Alexander Tragödie
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Sturm und Sammlung
Büherjungerdeutfher Didhter
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Tragödie
1934
Koinos
Nearchos
Eumenes
Das Heer
An Hyyphaſis
Auf einer Inſel im Indiſchen Ozean
In Karmanien, weſtlich der Wüſte Gedroſien
Paſagardei, am Grabmal des Kyros
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Babylon
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Den Makedonen.
Alerander (kalt, ſogleich Stillſtand und Ruhe ſchaffend)
Wen's an den engen Herd zurückzieht und
An die erboſte Bruſt der lieben Hausfrau,
Der laſſe reichlich ſich von mir beſchenken,
Und gehe.
Laufe eilig keuchend, wer ſich aufgab und
Nicht erkennen mag, wie furchtbar ſich der König
Untertan iſt.
Blickt nach Weſten, wo die Sonne wegſtürzt —
Eure Sonne, längſt entheiligt!
Fort nun übers Gebirg!
Schandvoll den Weg zurück eurer Taten!
Jedem Flüchtling zehn Talente,
Steuerfreiheit und Friede auf Erden!
Füttert mit eurem Ruhm die Schweine,
Bindet den Gott!
Aber weint nicht, wie vor neuen Siegen
Der König oft weinen mußte.
Zeus! Mein Vater! Schlage ſie nicht
Tobend mit umbrüllenden Donnern
Wolkengewaltig ſchallrollend
Unter des ehernen Himmels
Dröhnender Wölbung!
Treffe ſie nicht, Du Ewiger,
Unverſehens! zerknirſchend,
Fahl mit nachtzerreißenden
Augenblitzen des Urzorns!
Schone ſie, aus olympiſcher Höhe
Finſter lächelnd mit Großmut,
12
Daß ſie alle, die Armen,
Ihre verlaſſnen Wege heimwärts
Schleichen mögen, ungeſchädigt!
(heftig ab. Hephaiſtion folgt ihm)
Die Mafedonen (nicht laut)
Lichtlos ſchaudervoll
In der Verſtoßenheit
Ließ der Schreckliche uns!
Geftig)
Raſend blindlings
Zielend überkrümmt
Dieſer König den ächzenden Bogen —
Uns —
Koinos
Stille!
Nearchos
Die Makedonen Alexander hat uns betrogen!
Nearchos Seid ruhig. Treugeſinnt
Iſt Eure Geduld, voll Tapferkeit.
Die Makedonen (ſtark)
Tief herzbeißendes Wehe Dir!
(leiſe)
Alles liegt finſter nun,
Jähzornig hingeſtreckt nun,
Voller Gefahr und trauervoll hier.
(Stille)
Koinos (murrend)
Geht in die Zelte.
II
16
Hephaiftion O daf ich Dich umarme!
Und feft und feft und fefter umarme
Und mit Dir leide,
Faſſungslos
Mit Schmerzen verſtehe
Und Tränen an Deine Wangen weine!
Unſelig grauſam die ewigen Götter,
Wenn ſie geheiligten Schwunges treffend
In einen der Sterblichen ſich verſenken!
Alerander (bebend)
Du ſagſt es.
Hephaiftion (geſchüttelt)
So — entſchied ſich — alles.
(Eumenes kommt, nicht in gewohnter ſchlauer Ruhe, eher verwirrt und une
ordentlich)
Alexander (mühſam ſich wendend und auf ſich ſelbſt ſich ſtellend ſieht ihn;
zu Hephaiſtion)
Mich friert.
Gib mir den Mantel.
(völlig eingehüllt ſetzt er ſich;
zu Eumenes)
Rede.
Eumenes (unſicher)
Ich fürchte faſt, Dich zu erſchüttern, Herr —
Alexander Du fürchteſt nichts. Wann iſt es meinem klaren
Und vielerfahrnen Kanzler eingefallen,
Mit ſtumpfen Worten mich zu plagen, ſtatt
Von Sachen und Ereigniſſen zu ſprechen?
Eumenes Die Prieſter waren an den Fluß gezogen
Und hatten ſorgſam alles vorbereitet —
Als ſich der Himmel jählings ganz verfärbte:
Ein finſtres Wolkenungetüm ſtieg hoch
Am Horizont und wuchs und ballte ſich
Und hatte giftig fchmwefelgelbe Ränder.
Peithagoras erfchraf und fagte leife:
Zeus zürnt. Doch niemand hörte auf dies Wörtchen,
Drei Stiere ftanden fertig, da gefchah
2 8. M.
Ein urgemwaltges Donnerfchlagen, und.
Mit nicht zu faffender Gefchwindigkeit
Ward aus der fchwarzen Wolkenfeftung drüben
Ein Heer von mächtgen Fetzen aufgerifjen
Und log zu ung gejagt; fo augenblicks 2
24
III
Alexander Du Unverftändiger!
Das Meer hat feinen Gott und atmen muß es
Wie Du, wie ich, nach eingeborenem
Geſetz. „Was joll dag?” Diefe Frage Elirrt
Unmürdig eines Menfchen! Frage Du:
„Was ift dag?” Und fo gehe an die Dinge,
Ans Wachjende, Gezeugte, Zeugende,
Damit die Seele Dir zum Glück gelinge.
Beitändig ift, was fich verwandeln kann e
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12
U
m
—
—
Zur treulich-feſten Führung meiner Schiffe.
Hephaiſtion iſt der Phalanx vertraut
Und weiß mit Elefanten umzugehn.
Ich brauch ihn meiner Seele in der Nähe.
Peukeſtas hat zuviel Verwegenheit,
Zu wenig Einſicht. Krateros, der Starke,
Verließ mit ſeiner Truppe unſre Straße,
Um nordwärts ordnend einzugreifen und
Mit freien Kräften ſpäter mir zu dienen,
Wenn ich vielleicht, erſchöpften Auges, ſtarr
Zurück ſeh auf die todgemwaltge Wüſte —
Wer ſonſt? Wer hat die unbefleckte Luſt
Zu Wind und Meer und Rudertakt und Segel?
Sch felbft muß mich dem Schwerften anvertraun,
Dem Brand, dem Durft, dem fahlen Ungeftüm
Der großen Wüfte.
(Stille)
31
m
In Karmanien.
Alerander vor feinem Zelt. Er ift bleih, abgemagert, faft vernachläffigt in Klei-
dung und Haltung.
Hephaiftion und Eumenes, ebenfo, feitwärts.
(heftig)
Wo ift Nearchos?
Gebt Nachricht her!
32
(fanft)
Sch bitte euch von Herzen,
Zuleßt laßt mich Gemwißheit haben.
Hepbhaiftion (leije)
O Du Gepeinigter! Wie foll ich wieder
Deine entlaufne Seele in das dumm
Geflochtne Neb der letzten Hoffnung fangen?
Mit was für Kräften follt ich Deinem Schmerz,
Dem ungehemmten, ftille Maße geben?
Du fchlugft den Mann in Feffeln, der Dir fagte,
Nearchos mit der Flotte ſei gelandet.
Voreilend Fam die Kunde, aber doch —
Du weißt nicht, ob fie wahr gejprochen bat.
Laß uns vertrauen und gefaßt fein, Lieber!
Du bift in wenig Tagen alt geworden,
Und Deine Qual frißt Deine Stärke an!
Das darf nicht fein! Dein Auge brennt und flacert
Mie hinter Schleiern ein gehebter Stern,
Und Deine Stimme Elagt mit böfem Vorwurf.
O laß ung feft fein, Merandros! Mache,
Daß Du uns wieder ganz erkennbar wirft,
Denn noch ift das Verhängnis nicht bezeugt!
Alerander Höre ich, was Du erzählft? Nein! Nein!
Gänzlich verborgen und abgetan
Steht mir die Welt! Denn ich ſehe deutlich
AI meine Schiffe geborften! Tot!
Zeichenverftoßende Trümmer ſeh ich,
Nacktes Gebälke, zerfegte Nuder —
Ode und lautlos, verarmtes Enden
Meiner gefegneten Sehnfucht, treibt eg
Alles daher und dahin, zerftört |
Irrend im megelofen Gewäſſer.
(Stille)
⸗
14°
— —
Heut in den Zelten und Baraden glimmert —
Derdorrt, vom haftgen Trinken krank — fo ftarben
Sehr viele unterwegs — und jebt, die Augen
Entzündet, alle Muskeln todesfchlaff,
Im ganzen Lager nicht ein Hauch von Frifche —
Seh's an, wer will!
Eumenes Die Gegend hier ift nicht
So unfruchtbar. Es wird fich alles heilen.
Koinos Verftärkung fehlt, die neuen Kräfte zaudern,
Und Kraterog vergnügt fich anderswo,
Statt bier zu fein.
35
Hephaiſtion Er iſt bereits gemeldet.
Koinos Und Alexander ſitzt im Zelt. Er wartet.
Er rührt und regt ſich nicht. Er wartet. Fertig.
Was kümmert uns die Flotte?
Hephaiſtion Viel, mein Freund.
Koinos Es iſt zum Lachen. Brunnen haben wir
Gegraben an der Küſte. Ganze Züge
Von Pferden und Kamelen mußten wir
Beladen mit verſiegelten Paketen
Voll reicher Nahrung, ausgeſucht und haltbar,
Und treue Wächter wurden hinbefohlen,
Daß niemand an dem Vorrat ſich vergriffe,
Der unfre Waſſerhelden ftärfen follte —
Und was gefchahb? Die Eöniglichen Siegel
Wurden erbrochen! Ja! Ber Feiner Landung,
Behaupte ich, hat irgend jemand auch
Ein einzig Neisforn nur entdecden können.
Mer hungert, achtet Fein Gefeß, und kann's nicht!
Er beißt fich freundvergeffend durch die beiten
Der Föniglichen Siegel, wenn es was
Zu freffen gibt. — Wir täten recht, ich ſag's,
Nicht länger noch die Flotte zu erhoffen.
Mir felbft find uns Gefahr und Not genug.
Eumenes Mich drückt wie Dich die Feſſel des Geſchicks.
Sie fehindet die Gelenke. Man erftarrt.
Mir müffen drum zufrieden fein und ftille.
Weiß doch der König, was er tut. Er wirft
Den armen Kerl ins Eifen, der zuerft
Die Lüge von Nearchos Landung brachte,
Betrügend ift und blind der Übereifer.
Der König hatte immer fchon fein Opfer.
Hephaiſtion Mas redeft Du wie ein Bedienter, der
Bor feines Herren Gezelt die Sonn begafft
Und zungenglatt den Lauf der Welt bemunfelt?
Eumenes Der böfe Sokrates hat fehon gewußt,
Mie leicht der Philofoph zum Narren wird
Sn unberufner Männer ftumpfer Meinung.
36
AUlerander (wild aus dem Belt fahrend)
Da fteht ihr noch?!
Müßiggänger! Marftweiber!
Was denn ift hier noch Föniglich?!
Schieft Boten! Fünfzig, hundert Boten!
Südwärts! Weit! Alle Wege!
Hephaiftion! Hilf!
Sch muß Gemißheit haben! Endlich!
Vor Abend noch!
Hephaiſtion Ich reite ſelbſt.
Alerander Sa! Du ſelbſt!
Hephaiftion Ich bringe Dir Gewißheit.
Alerander Bewahre Du vor dem Wahnfinn mich!
Die wüfte Nacht darf nicht herein,
Ch Du meinen Nearchos mir
Tot fagft oder lebendig!
Koinos Es iſt weit zur Küſte.
Alexander Schweig doch, Alter!
Eile — eile, Du Lieber!
Weinender Freund des Königs —
Der verblutet.
Nearchos Dies muß der Weg ſein, der aus aller Mühſal
Uns in die Freude führt. O Archias,
Wie unbeſchränkt und warm erſehne ich
Den ſtarken furchtbar ſüßen Augenblick
Des Wiederfindens, Aug in Auge ſinkend!
Ich bitt Dich, geh zurück bis an den Bach
Und hol die Pferde. Sag den andern, daß
Sie folgen mögen, nicht zu eiligl Denn
Ich will allein und nur von Dir begleitet
Vor meines Königs Angeſicht und Frage.
Was meinſt Du, waren nicht die Männer, die
Uns geſtern grüßten, Alexanders Boten,
Und Griechen, die uns nicht erkannten?
Archias Ja,
Es gibt beſtandene Gefahren, die
Den Menſchen ſeinen alten Freunden fremd
Und faſt unkenntlich machen.
Nearchos Eile Dich!
Wir wollen uns erproben wie die Freunde:
Vielleicht ſind Meer und Wüſte ähnlicher
Als wir vermuten!
Archias Ich bin gleich zurück.
(ab)
Nearchos Mir klagt das Herz, geſpannt in Angſten ſeufzend!
Umſchwankend ſteh ich auf der feſten Erde —
Ein alter Mann, der ſich vergeſſen muß!
(er kniet)
O Du geliebtes Land! Wohl habe ich
Geopfert und gedankt und Dich gegrüßt!
Aber ein Fremdling bin ich heut bei Dir,
Vom ungewiſſen Staunen ſchwer betroffen —
Als hätt ich Dich vor hundert Jahren kaum
Geſehn, als wäre ich Dir nie ſo recht
Im Grund bekannt geweſen und vertraut!
Sei mir gegrüßt! Sei mir geliebt! Und trage
In Deiner wärmenden Umarmung mich,
Daß die erſchüttert angegriffne Seele
Sich feſtige anDir und bald in Deinem
Fruchtbaren Schweigen ruhend ruhig werde!
Mein ganzes Daſein lebte eingefangen
In Ozeans gedrängte Wogenmaſſe,
Und Waſſer! Waſſer! Unabſehbar ſchäumend
So fern wie nah beherrſchend und verlockend
Mar mir die Welt ums wagemutige Schiff!
38
E —einKind! — ZuDiefm er Sn, e)
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tion Ber bift Du, fremder Mann?
38 Der wiederkommt.
Und nieder an die Erde beteſt Du?
Wo ſonſt entdeckte ich die ſüße Heimat?
Solch einen ſuch ich.
Wen?
Ganz Deinesgleichen.
Woher kommt Deine Stimme mir?
Aus eines
Verlaſſnen Königs wundgebrannter Seele.
—
Nearchos Zu wildes Leid beſtürmt den ärmſten Mann?
Hjepbaiftion Er fteht beinah umnachtet im Verhängnis —
9 Und keine Hoffnung blieb?
9dephaiſtion Sein beſtes Glück —
N Mir müffen’s traurig glauben — ſank und ftarb.
E... Laß Dich betrachten.
Hephaiſtion Was für ſchwarzes Zeug
* Klebt Dir im Bart?
Nearchos Wir nennen's Teer da draußen.
Hephaiſtion Gewiß?!
R earchos Den ftreicht man in die Fugen.
Hephaiſtion Ol
R (Stille)
h (deife)
J Nearchos?
Nearchos (eiſe)
— Hephaiſtion?
(ſie ſtehen ſich erſchüttert gegenüber, im Begriff, die Hände auszu—
ſtrecken und ſich zu ergreifen)
39
Vorletzte Szene. Es ift dunfel geworden. Eumenes und Koinos gehen vorüber.
(Aerander tritt aus dem Zelt. Hinter ihm bleibt eine Helligkeit. Er
Be. fteht eine Weile.)
Alerander So ftill erfehien mir felten ein Weſen
J— Wie dieſe Nacht. Ich möchte von fernher
Bekräftigend und herb einen Wind —
Ach irgend atmend ein löſendes Zeichen!
Denn ſchwer verſchlungen in ſich ſelbſt
Nach Lichtgeſtalten wühlend iſt alles hier.
Ich faßte mich mit meinem Entſetzen,
Arne Sch zwang mich in befremdliche Bande,
= Denn treu’ und treulofe Gegend wird
Vom Strom durchzogen zerftörend belebt.
Mas aber kommt und faßt nun mich?
Ihr Götter, laſſet mir wahren Fortgang,
Und plant mir Kommendes wahr zu tun!
Sch habe mich bewältigt und habe
Die Flotte meiner Hoffnung entrifjen,
Nearchos ift mir fchluchzend vergangen,
Im Hades ſchau ich ihn fchattengeftaltig
Und ruhlos wandeln bei meinen Vätern.
Sch gab ihn Euch! Und reicheres Opfer
Entquoll mir nie mit ftärferen Schmerzen!
Fortan ift mir gegeben zu richten
Und ftrenge zu fein! Denn ohne Ordnung
Liegt vieles einher in Trümmern, mas
Sch feftlich baute und wachen hieß.
Dies aber fchlag ich voraus: die Welt
Soll Dauer haben und alle Gefundheit
4
Und Schönheit endlos
Als mein Reich.
Ihr fernen Götter, nun ſeht und treibt mich!
Ich bin bereit, ein Getriebner zu fein!
Denn Großes bleibt zu tun im Geheimnis.
Hephaiftion kommt nicht wieder?
Ach wüßte er meinen Entfchluß —
Er zögerte nicht.
(heftig)
So fterben machen muß man vieles,
Damit ein Ende retten kann!
Drauf hoc ich finfter gelähmt umher,
mühſam, Eraftfchöpfend, im Dickicht
Schleichender Traurigfeiten verborgen
Und erdulde die Nacht
Emwig tagharrend —
Iſt jemand da?
(Nearchos feitwärt3 Faum fichtbar werdend)
Nearchos Hier!
Alexander Fürft oder Bettler? Hephaiftion?
Nearchos Ich fuch den König.
Alexander Mer Eennt den König nicht?! Komm näher!
Nearchos (geht und ftodt)
Alexander Wie ſchwankſt Du fo! Elender Schatten!
Gehn vielleicht die Toten
Dor meinem Zelt |pazieren?
Nearchos Die müden Beine zittern mir.
Du bift der König!
(er erfcheint bei Alerandros)
Alexander (gefpannt) Mann! (Stille) Mann!! (Stille)
Mas ift Dir?!
er padt ihn und dreht ihn ins Licht,
das aus dem Zelte Eommt)
Nearchos (Teife)
O Merandros!
Alexander Götter! Traum ich?!
42
Wollt Ihr mich peinigen mit
Umdrehenden Wahnſinns
Tieriſchem Feuer?!
(ſtürzt einen Schritt rückwärts)
Geh! Geh! Verdammte Erſcheinung!
Eben frei
War ich von Dir
Und hatt Dich verloren,
Ausgelöſcht!
Zu den Schatten weg!
Mas willft Du wieder?
Und fachft mit taufend
Todwürdigen Qualen
Aug der Aſche
Meiner Hoffnung
Gräßliche Brände an?
Hüte Dich —
(er padt einen Speer, der an der Zeltwand lehnte)
Als wären Dir Knochen
Und Fleifch gemwachjen
au
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Dane
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Du
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En Und drinnen ein Herz
Bruftzerfprengend —
Sp werd ich zielen!
Fort!
Ungefegneter! Hinab!
Urgemeine Hinterlift!
Nearchos O Merandrog!
Willſt Du mich erfennen?
Alexander (Ichaudernd)
Nearchog?
(er fhüttelt den Speer, betrachtet ihn, feßt die
Spite ſchräg unters Kinn und fchlägt fie mehrere
Male an. Stille)
(gleichgültig)
Sch war in Sorge.
Sch hoffe, Du haft Deine Pflicht getan.
Es ift mir lieb, daß Du Dich retten Eonnteft.
Nearchos Aber — aber — die ganze Flotte —
43
Alexander Ich weiß. Ich weiß.
Geh in mein Zelt und ſtärke Dich ein wenig.
Du ſiehſt verwildert aus.
Nearchos (ſtärker)
Du weißt noch nicht! — Die ganze Flotte —
Alexander Nearchos!!
(er umarmt ihn plötzlich mit Heftigkeit)
O ja! Du biſt es!
Ich fühl's, ich preſſe Dich!
Mein Freund! Mein Treuer!
O nun kommt alles beſſer!
Sei ſtill — mach feine Worte —!
Wie entſetzlich ift
Das Entſetzende zu ſagen!
(faſt ſchluchzend in ſeiner Erregung)
Ich bin glücklich!
Sie iſt da: Gewißheit!
O Nearchos!
Leichter trag ich das Verhängnis,
Da der einzig Beſte mir zurück
Ans verlaſſne Herz geſchenkt iſt!
(er läßt ihn los und preßt die Hände vors Geſicht)
Nearchos So hör mich dennoch:
Die Flotte liegt fünf Tagemärſche ſüdwärts
Vor Anker in der Mündung eines Fluſſes,
Mit Namen Anamis. Ich baute und
Befeſtigte dort einen Hafen und
Dann hörten wir, mit göttergleichen Kräften
Seiſt Du dem Wüſtenfeuertod entronnen,
Und eilten Dich zu ſuchen — und da bin ich.
Drei Schiffe, leider, ſind mir weggeſunken.
(Stille)
(Hephaiftion Eommt)
Alexander (gequält)
O! Hılft mir denn niemand?!
(umfahrend)
Mer ift dal Du? Hephaiftion?
44
Hephaiſtion Ich hielt mein Wort! Unendlich ſei
Gedankt den Himmlifchen!
Alerander Bill Du Hephaiſtion?
Hephaiſtion Ich weiß fehon alles —
Alerander Mas weißt Du? —
Hephaiſtion O liebſter Alerandros!
Glücklicher! Die ganze Flotte —
Alexander Still, ſtill — ſchweigen!
(er ſchwankt)
Ich höre was!
(zwiſchen den beiden, geſtützt und umfangend)
Ich ſehe was!
(leiſe)
Die ganze Flotte, Schiff um Schiff,
Liegt an des Anamis geſchweifter Mündung
Ruhig vor Anker. Und drei Schiffe ſind
Verloren. Und dies alles iſt jo wahr
Mie all mein ungeheureg Liebesleiden.
Hier fteh ich, Merander!
Umfangend meinen Nearchos,
Umfangend meinen Hephaiftion!
Sit das Glaubens würdig?!
Mas für Wunder beftürmen
Den Sterblichen!
Nearchos Sch muß Dir berichten —
Alerander Stunde um Stunde —
Zag um Tag —
Alles muß ich hören —
Don jedem Windftog — O Götter!
Die Flotte hat ihren Sieg!
Jetzt bin ich wieder ganz,
Und fühle mich wieder!
Kränze her! Muſik! Licht!
Alerander ift einig
Mit den Elementen!
Sch will den Nearchos befrängen —
Wüſte und Ozean —
Wahrer König heiße ich heute!
(zu Nearchos)
Was ſoll ich Dir ſchenken? Eilig! Rede!
Nearchos Deine Liebe!
Alexander Die haſt Du immer!
Nearchos Und Deine Freude —
Alexander Haſt Du in Dir — ich ſchwöre:
Dieſe Stunde
Iſt mir köſtlicher
Ewiger als
Allaſiens Beſitz!
Hephaiſtion Jetzt ſtehn wir auf,
Und ſtehn wieder ſtark —!
Alexander Und ſchmettern uns nieder
Rächend zwiſchen die Empörer!
(leiſe)
O ihr Geliebten —
Laßt mich weinen —
Mein Leben wird mich töten.
Nearchos Wir wollen opfern.
46
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Alexander!
Bewahre Dich!
Plötzlich, wer weiß —
Kannſt Du — weg ſein!
55
Alerander Was! Was!
Hat ein liſtiger Gott
Dich in ſeinen Wahnſinn gefangen?
Eumenes Hier iſt das Dokument.
Alexander Zeig mir's nachher.
He, Eumenes, Getreuer,
Du biſt doch kein Verſchwender von Natur?
Eumenes Nicht ſo wie Du. Jedoch es fehlt mir ſtets
Im beſten Augenblick am beſten Gelde.
Alexander Das ſtimmt. Als ich am Hyphaſis von jedem
Der Großen meines Heeres nur dreihundert
Talente forderte zum Bau der Flotte,
Kam Eumenes mit hundert angeſchlichen
Und meinte gar, ich nähme dieſes Opfer
Der hungernden Erſcheinung herzlos ab!
O nein, wir tröſteten den armen Kerl
Und ſchenkten ihm die lieben hundert wieder —
Und dann — wie war's — Hephaiſtion?
Hephaiſtion | Wir haben
Sein Zelt ein bifichen angezündet, um
Den trefflichen Befiter fort zu räuchern
Und nachzufehn, was er für Gold verftecte!
Eumenes Den dummen Schaden hattet ihr davon!:
Das ganze Zelt verbrannte, und mit ihm
Sämtliche Akten, Briefabfchriften, alles,
Mag fchriftlich von des Königs Herrfchaft zeugte! |
Alexander Ach ja. — So prächtig ungewohnte Späße |
Sind neuerdings ich weiß nicht wo verhohlen.
Hephaiſtion sn jedem Fall, wir fanden an zmweitaufend
Zalente wuchernd in der böfen Afche.
Alexander Und davon hat er taufend mir geboten,
Dem König, mir! für einen Ring, nicht wahr?
Bon allen Seltfamfeiten, die ich lernte,
Mar dies die wunderlichite, Eumenes.
Da ift der Ring.
(auf Hephaiftions Hand zeigend)
56
Man ſcherzt mit Inbrunſt heute.
(Koinos kommt)
(Stille)
Koinos Alle fechshundertvier.
(Stille)
Alexander Nach dem Geſetz.
Koinos Sch möchte das nicht gern noch einmal tun!
Alexander Mir hoffen Fünftig herrfchend viele Menfchen
Und wenig Tiere zu gewahren unter
Des Königs Dienern. Freunde wünfche ich,
Borbildend wirkende und feite Männer,
Damit die Menge der Befohlenen
Zum Elaren Leben hingeleitet werde.
Koinos Man wird den Blutgefchmad nicht los. Das hindert.
Alexander Du bift befangen und verdreoffen. Warte,
Das geht vorüber. Allzu eng haft Du
Gefämpft um nacdten Kampfes willen, und
Das füße Trachten, das belebende,
Blieb Deiner eingefleifchten Seele fremd.
Koinos Du Eennft mich alfo.
Eumenes Freilich. Wer durchſchaut ung,
Wenn nicht der König mit dem Feuerblic,
Der alles allentzündet und verfengt,
Was ihm den Weg und das Verlangen Freuzt?
Alexander Du redeft gut, und Fennft doch nicht das Weſen.
Sch warne euch vor überflüffigen
Gedanken. Denn die fpinnen Unheil. Höre,
Freund Eumenes, mir fcheint, Du Täfterft gern
Im Stillen und Geheimen.
Eumenes Glaub dag nicht!
Alexander Ihr follt mit Strenge auf die treue Reinheit
Der eigenen Gefinnung achten. Sonft
Urplöglich feht ihr euch am falfchen Ort,
Wenn zwifchen Mitternacht und Morgen ich
Euch fehütteln werde!
(Stille)
57
Die Zukunft ift erfüllt von großem Wirken,
Umfaffend Tiegen Pläne ausgeftreckt,
Von hoher Kraft und Sicherheit durchdrungen;
Lang dauerhaftes Werk wird ung der Nachwelt
Bezeugen und den Göttern wiedergeben!
Doch dies verlang ich: Ungeteilten Willen
Sn jedem Zun und Denken und Betrachten.
Seid einig mit den zielenden Geboten
Der Seele, die mich fpannt und fortbewegt
Sn die vollfommne Einigung der Welt —
(er bricht ab)
Eumenes Wer von den Sterblichen weiß Dich zu faſſen?
Koinos Der König hat die Macht. Er ſoll's vollbringen.
Alexander Ihr Toren!
Die nackte Macht ift ein verfluchtes Nichts!
Für kindiſche Gemüter dumme Wolluſt!
Ein Fraß, mit dem geringe, eitle Seelen
Sich ſchmatzend überladen, zum Gelächter
Der eingeſchüchterten erſtaunten Mitwelt —
Macht?
Dem wahrhaft Herrſchenden iſt ſie gehorſam,
Ein ſtummes Werkzeug unter tauſend andern
Und nicht der Rede wert! Er muß ſie haben,
Wie Luft zum Atmen, wie ein Schiff zum Wandern
Auf weithin ungehemmter See!
Ihr hört mich —
Ich raube euch, Ihr ſollt euch wiederhaben:
In Suſa plane ich das größte Feſt
Der Zeit zu geben. Griechenland und Aſien
Sollen ein Leib und eine Seele ſein!
Koinos Unmöglich!
Alexander Schweige! Unbeſonnener!
All meine Großen werde ich vermählen
Mit Frauen aus den vornehmſten Geſchlechtern
Der unterworfnen Reiche. Tauſende
Von Makedonen werden gleichen Tags
Mit Aſiatinnen verbunden ſein:
58
Ein umgeſchaffenes Geſchlecht wird aufſtehn
Und ſich des Glücks bemächtgen, das ich bilde!
(Stille)
Sp ferner fage ich: Mir Fam zu Ohren,
Daß zmwanzigtaufend meiner Mafedonen,
Die mir im Heere dienen, finnlos fchweifend
Den reichen Sold, die fette Beute gänzlich
Verfpielt, vergaufelt und verfoffen haben.
Jetzt fchleppen dieſe Leute ſchwere Schulden.
Das ift beinah ein Wunder. Denn ich weiß nicht,
Durch was für Zauberei die fchlauen Helden
Sn Solche Narrheit fich verſtricken Eonnten.
Kun gut: Sch zahle jedem einzelnen,
Gleich welchen Ranges, alles was ihm fehlt,
Aus meiner Kaffe.
Eumenes Voller Großmut endlich
Erjcheinft Du wieder fürftlich fpendend ung.
Alexander Bon der Entlaffung meiner Veteranen,
Bon allem Guten, was ich fonft befchließe
Zur Umgeftaltung des gefamten Heerg,
Zur Heilung läftig eingefreßner Wunden
Und Übel werdet ihr bei anderer
Gelegenheit das Nötige erfahren.
Ich trete jebt hinein zum toten König
Der Perfer, den ich fo mißhandelt fand!
Mit feiner Seele gehe ich zu fprechen,
Verzeihung werd ich niederflehen auf
Die Schändlichen, die ihre Untat büßten
Mit ehrelofem Tod. Indes bemahret
Die fanfte Ruhe, die fich endlich ziemt
An diefer Stätte.
(ab)
Eumenes Ein fetter Hund Fann riechen, daß fich was
Verändert hat.
(Stille)
Wir fchweigen nun, wir drei,
Und denken nichts, folang der König um
59
Erleuchtung ringt und ſeine Andacht pflegt.
(Stille)
Ihr feid doch Helden? Das ift euer Titel.
Kann fein, daß euer Heldentum fich nur
Verkrochen hat. Man fpürt nichts mehr davon.
Koinos Sehr hübich und väterlich gedacht: die Schulden
Der Kinder zu bezahlen. Wißt ihr was?
Die meiften Offiziere und Soldaten,
Die fagen fih: Ho! Vorficht! Alerander —
Eumenes pft!
Koinos (leifer)
— der Gott, der König will doch nur erfahren,
Wer hier die meiften Schulden hat! Und weiter,
Für welche Poſſen, Sünden und Verbrechen
Das gute Geld vergeudet wurde!
Hephaiſtion | Kein.
Du rührſt mit Yächerlihem Mißtraun an
Die unbefleckte Abſicht des Gebieters.
Eumenes Höchſt überflüffige Gedanken! Folgt mir —
Denkt leiſe oder gar nicht, wie befohlen.
Koinos Die Sache hat Fein Maß mehr, Eeinen Glauben,
Und Feine Nichtigkeit. Sch fag es deutlich!
Habt ihr gehört, was er fo nebenbei
Mit feinen Veteranen tun will? Alfo!
Er braucht das fture Volk nicht mehr. Es darf
Tach Haufe trotten und den Neulingen
Die Früchte hochberühmter Zaten laffen!
Hephaiſtion Am Hyphaſis habt ihr gefchrieen nach
Der Heimat! Undankbare Männer feid ihr.
Koinos Die Zeiten rollen um. Was ift denn mir
An irgendeiner Perferin gelegen?
Sch habe jo ein Weibsbild gar nicht nötig!
Man Eennt die Samtgemwächfe zur Genüge,
Die melandyolifch wilden Sammerfagen!
Eumenes Geh nur und häng Dich auf. Du bift veraltet.
Koinos Wir wollen fehn, was der Nearchog tut,
60
Wenn er in Suſa ankommt und bemerkt,
Daß er ſich mit der Zeugung eines neuen
Geſchlechts tatkräftig zu befaſſen hat!
Eumenes Ein Mann in feinem Alter!
Koinos Und ich fage:
Wenn neben ung, den echten Mafedonen,
Die Erummen Perfer gleichberechtigt, gleich
Geachtet ftehen follen in der alten,
Unübermwindlichen Armee, ja, dann —
Dann mac ich Schluß!
Eumenes (zu Hepheiftion)
Er ift verrückt!
Koinos Sei ftill,
Du giftiges Gemwäfch!
(ab)
Hephaiſtion (ihm nachrufend)
O Koinog! Du
Und ich, wir reden heut noch miteinander!
Eumenes Man ift zumeilen mißgeftimmt. Sch habe
Nicht die geringfte Sorge um den König.
Hephaiſtion Das glaub ich.
Eumenes Allerdings, er hat mich heute
Mit unerwartet fcharfem Scherz behandelt.
Hephaiſtion Verdienteft Du, von um fo fehärferem
Verdacht, vielleicht, fortan, geprüft zu werden?
Eumenes Man fpürt des Günftlings einflußreiche Nähe.
Hephaiſtion Du irrſt. Das heißt — Du mißgeftalteft alles.
Eumenes Sch hoffe, daß der Ning Dich glücklich macht.
Du haft ihn wahrlich Dir bei feltfamer
Gelegenheit erworben — denn fo feheint es.
Hephaiſtion Du redeft unverfchämt.
Eumenes Sch rede höflich.
Hephaiſtion Und ganz im rechten Tückeaugenblick
Zeigſt Du mir an, was ich vermag beim König!
Eumenes Soviel wie ich, und weniger, wenn's mir
Gefallen follte. Freundfchaft ift nicht alles.
Hephaiſtion Du haft Dich lang genug verheimlicht und
61
Mit neidiſcher Erbittrung Dich verſteckt.
In Zukunft kann ich Deine Winkelzüge
Nicht überſehn! Das wiſſe Du; und denke,
Wie Du Dich retteſt!
Eumeneg Luſtig! Luftig! Was
Für nedifches Gevögel haftet frech
Durch Deinen Sinn? Sch weiß von mir zu fagen,
Daß ich im Grunde unentbehrlich bin!
(Alerander tritt hervor, unbemerkt)
Hephaiftion Du gehft in Lumpen, bift ein Ungeziefer,
Der blöde Fraß am Unvergänglichen —
Alerander Ihr zankt, indes ich bete?
So haltet ihr die Treue mir?
(Stille)
Mas ift das für Gemeinheit?!
Eumenes Nur eine Wolfe, die vorüberzieht —:
Mir find ung einig.
Hephaiſtion Nein, das ift gelogen.
Alexander Hephaiftion!
Hephaiſtion Sch habe Dich verteidigt!
Ein Übel kommt aus diefer Kreatur,
Ein unterirdifcher Geftanf und Troß —
Sch kann's nicht jagen.
Eumenes König Merandros!
Hephaiftion fand mich von Neid erfüllt,
Da ich den Ring an feinem Finger ſah —
Und allerdings, Du Fennft doch meine Lafter:
Geiz — und Verſeſſenheit auf die Gefchenfe
Des Herrfchers, dem ich diene, den ich Tiebe!
Hephaiſtion Nein! Lüge bift Du, niederträchtige,
Und todeswürdig taufendmal —
Alexander Schmweigt beide!
Du, Eumenes, wirft ein Geſchenk erhalten,
Zaufend Talente wert. Hephaiftion,
Man fchafft für mich mit fehr verfchtednen Kräften,
Seder nach feiner Tüchtigfeit. Und niemand
Lebt wider meinen Willen unerwünfcht
Sn meiner Nähe. Halte drum Dein Urteil
62
Im Zwang der Vorſicht. Gebt euch hier die Hände,
Damit ich ſehe, daß der dumme Zank
Verjagt und lachenswert und ferne iſt!
Eumenes Von Herzen gern!
Hephaiſtion Ich tu's nicht! Nein, ich tu's nicht!
Alexander Hephaiſtion! Biſt Du von Sinnen!
Hephaiſtion Nein!
Ich ſehe nur, was Dir verborgen iſt!
Verlieren kann ich Deine Gnade, aber
Nicht Deine Freundſchaft — O, ich warne Dich!
Es ſchleicht Dir was im Rücken —
Alexander Und ich bin
Allſeitig unangreifbar von Natur.
Hephaiſtion, ich bitte und befehle —
Beim Gott der Freundſchaft und des zarten Liebens:
Reich ihm die Hand, dem armen Eumenes.
Hephaiſtion (zögert)
Alexander (wild, zupackend)
Zeus Donner! Tu's!
Hephaiſtion (gehorcht, flüchtig, und eilt plötzlich fort)
Alexander (ſtampfend)
Ihr Narren!
(ab nach der entgegengeſetzten Seite)
64
VI
Du kommſt?
Laßt mich allein mit ihm.
(Nearchos, Eumenes ab)
(Die ganze Rückwand des Zeltes öffnet ſich auf des Koinos Betreiben.
Unzählige ſtehen da, bewaffnet)
Alexander (lächelnd)
Hephaiſtion, mein Einziger!
Jetzt hebt der Kampf um die Entſcheidung an.
(er tritt etwa in die Zeltöffnung)
Da bin ich!
(Stille)
Zehn lange, feuervolle Jahre waren
Wir unterwegs, beftändig fteigend, furchtlos.
Ich danke euch.
Mir ftehen heut auf einer fcharfen Höhe.
Der himmelmweite Umblic® ift allein
Dem König, mir, gegeben und vertraut.
69
Zum Zeichen dieſes heilgen Augenblicks
Gab ich ein Feft — fünf Tage durch und Nächte:
Es wird nicht feinesgleichen haben. Niemals!
Fortan find Sieger und Beſiegte Brüder,
Vereinigt wirkend, ftreitend und vergehend.
Ihr habt gehört, daß dreißigtaufend Perfer,
Meder und Baltrier, geübt, bewaffnet
Nach Makedonenweiſe und zerfahrung,
In die Armee hineingeordnet werden,
Sodaß fie ftehn und Fämpfen wie ihr felbit. .
(Stille)
Es ift mein Wille, daß nicht ihr allein
Gefahren bändigt, Schmerzen duldet und
Ehrwürdge Opfer bringt, die weit hinaus
Dem Ganzen dienen, das ich fchuf und fchaffe.
Sn Zufunft ſoll dag Neich des Königs für
Sich felbft um feinetwillen feft und einftehn.
Sch weiß, daß euch die Heimat zauberhaft
Sm Innern wirkt und taufend Wünſche lockt
Zurüd an ihr entbehrtes treues Ufer. —
Die Veteranen (beftimmt gedämpft)
Dunfel geftaltlos —
Ihr Sprecher In der Vergeſſenheit —
Die Veteranen Ruht die vergangene Heimat ung.
Hephaiſtion (leife, dringend)
Da fteht was auf, ich fühl’ 8 — erbittert!
O Merandros! Vorficht! Die Gefahr
Wächſt!
Alexander (hartnäckig)
Ich werde eurem Wunſch zur Wirklichkeit
Verhelfen: Ruhmreich iſt die ſüße Heimkehr
Dem Tapfren, der aus herzenfreſſender Schlacht
Gerettet in des Lebens milderen Abend
Hinüberſchaut —
Die Beteranen (ſtärker)
Aber bei Dir iſt unſre Heimat —
Der Spreder Uns gebührt Dein Anblick!
70
Pe
bi) 9 *—
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75
VII
(Nearchos fommt)
Eumenes Mag Neues?
Nearchos Alles ſchwebt beängftigend!
76
Eumenes Mir kommen die erdrückendſten Bedenken.
Dir auch? — Wenn nur der König durchhält! Weißt Du,
Wenn der verliert, dann ſind auch wir verloren!
Entſetzlich, dran zu denken! O Nearchos,
Was meinſt Du! Rede!
Nearchos Heut entſcheidet ſich's.
Die dreißigtauſend Perſer ſtehen jetzt
Bewaffnet, eingegliedert, zudes Königs
Verfügung. Er hat öffentlich die Truppe
Beſichtigt und geprüft, und ſchien zufrieden.
Im Kreis der alten Makedonen blieb's
Gefährlich regungslos wie ſeit zwei Tagen.
Die Spannung iſt ſo widerlich beklemmend,
Daß jedermann zu wünſchen einfach aufhört
Und nur mit allen Kräften irgendwelche
Luftſchaffende Erlöſung ſich herbeiſehnt!
Eumenes Grauſamſter Zuſtand!
Nearchos O — ſolch einen Zweikampf
Erlebte ich noch nie!
Eumenes Und Alexander?
Er hat nichts weiter unternommen gegen
Die ſtummen Makedonen?
Nearchos Weiter nichts.
Er hat ſie unbeſchreiblich überſehn —
Siehſt Du die Luft? So ſah er ſie: wie Luft.
Ich konnt es kaum ertragen.
Eumenes Aber wenn
Der König nachläßt —?
Nearchos Was?! Du biſt doch töricht!
Es gibt beſtimmt nur zweierlei: Entweder
Die Leute unterwerfen ſich, und zwar
Bedingungslos — oder: ſie ſtehen auf,
Die Schlachtgewohnten, und verſuchen furchtbar
Die ſtolzen Waffen gegen ihren Führer —
(ſtockt)
(auffahrend)
Nur voran, voran! daß etwas geſchieht!
(Alerander Eommt)
77
Alerander Hat uns der Rat von Tyros den Empfang
Des Briefes jetzt beſtätigt, derden Bau
Von fünfzig ſchnellen Schiffen anbefiehlt?
Eumenes Vor übermorgen kann die Antwort kaum
In Deinen Händen ſein.
Alerander Schick einen Boten:
Ich will nicht zwanzig Dreißigruderer,
Wie noch der erſte Brief beſagt, ſondern
Ich will von dieſer Gattung dreißig Schiffe.
Eumenesg Der Bote geht noch heute.
Alerander Selbſtverſtändlich.
Erinnre dran, daß jedes Fahrzeug aus
Dem beſten Holz verfertigt werden muß,
Daß ferner alle Teile ſehr genau
Und vorteilhaft bezeichnet aufden Weg
Nach Babylon zu bringen ſind. Ich will nicht,
Daß die Zuſammenſetzung dieſer Schiffe
Vermeidliche Verzögerung erleidet.
Eumenes Mit Sorgfalt, Herr, bewahre ich Dein Wort.
Alerander Heut abend ſchicke Flötenbläſerinnen —
Jedoch ſie mögen ſich bekleiden, gänzlich.
Hephaiſtion wünſcht nur die holden Töne.
Sein Aug iſt matt.
Nearchos Hat Glaukias, der Arzt,
Das Übel nicht entdeckt?
Alexander Er ſieht nach allem
Kur eine Möglichkeit.
Eumenes (eilig)
Und mwelche?
(Stille)
Alexander Sa.
(Stille)
Wie fraaft Du aufdringlich, mein Eumenes.
Halt Dich zurüd von Sachen, die Dir fremd find.
Eumenes Man forgt fich doch um die Gefährten, die
Verehrend in des Königs Freundfchaft leben.
78
Alerander Vielleicht, Nearchos, hat das Meer im Norden,
Das Kaspiſche, doch einen Ausgang in
Die ſchwarze See? Ich muß das wiſſen. Wähle
Be
Fünf oder ſechs ſcharfſichtge Männer aus,
Die ſollen mir das Ufer unterſuchen,
Ringsum. Ich gebe ihnen an zweitauſend
Bewaffnete. Ich wünſche ohnehin,
Daß aus den unberührten Wäldern dort
Beſtimmtes Holz geſchlagen werde, feſt
Und leicht — gewachſen für den Schiffebauer.
Nearchos Wie weit denkſt Du hinaus, wie ſicher — Ach!
Und ich muß Dir geſtehn, daß all mein Herz
Von bittrer Unruh durchgepeinigt wird —
So tief greift mich die Qual des Augenblicks!
Alexander O mein Nearchos! Alles Schickſal ſteigt
Nach dem Geſetz der Seele die ſich müht,
Und fallen, ſtürzen tut es gleicher Weiſe —
Und bleibt doch ſtill, als hing es unbeweglich
Voll ferner Sternkraft hoch im Göttlichen.
(heftig)
Bin ich denn fatt? — Sch habe nichts zu fürchten.
Nearchos (plöglich vor ihm auf den Knieen)
Sch flehe, fleh Dich an! Sei wieder unfer!
Sei König Deinen Makedonen wieder!
Sch halt’s nicht aus, die rühmlichjte Verpflichtung
Bis zum Zerreißen angefpannt zu fehn!
Alexander Auch Du, Nearchos? O, das könnte weh tun.
Nearchos Mach irgendwie ein Ende, daß die Bruft
Doch wieder atme! Nede einmal noch
Zu Deinen Männern, Söhnen Deines Stamms,
Daß fie den Anhauch Deiner Güte fpüren,
Und nicht mit gräßlichem Gemebel gleich
Empörend ihres Königs Zelt umbluten —
Anbraufend ein befinnungslojfes Heer,
Hartnädig rafend —
ſiehſt Du das Verderben?!
Alexander Mag hier zu tun und was zu laffen ift,
79
Weiß ich genau.
Und der mein Leiden kennt,
Iſt krank. Mein Leben gäbe ich für ihn,
Hephaiſtion!
(ein Bote kommt)
So kommt Erlöſung!
Nearchos Hörſt Du nichts?
Alexander Mag denn?
Nearchos Da, vor dem Zelt!
(Stille)
Ein dumpfiger Zumult —
Und Waffen!
Eumenes D — das fammelt fih! —
Nearchos Es rollt! —
Wo ftehen Deine Berfer?!
Alexander (gefpannt laufchend)
Meine — Perfer? —
Die ſtehen weit. Senfeits des Fluffes.
80
2 Nearchos Wasl!
Jag den Befehl hinüber, daß ſie kommen!
Alexander (immer lauſchend)
Warum?
Neaearchos O gräßlich! Die Verwegenheit!
Du ſollſt Dich ſchützen! Dich verteidigen!
Mach raſch! — Ich wage nicht hinauszuſehn —
Eumenes Sie könnten denken, niemand wäre hier —
Alexander Stille!
(er will ſich begeben, das Zelt zu öffnen, langſam)
Nearchos Geh nicht! es iſt zu ſpät!
Eumenes Schon wieder —
Nearchos Schon wieder Waffen —!
Aleranber! Eilig!
Derfuche dort den Fleinen Ausgang, mo
Leibwächter ftehn — fehnell, fehnell — fie werben ftürmen.
Sch hör's!
Alexander Du hörſt fehr fein. Ste mögen fommen.
Sch warte fehon zu lange!
(Koinos kommt durch den feitlihen Eingang. Er fieht nieder. Er trägt
fein Schwert in der Hand, und legt es jeßt zu Boden vor den König
nieder, nimmt den Helm ab und legt ihn daneben. Er geht zur hinteren
Zeltwand: fie öffnet fih. Man fieht Mafedonen, endlofe Scharen und
Waffen vor ihnen aufgetürmt zu Haufen. Beherrfcht durchdringende Stelle)
Alexander (regungslos)
Was wollt Ihr?
Eumenes (ſtellt ſich ganz zur Seite, daß er kaum noch zu ſehen iſt)
Koinos (ſchwer)
Du ſiehſt es.
(er kniet)
Wir weichen nicht, bis Du verziehen haſt.
Alexander (faſt unter Tränen)
Und ſo im Gnadeſuchen trotzig noch —?
Koinos (freier und heftiger)
Die Perſer küſſen Dich! Nie haſt Du uns
Den Kuß erlaubt!
Wo iſt ein Makedone,
6 Al. 81
Ein alter Krieger, der den König küßte?
(weniger frei)
Wo iſt ein Tapfrer aus der Heimat, den
Der König Bruder nannte?
(Stille)
Mir trugen diefe Qual nicht länger. Niemand
Wagte fich gegen Dich hinauf.
(Stille)
Mir unterwerfen uns.
(Stille)
Alexander (leis)
Mein Koinos, Unverftändiger und Guter,
Rührender Geift — ſteh auf — komm her —
Küſſe mich.
Koinos (tut jo, fait ängftlih; fteht einen Augenblick, läuft dann
in die Seltöffnung und fchreit hinunter, hinaus)
Habt ihr’s gefehn?
Ihr verdammten lieben Kerle?
Sch küßte den König!
Die Veteranen (Iprengend)
Alerandros!
Alexander (bebend)
Ihr ſeht mich angegriffen
Bon eurem Troß und treuen Weſen —
Mein Wille ift Geſetz euch,
Und alfo geb ich Gnade!
Don Stund an heißt ihr meine Brüder!
Die Veteranen Lobt den König!
Gemwaltiger,
Schöner fteht niemand!
Ende fei
Allbefreiend
Des unfeligen Streiteng heute!
Alexander Sch halte meine Tränen nicht mehr,
Ihr böſen Kinder!
Kommt, kommt her, und küßt mich!
(beginnt ein freudiges Stürmen ins Zelt. Viele küſſen den
König, gehen teils wieder. anderen Platz zu machen, teils
halten ſie ihn umringt)
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Eumenes Erſtaunlich! Alſo wird die ſicherſte
Erwartung doch getäuſcht!
Nearchos Mann! Gehe auf
Die Knie und preife diefen Gott!
(er fchlägt die Hände vors Geficht)
Eumenes Was ſoll's?
Alexander (zu einem der Leute)
Dich kenn ich auch, Du alter Eber — Hört,
Ich gebe jedem ein Talent, der in
Die Heimat wegzieht, jedem ſeinen Sold
Bis auf den Tag, da er im Vaterhaus
Am frommen Herde ſtaunend niederbebt!
Die Veteranen Sieg dem König!
Heilige Tränen
Weinend ſtrahlt er
Seine Brüder an!
Alexander Und wißt ihr was? Da pappeln viele Kinder,
Die ihr von hübſchen Perſerinnen habt —
Den Kleinkram halt ich hier, und zieh ihn groß,
Damit nicht eure lieben Ehefrauen
Zu Blitz und Zank Gelegenheiten finden!
Koinos Der König hat für alles ein Gedächtnis!
Alexander Die Söhne aber der Gefallenen
Sind meine Söhne.
(tief geneigte Stille)
Die Veteranen Dank dem Beherrſchenden!
Er hat uns wieder!
Alexander (ſich aus der Umringung löſend)
Sonnenwolkiges Feſt der Verſöhnung!
Heute beſchreit ich die ſelige Höhe
Göttlich feſt und leicht und feuerwirkend —
O! Jetzt widerſtrebt mir nichts mehr!
(Hephaiſtion wird auf ſeinem Lager ins Zelt getragen. Goleite
vor und hinter ihm)
- 5
87
VII
Babylon. — Im Garten des Föniglichen Palaftes.
Alerander auf prunfvoll erhöhtem Thron ruhig fißend. Bei ihm Nearchos, Koinos,
Eumenes, auf Schemeln mit Silberfüßen. Weiter in geordneten Abftänden, ein
großartiges Gefolge, ftehend: Somatophylakfes, Strategen, Satrapen; Gefandte
der verichiedenften Völker; Eunuchen und anderes Gefinde,
u
i
Koinos (plötzlich ſchreiend) N
x
Verbrechen!!
(will an ihn)
Eumenes (flüſternd) %
A
Siehſt Du nicht, daß dieſer von
Den Göttern kommt? Rühr ihn nicht an! Gefahr!
Fühlſt Du das Schiekfal nicht?!
—
-
Alexander Eumenes —
Stehſt Du nicht wie ein Bettler da und lauerſt?
Als mein Hephaiſtion noch liebte, hab
Ich nie geſehn, wie häßlich Du doch biſt.
Eumenes (wild flüſternd, zu Koinos)
So bald kommt meine Stunde!
(ab)
96
Babylon. Im Palaft. Gegen Abend. |
Das Gemach des Königs wird duch einen Vorhang dem Blick verborgen. Den
Wänden entlang leifes Gedränge von Makedonen und Perfern. Nearchos kommt
mit haftiger Eile, geht hinein; der Vorhang fällt hinter ihm zu. Stille.
Nach Eurzer Zeit erfcheint— abermals fällt der Vorhang hinter ihm zufammen —
der Admiral mit dem Ausdrud höchſten Schmerzes.
u”.
LET
Nearchos Der König ftirbtl! Und ihr, ein Dred, ein Ekel —
Ihr zankt und hadert!
Koinos Alerander lebt!
Und: diefer Schuft wird fterben!
Nearchos Eumenes —|
Was fällt Dir ein! Mit blödem Feuer an
Die fchriftlichen Erlafje Deines Königs?!
Eumenes (unmerklich vortretend)
Davon verftehft Du nichts, o mein Nearchos.
Nearchos Mach Eeine Sprüche!
Eumenes Nein, das tu ich nicht mehr!
Ich habe das Vergangne, alles, jedes!
Dom erften Tag big auf die heutge Stunbel
sch hab eg fchriftlich! fauberft eingeordnet —
Das ungeheuer Unergreiflihe —!
Nearchos Wir kennen Dein Berdienft. Du ftehft gerühmt
Bor allen andern!
Eumenes Mein Verdienft, das Eennt ihr!
Don meinem rauen aber ahnt ihr nichts!
Sch hab's vermwidelt, eingehüllt, verfchlichen,
Daß fein erlauchter Dummfopf eg bemerfte —
Sch hab's mit mir herumgetragen, leiſe
Durch all die überfüllten Jahre vorwärts —
Ich trag's nicht länger!
Nearchos Eumenes, Du redeft
Unfinnig unverftändlich! Und wahrhaftig,
Der Augenblick ift nicht gemacht, um Dich
Und Deine Eleinen Nöte zu gewahren!
Eumenes Sch hab gefchmwiegen — O Nearchos! Keiner
Verſchwieg jo vieles und fo tief! Jet aber —
Sebt aber muß ich einmal reden! Einmal muß
Die Qual des Eumenes ausbrechen und
Die nadte Welt erproben —
Mas? Ihr Zölpel!
Bon euch weiß niemand, was gejchehn ift! Niemand!
Ich aber weiß es furchtbar und genau!
Sm Zwang des größten Toren, der da drinnen
98
Y
TIER
>
Alle Tod!
Erſter Chor Mehl
Zweiter Chor (ſchnell)
Weh uns!
101
Alle Weh ung allen hier!
(Stille)
Fraßftürzer Tod! Gräßlich
Schlundgähnend Elafft, lautlos
Brüllend von unten auf, Gift:
Schatten ausfpeiend, böfe
Dein umfchleichender Rachen,
geindlich, nach mweithin
Unfindbarer Notwendigkeit,
Aller Vernunft!
Alle Mehl
(der Halbkreis teilt Sich fo, daß der Leichnam fichtbar wird)
103
Jählings geftört
Ung entriffen
Liegt der Geraubte
Regungslos
Hingeſtreckt und ſtarr!
Alle Wolken
Und Wutgewitter
Weltfinſtrer Trauer
Schlagen Wahnſinn —
Brauſend auf uns nieder,
Näher ſchon unheimlich
Flackern uns die rauchenden
Fackeln des Verderbens an!
——er