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Karlsruher Institut für Technologie

Institut für theoretische Festkörperphysik [Link]

Lösung 07 – Klassische Theoretische Physik I – WS 15/16

Prof. Dr. G. Schön 20 Punkte


Sebastian Zanker, Daniel Mendler Besprechung 11.12.2015

1. Die Dirac’sche δ-Funktion (0 Punkte)

(a)
Z ∞
(i) dx cos(x)δ(x) = cos(0) = 1 (1)
Z−∞
π
(ii) dx sin(x)δ(x − π/2) = sin(π/2) = 1 (2)
0
Z 0
(iii) dx cos(x)δ(x − π) = 0, da π nicht im Integrationsbereich liegt (3)
−∞

(b) Wir führen die Variablentransformation y = g(x) aus. Dann ist dy = g 0 (x)dx und wir haben
Z x2 Z g(x2 )
dy
dx f (x)δ(g(x)) = 0 −1
f (g −1 (y))δ(y) (4)
x1 g(x1 ) g (g (y))

Da g(x) im Intervall x1 < 0 < x2 eine einfache Nullstelle hat, findet auch ein Vorzeichenwechsel
zwischen g(x1 ) und g(x2 ) statt. Sei zunächst g(x1 ) < 0. Dann ist
f (g −1 (0))
Z g(x2 )
dy −1 f (xi )
0 (g −1 (y))
f (g (y))δ(y) = 0 (g −1 (0))
= 0 . (5)
g(x1 ) g g g (xi )
Hier haben wir ausgenutzt, dass g(x) nur eine einfache Nullstelle im Integrationsbereich hat
und damit g −1 (0) = xi eindeutig ist. Da g(x1 ) < g(x2 ) ist außerdem g 0 (xi ) > 0 und damit
g 0 (xi ) = |g 0 (xi )|. Sei nun g(x1 ) > 0 und damit g(x2 ) < 0. Um dann die Definition der δ-
Funktion ausnutzen zu können müssen wir die Integration umdrehen“, damit wieder untere

Grenze < obere Grenze gilt:
Z g(x2 ) Z g(x1 )
dy −1 dy
0 −1
f (g (y))δ(y) = − 0 −1
f (g −1 (y))δ(y)
g(x1 ) g (g (y)) g(x2 ) g (g (y))
f (g −1 (0)) f (xi )
=− 0 −1
=− 0 . (6)
g (g (0)) g (xi )
Da g(x2 ) < g(x1 ) ist g 0 (xi ) < 0 und −g 0 (xi ) = |g 0 (xi )|. Insgesamt haben wir also
Z x2
f (xi )
dx f (x)δ(g(x)) = 0 (7)
x1 |g (xi )|
(c) Wir wollen die Definition der ersten Ableitung plausibel machen (es handelt sich nicht um einen
Beweis)
Z x2 Z x2
0 x2
dx f (x)δ (x) = [f (x)δ(x)]x1 − dx f 0 (x)δ(x) = f 0 (0) (8)
x1 x1

Hier haben wir das intuitive Bild der δ-Funktion δ(x) = 0 für x 6= 0 ausgenutzt. Entsprechend
kann man die zweite Ableitung definieren:
Z x2
dx f (x)δ 00 (x) = f 00 (0). (9)
x1

Man beachte den erneuten Vorzeichenwechsel durch zweifache partielle Integration.

1
2. Darstellungen der δ-Funktion (3 + 3 = 6 Punkte)

(a) Wir betrachten die Funktionenfolge


(
1 
 für |x| ≤ 2
δR, (x) = (10)
0 sonst

6
ε = 1.0
ε = 0.8
ε = 0.6
5
ε = 0.4
ε = 0.2

0
-1 -0.5 0 0.5 1

Abbildung 1: Rechteckfunktionen δR, (x)

(i) Wir skizzieren die Funktionen für verschiedene Werte von . Man sieht direkt, dass der
Peak der Funktion immer schmaler und gleichzeitig höher wird, während der Flächeninhalt
konstant 1 bleibt. Für  → 0 nähert sich die Funktion vom Verhalten her also immer mehr
dem intuitiven Verständnis der δ-Funktion, δ(0) = ∞ und δ(x 6= 0) = 0, an. Wichtig ist
die Tatsache, dass der Flächeninhalt konstant 1 bleibt. Dadurch erhält die Funktion im
Integral nicht zu viel Gewicht verglichen zur Testfunktion.
(ii) Wir wollen nun beweisen, dass die Rechteckfunktionen in der Tat eine Darstellung der
δ-Funktion sind. Wir müssen zeigen, dass
Z x2
lim f (x)δR, (x) = f (0) (11)
→0 x
1

Da δR, nur im Bereich −/2 ≤ x ≤ /2 ungleich Null ist, wir den Limes  → 0 betrachten
und x1 < 0 sowie x2 > 0 können wir direkt schreiben
Z x2 Z /2
lim f (x)δR, (x) = lim f (x)δR, (x) (12)
→0 x →0 −/2
1

Da weiterhin f (x) per Vorraussetzung stetig ist und δR, (x) ≥ 0 können wir den Mittel-
wertsatz der Integralrechnung anwenden:
Z /2 Z /2
lim f (x)δR, (x) = lim f (ξ) dx δR, (x) (13)
→0 −/2 →0 −/2

2
mit ξ ∈ [−/2, /2]. Das Integral lässt sich nun einfach berechnen, da δR, = 1/ = const.:
Z /2
lim f (ξ) dx δR, (x) = lim f (ξ). (14)
→0 −/2 →0

Da ξ ∈ [−/2, /2] folgt

lim f (ξ) = f (0) (15)


→0

(b) Wir wollen intuitiv zeigen, dass Z ∞


dk ikx
δ(x) = e (16)
−∞ 2π
eine Darstellung der δ-Funktion ist. Dazu nutzen wir, dass
Z ∞ Z ∞
dk ikx dk ikx−|k|
e = lim e (17)
−∞ 2π →0 −∞ 2π

(da das Integral auf der linken Seite nicht konvergiert, ist auch hier der Grenzwert wieder in
Kombination mit einer weiteren Integration zu verstehen.). Wir müssen also das Integral auf
der rechten Seite berechnen. Da der Betrag von k auftaucht teilen wir die Integration in die
Bereiche k ≤ 0 und k > 0 auf:
Z ∞ Z 0 Z ∞
dk ikx−|k| dk ikx+k dk ikx−k
e = e + e (18)
−∞ 2π −∞ 2π 0 2π
0 ∞
1 eikx+k 1 eikx−k
 
= + (19)
2π ix +  −∞ 2π ix −  0
 
1 1 −1
= + (20)
2π ix +  ix − 
1 
= (21)
π x + 2
2

Dies sind gerade die Lorentzfunktionen aus der Vorlesung. Damit folgern wir für x1 < 0 und
x2 > 0
Z x2  Z ∞  Z x2  Z ∞ 
dk ikx dk ikx−|k|
dx f (x) e = lim dx f (x) e = f (0) (22)
x1 −∞ 2π →0 x
1 −∞ 2π

3. Technoradio (1 + 3 + 1 + 3 (+2) = 8 (+2) Punkte)

(a)

Q(t)
LQ̈(t) + RQ̇(t) + = V (t) (23)
C
ẍ(t) + 2γ ẋ(t) + ω02 x(t) = f (t) (24)
R 1
x(t) = Q(t), γ = , ω0 = √ (25)
2L LC
V (t) V0,n  
f (t) = = cos (ωT + nω)t + αn (26)
L L
Alternativ kann auch x(t) = LQ(t) und f (t) = V (t) gewählt werden.
(b) Die allgemeine Lösung setzt sich zusammen aus einem homogenen und einem partikulären An-
teil.
q
−γt
x(t) = xh (t) + xp (t) wobei xh (t) = e (A cos(Ωt) + B sin(Ωt)) mit Ω = |ω02 − γ 2 | (27)

3
Nach kurzer Zeit ist der homogene Anteil abgeklungen und wir können x(t) = xp (t) betrachten.
Die Lösung nach dem Einschwingvorgang ist dann eine Linearkombination der Schwingungen
für unterschiedliche Frequenzen:
nX
max

x(t) = xn (t) (28)


n=−nmax
V0,n  
xn (t) = |χ(ωT + nω)| cos (ωT + nω)t + αn + ϕ(ωT + nω) (29)
|L {z }
x̂n
1
|χ(λ)|2 = (30)
−(ω02 λ 2 )2 + 4γ 2 λ2
2γλ
tan ϕ(λ) = 2 (31)
λ − ω02

(c) Einstellen auf die Trägerfrequenz liefert:


1 1
ωT = ω0 = √ =⇒ L = 2 (32)
LC Cω T

(d) Die Verstärkung der Spannung berechnet sich für die Winkelfrequenz ωn = ωT + nω wie folgt
(Größen mit Hut bezeichnen die Amplituden):

|V̂C,n | |Q̂n | |x̂n | 1 V0,n |χ(ωn )| 1


= = = |χ(ωn )| = = q (33)
V0,n CV0,n CV0,n CV0,n L | {z } LC LC (ωT2 − ωn2 )2 + 4γ 2 ωn2
|χn |

Wenn wir nun die maximale Verstärkung für n = 0 annehmen, dann erhalten wir
|χ(ωmax )| 2γωT
0.99 ≤ =q (34)
|χ(ωT )| (ωT2 − ωmax
2 )2 + 4γ 2 ωmax
2

=⇒ (ωT2 − ωmax
2
)2 + 4γ 2 ωmax
2
− (2γωT /0.99)2 (35)
4
= ωmax − 2(ωT2 − 2γ 2 2
)ωmax + ωT4 2
− (2γωT /0.99) ≤ 0 (36)

Löst man die biquadratische Gleichung so erhält man:


q
2 2 2
ωmax = ωT − 2γ ± (ωT2 − 2γ 2 )2 − ωT4 + (2γωT /0.99)2 (37)

Da ωmax > ωT erhält man als einzige Lösung:


r q
ωn = ωT + nω ≤ ωmax = − ωT2 2γ 2 + (ωT2 − 2γ 2 )2 − ωT4 + (2γωT /0.99)2 (38)
r !
1
q
n ≤ nmax = ωT2 − 2γ 2 + (ωT2 − 2γ 2 )2 − ωT4 + (2γωT /0.99)2 − ωT (39)
ω

Wenn man es genau nimmt, müsste man nmax noch abrunden, d.h.
$ r !%
1
q
n ≤ nmax = 2 2 4
ωT − 2γ 2 + (ωT − 2γ 2 )2 − ωT + (2γωT /0.99)2 − ωT (40)
ω

(e) (Bonusaufgabe) Wir wollen das asymptotisches Verhalten des Tangens bei −π/2 verwenden.
Wir finden
sin π2 − α

 π  cos α 1 1 + O(α2 ) 1 1 + O(α2 )
tan − + α = − π
 = − = − = − 3
=− · (41)
2 cos 2 − α sin α tan α α + O(α ) α 1 + O(α2 )

4
0
γ=0.2 ω0=1
-0.5 γ=0.2 ω0=1.5
γ=0.1 ω0=1
φ(ωn) -1 γ=0.1 ω0=1.5

-1.5

-2

-2.5

-3

0 0.5 1 1.5 2 2.5 3


ωn

Abbildung 2: Phasenverschiebung ϕ(ωn )

Das heißt der Tangens besitzt bei ±π/2 eine Polstelle 1. Ordnung. Die höheren Terme der
Entwicklung können wir herleiten, indem wir zunächst die Polstelle durch Multiplikation mit α
heben und anschließend entwickeln
α α2
− = −1 + + O(α4 ) (42)
tan α 3
Damit erhalten wir die Reihenentwicklung

α2
 π  
 1 1 α
tan − + α = −1 + + O(α ) = − + + O(α3 )
4
(43)
2 α 3 α 3

Bei der Reihe handelt es sich um eine Laurentreihe, da im Gegensatz zur Taylorreihe auch
negative Potenzen von α auftreten. Verwenden wir nur die gröbste Approximation (bzw. das
asymptotische Verhalten), so erhalten wir:
 π  1 2γωmax ωT2 − ωmax
2
tan − + δϕmax ≈ − = 2 =⇒ δϕmax = (44)
2 δϕmax ωmax − ω02 2γωmax

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