine Frau ein Kind − Kinder
kein Mann keine Frau kein Kind keine Kinder
er sie es sie

dem Mann der Frau dem Kind den Kindern


DATIV

einem Mann einer Frau einem Kind − Kindern


keinem Mann keiner Frau keinem Kind keinen Kindern
ihm ihr ihm ihnen
AKKUSATIV

den Mann die Frau das Kind die Kinder


einen Mann eine Frau ein Kind − Kinder
keinen Mann keine Frau kein Kind keine Kinder
ihn sie es sie

1
Aktiv und Passiv
Präsens Passiv
Präsens Passiv = Präsens von werden + Partizip II
Aktiv: Der Arzt operiert den Mann.
Passiv: Der Mann wird (von dem Arzt) operiert.

Präteritum Passiv
Präteritum Passiv = Präteritum von werden + Partizip II
Aktiv: Der Arzt operierte den Mann.
Passiv: Der Mann wurde (von dem Arzt) operiert.

Perfekt Passiv
Perfekt Passiv = Präsens von sein + Partizip II + worden
Aktiv: Der Arzt hat den Mann operiert.
Passiv: Der Mann ist (von dem Arzt) operiert worden.

Plusquamperfekt Passiv
Plusquamperfekt Passiv = Präteritum von sein + Partizip II + worden
Aktiv: Der Arzt hatte den Mann operiert.
Passiv: Der Mann war (von dem Arzt) operiert worden.

Futur I Passiv
Futur I Passiv = Präsens von werden + Partizip II + werden
Aktiv: Der Arzt wird den Mann operieren.
Passiv: Der Mann wird (von dem Arzt) operiert werden.

Futur II Passiv
Futur II Passiv = Präsens von werden + Partizip II + worden + sein
Aktiv: Der Arzt wird den Mann operiert haben.
Passiv: Der Mann wird (von dem Arzt) operiert worden sein.

2
Passiversatzformen für das Passiv mit dem Modalverb können
Das Passiv mit dem Modalverb können kann man durch alternative Konstruktionen mit sein
zu + Infinitiv, sich lassen oder durch ein Adjektiv mit der Endung –bar ersetzen. Die
Ersatzformen für können werden häufig benutzt.

Beispiel: können
Passiv mit Modalverb: Die Krankheit kann geheilt werden.
sein zu + Infinitiv: Die Krankheit ist zu heilen.
sich lassen: Die Krankheit lässt sich heilen.
Adjektiv mit Endung -bar: Die Krankheit ist heilbar.

Passiversatzformen für das Passiv mit den Modalverben müssen, sollen, nicht dürfen
Die Modalverben müssen, sollen und nicht dürfen können nur durch sein zu + Infinitiv
ersetzt werden. Diese Ersatzformen sind nur in der Amtssprache gebräuchlich. In der
Umgangssprache klingen sie überformell und teilweise unhöflich.

Beispiel: müssen
Passiv mit Modalverb: Die Verkehrsregeln müssen beachtet werden.
sein zu + Infinitiv: Die Verkehrsregeln sind zu beachten.

Beispiel: sollen
Passiv mit Modalverb: Die Aufgabe 3 soll zuerst bearbeitet werden.
sein zu + Infinitiv: Die Aufgabe 3 ist zuerst zu bearbeiten.

Beispiel: nicht dürfen


Passiv mit Modalverb: Im Büro darf nicht geraucht werden.
sein zu + Infinitiv: Im Büro ist nicht zu rauchen.

Weitere Passiversatzformen
Zu den Passiversatzformen werden auch Konstruktionen mit den Verben bekommen (und
seinen Synonymen) + Partizip II bzw. gehören + Partizip II und (teilweise) das
Gerundiv(um) gezählt. Siehe dazu in den folgenden Kapiteln:

Passiversatz mit bekommen und gehören


Das Gerundiv

Aktivsatz
Selbstverständlich kann man alle Passivsätze, egal ob mit oder ohne Modalverb, auch
Aktiv ausdrücken. Allerdings zählt man das Aktiv (natürlich) nicht zu den
Passiversatzformen.

Beispiel: können
3
Passiv mit Modalverb: Die Krankheit kann geheilt werden.
Aktivsatz: Man kann die Krankheit heilen.

Beispiel: müssen
Passiv mit Modalverb: Die Verkehrsregeln müssen beachtet werden.
Aktivsatz: Man muss die Verkehrsregeln beachten.

Beispiel: nicht dürfen


Passiv mit Modalverb: Im Büro darf nicht geraucht werden.
Aktivsatz: Man darf im Büro nicht rauchen.

[Link]

Aktiv und Passiv mit Modalverb - Tabelle

Tempus Aktiv Passiv


Der Mann muss das Brot Das Brot muss vom Mann
Präsens
essen. gegessen werden.

Der Mann musste das Das Brot musste vom Mann


Präteritum
Brot essen. gegessen werden.

Der Mann hat das Brot Das Brot hat vom Mann gegessen
Perfekt
essen müssen. werden müssen.

Der Mann hatte das Brot Das Brot hatte vom Mann
Plusquamperfekt
essen müssen. gegessen werden müssen.

Der Mann wird das Brot Das Brot wird vom Mann
Futur I
essen müssen. gegessen werden müssen.

Der Mann wird das Brot Das Brot wird vom Mann
Futur II
gegessen haben müssen. gegessen worden sein müssen.

Konjunktiv I Der Mann werde das Brot Das Brot werde vom Mann
Gegenwart essen müssen. gegessen werden müssen.

Konjunktiv I Der Mann werde das Brot Das Brot werde vom Mann
Vergangenheit gegessen haben müssen. gegessen worden sein müssen.

Konjunktiv II Der Mann müsste das Das Brot müsste vom Mann
Gegenwart Brot essen. gegessen werden.

Konjunktiv II Der Mann hätte das Brot Das Brot hätte vom Mann
Vergangenheit essen müssen. gegessen worden müssen.

4
Die Bildung des Perfekts bei Verben mit Infinitiv
Bei den Verben hören und helfen sind beide Varianten der Perfektbildung möglich, so
dass sich drei Gruppen unterscheiden lassen.

Gruppe 1: Perfekt mit zweimal Infinitiv


Das Verb sehen bildet das Perfekt mit zweimal Infinitiv.
Perfekt von sehen = haben + Infinitiv (Verb 1) + Infinitiv (sehen)

Beispiel: sehen
Präsens: Ich sehe den Bus kommen.
Perfekt: Ich habe den Bus kommen sehen.

Gruppe 2: Perfekt zweimal Infinitiv o d e r Partizip

Bei den Verben hören und helfen gilt auch die Variante mit dem Hilfsverb haben, dem
Infinitiv des Modalverbs und dem Partizip II des Vollverbs als korrekt.

Perfekt von hören und helfen = haben + Infinitiv (Verb 1) + Infinitiv (hören, helfen)
oder
Perfekt von hören und helfen = haben + Infinitiv (Verb 1) + Partizip II (hören, helfen)

Beispiel: hören
Präsens: Ich höre meine Nachbarin Klavier spielen.
Perfekt (mit Infinitiv): Ich habe meine Nachbarin Klavier spielen hören.
Perfekt (mit Partizip II): Ich habe meine Nachbarin Klavier spielen gehört.

Beispiel: helfen
Präsens: Ich helfe meiner Freundin aufräumen.
Perfekt (mit Infinitiv): Ich habe meiner Freundin aufräumen helfen.
Perfekt (mit Partizip II): Ich habe meiner Freundin aufräumen geholfen.

Gruppe 3: Perfekt mit Partizip II

Bei allen anderen Verben, die mit einem zweiten Verb ohne Infinitiv mit zu kombiniert
werden, bleibt das zweite Verb im Infinitiv und das erste Verb bildet das Partizip Perfekt.
Das Hilfsverb richtet sich nach dem ersten Verb.

Perfekt zwei Verben ohne zu = haben/sein + Infinitiv (Verb 1) + Partizip II (Verb 2)

5
Beispiel: gehen
Präsens: Ich gehe einkaufen.
Perfekt: Ich bin einkaufen gegangen.

Beispiel: fahren
Präsens: Meine Frau fährt einkaufen.
Perfekt: Meine Frau ist einkaufen gefahren.

Beispiel: kommen
Präsens: Maria kommt mich besuchen.
Perfekt: Maria ist mich besuchen gekommen.

Beispiel: bleiben
Präsens: Der Student bleibt im Wohnheim wohnen.
Perfekt: Der Student ist im Wohnheim wohnen geblieben.

Beispiel: lernen
Präsens: Peter lernt kochen.
Perfekt: Peter hat kochen gelernt.

Beispiel: lehren
Präsens: Der Gesangslehrer lehrt singen.
Perfekt: Der Gesangslehrer hat singen gelehrt.

Beispiele:
- Beim Einwurf hat eine Spielerin den Ball gar nicht kommen sehen.
- Der Torwart hat den Ball nicht in den Strafraum rollen lassen.
- Bei einem gefährlichen Eckball haben zwei Spieler ihrem Torwart das Tor verteidigen
helfen.

Regel:
1- Wenn die Verben hören, lassen, sehen, helfen zusammen mit einem Vollverb
gebraucht werden, verhalten sie sich im Haupt- und Nebensatz genauso wie Modalverben.

2- Wenn die Verben bleiben, gehen, lehren, lernen zusammen mit einem Vollverb
gebraucht werden, verhalten sie sich im Präsens und Präteritum im Haupt- und
Nebensatz genauso wie Modalverben. Im Perfekt und Plusquamperfekt aber werden sie
wieder in der gewöhnlichen Satzstellung mit Hilfsverb und Partizip Perfekt gebraucht.

6
Präpositionen mit Genitiv

Den Genitiv verwenden wir, um eine Zugehörigkeit anzuzeigen. Außerdem steht der
Genitiv nach bestimmten Präpositionen, Verben und Adjektiven. Die Kontrollfrage nach
dem Genitiv lautet „Wessen?“.

Artikel, Adjektive und Nomen


unbestimmter Artikel, kein,
bestimmter Artikel* ohne Artikel
Possessivartikel (mein…)

maskulin des netten Vaters eines netten Vaters netten Vaters

feminin der netten Mutter einer netten Mutter netter Mutter

neutral des netten Kindes eines netten Kindes netten Kindes

Plural der netten Eltern meiner netten Eltern netter Eltern

* Nach einigen Pronomen werden Adjektive genauso dekliniert wie nach dem bestimmten
Artikel

Präpositionen, die Genitiv verlangen, sind:


 anstelle/an Stelle, aufgrund/auf Grund, während, wegen
 außerhalb, oberhalb, unterhalb, innerhalb
 beiderseits, diesseits, jenseits, unweit, entlang …, links, rechts
 nördlich, östlich, südlich, westlich
 trotz, ungeachtet, statt, anstatt.

7
Präpositionen mit Genitiv

abseits Abseits der Touristenströme findet man immer noch unberührte Natur.

abzüglich Abzüglich der Mehrwertsteuer kostet das Auto 25 000 Euro.

Angesichts der fehlenden finanziellen Mittel beschloss er sein Studium


angesichts
abzubrechen.
Anhand der Bewerbungsunterlagen prüft die Universität, ob der Bewerber auf
anhand
das Studienkolleg gehen muss.

anlässlich Anlässlich der Demonstrationen kam es am 1. Mai zu Verkehrs- Behinderungen.

(an)statt: (An)statt eines Spaziergangs machten wir eine Fahrradtour.

anstelle Anstelle seines Vaters nahm er die Schuld auf sich.

aufgrund Aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse wurde der Bewerber abgelehnt.

aufseiten Das Glück war aufseiten des Gegners.

ausgangs Ausgangs der Kurve verließ den Läufer die Kraft.

ausschließlich Der Preis des Autos ausschließlich (der) Mehrwertsteuer beträgt 25 000 Euro.

außerhalb Früher befanden sich die Toiletten oft außerhalb der Wohnung.

Ausweislich der Meinungsumfragen zum Thema ist eine Mehr- heit der
ausweislich
Deutschen gegen die Todesstrafe.
beid(er)seits Beid(er)seits der Straße stehen große Bäume.

betreffs Ihr Antrag betreffs der Anerkennung eines Kinderfreibetrags wird abgelehnt.

bezüglich Bezüglich seiner Fähigkeiten schien er für diese Tätigkeit wenig geeignet.

dank Dank seines Fleißes hat er die Prüfung bestanden.

diesseits Diesseits des Flusses wird eine Fabrik gebaut.

eingangs Eingangs der Kurve verließ den Läufer die Kraft.

einschließlich Der Preis des Autos einschließlich (der) Mehrwertsteuer beträgt 30 000 Euro.

exklusive Der Preis des Autos exklusive (der) Mehrwertsteuer beträgt 25 000 Euro.

hinsichtlich Hinsichtlich seiner Fähigkeiten schien er für diese Tätigkeit wenig geeignet.

Infolge seiner schweren Verletzungen verstarb der Motorradfah- rer noch am


infolge
Unfallort.
8
inklusive Der Preis des Autos inklusive (der) Mehrwertsteuer beträgt 30 000 Euro.

inmitten Inmitten einer großen Menschenmenge fühlte sie sich ganz allein.

innerhalb Innerhalb geschlossener Ortschaften darf nur mit 50 km/h ge- fahren werden.

jenseits Jenseits der Grenze ist das Einkaufen deutlich billiger.

kraft Kraft seiner großen Sachkenntnis ist er der richtige Mann für diese Aufgabe.

längs(seits) Längs der Autobahn findet man zahlreiche touristische Attrakti- onen.

laut Laut eines Berichts der Berliner Zeitung tritt der Minister zurück.

mangels Mangels eindeutiger Beweise wurde der Angeklagte freigespro- chen.

mithilfe Mithilfe eines Freundes gelang ihm die Flucht.

mittels Mittels eines Schweißgeräts war der Tresor geöffnet worden.

nördlich Deutschland liegt nördlich der Schweiz.

oberhalb Er hat Schmerzen oberhalb des Knies.

östlich Österreich liegt östlich der Schweiz.

rücksichtlich Rücksichtlich ihrer Fähigkeiten und Lernmotivation sind Schüler sehr verschieden.

seitlich Früher hatten die Hausangestellten einen eigenen Eingang seit- lich des
Gebäudes.
südlich Italien liegt südlich der Schweiz.

trotz Trotz des schlechten Wetters gehen wir spazieren.

unterhalb Sie spürt starke Schmerzen oberhalb des Knies.

unweit Der Zoo liegt unweit des Bahnhofs.

vorbehaltlich Das Gesetz wurde vorbehaltlich der Zustimmung des Bundesra- tes verabschiedet.

während Während der Hausaufgaben hört sie immer Musik.

wegen Wegen des schlechten Wetters blieben wir zu Hause.

westlich Frankreich liegt westlich der Schweiz.

zugunsten Er hat zugunsten seiner Geschwister auf das Haus verzichtet.

zulasten Alle zusätzlichen Kosten gehen zulasten des Käufers.

zuungunsten Zuungunsten des Angeklagten sprach auch, dass er einschlägig vorbestraft war.

zwecks Zwecks seiner Ausbildung zog er nach Süddeutschland um.

9
10
Aus oder vor
Die unterschiedlichen Verwendungsweisen der kausalen Präpositionen
aus und vor scheinen eher mit Situationstypen, die vom Verb bezeichnet werden, zu tun zu
haben.

aus + D - in Kombination mit Handlungsmotiv für bewusste und willentliche Reaktion


Beispiel: Sie besuchte ihn aus Mitleid im Krankenhaus.

vor + D - in Kombination mit einer Ursache für eine unwillkürliche, meist körperliche
Reaktion
Beispiel: Er schrie vor Angst / vor Schreck / vor Vergnügen, als er seinen Vater sah.

Vergleichssätze mit je……. desto


Sie beschreiben ein proportionales Verhältnis, kann man einfacher durch eine
Satzverbindung mit je…….. desto plus Komparativ ausdrücken.

Wortposition

Der Nebensatz mit je steht immer vor dem Hauptsatz mit desto. Im Nebensatz mit je
steht das Verb am Ende. Im Hauptsatz bildet desto zusammen mit dem Komparativ
die Position 1. Danach folgt das Verb in Position 2.

Beispiel:

Nebensatz = Verb am Ende – Hauptsatz = Verb in Position 2

Je mehr ich esse, – desto dicker werde ich.

Beispiele:

Je mehr ich arbeite, desto mehr Geld verdiene ich.

Je mehr Geld ich verdiene, desto schneller kann ich mir ein Haus kaufen.

Je mehr Geld ich verdiene, desto mehr Sachen kann ich kaufen.

Beachte: Mehr oder weniger brauchen keine Adjektivendung. Alle anderen Adjektive
brauchen eine Adjektivendung

Beispiele:

Je breitere Straßen man baut, desto mehr Verkehr entsteht.

11
Infinitivkonstruktionen
Infinitivsätze

Infinitivkonstruktionen nennt man Nebensätze mit „um…zu…“, „ohne…zu…“ und


„(an)statt…zu…“
Sie sind unabhängig vom Verb im Hauptsatz und jede Konstruktion hat eine eigene,
bestimmte Bedeutung.
Die Gemeinsamkeit zu Infinitivsätzen besteht darin, dass sie kein Subjekt haben und den
Infinitiv mit zu am Satzende benutzen.

Sätze mit „um… zu…“


Mit der Konstruktion „um… zu…“ drückt man eine Absicht, einen Zweck oder ein Ziel aus.

„Ich lerne Deutsch, um in Deutschland arbeiten zu können.“


„Ich lerne Deutsch, um mit den Eltern von meinem Mann sprechen zu können.

Sätze mit „ohne… zu…“

Mit der Konstruktion „ohne… zu…“ drückt man eine Negation bzw. eine Einschränkung
aus.
„Er hat die Party verlassen, ohne Tschüss zu sagen.“
„Er hat Deutsch gelernt, ohne einen Deutschkurs zu besuchen.“

Sätze mit „(an)statt… zu…“

Mit der Konstruktion „(an)statt… zu…“ beschreibt man eine Ersatzhandlung oder etwas,
was man in der Situation nicht erwartet hat.

„Ich bleibe zu Hause, statt mit meinen Freunden an den Strand zu gehen.“
„Du solltest Hausaufgaben machen, anstatt den ganzen Tag
Computerspiele zu spielen.“

12
Relativpronomen / Relativsätze

Mit einem Relativsatz können wir zusätzliche Informationen geben, ohne einen neuen Satz zu
beginnen. Im Deutschen stehen Relativsätze immer in Kommas.

Beispiel

Das sind die Freunde, mit denen ich viel Zeit verbringe. Bodo, den ich schon ewig kenne,
ist sehr lustig. Toni, der eine Brille trägt, geht in meine Klasse. Linda, deren Lächeln
bezaubernd ist, kann toll tanzen.

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ der die das die

Akkusativ den die das die

Dativ dem der dem denen

Genitiv dessen deren dessen deren

Beispiele

1- Das Haus, das dort drüben steht, gehört meinem Onkel.


2- Ich finde den Witz, über den ihr lacht, gar nicht lustig.

Um Relativsätze richtig bilden zu können, muss zuerst das Relativpronomen bestimmt


werden. Das Relativpronomen wird durch zwei verschiedene Faktoren bestimmt:

• Das Bezugswort gibt den Numerus (Singular oder Plural) und den Genus (maskulin,
feminin, neutral an.

• Der Kasus des Relativpronomens ergibt sich aus den Nebensatzinformationen:

- Steht das Bezugswort im Nebensatz im Nominativ, so steht auch das Relativpronomen im


Nominativ.

- Steht das Bezugswort im Nebensatz im Akkusativ, so steht auch das Relativpronomen im


Akkusativ.

- Steht das Bezugswort im Nebensatz im Dativ, so steht auch das Relativpronomen im


Dativ, usw.

13
- Steht das Bezugswort im Nebensatz nach einer Präposition, so bestimmt die jeweilige
Präposition den Kasus des Relativpronomens. Die Präposition steht im Relativsatz vor
dem Relativpronomen.

• Endlich kommt der Zug an. Wir mussten so lange auf ihn warten.

- Endlich kommt der Zug an, auf den wir so lange warten mussten.

- Bezugswort = der Zug = maskulin /// wir warten auf den Zug = Akkusativ

- Eine weitere Variante ist, dass das Relativpronomen zwar im Genitiv steht, aber eine
Präposition den Kasus des Nomens hinter dem Relativpronomen bestimmt. Auch in
diesen Fällen steht die Präposition im Relativsatz vor dem Relativpronomen im Genitiv.

• Erika will heiraten. Max ist seit langem in ihre Schwester verliebt.

o Erika, in deren Schwester Max seit langem verliebt ist, will heiraten.

o Bezugswort = Erika = feminin /// ihre Schwester = Possessiv = Genitiv ///


verliebt sein in die Schwester = Akkusativ

• Das ist Ihr neuer Kollege. Von seiner Tüchtigkeit sind wir alle überzeugt.

o Das ist Ihr neuer Kollege, von dessen Tüchtigkeit wir alle überzeugt sind.

o Bezugswort = Kollege = maskulin /// seiner = Possessiv = Genitiv /// überzeugt


sein von der Tüchtigkeit = Dativ

14
Indirekte Rede / Konjunktiv I

Der Konjunktiv I wird in der indirekten Rede verwendet. In der indirekten Rede gibt ein
Sprecher eine Äußerung eines anderen Sprechers wieder, ohne sie wörtlich zu
wiederholen.

Beispiel

• direkte Rede: Der Präsident sagt: "Ich werde die Steuern senken."

• indirekte Rede: Der Reporter berichtet: Der Präsident sagte, er werde die Steuern
senken.

Der Konjunktiv I wird gebildet durch Verbstamm + Konjunktiv-Endung:

Pronomen Endung Infinitiv Stamm Stamm + Endung

ich -e gehen geh geh e

du -est gehen geh geh est

man -e gehen geh geh e

wir -en gehen geh geh en

ihr -et gehen geh geh et

Sie / sie -en gehen geh geh en

Die 1. Person Singular " ich " ist im Konjunktiv I mit dem Indikativ übereinstimmend,
sodass kein Unterschied zwischen diesen beiden Formen zu erkennen ist. Deshalb
werden in der indirekten Rede die Ersatzformen des Konjunktiv II benutzt, damit
erkennbar ist, dass es sich um eine indirekte Rede handelt. Ausnahmen bilden nur die
Modalverben und das Verb "sein".

Lautet der Konjunktiv I genauso wie der Indikativ, dann verwendet man Konjunktiv II

15
andere
sein haben werden Modalverben
Verben
ich sei habe werde könne würde gehen
würdest
du sei(e)st habest werdest könntest
gehen
er / sie / es sei habe werde könne gehe
würden
wir seien haben werden könnten
gehen
würdet
ihr sei(e)t habet werdet könntet
gehen
würden
Sie / sie seien haben werden könnten
gehen

*Die indirekte Rede steht immer in derselben Zeit wie die entsprechende direkte Rede,
unabhängig von der Zeitform, in der das Verb des redeeinleitenden Satzes steht:

- Peter hat gesagt, er werde Petra immer lieben.

In der indirekten Rede ändern sich die Pronomen sinngemäß:


"Mein Sohn nimmt ohne mich zu fragen mein
direkte Rede: Ute sagt:
Auto".

indirekte Rede: Ute sagte, ihr Sohn nehme ohne sie zu fragen ihr Auto.

*Adverbiale Angaben des Ortes oder der Zeit müssen in der indirekten Rede sinngemäß
geändert werden:

direkte Rede: Kai sagt: "Hier in Kiel ist es heute sehr warm".

dort in Kiel sei es gestern sehr warm


indirekte Rede: Kai sagte,
gewesen.

* Eine direkte Frage wird in der indirekten Frage als Nebensatz wiedergegeben. Bei Fragen
ohne Fragewort (Ja- / Nein- Fragen) wird die Konjunktion " ob " verwendet, bei Fragen mit
Fragewort (W-Fragen) wird dasselbe Fragewort als Einleitung des Nebensatzes
verwendet:

16
direkte Ja-/ Nein-
Otto fragt Susi: "Darf ich dich küssen?".
Frage:

indirekte Ja-/ Nein-


Otto hat Susi gefragt, ob er sie küssen dürfe.
Frage:

direkte W-Frage: Otto fragt Susi: "Warum willst du mich nicht heiraten?".

indirekte W-Frage: Otto hat Susi gefragt, warum sie ihn nicht heiraten wolle.

Bildung der Vergangenheit

In der indirekten Rede gibt es nur eine Vergangenheit. Basis bilden die Perfektformen von
haben / sein:
Konjunktivformen von haben / sein + Partizip II

Infinitiv direkte Rede indirekte Rede

er versprach,

versprechen er hat versprochen, er habe versprochen


er hatte versprochen

er fuhr,

fahren er ist gefahren, er sei gefahren


er war gefahren

17
Konjunktiv II

Der Indikativ bezeichnet eine wirkliche, eine reale Welt, die man sehen, tasten, riechen,
schmecken oder hören kann. Diese Welt kann stattfinden:

Mit dem Konjunktiv II verlassen wir die reale Welt und widmen uns der irrealen Welt. Die
irreale Welt ist das Reich der Phantasien, der Vorstellungen, der Wünsche, der Träume,
der irrealen Bedingungen und Vergleiche, aber auch der Höflichkeit. Diese gedachten,
angenommenen oder möglichen Sachverhalte, die nicht real sind und nicht existieren,
werden mit dem Konjunktiv II gebildet.

Indikativ Verb 1 Subj. Mittelfeld Verb 2

Ich bin immer allein. Wäre ich doch nicht immer alleine.

Ich habe keine Freunde. Hätte ich doch nur ein paar Freunde.

Ich wohne in einer Holzhütte. Würde ich doch nur in einem Palast wohnen.

Ich kann nicht in Urlaub fahren. Könnte ich doch bloß in Urlaub fahren.

Ich gewinne nicht im Lotto. Würde ich doch endlich im Lotto gewinnen.

Die Bildung in der Gegenwart

Man hat 2 Möglichkeiten, den Konjunktiv II zu bilden:

• würde + Infinitiv

Die meisten Verben benutzen das Hilfsverb " werden ", um den Konjunktiv II zu bilden.
" Werden " muss aber verändert werden, damit es den Konjunktiv II anzeigt. Die Form
des Konjunktiv II wird vom Präteritum abgeleitet: werden = " wurden ". Die
Präteritumsform "wurden" erhält einen Umlaut " würden ".

18
Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2

Indikativ Eva kauft teure Schuhe.

Konjunktiv II Ihr Mann würde die teuren Schuhe nicht kaufen.

Indikativ Susanne fährt ohne Geld in Urlaub.

Konjunktiv II Ihre Freundin würde nicht ohne Geld in Urlaub fahren.

Indikativ Der Angestellte kommt jeden Tag zu spät zur Arbeit.

Konjunktiv II Seine Kollegen würden nicht zu spät zur Arbeit kommen.

Die Bildung des Konjunktivs II mit den Verbformen

Alle Verben bilden auch eine eigene Konjunktiv II-Form, die ohne das Hilfsverb "
würden " gebildet wird. Bei den regelmäßigen Verben ist allerdings der Konjunktiv II mit
dem Indikativ Präteritum identisch, da diese Verben keinen Umlaut bilden können. Aus
diesem Grund wird bei den meisten Verben der Konjunktiv II mit dem Hilfsverb gebildet.
Nur bei wenigen Verben benutzt man die eigene Konjunktiv II-Form. Die Bildung bleibt
wie beim Verb "werden" gleich:
Präteritumform + Umlaut

ich / er, wir / Sie,


Infinitiv Präteritum Konj. II du ihr
sie, es sie
sein waren wären wäre wär(e)st wären wäret
haben hatten hätten hätte hättest hätten hättet
werden wurden würden würde würdest würden würdet
finden fanden fänden fände fändest fänden fändet
gehen gingen gingen ginge gingest gingen ginget
kommen kamen kämen käme kämest kämen käm(e)t
lassen ließen ließen ließe ließest ließen ließet
schlafen schliefen schliefen schliefe schliefest schliefen schlief(e)t
wissen wussten wüssten wüsste wüsstet wüssten wüsstet

Konjunktiv II der Vergangenheit

Es gibt nur eine Vergangenheit im Konjunktiv II gegenüber den drei


Vergangenheitsformen im Indikativ. Als Basis dient die Perfektform: "haben / sein +

19
Partizip II", wobei die Hilfsverben die Konjunktiv II-Formen " hätten " bzw. " wären "
erhalten.
wären / hätten + Partizip II
Position 1 Verb1 Mittelfeld Verb 2

Perfekt Die Frau ist immer zu spät gekommen.

Präteritum Die Frau kam immer zu spät.

Plusquamperfekt Die Frau war immer zu spät gekommen.

Konj. II der Verg. Die Frau wäre nicht zu spät gekommen.

Perfekt Der Mann hat kein neues Auto gekauft.

Präteritum Der Mann kaufte kein neues Auto.

Plusquamperfekt Der Mann hatte kein neues Auto gekauft.

Konj. II der Verg. Der Mann hätte ein neues Auto gekauft.

Konjunktiv II der Vergangenheit mit Modalverben


Position 1 Verb 1 Mittelfeld Infinitiv Infinitiv

Präteritum Oscar musste gestern arbeiten.

Perfekt Oscar hat gestern arbeiten müssen.


Konj. II mit
Oscar hätte gestern arbeiten müssen.
Modalverb
Präteritum Lena durfte nach Köln fahren.

Perfekt Lena hat nach Köln fahren dürfen.


Konj. II mit
Lena hätte nach Köln fahren dürfen.
Modalverb

Konjunktiv II und Passiv

Konjunktiv II der Gegenwart im Passiv:


würde + Partizip II

Aktiv: Das Notebook wird besser verkauft.


Passiv: Das Notebook würde besser verkauft.

20
• Konjunktiv II der Gegenwart im Passiv mit Modalverb.

Diese Konstruktion wird so gebildet:

würden + Partizip II + werden

Position 1 Verb 1 Mittelfeld Partizip II werden

Aktivsatz Der Lehrer korrigiert bald den Test.

Passivsatz Der Test wird bald korrigiert.

Kon. II Passiv Der Test würde bald korrigiert werden.

Aktivsatz Karmen schließt jetzt das Tor.

Passivsatz Das Tor wird jetzt geschlossen.

Konj. II Passiv Das Tor würde jetzt geschlossen werden.

Konjunktiv II der Vergangenheit plus Passiv.


Diese Konstruktion wird so gebildet:

wären + Partizip II + worden

Position 1 Verb 1 Mittelfeld Partizip II worden

Aktivsatz Urmel reparierte gestern das Auto.

Passivsatz Das Auto wurde gestern repariert.

Konj. II Passiv Das Auto wäre gestern repariert worden.

Aktivsatz Karsten hat den Schlüssel gefunden.

Passivsatz Der Schlüssel ist gefunden worden.

Konj. II Passiv Der Schlüssel wäre gefunden worden.

21

Das könnte Ihnen auch gefallen