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ESt 2024

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EINKOMMENSTEUER

Steuern haben 3 Funktionen zu erfüllen:


1. Finanzierungsfunktion:
durch Steuern finanziert der Staat (Bund, Länder, Gemeinden) seine volkswirtschaftliche Leistungen (zb
Schulen; Krankenhäuser, Straßen, Polizei, Bundesheer…)

2. Lenkungsfunktion:
Steuern können zb dazu dienen, umweltpolitische Ziele (Verminderung von Luftschadstoffen, Förderung
von Energiemaßnahmen) oder sozialpolitische Ziele (geringere Besteuerung von Familien) zu erreichen.
Durch Steuerbegünstigungen können Unternehmer auch zu zusätzlichen Investitionen oder zur Einstel-
lung zusätzlicher Mitarbeiter angeregt werden (durch Prämie, Steuerfreibeträge..)

3. Umverteilungsfunktion:
auch die Einkommen können durch die Steuern teilweise umverteilt werden: zb. Wenn jemand, der we-
nig verdient, 0% ESt zahlt, und jemand der mehr als 60.000,- verdient für den über 60.000,- hinausge-
henden Teil 50% Est zahlen muss – sog. progressiver Steuertarif. So werden Personen mit höherem Ein-
kommen prozentuell starker mit Steuern belastet als Personen mit niedrigem Einkommen.

1 DEFINITION:
Damit ein Staat seine Aufgaben erfüllen kann braucht er Einnahmen.
 Steuern: Zwangsabgaben an den Staat ohne persönliche Gegenleistung (Finanzierung von Schulen, Ver-
kehrswegen, etc)
 Gebühren: Zahlungen für bestimmte Leistungen, die vom Steuerpflichtigen unmittelbar in Anspruch ge-
nommen werden können. (zB. Ausstellung eines Reisepasses oder Führerscheins)
 Beiträge: Werden von Körperschaften des öffentlichen Rechts eingehoben. (Beträge zur [Link].)

Arten von Steuern


Ertragsteuern Substanzsteuern Verkehrssteuern Verbrauchssteuern
besteuern Vermögens- besteuern Besitz besteuern Übertragung von besteuern den Verbrauch be-
zuwachs Vermögenswerten stimmter Sachen
Est, KöSt Grundsteuer.. USt.. Mineralölsteuer, Tabaksteuer ..

Eine andere häufig verwendete Gliederung ist:


Einteilung der Steuern:
Art der Einhebung Berücksichtigung der persönlichen Verhältnisse Art der Einhebung
Direkte Steuern Personensteuern Veranlagungssteuern
Indirekte Steuern Sachsteuern Selbstbemessungssteuern

o Direkte Steuern: Steuerträger und Steuerschuldner sind eine Person (zB. ESt)

o Indirekte Steuern: Steuerträger und Steuerschuldner sind verschiedene Personen (Ust.: Steuerschuld-
ner = leistender Unternehmer, Steuerträger = Letztverbraucher)

o Personensteuern: (Subjektsteuern) Die Höhe hängt von den persönlichen Verhältnissen des Steuer-
pflichtigen ab. (Einkommen  EST)

o Sachsteuern: (Objektsteuern) Die Höhe hängt von der erbrachten Leistung oder Sache ab. (Umsatz
durch Verkauf  USt)

o Veranlagte Steuern: Aufgrund der Steuererklärung setzt das FA die Steuer für ein best. Jahr fest (zB.
ESt)

o Selbstbemessungssteuern: Müssen vom Steuerpflichtigen selbst errechnet und an das Finanzamt ent-
richtet werden. (zB. Umsatzsteuer, Lohnsteuer)

Die Einkommensteuer ist eine direkte Personensteuer die der Veranlagung unterliegt.

© PO 2024 Seite - 1 -
EINKOMMENSTEUER

2 EINKOMMENSSTEUER (EST)
Die ESt ist in Österreich nach dem EStG geregelt.

Erhebungsformen der Einkommenssteuer


Einkommenssteuer (ESt) Einkommen der Selbständigen
Lohnsteuer (LSt) Löhne bzw. Gehälter der Arbeitnehmer sowie Pensionen

Kapitalertragsteuer (KESt) ESt von best. Kapitalerträgen (Zinsen, Dividenden)


Körperschaftssteuer (KÖSt) Als Einkommensteuer zb. für AG´s und GmbH´s

2.1. Wer ist steuerpflichtig?

2.2 Ermittlung des zu versteuernden Einkommens


Die Berechnung der ESt geht von der Summe der Einkünfte in den 7 Einkunftsarten aus.
Vom Gesamtbetrag der Einkünfte können Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen abgezogen
werden.

Die Festsetzung der ESt erfolgt aufgrund einer Steuererklärung. Bis zur Erlassung des Bescheids sind Voraus-
zahlungen zu leisten.

Für Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit wird die Einkommensteuer durch den AG einbehalten und an das
Finanzamt abgeführt (Lohnsteuer).

© PO 2024 Seite - 2 -
EINKOMMENSTEUER

Für Einkünfte, die unter keine der 7 Einkunftsarten fallen, ist keine Est zu zahlen zb.:

Einkunftsarten 1-3 = betriebliche Einkunftsarten


Einkunftsarten 4-7 = außerbetriebliche Einkunftsarten

Zu den betrieblichen Einkünften zählen die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Einkünfte aus selbständiger
Arbeit und aus Gewerbebetrieb.
Da bei diesen Einkünften der Gewinn ermittelt wird, heißen sie „Gewinneinkünfte“.

Zu den außerbetrieblichen Einkünften zählen die Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, aus Kapitalvermögen,
aus Vermietung und Verpachtung und sonstige Einkünfte.
Die Ermittlung der Einkünfte erfolgt durch die Berechnung des Überschusses der Einnahmen über die Werbungs-
kosten. Deshalb nennt man sie „Überschusseinkünfte“.

Die Berechnung der Einkommensteuer erfolgt über..

- “Gewinn” bei den betrieblichen Einkunftsarten (Einkunftsart 1 – 3) und


- „Überschussermittlung“: “Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten” bei den außerbetriebli-
chen Einkunftsarten (Einkunftsart 4 – 7)

© PO 2024 Seite - 3 -
EINKOMMENSTEUER

2.2.1 Ermittlung der Einkünfte aus den Einkunftsarten 1 bis 3


Vereinfachte Gewinnermittlung durch Pauschalierung
Bei land- und forstwirtschaftlichen Betrieben gibt es eine vereinfachte Gewinnermittlung. Der Gewinn ergibt
sich aus einem bestimmten Prozentsatz des Einheitswertes.

Gewinnermittlung durch Einnahmen- Ausgabenrechung


Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften mit einem Jahresumsatz unter € 700.000,- sowie bei Frei-
beruflern besteht keine Buchführungspflicht. Die Ermittlung des Gewinns erfolgt am Ende des Jahres mit Hilfe
der Einnahmen-Ausgabenrechnung.

Betriebseinnahmen
- Betriebsausgaben
- AfA (Abschreibung für Abnutzung)
GEWINN

Betriebseinnahmen sind alle Zuflüsse von Geld, die durch den Betrieb veranlasst sind (zb. Preis von Waren, die
ein Unternehmer verkauft)

Betriebsausgaben sind Aufwendungen und Ausgaben, die durch den Betrieb veranlasst sind (Miete, Gehälter..)

Unternehmen können bei der Gewinnermittlung als Betriebsausgabe einen Gewinnfreibetrag abziehen:

Der Gewinnfreibetrag (Stand: 2024) beträgt:

Gewinnfreibetrag
€ 0,00 € 33.000,00 15 %
€ 33.000,00 € 178.000,00 13 %
€ 178.000,00 € 353.000,00 7%
€ 353.000,00 € 583.000,00 4,5 %

Gewinnermittlung durch Buchhaltung und Bilanzierung


Einzelunternehmen und Personengesellschaften mit einem Jahresumsatz über € 700.000,- sind verpflichtet zur
Führung einer doppelte Buchhaltung. Die Ermittlung des Gewinns erfolgt am Ende des Jahres mit Hilfe einer
Bilanz und einer Gewinn- und Verlustrechnung.

[Link] Ermittlung der Einkünfte aus den Einkunftsarten 4 bis 7 (Überschussermittlung)


Bei den Einkunftsarten 4 bis 7 ergeben sich die zu versteuernden Einkünfte aus dem Überschuss der Einnah-
men über die Werbungskosten.

Einkünfte  Einnahmen  Werbungskosten

[Link] Werbungskosten
Werbungskosten sind Aufwendungen, die bei der Ermittlung der außerbetrieblichen Einkunftsarten von den
Einnahmen abgezogen werden.

Werbungskosten fallen aufgrund der beruflichen Tätigkeit an. D.h. es sind Ausgaben, die zur Erhaltung, Siche-
rung einer Einkunftsquelle dienen.
In der Lohn-/Gehaltsverrechnung wird automatisch ein jährliches Pauschale von € 132,- berücksichtigt. Was
darüber hinaus geht, können Sie abschreiben.

Beispiele für Werbungskosten:


 Pflichtbeiträge zu Interessensvertretungen (Gewerkschaftsbeiträge; Kammerumlagen)
 Fortbildungs- und Ausbildungskosten, Umschulung
Mit dem ausgeübten Beruf zusammenhängende Kosten für berufsbildende Schulen sind absetzbar (z.B.
die Aufwendungen eines Technikers, der eine HTL besucht).

© PO 2024 Seite - 4 -
EINKOMMENSTEUER

Voraussetzung für die Absetzbarkeit für berufsbildende Schulen ist, dass sie neben einem bereits ausge-
übten Beruf besucht werden und dass die Ausbildung für diesen Beruf benötigt wird.
Für Ferialpraktikanten oder Schulabgänger stellen diese Kosten daher keine Werbungskosten dar.

Kaufmännische oder bürotechnische Grundausbildungen (z.B. EDV-Kurs, Internet-Kurs, Kostenrechnung,


Lohnverrechnung) sind immer abzugsfähig.
Nicht abzugsfähig sind Ausbildungen, die nur die Privatsphäre betreffen (z.B. B-Führerschein, Sportkurs).

 Studiengebühren für nebenberuflich Studierende

 Fachliteratur (keine allgemeinbildenden Werke wie Lexika, Nachschlagewerke, Zeitungen, etc.)

 Arbeitsmittel (= Wirtschaftsgüter, die überwiegend zur Ausübung eines Berufes verwendet werden)
Werkzeuge, Computer, Arbeitskleidung etc., so sie der AG nicht zur Verfügung stellt
Bekleidungsaufwand: als Werbungskosten nur, wenn typische Berufskleidung oder Arbeitsschutzkleidung.
Bsp. Uniformen, Arbeitsmäntel, Schutzhelme, weißer Mantel, Leinenhose eines Arztes, Kostüme von
Schauspielern.
Bekleidung, die üblicherweise auch außerhalb der beruflichen Tätigkeit getragen wird, kann nicht zu
Werbungskosten führen.
 Arbeitszimmer: Aufwendungen dafür einschließlich Einrichtung sind nur dann abzugsfähig, wenn es aus-
schließlich beruflich genutzt wird und den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit bildet. – zb. bei
Heimarbeitern, Heimbuchhaltern.
Nicht so zb bei Lehrern, Richtern, Politkern oder Vertretern

 Mobiltelefone (Handy): auch Gesprächsgebühren können abgesetzt werden. Ein Privatanteil muss (im
Zweifel vom FA) geschätzt und abgezogen werden.

 Computer (PC, Laptops). Es muss ein beruflicher Zusammenhang gegeben sein. Die Finanz nimmt in der
Regel 60% berufliche Nutzung an.
Alle mit dem Betrieb des Computers verbundenen Aufwendungen (Rohlinge, Software, Papier usw.) sind
auch abzuschreiben.

 Internetkosten (wenn beruflich veranlasst).

 Vorstellungsgespräch: Die Kosten für die Anreise sind absetzbar (nicht aber jene für neue Kleidung).

Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung: Als Werbungskosten gelten zb


 die AfA, Betriebskosten, Zinsen und Finanzierung für Immobiliendarlehen
 Herstellungskosten, Sanierungsarbeiten, Maklergebühren oder steuerliche / rechtliche Beratungskosten

Nicht abzugsfähige Aufwendungen sind:


 Aufwendungen der privaten Lebensführung, auch nicht, wenn sie mit der beruflichen Tätigkeit in Zusam-
menhang stehen (z.B. Bekleidung)

 Aufwendungen bei denen keine klare Trennung zwischen geschäftlichem und privatem Nutzen möglich ist
(z.B. gemischte Reisen wie Tagungen kombiniert mit Bademöglichkeit)

 Repräsentationsaufwand (Gasthausbesuch) außer bei konkreter Werbewirkung (dann als Werbeaufwand


zu 50%)

Pendlerpauschale
AN, die täglich an den Arbeitsplatz pendeln müssen, können das Pendlerpauschale beantragen. Die Höhe ist
abhängig von der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte und davon, ob die Benützung eines öffent-
lichen Verkehrsmittels möglich / zumutbar ist.
Fährt kein öffentl. Verkehrsmittel oder ist die Wegzeit unzumutbar lang, erhält man das große Pendlerpau-
schale, sonst das kleine Pendlerpauschale gestaffelt nach Entfernung.

© PO 2024 Seite - 5 -
EINKOMMENSTEUER

Ausgaben für die Fahrt zwischen Arbeitsplatz und Wohnung werden prinzipiell mit dem Verkehrsabsetzbetrag
abgegolten. Unter bestimmten Voraussetzungen besteht zusätzlich Anspruch auf Pendlerpauschale, die als Wer-
bungskosten berücksichtigt werden kann.

Der Pendlereuro
Wer Anspruch auf das Pendlerpauschale hat, kann sich zusätzlich einmal im Jahr (!) einen € pro km des Hin-
und Retour-Arbeitsweges von der Steuer abziehen lassen.

a. kleine Pendlerpauschale,
Voraussetzung: Die einfache Fahrstrecke von der Wohnung zur Arbeit beträgt mehr als 20 Kilometer; die
Benutzung eines Massenverkehrsmittels ist zumutbar.
b. große Pendlerpauschale
Voraussetzung: Die einfache Fahrstrecke von der Wohnung zur Arbeit beträgt mehr als 2km und die Benüt-
zung eines öffentlichen Verkehrsmittels ist unzumutbar.
Eine Unzumutbarkeit liegt vor
 bei einer Gehbehinderung,
 wenn auf der überwiegenden Strecke kein öffentliches Verkehrsmittel fährt,
 wenn die Wegzeit hinsichtlich der Dauer nicht zumutbar ist.

2.3 Berechnung der Einkommensteuer


Das Einkommen wird berechnet, indem man die in einem Jahr erzielten Einkünfte sämtlicher Einkunftsarten
addiert. Davon können Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden. Auf dieses
Einkommen wird dann der Einkommensteuertarif angewendet:

2.3.1 Sonderausgaben
sind Ausgaben, die dem Privatbereich des Steuerpflichtigen zuzurechnen sind, jedoch vom Gesetzgeber für die
Berechnung der ESt ausdrücklich als einkommensmindernd zugelassen wurden.
Allgemein werden automatisch 60 EUR als Sonderausgaben in der Lohnverrechnung berücksichtigt.
Die wichtigsten Sonderausgaben sind:
 Bestimmte Renten
 Kirchenbeiträge – bis zu 400 Euro
 Steuerberatungskosten
 Spenden an bestimmte Forschungsinstitutionen, humanitäre Einrichtungen (Katastrophenhilfe), für
Umwelt, Naturschutz, für Tierheime, für freiwillige Feuerwehren
Kirchenbeiträge und Spenden sind vom Empfänger dem FA zu melden, diese werden dann automatisch bei der
Steuerberechnung berücksichtigt.

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EINKOMMENSTEUER

Was müssen Sie selbst geltend machen?


 Werbungskosten (z. B. Fortbildungskosten oder Betriebsratsumlage)
 Ausgaben für Steuerberater oder für die Wohnraumschaffung, Beiträge zu Personenversicherungen
 Außergewöhnliche Belastungen (z. B. Krankheitskosten)
 den Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag
 den Unterhaltsabsetzbetrag

2.3.2 Außergewöhnliche Belastungen


Bestimmte Ausgaben werden als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt, wenn sie
a. außergewöhnlich sind (d.h. bei der Mehrzahl der Steuerpflichtigen nicht auftreten)
b. zwangsläufig erwachsen (d.h. der Steuerpflichtige kann sich diesen Ausgaben nicht entziehen).
c. die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen wesentlich beeinträchtigen.

Als außergewöhnliche Belastungen werden berücksichtigt:


 nicht durch Versicherung gedeckte Kosten in Zusammenhang mit einer Erkrankung (Spitalskosten, Heilbe-
helfe, Kuraufenthalte, Zahnregulierungen, Zahnersatz, Diätkosten…)
 Aufwendungen zur Beseitigung von Katastrophenschäden (Hochwasser, Sturm, Erdrutsch)
 Mehraufwendungen für geistig oder körperlich erheblich behinderte Kinder
 Alimente

2.3.3 Steuertarif
Für ein Einkommen bis 11.693 Euro pro Jahr sind keine Steuern zu bezahlen.
Für Einkommen ab 11.693 Euro pro Jahr gibt es ab der Veranlagung für 2023 folgende Tarifstufen:

Einkommensteuersätze ab 1.1.2023

Einkommensteuersätze ab 1.1.2024

Einkommen Steuerprozentsatz
von bis Differenz
€ 0,00 € 12.816,00 0%
€ 12.816,00 € 20.818,00 20 % 8.002,00
€ 20.818,00 € 34.513,00 30 % 13.695,00
€ 34.513,00 € 66.612,00 40 % 32.099,00
€ 66.612,00 € 99.266,00 48 % 32.654,00
€99.266,000 € 1.000.000,00 50 % 900.734,00
ab € 1.000.000,00 55 %

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2.3.4 Absetzbeträge

Absetzbeträge werden für bestimmte persönliche Verhältnisse gewährt (z. B. für Alleinverdiener/-erzieher).

Im Gegensatz zu Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen mindern sie direkt die Steuer, weil sie
nach Anwendung der Steuerberechnung abgezogen werden.
Von der berechneten Steuer können nach Anwendung des Tarifs folgende Absetzbeträge abgezogen werden:

Familienbonus Plus
■bis zum vollendeten [Link] € 2.000,00 pro Kind und pro Jahr und
■danach € 700,00 pro Kind und pro Jahr.

AVAB/AEAB
Mit einem Kind € 572,–/Jahr
Mit zwei Kindern € 774,–/Jahr
Für jedes weitere Kind jeweils € 255,–/Jahr

2.4 Beispiele zur Berechnung der Einkommenssteuer

1. Frau Huber erzählt ausschließlich Einkünfte aus dem Handelsunternehmen. Diese Einkünfte zählen zu den
Einkünften aus Gewerbebetrieb.
Ihre Betriebseinnahmen betrugen € 158.700,-, die Betriebsausgaben € 113.750,-. Von diesem Einkommen
ist nun die Steuer zu berechnen:

Betriebseinnahmen € 158.700,00
Betriebsausgaben - € 113.750,00
Gewinn € 44.980,00
13 % Gewinnfreibetrag -€ 5.847,40
Einkünfte aus Gewerbebetrieb € 39.132,60
Sonderausgabenpauschale -€ 60,00
Außergewöhnliche Belastungen € 0,00
Einkommen (= Bemessungsgrundlage) € 39.072,60

Absetzbeträge können nicht abgezogen werden

Einkommen 2024
von bis Steuerprozentsatz Steuerbetrag
€ 0,00 € 12.816,00 0%
€ 12.816,00 € 20.818,00 20 % € 1.600,40
€ 20.818,00 € 34.513,00 30 % € 4.108,50
€ 34.513,00 € 66.612,00 40 % 1) € 1.823,84
Einkommensteuer lt. Tarif € 7.532,74
1)
(34.513,00-39.072,60)

© PO 2024 Seite - 8 -
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Zum Vergleich – Werte 2023


Einkommen 2023
von bis Steuerprozentsatz Steuerbetrag
€ 0,00 € 11.693,00 0%
€ 11.693,00 € 19.134,00 20 % € 1.488,20
€ 19.134,00 € 32.075,00 30 % € 3.882,30
€ 32.075,00 € 62.080,00 41 % € 2.869,02
Einkommensteuer lt. Tarif € 8.239,92

2. Herr Huber hat ein Architekturbüro. Die Honorare, die er voriges Jahr bekam, betrugen 281.600,--. Seine
Betriebsausgaben für Miete, Gehälter, Fahrten zu den Baustelle und und sonstigen Zahlungen betrugen
198.340,--.
Daneben unterrichtete er auf einer FH, dafür erhielt er letztes Jahr 11.500,--. Für Bücher und Kurse bezahlte
er 1.650,--.
Zusätzlich vermietet er eine Wohnung, der Mieter ist im Mai ausgezogen, dafür erhielt er 4.900,--. Damit er
die Wohnung wieder vermieten kann, ließ er sie herrichten – Kosten von 7.580,--. Er war vergangenes Jahr
krank und musste einen Teil der Kosten selbst tragen. Dafür kann er 9.500,- als außergewöhnliche Belas-
tungen geltend machen. Seine Frau führt den Haushalt und hat kein Einkommen; es gibt einen gemeinsa-
men 16-jährigen Sohn.

Einkünfte aus selbständiger Arbeit


Betriebseinnahmen € 281.600,00
Betriebsausgaben - € 198.340,00
Gewinn € 83.260,00
13 % Gewinnfreibetrag -€ 10.823,80
Einkünfte aus Selbständiger Arbeit € 72.436,20

Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit


Einnahmen € 11.500,00
Werbungskosten -€ 1.650,00
Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit € 9.850,00

Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung


Einnahmen € 4.900,00
Werbungskosten -€7.580,00
Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung - € 2.680,00

Gesamtbetrag der Einkünfte € 79.606,20

Sonderausgabenpauschale -€ 60,00
Außergewöhnliche Belastungen -€ 9.500,00
Einkommen (= Bemessungsgrundlage) € 70.046,20

Auf dieses Einkommen ist wieder der Steuertarif anzuwenden.


Herr Huber hat auch Anspruch auf Absetzbeträge: der AlleinverdienerAB, weil die Familie ein Kind hat und
die Ehefrau kein Einkommen bezieht, und auch der Familienbonus plus. Er bekommt auch den VerkehrsAB,
weil er Einkünfte als Angestellter an der FH erzielt.

Einkommen 2024
von bis Steuerprozentsatz Steuerbetrag
€ 0,00 € 12.816,00 0%
€ 12.816,00 € 20.818,00 20 % € 1.600,40
€ 20.818,00 € 34.513,00 30 % € 4.108,50
€ 34.513,00 € 66.612,00 40 % € 12.839,60
€ 66.612,00 € 99.266,00 48 %1) € 1.648,62
Einkommensteuer lt. Tarif € 20.196,92
1)
(66.612,00-70.046,20)

© PO 2024 Seite - 9 -
EINKOMMENSTEUER

Einkommensteuer lt. Tarif € 20.196,92


Alleinverdienerabsetzbetrag -€ 572,00
Familienbonus plus -€ 2.000,00
Verkehrsabsetzbetrag -€463,00
Jahresbetrag der Einkommensteuer € 17.161,92

Setzt man die bezahlte Steuer in ein Verhältnis zum gesamten Enkommen, kann man die Steuer berechnen,
mit dem das Einkommen im Durchschnitt belastet wird:

Steuerschuld 17.161,92 = 24,5 %


Einkommen 70.046,20

2.5 Erhebung der Einkommenssteuer

Die Art der Berechnung der Einkommensteuer hängt von der Einkunftsart ab:

3.5.1. Kapitalertragssteuer (KESt)

Die KESt wird auf Kapitalprodukte eingehoben - 25 % (v. a. Bankzinsen) bzw. 27,5 % (sonstige, z. B. Dividenden)

Die KÖ GmbH schüttet 2024 an seine Gesellschafter 20.000,- Gewinn aus. Die KESt beträgt 27,5% von 20.000,-
= 5.500,-, die von der GmbH an das Finanzamt abgeführt werden. An die Gesellschafter werden 14.500,-
Gewinnanteil ausbezahlt.

3.5.2. Veranlagte Einkommensteuer

Die Est wird im Wege der Veranlagung eingehoben, dh Einkommensteuerpflichtige müssen dem FA eine
Steuererklärung übermitteln.
Diese muss bis spätestens 30.6. elektronisch beim FA eingebracht werden. Das FA berechnet daraufhin die zu
bezahlende EST und schreibt sie der steuerpflichtigen Person vor.

Jeder Einkommensteuerpflichtige hat zum 15.2., 15.5., 15.8. und 15.11. eine Vorauszahlung auf die
Einkommensteuer zu leisten. Diese Vorauszahlungen werden dann mit der vom FA berechneten Steuer
gegengerechnet.

© PO 2024 Seite - 10 -
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3.5.3. Körperschaftssteuer

Sie ist die Einkommensteuer juristischer Personen.


Für die KÖSt gilt ein Einheitssteuersatz (unabhängig vom Einkommen) von 23 % (Stand 2024), (2023: 24%)

Die erwirtschafteten Gewinne von juristischen Personen (z.B. AG´s, GmbH’s, Vereine ) unterliegen der KöSt.
Bemessungsgrundlage ist der über die Bilanz bzw. GuV-Rechnung ermittelte Unternehmensgewinn, d.h. be-
steuert wird das Einkommen, das die Körperschaft innerhalb 1 Jahres bezogen hat.

Das von einer Körperschaft erzielte Einkommen wird auf 2 Ebenen besteuert. Zunächst sind 23 % KÖSt zu ent-
richten. Wird der bereits mit der KÖSt belastete Gewinn an die Gesellschafter ausgeschüttet, unterliegt er der
ESt in Form der KESt. Sie beträgt 27,5 % und wird von der Körperschaft einbehalten, womit die Steuerpflicht
endgültig abgegolten ist (Endbesteuerung).

Gewinn 100,-
KÖSt 23 % - 23,-
Gewinn nach Körperschaftsteuer 77,-
KESt 27,5 % - 21,18
Ausschüttung nach Steuern 55,82

Die gesamte Steuerbelastung beträgt daher:


KÖSt 23,-
KESt 21,18
Gesamte Steuerbelastung 44,18

Drückt man das als Prozentsatz des Gewinns aus, errechnet sich:
Steuerbetrag 44,18
Gewinn 100,- = 44,18%

Für AG´s und GmbH´s besteht eine Mindestkörperschaftsteuer von 5% des Mindestkapitals, d.h. auch bei
einem Verlust müsste das Unternehmen Steuern zahlen.

Bestimmte Kapitalerträge sind mit der Kapitalertragsteuer (KESt) endbesteuert. Endbesteuert bedeutet,
dass mit dem Abzug der Kapitalertragssteuer die Einkommensteuer als abgegolten gilt- d.h. alle Steuer-
pflichten gelten als abgegolten. Der Empfänger der endbesteuerten Kapitalerträge muss diese nicht mehr
in der jährlichen Steuererklärung deklarieren.

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EINKOMMENSTEUER

Zb. ein Unternehmen schüttet eine Dividende von 18.000,- an Frau XY aus. Sie bezieht auch 7.000,- Einkünfte
aus Vermietung und Verpachtung. Welche Steuern fallen für sie an?

Die Einnahmen aus der Dividende unterliegen der KESt und sind endbesteuert, d.h. dass mit der Abfuhr der
KESt die Einkommensteuerschuld abgegolten ist und die Einkünfte nicht mehr in die Steuererklärung aufge-
nommen werden müssen.
Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung zählen zu den außerbetrieblichen Einkünften. Der jährliche
Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten muss in der Steuererklärung ausgewiesen werden.
Falls Frau XY keine zusätzlichen Einkünfte aus anderen Einkunftsarten erzielt, muss sie keine weiteren Steu-
ern bezahlen, da der Gesamtbetrag der Einkünfte weniger als 11.000,- beträgt.

STEUER – VERLUST ABHÄNGIG VON DER RECHTSFORM


Der Gewinn eines Einzelunternehmers wird mit dem Einkommensteuersatz besteuert , d.h. bis zu einem
Jahreseinkommen von 11.000,- muss in Ö keine Steuer gezahlt werden.
Eine AG und GmbH muss im Fall eines Verlusts die Mindestkörperschaftssteuer zahlen. Diese beträgt 5 % des
erforderlichen Stammkapitals.

© PO 2024 Seite - 12 -

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