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Die 3 Federn

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Arbeitsblatt zum Kapitel:

Von Menschen, Tieren und … • Märchen und Fabeln HV 06-02


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Hörverstehensaufgaben zum Hörtext:


Jacob und Wilhelm Grimm: Die drei Federn

1 Hört euch das Märchen „Die drei Federn“ an und macht euch Stichpunkte zum Inhalt.

2 Lest nun den Text und ergänzt in dem Cluster Merkmale, die für Märchen typisch sind.

Jacob und Wilhelm Grimm: Die drei Federn


Es war einmal ein König, der hatte drei Söhne; davon waren zwei klug und gescheit, aber der dritte sprach
nicht viel, war einfältig und hieß nur der Dummling. Als der König alt und schwach ward und an sein Ende
dachte, wusste er nicht, welcher von seinen Söhnen nach ihm das Reich erben sollte. Da sprach er zu ihnen:
„Ziehet aus, und wer mir den feinsten Teppich bringt, der soll nach meinem Tode König sein.“ Und damit
5 es keinen Streit unter ihnen gab, führte er sie vor sein Schloss, blies drei Federn in die Luft und sprach:
„Wie die fliegen, so sollt ihr ziehen.“ Die eine Feder flog nach Osten, die andere nach Westen, die dritte
aber flog geradeaus und flog nicht weit, sondern fiel bald zur Erde. Nun ging der eine Bruder rechts, der
andere ging links, und sie lachten den Dummling aus, der bei der dritten Feder, da, wo sie niedergefallen
war, bleiben musste.
10 Der Dummling setzte sich nieder und war traurig. Da bemerkte er auf einmal, dass neben der Feder eine
Falltüre lag. Er hob sie in die Höhe, fand eine Treppe und stieg hinab. Da kam er vor eine andere Türe,
klopfte an und hörte, wie es inwendig rief:

„Jungfer grün und klein,


Hutzelbein,
15 Hutzelbeins Hündchen,
hutzel hin und her,
lass geschwind sehen, wer draußen wär.“

Die Türe tat sich auf, und er sah eine große, dicke Kröte dort sitzen und rings um sie eine Menge kleiner
Kröten. Die dicke Kröte fragte, was sein Begehren wäre. Er antwortete: „Ich hätte gerne den schönsten und
20 feinsten Teppich.“ Da rief sie eine junge Kröte und sprach:

„Jungfer grün und klein,


Hutzelbein,
Hutzelbeins Hündchen,
hutzel hin und her,
25 bring mir die große Schachtel her.“

Die junge Kröte holte die Schachtel, und die dicke Kröte machte sie auf und gab dem Dummling einen
Teppich daraus, so schön und so fein, wie oben auf der Erde keiner konnte gewebt werden. Da dankte er ihr
und stieg wieder hinauf. Die beiden andern hatten aber ihren jüngsten Bruder für so albern gehalten, dass
sie glaubten, er würde gar nichts finden und aufbringen. „Was sollen wir uns mit Suchen groß Mühe
30 geben“, sprachen sie, nahmen dem ersten besten Schäfersweib, das ihnen begegnete, die groben Tücher
vom Leib und trugen sie dem König heim. Zu derselben Zeit kam auch der Dummling zurück und brachte
seinen schönen Teppich, und als ihn der König sah, erstaunte er und sprach: „Wenn es dem Recht nach
gehen soll, so gehört dem Jüngsten das Königreich.“ Aber die zwei andern ließen dem Vater keine Ruhe:
Unmöglich könnte der Dummling, dem es in allen Dingen an Verstand fehlte, König werden, und baten ihn,
35 er möchte eine neue Bedingung machen.

© Ernst Klett Verlag GmbH, Stuttgart 2017 | www.klett.de |


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Ausgabe Bayern, 978-3-12-316041-7,
1
eigenen Unterrichtsgebrauch gestattet. Die Kopiergebühren sind abgegolten. als Kopiervorlage im Lehrerband, 978-3-12-316091-2
Arbeitsblatt zum Kapitel:
Von Menschen, Tieren und … • Märchen und Fabeln AB 06-07
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Da sagte der Vater: „Der soll das Reich erben, der mir den schönsten Ring bringt“, führte die drei Brüder
hinaus und blies drei Federn in die Luft, denen sie nachgehen sollten. Die zwei ältesten zogen wieder nach
Osten und Westen, und für den Dummling flog die Feder geradeaus und fiel neben der Erdtüre nieder. Da
stieg er wieder hinab zu der dicken Kröte und sagte ihr, dass er den schönsten Ring brauchte. Sie ließ sich
40 gleich ihre große Schachtel holen und gab ihm daraus einen Ring, der von Edelsteinen glänzte und so schön
war, dass ihn kein Goldschmied auf der Erde hätte machen können. Die zwei ältesten lachten über den
Dummling, der einen goldenen Ring suchen wollte, gaben sich gar keine Mühe, sondern schlugen einem
alten Wagenring die Nägel aus und brachten ihn dem König. Als aber der Dummling seinen goldenen Ring
vorzeigte, so sprach der Vater abermals: „Ihm gehört das Reich.“
45 Die zwei Ältesten ließen nicht ab, den König zu quälen, bis er noch eine dritte Bedingung machte und den
Ausspruch tat: der sollte das Reich haben, der die schönste Frau heimbrächte. Die drei Federn blies er
nochmals in die Luft, und sie flogen wie die vorigen Male. Da ging der Dummling ohne weiteres hinab zu
der dicken Kröte und sprach: „Ich soll die schönste Frau heimbringen. „Ei“, antwortete die Kröte, „die
schönste Frau! Die ist nicht gleich zur Hand, aber du sollst sie doch haben.“ Sie gab ihm eine ausgehöhlte
50 gelbe Rübe, mit sechs Mäuschen bespannt. Da sprach der Dummling ganz traurig: „Was soll ich damit
anfangen?“ Die Kröte antwortete: „Setze nur eine von meinen kleinen Kröten hinein.“ Da griff er auf
Geratewohl eine aus dem Kreis und setzte sie in die gelbe Kutsche, aber kaum saß sie darin, so ward sie zu
einem wunderschönen Fräulein, die Rübe zur Kutsche und die sechs Mäuschen zu Pferden. Da küsste er sie,
jagte mit den Pferden davon und brachte sie zu dem König. Seine Brüder kamen nach, die hatten sich gar
55 keine Mühe gegeben, eine schöne Frau zu suchen, sondern die ersten besten Bauernweiber mitgenommen.
Als der König sie erblickte, sprach er: „Dem Jüngsten gehört das Reich nach meinem Tod.“
Aber die zwei Ältesten betäubten die Ohren des Königs aufs Neue mit ihrem Geschrei: „Wir können's nicht
zulassen, dass der Dummling König wird“, und verlangten, der sollte den Vorzug haben, dessen Frau durch
einen Ring springen könnte, der da mitten in dem Saal hing. Sie dachten: Die Bauernweiber können das
60 wohl, die sind stark genug, aber das zarte Fräulein springt sich tot. Der alte König gab das auch noch zu. Da
sprangen die zwei Bauernweiber, sprangen auch durch den Ring, waren aber so plump, dass sie fielen und
ihre groben Arme und Beine entzweibrachen. Darauf sprang das schöne Fräulein, das der Dummling
mitgebracht hatte, und sprang so leicht hindurch wie ein Reh, und aller Widerspruch musste aufhören. Also
erhielt er die Krone und hat lange in Weisheit geherrscht.

– Quelle: Die drei Federn. In: Jacob und Wilhelm Grimm: Kinder- und Hausmärchen. 2 Bände. Band 1. Berlin, 1812/15,
S. 299–303.

Wiederkehr
unwirkliche Welt: der Zahl drei Ausgangssituation:

Märchen-
Märchen- merkmale
handlung:
typische
Märchenfiguren:

Anfangsformel:
Es war einmal
Schlussformel:
Also erhielt er die Krone und hat
lange in Weisheit geherrscht.

3 Zeichnet zum Märchen einen Comic in drei Bildern auf einem Extrablatt.

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Ausgabe Bayern, 978-3-12-316041-7,
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