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Metabolisches Syndrom

DEFINITION

Das Metabolische Syndrom ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Krankheiten und Risikofaktoren für Herz-
Kreislauf-Erkrankungen. Der griechische Begriff „metabolisch" bedeutet so viel wie stoffwechselbedingt. Von einem
Syndrom spricht man, wenn verschiedene Symptome zur gleichen Zeit auftreten (= Symptomenkomplex), von denen
jedes aber eine unterschiedliche Ursache haben kann.

Folgende Symptome bzw. Krankheitsbilder treten beim Metabolischen Syndrom meist gemeinsam auf:

- starkes Übergewicht mit meist bauchbetonter Fetteinlagerung (Adipositas)

- Bluthochdruck

- erhöhter Blutzuckerspiegel (gestörter Zuckerstoffwechsel in Form einer Insulinunempfindlichkeit bzw. -


Resistenz)

- gestörter Fettstoffwechsel

Weniger gut bekannt ist, dass gleichzeitig auch oft folgende Abnormalitäten vorliegen:

- erhöhte Harnsäure

- niedrig-gradige Entzündung

- verstärkte Blutgerinnung

- endotheliale Dysfunktion (als Synonym für eine funktionelle Arteriosklerose)

Da die Krankheitszeichen meist als Auswirkung eines modernen Lebensstils mit wenig körperlicher Bewegung und
Überernährung entstehen, spricht man von Wohlstandskrankheiten. Manchmal werden auch die Bezeichnungen
Syndrom X oder Reaven-Syndrom verwendet. Wegen der erhöhten Sterblichkeit der Betroffenen nennt man die am
Metabolischen Syndrom beteiligten Faktoren auch „Tödliches Quartett".

Patienten mit einem Metabolischen Syndrom haben oft keine oder wenige Beschwerden, die Erkrankung kann dadurch
lange unbemerkt bleiben. Da bei vielen Patienten Übergewicht zu Bluthochdruck und einem gestörten Zucker- oder
Fettstoffwechsel führt, sollten sich vor allem stark übergewichtige Menschen regelmäßig von ihrem Arzt untersuchen
lassen.

Dieser wird sich in einem persönlichen Gespräch über die Gesundheitssituation des Patienten informieren und ihn über
eventuelle Beschwerden sowie seine persönliche Krankheitsgeschichte und die seiner Angehörigen befragen.
Außerdem sollte er über Lebens- und Ernährungsgewohnheiten des Patienten Bescheid wissen.

Anschließend wird der Arzt den Patienten körperlich untersuchen, den Taillenumfang, Blutdruck sowie verschiedene
Blutwerte messen und eine Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane durchführen, um herauszufinden, ob die
typischen Symptome eines Metabolischen Syndroms vorliegen. Dies ist dann der Fall, wenn bestimmte Grenzwerte
überschritten werden.

1
BEHANDLUNG

Wichtiges Ziel einer Behandlung des Metabolischen Syndroms ist es, Folgekrankheiten zu verhindern. Dabei gilt es,
möglichst frühzeitig mit der Behandlung zu beginnen, um alle Faktoren, welche die Entwicklung von Komplikationen
begünstigen, abzumildern oder gar zu vermeiden. Dazu gehören die Senkung der Blutfette (insbesondere des LDL-
Wertes) und eine Erhöhung des HDL-Wertes. Außerdem wird der Arzt Bluthochdruck und Übergewicht behandeln, da
sie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.

Die Behandlung des Metabolischen Syndroms erfolgt in mehreren Schritten. Zuerst empfiehlt der Arzt dem Patienten,
durch eine Umstellung der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten eine Besserung der Symptome zu erreichen. Wenn
diese Maßnahmen keinen Erfolg bringen, kann der Arzt auch Medikamente zur Behandlung einsetzen.

Umstellung des Lebensstils

1) Ernährung

Patienten mit einem Metabolischen Syndrom sollten darauf achten, sich bewusst und ausgewogen zu ernähren. Wichtig
ist hierbei, dass sie nicht mehr Energie aufnehmen als sie verbrauchen (ausgeglichene Energiebilanz) und dass sie sich
fett- und cholesterinarm ernähren.

2) Körperliche Bewegung

Regelmäßige körperliche Bewegung, möglichst 30 Minuten täglich, ist ein zentraler Bestandteil der Behandlung eines
metabolischen Syndroms. Bewegung erhöht den Energieverbrauch und trägt so dazu bei, die Blutfette zu senken und
Übergewicht abzubauen.

3) Verzicht auf Rauchen und Alkohol

Der Verzicht auf Nikotin beeinflusst den Cholesterinwert positiv und trägt zur Senkung des Herzinfarktrisikos bei. Eine
Alkoholabstinenz wirkt sich positiv auf eine Störung des Fettstoffwechsels aus und hilft, erhöhten Blutdruck zu senken.

Andere nicht-medikamentöse Verfahren

1) Lipid-Apherese

Bei ausgeprägten, genetisch bedingten Erhöhungen von LDL-Cholesterin oder Lipoprotein a können diese Fette durch
eine so genannte Apherese aus dem Blut entfernt werden. Hierbei wird das Blut über eine Armvene aus dem Körper
heraus geleitet wird und nach der Entfernung der Fette dem Blutkreislauf wieder über eine zweite Armvene zugeführt.
So kann beispielsweise der Lipoprotein-a-Spiegel um 70 % gesenkt werden. Die Behandlung muss wöchentlich bis alle
zwei Wochen wiederholt werden.

2) Operative Behandlung

Bei extremem Übergewicht mit einem Body Mass Index von 35-40 oder mehr kann der Magenumfang durch eine
Operation begrenzt werden. Hierbei wird in einem minimal invasiven Eingriff (Laparaskopie) ein anpassbares
Silikonband um den oberen Teil des Magens gelegt.

2
Ein anderes, mittlerweile häufiger genutztes Verfahren besteht in der operativen Anlegung eines Bypasses weiter Teile
des Dünndarms, in dem die eigentliche Verdauung stattfindet, in Kombination mit verschiedenen Formen der
Magenverkleinerung.

Medikamentöse Behandlung

Wenn die Umstellung der Lebensgewohnheiten alleine nicht ausreichend ist, kann der Arzt die Symptome des
Metabolischen Syndroms mit Medikamenten behandeln. Experten empfehlen eine medikamentöse Therapie vor allem
für Patienten mit einem Body-Mass-Index von über 27-30, die trotz nichtmedikamentöser Behandlung innerhalb von 3-
6 Monaten weniger als 5 Kilogramm abgenommen haben. Dafür stehen dem Arzt je nach Symptom unterschiedliche
Arzneiwirkstoffe zur Verfügung. Bringt die Einnahme eines Medikamentes alleine nicht die erhoffte Wirkung, kann der
Arzt verschiedene Medikamente miteinander kombinieren

Behandlung von Übergewicht

o Orlistat

Orlistat ist ein so genannter Lipasehemmer. Er hemmt die Zerlegung von Nahrungsfetten im Magen-Darm-Trakt, so
dass geringere Mengen davon vom Körper aufgenommen werden. 30 % der aufgenommenen Fette werden unverdaut
ausgeschieden. Dadurch nimmt der Körper weniger Energie- bzw. Kalorien auf.

o Inkretin-Analoga

Inkretin-Analoga sind von den natürlichen Darmhormonen, den Inkretinen (z.B. GLP1) abgeleitete Medikamente, die
neben einer bedarfsangepassten Blutzuckersenkung auch zu einer deutlichen Gewichtsabnahme von 3-5 kg - oft auch
mehr - führen.

Bluthochdruckbehandlung

o ACE-Hemmer und AT-1-Rezeptor-Antagonisten

Präparate dieser Wirkstoffklassen wirken über mehrere, verschiedene Reaktionswege gefäßerweiternd. Im


Wesentlichen hemmen sie die Bildung des Blutdruck- steigernden Hormons Angiotensin II. Sie senken nachhaltig den
Blutdruck und beugen Endorganschäden vor.

o Diuretika (entwässernde, harntreibende Mittel)

Zu diesen nierenwirksamen Medikamenten gehören Thiazide und Schleifen-Diuretika (speziell bei eingeschränkter
Nierenfunktion) sowie kaliumsparende Diuretika. Sie steigern die Ausscheidung von Kochsalz und Wasser über die
Nieren und verstärken in Kombination mit anderen blutdrucksenkenden Medikamenten deren Wirkung.

o Betablocker

Betablocker sind Arzneimittel, die im Körper die so genannten ß-Rezeptoren blockieren. Dadurch wird die Wirkung
bestimmter Stresshormone (Noradrenalin, Adrenalin) gehemmt.

o Kalziumantagonisten bzw. Kalziumkanalblocker

Kalziumantagonisten blockieren die Kalzium-Kanäle in den Herz- und Gefäßmuskelzellen. Sie vermindern den Kalzium-
Einstrom in die Zellen, setzen dadurch die Gefäßspannung herab und somit auch den Blutdruck.

3
Behandlung von Fettstoffwechselstörungen

o Statine

Diese Medikamente hemmen die Neubildung des Cholesterins in der Leber. Die Leber nimmt zudem vermehrt
Cholesterin auf und baut es ab. Sie senken das Gesamt-Cholesterin im Blut um 30-40 %. Das LDL-Cholesterin sinkt um
35-45 %, die Neutralfette (Triglyzeride) sinken geringfügig und das HDL-Cholesterin steigt leicht.

o Cholesterin-Resorptionshemmer

Diese Substanzen hemmen die Aufnahme, d.h. den Transport von Cholesterin aus dem Darm. Sie können so den LDL-
Spiegel um durchschnittlich 20 % senken.

o Fibrate

Fibrate fördern den Abbau von triglyzeridreichen Lipoproteinen, daher kommen sie vor allem bei erhöhtem Triglyzerid-
Spiegel zum Einsatz.

Behandlung von Zuckerstoffwechselstörungen (Typ-2-Diabetes)

o Biguanide

Biguanide verzögern die Aufnahme von Zucker aus dem Darm und vermindern die Zuckerbildung durch die Leber. Des
Weiteren senkt Metformin die Blutfette (Triglyzeride) und unterstützt eine Gewichtsabnahme. Deshalb ist Metformin
besonders zur Behandlung von übergewichtigen Patienten mit metabolischem Syndrom geeignet.

o SGLT2-Inhibitoren

SGLT2-Inhibitoren steigern die Zuckerausscheidung im Urin und senken so vor allem die Blutzuckerwerte nach den
Mahlzeiten. Gleichzeitig wird auch vermehrt Natrium im Urin ausgeschieden, der Blutdruck sinkt und Nieren und Herz
werden entlastet. Im Mittel ist eine Gewichtsabnahme von etwa 2 kg zu verzeichnen.

o DPP4-Hemmer

DPP4-Hemmer sind Inkretin-Verstärker, d.h. sie erhöhen die Konzentration der Inkretine GLP1 und GIP (siehe weiter
unten: „Inkretin-Analoga“), indem sie verhindern, dass sie durch das Enzym DPP-4 abgebaut werden. Vor allem die
Blutzuckerwerte nach den Mahlzeiten werden gesenkt, Unterzuckerungen werden nicht ausgelöst. DPP4-Hemmer sind
gewichtsneutral.

o Insulin

Eine Insulintherapie kommt bei Typ-2-Diabetikern zum Einsatz, wenn ernährungstherapeutische Maßnahmen und
blutzuckersenkende Medikamente nicht ausreichend wirken.

o Inkretin-Analoga

Inkretine sind Darmhormone (z. B. GLP-1), welche die Abgabe von Insulin bei der Nahrungsaufnahme bedarfsabhängig
regulieren. Gleichzeitig werden die Spiegel des Blutzucker steigernden Hormons Glukagon im Blut herabgesetzt.
Inkretin-Analoga ähneln den natürlichen Inkretinen und imitieren deren Wirkung. Außerdem sinken Gewicht und
Blutdruckwerte.

4
Behandlung von erhöhter Harnsäure

o Allopurinol

Allopurinol verhindert die Umwandlung von so genannten Purinen zu Harnsäure. Purine wiederum entstehen beim
Abbau der Erbsubstanz DNA. Allopurinol wird meist zur Behandlung der Gicht eingesetzt.

5
Struma/ Schilddrüsenvergrößerung/
Schilddrüsenhyperplasie
DEFINITION

• Als Struma bezeichnet man eine Vergrößerung der Schilddrüse

WHO-Klassifikation:

• Grad 0 SD nicht sichtbar, nur sonographisch nachweisbar

• Grad 1 SD tastbar jedoch nicht sichtbar

• Grad 2 SD sichtbar vergrößert

• Grad 3 SD deutlich vergrößert mit mechanischen Komplikationen (Verdrängung von Ösophagus, Kompression der
Trachea, Abdrängung der Halsgefäße)

SYMPTOME

• Grad 1&2 keine Beschwerden

• Folgen mechanischer Kompression:

- Stridor & Dyspnoe

- Schluckbeschwerden

- Heiserkeit

SCHILDDRÜSENDIAGNOSTIK

• Anamnese

• Untersuchung:

- Palpation: (Schluckverschieblichkeit, Größe, Knoten)

- Auskultation (Srtömungsgeräusche )

• Labor

1) TSH

2) Freies T4 ( FT4 ) & Freies T3 ( FT3 )

3) Schilddrüsen-Antikörper

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• TPO-Ak (Thyreoperoxidase-Antikörper)

• Tg-Ak/ TAK (Thyreoglobulin-Antikörper)

• TRAK (TSH-Rezeptor-Antikörper) → TRAK beschreibt eine spezielle Art von Autoantikörpern, die eine gegen den TSH-
Rezeptor gerichtete Wirkung besitzen. Sie gehören zu den Schilddrüsenantikörpern. Ihr Effekt ähnelt dem
normalerweise an diesen Rezeptor bindenden Hormon Thyrotropin (TSH).

• Sonographie:

- Lage, Größe

- Echostruktur (zystisch, solide, homogene/ inhomogen)

- Beziehung zu Nachbarorganen ( Infiltration, Lymphknotenvergrößerung )

• Szintigraphie (Kontraindikation: Schwangerschaft)

- Heiße Knoten

- Warme Knoten

- Kalte Knoten

• Zytologie: Feinnadelpunktion

• Röntgen: Thorax, CT-Hals, MRT-Hals

THERAPIE

1- konservativ: Iodid-Gaben, L-Thyroxin

• 2- operativ: (symptomatische Struma nodosa, Malignitätsverdacht)

• 3- Radiotherapie

7
Diabetes mellitus / Zuckerkrankheit
DEFINITION

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, die auf Insulinresistenz oder Insulinmangel beruht und durch
einen chronisch erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist.

Das Vorstadium eines Diabetes mellitus bezeichnet man als Prädiabetes.

Klassifikation

• Primär insulinabhängiger Diabetes mellitus (Typ-1-Diabetes) 10%

• Nicht primär insulinabhängiger Diabetes mellitus (Typ-2-Diabetes) 90%

Typ-1-Diabetes Typ-2-Diabetes

Der Typ-1-Diabetes beruht auf einem Mangel Der Typ-2-Diabetes beruht auf :
an Insulin infolge einer Zerstörung der
insulinproduzierenden Beta-Zellen in den 1- einem verminderten Ansprechen der
Körperzellen auf Insulin.
Langerhans'schen Inseln des Pankreas
2- eine Funktionseinschränkung der
(Bauchspeicheldrüse).
Betazellen.

Am höchsten ist die Neuerkrankungsrate bei


Beide Faktoren alleine würden noch keinen
Kindern zwischen 11 und 13 Jahren. Deshalb
Diabetes verursachen, aber in der
wurde der Typ 1 Diabetes früher auch als

8
jugendlicher oder juveniler Diabetes Kombination resultiert eine Störung der
bezeichnet. Glukose-Homöostase.

Als Ursache des Typ-1-Diabetes gilt heute das Der Diabetes mellitus Typ 2 macht sich meist
Zusammenwirken von erblicher Veranlagung nach dem 40. Lebensjahr erstmals bemerkbar
und äußeren Faktoren (z.B. bestimmte und wurde deshalb früher auch als
Altersdiabetes oder Alterszucker bezeichnet.
Virusinfektionen) und einer Fehlsteuerung des
Immunsystems.

Therapie
Therapie

• 1-Basistherapie

- Lifestyle-Änderung, d.h. insbesondere


Ernährungsumstellung mit dem Ziel der
1-Basistherapie
Gewichtsreduktion
• Ernährungsumstellung
- Körperliche Bewegung (Sie verbessert die
• Körperliche Beanspruchung Glukoseaufnahme und - verwertung in der
Skelettmuskulatur)
• Stabilisierung der Stimmung (Umstellung des
eigenen Umfelds) • 2-Medikamentöse Therapie

2-Medikamentöse Therapie - Orale Antidiabetika (OAD) oder ) und die


Blutungsquelle möglichst zu verschließen -
• Konventionelle Insulintherapie (CT) oder Konventionelle Insulintherapie (CT) (auch
kombiniert mit OAD) oder
• Intensivierte konventionelle Insulintherapie
- Intensivierte Insulintherapie
(ICT) oder

• Kontinuierliche subkutane Insulin-Infusion - Intensivierte konventionelle Insulintherapie


(ICT)
(CSII, Insulinpumpe)

- Insulinpumpentherapie

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SYMPTOME

Diabetes mellitus kann lange Zeit symptomfrei verlaufen.

• Die Symptome der Hyperglykämie sind:

1-Allgemeinsymptome

- Müdigkeit

- Antriebsarmut

- Kraftlosigkeit

- Juckreiz (Pruritus)

- Gewichtsverlust

- Durst, Polydipsie (Trinkzwang)

2-Niere

- Polyurie (Urinmenge mehr als 1500 ml/m2 Körperoberfläche täglich)

- Glucosurie (Urinzucker)

3-Auge

- Sehstörungen

4-Haut

- Dermatitis

- Wundheilungsstörungen

- Necrobiosis lipoidica diabeticorum (eine Hauterkrankung, die im Rahmen eine DM auftreten kann)

5-Immunsystem

- Herabgesetzter Immunstatus mit häufigen Allgemeininfektionen

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- Harnwegsinfekte

6-Nervensystem

- diabetische Neuropathie, insbesondere Polyneuropathie

DIAGNOSTIK

Die diagnostischen Maßnahmen zur Feststellung eines Diabetes mellitus umfassen unter anderem:

- Bestimmung des Blutzuckerwerts (Nüchternblutzucker, postprandialer Blutzucker)

- Bestimmung des Urinzuckers

- Oraler Glukosetoleranztest (OGTT)

BEHANDLUNG

Menschen mit Typ-1-Diabetes benötigen fast immer eine Therapie mit Insulin und werden ohne diese Behandlung

sehr krank. Viele Menschen mit Typ-2-Diabetes benötigen ebenfalls Insulin. In der Regel wird Insulin unter die Haut

gespritzt. Für bestimmte Menschen gibt es auch Insulin zum Inhalieren. Das wird aber nicht häufig eingesetzt. Insulin

kann zurzeit noch nicht oral eingenommen werden, da Insulin im Magen zerstört wird. Neue Formen von Insulin, die

beispielsweise oral eingenommen werden können, werden untersucht.

Insulin wird in das Unterhautfettgewebe gespritzt, in der Regel in den Arm, den Oberschenkel oder den Bauch. Kleine

Spritzen mit sehr dünnen Nadeln machen die Injektionen nahezu schmerzlos.

Ein Insulin-Pen, der eine mit Insulin gefüllte Patrone enthält, ist für viele Menschen für das Tragen und Anwenden

von Insulin angenehm, insbesondere für Menschen, die täglich mehrere Injektionen außerhalb von zuhause

nehmen.

Ein anderes Produkt ist eine Insulinpumpe, die Insulin kontinuierlich aus einem Tank durch eine kleine in der Haut

belassene Kanüle (ein hohles Kunststoffröhrchen) pumpt. Die Rate der Insulin-Verabreichung kann an die Tageszeit,

ob die Person körperlich aktiv ist oder an andere Maßgaben angepasst werden. Menschen können nach Bedarf für

Mahlzeiten oder, um hohe Blutzuckerspiegel auszugleichen, zusätzliche Dosen von Insulin freisetzen. Die Pumpe

imitiert genauer, wie der Körper normalerweise Insulin produziert. Eine Therapie mit einer Pumpe kommt für einige

Patienten infrage, die mehr als drei Injektionen täglich benötigen. Für manche Menschen bietet die Pumpe ein

zusätzliches Maß an Kontrolle, während andere das Tragen der Pumpe als unangenehm empfinden oder an der

11
Stelle der Nadel eine Wunde entwickeln. Ziel jeder Diabetes-Therapie ist es, die Lebensqualität der Patienten zu

verbessern, akute gesundheitliche Probleme zu verhindern und Folgeerkrankungen und Spätschäden vorzubeugen.

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Fallbeschreibung
1. Persönliche Daten:

Name: Pieter Diekmann

Alter: 60 Jahre

Gewicht: 95 kg

Große: 167cm

2. Allergien

Bei ihm seien keine Allergien bekannt.

3. Genussmittel

Nikotin: Er raucht 1/2 Packung pro Tag (früher eine Packung) seit mehr als 40 Jahren.
Alkohol: Er trinke tgl. ein Glas Wein oder Champagner
Keine Drogen.

4. Sozialanamnese

Er sei verheiratet, Besitzer einer Firma und habe 2 gesunde Kinder.

5. Familienanamnese

Vater: Sein Vater litt an AHT bevor er im Alter von 78 an Herzinfarkt gestorben sei.

Mutter: Seine Mutter lebe noch und leide an DM.

7. Beschwerden

Herr Diekmann, ein 60-jähriger Patient stellte sich bei uns wegen seit 4 Wochen bestehender Überschreitung der
altersüblichen physiologischen Urinmenge, nächtlichem Wasserlassen und Trinkzwang vor. Der Patient berichtete, dass er
ca. 5 bis 6 Mal nachts auf die Toilette müsse und 4 Liter Wasser pro Tag trinke. Des Weiteren klagt er über Abgeschlagenheit,
Leistungsminderung, Konzentrationsstörungen und Schlaflosigkeit aufgrund der genannten Beschwerden.

8. Begleitsymptome

Darüber hinaus, teilte er mit, dass er in den letzten 6 Wochen 10 kg zugenommen habe und seitdem nachts ständig schnärche.

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9. Vegetative Anamnese

Die vegetative Anamnese war bis auf die oben genannten Beschwerden und eine Verstopfung die mit einen Präparat behandelt
wird, unauffällig.

10. Vorerkrankungen

Er leide an AHT seit 6 Jahren und Gicht. Vor 3 Jahren sei er wegen einer Bluthochdruckkrise im Krankenhaus gewesen.

11. Medikamente

Die Medikamentenanamnese ergab eine Einnahme von:

- Ramipril 25 mg 1-0-0,

- HTC 12,5 mg 1-0-0,

- Allopurinol 300 mg 1-0-0

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Fachwortschatz - aus dem Fall (Zuckerkrankheit):

Deutsche Bezeichnung Fachwort

eine Überschreitung der altersüblichen Polyurie


physiologischen Urinmenge

nächtliches Wasserlassen Nykturie

Trinkzwang Polydipsie

Schlaflosigkeit Insomnie

Verstopfung Obstipation

AHT
Bluthochdruck

Arthritis urica Gicht

Bluthochdruckkrise hypertensiven Krise

Zuckerkrankheit DM

Herzinfarkt Myokardinfarkt

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(!!) PRÜFERFRAGEN

1. Was ist eine Verdachtsdiagnose?

2. Was sind die Differentialdiagnosen?

3. Welche typischen Symptome hat DM?

4. Warum haben Diabetiker ein Durstgefühl?

5. Akute und chronische Komplikationen von DM II?

6. Warum gehen Diabetiker oft auf die Toilette, um Wasser zu lassen?

7. Wie diagnostiziert man ein hyperosmolares Syndrom?

8. Diagnostische Maßnahmen?

9. Welchen Unterschied gibt es zur Ketoazidose?

Hypertonie

Reanimation

Gebärmutterentzündung

Leistenbruch

Hoden

Haarausfall

Wurmfortsatz

16
Hyperthyreose /
Schilddrüsenüberfunktion
Definition

Hyperthyreose ist der medizinische Fachausdruck für eine Überfunktion der Schilddrüse.

Einteilung

nach Ort der Störung

• primäre Hyperthyreosen: (TSH erniedrigt, FT4 & FT3 erhöht)

• sekundäre Hyperthyreosen: (TSH , FT4 & FT3 erhöht)

1- mit erhöhten TRAK > Morbus Basedow/ Morbus Graves (35%)

2- normales TRAK > Autonomes Adenom (60%)

nach Symptomatik

• subklinische (asymptomatische)

• klinische (mit Symptomen)

nach Ätiologie

• Medikamenten-induzierte Hyperthyreose (Amiodaron-induzierte Hyperthyreose)

• Paraneoplastische Hyperthyreose

Ätiologie

Die häufigsten Ursachen einer Hyperthyreose sind eine Schilddrüsenautonomie und ein Morbus Basedow

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Symptome

Diagnostische Maßnahmen

• 1-Anamnese und körperliche Untersuchung: Messung der Vitalzeichen (Körpertemperatur, HF, AF, RR)

• 2-Laboruntersuchung:

- B.B,CRP, BSG

- Serumkonzentrationen der Hormone fT3 und fT4 sind erhöht, TSH-Spiegel ist erniedrigt

- Schilddrüsen-Antikörper (TRAK, TPO-Ak, Tg-Ak) sind erhöht.

• 3-Röntgenaufnahme:

18
- Schilddrüsensonographie und Dopplersonographie:

- um nach Vergrößerung der Schilddrüse oder Knoten zu suchen.

- Wir können ansehen:

a. Vergrößerte Schilddrüse

b. Vermehrte Vaskularisierung

c. Inhomogenitäten

• 4- Szintigraphie:

• um die kalte Knoten auszuschließen

• Hinweis auf Karzinom

• 5- Röntgen-Thorax: retrosternale Struma

• 6- -EKG

• 7- Feinnadelpunktion FNP

Therapie

• 1-Thyreostatischen Therapie (Thyreostatika)

• Thiamazole (Methimazole) 20-30 mg/Tag

• Carbimazol

• Propylthiouracil (PTU) 80mg/Tag für ein Jahr (Anwendung bei Gravidität & Laktation)

• 2-B-blocker

• 3- Subtotale Thyreoidektomie:

• Bei Rezidivität noch mal oder Komplikationen wie Kommpressionstörung, nehmen wir

den Patienten eine Operation (Subtotale Thyreoidektomie) vor (der Therapie der Wahl).

• 4- Radiojodtherapie:

19
• kommt als alternativ zur Operation im Betracht

• Jodbedarf des Erwachsenen liegt bei 200 Mikrogramm pro Tag.

20
Hypothyreose/
Schilddrüsenunterfunktion
DEFINITION

Hypothyreose ist der medizinische Fachausdruck für eine Unterfunktion der Schilddrüse.

EINTEILUNG

• nach Ort der Störung

primäre Hypothyreosen: (TSH erhöht , FT4 erniedrigt, FT3 +=-)

1- mit erhöhten TPO-AK & TG-AK > Autoimmun-Thereoiditis Haschimoto ( 90%)

2- normale AK > Angeborene & Erworbene (Nach Radiotherapie, Schilddrüsen-OP, Thyreostatika, Lithium )

• sekundäre Hypothyreosen: (TSH , FT4 & FT3 erniedrigt)

• nach Symptomatik

• subklinische (asymptomatische)

• klinische (mit Symptomen behaftete) Hypothyreosen

• nach Zeitpunkt des Auftretens

• Angeborene Hypothyreose (kongenitale Hypothyreose)

• Erworbene Hypothyreose

Ätiologie

• Meist ist eine Autoimmunthyreopathie die Ursache für eine primäre Hypothyreose.

• Darüber hinaus kommen Hypothyreosen auch nach Operationen oder Radiojodtherapien.

21
Symptome

THERAPIE

• Levothyroxin (die Therapie der Wahl) 25-200 mg/Tag

22
Schilddrüsenuntersuchungen verstehen

Die Schilddrüse ist eine lebenswichtige Hormondrüse, die vor allem für den Energiestoffwechsel wichtig ist. Sie befindet

sich im vorderen Halsbereich unterhalb des Kehlkopfs und hat die Form eines Schmetterlings. Die Schilddrüse bildet

unter anderem die Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4).

Die Schilddrüsenhormone haben vielfältige Aufgaben: Sie sind für den Stoffwechsel sowie für das Wachstum und die

Reifung des Körpers verantwortlich. Die Bildung der Schilddrüsenhormone wird von der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse)

kontrolliert. Die Hirnanhangsdrüse produziert das Hormon TSH (Thyroidea-stimulierendes Hormon, Thyroidea =

Schilddrüse). TSH regt nicht nur die Bildung der Schilddrüsenhormone an, sie beeinflusst auch die Größe der

Schilddrüse.

Die Bildung von TSH wird wiederum durch Schilddrüsenhormone gehemmt. Das System ähnelt also einem Thermostat,

der die Raumtemperatur auf einem bestimmten Wert hält. Daher ist die Konzentration von Schilddrüsenhormonen im

Blut normalerweise relativ gleichbleibend.

Tastuntersuchung

Bei dieser Untersuchung der Schilddrüse tastet die Ärztin oder der Arzt meist von hinten den Hals im Bereich der
Schilddrüse sorgfältig ab. Sie oder er achtet dabei unter anderem darauf, ob sich die Schilddrüse auffällig anfühlt oder
zum Beispiel vergrößert hat.

Was sagen die Ergebnisse aus?

Eine vergrößerte Schilddrüse – auch Kropf oder Struma genannt – kann auf einen Jodmangel mit noch normaler
Schilddrüsenfunktion hinweisen. Sie kann aber auch Zeichen einer Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse sein, bei
der zu viel oder zu wenig Schilddrüsenhormone gebildet werden.

Tastbare Knoten können ebenfalls ein Symptom für eine Störung der Schilddrüsenfunktion sein. Allerdings können
sowohl eine Vergrößerung als auch Knoten vorkommen, ohne dass die Arbeit der Schilddrüse beeinträchtigt ist.

Blutuntersuchungen

Die Schilddrüse gibt stetig eine bestimmte Menge an Hormonen ins Blut ab. Daher lässt sich mithilfe einer
Blutuntersuchung ermitteln, welche Hormonmengen die Schilddrüse produziert. Mit Bluttests können die
Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) sowie das Hirnanhangsdrüsen-Hormon TSH bestimmt
werden. Störungen der Schilddrüsenfunktion sind besonders früh an einer Veränderung des TSH-Wertes erkennbar.
Daher wird oft zunächst nur TSH gemessen.

Weicht der TSH-Wert von der normalen Menge im Blut ab, werden auch die Schilddrüsenhormone T3 und T4 bestimmt.
Der größte Teil der Schilddrüsenhormone ist an bestimmte Bluteiweiße gebunden; wirksam sind aber nur die nicht
gebundenen, sogenannten freien Schilddrüsenhormone. Deshalb werden nur die freien Schilddrüsenhormone fT3 und
fT4 gemessen („f“ steht hier für „frei“).

23
Schilddrüsen-Antikörper werden bestimmt, wenn man nach der Ursache einer Schilddrüsenfunktionsstörung sucht.
Die Antikörper entstehen, wenn das Immunsystem irrtümlich das eigene Schilddrüsengewebe angreift. Sie können
auch die Wirkung von Schilddrüsenhormonen blockieren.

Ein weiteres Schilddrüsenhormon ist das Kalzitonin. Es wird im Blut vor allem dann gemessen, wenn der Verdacht auf

eine bestimmte Form von Schilddrüsenkrebs besteht.

Was sagen die Ergebnisse aus?

Wenn das Blut zu viel oder zu wenig T3 und T4 enthält, besteht ein Ungleichgewicht zwischen der vom Körper benötigten

und der tatsächlich vorhandenen Menge an Schilddrüsenhormonen. Folgende Werte geben Hinweise auf die Ursachen

des Ungleichgewichts:

24
Thyroidea stimulierendes Hormon (TSH) Erhöhte TSH-Werte weisen auf eine Unterfunktion der

Schilddrüse (Hypothyreose) hin. Sie zeigen, dass die

Hirnanhangsdrüse mehr TSH produziert, um die

Schilddrüse zur Hormonbildung anzuregen. Sehr

wenig TSH im Blut kann dagegen auf eine

Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose)

hinweisen. Die Hirnanhangsdrüse bildet dann weniger

TSH, um die Schilddrüse nicht noch mehr anzuregen.

Erhöhte Werte der freien Schilddrüsenhormone im

Freies Trijodthyronin (fT3) und freies Thyroxin (fT4) Blut können auf eine Überfunktion hindeuten. Sind sie

zu niedrig, kann dies ein Zeichen für eine

Unterfunktion sein.

Ihre Konzentration im Blut ist bei bestimmten

Schilddrüsen-Antikörper Erkrankungen erhöht, bei denen das Immunsystem

die Schilddrüse angreift. Dazu gehören beispielsweise

die sogenannte Hashimoto-Thyreoiditis oder die

Basedow-Krankheit.

Dieser Wert ist in der Regel bei einem bestimmten

Kalzitonin Schilddrüsenkrebs erhöht. Er kann aber auch bei

anderen Erkrankungen – zum Beispiel bei

Nierenschwäche – erhöht sein. Wie viel Kalzitonin das

Blut enthält, spielt auch eine wichtige Rolle im

Kalzium- und Knochenstoffwechsel.

25
Die Konzentration von TSH und Schilddrüsenhormonen im Blut kann auch durch die dauerhafte Einnahme vieler

Medikamente beeinflusst werden. Zu den Substanzen, die die Schilddrüsenwerte beeinflussen, gehören

beispielsweise:

- ASS (Acetylsalicylsäure)

- Kortison

- Johanniskraut

- bestimmte entwässernde Arzneimittel mit dem Wirkstoff Furosemid

- Schilddrüsenmedikamente.

Deshalb ist es wichtig, die Ärztin oder den Arzt vor einem Bluttest darüber zu informieren, welche Medikamente man

einnimmt.

26
Sonografie

Erklärung für den Patienten


Guten Tag Herr / Frau X,

ich habe gerade mit dem Oberarzt gesprochen: Bei Ihnen ist eine Ultraschalluntersuchung bzw. eine Sonografie nötig

:-) Haben Sie davon schon mal gehört? Ich versuche, Sie über alles aufzuklären. Wenn ich zu schnell spreche oder

wenn Sie etwas nicht verstanden haben, sagen Sie mir bitte Bescheid, okay?

Wir werden Ultraschallwellen nutzen, mit denen wir Bilder aus Ihrem Körperinnern erstellen. Das Ultraschallgerät

besteht aus einem Schallkopf und einem Computer, der die Bilder errechnet. Mithilfe des Schallkopfs werden

Ultraschallwellen in den Körper gesandt und dann aufgenommen oder als „Echo“ an den Computer zurückgeworfen.

Weil unsere Organe den Schall unterschiedlich zurückwerfen, lassen sie sich auf den Bildern voneinander abgrenzen.

Was besonders wichtig ist: Vermeiden Sie bitte blähende Speisen am Tag vorher – keine leckeren Bohnen, keine

Kohlrouladen und so etwas, Blumenkohl geht leider auch nicht. Die Harnblase soll gefüllt sein (Wasser, Tee trinken)

und am allerbesten wäre es, wenn Sie vor der Untersuchung nichts essen würden.

Haben Sie bisher Fragen?

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Erklärung für den Arzt

Bei einer Ultraschalluntersuchung (Sonografie) werden Schallwellen in den Bereich der Schilddrüse gesandt, die von

dort je nach Gewebeart unterschiedlich stark oder gar nicht zurückgesendet werden. Dazu wird der mit etwas Gel

benetzte Schallkopf des Ultraschallgeräts über den Hals bewegt. Die empfangenen Schallwellen werden auf dem

Leuchtschirm des Ultraschallgeräts räumlich dargestellt.

Was sagen die Ergebnisse aus?

Per Ultraschall kann man ausmessen, wie groß die Schilddrüse ist und so auch eine Schilddrüsenvergrößerung

feststellen. Eine vergrößerte Schilddrüse kann auf eine Unter- oder Überfunktion hinweisen. Um sicher sagen zu

können, ob die Schilddrüse tatsächlich zu viel oder zu wenig Hormone produziert, ist zusätzlich eine Blutuntersuchung

nötig.

Außerdem sind Gewebeveränderungen wie Knoten oder Zysten im Ultraschallbild erkennbar. Werden Knoten

entdeckt, können andere Untersuchungen wie eine Szintigrafie oder in einigen Fällen auch eine Kernspintomografie

(MRT) sinnvoll sein.

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Schilddrüsenszintigrafie

Erklärung für den Patienten


Guten Tag Herr / Frau X,

ich habe gerade mit dem Oberarzt gesprochen: Bei Ihnen ist eine Schilddrüsenszintigrafie nötig :-) Haben Sie davon

schon mal gehört? Ich versuche, Sie über alles aufzuklären. Wenn ich zu schnell spreche oder wenn Sie etwas nicht

verstanden haben, sagen Sie mir bitte Bescheid, okay?

Mit dieser Untersuchung kann man die Größe, Form und die Funktion der Schilddrüse beurteilen. Uns interessiert, ob

Sie Knoten haben. Das könnte man auch mit einem Ultraschall sehen – wir wollen aber genau wissen, was das für Knoten

sind. Wie funktionieren diese Knoten? Zellen mit hoher Stoffwechselaktivität nehmen mehr radioaktive Substanz auf

(warme / heiße Knoten) als Zellen mit geringerer Aktivität (kalte Knoten). Heiße Knoten können durch Jodmangel

verursacht sein. Kein Jod bedeutet auch: keine oder weniger Schilddrüsenhormone. Deswegen steigern

Wachstumsfaktoren die Aktivität der Schilddrüse und das Jod wird effektiver benutzt. Wenn das nur isoliert in der

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Schilddrüse passiert, dann hat man einen Knoten. Solche Knoten bilden manchmal sehr viele Hormone und sie werden

zum autonomen Adenom, einem gutartigen Tumor, der aber manchmal viele Beschwerden verursacht. Kalte Knoten

sieht man bei einer Zyste oder einer Entzündung. Selten werden kalte Knoten auch bösartig, deshalb werden wir sie

überwachen. Wie gesagt, das passiert aber selten – in 5 % der Fälle. Sie werden einen Zugang bekommen und über

diesen Zugang wird ein radioaktiver Stoff injiziert. Dann warten wir etwa 20 Minuten. Danach benutzen wir eine

sogenannte Gammakamera, um ein „Hightech-Fotoshooting“ zu machen und die benötigten Messungen

durchzuführen. Unser „Fotoshooting“ dauert ca. 10 Minuten. Nehmen Sie zwischen den Messungen viel Flüssigkeit zu

sich und versuchen Sie, oft Wasser zu lassen.

Das radioaktive Medikament ist gut verträglich. Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

sind noch nicht bekannt. Etwa 1 % der Stoffe erreicht die Schilddrüse, also keine Sorge.

Haben Sie bisher Fragen?

Gut. Dann machen wir weiter. Nämlich mit etwas, das Sie vermutlich lieber nicht hören würden, das ich aber dennoch

mit Ihnen besprechen will: das Thema Komplikationen beim Legen eines venösen Zugangs und bei Kontrastmittel-Gabe.

Das heißt nicht, dass wir Komplikationen erwarten, sie sind jedoch nicht gänzlich auszuschließen.

• Allergien und Unverträglichkeiten: auf den radioaktiven Stoff, auf das Betäubungs-, Desinfektionsmittel, Latex usw.

• Verletzungen und Durchstoßungen von Blutgefäßen – das kann bei aller Vorsicht passieren. Sie werden danach

wahrscheinlich eine schöne blaue Verfärbung als Erinnerung bekommen.

• Nachblutungen sind selten. Falls es zu stark blutet, werden Sie eine Bluttransfusion bekommen – und auch da gibt es

ein ganz kleines Risiko: dass Sie eine HIV- oder HBV / HCV Infektion bekommen. Klar, das Blut wird immer sehr gut

untersucht … Aber da bleibt trotzdem ein Risiko … minimal!

• Infektionen und Wundheilungsstörungen sind auch möglich.

• Lösen sich Blutgerinnsel oder Teilchen von Ablagerungen an der Gefäßwand ab und verschließen sie ein Blutgefäß

(das heißt Embolie in unserem „Fachchinesisch“), kann dies Durchblutungsstörungen zur Folge haben. Dann würden

Sie eine Behandlung benötigen – entweder medikamentös oder mit einer kleinen Gefäßoperation.

• Selten kommt es zu Haut-, Gewebe- und Nervenschäden mit dauerhaften Folgen: Schmerzen, Entzündung,

Absterben von Gewebe, Narben, Empfindungs- und Funktionsstörungen, Lähmungen (z. B. an den Gliedmaßen).

• Sonst sagen Sie uns bitte Bescheid, wenn Sie Übelkeit, Schwindel, Hautausschlag, Schmerzen, Fieber oder so etwas

bekommen. Haben Sie Fragen?

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Gut, dann wäre meine Bitte, dass Sie einmal hier unterschreiben, dass Sie alles gehört haben und mit der

Untersuchung einverstanden sind.

Erklärung für den Arzt

Mithilfe der Szintigrafie lässt sich als Bild darstellen, wie aktiv die Schilddrüse ist. Vor der Untersuchung wird ein schwach

radioaktiver Stoff in die Armvene gespritzt. Dieser verteilt sich über den Blutkreislauf im Körper und wird vor allem von

der Schilddrüse aufgenommen. Je nachdem, wie einzelne Bereiche der Schilddrüse arbeiten, sammelt sich

unterschiedlich viel von diesem Stoff im Schilddrüsengewebe an. Die Szintigrafie-Aufnahme der Schilddrüse macht die

Verteilung und die Menge des angesammelten Stoffes sichtbar. Dieses Bild wird Szintigramm genannt.

Vor einer Szintigrafie kann es erforderlich sein, bestimmte Medikamente abzusetzen – beispielsweise

Schilddrüsenmedikamente. Vor der Untersuchung ist es deshalb wichtig, die Ärztin oder den Arzt darüber zu

informieren, welche Medikamente eingenommen werden.

Im Rahmen einer Szintigrafie können unerwünschte Wirkungen auftreten: Selten kann die Spritze Blutgefäße oder

Nerven verletzen oder die Einstichstelle kann sich entzünden. Außerdem sind allergische Reaktionen möglich, vor allem

auf das eingespritzte Mittel.

Die Untersuchung geht mit einer geringen Strahlenbelastung einher. Es werden allerdings nur sehr kleine Mengen

strahlender Substanzen eingesetzt, die innerhalb weniger Tage im Körper zerfallen.

Was sagen die Ergebnisse aus?

Mithilfe einer Szintigrafie ist es möglich, die Aktivität der Schilddrüse zu untersuchen: Je intensiver die Schilddrüse

arbeitet, desto stärker wird sie durchblutet und desto mehr von dem gespritzten Stoff reichert sich im Gewebe an. Die

aktiven Bereiche heben sich auf dem Bild deutlich von den weniger aktiven ab. Auf diese Weise lassen sich auch „kalte“

von „heißen“ Knoten unterscheiden: In einem kalten Knoten sammelt sich weniger radioaktiv markierter Stoff, weil der

Stoffwechsel im Gewebe hier langsamer ist. Ein kalter Knoten weist in den meisten Fällen auf eine harmlose

Gewebeveränderung hin; nur selten auf einen Tumor der Schilddrüse.

An heißen Knoten reichert sich dagegen mehr radioaktiv markierte Substanz an – hier ist der Stoffwechsel erhöht und

das Gewebe produziert viele Hormone. Heiße Knoten können ab einer bestimmten Größe zu einer Überfunktion der

Schilddrüse führen.

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Feinnadelpunktion

Erklärung für den Patienten


Guten Tag Herr / Frau X,

ich habe gerade mit dem Oberarzt gesprochen: Bei Ihnen ist eine sonografisch gesteuerte Feinnadelpunktion nötig :-)

Haben Sie davon schon mal gehört? Wenn ich zu schnell spreche oder wenn Sie etwas nicht verstanden haben, sagen

Sie mir bitte Bescheid, okay? Eine Feinnadelpunktion wird durchgeführt, um Gewebe für eine Untersuchung mit dem

Mikroskop zu gewinnen und damit z. B. die Herkunft von Tumoren zu klären. Das Ziel ist, dass wir eine klare Zuordnung

der Raumforderung bekommen.

Was besonders wichtig ist: Wenn Sie Medikamente wie Aspirin, Marcumar oder Clopidogrel einnehmen, fragen Sie bitte

Ihren Hausarzt, ob diese Medikamente pausiert werden können. Am Tag der Punktion müssen Sie nüchtern sein. Die

Punktion ist in der Regel wenig schmerzhaft – nicht so wie beim Zuganglegen. Danach bleiben Sie für mindestens eine

Stunde bei uns. Am Tag der Punktion und in den folgenden Tagen sollten Sie Sport vermeiden und nichts Schweres

heben. Es wird so sein: Örtliche Betäubung der Punktionsstelle, dann wird eine dünne Nadel unter Ultraschallkontrolle

in das Zielgewebe geführt. So wird Gewebe entnommen, das dann zu den Pathologen geht. Abschließend wird ein

Kontroll-Ultraschall zum Ausschluss einer Blutung durchgeführt.

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Haben Sie bisher Fragen? Gut. Dann machen wir weiter. Nämlich mit etwas, das Sie vermutlich lieber nicht hören

würden, das ich aber dennoch mit Ihnen besprechen will: das Thema Komplikationen beim Legen eines venösen

Zugangs und bei Kontrastmittel-Gabe. Das heißt nicht, dass wir Komplikationen erwarten, sie sind jedoch nicht gänzlich

auszuschließen.

• Allergien und Unverträglichkeiten: auf das Betäubungs-, Desinfektionsmittel, Latex usw. • Verletzungen und

Durchstoßungen von Blutgefäßen – das kann bei aller Vorsicht passieren. Sie werden danach wahrscheinlich eine

schöne blaue Verfärbung als Erinnerung bekommen.

• Nachblutungen sind selten. Falls es zu stark blutet, werden Sie eine Bluttransfusion bekommen – und auch da gibt es

ein ganz kleines Risiko: dass Sie eine HIV- oder HBV / HCV Infektion bekommen. Klar, das Blut wird immer sehr gut

untersucht … Aber da bleibt trotzdem ein Risiko … minimal!

• Infektionen und Wundheilungsstörungen sind auch möglich.

• Lösen sich Blutgerinnsel oder Teilchen von Ablagerungen an der Gefäßwand ab und verschließen sie ein Blutgefäß

(das heißt Embolie in unserem „Fachchinesisch“), kann dies Durchblutungsstörungen zur Folge haben. Dann würden Sie

eine Behandlung benötigen – entweder medikamentös oder mit einer kleinen Gefäßoperation.

• Haut-, Gewebe- und Nervenschäden mit dauerhaften Folgen: Schmerzen, Entzündung, Absterben von Gewebe,

Narben, Empfindungs- und Funktionsstörungen, Lähmungen (z. B. an den Gliedmaßen).

• Bitte verständigen Sie sofort Ihre Ärztin / Ihren Arzt, wenn Übelkeit, Durchfall, Unwohlsein, Schwindel, Niesreiz,

Hautausschlag, Schmerzen, Fieber (über 38 °C), Schüttelfrost oder andere Beschwerden während oder nach der

Untersuchung auftreten. Bei erheblichen Beschwerden bitte den Notarzt rufen, falls Ihre Ärztin / Ihr Arzt nicht erreichbar

ist. Haben Sie Fragen?

Gut, dann wäre meine Bitte, dass Sie einmal hier unterschreiben, dass Sie alles gehört haben und mit der Untersuchung

einverstanden sind.

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Erklärung für den Arzt

Bei einer Feinnadelpunktion wird eine sehr dünne Hohlnadel in das Schilddrüsengewebe vorgeschoben, um Gewebe

oder Flüssigkeit zu entnehmen. Eine Betäubung ist in der Regel nicht nötig, die Untersuchung ist nicht unangenehmer

als eine normale Blutabnahme am Arm. Um eine bessere Orientierung zu haben, setzt die Ärztin oder der Arzt häufig

zusätzlich ein Ultraschallgerät ein.

Selten kann sich nach einer Feinnadelpunktion ein Bluterguss bilden oder die Einstichstelle entzünden. Wer

Medikamente nimmt, die die Blutgerinnung hemmen, sollte mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen, ob es nötig ist,

sie vor der Untersuchung abzusetzen.

Was sagen die Ergebnisse aus?

Durch die Feinnadelpunktion der Schilddrüse kann man genauer feststellen, ob es sich bei einer per Ultraschall oder

Szintigrafie festgestellten Veränderung des Drüsengewebes um eine Entzündung oder einen gut- oder bösartigen

Tumor handelt. Es werden Gewebeproben entnommen, die dann an ein Labor geschickt und unter dem Mikroskop

untersucht werden. Mithilfe einer Feinnadelpunktion können außerdem flüssigkeitsgefüllte Zysten entleert werden.

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