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Expressionismus

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Behandelte Themen

  • Schriftsteller,
  • Künstlerische Freiheit,
  • Hermann Broch,
  • Angst,
  • Thomas Mann,
  • Verfremdungseffekt,
  • Literaturgeschichte,
  • Abstraktes Bühnenbild,
  • Weltende,
  • Krisenbewusstsein
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  • Weltende,
  • Krisenbewusstsein

DER EXPERESSIONISMUS: 1905-1925

-aus dem Lateinischen: expressio (Ausdruck)


-1911 gab es in Berlin eine Ausstellung aus den Bildern junger französischer Maler
-Kurt Hiller: Dichter, Schriftsteller
-die neue Denkweise wurde auf junge Dichter übertragen: Hiller wurde als freier Schriftsteller zum frühen
Pionier des literarischen Expressionismus:
-1912 publizierte Hiller durch einen Verlag die erste expressionistische Lyrikanthologie Der Kondor

-die sog. “Ausdruckskunst” war hier ganz bedeutend:


die gesehenen Wahrheiten, Erlebnisse wurden dargestellt
-zeitlich sind wir am Vorabend des Ersten Weltkrieges
-die Künstler waren unzufrieden und haben die nahe Katastrophe
schon geahnt
-die Entwicklung der Menschheit war damals einfach chaotisch,
die Welt wurde amoralisch
-die Kunst setzte sich zum Ziel, auf eine schockierende Weise die
Menschen zu verändern
-Problematik: die Ziele der Menschheit waren zu allgemein, man
brauchte konkretere Ziele
-Opferbereitschaft, Begeisterung, Engagement
-man wollte, dass endlich etwas geschieht -> das manifestierte sich
im Aktivismus
-> seine Vertreter waren die Nationalsozialisten, Kommunisten
/der Aktivismus war keine geistliche Richtung/
-der Erste Weltkrieg bedeutete erstaunlicherweise eine gewollte
Veränderung, er wurde begrüßt

Expressionistische Autoren lehnen sich auf gegen eine „Enthumanisierung“ durch die Industrialisierung
und warnen vor einer Gesellschaft, die keine Rücksicht und Moral besitzt. Sie fühlen sich von der
Anonymität der Großstadt und von Maschinen, die durch die sprunghaft wachsende Industrie
allgegenwärtig sind, sowie durch die diktatorische Autorität der Großunternehmer bedroht und selbst zur
Maschine degradiert. Dazu kommen die turbulente Außenpolitik nach dem Ersten Weltkrieg und der
Vertrag von Versailles (1919) mit immensen Forderungen an die Weimarer Republik, den damit
verbundenen wirtschaftlichen Problemen, die zu einer politischen Destabilisierung führten.

Die junge Generation kritisierte die sozialen Missstände. Sie hatte, ähnlich dem Sturm und Drang, den
festen Willen zur Erneuerung und kämpfte für geistige und schöpferische Freiheit. Die jungen
Expressionisten hingegen versuchten neben diesen Zielen vor allem die Welt vor einem bevorstehenden
Chaos zu retten. So entstanden düstere Visionen vom Weltende. Diese Gemütslage lässt sich unschwer
im Gedicht „Aufbruch der Jugend“ von Ernst Wilhelm Lotz erkennen.

Expressionismus in der Literatur:


-Abkehr vom Traditionellen -> neue Formen kamen zustande
-extatische, übersteigerte Sprache
symbolistisch
die traditionelle Bildungssprache wurde zerstört

-die LYRIK war die beliebteste Gattung (műfaj):


ihr Ziel war “an-die-Wurzel-der-Dinge-gehen”
-Jakob von Hoddis: Weltende (Gedicht) (1911) -> eine Art “Glaubensbekenntnis” (hitvallás) dieser
Generation
-über die damalige Zeitstimmung und somit ein Werk der expressionistischen Apokalypse
-1911 wurde es in der Berliner Zeitschrift Der Demokrat erstmals veröffentlicht
-das Gedicht markiert den Beginn des Expressionismus (davor war der Impressionismus
vorherrschend)

Weltende:
Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
In allen Lüften hallt es wie Geschrei,
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen


An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.

Kurt Pinthus: Anthologieband mit dem Titel “Menschheitsdämmerung”


-> es gibt uns ein Weltende-Gefühl:
die Kapitelüberschriften lassen das Lebensgefühl erahnen:
-Sturz und Schrei
-Erweckung des Herzens
-Aufruhr (zendülés, lázadás, forrongás) und Empörung (felháborodás)
-Lieben den Menschen

# Georg Heym (Schriftsteller, Lyriker des frühen literarischen Expressionismus)


# Franz Viktor Werfel (österreichischer Schriftsteller, Wortführer des lyrischen Expressionismus)
# Ernst Stadler (deutscher Lyriker)
# Georg Trakl (österreichischer Dichter des Expressionismus)

Ernst Stadler Georg Trakl


Georg Heym Franz Viktor Werfel

Ihre Motive, Themen:


>> Angst
>> Tod
>> Wahnsinn
>> Melancholie
>> Krieg

-ihre Sprache: oft abgerissen


-ungewohnte Rhythmen
-eine unwirkliche Welt für den Leser
Ludwig Meidner: Apokalyptische Landschaft (1912)

In der EPIK:
-gleiche Themen und Formen
# Franz Kafka: - Die Verwandlung
- Das Urteil (Novelle)

DRAMA:
-expressionistische Dichter demonstrieren ihre Ideen als Wandlung und Steigerung wirkungsvoller
-auf der Bühne erlebte man die Geburtsstunde des neuen, gewandten Menschen
-Technikfeindlichkeit, Zivilisationshass wurde beschrieben
-die langen Monologe waren nicht mehr typisch, sondern die Tanz, Pantomime, das zeitlose Kostüm, das
abstrakte Bühnenbild und neue Beleuchtungstechnik sind prägend
-es geht nicht mehr um Charakter, sondern um Seele und Psyche
-die Figuren sind überindividuelle Typen, verallgemeinerte Typen

Die Moderne

Picasso: Guernica

-im 20. Jahrhundert


Allgemeine Grundlage, Situation:
-die Welt ist noch komplizierter geworden
-die Kenntnisse haben sich vergrößert, aber sie sind noch immer nicht genügend
-bei der Technik sind die Möglichkeiten angewachsen,
aber dafür sind die Gefahren global geworden (auch der (Welt)Krieg war global)

Salvador Dalí: Die Zerrinnende Zeit (Az elfolyó idő)


Menschenbild:
-die modernen Wissenschaften stellen die frühere These infrage, dass “der Mensch von Natur aus gut ist”
-die früheren allgemeinen Wertesysteme, woran sich bisher die Menschen orienterten (Religion, Vaterland,
Familie), haben ihren allgemein verbindlichen Charakter verloren; alles wird globalisiert

Literaturgeschichte:
-zeigt die Reaktionen auf die Veränderungen
-der Roman ist eine Gattung, die den Konflikt zwischen dem Einzelnen und der
-die Künstler erlebten die Bedrohung des Menschen sensibler und mit gesteigerter Sensibilität
-die Epoche erlebte die Krise des traditionellen Romans
-die bisherigen Themenkreise waren zu eng für die Autoren,
bisher wurde der Lebensweg mit konkretem Kontext beschrieben, aber hier gilt das nicht mehr
-der Roman erwuchs als Konkurrenten zur Fotografie und zum Film,
die äußere Realität wird dargestellt

Berühmte Werke:
@ James Joyce: Ulysses (aus dem Jahr 1922) (-> empfohlen zu lesen)
@ Marcel Proust: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (1913) (empfohlen zu lesen)
@ Hermann Broch: Der Tod des Vergils
@ Franz Kafka: Der Przess (1925)
@ Thomas Mann: Die Buddenbrooks (1901)
@ Der Zauberberg (1924)
@ Doktor Faustus (1947)
@ Robert Musil: Der Mann ohne Eigenschaften (1930)
Das moderne Drama:
-die früheren Dramenkategorien existieren nicht mehr,
stattdessen wird das Wort “Stück” eingebürgert (meghonosít, meghonosodik):
im Stück wird die Beobachtung eines Menschentyps dargestellt
-”geschlossenes Drama”:
-sein Verlauf steuert innerhalb des Stücks auf eine Lösung / Katastrophe zu
-es ist seltsam, dass der Konflikt nicht gelöst wird !
-die Akte und Szenen verschwinden
-der Text wird immer mit musikalischen und visuellen Zusammenhängen gleichberechtigt
-eine Lösung gibt es NICHT, weil wir sie nicht kennen und sie uns nicht vorstellen können

-die Tragödien werden so geschrieben, dass dadurch eine bessere Gesellschaft zu erreichen ist (elérendő)
-der Begriff “Tragödie” wird hier sinnlos, er verschwindet
-Verfremdungseffekt:
solche Dinge, Methoden kommen auf der Bühne vor, die dein ganzes Denken zum Absurden steuern -> das
Ziel ist die Schockierung der Zuschauer, um dein Bedenken aufzuwecken
(z.B. die Schauspieler stehen nackt oder halbnackt auf der Bühne,
es gibt komische Lichteffekte)

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