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Tränen des Vaterlandes (1636)

Andreas Gryphius(1616-1664)

Wir sind doch nunmehr ganz, ja mehr denn ganz verheeret!


Der frechen Völker Schar, die rasende Posaun;
Das vom Blut fette Schwert, die donnernde Karthaun
Hat aller Schweiß und Fleiß und Vorrat aufgezehret.

Die Türme stehen in Glut, die Kirch ist umgekehret.


Das Rathaus liegt im Graus; die Starken sind zerhaun,
Die Jungfraun sind geschändt; und wo wir hin nur schaun,
Ist Feuer, Pest und Tod, der Herz und Geist durchfähret.

Hier durch die Schanz und Stadt rinnt allzeit frisches Blut.
Dreimal sind schon sechs Jahr, als unser Ströme Flut
Von Leichen fast verstopft sich langsam fortgedrungen.

Doch schweig ich noch von dem, was ärger als der Tod,
Was grimmer denn die Pest und Glut und Hungersnot:
Daß auch der Seelen-Schatz so vielen abgezwungen.

Lesen Sie bitte das Sonett durch und beantworten Sie:


1) Was bedeutet „Tränen des Vaterlandes“?
2) In welcher Beziehung steht das Sonett mit
dem historischen Hintergrund?
Ohne Titel Willkommen und Abschied

1771 Goethe 1789

Mir schlug das Herz; geschwind zu Pferde,

Und fort, wild, wie ein Held zur Schlacht! Es war getan fast eh gedacht.

Der Abend wiegte schon die Erde,

Und an den Bergen hieng die Nacht;

Schon stund im Nebelkleid die Eiche,

Ein aufgetürmter Riese, da,

Wo Finsterniß aus dem Gesträuche

Mit hundert schwarzen Augen sah.

Der Mond von seinem Wolkenhügel,

Schien kläglich aus dem Duft hervor; sah

Die Winde schwangen leise Flügel,

Umsausten schauerlich mein Ohr;

Die Nacht schuf tausend Ungeheuer

Doch tausendfacher war mein Muth; Doch frisch und fröhlich war mein Mut:

Mein Geist war ein verzehrend Feuer, In meinen Adern welches Feuer!

Mein ganzes Herz zerfloß in Gluth In meinem Herzen welche Glut!

Ich sah dich, und die milde Freude Dich sah ich, und die milde Freude

Floß aus dem süßen Blick auf mich. Floß von dem süßen Blick auf mich.

Ganz war mein Herz an deiner Seite,


Und jeder Athemzug für dich.

Ein rosenfarbes Frühlings Wetter'

Lag auf dem lieblichen Gesicht, Umgab das liebliche Gesicht,

Und Zärtlichkeit für mich, ihr Götter!

Ich hoft' es, ich verdient' es nicht.

Der Abschied, wie bedrängt, wie trübe! Doch ach, schon mit der Morgensonne

Aus deinen Blicken sprach dein Herz. Verengt der Abschied mir das Herz:

In deinen Küßen, welche Liebe, In deinen Küssen welche Wonne!

welche Wonne, welcher Schmerz! In deinem Auge welcher Schmerz!

Du gingst, ich stund, und sah zur Erden, Ich ging, du standst und sahst zur Erden

Und sah dir nach mit naßem Blick; Und sahst mir nach mit nassem Blick:

Und doch, welch Glück! geliebt zu werden,

Und lieben, Götter, welch ein Glück!

Denken sie bitte!

Vergleichen Sie bitte die zwei Fassungen. Welche Unterschiede gibt es darin? Warum?
Die Lorelei

Heinrich Heine

Ich weiβ nicht, was soll es bedeuten,


dass ich so traurig bin,
ein Maerchen aus uralten Zeiten,
das kommt mir nicht aus dem Sinn.
Die Luft ist kühl und es dunkelt
und ruhig flieβt der Rhein,
der Gipfel des Berges funkelt
im Abendsonnenschein.

Die schoenste Jungfrau sitzet


dort oben wunderbar,
ihr goldnes Geschmeide blitzet,
sie kaemmt ihr goldenes Haar.
Sie kaemmt es mit goldenem Kamme
und singt ein Lied dabei;
das hat eine wundersame,
gewaltige Melodei.

Den Schiffer im kleinen Schiffe


ergreift es mit wildem Weh,
er shaut nicht die Felsenriffe,
er shaut nur hinauf in die Hoeh.
Ich glaube, dass die Wellen verschlingen
am Ende Schiffer und Kahn,
und das hat mit ihrem Singen
die Lorelei getan.
Mondnacht

Joseph von Eichendorff

Es war als hätt‘ der Himmel

Die Erde still geküsst,

Dass sie im Blütenschimmer

Von ihm nun träumen müsst‘.

Die Luft ging durch die Felder,

Die Ähren wogten sacht,

Es rauschten leis die Wälder,

So sternklar war die Nacht

Und meine Seele spannte

Weit ihre Flügel aus,

Flog durch die stillen Lande,

Als flöge sie nach Haus.


月夜

就好像,是那天空 天空仿佛
悄悄地亲吻了大地, 静静地亲吻过大地,
大地在花朵闪烁的微光中 因而大地此刻在花的微光中
肯定是梦到了天空。 梦见天空。

夜风从田间抚过, 微风拂过田野,
麦穗轻柔地摇摆, 麦穗轻轻地泛起波浪,
森林闲树叶沙沙地低语, 树林低声地沙沙作响,
夜空中群星如此灿烂。 这个夜晚是如此星光灿烂。

而我的心屏气凝息 我的灵魂
展开翅膀, 舒展开她的翅膀,
从寂静的田野上方飞过, 飞过安静的田野,
仿佛向着家园飞去。 仿佛飞向了故乡。
SEHNSUCHT

Joseph von Eichendorff

Es schienen so golden die Sterne,

am Fenster ich einsam stand

und hörte aus weiter Ferne

ein Posthorn im stillen Land.

Das Herz mir im Leibe entbrennte,

Da hab ich mir heimlich gedacht:

Ach, wer da mitreisen könnte

In der prächtigen Sommernacht!

Zwei junge Gesellen gingen

Vorüber am Bergeshang,

Ich hörte im Wandern sie singen

Die stille Gegend entlang:

Von schwindelnden Felsenschlüften,

Wo die Wälder rauschen so sacht,

Von Quellen, die von den Klüften

Sich stürzen in die Waldesnacht.


Sie sangen von Marmorbildern,

Von Gärten, die überm Gestein

In dämmernden Lauben verwildern,

Palästen im Mondenschein,

Wo die Mädchen am Fenster lauschen,

Wann der Lauten Klang erwacht,

Und die Brunnen verschlafen rauschen

In der prächtigen Sommernacht.


Der Panther

Im Jardin des Plantes, Paris

Rainer Maria Rilke

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe

so müd geworden, dass er nichts mehr hält.

Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe

und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,

der sich im allerkleinsten Kreise dreht,

ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,

in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille

sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,

geht durch der Glieder angespannte Stille -

und hört im Herzen auf zu sein.


Ode an die Freude

《欢乐颂》

Beethoven d 小调第九交响曲(合唱)第四乐章

O Freunde, nicht diese Töne! 啊!朋友,何必老调重弹!

Sondern lasst uns angenehmere 还是让我们的歌声

Anstimmen, und freudenvollere. 汇合成欢乐的合唱吧!

Freude, schöner Götterfunken, 欢乐,欢乐,欢乐女神圣洁美丽

Tochter aus Elysium, 灿烂光芒照大地!

Wir betreten feuertrunken, 我们心中充满热情

Himmlische, dein Heiligtum! 来到你的圣殿里!

Deine Zauber binden wieder, 你的力量能使人们

Was die Mode streng geteilt; 消除一切分歧,

Alle Menschen werden Brüder, 在你光辉照耀下


(Schillers Original:

Was der Mode Schwert geteilt;

Bettler werden Fürstenbrüder,)

Wo dein sanfter Flügel weilt. 四海之内皆成兄弟。

Wem der grosse Wurf gelungen, 谁能作个忠实朋友,


Eines Freundes Freund zu sein, 献出高贵友谊,

Wer ein holdes Weib errungen, 谁能得到幸福爱情,

Mische seinen Jubel ein! 就和大家来欢聚。

Ja, wer auch nur eines Seele 真心诚意相亲相爱

Sein nennt auf dem Erdenrund! 才能找到知己!

Und wer's nie gekonnt, der stehle 假如没有这种心意

Weinend sich aus diesem Bund! 只好让他去哭泣。

Freude trinken alle Wesen 在这美丽大地上

An den Brüsten der Natur; 普世众生共欢乐;

Alle Guten, alle Bösen 一切人们不论善恶

Folgen ihrer Rosenspur, 都蒙自然赐恩泽。

Küsse gab sie uns und Reben, 它给我们爱情美酒,

Einen Freund, geprüft im Tod; 同生共死好朋友;

Wollust ward dem Wurm gegeben, 它让众生共享欢乐

Und der Cherub steht vor Gott. 天使也高声同唱歌。

Froh, wie seine Sonnen fliegen 欢乐,好象太阳运行

Durch des Himmels prächt'gen Plan, 在那壮丽的天空。

Laufet, Brüder, eure Bahn, 朋友,勇敢的前进,

Freudig, wie ein Held zum Siegen. 欢乐,好象英雄上战场。

Seid umschlungen, Millionen! 亿万人民团结起来!


Diesen Kuss der ganzen Welt! 大家相亲又相爱!

Brüder! überm Sternenzelt 朋友们,在那天空上,

Muss ein lieber Vater wohnen. 仁爱的上帝看顾我们。

Ihr stürzt nieder, Millionen? 亿万人民虔诚礼拜,

Ahnest du den Schöpfer, Welt? 敬拜慈爱的上帝。

Such ihm überm sternenzelt! 啊,越过星空寻找他,

Über Sternen muss er wohnen. 上帝就在那天空上。


Erinnerung an die Marie A.

Bertolt Brecht

An jenem Tag im blauen Mond September


Still unter einem jungen Pflaumenbaum
Da hielt ich sie, die stille bleiche Liebe
In meinem Arm wie einen holden Traum.
Und über uns im schönen Sommerhimmel
War eine Wolke, die ich lange sah
Sie war sehr weiss und ungeheuer oben
Und als ich aufsah, war sie nimmer da.

Seit jenem Tag sind viele, viele Monde


Geschwommen still hinunter und vorbei
Die Pflaumenbäume sind wohl abgehauen
Und fragst du mich, was mit der Liebe sei?
So sag ich dir: ich kann mich nicht erinnern.
Und doch, gewisse, ich weiß schon, was du meinst
Doch ihr Gesicht, das weiß ich wirklich nimmer
Ich weiß nur mehr: Ich küsste es dereinst.

Und auch den Kuss, ich hatte ihn längst vergessen


Wenn nicht die Wolke da gewesen wär
Die weiß ich noch und werd ich immer wissen
Sie war sehr weiß und kam von oben her.
Die Pflaumenbäume blühn vielleicht noch immer
Und jene Frau hat jetzt vielleicht das siebte Kind
Doch jene Wolke blühte nur Minuten
Und als ich aufsah, schwand sie schon im Wind.
Er ist's
Eduard Mörike

Frühling läßt sein blaues Band


Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
- Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!

Wanderers Nachtlied
Goethe

Über allen Gipfeln


Ist Ruh,
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde,
Warte nur, balde
Ruhest du auch.

Der Radwechsel
Bertolt Brecht

Ich sitze am Straßenhang.


Der Fahrer wechselt das Rad.
Ich bin nicht gern, wo ich herkomme.
Ich bin nicht gern, wo ich hinfahre.
Warum sehe ich den Radwechsel
mit Ungeduld?

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