Eine Analyse oder ein Kommentar zu einem Textauszug auf dem Niveau A2-B1 kann
in einfachen, klaren Schritten erfolgen. Hier sind die Schritte und passende Redemittel,
die dir helfen können:
1. Einleitung: Den Text vorstellen
Beginne mit allgemeinen Informationen zum Text.
Redemittel:
• „In dem Text (Titel) von (Autor), der im Jahr (Jahr) veröffentlicht wurde, geht es um...“
• „Der Auszug stammt aus (Titel), und das Hauptthema ist...“
• „In diesem Text wird (Thema) behandelt.“
Beispiel:
„In dem Text Die Reise von Max Müller geht es um eine Familie, die ein Abenteuer
erlebt.“
2. Hauptteil: Analyse/Kommentar
Teile den Text in Abschnitte ein und analysiere oder kommentiere wichtige Stellen.
Gehe dabei auf folgende Punkte ein:
a) Inhalt und Hauptaussagen
• Was passiert im Text?
• Was sind die wichtigsten Aussagen?
Redemittel:
• „Im ersten Abschnitt wird beschrieben, dass...“
• „Der Autor erklärt, dass...“
• „Ein wichtiger Punkt ist, dass...“
b) Stilmittel und Sprache (falls relevant)
• Gibt es auffällige Wörter oder Sätze?
• Wie wirkt die Sprache?
Redemittel:
• „Der Autor verwendet einfache/schwere Sprache, um...“
• „Durch die Verwendung von (Wort/Satz), wird... deutlich.“
• „Besonders auffällig ist, dass...“
c) Wirkung und eigene Meinung
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• Wie wirkt der Text auf dich?
• Was denkst du über die Aussagen des Autors?
Redemittel:
• „Der Text hat mich (nachdenklich/glücklich/traurig) gemacht, weil...“
• „Ich finde es interessant, dass...“
• „Meiner Meinung nach zeigt der Text, dass...“
3. Schluss: Zusammenfassung und eigene Meinung
Fasse deine Analyse oder deinen Kommentar kurz zusammen und gib deine
abschließende Meinung.
Redemittel:
• „Zusammenfassend kann man sagen, dass...“
• „Ich finde den Text (interessant/langweilig/wichtig), weil...“
• „Insgesamt zeigt der Text, dass...“
Beispiel:
„Zusammenfassend kann man sagen, dass der Text spannend ist, weil er ein wichtiges
Thema anspricht.“
Tipps für A2-B1-Niveau
1. Verwende einfache Sätze und klare Strukturen.
2. Schreibe in der Gegenwartsform.
3. Begründe deine Meinung mit kurzen Argumenten.
4. Vermeide komplizierte Fachbegriffe.
Das Zitieren ist ein wichtiger Teil einer Analyse oder eines Kommentars, da es deine
Aussagen belegt. Hier erfährst du, wie du Zitate aus einem Text oder Gedicht in deinen
fließenden Text integrierst, und welche Redemittel du nutzen kannst.
1. Regeln für das Zitieren
• Kurze Zitate (bis ca. 3 Zeilen): Werden direkt in den Satz eingefügt und in
Anführungszeichen („...“) gesetzt.
• Längere Zitate: Werden abgesetzt, d. h., sie stehen als eigener Absatz und sind
eingerückt.
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• Gedichte: Zusätzlich zur Zeile wird häufig die Versangabe in Klammern genannt (z.
B. Z. 3 oder V. 3).
2. Zitieren im fließenden Text
Zitate sollten inhaltlich in deinen Satz passen und nicht isoliert stehen. Dazu nutzt du
sogenannte Einleitungsformeln.
Redemittel für die Einleitung eines Zitats
• „Der Autor schreibt: ‚...‘.“
• „Im Text heißt es: ‚...‘.“
• „Dies wird durch die Aussage ‚...‘ verdeutlicht.“
• „Der Autor betont dies, indem er schreibt: ‚...‘.“
• „In Zeile (x) steht: ‚...‘.“
• „Das Gedicht beschreibt in Vers (x): ‚...‘.“
3. Beispiele für Zitate in einem Text
Aus einem Prosa-Text
• DirekteIntegration:
„Der Autor beschreibt die Situation als ‚hoffnungslos und dunkel‘ (Z. 5), was die
Stimmung im Text verdeutlicht.“
• Zitate
als Beleg:
„Die Hauptfigur ist verzweifelt. Dies wird deutlich, als sie sagt: ‚Ich sehe keinen
Ausweg mehr‘ (Z. 12).“
• Einlängeres Zitat (abgesetzt):
„Die Beschreibung der Natur unterstützt die melancholische Atmosphäre:
‚Der Himmel war grau, und der Wind wehte kalt durch die leeren Straßen‘ (Z. 7–8).“
Aus einem Gedicht
• EinVers zitieren:
„Im Gedicht wird die Vergänglichkeit des Lebens betont: ‚Die Blume blüht und welkt
im Wind‘ (V. 4).“
• Mehrere Verse zitieren:
„Die Natur wird als tröstend beschrieben:
‚Ein sanfter Hauch erfüllt die Luft,
und bringt der Seele stille Ruhe‘ (V. 6–7).“
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4. Interpretation nach dem Zitat
Nach dem Zitat erklärst du, warum es wichtig ist und was es bedeutet.
Redemittel für die Interpretation
• „Dies zeigt, dass...“
• „Das Zitat verdeutlicht, dass...“
• „Damit wird deutlich, dass...“
• „Hier wird klar, dass...“
• „Der Autor möchte damit ausdrücken, dass...“
Komplettes Beispiel
Textauszug:
„Die Welt war still und kalt. Kein Laut war zu hören, außer dem Pfeifen des Windes.“
Analyse:
„Die Atmosphäre wird als bedrückend und düster dargestellt. Dies wird durch die
Beschreibung ‚Die Welt war still und kalt‘ (Z. 1) deutlich. Der Autor verstärkt diese
Stimmung, indem er betont: ‚Kein Laut war zu hören, außer dem Pfeifen des Windes‘
(Z. 2). Damit wird die Einsamkeit der Figur unterstrichen.“
Beispiel
„Muß immer der Morgen wiederkommen? Endet nie des Irdischen Gewalt? Unselige
Geschäftigkeit verzehrt den himmlischen Anflug der Nacht. Wird nie der Liebe
geheimes Opfer ewig brennen?“
von Novalis aus dem Text Hymnen an die Nacht.
Analysieren Sie das obige Zitat aus dem Text von Novalis. Zeigen Sie dabei die
Wichtigkeit der Nacht in der Romantik und nennen Sie andere Beispiele von Autoren,
die das gleiche Thema bzw. Motiv behandelt haben.
Schreiben Sie eine Analyse mit klaren Abschnitten, Titeln und Untertiteln auf dem
Niveau A2-B1.
Analyse des Zitats von Novalis: „Muß immer der Morgen wiederkommen?...“
Das Zitat stammt aus Novalis' „Hymnen an die Nacht“ und ist ein typisches Beispiel für
die romantische Literatur. Die Nacht wird hier als zentrales Motiv thematisiert, das für
Ruhe, Geheimnis und die Verbindung zur Transzendenz steht.
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1. Die Bedeutung der Nacht in der Romantik
In der Romantik spielte die Nacht eine wichtige Rolle. Sie symbolisierte das
Unbewusste, die Sehnsucht nach dem Jenseitigen und die Flucht vor der rationalen
Welt des Tages. Novalis kritisiert im Zitat die „irdische Gewalt“, also die ständige
Geschäftigkeit und Rationalität des Tages, die den „himmlischen Anflug der Nacht“
zerstört.
Erklärung der Verse:
• „Muß immer der Morgen wiederkommen?“: Die Frage drückt die Ablehnung des
Alltags aus, der durch den Morgen symbolisiert wird.
• „Endet nie des Irdischen Gewalt?“: Novalis fragt nach einem Ausweg aus der
irdischen, materialistischen Welt.
• „Unselige
Geschäftigkeit...“: Die Beschäftigung mit weltlichen Dingen nimmt den
Menschen die Fähigkeit, die spirituelle Tiefe der Nacht zu erleben.
• „Wirdnie der Liebe geheimes Opfer ewig brennen?“: Hier beschreibt Novalis die
Nacht als Zeit der Liebe und des Ewigen, die im Gegensatz zur Endlichkeit des Tages
steht.
Zusammenfassung: Die Nacht ist für Novalis ein Symbol für das Geistige, das
Geheimnisvolle und die Flucht aus der rationalen Welt.
2. Die Nacht als Motiv bei anderen Romantikern
Die Nacht war nicht nur bei Novalis ein wichtiges Motiv, sondern auch bei anderen
romantischen Autoren:
• Joseph von Eichendorff: In „Mondnacht“ wird die Nacht als Zeit der Harmonie
zwischen Natur und Seele dargestellt: „Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande, als flöge sie nach Haus.“
• Ludwig Tieck: In seinen Erzählungen wie „Der Runenberg“ wird die Nacht als
geheimnisvolle Zeit des Unbekannten und der Träume beschrieben.
• Clemens Brentano: In Gedichten wie „Abendständchen“ feiert er die Ruhe und
Schönheit der Nacht.
3. Die Kritik an der Tageswelt und die Romantik
Die Romantik stellt einen Gegensatz zur Aufklärung dar. Während die Aufklärung
Vernunft und Wissenschaft betonte, suchte die Romantik nach Emotion, Mystik und
Naturverbundenheit. Die Nacht wurde in dieser Epoche zu einem zentralen Symbol für
die Überwindung der Rationalität und die Rückkehr zu einer tieferen, spirituellen Welt.
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Fazit
Das Zitat von Novalis zeigt eindrucksvoll, wie wichtig die Nacht in der Romantik war.
Sie steht für Ruhe, Transzendenz und die Überwindung der irdischen Welt. Auch
andere Autoren wie Eichendorff und Brentano griffen dieses Motiv auf, um die
Sehnsucht nach einer spirituellen und mystischen Welt auszudrücken. Die Romantik
hebt so die Bedeutung der Emotionen und der inneren Welt des Menschen hervor.
Beispiel: Version 1
Die Bedeutung der Nacht in der Romantik – Eine Analyse des Zitats von Novalis
Das Zitat von Novalis „Muß immer der Morgen wiederkommen? Endet nie des
Irdischen Gewalt? Unselige Geschäftigkeit verzehrt den himmlischen Anflug der
Nacht. Wird nie der Liebe geheimes Opfer ewig brennen?“ stammt aus seinem Werk
Hymnen an die Nacht und zeigt, wie zentral die Nacht in der Romantik war. Die Nacht
wird hier als ein Symbol für Ruhe, Geheimnis und das Geistige dargestellt. Der Morgen
und die irdische Gewalt stehen dagegen für den Alltag und die ständige Geschäftigkeit,
die den Menschen von seinen Gefühlen und von der Spiritualität entfernt. Novalis
kritisiert diese Oberflächlichkeit und hebt die Nacht als einen Moment hervor, in dem
sich der Mensch von der Rationalität lösen und mit tieferen Gefühlen verbinden kann.
Besonders in der letzten Zeile, „Wird nie der Liebe geheimes Opfer ewig brennen?“,
wird deutlich, dass die Nacht für Novalis auch ein Symbol für Liebe und das Ewige ist.
In der gesamten Epoche der Romantik spielte die Nacht eine wichtige Rolle. Sie war
eine Zeit der Träume, des Unbewussten und der Freiheit von der Rationalität. Während
der Tag für Logik und Vernunft stand, bot die Nacht Raum für Gefühle, Geheimnisse
und das Spirituelle. Auch andere Autoren der Romantik haben die Nacht als zentrales
Motiv genutzt. Joseph von Eichendorff beschreibt in seinem Gedicht Mondnacht die
Harmonie zwischen Mensch und Natur: „Und meine Seele spannte weit ihre Flügel
aus, flog durch die stillen Lande, als flöge sie nach Haus.“ Hier wird die Nacht als eine
friedliche und fast überirdische Zeit dargestellt. Clemens Brentano greift das Motiv
ebenfalls auf, zum Beispiel in seinem Gedicht Abendständchen, in dem die Nacht eine
tröstende und beruhigende Atmosphäre schafft.
Das Zitat von Novalis zeigt deutlich, wie die Romantiker die Nacht als Gegenpol zum
Tag verstanden. Sie war nicht nur eine Zeit der Dunkelheit, sondern ein Symbol für
tiefe Emotionen, Spiritualität und die Verbindung mit dem Unendlichen. Die Nacht half
den Romantikern, dem Alltag zu entfliehen und eine tiefere Welt der Gefühle und des
Geheimnisvollen zu entdecken.
Version 2: Niveau A2
Die Bedeutung der Nacht in der Romantik – Eine Analyse des Zitats von Novalis
Das Zitat von Novalis „Muß immer der Morgen wiederkommen? Endet nie des
Irdischen Gewalt? Unselige Geschäftigkeit verzehrt den himmlischen Anflug der
Nacht. Wird nie der Liebe geheimes Opfer ewig brennen?“ kommt aus seinem Werk
Hymnen an die Nacht. In diesem Zitat zeigt Novalis, wie wichtig die Nacht für ihn ist.
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Der Morgen steht für den Alltag, die Arbeit und die Hektik des Lebens. Novalis kritisiert
diese „Geschäftigkeit“ und sagt, dass sie den „himmlischen Anflug der Nacht“ zerstört.
Die Nacht ist für ihn etwas Besonderes. Sie gibt Ruhe und bringt die Menschen näher
zu ihren Gefühlen und zu etwas Höherem, wie Liebe und Geheimnis.
In der Romantik war die Nacht ein sehr wichtiges Symbol. Sie stand für Träume, Ruhe
und Freiheit von den Regeln und der Logik des Tages. Andere Autoren der Romantik
schrieben auch über die Nacht. Zum Beispiel beschreibt Joseph von Eichendorff in
seinem Gedicht Mondnacht, wie die Nacht den Menschen mit der Natur verbindet:
„Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus, flog durch die stillen Lande, als flöge
sie nach Haus.“ Auch Clemens Brentano schrieb über die Nacht, zum Beispiel in
seinem Gedicht Abendständchen, wo die Nacht als etwas Schönes und Tröstendes
dargestellt wird.
Für die Romantiker war die Nacht mehr als nur Dunkelheit. Sie war ein Ort für Gefühle,
Träume und das Geheimnisvolle. Novalis zeigt mit seinem Zitat, dass die Nacht die
Menschen von der Hektik des Tages befreit und ihnen hilft, die wichtigen Dinge wie
Liebe und das Spirituelle zu finden.
Erweiterungsfrage: Hausaufgabe
Wie sehen Sie persönlich das Motiv der Nacht in der Romantik. Sind Sie mit den
Vorstellungen der Autoren einverstanden? Welche Rolle könnte die Nacht in
unserer modernen Zeit spielen?