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2
LVA Team
3
Struktur des Semesters aus Sicht des LVA Teams „Elektrotechnik 1“
Dieser Vorlesungsteil beruht auf ausgewählten Abschnitten der Kapitel 3 und 4 „Elektrotechnik“ (M. Albach)
sowie auf Ausschnitten aus „Grundlagen der Elektrotechnik, Band 1“ (A. Prechtl).
11
1.1 Elektrische Ladung, elektrischer Strom und Spannung,
➢ Die elektrische Ladung Q ist eine mengenartige Größe und gebunden an Ladungsträger
➢ Die Elementarladung entspricht der Ladung eines Protons und der negativen Ladung eines Elektrons.
➢ Ordnungszahl Z: Anzahl der Elektronen bzw. Protonen in einem Atom (z.B. für Kupfer: Z = 29)
Elektronen
umkreisen
Atomkern
13
Die elektrische Ladung Q | Erfahrungssätze | Ladungsdichte
➢ Ladungen sind stets ein Vielfaches der Elementarladung
➢ In einem abgeschlossenen System ist die Summe der Ladungen stets konstant. Diese
Aussage gilt unabhängig vom Bewegungszustand des Beobachters.
Linienladungsdichte: Δ𝑄 ⅆ𝑄
𝝀 = lim =
Δ𝑙→0 Δ𝑙 ⅆ𝑙
Δ𝑄 ⅆ𝑄
Flächenladungsdichte: s= lim =
Δ𝐴→0 Δ𝐴 ⅆ𝐴
Δ𝑄 ⅆ𝑄
Raumladungsdichte: r= lim = 14
Δ𝑉→0 Δ𝑉 ⅆ𝑉
Elektrischer Strom
➢ Falls durch eine gegebene Fläche 𝐴 die Zahl der durchtretenden Ladungsträger pro Zeiteinheit ≠ 0 ist,
spricht man von einem elektrischen Strom durch die Fläche 𝐴.
➢ Ein Körper oder Medium, welches elektrischen Strom führt, wird „(elektrischer) Leiter“ genannt
➢ Das stromführende Medium muss nicht notwendigerweise ein metallischer Leiter sein !
➢ Erfasst die Transportrate der elektrischen Ladung, quantifiziert den elektrischen Strom
[ I ] = 1A = 1 C/s
16
Momentanwert des elektrischen Stroms 𝐼 𝑡 =
Δ𝑄 ⅆ𝑄
➢ Ladungsstrom, Transportrate: ሶ
𝐼 𝐴, 𝑡 = 𝑄 𝐴 = lim =
Δ𝑡→0 Δ𝑡 ⅆ𝑡
➢ Wie ändert sich die Ladung 𝑄 durch eine Fläche 𝐴 um obige Stromverläufe zu erreichen ? 17
Fragen aus den letzten Semestern
➢ ABER: Physikalische Bewegung der Elektronen (neg. geladen) erfolgt zur positiv geladen Elektrode
2C 3C 4C 3C 2C
Δ𝑄 ⅆ𝑄
➢ Flächenladungsdichte s= lim = ⅆ𝐴
Δ𝐴→0 Δ𝐴 1 mm2
Die elektrische Spannung 𝑼 („urgere“)
➢ Arbeit (= Produkt aus Kraft und Weg) entlang einer Kurve ist proportional zur verschobenen
Ladungsmenge Q
𝑊 C
𝑈 C =
𝑄
19
Die elektrische Spannung
𝑊 C
𝑈 C = Die Einheit der Spannung ist Volt.
𝑄 [U]=1V
➢ Bei Wegunabhängigkeit der Arbeit genügt die Angabe des Anfangs- und Endpunkts
20
Die elektrische Spannung – Eigenschaften
➢ Sie erfasst gleichzeitig alle entlang und in Richtung einer Kurve vorhandenen elektrischen Kräfte
➢ Besitzt einen Richtungssinn, der sich aus dem Bezugssinn und dem Vorzeichen ergibt
➢ Additivität: Unterteilung einer Kurve in Teilstücke: Die Gesamtspannung ist die Summe der Teilspannungen
21
Die elektrische Spannung – Eigenschaften
➢ Kann bei Wegunabhängigkeit als U12 oder ähnlich eindeutige Bezeichnung angegeben werden
➢ U12 = − U21
22
Der elektrische Widerstand
R R
U=RI U=-RI
Wichtig: In Schaltungen immer den Bezugssinn von Spannung und Strom angeben !
23
Die elektrische Leistung 𝑷
➢ Das Verhältnis aus geleisteter Arbeit 𝑊 und dafür benötigter Zeit 𝑡 wird allgemein als Leistung 𝑃
bezeichnet
ⅆ𝑄 𝑡 = 𝐼 𝑡 ⋅ ⅆ𝑡 Die Einheit der Arbeit ist Joule .
[𝑊] = 1 J
ⅆ𝑊 𝑡 = 𝑈 𝑡 ⋅ 𝐼 𝑡 ⋅ ⅆ𝑡
Die Einheit der Leistung ist Watt.
Momentanwert 𝑃 𝑡 𝑃 𝑡 =𝑈 𝑡 ⋅𝐼 𝑡 [𝑃] = 1 W 24
Grundbegriffe periodischer Größen
mit Periodendauer T
Effektivwert (Ieff) 1 𝑇
𝐼𝑒𝑓𝑓 = න 𝐼(𝑡)2 d𝑡
Root-mean-square value 𝑇 0
Periodisch zeitabhängiger Strom I(t) mit Effektivwert Ieff fließt durch Ohmschen Widerstand R.
➢ Elektrische Ladung: Q
➢ Elektrische Stromstärke: I
➢ Elektrische Spannung: U
➢ Elektrischer Widerstand: R
➢ Elektrische Leistung: P
27
1.2 Stromleitung in Flüssigkeiten
Literaturhinweis:
& [Link]
29
Stromleitung in Metallen und Flüssigkeiten
Metalle bzw. el. Leiter : Elektronen sind auf der äußersten Atomschale ungebunden – „relativ freie“ Bewegung
• Wertigkeit z eines Ions entspricht der Anzahl seiner am Ladungstransport beteiligten Elementarladungen (oft: z = 1 ; 2.. )
• [ Beachten Sie den Unterschied zwischen Ordnungszahl Z und der Wertigkeit z. Beides sind ganze Zahlen ]
• Bei einer von aussen angelegten Spannung wandern positiv (+) geladene Ionen (Ka+ionen) zur Katode, negativ
geladenen Ionen (Anionen) wandern zur Anode
+
Kathode
Anode
Na+
Cl-
31
Galvanisieren, Metallgewinnung und Wasserstoffelektrolyse
• Galvanisieren: elektrochemisches Abscheiden von Metallen auf metallische oder metallisierte Oberflächen unter
Verwendung eines Elektrolyten und Gleichstroms sowie Gleichspannung (wenige Volt)
• Schmelzflußelektrolyse: elektrochemisches Verfahren zur Gewinnung von Lithium, Natrium, Aluminium unter
Beteiligung von Salzen
• Wasserelektrolyse: Zersetzung von Wasser (H2O) in Wasserstoff H2 und Sauerstoff O2 mit Hilfe elektrischen
Stromes (siehe Rechenübung)
Kationen (+)
Anionen (-)
Faraday‘sche Gesetze der Elektrolyse (1834) beschreiben quantitativ den Zusammenhang zwischen
abgeschiedener/gewonnener Masse eines Stoffes, der dafür verwendeten Stromstärke und Abscheidedauer/Elektrolysezeit
(Quelle:Wikipedia)
„Die Stoffmenge, die an einer Elektrode während der Elektrolyse abgeschieden wird, ist proportional zur
elektrischen Ladung, die durch den Elektrolyten geschickt wird (n ~ Q).“
„Die durch eine bestimmte Ladungsmenge abgeschiedene Masse eines Elements ist proportional zur
Atommasse des abgeschiedenen Elements und umgekehrt proportional zu seiner Wertigkeit“
Die abgeschiedene Masse m eines Stoffes ist proportional zum Produkt aus
Gleichstromstärke und Elektrolysezeit
𝑚 = 𝑘𝑜𝑛𝑠𝑡 ⋅ 𝐼 ⋅ 𝑡
33
Stoffmenge, Molare Masse und die Frage nach der Teilchenzahl
−1
Avogadro Konstante: Teilchenzahl in 1 Mol eines Stoffes 𝑁𝐴 = 6,022 ⋅ 1023 𝑚𝑜𝑙
𝑚
4. Wieviel Teilchen sind in m = 1 kg Gold ? 𝑁 = ⋅ 𝑁𝐴
𝑀
1000 𝑔⋅𝑚𝑜𝑙 −1
𝑁= ⋅ 6,022 ⋅ 1023 𝑚𝑜𝑙 = 30,56 ⋅ 1023 34
197 𝑔
Quantitative Formulierung des Faradayschen Gesetzes der Elektrolyse
𝑚
Für Teilchenzahl gilt: 𝑁 = ⋅ 𝑁𝐴 𝑚: 𝑀𝑎𝑠𝑠𝑒 ; 𝑀: 𝑚𝑜𝑙𝑎𝑟𝑒 𝑀𝑎𝑠𝑠𝑒 ; 𝑁𝐴 : 𝐴𝑣𝑜𝑔𝑎ⅆ𝑟𝑜 𝐾𝑜𝑛𝑠𝑡𝑎𝑛𝑡𝑒
𝑀
𝑀⋅𝑁 𝑀⋅𝑄
Zwischenschritt 𝑚 = = 𝑧⋅𝑒⋅𝑁
𝑁𝐴 𝐴
Elektrochemisch „gewonnene“ 𝑀
𝑚= ⋅𝐼⋅𝑡
Masse: 𝑧 ⋅ 𝑒 ⋅ 𝑁𝐴
„diese Gleichung fasst die beiden Faradaygesetze in einer Beziehung zusammen“ (@Wikipedia) 35
Zusammenhänge zwischen Masse, Stoffmenge, Volumen und Teilchenanzahl
@ Wikipedia 36
1.3 Einfache elektrische Netzwerke
Literaturhinweis: Kapitel 3, Albach M. Elektrotechnik
8. Überlagerungsprinzip
U(t) U(t)
oder oder
U u(t) u(t)
Zeitlich beliebig
Allg. Symbol einer Gleichspannung Wechselspannung Veränderliche Spannung
Spannungsquelle
Ideale Spannungsquelle:
Ideale Stromquelle:
-Q
• Ausgangsstrom ist unabhängig vom angeschlossenen
Verbraucher (Netzwerk)
Spannungs- Verbraucher
quelle • Spannung hängt vom angeschlossenen Netzwerk ab, z.B.
über das Ohmsche Gesetz
40
1.3.1 Stromquellen
Ideale Stromquelle: Durchfließender Strom (Quellenstrom Iq) ist unabhängig von der Anschlussspannung
Richtungssinn des Quellstroms ist vorgegeben: Vom Pluspol weg (technische Stromrichtung !)
41
1.3.1 Symbole für Spannungs- und Stromquellen
+
U(t)
oder
u(t)
I(t) oder
i(t)
42
1.3.2 Zählpfeilsysteme
I I
(a) (b)
U U
R
Generatorzählpfeilsystem
Erzeugerzählpfeilsystem (EZS)
Verbraucherzählpfeilsystem (VZS)
• Spannung und Strom sind entgegengesetzt gerichtet • Spannung und Strom sind gleichgerichtet
• Bezugspfeil der elektrischen Leistung zeigt aus der • Bezugspfeil der elektrischen Leistung zeigt in die Schaltung
Schaltung (Verbraucher)
Es ist eine Erfahrungstatsache, dass in einem abgeschlossenen System die Summe der vorhandenen
elektrischen Ladungen konstant bleibt.
Ladung der einen Polarität entsteht oder verschwindet immer mit einer genau gleich großen Ladung der anderen
Polarität.
Hülle 𝐴
Andere Formulierung des Erhaltungssatzes: 𝐼 𝐴, 𝑡 = −𝑄ሶ 𝑉, 𝑡
Hülle 𝑨 wird in der Literatur oft mit 𝜕𝑉 bezeichnet
Abnahmerate
Für Leiterbahnen: Die Summe der 𝑛 𝑚
abfließend gezählten Ströme minus
der Summe der zufließend gezählten 𝐼𝑗 − 𝐼𝑗 = −𝑄ሶ
Ströme durch eine Hülle ist gleich der
Abnahmerate (−𝑄ሶ 𝑉, 𝑡 der 𝑗=1 𝑗=𝑛+1
eingeschlossenen Ladung.
44
1.3.3 Die erste Kirchhoffsche Gleichung („KCL“ Kirchhoff‘s Current Law)
𝐼𝑗 = 𝐼𝑗
ሷ
𝑗=1 𝑗=𝑘+1
Voraussetzung: An den Schaltverbindungen und in den Knoten gibt es keine Überschußladung mit merkbarer Änderungsrate
45
Die erste Kirchhoffsche Gleichung („KCL“ Kirchhoff‘s Current Law)
Knoten
𝑘 𝑛
𝐼𝑗 = 𝐼𝑗
𝑗=1 𝑗=𝑘+1
➢ „Knoten“ kann auch einzelne Netzwerkelemente oder Teile einer Schaltung einschließen
➢ In obiger Abbildung fließt Strom über einen Zweig in den Knoten und über drei Zweige aus dem Knoten
46
1.3.3 Erweiterung der ersten Kirchhoffschen Gleichungen
An jedem konzentrierten Stromkreiselement und für jede Zusammensetzung solcher Elemente ist zu jedem
Zeitpunkt die Summe der abfließend gezählten Ströme gleich der Summe der zufließend gezählten Ströme.
U1 + U2 + U3 + U4 = 0
𝑈𝑗 = 0
𝑗=1
49
1.3.3 Die zweite Kirchhoff‘sche Regel („KVL“ Kirchhoff‘s Voltage Law)
U1 + U2 + U3 + U4 = 0
U4
U1 - U2 + U3 - U4 = 0
Bezugssinn von U2 und U4 geändert
U2
50
1.3.3 Anwendungsbeispiel der Maschenregel
Masche I: 𝑈𝑞 − 𝑈𝐵 − 𝑈1 = 0
Masche III: 𝑈𝐵 − 𝑈2 = 0
Masche V: ….
Masche VI: ….
𝑅𝑗 = 𝑅
𝑗=1
52
1.3.4 Parallelschaltung von Widerständen (Anwendung der 1. KR)
𝑈 1
𝐼 = 𝐼1 + 𝐼2 + ⋯ + 𝐼𝑛 𝐼= 𝐺=
𝑅 𝑅
1 1 1 Die Einheit des Leitwerts ist Siemens.
𝐼= ( + +⋯+ ) 𝑈
𝑅1 𝑅2 𝑅𝑛 [G]=1S
Ersatzwiderstand: Ersatzleitwert:
𝑛
1 1 1 1
= + +⋯+ 𝐺 = 𝐺𝑗
𝑅 𝑅1 𝑅2 𝑅𝑛 j=1
53
1.3.4 Beispiel: Ersatzwiderstand eines Zweipols
𝑅2 ∙ 𝑅3 +𝑅4
𝑅 = 𝑅1 + 𝑅2 ||(𝑅3 + 𝑅4 ) = 𝑅1 +
𝑅2 +𝑅3 +𝑅4
Zweipol: Bauelement oder Kombination davon, welches vollständig durch das „Klemmenverhalten“ von
Strom und Spannung an den zwei Anschlussklemmen beschrieben wird.
𝑅6 𝑅7
𝑅= 𝑅 + 𝑅
1+𝑅5 1+𝑅8
8 5
mit 𝑅6 = 𝑅1 || 𝑅4 + 𝑅2 || 𝑅3,
𝑅7 = (𝑅1 +𝑅2 ) || (𝑅4 +𝑅3 ),
𝑅8 = (𝑅1 +𝑅4 ) || (𝑅2 +𝑅3 ),
55
1.3.4 Spannungsteiler
𝑈1 + 𝑈2 − 𝑈 = 0
𝑈1 = 𝑅1 𝐼, 𝑈2 = 𝑅2 𝐼, 𝑈 = (𝑅1 +𝑅2 ) 𝐼
56
1.3.4 Anwendungsbeispiel: Belasteter Spannungsteiler
𝑅1 + 𝑅2 =10 kW
𝑅2 𝑅𝑣 𝑈2 𝑅𝑝𝑎𝑟
Parallelschaltung von R2 und RV : 𝑅𝑝𝑎𝑟 = Spannungsteiler: =
𝑅2 +𝑅𝑣 𝑈 𝑅1 +𝑅𝑝𝑎𝑟
𝑅1 + 𝑅2 =10 kW
𝐼 = 𝐼1 + 𝐼2
𝑈 𝑈 1 1 𝐼1 𝑅2
𝐼1 = ,𝐼 = , 𝐼= + 𝑈 =
𝑅1 2 𝑅2 𝑅1 𝑅2 𝐼 𝑅1 + 𝑅2
59
1.3.4 Anwendungsbeispiel: Messbereichserweiterung eines Strommessgeräts
Rshunt
𝐼𝑚𝑎𝑥 𝑅shu𝑛𝑡
=
𝐼 𝑅𝑠ℎ𝑢𝑛𝑡 + 𝑅𝐴
Durch Einbau eines „shunt“ Widerstands Rshunt kann ein höherer Gesamtstrom I gemessen werden
60
1.3.5 Reale Spannungsquelle
𝐼 = (𝑈0 − 𝑈)/𝑅𝑖
➢ Leerlauf: 𝑅𝐿 → ∞, 𝑈 = 𝑈𝑜 = 𝑈𝑞 , 𝐼 = 0
➢ Belastung: 𝑈 = 𝑈𝑜 −𝐼 𝑅𝑖 (Maschenregel)
𝐼 = 𝐼𝐾 −𝑈/𝑅𝒊𝟐
𝑅𝒊𝟐
➢ Leerlauf: 𝑅𝐿 → ∞, 𝑈 = 𝑈𝐿 = 𝐼0 𝑅𝒊𝟐 , 𝐼 =0
➢ Kurzschluß: 𝑅𝐿 → 0, 𝐼 = 𝐼𝐾 = 𝐼0
𝑅𝑖 𝐼0
A B 𝐼 = 𝑅𝒊𝟐 𝐼0 /(𝑅𝒊𝟐 + 𝑅𝐿 )
𝑅𝐿 𝑅𝒊𝟐 𝑅𝐿
𝐼 = 𝑈0 /(𝑅𝒊 +𝑅𝐿 )
𝑈 = 𝐼𝑅𝐿 = 𝑅𝐿 𝑈0 /(𝑅𝒊 +𝑅𝐿 )
𝐼 = (𝑈0 − 𝑈)/𝑅𝑖 Äquivalentes Verhalten von Teilschaltung (A) und (B)
𝑅𝐿 = 0, d. h. 𝐼 = 𝐼0 = 𝐼K
an den Anschlußklemmen, falls
𝐼 = 𝐼𝐾 −𝑈/𝑅𝒊𝟐 (a) 𝐼0 = 𝐼𝐾 = 𝑈0 /𝑅𝒊
(b) 𝑅𝑖 = 𝑅𝑖2
63
1.3.5 Äquivalente Quellen
𝑅𝑖
𝑅𝐿 𝑅𝐿
1.3.5 Äquivalente Quellen
𝑅𝑖
𝑅𝐿 𝑅𝐿
➢ Äquivalenz der Quellen gegeben, falls 𝐿𝑒𝑒𝑟𝑙𝑎𝑢𝑓𝑠𝑝𝑎𝑛𝑛𝑢𝑛𝑔 𝑈0 𝑢𝑛ⅆ 𝐾𝑢𝑟𝑧𝑠𝑐ℎ𝑙𝑢ß𝑠𝑡𝑟𝑜𝑚 𝐼0 verknüpft sind: 𝑈0 = 𝐼0 𝑅𝒊
➢ Interner Leistungsumsatz in den beiden Quellen ist unterschiedlich ! 𝑆𝑝𝑎𝑛𝑛𝑢𝑛𝑔𝑠𝑞𝑢𝑒𝑙𝑙𝑒: 𝑃(𝑅𝑙ሶ ) = 𝑅𝑙ሶ 𝐼 2
Stromquelle: 𝑃(𝑅𝑙ሶ ) = 𝑅𝑙ሶ (𝐼0 − 𝐼)2
➢ Verlustleitung im Verbraucher ist für beide Fälle gleich
65
1.3.6 Zusammenschaltung von Spannungsquellen (s. Lehrbuch 3.7.1)
𝐼 = 𝐼1 + 𝐼2
𝑅𝑖 𝑅𝑖
𝑈 = 𝑈01 −𝐼1 𝑅𝑖
𝑈 = 𝑈02 −𝐼2 𝑅𝑖
1
➢ Stromaufteilung: 𝐼1 = [ 𝑅𝑖 + 𝑅𝐿 𝑈01 − 𝑅𝐿 𝑈02 )], 𝐼2 = 𝑎𝑛𝑎𝑙𝑜𝑔 𝐼1
𝑅𝑖2 +2𝑅𝑖 𝑅𝐿
𝐼 = 𝐼1 + 𝐼2
1
➢ Stromausgleich bei Leerlauf: 𝐼 = 0; 𝐼1 = 𝑈01 − 𝑈02 , 𝐼2 = −𝐼1
𝑅𝑖2 +𝑅𝑖1
67
1.3.6 Vereinfachung von Schaltungen - Ersatzspannungsquellen
Ri
Ui U
68
1.3.6 Leistungsanpassung (s. Lehrbuch 3.7.2)
2
𝑈0
𝑃𝐿 = 𝐼 2𝑅 𝑳 = 𝑅𝑳
𝑅𝑖 + 𝑅𝐿
dP𝐿 ! 𝑅𝑖 − 𝑅𝐿
= 0 = U02 𝑅𝑖 = 𝑅𝐿
d𝑅𝐿 𝑅𝑖 + 𝑅𝐿 3
partielle Ableitung
𝑈02
➢ 𝑀𝑎𝑥𝑖𝑚𝑎𝑙𝑒 𝐴𝑢𝑠𝑔𝑎𝑛𝑔𝑠𝑙𝑒𝑖𝑠𝑡𝑢𝑛𝑔(𝑣𝑒𝑟𝑓ü𝑔𝑏𝑎𝑟𝑒 𝐿𝑒𝑖𝑠𝑡𝑢𝑛𝑔): 𝑃𝐿max=
4𝑅𝑖 69
1.3.6 Leistungsanpassung
2
𝑃𝐿 𝑈0 4 4𝑅𝑖 𝑅𝐿 4𝐼
= 𝑅𝑳 𝑅𝒊 2 = 𝑷𝒈𝒆𝒔 = 𝐼2(𝑅
𝑳 +𝑅𝒊 ) =… 𝑃𝐿𝑚𝑎𝑥
𝑃𝐿𝑚𝑎𝑥 𝑅𝑖 +𝑅𝐿 𝑈0 𝑅𝑖 +𝑅𝐿 2 𝐼𝑚𝑎𝑥
𝑃𝐿
𝑃𝐿𝑚𝑎𝑥
RL RL
𝑈0
𝐼= ,
𝑅𝑖 +𝑅𝐿
𝑃𝐿 4𝐼 𝐼
𝑈0
= (1 − ) Wie sollen Quellen betrieben werden ?
𝐼𝑚𝑎𝑥 =
𝑃𝐿𝑚𝑎𝑥 𝐼𝑚𝑎𝑥 𝐼𝑚𝑎𝑥
𝑅𝑖 70
1.3.6 Wirkungsgrad 𝜂
𝑃𝐿
𝜂= ⋅ 100%
𝑃𝑔𝑒𝑠
𝑃𝐿 = 𝐼2𝑅𝑳
𝑅𝐿
𝜂= ⋅ 100%
(𝑅𝑳 +𝑅𝒊 )
𝐼
𝜂= 1− ⋅ 100%
𝐼𝑚𝑎𝑥
Wirkungsgrad sinkt mit zunehmendem Quellstrom
71
1.3.7 Ersatzspannungsquellen, Ersatzstromquellen (s. Kap. 3.8.1)
I I
Lineares
Widerstandsnetz U Ri U
werk
I
Satz v. Helmholtz/ Ri
Satz v. Thévenin U0 U
I
Lineares
Widerstandsnetzwerk U I
mit Strom- und
Spannungsquellen Satz v. Norton U
I0 Ri
72
Ersatzspannungsquelle | Satz von Helmholtz / Satz von Thévenin
▪ Jede Kombination von linearen Spannungsquellen, Stromquellen und Widerständen ist bezüglich der
Anschlussklemmen äquivalent zu einer Reihenschaltung aus einer Ersatzspannungsquelle und einem
Ersatzwiderstand (Satz v. Thévenin)
▪ Der Satz v. Thévenin kann auf harmonische Wechselstromsysteme verallgemeinert werden, indem statt der
Ohmschen Widerstände elektrische Impedanzen verwendet werden (siehe VO „Elektrotechnik 2“)
▪ Die Leerlaufspannung 𝑼𝟎 der ursprünglichen Schaltung entspricht der Ersatzspannung („Thévenin Spannung“)
R1 R3 Ri
U U0 U
U1 I3
R2
R3
I1 = 5 A = U1 / R1
I1 R1 I3
R2
R3 R1||R2 R3
Äquivalenz U0 =(I3+ I1) ∙ R1||R2
I3+ I1 der U0
R1||R2 Quellen
Ri =R3+ R1||R2
Ersatzwiderstand | Praktisches Beispiel
R1 R3 Bsp: R1 = 5 W, R2 = 20 W, R3 = 4 W,
U1 I3 U1 = 25 V, I3 = 3A
R2
R1 R3
Ri =R3+ R1||R2
R2
R1 R3 0
UL =U0 Leerlaufspannung UL über Kirchhoffsche Regeln berechnen
U1 I3
R2
Ersatzstromquelle | Satz von Norton
▪ Jede Kombination von linearen Spannungsquellen, Stromquellen und Widerständen ist bezüglich der
Anschlussklemmen äquivalent zu einer Parallelschaltung aus einer Ersatzstromquelle und einem
Ersatzwiderstand (Satz v. Norton)
▪ Der Satz v. Norton kann auf harmonische Wechselstromsysteme verallgemeinert werden, indem statt der
Ohmschen Widerstände elektrische Impedanzen verwendet werden (siehe VO „Elektrotechnik 2“)
▪ Der Kurzschlußstrom der ursprünglichen Schaltung entspricht dem Ersatzstrom („Norton Äquivalent“)
➢ Enthält eine Schaltung mehrere Quellen, können Ströme und Spannung in den einzelnen Zweigen durch die
Überlagerung von Teillösungen berechnet werden.
➢ Voraussetzung: An einzelnen Netzwerkelementen gelten lineare Beziehungen zw. Strom und Spannung.
= +
➢ Für die Reihenschaltung von Spannungsquellen läßt sich die Ersatzspannungsquelle als Summe der
Spannungen der Einzelquellen berechnen („Maschenregel“). Der Ersatzwiderstand entspricht
der Summe der einzelnen Innenwiderstände.
➢ Bei einer Parallelschaltung von Spannungsquellen wird das Überlagerungsprinzip angewandt, d.h. die
Beiträge jeder Quelle aufsummiert.
➢ Der Anteil jeder Quellspannung an der Ersatzspannung wird erhalten, wenn alle anderen Quellen
kurzgeschlossen werden. Aus dem entstandenen Spannungsteiler wird die Ersatzspannung berechnet.
𝑈𝑗
𝛴𝑗 𝑅
R1 R2 R3 RN Ri 𝑗
𝑈0 =
RL = RL 1
𝛴𝑗 𝑅
𝑗
U1 U2 U3 U0
1
𝑅𝑖 =
1
𝛴𝑗 𝑅
Die im Folgenden gezeigte Herleitung der Ersatzspannung 𝑈0 𝑗
als Parallelschaltung von N Spannungsquellen ist nicht prüfungsrelevant.
80
1.3.8 Parallelschaltung von mehreren (N) Spannungsquellen
Beitrag der Spannungsquelle U1 zur Ersatzspannungsquelle U0
Rers,1 𝑈0,1 𝐺1
𝑁
𝐺𝑗
1 𝑗=2
U1 [Link]: Berechnung von Rers,1 𝑈0,1 = 𝑈1 𝑁 𝑁
𝐺𝑗 𝐺𝑗
𝑗=2 𝑗=1
𝑁
1 1 1 1 𝐺1
= , Rers,1 = = 𝑈0,1 = 𝑈1
Rers,1 𝑅𝑗 𝑁
1
𝑁
𝐺𝑗
𝑁
𝑗=2 𝑗=2
𝐺𝑗
𝑅𝑗 𝑗=1
𝑗=2 81
1.3.8 Parallelschaltung von mehreren (N) Spannungsquellen
Beitrag jeder Spannungsquelle zur Ersatzspannungsquelle U0
R1 R2 RN
+ …. 𝑈𝑗
+ 𝛴𝑗 𝑅
𝑗
𝑈0 =
Rers,1 𝑈0,1 Rers,2 𝑈0,2 Rers,N 𝑈0,𝑁 1
𝛴𝑗 𝑅
U1 U2 UN 𝑗
𝐺𝑁
𝐺1
𝑈0,2 = 𝑈2
𝐺2 𝑈0,𝑁 = 𝑈𝑁 𝑁
𝑈0,1 = 𝑈1 𝑁 𝑁
𝐺𝑗
𝐺𝑗 𝐺𝑗 𝑗=1
𝑗=1 𝑗=1
82
1.3.9 Gesteuerte (abhängige) Spannungs- und Stromquellen
▪ Gesteuerte Spannungsquelle:
U hängt von Spannung oder dem Strom in einem anderen Zweig der Schaltung ab.
▪ (a) Spannungsgesteuerte Spannungsquelle (z.B. Operationsverstärker, Eingangsspannung wird auf eine Ausgangsspannung verstärkt)
▪ (b) Stromgesteuerte Spannungsquelle (z.B. bei Photodioden, wo der Photostrom in eine Spannung gewandelt wird)
▪ Gesteuerte Stromquelle: I hängt von Spannung oder Strom in einem anderen Zweig der Schaltung ab.
▪ Spannungsgesteuerte Stromquelle (z.B. Feldeffekttransistor: Gatespannung steuert Source-Drain Strom)
▪ Stromgesteuerte Stromquelle (z.B. Transistor)
▪ Engl. Abkürzungen:
▪ „Current Controlled Current Source“ : CCCS / „Voltage Controlled Current Source“: VCCS
▪ „Voltage Controlled Current Source“ : VCCS / „Voltage Controlled Voltage Source“: VCVS
▪ Auf die Realisierung gesteuerter Quellen wird hier nicht eingegangen; diese werden jedoch in einfachen
Schaltungen berücksichtigt.
83
1.3.9 Symbole für gesteuerte Spannungs- und Stromquellen ?
B C
IB
IC= b IB
Keine eigenen Symbole in dieser Vorlesung für
gesteuerte (abhängige) Quellen
84
1.3.9 Beispielschaltungen mit gesteuerten Quellen
R1
aI2 R2
I2
R3
U1 R3
I1
aI1 R2 R1
85
1.3.9 Vereinfachung von Schaltungen mit gesteuerten Quellen ?
Ri
?? U0 U
I
Lineares
Widerstandsnetzwerk U
mit gesteuerten Strom- I
bzw. Spannungsquellen ??
I0 Ri U
86
1.3.9 Vereinfachung einer Beispielschaltung mit gesteuerter Quelle
K R1 Ri
I I
aI2 R2 U U
U0
I2
R3
Knotengleichung: I + aI2 = I2
1 1
Maschengleichung: 𝑈 = 𝑈0 + 𝑅𝑖 𝐼 = 𝑅1 𝐼 + 𝑅2 I2 + 𝑅3 𝐼 = 𝑅1 𝐼 + 𝑅2 𝐼 1−𝑎 + 𝑅3 𝐼 = (𝑅1 + 𝑅3 + 𝑅2 1−𝑎)𝐼
1
Koeffizientenvergleich: 𝑈0 + 𝑅𝑖 𝐼 = (𝑅1 + 𝑅3 + 𝑅2 1−𝑎)𝐼
1
𝑈0 = 0, 𝑅𝑖 = (𝑅1 + 𝑅3 + 𝑅2 )
1−𝑎
87
1.3.9 Vereinfachung einer Beispielschaltung mit 1 gesteuerten und 1 unabhängigen Quelle
Ri
I1 I3
U1 I1 R3 I
aI1 R2 R1
U0 U
U0
Alle Widerstände sind bekannt, ebenso die unabhängige Quellspannung 𝑈1 , Ströme 𝐼1 und 𝐼3 unbekannt
Leerlaufspannung 𝑼𝟎 ( I3 = 0): 𝑈0 = 𝑅1 𝐼1
𝑈0 = 𝑈1 − 𝑅2 1 − 𝑎 𝑈0 / 𝑅1 𝑏𝑧𝑤.
Masche 1: 0 = 𝑈0 + 𝑅2 𝐼1 1 − 𝑎 −𝑈1
𝑈1 𝑅1
𝑈0 =
𝑅1 + 𝑅2 (1 − 𝑎)
88
1.3.9 Berechnung des Kurzschlußstroms in der Beispielschaltung
K1
𝐼1 + 𝐼𝑘 U1 R3 Ik
aI1 R2 R1
I2 I1
𝑈1 𝑅1 ⋅ 𝑅2 + 𝑅3 + (1 − 𝑎)𝑅2 𝑅3
𝐼k = 𝑅𝑖 = 𝑈0 /𝐼𝐾 𝑅𝑖 =
𝑅3 𝑅2 𝑅1 + 𝑅2 1 − 𝑎
𝑅2 + 𝑅3 ) + (1 − 𝑎 𝑅1
89
1.3.9 Ersatzwiderstand einer Beispielschaltung mit gesteuerter Quelle
Lineares
Widerstandsnetzwerk
Lineares mit gesteuerten Strom- 𝑈t
Widerstandsnetzwerk
?? 𝑅𝑖 bzw. Spannungsquellen, 𝑈t 𝐼𝑡 𝑅𝑖 =
𝐼𝑡
mit gesteuerten Strom- in dem alle
bzw. Spannungsquellen unabhängigen Quellen
entfernt wurden
K1 𝐼 −I K2
𝑡 1
K1: aI1 + I2 −I1 + It = 0
I2 I1 R3
Masche 1 ∶ 𝑅2 I2 = − 𝑅1 I1
aI1 R2 R1 𝐼𝑡 Masche 2 ∶ 𝑈𝑡 = 𝑅3 It +𝑅1 I1
𝑈t
Gleichung K1 und Masche 1 in Masche 2 und in die Form 𝑈𝑡 = 𝑅𝑖 It bringen.
𝑅2 𝑅1
𝑈𝑡 = 𝑅3 It −𝑅2 I2 = 𝑅3 + 𝑅 It = 𝑅𝑖 It
1 +𝑅2 𝑎−1
90
Ersatzquellen und Ersatzwiderstände in Schaltungen mit abhängigen Quellen
▪ Gesteuerte (abhängige) Quellen dürfen nicht entfernt oder durch Kurzschluss ersetzt werden !
▪ Koeffizientenvergleich – Formen Sie die zu vereinfachende Schaltung so um, dass Sie die Spannung an den
Anschlußklemmen ausdrücken können über einen stromabhängigen Term sowie einen stromunabhängigen Term.
Letzterer liefert Ihnen die Ersatzspannung, erster den Ersatzwiderstand. Analoges Vorgehen für die Berechnung des
Ersatzstroms.
▪ Legen Sie einen externen bekannten Strom 𝑰𝒕 an und berechnen oder messen Sie die Spannung 𝑼𝒕 an den
Anschlußklemmen. Unabhängige Quellen in der Schaltung können entfernt werden. Der Ersatzwiderstand ergibt sich
als Verhältnis 𝑹𝒊 = 𝑼𝒕 /𝑰𝒕 . Über diesen Ansatz läßt sich die Ersatzquelle nicht bestimmen.
91
Zusammenfassung: „Einfache (lineare) elektrische Netzwerke“
▪ Kirchoffsche Gleichungen ermöglichen die Berechnung von Strom und Spannung in jedem Zweig einer
Schaltung
▪ Komplizierte Widerstandsnetzwerke lassen sich über Reihen- und Parallelschaltung sowie über spezielle
„Umwandlungen“ vereinfachen.
92
Falls noch Zeit ….
R3
I2
aI2 I0
R1 R2 Ri
93
1.4 Nichtlineares Stromkreiselement Diode und
einfache Diodenschaltungen
Literaturhinweis: Kapitel 4.4, Albach M. Elektrotechnik
95
Die Bandlücke
Bandlücke
▪ Im Valenzband sind Elektronen an Atomkerne gebunden, während sie sich im Leitungsband relativ
frei bewegen können.
▪ Die Bandlücke („band gap“) bezeichnet den energetischen Abstand zw. Valenz- und Leitungsband
▪ Größe der Bandlücke wird in eV („Elektronenvolt“) angegeben.
▪ 1 eV: Produkt aus Elementarladung e und 1 Volt: 1,602 ∙ 10-19 J.
96
Unterscheidung von Stoffen aufgrund ihrer Bandlücke
Bandlücke
Donator
98
Ladungstransport im dotierten Halbleiter
+ +
Al
+
▪ Bei Dotierung mit Donatoren werden ▪ Bei Dotierung mit Akzeptoren werden
Fremdatome mit 5 (selten mehr) Fremdatome mit 3 (selten weniger)
Valenzelektronen in das Kristallgitter eingebaut Valenzelektronen in das Kristallgitter eingebaut.
▪ Diese Dotierung nennt man n-Dotierung, der ▪ Diese Dotierung nennt man p-Dotierung, der
Leiter wird n-Leiter bezeichnet, Elektronen sind Leiter wird p-Leiter bezeichnet, Löcher sind
Majoritätsladungsträger Majoritätsladungsträger
99
Ausbildung einer Raumladungsschicht im dotierten Halbleiter
100
Der pn Übergang an äußerer Spannung
- +
▪ Bei Anlegen einer negativen Spannung an die p-Zone / positive Spannung an die n-Zone werden Elektronen der n-Zone zum
Pluspol der Spannungsquelle angezogen. Dadurch verbreitet sich die Raumladungszone (RLZ); Stromfluss wird
unterbunden (Sperrrichtung).
▪ Bei Anlegen einer positiven Spannung an die p-Zone verringert sich die Raumladungszone, ab einer Schwellenspannung
verschwindet diese und elektrischer Stromfluss tritt ein (Durchlassrichtung).
▪ Eine Diode besteht aus einem Halbleiter(kristall), welcher auf der einen Seite p-dotiert und auf der anderen Seite n-dotiert
ist. 101
Die ideale Diode
➢ Idⅇalⅇ Halblⅇitⅇrdiodⅇn zⅇigⅇn ⅇin Vⅇrhaltⅇn äℎ𝑛𝑙𝑖𝑐ℎ dⅇm von Widⅇrständⅇn, abⅇr untⅇrschiⅇdlich
für diⅇ bⅇidⅇn Stromrichtungⅇn.
➢ Durchlassrichtung: Stromfluss nahⅇzu ungⅇhindⅇrt von dⅇr Anodⅇ + zur Kathodⅇ (−)
+ - - +
Durchlassrichtung Sperrrichtung
• Bei realen Dioden ist der Strom in Durchlassrichtung unterhalb einer Schwellenspannung US nahezu Null.
• Oberhalb der Schwellenspannung US steigt der Strom mit einer definierten Steigung, welche über einen
Bahnwiderstand (in untenstehender Abbildung RF) berücksichtig wird
• Im Bereich der
Schwellenspannung steigt der
Durchlassstrom nichtlinear an
(wird in dieser VO vernachläßigt)
104
Extra: Von der Bandlücke zur Wellenlänge elektromagnetischer Strahlung
105
Faustformel: 1 eV entspricht einer Wellenlänge λ: 1240 nm
Extra: Das Frequenzspektrum sichtbaren Lichts
𝑐0 = 𝜆 ⋅ 𝑓
106
Dioden: Eine breite Klasse von Bauelementen
▪ Photodioden werden in Sperrrichtung betrieben. Einfallendes Licht löst in der pn Raumladungszone (RLZ)
Elektronen aus, welche sich aus der RLZ bewegen und zu einem messbaren Strom führen.
▪ Z-Dioden (früher Zener Dioden): Diese Dioden werden in Sperrrichtung unterhalb der
Durchbruchspannung betrieben. Anwendungen sind Spannungsbegrenzung, Überlastschutz
Spannungsstabilisierung
𝑈𝐸 − 𝑈𝐴 − 𝑈𝐷 = 0 𝑮𝒍𝒆𝒊𝒄𝒉𝒓𝒊𝒄𝒉𝒕𝒖𝒏𝒈
𝑼𝑬
𝑹
= 𝑈𝑅
𝑈𝐸
➢ Bⅇi bⅇkanntⅇr Quⅇllⅇnspannung und bⅇkanntⅇm Widⅇrstand 𝑅 kann ⅇinⅇ Widⅇrstandsgⅇradⅇ
𝑼 𝑼
(Arbⅇitsgⅇradⅇ) konstruiⅇrt wⅇrdⅇn: 𝑰 = 𝑹𝑬 − 𝑹𝑫
➢ Dⅇr Schnittpunkt diⅇsⅇr Gⅇradⅇn mit dⅇr Diodⅇnkⅇnnliniⅇ bⅇstimmt dⅇn Strom 𝐼DA
➢ Mit Hilfⅇ dⅇs grafisch bⅇstimmtⅇn Punktⅇs A lassⅇn sich diⅇ Tⅇilspannungⅇn 𝑈𝐷𝐴 und 𝑈𝑅 bⅇstimmⅇn. 109
Reihenschaltung zweier Dioden: grafische Lösung
ID
D1 UD1
UD2
D2
➢ Bei Reihenschaltung von 2 Dioden kann eine resultierende Spannung UD1,2 angegeben werden
➢ Die beiden Diodenkennlinien werden in x-Richtung (Spannungsrichtung) punktweise addiert.
110
Parallelschaltung von Widerstand und Diode: grafische Lösung
I
U
R
D
ID IR
IR
ID
➢ Bei der Parallelschaltung einer Diode D und eines Widerstands R kann der Gesamtstrom I angegeben werden.
➢ Die Kennlinien der Diode und des Widerstands werden in y-Richtung (Stromrichtung) punktweise addiert.
111
Schaltungen mit Dioden: Brückengleichrichter
112
Schaltungen mit Dioden: Brückengleichrichter
+ +
- -
Während der positiven Phase der Eingangsspannung leiten die Dioden D1 und D3,
während die Dioden D2 und D4 sperren
113
Schaltungen mit Dioden: Brückengleichrichter
- +
+ -
Während der negativen Phase der Eingangsspannung leiten die Dioden D2 und D4,
während die Dioden D1 und D3 sperren
114
Zusammenfassung – Kapitel 1
• Quantisierte Elementarladung
• Stromleitungsmechanismen:
Ionenstrom in Flüssigkeiten (chemischen sowie biologischen Systemen)
Elektronen- und Löcherstrom in Halbleitern
„Elektronengas“, frei bewegliche Elektronen in Metallen
• Elektrische Spannung – „treibende Kraft“ des Stroms = i.d. Elektrostatik ladungsbezogene Arbeit
zwischen Anfang- und Endpunkt
• Kirchhoffsche Regeln zur Analyse einfacher Schaltungen, Berechnung von Strom und Spannung in
jedem Zweig einer Schaltung
• Leistungsbetrachtungen, Wirkungsgrad
116
Intermezzo:
• Dieses Intermezzo basiert auf Anhang D des Lehrbuchs Elektrotechnik ([Link]), 2te Ausgabe.
sowie auf der „Fachinformation 23“ (Austrian Standards)
118
Motivation
119
D1: Physikalische Größen
Masse Kilogramm kg
Zeit Sekunde s
Lichtstärke Candela cd
120
D1: Physikalische Größen - Basisgrößen
• Jede Basisgröße ist so festgelegt, dass sie nicht durch andere Basisgrößen ausgedrückt werden kann
• Ein Größensystem ist immer mit einem entsprechenden Einheitensystem gekoppelt, die Basisgrößen
mit den SI Basiseinheiten.
• Größenwert / Größenzeichen / Formelzeichen: wird stets kursiv geschrieben, z.B. I1, I2, I3 …
• Indizes werden entweder kursiv geschrieben (z.B. mathematische Variable, fortlaufende Zahl) oder
aufrecht (feste Zahlen, Abkürzungen für Worte) :
Das Internationale Einheitensystem oder SI (Système international d’unités) ist das am weitesten
verbreitete Einheitensystem für physikalische Größen. Die durch das SI definierten Masseinheiten nennt
man SI-Einheiten.
20. Mai 2019: Alle Basiseinheiten und damit alle Einheiten überhaupt werden auf sieben physikalische
Konstanten zurückgeführt, denen feste Werte zugewiesen werden. („Definition für die Ewigkeit“)
123
D2: Definition der Basiseinheiten (seit 20.05.2019)
124
D2: Exakte Zeitmessung
@ [Link]
125
D2: Definition der Basiseinheiten (seit 20.05.2019)
126
D2: Definition der SI- Einheiten (seit 20.05.2019)
D2: Kohärente Einheiten
Jede physikalische Größe Q kann eindeutig als Potenzprodukt der Dimensionen der sieben SI Basisgrößen
dargestellt werden.
Die Einheit der Größe Q kann als Potenzprodukt der SI Basiseinheiten dargestellt werden.
Ist der numerische Faktor k gleich eins, so liegt eine kohärente SI-Einheit vor.
128
D2: Vorsatzzeichen / Umrechnungsfaktoren
129
D2: Vorsatzzeichen / Umrechnungsfaktoren
Wichtige Regeln:
▪ Der neue Vorsatz bildet mit dem ursprünglichen Zeichen eine neue Einheit, z.B. µm-1 = 106 m-1
▪ m wird für Milli und für Meter verwendet, z.B. 1 mN, 1 Nm, 1 mm2
130
D3: Physikalische Gleichungen
Fehlerhafte Aussagen: Dichte ist Masse pro Volumeneinheit. Dichte ist Masse pro Liter
131
D4: Beschriftung von Tabellenköpfen und Koordinatenachsen
Einheitenzeichen werden wie mathematische Objekte behandelt und können wie der Zahlenwert nach
den üblichen mathematischen Regeln behandelt werden.
Beispiel: U/V=24
132
D4: Beschriftung von Tabellenköpfen und Koordinatenachsen
70
00 Impedance |Z|
800 Phase 60
Phase in
500
30
400
20
10
300
0
1 2 3 4
10 10 10 10 105
frequency in z (log)
133
Zusammenfassung
• Auf korrekte, norm-gerechte Angabe von physikalischen Größen und zugehörigen Einheiten achten.
• Kursivschrift von Größenzeichen (I, U, F…) sowie aufrechte Schrift von Einheitenzeichen (A, V, N) und -namen
134