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Intervalle Dreiklange Und Quintenzirkel

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Einleitung zur Harmonielehre, Intervalle, Dreiklänge und

der Quintenzirkel
copywrite by Martin Eigenmann 2020

1. Intervalle

Am besten verstehst Du dieses Tutorial, wenn Du ein Klavier oder Keboard hast, um das
Erklärte sofort ausprobieren zu können.

Um den vielen möglichen Verwirrungen vorzubeugen, verwende ich im Weiteren die


englischen Notennamen, also B (und nicht H), sowie C#/Db etc.

Oftmals gibt es Verwirrung bei den Intervallen, die man mit den Römischen Zahlen
benennt. Wenn ich von einer Quinte spreche, zählen meine Schüler*innen oft die Halbtöne
und spielen dann eine grosse Terz oder eine Quarte. Die Intervalle leiten sich aber nicht
von den Halbtonschritten ab, sondern basieren, wie alles in der abendländischen
Musiktheorie, auf der Dur-Tonleiter:

I II III IV V VI VII VIII

Halbtonschritt Halbtonschritt

Die Römischen Ziffern entsprechen den Intervallnahmen. Für Verwirrung sorgt aber auch
die Tatsache, dass wir in der Musiktheorie die Zahl Null nicht gebrauchen! Das Null-
Intervall, also wenn kein Abstand zwischen zwei Noten ist, heisst bereits „Prim“ (Lat. für
Eins). So sehen wir also die sieben Hauptintervalle:

1. Prim
2. Sekunde
3. Terz
4. Quarte
5. Quinte
6. Sexte
7. Septime
8. Oktave

Auf der Keyboardtastatur sieht das folgendermassen aus (die VIII wäre dann auf dem C,
gleich nach dem B):

I II III IV V VI VII VIII

Wie Du nun festgestellt hast, fehlen nun noch die jeweiligen Intervalle von C zu den
Schwarzen Tasten, da schliesslich insgesamt 12 Halbtonschritte vorkommen, bevor sich
die Töne (im Oktavabstand) wiederholen. Zur Definition der noch fehlenden Intervalle
orientieren wir uns (bis auf eine Ausnahme) an den bereits definierten Intervallen. So
nennen wir den Abstand vom C zum D die grosse Sekunde und den Abstand vom C zum
C#/Db (also ein Halbton tiefer) die kleine Sekunde, der Abstand vom C zum E ist die
grosse Terz, vom C zum D#/Eb die kleine Terz etc. Die Ausnahme bildet das Intervall
welches sich mit den beiden Tönen C und F#/Gb bildet und Tritonus (engl. Tritone) heisst.
Dazu später mehr.

Im Folgenden die Übersicht über alle Intervalle:

Prim kl. Sekunde gr. Sekunde kl. Terz gr. Terz Quart Tritonus

Quinte kl. Sexte gr. Sexte kl. Septime gr. Septime Oktave

Die blau eingerahmten Intervalle sind sogenannte reine Intervalle, Intervalle, von denen
es weder „Grosse“ noch „Kleine“ gibt. Vom Tritonus (rot eingerahmt) gibt es ebenfalls
weder einen „Grossen“ noch einen „Kleinen“, er ist die oben erwähnte Ausnahme.

Auf der Keyboard-Tastatur sieht das wie folgt aus:

Zwei Mal den selben Ton = Prim Von C nach G = reine Quinte
Von C zu C#/Db = kl. Sekunde Von C nach G#/Ab = kleine Sexte
Von C nach D = gr. Sekunde Von C nach A = gr. Sexte
Von C nach D#/Eb = kl. Terz Von C nach A#/Bb = kl. Septime
Von C nach E = gr. Terz Von C nach B = gr. Septime
Von C nach F = reine Quart Von C nach C = reine Oktave
Von C nach F# = Tritonus
Wenn Du die Chromatische Tonleiter (immer um einen Halbtonschritt fortfahrend) spielst,
so verwendest du 12 Töne, bis sich dein Ausgangston, um eine Oktave versetzt,
wiederholt. Wir haben jetzt also 13 Intervalle definiert und benannt.

Wozu ist das nötig?

Wir können jedes beliebige Intervall von jedem beliebigen Ton aus spielen. Deswegen
müssen wir den Abstand zwischen zwei Tönen festlegen und immer beim gleichen Namen
nennen. Spiele diese Intervalle, zunächst nur vom C aus und merke Dir deren jeweiligen
Klang. Wähle danach ein Intervall, zum Beispiel eine Quinte und spiele sie von allen
möglichen Tönen. Obwohl sich die Tonhöhe bei der parallelen Verschiebung ändert, bleibt
der Zusammenklang der beiden Töne stets gleich. Mache diese Übung mit möglichst allen
anderen Intervallen. Für das nächste Kapitel sind vor allem die Terzen sehr wichtig!

2. Dreiklänge

Die gesamte Harmonielehre ist auf Dreiklänge aufgebaut. Sie zu verstehen und anwenden
zu können ist fundamental. Wir können sämtliche Dreiklänge anhand eines „Terzaufbaus“
konstruieren, deswegen ist es essenziell, dass Du die Intervalle verstehst, insbesondere
die Terzen!

Wir unterscheiden vier verschiedene Dreiklangs-Typen:

Dur Moll Vermindert Übermassig

[Link] kl. Terz kl. Terz [Link] kl. Terz kl. Terz [Link] [Link]

Der Dur-Dreiklang setzt sich also vom untersten Ton zum mittleren Ton aus einer grossen
und vom mittleren zum oberen Ton aus einer kleinen Terz zusammen.

Der Moll-Dreiklang setzt sich vom untersten Ton zum mittleren Ton aus einer kleinen und
vom mittleren zum oberen Ton aus einer grossen Terz zusammen, also genau umgekehrt
wie der Dur-Dreiklang.

Nun hatten wir also die Kombinationen grosse Terz & kleine Terz, sowie kleine Terz und
grosse Terz. Als Nächstes können wir noch folgende Terz-Kombinationen vornehmen und
zwar beim

Verminderten Dreiklang verwenden wir sowohl vom unteren zum mittleren Ton, als auch
vom mittleren zum oberen Ton jeweils die kleine Terz

Und beim Übermässigen Dreiklang verwenden wir vom unteren zum mittleren Ton, als
auch vom mittleren zum oberen Ton jeweils die grosse Terz.
Auch hier bilde ich das Ganze für Nicht-Notenleser auf der Keyboard-Tastatur dar:

Rot = Dur-Dreiklang
Blau = Moll-Dreiklang
Magenta = Verminderter Dreiklang
Grün = Übermässiger Dreiklang

Spiele alle vier Variationen auf der Klaviatur. Verinnerliche ihren Klang und versuche die
Töne der jeweiligen Akkorde auch nachzusingen. Transponiere danach die die Dreiklänge.
Das will heissen, dass Du beispielsweise den Dur-Dreiklang vom C#/Db und danach vom
D etc. spielst. Mach das mit allen Dreiklängen, vor allem aber mit den Dur- und Moll-
Dreiklängen!

3. Der Quintenzirkel

Den Quintenzirkel brauchen wir, um alle 12 möglichen Tonarten zu ordnen. Wie bereits
erwähnt, kannst Du jedes Intervall, jeden Dreiklang aber auch jede Tonleiter oder sonstige
tonale Figuren und Muster von 12 verschiedenen Punkten aus spielen, weil wir ja 12
Halbtonschritte haben, bis sich der gleiche Ton, um eine Oktave versetzt, wiederholt. Dies
ist interessant, um Abwechslung in Deine Musik zu bringen. Es wäre vermutlich langweilig,
wenn alle Musik immer nur in C-Dur stehen würde. Ausserdem haben wir so die
Möglichkeit, das Tonale Zentrum, auch innerhalb des gleichen Stückes oder Liedes zu
verändern. Das Tonale Zentrum bedeutet so viel wie die Tonart, in der wir uns gerade
befinden.

Die einfachste Tonart ist C-Dur, weil wir keine Vorzeichen benötigen um eine Tonleiter
oder andere tonale Figuren oder Muster zu spielen. Deswegen wird die Basis-Theorie
auch in C-Dur erklärt.

An dieser Stelle müssen wir wieder mit der berühmten C-Dur-Tonleiter beginnen, zunächst
in der Notenschrift, später noch anhand der Abbildung einer Klaviatur:
I II III IV V VI VII VIII

Halbtonschritt Halbtonschritt

Wichtig ist hierbei wieder die Verteilung der Halbtonschritte zwischen den Stufen III & IV,
sowie VII & VIII!

Leitton und Gleitton

Jede Dur-Tonleiter hat immer sowohl ihren Gleitton (IV) als ihren einen Leitton (VII).
Wenn wir uns im Quintenzirkel schrittweise bewegen, dann verändern sich, wenn wir in
Richtung der Kreuztonarten, also aufwärts bewegen, die Leittöne und wenn wir uns in
Richtung der B-Tonarten, also abwärts bewegen, die Gleittöne (siehe dazu auch die
Abbildung am Ende dieses Dokumentes!). Das klingt jetzt kompliziert aber schauen wir es
uns nun in der Praxis an.

Gehen wir nun den Quintenzirkel aufwärts, also in die Kreuztonarten:

Wähle den Ton, der vom C aus eine Quinte höher ist. Du landest, wie im 1. Kapitel (die
Intervalle) beschrieben, auf dem G. Deine Aufgabe ist es jetzt, die Dur Tonleiter vom G
aus wieder so zu bilden, dass die Halbtonschritte weiterhin zwischen III und IV & VII und
VIII liegen. Du wirst merken, dass es vom B, welches in G-Dur die III ist und dem C,
welches nun die IV ist, sich bereits ein Halbtonschritt ergibt. Du musst also an dieser Stelle
keine Änderung vornehmen. Wenn Du aber weiterspielst, bemerkst Du, das zwischen dem
E, welches in G-Dur die VI ist und dem F, welches nun die VII ist, sich ein Halbtonschritt
ergibt. Da der Halbtonschritt aber zwischen VII, dem eben erwähnten Leitton, und VIII
liegen sollte, ist das nun falsch. Wenn Du aber, vom G aus gesehen, die VII, also das F,
um einen Halbton erhöhst, erhältst Du den gewünschten Halbtonschritt zwischen VII und
VIII und F# wird als Leitton von G-Dur definiert.

Dies sieht in den Noten wie folgt aus:

I II III IV V VI VII VIII


#
Hier musst Du die
VII um einen
Dieser Halbton- Halbton erhöhen!
schritt ergibt sich
von selbst

Wenn Du also die VII erhöhst, hast Du wieder den gewünschten Sachverhalt, dass sowohl
zwischen der III und IV, als auch VII und VIII ein Halbtonschritt steht. Du hast nun den
Leitton von G-Dur, das F#, gebildet.

Wenn Du also G-Dur als Tonales Zentrum wählst, dann spielst Du überall anstatt einem F,
ein F#.
Gehe nun von G-Dur wieder eine Quinte nach oben! Du landest auf dem D. Nun wirst Du
wieder das Selbe feststellen. Dadurch, dass wir das F, als wir vorhin G als neuen
Grundton definierten und deswegen das F zum F# erhöhten, haben wir jetzt, mit D als
neuen Grundton, zwischen III und IV bereits einen Halbtonschritt. Im oberen Bereich
bemerkst Du aber, dass der Halbtonschritt zwischen B und C liegt, also wie bereits vorhin,
zwischen VI und VII. Um den Halbtonschritt an der richtigen Stelle erscheinen zu lassen,
musst Du nun erneut, von D aus gesehen, die VII erhöhen, also das C zu einem C#
machen. Nun stimmen die Halbtonschritte wieder und C# wird als neuer Leitton von D-
Dur definiert.

I II III IV V VI VII VIII

#
# Hier musst wieder Du
die VII um einen
Dieses F# haben
Halbton erhöhen! C#
wir bereits
ist der neue Leitton.
vorher, bei G-
Dur definiert

Somit ist D-Dur unser neues Tonales Zentrum. Wir haben also zwei Kreuze als
Vorzeichen und zwar F# und C#. Du spielst also überall F# anstatt F, sowie C# anstatt C.

Gehe jetzt auf diese Art und Weise stets um eine Quinte hinauf und erhöhe bei jedem Mal
die VII zum neuen Leitton. Dies macht Sinn, bis Du zum F# als Grundton gelangst. Wenn
Du also zum F# gelangst, dann musst Du das E um einen Halbton erhöhen. Dies sieht auf
der Klaviatur zwar aus wie ein F, ist aber streng theoretisch gesehen, ein E#. Da B-Dur
bereits fünf # hat, muss nun F# gezwungenermassen sechs # haben. Deswegen heisst
der neue Leitton nun E#.

I II III IV V VI VII VIII


#
Hier musst Du
wieder die VII um
Diesen
einen Halbton
Halbtonschritt
erhöhen! E# wird
haben wir bereits
zum Leitton von
Hier wurden vorher, bei B-Dur
F#-Dur
bereits 5 # definiert
gesetzt, um
B-Dur zu
definieren

Nun bist Du bis F# gekommen. Es macht nun keinen Sinn mehr, den Quintenzirkel weiter
empor zu steigen, weil wir die folgenden Tonarten einfacher als B-Tonarten definieren
können. Bevor wir das machen, möchte ich, wie versprochen diese Schritte mit
Abbildungen der Klaviatur beschreiben
I II III IV V VI VII VII

Halbtonschritt Halbtonschritt

Gehe nun eine Quinte nach Oben, definiere das G als neuen Grundton und spiele auf den
weissen Tasten nach oben:
I II III IV V VI VII VIII

Dieser
Halbtonschritt Erhöhe nun die
ergibt sich VII, also das F um
von alleine einen Halbton, um
zu F# zu
gelangen!
F# ist der neue
Leitton.
Hier ergibt sich
der Halbtonschritt
am falschen Ort,
nämlich zwischen
VI und VII

Nun ist G-Dur als Tonales Zentrum definiert. Überall wird nun anstatt F, F# gespielt.

Wir gehen wieder um eine Quinte nach oben. Wichtig: Deute die Quinte immer, indem Du
die ersten fünf Töne der jeweiligen Tonart spielst, also in diesem Fall I=G, II=A, III=B,
IV=C, V=D. So gelangst Du nun zu D und definierst D als den neuen Grundton:

I II III IV V VI VII VIII


I

Hier ergibt sich der


Halbtonschritt durch
die Erhöhung, die Erhöhe nun die
wir beim vorigen VII, also das C um
Arbeitsschritt einen Halbton, um
(Bildung von G-Dur) zu C# zu
vollzogen haben gelangen! C# ist
der neue Leitton.
Nun ist D-Dur als Tonales Zentrum definiert. Überall wird nun anstatt F, F# und C# anstatt
C gespielt.

Gehe nun auf diese Art und Weise weiter, stets um eine Quinte nach oben und erhöhe
jeweils die VII, bis Du F# als deinen neuen Grundton definiert hast. Nun solltest Du
folgendes Tastenbild vor Dir haben:

I II III IV V VI VII VIII

Hier ergibt sich der


Halbtonschritt durch
die Erhöhung, die wir Erhöhe nun die
beim vorigen VII, also das E um
Arbeitsschritt einen Halbton um
vollzogen haben, zu E# zu
beim Definieren von gelangen! E# ist
B-Dur der neue Leitton!

Bitte lies nun den oben, rot eingerahmten Text nochmals. Wir sind nun am selben Ort!

Gehen wir nun den Quintenzirkel abwärts, also in die B-Tonarten:

Im Gegensatz zu den Kreuztonarten, wo wir jeweils die VII zum neuen Leitton erhöht
haben, müssen wir jetzt jeweils die IV vertiefen um den, zur neu definierten Tonart
gehörenden Gleitton festzulegen. Gehen wir hierzu um eine Quinte nach unten. Auch hier
wichtig, gehe stets in der Tonart, in der Du Dich gerade befindest, schrittweise nach
unten! Also C=VIII, B=VII, A=VI, G=V, F=IV. F ist also unser neuer Grundton.

Anders als bei den Kreuztonarten, ist der obere Bereich der Tonleiter korrekt, während wir
nun im unteren Bereich den Halbtonschritt nicht zwischen III und IV haben, wie das für
eine korrekte Dur-Tonleiter sein müsste, sondern zwischen IV und V.
I II III IV V VI VII VIII
b

Hier musst Du die Dieser Halbton-


IV um einen schritt ergibt sich
Halbton Vertiefen! von selbst

Wenn Du also nun die IV vertiefst, hast Du wieder den gewünschten Sachverhalt, dass
sowohl zwischen der III und IV, als auch VII und VIII ein Halbtonschritt steht. Du hast nun
den Gleitton von F-Dur, das Bb, gebildet.

Wenn Du also F-Dur als Tonales Zentrum wählst, dann spielst Du überall anstatt einem B,
ein Bb.
Gehe nun von F-Dur wieder eine Quinte nach unten! Du landest auf dem Bb. Das gleiche
Muster zeigt sich nochmals. Zwischen VII und VIII haben wir bereits den gewünschten
Halbtonschritt, unten ist er aber wieder zwischen IV und V anstatt zwischen III und IV.

I II III IV V VI VII VIII


b
b
b
Hier musst Du
Dieses b hat sich wieder die IV um
bereits bei der einen Halbton
Bildung von F-Dur Vertiefen!
ergeben

Durch das Vertiefen der IV haben wir den gewünschten Halbtonschritt zwischen III und IV
wieder hergestellt und haben mit dem Eb den Gleitton von Bb-Dur definiert. So

Beim weiteren Fortfahren, wirst Du bemerken, dass immer der neu generierte Gleitton, im
nächsten Schritt gleich wieder der neue Grundton sein wird. Wie vorhin Bb der Gleitton
von F wurde, so wurde Bb im nächsten Schritt auch der Grundton. Jetzt hast Du also
gerade Eb als Gleitton von Bb-Dur definiert. Wenn du also weiterfährst, weisst Du schon,
dass Eb gleich der neue Grundton sein wird, den Du auch findest, indem Du, wie gewohnt,
von Bb eine Quinte nach unten gehst. Fahre so weiter, bis Du Gb als neuen Grundton
erhältst.

Wenn Du also zum Gb als neuer Grundton gelangst, dann musst Du das C um einen
Halbton vertiefen. Dies sieht auf der Klaviatur aus wie ein B, ist aber streng theoretisch
gesehen, ein Cb. Da Db-Dur bereits fünf b hat, muss nun Gb gezwungenermassen sechs
b haben. Deswegen heisst der neue Gleitton nun Cb.

I II III IV V VI VII VIII


b
Halbtonschritt
Hier musst Du
wieder die IV um
einen Halbton
vertiefen! Cb wird
Hier wurden zum Gleitton von
bereits 5 b Gb-Dur
gesetzt, um
Db-Dur zu
definieren

Nun bist Du bis Gb-Dur gekommen. Es macht nun wiederum keinen Sinn mehr, den
Quintenzirkel weiter hinunter zu steigen, weil wir die folgenden Tonarten auch wieder
einfacher als Kreuztonarten definieren können. So wäre die nächste Tonart Cb-Dur,
welche 7 b's hätte. Diese Tonart bezeichnest Du lieber mit 5 # als B-Dur.

Im Folgenden werde ich das Absteigen im Quintenzirkel mit Abbildungen der Klaviatur
beschreiben.

Wie bereits beschrieben, haben wir bei unserer Ausgangstonart, C-Dur automatisch die
Halbtonschritte an der richtigen Stelle, nämlich zwischen III und IV, sowie VII und VIII,
wenn wir von C aus auf den Weissen Tasten aufwärts spielen.

Wenn du nun eine Quinte nach unten steigst (bitte wieder unbedingt in der Tonart, wo du
gerade bist runtersteigen, also C=VIII, B=VII, A=VI, G=V, F=IV) und so zum F gelangst,
sieht unsere Ausgangslage wie folgt aus: Vertiefe nun die IV, also das B um
einen Halbton, um zum Bb zu
I II III IV V VI VII VIII
gelangen!
Bb ist der neue Gleitton.

Hier ergibt sich der Halbtonschritt Halbtonschritt


am falschen Ort, nämlich zwischen
VI und VII
Wenn Du jetzt wieder um eine Quinte absteigst, gelangst Du auf das Bb. Nun stellt sich
wieder der genau gleiche Sachverhalt ein. Deine IV ist zu hoch und Du musst sie wieder
vertiefen, damit Du den Leitton von Bb erhältst:

I II III IV V VI VII VIII

Vertiefe nun die IV, also das E um


einen Halbton, um zum Eb zu
gelangen!
Eb ist der neue Gleitton.

Beim weiteren Absteigen in die B-Tonarten wirst Du merken, dass jeweils der neue
Gleitton im nächsten Schritt der neue Grundton ist. Bb war der Gleitton von F-Dur und
wurde, nach dem Absteigen um eine Quinte, zum neuen Grundton. Eb ist der Gleitton von
Bb-Dur und wenn Du zur nächsten Tonart gelangen möchtest, weisst Du bereits, dass es
sich dabei um Eb-Dur handelt. Fahre so weiter, bis Du zu Gb-Dur gelangst. Sodann
solltest Du folgendes Tastenbild vor Dir haben:

I II III IV V VI VII VIII

Vertiefe nun die IV, also das C um


einen Halbton, um zum Cb zu
gelangen!
Cb ist der neue Gleitton.
Spiele auf der Klaviatur mehrere Male den Quintenzirkel durch, sowohl aufsteigend als
auch absteigend, bis Du zum F#-Dur, bzw. Gb-Dur gelangst. Versuche darauf zu achten,
wie bei jeder Progression ein neues Vorzeichen (# oder b) dazukommt und wie sich das
Muster verschiebt, in welchem die Halbtonschritte stets zwischen III und IV und VII und
VIII liegen.

Der Quintenzirkel ist von fundamentaler Bedeutung, wenn Du Dich in der Harmonielehre
auskennen möchtest. Wenn Du ein Sprüchlein lernst (geh du alter Esel etc.) wirst Du
vielleicht die Tonarten ableiten, allerdings das Wesen dieses Musters nicht verstehen
können.

In der folgenden Abbildung seht ihr den Quintenzirkle (engl. Circle of Fifth). Die Symbole in
roter Farbe sind die Dur-Tonarten, die Symbole in blauer Farbe die dazugehörigen
Paralleltonarten (dazu später mehr). Major=engl. Dur, Minor=engl. Moll.

Wenn Du den Quintenzirkel hinab Wenn Du den Quintenzirkel


gehst, vertiefst Du jeweils die IV und empor steigst, erhöhst Du
generierst dabei den neuen jeweils die VII und
Gleitton generierst dabei den neuen
Leitton

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