0% fanden dieses Dokument nützlich (0 Abstimmungen)
42 Ansichten3 Seiten

Arnold 2002

fdbggbgg

Hochgeladen von

rotravel
Copyright
© © All Rights Reserved
Wir nehmen die Rechte an Inhalten ernst. Wenn Sie vermuten, dass dies Ihr Inhalt ist, beanspruchen Sie ihn hier.
Verfügbare Formate
Als PDF, TXT herunterladen oder online auf Scribd lesen
0% fanden dieses Dokument nützlich (0 Abstimmungen)
42 Ansichten3 Seiten

Arnold 2002

fdbggbgg

Hochgeladen von

rotravel
Copyright
© © All Rights Reserved
Wir nehmen die Rechte an Inhalten ernst. Wenn Sie vermuten, dass dies Ihr Inhalt ist, beanspruchen Sie ihn hier.
Verfügbare Formate
Als PDF, TXT herunterladen oder online auf Scribd lesen

Perspektiven der Wirtschaftspolitik 2002 3(1): 131±133

Bericht uÈ ber die Tagung des


Ausschusses
,,Wirtschaftswissenschaften und
Ethik`` vom 01. bis zum 03. MaÈ rz
2001 in Hamburg
Volker Arnold

Die diesjaÈhrige Tagung des Ausschusses ,,Wirtschaftswissenschaften und Ethik``


fand vom 01. bis zum 03. MaÈrz 2001 im Senatssaal der UniversitaÈt der
Bundeswehr in Hamburg statt. Die o È rtliche Organisation lag in den HaÈnden
von Prof. Dr. Johannes Hackmann. Ein Schwerpunktthema der Tagung lautete:
,,Korruption, Strafe und verwandte Probleme``.
PD Dr. Ingo Pies, UniversitaÈt Mu È nster, sprach zum Thema: ,,Korruption: Eine
o
È konomische Analyse mit einem Ausblick auf die Wirtschafts- und Unter-
nehmensethik``. Dabei arbeitete er eine theoretische Leitdifferenz heraus, die
zuerst von Shleifer und Vishny in der Literatur eingefu È hrt wurde: die
o
È konomisch instruierte Unterscheidung zwischen Belastungs- und Entlastungs-
korruption. Im ersten Fall wird die Konsumenten- bzw. Produzentenrente
privater Wirtschaftssubjekte durch korrupte Bu È rokraten enteignet. Im zweiten
Fall verstaÈndigen sich private Wirtschaftssubjekte und korrupte Bu È rokraten auf
Kosten der Allgemeinheit. Aus der sodann durchgefu È hrten oÈ konomischen
Analyse wurde gefolgert, dass eine wichtige Aufgabe der Wirtschafts- und
Unternehmensethik darin bestehe, moralische Fehlurteile korrigieren zu
helfen, die einem konsequenten Einsatz wirksamer Anreizinstrumente zur
KorruptionsbekaÈmpfung im Wege stehen.
PD Dr. Dr. Gerhard Kruip, leitender Direktor des Forschungsinstitutes fu Èr
Philosophie in Hannover, ging in seinem Referat auf den ,,Beitrag der
Zivilgesellschaften in EntwicklungslaÈndern zur KorruptionsbekaÈmpfung am
Beispiel Boliviens`` ein. Viele Gru È nde ± so Kruip ± spraÈchen dafu È r, dass
Korruption eine wichtige Ursache fu È r mangelnde Entwicklungschancen
darstelle. Zivilgesellschaftliche Akteure, in der bilateralen wie der multi-
lateralen entwicklungspolitischen Zusammenarbeit haÈufig als ,,neue
HoffnungstraÈger`` gehandelt, wu È rden zunehmend die KorruptionsbekaÈmpfung
auf ihre Fahnen schreiben, stu È nden aber teilweise auch selbst in der Gefahr
korrupter Praktiken, was bislang weitgehend tabusiert worden sei.

ß Verein fu
È r Socialpolitik und Blackwell Publishers Ltd. 2002, 108 Cowley Road, Oxford OX4 1JF, UK
und 350 Main Street, Malden, MA 02148, USA.
Volker Arnold

Am Beispiel Bolivien zeigte er, wie die im Rahmen der Entschuldungs-


initiative HIPC-II erfolgte Auflage der gemeinsamen Erarbeitung eines
ArmutsbekaÈmpfungsprogramms durch Regierung und Zivilgesellschaft das
o
È ffentliche Bewuûtsein fu È r die Notwendigkeit der KorruptionsbekaÈmpfung
deutlich geschaÈrft und entsprechende Bekenntnisse der Regierung erzwungen
habe. Allerdings zeige sich auch, dass hiermit durch zivilgesellschaftliche
Organisationen eine Parallelstruktur zur parlamentarischen Kontrolle und den
Aufgaben des Rechtssystems geschaffen werden, die nur sinnvoll sei, wenn sie
zu einer Reform des bolivianischen politischen Systems fu È hre.
Prof. Dr. Josef Wieland von der Fachhochschule Konstanz untersuchte in
seinem Vortrag: ,,KorruptionsbekaÈmpfung durch Selbstbindung?`` die Frage, ob
und inwiefern die Selbstbindungsstrategien von Unternehmen zur PraÈvention
korrupter Praktiken in internationalen Transaktionen ,,credible commitments``
sein ko È nnen. Sein oÈ konomischer Referenzpunkt war die an Transaktionskosten
orientierte ,,New Economics of Organization`` und eine daraus entwickelte
Ethik der Governance. Moral und Werte wurden dabei als Ressourcen einer
Organisation aufgefasst, die sie zur Fu È hrung, Steuerung und Kontrolle ihrer
wirtschaftlichen Transaktionen einsetzen ko È nne. PraÈvention der Korruption
durch Selbstbindung bedeute daher den effektiven und effizienten Einbau
moralischer Anreize in die Governancestruktur wirtschaftlicher Transaktionen,
die anfaÈllig sind fuÈ r Korruption. Der systematische Einbau solcher moralischer
Regimes in die UnternehmensablaÈufe fu È hre zu Werte-Management-Systemen
als anwendungsrobusten ,,Policies & Procedures``. Diese ZusammenhaÈnge
entwickelte und erlaÈuterte Wieland anhand empirischer Fallstudien.
Mit der auf J. Bentham zuru È ckgehenden und in neuerer Zeit von G. Becker
und anderen weiterentwickelten Theorie der Strafe beschaÈftigte sich Prof. Dr.
Hans-Peter Weikard, Wageningen University, in seinem Beitrag: ,,Einige
Schwierigkeiten in der Theorie der optimalen Strafe``. Die o È konomische Theorie
der Strafe gehe von der PraÈmisse rationaler Entscheider aus, die Straftaten
genau dann begehen, wenn dies zu ihrem Nutzen ist. Die Ausgestaltung von
Institutionen der Strafe knu È pfe an dieser Voraussetzung an. Die einfache Logik
der oÈ konomischen Theorie der Strafe stecke jedoch bei naÈherer Betrachtung in
Schwierigkeiten. Weikard ging davon aus, dass sich diese Schwierigkeiten
ergeben, weil das Problem der optimalen Strafe als reines Wohlfahrtsmaxi-
mierungsproblem betrachtet werde. Andere Werte, insbesondere individuelle
Rechte, die bei der Durchsetzung des Rechts eine wichtige Rolle spielen, blieben
unberu È cksichtigt. Weikard zeigt sodann, wie die Theorie der optimalen Strafe
modifiziert werden muss, um der Bedeutung individueller Rechte Rechnung zu
tragen.
Das letzte Referat zum Schwerpunktthema hielt Ao. Univ. Prof. Dr. Sonja
Grabner-KraÈuter, UniversitaÈt Klagenfurt. Sie untersuchte ,,die Bedeutung von
Vertrauen im elektronischen Handel``. Ziel ihrer U È berlegungen war es
herauszufinden, welche Unsicherheitsmomente bei der Vereinbarung und
Abwicklung von Markttransaktionen u È ber das Internet bestehen, und welche
Rolle Vertrauen im Zusammenhang mit der kommerziellen Nutzung des

132 ß Verein fu
È r Socialpolitik und Blackwell Publishers Ltd. 2002
,,Wirtschaftswissenschaften und Ethik``

Internets spielen kann. Ausgehend von einem zweckrational-funktiona-


listischen Ansatz wurden die Relevanz von Vertrauen vor dem Hintergrund
o
È konomischer Vorteilsu È berlegungen beurteilt und eine effiziente Nutzung des
Vertrauensmechanismus im Rahmen der Gestaltung von Transaktions- bzw.
Kooperationsbeziehungen im elektronischen Handel diskutiert, wobei als
theoretische Grundlagen insbesondere die Informationso È konomik und die
Prinzipal-Agenten-Theorie herangezogen wurden.
Professor Dr. Joachim Wiemeyer, UniversitaÈt Bochum, referierte u È ber
,,Einkommensverteilung als sozialethische Herausforderung`` im Kontext der
Entwicklung in Deutschland. Im ersten Teil seines Referates fu È hrte er eine
Reihe von empirischen Indikatoren an, die u È ber die Einkommensentwicklung
in den letzten 25 Jahren (fu È r Westdeutschland) und in den letzten 10 Jahren fu Èr
Gesamtdeutschland informieren. Im zweiten Teil wurde die normative
Perspektive auf der Basis der Christlichen Sozialethik vor dem Hintergrund
der biblisch-theologischen Tradition entfaltet. Im dritten Abschnitt wurden
dann normative Defizite der Einkommensverteilung in Deutschland benannt
und auf institutionelle Korrekturmechanismen hingewiesen.
Mit der Frage: ,,Vom Ehegatten- zum Partnerschaftssplitting``, beschaÈftigte
sich Professor Dr. Johannes Hackmann, UniversitaÈt der Bundeswehr, Hamburg.
Ausgangspunkt seiner U È berlegungen war das vom Bundestag verabschiedete
Lebenspartnerschaftsgesetz, das eine neue Regelung fu È r die Einkommens-
besteuerung von (eingetragenen) gleichgeschlechtlichen Lebenspartnern
eingefuÈ hrt hat. Diese entspraÈche nicht dem herko È mmlichen Ehegattensplit-
ting, sie habe jedoch eine Reihe gemeinsamer Zu È ge und sei besteuerungslogisch
ein modifiziertes Ehegattensplitting mit der Konsequenz einer Begrenzung von
Splittingsvorteilen. Es stelle sich einerseits die Frage, was eine unterschiedliche
Besteuerung gleichgeschlechtlicher Lebenspartner und Ehegatten rechtfertige,
und andererseits, was die spezifische steuerliche Begu È nstigung von gleich-
geschlechtlichen Lebenspartnern zu begru È nden vermo È ge. Die Behandlung
dieser Fragen zeigt nach Ansicht Hackmanns u.a., dass die spezifische Differenz
von Ehen und gleichgeschlechtlichen Lebenspartnern ± das Kinderhaben ± bei
der Splittingsrechtfertigung mo È glicherweise zu Unrecht keine hinreichende
Beachtung finde.
Mit der ,,Naturbewertung in o È konomischer und ethischer Perspektive`` setzte
sich Dr. Achim Lerch, UniversitaÈt Kassel, auseinander. Nach der KlaÈrung
grundlegender Wertbegriffe wurden in seinem Beitrag Fragen der Bewertung
von Natur bzw. ihrer Bestandteile zunaÈchst aus Sicht der O È konomie ero È rtert
und dabei das Konzept des o È konomischen Gesamtwertes sowie die
o
È konomische Bewertungsmethode vorgestellt. Anschlieûend wurden Grenzen
dieses oÈ konomischen Ansatzes aus umweltethischer Sicht diskutiert. Hierbei
wurde zwischen anthropozentrischen AnsaÈtzen auf der einen, sowie
pathozentrischen, biozentrischen und physio- bzw. o È kozentrischen AnsaÈtzen
auf der anderen Seite differenziert.

ß Verein fu
È r Socialpolitik und Blackwell Publishers Ltd. 2002 133

Das könnte Ihnen auch gefallen