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  • Deklination mit Artikel,
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  • Deklination von Adjektiven im …,
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GRAMMATIK
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DEKLINATION DES SUBSTANTIVS

1. Bedeutung, Form, Funktion

Man unterscheidet bei Nomen nach ihrer Bedeutung zwischen


- Menschen, Tieren und deren Namen: Mann, Nachbarin, Mädchen, Max, Fisch, Katze -
Pflanzen etc.: Gras, Tanne, Pilz, Alge
- Dingen und deren Namen: Kugelschreiber, Berg, Zugspitze, Stadt, Köln, Planet, Erde
- abstrakten Begriffen: Idee, Reise, Kummer, Ruhe, Geografie, Tag, Gramm Man kann Nomen
in der Regel in ihrer Form verändern (deklinieren), indem man verschiedene Kasus- und
Pluralformen bildet. Nomen muss man immer groß schreiben. Wenn man Artikel oder
Adjektive bei einem Nomen verwendet, muss man sie in der Regel an Genus ((grammatisches
Geschlecht) ; Männlich (maskulin); 2. Weiblich (feminin) 3.sächlich (neutral)
, Kasus1. Fall / Nominativ = wer / was Fall; 2. Fall / Genitiv = wessen Fall; 3. Fall / Dativ =
wem Fall; 4. Fall / wen / was Fall
und Numerus Die Einzahl (Singular); 2. die Mehrzahl ( Plural)
des Nomens anpassen.  der Tag, den Tagen, an diesem Tag, schöne Tage (Kongruenz)
Die Deklination im Deutschen geschieht mithilfe von Endungen, die an Substantive angehängt
werden. Die jeweiligen Endungen richten sich nach Kasus, Numerus und Geschlecht. Generell
unterscheidet man die starke Deklination und die schwache Deklination.

2. Die Starke Deklination oder Deklination des Substantivs I.


2.1. Deklination mit dem bestimmten Artikel
Singular Maskulin Feminin Neutral

Nominativ der Vater die Mutter das Kind

Genitiv des Vaters der Mutter des Kindes

Dativ dem Vater der Mutter dem Kind

Akkusativ den Vater die Mutter das Kind

Plural Maskulin Feminin Neutral

Nominativ die Väter die Mütter die Kinder

Genitiv der Väter der Mütter der Kinder

Dativ den Vätern den Müttern den Kindern

Akkusativ die Väter die Mütter die Kinder


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2.2. Deklination mit dem unbestimmten Artikel

Singular Maskulin Feminin Neutral

Nominativ ein Vater eine Mutter ein Kind

Genitiv eines Vaters einer Mutter eines Kindes

Dativ einem Vater einer Mutter einem Kind

Akkusativ einen Vater eine Mutter ein Kind

Plural Maskulin Feminin Neutral

Nominativ Väter Mütter Kinder

Genitiv Väter Mütter Kinder

Dativ Vätern Müttern Kindern

Akkusativ Väter Mütter Kinder

Regeln:

Bei der Deklination I oder starken Deklination bleibt die Singularform in allen Kasus gleich.
Nur im Genitiv wird die Endung –s oder – es angefügt.
Die Pluralform bleibt in allen Kasus gleich. Nur im Dativ tragen alle Wörter die Endung –n.
[Nur die Nomen mit der Plural-Endung –s (die Job-s) tragen im Dativ diese Endung nicht.]

I–S oder ES im Genetiv Singular, Maskulin und Neutral:

A. Man benutzt S,

a.Wenn das Substantiv mehrsilbig ist und auf eine unbetonte Silbe endet

z. B: der Lehrer = des Lehrers; der Sessel= des Sessels

b. Wenn das Substantiv auf Vokal oder Vokal + h endet

z. B: der Schuh = des Schuhs; das Drama = des Dramas

c. Wenn das Nomen substantiviert ist

z. B: das Sein = des Seins; das Grün = des Grüns

B. Man benutzt ES,

a. Wenn das Substantiv einsilbig ist

z.B: der Mann = des Mannes; das Kind = des Kindes


4

b. Wenn das Substantiv auf s, B, x, z, ch,

z.B: der Prozess = des Prozesses, der Schmerz = des Schmerzes

Anmerkung:

Die volle Form mit „es“ und die verkürzte Form mit „s“ können unterschiedslos gebraucht
werden, wenn mehrselbige Nomen auf betonte Silbe ausgehen.

z.B: der Erfolg(e)s; das Getränk(e)s

II. „n“ im Dativ Plural

z.B: die Männer = mit den Männern

2.3. Pluralbildung

Es gibt 8 verschiedene Pluralendungen im Deutschen:

1) --- der Bürger = die Bürger


2) -" der Garten = die Gärten
3) –e der Film = die Filme
4) -"e die Stadt = die Städte
5) –er das Bild = die Bilder
6) -"er das Amt = die Ämter
7) -(e)n die Tante = die Tanten
8) -s das Auto = die Autos

Das ist kompliziert. Deshalb: Lernen Sie zu jedem Nomen auch die Pluralform dazu.
Anmerkungen:

a) Wörter auf „-nis“ bilden den Plural auf „-nisse“ (das Ergebnis = die Ergebnisse)
b) Feminina auf „-in“ bilden den Plural auf „-innen“ (die Freundin)

3. Die schwache Deklination oder die Deklination des Substantivs II (n- Deklination)

3.1. Deklination mit dem bestimmten und unbestimmten Artikel

z. B: der Mensch

Singular Mit dem bestimmten Artikel Mit dem unbestimmten Artikel

Nominativ der Mensch ein Mensch

Genitiv des Menschen eines Menschen

Dativ dem Menschen einem Menschen

Akkusativ den Menschen einen Menschen


5

Plural Mit dem bestimmten Artikel Mit dem unbestimmten Artikel

Nominativ die Menschen Menschen

Genitiv der Menschen Menschen

Dativ den Menschen Menschen

Akkusativ die Menschen Menschen

Regeln:

a) Alle Substantive der schwachen Deklination sind maskulin


b) Außer im Nominativ Singular steht in allen Kasus die Endung –en
c) Nur –n steht :
 der Bauer = des Bauern = die Bauern
 der Nachbar = des Nachbarn = die Nachbarn
 der Ungar = des Ungarn = die Ungarn

Ausnahme:

der Herr = des Herrn = die Herrn

3.2. Liste der Substantive auf –(e)n

3.2.1. Substantive mit der Endung –e, die männliche Personen bezeichnen:

der Bote, der Erbe, der Experte, der Junge, der Kollege, der Kunde, der Neffe, der Sklave, der
Zeuge, der Bube, der Bursche, der Gefährte, der Genosse, der Heide, der Hirte, der Jude, der
Junge, der Knabe, der Kunde, der Laie, der Lotse, der Neffe, der Ochse, der Pate, der Riese, der
Zeuge, der Insasse, der Komplize, der Nachkomme

3.2.2. Maskuline Tierbezeichnungen mit der Endung –e:

der Affe, der Falke, der Hase, der Löwe, der Ochse, der Rabe, der Löwe, der Bulle,

3.2.3. Maskuline Substantive, die männliche Personen bezeichnen, mit folgenden


Endungen: -and; -ant; -at; -ent; -et; -ist; oge; -nom; -soph; - graf; -urg:

Der Student, der Produzent, der Kapitalist; der Bürokrat; der Präsident; der Sozialist, der
Diplomat, der Philosoph, der Protestant, der Kommunist, der Soziologe, der Biologe, der
Automat, der Journalist, der Demonstrant, der Musikant, der Polizist, der Idealist, der
Demokrat, der Photograph / Photograf, der Terrorist, Biologe. der Doktorand, der Praktikant,
der Kandidat, der Athlet, der Pädagoge, der Ökonom, der Chirurg, der Elefant, der Lieferant,

3.2.4. Weitere maskuline Substantive auf –(e)n


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Der Architekt, der Bär, der Held, der Bauer, der Narr, der Vetter, der Katholik, der Mensch, der
Fürst, der Christ, der Monarch, der Nachbar, der Prinz, der Rebell, der Herr, der Kamerad.

Ausnahmen

Einige Substantive bilden den Genitiv Singular zusätzlich mit –(e)s:


der Buchstabe = des Buchstabens; der Gedanke = des Gedankens ; der Name = des Namens;
der Friede = des Friedens; der Funke = des Funkens; der Haufe= des Haufens ; der Same = des
Samens; der Wille = des Willens

das Herz = des Herzens

4. Bezeichnung der Einwohner von Ländern und Erdteilen

4.1. Schwache Deklination

Afghane – Brite – Bulgare – Chinese – Däne – Finne – Franzose – Grieche – Russe – Schotte
– Schwede – Slowake – Sudanese – Tscheche – Türke – Ungar – Rumäne – Ire – Asiate –
Kroate - Libanese – Portugiese – Pole – Vietnamese – Jugoslawe

4.2. Starke Deklination

Ägypter - Argentinier – Engländer – Indonesier – Japaner – Norweger – Schweizer – Tunesier


– Australier – Algerier – Belgier – Holländer – Iraker – Kolumbianer – Österreicher – Spanier
– Afrikaner – Europäer – Araber – Brasilianer – Inder – Italiener – Marokkaner – Peruaner –
Syrer – Amerikaner – Ivorer – Palästinenser

Ausnahmen:

 Israeli - des Israelis – die Israelis Saudi – Saudis – Saudis

Somali – Somalias – Somalias Pakistani- Pakistanis- Pakistanis

 Der « Deutsche » wird ein Adjektiv dekliniert

Maskulin: der Deutsche – ein Deutscher

Feminin: e Deutsche – eine Deutsche

Plural: die Deutschen – Deutsche

Anmerkung : Abgesehen von « die Deutsche », wird bei Frauen immer die Endung „in“
gebraucht

Der Ivorerer = die Ivorerin; Der Spanier = die Spanierin


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4.3.Einige Ländernamen mit bestimmten Artikel

Maskulin: der Libanon, der Irak, der Iran, der Sudane

Feminin: die Schweiz, die Slovakei, die Cote d’Ivoire, die Soviet Union, Die Bundesrepublik
Deutschland, die Deutsche Demokratische Republik, die Monglei

Plural: Die Niederlande, Die Vereigniten Staaten von Amerika

5.Adjektive Und Partizipien Als Substantive

a. In unsere Abteilung singen einige Jugendliche

b. Die jungen Leute diskutieren mit den Reisenden

c .Ein alter Beamter wollte die Argumente der Jugendlichen nicht anerkennen.

Regeln:

Adjektive und Partizipien, die als Substantive benützt werden, werden wie ein Adjektiv
dekliniert.

Zu a. folgende gebrauchliche Substantive sind aus Adjecktiven erstanden

Zum Beispiel

Der Adelige – ein Adeliger; der Bekannte – ein Bekannter; der Blinde – ein Blinder; der
Deustche – ein Deutscher; der Taubstumme – ein Taubstummer; der Farbige – ein Farbiger;
der Geizige – ein Geiziger – der Gesunde – ein Gesunder; der Fremde – ein Fremder; der
Heillige- ein Heilliger; der Jugendliche – ein Jugendlicher; der Tote – ein Toter; der Lahme –
ein Lahmer; der Schuldige- ein Schuldiger; der Verwandte – ein Vewandter; der Weise – eine
Weiser; der Weisse – ein Weisser; der Schwarze – ein Schwarzer

Zu b. fogende gebrauliche Su sind substantive sind aus dem Partizip erstanden:

Der Abwesende – ein Abwesender; der Anwesende – ein Anwesender; der Ausbildende – ein
Ausbildender; der Heranwachsende – ein Heranwachsender; der Vorsitzende – ein
Vorsitzender; der Uberlegende- ein Überlegender; der Auszubildende – ein Auszubildender

Zu C. folgende gebrauliche Substantive sind aus Partizip II

Der Angeklate – ein Angeklater; der Betrunkene, der Angestellte, der Geschiedene, der
Behinderte, der Verheiratete, der Verlobte, der Verstobene, der Gelehrte, der Vorgesetze, der
Gefangene, der Beamte.
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DEKLINATION DER PERSONENNAMEN UND DER GEOGRAPHISCHEN NAMEN

1.Deklination der Personennamen


1.1. Ohne Artikel
Eigennamen zur Bezeichnung von Personen, stehen meist im Singular. Sie sind endungslos, mit
einer Ausnahme, dem Genitiv. Dort lautet die Endung -s. Sie werden dann ohne Artikel
gebraucht, der Genitiv wird auf -s: Hölderlins Gedichte (oder: die Gedichte Hölderlins),
Napoleons Niederlage, Jürgens Arbeit,
1.2. Endet der Stamm auf -s, -ss, -z oder -x, sind folgende Genitivformen möglich:
– Voranstellung und Apostroph (geschriebene Sprache): Marx’/Marxens „Kapital“, Fritz’
Hut, Horaz’ Satiren, Onassis’ Jacht
– Nachstellung und Präpositionalgefüge mit von (gesprochene Sprache): die „Fackel“ von
Kraus, die Idee von Hans
– mit Artikel: die Schriften des Horaz
1.3. Mit Artikel
Werden Eigennamen mit dem Artikel gebraucht, wird der Name nicht dekliniert, weil der Kasus
bereits am Artikel deutlich wird, steht noch ein Wort (Titel, Berufsbezeichnung) vor dem
Personennamen, wird auch dieses dekliniert: ein Stück des jungen Goethe, der Beitrag des
Dekans Müller, die Schriften des Professors Schmidt.
Bei mehreren Namen einer Person steht das Genitiv -s nur beim letzten Namen: die Werke
Georg Wilhelm Friedrich Hegels, Rainer Maria Rilkes Gedichte, aber: die Lieder Wolframs
von Eschenbach (Familienname = Ortsname), die Lieder Walthers von der Vogelweide.
Eine Apposition nach dem Eigennamen steht im gleichen Kasus:
des Eigennamens und Fräulein werden nicht dekliniert: das Referat des Doktor Werner, die
Kündigung des Fräulein Merk.
In der Verbindung Artikel + Herr + Name wird der Name nicht dekliniert: des Herrn Meier, des
Herrn Schmidt, aber Herrn Meiers.

2.Die Deklination der geographischen Namen


2.1. Ohne Artikel
Geographische Namen kommen meist nur im Singular vor und stehen ohne Artikel.
Geographische Namen Neutra haben im Genitiv die Endung -s. Die anderen Kasus weisen keine
Endung auf: Das ist Bayerns Besonderheit. Sie wohnen in Münchens schönster Lage. Das ist in
Italien so. Sie liebt England.
Steht ein Adjektiv vor dem geographischen Namen, kann das -s entfallen: die Befreiung des
besetzten Jerusalem(s).
Ähnlich wie bei den Eigennamen sind bei geographischen Namen, die auf - s, -ss, -z oder -x
auslauten, zur sprachlichen Erleichterung verschiedene Formen des Genitivs möglich:
– Präpositionalgefüge mit von (gesprochene Sprache): das Theater von Graz, der Dom von
Worms
– Voranstellung und Apostroph (nur geschriebene Sprache):
Paris’ Bürgermeister, Florenz’ Geschichte
9

2.2. Mit Artikel


Die mit Artikel gebrauchten maskulinen und neutralen geographischen Namen erhalten zumeist
ein Genitiv -s: des Balkans, des Iraks, des Brockens, des Rheins, des Atlantiks, des Mondes
Die Genitivendung wird jedoch, besonders bei fremden Namen, häufig schon weggelassen: des
Inn(s), des Ätna(s), des Himalaja(s), des Nil(s), des Kongo(s), des Mississippi
Ausnahme: des Orients, des Pazifiks
Gehen die Namen auf Zischlaut aus, dann werden sie entweder nicht dekliniert oder mit der
Endung -es versehen, manche schwanken: des Elsaß / Elsasses, des Harzes, des Taunus, des
Mars
Wie bei den Familien- und Personennamen wird bei folgenden Fügungen das bestimmende
Substantiv dekliniert, während der Name ungebeugt bleibt: das Gebiet des Landes Frankreich,
die Ufer des tiefen Flusses Rhein, auf dem Gipfel des Berges Zion Namen von Straßen, Firmen,
Institutionen, Zeitschriften, Schiffen, Flugzeugen, Theaterstücken usw. werden grundsätzlich
dekliniert; dies geschieht selbst dann, wenn sie in Anführungszeichen gesetzt sind: in der
Langen Gasse, im „Europäischen Hof“, die Bilder des Louvres, Zitate aus Büchmanns
„Geflügelten Worten“, das Titelbild der „Frankfurter Illustrierten“, in Schillers „Räubern“, eine
Erklärung des Weißen Hauses, des Vatikans .
Soll der Eigenname nicht dekliniert werden, muss der entsprechende Gattungsname
vorangestellt werden: im Hotel „Atlantischer Hof“, das Titelblatt der Zeitschrift „Frankfurter
Illustrierte“ Völkernamen werden normal dekliniert wie Gattungsnamen: der Franzose, ein
Deutscher, eine Engländerin, die Italienerinnen, des Schwaben, dem Berliner Bei mehrsilbigen
und mehrgliedrigen Städtenamen ist nur Umschreibung möglich, ebenso bei zahlreichen
ausländischen Städten: die Einwohner von Los Angeles, die Frauen von Wladiwostok, die
Fischer von Lima, die Menschen von Rio de Janeiro
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DEKLINATION DES ADJEKTIVS

Allgemeines über das Adjektiv

Adjektive sind Eigenschaftwörter. Sie geben an, wie jemand oder etwas ist. Sie bezeichnen
Qualität (gut, klug ) und Quantität (zwei, hundert). Das sind Wörter, mit denen man Lebewesen,
Dinge, Zustände, Vorgänge und Tätigkeiten charakterisieren kann. Wir können Adjektive als
prädikativ (Das Haus ist hoch) und attributiv (Der brave Mann ist tot) verwenden.

Attributiv: Es steht vor dem Substantiv und passt sich dem Substantiv an, d.h. es wird
dekliniert (ein schönes Haus)
Prädikativ: Es steht nach dem Verb und dann bleibt es unverändert (das Haus ist schön)
Als Adjektiv werden auch Partizip I (das schlafende Haus) und Partizip II (der angekommene
Zug) verwendet.

Wie der bestimmte oder unbestimmte Artikel stimmt das Adjektiv mit dem Substantiv in Zahl,
Kasus und Genus überein. Man unterscheidet:

- Die Deklination mit dem bestimmten Artikel (schwache Deklination)


- Die Deklination mit dem unbestimmten Artikel (gemischte Deklination)
- Die Deklination ohne Artikel (starke Deklination)

1.Deklination mit dem bestimmten Artikel

Singular Maskulin Feminin Neutral

Nominativ der junge Mann die junge Frau das kleine Kind

Genitiv des jungen Mannes der jungen Frau des kleinen Kindes

Dativ dem jungen Mann der jungen Frau dem kleinen Kind

Akkusativ den jungen Mann die junge Frau das kleine Kind

Plural Maskulin Feminin Neutral

Nominativ die jungen Männer die jungen Frauen die kleinen Kinder

Genitiv der jungen Männer der jungen Frauen der kleinen Kinder

Dativ den jungen Männern den jungen Frauen den kleinen Kindern

Akkusativ die jungen Männer die jungen Frauen die kleinen Kinder
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Regeln
A
a. Im Plural haben alle Formen die Endung – en
b.Im Singular haben die fünf rot geschriebenen Adjektivformen die Endung --- e; alle anderen
Formen haben die Endung – en

B. Anstelle des bestimmten Artikels können gebraucht werden:

a. dieser – diese – dieses – pl.: diese


b. jener – jene – jenes – pl.: jene
c. jeder – jede – jenes – pl.: alle
d. mancher – manche – manches pl.: manche
e. solcher – solche – solches – pl.: solche
f. welcher – welche – welches – pl.: welche
g. derjenige – diejenige – dasjenige – pl.: diejenigen
h. derselbe – dieselbe – dasselbe – pl.: dieselben
i. Beide kann einfach oder mit dem bestimmten Artikel benützt werden:
z.B.: Beide alten Leute sind gekommen
Die beiden alten Leute sind gekommen

2.Deklination ohne Artikel (starke Deklination)

Singular Maskulin Feminin Neutral

Nominativ junger Mann junge Frau kleines Kind

Genitiv jungen Mannes junger Frau kleinen Kindes

Dativ jungem Mann junger Frau kleinem Kind

Akkusativ jungen Mann junge Frau kleines Kind

Plural Maskulin Feminin Neutral

Nominativ junge Männer junge Frauen kleine Kinder

Genitiv junger Männer junger Frauen kleiner Kinder

Dativ jungen Männern jungen Frauen kleinen Kindern

Akkusativ junge Männer junge Frauen kleine Kinder


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Regeln:

A. Wenn vor dem Adjektiv kein Artikel steht, das die Artikel-Endung trägt, geht die Artikel-
Endung auf das Adjektiv über:
B. Eine Ausnahme bildet Genetiv Singular beim Maskulinum und Neutrum; hier ist die Endung
nicht – S , sondern – n
Im Genitiv Singular des Maskulinums und Neutrums bleibt die schwache Adjektiv-Endung
C. Stark dekliniert werden Adjektive nach viele, etliche, mehrere, einige (nur Plural) und nach
Kardinalzahlen.

3. Deklination mit dem unbestimmten Artikel (gemischte Deklination)

Singular Maskulin Feminin Neutral

Nominativ ein junger Mann eine junge Frau ein kleines Kind

Genitiv eines jungen Mannes einer jungen Frau eines kleinen Kindes

Dativ einem jungen Mann einer jungen Frau einem kleinen Kind

Akkusativ einen jungen Mann eine junge Frau ein kleines Kind

Plural Maskulin Feminin Neutral

Nominativ -- junge Männer -- junge Frauen -- kleine Kinder

Ihre jungen Männer Ihre jungen Ihre kleinen Kinder

Genitiv -- junger Männer -- junger Frauen -- kleiner Kinder

Ihrer jungen Männer Ihrer jungen Frauen Ihrer jungen Kinder

Dativ --jungen Männern -- jungen Frauen --kleinen Kindern

Ihren jungen Ihren jungen Frauen Ihren kleinen


Männern Kindern

Akkusativ --junge Männer --junge Frauen --kleine Kinder

Ihre jungen Männer Ihre jungen Frauen Ihre kleinen Kinder

Regeln
A. Diese Deklination heißt gemischt, weil es Elemente der starken und schwachen Deklination
enthält.
B. Gemischt dekliniert werden Adjektive nach: ein, kein, den Possessivpronomen mein, dein,
sein usw kein neuer Gedanke, mein kleines Kind, solch (eine) schöne Frau
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B. Der Plural der Deklination mit unbestimmtem Artikel wird ohne Artikel, also stark gebildet,
während er mit kein oder den Possessivpronomen schwach gebildet wird.

Anmerkung

Es gibt einige Besonderheiten


A. Adjektive auf –el und –er verlieren das e in der Deklination

dunkel = dunkle Nacht; heikel = heikles Thema; nobel = nobler Mensch; eitel = eitler Mensch
sauer = saure Zitrone; teuer = teures Auto

Ausnahme: bitter = eine bittere Enttäuschung; finster = ein finsterer Raum

B. hoch = ein hohes Haus

C. Einige Adjektive werden nicht dekliniert


- Adjektive auf –a : eine rosa Blume; eine lila Kleid; eine prima Ware

D. Adjektive, die von städtischen Namen abgelenkt werden, haben die Endung –er. Sie werden
nicht dekliniert und werden immer groß geschrieben: z.B: der Pariser Flughafen

DIE MODALVERBEN

Mit Hilfe der Modalverben kann man ausdrücken, wie jemand zu einer Handlung steht:

a. ob jemand etwas machen will


b. ob jemand etwas machen kann
c. ob jemand etwas machen muss
d. ob jemand etwas machen soll
e. ob jemand etwas machen darf
f. ob jemand etwas machen mag

Deswegen braucht man ein Modalverb ein weiteres Verb, nämlich ein Vollverb. Das Vollverb
steht im Infinitiv ohne „zu“.

I. Bedeutung der Modalverben

1. dürfen

- ein Erlaubnis oder ein Recht


14

z.B.: Hier dürfen die Kinder nicht spielen

- ein Verbot
z. B: Bei Rot darf man nicht die Straße nicht überqueren

-eine Negative Anweisung


z.B: Man darf Blumen in der Hitze nicht gießen

2. können

- eine Möglichkeit oder eine Gelegenheit


z.B: Nächstes Jahr können wir ein Auto kaufen

-eine Fähigkeit
z.B: Er kann gut Fussball spielen

3. Mögen

-eine Zuneigung oder eine Abneigung


z.B: Ich mag mit den neuen Kollegen nicht zusammenarbeiten

- Dasselbe oft ohne Vollverb


z.B: Ich mag kein Reis

-ein Wunsch
z.B: Ich möchte sie sprechen

- ein höfliche Aufforderung


z.B.: Sie möchten bitte nach fünf Uhr noch einmal anrufen

4. müssen

-ein äußerer Zwang


z.B.: Mein Vater ist krank, ich muss nach Hause fahren.
- eine Notwendigkeit
z.B.: Nach dem Unfall mussten wir zu Fuß nach Hause gehen.

-die Feststellung einer Notwendigkeit


z.B: Das musste ja passieren; ich habe es geahnt

5.sollen

-ein Gebot, eine Gesetz


z.B: Du sollst nicht töten

-eine Pflicht, eine moralische Forderung


z.B: Jeder Mensch soll die Lebensart der anderen anerkennen

-ein Befehl, ein Auftrag eines anderen


z.B.: Ich soll nüchtern zur Untersuchung kommen. Das hat der Arzt gesagt.
15

-eine Absicht, ein Plan (auf Sachen bezogen)


z.B.: Hier soll ein Gymnasium entsteht; dort soll ein Krankenhaus gebaut werden.

6.sollen

-ein Wunsch, ein Wille


z.B.: Ich will dir ein Märchen erzählen

-eine Absicht, ein Plan (auf Personen bezogen)


z.B.: Im April wollen wir nach Deutschland fliegen.

Anmerkung:
-In einzelnen Fällen kann das Vollverb weggelassen werden
z.B.: Ich mag keinen Reis
Aya kann gut Deutsch

II. Formen und Gebrauch

1.Präsens

Dürfen können mögen Müssen sollen wollen


ich darf ich kann ich mag ich muss ich soll ich will
du darfst du kannst du magst du musst du sollst du willst
er darf er kann er mag er muss er soll er will
wir dürfen wir können wir mögen wir müssen wir sollen wir wollen
ihr dürft ihr könnt ihr mögt ihr müsst ihr sollt ihr wollt
sie dürfen sie könnt sie mögt sie müssen sie sollen sie wollen

b. Stellung der Modalverben im Hauptsatz

Präsens: Der Student will den Lehrer

Präteritum: Der Student wollte den Lehrer sprechen

Perfekt: Der Student hat den Lehrer sprechen wollen

Plusquamperfekt: Der Student hatte den Lehrer sprechen wollen

Regeln:

- Im Präsens und im Präteritum steht das konjugierte Modalverb in der Position zwei

- Im Perfekt und Plusquamperfekt steht das konjugierte Hilfsverb an der Position zwei. Das
Hilfsverb ist immer haben.
Das Modalverb steht dann im Infinitiv am Ende des Satzes, also hinter dem Vollverb.

c. Stellung der Modalverben im Nebensatz

Präsens: Es ist schade, dass mein Bruder mich nicht besuchen kann
16

Präteritum: Es ist schade, dass mein Bruder mich nicht besuchen konnte

Perfekt: Es ist schade, dass mein Bruder mich nicht hat besuchen können

Plusquamperfekt: Es ist schade, dass mein Bruder mich nicht hatte besuchen können

Regeln:

-Im Präsens und im Präteritum steht das Modalverb in der konjugierten Form am Ende des
Nebensatzes
-Im Perfekt und im Plusquamperfekt steht das Modalverb wieder im Infinitiv am Ende des
Nebensatzes. Das konjugierte Hilfsverb steht dann vor den beiden Infinitiven.

III. Verben, die wie Modalverben benutzt werden

1.Hören, lassen, helfen, sehen,

a. Im Hauptsatz

Präsens: Mein Bruder sieht mich Fußball spielen


Präteritum: Mein Bruder ließ sich nach Hause fahren
Perfekt: Ich weiß, dass mein Bruder mich Fußball spielen sieht

b. Im Nebensatz

Präsens: Ich weiß, dass mein Bruder mich Fußball spielen sieht.
Präteritum: Ich weiß, dass die Dame sich nach Hause fahren ließ
Perfekt: Ich weiß, dass du die Gefahr hast kommen sehen
Regeln:
Wenn die Verben hören, lassen, sehen, helfen mit einem Vollverb benutzt werden, verhalten
sie sich im Haupt und-Nebensatz genauso wie die Modalverben.

2. Bleiben, gehen, lehren, lernen

a. Im Hauptsatz

Präsens: Er bleibt bei der Begrüßung sitzen


Perfekt: Er ist bei der Begrüßung sitzen geblieben

Präsens: Er geht abends tanzen


Perfekt: Er ist abends tanzen gegangen

Präsens: Er lehrt seinen Sohn lesen und schreiben


Perfekt: Er hat seinen Sohn lesen und schreiben gelehrt.

b. Im Nebensatz

Präsens: Ich weiß, dass Fatou nicht gern einkaufen geht


17

Präteritum: Ich weiß, dass mein Onkel noch nicht mit 75 Rad fahren lernte

Perfekt: Ich weiß, dass der Mantel hängen geblieben ist.

Regeln:
Wenn die Verben bleiben, gehen, lehren, lernen zusammen mit einem Vollverb benutzt werden,
verhalten sie sich im Präsens und im Perfekt im Haupt – und Nebensatz genauso wie die
Modalverben
Im Perfekt und Plusquamperfekt aber werden sie wieder in der gewöhnlichen Satzstellung mit
Hilfsverb und Partizip gebraucht.

IV. Modalverben und zwei Infinitiven

1. Im Hauptsatz

Präsens: Ich will dich nicht weinen sehen

Präteritum: Nach dem Unfall musste er noch einmal laufen lernen.

Perfekt: Er hat seine Tochter nicht ausgehen lassen wollen

2. Im Nebensatz

Präsens: Ich weiß, dass sie sich scheiden lassen will.

Präteritum: Ich weiß, dass mein Vater unseren Hund nicht leiden sehen konnte

Perfekt: Ich weiß, dass Fatou mit uns hat essen gehen wollen

Regeln:
Wenn ein Modalverb und ein Verb, das wie ein Modalverb benutzt werden kann, in einem Satz
vorkommen, hat das Modalverb die wichtigere Position im Satz. Es gelten alle Regeln für den
Gebrauch von Modalverben. Das Hilfsverb im Perfekt und Plusquamperfekt ist immer haben.
Das Verb, das wie ein Modalverb benutzt werden kann, steht hinter dem Vollverb; beide stehen
im Infinitiv.

Anmerkung:

1. Die Verben helfen, lehren, und lernen werden im Allgemeinen nur dann als Modalverb
genutzt, wenn ein Infinitiv allein folgt oder wenn dieser Infinitiv nur durch kurze Sätze erweitert
wird.
z.B.: Ich helfe dir deinen Koffer packen.

2. Wenn der Infinitiv zu einem längeren Satz erweitert wird, steht nach dem Komma eine
Infinitivkonstruktion mit „zu“.

z.B.: Ich habe ihm geholfen, ein Haus für seine Familie zu finden.
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PASSIV

Mit dem Passiv betonen wir eine Handlung (Vorgangspassiv) oder einen
Zustand (Zustandspassiv). Wer/Was die Handlung oder den Zustand verursacht hat, ist
unwichtig, unbekannt oder wird als allgemein bekannt vorausgesetzt.
Das Vorgangspassiv verwenden wir, wenn wir eine Handlung betonen wollen (Was passiert?).
Wer die Handlung ausübt, ist nicht so wichtig oder unbekannt.
Mit dem Zustandspassiv beschreiben wir den Zustand nach einer Handlung.
Beispiel: Er ist verletzt.

I. Regeln

1) Man bildet das Passiv mit dem Hilfsverb werden und dem Partizip Perfekt des Vollverbs
2) Im Perfekt und Plusquamperfekt Passiv ist das Hilfsverb immer „sein“; Nach dem Partizip
Perfekt des Vollverbs steht „worden
3) einige Zeitformen (Tempus) des Passivs
Die Zeitformen des Passivs bildet man folgendermaßen:
Präsens Passiv
Präsens Passiv = Präsens von werden + Partizip II: Aktiv: Der Arzt operiert den Mann.
Passiv: Der Mann wird (von dem Arzt) operiert.
Präteritum Passiv
Präteritum Passiv = Präteritum von werden + Partizip II: Aktiv: Der Arzt operierte den
Mann. Passiv: Der Mann wurde (von dem Arzt) operiert.
Perfekt Passiv Perfekt Passiv = Präsens von sein + Partizip II + worden
Aktiv: Der Arzt hat den Mann operiert. Passiv: Der Mann ist (von dem Arzt) operiert worden.
Plusquamperfekt Passiv
Plusquamperfekt Passiv = Präteritum von sein + Partizip II + worden: Aktiv: Der Arzt hatte
den Mann operiert.; Passiv: Der Mann war (von dem Arzt) operiert worden.
Futur I Passiv Futur I Passiv = Präsens von werden + Infintiv Passiv; Aktiv: Der Arzt wird
den Mann operieren. Passiv: Der Mann wird (von dem Arzt) operiert werden.

II.Gebrauch

1) In einem Aktivsatz ist das Subjekt, die handelnde Person, wichtig


zB: Jeden Tag schlägt er den Schüler.

In einem Passivsatz steht die Handlung im Vordergrund. Die handelnde Person (Subjekt des
Aktivsatzes) ist oft unwichtig oder interessant und wird meistens weggelassen.
z B: Abends um 9 Uhr wird

2)Oft ist der Urheber einer Handlung nicht bekannt, denn benutzt man einen Aktivsatz mit
„man“ oder einen Passivsatz, wobei „man“ wegfällt.

zB: Aktivsatz: Man baut hier ein neues Haus


Passivsatz: Hier wird ein neues Haus gebaut
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3)Passivsätze mit persönlichem Subjekt

a.
Präsens Aktiv: Mein Vater repariert das Auto
Präsens Passiv: Das Auto wird (von meinem Vater) repariert

.Perfektaktiv: Mein Vater hat das Auto repariert


Pergektaktiv: Das Auto ist (von meinem Vater) repariert worden.

b)
Aktiv: Man renoviert jetzt die alten Häuser am Marktplatz

Passiv: Jetzt werden die alten Häuser am Marktplatz renoviert

Regeln:
Zu a) Das Akkusativobjekt des Aktivsatzes wird Subjekt (Nominativ) des Passivsatzes
Das Subjekt des Aktivsatzes kann – außer „man“- mit von + Dativ in dem Passivsatz
aufgenommen werden

Zu b)Alle Angaben (Zeitangaben, Ortangaben, Genitivattribut), die beim Akkusativobjekt im


Aktivsatz steht, gehören auch zum Subjekt des Passivsatzes.

4) Aktivsatz mit Akkusativ und Dativ


Wenn der Aktivsatz zusätzlich zum Akkusativ einen Dativ enthält, bleibt der Dativ unverändert.
Beispiel:
Aktiv: Der Mann schenkte der Frau ein Buch
Passiv: Der Frau wurde (von dem Mann) ein Buch geschenkt.

5) Aktivsatz ohne Akkusativ (Subjektlose Passivsätze)


Man kann auch Passiv bilden, wenn es keinen Akkusativ im Aktivsatz gibt, sondern nur eine
Nominativ-, Dativ- oder Präpositionalergänzung. Man nennt die Passivsätze, die aus der
Umformung von Aktivsätzen ohne Akkusativ entstehen, auch subjektlose Passivsätze.
Subjektlose Passivsätze sind stilistisch meist weniger empfehlenswert.
Beispiel: Aktivsatz mit Dativ
Aktiv: Der Arzt hilft der Frau.
Passiv: Der Frau wird von dem Arzt geholfen.
Beispiel: Aktivsatz mit Präposition
Aktiv: Eine Frau schimpft über die Politiker.
Passiv: Von einer Frau wird über die Politiker geschimpft.

Wenn der Aktivsatz kein Akkusativobjekt enthält, kann es auch kei

6)Aktivsatz mit man (Subjektlose Passivsätze)


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Wenn ein Passivsatz aus einem Aktivsatz mit man abgeleitet wird, enthält der Passivsatz nie
eine Agensangabe mit von + Dativ.
Beispiel: Aktivsatz mit Akkusativ
Aktiv: Man fragt den Lehrer.
Passiv: Der Lehrer wird gefragt.
Beispiel: Aktivsatz mit Akkusativ +Dativ
Aktiv: Man schenkt der Frau ein Buch.
Passiv: Der Frau wird ein Buch geschenkt.
Beispiel: Aktivsatz mit Dativ
Dativ: Man hilft der Frau.
Passiv: Der Frau wird geholfen.
Beispiel: Aktivsatz mit Präposition
Aktiv: Man schimpft über die Politiker.
Passiv: Über die Politiker wird geschimpft.
Beispiel: Aktivsatz nur Nominativ
Aktiv: Man arbeitet.
Passiv: Es wird gearbeitet.

Anmerkung: Passivumformung mit „es“


In Passivkonstruktionen kann in Position 1 es stehen. Wenn der Aktivsatz nur aus einem
unpersönlichen Nominativ (man) und einem Verb besteht, ist es im Passivsatz als
Nominativersatz obligatorisch.
Beispiel:Aktiv: Man arbeitet. Passiv: Es wird gearbeitet.
In allen anderen Sätzen kann man auch eine andere Ergänzung in Position 1 stellen, dann
ist es überflüssig, stilistisch schlecht und sollte wegfallen.
Beispiel:
Aktiv: Man diskutierte lange über die Gesetzesänderung.
(Passiv mit es: Es wurde lange über die Gesetzesänderung diskutiert.)
Passiv (besser): Über die Gesetzesänderung wurde lange diskutiert.
Passiv (besser): Langewurde über die Gesetzesänderung diskutiert

III.Passiv mit modalverben


1.Die Zeitformen
Die Zeitformen (Tempus) des Passivs mit Modalverb bildet man so:
Beispiel: Präsens Aktiv: Der Arzt muss den Mann operieren. Passiv: Der Mann muss operiert
werden.
Beispiel: Präteritum Aktiv: Der Arzt musste den Mann operieren. Passiv: Der Mann musste
operiert werden.
Beispiel: Perfekt Aktiv: Der Arzt hat den Mann operieren müssen. Passiv: Der Mann hat
operiert werden müssen.
Beispiel: Plusquamperfekt Aktiv: Der Arzt hatte den Mann operieren müssen. Passiv: Der
Mann hatte operiert werden müssen.
Beispiel: Futur I
Aktiv: Der Arzt wird den Mann operieren müssen. Passiv: Der Mann wird operiert werden
müssen.

2.Passiv mit Modalverb im Nebensatz


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Normalerweise wird bei Nebensätzen der Verbteil, der im Hauptsatz in Position 2 steht, ganz
ans Ende des Satzes gestellt. Das gilt auch für das Präsens und Präteritum Passiv mit
Modalverb.
Beispiel: Präsens
Hauptsatz: Der Mann muss operiert werden.
Nebensatz: Der Arzt sagt, dass der Mann operiert werden muss.
Beispiel: Präteritum
Hauptsatz: Der Mann musste operiert werden.
Nebensatz: Der Arzt sagte, dass der Mann operiert werden musste.
In allen anderen Zeiten wird beim Passiv mit Modalverb aber das Hilfsverb
(haben bzw. werden) nicht ans Satzende, sondern an den Anfang der mehrteiligen Verbform
gestellt.
Beispiel: Perfekt
Hauptsatz: Der Mann hat operiert werden müssen.
Nebensatz: Der Arzt sagte, dass der Mann hat operiert werden müssen.
Beispiel: Plusquamperfekt
Hauptsatz: Der Mann hatte operiert werden müssen.
Nebensatz: Der Arzt sagte, dass der Mann hatte operiert werden müssen.
Beispiel: Futur I
Hauptsatz: Der Mann wird operiert werden müssen.
Nebensatz: Der Arzt sagt, dass der Mann wird operiert werden müssen.

Anmerkung: Das Modalverb „wollen“ kann nur in Aktivsätzen stehen. Im Passivsätze benutzt
man sollen.

Man will in der Stadt eine neue Schule bauen; In der Stadt soll eine Schule gebaut werden.

IV. Verben ohne Passivfähigkeit


a)Verben mit einem Akkusativobjekt, das einen Köperteil bezeichnet
Ich schüttle den Kopf

b)Verben, die eine Menge oder einen Betrag angeben


Dieses Gefäß enthält 10 Liter Wasser

c) Verben, die „haben Beziehung“ (haben, bekommen, besitzen)


Ich besitze ein Auto

d) die unpersönlichen Ausdrücke: es gibt, es setzt


In der CI gibt es Elefanten.

e) Die Verben kennen, können und wissen


Yao kann Deutsch

f)Die reflexiven Verben


Ich rasiere mich
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h)Fast alle intransitiven Verben, die ihr Perfekt mit sein bilden sind nicht passivfähig.

PARTIZIPIALATTRIBUTE

I. Die Bedeutung der Partizipialattribute

Es gibt zwei Partizipien: Partizip Präsens (Partizip I): führend, reißend ( (Infinitiv + d)
und Partizip Perfekt (Partizip II): beachtet, gebracht ( ge + t bei schwachen und gemischten
Verben): getragen, ertrunken (ge + en bei starken Verben).
Partizipien können Attribute sein und wie Adjektive vor Substantiven stehen. Solche
Partizipialattribute werden wie Adjektive dekliniert. Partizipialattribute können erweitert
werden.

a) der ertrunkene Junge


b) der Hochwasser führende Neckar
c) der wahrscheinlich in den Fluten des Neckars ertrunkene kleine Junge
d) der ertrunkene Junge aus Hirschhorn

Die Erweiterungen stehen zwischen Artikel und Partizipialattribut (a) und (b),
manchmal fehlt der Artikel. Diese erweiterten Partizipialattribute werden vor allem in der
Schriftsprache gebraucht. Zwischen dem Partizipialattribut und dem dazugehörigen Substantiv
können weitere Adjektive stehen (c). Rechts vom Substantiv können weitere Attribute stehen
(d).

II. Regeln

1. Das Partizip mit der adjektivischen Endung steht normalerweise direkt vor dem Substantiv,
auf das es sich bezieht (der ertrunkenen Junge / das schreiende Kind)

2. Das Partizip kann von allen Ergänzungen begleitet werden, die das entsprechende Verb in
der normalen Reihenfolge des Satzes haben würde. Diese Ergänzungen stehen vor dem Partizip
und bilden mit ihm einen Partizipialattribut. ( die im Krieg durch Bomben zerstörte Stadt).
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3. Der Partizipialattribut steht normalerweise zwischen dem Artikel und dem Substantiv, d.h.
direkt vor dem Substantiv, auch wenn es keinen Artikel gibt. (am Arbeitsplatz verletzte
Personen sind voll versichert).

4. Ein weiteres Adjektiv kann vor oder nach dem qualifizierenden Satz stehen (Unser altes,
schon ein wenig verfallenes Fachwerkhaus muss renoviert werden. )

5. Bei reflexiven Verben wird das Partizip mit dem Reflexivpronomen verwendet (sich nähern
- das sich nährende Schiff), das Partizip in der Vergangenheit jedoch ohne "sich" (sich
beschäftigen - der beschäftige Rentner).

III. Partizipialattribute mit transitiven und intransitiven Verben

1. Partizipialattribute mit transitiven Verben

Der qualifizierende Satz, der mit dem Partizip Präsens gebildet wird, ist eine aktive
Form. Es wird verwendet, um Handlungen, Zustände, Ereignisse zu bezeichnen, die parallel
zur Haupthandlung stattfinden. Er entspricht einem Verwandten in der aktiven Form. Die im
Relativsatz verwendete Zeitform hängt von der Zeitform der Haupthandlung ab:
z.B: Der meinen Antrag bearbeitende Beamte nimmt sich viel Zeit.
Der Beamte, der meinen Antrag bearbeitet, nimmt sich viel Zeit.

Der mit dem Partizip der Vergangenheit gebildete Nebensatz ist eine Passivform. Es
wird verwendet, um passive Handlungen, Zustände und Ereignisse zu bezeichnen und
entspricht einem Relativum in der Passivform. Die im Relativsatz verwendete Zeitform ist die
gleiche wie die des Hauptsatzes, wenn es sich um Regeln oder Gesetze handelt. In den meisten
Fällen geht die Wirkung des Qualifizierungssatzes der des Relativsatzes voraus. Es findet also
ein Wechsel der Zeitform statt (Perfekt oder Plusquamperfekt).
Z B.: Der gut versteckte Schatz wird gefunden
Der Schatz, der gut versteckt worden ist, wird gefunden.

2. Partizipialattribute mit intransitiven Verben

Der mit dem Partizip Präsens gebildete qualifizierende Satz bezeichnet eine
gegenwärtige Handlung. Er entspricht einem Relativsatz in der aktiven Form.
z. B: Der verspätet ankommende französische Außenminister begrüßt die Journalisten.
Der französische Außenminister, der verspätet ankommt begrüßt die Journalisten
Der mit dem Partizip Perfekt gebildete Nebensatz bezeichnet eine bereits vollzogene
Handlung. Der entsprechende Relativsatz wird mit dem Partizip der Vergangenheit + Brust
gebildet.
z. B: Der verspätet angekommene französische Außenminister wird / wurde besonders
herzlich begrüßt.
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III. Partizip I und Partizip II als Adjektive

1. Partizip I als Adjektiv

Das Partizip I der transitiven und intransitiven Verben bezeichnet andauernde aktivische
Vorgänge, die gleichzeitig mit dem finiten Verb sind.
Das Partizip I als Adjektiv drückt eine Gleichzeitigkeit oder eine nicht abgeschlossene
Aktion aus. Gleichzeitigkeit bedeutet, dass zeitgleich zwei parallele Handlungen
durchgeführt werden. Eine von beiden Handlungen wird untergeordnet und bildet das Partizip
I, die andere Handlung ist übergeordnet und bildet das Prädikat im Satz.

z. B.: Das den Verkehr blockierende Flugzeug zieht viele Schaulustige an. (Das Flugzeug, das
den Verkehr blockiert, zieht viele Schaulustige an).
Der nur zäh fließende und immer wieder stockende Verkehr kommt ganz zum Erliegen. (Der
Verkehr, der nur zäh fließt und immer stockt, kommt ganz zum Erliegen.
Die telefonierende Hausfrau kocht Suppe

2.Partizip II als Adjektiv

Das Partizip II als Adjektiv drückt meist eine passivische Handlung, ein Resultat oder etwas
Abgeschlossenes aus. Die beiden Handlungen laufen nicht parallel, sondern zeitlich versetzt.
Das Partizip II der transitiven Verben bezeichnet im Allgemeinen abgeschlossene passivische
Vorgänge, die vorzeitig bzw. gleichzeitig .
Das Partizip II der intransitiven Verben mit sein im Perfekt bezeichnet im Allgemeinen
abgeschlossene aktivische Vorgänge, die vorzeitig sind.
z.B: Der Pilot freut sich über die glücklich beendete Notlandung.
Die bereits eingetroffenen Polizei sichert die Spuren.
Herr Klatsch hat sich ein gebrauchtes Auto gekauft.

BEMERKUNG:
Intransitive Verben, die mit haben das Perfekt bilden, können nur in
Partizipialkonstruktionen mit dem Partizip Präsens verwendet werden.
Ein tief schlafendes Kind sollte man nicht wecken.

IV. Partizipialkonstruktion

Ein Partizip als Adjektivattribut lässt sich wie gesehen aus einem selbständigen Satz herleiten.
Beziehen sich weitere Angaben auf ein Partizip, werden diese als Partizipbegleiter in die
Umformung mitgenommen. In diesem Fall spricht man von einer Partizipialkonstruktion. Die
Angaben der Partizipialkonstruktion stehen dann zwischen Artikel und dem Partizip:
Beispiele zur Partizip I - Umformung (Gleichzeitigkeit - Aktivsatz):
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• Der Mann ging aus dem Zimmer. Dabei lachte er laut.


• Der laut lachende Mann ging aus dem Zimmer.
• Das Kind fürchtet sich stets im Dunkeln. Es geht nachts immer ins Elternbett.
• Das sich stets im Dunkeln fürchtende Kind geht nachts immer ins Elternbett

Beispiele zur Partizip II - Umformung (Vorzeitigkeit - Passivsatz):

• Der Dieb fand den Schmuck nicht. Der Schmuck war in einem Tresor versteckt.
• Der Dieb fand den in einem Tresor versteckten Schmuck nicht.
• Das Kind gibt nur freche Antworten. Es ist sehr schlecht erzogen.
• Das sehr schlecht erzogene Kind gibt nur freche Antworten.
Partizipialkonstruktionen lassen sich auch in Relativsätze umformen:
• Der Mann, der laut lachte, ging aus dem Zimmer.
• Das Kind, das sich stets fürchtet, geht nachts immer ins Elternbett.
• Die Vögel, die fröhlich vor sich hinzwitschern, sitzen auf den Bäumen.
• Der Dieb fand den Schmuck nicht, der in einem Tresor versteckt war.

Partizipialkonstruktionen gehören zum gehobenen Sprachgebrauch. Meist finden sie in


juristischen oder wissenschaftlichen Texten Verwendung. In der Alltagssprache spielen die
Partizipialkonstruktionen keine Rolle.

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