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Das Pronomen Es

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Das Pronomen „es“

1. „Es“ als Personalpronomen (Subjekt/Objekt) (es nötig!)


In seiner grundlegendsten Funktion tritt „es“ als Personalpronomen im
Neutrum Singular auf. Es ersetzt dabei neutrale Substantive oder Konzepte.
Beispiele:
• Das Buch ist neu. Es ist sehr interessant.
(Hier ersetzt „es“ das neutrale Nomen „Buch“.)
• Das Kind spielt draußen. Es ist glücklich.
(Hier ersetzt „es“ das Nomen „Kind“, das grammatikalisch neutral ist,
obwohl das Kind biologisch männlich oder weiblich sein kann.)
Achtung: Im Akkusativ bleibt „es“ ebenfalls „es“:
• Ich habe das Buch gelesen. Ich fand es gut.

2. „Es“ als unpersönliches Subjekt (es nötig!)


In vielen deutschen Sätzen ist „es“ ein sogenanntes „Platzhalter-Subjekt“. Das
bedeutet, dass „es“ nur der grammatikalischen Struktur des Satzes dient und
keinen inhaltlichen Bezug hat. Solche Sätze verwenden „es“ oft, um
Wetterbedingungen, Zeit, Entfernungen oder allgemeine Zustände zu
beschreiben.
Wetter, Zeit und Zustände:
• Es regnet.
• Es ist spät.
• Es gibt heute viel zu tun.
• Es wird dunkel.
• Es klingelt.
Diese Verwendungen von „es“ sind typisch für unpersönliche Verben, bei denen
kein logisches Subjekt vorliegt.
Beispiele:
• Es geht mir gut. (Hier hat „es“ keinen Bezug zu einer konkreten Sache
oder Person, sondern fungiert als unpersönliches Subjekt.)
Liste (wichtiger) unpersönlicher Verben:
regnen – Es regnet.
schneien – Es schneit.
hageln – Es hagelt.
blitzen – Es blitzt.
donnern – Es donnert.
klingeln – Es klingelt.
läuten – Es läutet.
donnern – Es donnert.
dämmern – Es dämmert (z.B. Es dämmert am Morgen).
gefallen (im Sinne von „mir gefällt es“) – Es gefällt mir.
ziehen (Wind, Kälte) – Es zieht.
passieren – Es passiert etwas.
gehen (in festen Ausdrücken) – Es geht mir gut.
brennen – Es brennt.

3. „Es“ als Korrelat (es nötig!)


Das Korrelat „es“ bezieht sich oft auf einen ganzen Nebensatz oder eine
nachfolgende Aussage („es“ leitet die weitere Info in diesem Falle ein oder
kündigt sie an).
Beispiele:
• Es ist schade, dass du nicht kommen kannst. (Korrelat „es“ steht für den
Nebensatz „dass du nicht kommen kannst“.)
• Es freut mich, dich zu sehen. („Es“ bezieht sich auf den Infinitivsatz „dich
zu sehen“.)
4. „Es“ in festen Wendungen („es gibt“, „es ist“) (es nötig!)
„Es“ tritt oft in festen Wendungen und Ausdrücken auf, die keine echte
Subjektfunktion haben. Ein Beispiel ist der Ausdruck „es gibt“, der „es existiert“
bedeutet.
Beispiele:
• Es gibt viele schöne Bücher in der Bibliothek.
• Es ist immer etwas los in der Stadt.
Diese Konstruktionen drücken allgemeine Aussagen über die Existenz oder
Verfügbarkeit von Dingen aus.

Wichtigste Feste Wendungen:


Es geht um… | Es gibt… | Es ist mir egal. | Es tut mir leid. | Es liegt an… |
Es geht (jemandem) gut. | Es lohnt sich. | Es kommt darauf an… |
Es hängt davon ab… | Es fehlt an… | Es ist soweit. | Es hat keinen Zweck. |
Es steht fest… | Es handelt sich um… | Es eilt. | Es kommt vor… |
Es sieht so aus, als ob… | Es stellt sich heraus… | Es scheint, als ob…
Es geht nicht anders.

5. „Es“ in Passivsätzen (als Platzhalter) (es NICHT nötig!)


Im Vorgangspassiv wird „es“ oft als Platzhalter-Subjekt verwendet, wenn kein
logisches Subjekt im Satz vorhanden ist.
Beispiele:
• Es wurde viel über das Problem diskutiert.
• Es wird an einer Lösung gearbeitet.
Hier handelt es sich um unpersönliche Passivsätze, in denen das „es“ keine
inhaltliche Bedeutung hat, sondern nur der syntaktischen Struktur dient.
6. „Es“ in Infinitivkonstruktionen (es nötig!)
„Es“ wird auch häufig verwendet, um Infinitivkonstruktionen einzuleiten. Dies
findet man besonders in formellen oder schriftsprachlichen Kontexten.
Beispiele:
• Es ist leicht, einen Fehler zu machen.
• Es ist notwendig, das Thema zu besprechen.
In diesen Sätzen fungiert „es“ als Vorfeldplatzhalter und hat keine konkrete
Bedeutung. Es weist lediglich auf die nachfolgende Infinitivkonstruktion hin.

Die wichtigsten:
Es ist leicht, ... | Es ist schwer, ... | Es ist wichtig, ... | Es ist notwendig, ... |
Es ist erlaubt, ... | Es ist verboten, ... | Es ist möglich, ... | Es ist unmöglich, ... |
Es ist sinnvoll, ... | Es ist üblich, ... | Es ist ratsam, ... | Es ist gefährlich, ... |
Es ist interessant, ... | Es ist schwierig, ... | Es ist entspannend, ... |
Es ist angenehm, ... | Es ist erforderlich, ... | Es ist schön, ... |
Es ist entscheidend, ... | Es ist empfehlenswert, ...

7. „Es“ als unpersönliches Objekt (als Platzhalter für eine (un)bekannte


Handlung) (es nötig!)
In manchen Konstruktionen wird „es“ auch als unpersönliches Objekt
verwendet, obwohl es normalerweise als unpersönliches Subjekt dient. Dabei
hat „es“ keine konkrete referentielle Funktion, sondern wird eingesetzt, um die
grammatikalische Struktur des Satzes zu wahren.
Typische Verwendung:
Das unpersönliche „es“ tritt häufig in festen Wendungen auf, bei denen „es“ als
formales Objekt benötigt wird, ohne dass es auf etwas Bestimmtes verweist.
Solche Konstruktionen sind im Deutschen oft idiomatisch und feststehend.
Beispiele:
• Jemand hat es eilig.
(Hier steht „es“ als formales Objekt und hat keine konkrete Bedeutung. Es
drückt lediglich aus, dass jemand sich beeilen muss.)
• Sie meint es gut.
(„Es“ verweist hier auf die gute Absicht der Person, ohne eine spezifische
Sache zu meinen.)
• Er hat es nicht leicht.
(Hier dient „es“ als allgemeines formales Objekt, das auf die Schwierigkeit
verweist, ohne konkret etwas zu benennen.)

Weitere (klassische) Beispiele:


Er hat es geschafft.
Sie macht es sich bequem.
Ich nehme es dir nicht übel.
Wir haben es gut.
Du hast es verdient.
Sie hat es nicht leicht.
Er meint es ernst.
Ich habe es vergessen.
Du wirst es bereuen.
Sie liebt es, zu reisen.

Klassischster Fehler:
Eigentlich müsste ich noch einkaufen gehen, aber ich tue heute nicht mehr.
Eigentlich müsste ich noch einkaufen gehen, aber heute tue ich nicht mehr.
-> Brauchen wir in einem, in beiden oder in keinem Satz ein „es“.
Erklärung: Ob wir hier ein „es“ benötigen oder nicht, hängt nicht nur davon ab,
was wir auf Position 1 packen, sondern auch davon, ob das Verb unbedingt ein
Objekt braucht oder nicht.

Kein Objekt nötig:


schlafen | laufen | gehen | schwimmen | kommen | sterben | wachsen |
verschwinden | fallen | sitzen | stehen | bleiben | reisen | fliegen | tanzen |
rennen | hinken | frieren | springen | aufwachen

Ich bin sauer, weil er nicht gekommen ist.


Er hat kein Geld, aber er fliegt trotzdem.

Akkusativobjekt nötig:
sehen | hören | kaufen | lesen | schreiben | öffnen | schließen | finden |
suchen | lieben | bauen | tragen | brechen | schlagen | machen | vergessen |
nehmen | reparieren

Ich bin sauer, weil er es nicht gesehen hat.


Er hat kein Geld, aber er kauft es trotzdem.

-> Ich hoffe, ihr sehr hier den Unterschied.


Übung: Fehlt in den folgenden Sätzen ein „es“ oder nicht?

1. Er hat kein Geld, aber stört ihn nicht.


2. Sie ist müde, aber man sieht ihr nicht an. (=Sie sieht nicht so aus, als wäre
sie müde)
3. Er ist erschöpft, deshalb sitzt er auf einer Bank.
4. Sie wollte schon immer mal nach Italien fliegen, weshalb sie sehr genießt,
jetzt dort zu sein.
5. Sie wollte schon immer mal nach Italien fliegen, weshalb sie den Urlaub
jetzt sehr genießt.
6. Sie geht gerne ins Kino, weil dort viele schöne Filme gibt.
7. Er sagt, dass er seine Hausaufgaben vergessen hat.
8. Er sagt, dass er vergessen hat.
9. Sie muss sich beeilen, weil sie eilig hat.
10. Die Firma sagt, dass viel Geld ausgegeben wurde.
11. Die Firma sagt, dass erledigt wurde.
12.Peter denkt, dass seinem Bruder egal ist.
Übung – Ergänzt die fehlenden Pronomen „es“

War ein regnerischer Tag, und schien, als würde nicht aufhören. War schon
spät, und gab noch so viel zu tun. Plötzlich klingelte an der Tür, aber kam
niemand herein. „Wer mag das wohl gewesen sein?“ dachte Anna, während
draußen weiter regnete. War schade, dass so schlechtes Wetter war, denn sie
hatte geplant, spazieren zu gehen.
„Vielleicht ist besser, wenn ich mich einfach entspanne“, überlegte sie und
machte sich auf dem Sofa bequem. Doch dann fiel ihr ein: „Oh nein, wurde
noch nichts für das Meeting morgen vorbereitet!“
Also stand sie auf, obwohl schwerfiel, und begann zu arbeiten. War notwendig,
den Bericht noch heute fertigzustellen, auch wenn ihr schwerfiel, sich zu
konzentrieren. Sie wusste, würde sich lohnen, wenn endlich geschafft war.
Nach ein paar Stunden sagte sie zu sich: „Jetzt habe ich geschafft!“ Erleichtert
lehnte sie sich zurück. „Hat wirklich lange gedauert, aber war die Mühe wert.“

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