Mathe 1 Skript
Mathe 1 Skript
Ingenieurmathematik 1
Hochschule Ruhr West
Vorbemerkung 3
1 Einige Grundbegriffe 4
1.1 Mathematische Texte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
1.2 Logik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
1.3 Mengen und Zahlen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
1.4 Sinus, Cosinus und Tangens (geometrisch) . . . . . . . . . . . . 9
1
2
5 Differentialrechnung 61
5.1 Stetige Fortsetzbarkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
5.2 Differenzierbarkeit und Ableitungen . . . . . . . . . . . . . . . . 62
5.3 Ableitungsregeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64
5.4 Ableitungen höherer Ordnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66
5.5 Lokale Extrema, Mittelwertsatz und Konvexität . . . . . . . . . 67
5.6 Die Regel von de L’Hospital . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71
6 Integralrechnung 72
6.1 Integrierbarkeit und (Riemann-)Integral . . . . . . . . . . . . . 72
6.2 Eigenschaften des Integrals . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 75
6.3 Der Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung . . . . . . 76
6.4 Integrationsregeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78
6.5 Anwendungen der Integralrechnung . . . . . . . . . . . . . . . . 80
Vorbemerkung: Dieses Skript fasst die Inhalte des im Titel genannten
Moduls zusammen und unterstützt in erster Linie die Durchführung der Lehr-
veranstaltungen. Insbesondere ist die Formatierung des Skripts darauf ange-
passt.
In den Vorlesungen werden zusätzliche Begründungen und Erläuterungen gege-
ben. Auch die Beispiele werden dort vorgerechnet. Ich empfehle ausdrücklich,
dazu Mitschriften anzufertigen.
Zudem empfehle ich die Benutzung von Lehrbüchern, wie z.B. L. Papula,
Mathematik für Ingenieure und Naturwissenschaftler 1, Springer
Vieweg, welches Sie in der Bibliothek der HRW (auch als kostenlosen pdf-
Download) finden können.
3
Kapitel 1
Einige Grundbegriffe
4
1.2 Logik 5
1.2 Logik
∧ w f ∨ w f
w w f w w w
f f f f w f
x2 − x − 2
= −1
x+1
b) Lösungen der Gleichung
4x2 = (x + 1)2
M
N
M ∪ N = {a | a ∈ M ∨ a ∈ N } (Vereinigung)
M ∩ N = {a | a ∈ M ∧ a ∈ N } (Durchschnitt)
M \ N = {a | a ∈ M ∧ a ∈
̸ N } (Mengendifferenz)
M N M N M N
M ∪N M ∩N M \N
a · d = b · c.
a
Bemerkung 1.13 Identifiziert man a ∈ Z mit 1
∈ Q, so gilt
N ⊂ Z ⊂ Q.
Bemerkung 1.14
d 1 d ̸∈ Q
Beispiel 1.16 a) 0.99999 . . . = 0.9 ∈ R. Was ist richtig: 0.9 < 1 oder
0.9 = 1?
√
b) Stimmt 2 = 1.41?
Satz 1.17 Eine reelle Zahl a.a1 a2 a3 a4 . . . ist genau dann rational, wenn
die Ziffernfolge a1 a2 a3 a4 . . . (irgendwann) periodisch ist.
N ⊂ Z ⊂ Q ⊂ R.
√
b) Zahlen in R \ Q heißen irrational. Wie oben bemerkt ist 2 irrational,
ebenso wie die Kreiszahl π.
I I I I
a b a b a b a b
1.4 Sinus, Cosinus und Tangens (geometrisch) 9
2.1 Vektoren
Definition 2.1 (Vektoren)
Jede Gerade (in der Ebene oder im Raum) und ihre Parallelen legen eine
Richtung fest.
E
Jeder Vektor hat einen Anfangs- ⃗a Schreibweise
punkt A und einen Endpunkt E. −→
A ⃗a = AE
10
2.1 Vektoren 11
2⃗a
(−1) · ⃗a
⃗a 1 = −⃗a − 12 ⃗a
2
⃗a
2.1 Vektoren 12
x1
x2 E
E = (x1 , x2 ) =
x2
x1
In der Vektorrechnung ordnet man
jedem Punkt E = (x1 , x2 ) den Vektor
−−−−−−−−→ x2 E
⃗x = (0, 0)(x1 , x2 ) zu. Alle Vektoren
werden so parallel verschoben, dass ⃗x
alle Anfangspunkte im Ursprung des
x1
Koordinatensystems liegen.
R2 = {(x1 , x2 ) | x1 , x2 ∈ R}.
1 2
Beispiel 2.9 ⃗x = , ⃗y = . Bestimmung von ⃗x + ⃗y , ⃗x − ⃗y , 2⃗x
−2 3
und |⃗x|.
2.3 Geraden, LGS und Determinanten im R2 15
Beispiel 2.11
3 1
g : ⃗x = +λ
4 −5
Liegt der Punkt (3, 4), bzw. (1, −5) auf g?
Beispiel 2.12
5 2
g1 : ⃗x = +λ
−1 −2
1 3
g2 : ⃗x = +λ
1 2
a · x1 + b · x2 = y 1 (I)
c · x1 + d · x2 = y 2 (II)
A · ⃗x = ⃗y .
det(A) = a · d − c · b
y1 b a y1
y2 d c y2
x1 = , x2 = .
a b a b
c d c d
4λ − 3µ = 2
−2λ − 2µ = 1
a b
Für jede Matrix A = ist b
c d d
| det(A)| gleich
der Fläche
des von
a b | det(A)|
den Spalten und auf-
c d a
gespannten Parallelogramms.
c
2.4 Skalarprodukt und Orthogonalität im R2 18
⃗x · ⃗y = x1 · y1 + x2 · y2
Bemerkung 2.20 Zu (x1 , x2 ) sind z.B. (x2 , −x1 ) und (−x2 , x1 ) orthogo-
nal.
|t · y1 + u · y2 − v|.
x1
(x1 − a1 )2 + (x2 − a2 )2 = r2
R3 = {(x1 , x2 , x3 ) | x1 , x2 , x3 ∈ R}
4. Skalarprodukt
⃗x · ⃗y = x1 · y1 + x2 · y2 + x3 · y3
A · ⃗x = ⃗y 3 × 3-LGS (∗)
6. Determinante (Sarrus-Regel)
det(A) = a11 a22 a33 + a12 a23 a31 + a13 a21 a32 − a31 a22 a13 − a32 a23 a11 − a33 a21 a12
2.7 Der Raum: R3 22
g
Die Menge aller Punkte ⃗x der Form
⃗b
g : ⃗x = ⃗a + λ⃗b
t · x1 + u · x2 + v · x3 = w (∗)
|t · y1 + u · y2 + v · y3 − w|
2.8 Geraden, Ebenen und LGS im R3 24
4x1 + 3x2 − x3 = 1
2x1 + x2 − 2x3 = 3
9x1 + 6x2 − x3 = −1
2.9 Kreuzprodukt und Spatprodukt im R3 26
[ ⃗a ⃗b ⃗c ] = ⃗a · (⃗b × ⃗c)
a1 b1 c1
[ ⃗a ⃗b ⃗c ] = a2 b 2 c 2 = ±Volumen ⃗a ⃗b ⃗c -Spat
a3 b 3 c 3
2.10 Kugeln und Ellipsoide im R3 28
x · y = (x1 y1 − x2 y2 , x1 y2 + x2 y1 )
N ⊂ Z ⊂ Q ⊂ R ⊂ C.
i·R
Die komplexe Zahl i = (0, 1) heißt C
imaginäre Einheit. Sie hat die i
wichtige Eigenschaft
i2 = −1. R
Übliche Notation:
x = x1 + i · x2
2
Beispiel 2.57 a) 1 + 2i = (1 + 2i)2 , b) 1i , c) 1
−1+i
2.12 Polarkoordinaten, Potenzen und Wurzeln in C 32
Dabei ist r = |z| der Betrag von z und φ das Argument von z. (Beachte:
Der Wert von φ ist nicht eindeutig bestimmt, da cos und sin periodisch
sind.)
r1 r2
z2
z1 ·z2 = r1 ·r2 (cos(φ1 +φ2 )+i sin(φ1 +φ2 )) φ1
r2 z1
r1
φ2 φ1
z n = rn (cos(nφ) + i sin(nφ)).
mit k = 1, . . . , n.
P (z) = a0 + a1 · z + a2 · z 2 + a3 · z 3 + . . . + an · z n
und n
Y
ak = am · am+1 · . . . · an (Produktzeichen)
k=m
P5 Q5
Beispiel 3.2 a) k=1 k, b) k=1 1/k
36
3.1 Abkürzende Notationen 37
Menge.
3.2 Folgen
Definition 3.9 (Folgen)
Ordnet man jedem n ∈ N ein an ∈ R zu, so ist
a1 , a2 , a3 , a4 , . . .
eine Folge.
1 n
Beispiel 3.10 a) an = , b) bn = n , c) cn = n2
n 2
lim an = a.
n→∞
n+1 1
Beispiel 3.12 a) an = , b) bn = , c) cn = (−1)n
n n
3.3 Funktionen 39
3.3 Funktionen
Definition 3.13 (Funktionen)
Seien M und N Mengen. Ordnet man jedem x ∈ M genau ein y ∈ N zu,
y = f (x), so heißt diese Zuordnung f eine Funktion (oder Abbildung)
von M nach N :
f : M → N.
M heißt Definitionsbereich von f und N Bildbereich von f .
Beispiel 3.14 a) Jede Folge an ist eine Funktion von N nach R. (Statt
f (n) schreibt man meist an .)
b) Ist A eine 2 × 2-Matrix, so ist die Zuordnung ⃗y = A · ⃗x eine Funktion
von R2 nach R2 .
c) f (z) = z 2 für z ∈ C ist eine Funktion von C nach C.
d)
y
f : R → R, f (x) = c für alle x
(konstante Funktion) c
x
e)
f : R → R, f (x) = x
(identische Abbildung) x
f)
y
f : R → R, f (x) = x2
(Normalparabel)
x
g)
f : R → R, y
−x, x < 0
f (x) = |x| =
x, x ≥ 0
(Betragsfunktion) x
3.3 Funktionen 40
h)
f : R → R, f (x) = x3
(kubische Funktion) x
i)
f : R → R, y
0, x ≤ 0
f (x) =
1, x > 0
(Sprungfunktion) x
j)
f : R → R, f (x) = exp(x) = ex
(Exponentialfunktion)
x
k)
y
√
f : R≥0 → R, f (x) = x
(Wurzelfunktion)
x
l)
1
f : R \ {0} → R, f (x) =
x
x
(Hyperbel)
f (x)
h(x) =
g(x)
e = exp(1) = 2.7182 . . .
n
Bemerkung 3.18 Die Folge 1 + nx ist für die (näherungsweise) Be-
rechnung von exp nicht gut geeignet. Wir werden in Ingenieurmathematik
2 besser geeignete Verfahren kennen lernen.
3.5 Verknüpfungen von Funktionen und Stetigkeit 43
1 √
Beispiel 3.20 a) f (x) = x2 , g(x) = x: f + g, b) f (x) = , g(x) = x:
x
f
f · g, c) f (x) = x, g(x) = exp(x):
g
f ◦ g : D → R, (f ◦ g)(x) = f (g(x)).
√ 1
Beispiel 3.22 a) f (x) = x, g(x) = x2 : f ◦ g b) f (x) = , g(x) = sin(x):
x
2 1
f ◦ g, c) f (x) = x , g(x) = x, h(x) = : f · (f ◦ (g + h)).
x
Beispiel 3.24 Die Sprungfunktion (Bsp. 3.14, i)) ist in x = 0 nicht stetig.
f −1 (y) = x ⇔ f (x) = y.
ln : R>0 → R, y = ln(x)
x
1
heißt (natürliche) Logarithmus-
funktion.
Die Umkehrfunktion
√ √ √
n : R≥0 → R≥0 , y = n
x 3
x
heißt n-te Wurzelfunktion.
x
1
y
x3 √
3
x
Bei ungeradem n ist f (x) = xn so-
gar auf ganz R streng monoton
√ wach-
send. Man kann dann x für alle
n x
x ∈ R erklären. 1
ab = exp(ln(a) · b).
Insbesondere also
ex = exp(ln(e ) · x) = exp(x).
|{z}
=1
y
tan(x)
Bei allen
π
x = kπ + mit k ∈ Z
2 π
x
2
hat tan(x) eine Definitionslücke.
1
Wir merken noch an, dass cot(x) = der Cotangens ist.
tan(x)
y arcsin(x)
sin(x) ist auf [−π/2, π/2] streng monoton
wachsend und nimmt alle Werte in [−1, 1]
an. sin(x)
Die Umkehrung der Einschränkung x
π
sin : [−π/2, π/2] → [−1, 1] heißt Arcussi- 2
nus, arcsin : [−1, 1] → [−π/2, π/2].
y tan(x)
tan(x) ist auf (−π/2, π/2) streng monoton arctan(x)
wachsend und nimmt alle Werte in R an.
Die Umkehrung der Einschränkung x
π
tan : (−π/2, π/2) → R heißt Arcustan- 2
gens, arctan : R → (−π/2, π/2).
y
cosh(x)
cosh : R → R,
1 x
e + e−x
cosh(x) =
2
Cosinus Hyperbolicus
x
tanh : R → R, y
tanh(x)
sinh(x)
tanh(x) =
cosh(x) x
Tangens Hyperbolicus
1
Wir merken noch an, dass coth(x) = der Cotangens Hyperbo-
tanh(x)
licus ist.
3.7 Trigonometrische und hyperbolische Funktionen 51
y
cosh(x) ist auf [0, ∞) streng monoton cosh(x)
wachsend und nimmt alle Werte in [1, ∞)
an.
Die Umkehrung der Einschränkung arcosh(x)
cosh : [0, ∞) → [1, ∞) heißt Area Cosinus
Hyperbolicus, arcosh : [1, ∞) → [0, ∞).
x
y
tanh(x) ist auf ganz R streng mono- artanh(x)
ton wachsend und nimmt alle Werte tanh(x)
in (−1, 1) an.
Die Umkehrfunktion heißt x
Area Tangens Hyperbolicus,
artanh : (−1, 1) → R.
Vektorrechnung in beliebiger
Dimension
Rn = {(x1 , x2 , . . . , xn ) | xk ∈ R für k = 1, . . . , n}
3. Dreiecksungleichung
|⃗x + ⃗y | ≤ |⃗x| + |⃗y |
4. Definition Skalarprodukt, Definition cos(α), Defintion α, Definition
Orthogonalität
n
X
⃗x · ⃗y = x1 · y1 + x2 · y2 + . . . + xn · yn = xk y k
k=1
52
4.1 Der n-dimensionale Raum: Rn 53
⃗x · ⃗y
cos(α) = , ⃗x · ⃗y = |⃗x| · |⃗y | · cos(α)
|⃗x| · |⃗y |
⃗x, ⃗y orthogonal ⇔ ⃗x · ⃗y = 0
5. Matrix und LGS
a11 a12 · · · a1m
a21 a22 · · · a2m
A= n × m-Matrix
.. ..
. .
an1 an2 · · · anm
a11 a12 · · · a1m a11 x1 + a12 x2 + · · · + a1m xm
x1
a21 a22 · · · a2m ..
a21 x1 + a22 x2 + · · · + a2m xm
A·⃗x = .. · . =
.. ..
. . .
xm
an1 an2 · · · anm an1 x1 + an2 x2 + · · · + anm xm
folgt
λ1 = λ2 = . . . = λm = 0.
Der Nullvektor lässt sich aus ⃗a1 , ⃗a2 , . . . , ⃗am nur auf triviale Weise linear
kombinieren.
Sind ⃗a1 , ⃗a2 , . . . , ⃗am ∈ Rn nicht linear unabhängig, so sind die Vektoren
linear abhängig.
Beispiel 4.5 a) ⃗a1 = (1, 0) und ⃗a2 = (0, 1) sind linear unabhängig. b)
⃗a1 = (1, 0), ⃗a2 = (0, 1), ⃗a3 = (1, 1) sind linear abhängig.
Beispiel 4.10 a)
x1 + x2 = 0
x1 + x2 = 1
4.3 Matrix-Algebra
Definition 4.12 (Summe von Matrizen)
Zwei m×n-Matrizen A und B kann man addieren C = A+B. Die Einträge
von C sind cij = aij + bij .
Beispiel 4.13
1 2 3 1 −3 3
+
1 0 1 3 −5 3
Beispiel 4.15
1 0
2 0 1
· −2 5
3 1 2
1 1
A · A−1 = A−1 · A = E,
so heißt A−1 die Inverse von A und A heißt invertierbar oder regulär.
Besitzt A keine Inverse, so heißt A singulär.
⃗x = A−1 · ⃗y .
Beispiel 4.23
a b
A=
c d
4.4 Eigenwerte
Definition 4.26 (Eigenwerte und Eigenvektoren)
Sei A eine n×n-Matrix. Falls für ein λ ∈ C und ⃗x ∈ Rn mit ⃗x ̸= 0 folgende
Gleichung erfüllt ist:
A · ⃗x = λ⃗x
so heißt λ Eigenwert von A und ⃗x Eigenvektor zum Eigenwert λ.
Die Menge der Eigenwerte σ(A) heißt das Spektrum von A.
1 −3 3
0 −1
Beispiel 4.28 a) A = , b) B = 3 −5 3
1 0
6 −6 4
4.4 Eigenwerte 60
det A = λ1 k1 · λ2 k2 · . . . · λm km
1 −3 3
0 −1
Beispiel 4.32 Nochmals a) A = , b) B = 3 −5 3
1 0
6 −6 4
Kapitel 5
Differentialrechnung
Beispiel 5.2
x
a) f : R \ {0} → R, f (x) = , x0 = 0,
x
x2 − 1
b) f : R \ {1} → R, f (x) = , x0 = 1,
x−1
1
c) f : R \ {0} → R, f (x) = , x0 = 0,
x
−1, x < 0
d) f : R \ {0} → R, f (x) = , x0 = 0.
1, x > 0
61
5.2 Differenzierbarkeit und Ableitungen 62
Beispiel 5.5
a) f (x) = x2 , f ′ (1),
b) f (x) = x2 , f ′ (x0 ) mit x0 beliebig,
c) f (x) = x3 , f ′ (x0 ) mit x0 beliebig,
d) f (x) = |x|, x0 = 0.
f ′ : (a, b) → R, y = f ′ (x)
Beispiel 5.7
a) f (x) = x2 , f ′ (x) = 2x,
b) f (x) = x3 , f ′ (x) = 3x2
f ′ (x) = n · xn−1 .
5.3 Ableitungsregeln
Satz 5.10 (Ableitungsregeln Verknüpfungen)
Es seien f und g in x0 differenzierbar und c ∈ R. Dann sind auch f + g,
f · g, c · f , 1/f (falls f (x0 ) ̸= 0) und f /g (falls g(x0 ) ̸= 0) in x0 differen-
zierbar und es gilt:
i) (f + g)′ = f ′ + g ′ (Summenregel),
ii) (f · g)′ = f ′ · g + f · g ′ (Produktregel),
iii) (c · f )′ = c · f ′ (Faktorregel),
′
1 f′
iv) =− 2 (Ableitung eines Kehrwerts),
f f
′
f f ′ · g − f · g′
v) = (Quotientenregel).
g g2
f ′′ (x) = (f ′ )′ (x)
dk dk f
f (k) (x) = f (x) = (x).
dxk dxk
f (x)
f (x0 ) ≥ f (x) (f (x0 ) ≤ f (x)) (∗)
für alle x ∈ (x0 − ε, x0 + ε). ( ) x
a | {z }
2ε b
f ′ (x0 ) = 0. x
a b
f (b) − f (a)
f ′ (x0 ) = .
b−a x
a x0 b
Beispiel 5.25 Passendes x0 gemäß MWS für a) f (x) = x2 , [a, b] = [0, 1],
b) f (x) = sin(x) + x, [a, b] = [0, 2π].
Bemerkung 5.31 Satz 5.30 ist ein hinreichendes Kriterium, aber kein
notwendiges Kriterium.
√
Beispiel 5.32 Extrema von a) f (x) = x3 − 3x, b) f (x) = exp( x2 + 5).
und
f ′′ (x) ≤ 0 für alle x ∈ (a, b) ⇔ f konkav auf (a, b).
5.5 Lokale Extrema, Mittelwertsatz und Konvexität 70
f (x) f ′ (x0 )
lim = ′ .
x→x0 g(x) g (x0 )
Beispiel 5.38
sin(x)
a) lim ,
x→0 x
ln(x)
b) lim 2 .
x→1 x − 1
oder
lim g(x) = ±∞.
x→b
Dann gilt
f (x) f ′ (x)
lim = lim ′
x→b g(x) x→b g (x)
Beispiel 5.40
ex
a) lim ,
x→∞ x
b) lim x · ln(x),
x→0
x · ln(x)
c) lim .
x→∞ x2 + 1
Kapitel 6
Integralrechnung
72
6.1 Integrierbarkeit und (Riemann-)Integral 73
t(x)
n−1
X
= t(ck ) · (xk+1 − xk ) x
k=1
x1 x2 x3 · · · xn
1
2, 0 ≤ x ≤
2
1 1 3
t : [0, 2] → R, t(x) = ,
2 2
<x≤ 2
−3, 23
<x≤2
T (x)
t(x)
Rb
Ist die obere Grenze s aller Integrale a t(x) dx gleich der unteren Grenze
Rb
S aller Integrale a T (x) dx, so heißt f (Riemann-)integrierbar über
[a, b]. Man setzt
Z b
f (x) dx = s = S.
a
6.1 Integrierbarkeit und (Riemann-)Integral 74
Beispiel 6.8 Die Sprungfunktion ist integrierbar, aber nicht stetig. Die
Betragsfunktion ist stetig, aber nicht differenzierbar.
6.2 Eigenschaften des Integrals 75
Die Punkte a) und b) sind die Linearität des Integrals und d) ist die
Monotonie des Integrals.
f (t)
Wir setzen für x ∈ [a, b]
Z x
F0 (x)
F0 (x) = f (t) dt.
a
t
a x b
Z b
f (x) dx = F (b) − F (a).
a
Beispiel 6.14
Z 1 Z 2 Z π Z 1
2 1
a) x dx, b) dx, c) sin(x) dx, d) x · ex dx.
0 1 x2 −π 0
6.3 Der Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung 77
6.4 Integrationsregeln
Satz 6.16 (Partielle Integration)
Z Z
f · g = f · g − f · g′
′
Beispiel 6.17
Z Z 1 Z
x 10
a) x · e dx, b) x · (1 − x) dx, c) sin2 (x) dx.
0
Beispiel 6.19
Z 1 Z Z
x x
a) 2 2
dx, b) dx, c) arctan(x) dx.
0 (1 + x ) 1 + x2
Z φ(b) Z b
f (x) dx = f (φ(t)) · φ′ (t) dt
φ(a) a
6.4 Integrationsregeln 79
Beispiel 6.21
1
x2
Z Z
x2
a) e · 2x dx, b) √ dx.
0 1 + x3
Z bp f (x)
s= 1 + (f ′ (x))2 dx. s
a x
a b
f (x)
Z b
V =π f 2 (x) dx. a V x
a
b
f (x)
Z b A
p x
A = 2π f (x) 1 + (f ′ (x))2 dx. a b
a