GK Recht Korff 18.04.
2022
Grundkurs Recht Podcast Mitschriften
Rechtsfähigkeit, Rechtssubjekt und Rechtsobjekt
Rechtsfähigkeit: Die Fähigkeit eines Subjekts, Träger von Rechten und Pflichten, also Rechtssubjekt zu
sein (= Rechtsobjekt).
Rechtssubjekt = natürliche Personen, juristische Personen (z.B GmbH oder AG) und
Personengesellschaften bzw. – vereinigungen (z.B offene Handelsgesellschaften oder KAG)
Rechtsobjekte = Vermögenswerte, an denen ein Rechtssubjekt ein Recht haben kann (z.B Sachen,
Tiere und unkörperliche Gegenstände)
Geschäftsfähigkeit bestimmt, ob eine natürliche Person Rechtsgeschäfte selbständig vollwirksam
vornehmen kann, vgl. § 105 Abs. 1 BGB.
àdiese Fähigkeit haben nur geistig gesunde Menschen, die bei Bewusstsein sind und die Volljährig.
Sind
Deliktsfähigkeit bestimmt, ob eine natürliche Person deliktisch haftet.
Zivilprozess: Parteifähigkeit (ist derjenige der Rechtsfähig ist), Prozessfähigkeit,
Prozessführungsbefugnis und Postultationsfähigkeit.
Ansprüche, Einreden und Einwendungen
Anspruch à Das Gesetz legt eine Legaldefinition (=durch ein Gesetz gegebene Begriffsdefinition) vor
WER WILL WAS VON WEM WO RAUS
Das Das rechtsfähige Die Anspruchsgrundlage
rechtsfähige Rechtssubjekt, dass (= eine gesetzliche
Rechtssubjekt, zur Erfüllung des Norm)
das Inhaber des Anspruchs verpflichtet (= aus einem Vertrag)
Anspruchs ist (= ist(=Schuldner)
Gläubiger
Die Rechtsfolge
des Anspruchs (=
Anspruchsinhalt)
à Auch wenn die Voraussetzung der Anspruchsgrundlage isoliert betrachtet erfüllt sind,
kann es dem Gläubiger verwehrt werden den Anspruch geltend zu machen
GK Recht Korff 18.04.2022
Einwendung à Rechtshindernde Einreden und rechtsvernichtende Einwendungen
Lassen den Vernichten den
Anspruch bereits Anspruch im
nicht bestehen Nachhinein
Einreden àRechtshemmende Einreden und peremtorische Einreden
Hemmen Nur wenn der Hemmen die
nur die Schuldner sich Durchsetzbarkeit
Durchsetz auf sie beruft dauerhaft
barkeit
à
temporär
Willenserklärung
Definition: Die Äußerung eines aus Herbeiführung eines rechtswirkenden gerichteten Willens
Wille + Erklärung
Damit die Willenserklärung Wirkung entfaltet, muss…
-Der äußere Tatbestand vollständig erfüllt sein
-Der innere Tatbestand im spiegelbildlichen Umfang erfüllt sein
-Willenserklärung muss abgegeben werden
à sonst ist die Willenserklärung vernichtbar oder anfechtbar
Empfangsbedürftigt
Nicht Empfangsbedürftigt
Tatbestand
Äußere Erklärungstatbestand Innere Erklärungstatbestand
= objektive = subjektive
-Der Erklärende muss den -Innere Handlungswille
Willen zeigen, eine Rechtsfolge -Innere
herbeizuführen Erklärungsbewusstsein (=
-Wille hat drei Elemente: äußere Rechtsbindungswille)
à Äußere Handlungswille
- Nur willensgesteuerte
Handlungsweisen
können rechtlich
erheblich sein (= der
Erklärende muss also
objektiv
willensgesteuert.
Handeln)
GK Recht Korff 18.04.2022
à Äußere Rechtbindungswille
- Aus objektiver Sicht die
willentliche
Verhaltensweise
irgendein rechtlich
verbindlichen
Erklärungsgehalt
ausdrücken muss
-
Wirksamwerden der Willenserklärung
Abgabe:
-Nicht empfangsbedürftige Willenserklärung: endgültige Entäußerung
-Empfangsbedürftige Willenserklärung unter Anwesenden: engültige Entäußerung so, dass die
Erklärung vernehbar ist
-Empfangsbedürftige willenserklärung unter Abwesenden: endgültigEntäußerung auf den Weg in den
Rechtsverkehr dargestellt, dass ohne Weiteres mit zugang beim Empfänger gerechnet werden kann
Zugang:
- Gelangen in den Machtbereich des Empfängers
Unter Anwesenden: schriftliche Willenserklärung mit Aushändigung; mündliche Willenserklärung,
wenn Empfänger sie akustisch vernommen hat und der Erklärende damit rechnen konnte, dass sie
inhaltlich richtig verstanden wurde (abgeschwächte Vernehmungstheorie)
Unter Abwesenden: Aushändigung an Empfangsboten; Verbringung in Empfangsvorrichtung (z.B.
Einwurf in Briefkasten; nicht: Einwurf eines Benachrichtigungsscheins beim Einschreiben, dieses muss
grds. abgeholt werden)
- Möglichkeit der Kenntnisnahme
Zeitpunkt dann, wenn nach gewöhnlichen Verhältnisses mit der Kenntnisnahme durch den
Empfänger zu rechnen ist.
Auch bei Übergabe an Empfangsboten Zugang erst, wenn mit Weiterleitung zu rechnen ist.
- Kein Wirksamwerden der Willenserklärung durch Zugang, wenn Empfänger vorher oder gleichzeitig
ein Widerruf zugeht (§ 130 Abs. 1 S. 2 BGB).
Der Widerruf ist eine empfangsbedürftige Willenserklärung.
Zugangsverhinderung:
Zufall: Grundsätzlich keine Pflicht, Erklärungen anzunehmen und Empfangsvorrichtungen
vorzuhalten. Daher kein Zugang. Erneute Abgabe erforderlich, wirkt ex nunc.
GK Recht Korff 18.04.2022
Angebot und Annahme
Vertragliche Einigung entsteht durch Angebot und Annahme
à mit dem Ziel des Konsens
Angebot und Annahme müssen den Mindesttatbestand einer Willenserklärung erfüllen, abgegeben
werden und grundsätzlich zugehen
Angebot (=Antrag): Eine empfangsbedürftige Willenserklärung die auf en Vertragsschluss gerichtet ist
à dieses muss inhaltlich so bestimmt sein, dass die Annahme durch ein einfaches „Ja“ erfolgen kann
Annahme: Eine empfangsbedürftige Willenserklärung
à durch die Annahme wird die uneingeschränkte Zustimmung zum Angebot erklärt
à Die Abgabe der Annahmeerklärung erfolgt eine eindeutige nach außen erkennbarer
Willenserklärung, die den Schluss auf eine Annahme zulässt
à Annahme liegt nur vor, wenn das Angebot bedingungslos bestätigt wird. Also genügt ein bloßes
„Ja“. Oder wenn das Angebot Inhaltes gleich wiedergegeben wird.
Frist der Annahme: Geregelt in § 146 Abs. 2
à Wenn keine konkludente Fristbestimmung vorliegt, dann gilt: Angebote unter anwesenden,
können nur sofort (=so schnell wie möglich) angenommen werden (§147 Abs1 S1)
Angebot bei abwesenden, Antrag kann nur bis zu dem Zeitpunkt angenommen werden in welchem
der (§147 Abs 2)
Zustandekommen des Vertrags ohne Angebot und Annahme
Einigung durch gemeinsame Erklärung
Konsens und Dissens
Übereinstimmung von Angebot und Annahme / Nicht Übereinstimmung Konsens und Dissens
Drei Fallgruppen des Dissens
[Link], übersehen
[Link] Dissens
[Link] Dissens
a) Erklärungsdissens
b) Scheinkonsens
c) Scheinkonsens