Charakterhintergrund: Toran Balthasar von Trontsand
Toran ist der illegitime Sohn einer nostrischen Baronin
und – pikant, pikant – eines wandernden Thorwalschen
Skalden, der einen Winter auf der Baronsburg verbrachte
und dort sehr gemocht wurde – auch wenn er nie mehr
wieder kam.
Der Baron selbst war nicht sehr glücklich über das Kind,
und dementsprechend wuchs Toran in einer Umgebung
auf, in der nicht gerade erwünscht war, auch wenn er als
anerkannter Bastard eines adeligen Haushalts natürlich
einige Privilegien genoss. Als jüngstes Kind der Baronin,
hatte er zudem zwei ältere Brüder, die ihn gerne als
Zielscheibe für ihre Späße verwendeten, und so war es
Toran eigentlich ganz recht, dass er so bald es ging auf
die Kriegerakademie im exotischen, fernen Winnhall
(sprich: einmal über den Fluss) abgeschoben wurde,
getreu dem Motto „Geh mit den Göttern, aber geh.“
Auf der Kriegerakademie war Toran ein guter Schüler und wurde zu einem glühenden Bewunderer des
Schwertkönigs Raidri Conchobair, dem Gönner und Schutzpatron der Akademie – er war zu jung um selbst
noch an dem gelegentlichen Unterricht der Legende teilzunehmen, aber das verstärkte seine Bewunderung
eher noch. Seine Ausbildung kam im Winter 1026 während des Zweiten Orkensturms zu einer abrupten
Unterbrechung – als damals noch junger Schüler kämpfte er gegen die Orks und verdiente sich sowohl vor
Winnhall wie auch später in der Shclacht von Hammer und Amboss nicht nur seine Sporen, sondern auch
seinen Kriegerbrief – nicht unbedingt durch die Ausbildung allein, sondern eben auch durch die Einsätze im
Feld. Nichts desto Trotz schuldet Toran der Akademie noch eine hohe Summe an Schulgeld und
Rückzahlungen, und befindet sich daher in steter Geldnot und in der Not, gut bezahlte Arbeit annehmen zu
müssen.
Ab 1027 stand Toran im Dienste der Gräfin Rhianna Conchobair, auch wenn ihm die Rolle als Hauswache
nicht sonderlich behagte. Während des Bürgerkriegs in Albernia zeichnete sich für Toran immer stärker ab,
dass dies nicht sein Krieg sei. Er überlebte die Niederlage Rhiannas gegen das Haus Fenwasian, und
beschloss, nun ohne verbleibende Verpflichtungen, Albernia zu verlassen – und nicht nach Nostria
zurückzukehren, weil dort genauso wenig ein Platz für ihn gewesen wäre.
Eher per Zufall landete Toran erst in Punin wo er als Beschützer und Gardist für den ODL angeheuert wurde,
und zwei Expeditionen des Ordens in den Rasthulswall und nach Mhanadistan begleitete – er redet sich
beständig ein, dass dies keine „Söldnerarbeit“ sein, weil er immerhin für einen ehrenvollen Auftraggeber
arbeitet und seine Aufgaben im Beschützen, nicht Angreifen, bestehen.
Als Ergebnis der letzten Expedition ist Toran nun in Khunchom gelandet, unter lauter Leuten, die er kaum
versteht, weder von der Sprache noch von der Mentalität, während seine Schulden nicht unbedingt geringer
werden (Sparsamkeit war nie Torans Stärke).
Erscheinung: Toran ist groß, blond und kräftig, man sieht ihm die thorwalsche Herkunft trotz der anderen
Kleidung und Kultur deutlich an. Er hat schulterlanges blondes Haar, braune Augen und eine ziemlich helle
Haut, mit ein paar Sommersprossen. Mal abgesehen von der allgemeinen Statur, ist das auffälligste Merkmal
Torans ein auffälliges, dunkelrotes Feuermal im Gesicht. Toran gibt sich Mühe, immer glatt rasiert zu sein
und seine Nase ist leicht schief, als ob sie einmal gebrochen wurde.
Persönlichkeit: Toran wäre gerne ein ruhiger, zurückhaltender und stoischer Krieger, der nur von Ehre und
Rechtschaffenheit getrieben wird. Dies ist aber eher ein Ideal als die Wirklichkeit. Auch wenn es ihm eher
unangenehm ist, neigt Toran dazu, von Zeit zu Zeit ziemlich cholerisch zu werden. Und auch wenn er gerne
bescheiden und zurückhaltend tut, ist Toran ziemlich von sich überzeugt – sowohl als Krieger als auch von
der Praiosgegebene Weltordnung, die ihn als Adeligen (wenn auch nur so gerade eben) über die Gemeinen
und einfachen Bürger stellt.
Toran ist im allgemeinen eher etwas introvertiert und zurückhaltend – bis ihn irgendwas dazu bringt sich
fürchterlich aufzuregen.
Die Kombination aus relativ begrenzter Geschicklichkeit und der Fähigkeit, sich fürchterlich über kleine
Details aufzuregen, sorgt übrigens dafür, dass Toran ein miserabler Handwerker ist.
Toran ist kein sonderlich gläubiger Mensch und kann mit großer Frömmigkeit nicht so viel anfangen.
Natürlich betet er Rondra an (weil das von ihm erwartet wird), aber eigentlich ist das für ihn nicht sonderlich
wichtig oder trostspendend. Wenn es jemanden gibt, den Toran verehrt, dann ist das Raidri Conchobair.