Kunst, KA?
Kunst, KA?
(K)eine Ahnung
von Kunst?!
Schülern durch Kunstbetrachtung und eigene
Kunstproduktion Epochenwissen vermitteln
Klasse 5 – 7
7951 – Manfred Kiesel – (K)eine Ahnung von Kunst, Kl. 5–7 – Druckdaten – 28.10.2016 – Seite 1
Inhaltsverzeichnis
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Inhaltsverzeichnis
Einführung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
Klasse 5
Einführung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
1. Farbe und Malerei
1.1 Höhlenmalereien aus der Steinzeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
1.2 Experimentelle Malereien und Farbaufträge der Moderne (Pollock u.a.) . . . . . . . . . . . . . . . . 17
2. Zeichnen und Grafik
2.1 Von der Renaissance bis zur Moderne: von Einlinien- und Einminutenzeichnungen
zu Flächenfüllungen, Figuren- und Flächengestaltungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
2.2 Surrealismus: schwere Tiere auf ziemlich dünnen Beinen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
3. Bilden, Bauen und Formen
3.1 Zeitgenössische Plastik: „One Minute Sculptures“ nach Erwin Wurm . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
3.2 Antike Baukunst: der Poseidon Tempel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42
Klasse 6
Einführung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47
4. Farbe und Malerei
4.1 Tiere in der modernen Malerei: von Marcs Expressionismus bis zur Pop-Art . . . . . . . . . . . . 50
4.2 Darstellungen in der antiken Kunst: römisch-byzantinische Mosaiken . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
5. Zeichnen und Grafik
5.1 Kunst nach Kunst!? Tiere einmal mit besonderem Innenleben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65
5.2 Zufallstechniken der Moderne: Max Ernst „Der Ausbrecher“,
Erfindung der Frottagetechnik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70
5.3 Surrealismus: Paul Klee „Zwitschermaschine“ – Walzendruck und Monotypie . . . . . . . . . . . 75
6. Bilden, Bauen und Formen
6.1 Konzeptkunst: die Entdeckung von Fundstücken für die Kunst –
Objekte aus Materialkombinationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81
6.2 Zeitgenössische Kunst mit Hammer und Nägeln: Objekte von Günther Uecker . . . . . . . . . . 86
Klasse 7
Einführung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 91
7. Farbe und Malerei
7.1 Impressionismus: Claude Monet „Impression Sonnenaufgang“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 93
7.2 Expressionismus: Erich Heckel „Frühling in Flandern“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 98
7.3 Wege zur Abstraktion: Robert Delaunay „Hommage à Blériot“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 104
8. Zeichnen und Grafik
8.1 Pop-Art: Keith Haring und seine Menschendarstellungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 108
8.2 Op-Art: Irritationen des Auges – Bridget Riley „Fall“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 113
8.3 Fantastische Welten aus der Renaissance: Hieronymus Bosch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 119
9. Bilden, Bauen und Formen
9.1 Der Futurismus: Bewegung in Umberto Boccionis Objekt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 124
Quellennachweis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 129
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2. Zeichnen und Grafik Klasse 5
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Bildinfos
Paul Klee, Monolog des Kätzchens, 1938, Bleistift auf Papier mit Leimtupfen auf Karton,
29,9 x 20,9 cm
Das Kätzchen beziehungsweise die Katze ist von vorne, also in Frontalansicht gezeichnet. Das gilt
allerdings nur für den Kopf, der leicht nach vorne geneigt ist. Deckt man den Kopf ab, so ist der Körper
nicht mehr eindeutig als Katzenkörper zu identifizieren. Der Körperumriss erinnert auf der linken Seite
etwas an einen Engelflügel, auf der rechten Seite etwas an einen Vogelflügel.
Die beiden unteren Beine, vielleicht die Hinterbeine, erscheinen hier als Standbeine und sind nach
außen gewandt. Die Beine auf der linken und rechten Seite sind dem Körper zugewandt. Die kleinen
Beine mit angedeuteten Pfoten sind für den Körper sehr klein geraten.
Die Binnenfläche des Katzenkörpers ist sparsam mit eher dekorativen Linienelementen gefüllt, während
die Kopffläche mit wiedererkennbaren Augen, Ohren und Schnauze gezeichnet ist.
Der Begriff „Monolog“ im Bildtitel bedeutet Wort, Rede oder Selbstgespräch. Er steht im Gegensatz zum
„Dialog“, also dem Gespräch mit einem Partner. Ein Monolog kann auch eine Rede sein, die nicht an
einen Gesprächspartner, eventuell hier einen bestimmten Betrachter gerichtet ist.
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Klasse 5 2. Zeichnen und Grafik
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Künstlerinfos
Paul Klee lebte von 1879–1940 vorwiegend in der Schweiz und in Deutschland. Er liebte die Musik und
die Kunst. Seine Leidenschaft für die Musik beeinflusste seine Kunst. Er schuf zahlreiche Gemälde
und Zeichnungen. Bedingt durch seine Lehrtätigkeit am Bauhaus (bekannte Ausbildungseinrichtung
für Kunst und Design in Dessau) experimentierte er sehr viel mit den grafischen Ausdrucksmitteln, vor
allem der Linie.
Spielerisch aber auch gezielt experimentell entwickelte er seine Motive, wobei er keinen Wert auf eine
naturalistische, also genaue Darstellung nach einem Vorbild legte. Oft entwickelte er seine Motive spon-
tan aus Linien und Liniengefügen. In vielen Zeichnungen sind Verbindungen zur Notenschrift erkennbar.
Der Bildtitel „Monolog des Kätzchens“ weist auf die Vermutung hin, dass Paul Klee trotz aller Experi-
mente und Zeichenfindungen hier auch eine Geschichte erzählen will.
Andere sehr bekannte und besondere Zeichenkünstler im letzten Jahrhundert waren Pablo Picasso,
Saul Steinberg und Alexander Calder.
Einordnung
Die Künstlerinnen und Künstler in früheren Zeiten haben die Zeichnung dazu benutzt, Dinge und Si-
tuationen möglichst fotografisch genau darzustellen. Ein sehr bekannter Künstler ist Albrecht Dürer
aus Nürnberg, 1471–1528 (siehe Abbildung Rhinozeros S. 30). Künstler haben Zeichnungen auch als
Skizzen für große Gemälde oder als Studien für Sachverhalte und Vorgänge (siehe Leonardo da Vincis
Wasserbewegungsstudien usw.) hergestellt.
Künstlerinnen und Künstler nach 1900 suchten neue zeichnerische Wege, sich auszudrücken. Es gab
in diesen Bereichen einige künstlerische Erfindungen, so zum Beispiel die Frottage von Max Ernst,
Zeichnungen mit der Taschenlampe in den Nachthimmel und Einlinienzeichnungen von Pablo Picasso.
(1881–1973).
Die Zeichentechnik „Bleistift auf Papier“ ist den Schülern bekannt. Neben den genannten können noch
andere Bildgründe (Papiere, Pappen, Packpapiere, Deko- u. a. Papiere) und Zeichengeräte (Fineliner,
Filzstifte, Kugelschreiber, Füller, Feder usw.) gesammelt, beschrieben und gegebenenfalls erprobt wer-
den. Vor- und Nachteile der Material- bzw. Technikkombinationen können erprobt werden.
Bildzugänge:
•• Stilles Betrachten
•• Betrachten und Beschreiben der Zeichnung mit Spontanäußerungen
•• Welche Bildteile sind als Katzenkörper zu identifizieren? Abwechselndes Abdecken des Körper- und
Kopfteils (Hot Spots / Bildausschnitte)
•• Eventuell Vergleich mit einer „normalen“ abbildhaften, naturalistischen Tierzeichnung einer Katze
oder der Katze von Kasan (siehe Abbildung S. 30) und Feststellen wesentlicher Unterschiede
•• Betrachten bzw. Umfahren des Tierumrisses: Welches Tier könnte auch so ähnlich aussehen? Zum
Beispiel eine Eule, ein Elefant oder eine Maus? (Diese Frage könnte auch zu Beginn der Präsentation
stehen)
•• Welche Bedeutung hat der Umriss des Kätzchens? Welche Bedeutung haben die innenliegenden
Linien?
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2. Zeichnen und Grafik Klasse 5
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Schülerarbeiten
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Klasse 5 2. Zeichnen und Grafik
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Schülerarbeiten
Ausgefüllte Tierumrisse von Tieren, die eigentlich nicht zusammen passen (Größenverhältnisse,
Beziehung zwischen den Tieren)
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2. Zeichnen und Grafik Klasse 5
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Einminutenzeichnungen
Einige moderne Künstler haben Zeichnungen hergestellt, die nur in circa einer Minute entstanden sind.
Sie haben dabei versucht, das Wesentliche zu erfassen.
Welche Tiere, Gegenstände oder Situationen kannst du in nur einer Minute zeichnen, sodass man das
von dir Gemeinte gut erkennen kann?
Schreibe verdeckt stichwortartig auf, was du gerne zeichnen möchtest, zum Beispiel: Gewitterwolke mit
Blitzen, Tänzerin, Ritter, Hund mit Herrchen, Vogelkäfig mit Vogel, Fisch im Aquarium)
Deine Mitschüler sollten dann möglichst erkennen, was du gemeint hast.
Schülerarbeiten
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Klasse 5 2. Zeichnen und Grafik
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Der Zeichner hat versucht den Laubbaum mit Blättern und Geäst auszugestalten. Leider ist er nicht
fertig geworden.
•• Versuche zuerst, die Linien mit einem Finger nachzufahren. Beschreibe und zeige, wie der Zeichner
vorgegangen ist.
•• Ergänze dann den Laubbaum mit deinen eigenen runden Linien und Liniengefügen. Vielleicht gelingt
es dir sogar, einen Vogel oder ein anderes Tier im Baum zu verstecken.
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2. Zeichnen und Grafik Klasse 5
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Aufgaben zu Flächenfüllungen
Künstler haben sich früher sehr angestrengt, die Oberflächen von Tieren und Gegenständen mit Stiften
möglichst genau darzustellen.
•• Recherchiere im Internet über Bildbeispiele, die besondere Flächenfüllungen aufweisen. Das können
eher naturähnliche Zeichen (z. B. Rhinozeros von Albrecht Dürer siehe unten), aber auch Fantasie-
formen und Fantasiemuster (z. B. Steinberg, Picasso usw.) sein.
•• Drucke ein kleines Bild aus, das dir besonders gut gefällt.
•• Sammle viele unterschiedliche Möglichkeiten, eine Fläche zu füllen. Skizziere mindestens
sechs Möglichkeiten in die freien Felder.
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Klasse 5 2. Zeichnen und Grafik
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2. Zeichnen und Grafik Klasse 5
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Schülerarbeiten
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Klasse 5 2. Zeichnen und Grafik
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Neben einem besonderen Innenleben / Innenansichten von Tieren und Objekten können auch beson-
dere äußere Merkmale von Tieren zum Gegenstand der Betrachtung und der praktischen Umsetzung
gemacht werden.
Aus dem Kunstbereich bieten sich hier besonders die Elefanten von Dalí an. Die massigen Tiere werden
auf lange, dünne und sehr zerbrechlich wirkende giraffen- ja fast spinnenartige Beine gestellt.
Bildinfos
Salvador Dalí, L’Éléfant Giraffe, 1948, 58 x 70 cm © Salvador Dalí, Fundació Gala-Salvador
Dalí/VG Bild-Kunst, Bonn 2016
Das Gemälde entstand 1948. Es zeigt einen Elefanten im Profil mit superlangen Giraffenbeinen, die auf
den ersten Blick auch als Spinnenbeine identifiziert werden könnten. Mehr als die Hälfte der Bildfläche
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2. Zeichnen und Grafik Klasse 5
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wird von den gespreizten staksigen Beinen eingenommen. Die Füße, also das Ende der Giraffenbeine
werden vom unteren Bildrand abgeschnitten.
Im oberen Bereich gehen die dünnen Beine in fast normale Elefantenbeine über. Der Elefant selbst wirkt
durch den Kopf mit zwei Riesenohren, den beiden kurzen, kleinen, fast gerade nach vorne gestreckten
Stoßzähnen und dem überdimensional langen gebogenen Rüssel eher niedlich als imposant. Auch der
Schwanz mit einem buschigen Ende ist sehr lang geraten.
Auf dem Rücken des Elefanten liegt eine große Decke, auf der ein architektonisches Gebilde in die
Höhe ragt. Es ist ein Obelisk, der bis an den oberen Bildrand hinaufragt. Durch die Darstellung in der
Froschperspektive erscheint die Gesamthöhe der Situation sehr imposant.
Am linken unteren Rand befindet sich deutlich sichtbar ein kantiges geometrisches Gebilde, eventuell
ein behauener Stein. Dahinter sind schemenhaft, mit dezenten Konturen und deshalb kaum sichtbar
Menschen abgebildet.
Diagonal entgegengesetzt am oberen rechten Rand befindet sich ein farblich hervorgehobener blauer
Wolkenausschnitt, aus dem Strahlen hervortreten, die auf den Kopf des Elefanten gerichtet sind.
Das Bild ist vorwiegend in hellen, gedämpften Farben gehalten. Die Farbgebung sollte nur am Rande
analysiert beziehungsweise thematisiert werden, da die grafische Umsetzung im Vordergrund steht.
Ein Obelisk gilt als Symbol absoluter Macht. Hier ist er durch die überlangen Beine des Elefanten weit
vom Boden entfernt und strebt weit nach oben in den Himmel. Dort scheint er der himmlischen Macht,
dargestellt durch die zahlreichen Strahlen, zu begegnen.
Künstlerinfos
Salvador Dalí war ein berühmter spanischer Künstler. Er lebte von 1904–1989 vorwiegend in seinem
Heimatland Spanien, aber zeitweise auch in anderen Ländern. Er fiel durch seine Kunst und sein Er-
scheinungsbild auf, so zum Beispiel durch seinen langen nach oben gezwirbelten Schnurrbart und seine
Extravaganz. Er war kein zurückgezogener Künstler, er liebte das Aufsehen und provozierte auch gerne
die Gesellschaft.
Es gibt einige Bilder von ihm, deren Motive weltbekannt sind. So zum Beispiel zerfließende weiche
Uhren, eine brennende Giraffe, die Venusfigur (eine Göttin) mit Schubladen oder die langbeinigen Ele-
fanten.
Dalí hat wie manch anderer Künstler verschiedene Perioden durchlaufen. Dieses Motiv stammt aus der
surrealistischen Periode (ab 1929). Es gibt hier verschiedene Richtungen. Dalí gehört der sogenannten
„veristischen“ oder „paranoisch-kritischen“ Richtung an. Bei dieser Richtung wurden nicht zusammen-
gehörige Dinge vereinigt, Dinge verdreht oder aus verdrehten Perspektiven dargestellt.
Einordnung
Surrealismus bezeichnet eine geistige Bewegung, die sich seit den 1920er Jahren als Lebenshaltung
und Lebenskunst gegen traditionelle Normen äußert. Sie findet bis in die Gegenwart sowohl philoso-
phisch als auch in Literatur, Kunst und Film ihren Ausdruck. Es werden vor allem psychoanalytisch be-
gründete Theorien verarbeitet. Traumhaftes, Unbewusstes, Absurdes und Phantastisches sind typische
Merkmale dieser Bewegung. Die Schüler erfahren, dass es Künstler, aber auch Dichter und Erfinder
gibt, die vom Normalen oder Realistischen abweichen. Was kann bei Tieren normal sein und was nicht?
Tierkombinationen gibt es schon in Sagen der griechischen Antike (z. B. Minotaurussage), in Sagen,
Märchen und sonstigen Fantasiegeschichten.
Für die praktische Arbeit können Kopiervorlagen die Arbeit der Schüler erleichtern. Sie können sich so
auf die Ausgestaltung und die Positionen der Beine sowie den Bildgrund konzentrieren.
Falls möglich sollen einige eher „schwere“ Tierfiguren mit abgeschnittenen Beinen zur Verfügung ge-
stellt werden.
Gezeichnet wird mit schwarzem Fineliner und anderen schwarzen Stiften.
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Klasse 5 2. Zeichnen und Grafik
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Bildzugänge:
•• Ungewöhnliche Bildergänzungen verbal und / oder skizzenhaft an der Tafel oder am Tageslichtpro-
jektor, z. B. Maus mit Flossen, Fisch mit kurzen Beinen, Schnecke mit langen Beinen, Giraffe mit
Stummelbeinen, ein Spinnenkörper mit Elefantenbeinen, ein Elefantenkörper mit Giraffenbeinen
•• Bild-Steckbrief: Das gesuchte Tier hat den Körper eines Elefanten …
•• Adjektivliste erstellen, Gegensatzpaare finden, z. B. lang – kurz, massig – langgestreckt, …
•• Betrachten und Beschreiben des Bildes mit Spontanäußerungen
•• Welche Bildteile sind erkennbar? Welche sind mehr oder weniger gut beziehungsweise deutlich zu
erkennen? Welche sind nur angedeutet?
•• Beschreiben der Besonderheiten des Elefanten, eventuell im Vergleich mit einer normalen Elefan-
tenabbildung im Profil, besonders im Hinblick auf Beine, Kopf, Ohren, Rüssel, Stoßzähne, Schwanz
•• Betrachten und Beschreiben der gesamten Bildsituation
•• Vermutungen zur Bewegung und Haltung des Elefanten
•• Vermutungen zur Last des Elefanten, Elefanten als Lastenträger, Möglichkeiten und Grenzen der
Belastung
•• Vermutungen zu den angedeuteten Menschen und zum geometrischen Gebilde
•• Sammlung weiterer besonderer Tierkombinationen aus dem Erfahrungsbereich (Bücher, Comics,
Filme usw., zum Beispiel Drachen, Einhörner, Raketenwürmer)
•• Sinn und Wirkung solcher Kombinationen
Schülerarbeiten
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2. Zeichnen und Grafik Klasse 5
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•• Ist das ein normaler Elefant? Vergleiche Dalís Elefant mit einem normalen Elefanten und stelle
wesentliche Unterschiede fest. Was ist gerade noch normal? Was ist etwas anders? Was ist total
übertrieben / unnormal?
•• Wie bewegt sich normalerweise der Elefant? Wie bewegen sich Tiere mit sehr langen Beinen, zum
Beispiel Giraffen oder Spinnen? Wie bewegt sich Dalís Elefant?
•• Was trägt der Elefant auf seinem Rücken? Was weißt du von Elefanten als Lastenträger oder als
Kampftiere? Wie würdest du die gesamte Bildsituation beschreiben? Was ist für dich zu verstehen,
was gibt dir Rätsel auf?
•• Welche Bildteile sind deutlich erkennbar? Welche sind nur angedeutet? Wo ist was im Bild? Beschrei-
be die Bildeinteilung / den Bildaufbau. Kannst du einen dreieckigen Bildaufbau erkennen?
•• Sammle weitere besondere ungewöhnliche Tierkombinationen aus deinem Umfeld. Denke an Ge-
schichten, Bücher, Comics und Filme. Aus welchen Teilen wurden sie zusammengesetzt? Können
sie etwas Besonderes?
•• Sieh im Internet nach, ob Dalí noch andere besondere Elefantenbilder hergestellt hat. Schaue auch
nach anderen Fantasiewesen und drucke ein Wesen aus, das dir besonders gut gefällt.
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Klasse 5 2. Zeichnen und Grafik
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Kopiervorlage
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(K)eine Ahnung
von Kunst?!
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