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s

Vorwort
Inhaltsverzeichnis
Grundlagen der
Zeitstempelung 1

SIMATIC Aufbau 2

Komponenten und Systeme 3


Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 Projektieren der
Zeitstempelung 4
Hochgenaue Zeitstempelung
AS-Leittechnikmeldungen bei
Störungen der Zeitstempelung 5
Funktionshandbuch
Diagnose und Fehlersuche 6

Index

11/2006
A5E00783450-01
Sicherheitshinweise

Dieses Handbuch enthält Hinweise, die Sie zu Ihrer persönlichen Sicherheit sowie zur Vermeidung von
Sachschäden beachten müssen. Die Hinweise zu Ihrer persönlichen Sicherheit sind durch ein
Warndreieck hervorgehoben, Hinweise zu alleinigen Sachschäden stehen ohne Warndreieck. Je nach
Gefährdungsstufe werden die Warnhinweise in abnehmender Reihenfolge wie folgt dargestellt.

! Gefahr
bedeutet, dass Tod oder schwere Körperverletzung eintreten wird, wenn die entsprechenden
Vorsichtsmaßnahmen nicht getroffen werden.

! Warnung
bedeutet, dass Tod oder schwere Körperverletzung eintreten kann, wenn die entsprechenden
Vorsichtsmaßnahmen nicht getroffen werden.

! Vorsicht
mit Warndreieck bedeutet, dass eine leichte Körperverletzung eintreten kann, wenn die
entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen nicht getroffen werden.

Vorsicht
ohne Warndreieck bedeutet, dass Sachschaden eintreten kann, wenn die entsprechenden
Vorsichtsmaßnahmen nicht getroffen werden.

Achtung
bedeutet, dass ein unerwünschtes Ergebnis oder Zustand eintreten kann, wenn der entsprechende
Hinweis nicht beachtet wird.

Beim Auftreten mehrerer Gefährdungsstufen wird immer der Warnhinweis zur jeweils höchsten Stufe
verwendet. Wenn in einem Warnhinweis mit dem Warndreieck vor Personenschäden gewarnt wird,
dann kann im selben Warnhinweis zusätzlich eine Warnung vor Sachschäden angefügt sein.

Qualifiziertes Personal
Das zugehörige Gerät/System darf nur in Verbindung mit dieser Dokumentation eingerichtet und
betrieben werden. Inbetriebsetzung und Betrieb eines Gerätes/Systems dürfen nur von qualifiziertem
Personal vorgenommen werden. Qualifiziertes Personal im Sinne der sicherheitstechnischen Hinweise
dieser Dokumentation sind Personen, die die Berechtigung haben, Geräte, Systeme und Stromkreise
gemäß den Standards der Sicherheitstechnik in Betrieb zu nehmen, zu erden und zu kennzeichnen.

Bestimmungsgemäßer Gebrauch

Beachten Sie Folgendes:

! Warnung
Das Gerät darf nur für die im Katalog und in der technischen Beschreibung vorgesehenen Einsatzfälle
und nur in Verbindung mit von Siemens empfohlenen bzw. zugelassenen Fremdgeräten und -
komponenten verwendet werden. Der einwandfreie und sichere Betrieb des Produktes setzt
sachgemäßen Transport, sachgemäße Lagerung, Aufstellung und Montage sowie sorgfältige
Bedienung und Instandhaltung voraus.

Marken

Alle mit dem Schutzrechtsvermerk ® gekennzeichneten Bezeichnungen sind eingetragene Marken der
Siemens AG. Die übrigen Bezeichnungen in dieser Schrift können Marken sein, deren Benutzung durch
Dritte für deren Zwecke die Rechte der Inhaber verletzen kann.

Haftungsausschluss

Wir haben den Inhalt der Druckschrift auf Übereinstimmung mit der beschriebenen Hard- und Software
geprüft. Dennoch können Abweichungen nicht ausgeschlossen werden, so dass wir für die vollständige
Übereinstimmung keine Gewähr übernehmen. Die Angaben in dieser Druckschrift werden regelmäßig
überprüft, notwendige Korrekturen sind in den nachfolgenden Auflagen enthalten.

Siemens AG A5E00783450-01 Copyright © Siemens AG 2006


Automation and Drives 11/2006 Änderungen vorbehalten
Postfach 4848
90437 NÜRNBERG
DEUTSCHLAND
Vorwort

Zweck der Dokumentation


Diese Dokumentation gibt Ihnen einen vollständigen Überblick über folgende
Themen bei der Anwendung der hochgenauen Zeitstempelung:
• benötigte Komponenten
• Zusammenspiel der Komponenten
• Projektierung der Komponenten
Der erste Abschnitt gibt Ihnen einen Einblick in die Möglichkeiten und
Anwendungsfälle der hochgenauen Zeitstempelung und richtet sich an folgende
Zielgruppen:
• zukünftige Anwender von SIMATIC PCS 7
• verantwortliche Entscheider über den Einsatz eines Leitsystems
• Vertriebsleute und Projekteure innerhalb und außerhalb von Siemens
Die weiteren Abschnitte zeigen den Aufbau und die Projektierung der
hochgenauen Zeitstempelung und richten sich an Personen, die in folgenden
Bereichen tätig sind:
• konzeptionelle Aufbereitung von PCS 7-Lösungen
• Anlagen- und Systemprogrammierung
• Projektierung und Inbetriebnahme
• Service

Erforderliche Grundkenntnisse
Zum Verständnis der Dokumentation sind allgemeine Kenntnisse auf dem Gebiet
der Automatisierungstechnik und der Prozessleittechnik erforderlich.
Außerdem werden Kenntnisse über die Verwendung von PCs oder PC-ähnlichen
Arbeitsmitteln (z. B. Programmiergeräten) unter den für PCS 7 freigegebenen
Windows-Betriebssystemen vorausgesetzt.

Änderungen gegenüber der Vorgängerversion


Im Folgenden finden Sie eine Übersicht der wichtigsten Änderungen in der
Dokumentation gegenüber der Vorgängerversion:
• Zeitstempelung mit Genauigkeit 1 ms
• Zeitstempelung mit ET 200iSP

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 iii
Vorwort

Gültigkeitsbereich der Dokumentation


Diese Dokumentation ist gültig für das Software-Paket Process Control System;
PCS 7 Toolset ab V7.0.

Konventionen
In dieser Dokumentation sind die Bezeichnungen von Elementen der Software-
Oberflächen in der Sprache dieser Dokumentation aufgeführt. Wenn Sie ein
MultiLanguage-Package für das Betriebssystem installiert haben, werden nach
einer Sprachumschaltung trotzdem einige Bezeichnungen in der Basissprache des
Betriebssystems angezeigt und weichen deshalb von der Bezeichnung in der
Dokumentation ab.

PCS 7-Glossar
Ein PCS 7-Glossar, in welchem wichtige Fachbegriffe definiert sind, die in der
Dokumentation verwendet werden, finden Sie auf der DVD SIMATIC PCS 7;
Manual Collection oder innerhalb der PCS 7-Software über das Hilfemenü des
SIMATIC Managers (Menübefehl Hilfe > Hilfethemen > Schaltfläche "Glossar").

Weitere Unterstützung
Bei Fragen zur Nutzung der im Handbuch beschriebenen Produkte, die Sie hier
nicht beantwortet finden, wenden Sie sich bitte an Ihren Siemens-Ansprechpartner
in den für Sie zuständigen Vertretungen und Geschäftsstellen.
Ihren Ansprechpartner finden Sie unter:
http://www.siemens.com/automation/partner
Den Wegweiser zum Angebot an technischen Dokumentationen für die einzelnen
SIMATIC Produkte und Systeme finden Sie unter:
http://www.siemens.de/simatic-tech-doku-portal
Den Online-Katalog und das Online-Bestellsystem finden Sie unter:
http://mall.automation.siemens.com/

Trainingscenter
Um Ihnen den Einstieg in das Prozessleitsystem SIMATIC PCS 7 zu erleichtern,
bieten wir entsprechende Kurse an. Wenden Sie sich bitte an Ihr regionales
Trainingscenter oder an das zentrale Trainingscenter in D 90327 Nürnberg.
Telefon: +49 (911) 895-3200.
Internet: http://www.sitrain.com

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


iv A5E00783450-01
Vorwort

Technical Support
Sie erreichen den Technical Support für alle A&D-Produkte
• Über das Web-Formular für den Support Request
http://www.siemens.de/automation/support-request
• Telefon: + 49 180 5050 222
• Fax: + 49 180 5050 223
Weitere Informationen zu unserem Technical Support finden Sie im Internet unter
http://www.siemens.de/automation/service

Service & Support im Internet


Zusätzlich zu unserem Dokumentations-Angebot bieten wir Ihnen im Internet unser
Know-how an.
http://www.siemens.com/automation/service&support
Dort finden Sie:
• den Newsletter, der Sie ständig mit den aktuellsten Informationen zu Ihren
Produkten versorgt.
• die für Sie richtigen Dokumente über unsere Suche in Service & Support.
• ein Forum, in welchem Anwender und Spezialisten weltweit Erfahrungen
austauschen.
• Ihren Ansprechpartner für Automation & Drives vor Ort.
• Informationen über Vor-Ort Service, Reparaturen, Ersatzteile. Vieles mehr
steht für Sie unter dem Begriff "Leistungen“ bereit.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 v
Vorwort

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


vi A5E00783450-01
Inhaltsverzeichnis

1 Grundlagen der Zeitstempelung 1-1


1.1 Grundlagen der hochgenauen Zeitstempelung ................................................ 1-1
1.2 Zeitstempelung von Signaländerungen ............................................................ 1-3
1.3 Ablauf der Zeitstempelung................................................................................ 1-4
1.4 Ablauf der Zeitstempelung in der Anschaltungsbaugruppe.............................. 1-5
2 Aufbau 2-1
2.1 Hardware-Aufbau.............................................................................................. 2-1
2.2 Besonderheiten der Anschaltungsbaugruppe .................................................. 2-3
2.3 Hochgenaue Zeitstempelung mit 1 ms Genauigkeit......................................... 2-4
2.4 Anlagenplanung und Projektierung .................................................................. 2-5
3 Komponenten und Systeme 3-1
3.1 Übersicht: Komponenten und Systeme ............................................................ 3-1
3.2 SIMATIC-Station............................................................................................... 3-1
3.3 Kommunikationsbaugruppen............................................................................ 3-2
3.4 Dezentrale Peripherie ....................................................................................... 3-3
3.5 Diagnose des IM_DRV ..................................................................................... 3-4
3.6 Uhrzeit-Master .................................................................................................. 3-5
4 Projektieren der Zeitstempelung 4-1
4.1 Projektierungsschritte im Überblick .................................................................. 4-1
4.2 Parametrieren der CPs ..................................................................................... 4-3
4.2.1 So parametrieren Sie den CP 443-1 (Industrial Ethernet)................................ 4-4
4.2.2 So parametrieren Sie den CP 443-5 Extended ................................................ 4-5
4.2.3 So parametrieren Sie den PROFIBUS-Anschluss der CPU............................. 4-6
4.3 Parametrieren der ET 200-Station.................................................................... 4-9
4.3.1 Einstellungsmöglichkeiten an der ET 200-Station............................................ 4-9
4.3.2 So parametrieren Sie die Anschaltungsbaugruppe........................................ 4-10
4.3.3 Beispiele für Einstellungen an der Anschaltungsbaugruppe IM 153-2........... 4-13
4.3.4 So parametrieren Sie die Digitaleingabebaugruppe SM 321 ......................... 4-15
4.3.5 Beispiele für Einstellungen an der Digitaleingabebaugruppe SM 321 ........... 4-17
4.3.6 So parametrieren Sie die Digitaleingabebaugruppe SM 131 ......................... 4-18
4.3.7 Beispiel für Einstellungen an der Digitaleingabebaugruppe SM 131 ............. 4-20
4.4 Parametrieren der CPU-Eigenschaften .......................................................... 4-21
4.4.1 So parametrieren Sie die CPU-Eigenschaften ............................................... 4-21
4.5 Projektieren der symbolischen Namen........................................................... 4-22
4.5.1 So projektieren Sie für Signale symbolische Namen ..................................... 4-22
4.6 Projektieren der Eingangssignale................................................................... 4-24
4.6.1 So projektieren Sie die Eingangssignale ........................................................ 4-24
4.7 Erzeugen der Baugruppentreiber ................................................................... 4-25
4.7.1 So erzeugen Sie die Baugruppentreiber ........................................................ 4-25
4.8 Übersetzen und Laden der AS ....................................................................... 4-26
4.8.1 So übersetzen und laden Sie das AS............................................................. 4-26

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 vii
Inhaltsverzeichnis

4.9 Vergeben der Meldetexte ............................................................................... 4-27


4.9.1 So vergeben Sie die Meldetexte..................................................................... 4-27
4.10 Übersetzen der OS ......................................................................................... 4-29
4.10.1 So übersetzen Sie die OS .............................................................................. 4-29
5 AS-Leittechnikmeldungen bei Störungen der Zeitstempelung 5-1
5.1 Störung der Zeitstempelung ............................................................................. 5-1
5.2 AS-Leittechnikmeldung "Anlaufdaten".............................................................. 5-2
5.3 AS-Leittechnikmeldung "Uhrzeittelegramm-Ausfall" ........................................ 5-4
5.4 AS-Leittechnikmeldung "Uhrzeitdifferenz zwischen Telegramm
und interner Uhr gefährdet Genauigkeit".......................................................... 5-5
5.5 AS-Leittechnikmeldung "STOP der Funktionalität Zeitstempelung"................. 5-6
5.6 AS-Leittechnikmeldung "Meldungsverlust am IM (Pufferüberlauf)".................. 5-7
5.7 AS-Leittechnikmeldung "Umschalten bei Redundanz"..................................... 5-8
5.8 AS-Leittechnikmeldung "Redundanz_Info_Verlust" ......................................... 5-9
6 Diagnose und Fehlersuche 6-1
6.1 Übersicht: Diagnose und Fehlersuche ............................................................. 6-1
6.2 Diagnose der Zeitstempelung........................................................................... 6-1
6.3 So überprüfen Sie den Meldeweg .................................................................... 6-3
6.4 So führen Sie die CP-Diagnose durch.............................................................. 6-4
6.5 So kontrollieren Sie die Uhrzeit in der CPU ..................................................... 6-5
6.6 Baustein IM_DRV ............................................................................................. 6-7
6.7 Diagnose der Redundanz bei H-Systemen ...................................................... 6-8
6.8 Diagnose an der Anschaltungsbaugruppe ....................................................... 6-8
Index Index-1

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


viii A5E00783450-01
1 Grundlagen der Zeitstempelung

1.1 Grundlagen der hochgenauen Zeitstempelung

Einleitung
In dieser Dokumentation ist die Funktion der Zeitstempelung digitaler
Eingangssignale beschrieben. Der Anwender kann die Zeitstempelung in seinem
System durch Projektierung aktivieren und diese Zeitinformation in seinem
Beobachtungssystem anzeigen lassen.

Definition
Unter Zeitstempelung wird in dieser Dokumentation Folgendes verstanden:
Die Zuordnung einer Zeitinformation mit hoher zeitlicher Genauigkeit zu dem
Wechsel des Zustandes eines erfassten Prozesssignals.
Die Erfassung von Zustandsänderungen digitaler Eingangssignale und die
Zuordnung der Zeitinformation werden von SIMATIC-Komponenten ausgeführt.

Einsatz
Mögliche Einsatzbereiche der hochgenauen Zeitstempelung sind:
• Zeitgenaue Erfassung einer Störung in einer prozesstechnischen Anlage. Die
Zeitstempelung ermöglicht die eindeutige Identifizierung von Signalen, die auf
die Ursache des Ausfalls einer Teilanlage hinweisen.
• Analyse von anlagenweiten Zusammenhängen
• Erfassung und Meldung des Ablaufs zeitkritischer Signaländerungen

Voraussetzung
Voraussetzung für die Zeitstempelung ist eine Synchronisation der Uhrzeit aller zu
diesem System gehörenden Geräte. Die Geräte werden dazu mit einem
Uhrzeitmaster verbunden.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 1-1
Grundlagen der Zeitstempelung

Genauigkeit
Für die Zeitstempelung mit der hochgenauen Zeitstempelung gilt:
• Wenn Signale aus dem Prozess an getrennten PROFIBUS DP-Master-
systemen erfasst werden und Ereignisse gleichzeitig an den Eingabe-
baugruppen eintreffen, dann unterscheiden sich die Zeitstempel der
resultierenden Meldungen im Beobachtungssystem um maximal x Milli-
sekunden (siehe nachfolgende Tabelle). Die Genauigkeit ist von der
eingesetzten Peripherie abhängig.
• Die Zeitstempelung ist unabhängig davon, ob sich die PROFIBUS DP-Master-
systeme in einer oder mehreren SIMATIC 400-Stationen befinden.

Peripherie Erreichbare Beschreibung


Genauigkeit
ET 200M 1 ms Bei ET 200M können Sie mit ausgewählten Digitaleingabebau-
gruppen Signale mit einer Genauigkeit von 1ms erfassen.
Weitere Informationen hierzu finden Sie im Abschnitt
"Hochgenaue Zeitstempelung mit 1 ms Genauigkeit"
ET 200M 10 ms Bei ET 200M können Sie mit ausgewählten Digitaleingabebau-
gruppen Signale mit einer Genauigkeit von 10 ms erfassen.
ET 200iSP 20 ms Bei ET 200iSP können Sie mit ausgewählten Digitaleingabe-
baugruppen Signale mit einer Genauigkeit von 20 ms
erfassen

Auflösung
Die dargestellte Auflösung der Uhrzeit beträgt 1 ms (unabhängig von der
Genauigkeit).

Vorteil
Die hochgenaue Zeitstempelung ist unabhängig von Zykluszeiten.

Eigenschaft
• Die hochgenaue Zeitstempelung ist nur für Digitaleingabebaugruppen
einsetzbar.

Weitere Informationen
• Weitere Informationen zu den freigegebenen Digitaleingabebaugruppen finden
Sie im Abschnitt "Komponenten und Systeme".

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


1-2 A5E00783450-01
Grundlagen der Zeitstempelung

1.2 Zeitstempelung von Signaländerungen

Achtung!
Setzen Sie die hochgenaue Zeitstempelung nur für ausgewählte, für den Prozess
wichtige Signale ein und keinesfalls für alle einzulesenden Digitalsignale:
Es besteht die Gefahr, dass zu viele Signale zur gleichen Zeit gemeldet werden
(z. B. bei einer Störung). Dadurch können Meldungen durch einen Pufferüberlauf
verloren gehen.

Zeitgenaue Erfassung
Mit der Zeitstempelung wird die Analyse von Störungsursachen erleichtert.
Beispiel
Wenn ein Kessel zur Dampferzeugung ausfällt, verursacht dieses Ereignis einen
Meldungsschwall:
• Die Temperatur und der Druck fallen unter einen vorgegebenen Grenzwert, der
Flammenwächter spricht an, die nachfolgende Teilanlage meldet
"Dampfmenge zu klein" usw.
• Zur eindeutigen Bestimmung der Ursache des Ausfalls sucht der Bediener die
erste Meldung des Meldungsschwalls (z. B. "Gasdruck zu gering").
• Da nach dem Ausfall einer Teilanlage viele Meldungen innerhalb der gleichen
Sekunde eintreffen, ist eine Auflösung der Meldeuhrzeit von einer Sekunde
nicht ausreichend. Mit Hilfe der Zeitstempelung werden gezielt die Signale
erfasst, die zum Abschalten des Kessels geführt haben. Der Bediener kann
deswegen die Abschaltursache leicht auswerten.

Anlagenweite Zusammenhänge
Ein weiterer Aspekt ist die Ermittlung von Zusammenhängen mit anderen
Teilanlagen.
Beispiel
Die hochgenaue Zeitstempelung wird anlagenweit eingeführt:
Durch einen anlagenweiten Vergleich des Zeitstempels relevanter Signale kann
eine kurzzeitige Qualitätseinbuße in einer Teilanlage auf eine Störung in einer
anderen Teilanlage zurückgeführt werden.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 1-3
Grundlagen der Zeitstempelung

1.3 Ablauf der Zeitstempelung

Beschreibung
Die folgende Tabelle beschreibt den Ablauf einer Zeitstempelung.
Die digitalen Eingänge einer Baugruppe in dem Dezentralen Peripheriegerät
(ET 200M, ET 200iSP) werden auf Signaländerungen überwacht.

Schritt Wer/Wo? Was?


1 IM Die Anschaltungsbaugruppe IM (IM 153-2, IM 152-1) speichert die
Änderung eines Signalzustandes.
2 IM Die Anschaltungsbaugruppe IM (IM 153-2, IM 152-1) speichert die
Information über ein "Kommendes Ereignis" mit der jeweils aktuellen
Uhrzeit in einer Meldungsliste (in der IM).
Merkmale:
• Die Zeitauflösung der Zeitstempelung beträgt 1 ms.
• Zusätzlich werden Sondermeldungen in der Meldungsliste gespeichert
(Ereignisse, welche die Meldungsbearbeitung beeinflussen).
• Maximal 20 Meldungen einer Meldeliste bilden einen Datensatz.
• Eine IM speichert bis zu 15 Datensätze.
3 IM Die Anschaltungsbaugruppe IM (IM 153-2, IM 152-1) löst einen Prozess-
alarm beim DP-Master (z. B. SIMATIC-Station S7-4xx) aus, wenn:
• in der IM eine Meldungsliste (Datensatz) mit Meldungen belegt ist.
• nach einer Sekunde mindestens eine Meldung in einer Meldungsliste
vorliegt.
4 CPU Die CPU liest als Reaktion auf den Prozessalarm (OB 4x) den Datensatz
aus.
5 IM_DRV Der Treiberbaustein "IM_DRV" erzeugt aus dem Prozessalarm einen
Alarm_T (Alarm_8-Baustein mit einem Zeitstempel im ersten Begleitwert).
Der Alarm_T überträgt das Meldeereignis an die angeschlossenen
Operator Stationen.
Durch die Projektierung ist festgelegt, welcher Signalübergang 0->1 oder
1->0 mit dem Signalstatus "KOMMEND" gemeldet wird. Beim Verlassen
des mit "KOMMEND" gemeldeten Zustandes wird die Meldung
"GEHEND" erzeugt.
Die Signale mit Zeitstempel werden lückenlos und zeitlich monoton
steigend in der Meldeliste der Operator Station abgelegt.
Meldetexte sind als Default beim IM_DRV hinterlegt (weitere
Informationen hierzu finden Sie im Abschnitt "AS-Leittechnikmeldung bei
Störungen der Zeitstempelung") und können angepasst werden (weitere
Informationen hierzu finden Sie im Abschnitt "Vergeben der Meldetexte").
6 Synchronisation Alle in der Anlage eingesetzten Operator Stationen und SIMATIC-
Stationen müssen mit der gleichen aktuellen Uhrzeit versorgt sein:
• Der Uhrzeitmaster regelt die Uhrzeitsynchronisation für die
Zeitstempelung.
• Als Uhrzeitmaster werden eingesetzt z. B.:
- "Uhrzeitsender für Industrial Ethernet"
- "SICLOCK TM"
- "Synchronisieren über eine AS als Uhrzeitmaster"

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


1-4 A5E00783450-01
Grundlagen der Zeitstempelung

1.4 Ablauf der Zeitstempelung in der


Anschaltungsbaugruppe
Die folgende Abbildung zeigt den Ablauf der Zeitstempelung von
Signaländerungen in der Anschaltungsbaugruppe (IM 153-2, IM 152-1).

8KULQGHU
$QVFKDOWXQJVEDXJUXSSH
$QODXIGHU(76WDWLRQLVW
DEJHVFKORVVHQ'LH$QVFKDOWXQJV 8KU]HLWWHOHJUDPP
EDXJUXSSHLVWEHUHLW]XP OHVHQ
'DWHQDXVWDXVFKPLWGHP
'30DVWHU
8KUGHU
$QVFKDOWXQJVEDXJUXSSH
VWHOOHQ
/LHJHQ
1HLQ ]XU.RQILJXUDWLRQ
SDVVHQGH
=HLWVWHPSHOSDUDPHWHU DNWXHOOH8KU]HLW
YRU"

-D

8KULQGHU 1HLQ
)HKOHUPHOGXQJDQ'30DVWHU
$QVFKDOWXQJVEDXJUXSSH
'LJLWDOHLQJDQJVVLJQDOH
JHVWHOOW"
ZHUGHQQLFKW]HLWJHVWHPSHOW 8KU]HLWZLUGDXI
ರ1RUPDOHUರ'DWHQDXVWDXVFK 8KUJHVHW]W
PLW'30DVWHUZLUGGDGXUFK
QLFKWEHHLQWU¦FKWLJW -D

$QODXIGDWHQHU]HXJHQ
/HVHQGHU=XVW¦QGHGHU
SURMHNWLHUWHQ'LJLWDOHLQJ¦QJH 5HGXQGDQ]"
3UR]HVVDODUPDQ'30DVWHU
GDPLW0HOGXQJVSXIIHUJHOHVHQ
ZLUG

žEHUZDFKXQJGHU
SURMHNWLHUWHQ'LJLWDOHLQJ¦QJH 5HGXQGDQ]"
EHL†QGHUXQJ(U]HXJXQJGHU
0HOGXQJXQG(LQWUDJLQGHQ
0HOGXQJVSXIIHU

'LDJQRVHGHV
8KU]HLWWHOHJUDPPV
%HL$XVIDOOE]Z8KU]HLWVSUXQJ 5HGXQGDQ]"
JU¸¡HUGHU]XO¦VVLJHQ7ROHUDQ]
(U]HXJXQJHLQHU6RQGHUPHO
GXQJXQG(LQWUDJLQGHQ
0HOGXQJVSXIIHU

%HL5HGXQGDQ]KDWGLH
SDVVLYH
3UR]HVVDODUPDQ'30DVWHU
$QVFKDOWXQJVEDXJUXSSH
GDPLW
LPPHUHLQ$EELOGGHU
0HOGXQJVSXIIHUJHOHVHQZLUG
=HLWVWHPSHOPHOGXQJHQ

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 1-5
Grundlagen der Zeitstempelung

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


1-6 A5E00783450-01
2 Aufbau

2.1 Hardware-Aufbau

Einleitung
Für die Erfassung der Signale nutzen Sie die dezentrale Peripherie auf Basis von
ET 200M oder ET 200iSP.
Dieser Abschnitt zeigt Ihnen beispielhaft den Hardware-Aufbau, den Sie für eine
Zeitstempelung benötigen.

Beispielanlage mit Zeitstempelung


Die folgende Abbildung zeigt Ihnen ein Beispiel für den Aufbau einer Anlage mit
Zeitstempelung.

26&OLHQW 26&OLHQW

7HUPLQDOEXV

8KU]HLW (QJLQHHULQJ 266HUYHU


0DVWHU 6WDWLRQ
6,&/2&.

$QODJHQEXV

&3
6,0$7,&6WDWLRQ
6 &3([WHQGHG

352),%86'3
'H]HQWUDOH3HULSKHULH(70PLW,0
'LJLWDOHLQJDEHEDXJUXSSHQ]XU6LJQDOHUIDVVXQJ
VLHKH$EVFKQLWWಮ.RPSRQHQWHQXQG6\VWHPHಯ

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 2-1
Aufbau

Beispielanlage hochverfügbares Automatisierungssystem mit Zeitstempelung


Sie können die Funktion der Zeitstempelung auch in Verbindung mit einer S7-400H
und dezentraler Peripherie einsetzen:
• Bei ET 200M ist ein redundanter Aufbau bis zum Sensor möglich (vollständig
redundante dezentrale Peripherie).
• ET 200iSP kann an einen redundanten PROFIBUS DP angeschlossen werden
(redundante Anschaltung).
Nachfolgend sehen Sie ein mögliches Anlagenbeispiel mit ET 200M.

26&OLHQW 26&OLHQW

7HUPLQDOEXV

8KU]HLW (QJLQHHULQJ 266HUYHU


0DVWHU 6WDWLRQ
6,&/2&.

$QODJHQEXV

&3
6,0$7,&6WDWLRQ
6+)+ &3([WHQGHG

352),%86'3
'H]HQWUDOH3HULSKHULH(70 MH6WDWLRQ[,0
'LJLWDOHLQJDEHEDXJUXSSHQ]XU6LJQDOHUIDVVXQJ
VLHKH$EVFKQLWWಮ.RPSRQHQWHQXQG6\VWHPHಯ

Weitere Informationen
• Informationen zur Anschaltungsbaugruppe IM 153-2 finden Sie im Handbuch
Dezentrales Peripheriegerät ET 200M.
• Informationen zur Anschaltungsbaugruppe IM 152-1 finden Sie im Handbuch
Dezentrales Peripheriegerät ET 200iSP.
• Informationen zum redundanten Aufbau dezentraler Peripherie in PCS 7 finden
Sie in folgenden Dokumentationen:
- Funktionshandbuch Prozessleitsystem PCS 7; Hochverfügbare
Prozessleitsysteme
- Handbuch Automatisierungssystem S7-400H, Hochverfügbare Systeme

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


2-2 A5E00783450-01
Aufbau

2.2 Besonderheiten der Anschaltungsbaugruppe

Einleitung
Der Meldepuffer der Anschaltungsbaugruppe (IM 153-2, IM 152-1) kann durch
einen Signalschwall oder eine zu große, ständig gemeldete Anzahl von Signalen
überlastet werden. Diese Überlastung kann zu einem Meldungsverlust führen.
Stellen Sie deshalb bei der Anlagenplanung sicher, dass der Meldepuffer der
Anschaltungsbaugruppe nicht überlastet wird.

Meldeschwall
Beim Auftreten von "ungewöhnlichen" Ereignissen in einer Anlage (z. B. Ausfall
eines Anlagenteils) kann es dazu kommen, dass sich Signaländerungen nahezu
gleichzeitig ereignen.
Dieses Verhalten ist durch eine Analyse der technologischen Zusammenhänge
erklärbar.
Beispiel
Die Änderungshäufigkeit von Signalen einer Anlage kann wie folgt hochgerechnet
werden:
• Im Mittel ändern sich ca. 2% der Signale pro Sekunde.
• Im ungünstigsten Fall (z. B. Ausfall eines Anlagenteils) ändern sich bis zu 30%
der Signale pro Sekunde.

Meldungsverlust
Wenn alle Signale mit Zeitstempelung einer Anlage in einer ET 200-Station
zusammengefasst sind, kann es beim Auftreten von "ungewöhnlichen" Ereignissen
zu einem Meldungsverlust in der entsprechenden Anschaltungsbaugruppe
kommen. Der Meldungsverlust wird in Abhängigkeit von der Ursache über AS-Leit-
technik Meldungen angezeigt (weitere Informationen finden Sie im Abschnitt
"AS-Leittechnikmeldungen bei Störungen der Zeitstempelung").
Beispiel für 10 ms-Zeitstempelung
Eine Anlage mit ET 200M hat im Endausbau 1500 digitale Signale:
• Nach der angenommenen Hochrechnung können sich bei dieser Anlage im
ungünstigsten Fall 450 Signale pro Sekunde ändern.
• Wenn 128 Signale (max. 8 Digitaleingabebaugruppen SM 321 mit je
16 Eingängen) in einer ET 200M-Station parametriert sind, können Meldungen
aus folgenden Gründen verloren gehen:
- Zu den Prozessmeldungen werden weitere systeminterne Meldungen
generiert (weitere Informationen finden Sie im Abschnitt "AS-Leittechnik-
meldungen bei Störungen der Zeitstempelung").
- Die nachfolgenden Bearbeitungsstufen (Anschaltungsbaugruppe,
IM_DRV-Bausteine, AS-Meldungsverarbeitung, OS-Meldungsverarbeitung)
benötigen mehr Zeit, um die Prozessmeldungen auszuwerten.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 2-3
Aufbau

2.3 Hochgenaue Zeitstempelung mit 1 ms Genauigkeit

Regeln für den Aufbau der hochgenauen Zeitstempelung mit 1 ms Genauigkeit


• Sie synchronisieren das Automatisierungssystem über einen Uhrzeit-Master,
z. B. SICLOCK TM.
• Sie setzen im Automatisierungssystem folgende Baugruppen ein:
- Anschaltungsbaugruppe IM 153-2 (ab 6ES7153-2BAx1-0XB0)
- Digitaleingabebaugruppen der ET200M
• Sie nutzen für die hochgenauer Zeitstempelung die DI-Baugruppe
6ES7321-7BHxx-0AB0.
• Sie stecken die Baugruppen (DI-Baugruppe 6ES7321-7BHxx-0AB0), die
Eingangssignale mit hochgenauem Zeitstempel verarbeiten sollen, lückenlos
ab Steckplatz 4.
• Sie parametrieren die Eingangsverzögerung aller Digitaleingänge mit
hochgenauer Zeitstempelung identisch, auf den Minimalwert (100 Mikro-
sekunden).
• Sie deaktivieren die Prozessalarme für alle Digitaleingänge mit hochgenauer
Zeitstempelung.
• Sie gewährleisten beim Anlagenaufbau, dass sich im DP-Mastersystem keine
Repeater im Signalweg zwischen der CPU des Automatisierungssystems und
einer ET 200M befinden, auf der Digitaleingänge mit hochgenauer
Zeitstempelung erfasst werden.
• Sie werten die Digitaleingänge mit hochgenauer Zeitstempelung nicht aus,
bevor die Anlaufzeit der ET 200M abgelaufen ist (mindestens 10 Sekunden).
• Sie setzen für die Erfassung der Signale geeignete Signalgeber ein.

Hinweis
Beachten Sie die Physik der Signalgeber.
Unterschiedliche Übergänge der Eingangssignale (Anstiegszeiten, Spikes, …)
können bezüglich der Genauigkeit der Zeitstempelung unterschiedlich wirken.

Einschränkung
Zu einer Verschlechterung der Zeitstempelgenauigkeit kann es während folgender
Ereignisse kommen:
• Bearbeitungen von Diagnosen
• Firmware-Update
• Lesen der Identifikations- und Maintenance-Daten (I&M-Daten)
• andere azyklische Dienste

Gültigkeitsbereich
Die Genauigkeit der Zeitstempelung gilt pro DP-Mastersystem.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


2-4 A5E00783450-01
Aufbau

2.4 Anlagenplanung und Projektierung

Hinweis
Mit den folgenden Maßnahmen stellen Sie sicher, dass Meldungen auch bei einem
Pufferüberlauf im Archiv erfasst werden (z. B. bei einer Anlagenstörung):
• Achten Sie bei der Anlagenplanung und bei der Projektierung auf die
gleichmäßige Verteilung der zu erfassenden Signale in der Anlage.
• Kontrollieren Sie bei nachträglicher Projektierung die Belastung der
SIMATIC-Station (Kontrolle über "Baugruppenzustand-Online"). Projektieren
Sie deshalb in stark belasteten SIMATIC-Stationen nur für relevante Signale
eine Zeitstempelung (weitere Informationen finden Sie im Abschnitt
"Grundlagen der hochgenauen Zeitstempelung").
• Wenn Sie eine große Anzahl von Signalen mit Zeitstempelung projektieren
wollen, dann trennen Sie die analogen und digitalen Signale stationsweise.
• Projektieren Sie je ET 200M-Station maximal 128 Digitaleingänge. Projektieren
Sie in den ET 200M-Stationen nur Digitaleingänge.
• Parametrieren Sie die Verzögerungszeiten für die Eingänge identisch.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 2-5
Aufbau

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


2-6 A5E00783450-01
3 Komponenten und Systeme

3.1 Übersicht: Komponenten und Systeme

Einleitung
In diesem Abschnitt werden die für die Zeitstempelung digitaler Eingangssignale
notwendigen Komponenten und Systeme vorgestellt.

Systeme
Um die mit einer hochgenauen Uhrzeitstempelung erfassten Signale anzuzeigen
und zu archivieren, verwenden Sie das Bedien- und Beobachtungssystem
PCS 7 OS.

Komponenten
Für die Umsetzung der Zeitstempelung digitaler Eingangssignale kommen
folgende Komponenten zum Einsatz:
• SIMATIC-Station
• Kommunikationsbaugruppen
• Dezentrale Peripherie
• Baustein IM_DRV
• Uhrzeit-Master

3.2 SIMATIC-Station

SIMATIC Stationen
Sie können für die Meldungsverarbeitung und die Weiterleitung der Meldungen an
die Operator Stationen in den SIMATIC-Stationen CPUs der Baureihen S7-400 und
S7-400H einsetzen.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 3-1
Komponenten und Systeme

3.3 Kommunikationsbaugruppen

Kommunikationsbaugruppen
Für die Zeitstempelung können Sie folgende Kommunikationsbaugruppen
einsetzen:
• CP 443-1
• CP 443-5 Extended

Hinweis
Sie können anstelle des CP 443-5 Extended auch den PROFIBUS DP-Anschluss
der CPU nutzen.

Eigenschaften

Eigenschaft CP 443-1 CP 443-5 Extended


Einsatz als ... ... Schnittstelle zum Anlagenbus ... Schnittstelle zum Dezentralen
Peripheriegerät
Einsatz zum ... zwischen SIMATIC-Station und ... zwischen SIMATIC-Station und
Aufbau der Operator Station Dezentralem Peripheriegerät
Verbindung ... Der CP 443-5 Extended leitet die
gestempelten Meldungen, die über den
PROFIBUS DP (Feldbus) übertragen
werden, an die CPU weiter.
Anschluss an Industrial Ethernet (Anlagenbus) PROFIBUS DP (Feldbus)
Bussystem
Bestell-Nr. 6GK7 443-1EX11-0XE0 6GK7 443-5DX04-0XE0
6GK7 443-1EX10-0XE0 6GK7 443-5DX03-0XE0
6GK7 443-1EX02-0XE0 6GK7 443-5DX02-0XE0
Einbau auf Steckplätzen der SIMATIC-Station im auf Steckplätzen der SIMATIC-Station im
Baugruppenträger (Universalrack (UR) ) Baugruppenträger (Universalrack (UR) )

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


3-2 A5E00783450-01
Komponenten und Systeme

3.4 Dezentrale Peripherie

Dezentrale Peripherie
Die Zeitstempelung kann mit folgenden Dezentralen Peripheriegeräten aufgebaut
werden:
• ET 200M
• ET 200iSP
Zur Erfassung der Signaländerungen werden im Dezentralen Peripheriegerät
folgende Baugruppen eingesetzt:
• Anschaltungsbaugruppe für den PROFIBUS DP für die Vorverarbeitung der
Signale
• Digitaleingabebaugruppen zur Erfassung der Signaländerungen

Anschaltungsbaugruppen für PROFIBUS DP

Genauigkeit Bestell-Nr. Dezentrales Baugruppe Erzeugnisstand


Peripheriegerät
1 ms 6ES7 153-2BA01-0XB0 ET 200M IM 153-2 alle
1 ms 6ES7 153-2BA81-0XB0 ET 200M IM 153-2 alle
10 ms 6ES7 153-2BB01-0XB0 ET 200M IM 153-2 FO alle
10 ms 6ES7 153-2BA00-0XB0 ET 200M IM 153-2 >=3
10 ms 6ES7 153-2BB00-0XB0 ET 200M IM 153-2 FO >=3
10 ms 6ES7 153-2AA02-0XB0 ET 200M IM 153-2 >=7
10 ms 6ES7 153-2AB01-0XB0 ET 200M IM 153-2 FO >=6
20 ms 6ES7 152-1AA00-0AB0 ET 200iSP IM 152-1 1.0
20 ms 6ES7 152-1AA00-0AB0 ET 200iSP IM 152-1 >=2.0
(für redundante
Anschaltung)

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 3-3
Komponenten und Systeme

Digitaleingabebaugruppen

Bestell-Nr. Dezentrales Baugruppe Einsatz als


Peripheriegerät
6ES7 321-7BH00-0AB0 ET 200M SM 321 Baugruppe zur Erfassung des
6ES7 321-7BH01-0AB0 Prozesssignals mit 16
potenzialgetrennten Eingängen
(DC 24 V) und
Diagnosemeldungen
6ES7 321-7TH00-0AB0 ET 200M SM 321 Baugruppe zur Erfassung des
Prozesssignals mit 16
Eingängen (NAMUR)
6ES7 321-7RD00-0AB0 ET 200M SM 321 Baugruppe zur Erfassung des
Prozesssignals mit 16
Eingängen (NAMUR)
geeignet für EX-Bereich
6ES7 131-7RF00-0AB0 ET 200iSP SM 131 Baugruppe zur Erfassung des
Prozesssignals mit
8 Eingängen (NAMUR)

Hinweis
Die Vergleichbarkeit der Signale ist unter folgenden Voraussetzungen gegeben:
• Einheitliche Baugruppentypen werden verwendet.
• Die Parametrierung der Baugruppen ist vergleichbar (z. B. ist die
Verzögerungszeit für alle Eingänge gleich parametriert).

3.5 Diagnose des IM_DRV

Weitere Informationen
Weitere Informationen zum Diagnoseverhalten des Treiberbausteins IM_DRV
finden Sie in der Online-Hilfe CFC zum Baustein IM_DRV.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


3-4 A5E00783450-01
Komponenten und Systeme

3.6 Uhrzeit-Master

Uhrzeit-Master SICLOCK TM
Der Uhrzeit-Master verteilt das Zeitsignal an die zu synchronisierenden Operator
Stationen und SIMATIC-Stationen.
Als Uhrzeit-Master können Sie z. B. SICLOCK TM einsetzen:
• Der Uhrzeit-Master SICLOCK TM synchronisiert über Industrial Ethernet/Fast
Ethernet die angeschlossenen, zu synchronisierenden Stationen.
• Der Uhrzeit-Master SICLOCK TM kann über ein Uhrzeitsignal synchronisiert
werden, z. B. von einem SICLOCK GPS-Decoder oder einem
SICLOCK DCFRS-Empfänger.

Einsetzbare SICLOCK TM-Komponenten


Informationen und Bestelldaten zu den in PCS 7 einsetzbaren
SICLOCK TM-Komponenten finden Sie im Katalog ST PCS 7.1
(Addons für PCS 7).

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 3-5
Komponenten und Systeme

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


3-6 A5E00783450-01
4 Projektieren der Zeitstempelung

4.1 Projektierungsschritte im Überblick

Hinweis
Verwenden Sie für die Zeitstempelung ausschließlich die freigegebenen
Baugruppen.

Voraussetzung
Die Komponenten des Automatisierungssystems sind in HW Konfig angelegt.
Die Abbildung zeigt eine beispielhafte Konfiguration in HW Konfig für die
Zeitstempelung:

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 4-1
Projektieren der Zeitstempelung

Projektierungsschritte im Überblick

Schritt Was?
1 Parametrieren der CPs:
• Parametrieren des CP 443-1 (Industrial Ethernet)
• Parametrieren des CP 443-5 Extended
• Parametrieren des PROFIBUS-Anschlusses der CPU
2 Parametrieren der ET 200M-Station:
• Stromversorgung (keine Projektierung erforderlich)
• Parametrieren der Anschaltungsbaugruppe: IM 153-2/IM 152-1
• Digitaleingabebaugruppen:
- Parametrieren der Digitaleingabebaugruppe SM 321
- Parametrieren der Digitaleingabebaugruppe SM 131
3 Parametrieren der CPU-Eigenschaften
4 Projektieren der Symbole
5 Projektieren der Eingangssignale
6 Erzeugen der Baugruppentreiber
7 Übersetzen und Laden des AS
8 Vergeben der Meldetexte
9 Übersetzen der OS

Weitere Informationen
• Online-Hilfe zu HW Konfig
• Liste PCS 7 - Freigegebene Baugruppen

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


4-2 A5E00783450-01
Projektieren der Zeitstempelung

4.2 Parametrieren der CPs


In diesem Abschnitt sind beschrieben:
• Parametrieren des CP 443-1 (Industrial Ethernet)
• Parametrieren des CP 443-5 Extended
• Parametrieren des PROFIBUS-Anschlusses der CPU

PROFIBUS-Master
Der PROFIBUS-Master ist die Komponente, welche die Systemuhrzeit auf dem
PROFIBUS verteilt.
Als PROFIBUS-Master können Sie folgende Komponenten verwenden:
• CP 443-5 Extended
• internen PROFIBUS-Anschluss der CPU

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 4-3
Projektieren der Zeitstempelung

4.2.1 So parametrieren Sie den CP 443-1 (Industrial Ethernet)

Voraussetzung
In der Konfigurationstabelle zur SIMATIC-Station ist ein CP 443-1 projektiert (Typ
des CP: siehe Abschnitt "Komponenten und Systeme >
Kommunikationsbaugruppen").

Vorgehen
1. Markieren Sie in HW Konfig den CP 443-1.
2. Wählen Sie den Menübefehl Bearbeiten > Objekteigenschaften.
3. Aktivieren Sie im Register "Uhrzeitsynchronisation" das Optionskästchen
"Uhrzeitsynchronisation im SIMATIC Verfahren einschalten":

4. Klicken Sie auf die Schaltfläche "OK", um die Einstellungen zu übernehmen.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


4-4 A5E00783450-01
Projektieren der Zeitstempelung

4.2.2 So parametrieren Sie den CP 443-5 Extended

Voraussetzung
In der Konfigurationstabelle zur SIMATIC-Station ist ein CP 443-5 Extended
projektiert (Typ des CP: siehe Abschnitt "Komponenten und Systeme >
Kommunikationsbaugruppen").

Vorgehen
1. Markieren Sie in HW Konfig den CP 443-5 Extended.
2. Wählen Sie den Menübefehl Bearbeiten > Objekteigenschaften.
3. Aktivieren Sie im Register "Betriebsart" das Optionsfeld "DP Master".

4. Wählen Sie das Register "Optionen".


5. Aktivieren Sie in der Gruppe "Uhrzeitsynchronisation" das Optionsfeld
"Von Station an LAN".
Damit werden die Uhrzeittelegramme des Uhrzeit-Masters an den PROFIBUS
weitergeleitet.

6. Klicken Sie auf die Schaltfläche "OK", um die Einstellungen zu übernehmen.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 4-5
Projektieren der Zeitstempelung

4.2.3 So parametrieren Sie den PROFIBUS-Anschluss der CPU

Voraussetzung
In der Konfigurationstabelle ist die S7-400-CPU projektiert.

Regeln zur Parametrierung des Zeitintervalls


In dem nachfolgenden Vorgehen sind bei der Parametrierung des Zeitintervalls für
den PROFIBUS-Anschluss der CPU folgende Regeln zu beachten.
Die Parametrierung des Zeitintervalls für die Synchronisation ist abhängig von den
an den DP-Mastersystemen angeschlossenen Anschaltungsbaugruppen
(IM 153-2, IM 152-1):

Eigenschaft Regeln
IM am DP- Wenn am DP-Mastersystem ausschließlich Anschaltungsbaugruppen (IM) mit
Mastersystem variablem Zeitintervall (z. B. IM 153-2BA00) eingesetzt sind, dann stellen Sie das
Zeitintervall für die Synchronisation der CPU auf 10 Sekunden ein.
am DP-Mastersystem Stellen Sie für die Synchronisation der DP-Slaves Folgendes ein:
sind IMs mit gleichem • Wenn alle DP-Slaves am DP-Mastersystem für die Synchronisation ein
Zeitintervall (fest oder Zeitintervall von einer Sekunde erwarten, dann stellen Sie das Zeitintervall
variabel) für die Synchronisation der CPU auf 1 Sekunde ein.
• Wenn alle DP-Slaves am DP-Mastersystem für die Synchronisation ein
Zeitintervall von 10 Sekunden erwarten, dann stellen Sie das Zeitintervall für
die Synchronisation der CPU auf 10 Sekunden ein.
am DP-Mastersystem Wenn Sie an einem DP-Mastersystem Anschaltungsbaugruppen (IM) mit
sind IMs mit unterschiedlichem Zeitintervall einsetzen, dann stellen Sie für das jeweilige
unterschiedlichen DP-Mastersystem das minimal nötige Zeitintervall ein (siehe Regeln zu: am
Zeitintervall (fest und DP-Mastersystem sind IM mit gleichem Zeitintervall).
variabel)
Regeln zur Optimierung:
Mehrfache Vermeiden Sie eine Mehrfachsynchronisation. Stellen Sie Zeitintervalle für alle
Synchronisation Synchronisationen auf gleiche Werte ein.
• Stellen Sie das Zeitintervall für die Synchronisation der DP-Slaves ein.
• Stellen Sie das Zeitintervall, für den Uhrzeit-Master die Synchronisation der
Anlage durchführt ein.
Belastung der CPU Wenn die in der Anlage vorhandenen DP-Slaves für die Synchronisation ein
minimieren Zeitintervall von einer Sekunde erwarten, dann können Sie die Belastung der
CPU minimieren, indem Sie folgende Einstellung vornehmen:
• Stellen Sie für den Uhrzeit-Master des Systems das Zeitintervall auf
10 Sekunden ein.
• Stellen Sie für die DP-Slaves das Zeitintervall auf eine Sekunde ein."

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


4-6 A5E00783450-01
Projektieren der Zeitstempelung

Vorgehen
1. Markieren Sie in HW Konfig den PROFIBUS-Anschluss der CPU.
2. Wählen Sie den Menübefehl Bearbeiten > Objekteigenschaften.
3. Aktivieren Sie im Register "Betriebsart" das Optionsfeld "DP Master".

4. Wählen Sie das Register "Uhr".

Hinweis
Die Einstellmöglichkeiten im Register "Uhr" sind abhängig von der eingesetzten
Anschaltungsbaugruppe (IM).

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 4-7
Projektieren der Zeitstempelung

5. Wählen Sie in der Klappliste "Synchronisationsart" den Eintrag "Als Master".


Damit werden die Uhrzeittelegramme des Uhrzeit-Masters an den PROFIBUS
weitergeleitet.

Hinweis
Beachten Sie bei der Einstellung der Klappliste "Zeitintervall" die Abhängigkeit der
Einstellmöglichkeiten von den eingesetzten Anschaltungsbaugruppen (IM).
Beachten Sie die "Regeln zur Parametrierung des Zeitintervalls" in diesem
Abschnitt.

6. Klicken Sie auf die Schaltfläche "OK", um die Einstellungen zu übernehmen.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


4-8 A5E00783450-01
Projektieren der Zeitstempelung

4.3 Parametrieren der ET 200-Station

4.3.1 Einstellungsmöglichkeiten an der ET 200-Station

Hierarchie der Einstellungen

Auf Ebene … ... in HW Konfig Auswirkung auf Einstellungsmöglichkeit


einstellbar
DP-Slave Eigenschaften alle Digitaleingabe- • Zeitstempelung ein/aus
(Baugruppen- der baugruppen in • steigende oder fallende Flanke
träger) Anschaltungs- einer ET 200- (siehe Abschnitt "Beispiele für
baugruppe Station Einstellungen an der
Anschaltungsbaugruppe
IM 153-2")
Baugruppe Eigenschaften alle Kanäle einer • Zeitstempelung ein/aus
der Digitaleingabe- • steigende oder fallende Flanke
Digitaleingabe- baugruppe (siehe Abschnitt "Beispiele für
baugruppe Einstellungen an der
Digitaleingabebaugruppe
SM 321")
Kanal Eigenschaften einen einzelnen • Zeitstempelung ein/aus
der Kanal einer • steigende oder fallende Flanke
Digitaleingabe- Digitaleingabe- (siehe Abschnitt "Beispiele für
baugruppe baugruppe Einstellungen an der
Digitaleingabebaugruppe
SM 321")

Hinweis
Durch die Aktivierung/Passivierung an einer übergeordneten Stelle (z. B. am
DP-Slave) werden untergeordnete Einstellungen überschrieben.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 4-9
Projektieren der Zeitstempelung

4.3.2 So parametrieren Sie die Anschaltungsbaugruppe

Voraussetzungen
• Ein DP-Mastersystem ist an einem CP 443-5 Extended oder an dem
PROFIBUS-Anschluss der CPU projektiert.
• An dem DP-Mastersystem ist mindestens eine Anschaltungsbaugruppe mit
Digitaleingabebaugruppen für die Zeitstempelung projektiert (Typ der
Digitaleingabebaugruppe: siehe Abschnitt "Komponenten und Systeme >
Dezentrale Peripherie").

Vorgehen

Hinweis
Wenn Sie die Digitaleingabebaugruppen einzeln konfigurieren wollen, dann rufen
Sie die Objekteigenschaften der jeweiligen Digitaleingabebaugruppe auf.
Weitere Informationen finden Sie in folgenden Abschnitten:
• "So parametrieren Sie die Digitaleingabebaugruppe SM 321"
• "So parametrieren Sie die Digitaleingabebaugruppe SM 131"

1. Markieren Sie in HW Konfig die Anschaltungsbaugruppe.


2. Wählen Sie den Menübefehl Bearbeiten > Objekteigenschaften.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


4-10 A5E00783450-01
Projektieren der Zeitstempelung

3. Tragen Sie im Register "Allgemein" im Eingabefeld "Bezeichnung" eine


eindeutige Bezeichnung für die Anschaltungsbaugruppe ein.
Eine eindeutige Bezeichnung erleichtert die Zuordnung von
Programmbausteinen für weitere Projektierungsschritte und Meldungen.

4. Wählen Sie das Register "Uhrzeitstempelung".

Hinweis
Das Register "Uhrzeitstempelung" ist im Dialogfeld "Objekteigenschaften" der
Anschaltungsbaugruppe nur dann vorhanden, wenn Sie in der ET 200-Station
mindestens eine Digitaleingabebaugruppe projektiert haben, die eine
Zeitstempelung unterstützt (siehe Abschnitt "Einstellungsmöglichkeiten an der
ET 200-Station").

5. Aktivieren Sie in der Gruppe "Vorbelegung aller Eingänge" das


Optionskästchen "Zeitstempelung".

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 4-11
Projektieren der Zeitstempelung

6. Legen Sie fest, welche Flanke des Prozesssignals von der IM als ein
"Kommendes Ereignis" interpretiert wird. Der korrespondierende
Signalübergang wird als Signal "Gehend" interpretiert.
Aktivieren Sie dazu das Optionsfeld, das dem gewünschten Signalübergang
entspricht:
- "Fallende Flanke 1 -> 0" oder
- "Steigende Flanke 0 -> 1"
Wenn sich der statische Zustand eines Signals ändert, wird zu diesem
Zeitpunkt eine Meldung erzeugt.
7. Klicken Sie auf die Schaltfläche "OK", um die Einstellungen zu übernehmen.

Achtung!
Die Einstellungen im Dialogfeld "DP Slave Eigenschaften" gelten für alle Kanäle
der in dieser ET 200-Station eingesetzten Digitaleingabebaugruppen mit
Zeitstempelung. Eine Änderung der "Vorbelegung der Eingänge" wirkt sich auf die
Einstellungen für alle Eingänge dieser ET 200-Station aus.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


4-12 A5E00783450-01
Projektieren der Zeitstempelung

4.3.3 Beispiele für Einstellungen an der Anschaltungsbaugruppe


IM 153-2

1. Beispiel
IM 153-2 - Zeitstempelung für die gesamte ET 200M-Station aktiviert (oder nur eine
Baugruppe mit Zeitstempelung in dieser ET 200M-Station):

2. Beispiel
IM 153-2 - Zeitstempelung für die ET 200M-Station passiviert:

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 4-13
Projektieren der Zeitstempelung

3. Beispiel
IM 153-2 - Zeitstempelung für (einzelne) Baugruppen oder (einzelne) Kanäle
aktiviert:

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


4-14 A5E00783450-01
Projektieren der Zeitstempelung

4.3.4 So parametrieren Sie die Digitaleingabebaugruppe SM 321

Hinweis
Diesen Abschnitt brauchen Sie nur zu lesen, wenn Sie die Uhrzeitsynchronisation
für jede Digitaleingabebaugruppe separat einstellen wollen.

Voraussetzungen
• In HW Konfig ist mindestens eine ET 200M-Station projektiert.
• Auf einem Steckplatz der ET 200M-Station (IM 153-2) ist eine
Digitaleingabebaugruppe SM 321 projektiert (Typ der
Digitaleingabebaugruppe: siehe Abschnitt "Komponenten und Systeme >
Dezentrale Peripherie").

Vorgehen
1. Markieren Sie in der IM 153-2 die Digitaleingabebaugruppe SM 321.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 4-15
Projektieren der Zeitstempelung

2. Öffnen Sie das Kontextmenü und wählen Sie den Menübefehl


Objekteigenschaften.
3. Aktivieren Sie im Register "Uhrzeitstempelung" das Optionskästchen
"Zeitstempelung" und aktivieren Sie das gewünschte Optionsfeld für die
Flankenauswertung.
Weitere Informationen hierzu finden Sie im Abschnitt "Beispiele für
Einstellungen an der Digitaleingabebaugruppe SM 321":
- für alle Eingänge einer Digitaleingabebaugruppe ("Vorbelegung aller
Eingänge") oder
- separat für jeden Eingang einer Digitaleingabebaugruppe ("Einzelbelegung
der Eingänge").

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


4-16 A5E00783450-01
Projektieren der Zeitstempelung

4.3.5 Beispiele für Einstellungen an der Digitaleingabebaugruppe


SM 321

1. Beispiel
Einstellung an der Baugruppe - Vorbelegung aller Eingänge aktiviert:

2. Beispiel
Einstellung an der Baugruppe - Kanalspezifische Einzelbelegung der Eingänge
aktiviert:

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 4-17
Projektieren der Zeitstempelung

4.3.6 So parametrieren Sie die Digitaleingabebaugruppe SM 131

Hinweis
Diesen Abschnitt brauchen Sie nur zu lesen, wenn Sie die Uhrzeitsynchronisation
für jede Digitaleingabebaugruppe separat einstellen wollen.

Voraussetzungen
• In HW Konfig ist eine ET 200iSP-Station projektiert.
• Auf einem Steckplatz der ET 200iSP-Station (IM 152-1) ist eine
Digitaleingabebaugruppe SM 131 (8 DI NAMUR) projektiert (Typ der
Digitaleingabebaugruppe: siehe Abschnitt "Komponenten und Systeme >
Dezentrale Peripherie").

Vorgehen
1. Markieren Sie in der IM 152-1 die Digitaleingabebaugruppe SM 131.

2. Öffnen Sie das Kontextmenü und wählen Sie den Menübefehl


Objekteigenschaften.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


4-18 A5E00783450-01
Projektieren der Zeitstempelung

3. Aktivieren Sie im Register "Uhrzeitstempelung" das Optionskästchen


"Zeitstempelung" und aktivieren Sie das gewünschte Optionsfeld für die
Flankenauswertung.
Vergleichbare Informationen hierzu finden Sie im Abschnitt "Beispiel für die
Einstellung an der Digitaleingabebaugruppe SM 131":
- für alle Eingänge einer Digitaleingabebaugruppe ("Vorbelegung aller
Eingänge") oder
- separat für jeden Eingang einer Digitaleingabebaugruppe ("Einzelbelegung
der Eingänge")

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 4-19
Projektieren der Zeitstempelung

4.3.7 Beispiel für Einstellungen an der Digitaleingabebaugruppe


SM 131

Beispiel
Einstellung an der Baugruppe - Vorbelegung aller Eingänge aktiviert:

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


4-20 A5E00783450-01
Projektieren der Zeitstempelung

4.4 Parametrieren der CPU-Eigenschaften

4.4.1 So parametrieren Sie die CPU-Eigenschaften

Vorgehen
1. Markieren Sie in HW Konfig die CPU.
2. Wählen Sie den Menübefehl Bearbeiten > Objekteigenschaften.
3. Wählen Sie das Register "Zyklus/Taktmerker".
4. Wählen Sie in der Klappliste "OB85-Aufruf bei Peripheriezugriffsfehlern" den
Eintrag "Nur bei kommenden und gehenden Fehlern".

5. Klicken Sie auf die Schaltfläche "OK", um die Einstellungen zu übernehmen.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 4-21
Projektieren der Zeitstempelung

4.5 Projektieren der symbolischen Namen

4.5.1 So projektieren Sie für Signale symbolische Namen

Einleitung
Sie können für die Signale symbolische Namen vergeben. Durch einfache
Identifizierung der Signale wird die Verschaltung der Treiberbausteine erleichtert.

Voraussetzungen
• Das Projekt ist im SIMATIC Manager in der Komponentensicht geöffnet.
• Der Pfad zum AS ist eingestellt.
• HW Konfig ist geöffnet.

Vorgehen
Führen Sie die folgenden Handlungsschritte für alle Digitaleingabebaugruppen
durch:
1. Markieren Sie in HW Konfig eine Digitaleingabebaugruppe.
2. Markieren Sie in der Konfigurationstabelle der Baugruppe eine Zeile, in der
eine Adresse des Prozessabbilds vergeben ist.
3. Wählen Sie den Menübefehl Bearbeiten > Symbole bearbeiten.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


4-22 A5E00783450-01
Projektieren der Zeitstempelung

4. Tragen Sie Symbole (symbolische Namen) für die belegten Eingänge der
Baugruppen mit Zeitstempelung ein.
Sie können die Übernahme der Adressen als Symbole mit der Schaltfläche
"Symbol ergänzen" aktivieren. Sie können den Symbolnamen entweder im
Dialogfeld "Symbole bearbeiten" oder in der Symboltabelle ändern (z. B.
Symbol = "Plan_Messung" - erlaubt sind maximal 24 Zeichen).

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 4-23
Projektieren der Zeitstempelung

4.6 Projektieren der Eingangssignale

4.6.1 So projektieren Sie die Eingangssignale

Vorgehen
1. Markieren Sie im CFC-Plan den Eingang "VALUE" des Bausteins CH_DI.
2. Wählen Sie den Menübefehl Einfügen > Verschaltung zu Operand.
Das Dialogfeld "Verschaltung zu Operand einfügen" öffnet sich.
3. Markieren Sie die Zeile mit dem zugehörigen Eingang und doppelklicken Sie in
die Zeile.

Ergebnis
Der Eingang "Value" des Bausteins CH_DI wird verschaltet:

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


4-24 A5E00783450-01
Projektieren der Zeitstempelung

4.7 Erzeugen der Baugruppentreiber

4.7.1 So erzeugen Sie die Baugruppentreiber

Einleitung
Die Baugruppentreiber von PCS 7 sind spezielle Bausteine für die Diagnose und
das Melden von Fehlern bei der Signalverarbeitung. Sie können diese Bausteine
mit der Funktion "Baugruppentreiber erzeugen" automatisch in Ihre Pläne
einbinden lassen, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind.

Voraussetzungen
• Die Hardware ist mit HW Konfig projektiert.
• Die Technologische Funktionen sind im CFC projektiert.

Vorgehen
1. Öffnen Sie das Projekt im SIMATIC Manager und wählen Sie den Menübefehl
Ansicht > Komponentensicht.
2. Markieren Sie in der Baumansicht den Planordner des S7-Programms:
Projekt\SIMATIC-Station\CPU\S7-Programm\Pläne.
3. Wählen Sie den Menübefehl Extras > Pläne > Baugruppentreiber erzeugen.
Das Dialogfeld "Baugruppentreiber erzeugen" wird geöffnet.
4. Klicken Sie auf die Schaltfläche "OK", um die Baugruppenträger zu erzeugen.
Wenn notwendig, bestätigen Sie die Meldung "Treiber aus früherer Version"
mit "Ja".

Weitere Informationen
• Weitere Informationen und ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen finden
Sie im Projektierungshandbuch Prozessleitsystem PCS 7;
Engineering System.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 4-25
Projektieren der Zeitstempelung

4.8 Übersetzen und Laden der AS

4.8.1 So übersetzen und laden Sie das AS

Möglichkeiten
Sie haben folgende Möglichkeiten, Programme zu übersetzen und zu laden:
• Sie können die Funktionen für eine einzelne SIMATIC-Station ausführen.
• Sie können über eine Funktion mehrere SIMATIC-Stationen übersetzen und
laden.

Weitere Informationen
• Weitere Informationen und ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen finden
Sie im Projektierungshandbuch Prozessleitsystem PCS 7;
Engineering System.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


4-26 A5E00783450-01
Projektieren der Zeitstempelung

4.9 Vergeben der Meldetexte

4.9.1 So vergeben Sie die Meldetexte

Hinweis
Über diese Zusatzprojektierung können die Meldetexte angepasst werden (Diese
Zusatzprojektierung ist für die Funktionsweise der Zeitstempelung nicht
erforderlich).

Einleitung
In diesem Abschnitt ist erläutert, wie Sie für Signale mit Zeitstempelung die Texte
der signalspezifischen Anwendermeldungen ändern können.

Voraussetzung
• Das AS ist übersetzt.

Vorgehen
1. Öffnen Sie das Projekt im SIMATIC Manager und wählen Sie den Menübefehl
Ansicht > Komponentensicht.
2. Markieren Sie die SIMATIC-Station, in der sich die Anschaltungsbaugruppe für
die Zeitstempelung befindet (z. B. IM 153-2).
3. Doppelklicken Sie im Detailfenster auf "Hardware".
HW Konfig wird geöffnet.
4. Markieren Sie die Anschaltungsbaugruppe.
5. Wählen Sie den Menübefehl Bearbeiten > Objekteigenschaften.
Das Dialogfeld "Eigenschaften - DP Slave " wird geöffnet.
6. Wählen Sie das Register "Allgemein" und stellen Sie in der Gruppe
"Baugruppe" die Bezeichnung der Anschaltungsbaugruppe fest.
7. Öffnen Sie das Projekt im SIMATIC Manager und wählen Sie den Menübefehl
Ansicht > Komponentensicht.
8. Wählen Sie in der Baumansicht den Planordner des S7-Programms:
Projekt\SIMATIC-Station\CPU\S7-Programm\Pläne.
9. Wählen Sie den Menübefehl Extras > Pläne > Plan-Referenzdaten.
Das Dialogfeld "Plan Ref: Plan-Referenzdaten anzeigen" wird geöffnet.
10. Wählen Sie den Menübefehl Ansicht > Bausteintypen.
Das Dialogfeld "{S7-Programm} (Bausteintypen)" wird geöffnet.
11. Klicken Sie im Tabellenkopf auf "Bausteintyp".
Die Eintragungen werden alphabetisch sortiert.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 4-27
Projektieren der Zeitstempelung

12. Suchen Sie in der Liste den Baustein mit folgenden Einträgen:
- Tabellenspalte "Bausteintyp" = IM_DRV und
- Tabellenspalte "Baustein" = "Bezeichnung der Anschaltungsbaugruppe"_1
(siehe Schritt 6)
13. Doppelklicken Sie in der gefundenen Tabellenzeile auf den Bausteintyp
IM_DRV.
Der CFC-Plan, in dem sich der gesuchte IM_DRV befindet, wird geöffnet und
der gesuchte IM_DRV ist markiert.
14. Wählen Sie den Menübefehl Bearbeiten > Objekteigenschaften.
Das Dialogfeld "Eigenschaften - Baustein" wird geöffnet.
15. Klicken Sie in der Gruppe "Spezielle Eigenschaften" auf die Schaltfläche
"Meldungen".
Das Dialogfeld "PCS 7-Meldungsprojektierung" wird geöffnet.
16. Ändern Sie bei Bedarf in der Tabelle im Bereich "Ereignis" die Meldetexte für
die Meldebezeichner-Bereiche "EV_ID_01" bis "EV_ID_16" die Texte der
signalspezifischen Anwendermeldungen.
17. Klicken Sie auf die Schaltfläche "OK", um die Einstellungen zu übernehmen.
18. Übersetzen Sie das AS erneut.

Weitere Informationen
• Weitere Informationen zur Meldungsprojektierung finden Sie in der Hilfe zu
STEP 7 unter dem Thema "Bausteinbezogene Meldungen anlegen
(projektweit)".

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


4-28 A5E00783450-01
Projektieren der Zeitstempelung

4.10 Übersetzen der OS

4.10.1 So übersetzen Sie die OS

Möglichkeiten
Sie haben folgende Möglichkeiten, die Operator Station(en) zu übersetzen:
• Sie können eine einzelne Operator Station übersetzen
• Sie können gleichzeitig mehrere Operator Stationen übersetzen.

Weitere Informationen
Weitere Informationen und ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen finden Sie
im Projektierungshandbuch Prozessleitsystem PCS 7; Operator Station.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 4-29
Projektieren der Zeitstempelung

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


4-30 A5E00783450-01
5 AS-Leittechnikmeldungen bei Störungen
der Zeitstempelung

5.1 Störung der Zeitstempelung

Einleitung
In diesem Abschnitt werden die AS-Leittechnikmeldungen erläutert, die bei
Störungen der Zeitstempelung generiert werden.
Weitere Informationen zur Änderung von Meldetexten finden Sie im Abschnitt
"Projektierung der Zeitstempelung > Vergeben der Meldetexte".

Übersicht der AS-Leittechnikmeldungen


Die folgenden AS-Leittechnikmeldungen können bei Störungen der Zeitstempelung
ausgegeben werden:
• Anlaufdaten
• Uhrzeittelegramm-Ausfall
• Uhrzeitdifferenz zwischen Telegramm und interner Uhr gefährdet Genauigkeit
• STOP der Funktionalität Zeitstempelung
• Meldungsverlust am IM (Pufferüberlauf)
• Umschalten bei Redundanz
• Redundanz_Info_Verlust

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 5-1
AS-Leittechnikmeldungen bei Störungen der Zeitstempelung

5.2 AS-Leittechnikmeldung "Anlaufdaten"

Bedeutung
Die AS-Leittechnikmeldung "Anlaufdaten" weist auf einen Anlauf/Wiederanlauf der
Anschaltungsbaugruppen (z. B. IM 153-2) hin.

Meldungen
• "Anlaufdaten" mit dem Signalstatus "KOMMEND"
• "Anlaufdaten" mit dem Signalstatus "GEHEND"

Beschreibung
1. Die Anschaltungsbaugruppe sendet nach einem Anlauf/Wiederanlauf das
Signal für die AS-Leittechnikmeldung "Anlaufdaten" mit Signalstatus
"KOMMEND" zur CPU.
2. Anschließend sendet die Anschaltungsbaugruppe Signalmeldungen, die den
statischen Zustand aller projektierten Prozesssignale abbilden.
Aus dem Prozesssignal leitet die Anschaltungsbaugruppe entsprechend der
Projektierung das zu meldende Signal ab:

Status Projektierung Flankenauswertung Anschaltungsbaugruppe


Prozesssignal kommendes Ereignis: (Signalmeldung aus Anlauf)
0 0 -> 1 GEHEND
1 0 -> 1 KOMMEND
1 1 -> 0 GEHEND
0 1 -> 0 KOMMEND

3. Abschließend sendet die Anschaltungsbaugruppe das Signal für die


AS-Leittechnikmeldung "Anlaufdaten" mit Signalstatus "GEHEND".

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


5-2 A5E00783450-01
AS-Leittechnikmeldungen bei Störungen der Zeitstempelung

Meldeverarbeitung von PCS 7


1. Das Signal für "Anlaufdaten" mit Signalstatus "KOMMEND" wird erkannt und
die AS-Leittechnikmeldung "Anlaufdaten" wird mit dem Signalstatus
"KOMMEND" in der Meldeliste eingetragen.
2. In der CPU werden mit dem Meldebaustein die Signalmeldungen, die den
statischen Zustand der Prozesssignale abbilden, mit dem letzten
gespeicherten Zustand der Signale verglichen.
Für die Signale, deren Zustände unterschiedlich sind, werden Meldungen in
der Meldeliste eingetragen:

Anschaltungsbaugruppe in der CPU gespeicherter Meldung in


(Signalmeldung aus Anlauf) Wert (Meldebaustein) Meldeliste und Archiv
KOMMEND KOMMEND ---
KOMMEND GEHEND GEHEND
GEHEND GEHEND ----
GEHEND KOMMEND KOMMEND

3. Das Signal für die Anlaufdaten wird vom OS identifiziert. Die AS-Leittechnik-
meldung "Anlaufdaten" wird mit dem Signalstatus "GEHEND" in der Meldeliste
eingetragen.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 5-3
AS-Leittechnikmeldungen bei Störungen der Zeitstempelung

5.3 AS-Leittechnikmeldung "Uhrzeittelegramm-Ausfall"

Bedeutung
Die AS-Leittechnikmeldung "Uhrzeittelegramm-Ausfall" weist auf einen Ausfall der
Uhrzeitsynchronisation der Anschaltungsbaugruppe (z. B. IM 153-2) hin.

Meldungen
• "Uhrzeittelegramm-Ausfall" mit dem Signalstatus "KOMMEND"
• "Uhrzeittelegramm-Ausfall" mit dem Signalstatus "GEHEND"

Beschreibung
Die Anschaltungsbaugruppe erwartet im eingestellten Intervall (z. B. jede Sekunde)
ein Uhrzeittelegramm vom Uhrzeit-Master.
Wenn dreimal hintereinander das Uhrzeittelegramm des Masters ausfällt, dann
arbeitet die Anschaltungsbaugruppe mit der internen Uhrzeit weiter und sendet die
Meldung "Uhrzeittelegramm-Ausfall" mit dem Signalstatus "KOMMEND" an die
Operator Station.
Nach dem Eintreffen des nächsten gültigen Uhrzeittelegramms wird die interne Uhr
der Anschaltungsbaugruppe synchronisiert und die Meldung "Uhrzeittelegramm-
Ausfall" mit dem Signalstatus "GEHEND" ausgelöst.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


5-4 A5E00783450-01
AS-Leittechnikmeldungen bei Störungen der Zeitstempelung

5.4 AS-Leittechnikmeldung "Uhrzeitdifferenz zwischen


Telegramm und interner Uhr gefährdet Genauigkeit"

Bedeutung
Die AS-Leittechnikmeldung "Uhrzeitdifferenz zwischen Telegramm und interner
Uhr gefährdet Genauigkeit" weist auf einen Uhrzeitsprung/Uhrzeitdifferenz der
Anschaltungsbaugruppe (z. B. IM 153-2) hin.

Meldungen
• "Uhrzeitdifferenz zwischen Telegramm und interner Uhr gefährdet Genauigkeit"
mit dem Signalstatus "KOMMEND"
• "Uhrzeitdifferenz zwischen Telegramm und interner Uhr gefährdet Genauigkeit"
mit dem Signalstatus "GEHEND"

Beschreibung
Beide Meldungen werden nacheinander gesendet, wenn Folgendes zutrifft:
• Beim Eintreffen eines Signals an der Anschaltungsbaugruppe besteht eine
Differenz zwischen der Synchronzeit und der internen Uhrzeit der
Anschaltungsbaugruppe.
• Die Differenz zwischen den Uhrzeiten ist größer als die Hälfte der Genauigkeit
des Zeitstempels.
Beispiel: Bei einer Zeitstempelgenauigkeit von 10 ms ist die Differenz > 5 ms.
Die Uhrzeit der Anschaltungsbaugruppe ist anschließend synchronisiert.
- Die Meldung mit dem Signalstatus "KOMMEND" erhält den Zeitstempel vor
dem Synchronisieren.
- Die Meldung mit dem Signalstatus "GEHEND" erhält den Zeitstempel nach
dem Synchronisieren.
Sie können daraus ableiten, ob die interne Uhr der Anschaltungsbaugruppe
vorgestellt oder zurückgestellt wurde.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 5-5
AS-Leittechnikmeldungen bei Störungen der Zeitstempelung

5.5 AS-Leittechnikmeldung "STOP der Funktionalität


Zeitstempelung"

Bedeutung
Die AS-Leittechnikmeldung "STOP der Funktionalität Zeitstempelung" weist auf
eine Störung der Zeitstempelung der Anschaltungsbaugruppe (z. B. IM 153-2) hin.

Meldungen
• "STOP der Funktionalität Zeitstempelung" mit dem Signalstatus "KOMMEND"
• "STOP der Funktionalität Zeitstempelung" mit dem Signalstatus "GEHEND"

Beschreibung
Wenn die Verbindung zwischen dem DP-Master und der Anschaltungsbaugruppe
abbricht, dann wird die Zeitstempelung der Signale angehalten. Das ist z. B. der
Fall, wenn der CP ausgefallen oder die Busleitung unterbrochen ist. In die interne
Meldeliste wird eine entsprechende Meldung geschrieben.
• Ab dem Zeitpunkt der Meldung mit dem Signalstatus "KOMMEND" wurde die
Zeitstempelung der Signale angehalten.
• Nach der Meldung mit dem Signalstatus "GEHEND" ist die Zeitstempelung der
Signale wieder aktiv.
• Nach der Meldung "STOP der Funktionalität Zeitstempelung" mit dem
Signalstatus "GEHEND" läuft die Anschaltungsbaugruppe wieder an.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


5-6 A5E00783450-01
AS-Leittechnikmeldungen bei Störungen der Zeitstempelung

5.6 AS-Leittechnikmeldung "Meldungsverlust am IM


(Pufferüberlauf)"

Bedeutung
Die AS-Leittechnikmeldung "Meldungsverlust am IM (Pufferüberlauf)" weist auf den
Verlust von Meldungen durch einen Pufferüberlauf des Meldepuffers der
Anschaltungsbaugruppe (z. B. IM 153-2) hin.

Meldungen
• "Meldungsverlust am IM (Pufferüberlauf)" mit dem Signalstatus "KOMMEND"
• "Meldungsverlust am IM (Pufferüberlauf)" mit dem Signalstatus "GEHEND"

Beschreibung
In folgenden beiden Fällen wird die AS-Leittechnikmeldung ausgegeben:

Pufferüberlauf durch externe Ursachen Pufferüberlauf durch interne Ursachen


Beispiele für mögliche Ursachen: Beispiel für mögliche Ursache:
• Ausfall der Operator Station In der Peripherie ändern sich Signale so
• Ausfall oder Überlast des Anlagen- oder schnell, dass diese Signaländerungen nicht
Feldbusses mehr in die Meldelisten eingetragen werden
können.
• Ausfall oder Überlast des DP-Masters
(CPU). Abhilfe: Verteilen Sie die Signale auf mehrere
Anschaltungsbaugruppen oder reduzieren
Abhilfe: Ursache beseitigen
Sie die Anzahl der Signale mit
Zeitstempelung.

In die interne Meldeliste wird eine entsprechende Meldung geschrieben.


• Ab dem Zeitpunkt der Meldung mit dem Signalstatus "KOMMEND" können
eintreffende Meldungen nicht gespeichert werden.
• Nach der Meldung mit dem Signalstatus "GEHEND" können eintreffende
Meldungen wieder gespeichert werden.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 5-7
AS-Leittechnikmeldungen bei Störungen der Zeitstempelung

5.7 AS-Leittechnikmeldung "Umschalten bei Redundanz"

Bedeutung
Die AS-Leittechnikmeldung "Umschalten bei Redundanz" wird ausgegeben, wenn
zwischen aktiver und passiver Anschaltungsbaugruppe (z. B. IM 153-2)
umgeschaltet wird.

Meldungen
• "Umschalten bei Redundanz" mit dem Signalstatus "KOMMEND"
• "Umschalten bei Redundanz" mit dem Signalstatus "GEHEND"

Beschreibung
Die AS-Leittechnikmeldung "Umschalten bei Redundanz" kennzeichnet diesen
Unterbrechungszeitraum.
Die Zeitstempelung ist für die Dauer der Umschaltung unterbrochen.
• Ab dem Zeitpunkt der Meldung mit dem Signalstatus "KOMMEND" (Beginn der
Umschaltung zwischen aktiver und passiver Anschaltungsbaugruppe) ist die
Zeitstempelung ausgeschaltet.
• Nach der Meldung mit dem Signalstatus "GEHEND" ist die Zeitstempelung
wieder aktiv.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


5-8 A5E00783450-01
AS-Leittechnikmeldungen bei Störungen der Zeitstempelung

5.8 AS-Leittechnikmeldung "Redundanz_Info_Verlust"

Bedeutung
Die AS-Leittechnikmeldung "Redundanz_Info_Verlust" weist auf eine Störung des
Signalaustausches zwischen der passiven Anschaltungsbaugruppe
(z. B. IM 153-2) und der aktiven Anschaltungsbaugruppe hin.

Meldungen
• "Redundanz_Info_Verlust" mit dem Signalstatus "KOMMEND"
• "Redundanz_Info_Verlust" mit dem Signalstatus "GEHEND"

Beschreibung
Im störungsfreien Betrieb erhält die passive Anschaltungsbaugruppe von der
aktiven Anschaltungsbaugruppe Informationen über den aktuellen Zustand der
Peripherie:
• Ab dem Zeitpunkt der Meldung mit dem Signalstatus "KOMMEND" besteht
eine Störung dieses Signalaustausches.
• Sobald zwischen aktiver und passiver Anschaltungsbaugruppe der Zustand
der Peripherie abgeglichen ist, wird die Meldung mit dem Signalstatus
"GEHEND" ausgegeben.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 5-9
AS-Leittechnikmeldungen bei Störungen der Zeitstempelung

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


5-10 A5E00783450-01
6 Diagnose und Fehlersuche

6.1 Übersicht: Diagnose und Fehlersuche

Übersicht
In den folgenden Abschnitten finden Sie Informationen zu folgenden Themen:
• Diagnose der Zeitstempelung
• Überprüfung des Meldeweges
• CP-Diagnose
• Kontrolle der Uhrzeit
• Diagnose des IM_DRV
• Diagnose der Redundanz bei H-Systemen
• Diagnose an der Anschaltungsbaugruppe

6.2 Diagnose der Zeitstempelung

Flankenwechsel
Die Anschaltungsbaugruppe (z. B. IM 153-2) mit der Funktion "Uhrzeitstempelung"
kann Zeitpunkte von Flankenwechseln speichern und der CPU über Datensätze
zur Verfügung stellen.
Die Anschaltungsbaugruppe gibt den Übertragungswunsch für einen Datensatz
über einen Prozessalarm-OB bekannt.
Weitere Informationen sind in der Startinformation (z. B. OB 40) enthalten.

Ausfall der Uhrzeitsynchronisation


Bei aktivierter Zeitstempelung sendet der DP-Slave beim Anlauf unter anderem die
Sondermeldung "Uhrzeittelegramm-Ausfall KOMMEND/GEHEND".
Diese Meldung zeigt an, ob die Uhrzeitsynchronisation ausgefallen ist oder nicht.
Die Meldung vom Ausfall der Uhrzeitsynchronisation kann von der CPU beim
STOP/RUN-Übergang gemeldet werden (z. B. an die angemeldete OS).

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 6-1
Diagnose und Fehlersuche

Ausfall der überlagerten Uhrzeitsynchronisation


Wenn die externe Uhrzeitsynchronisation ausfällt, dann werden alle unterlagerten
Systeme weitersynchronisiert, sofern die in der Hierarchie oberste Baugruppe dazu
in der Lage ist (z. B. CPU).
• Der für die Bearbeitungszeit von einem Programmzyklus für eine Schnittstelle
gültige Wert (Zeitintervall Tzyk) wird aus dem projektierten bzw. algorithmisch
ermittelten Wert bestimmt.
• Der Uhrzeit-Slave erkennt den Ausfall nach folgendem Kriterium:
Uhrzeit-Slave: Ausfall des Uhrzeitsynchronisationstelegramms > 3 * Tzyk
• Wenn der Ausfall von einer Baugruppe erkannt wird, dann sendet die
Baugruppe, falls sie dazu fähig ist, selbstständig Telegramme zur
Uhrzeitsynchronisation an die ihr unterlagerten Busse. An diesen Bussen ist
die Baugruppe der Uhrzeit-Master.
- Es findet eine lokale Synchronisation statt.
- Bezüglich des zeitlichen Ablaufs sind bei lokaler Synchronisation nur
Signale unterlagerter Teilsysteme eindeutig auswertbar.

Hinweis
Wenn kein Zeitintervall beim Uhrzeit-Slave projektiert ist, dann gilt die
Defaultvorgabe "Synchronisationsintervall der Synchronisationstelegramme".

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


6-2 A5E00783450-01
Diagnose und Fehlersuche

6.3 So überprüfen Sie den Meldeweg

Achtung
Die hier beschriebene Vorgehensweise stört die Funktion des betroffenen Strangs.

Uhrzeit-Synchronisation kontrollieren
Wenn die Uhrzeitsynchronisation funktioniert, dann trennen Sie die Verbindung zur
Uhr.
Die IM meldet über den Baustein IM_DRV nach drei Sekunden den Ausfall der
Synchronisation an das OS.

Nicht funktionierende Zeitstempelung kontrollieren


1. Schalten Sie den CP 443-5 aus.
WinCC zeigt eine Meldung über einen Ausfall des DP-Mastersystems an.
2. Schalten Sie die Anschaltungsbaugruppe (z. B. IM 153-2) aus.
WinCC zeigt eine Meldung über einen Ausfall des DP-Mastersystems an.

Weitere Informationen
• Abschnitt "AS-Leittechnikmeldung "Uhrzeittelegramm-Ausfall""

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 6-3
Diagnose und Fehlersuche

6.4 So führen Sie die CP-Diagnose durch

Einleitung
In den folgenden beiden Fällen führen Sie eine CP-Diagnose durch:
• Wenn der CP 443-1 nicht synchronisierbar ist.
• Wenn der CP 443-5 Extended keine oder verfälsche Signale liefert.

Vorgehen - CP 443-1 nicht synchronisierbar


1. Öffnen Sie das Projekt im SIMATIC Manager und wählen Sie den Menübefehl
Ansicht > Komponentensicht.
2. Öffnen Sie HW Konfig.
3. Wählen Sie den Menübefehl Station > Online öffnen.
4. Markieren Sie den CP 443-1.
5. Wählen Sie den Menübefehl Zielsystem > Baugruppenzustand.
6. Klicken Sie im Dialogfeld auf die Schaltfläche "Spezialdiagnose".
Die NCM S7-Diagnose wird geöffnet. Wenn die NCM S7-Diagnose nicht
gestartet wird, ist die Verbindung zwischen PG/PC und dem CP 443-1 gestört.
7. Notieren Sie die unter "Industrial Ethernet" eingestellte MAC-Adresse des
CP 443-1.
8. Vergleichen Sie die eingestellte MAC-Adresse des CP 443-1 mit der
gewünschten Anlagenadresse.

Vorgehen - über CP 443-5 Extended keine oder verfälschte Signale


1. Öffnen Sie das Projekt im SIMATIC Manager und wählen Sie den Menübefehl
Ansicht > Komponentensicht.
2. Öffnen Sie HW Konfig.
3. Wählen Sie den Menübefehl Station > Online öffnen.
4. Markieren Sie den CP 443-5 Extended.
5. Wählen Sie den Menübefehl Zielsystem > Baugruppenzustand.
6. Klicken Sie im Dialogfeld auf die Schaltfläche "Spezialdiagnose".
Die NCM S7-Diagnose wird geöffnet. Wenn die NCM S7-Diagnose nicht
gestartet wird, ist die Verbindung zwischen PG/PC und dem CP 443-5
Extended gestört.
7. Wählen Sie den Diagnosepuffer aus.
8. Vergleichen Sie die Zeitstempel der Diagnosemeldungen mit der CPU-Uhrzeit.
9. Erzeugen Sie gezielt Meldungen, indem Sie z. B. eine Anschaltungsbaugruppe
einschalten.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


6-4 A5E00783450-01
Diagnose und Fehlersuche

6.5 So kontrollieren Sie die Uhrzeit in der CPU

Vorgehen - "Uhrzeit läuft" prüfen


Wählen Sie im SIMATIC Manager den Menübefehl Zielsystem > Uhrzeit stellen,
um die Baugruppenzeit in der CPU zu kontrollieren.
Mögliche Anzeige:
• Uhrzeit läuft
• Uhrzeit läuft nicht

Weiteres Vorgehen, wenn "Uhrzeit läuft"


1. Markieren Sie in HW Konfig die CPU.
2. Wählen Sie den Menübefehl Bearbeiten > Objekteigenschaften.
3. Wählen Sie das Register "Diagnose/Uhr".
4. Wählen Sie in der Gruppe "Uhr" aus der Klappliste "Synchronisation – im AS"
die Synchronisationsart "Als Slave":

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 6-5
Diagnose und Fehlersuche

5. Öffnen Sie das Projekt im SIMATIC Manager und wählen Sie den Menübefehl
Ansicht > Komponentensicht.
6. Wählen Sie in der Baumansicht den Pfad Projekt\SIMATIC-Station\CPU.
7. Wählen Sie den Menübefehl Zielsystem > Uhrzeit stellen.
8. Deaktivieren Sie das Optionskästchen "von PG/PC umstellen".
9. Tragen Sie in der Gruppe "Baugruppenzeit" im Eingabefeld "Uhrzeit eine
beliebige Uhrzeit ein. Klicken Sie auf die Schaltfläche "Übernehmen".
10. Wählen Sie den Menübefehl Zielsystem > Uhrzeit stellen. Kontrollieren Sie
die Uhrzeit.

Ergebnis
• Wenn das Umstellen der Baugruppenzeit nicht möglich ist, dann empfängt die
CPU ist ein Uhrzeitsignal.
Das System ist synchronisiert. Uhrzeitgeber und Ethernet-CP sind
funktionsfähig.
• Wenn das Umstellen der Baugruppenzeit ist möglich, dann empfängt die CPU
kein Uhrzeitsignal.
Das System ist nicht synchronisiert. Dies ist z. B. der Fall, wenn der
Uhrzeit-Master nicht funktionsfähig oder vom Bus getrennt ist.

Uhrzeit läuft nicht


Mögliche Ursache: CPU auf STOP
1. Öffnen Sie das Projekt im SIMATIC Manager und wählen Sie den Menübefehl
Ansicht > Komponentensicht.
2. Wählen Sie in der Baumansicht den Pfad Projekt\SIMATIC-Station\CPU.
3. Wählen Sie den Menübefehl Zielsystem > Betriebszustand, um die CPU und
den Betriebszustand der CPU zu überprüfen.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


6-6 A5E00783450-01
Diagnose und Fehlersuche

6.6 Baustein IM_DRV

Treiberbaustein IM_DRV
Bei Nutzung der Zeitstempelung wird der Treiberbaustein IM_DRV
(siehe Bild unten) beim "Baugruppentreiber erzeugen" vom System in einen
CFC-Plan eingebaut:
• Pro Anschaltungsbaugruppe wird in den Systemplänen ein IM_DRV eingebaut
(der Name der Systempläne beginnt mit dem "@"-Zeichen).
• Der IM_DRV bildet in einer SIMATIC-Station die Schnittstelle zwischen einer
Anschaltungsbaugruppe und einer Operator Station.
• Der IM_DRV liest die Meldungen aus dem Meldepuffer (je max. 20 Meldungen)
einer Anschaltungsbaugruppe und überträgt diese an die Operator Station.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 6-7
Diagnose und Fehlersuche

6.7 Diagnose der Redundanz bei H-Systemen

Beschreibung
Bei H-Systemen mit zwei Anschaltungsbaugruppen (z. B. IM 153-2) ist bezüglich
der Zeitstempelung in folgenden Fällen Redundanz vorhanden:
• Das Aktualisieren der aktiven und passiven Anschaltungsbaugruppe ist
fehlerfrei abgeschlossen.
• Die Kommunikation zwischen beiden Anschaltungsbaugruppen arbeitet
fehlerfrei.

LED Farbe aktive Anschaltungsbaugruppe passive Anschaltungsbaugruppe


SF rot • Statische Anzeige (LED blinkt • Statische Anzeige (LED blinkt
nicht): nicht relevant nicht): nicht relevant
• Wenn die SF-LED blinkt, ist der • Wenn die SF-LED blinkt, ist der
Redundanzbetrieb gestört. Die Redundanzbetrieb gestört. Die
LED blinkt für ca. 20 Sekunden LED blinkt für ca. 20 Sekunden
nach dem Übergang in den nach dem Übergang in den
redundanten Betrieb. redundanten Betrieb.
BF rot aus aus
ACT gelb ein aus
ON grün ein ein

Ein Redundanzverlust (Ausfall einer Anschaltungsbaugruppe) wird außerhalb des


IM_DRV mit Hilfe der Bausteine SUBNET und RACK gemeldet.

6.8 Diagnose an der Anschaltungsbaugruppe

Weitere Informationen
• Informationen zur Anschaltungsbaugruppe IM 153-2 finden Sie im Handbuch
Dezentrales Peripheriegerät ET 200M.
• Informationen zur Anschaltungsbaugruppe IM 152-1 finden Sie im Handbuch
Dezentrales Peripheriegerät ET 200iSP.

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


6-8 A5E00783450-01
Index

A C
Ablauf 1-4 CP 443-1 6-4
Zeitstempelung 1-4 nicht synchronisierbar 6-4
Anlage mit Zeitstempelung 2-1 CP 443-1 Industial Ethernet 4-4
Beispiel 2-1 parametrieren 4-4
Anlagenplanung 2-5 CP 443-5 Extended 4-5, 6-4
Hinweise 2-5 keine Signale 6-4
Anlaufdaten 5-2 parametrieren 4-5
AS-Leittechnikmeldung 5-2, 5-3 verfälschte Signale 6-4
Anschaltungsbaugruppe IM 153-2 4-10, CP Diagnose 6-4
4-13 CP 443-1 nicht synchronisierbar 6-4
Beispiele für Einstellungen 4-13 CP 443-5 Extendend - keine oder
parametrieren 4-10 verfälschte Signale 6-4
AS 4-26 CPs 4-3
übersetzen und laden 4-26 parametrieren 4-3
AS-Leittechnikmeldungen 5-1, 5-2, 5-4, CPU 6-5, 6-6
5-5, 5-6, 5-7, 5-8, 5-9 Uhrzeit kontrollieren 6-5
Anlaufdaten 5-2 Uhrzeit läuft 6-5, 6-6
Meldungsverlust am Uhrzeit läuft nicht 6-5, 6-6
IM - Pufferüberlauf 5-7 CPU-Eigenschaften 4-21
Redundanz_Info_Verlust 5-9 parametrieren 4-21
STOP der Funktionalität Zeitstempelung
5-6 D
Uhrzeitdifferenz zwischen Telegramm
und interner Uhr gefährdet Genauigkeit Dezentrale Peripherie 3-3
5-5 einsetzbare Baugruppen 3-3
Uhrzeittelegramm-Ausfall 5-4 zur Signalerfassung 3-3
Umschalten bei Redundanz 5-8 Diagnose 6-1, 6-8
am IM 153-2 6-8
H-Systeme 6-8
B
Zeitstempelung 6-1
Baugruppentreiber 4-25 Digitaleingabebaugruppe SM 131 4-18,
erzeugen 4-25 4-20
Baustein IM_DRV 3-4, 6-7 parametrieren 4-18, 4-20
Hinweise 3-4 Digitaleingabebaugruppe SM 321 4-15,
zur Zeitstempelung verwenden 6-7 4-17
Beispiele 2-1, 4-13, 4-17 Einstellungen
Anlage mit Zeitstempelung 2-1 Beispiel 4-17
Einstellungen an der parametrieren 4-15
Digitaleingabebaugruppe SM 321 4-17
Einstellungen für
Anschaltungsbaugruppe IM 153-2
4-13
Redundante Anlage mit Zeitstempelung
2-1

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 Index-1
Index

nicht funktionierende Zeitstempelung 6-3


E Synchronisation 6-3
Uhrzeit in der CPU 6-5
Eingangssignale 4-24
projektieren 4-24
L
Eingeben 4-27
Meldetexte 4-27 Laden 4-26
Einsetzen 1-1 AS 4-26
Zeitstempelung 1-1, 1-2
Einstellungen 4-13, 4-17 M
Anschaltungsbaugruppe IM 153-2
Beispiele 4-13 Meldetexte 4-27, 4-28
Digitaleingabebaugruppe SM 321 eingeben 4-27
Beispiele 4-17 vergeben 4-27
Erzeugen 4-25 Meldeweg 6-3
Baugruppentreiber 4-25 überprüfen 6-3
ET 200iSP 4-18, 4-20 Meldungen 5-1, 5-2, 5-3, 5-4, 5-5, 5-6, 5-7,
Digitaleingabebaugruppe 4-18, 4-19 5-8, 5-9
Digitaleingabebaugruppe Beispiel 4-20 Anlaufdaten 5-3
SM 131 Beispiel 4-20 Meldungsverlust am IM - Pufferüberlauf
SM131 4-18 5-7
ET 200M-Station 4-9 Redundanz_Info_Verlust 5-9
Einstellungen für Zeitstempelung 4-9 STOP der Funktionalität Zeitstempelung
5-6
Störungen bei der Zeitstempelung 5-1
G
Uhrzeitdifferenz zwischen Telegramm
Genauigkeit 1-2 und interner Uhr gefährdet Genauigkeit
Zeitstempelung 1-1 5-5
Uhrzeittelegramm-Ausfall 5-4
H Umschalten bei Redundanz 5-8
Meldungsverlust 2-3
Hardware 6-8 an IM 153-2 2-3
Diagnose 6-8
Hinweise 3-4
N
zum Baustein IM_DRV 3-4
Hochgenaue Zeitstempelung Nicht funktionierende Zeitstempelung 6-3
mit 1 ms Genauigkeit 2-4 kontrollieren 6-3

I O
IM 153-2 2-3, 6-8 Operator Station 3-1
Besonderheiten 2-3 Kommunikation mit CPU 3-1
Diagnose 6-8 OS 4-29
Meldungsverlust 2-3 übersetzen 4-29
Signalschwall 2-3
P
K
Parametrieren 4-3, 4-4, 4-5, 4-6, 4-10,
Kommunikation 3-1 4-15, 4-21
mit Operator Station 3-1 Anschaltungsbaugruppe IM 153-2 4-10
Kommunikationsbaugruppen 3-2 CP 443-1 Industial Ethernet 4-4
CP 443-1 3-2 CP 443-5 Extended 4-5
CP 443-5 Extended 3-2 CPs 4-3
für Zeitstempelung 3-2 CPU-Eigeschaften 4-21
Komponenten 3-1 Digitaleingabebaugruppe SM 321 4-15
Kontrollieren 6-3, 6-5, 6-6 PROFIBUS-Anschluss der CPU 4-6, 4-7

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


Index-2 A5E00783450-01
Index

PROFIBUS-Anschluss der CPU 4-6 Übersicht - Diagnose und Fehlersuche 6-1


parametrieren 4-6 Uhrzeit 6-5, 6-6
Projektieren 4-2, 4-22, 4-24 in der CPU kontrollieren 6-5
Eingangssignale 4-24 läuft in CPU 6-5
Symbole 4-22, 4-23 läuft nicht in CPU 6-5
Zeitstempelung 4-1 Uhrzeitdifferenz zwischen Telegramm und
Projektierung 2-5 interner Uhr gefährdet Genauigkeit 5-5
Hinweise 2-5 AS-Leittechnikmeldung 5-5
Uhrzeit-Master 3-5
R Uhrzeitstempelung 3-1
verwendete CPU 3-1
Redundante Anlage mit Uhrzeitstempelung (10 ms) 1-1
Zeitstempelung 2-1 Uhrzeittelegramm-Ausfall 5-4
Beispiel 2-1 Meldungen 5-4
Redundanz bei H-Systemen 6-8 Umschalten bei Redundanz 5-8
Diagnose 6-8 AS-Leittechnikmeldung 5-8
Redundanz_Info_Verlust 5-9
AS-Leittechnikmeldung 5-9
V
S Vergeben 4-27
Meldetexte 4-27
Signale 4-22 Verwenden 6-7
symbolische Namen vergeben 4-22 Baustein IM_DRV zur
Signalerfassung 3-3 Zeitstempelung 6-7
einsetzbare Baugruppen 3-3
über Dezentrale Peripherie 3-3
Z
Signalschwall 2-3
am IM 153-2 2-3 Zeitgenau erfassen 1-3
SM 131 4-20 Zeitstempelung 1-3
Beispiel 4-20 Zeitstempelung 1-1, 1-3, 1-4, 2-1, 2-2, 3-2,
STOP der Funktionalität Zeitstempelung 4-1, 4-9, 5-1, 6-1, 6-3, 6-7
5-6 Ablauf 1-4
AS-Leittechnikmeldungen 5-6 anlagenweite Zusammenhänge 1-3
Störungen 5-1 Aufbau der Anlage 2-1
bei Zeitstempelung 5-1 Auflösung 1-2
Symbole 4-22 Baustein IM_DRV verwenden 6-7
projektieren 4-22 Diagnose 6-1
Symbolische Namen 4-22 einsetzen 1-1
für Signale vergeben 4-22 Einstellungen an ET 200M-Station 4-9
Synchronisation 6-3 Funktionalität 1-1
kontrollieren 6-3 Genauigkeit 1-1
Systeme 3-1 Kommunikationsbaugruppen 3-2
kontrollieren 6-3
U Meldungen bei Störungen 5-1
projektieren 4-1
Überprüfen 6-3 Voraussetzungen 1-1
Meldeweg 6-3 zeitgenaue Erfassung 1-3
Übersetzen 4-26, 4-29 Zeitstempelung in der
AS 4-26 Anschaltungsbaugruppe 1-5
OS 4-29

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


A5E00783450-01 Index-3
Index

Prozessleitsystem PCS 7 V7.0 - Hochgenaue Zeitstempelung


Index-4 A5E00783450-01

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