Rechnungswesen
Rechnungswesen
I Buchführungspflicht
Buchführung: modellhafte Abbildung der ökonomischen Realität
Finanzbuchhaltung: Darstellung, Ermittlung der Vermögens-, Finanz- und Erfolgslage eines Unternehmens
Alle Geschäftsvorfälle werden chronologisch und sachlich geordnet
Geschäftsvorfälle: Einkäufe von Rohstoffen, Waren Langfristige Anschaffung von Gebäuden, Fuhrpark etc
Zahlungsverkehr Verkauf von Produkten, Dienstleistungen
Aufwendungen und Erträge Umsatzsteuer und Vorsteuer (Differenz als Schuld an FA)
Jahresabschluss, Periodenabgrenzung
Handelsrechtliche Buchführungspflicht (Jeder Kaufmann, Rechtsgrundlage §238 Abs. 1 S.1 HGB) Zuerst nach HGB prüfen, dann nach
Abgabenordnung AO Steuerrecht
IstKaufmann §1 HGB KannKaufmann Formkaufmann §6 HGB
- Wer ein Handelsgewerbe Betreibt laut Gesetz Handelsgewebe wozu laut HGB
betreibt Genossenschaften und KGs zählen, laut Rechtsform Kaufmann
Befreiung zur Kleingewerbetreibender §2 HGB
Buchführungspflicht und Gewerbebetrieb ohne
Erstellung eines Inventars: Kaufmännische Organisation
Einzelkaufleute (IstKaufmann (erstmal keine BFpflicht)
festgestellt), nicht KG, OG, - Pflicht, wenn in Handelregister
GmbH,.. eingetragen
Wenn an 2
aufeinanderfolgenden Land- & Forstwirte §3 HGB
Abschlussstichtagen Wenn nach Art & Umfang
Umsatzerlöse UE =< 600.000€ kaufmännische Organisation
Jahresüberschuss JÜ =< 60.000€ erforderlich ist, gilt §2 HGB
(Im Fall von Neugründung schon - Pflicht, wenn in Handelregister
am ersten Abschlussstichtag) eingetragen
Steuerrechtliche Buchführungspflicht: Wenn nach HBG, dann auch nach AO §140 AO = abgeleitete Buchführungspflicht)
Wenn nicht nach HGB, kann ggf. Nach AO (gewerbl. Unternehmer, Land/Forstwirte, Freiberufler)
Gewerbliche Unternehmen mit (oder):
Umsätzen > 600.000€ (pro Kalenderjahr)
Gewinn aus Gewerbebetrieb > 60.000€ wenn ja, dann Post vom Finanzamt
Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft > 60.000€
II Laufende Buchungen
Inventur Inventar
Mengen-, wertmäßige Bestandsaufnahme aller Vermögensgegenstände und Ergebnis der Inventur
Schulden Verzeichnis, dass sämtliche Gegenstände nach Art, Menge
Aufnahme erfolgt teils körperlich (Messen, Zählen, Wiegen) und teils und Wert aufweist
buchmäßig (immaterielle Vermögensgegenstände: Rechte, Ford. Und Verb.) Aufstellungspflicht Inventar laut §240 Abs. 1 und 2 HGB
Beginn Handelsgewerbe, dann jedes Jahr
Ziele der Inventur: Tatsächliche Bestände erfassen, Mengen kontrollieren, Werte überprüfen
Mit Suchbeständen der EDV abstimmen und bereinigen EDV: Elektronische Datenverarbeitung
Arten: Aufbau:
Ausführlicher:
Inventurdifferenzen: Die Inventur kann fehlerhaft sein, was über den Rohstoffaufwand verbucht wird
Vermögen Kapital
Anlagevermögen AV (wird gebraucht > 1 Jahr) Eigenkapital Fremdkapital
Materiell zb Maschinen EK zB. Jahresüberschuss, Rückstellungen zb Steuern
Immateriell zb Lizensen, Patente Eigenkapital Langfristiges FK zb Darlehen
Umlaufvermögen UV (wird verbraucht < 1 Jahr) Kurzfristiges FK zb Lieferanten-
zB Vorräte, Warenlager, Forderungen schulden, Verbindlichkeiten LuL
Bilanzveränderungen:
Aktivtausch: Kunde zahlt Rechnung 1.000€ bar.
Passivtausch: Umwandlung Verbindlichkeiten in Darlehen 10.000€.
Beispiele
Aktivtausch: Aktivtausch:
Erfolgskonten
* Lassen sich nicht aus Eröffnungsbilanz ableiten
* Aufwendungen mindern, Erträge mehren das EK
* werden nicht direkt im EK-Konto erfasst, sondern in Erfolgskonten
* Buchungsregeln: Erträge werden im Haben, Aufwendungen im Soll gebucht
* Zusammenführung im Gewinn- und Verlustkonto
Erfolgskonto
Aufwandskonto Ertragskonto
*Löhne, Gehälter *Umsatzerlöse UE
*Mietaufwand *Provisionserträge
*Bürobedarf *Grundstückserträge
*Fahrzeitkosten *usw.
*Porto
*Abschreibungen
*Zinsaufwand
*usw.
Buchungen im Warenverkehr
Benötigte Konten: Wareneingang (WE) - Aufwandskonto
Waren(-bestant) - aktives Bestandskonto
Bestandsveränderungen Waren (BV) - Unterkonto vom Wareneingang
Umsatzerlöse (UE) - Ertragskonto
Bestandsveränderungen: Meist stimmt eingekaufte Ware nicht mit verkauften Ware überein (Lagerbewegungen)
Die Bestandsveränderung muss am Ende des Geschäftsjahres berücksichtigt werden
Zu Behinn: Warenanfangsbestand wird auf dem Konto Waren im Soll vorgetragen
Zum Ende: Der durch die Inventur ermittelte Endbestand wird im Haben gebucht
Der Saldo des Warenkontos ergibt die Bestandsveränderun
Bestandsmehrung AB < EB Bestandsminderung AB > EB
Wareneinkauf Warenverkauf
Lagerbestand ist angewachsen Lagerbestand hat sich verringert
Buchungssatz: Waren(-bestand) -an- Bestandsveränderung Buchungssatz: Bestandsveränderung -an- Waren(-bestand)
Umsatzsteuer/ Mehrwertsteuer (Regelsteuersatz von 19%, zB bei Verzehr im Restaurant, in Ausnahmen 7% (ermäßigt) zB bei Mitnahme)
Vorsteuer: (Eingangsrechnung) Fällt beim Einkauf an (Forderung gegenüber Finanzamt) aktives Konto
Umsatzsteuer: (Ausgangsrechnung) Fällt beim Verkauf an (Verbindlichkeit gegenüber Finanzamt) passives Konto
Umsatzsteuerlast: USt – VoSt - Wenn VoSt größer als USt, dann kommt es zu einer Umsatzsteuerrückerstattung
2. Verb. Aus L+L 5.950 -an- Wareneingang 5.000 2. Umsatzerlöse 10.000 -an- [Link] L+L 11.900
VoSt 950 USt 1.900
3. [Link] L+L 113.050 -an- Kasse 113.050 3. Kasse -an- [Link] L+L 47.600
Buchung: Buchung:
Wareneingang 900 -an- Verb.L+L 1.071 Ford.L+L 5.355 -an- Umsatzerlöse 4.500
VoSt 171 USt 855
Buchungssätze formulieren
1. Bei Rechnungserhalt: Maschine 50.000 -an- Verb.L+L 59.500
VoSt 9.500
2. Bei Bezahlung: Verb.L+L 59.500 -an- Bank 58.310
Maschine 1.000 nicht Skonto
VoSt 190
d. e.
S G+V-Konto H Gewinn- und Verlustrechnung gem. §275 Abs. 2 HGB
Rohstoffe 200.000 UE 3.000.000 UE 3.000.000
Löhne 400.000 BV unf. Erz. 50.000 - 305.600
Verw.G 50.000 + 50.000
Vertr. G 20.000 - 200.000
Abschr. 40.000 - 470.000
Mietaufw. 8.000 - 40.000
BV fert. 305.600 - 8.000
Gewinn 2.026.400 2.026.400 Jahresüberschuss
Inventurdifferenzen
Soll an Haben sind nicht ausgeglichen.
Die Differenz bucht man als sonstigen betriebl. Aufwand bzw Rohstoffaufwand – S Rohstoffe H
entweder Soll oder Haben AB 200.000 2) 200.000
Bsp: 11) 10.000
RohstoffeAB (01.01.) 200.000 1) 400.000 EB 390.000 (lt.
EB (31.12) 390.000 (lt. Inventur) Inventur)
600.000 600.000
Buchung obiger Inventurdifferenz:
11) Rohstoffaufwand -an- Rohstoffe 10.000
Privateinlagen und-entnahmen
Nur relevant für Personengesellschaften; Regeln alle Geld-, Sach-, Nutzungs- oder Leistungseinladen oder Entnahmen
Privatentnahmen §4 Abs.1 S. 2 EstG Privateinlagen §4 Abs. 1 S. 8 EStG
Alle Wirtschaftsgüter, die der Steuerpflichtige dem Betrieb für Einlagen aller Wirtschaftsgüter, die der Steuerpflichtige dem Betrieb
betriebsfremde Zwecke entnimmt (Barentnahmen, Waren, im Laufe des Wirtschaftsjahres zugeführt hat (Bareinzahlungen und
Erzeugnisse, Nutzungen und Leistungen) sonst. Wirtschaftsgüter)
Geldentnahmen, Sachentnamen, Nutzungsentnahmen, Geldeinlagen, Sacheinlagen, Nutzungseinlagen, Leistungseinlagen
Leistungsentnahmen
Sie mindern das Eigenkapital Sie erhöhen das Eigenkapital
III Jahresabschlussbuchungen
Abschreibung §253 Abs. 3 HGB
Abnutzbare Gegenstände, deren Verwendung und Nutzung erfahrungsgemäß länger als 1 Jahr
AK und HK sind auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer zu verteilen, zB Gebäude, techn. Anlagen, Maschinen, BGA
Nutzungsdauer: vorsichtig zu schätzen, Anhaltspunkte in Abschreibungstabelle von Bundesministerium für Finanzen
Abschreibung ist ein betrieblicher Aufwand und wird im Soll gebucht
! Pro Rata Temporis Regel: Wird ein Vermögensgegenstand im Laufe des Geschäftsjahres abgeschafft, ist die Abschreibung für das AnschaffJahr
grundsätzlich zeitanteilig zu berechnen. Bei Anschaffung im Laufe des Monats wird ein voller Monat angesetzt.
Anlagenabgänge
Bisher betriebl. Genutzte Vermögensgegenstände des Anlagevermögens können im Laufe d. Geschäftsjahres aus dem Betriebsvermögen
ausscheiden, zb Veräußerung, Inzahlungsgabe, Verschrottung, Überführung ins Privatvermögen
Anschaffung (01.09.2009)
Maschine 10.000,- -an- Verb. L+L 11.900
VoSt 1.900,-
EB 0 Gewinn 334
8.666 8.666 9.000 9.000
Nicht Gewinn aus Verkauf, dieser so zu berechnen:
Gewinn Maschine: Erlös – RBW = 9.000 – 7.916 = 1034
b) (1) Veräußerungsvorgang
Kasse 8.330 -an- Erlöse aus Anlageverkäufen 7.000
Umsatzsteuer 1.330
(2) s.o. 7.000 – 7.916 = -916
Verlust aus Verkauf
(3) s.o.
S Maschine H S G+V Konto H
Abschreibung 8.666 Abschreibung 750 Abschreibung 750 Erlös A 7.000
Abgang 7.916 Abgang 7.916 Verlust 1.666
EB 0
8.666 8.666 8.666 8.666
Nicht alle Geschäftsvorfälle (Auszahlung = Aufwand, Einzahlung = Ertrag) beziehen sich auf die jeweilige Abrechnungsperiode.
Manchmal fallen Vorfall und Geldfluss in unterschiedliche Perioden, dafür gibt es sog. Abgrenzungsbuchungen
Grundsätzlich sind 2 Arten von Geschäftsvorfällen zu unterscheiden die Abgrenzungsbuchungen erforderlich machen §252 Abs.1 Nr.5 HGB
Transitorische Posten §252 Abs. 1 Nr. 5 HGB Antizipative Posten §252 Abs. 1 Nr. 5 HGB
Zahlungsvorgang (Einzahlung oder Auszahlung) liegt im „alten“ Jahr, Der Erfolgsvorgang (Aufwand, Ertrag) liegt im „alten“ Jahr, der
der Erfolgsvorgang (Aufwand oder Ertrag) betrifft das folgende Jahr Zahlungsvorgang (Einzahlung, Auszahlung) betrifft das folgende Jahr
ARAP Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten
§250 Abs. 1 Satz 1 HGB
Geld wird aufgewendet Sonstige Forderungen Geld wird erhalten
Ergebnis 04: -20.000 ARAP anteilig über Laufzeit abschreiben: §250 Abs. 3 S. 2 HGB
20.000 / 5 Jahre = 4.000 * 3 / 12 = 1.000
31.12.04: Zinsähnlicher Aufwand -an- ARAP 1.000
05: Zinsähnlicher Aufwand -an- ARAP 4.000
Bsp.2: Bilden Sie Buchungssätze! – Der Unternehmer U hat am 01.07.2000 bei der ABC Bank ein Darlehen iHv 50.000€ aufgenommen. Die
Auszahlung beträgt aber nur 48.000€. Das Darlehen hat eine Laufzeit von 4 Jahren und wird mit 3% pro Jahr verzinst. Die Jährlichen Zinsen
werden per Lastschrift eingezogen. Die Rückzahlung des Darlehens erfolgt am Ende der Laufzeit. Gehen Sie davon aus, dass der U einen
möglichst hohen Gewinn anstrebt:
31.12.01 – 31.12.03
Zinsaufwand -an- Bank 1.500
Zinsähnl. Aufwand -an- ARAP 1.000 4.000 / 4 = 1000 Ergebnis 01 = -1000
31.12.04
Zinsaufwand -an- Bank 750
Zinsähnl. Aufwand -an- ARAP 500
Darlehen -an- Bank 50.000
Erhaltene Anzahlungen
Verbindlichkeiten für den Unternehmer (Unternehmer muss seine Leistung noch erbringen) Bilanzausweis §266 Abs. 3 C 3 HGB
Beispiel:
Chaos AG erzählt im Dezember 01 Anzahlung per Bank für eine in 02 zu erbringende Leistung iHv 11.900 €. Im Jahr 02 wird die Leistung von der
AG erbracht und dem Kunden die Schlussrechnung gestellt, der endgültige Rechnungsbetrag beträgt 18.000 + 19% USt
Passives Bestandskonto
Dez. 01: Bank 11.900 -an- erh. Anzahlungen 10.000 <- von ARAP, weil Leistung nicht zeitl. Abgrenzbar ist wie zB Mietzahlung
USt 1.900
02: 18.000 entg. Rechnungsbetrag
+ 3.420 USt 19%
- 1.900 USt (schon geleistet)
- 11.900 Anzahlung
= 9.520 Rest (Ford. LuL)
Rückstellungen
Verbindlichkeiten deren Höhe und/oder Fälligkeit unbestimmt ist.
Passivkonto (zwischen EK und Verbindlichkeiten)
Abschließende Aufzählungen der Rückstellungsarten des §249 HGB
Übung:
Die X GmbH hat sich in 01 verpflichtet einem Kunden im neuen Jahr Ware für 10.000€ zzgl. USt zu liefern. Am 31.12.01 betragen die
Einkaufspreise der Ware 12.000€. Die X-GmbH hat die Ware noch nicht beschafft und auch nicht auf Lager vorrätig.
a) Kommt handelsrechtlich eine Rückstellung in Betracht ?
Ja, eine Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften (§249 Abs. 1 S.1 HGB)
Passivierungspflicht, negativer Erfolgsbetrag: 2.000€
31.12.01 Folgejahr 02:
Sonst. Betr. Aufwand -an- Rückstellungen 2.000 Wareneingang 12.000 -an- Kasse/Bank/Verb. 14.280
(Ergebnis G+V: -2.000) VoSt 2.280
IV Jahresabschluss
Alles, was in der Buchführung gesammelt wird, wird am Ende des Jahres im Jahresabschluss (JA) zusammengefasst
Aufgaben des Jahresabschlusses
Handelsrechtlich Steuerrechtlich
Information – Generalnorm §264 Abs. 2 Satz 1 HGB Ermittlung Besteuerungsgrundlage
Vermittlung des zu den tats. Verhältnissen entsprechenden Besteuerung des Gewinns ohne die wirt. Leistungsfähigkeit des
Bildes über Vermögens-, Finanz-, Ertragslage Unternehmen zu gefährden
Dokumentation
Ergebnisermittlung bzw Ausschüttungsbemessungsfunktion
Gläubigerschutz
Gesellschafterschutz
Ausser diesen
handelsrechtlichen
Bestandteile Jahresabschluss:
Personenunternehmen Kapitalgesellschaften ohne Kapitalgesellschaften mit
(OHG, KG, GbR, Kapitalmarkt-orientierung Kapitalmarktorientierung
Einzelkaufmann) (GmbH & GmbH CoKG) (AG, KGaA)
§242 Abs. 3 HGB §264 Abs. 1 Sat 1 HGB + §264 Abs. 1 Satz 2 HGB +
Kap&Co §264a HGB Kap&Co §264a HGB
Bilanz Bilanz Bilanz
Gewinn- und Gewinn- und Verlustrechnung GuV Rechnung
Verlustrechnung Anhang Anhang
Kapitalflussrechnung
Eigenkapitalspiegel
Ggf.
Segmentberichterstattung
Keine Frist 6 Monate Frist nach Ende 3 Monate Frist nach Ende
§243 Abs. 3 HGB Geschäftsjahr Geschäftsjahr
§264 Abs.1 Satz 4 HGB §264 Abs. 1 Satz 4 HGB
Keine Prüfungspflicht Keine Prüfungspflicht Prüfungspflicht für JA und
Lagebericht §316 HGB
Aufstellungserleichterungen:
Kleinstkapitalgesellschaften Kleine Kapitalgesellschaften
Kein Lagebericht §264 Abs. 1 Satz 4 HGB (Erläuterungsteil) Kein Lagebericht §264 Abs. 1 Satz 4 HGB
Kein Anhang §264 Abs. 1 Satz 5 HGB
Vereinfachte Bilanzgliederung §266 Abs. 1 Satz 4 HGB Vereinfachte Bilanzgliederung §266 Abs.1 Satz 4 HGB
- Nur Posten mit Buchstaben - Nur Posten mit Buchstaben und röm Zahlen
Verkürzte GuV §275 Abs. 5 HGB Verkürzte GuV §276 HGB
Prüfung
Nicht §316 HGB: nat. Pers, PersGes, [Link] bzw. Kap&Co
Pflicht für JA und Lagebericht: mittelgr., gr. KapGes bzw Kap&co
Wer prüft: §319 HGB Wirtschaftsprüfer bzw -Gesellschaften (WP bzw WP-Ges.)
-Auslaufmodell bei mittelgr. GmbH bzw Kap&co: möglich auch durch
Sanktionen:
§329 Abs. 1 Satz 1 HGB
§335 Abs. 1 Satz 1 HGB (= Ordnungsgeldverfahren)
6 Wochen Zeit um Offenlegung nachzureichen, sonst:
§335 Abs. 3 Sat 1 HGB (= 53,50€)
§335 Abs. 4 Satz 1 HGB (2.500€ - 25.000€)
Wenn wieder nicht, wird Ordnungsgeld erneut angedroht
2014 (BFJ)
160.000 Ordnungsgeldverfahren, weil JA 2012 nicht bis zum
Jahresende 2013 offengelegt worden ist
Offenlegungsfrist: 12 Monate nach Ende Geschäftsjahr. KapMarktorientierte KapG: max. 4 Monate nach Ende GJ
KapMarktorientierte KapG: Zusätzlich EK-Spiegel, Kapitalflussrechnung als Teil der JA einreichen
Besonderheiten bei - gem. §267 Abs. 3 Satz 2 HGB gelten diese immer als große KapGes
Börsennotierten AktienGes: - gem. §325 Abs. 4 HGB: Offenlegungsfrist nur max. 4 Monate nach Ende des GJ
- JA besteht aus Bilanz, GuV, Anhang, Kapitalflussrechnung, EK-Spiegel und ggf. Segmentbericht §264 Abs 1 HGB
Wertaufhellungsprinzip:
Handelsrechtliche Bewertungsmaßstäbe:
Anschaffungskosten §255 Abs. 1 HGB AK + Nebenkosten + nachträgliche AK – Anschaffungspreisminderungen
Herstellungskosten §255 Abs. 2 HGB MEK, FEK, SEKF, MGK, FGK, Werteverzehr AV, Allg. Verwaltung
Börsen und Marktpreis §253 Abs. 4 Satz 1 HGB Bei Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens sind Abschreibungen
vorzunehmen, um diese mit niedrigerem Wert anzusetzen, der sich aus Börsen-, oder
Marktpreis am Abschlussstichtag ergibt
Beizulegender Wert §253 Abs. 3 Satz 3 HGB Bei Selbsterschaffenen immat. Vermögensgegenständen aus Anlagevermögen: keine
verlässliche Schätzung der ND möglich: planmäßige Abschreibung der HK über 10
Jahre vorzunehmen
Börsen-, Marktpreis nicht festzustellen + AK und HK übersteigen Wert der dem
Vermögensgegenstandes beizulegen ist: auf diesen Wert abzuschreiben
Erfüllungsbetrag §253 Abs. 1 Satz 2 HGB Verbindlichkeiten anzusetzen mit ihrem Erfüllungsbetrag und Rückstellungen mit
(durch vernünftige kaufmännische Beurteilung) notwendiger Erfüllungsbasis
Beizulegender Zeitwert §253 Abs. 1 Satz 3 HGB
Bewertung Aktiva:
Aktiva
Nicht abnutzbare Vermögensgegenstände des AV Abnutzbare Vermögensgegenstände des AV
(Abschreibung erforderlich
Grund und Boden, Immaterielle Vermögensgegenstände (Wie Software etc.)
Beteiligungen, Gebäude
Andere Finanzanlagen (zb Wertpapier) Unbewegl. Vermögensgegenstände die keine Gebäude, -teile sind
(Hecke bei Betriebsgrundstück)
Ansatz: Grundsätzlich Anschaffungskosten Bewegliche Vermögensgegenstände (BGA, Maschinen etc)
AK oder HK AK oder HK
- außerplanmäßige Abschr. - planmäßige Abschr.
= fortgeführte AK/ HK = fortgeführte AK/HK
- außerplanm. Abschreibung
= niedrigerer beizulegender Wert
Außerplanm. Abschreibung: Abschreibung auf den niedrigeren Planmäßige Abschreibung: (steuerrechtlich: AfA * Absetzung für Abnutzung)
beizulegenden Wert
Wertaufholung (Wenn Wert wieder steigt) §253 Abs. 5 HGB – Wertaufholungspflicht (Ausnahme: derivaler Firmenwert)
Beispiel: XY-OHG
31.12.01 beizulegende Werte (dauerhaft):
Wertpapiere 110.000
Anlagevermögen: Maschine 100.000
Vorräte 60.000
Wertpapiere 01.01.01 AK = 100.000€ 31.12.02 a) beizulegende Werte (dauerhaft)
Maschine AK = 100.000€ Wertpapiere 70.000
01.01.01/ND 10J/lin. AfA Maschine 60.000
Vorräte 40.000
Umlaufvermögen: b) beizulegende Werte (vorrübergehend)
Wertpapiere 70.000
Vorräte 01.01.01 AK = 50.000€ Maschine 60.000
Vorräte 40.000
Wertansätze 31.12.01/31.12.02??
31.12.01 31.12.02 a) 31.12.01 b)
Wertpapiere: Wertpapiere: Werpapiere: (Finanzanlagen)
börsenwert höher als AK, aber unrealisierter AK-beizulegender Wert: 30.000€ Möglichst niedriger Gewinn:
Gewinn, Ansatz AK gem. §252 Abs. 1 Nr. 4 (außerplanm. Abschr. (da dauerhaft) Außplanm. Abschr. -an- Wertpapiere 30.000
(Realisationspr.) Außplanm. Abschr. -an- Wertpapiere 30.000 Bilanzansatz 70.000
Bilanzansatz = 100.000 Bilanzansatz = 70.000 Möglichst hoher Gewinn:
Maschine: Maschine: Keine Abwertung, Bilanzansatz 100.000
AK – Abschr. 01 (ND 10 J) = fortgef. AK Fortgef. AK 01 = 80.000 (da beizuleg. Wert Maschine:
100.000 – 10.000 = 90.000 niedriger:) Abschreibung = 10.000 Abwertungsverbot
Ansatz fortgef. AK gem §253, aber Außplanm Abschr.20.000 -an- Masch 30.000 Abschr. -an- Maschine 10.000
unrealisierter Gewinn 10.000 Bilanzansatz: 60.000 Bilanzansatz 30.000 (fortgef. AK = AK-
Abschreibung -an- Maschine 10.000 (planm.) Vorräte: Abschr.01 – Abschr. 02)
Bilanzansatz: 90.000€ Ak-beizulegender Wert = 50.000 – 40.000 = Vorräte:
Vorräte: 10.000 (außerplanm. Abschr., da UV) Abwertungspflicht, da UV:
unrealiserter Gewinn AK gem §252 Abs. 1 Nr. Außplanm. Abschr. -an- Vorräte 10.000 Außerplanm. Abschr. -an- Vorräte 10.000
4 und 253 Abs 1 HGB Bilanzansatz = 40.000 Bilanzansatz = 40.000€
Bilanzansatz = 50.000€
Wertaufholung:
Wenn Wertminderung wieder entfällt, muss gewisser Wert wieder zugeschrieben werden.
1. Planmäßige Abschreibung: Abschreibung -an- Maschine
2. Planmäßig fortgeführte HK/AK berechnen: HK/AK – planm. Abschr. = fortgef. HK/AK
1. Zuschreiben bis auf neue fortgef. HK/AK : fortgef. HK/AK – Restbuchwert = Zuschreibung
2. Restbuchwert: Wert nach Abzug Planm. Abschreibung Maschine -an- Zuschreibungserträge
3. (neues Jahr) Neuer Bilanzansatz / Restnutzungsdauer = Planm. Abschr. (neu)
Bewertung Vorräte
Grundsätzlich: Einzelbewertung §251 Abs. 1 NR. 3 HGB
Ausnahmen:
o Durchschnittsbewertung §240 Abs. 4 HGB iVm §265 Satz 2 HGB
o Verbrauchs- bzw. Veräußerungsfolgeverfahren (LiFo, FiFo) §265 Satz 1 HGB
o Festbewertung §240 Abs. 3 HGB iVm §265 Satz 2 HGB
Gilt grds. Nur für Inventar, aber gem. §256 Satz 2 ist diese Bewertungsmethode auch für den handelsrechtlichen
Jahresabschluss zulässig
Vorraussetzungen:
Sachanlagevermögen sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
Nach einem Abgang müssen die Gegenstände regelmäßig ersetzt werden.
Annahme: Abgänge und Zugänge gleichen sich ungefähr aus
Gesamtwert muss für UN von nachrangiger Bedeutung sein
Festwertansatz < 5% der Bilanzsumme
Bestand darf in Größe, Wert und Zusammensetzung nur geringen Schwankungen unterliegen zb kein
festwert bei stark ansteigenden Preisen
Alle 3 Jahre Durchführung einer körperl. Bestandsaufnahme
Zugänge werden als Aufwand in der GuV erfasst
Beispiel für:
1. Einfach gewogener Durchschnitt
2. Gleitender gewogener Durchschnitt
3. LiFo (last in first out)
4. FiFo (first in first out
Einfach gewogener Durchschnitt §240 Abs. 4 HGB gleichartige etc. Vorräte können zu einer Gruppe zusammengefasst und mit gewogenem
Durschnittswert angesetzt werden. Auch für JA anwendbar!
Kg €/kg €
01.01 1.00 11,00€ 11.000€
0 1. Durchschnitt bilden: 34.380€ / 3.000kg = 11,46 €/kg
05.03 500 11,50€ 5.750€ 2. Bestand: Endbestand * Durschnitt = 1.300 * 11,46€/KG = 14.398€
07.05 800 11.80€ 9.440€ 3. Aufwand: E Aufwand * Durchschnitt: 1.700kg * 11,46€/Kg = 19.482€
08.09 700 11,70€ 8.190€
∑ 3.00 34.380
Gleitender gewogener Durchschnitt Durchschnitt wird vor jedem Abgang neu berechnet
§240 Abs. 4 iVm §265 Satz 2 HGB Durchschnittsbewertung
Kg €/kg €
01.01 1.000 11,00€ 11.000€
05.03 500 11,50€ 5.750€ 1. Ab- + Zugänge (bis Abgang) addieren und Durchschnitt bilden
07.05 800 11.80€ 9.440€ 2. Abgang abziehen mi Durchschnitt €/kg
2.300 11,387€ 26.190 3. Zugänge addiern und Durchschnitt bilden Usw.
08.07 -900 11,387 -10.248,30 4. Bestand: ∑ kg und ∑ €
1.400 15.941,70 5. Aufwand: Abgänge addieren (10.248,30 + 9.192,80 = 19.441,10€
08.09 700 11,70€ 8.190€
2.100 11,491 24.131,70
10.10 -800 11,491 -9.192,30
1.300 14.938,90
Last in First out Verbrauch ausrechnen und dann vom letzten Zugang aus aufaddieren
§256 Satz 1 Bewertungsvereinfachungsverfahren
Kg €/kg €
08.0 799 11,70 8.190 1. Aufwand berechnen ∑ Abgänge: 900 + 800 = 1700kg
9 2. Last in first out auflisten
07.0 800 11,80 9.440 3. Achtung: nur bis 1.700kg aufsummieren!
5
05.0 700 11,50 2.300
3
1.700 GuV 19.930 1. Endbestand 1.300kg = AB + Rest vom letzten Zugang
Bsp.:
Reich AG hat zu Beginn des GJ am 01.01 einen Bestand von 500kg eines Rohstoffes Kg €/kg €
(Schüttgut) im Werte von insg. 2000€ auf Lager. Es handelt sich dabei um gleichartige 01.0 500 4 2.000
Vermögensgegenstände des Vorratsvermögens. 1
Sie kauft am 05.04. 1000kg a 3,5€, am 20.09. 2.500kg a 5€, am 10.12. 1.200kg a 4,10€ ein. 05.0 1.000 3,50 3.500
Jahresbestand beläuft sich laut Inventur auf 2000kg. Es sind also 3.200 kg im Geschäftsjahr 4
für Produktionszwecke verbraucht worden. Vom Verbrauch entfallen auf die Monate 20.0 2.500 5 12.500
Februar 100kg, Mai 300kg, und Monat Oktober 2.800kg. Bilanzstichtat ist der 31.12 9
10.1 1.200 4.10 4.920
Weiteres Beispiel:
Durchschnittsbewertung §240 Abs. 4 iVm §256 Satz 2 HGB Bewertungsvereinfachungsverfahren §256 Satz 1
Einfach: Gleitend: LiFo FiFo
nur Zugänge addieren!! 1000 10 10.000 Aufw. 1000kg Aufw. 1.000
1.000 + 300 + 300 = 1.600 EB + 300 7 2.100 300 6 1.800 1000 10 10.000
10.000 + 2.100 + 1.800 = 13.900 € = 1300 9,31 12.100 300 7 2.100
13.900 / 1.600 = 8,69 - 1000 9,31 9310 400 10 4.000 Bestand 600
Bestand: Abgang mit einberechnen: = 300 2790 1000 7.900 300 6 1.800
600 * 8.69 = 5214 + 300 6 1.800 300 7 2.100
Aufwand: 1.000* 8,69 = 8690 = 600 Bestand 4590 Bestand 600 600 3.900
600 10 6.000
Nur bei Uneinbringlichkeit der Forderung darf die Umsatzsteuer berichtigt warden (Insolvenzeröffnung, eidesstattliche Versicherung,
rechtskräftiger Vergleich, Verjährung gem BGB-Fristen)
Bei Zweifelhaften Forderungen darf eine Umsatzsteuerkorrektur erst durchgeführt werden, wenn ein Teil der Ford. tatsächlich ausfällt.
Aufgabe:
Die Schnellreich GmbH hat zum 31.12.01 einen Forderungsbestand aus L+L iHv 299.880€ (incl 19% Ust)
Davon: Zweifelhafte Forderungen:
Kunde A 9.996 (vermutlicher Ausfall 60%)
Kunde B 2.142 (vermutlicher Ausfall 50%)
Kunde C 7.021 (vermutlicher Ausfall 90%)
Uneinbringliche Forderungen wegen Insolvenzeröffnung:
Kunde D 4.284
Im Jahr 03 ereigneten sich folgende Geschäftsvorfälle:
1) Banküberweisung iHv 2.998,80€ auf zweifelhafte Forderung Kunde A, der Rest ist verloren
2) Banküberweisung iHv 1.285,20€ auf zweifelhafte Forderung Kunde B, der Rest ist verloren
3) Forderung des Kunden C ist voll uneinbringlich geworden
a. Nennen Sie die erforderlichen Abschlussbuchungen für das Jahr 01
b. Welcher Wert ist in der Bilanz zum 31.12.01 unter Forderungen aus L+L auszuweisen ?
c. Nennen Sie die erforderlichen Buchungen für das Jahr 02
b.
S Ford.L+L H S [Link]. H Oder Berechnung:
AB 299.880 1) 19.159 1) 19.159 2) 11.250 Ford. L+L (AB) 299.880
3) 4.284 4) 7.909 - Abs. auf Ford. 11.250
4) 7.909 EB 284.346
- uneinbr. Ford. 4.284
307.789 307.789 19.159 19.159
31.12.01 284.346
Ford. L+L -an- Zw. Ford. 1909 (s.o)
Bank 2.998,80 -an- [Link]. 4.956 Bank 1.285,20 -an- [Link]. 1242 Ford. Verl. 590 -an- Zw. Ford. 1.711
Ust 1.117,20 USt 136,80 sonst. Betr. Ert. 180 Ust 1.121
[Link]. 840,00