CG Handbuch
CG Handbuch
Das Handbuch enthält neben einer kurzen Übersicht der mathematischen Grundlagen auch
Parameterlisten der behandelten Modelle. Das Dokument wird nach Bedarf ergänzt.
1 Mathematische Grundlagen
1.1 Kombinatorik
Anzahl der Ergebnisse
Wenn k Experimente durchgeführt werden, wobei jedes ni mit i = 1, 2, ..., k mögliche Ergebnisse hat,
k
Y
dann gibt es insgesamt ni = n1 · n2 · · · nk mögliche Ergebnisse der k Experimente.
i=1
Permutationen
Eine Permutation ist eine Anordnung von Elementen in einer bestimmten Reihenfolge. Oftmals stellt
sich die Frage, wie viele unterschiedliche Permutationen einer Menge an Elementen möglich sind. Für n
Variationen
Sollen in bestimmter Reihenfolge Gruppen mit k Elementen ohne Wiederholung aus einer Menge von n
Elementen mit k≤n gebildet werden, so ist die Zahl der möglichen Variationen gegeben durch:
n!
= n · (n − 1) · (n − 2) · · · (n − k + 1)
(n − k)!
Kombinationen
Sollen in beliebiger Reihenfolge Gruppen mit k Elementen ohne Wiederholung aus einer Menge von n
Elementen mitk ≤ n gebildet werden, so ist die Zahl der möglichen Kombinationen gegeben durch:
n n! 1 n!
= · =
k (n − k)! k! (n − k)! k!
n
Aufgrund ihres Auftretens als Koezienten im binomischen Lehrsatz, bezeichnet man als
k
Binomialkoezienten:
1
n
" 2
#
X n X 2
(x + y)n = xk y n−k für n=2 ⇒ (x + y)2 = xk y 2−k = x2 + 2xy + y 2
k k
k=0 k=0
1.2 Wahrscheinlichkeiten
Zufallsexperiment
A ist ein Ereignis, eine Sammlung von Ergebnissen, also eine Teilmenge von Ω
AC Komplementärereignis zu A
P (A) ist ein Wahrscheinlichkeitsmaÿ, das einem Ereignis eine Wahrscheinlichkeit zuordnet
Zufallsvariablen
Eine Zufallsvariable X ist eine numerische Zusammenfassung eines zufälligen Ergebnisses und ordnet
jedem Ergebnis ω∈Ω eine reelle Zahl zu: X(ω) = x. x bezeichnet man als Realisation.
Verteilungsfunktion
Die (kumulative) Verteilungsfunktion FX (x) gibt die Wahrscheinlichkeit an, mit der eine Zufallsvariable
Es gelten lim FX (x) = 0 und lim FX (x) = 1 und P ((a, b]) = FX (b) − FX (a)
x→−∞ x→+∞
Wahrscheinlichkeitsfunktion
Die Wahrscheinlichkeitsfunktion FX (x) einer diskreten Zufallsvariable ist die Liste aller möglichen Werte
2
Dichtefunktion
Die Dichtefunktion fX (x) gibt die Wahrscheinlichkeiten einer kontinuierlichen Zufallsvariable an. Sie ist
so deniert, dass die Fläche unter der Dichtefunktion zwischen beliebigen Punkten a und b mit a<b der
Wahrscheinlichkeit entspricht, mit der die Zufallsvariable zwischen die beiden Punkte fällt.
Z b Z x
P (a < X ≤ b) = fX (x) dx und FX (x) = P (X ≤ x) = fX (u) du
a −∞
Z +∞
fX (x) ist eine Dichtefunktion genau dann, wenn fX (x) ≥ 0, ∀x and fX (x) dx = 1
−∞
Normalverteilung
1 1 x−µ 2
f (x) = √ e− 2 ( σ )
σ 2π
bezeichnet man als normalverteilt mit Erwartungswert µ und Varianz σ2 .
Sind der Erwartungswert µ=0 und die Varianz σ 2 = 1, so spricht man von einer Standardnormalvertei-
lung.
Bedingte Wahrscheinlichkeit
Die bedingte Wahrscheinlichkeit P (A|B) gibt die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Ereignisses A unter
der Bedingung an, dass das Eintreten eines anderen Ereignisses B bereits bekannt ist. Die bedingte Wahr-
P (A ∩ B)
P (A|B) = und es ergibt sich durch Umformung P (A ∩ B) = P (A|B) · P (B).
P (B)
Nach dem Satz von Bayes lässt sich P (A|B) auch mithilfe von P (B|A) ermitteln:
P (B|A) · P (A)
P (A|B) =
P (B)
P (A)P (B)
P (A ∩ B) = P (A) · P (B) und es folgt P (A|B) = = P (A)
P (B)
1.3 Erwartungswert
Intuitiv ist der Erwartungswert der Durchschnittswert der Zufallsvariablen über sehr lange Zeit und sehr
viele Wiederholungen. Generell wird er geschrieben als µX = E(X) und oftmals abgekürzt als EW. Der
Erwartungswert ist für Zufallsvariablen und beliebige Funktionen von Zufallsvariablen (also auch Nut-
3
diskrete Zufallsvariable kontinuierliche Zufallsvariable
X Z +∞
E(X) = xi · P (X = xi ) E(X) = x · fX (x) dx
i −∞
X Z +∞
E(g(X)) = g(xi )P (X = xi ) E(g(X)) = g(x)fX (x) dx
i −∞
Die Varianz ist ein Maÿ der Streuung einer Wahrscheinlichkeitsverteilung. Konkret gibt sie die erwartete
quadratische Abweichung der Zufallsvariablen von ihrem Erwartungswert an. Generell wird die Varianz
2
geschrieben als σX = Var(X).
diskrete
X
Für Zufallsvariablen gilt: Var(X) = E((X − µX )2 ) = (xi − µX )2 P (X = xi )
i
Z +∞
Für kontinuierliche Zufallsvariablen gilt: Var(X) = (x − µX )2 · fX (x) dx
−∞
Standardabweichung
q p
Die Standardabweichung ist die Quadratwurzel aus der Varianz: σX = 2 =
σX Var(X)
Kovarianz
Die Kovarianz gibt den monotonen Zusammenhang zweier Zufallsvariablen X, Y mit gemeinsamer Wahr-
scheinlichkeitsverteilung an.
4
σX,Y = Cov(X, Y ) = E((X − µX )(Y − µY ))
Korrelation
Die (Pearson-)Korrelation ist ein Maÿ für den linearen Zusammenhang zweier Zufallsvariablen.
σXY
ρXY = Corr(X, Y ) =
σX σY
Es gelten:
−1 ≤ Corr(X, Y ) ≤ 1
Für n ∈ N, x ∈ R:
h x in
ex = exp(x) = lim 1 + (für x = 1 ⇒ e ≈ 2.71828)
n→∞ n
ex+y = ex · ey
ex−y = ex /ey
x
ax = eln a = ex ln a
Logarithmen
Logarithmieren ist die Umkehroperation des Potenzierens und ist nur für reelle, positive Argumente x∈R
5
Es gelten:
ln x = loge x
log xa = a log x
1.6 Dierentialrechnung
Ableitungen
Die Ableitung einer Funktion an einer Stelle x0 gibt die Steigung der Funktion an der Stelle x0 an.
df
Man schreibt die erste Ableitung einer Funktion f (x) nach x üblicherweise als f 0 (x), f (1) (x) oder .
dx
d2 f
Mehrfache Ableitungen werden notiert als f 00 (x), f (2) (x) oder .
dx2
Wird eine Funktion mehrerer Argumente f (x, y) abgeleitet, spricht man von partiellen Ableitungen.
∂f ∂f
Diese werden notiert als bzw. .
∂x ∂y
∂2f ∂2f ∂2f
Mehrfache partielle Ableitungen schreibt man als , und .
∂x2 ∂y 2 ∂x∂y
6
Wichtige Ableitungen
a 0 (Konstante)
xn nxn−1 (Potenzregel)
ax ln(a) · ax
a−x − ln(a) · ax
1.7 Reihen
Eine Reihe ist die Summe der Elemente einer Folge. Endliche Folgen besitzen klar denierte erste und
letzte Elemente, unendliche Folgen hingegen nicht. In der Vorlesung treten hauptsächlich die beiden
Endliche Reihe
n
X 1 1 1 1 1 1 1 1
i
= + 2
+ 3
+ ... + n
= −
i=1
(1 + r) 1 + r (1 + r) (1 + r) (1 + r) r r (1 + r)n
Unendliche Reihe
∞
X 1 1 1 1 1
i
= + 2
+ 3
+ ... =
i=1
(1 + r) 1 + r (1 + r) (1 + r) r
7
2 Übersicht der Modellparameter
2.1 Allgemein
EU Erwartungsnutzen, Expected Utility
RP Risikoprämie
SÄ Sicherheitsäquivalent
p, q Eintrittswahrscheinlichkeiten:
β Beteiligungsbonus
w(π) Lineares Entlohnungsschema (aus Sicht des Prinzipals: Lohnkosten): w(π) = α + βπ mit β ∈ [0, 1]
8
2.4 Teamproduktion
a Produktivitätsparameter a>0
εi Zweite Komponente des Talents je Periode i, veränderlich über die Zeit, unabhängig
9
2.7 Ezienzlöhne
b Geldwert des ersparten Arbeitsleids bei unentdecktem shirking , b>0
p Wahrscheinlichkeit mit der shirking / das Nichterbringen der Leistung aufgedeckt wird
wGG Gleichgewichtslohn
2.8 Leistungsturniere
Allgemein
A, P Agent, Prinzipal
v Reservationswert
US-Variante
e∗US Optimale Anstrengung (symmetrisch) der Agenten im US-Turnier in Abhängigkeit von w1 , w2
∆w Turnierpreisdierenz, ∆w = w1 − w2
Japan-Variante
w Kollektive Lohnsumme
ZFP Zielfunktion des Prinzipals, optimiert wird w, P antizipiert die Wahl von e∗JAP der Agenten
10
Erweiterung um Sabotage
eh+ , eh− Anstrengung des Agenten h (h = i, j) auf den eigenen Projekterfolg (+) bzw. auf Sabotage (-)
2.9 Delegation
α Entlohnungsxum / sichere Lohnkomponente
ei Arbeitseinsatz des i
k Parameter zum Ausdruck der gegenseitigen Beeinussubg der beiden Aufgaben, k>0
ti Talent des i
v Reservationswert
wi Lohn des i
W Gesamtwohlfahrt
θi exogener Zufallseinuss
11
2.10 Interne Allokation zentraler Ressourcen
Allgemein
α Entlohnungsxum
q zentrales Budget
πi (q̂) Erfolgsfunktion von Division i in Abhängigkeit der Ressourcen, beeinusst durch Störterm εi ,
Groves-Loeb-Mechanismus
1
β Erfolgsprämiensatz mit 0<β≤ bezogen auf den realisierten Erfolg von i
2
mi (q̂) Gemeldete Erfolgsfunktion von Division i
Auktionen
bi Gebot des Divisionsmanagers i für einen Preis pro zentraler Ressourceneinheit
β Erfolgsprämiensatz
12
2.11 Kontraproduktive Aktivitäten
Erweiterung des LEN-Modells um ein ungenaues Signal für den Prinzipal
α erfolgsunabhängiges Lohnxum
ε Zufallseinuss auf das Signal des Prinzipals, normalverteilt mit E[ε] = 0, V ar[ε] = σε2
z ungenaues Signal des Einsatzes des Agenten, empfangen durch den Prinzipal, z =e+ε
z ungenaues Signal des Einsatzes des A für Tätigkeit 1, empfangen durch den P, z = e1 + ε
p Marktpreis
r interner Verrechnungspreis
13
2.13 Horizontale Kollusion
α Payo im Falle (eN ash , eKoll )
r Zinssatz
t Zeitperiode
w Gewinnerpreis
I Investitionskapital
R riskanter Auszahlungsbetrag
τ >0
w Mangerlohn im Erfolgsfall
14