GRAMMATIK
Behandelte Themen
GRAMMATIK
Behandelte Themen
GRAMMATIK
2
Regeln:
Bei der Deklination I oder starken Deklination bleibt die Singularform in allen Kasus gleich.
Nur im Genitiv wird die Endung –s oder – es angefügt.
Die Pluralform bleibt in allen Kasus gleich. Nur im Dativ tragen alle Wörter die Endung –n.
[Nur die Nomen mit der Plural-Endung –s (die Job-s) tragen im Dativ diese Endung nicht.]
A. Man benutzt S,
a.Wenn das Substantiv mehrsilbig ist und auf eine unbetonte Silbe endet
Anmerkung:
Die volle Form mit „es“ und die verkürzte Form mit „s“ können unterschiedslos gebraucht
werden, wenn mehrselbige Nomen auf betonte Silbe ausgehen.
2.3. Pluralbildung
Das ist kompliziert. Deshalb: Lernen Sie zu jedem Nomen auch die Pluralform dazu.
Anmerkungen:
a) Wörter auf „-nis“ bilden den Plural auf „-nisse“ (das Ergebnis = die Ergebnisse)
b) Feminina auf „-in“ bilden den Plural auf „-innen“ (die Freundin)
3. Die schwache Deklination oder die Deklination des Substantivs II (n- Deklination)
z. B: der Mensch
Regeln:
Ausnahme:
3.2.1. Substantive mit der Endung –e, die männliche Personen bezeichnen:
der Bote, der Erbe, der Experte, der Junge, der Kollege, der Kunde, der Neffe, der Sklave, der
Zeuge, der Bube, der Bursche, der Gefährte, der Genosse, der Heide, der Hirte, der Jude, der
Junge, der Knabe, der Kunde, der Laie, der Lotse, der Neffe, der Ochse, der Pate, der Riese, der
Zeuge, der Insasse, der Komplize, der Nachkomme
der Affe, der Falke, der Hase, der Löwe, der Ochse, der Rabe, der Löwe, der Bulle,
Der Student, der Produzent, der Kapitalist; der Bürokrat; der Präsident; der Sozialist, der
Diplomat, der Philosoph, der Protestant, der Kommunist, der Soziologe, der Biologe, der
Automat, der Journalist, der Demonstrant, der Musikant, der Polizist, der Idealist, der
Demokrat, der Photograph / Photograf, der Terrorist, Biologe. der Doktorand, der Praktikant,
der Kandidat, der Athlet, der Pädagoge, der Ökonom, der Chirurg, der Elefant, der Lieferant,
Der Architekt, der Bär, der Held, der Bauer, der Narr, der Vetter, der Katholik, der Mensch, der
Fürst, der Christ, der Monarch, der Nachbar, der Prinz, der Rebell, der Herr, der Kamerad.
Ausnahmen
Afghane – Brite – Bulgare – Chinese – Däne – Finne – Franzose – Grieche – Russe – Schotte
– Schwede – Slowake – Sudanese – Tscheche – Türke – Ungar – Rumäne – Ire – Asiate –
Kroate - Libanese – Portugiese – Pole – Vietnamese – Jugoslawe
Ausnahmen:
Anmerkung : Abgesehen von « die Deutsche », wird bei Frauen immer die Endung „in“
gebraucht
Feminin: die Schweiz, die Slovakei, die Cote d’Ivoire, die Soviet Union, Die Bundesrepublik
Deutschland, die Deutsche Demokratische Republik, die Monglei
c .Ein alter Beamter wollte die Argumente der Jugendlichen nicht anerkennen.
Regeln:
Adjektive und Partizipien, die als Substantive benützt werden, werden wie ein Adjektiv
dekliniert.
Zum Beispiel
Der Adelige – ein Adeliger; der Bekannte – ein Bekannter; der Blinde – ein Blinder; der
Deustche – ein Deutscher; der Taubstumme – ein Taubstummer; der Farbige – ein Farbiger;
der Geizige – ein Geiziger – der Gesunde – ein Gesunder; der Fremde – ein Fremder; der
Heillige- ein Heilliger; der Jugendliche – ein Jugendlicher; der Tote – ein Toter; der Lahme –
ein Lahmer; der Schuldige- ein Schuldiger; der Verwandte – ein Vewandter; der Weise – eine
Weiser; der Weisse – ein Weisser; der Schwarze – ein Schwarzer
Der Abwesende – ein Abwesender; der Anwesende – ein Anwesender; der Ausbildende – ein
Ausbildender; der Heranwachsende – ein Heranwachsender; der Vorsitzende – ein
Vorsitzender; der Uberlegende- ein Überlegender; der Auszubildende – ein Auszubildender
Der Angeklate – ein Angeklater; der Betrunkene, der Angestellte, der Geschiedene, der
Behinderte, der Verheiratete, der Verlobte, der Verstobene, der Gelehrte, der Vorgesetze, der
Gefangene, der Beamte.
8
Adjektive sind Eigenschaftwörter. Sie geben an, wie jemand oder etwas ist. Sie bezeichnen
Qualität (gut, klug ) und Quantität (zwei, hundert). Das sind Wörter, mit denen man Lebewesen,
Dinge, Zustände, Vorgänge und Tätigkeiten charakterisieren kann. Wir können Adjektive als
prädikativ (Das Haus ist hoch) und attributiv (Der brave Mann ist tot) verwenden.
Attributiv: Es steht vor dem Substantiv und passt sich dem Substantiv an, d.h. es wird
dekliniert (ein schönes Haus)
Prädikativ: Es steht nach dem Verb und dann bleibt es unverändert (das Haus ist schön)
Als Adjektiv werden auch Partizip I (das schlafende Haus) und Partizip II (der angekommene
Zug) verwendet.
Wie der bestimmte oder unbestimmte Artikel stimmt das Adjektiv mit dem Substantiv in Zahl,
Kasus und Genus überein. Man unterscheidet:
Nominativ der junge Mann die junge Frau das kleine Kind
Genitiv des jungen Mannes der jungen Frau des kleinen Kindes
Dativ dem jungen Mann der jungen Frau dem kleinen Kind
Akkusativ den jungen Mann die junge Frau das kleine Kind
Nominativ die jungen Männer die jungen Frauen die kleinen Kinder
Genitiv der jungen Männer der jungen Frauen der kleinen Kinder
Dativ den jungen Männern den jungen Frauen den kleinen Kindern
Akkusativ die jungen Männer die jungen Frauen die kleinen Kinder
11
Regeln
A
a. Im Plural haben alle Formen die Endung – en
b.Im Singular haben die fünf rot geschriebenen Adjektivformen die Endung --- e; alle anderen
Formen haben die Endung – en
Regeln:
A. Wenn vor dem Adjektiv kein Artikel steht, das die Artikel-Endung trägt, geht die Artikel-
Endung auf das Adjektiv über:
B. Eine Ausnahme bildet Genetiv Singular beim Maskulinum und Neutrum; hier ist die Endung
nicht – S , sondern – n
Im Genitiv Singular des Maskulinums und Neutrums bleibt die schwache Adjektiv-Endung
C. Stark dekliniert werden Adjektive nach viele, etliche, mehrere, einige (nur Plural) und nach
Kardinalzahlen.
Nominativ ein junger Mann eine junge Frau ein kleines Kind
Genitiv eines jungen Mannes einer jungen Frau eines kleinen Kindes
Dativ einem jungen Mann einer jungen Frau einem kleinen Kind
Akkusativ einen jungen Mann eine junge Frau ein kleines Kind
Regeln
A. Diese Deklination heißt gemischt, weil es Elemente der starken und schwachen Deklination
enthält.
B. Gemischt dekliniert werden Adjektive nach: ein, kein, den Possessivpronomen mein, dein,
sein usw kein neuer Gedanke, mein kleines Kind, solch (eine) schöne Frau
13
B. Der Plural der Deklination mit unbestimmtem Artikel wird ohne Artikel, also stark gebildet,
während er mit kein oder den Possessivpronomen schwach gebildet wird.
Anmerkung
dunkel = dunkle Nacht; heikel = heikles Thema; nobel = nobler Mensch; eitel = eitler Mensch
sauer = saure Zitrone; teuer = teures Auto
D. Adjektive, die von städtischen Namen abgelenkt werden, haben die Endung –er. Sie werden
nicht dekliniert und werden immer groß geschrieben: z.B: der Pariser Flughafen
DIE MODALVERBEN
Mit Hilfe der Modalverben kann man ausdrücken, wie jemand zu einer Handlung steht:
Deswegen braucht man ein Modalverb ein weiteres Verb, nämlich ein Vollverb. Das Vollverb
steht im Infinitiv ohne „zu“.
1. dürfen
- ein Verbot
z. B: Bei Rot darf man nicht die Straße nicht überqueren
2. können
-eine Fähigkeit
z.B: Er kann gut Fussball spielen
3. Mögen
-ein Wunsch
z.B: Ich möchte sie sprechen
4. müssen
5.sollen
6.sollen
Anmerkung:
-In einzelnen Fällen kann das Vollverb weggelassen werden
z.B.: Ich mag keinen Reis
Aya kann gut Deutsch
1.Präsens
Regeln:
- Im Präsens und im Präteritum steht das konjugierte Modalverb in der Position zwei
- Im Perfekt und Plusquamperfekt steht das konjugierte Hilfsverb an der Position zwei. Das
Hilfsverb ist immer haben.
Das Modalverb steht dann im Infinitiv am Ende des Satzes, also hinter dem Vollverb.
Präsens: Es ist schade, dass mein Bruder mich nicht besuchen kann
16
Präteritum: Es ist schade, dass mein Bruder mich nicht besuchen konnte
Perfekt: Es ist schade, dass mein Bruder mich nicht hat besuchen können
Plusquamperfekt: Es ist schade, dass mein Bruder mich nicht hatte besuchen können
Regeln:
-Im Präsens und im Präteritum steht das Modalverb in der konjugierten Form am Ende des
Nebensatzes
-Im Perfekt und im Plusquamperfekt steht das Modalverb wieder im Infinitiv am Ende des
Nebensatzes. Das konjugierte Hilfsverb steht dann vor den beiden Infinitiven.
a. Im Hauptsatz
b. Im Nebensatz
Präsens: Ich weiß, dass mein Bruder mich Fußball spielen sieht.
Präteritum: Ich weiß, dass die Dame sich nach Hause fahren ließ
Perfekt: Ich weiß, dass du die Gefahr hast kommen sehen
Regeln:
Wenn die Verben hören, lassen, sehen, helfen mit einem Vollverb benutzt werden, verhalten
sie sich im Haupt und-Nebensatz genauso wie die Modalverben.
a. Im Hauptsatz
b. Im Nebensatz
Präteritum: Ich weiß, dass mein Onkel noch nicht mit 75 Rad fahren lernte
Regeln:
Wenn die Verben bleiben, gehen, lehren, lernen zusammen mit einem Vollverb benutzt werden,
verhalten sie sich im Präsens und im Perfekt im Haupt – und Nebensatz genauso wie die
Modalverben
Im Perfekt und Plusquamperfekt aber werden sie wieder in der gewöhnlichen Satzstellung mit
Hilfsverb und Partizip gebraucht.
1. Im Hauptsatz
2. Im Nebensatz
Präteritum: Ich weiß, dass mein Vater unseren Hund nicht leiden sehen konnte
Perfekt: Ich weiß, dass Fatou mit uns hat essen gehen wollen
Regeln:
Wenn ein Modalverb und ein Verb, das wie ein Modalverb benutzt werden kann, in einem Satz
vorkommen, hat das Modalverb die wichtigere Position im Satz. Es gelten alle Regeln für den
Gebrauch von Modalverben. Das Hilfsverb im Perfekt und Plusquamperfekt ist immer haben.
Das Verb, das wie ein Modalverb benutzt werden kann, steht hinter dem Vollverb; beide stehen
im Infinitiv.
Anmerkung:
1. Die Verben helfen, lehren, und lernen werden im Allgemeinen nur dann als Modalverb
genutzt, wenn ein Infinitiv allein folgt oder wenn dieser Infinitiv nur durch kurze Sätze erweitert
wird.
z.B.: Ich helfe dir deinen Koffer packen.
2. Wenn der Infinitiv zu einem längeren Satz erweitert wird, steht nach dem Komma eine
Infinitivkonstruktion mit „zu“.
z.B.: Ich habe ihm geholfen, ein Haus für seine Familie zu finden.
18
PASSIV
Mit dem Passiv betonen wir eine Handlung (Vorgangspassiv) oder einen
Zustand (Zustandspassiv). Wer/Was die Handlung oder den Zustand verursacht hat, ist
unwichtig, unbekannt oder wird als allgemein bekannt vorausgesetzt.
Das Vorgangspassiv verwenden wir, wenn wir eine Handlung betonen wollen (Was passiert?).
Wer die Handlung ausübt, ist nicht so wichtig oder unbekannt.
Mit dem Zustandspassiv beschreiben wir den Zustand nach einer Handlung.
Beispiel: Er ist verletzt.
I. Regeln
1) Man bildet das Passiv mit dem Hilfsverb werden und dem Partizip Perfekt des Vollverbs
2) Im Perfekt und Plusquamperfekt Passiv ist das Hilfsverb immer „sein“; Nach dem Partizip
Perfekt des Vollverbs steht „worden
3) einige Zeitformen (Tempus) des Passivs
Die Zeitformen des Passivs bildet man folgendermaßen:
Präsens Passiv
Präsens Passiv = Präsens von werden + Partizip II: Aktiv: Der Arzt operiert den Mann.
Passiv: Der Mann wird (von dem Arzt) operiert.
Präteritum Passiv
Präteritum Passiv = Präteritum von werden + Partizip II: Aktiv: Der Arzt operierte den
Mann. Passiv: Der Mann wurde (von dem Arzt) operiert.
Perfekt Passiv Perfekt Passiv = Präsens von sein + Partizip II + worden
Aktiv: Der Arzt hat den Mann operiert. Passiv: Der Mann ist (von dem Arzt) operiert worden.
Plusquamperfekt Passiv
Plusquamperfekt Passiv = Präteritum von sein + Partizip II + worden: Aktiv: Der Arzt hatte
den Mann operiert.; Passiv: Der Mann war (von dem Arzt) operiert worden.
Futur I Passiv Futur I Passiv = Präsens von werden + Infintiv Passiv; Aktiv: Der Arzt wird
den Mann operieren. Passiv: Der Mann wird (von dem Arzt) operiert werden.
II.Gebrauch
In einem Passivsatz steht die Handlung im Vordergrund. Die handelnde Person (Subjekt des
Aktivsatzes) ist oft unwichtig oder interessant und wird meistens weggelassen.
z B: Abends um 9 Uhr wird
2)Oft ist der Urheber einer Handlung nicht bekannt, denn benutzt man einen Aktivsatz mit
„man“ oder einen Passivsatz, wobei „man“ wegfällt.
a.
Präsens Aktiv: Mein Vater repariert das Auto
Präsens Passiv: Das Auto wird (von meinem Vater) repariert
b)
Aktiv: Man renoviert jetzt die alten Häuser am Marktplatz
Regeln:
Zu a) Das Akkusativobjekt des Aktivsatzes wird Subjekt (Nominativ) des Passivsatzes
Das Subjekt des Aktivsatzes kann – außer „man“- mit von + Dativ in dem Passivsatz
aufgenommen werden
Wenn ein Passivsatz aus einem Aktivsatz mit man abgeleitet wird, enthält der Passivsatz nie
eine Agensangabe mit von + Dativ.
Beispiel: Aktivsatz mit Akkusativ
Aktiv: Man fragt den Lehrer.
Passiv: Der Lehrer wird gefragt.
Beispiel: Aktivsatz mit Akkusativ +Dativ
Aktiv: Man schenkt der Frau ein Buch.
Passiv: Der Frau wird ein Buch geschenkt.
Beispiel: Aktivsatz mit Dativ
Dativ: Man hilft der Frau.
Passiv: Der Frau wird geholfen.
Beispiel: Aktivsatz mit Präposition
Aktiv: Man schimpft über die Politiker.
Passiv: Über die Politiker wird geschimpft.
Beispiel: Aktivsatz nur Nominativ
Aktiv: Man arbeitet.
Passiv: Es wird gearbeitet.
Normalerweise wird bei Nebensätzen der Verbteil, der im Hauptsatz in Position 2 steht, ganz
ans Ende des Satzes gestellt. Das gilt auch für das Präsens und Präteritum Passiv mit
Modalverb.
Beispiel: Präsens
Hauptsatz: Der Mann muss operiert werden.
Nebensatz: Der Arzt sagt, dass der Mann operiert werden muss.
Beispiel: Präteritum
Hauptsatz: Der Mann musste operiert werden.
Nebensatz: Der Arzt sagte, dass der Mann operiert werden musste.
In allen anderen Zeiten wird beim Passiv mit Modalverb aber das Hilfsverb
(haben bzw. werden) nicht ans Satzende, sondern an den Anfang der mehrteiligen Verbform
gestellt.
Beispiel: Perfekt
Hauptsatz: Der Mann hat operiert werden müssen.
Nebensatz: Der Arzt sagte, dass der Mann hat operiert werden müssen.
Beispiel: Plusquamperfekt
Hauptsatz: Der Mann hatte operiert werden müssen.
Nebensatz: Der Arzt sagte, dass der Mann hatte operiert werden müssen.
Beispiel: Futur I
Hauptsatz: Der Mann wird operiert werden müssen.
Nebensatz: Der Arzt sagt, dass der Mann wird operiert werden müssen.
Anmerkung: Das Modalverb „wollen“ kann nur in Aktivsätzen stehen. Im Passivsätze benutzt
man sollen.
Man will in der Stadt eine neue Schule bauen; In der Stadt soll eine Schule gebaut werden.
h)Fast alle intransitiven Verben, die ihr Perfekt mit sein bilden sind nicht passivfähig.
PARTIZIPIALATTRIBUTE
Es gibt zwei Partizipien: Partizip Präsens (Partizip I): führend, reißend ( (Infinitiv + d)
und Partizip Perfekt (Partizip II): beachtet, gebracht ( ge + t bei schwachen und gemischten
Verben): getragen, ertrunken (ge + en bei starken Verben).
Partizipien können Attribute sein und wie Adjektive vor Substantiven stehen. Solche
Partizipialattribute werden wie Adjektive dekliniert. Partizipialattribute können erweitert
werden.
Die Erweiterungen stehen zwischen Artikel und Partizipialattribut (a) und (b),
manchmal fehlt der Artikel. Diese erweiterten Partizipialattribute werden vor allem in der
Schriftsprache gebraucht. Zwischen dem Partizipialattribut und dem dazugehörigen Substantiv
können weitere Adjektive stehen (c). Rechts vom Substantiv können weitere Attribute stehen
(d).
II. Regeln
1. Das Partizip mit der adjektivischen Endung steht normalerweise direkt vor dem Substantiv,
auf das es sich bezieht (der ertrunkenen Junge / das schreiende Kind)
2. Das Partizip kann von allen Ergänzungen begleitet werden, die das entsprechende Verb in
der normalen Reihenfolge des Satzes haben würde. Diese Ergänzungen stehen vor dem Partizip
und bilden mit ihm einen Partizipialattribut. ( die im Krieg durch Bomben zerstörte Stadt).
23
3. Der Partizipialattribut steht normalerweise zwischen dem Artikel und dem Substantiv, d.h.
direkt vor dem Substantiv, auch wenn es keinen Artikel gibt. (am Arbeitsplatz verletzte
Personen sind voll versichert).
4. Ein weiteres Adjektiv kann vor oder nach dem qualifizierenden Satz stehen (Unser altes,
schon ein wenig verfallenes Fachwerkhaus muss renoviert werden. )
5. Bei reflexiven Verben wird das Partizip mit dem Reflexivpronomen verwendet (sich nähern
- das sich nährende Schiff), das Partizip in der Vergangenheit jedoch ohne "sich" (sich
beschäftigen - der beschäftige Rentner).
Der qualifizierende Satz, der mit dem Partizip Präsens gebildet wird, ist eine aktive
Form. Es wird verwendet, um Handlungen, Zustände, Ereignisse zu bezeichnen, die parallel
zur Haupthandlung stattfinden. Er entspricht einem Verwandten in der aktiven Form. Die im
Relativsatz verwendete Zeitform hängt von der Zeitform der Haupthandlung ab:
z.B: Der meinen Antrag bearbeitende Beamte nimmt sich viel Zeit.
Der Beamte, der meinen Antrag bearbeitet, nimmt sich viel Zeit.
Der mit dem Partizip der Vergangenheit gebildete Nebensatz ist eine Passivform. Es
wird verwendet, um passive Handlungen, Zustände und Ereignisse zu bezeichnen und
entspricht einem Relativum in der Passivform. Die im Relativsatz verwendete Zeitform ist die
gleiche wie die des Hauptsatzes, wenn es sich um Regeln oder Gesetze handelt. In den meisten
Fällen geht die Wirkung des Qualifizierungssatzes der des Relativsatzes voraus. Es findet also
ein Wechsel der Zeitform statt (Perfekt oder Plusquamperfekt).
Z B.: Der gut versteckte Schatz wird gefunden
Der Schatz, der gut versteckt worden ist, wird gefunden.
Der mit dem Partizip Präsens gebildete qualifizierende Satz bezeichnet eine
gegenwärtige Handlung. Er entspricht einem Relativsatz in der aktiven Form.
z. B: Der verspätet ankommende französische Außenminister begrüßt die Journalisten.
Der französische Außenminister, der verspätet ankommt begrüßt die Journalisten
Der mit dem Partizip Perfekt gebildete Nebensatz bezeichnet eine bereits vollzogene
Handlung. Der entsprechende Relativsatz wird mit dem Partizip der Vergangenheit + Brust
gebildet.
z. B: Der verspätet angekommene französische Außenminister wird / wurde besonders
herzlich begrüßt.
24
Das Partizip I der transitiven und intransitiven Verben bezeichnet andauernde aktivische
Vorgänge, die gleichzeitig mit dem finiten Verb sind.
Das Partizip I als Adjektiv drückt eine Gleichzeitigkeit oder eine nicht abgeschlossene
Aktion aus. Gleichzeitigkeit bedeutet, dass zeitgleich zwei parallele Handlungen
durchgeführt werden. Eine von beiden Handlungen wird untergeordnet und bildet das Partizip
I, die andere Handlung ist übergeordnet und bildet das Prädikat im Satz.
z. B.: Das den Verkehr blockierende Flugzeug zieht viele Schaulustige an. (Das Flugzeug, das
den Verkehr blockiert, zieht viele Schaulustige an).
Der nur zäh fließende und immer wieder stockende Verkehr kommt ganz zum Erliegen. (Der
Verkehr, der nur zäh fließt und immer stockt, kommt ganz zum Erliegen.
Die telefonierende Hausfrau kocht Suppe
Das Partizip II als Adjektiv drückt meist eine passivische Handlung, ein Resultat oder etwas
Abgeschlossenes aus. Die beiden Handlungen laufen nicht parallel, sondern zeitlich versetzt.
Das Partizip II der transitiven Verben bezeichnet im Allgemeinen abgeschlossene passivische
Vorgänge, die vorzeitig bzw. gleichzeitig .
Das Partizip II der intransitiven Verben mit sein im Perfekt bezeichnet im Allgemeinen
abgeschlossene aktivische Vorgänge, die vorzeitig sind.
z.B: Der Pilot freut sich über die glücklich beendete Notlandung.
Die bereits eingetroffenen Polizei sichert die Spuren.
Herr Klatsch hat sich ein gebrauchtes Auto gekauft.
BEMERKUNG:
Intransitive Verben, die mit haben das Perfekt bilden, können nur in
Partizipialkonstruktionen mit dem Partizip Präsens verwendet werden.
Ein tief schlafendes Kind sollte man nicht wecken.
IV. Partizipialkonstruktion
Ein Partizip als Adjektivattribut lässt sich wie gesehen aus einem selbständigen Satz herleiten.
Beziehen sich weitere Angaben auf ein Partizip, werden diese als Partizipbegleiter in die
Umformung mitgenommen. In diesem Fall spricht man von einer Partizipialkonstruktion. Die
Angaben der Partizipialkonstruktion stehen dann zwischen Artikel und dem Partizip:
Beispiele zur Partizip I - Umformung (Gleichzeitigkeit - Aktivsatz):
25
• Der Dieb fand den Schmuck nicht. Der Schmuck war in einem Tresor versteckt.
• Der Dieb fand den in einem Tresor versteckten Schmuck nicht.
• Das Kind gibt nur freche Antworten. Es ist sehr schlecht erzogen.
• Das sehr schlecht erzogene Kind gibt nur freche Antworten.
Partizipialkonstruktionen lassen sich auch in Relativsätze umformen:
• Der Mann, der laut lachte, ging aus dem Zimmer.
• Das Kind, das sich stets fürchtet, geht nachts immer ins Elternbett.
• Die Vögel, die fröhlich vor sich hinzwitschern, sitzen auf den Bäumen.
• Der Dieb fand den Schmuck nicht, der in einem Tresor versteckt war.