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Fabeln

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Лессинг – выдающийся немецкий баснописец

DIE FABELN
Die Fabel ist eine der ältesten literarischen Gattungen in der Literatur. Sie stutzt sich auf
volkstümliche Traditionen wie auch die Tiermarchen. Die Anfänge der fabel liegen
wahrscheinlich im alten Indien. Eine besondere Pflege bekamen sie im antiken Griechenland bei
Aesop.
Durch Generationen gingen seine Fabeln von Mund zu Mund. In griechischen und
lateinischen Nachahmungen kamen sie dann nach Deutschland.
Die Fabeln sind eine interessante Art der Volksdichtung. Unter einer Fabel versteht man ein
Gedicht oder eine kurze Geschichte, in denen von Tieren und Gegenstanden erzählt wird. Die
Fabeln sind auf das menschliche Leben bezogen: die Tiere und Dinge handeln und reden wie
Menschen. Sie sollen auch Menschen darstellen, also die Fabeln haben eine übertragene
Bedeutung.
In den Fabeln verurteilen die Autoren negative menschliche Eigenschaften: Geizigkeit,
Eitelkeit, Schmeichelei, Faulheit usw.
Um den Sinn oder die Idee der Fabel deutlich zu machen, lassen die Dichter ihren Fabeln
gewöhnlich oft die Moral der Geschichte folgen.
Die Sprache der Fabel ist einfach und knapp: kein Wort zu viel, kein Wort zu wenig. Die
Handlung ist gedrängt. Es gibt keine ausführlichen Beschreibungen.
Viele schone Fabeln wurden von Christian Fürchtegott Gellert, Gotthold Ephraim Lessing,
Wilhelm Busch u.a. gedichtet.
Lessing hielt sich an die aesopische Fabel. Seine Fabel ist „eine einfache Handlung in
kürzesten Form mit einer bestimmten belehrenden Absicht“, die der Erziehung der Menschen
dienen musste. Seine Fabeln sind einfach, kurz und deutlich geschrieben. Die meisten sind in
Prosa gefasst. Jede enthält einen moralischen Lehrsatz. Zusammenfassend deutet er auf die Idee
hin.
Lessing schrieb viele Fabeln. Er gebrauchte die Tierwelt, um das Besondere der einzelnen
Personen besser charakterisieren zu können. Oft machte er seine Fabeln zum Mittel der sozialen
Satire(z.B.“Hinz und Kunz“).
Lessing hat viele Fabeln gedichtet. Die ersten schrieb er als Teologiestudent in Leipzig im
Jahre 1747. 1759 erschienen schon drei Bucher mit 30 Fabeln in jedem.
Fragen zum Thema:
1. Was versteht man unter einer Fabel?
2. Wo liegen Anfange der Fabel?
3. Warum haben die Fabeln eine übertragene Bedeutung?
4. Wie heißen die bekanntesten deutschen Fabeldichter?
5. Wer war Lessing?
6. Was ist für seine Fabeln charakteristisch?
7. Hat er viele Fabeln gedichtet?
GOTTHOLD EPHRAIM LESSING
22.01.1729 wurde Lessing in der Familie eines Pastors in der kleinen
ostdeutschen Städtchen Kamenz geboren, besuchte Lateinschule in Kamenz.
1741 die Schule in Meißen.
1746 bezog die Universität in Leipzig.
1747 die ersten Fabeln.
1748 schrieb sein erstes Theaterstück „Der junge Gelehrte“.
1748 begab sich nach Berlin, verbrachte dort 9 Jahre.
1752 schloss er sein Unistudium ab.
1760 ging nach Breslau, wo er ein Sekretar bei einem General wurde.
1765 kehrte nach Berlin zurück, wollte die Stelle des Direktors der
Königlichen Bibliothek bekommen, aber Friedrich der II. vergab sie an den
anderen.
1767 ging nach Hamburg und wurde Dramaturg.
1770 wurde Bibliothekar in Wolfenbüttel, beim Herzog von Braunschweig.
15.02.1781 starb im Alter von 52 Jahren (arm, auf Staatskosten beerdigt).

DER RABE UND DER FUCHS


Ein Rabe trug ein Stück vergiftetes Fleisch, das der erzürnte Gärtner für die Katzen seines
Nachbars hingeworfen hatte, in seinen Klauen fort. Und eben wollte, er es auf einer alten Eiche
verzehren, als sich ein Fuchs herbeischlich und ihm zurief: »Sei mir gesegnet, Vogel des
Jupiters!«

»Für wen siehst du mich an?« fragte der Rabe. »Für wen ich dich ansehe?« erwiderte der Fuchs.
»Bist du nicht der rüstige Adler, der täglich von der Rechten des Zeus auf diese Eiche
herabkommt, mich Armen zu speisen? Warum verstellst du dich? Sehe ich denn nicht in der
siegreichen Klaue die erflehte Gabe, die mir dein Gott durch dich zu schicken noch fortfährt?«

Der Rabe erstaunte und freute sich innig, für einen Adler gehalten zu werden. Ich muss, dachte
er, den Fuchs aus diesem Irrtum nicht bringen. - Großmütig dumm ließ er ihm also seinen Raub
herabfallen und flog stolz davon.

Der Fuchs fing das Fleisch lachend auf und fraß es mit boshafter Freude. Doch bald verkehrte
sich die Freude in ein schmerzhaftes Gefühl; das Gift fing an zu wirken, und er verreckte.

Möchtet ihr euch nie etwas anders als Gift erlauben, verdammte Schmeichler!
Достался Ворону кусок отравленного мяса:
Садовник разбросал его в саду
Назло соседу, мерзким кошкам на беду,
Что в том саду ужасно расплодились.

Облюбовавши за оградой старый дуб


Едва собрался Ворон подкрепиться -
Уж тут как тут хитрющая Лисица:
Будь славна птица, та, что выбрал Зевс!

- Прости, но за кого меня ты принимаешь?-


Ей Ворон говорит.
- Ах, неужель торжественный твой вид
С другою птицей спутать я могла?
Такие когти — только у Орла,
Который дуб охотно покидает,
Чтоб с бедняками трапезу делить.
Зевс обещал меня обедом одарить
И в том тебя посредником назначил!

Воронья гордость польщена была:


Ещё бы, он был принят за Орла
И, чтоб Лисицу поддержать великодушно,
Он сделал вид, что к мясу равнодушен
И сбросил ей подарок со ствола.

Лисица мясо быстро подобрала


И с жадностью немыслимой сожрала.
Немедля яд подействовал и вот
Она издохла.
В чём мораль?
- Льстецов расплата ждёт!
Fragen:
1. Gegen wen ist die Fabel eigentlich gedichtet?
2. Woraus ersehen wir, dass der Fuchs ein Schmeichler ist?
3. Was haltet ihr von den Raben? Wie ist die Moral der Fabel?
HAMSTER UND AMEISE
„Ihr armselige Ameisen“, sagte ein Hamster, „verlohnt es sich denn, dass ihr den ganzen
Sommer arbeitet, um so wenig einsammeln? Ihr solltet einmal meinen Vorrat sehen!“ – „Höre“,
antwortete eine Ameise, „wenn er größer ist, als du ihn brauchst, so ist es schon recht, dass die
Menschen dir nachgraben, deine Scheuern leeren und dich für deinen räuberischen Geiz mit dem
Tode bestrafen!“ (Gotthold Ephraim Lessing)
FINK UND FROSCH
Im Apfelbaume pfeift der Fink sein “Pinkepink!”
Ein Laubfrosch klettert mühsam nach
bis auf des Baumes Blätterdach
und bläht sich auf und quakt:“Ja, ja,
Herr Nachbar, ick bin och noch
da!“ Und wie der
Vogel frisch und süß
sein Frühlingslied erklingen ließ,
gleich muss der Frosch in rauhen Tonen
mit seinem Bass dazwischen dröhnen.
„Juchheija, heija“, spricht der Fink,
„fort flieg‘ ich flink!“
und schwingt sich in die Lüfte hoch.
„Wat?“ ruft der Frosch, „Dat kann ick och!“
macht einen ungeschickten Satz,
fallt auf den harten Gartenplatz,
ist platt, wie man die Kuchen backt,
und hat für ewig ausgequakt.
Wenn einer der mit Muhe kaum
geklettert ist auf einen Baum,
schon meint, dass er ein Vogel war“,
so irrt sich der.
Wilhelm Busch
Fragen:
1. Warum will der Frosch es dem Fink nachmachen?
2. Mit welchen Worten werden der Gesang des Vogels und das Quaken des Frosches
geschildert?
3. Wen meint der Dichter mit dem Fink und dem Frosch?
DER TANZBÄR
Ein Tanzbär war der Kett‘ entrissen,
kam wieder in den Wald zurück
und tanzte seiner Schar ein Meisterstück
auf den gewohnten Hinterfüßen.
„Seht“, schrie er, „das ist die Kunst; das lernt man in der Welt.
Tut mir es nach, wenn‘s euch gefällt
Und wenn ihr könnt!“ – „Geh“, brummt ein alter Bär,
„dergleichen Kunst, sie sei so schwer
Sie sei, so rar sie sei,
zeigt deinen nidern Geist und deine Sklaverei“.
Fragen:
1. Wen meint Lessing mit dem Tanzbären und dem alten Bären?
2. Wie muss man die Worte des Tanzbären lesen?
DER AFFE UND DER FUCHS
Nenne mir ein so geschicktes Tier, den ich nicht nachahmen konnte! So prallte der Affe gegen
den Fuchs. Der Fuchs aber erwiderte: Und du, nenne mir ein so geringschätziges Tier, dem es
einfallen konnte, dir nachzuahmen.
Schriftsteller meiner Nation, soll ich noch deutlicher erklären?

ABSCHIED AN DEN LESER


Wenn du von allem dem, was diese Blatter füllt,
mein Leser, nichts des Dankes wert gefunden,
so sei mir wenigsten für das verbunden,
was ich zurückbehielt.

DIE NACHTIGALL UND DIE LERCHE


Was soll man zu den Dichtern sagen, die so gerne ihren Flug weit über alle Fassung des großen
Teiles ihrer Leser nehmen? Was sonst, als was die Nachtigall einst zu der Lerche sagte:
Schwingst du dich, Freundin, nur darum hoch, um nicht gehört zu werden?
Sinngedichte=Epigramme(das):
DAS SCHLIMMSTE TIER
Wie heißt das schlimmste Tier mit Namen?
So fragt ein König einen weisen Mann.
Der Weise sprach: Von wilden heißt‘s Tyrann,
und Schmeichler von den Zahmen.

Hinz(Heinrich) und Kunz(Konrad)= einfache Leute


Hinz: Was doch die Großen alles essen!
Gar Vogelnester; eins 10 Taler wert.
Kunz: Was? Nester? Hab‘ ich doch gehört,
das manche Land und Leute fressen.
Hinz: Kann sein! Kann sein, Gevattersmann!
Bei Nestern fingen sie denn an.

Über die Fabel


Wir haben schon mehrere Fabeln gelesen. In der Fabel „Hamster und Ameise“ verurteilt Lessing
jene Menschen, die große Reichtümer zusammenscharren, die sie im Leben nicht brauchen.
In der Fabel von W. Busch “Fink und Frosch“ erzählt der Autor eine belehrende Geschichte.
Der Fink ist bekanntlich ein schöner Singvogel. Der Laubfrosch kann zwar hupfen und
schwimmen, aber weder singen noch fliegen. Aber er versucht den Gesang nachahmen, was
ihm aber schlecht gelingt, weil er schlechte Stimme hat. Noch schlimmer geht es mit Fliegen, er
fällt sich zu Tode. Der Dichter verurteilt die Menschen, die ihre Kräfte überschätzen.
Um die Idee oder den Sinn der Fabel deutlicher zu machen, lassen die Dichter der Fabel eine
Moral folgen. Wie deutlich spricht Lessing in seiner Fabel „Der Rabe und der Fuchs“ aus. Unter
dem Raben ist ein Mensch zu verstehen, dem es gefällt unverdient gelobt zu sein. Der Fuchs
verkörpert einen Menschen, der sich die Eitelkeit der anderen ausnutzt und Gewinn daraus
schlägt. Der Dichter ruft unsere Verachtung hervor.
Die Sprache der Fabel ist einfach und knapp, es gibt keine ausführlichen Beschreibungen.
Manche handelnde Personen reden in der Mundart, was komisch wirken muss.

DER LÖWE MIT DEM ESEL


Als der Löwe mit dem Esel nach dem Wald ging, rief ihm t naseweise Krähe von dem Baum
zu: „Ein schöner Gesellschafter1 Schämst du dich nicht, mit einem Esel zu gehen?“—
„Wen ich brauche“, versetzte der Löwe, „dem kann ich ja wohl meine Seite gönnen2.“
So denken die Großen alle, wenn sie einen Niedrigen Gemeinschaft
würdigen3 (G. E. Lessing)
Aufgaben
1. Lest die Fabel aufmerksam und erzählt sie nach!
2. Denkt darüber nach, wen der Löwe und der Esel darstellen!

Erläuterung zur Fabel. Erinnern wir uns: die Fabel ist eine belehrende Dichtung. Sie will den Leser von
einer Wahrheit überzeugen. Um diese anschaulicher zu machen, oft aber auch, um sich vor
unangenehmen Folgen seiner Kritik zu schützen, lässt der Dichter als handelnde Personen Tiere, Pflanzen
und leblose Dinge auftreten, mit denen Menschen gemeint sind
Die Fabel „Der Löwe mit dem Esel“ ist sehr kurz und knapp. Wir werden ohne weiteres in die Handlung
eingeführt. Mit der Antwort des Löwen ist die Fabel eigentlich zu Ende. (Beachtet, wie herablassend, wie
geringschätzig diese Antwort klingt!) Doch der Aufklärer Lessing will den politischen Sinn der
Fabel möglichst deutlich machen. Deshalb fügt er hinzu: „So denken die Großen alle, wenn sie einen
Niedrigen ihrer Gemeinschaft würdigen“.

Die Fabeln von Gotthold Ephraim


Lessing
Девять басен Готхольда Эфраима Лессинга на немецком языке и в переводах В. Жуковского на
русский язык.

Der Affe und der Fuchs


„Nenne mir ein so geschicktes Tier, dem ich nicht nachahmen könnte!“ so prahlte der Affe gegen den
Fuchs. Der Fuchs aber erwiderte: „Un du, nenne mir ein so geringschätziges Tier, dem es einfallen könnte,
dir nachzuahmen.“

Schriftsteller meiner Nation! — Muß ich mich noch deutlicher erklären?

Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781)

Лисица и обезьяна
«Можешь ли мне ты назвать столь искусного зверя, Лисица,
Коему б я подражать не умела?» — Так говорила
Умной Лисице хвастунья Мартышка. «Нет ты назови мне,-
Ей отвечала Лисица, — столь глупого зверя, который
Вздумал бы в чем тебе подражать!..» Стихотворцы, поймите!

Готхольд Эфраим Лессинг


Перевод В.А. Жуковского

Das Roß und der Stier


Auf einem feurigen Rosse flog stolz ein dreister Knabe daher. Da rief ein wilder Stier dem Rosse zu:
„Schande! Von einem Knaben ließ ich mich nicht regieren!“
„Aber ich“, versetzte das Roß. „Denn was für Ehre könnte es mir bringen, einen Knaben abzuwerfen?“

Gotthold Ephraim Lessing

Конь и Бык
Быстро на жарком Коне летел Малютка отважный.
То увидя, с досадой Бык Коню закричал: «Как не стыдно!
Я б не позволил Мальчишке собой управлять», —
«Я напротив! — Конь отвечал на лету, — Что за слава сбросить Мальчишку!»

Готхольд Эфраим Лессинг


Перевод В.А. Жуковского

Der Fuchs und der Storch


„Erzähle mir doch etwas von den fremden Ländern, die du alle gesehen hast,“ sagte der Fuchs zu dem
weit gereisten Storche.
Hierauf fing der Storch an, ihm jede Lache und jede feuchte Wiese zu nennen, wo er die schmackhaftesten
Würmer und die fettesten Frösche geschmaust.

Sie sind lange in Paris gewesen, mein Herr. Wo speiset man da am besten? Was für Weine haben Sie da
am meisten nach Ihrem Geschmacke gefunden?

Gotthold Ephraim Lessing

Журавль и Лисица
«Ты, Журавль, путешествовал много! Скажи мне, что видел?» —
Так говорила Журке Лисица. И начал ей Журка
Все те лужи, все те луга описывать, где
Лучших нашел червяков и таскал вкуснейших лягушек.
Ты в Париже бывал! Скажи ж, у кого там находят
Лучший обед и какие там пил ты лучшие вина.

Готхольд Эфраим Лессинг


Перевод В.А. Жуковского

Herkules
Als Herkules in den Himmel aufgenommen ward, machte er seinen Gruß unter allen Göttern der Juno
zuerst. Der ganze Himmel und Juno erstaunte darüber. „Deiner Feindin,“ rief man ihm zu, „begegnest du so
vorzüglich?“ „Ja, ihr selbst,“ erwiderte Herkules. „Nur ihre Verfolgungen sind es, die mir zu den Taten
Gelegenheit gegeben, womit ich den Himmel verdienet habe.“

Der Olymp billigte die Antwort des neuen Gottes, und Juno ward versöhnt.

Gotthold Ephraim Lessing

Алкид*
В небо вступивши, Алкид поклонился гордой Юноне
Прежде, чем прочим богам. Изумились Олимп и Юнона.
«Можно ль? — к нему возопили, — врагу от тебя предпочтенье?»
«Так! Врагу! — отвечал Геркулес. — Не ее ли гоненьям
Был я обязан делами, мне отворившими небо?»
Весь Олимп одобрил ответ, и Юнона смирилась.
Готхольд Эфраим Лессинг
Перевод В.А. Жуковского
* — Алкид — одно из прозвищ Геркулеса.

Die Eiche
Der rasende Nordwind hatte seine Stärke in einer stürmischen Nacht an einer erhabenen Eiche bewiesen.
Nun lag sie gestreckt, und eine Menge niedriger Sträucher lagen unter ihr zerschmettert. Ein Fuchs, der
seine Grube nicht weit davon hatte, sah sie des Morgens darauf. „Was für ein Baum!“ rief er. „Hätte ich
doch nimmermehr gedacht, daß er so groß gewesen wäre!“

Gotthold Ephraim Lessing

Дуб
В бурную ночь разъяренный Северный ветер обрушил
Всю свою силу на дуб величавый. И дуб повалился.
Он лежал на земле, задавивши страшным паденьем
Множество мелких кустов. Лисица в соседнем овраге
Нору имевшая, то узрев поутру, удивилась.
«Что за дерево! — так рассуждала Лисица. — До сих пор
Мне и в мысль не входило, чтоб он такой был великий».

Готхольд Эфраим Лессинг


Перевод В.А. Жуковского

Die Nachtigall und der Pfau


Eine gesellige Nachtigall fand, unter den Sängern des Waldes, Neider die Menge, aber keinen Freund.
„Vielleicht finde ich ihn unter einer andern Gattung,“ dachte sie und floh vertraulich zu dem Pfaue herab.

„Schöner Pfau! ich bewundere dich.“ „Ich dich auch, liebliche Nachtigall!“ „So lass uns Freunde sein,“
sprach die Nachtigall weiter; „wir werden uns nicht beneiden dürfen; du bist dem Auge so angenehm als
ich dem Ohre.“

Die Nachtigall und der Pfau wurden Freunde.

Kneller und Pope waren bessere Freunde als Pope und Addison.

Gotthold Ephraim Lessing

Соловей и Павлин
Жил в лесу Соловей: он был обходителен, ласков;
Но напрасно он к певчим птицам ласкался — меж ними
Друга себе не нашел, зато ненавистников — куча!
«Лучше у птиц другой породы попробовать счастья!» —
Так он сказал и спорхнул доверчиво с ветки к Павлину.
«Как ты прекрасен, Павлин! Я тебе удивляюсь!» — «Я также,
Милый певец, удивляюсь тебе!» — «Так будем друзьями!
Нам друг другу завидовать не в чем: ты восхищаешь
Взоры; я — слух!» — Соловей и Павлин с тех пор подружились.
Кнеллер с Попом были дружнее, чем Поп с Аддисоном.

Готхольд Эфраим Лессинг


Перевод В.А. Жуковского
Der Schäfer und die Nachtigall
Du zürnest, Liebling der Musen, über die laute Menge des parnassischen Geschmeißes? — O höre von
mir, was einst die Nachtigall hören musste.

„Singe doch, liebe Nachtigall!“ rief ein Schäfer der schweigenden Sängerin, an einem lieblichen
Frühlingsabende zu.

„Ach,“ sagte die Nachtigall, „die Frösche machen sich so laut, dass ich alle Lust zum Singen verliere. Hörst
du sie nicht?“

„Ich höre sie freilich,“ versetzte der Schäfer. „Aber nur dein Schweigen ist schuld, dass ich sie höre.“

Gotthold Ephraim Lessing

Пастух и Соловей
Ты негодуешь, Поэт, на Парнасскую шумную сволочь?
Слушай же: вот, что однажды певцу Соловью говорили.
«Что ты так смолкнул?» — спросил в один приятный, весенний
Вечер Пастух Соловья. Соловей отвечал: «Как возможно
Петь мне? Лягушки так раскричались, что мне не до песней!
Разве не слышишь?» — «Конечно! — Пастух отвечал ему. — Слышу
Но какая причина тому? — Не твое ли молчанье?»

Готхольд Эфраим Лессинг


Перевод В.А. Жуковского

Merops
„Ich muß dich doch etwas fragen“, sprach ein junger Adler zu einem tiefsinnigen grundgelehrten Uhu. „Man
sagt, es gäbe einen Vogel mit Namen Merops, der, wenn er in die Luft steige, mit dem Schwanze voraus,
den Kopf gegen die Erde gekehrt, fliege. Ist das wahr?“

„Ei nicht doch!“ antwortete der Uhu; „das ist eine alberne Erdichtung des Menschen. Er mag selbst ein
solcher Merops sein, weil er nur gar zu gern gen Himrnel erfliegen möchte, ohne die Erde auch nur einen
Augenblick aus dem Gesichte zu verlieren.“

Gotthold Ephraim Lessing

Меропс
«Хочется мне узнать, — спросил Орел любопытный
Раз у премудрой соседки Совы, — говорят, что на свете
Есть какая-то птица Меропс, что она все летает
Вверх хвостом, а вниз головою. Правда ли это?» —
«Эх! неправда! — Сова отвечала. — Вымысел глупый
Глупых людей! Меропс — человек! Он хотел бы подняться
К небу, но с тем, чтоб земля ни на миг не пропала из виду».

Готхольд Эфраим Лессинг


Перевод В.А. Жуковского

Das Geschenk der Feien


Zu der Wiege eines jungen Prinzen, der in der Folge einer der größten Regenten seines Landes ward,
traten zwei wohltätige Feien.
„Ich schenke diesem meinem Lieblinge“, sagte die eine, „den scharfsichtigen Blick des Adlers, dem in
seinem weiten Reiche auch die kleinste Mücke nicht entgeht.“

„Das Geschenk ist schön“, unterbrach sie die zweite Feie. „Der Prinz wird ein einsichtsvoller Monarch
werden. Aber der Adler besitzt nicht allein Scharfsichtigkeit, die kleinsten Mücken zu bemerken, er besitzt
auch eine edle Verachtung, ihnen nicht nachzujagen. Und diese nehme der Prinz von mir zum Geschenk!“

„Ich danke dir, Schwester, für diese weise Einschränkung“, versetzte die erste Feie. „Es ist wahr; viele
würden weit größere Könige gewesen sein, wenn sie sich weniger mit ihrem durchdringenden Verstande
bis zu den kleinsten Angelegenheiten hätten erniedrigen wollen.“

Gotthold Ephraim Lessing

Дар волшебниц
Две благородные феи однажды пришли к колыбели
Принца, который впоследствии стал великим Монархом.
«Дар мой младенцу, — сказала одна, — будь орлиный всезрящий
Взор: перед ним ни одна в его обширных владеньях
Мошка не скроется». — «Дар твой прекрасен, — сказала другая
Фея, — и милый питомец наш будет Монарх дальновидный;
Но орел не одни лишь зоркие очи для мелких
Мошек имеет; он одарен и способностью Царской
Их примечать, не преследуя. Сим дарованьем высоким
Я наделяю младенца!» — «Хвалю твою осторожность, —
Та отвечала. — Ты права! Много великих Монархов
Были бы выше, когда бы свой проницательный разум
Меньше вниманьем к ничтожным пустым мелочам унижали».

Готхольд Эфраим Лессинг


Перевод В.А. Жуковского

Das Geschenk der Feien


Zu der Wiege eines jungen Prinzen, der in der Folge einer der größten Regenten
seines Landes ward, traten zwei wohltätige Feien.

"Ich schenke diesem meinem Lieblinge", sagte die eine, "den scharfsichtigen Blick
des Adlers, dem in seinem weiten Reiche auch die kleinste Mücke nicht entgeht."

"Das Geschenk ist schön", unterbrach sie die zweite Feie. "Der Prinz wird ein
einsichtsvoller Monarch werden. Aber der Adler besitzt nicht allein Scharfsichtigkeit,
die kleinsten Mücken zu bemerken, er besitzt auch eine edle Verachtung, ihnen nicht
nachzujagen. Und diese nehme der Prinz von mir zum Geschenk!"

"Ich danke dir, Schwester, für diese weise Einschränkung", versetzte die erste Feie.
"Es ist wahr; viele würden weit größere Könige gewesen sein, wenn sie sich weniger
mit ihrem durchdringenden Verstande bis zu den kleinsten Angelegenheiten hätten
erniedrigen wollen."

Дар торжеств
У колыбели юного принца, ставшего впоследствии одним из величайших
регентов своей страны, прошли два благотворительных праздника.

"Я дарю этому моему любимцу, - сказала одна, - проницательный взгляд орла,
от которого в его обширном царстве не ускользнет даже самый маленький
комар".

"Подарок прекрасен", - прервала ее вторая Фейе. "Принц станет


проницательным монархом. Но орел не только обладает проницательностью,
чтобы замечать мельчайших мошек, но и обладает благородным презрением к
тому, что не гонится за ними. И это то, что принц принимает от меня в
подарок!"

"Я благодарю тебя, сестра, за это мудрое предостережение", - вставил первый


Фейе. "Это правда; многие были бы гораздо более великими королями, если бы
они меньше хотели унизить себя своим проницательным умом до самых
незначительных вопросов".

Das Ross und der Stier


Auf einem feurigen Rosse flog stolz ein dreister Knabe daher. Da rief ein wilder Stier
dem Rosse zu: "Schande! Von einem Knaben ließ ich mich nicht regieren!"
"Aber ich", versetzte das Ross. "Denn was für Ehre könnte es mir bringen, einen
Knaben abzuwerfen?"

Конь и бык
Отсюда на огненном коне гордо вылетел наглый мальчишка. Тогда дикий бык
крикнул коню: "Позор! Я не позволял мальчику управлять мной!"
"Но я", - передразнил Росс. "Ибо какая честь может быть для меня в том, чтобы
бросить мальчика?"

Der Affe und der Fuchs


"Nenne mir ein so geschicktes Tier, dem ich nicht nachahmen könnte!" so prahlte der
Affe gegen den Fuchs. Der Fuchs aber erwiderte: "Und du, nenne mir ein so
geringschätziges Tier, dem es einfallen könnte, dir nachzuahmen."
Schriftsteller meiner Nation! - muss ich mich noch deutlicher erklären?

Обезьяна и лиса
"Назови мне такое искусное животное, которому я не смог бы подражать!" - так
хвасталась обезьяна лисе. Но лиса возразила: "А ты, назови мне такое
ничтожное животное, которому могло бы прийти в голову подражать тебе".
Писатель моей нации! - нужно ли мне объяснять себя еще яснее?

Der Besitzer des Bogens


Ein Mann hatte einen trefflichen Bogen von Ebenholz, mit dem er sehr weit und
sicher schoss, und den er ungemein wert hielt. Einst aber, als er ihn aufmerksam
betrachtete, sprach er: »Ein wenig zu plump bist du doch! Alle deine Zierde ist die
Glätte. Schade!« - »Doch dem ist abzuhelfen!« fiel ihm ein. »Ich will hingehen und
den besten Künstler Bilder in den Bogen schnitzen lassen.« - Er ging hin; und der
Künstler schnitzte eine ganze Jagd auf den Bogen; und was hätte sich besser auf einen
Bogen geschickt als eine Jagd?
Der Mann war voller Freude. »Du verdienest diese Zierraten, mein lieber Bogen!« -
Indem will er ihn versuchen; er spannt, und der Bogen - zerbricht.

Владелец лука
У одного человека был меткий лук из черного дерева, из которого он стрелял
очень далеко и уверенно, и который он держал в руках очень ценно. Но
однажды, внимательно посмотрев на него, он сказал: »Какой же ты все-таки
слишком пухлый! Все твое украшение - гладкость. Жаль!« - »Но это можно
исправить!« - пришло ему в голову. »Я хочу пойти и попросить лучшего
художника вырезать изображения на арке.« - Он пошел; и художник вырезал на
луке целую охоту; а что могло быть лучше, чем охота на лук?
Мужчина был полон радости. »Ты заслуживаешь этих наград, мой дорогой
лук!« - Этим он хочет попробовать; он натягивает тетиву, и лук - ломается.

Der Esel mit dem Löwen


Als der Esel mit dem Löwen des Äsopus, der ihn statt seines Jägerhorns brauchte,
nach dem Walde ging, begegnete ihm ein anderer Esel von seiner Bekanntschaft und
rief ihm zu: "Guten Tag, mein Bruder!" -
"Unverschämter!" war die Antwort. -
"Und warum das?" fuhr jener Esel fort. "Bist du deswegen, weil du mit einem Löwen
gehst, besser als ich, mehr als ein Esel?"

Осел со львом
Когда осел шел по лесу со львом Эзопа, который нуждался в нем вместо своего
охотничьего рога, его встретил другой осел из его знакомых и крикнул ему:
"Добрый день, брат мой!" -
"Наглец!" был ответом. -
"А почему это?" - продолжил тот осел. "Из-за того, что ты ходишь со львом, ты
лучше меня, больше, чем осел?"

Der Esel und das Jagdpferd


Ein Esel vermaß sich, mit einem Jagdpferd um die Wette zu laufen. Die Probe fiel
erbärmlich aus, und der Esel ward ausgelacht. "Ich merke nun wohl", sagte der Esel,
"woran es gelegen hat; ich trat mir vor einigen Monaten einen Dorn in den Fuß, und
der schmerzt mich noch."

"Entschuldigen Sie mich", sagte der Kanzelredner Liederhold, "wenn meine heutige
Predigt so gründlich und erbaulich nicht gewesen, als man sie von dem glücklichen
Nachahmer eines Mosheims erwartet hätte; ich habe, wie Sie hören, einen heisern
Hals, und den schon seit acht Tagen."

Осел и охотничья лошадь


Осел соревновался в беге наперегонки с охотничьей лошадью. Репетиция
получилась жалкой, и осел рассмеялся. "Теперь я, наверное, понимаю, - сказал
осел, - в чем дело; несколько месяцев назад я пнул шип в ногу, и он до сих пор у
меня болит".

"Извините меня, - сказал спикер кафедры Лидерхольд, - если моя сегодняшняя


проповедь не была такой основательной и назидательной, как можно было
ожидать от удачливого подражателя мосхейма; у меня, как вы слышите, хрипит
горло, и это продолжается уже восемь дней".
Der Esel und der Wolf
Ein Esel begegnete einem hungrigen Wolfe. "Habe Mitleid mit mir", sagte der
zitternde Esel, "ich bin ein armes krankes Tier; sieh nur, was für einen Dorn ich mir in
den Fuß getreten habe!"

"Wahrhaftig, du dauerst mich", versetzte der Wolf. "Und ich finde mich in meinem
Gewissen verbunden, dich von deinen Schmerzen zu befreien."

Kaum ward das Wort gesagt, so ward der Esel zerrissen.

Осел и волк
Осел столкнулся с голодным волком. "Сжалься надо мной, - сказал дрожащий
осел, - я бедное больное животное; ты только посмотри, какой шип я пнул себе
в ногу!"

"По правде говоря, ты меня утомляешь", - перевел волк. "И я считаю себя
связанным своей совестью, чтобы избавить тебя от твоей боли".

Едва было сказано это слово, как осел был разорван на части.

Der Fuchs
Ein verfolgter Fuchs rettete sich auf eine Mauer. Um auf der andern Seite gut
herabzukommen, ergriff er einen nahen Dornstrauch. Er ließ sich auch glücklich daran
nieder, nur dass ihn die Dornen schmerzlich verwundeten. "Elende Helfer", rief der
Fuchs, "die nicht helfen können, ohne zugleich zu schaden!"

лиса
Преследуемая лиса забралась на кирпичную стену. Чтобы хорошо спуститься с
другой стороны, он ухватился за ближайший терновый куст. Он тоже с
радостью согласился на это, только шипы больно ранили его. "Несчастные
помощники, - воскликнул лис, - которые не могут помочь, не причинив вреда
одновременно!

Der Geizige
"Ich Unglücklicher!" klagte ein Geizhals seinem Nachbar. "Man hat mir den Schatz,
den ich in meinem Garten vergraben hatte, diese Nacht entwendet und einen
verdammten Stein an dessen Stelle gelegt."

"Du würdest", antwortete ihm der Nachbar, "deinen Schatz doch nicht genutzt haben.
Bilde dir also ein, der Stein sei dein Schatz; und du bist nichts ärmer."

"Wäre ich schon nichts ärmer", erwiderte der Geizhals; "ist ein andrer nicht um so viel
reicher? Ein andrer um so viel reicher! Ich möchte rasend werden."

Скупой
"Я, несчастный!" - пожаловался скряга своему соседу. "Той ночью у меня
украли сокровище, которое я закопал в своем саду, и на его место положили
проклятый камень".

"Ты бы, - ответил ему сосед, - все-таки не воспользовался своим


сокровищем. Итак, представьте себе, что камень - ваше сокровище; и вы ничуть
не беднее ".

"Был бы я хоть немного беднее", - возразил скряга; "Разве другой человек не


был бы намного богаче? Другой намного богаче! Я хочу прийти в бешенство".

Der Hamster und die Ameise


"Ihr armseligen Ameisen", sagte ein Hamster. Verlohnt es sich der Mühe, dass ihr den
ganzen Sommer arbeitet, um ein so Weniges einzusammeln? Wenn ihr meinen Vorrat
sehen solltet! - -"

"Höre", antwortete eine Ameise, "wenn er größer ist, als du ihn brauchst, so ist es
schon recht, dass die Menschen dir nachgraben, deine Scheuern ausleeren und dich
deinen räuberischen Geiz mit dem Leben büßen lassen!"
Хомяк и муравей
"Вы, жалкие муравьи", - сказал хомяк. Стоит ли того, чтобы вы, ребята,
трудились все лето, чтобы собрать такую малость? Если бы вы, ребята, видели
мой тайник! - -"

"Послушайте, - ответил муравей, - если он больше, чем вам нужно, то вполне


возможно, что люди будут копаться в вас, опустошать ваши норы и позволять
вам искупить свою хищническую скупость жизнью!"

Der Hirsch

Die Natur hatte einen Hirsch von mehr als gewöhnlicher Größe gebildet, und an
seinem Halse hingen ihm lange Haare herab. Da dachte der Hirsch bei sich selbst: Du
könntest dich ja wohl für ein Elend ansehen lassen. Und was tat der Eitle, ein Elend
zu scheinen? Er hing den Kopf traurig zur Erde und stellte sich, sehr oft das böse
Wesen zu haben.

So glaubt nicht selten ein witziger Geck, dass man ihn für keinen schönen Geist halten
werde, wenn er nicht über Kopfweh und Hypochonder klage.

Олень

Природа создала оленя больше обычного размера, и у него на шее свисали


длинные волосы. Тогда олень подумал про себя: да, я думаю, ты мог бы
позволить, чтобы на тебя смотрели как на несчастную. И что сделал
тщеславный, чтобы казаться несчастным? Он печально опустил голову к земле
и очень часто воображал себя злым существом.

Таким образом, нередко остроумный чувак считает, что его не сочтут красивым,
если он не будет жаловаться на головную боль и ипохондрию.

Der Hirsch und der Fuchs


Der Hirsch sprach zu dem Fuchse: "Nun weh uns armen schwächeren Tieren! Der
Löwe hat sich mit dem Wolfe verbunden."

"Mit dem Wolfe?" sagte der Fuchs. "Das mag noch hingehen! Der Löwe brüllt, der
Wolf heult und so werdet . ihr euch noch oft beizeiten mit der Flucht retten können.
Aber alsdenn, alsdenn möchte es um uns alle geschehen sein, wenn es dem gewaltigen
Löwen einfallen sollte, sich mit dem schleichenden Luchse zu verbinden."

Олень и лиса
Олень сказал лисе: "Теперь горе нам, бедным, более слабым животным! Лев
соединился с волком".

"С волком?" - сказала лиса. "Это все еще может продолжаться! Лев рычит, волк
воет и так далее . вы все еще можете много раз спастись бегством. Но как будто,
как будто это должно было произойти со всеми нами, если бы грозному льву
пришло в голову соединиться с крадущейся рысью"

Der Knabe und die Schlange


Ein Knabe spielte mit einer zahmen Schlange. "Mein liebes Tierchen", sagte der
Knabe, "ich würde mich mit dir so gemein nicht machen, wenn dir das Gift nicht
benommen wäre. Ihr Schlangen seid die boshaftesten, undankbarsten Geschöpfe! Ich
habe es wohl gelesen, wie es einem armen Landmanne ging, der eine, vielleicht von
deinen Ureltern, die er halb erfroren unter einer Hecke fand, mitleidig aufhob und sie
in seinen erwärmenden Busen steckte. Kaum fühlte sich die Böse wieder, als sie ihren
Wohltäter biss; und der gute freundliche Mann musste sterben."

"Ich erstaune", sagte die Schlange, "wie parteiisch eure Geschichtsschreiber sein
müssen! Die unsrigen erzählen diese Historie ganz anders. Dein freundlicher Mann
glaubte, die Schlange sei wirklich erfroren, und weil es eine von den bunten
Schlangen war, so steckte er sie zu sich, ihr zu Hause die schöne Haut abzustreiten.
War das recht?"

"Ach, schweig nur", erwiderte der Knabe. "Welcher Undankbare hätte sich nicht zu
entschuldigen gewusst!"

"Recht, mein Sohn", fiel der Vater, der dieser Unterredung zugehört hatte, dem
Knaben ins Wort. "Aber gleichwohl, wenn du einmal von einem außerordentlichen
Undanke hören solltest, so untersuche ja alle Umstände genau, bevor du einen
Menschen mit so einem abscheulichen Schandflecke brandmarken lässest. Wahre
Wohltäter haben selten Undankbare verpflichtet; ja, ich will zur Ehre der Menschheit
hoffen - niemals. Aber die Wohltäter mit kleinen eigennützigen Absichten, die sind es
wert, mein Sohn, dass sie Undank anstatt Erkenntlichkeit einwuchern."

Мальчик и змея
Мальчик играл с прирученной змеей. "Мой дорогой зверек, - сказал мальчик, - я
бы не поступил с тобой так подло, если бы яд не подействовал на тебя. Вы,
змеи, самые злобные и неблагодарные создания! Я, наверное, читал о том, как
поживал бедный деревенский парень, который с сожалением подобрал одну,
возможно, от твоих прародителей, которую он нашел полумертвой под живой
изгородью, и засунул ее в свою согревающую грудь. Едва ли злодейка снова
почувствовала, что укусила своего благодетеля; и доброму доброму человеку
пришлось умереть ".

"Я поражаюсь, - сказала змея, - насколько, должно быть, пристрастны ваши


историки! Наши рассказывают эту историю совсем по-другому. Твой добрый
человек подумал, что змея действительно замерзла, и, поскольку это была одна
из разноцветных змей, он притащил ее к себе, чтобы содрать с нее красивую
кожу дома. Было ли это правильно?"

"Ах, только молчи", - ответил мальчик. "Какой неблагодарный не знал бы, за


что извиняться!"

"Верно, сын мой", - обронил мальчику отец, слушавший этот разговор. "Но все
же, если вам когда-нибудь доведется услышать о необычайной
неблагодарности, внимательно изучите все обстоятельства, прежде чем
заклеймить человека таким отвратительным позорным пятном. Истинные
благодетели редко совершают неблагодарные поступки; да, я хочу надеяться, во
славу человечества - никогда. Но благодетели с мелкими корыстными
намерениями, которые стоят того, сын мой, что они обрастают
неблагодарностью, а не узнаваемостью ".

Der Löwe mit dem Esel


Als des Äsopus Löwe mit dem Esel, der ihm durch seine fürchterliche Stimme die
Tiere sollte jagen helfen, nach dem Walde ging, rief ihm eine naseweise Krähe von
dem Baume zu: "Ein schöner Gesellschafter! Schämst du dich nicht, mit einem Esel
zu gehen?" - "Wen ich brauchen kann", versetzte der Löwe, "dem kann ich ja wohl
meine Seite gönnen."
So denken die Großen alle, wenn sie einen Niedrigen ihrer Gemeinschaft würdigen.

Лев с ослом
Когда лев Эзопа шел по лесу с ослом, который своим страшным голосом
должен был помогать ему охотиться на животных, с дерева крикнула ему
ворона с носом: "Прекрасный товарищ! Разве тебе не стыдно ехать с ослом?" -
"Кого я могу нуждаться, - вставил лев, - я, пожалуй, могу принять на свою
сторону".

Так думают все великие, когда отдают должное низкому в своем сообществе.

Der Löwe und der Hase


Ein Löwe würdigte einen drolligen Hasen seiner näheren Bekanntschaft. "Aber ist es
denn wahr", fragte ihn einst der Hase, "dass euch Löwen ein elender krähender Hahn
so leicht verjagen kann?"

"Allerdings ist es wahr", antwortete der Löwe; "und es ist eine allgemeine
Anmerkung, dass wir großen Tiere durchgängig eine gewisse kleine Schwachheit an
uns haben. So wirst du, zum Exempel, von dem Elefanten gehört haben, dass ihm das
Grunzen eines Schweins Schauder und Entsetzen erwecket."

"Wahrhaftig?" unterbrach ihn der Hase. ja, nun begreif' ich auch, warum wir Hasen
uns so entsetzlich vor den Hunden fürchten."

Лев и заяц
Лев отдал дань уважения забавному кролику своего более близкого
знакомого. "Но разве это правда, - однажды спросил его заяц, - что вас, львов,
может так легко прогнать жалкий кукарекающий петух?"

"Однако это правда", - ответил лев; "и это общее замечание о том, что у нас,
крупных животных, есть определенная маленькая слабость во всем. Таким
образом, вы, например, слышали от слона, что хрюканье свиньи вызывает у него
дрожь и ужас ".

"Правда?" - прервал его кролик. да, теперь я тоже понимаю, почему мы,
кролики, так ужасно боимся собак".
Der Pelikan
Für wohlgeratene Kinder können Eltern nicht zu viel tun. Aber wenn sich ein blöder
Vater für einen ausgearteten Sohn das Blut vom Herzen zapft, dann wird Liebe zur
Torheit.

Ein frommer Pelikan, da er seine Jungen schmachten sah, ritzte sich mit scharfem
Schnabel die Brust auf und erquickte sie mit seinem Blute. "Ich bewundere deine
Zärtlichkeit", rief ihm ein Adler zu, "und bejammere deine Blindheit. Sieh doch, wie
manchen nichtswürdigen Kuckuck du unter deinen Jungen mit ausgebrütet hast!"

So war es auch wirklich; denn auch ihm hatte der kalte Kuckuck seine Eier
untergeschoben. - Waren es undankbare Kuckucke wert, dass ihr Leben so teuer
erkauft wurde?

Пеликан
Для благовоспитанных детей родители не могут сделать слишком много. Но
когда глупый отец заставляет свое сердце истекать кровью из-за измученного
сына, тогда любовь превращается в глупость.

Один набожный пеликан, увидев, как томятся его детеныши, вспорол себе грудь
острым клювом и окропил ее своей кровью. "Я восхищаюсь твоей нежностью, -
крикнул ему орел, - и оплакиваю твою слепоту. Посмотри, сколько недостойных
кукушек ты вылупил среди своих детенышей!"

Так было и на самом деле; потому что холодная кукушка тоже подсунула ему
яйца. - Стоили ли неблагодарные кукушки того, что их жизнь была продана так
дорого?

Der Phönix
Nach vielen Jahrhunderten gefiel es dem Phönix, sich wieder einmal sehen zu lassen.
Er erschien, und alle Tiere und Vögel versammelten sich um ihn. Sie gafften, sie
staunten, sie bewunderten und brachen in entzückendes Lob aus.
Bald aber verwandten die besten und geselligsten mitleidsvoll ihre Blicke und
seufzten: "Der unglückliche Phönix! Ihm ward das harte Los, weder Geliebte noch
Freunde zu haben; denn er ist der einzige seiner Art!"

Феникс
По прошествии многих веков фениксу понравилось, что его снова увидели. Он
появился, и все звери и птицы собрались вокруг него. Они восхищались,
удивлялись, восхищались и рассыпались в восторженных похвалах.

Вскоре, однако, лучшие и самые общительные с жалостью проводили их


взглядами и вздохнули: "Несчастный феникс! Ему выпала тяжелая участь не
иметь ни любовниц, ни друзей, потому что он единственный в своем роде!"

Der Rabe
Der Rabe bemerkte, dass der Adler ganze dreißig Tage über seinen Eiern brütete.
"Und daher kommt es ohne Zweifel", sprach er, "dass die jungen des Adlers so
scharfsichtig und stark werden. Gut! Das will ich auch tun."
Und seitdem brütet der Rabe ganze dreißig Tage über seinen Eiern; aber noch hat er
nichts als elende Raben ausgebrütet.

ворон
Ворон заметил, что орел высиживал свои яйца целых тридцать дней.
"И отсюда, без сомнения, следует, - говорил он, - что детеныши орла вырастают
такими проницательными и сильными. Хорошо! Я тоже хочу это сделать".
И с тех пор ворон высиживал свои яйца целых тридцать дней; но пока он не
высиживал ничего, кроме жалких ворон.

Der Rabe und der Fuchs


Ein Rabe trug ein Stück vergiftetes Fleisch, das der erzürnte Gärtner für die Katzen
seines Nachbarn hingeworfen hatte, in seinen Klauen fort.
Und eben wollte er es auf einer alten Eiche verzehren, als sich ein Fuchs herbeischlich
und ihm zurief: "Sei mir gesegnet, Vogel des Jupiter!"

"Für wen siehst du mich an?" fragte der Rabe.

"Für wen ich dich ansehe?" erwiderte der Fuchs. "Bist du nicht der rüstige Adler, der
täglich von der Rechten des Zeus auf diese Eiche herabkommt, mich Armen zu
speisen? Warum verstellst du dich? Sehe ich denn nicht in der siegreichen Klaue die
erflehte Gabe, die mir dein Gott durch dich zu schicken noch fortfährt?"

Der Rabe erstaunte und freute sich innig, für einen Adler gehalten zu werden. "Ich
muss", dachte er, "den Fuchs aus diesem Irrtum nicht bringen." - Großmütig dumm
ließ er ihm also seinen Raub herabfallen und flog stolz davon.

Der Fuchs fing das Fleisch lachend auf und fraß es mit boshafter Freude. Doch bald
verkehrte sich die Freude in ein schmerzhaftes Gefühl: Das Gift fing an zu wirken,
und er verreckte.

Möchtet ihr euch nie etwas anderes als Gift erloben, verdammte Schmeichler!

Ворон и лиса
Ворон унес в когтях кусок отравленного мяса, который разгневанный садовник
бросил кошкам своего соседа.

И только он собирался съесть его на старом дубе, как к нему подкралась лиса и
крикнула: "Будь благословенна для меня, птица Юпитера!"

"За кого ты на меня смотришь?" - спросил ворон.

"За кого я на тебя смотрю?" - ответил лис. "Разве ты не тот воинственный орел,
который ежедневно спускается с десницы Зевса на этот дуб, чтобы накормить
меня, бедного? Почему ты притворяешься? Разве я не вижу в победоносном
когте умоляющий дар, который твой Бог все еще продолжает посылать мне
через тебя?"

Ворон был искренне удивлен и обрадован тем, что его приняли за орла. "Я не
должен, - подумал он, - выводить лису из этого заблуждения". - Великодушно
глупо, поэтому он позволил ему бросить свое ограбление и гордо улетел.

Лиса поймала мясо, смеясь, и съела его со злобным удовольствием. Но вскоре


радость сменилась болезненным ощущением: яд начал действовать, и он
испарился.
Никогда не желайте себе ничего, кроме яда, проклятые льстецы!

Der Rangstreit der Tiere


in vier Fabeln

1.

Es entstand ein hitziger Rangstreit unter den Tieren. Ihn zu schlichten, sprach das
Pferd: "Lasset uns den Menschen zu Rate ziehen, er ist keiner von den streitenden
Teilen und kann desto unparteiischer sein."

"Aber hat er auch den Verstand dazu?" ließ sich ein Maulwurf hören. "Er braucht
wirklich den allerfeinsten, unsere oft tief versteckten Vollkommenheiten zu
erkennen."

"Das war sehr weislich erinnert!" sprach der Hamster.

"Jawohl!" rief auch der Igel. "Ich glaube es nimmermehr, dass der Mensch
Scharfsichtigkeit genug besitzt."

"Schweigt ihr!" befahl das Pferd. "Wir wissen schon: wer sich auf die Güte seiner
Sache am wenigsten zu verlassen hat, ist immer am fettigsten, die Einsicht seines
Richters in Zweifel zu ziehen."

2.

Der Mensch ward Richter. - "Noch ein Wort", rief ihm der majestätische Löwe zu,
"bevor du den Ausspruch tust! Nach welcher Regel, Mensch, willst du unsern Wert
bestimmen?"

"Nach welcher Regel? Nach dem Grade, ohne Zweifel", antwortete der Mensch, "in
welchem ihr mir mehr oder weniger nützlich seid."

"Vortrefflich!" versetzte der beleidigte Löwe. "Wie weit würde ich alsdann unter den
Esel zu stehen kommen! Du kannst unser Richter nicht sein, Mensch! Verlass die
Versammlung!"
3.

Der Mensch entfernte sich. - "Nun", sprach der höhnische Maulwurf - (und ihm
stimmten der Hamster und der Igel wieder bei) - "siehst du, Pferd? Der Löwe meint es
auch, dass der Mensch unser Richter nicht sein kann. Der Löwe denkt wie wir."

"Aber aus bessern Gründen als ihr!" sagte der Löwe und warf ihnen einen
verächtlichen Blick zu.

4.

Der Löwe fuhr weiter fort: "Der Rangstreit, wenn ich es recht überlege, ist ein
nichtswürdiger Streit! Haltet mich für den Vornehmsten oder für den Geringsten; es
gilt mir gleichviel. Genug, ich kenne mich!" - Und so ging er aus der Versammlung.

Ihm folgte der weise Elefant, der kühne Tiger, der ernsthafte Bär, der kluge Fuchs,
das edle Pferd, kurz, alle, die ihren Wert fühlten oder zu fühlen glaubten.

Die sich am letzten wegbegeben und über die zerrissene Versammlung am meisten
murrten, waren - der Affe und der Esel.

Спор о рангах животных


в четырех баснях

1.

Между животными разгорелся жаркий спор о рангах. Подводя его к


соглашению, лошадь сказала: "Давайте посоветуемся с человеком, он не из тех,
кто разделяет споры, и тем более может быть беспристрастным".

"Но хватит ли у него на это ума?" - послышался голос Крота. "Ему


действительно нужно самое тонкое, чтобы увидеть наши часто глубоко скрытые
совершенства".

"Это было очень мудро запомнилось!" - сказал хомяк.

"Да!" - воскликнул и еж. "Я никогда не поверю, что человек обладает


достаточной проницательностью".
"Вы молчите!" - приказал конь. "Мы уже знаем: тот, кто меньше всего
полагается на доброту своего дела, всегда больше всего склонен подвергать
сомнению проницательность своего судьи".

2.

Человек стал судьей. - "Еще одно слово, - крикнул ему величественный лев, -
прежде чем ты произнесешь это слово! По какому правилу, человек, ты хочешь
определить нашу ценность?"

"По какому правилу? В той степени, в которой, без сомнения, - ответил человек,
- в какой вы мне более или менее полезны".

"Превосходно!" - передразнил оскорбленный Лев. "Как бы я тогда дошел до


того, чтобы встать под осла! Ты не можешь быть нашим судьей,
человек! Покиньте собрание!"

3.

Человек удалялся. - "Ну что ж, - заговорил насмешливый крот (и к нему снова


присоединились хомяк и еж), - видишь, лошадь? Лев также имеет в виду, что
человек не может быть нашим судьей. Лев думает так же, как и мы ".

"Но по более веским причинам, чем вы, ребята!" - сказал лев, бросив на них
презрительный взгляд.

4.

Лев продолжил: "Спор о рангах, если я правильно понимаю, - это недостойный


спор! Считайте меня самым благородным или самым низким; мне все
равно. Хватит, я знаю себя!" - И он вышел из собрания.

За ним последовали мудрый слон, смелый тигр, серьезный медведь, умная лиса,
благородный конь, короче говоря, все, кто чувствовал или думал, что чувствует
свою ценность.

Самыми последними, кто ушел последним и больше всего роптал на


разорванное собрание, были - обезьяна и осел.
Der Sperling und der Strauß
"Sei auf deine Größe, auf deine Stärke so stolz wie du willst", sprach der Sperling zu
dem Strauße; "ich bin doch mehr ein Vogel als du. Denn du kannst nicht fliegen, ich
aber fliege, obgleich nicht hoch, obgleich nur ruckweise."

Der leichte Dichter eines fröhlichen Trinkliedes, eines kleinen verliebten Gesanges,
ist mehr ein Genie, als der schwunglose Schreiber einer langen Hermanniade.

Воробей и страус
"Гордись своим величием, своей силой сколько хочешь", - сказал воробей
страусу; "В конце концов, я больше птица, чем ты. Ибо ты не можешь летать, а я
летаю, хоть и не высоко, хоть и рывками ".

Легкий поэт веселой застольной песни, небольшого любовного пения, он


больше гений, чем бессвязный сочинитель длинной Германниады.

Der Strauß
Das pfeilschnelle Renntier sah den Strauß und sprach: »Das Laufen des Straußes ist so
außerordentlich eben nicht; aber ohne Zweifel fliegt er desto besser.«

Ein andermal sah der Adler den Strauß und sprach: »Fliegen kann der Strauß nun
wohl nicht; aber ich glaube, er muss gut laufen können.«

Букет
Бегущий со скоростью стрелы скакун увидел страуса и сказал: »Бег страуса не
такой уж необычайно ровный; но, без сомнения, тем лучше он летает«.

В другой раз орел увидел страуса и сказал: »Теперь страус, наверное, не может
летать; но я считаю, что он должен уметь хорошо ходить«.
Der Wolf auf dem Todbette
Der Wolf lag in den letzten Zügen und schickte einen prüfenden Blick auf sein
vergangenes Leben zurück. »Ich bin freilich ein Sünder«, sagte er; »aber doch, ich
hoffe, keiner von den größten. Ich habe Böses getan; aber auch viel Gutes. Einstmals,
erinnere ich mich, kam mir ein blökendes Lamm, welches sich von der Herde verirret
hatte, so nahe, dass ich es gar leicht hätte würgen können; und ich tat ihm nichts. Zu
eben dieser Zeit hörte ich die Spöttereien und Schmähungen eines Schafes mit der
bewunderungswürdigsten Gleichgültigkeit an, ob ich schon keine schützenden Hunde
zu fürchten hatte.«

»Und das alles kann ich dir bezeugen«, fiel ihm Freund Fuchs, der ihn zum Tode
bereiten half, ins Wort. »Denn ich erinnere mich noch gar wohl aller Umstände dabei.
Es war zu eben der Zeit, als du an dem Knochen so jämmerlich würgtest, den dir der
gutherzige Kranich hernach aus dem Schlunde zog.«

Волк на смертном одре


Волк был на последнем издыхании, испытующе оглядывая свою прошлую
жизнь. »Я, конечно, грешник«, - сказал он; »но все же, я надеюсь, не один из
величайших. Я сделал зло; но и много хорошего. Однажды, я помню, блеющий
ягненок, сбившийся со стада, подошел ко мне так близко, что я мог бы даже
легко его задушить; и я ничего с ним не сделал. Как раз в это время я с самым
достойным восхищения безразличием слушал насмешки и оскорбления овцы, не
опасаясь, что у меня уже нет защитных собак «.

»И все это я могу засвидетельствовать вам«, - обронил ему друг Фукс, который
помогал ему готовиться к смерти. »Потому что я до сих пор хорошо помню все
обстоятельства, связанные с этим. Это было в то самое время, когда ты так
мучительно давился костью, которую впоследствии вытащил из пасти
добросердечный журавль «

Der Wolf und der Schäfer


Ein Schäfer hatte durch eine grausame Seuche seine ganze Herde verloren. Das erfuhr
der Wolf und kam, seine Kondolenz abzustatten.
"Schäfer", sprach er, "ist es wahr, dass dich ein so grausames Unglück betroffen? Du
bist um deine ganze Herde gekommen? Die liebe, fromme, fette Herde! Du dauerst
mich, und ich möchte blutige Tränen weinen."

"Habe Dank, Meister Isegrim", versetzte der Schäfer. "Ich sehe, du hast ein sehr
mitleidiges Herz."

"Das hat er auch wirklich", fügte des Schäfers Hylax hinzu, "sooft er unter dem
Unglücke seines Nächsten selbst leidet."

Волк и пастух
Один пастух потерял все свое стадо из-за жестокой чумы. Об этом узнал волк и
пришел выразить соболезнования.

"Пастух, - сказал он, - это правда, что на тебя обрушилось такое жестокое
несчастье? Вы обошли все свое стадо? Дорогая, набожная, толстая паства! Ты
продолжаешь меня, и я хочу плакать кровавыми слезами".

"Примите благодарность, мастер Изегрим", - перевел пастух. "Я вижу, у тебя


очень жалостливое сердце".

"У него действительно есть это, - добавил дес Пастух Хилакс, - всякий раз,
когда он страдает от несчастий своего ближнего" .

Der hungrige Fuchs


"Ich bin zu einer unglücklichen Stunde geboren!" so klagte ein junger Fuchs einem
alten. "Fast keiner von meinen Anschlägen will mir gelingen."

"Deine Anschläge", sagte der ältere Fuchs, "werden ohne Zweifel doch klug sein. lass
doch hören, wann machst du deine Anschläge?"

"Wann ich sie mache? Wann anders, als wenn mich hungert?"

"Wenn dich hungert?" fuhr der alte Fuchs fort. "Ja! da haben wir es! Hunger und
Überlegung sind nie beisammen. Mache sie künftig, wenn du satt bist, und sie werden
besser ausfallen."
Голодная лиса
"Я родился в неудачный час!" - так молодой лис жаловался старому. "Почти ни
одна из моих атак не хочет, чтобы я добился успеха".

"Ваши сюжеты, - сказал старший Лис, - без сомнения, будут разумными. да


будет тебе известно, когда ты делаешь свои остановки?"

"Когда я их сделаю? Когда еще, кроме случаев, когда я умираю с голоду?"

"Когда ты умираешь с голоду?" - продолжил старый лис. "Да! вот и все! Голод и
размышления никогда не бывают вместе. Продолжайте делать их, когда
насытитесь, и они станут лучше"

Der junge und der alte Hirsch


Ein Hirsch, den die gütige Natur Jahrhunderte hat leben lassen, sagte einst zu einem
seiner Enkel: "Ich kann mich der Zeit noch sehr wohl erinnern, da der Mensch das
donnernde Feuerrohr noch nicht erfunden hatte."

"Welche glückliche Zeit muss das für unser Geschlecht gewesen sein!" seufzte der
Enkel.

"Du schließest zu geschwind!" sagte der alte Hirsch. "Die Zeit war anders, aber nicht
besser. Der Mensch hatte da, anstatt des Feuerrohrs, Pfeile und Bogen, und wir waren
ebenso schlimm daran als jetzt."

Мальчик и старый олень


Олень, которому добрая природа позволила прожить столетия, однажды сказал
одному из своих внуков: "Я очень хорошо помню то время, когда человек еще
не изобрел громовую огненную трубу".

"Какое счастливое время, должно быть, было для нашего рода!" - вздохнул
внук.

"Ты слишком быстро закрываешься!" - сказал старый олень. "Время было


другим, но не лучшим. У человека там были лук и стрелы вместо огненной
трубы, и нам было так же плохо с этим, как и сейчас
Die Eiche
Der rasende Nordwind hatte seine Stärke in einer stürmischen Nacht an einer
erhabenen Eiche bewiesen. Nun lag sie gestreckt, und eine Menge niedriger Sträucher
lagen unter ihr zerschmettert. Ein Fuchs, der seine Grube nicht weit davon hatte, sah
sie des Morgens darauf. "Was für ein Baum!" rief er. "Hätte ich doch nimmermehr
gedacht, dass er so groß gewesen wäre!"

Дуб
Неистовый северный ветер доказал свою силу в бурную ночь у возвышенного
дуба. Теперь она лежала растянутой, и под ней было повалено множество
невысоких кустарников. Однажды утром лиса, у которой была яма недалеко от
нее, увидела ее на ней. "Что за дерево!" - воскликнул он. "Никогда бы не
подумал, что оно было таким большим!"

Die Eiche und das Schwein


Ein gefräßiges Schwein mästete sich unter einer hohen Eiche mit der herabgefallenen
Frucht. Indem es die eine Eichel zerbiss, verschluckte es bereits eine andere mit dem
Auge.

»Undankbares Vieh!« rief endlich der Eichbaum herab. »Du nährst dich von meinen
Früchten ohne einen einzigen dankbaren Blick auf mich in die Höhe zu richten.«

Das Schwein hielt einen Augenblick inne und grunzte zur Antwort: »Meine
dankbaren Blicke sollten nicht außen bleiben, wenn ich nur wüsste, dass du deine
Eicheln meinetwegen hättest fallen lassen.«

Дуб и свинья
Прожорливая свинья откармливалась под высоким дубом упавшим
плодом. Откусив один желудь, он уже проглотил другой вместе с глазом.
»Неблагодарная скотина!« - наконец снисходительно воскликнул Эйхбаум. »Ты
питаешься моими фруктами, не обращая на меня ни единого благодарного
взгляда«.

Свинья на мгновение остановилась и хрюкнула в ответ: »Мои благодарные


взгляды не должны были остаться незамеченными, если бы я только знал, что
ты уронил свои желуди из-за меня«.

Die Erscheinung
In der einsamsten Tiefe jenes Waldes, wo ich schon manches redende Tier belauscht,
lag ich an einem sanften Wasserfalle und war bemüht, einem meiner Märchen den
leichten poetischen Schmuck zu geben, in welchem am liebsten zu erscheinen La
Fontaine die Fabel fast verwöhnt hat. Ich sann, ich wählte, ich verwarf, die Stirne
glühte - - Umsonst, es kam nichts auf das Blatt. Voll Unwill sprang ich auf; aber sieh!
- auf einmal stand sie selbst, die fabelnde Muse vor mir.

Und sie sprach lächelnd: "Schüler, wozu die undankbare Mühe? Die Wahrheit braucht
die Anmut der Fabel; aber wozu braucht die Fabel die Anmut der Harmonie? Du
willst das Gewürze würzen. Genug, wenn die Erfindung des Dichters ist; der Vortrag
sei des ungekünstelten Geschichtsschreibers, so wie der Sinn des Weltweisen."

Ich wollte antworten, aber die Muse verschwand. "Sie verschwand?" höre ich einen
Leser fragen. "Wenn du uns doch nur wahrscheinlicher täuschen wolltest! Die
seichten Schlüsse, auf die dein Unvermögen dich führte, der Muse in den Mund zu
legen! Zwar ein gewöhnlicher Betrug-"

Vortrefflich, mein Leser! Mir ist keine Muse erschienen. Ich erzähle eine bloße Fabel,
aus der du selbst die Lehre gezogen. Ich bin nicht der erste und werde nicht der letzte
sein, der seine Grillen zu Orakelsprüchen einer göttlichen Erscheinung macht.

Внешность
В самой уединенной глубине того леса, где я уже слышал много говорящих
животных, я лежал у пологого водопада и пытался придать одной из своих
сказок то легкое поэтическое украшение, в котором больше всего любил
появляться. Лафонтен почти испортил басню. Я пел, я выбирал, я отбрасывал,
лоб пылал - - Напрасно, на листе ничего не появилось. Полный нежелания, я
вскочил; но смотри! - внезапно передо мной предстала она сама, муза басен.

И она сказала, улыбаясь: "Ученик, к чему эти неблагодарные хлопоты? Правда


нуждается в изяществе басни; но для чего басне нужна грация гармонии? Вы
хотите приправить это специями. Достаточно, если это выдумка поэта; лекция
пусть будет неискусного историка, как и разум мирового мудреца ".

Я хотел ответить, но муза исчезла. "Она исчезла?" - слышу я, как читатель


спрашивает. "Если бы ты только хотел обмануть нас с большей вероятностью, в
конце концов! Поверхностные выводы, к которым привело вас ваше неумение
вложить их в уста музы! Правда, обычный обман -"

Прекрасно, мой читатель! Мне не явилась муза. Я рассказываю простую басню,


из которой ты сам извлек урок. Я не первый и не буду последним, кто превратит
его сверчков в оракулов, говорящих о божественном явлении.

Die Eule und der Schatzgräber


Jener Schatzgräber war ein sehr unbilliger Mann. Er wagte sich in die Ruinen eines
alten Raubschlosses und ward da gewahr, dass die Eule eine magere Maus ergriff und
verzehrte. "Schickt sich das", sprach er, "für den philosophischen Liebling
Minervens?"

"Warum nicht?" versetzte die Eule. "Weil ich stille Betrachtungen liebe, kann ich
deswegen von der Luft leben? Ich weiß zwar, dass ihr Menschen es von euren
Gelehrten verlanget - -"

Сова и кладоискатель
Тот кладоискатель был очень недобросовестным человеком. Он отправился в
руины старого разбойничьего замка и там обнаружил, что сова схватила и съела
тощую мышь. "Подходит ли это, - сказал он, - для философской возлюбленной
Минервы?"

"Почему бы и нет?" - переспросила сова. "Поскольку я люблю тихие


созерцания, могу ли я из-за этого жить на воздухе? Хотя я знаю, что вы, люди,
требуете этого от своих ученых ..."
Die Furien
"Meine Furien", sagte Pluto zu dem Boten der Götter, "werden alt und stumpf. Ich
brauche frische. Geh also, Merkur, und suche mir auf der Oberwelt drei tüchtige
Weibspersonen dazu aus." Merkur ging.

Kurz darauf sagte Juno zu ihrer Dienerin: "Glaubtest du wohl, Iris, unter den
Sterblichen zwei oder drei vollkommen strenge, züchtige Mädchen zu finden? Aber
vollkommen strenge! Verstehst du mich? Um Cytheren hohnzusprechen, die sich das
ganze weibliche Geschlecht unterworfen zu haben rühmt. Geh immer und sieh, wo du
sie auftreibst." Iris ging. -

In welchem Winkel der Erde suchte nicht die gute Iris! Und dennoch umsonst! Sie
kam ganz allein wieder, und Juno rief ihr entgegen: "Ist es möglich? O Keuschheit! O
Tugend!"

"Göttin", sagte Iris, "ich hätte dir wohl drei Mädchen bringen können, die alle drei
vollkommen streng und züchtig gewesen; die alle drei nie einer Mannsperson
gelächelt, die alle drei den geringsten Funken der Liebe in ihren Herzen erstickt; aber
ich kam, leider, zu spät."

"Zu spät?" sagte Juno. "Wieso?"

"Eben hatte sie Merkur für den Pluto abgeholt."

"Für den Pluto? Und wozu will Pluto diese Tugendhaften?"

"Zu Furien."

Фурии
"Мои фурии, - сказал Плутон посланнику богов, - стареют и тупеют. Мне нужна
свежесть. Итак, иди, Меркурий, и выбери для меня в верхнем мире трех
способных к этому женщин". Меркурий ушел.

Вскоре после этого Юнона сказала своей служанке: "Как ты думаешь, Ирис,
сможешь ли ты найти среди смертных двух или трех совершенно строгих,
наказывающих девушек? Но совершенно строгие! Ты меня
понимаешь? Насмехаться над Цитерой, которая хвастается тем, что покорила
весь женский пол. Всегда иди и смотри, куда ты их наносишь". Айрис ушла. -

В каком уголке земли не искал добрый Ирис! И все же напрасно! Она вернулась
совсем одна, и Юнона крикнула ей навстречу: "Возможно ли это? О
целомудрие! О добродетель!"
"Богиня, - сказала Ирис, - я, наверное, могла бы привести тебе трех девушек, все
три были совершенно строгими и воспитанными; все трое никогда не улыбались
ни одному мужчине, все трое задушили в своих сердцах малейшую искру
любви; но я, к сожалению, опоздал".

"Слишком поздно?" - сказала Юнона. "Почему?"

"Только что она приняла Меркурий за Плутон".

"Для Плутона? И для чего Плутону нужны эти добродетельные?"

"К фуриям".

Die Gans
Die Federn einer Gans beschämten den neugeborenen Schnee. Stolz auf dieses
blendende Geschenk der Natur glaubte sie eher zu einem Schwane als zu dem, was sie
war, geboren zu sein. Sie sonderte sich von ihresgleichen ab und schwamm einsam
und majestätisch auf dem Teiche herum. Bald dehnte sie ihren Hals, dessen
verräterischer Kürze sie mit aller Macht abhelfen wollte; bald suchte sie ihm die
prächtige Biegung zu geben, in welcher der Schwan das würdige Ansehen eines
Vogels des Apollo hat. Doch vergebens; er war zu steif, und mit aller ihrer Bemühung
brachte sie es nicht weiter, als dass sie eine lächerliche Gans ward, ohne ein Schwan
zu werden.

Гусь
Перья гуся опозорили новорожденный снег. Гордясь этим ослепительным даром
природы, она считала, что родилась лебедем, а не тем, кем была. Она
выделялась среди себе подобных, одиноко и величественно плавая по
пруду. Вскоре она вытянула шею, предательскую короткость которой изо всех
сил пыталась исправить; вскоре она стремилась придать ему тот великолепный
изгиб, при котором лебедь имеет достойный вид птицы Аполлона. Но тщетно;
он был слишком жестким, и, несмотря на все ее усилия, она не продвинулась
дальше того, чтобы превратиться в нелепого гуся, не превратившись в лебедя.
Die Geschichte des alten Wolfs
Der böse Wolf war zu Jahren gekommen und fasste den gleißenden Entschluss, mit
den Schäfern auf einem gütlichen Fuß zu leben. Er machte sich also auf und kam zu
dem Schäfer, dessen Horden seiner Höhle die nächsten waren. - »Schäfer«, sprach er,
»du nennst mich den blutgierigen Räuber, der ich doch wirklich nicht bin. Freilich
muss ich mich an deine Schafe halten, wenn mich hungert; denn Hunger tut weh.
Schütze mich nur vor dem Hunger; mache mich nur satt, und du sollst mit mir recht
wohl zufrieden sein. Denn ich bin wirklich das zahmste, sanftmütigste Tier, wenn ich
satt bin.«

»Wenn du satt bist? Das kann wohl sein«, versetzte der Schäfer. »Aber wann bist du
denn satt? Du und der Geiz werden es nie! Geh deinen Weg!«

Der abgewiesene Wolf kam zu einem zweiten Schäfer. »Du weißt, Schäfer«, war
seine Anrede, »dass ich dir das Jahr durch manches Schaf würgen könnte. Willst du
mir überhaupt jedes Jahr sechs Schafe geben, so bin ich zufrieden. Du kannst alsdann
sicher schlafen und die Hunde ohne Bedenken abschaffen.«

»Sechs Schafe?« sprach der Schäfer. »Das ist ja eine ganze Herde!«

»Nun, weil du es bist, so will ich mich mit fünfen begnügen«, sagte der Wolf.

»Du scherzest; fünf Schafe! Mehr als fünf Schafe opfre ich kaum im ganzen Jahre
dem Pan.«

»Auch nicht viere?« fragte der Wolf weiter, und der Schäfer schüttelte spöttisch den
Kopf.

»Drei? - Zwei?«

»Nicht ein einziges«, fiel endlich der Bescheid. Denn es wäre ja wohl töricht, wenn
ich mich einem Feinde zinsbar machte, vor welchem ich mich durch meine
Wachsamkeit sichere kann.«

»Aller guten Dinge sind drei«, dachte der Wolf und kam zu einem dritten Schäfer.

»Es geht mir recht nahe«, sprach er, »dass ich unter euch Schäfern als das grausamste,
gewissenloseste Tier verschrien bin. Dir, Montan, will ich jetzt beweisen, wie unrecht
man mir tut. Gib mir jährlich ein Schaf, so soll deine Herde in jenem Walde, den
niemand unsicher macht als ich, frei und unbeschädigt weiden dürfen. Ein Schaf?
Welche Kleinigkeit! Könnte ich großmütiger, könnte ich uneigennütziger handeln? -
Du lachst, Schäfer? Worüber lachst du denn?«

»O über nichts! Aber wie alt bist du, guter Freund?« sprach der Schäfer.
»Was geht dich mein Alter an? Immer noch alt genug, dir deine liebsten Lämmer zu
würgen.«

»Erzürne dich nicht, alter Isegrim! Es tut mir leid, dass du mit deinem Vorschlage
einige Jahre zu spät kommst. Deine ausgerissenen Zähne verraten dich. Du spielst den
Uneigennützigen, bloß, um dich desto gemächlicher, mit desto weniger Gefahr nähren
zu können.«

Der Wolf ward ärgerlich, fasste sich aber doch und ging zu dem vierten Schäfer.
Diesem war eben sein treuer Hund gestorben, und der Wolf machte sich den Umstand
zunutze.

»Schäfer«, sprach er, »ich habe mich mit meinen Brüdern im Walde veruneinigt und
so, dass ich mich in Ewigkeit nicht wieder mit ihnen aussöhnen werde. Du weißt, wie
viel du von ihnen zu fürchten hast! Wenn du mich aber anstatt deines verstorbenen
Hundes in Dienste nehmen willst, so stehe ich dir dafür, dass sie keines deiner Schafe
auch nur scheel ansehen sollen.«

»Du willst sie also«, versetzte der Schäfer, »gegen deine Brüder im Walde
beschützen?«

»Was meine ich denn sonst? Freilich.«

»Das wäre nicht übel! Aber wenn ich dich nun in meine Horde einnähme, sage mir
doch, wer sollte alsdann meine armen Schafe gegen dich beschützen? Einen Dieb ins
Haus nehmen, um vor den Dieben außer dem Hause sicher zu sein, das halten wir
Menschen . . . «

»Ich höre schon«, sagte der Wolf, »du fängst an zu moralisieren. Lebe wohl!«

»Wäre ich nicht so alt!« knirschte der Wolf. »Aber ich muss mich leider in die Zeit
schicken.« Und so kam er zu dem fünften Schäfer.

»Kennst du mich, Schäfer?« fragte der Wolf.

»Deinesgleichen wenigstens kenne ich«, versetzte der Schäfer.

»Meinesgleichen? Daran zweifle ich sehr. Ich bin ein so sonderbarer Wolf, dass ich
deiner und aller Schäfer Freundschaft wohl wert bin.«

»Und wie sonderbar bist du denn?«

»Ich könnte kein lebendiges Schaf würgen und fressen, und wenn es mir das Leben
kosten sollte. Ich nähre mich bloß mit toten Schafen. Ist das nicht löblich?

Erlaube mir also immer, dass ich mich dann und wann bei deiner Herde einfinden und
nachfragen darf, ob dir nicht . . . «
»Spare der Worte!« sagte der Schäfer. »Du müsstest gar keine Schafe fressen, auch
nicht einmal tote, wenn ich dein Feind nicht sein sollte. Ein Tier, das mir schon tote
Schafe frisst, lernt leicht aus Hunger kranke Schafe für tot und gesunde für krank
anzusehen. Mache auf meine Freundschaft also keine Rechnung und geh!«

»Ich muss nun schon mein Liebstes daran wenden, um zu meinem Zwecke zu
gelangen!« dachte der Wolf und kam zu dem sechsten Schäfer.

»Schäfer, wie gefällt dir mein Pelz?« fragte der Wolf.

»Dein Pelz?« sagte der Schäfer. »Lass sehen! Er ist schön; die Hunde müssen dich
nicht oft untergehabt haben.«

»Nun, so höre, Schäfer: Ich bin alt und werde es so lange nicht mehr treiben. Füttere
mich zu Tode, und ich vermache dir meinen Pelz.«

»Ei, sieh doch!« sagte der Schäfer. »Kommst du auch hinter die Schliche der alten
Geizhälse? Nein, nein; dein Pelz würde mich am Ende siebenmal mehr kosten, als er
wert wäre. Ist es dir aber Ernst, mir ein Geschenk zu machen, so gib ihn mir gleich
jetzt.«

Hiermit griff der Schäfer nach der Keule, und der Wolf floh.

»O die Unbarmherzigen!« schrie der Wolf und geriet in äußerste Wut.

»So will ich auch als ihr Feind sterben, ehe mich der Hunger tötet; denn sie wollen es
nicht besser!«

Er lief, brach in die Wohnungen der Schäfer ein, riss ihre Kinder nieder und ward
nicht ohne große Mühe von den Schäfern erschlagen.

Da sprach der weiseste von ihnen: »Wir taten doch wohl unrecht, dass wir den alten
Räuber auf das Äußerste brachten und ihm alle Mittel zur Besserung, so spät und
erzwungen sie auch war, benahmen!«

История старого волка


Злой волк дожил до преклонных лет и принял блестящее решение жить с
пастухами на дружеской ноге. Итак, он встал и подошел к пастуху, чьи полчища
были самыми близкими к его логову. - »Пастух, - сказал он, - ты называешь
меня кровожадным разбойником, которым я на самом деле не
являюсь. Конечно, я должен пасти твоих овец, когда меня мучает голод; потому
что голод причиняет боль. Только защити меня от голода; только насыти меня,
и я буду вполне доволен тобой. Потому что я действительно самое ручное,
кроткое животное, когда сыт «.
»Когда ты сыт? Наверное, это может быть«, - перевел пастух. »Но когда же ты
насытишься? Вы и скупец никогда не станете! Иди своим путем!«

Отвергнутый волк пришел ко второму пастуху. »Ты знаешь, пастух, - было его
обращение, - что я мог бы задушить тебя в течение года какой-нибудь
овцой. Если ты вообще дашь мне шесть овец каждый год, я буду доволен. Тогда
вы можете спокойно спать и без опасений покончить с собаками«.

»Шесть овец?« - сказал пастух. »Да это же целое стадо!«

»Что ж, поскольку это ты, я готов согласиться на пять«, - сказал волк.

»Ты шутишь; пять овец! Я едва ли за весь год приношу в жертву Пану более
пяти овец«.

»Тоже не четверки?« - продолжал спрашивать волк, а пастух насмешливо


покачал головой.

»Трое? - Два?«

»Ни одной«, - наконец выпалила записка. Потому что было бы, наверное, глупо,
если бы я оказался под угрозой со стороны врага, от которого я могу
обезопасить себя своей бдительностью «.

»Всего хорошего - три«, - подумал волк и подошел к третьему пастуху.

»До меня доходит, - говорил он, - что среди вас, пастухов, меня называют
самым жестоким и бессовестным животным. Теперь, Монтан, я хочу доказать
тебе, как ты несправедлив ко мне. Дай мне одну овцу в год, и твоему стаду
будет позволено свободно и невредимо пастись в том лесу, который никто,
кроме меня, не охраняет. Овца? Какая мелочь! Мог ли я быть более
великодушным, мог ли я действовать более бескорыстно? - Ты смеешься,
пастух? В конце концов, над чем ты смеешься?«

»О ни о чем! Но сколько тебе лет, добрый друг?« - сказал пастух.

»Какое тебе дело до моего возраста? Все еще достаточно взрослый, чтобы
задушить твоих любимых ягнят «.

»Не гневайся, старый Изегрим! Мне очень жаль, что вы опоздали со своим
предложением на несколько лет. Твои вырванные зубы выдают тебя. Вы играете
бескорыстно, просто для того, чтобы иметь возможность чем неторопливее, тем
с меньшей опасностью питать себя «.

Волк рассердился, но все же взял себя в руки и подошел к четвертому


пастуху. У этого только что умер его верный пес, и волк воспользовался этим
обстоятельством.
»Пастух, - сказал он, - я поссорился со своими братьями в лесу, и так, что я
никогда больше не помирюсь с ними. Вы знаете, как сильно вы их боитесь! Но
если ты хочешь взять меня в услужение вместо своей умершей собаки, то я
поручусь за то, чтобы они даже не взглянули ни на одну из твоих овец «.

»Значит, ты хочешь защитить ее, - перевел пастух, - от своих братьев в лесу?«

»Что еще я имею в виду? Правда «.

»Это было бы неплохо! Но теперь, если я приму тебя в свою орду, скажи мне,
кто же тогда защитит моих бедных овец от тебя? Взять вора в дом, чтобы
уберечься от воров, кроме дома, это то, что мы, люди, храним . , , «

»Я уже слышал, - сказал волк, - ты начинаешь морализировать. Прощай!«

»Если бы я не был таким старым!« - зарычал волк. »Но, к сожалению, я должен


отправить себя в прошлое.« И вот он добрался до пятого пастуха.

»Ты знаешь меня, пастух?« - спросил волк.

»По крайней мере, я знаю таких же, как ты«, - перевел пастух.

»Такой же, как я? Я в этом очень сомневаюсь. Я такой странный волк, что,
наверное, достоин дружбы с тобой и со всеми пастухами «.

»А какой ты странный, в конце концов?«

»Я не мог бы задушить и съесть живую овцу, и если бы это стоило мне жизни. Я
питаюсь только мертвыми овцами. Разве это не похвально?

Так что всегда позволяй мне время от времени приходить к твоему стаду и
спрашивать, нет ли у тебя . , , «

»Побереги слова!« - сказал пастух. »Тебе вообще не пришлось бы есть овец,


даже мертвых, если бы я не был твоим врагом. Животное, которое, по моему
мнению, ест уже мертвых овец, легко научится от голода считать больных овец
мертвыми, а здоровых - больными. Так что не рассчитывай на мою дружбу и
уходи!«

»Я уже должен обратиться к своему любимому, чтобы достичь своей цели!« -


подумал волк и подошел к шестому пастуху.

»Пастух, как тебе нравится мой мех?« - спросил волк.

»Твоя шуба?« - спросил пастух. »Пусть видят! Он красив; собаки, должно быть,
не часто приютили тебя «.
»Что ж, так слушай, пастух: я стар и больше не буду заниматься этим так
долго. Накорми меня до смерти, и я завещаю тебе свою шубу«.

»Эй, да смотри же!« - сказал пастух. »Ты тоже идешь за хитростью старых
скряг? Нет, нет; твой мех в конечном итоге обошелся бы мне в семь раз дороже,
чем он того стоил. Но если ты серьезно настроен сделать мне подарок, то отдай
его мне прямо сейчас«.

При этом пастух схватился за дубину, и волк убежал.

»О безжалостные!« - закричал волк, впадая в крайнюю ярость.

»Точно так же я хочу умереть как их враг, прежде чем голод убьет меня, потому
что они не хотят ничего лучшего!«

Он бежал, врывался в жилища пастухов, убивал их детей и не без особого труда


был убит пастухами.

Тогда мудрейший из них сказал: »Наверное, мы поступили несправедливо,


доведя старого разбойника до крайности и лишив его всех средств к
исправлению, каким бы запоздалым и вынужденным оно ни было!«

Die Nachtigall und die Lerche


Was soll man zu den Dichtern sagen, die so gern ihren Flug weit über alle Fassung
des größten Teiles ihrer Leser nehmen? Was sonst, als was die Nachtigall einst zu der
Lerche sagte: "Schwingst du dich, Freundin, nur darum so hoch, um nicht gehört zu
werden?"

Соловей и жаворонок
Что сказать о поэтах, которые так любят совершать свой полет далеко за
пределы понимания большей части своих читателей? Что еще, кроме того, что
соловей однажды сказал жаворонку: "Ты поднимаешься так высоко, подруга,
только для того, чтобы тебя не услышали?"
Die Pfauen und die Krähe
Eine stolze Krähe schmückte sich mit den ausgefallenen Federn der farbigen Pfaue
und mischte sich kühn, als sie genug geschmückt zu sein glaubte, unter diese
glänzenden Vögel der Juno. Sie ward erkannt, und schnell fielen die Pfaue mit
scharfen Schnäbeln auf sie, ihr den betrügerischen Putz auszureißen.

"Lasset nach!" schrie sie endlich, "ihr habt nun alle das Eurige wieder." Doch die
Pfaue, welche einige von den eigenen glänzenden Schwingfedern der Krähe bemerkt
hatten, versetzten: "Schweig, armselige Närrin, auch diese können nicht dein sein!" -
und hackten weiter.

Павлины и ворона
Гордая ворона украсила себя диковинными цветными павлиньими перьями и,
когда считала себя достаточно украшенной, смело смешалась с этими
блестящими птицами Юноны. Ее узнали, и вскоре павлины набросились на нее
с острыми клювами, пытаясь сорвать с нее фальшивую штукатурку.

"Успокойтесь! - наконец закричала она, - теперь вы все снова получили свое".


Но павлины, некоторые из которых заметили собственные блестящие маховые
перья вороны, возразили: "Молчи, жалкая дурочка, они тоже не могут быть
твоими!" - и продолжили рубить.

Die Schwalbe
Glaubt mir, Freunde, die große Welt ist nicht für den Weisen, ist nicht für den
Dichter! Man kennt da ihren wahren Wert nicht, und ach! sie sind oft schwach genug,
ihn mit einem nichtigen zu vertauschen.

In den ersten Zeiten war die Schwalbe ein ebenso tonreicher melodischer Vogel wie
die Nachtigall. Sie ward es aber bald müde, in den einsamen Büschen zu wohnen und
da von niemandem als dem fleißige Landmanne und der unschuldigen Schäferin
gehört und bewundert zu werden. Sie verließ ihre demütigere Freundin und zog in die
Stadt. - Was geschah? Weil man in der Stadt nicht Zeit hatte, ihr göttliches Lied zu
hören, so verlernte sie es nach und nach und lernte dafür - bauen.
Die Sperlinge
Eine alte Kirche, welche den Sperlingen unzählige Nester gab, ward ausgebessert. Als
sie nun in ihrem neuen Glanze dastand, kamen die Sperlinge wieder, ihre alten
Wohnungen zu suchen. Allein sie fanden sie alle vermauert. »Zu was«, schrien sie,
»taugt denn nun das große Gebäude? Kommt, verlasst den unbrauchbaren
Steinhaufen!«

Ласточка
Поверьте мне, друзья, большой мир не для мудреца, не для поэта! Вы не знаете
их истинной ценности, и, увы! они часто бывают достаточно слабыми, чтобы
заменить его ничтожеством.

В первые времена ласточка была такой же мелодичной птицей, как и


соловей. Но вскоре ей надоело жить в уединенных кустах и быть услышанной и
восхищенной никем, кроме трудолюбивого деревенского парня и невинной
пастушки. Она бросила своего более скромного друга и переехала в город. - Что
случилось? Поскольку в городе не было времени послушать ее божественную
песню, она постепенно разучила ее и научилась этому - строить

Die Traube
Ich kenne einen Dichter, dem die schreiende Bewunderung seiner kleinen Nachahmer
weit mehr geschadet hat als die neidische Verachtung seiner Kunstrichter.

"Sie ist ja doch sauer!" sagte der Fuchs von der Traube, nach der er lange genug
vergebens gesprungen war. Das hörte ein Sperling und sprach: "Sauer sollte die
Traube sein? Danach sieht sie mir doch nicht aus!" Er flog hin und kostete und fand
sie ungemein süß und rief hundert näschige Brüder herbei. "Kostet doch!" schrie er,
"kostet doch! Diese treffliche Traube schalt der Fuchs sauer."

Sie kosteten alle, und in wenigen Augenblicken ward die Traube so zugerichtet, dass
nie ein Fuchs wieder danach sprang.
Воробьи
Старая церковь, давшая воробьям бесчисленное количество гнезд, была
отремонтирована. Теперь, когда она предстала в своем новом блеске, воробьи
снова пришли искать свои старые жилища. В одиночку они обнаружили, что все
они замурованы. »На что, « кричали они, » теперь годится это большое
здание? Идите, покиньте бесполезную груду камней!«

Die Wasserschlange
Zeus hatte nunmehr den Fröschen einen anderen König gegeben; anstatt eines
friedlichen Klotzes eine gefräßige Wasserschlange.

"Willst du unser König sein", schrien die Frösche, "warum verschlingst du uns?" -
"Darum", antwortete die Schlange, "weil ihr um mich gebeten habt." -

"Ich habe nicht um dich gebeten!" rief einer von den Fröschen, den sie schon mit den
Augen verschlang. - "Nicht?" sagte die Wasserschlange. "Desto schlimmer! So muss
ich dich verschlingen, weil du nicht um mich gebeten hast."

Водяной змей
Зевс теперь дал лягушкам другого царя; вместо мирного бревна - прожорливая
водяная змея.

"Ты хочешь быть нашим королем, - кричали лягушки, - почему ты пожираешь


нас?" - "Поэтому, - ответила змея, - потому что вы просили меня". -

"Я не просил тебя!" - воскликнула одна из лягушек, которую она уже пожирала
глазами. - "Не так ли?" - сказал водяной змей. "Тем хуже!

Die Ziegen
Die Ziegen baten den Zeus, auch ihnen Hörner zu geben; denn anfangs hatten die
Ziegen keine Hörner.

"Überlegt es wohl, was ihr bittet", sagte Zeus. "Es ist mit dem Geschenke der Hörner
ein anderes unzertrennlich verbunden, das euch so angenehm nicht sein möchte."

Doch die Ziegen beharrten auf ihrer Bitte, und Zeus sprach: "So habt denn Hörner!"

Und die Ziegen bekamen Hörner - und Bart! Denn anfangs hatten die Ziegen auch
keinen Bart. O wie schmerzte sie der hässliche Bart, weit mehr, als sie die stolzen
Hörner erfreuten!

Козы
Козы попросили Зевса дать и им рога; потому что изначально у коз не было
рогов.

"Хорошо, подумайте об этом, о чем просите", - сказал Зевс. "С подарком рогов
неразрывно связана еще одна вещь, которая не хочет быть для вас такой
приятной".

Но козы настояли на своей просьбе, и Зевс сказал: "Так имейте же рога!"

И у коз появились рога - и борода! Потому что изначально у коз тоже не было
бороды. О, как причиняла им боль уродливая борода, гораздо больше, чем
радовали гордые рога!

Die eherne Bildsäule


Die eherne Bildsäule eines vortrefflichen Künstlers schmolz durch die Hitze einer
wütenden Feuersbrunst in einen Klumpen. Dieser Klumpen kam einem anderen
Künstler in die Hände, und durch seine Geschicklichkeit verfertigte er eine neue
Bildsäule daraus, von der ersteren in dem, was sie vorstellte, unterschieden, an
Geschmack und Schönheit aber ihr gleich.

Der Neid sah es und knirschte. Endlich besann er sich auf einen armseligen Trost: Der
gute Mann würde dieses noch ganz erträgliche Stück auch nicht hervorgebracht
haben, wenn ihm nicht die Materie der alten Bildsäule dabei zustatten gekommen
wäre.
Die junge Schwalbe
"Was macht ihr da?" fragte eine junge Schwalbe die geschäftigen Ameisen.

"Wir sammeln Vorrat für den Winter", war die Antwort.

"Das ist klug", sagte die Schwalbe, "das will ich auch tun."

Und gleich fing sie an, eine Menge toter Spinnen und Fliegen in ihr Nest zu tragen.

"Aber wozu soll das?" fragte endlich ihre Mutter.

"Wozu? Das ist Vorrat für den bösen Winter, liebe Mutter. Sammle doch auch! Die
Ameisen haben mich diese Vorsicht gelehrt"

"Lass nur die Ameisen!" versetzte die Mutter. "Uns Schwalben hat die Natur ein
schöneres Los bereitet. Wenn der reiche Sommer sich wendet, dann ziehen wir fort
von hier."

Jupiter und das Schaf


Ein Schafweibchen lebte in einer spärlich bewachsenen Gebirgsgegend. Es musste
viel von anderen Tieren erleiden und war ständig auf der Flucht vor Feinden. Ein
Adler kreiste oft über diesem Gebiet, und das Schafweibchen war gezwungen, immer
wieder ihr kleines Schäfchen zu verstecken. Auch musste es achtgeben, dass der Wolf
es nicht entdeckte, denn dieser strolchte auf dem dichtbebuschten Nachbarhügel
herum. Außerdem war es wirklich ein Wunder, dass der Bär aus der waldigen
Schlucht unter ihm es und sein Kind mit seinen riesigen Pranken noch nicht erwischt
hatte.

An einem Sonntag beschloss das Schaf, zum Himmelsgott zu wandern und ihn um
Hilfe zu bitten. Demütig trat es vor Jupiter und schilderte ihm sein Leid. "Ich sehe
wohl, mein frommes Geschöpf, dass ich dich allzu schutzlos geschaffen habe", sprach
der Gott freundlich, "darum will ich dir auch helfen. Aber du musst selber wählen,
was für eine Waffe ich dir zu deiner Verteidigung geben soll. Willst du vielleicht,
dass ich dein Gebiss mit scharfen Fang- und Reißzähnen ausrüste und deine Füße mit
spitzen Krallen bewaffne?"

Das Schaf schauderte. "O nein, gütiger Vater, ich möchte mit den wilden,
mörderischen Raubtieren nichts gemein haben."

"Soll ich deinen Mund mit Giftwerkzeugen wappnen?" Das Schaf wich bei dieser
Vorstellung einen Schritt zurück. "Bitte nicht, gnädiger Herrscher, die Giftnattern
werden ja überall so sehr gehasst."

"Nun, was willst du dann haben?" fragte Jupiter geduldig. "Ich könnte Hörner auf
deine Stirn pflanzen, würde dir das gefallen?"

"Auch das bitte nicht", wehrte das Schaf schüchtern ab, "mit meinem Gehörn könnte
ich so streitsüchtig oder gewalttätig werden wie ein Bock."

"Mein liebes Schaf", belehrte Jupiter sein sanftmütiges Geschöpf, "wenn du willst,
dass andere dir keinen Schaden zufügen, so musst du gezwungenerweise selber
schaden können."

"Muss ich das?" seufzte das Schaf und wurde nachdenklich. Nach einer Weile sagte
es: "Gütiger Vater, lass mich doch lieber so sein, wie ich bin. Ich fürchte, dass ich die
Waffen nicht nur zur Verteidigung gebrauchen würde, sondern dass mit der Kraft und
den Waffen zugleich auch die Lust zum Angriff erwacht."

Jupiter warf einen liebevollen Blick auf das Schaf, und es trabte in das Gebirge
zurück. Von dieser Stunde an klagte das Schaf nie mehr über sein Schicksal.

Merops
"Ich muss dich doch etwas fragen", sprach ein junger Adler zu einem tiefsinnigen
grundgelehrten Uhu. "Man sagt, es gäbe einen Vogel mit Namen Merops, der, wenn
er in die Luft steige, mit dem Schwanze voraus, den Kopf gegen die Erde gekehrt,
fliege. Ist das wahr?"

"Ei nicht doch!" antwortete der Uhu; "das ist eine alberne Erdichtung des Menschen.
Er mag selbst ein solcher Merops sein, weil er nur gar zu gern gen Himmel erfliegen
möchte, ohne die Erde auch nur einen Augenblick aus dem Gesichte zu verlieren."
Minerva
Lass sie doch, Freund! lass sie, die kleinen hämischen Neider deines wachsenden
Ruhmes! Warum will dein Witz ihre der Vergessenheit bestimmte Namen
verewigen?

In dem unsinnigen Kriege, welchen die Riesen wider die Götter führten, stellten die
Riesen der Minerva einen schrecklichen Drachen entgegen. Minerva aber ergriff den
Drachen und schleuderte ihn mit gewaltiger Hand an das Firmament. Da glänzt er
noch, und was so oft großer Taten Belohnung war, ward des Drachens
beneidenswürdige Strafe.

Zeus und das Pferd


"Vater der Tiere und Menschen", so sprach das Pferd und nahte sich dem Throne des
Zeus, "man will, ich sei eines der schönsten Geschöpfe, womit du die Welt geziert,
und meine Eigenliebe heißt es mich glauben. Aber sollte gleichwohl nicht noch
verschiedenes an mit zu bessern sein?" "Und was meinst du denn, das an dir zu
bessern sei? Rede, ich nehme Lehre an", sprach der gute Gott und lächelte.

"Vielleicht", sprach das Pferd weiter, "würde ich flüchtiger sein, wenn meine Beine
höher und schmächtiger wären; ein langer Schwanenhals würde mich nicht verstellen;
eine breitere Brust wurde meine Stärke vermehren; und da du mich doch einmal
bestimmt hast, deinen Liebling, den Menschen, zu tragen, so könnte mir ja wohl der
Sattel anerschaffen sein, den mir der wohltätige Reiter auflegt."

"Gut", versetzte Zeus, "gedulde dich einen Augenblick!" Zeus, mit ernstem Gesichte,
sprach das Wort der Schöpfung. Da quoll Leben in den Staub, da verband sich
organisierter Stoff; und plötzlich stand vor dem Throne - das hässliche Kamel.

Das Pferd sah, schauderte und zitterte vor entsetzendem Abscheu.


"Hier sind höhere und mächtigere Beine", sprach Zeus; "hier ist ein langer
Schwanenhals; hier ist eine breite Brust; hier ist der anerschaffene Sattel! Willst du,
Pferd, dass ich dich so umbilden soll?"

Das Pferd zitterte noch.

"Geh", fuhr Zeus fort; "dieses Mal sei belehrt, ohne bestraft zu werden. Dich deiner
Vermessenheit aber dann und wann reuend zu erinnern, so daure du fort, neues
Geschöpf" - Zeus warf einen erhaltenden Blick auf das Kamel - - "und das Pferd
erblicke dich nie, ohne zu schaudern."

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