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Zwischen Ost und West

Ein Gebäude im Wandel deutscher Geschichte


Zwischen Ost und West: Ein Gebäude im Wandel deutscher Geschichte

Impressum
Herausgeber
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit
und Verbraucherschutz (BMUV)
Arbeitsgruppe G III 1 · 11055 Berlin
E-Mail: buergerinfo@[Link] · Internet: [Link]

Redaktion
BMUV, Referat G III 4

Gestaltung
2 design_idee, büro_für_gestaltung, Erfurt

Druck
Druck- und Verlagshaus Zarbock GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main

Bildnachweise
Siehe Seite 19

Stand
September 2023

3. aktualisierte Auflage
1.000 Exemplare (gedruckt auf Recyclingpapier)

Bestellung dieser Publikation


Publikationsversand der Bundesregierung
Postfach 48 10 09 · 18132 Rostock
Telefon: 030 / 18 272 272 1 · Fax: 030 / 18 10 272 272 1
E-Mail: publikationen@[Link]
Internet: [Link]/publikationen

Hinweis
Diese Publikation wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit
und Verbraucherschutz kostenlos herausgegeben. Sie ist nicht zum Verkauf bestimmt und darf
nicht zur Wahlwerbung politischer Parteien oder Gruppen eingesetzt werden.
Mehr Informationen unter: [Link]/publikationen
Between East and West: A building witness to Germany’s history

Zwischen Ost und West


Ein Gebäude im Wandel deutscher Geschichte

Between East and West


A building witness to Germany’s history

Inhalt / Content
Einleitung / Introduction 4
Die Anfänge / The beginnings 6
3
Kaiserzeit / Imperial Germany 6
Weimarer Republik und Nationalsozialismus /
Weimar Republic and National Socialism 7
DDR / GDR 7

Kalter Krieg / Cold War 8


Der Grenzverlauf 1968 / The 1968 border 8
1969 / 1969 10
1982 / 1982 11
Der Grenzverlauf 1988 / The 1988 border 12

Aufbruch und Mauerfall / Emergence and Fall of the Wall 14


1980er Jahre / 1980s 14
1989 / 1989 15
2005 / 2005 16

Heute / Today 18
Informationen für Besucher / Information for Visitors 18
Zwischen Ost und West: Ein Gebäude im Wandel deutscher Geschichte

Einleitung
Introduction

Der heutige Sitz des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare


Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) spiegelt die wechselvolle deutsche
Geschichte des 20. Jahrhunderts. Erbaut wurde das Haus mitten im Ersten Welt-
4 krieg als preußisches Verwaltungsgebäude. In den zwanziger Jahren war es
Teil des boomenden Berlins um den damals verkehrsreichsten Platz Europas,
den Potsdamer Platz. Den Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs überstand
es weitgehend unversehrt – und wurde dann im Kalten Krieg zu einem außer-
gewöhnlichen Sinnbild der deutschen Teilung: Es befand sich fortan inmitten
der Deutschen Demokratischen Republik (DDR)-Grenzsperranlagen.

Die 1961 erbaute Berliner Mauer zwischen Ost und West verlief an der gegen-
überliegenden Straßenseite. Die Hinterlandmauer schloss seit den 1980er Jahren
direkt an das Gebäude an. Die heutige Stresemannstraße bildete den sogenann-
ten Todesstreifen zwischen beiden Mauern.

Im wiedervereinigten Deutschland wurde das Gebäude 2011 schließlich Dienst-


sitz des BMUV in Berlin. Historische Fragmente der Hinterlandmauer sind heute
architektonisch in den Ministeriumsbau integriert und können hier – an ihrem
Originalstandort – besichtigt werden.
Between East and West: A building witness to Germany’s history

The building now housing the Federal Ministry for the Environment, Nature Con-
servation, Nuclear Safety and Consumer Protection (BMUV) has borne witness to
Germany‘s turbulent 20th century history. It was constructed during the First World
War as an administration building for the Prussian state. In the 1920s it was in the 5
midst of the vibrant Berlin scene around Potsdamer Platz – at the time, Europe‘s
busiest intersection. The building escaped major damage during the carpet bombing
of the Second World War and during the Cold War became an extraordinary symbol
of the partition of Germany: It was situated directly on the fortified border of the
German Democratic Republic (GDR).

The Berlin Wall, erected in 1961 between the East and West of the city, ran along
the opposite side of the road. From the 1980s, the interior or hinterland wall (on the
GDR side) was right up against the building. Present-day Stresemannstraße formed
part of the “death strip” between the two walls.

After the Reunification, the building ultimately became the office of the BMUV
in Berlin. Historical fragments of the interior wall have been integrated into the
architecture and can be viewed here at their original location.
Zwischen Ost und West: Ein Gebäude im Wandel deutscher Geschichte

Die Anfänge
The beginnings

1 3

1 Kaiserzeit
Imperial Germany
Im Jahr 1916 – mitten im Ersten Weltkrieg – wird das Gebäude in der
damaligen Königgrätzer Straße eingeweiht (siehe Markierung). Es dient
als Erweiterungsbau des Preußischen Ministeriums für Landwirtschaft,
Domänen und Forsten, das an der Südseite des Leipziger Platzes residiert.
Damit beginnt die bewegte Geschichte des Hauses.

In 1916 – in the middle of the First World War – the building in the then
Königgrätzer Straße is inaugurated (see marking). It serves as an extension
to the Prussian Ministry for Agriculture, Estates and Forests on the south side
of Leipziger Platz. The building‘s eventful history has begun.
Between East and West: A building witness to Germany’s history

2 Weimarer Republik und Nationalsozialismus


Weimar Republic and National Socialism
In der Weimarer Republik werden die Verwaltungen neu geordnet. Im
März 1920 erfolgt die Gründung des Reichsministeriums für Ernährung
und Landwirtschaft. Im Zuge der Gleichschaltung gliedert der national-
sozialistische Staat am 1. Januar 1935 das preußische Landwirtschafts-
ministerium in das Reichsernährungsministerium ein.

The Weimar Republic sees a restructuring of administrative systems. The


Reich Ministry for Food and Agriculture is established in March 1920. On
1 January 1935 the National Socialist state merges the Prussian Agriculture
Ministry with the Reich Ministry for Food as part of its policy of Gleichschal-
tung or enforced coordination.
7

3 DDR
GDR
Mit Ende des Zweiten Weltkriegs liegt das Gebäude im sowjetischen Sek-
tor und bekommt eine neue Bestimmung. Nach Gründung der DDR 1949
zieht hier der Verband der Konsumgenossenschaften ein, der den staatlich
gelenkten Lebensmittelhandel verwaltet. Die bestehenden Ladengeschäfte
im Erdgeschoss bleiben vorerst geöffnet.

At the end of the Second World War, the building is located in the Soviet Sec-
tor. It is given a new function. After the GDR is founded in 1949 the building
is taken over by the Association of Consumer Cooperatives, responsible for
administering the state controlled food trade. The shops on the ground floor
remain open.
Zwischen Ost und West: Ein Gebäude im Wandel deutscher Geschichte

Kalter
Krieg
Cold War

4 Der Grenzverlauf 1968

Nach dem Bau der Mauer im August 1961 verödet die einstmals pulsie-
rende Mitte Berlins. Nirgendwo in der Stadt ist der Todesstreifen so breit
wie am Potsdamer Platz. Die innere Absperrung nach Osten verläuft etwa
parallel zur Wilhelmstraße und wird durch Stacheldrahtzäune (Hinter-
landsicherung) gebildet. Nahezu alle Gebäude innerhalb des Grenzstreifens
werden abgerissen. Lediglich das ehemalige preußische Landwirtschafts-
ministerium bleibt erhalten und wird Teil der Grenzsperranlagen.
Between East and West: A building witness to Germany’s history

4 The 1968 border


After the Wall is erected in August 1961, Berlin‘s once thriving centre becomes a
wasteland. The death strip is wider at Potsdamer Platz than anywhere else in
the city. On the eastern side the interior security barrier, composed of barbed
wire fences, runs roughly parallel to Wilhelmstraße. Nearly all the build­ings
within the strip are demolished. Only the former Prussian Agriculture Minis-
try is left standing and becomes part of the border fortifications.
Zwischen Ost und West: Ein Gebäude im Wandel deutscher Geschichte

Kalter Krieg
Cold War

10 5 1969
1969
Das Gebäude ist ein steinerner Zeuge inmitten der Grenzanlagen. Die
Läden im Erdgeschoss werden zugemauert, die Fenster in den oberen
Etagen vergittert. Auf dem Dach sichern Sonderbeobachtungsposten
den Grenzabschnitt. Zeitweise sind sogar Scharfschützen im Einsatz. Von
westlicher Seite gibt es regelmäßig Protestaktionen an der Mauer. Im Juli
1962 wird beispielsweise an der Ecke Stresemannstraße/Köthener Straße
von West-Berliner Seite aus ein Sprengstoffanschlag auf die Mauer verübt.
Ein Arbeitskommando der DDR-Grenztruppen mauert den entstandenen
Durchbruch sofort wieder zu.

The building is a testimony in stone right in the middle of the death strip.
The ground floor shops are bricked up, the windows on the upper floors are
barred. On the roof, special watch towers overlook this section of the border.
Sometimes even marksmen are deployed. Protests are organised on the west-
ern side, and in July 1962 there is a bomb attack on the Wall at the corner of
Stresemannstraße and Köthener Straße in West Berlin. A unit of GDR border
guards immediately seals the breach.
Between East and West: A building witness to Germany’s history

6 1982 11
1982
Die Grenzanlagen werden im Laufe der Jahre kontinuierlich ausgebaut.
Bunker, Wachtürme, Lichttrassen und Stolperdrähte, die Alarm und
Leuchtraketen auslösen, ergänzen das System. Sogenannte Panzersperren
sollen den Durchbruch von Fahrzeugen verhindern. Die abschließende
Mauer zur Westseite ist 3,60 Meter hoch. An der Innenseite ist sie weiß
gestrichen, Flüchtlinge sollen so auch nachts erkannt werden.

Over the years, the border fortifications continue to be expanded. Bunkers,


watchtowers, search lights and tripwires which trigger alarms and flares are
added to the system. So-called anti-tank barriers are erected to prevent ve-
hicles from breaking through. The western Wall is 3.60 metres high. The inner
side is painted white so that anyone trying to flee can also be seen at night.
Zwischen Ost und West: Ein Gebäude im Wandel deutscher Geschichte

Kalter Krieg 7

Cold War

12

7 Der Grenzverlauf 1988

Die Berliner Mauer zieht sich wie eine Schneise durch die ganze Stadt. Die
Begrenzung des Todesstreifens nach Osten wird jetzt – statt durch Stachel-
drahtzäune – durch die Hinterlandmauer gesichert. Diese ist im Laufe der
Zeit nach Westen verschoben worden. Insgesamt haben die Grenzanlagen
rund um Berlin eine Länge von 155 Kilometern. Mindestens 138 Menschen
kommen zwischen 1961 und 1989 an der Mauer ums Leben.
Between East and West: A building witness to Germany’s history

13

7 The 1988 border


The Berlin Wall cuts a swathe through the entire city. The barbed wire fences
securing the eastern boundary of the death strip have been replaced by the
interior wall. In the course of time it was moved further west. In total, the
border surrounding Berlin is 155 kilometres long. Between 1961 and 1989, at
least 138 people lose their lives at the Wall.
Zwischen Ost und West: Ein Gebäude im Wandel deutscher Geschichte

8
Aufbruch
und
Mauerfall
Emergence
and Fall
of the Wall

14

8 1980er Jahre
1980s

Die Hinterlandmauer wird in den 1980er Jahren direkt an das Gebäude


Stresemannstraße angesetzt. Heute markiert Kopfsteinpflaster bis hinüber
zum Leipziger Platz ihren damaligen Verlauf. Kurze Zeit nach Aufnahme
dieses Fotos ist die innerdeutsche Grenze Vergangenheit.

In the 1980s, the interior wall is joined directly to the Stresemannstraße


build­ing. Today, the old line of the wall, extending to Leipziger Platz, is
marked in cobblestones. Shortly after this photograph was taken, the inner
German border is history.
Between East and West: A building witness to Germany’s history

15

9 1989
1989

Der Grenzübergang am Potsdamer Platz wird am 12. November 1989, drei


Tage nach dem Mauerfall, geöffnet. Die zuvor streng bewachte Stadtbrache
wird wieder zur lebendigen Mitte Berlins. Die Menschen in Ost und West
feiern die Freiheit.

The border crossing at Potsdamer Platz is opened on 12 November 1989,


three days after the Wall fell. The once heavily guarded wasteland becomes
Berlin‘s lively centre once again. In East and West Berlin the people celebrate
freedom.
Zwischen Ost und West: Ein Gebäude im Wandel deutscher Geschichte

Aufbruch 10

und
Mauerfall
Emergence
and Fall
of the Wall

16

10 2005

Im wiedervereinigten Deutschland bemalen Künstlerinnen und Künstler


aus aller Welt die verbliebenen Fragmente der Hinterlandmauer. 2001
werden diese Mauerteile unter Denkmalschutz gestellt. Seit dem Umbau
des Hauses zum Bundesministerium sind sie in einem angebauten Gebäu-
deteil vor Witterung und Verfall geschützt. So wird ein Symbol deutscher
Zeitgeschichte dauerhaft bewahrt.
Between East and West: A building witness to Germany’s history

17

10 2005

In the reunified Germany, artists from across the world painted the remaining
fragments of the interior wall. In 2001, these wall sections were given listed
status. Since the conversion of the building into a Federal Ministry, the wall
fragments have been housed in the annex and are thus protected from wea-
thering and decay. A poignant symbol of German history is preserved for the
future.
Zwischen Ost und West: Ein Gebäude im Wandel deutscher Geschichte

Heute 11

Today

18

11 Informationen für Besucher


Information for Visitors

Alle Bilder dieser Broschüre sind Bestandteil einer historischen Fotoaus-


stellung zur Geschichte des BMUV-Dienstgebäudes in Berlin. Interessierte
können die Ausstellung jederzeit in den Schaufenstern des Ministeriums
an der Stresemannstraße/Ecke Erna-Berger-Straße in 10117 Berlin
besichtigen.

All pictures in this brochure are part of a photo exhibition on the history of
the BMUV office building in Berlin. The exhibition is on permanent display in
the ground floor windows of the ministry building in Stresemannstraße/on
the corner of Erna-Berger-Straße in 10117 Berlin.
Between East and West: A building witness to Germany’s history

Hier können Sie die Fotoausstellung besichtigen.


Here you can visit the photo exhibition.

19

Bildnachweise

Titelseite: [Link]/Lehnartz
Seite 5: BMUV/Florian Profitlich
Seite 6 (links): Landesarchiv Berlin, F Rep. 290 (01) Nr. II322/Foto: keine Angabe
Seite 6 (rechts oben): Landesarchiv Berlin, F Rep. 290 (01) Nr. 0219170/Foto: Krajewsky, Max
Seite 6 (rechts unten): Zentralkonsum e.G.
Seite 8: [Link]/Lehnartz
Seite 10: [Link]/Lehnartz
Seite 11: Bundesregierung/Klaus Lehnartz
Seite 12: [Link]/Hendrik Pastor
Seite 14: Berliner Mauer-Archiv/Hagen Koch/[Link]-Archiv@[Link]
Seite 15: Bundesregierung/Heiko Specht
Seite 16: BMUV/Florian Profitlich
Seite 18: BMUV/Florian Profitlich
Seite 19: BMUV/design idee
[Link]

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