Usbdaz 4 Foerd
Usbdaz 4 Foerd
Sprachstandsbeobachtung
Deutsch als Zweitsprache
Lisa Fast-Hertlein
Impressum
Herausgeber:
Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation & Entwicklung
des österreichischen Schulwesens
Alpenstraße 121, 5020 Salzburg
[Link]
Unterrichtsbegleitende Sprachstandsbeobachtung
Deutsch als Zweitsprache
Teil 4: Handbuch zu den Förderanregungen
Lisa Fast-Hertlein
BIFIE (Hrsg.), Salzburg, 2018
Großen Anteil an der Überarbeitung der Aktivitäten zum Wortschatz und zur
mündlichen Sprachhandlungsfähigkeit hatte Daniela Rotter.
5 Vorwort
7 Die Themen
9 Die Karteikarten
13 DaZ-Förderung konkret
37 Literaturverzeichnis
4
5
Vorwort
Liebe Lehrerin, lieber Lehrer!
Die Sprachstandsbeobachtung mit USB DaZ zeigt den Ist-Stand der Lernenden auf: Welche Strukturen
oder sprachlichen Phänomene hat die Schülerin/der Schüler bereits kennengelernt? Welche sind ange-
eignet, welche sind gefestigt? Welche Stufe kommt als nächste? Die Beantwortung dieser Fragen gibt
Aufschluss über die Förderung (siehe auch Leitfaden für die Arbeit mit USB DaZ, S. 24–34).
Das vorliegende Handbuch ist konkreten Förderanregungen auf Basis von USB DaZ zur Seite gestellt.
Es erklärt und beschreibt im ersten Kapitel die 17 Sammlungen von Förderaktivitäten mit ihren A5-
Kärtchen. Diese Aktivitäten sind als Anregungen zu verstehen, die Ihnen bei der Variation von Unter-
richtsaktivitäten helfen können und Ihnen vielleicht die eine oder andere Übung oder Aufgabe (wieder)
näherbringen. Nutzen Sie die Aufbereitung nach Thema, um sprachliche Phänomene gezielt mit konkre-
ten Sprachhandlungen zu verbinden. Die Förderanregungen sollen Sie in Ihrer Unterrichtsplanung und
-vorbereitung unterstützen. Das Kapitel „DaZ-Förderung konkret“ bietet dazu Informationen sowie Tipps
von Lehrpersonen für Lehrpersonen.
Mithilfe der Sprachstandsdiagnose können individuelle Lernziele festgemacht sowie die Fähigkeiten und
nächsten Schritte der Lernenden verglichen werden. Für die Planung und Dokumentation der DaZ-
Sprachförderung wird eine Vorlage für einen DaZ-Förderplan angeboten, der ebenfalls im vorliegenden
Handbuch erläutert wird.
Das Angebot richtet sich hauptsächlich an Lehrpersonen, die Schüler/innen mit außerordentlichem
Status in der DaZ-Sprachförderung unterstützen: Sie nehmen Strukturen in den Fokus, vermitteln oder
festigen den Wortschatz und zeigen Möglichkeiten der Anwendung auf. Sehr viele Aktivitäten sind aber
durchaus auch für eine Sprachförderung geeignet, die in den Regelunterricht integriert wird, z. B. K07
„Sie heißt und sie hat“. Hier bestimmt immer die konkrete Unterrichtssituation (Schüleranzahl, Gruppen-
zusammensetzung, Alter der Lernenden, Anzahl der Lehrpersonen etc.), in welchem Umfang und auf
welche Art DaZ-Lernende in ihrer Sprachentwicklung unterstützt werden (können). Sehr wichtig ist in
diesem Zusammenhang der sprachbewusste und sprachsensible Unterricht, der immer auch von den
Erkenntnissen aus USB DaZ profitiert. Fließen diese Erkenntnisse in die Vorbereitung und Durchführung
von Fachunterricht ein, kann dieser zielgerichtet die Sprachentwicklung der DaZ-Lernenden unterstüt-
zen (siehe Kapitel „Sprachsensibler Unterricht mit USB DaZ“).
Sie werden selbst entscheiden, welche Teile der Förderanregungen für Ihre Unterrichtssituation verwen-
det werden können, was Sie in Ihrer Vorbereitung unterstützt und Sie ihren Unterricht abwechslungsrei-
cher gestalten lässt. Vor allem die Kooperation innerhalb des Lehrerteams hat einen großen Anteil an der
erfolgreichen Sprachförderung von DaZ-Lernenden, denn erst die Kombination einer unterstützenden
DaZ-Sprachförderung mit dem bewussten Umgang mit Sprache im Fachunterricht und in allen Fächern
wird die Schülerinnen und Schüler in ihrer Sprachentwicklung erfolgreich begleiten.
Simone Breit
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Förderanregungen auf Basis von USB DaZ 7
Voraussetzung für das Erlernen einer Sprache sind ausreichender Sprachkontakt und Interaktion.
Lernende von Deutsch als Zweitsprache erwerben die Sprache durch Inputs aus ihrer Umgebung und
alltägliche Kommunikation, die sich vielfach mit Sprachförderung in der Schule verbindet. Der Zweit-
spracherwerb von Kindern und Jugendlichen unterscheidet sich von dem Erwachsener dadurch, dass
oft die Erstsprache noch nicht vollständig ausgebildet ist. Auch sind neben der sprachlichen die kog-
nitive und psychische Entwicklung noch nicht abgeschlossen (Ahrenholz, 2017, S. 115). Diese beiden
Tatsachen sind für das Verständnis von Sprachentwicklung und die Organisation schulischer Begleitung
von großer Bedeutung. DaZ-Unterricht hat – im Gegensatz zum Fremdsprachenunterricht – den Vorteil
einer „echten“ Situation, denn erworbene Kenntnisse können sofort angewendet werden. Wortschatz
und sprachliche Phänomene, die außerhalb der Schule erworben werden, können im Unterricht aufge-
griffen und erweitert werden.
TIPP: Für das Sprechen „in ganzen Sätzen“ ist vor allem Ihr Sprachvorbild von Bedeutung, damit die
Lernenden vollständige Sätze hören und so Satzstrukturen und sprachliche Phänomene kennenlernen.
Dazu gehört das eigene bewusste Ausformulieren von möglichen kurzen Aussagen, um Formen gehäuft
zu präsentieren. Auch das Aufnehmen und Erweitern (oder Umformen) von Schüleraussagen ist ein
wichtiges Element: Was macht die Katze? – Spielen. – Ah, die Katze spielt.
Manche der angebotenen Förderanregungen festigen ein sprachliches Phänomen, ohne es in eine Situ-
ation einzubinden, wie z. B. S07 „Zielwerfen“ für alle Zeitformen, G21 „Gefühlspaare“ für den Wortschatz
oder K05 für die Verbzweitstellung. Diese so genannten „kontextreduzierten“ Übungen dienen der meist
isolierten Wiederholung von Strukturen oder Wortschatz. Trotzdem können sie Platz im Sprachförder-
unterricht finden, wenn sie Abwechslung bringen und aufgrund ihres spielerischen Charakters unterhalt-
sam sind. Wichtig ist es, diese in weiterer Folge um sogenannte „kontextsensitive“, also kommunikative
Aktivitäten zu ergänzen. Damit taucht das Gelernte in einem Sinnzusammenhang auf, wie z. B. in einer
Geschichte oder in einem Gespräch über persönliche Erfahrungen (Transfer).
Die Themen
Die Förderanregungen sind vor allem für die Verwendung in der Sprachförderung, aber auch im Regel
unterricht gedacht. Für 17 verschiedene Themenbereiche, die in der Sprachförderung und/oder im
Regelunterricht behandelt werden, gibt je ein Mindmap einen Überblick über die Aktivitäten zu den ver-
schiedenen Teilbereichen von USB DaZ und ihren jeweiligen Stufen. Der Überblick über ein Thema zeigt
auf, welche Aktivitäten zu welchen Bereichen möglich sind. Diese werden auf A5-Kärtchen ausführlich
beschrieben und sind im Anhang der Mindmaps zu finden. Natürlich kann das Mindmap mit eigenen
Ideen und Aufgaben ergänzt und je nach Gruppenzusammensetzung und Unterrichtssituation adaptiert
werden. Die Auswahl der Aktivitäten wird sich auch nach dem Alter der Lernenden und der inhaltlichen
Schwerpunktsetzung richten. Für eine flexible Kombination sind diese Aktivitäten zusätzlich in einer
Übersicht nach sprachlichem Phänomen geordnet zu finden, z. B. alle Aktivitäten zu den Modalverben.
8 Förderanregungen auf Basis von USB DaZ
Familie von sich, seiner Herkunft und seiner Familie erzählen können
Wohnen von der eigenen Wohnsituation erzählen können, Wohnsituationen vergleichen können
Interkulturalität –
unterschiedliche Feste und Bräuche kennenlernen, benennen und vergleichen können
Feste feiern
Körper über den Körper sprechen, seine Bedürfnisse und Schmerzen benennen und Abhilfe schaffen können
Gefühle die eigenen Empfindungen ausdrücken und die Gefühle anderer benennen und beschreiben können
Hinweis: Diese sechs Themen erfordern z. T. Sensibilität und die bewusste Reflexion unterschiedlicher
Erlebnisse und Erfahrungen. Gerade das Themenfeld „Lebensumstände“ ist aber für jugendliche Schü-
ler/innen sehr wichtig, sie sind meist dankbar für das angebotene Wortmaterial. Durch die vielseitige,
häufige Verwendung sinkt die Hemmschwelle, dieses zu gebrauchen und ihre Gefühle und Meinungen
zum Zusammenleben auszudrücken.
Arbeitswelt über die Berufswelt sprechen und die eigenen Berufswünsche formulieren können
Hinweis: Die Behandlung des Themenfelds „Beruf“ ermöglicht eine Auseinandersetzung mit der Stel-
lung der Geschlechter und dem Rollenverständnis (biologische Rolle, soziale Rolle, Berufsrolle).
Essen & Einkaufen im Supermarkt, auf dem Markt oder im Fachgeschäft einkaufen können
Verkehr sich auf der Straße und im öffentlichen Verkehr zurechtfinden, Informationen einholen können
Neue Medien & über das Handy, den Computer etc. sprechen und die Geräte (durch das Einholen von Informationen)
Technik verwenden können
Pflanzen die Natur, die Umgebung und den Garten sprachlich erfassen können
Jahresablauf über das Jahr, die Monate und die Wochentage sprechen können
dem Mathematikunterricht folgen und über Mathematik sprechen können (sehr kleine Sammlung mit
Mathematik
Hinweisen auf weiterführendes Material)
Den folgenden drei Sammlungen liegt jeweils ein Kinderbuch bzw. eine Geschichte zugrunde:
Die Themen Pflanzen und Jahresablauf und die dazugehörigen Aktivitäten sind sehr gut kombinierbar.
Auch Bauernhof und Tiere (evt. auch Pflanzen) ergänzen einander sehr gut, ebenso die Themen Wohnen,
Familie und Haushalt.
SETTING AKTIVITÄT
Förderanregungen
Alter:
auf Basis von USB DaZ
jünger als 10 Jahre
9
Vorab können Verben aus dem Wortfeld „gehen“ gesammelt werden:
LP zeigt vor und S/S nennen das Verb, S/S zeigen vor und andere S/S
Gruppengröße: keine Angabe
nennen das Verb. Die LP macht unterschiedliche Geräusche, nach denen
Sozialform: Plenum die S/S zuvor vereinbarte Bewegungen durchführen, z. B. Trommel-
schlag schnell = laufen, Trommelschlag doppelt = hüpfen, Trommelschlag
Zeitumfang: weniger als 10 Minuten normal = gehen, Trommelschlag langsam = kriechen. Eine S/ein S wird
Das Thema Lebensumstände, das in großen Teilen für ältere Lernende gedacht ist, kann sehr gut mit
aufgerufen, diese/r benennt die aktuelle Bewegung: „Ich gehe.“
Sonstiges: ohne Schriftlichkeit; themenunabhängig
Aktivitäten aus dem Themenfeld Familie erweitert werden. Auch das Thema Interkulturalität – Feste
feiern passt dazu, das sich vor allem auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Kulturen
Frage(n) der Lehrperson: Was machst du?
konzentriert. Die Themen Verkehr und Arbeitswelt bieten sich ebenfalls für ältere Lernende an.
Sprachliche Struktur(en): Ich gehe. Ich laufe. Ich hüpfe. Ich krieche.
Die Karteikarten
2. Zeitform Perfekt: Was hast du gemacht?
3. S24 „Gehen, gehen ...“ und z. B. T01 „Der Schmetterling ...“ und T02 „Wer hüpft?“ oder I22 „Ein Fest der Tiere“
Die einzelnen Aktivitäten im A5-Format können als Karteikarten gedruckt und gesammelt werden. Einen
guten Überblick gibt die Titelzeile:
VERBFORMEN
Ziele: Die Schüler/innen benennen Tätigkeiten in der Schule, die durch Mimik und Gestik dargestellt werden.
Die Schüler/innen lernen das Perfekt kennen.
Material: keines
SETTING AKTIVITÄT
Alter: altersunabhängig Die Tätigkeiten in der Schule werden von der LP oder einer S/einem S
durch Mimik und Gestik dargestellt, die (anderen) S/S raten. Anschlie-
Gruppengröße: keine Angabe
ßend stellt die LP die Frage „Hast du gestern ...?“ und die S/S antworten.
Sozialform: Plenum
Variante(n): Hast du heute schon radiert? – Nein, ich habe heute noch nicht radiert./Ja, ich habe heute schon radiert.
Erweiterung(en): Über Erfahrungen sprechen: Warum? Was? Mit wem? Wie?
Um die Aktivitäten möglichst kompakt auf einer A5-Karteikarte präsentieren zu können, werden folgen-
de Abkürzungen verwendet:
ê ... ohne Schriftlichkeit: Bei dieser Aktivität wird von den Schülerinnen und Schülern weder gelesen
noch geschrieben.
± ... Diese Aktivität ist themenunabhängig oder für jedes Thema/andere Themen adaptierbar (genau-
er ausgeführt unter Sonstiges).
Die Karteikarten selbst tragen ein Kürzel mit fortlaufender Nummer innerhalb der Themensammlung,
z. B. F01. Der Buchstabe verweist dabei auf das Thema (F = Familie).
10 Förderanregungen auf Basis von USB DaZ
Eine Aktivität wird immer einem primären Förderbereich zugeordnet, auch wenn sie mehr als dieses
eine sprachliche Phänomen fördert. Dieser erste Förderbereich (auf der Karteikarte links unten zu finden)
bestimmt die Farbgebung der Aktivität, die auf die Farben im Beobachtungsbogen abgestimmt ist (z. B.
Rot = Aussageverbindungen). Steht ein weiterer Förderbereich gleichermaßen im Fokus, ist dies auf der
Aktivität selbst im Untertitel formuliert. Auf dem Mindmap wird die Aktivität bei allen Förderbereichen an-
geführt. Außerdem wird die Aktivität in den Übersichten zu allen Förderbereichen aufgelistet, z. B. finden
Sie E06 „Obstsalat“ sowohl unter (und) dann als auch unter Perfekt. Die Erarbeitung und/oder Festigung
des Wortschatzes ist Teil jeder Aktivität und wird deshalb nicht explizit als Förderziel angegeben (auch
nicht als Voraussetzung). Bei den Aussageverbindungen wird das Präsens als Zeitform nicht explizit als
Förderbereich angegeben, andere Zeitformen, die in der jeweiligen Aktivität verwendet werden, schon,
z. B. das Perfekt in Aktivität G09.
Neben Aktivitäten zu den Beobachtungsbereichen in USB DaZ werden Aktivitäten angeboten, die die
Präpositionen erarbeiten und/oder festigen (Dativ nach Präposition, Akkusativ nach Präposition, Dativ
und Akkusativ nach Präposition) sowie Aktivitäten, die die rezeptiven Fertigkeiten Leseverstehen und
Hörverstehen in den Fokus nehmen. Weitere Förderbereiche, die nicht mit USB DaZ beobachtet wer-
den, sind in den Förderanregungen oft nicht dezidiert benannt (Genus, Pronomen etc.) oder scheinen
gar nicht auf, z. B. die Aussprache. Ergänzen Sie Ihren Unterricht um entsprechende Übungen und
Aufgaben.
Das Thema, dem die Aktivität zugeordnet ist, findet sich auf der Karteikarte direkt neben dem Kürzel.
Manche Aktivitäten sind rechts oben mit dem Symbol ± markiert: Diese Aktivität ist entweder vom The-
ma unabhängig, wie G26 „Wie geht es dir?“, oder sie kann adaptiert werden, indem z. B. die Bildkarten
oder die Fragestellung geändert wird.
Die Ziele
Die Ziele einer Aktivität müssen vor der Durchführung klar definiert sein, denn nur so können Sie den
Weg dorthin planen. Auf den Karteikarten sind die Förderziele angegeben und Sie erkennen, ob mit ei-
ner Aktivität ein sprachliches Phänomen oder die kommunikative spontane Sprachverwendung im Mit-
telpunkt steht. Viele Aktivitäten können binnendifferenzierend aufbereitet werden, z. B. F17 „Zuhause“:
Neben einem Wimmelbild können je nach Vorwissen der Schüler/innen Bildkarten und/oder Nomenkar-
ten angeboten werden, um die Bezeichnungen der Familienmitglieder kennenzulernen oder zu festigen.
Die Ziele sollten immer auch den Lernenden vermittelt werden.
Das Setting
Das Setting beschreibt die Rahmenbedingungen der Aktivität: das Alter der Lernenden, die Gruppen-
größe, die Sozialform und den Zeitumfang. Diese Angaben sind als Richtwerte zu verstehen. Bei Sons-
tiges finden Sie zusätzliche Informationen zur Aktivität.
Das Material
Unter „Material“ finden Sie die für diese Aktivität benötigten Gegenstände, Wort- oder Bildkärtchen,
Texte oder Arbeitsblätter. Das Material für evt. Varianten und Erweiterungen wird nicht angegeben,
sondern lässt sich aus der Beschreibung der Variante oder Erweiterung herleiten. Manche Materialien
werden als Kopiervorlage zur Verfügung gestellt und sind mit dem Kürzel KV versehen. Sie finden diese
im Anhang der jeweiligen Themensammlung. Wort- und Bildkärtchen werden selten angeboten, weil sie
auf die Gruppe und das Thema zugeschnitten sein sollten und in Lehrwerken oder im Internet eine große
Auswahl zu finden ist (siehe auch „Sprachförderung mit Bildern“, S. 18).
TIPP: Um mit einer größeren Gruppe ein Bild zu betrachten und zu besprechen, können Sie das Im-
pulsbild – wenn es Ihnen die technische Ausstattung erlaubt – projizieren und so vergrößert für alle gut
sichtbar machen.
TIPP: Es empfiehlt sich, eine Sammlung von Materialien anzulegen, die im Rahmen der Sprachförde-
rung immer wieder zum Einsatz kommen. Bewährt haben sich in der Praxis folgende:
Blankowürfel, die je nach Einsatz beschriftet werden können (Klebepunkte ermöglichen die Wie-
derverwendung): Präpositionen, Personalpronomen, Verben, Smileys ...
Klebepunkte in verschiedenen Farben, z. B. um das Genus von Nomen (auch auf den Gegen-
ständen selbst) zu markieren
laminierte Begleiterkärtchen in den Farben, die dem Genus, dem Numerus und dem Kasus zuge-
ordnet werden (auch dekliniert)
laminierte Kärtchen mit wiederholt zum Einsatz kommenden Symbolen oder Begriffen: Satzzei-
chen, Begriffe für die Satzglieder, verschiedene Konjunktionen, Überbegriffe (z. B. Tiere, Familien-
mitglieder, Schulsachen ...), Wortfelder (gehen, sprechen ...)
laminierte Blankokärtchen, die je nach Einsatz beschriftet werden können (ein wasserlöslicher
Stift ermöglicht die Wiederverwendung)
Blankokärtchen aus Karton, die je nach Einsatz beschriftet werden können
Sandsäckchen oder Ball, z. B. für das Zuwerfen für die „Sprecherlaubnis“
Reifen, z. B. auf dem Boden aufgelegt für die Kategorisierung von Wörtern
Streichholzschachteln, Schuhkarton mit Deckel, Korb, Dosen
(Muggel-)Steine, z. B. als Setzsteine oder Punkte
Manche Materialien für den individuellen Gebrauch lassen sich ohne großen Aufwand online/
digital herstellen, z. B. unter folgenden Internetadressen:
Kreuzworträtsel: [Link]/free-puzzlemaker/
Suchsel/Buchstabengitter/Wortsuchrätsel: [Link], [Link]
Domino: [Link]/portale/volksschule/goodies/vorlagen/detail/[Link]
Für jede Aktivität wird eine Sprachbedarfsanalyse in verkürzter Form angeboten: Fragen, die Sie als
Lehrperson stellen können, werden vorgeschlagen und zeigen Ihnen auf, welchen Input Sie den Ler-
nenden geben. Sind die sprachlichen Strukturen, die darin enthalten sind, bereits bekannt? Befinden sie
sich auf der nächsten Stufe, für die die Lernenden bereits offen sind (Input vor Output)? Oder sind die
Lernenden oder einzelne Schüler/innen noch weit davon entfernt, weshalb Sie die Frage anders formu-
lieren müssen? Bei den Strukturen ist angegeben, welchen Output Sie von den Lernenden erwarten.
Manchmal fordert eine Aktivität sehr konkrete Satzstrukturen, manchmal stehen die Sätze nur beispiel-
haft für mögliche Schüleraussagen und werden deshalb mit z. B. eingeleitet.
12 Förderanregungen auf Basis von USB DaZ
Varianten sind Vorschläge, wie die Aktivität ohne Veränderung der Förderziele variiert werden kann. Eine
Erweiterung hingegen erweitert die Aktivität um zusätzliche sprachliche Phänomene, Fertigkeiten oder
Gesprächsanlässe.
TIPP: Fügen Sie eigene Ideen oder Weiterentwicklungen der Aktivität hinzu und notieren Sie Anmer-
kungen auf der Rückseite der Karteikarte.
DaZ-Förderung konkret 13
DaZ-Förderung konkret
Für eine passgenaue Förderung müssen die Ergebnisse der Sprachstandsfeststellung richtig interpre-
tiert werden. Eine genaue Analyse von Sprachproduktionen zeigt auf, dass USB DaZ nur Indikatoren
für einen Sprachstand liefert: Zwar werden die sprachlichen Phänomene beobachtet und auf einer
Stufe festgemacht, um so den Sprachstand zu diagnostizieren, die isolierte Förderung dieser sprachli-
chen Phänomene bringt jedoch nicht automatisch eine Veränderung der Sprachkompetenz mit sich.
Das heißt, dass mehrere Bereiche und Phänomene miteinander verbunden werden, was in einem kom-
munikations- und handlungsorientierten Sprachförderunterricht selbstverständlich ist. Mit dem Instru-
ment USB DaZ wird ihre Beobachtungsgabe geschult, um die Lernenden dort abzuholen, wo sie
sprachlich stehen. Die gezielte Sprachförderung darf auch die Stolpersteine der deutschen Sprache
nicht außer Acht lassen, also Phänomene, die den DaZ-Lernenden erfahrungsgemäß Schwierigkeiten
bereiten. Das Wissen darum hilft Ihnen, Fehler der DaZ-Lernenden richtig einzuordnen.
Dirim bietet mit einem „Beobachtungsbogen für die gezielte Sprachförderung in Hinblick auf
die Stolpersteine der deutschen Sprache“ (2015) in Röschs Deutsch als Zweitsprache hilfreiche
Unterstützung.
Zum einen werden Förderanregungen angeboten, die den Wortschatz einführen und festigen. Diese Ak-
tivitäten sind oft weniger kommunikativ, können jedoch sehr abwechslungsreich und unterhaltsam sein
und so den Wortschatzaufbau gut unterstützen, wie z. B. G19 „Viele Gefühle“ oder K10 „Nase sucht
Verb“. Aktivitäten, die den Wortschatz nicht im Kontext erarbeiten oder festigen, sondern sehr isoliert
(z. B. Wortschatzlisten), fördern nicht die kommunikative spontane Sprachverwendung. Wichtig sind die
Vernetzung und die Wiederholung. Die eingeführten Wörter werden nur dann sicher gespeichert, wenn
viele Situationen angeboten werden, in denen die Wörter aktiv eingesetzt werden können, also kom-
munikative und interaktive Aktivitäten. So genannte „kontextsensitive“ Aktivitäten ermöglichen einen
Transfer und die Lernenden können die Bedeutung der Wörter/Formen umfangreicher erfahren. Damit
Wortschatzarbeit im Unterricht zu einer erfolgreichen Aufnahme neuer Wörter in den aktiven Wortschatz
und die Spontansprache der Schülerinnen und Schüler führt, sind vor allem kontextsensitive Aktivitäten
erforderlich, z. B. V08 „Fahrraddiebstahl“ (zum Passiv).
Nachdem Adjektive in USB DaZ nicht als Beobachtungsbereich aufscheinen, werden Anregungen zur
Förderung im Bereich Wortschatz angeboten, z. B. zur Deklination K17 „Gangsterjagd“ oder zur Stei-
gerung K13 „Line-up“.
TIPP: Bieten Sie den Lernenden Begegnungen mit neuen Wörtern in möglichst vielen verschiedenen
realistischen Situationen. Diese stellen einen Bezug zur Lebenswelt und zu den Erfahrungen und Inter-
essen der Lernenden her und zeigen die Relevanz der Wörter für zukünftige Situationen.
TIPP: Interaktive Aktivitäten und Sprechanlässe, wie Rollenspiele und Dialogübungen, stellen das
Sprachhandeln ins Zentrum.
14 DaZ-Förderung konkret
TIPP: Die Schüler/innen können Wörter reflektieren, indem sie Wortfamilien bilden, Wörter umschrei-
ben und Wortbildungsregeln erkennen.
TIPP: Durch die Arbeit mit Wortfeldern und assoziativen Netzen werden neue Wörter verknüpft und
verankert. Dies ist auch ein wichtiges Methoden-Werkzeug für die integrative Sprachförderung und den
sprachbewussten Unterricht: Im Sach-/Fachunterricht können Wörtersammlungen entstehen, wie z. B.
zu Brüchen, Wetterphänomenen oder das Leben im Mittelalter (Apeltauer 2017, Nodari 2010, Scherfer
2003).
TIPP: Führen Sie Strategien zur Wortschatzerweiterung ein, die die Lernenden zunächst mit Unterstüt-
zung und in weiterer Folge möglichst selbstständig anwenden:
Paraphrasieren: Das Ersetzen eines Worts durch ein anderes, Umschreiben und Erklären hat
wichtigen Anteil am Vernetzen und Abspeichern neuer Wörter. Bauen Sie das Paraphrasieren
bewusst in die Wortschatzarbeit ein.
Bieten Sie den Einsatz von Wortneuschöpfungen spielerisch an. Die Schüler/innen sind somit
dazu angeregt, auch im Alltag nach sprachlichen Alternativen zu suchen (z. B. Aktivität V21 „Fan-
tasiefahrzeug“).
Motivieren Sie die Lernenden zum Nachfragen. Dies führt zu einer veränderten Unterrichtssitua-
tion: Die Schüler/innen fragen, die Lehrperson antwortet. Rollenspiele, z. B. Interviews, fördern
das Stellen von Fragen, die dann auch ausgewertet werden können: Wie sind Fragen aufgebaut?
Wie werden Fragen gestellt? Welche Fragen werden wann gestellt? (Rösch, 2015, S. 76 f.).
TIPP: Differenzierung ist durch die Auswahl von Wortschatz sehr gut möglich, gerade bei den Verben
(z. B. bei Aktivität F01 „Es ist viel los“):
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Aktivitäten, die das Erkennen grammatischer Bedeutungen
zum Ziel haben, und solchen, in denen grammatische Formen korrekt gebildet werden sollen. Außer-
dem sollten folgende Fragen bei der Auswahl von Grammatikübungen eine Rolle spielen: Ist die Aktivität
handlungsorientiert oder nicht handlungsorientiert? Ist die Sprache authentisch oder didaktisiert? Steht
die Aktivität isoliert oder ist sie Teil einer Abfolge? Ist eine Antwort möglich oder mehrere? Geht es um
Wiederholung oder um strukturelle Vielfalt? Ist die Aktivität prozessbezogen oder produktbezogen?
(Raabe, 2003).
TIPP: Arbeiten Sie mit wiederkehrenden Bewegungen/Gebärden oder Geräuschen für sprachliche
Phänomene, wie z. B. die Fälle. Auch Farb- und Formsymbolik, z. B. zur Verbzweitstellung, wirkt unter-
stützend. Farben können auch auf Regelmäßigkeiten, Unregelmäßigkeiten und Ausnahmen hinweisen.
Achten Sie darauf, dass die Farben, Formen, Bewegungen oder Geräusche definiert sind und Sie sie
immer nur in dieser Bedeutung verwenden. Wenn Ihr Lehrwerk auch mit Farben arbeitet, stimmen Sie
Ihre Farbsymbolik darauf ab.
TIPP: Visualisieren Sie sprachliche Phänomene mithilfe von Bildern, Gesten oder Situationen, z. B. die
Präpositionen mithilfe des „German Preposition Song“ (Internet).
TIPP: Führen Sie neuen Wortschatz mit bekannten Strukturen ein und erarbeiten Sie umgekehrt neue
sprachliche Strukturen mit bekannten Wörtern.
TIPP: Achten Sie auf Ihren sprachlichen Input: Präsentieren sie sprachliche Phänomene, die Sie im
Unterricht behandeln, gehäuft in Ihren eigenen Aussagen, um den Lernenden die korrekten Strukturen
anzubieten. Sie können auch die Äußerungen der Schüler/innen wiederholen oder weiterführen und
dabei die Struktur einbauen.
Das Arbeiten mit Farb- und Formsymbolik bietet sich für das Festigen der Genera an, z. B. blaues
Dreieck = männlich, roter Kreis = weiblich, grünes Quadrat = sächlich. So können auch Lernende,
die nicht alphabetisiert sind, das Genus erkennen und abspeichern.
Viele Sprachen weisen keine Genusunterscheidung auf, z. B. das Ungarische, oder eine andere
Genusunterscheidung als das Deutsche, z. B. die romanischen Sprachen mit nur zwei Genera
(außer dem Rumänischen). Manche Sprachen verwenden keinen unbestimmten Artikel, z. B. das
Arabische, und manche Sprachen kennen gar keine Artikel, z. B. das Russische. Dies hat auch
Auswirkungen auf die Personalpronomen der 3. Person Singular und Plural. Auf eine mögliche
Übertragung von Strukturen der Erstsprache auf das Deutsche, so genannte Interferenzen, können
Sie sich vorbereiten oder reagieren, indem Sie sich über die Sprachen in Ihrem Klassenzimmer
informieren (siehe auch „Mehrsprachigkeit und interkulturelles Lernen“, S. 21).
Durch die strukturierte Anwendung von femininen, maskulinen und neutralen Nomen erhalten die
Schüler/innen die Möglichkeit, eine Regelhaftigkeit übernehmen.
Arbeiten Sie mit Begleiterkärtchen, auch für deklinierte Artikel (Nominativ der → Akkusativ den).
Erarbeiten Sie die Verwendung von bestimmten und unbestimmten Artikeln als Kohäsionsmittel mit
sinnvollen und authentischen Sprechanlässen, z. B. mit P15 „Fehlersuchbild“.
Die Possessivpronomen als Begleiter werden ebenfalls im Kontext kennengelernt und gefestigt,
z. B. mit P14 „Possessivpronomen-Rap“.
16 DaZ-Förderung konkret
Die Einführung der Dativ- und Akkusativobjekte sollte nach Genus differenziert erfolgen: Der Akku-
sativ oder der Dativ wird zunächst mit weiblichen, dann mit sächlichen und schließlich mit männli-
chen Nomen erarbeitet.
Sie finden unter den Aktivitäten verschiedene Anregungen für die Einführung und Erarbeitung des
Akkusativs:
Zur Visualisierung und Hilfe können Sie Tabellen mit der Veränderung der Artikel im Dativ und Ak-
kusativ aufhängen.
Wer die Fälle nicht unterscheiden kann, kann auch die Fragen danach nicht verstehen. Zur Erar-
beitung der Fälle werden deshalb nicht die Fragen „Wen?“ oder „Wem?“ gestellt, die auch lautlich
schwer zu differenzieren sind, sondern Verben angeboten, die den Akkusativ oder den Dativ ver-
langen:
sehen helfen
verwenden gefallen
bestellen schmecken
vergessen ähneln
... ...
Verben, die sowohl ein Dativ- als auch ein Akkusativobjekt verlangen, werden erst nach der Festi-
gung beider Fälle eingeführt, z. B. jemandem etwas geben.
Bei der Arbeit mit Wechselpräpositionen ist es wichtig, die Bedeutung und Verwendung der Verben
setzen/stellen/legen und sitzen/stehen/liegen zu erarbeiten (z. B. mithilfe von Aktivität T21 „Wohin
stellst du dein Tier?“). Die Bewegungsverben stehen z. B. im Zentrum der Aktivität I19 „Durch den
Reifen“.
Die Verschiebeprobe zeigt das Satzmuster (den „Satzbauplan“) auf und hilft beim Verständnis der
Satzglieder und der Verbstellung (siehe S16 „Satzbauplan“). Sie finden unter den Aktivitäten ver-
schiedene Anregungen für deren Einführung und Erarbeitung, z. B. S08 „Tiere in der Schule“ oder
K05 „Passt du zu mir?“.
Eine Besonderheit des deutschen Satzbaus ist die Umkehrung der Subjekt-Prädikat-Folge (Inver-
sion), z. B. bei vorangestellter Zeit- oder Ortsangabe oder beim Versprachlichen von Handlungen
und Abläufen, in denen die einzelnen Ereignisse mit (und) dann miteinander verkettet werden. Auch
Fragen werden mit Inversion gebildet: „Wie heißt du?“ (Ergänzungsfrage) bzw. „Gehst du heute ins
Kino?“ (Entscheidungsfrage). Die oft formelhafte Bildung der Inversion in Fragen kann ein Einstieg in
die Aneignung der Satzstruktur sein. Mit der Aktivität G24 „Das Krokodil“ können Sie die Inversion
thematisieren.
Heben Sie das finite Verb im Satz hervor (z. B. in Farbe), um die Verbstellung zu verdeutlichen.
DaZ-Förderung konkret 17
Die Zusammengehörigkeit von Verbteilen bei der Verbklammer I und II kann im Satz markiert werden:
Ich werde morgen mit dem Zug nach Innsbruck fahren.
Viele Sprachen bilden Zeitformen anders als das Deutsche, z. B. das Perfekt ohne Hilfsverb im
Ukrainischen. Auf eine mögliche Übertragung von Strukturen der Erstsprache auf das Deutsche,
so genannte Interferenzen, können Sie sich vorbereiten oder reagieren, indem Sie sich über die
Sprachen in Ihrem Klassenzimmer informieren (siehe auch „Mehrsprachigkeit und interkulturelles
Lernen“, S. 21).
Ein Zeichen oder ein Symbol beim Erlernen von Verben mit getrennt stehendem Präfix erleichtert
das Behalten: ab|heben ab*heben ab"heben
Dieser Transfer ist bei den Aktivitäten oft in Form einer Erweiterung angegeben: Nach dem Üben einer
sprachlichen Struktur bietet sich ein Gespräch zum Thema an, wie z. B. bei F14 „Hobbys“. Dabei steht
das freie Sprechen im Mittelpunkt.
TIPP: Idealerweise bauen die Lernenden im freien Sprechen die sprachlichen Strukturen von sich aus
ein. Das Drängen dazu und/oder Korrigieren, insbesondere durch Unterbrechung, sollten jedoch ver-
mieden werden.
Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler sprechen und geben Sie ihnen genügend Zeit zum Über-
legen.
Seien Sie eine aktive Zuhörerin/ein aktiver Zuhörer: Greifen Sie Kurzäußerungen auf und erweitern
Sie sie mit Ihrer Antwort. Stellen Sie Fragen. Zeigen Sie Interesse.
Überlegen Sie sich im Vorfeld, worauf Sie im gemeinsamen Gespräch, im Dialog, bei Bildbeschrei-
bungen, Erzählungen oder Argumentationen achten wollen (= Sprachbedarfsanalyse, siehe Leit-
faden, S. 24). Setzen Sie einen Schwerpunkt, z. B. abwechslungsreicher Wortschatz, Aussprache
oder ein sprachliches Phänomen, wie die Verbzweitstellung. Korrigieren Sie nur in dem Bereich,
den Sie als Schwerpunkt gesetzt haben.
18 DaZ-Förderung konkret
Sie können die Aussprache durch eine sehr deutliche Artikulation unterstützen. Vergessen Sie da-
bei auch nicht auf die Prosodie, also die Betonung, Satzmelodien und Pausen, die für die DaZ-
Lernenden nicht selbstverständlich sind.
Thematisieren Sie ganz bewusst den Dialekt und die Unterschiede zur Standardsprache.
Van der Burg hat für das Goethe-Institut die Broschüre Werkzeugkiste Sprechen. Sprechen
üben in großen Gruppen verfasst. Sie stellt Methoden vor, die das Üben und Überprüfen der
Sprechfertigkeit in großen Gruppen in sinnvoller und effektiver Form ermöglichen (Download
unter [Link]/resources/files/pdf85/Werkzeugkiste_Sprechen.pdf).
Sprechen und Hören können nicht voneinander getrennt werden. Für das Schulen des Hörverstehens
werden deshalb ebenfalls Aktivitäten angeboten.
Als Vorentlastung oder Einstieg für Hörtexte bieten sich Geräusche an, die gemeinsam besprochen
werden: Was hören wir? Wo könnte das sein? Was verbindest du mit diesem Geräusch?
Sprechen Sie im Vorfeld über die Geschichte oder das Thema. Besonders mehrsprachige Schüler/
innen profitieren davon: Eventuelle Wortschatzlücken können geschlossen und Strukturen kennen-
gelernt oder wiederholt werden. Bei Bildgeschichten kann so auch sichergestellt werden, dass die
Schüler/innen die Handlung und die Details richtig erkennen und verstehen.
Schreiben und Lesen können nicht voneinander getrennt werden. Für das Schulen des Leseverstehens
werden deshalb ebenfalls Aktivitäten angeboten.
Bilder dienen in der Sprachförderung also zum einen der Visualisierung von Strukturen: Das Bild eines
Tischs und eines Gegenstands, der sich darauf, darunter, davor etc. befindet, veranschaulicht z. B. die
DaZ-Förderung konkret 19
Verwendung von Präpositionen zur Ortsbestimmung. Bilder eines großen, eines größeren und eines
größten Hundes veranschaulichen die Steigerung der Adjektive.
Zum anderen können auf Bildern Gegenstände, Personen, Handlungen und Situationen zu sehen sein
und dienen so der Versprachlichung. Diese Bilder werden zum einen für die Wortschatzarbeit verwen-
det (v. a. Bildkarten), zum anderen als Kommunikationsanlass (z. B. Wimmelbilder oder Bildgeschich-
ten). Gerade bei dieser Verwendung von Bildern sollten Sie diese vorab genau betrachten und für sich
zwei Fragen beantworten:
Für die Beantwortung der zweiten Frage ist es wichtig, auch mögliche soziokulturelle Unterschiede zu
berücksichtigen: Der Umgang mit Bildern ist vielleicht ein anderer. Und Bilder zeigen einen Ausschnitt
der Realität, der in anderen Regionen, Kulturen oder Gesellschaftsteilen vielleicht anders aussieht: Bilder
von Familien stellen sehr oft eine stereotype klassische Familienkonstellation dar. Oder wie sehen Obst
und Gemüse, Jahreszeiten oder Spielzeug in anderen Regionen oder Kulturen aus? Solange Ihnen dies
bewusst ist, spricht nichts gegen den Einsatz dieses Bildmaterials, das oft einen sehr guten Sprechan-
lass bietet und vergleichende Beschreibungen zulässt.
Viele Verlage bieten zu ihren Lehrwerken Bildmaterial an, wie z. B. Bildkarten, die auf das Design und
den Aufbau des Lehrwerks abgestimmt sind. Vorteile der Verwendung sind der Wiedererkennungs-
wert und die Tatsache, dass der Wortschatz an das Kapitelthema angepasst ist. Oft wird in der DaZ-
Sprachförderung aber gar nicht mit einem Lehrwerk gearbeitet, da sie für eine heterogene Gruppe nicht
passgenau sind. Trotzdem lohnt es sich, (DaZ-)Lehrwerke zu sichten und als Baukasten zu nutzen, aus
denen Sie Bildmaterial, aber auch (Hör-)Texte und Aktivitäten verwenden können. Bilder, die im Internet
zu finden sind, sollten Sie vorab auf ihre Eignung hin prüfen: Bildqualität und Bildgröße, Möglichkeit, eine
sinnvolle sprachliche Interaktion zu initiieren.
[Link]
[Link]
[Link]
[Link]
[Link]
[Link]/infotainment/finde-das-glueck/wimmelbilder
TIPP: Stellen Sie Bildkarten selbst her, indem Sie Fotos machen, z. B. von Gegenständen im Klassen
zimmer, Räumen des Schulhauses oder den Schüler/innen, die durch Mimik und Gestik Zustände,
Tätigkeiten oder Situationen darstellen. Die Fotos können ausgedruckt, evt. laminiert und so immer
wieder verwendet werden.
Wimmelbilder
Bei der Auswahl von Wimmelbildern gilt es das Förderziel mit dem Bildangebot abzugleichen. Manche
Situationsbilder zeigen eine Alltagsszene, die beschrieben werden kann und als Sprechanlass dient,
z. B. ein Waschraum zum Thema Körperpflege ([Link]): der Wortschatz wird eingeführt und/
oder gefestigt, bestimmte sprachliche Strukturen, wie Verben mit getrennt stehendem Präfix, können in
den Fokus genommen werden und ein Gespräch über die Situation und eigene Erfahrungen ermögli-
chen einen Transfer von gelernten Strukturen in die spontane Sprachverwendung.
Auf klassischen Wimmelbildern „wimmelt“ es von Menschen, Tieren, Dingen und Details. Hier müssen
Sie darauf achten, die Lernenden nicht zu überfordern. Nehmen Sie konkrete Einzelheiten heraus, die
20 DaZ-Förderung konkret
zum Förderziel führen. Betrachten Sie das Wimmelbild vorab genau und überlegen Sie, welche Situati-
onen interessant sind, um darüber zu sprechen. Ein anregendes Gespräch ist das Ziel: Sie greifen auf
Situationen zurück, die schon kurz angesprochen worden sind, fragen nach, wiederholen.
TIPP: Um auf Details auf einem Wimmelbild zu fokussieren, ist die Arbeit mit einer „Lupe“ möglich:
Schneiden Sie in ein leeres Blatt (dickeres Papier) einen Kreis oder ein Quadrat. Damit betrachten Sie
und Ihre Schüler/innen nun einen Ausschnitt des Wimmelbilds, womit eine mögliche Überforderung
durch die Menge an Einzelheiten verhindert wird. Dabei können auch Vermutungen darüber angestellt
werden, was außerhalb des Bildausschnitts zu sehen sein könnte.
TIPP: Mithilfe von Denk- und/oder Sprechblasen können die Schüler/innen überlegen, was die Perso-
nen denken oder sagen.
TIPP: Wenn Sie vorlesen, vermitteln Sie die standardsprachliche Aussprache. Achten Sie dabei auf
eine lebendige Sprache, um Ihre Zuhörer/innen zu fesseln: gezielter Einsatz der Lautstärke, Tempo und
Betonung.
TIPP: Überlegen Sie vor dem Gespräch über das Gelesene, wie Sie mit den Schüler/innen darüber
sprechen: Welche Wörter wollen Sie wiederholen, aushandeln und betonen? Welche Strukturen sollen
den Schülerinnen und Schülern vermittelt werden?
Drei der Sammlungen bieten konkrete Aktivitäten in Zusammenhang mit Kinderliteratur an, die vielfach
auf andere Bücher und Geschichten übertragen werden können.
Auf der Plattform netzwerk sims (Sprachförderung in mehrsprachigen Schulen) werden didakti-
sche Grundlagen zum Leseverstehen angeboten, u. a. Neugebauers „Didaktisierte Lesetexte –
was ist das“ (Download unter [Link]/leseverstehen) und Lektürebegleitblätter
zu vier Kinderbüchern (Download unter [Link]/lektuerebegleitblaetter).
Auf der Internetseite [Link] finden Sie eine Suchmaske für Kinderbücher
in vielen Sprachen.
Prandstetter (Wort & Laut Detektive®) bietet zwei didaktisierte bilinguale Bilderbücher in über 20
Sprachen an: „Die drei Schmetterlinge“ und „Der Fisch mit dem goldenen Bart“.
liche Lernziele mit einem Spiel verbunden sein, was Binnendifferenzierung ermöglicht und das selbstge-
steuerte Lernen fördert (Kleppin, 2003, S. 264).
TIPP: Viele bekannte klassische (Kinder-)Spiele lassen sich für bestimmte Themen oder sprachliche
Phänomene adaptieren. Vorteil dabei ist, dass die Spiele oft bereits bekannt sind und dass sie variabel
eingesetzt werden können. Eine Auswahl:
Spiel Aktivität
Mein rechter Platz ist leer/frei G15 „Mein rechter Platz“
Es fliegt, es fliegt S11 „Alles, was zur Schule gehört, fliegt!“
Kofferpacken S13 „Schultaschepacken“
Ich seh, ich seh, was du nicht siehst S21 „Ist es die Tafel?“
Obstsalat E09 „Wenn ich Geld hätte ...“
Domino V20 „Verkehrsdomino“
Paare finden T02 „Wer hüpft?“
Klassiker sind auch das Zeichnen oder pantomimische Darstellen von Wörtern, während die anderen
raten, sowie das Erklären und Umschreiben von Wörtern (= Paraphrasieren), wie z. B. mit der Aktivität
B13 „Tierrätsel“.
TIPP: Versehen Sie ein Spiel mit einem Wettbewerbselement, was die Spannung erhöht und die Ler-
nenden zusätzlich motiviert. Punkte können Sie, je nach Alter und Vorliebe der Lernenden, als reale
Sammelpunkte vergeben, z. B. Muggelsteine oder Murmeln, Steine, Kerne oder Kastanien, Zuckerl,
Teile eines Puzzles etc.
Die Broschüre Neustart mit Deutsch. Animationen, Chants, Lieder, Spiele. DaF/DaZ (A1) von
Bauer finden Sie als kostenlosen Download unter [Link]
Wird eine neue Sprache gelernt, spielen die Erstsprache(n) (L1), vorher gelernte Sprachen oder Dia-
lekte mit: Ähnlichkeiten zwischen Sprachen im Wortschatz und im grammatischen Regelwerk werden
genutzt und u. U. übertragen und lautliche Ähnlichkeiten führen zur Bildung von Eselsbrücken. Die
Lernenden stellen Vergleiche an und entwickeln Sprachbewusstheit. Diese Allgegenwärtigkeit vor allem
der L1 kann aber auch zu Fehlern führen, die Interferenzen genannt werden (Oomen-Welke, 2017, S.
69 f.): Strukturen, Kategorien und Regeln werden in die neu zu erlernende Sprache übernommen. Zum
Beispiel findet sich in vielen Sprachen, wie Farsi, Georgisch, Kurdisch, Tschetschenisch, Türkisch oder
Ungarisch keine Unterscheidung der Possessivbegleiter in seine/sein und ihre/ihr. Diese Tatsache führt
zu bekannten Interferenzen wie „seine Nase“ statt „ihre Nase“ (Thematisierung z. B. bei Aktivität K10
„Meine Nase, deine Nase“). Eine Auseinandersetzung mit den Erstsprachen der Schüler/innen und
deren Unterschiede zum Deutschen ist unerlässlich, um die Herkunft von Interferenzen verstehen und
darauf reagieren zu können. Auch die Klassen- und Fachlehrpersonen profitieren von diesem Wissen
in ihrem Unterricht in einem mehrsprachigen Klassenzimmer. Sprachvergleichende Aktivitäten, z. B. zu
den Zahlwörtern im Fach Mathematik, bereichern den Fachunterricht und unterstützen die DaZ-Lernen-
den in ihrer Sprachentwicklung. Eine Bearbeitung der Erstsprachen durch die Mithilfe von Lehrpersonen
für andere Erstsprachen (Muttersprachenlehrer/innen) und/oder Eltern ist von großem Vorteil. Sorgen
Sie für eine wertschätzende und respektvolle Lernatmosphäre und vermitteln Sie zwischen den Erfah-
rungen der Lernenden. Auch das bewusste Thematisieren von pragmatischen Bereichen, wie Nähe und
Distanz, Tabus, Direktheit oder Höflichkeit fördert das interkulturelle Lernen.
22 DaZ-Förderung konkret
Auch die dreisprachige Zeitschrift TRIO (2.–6. Schulstufe) ist auf [Link]
zu finden. Sie erscheint zweimal jährlich auf Deutsch, Bosnisch/Kroatisch/Serbisch und Türkisch
sowie in einer je wechselnden Gastsprache. Der Webauftritt zu TRIO bietet zahlreiche didak
tische Impulse zu jedem Heft.
Der Grundsatzerlass Interkulturelle Bildung (2017) beschreibt Inhalte und Umsetzung des Unter-
richtsprinzips Interkulturelles Lernen. (Download unter [Link]
rs/2017_29.html)
DaZ-Förderplan: Planung und Dokumentation von DaZ-Förderung 23
Die Vorlage eines individuellen Förderplans für die Vor- und Nachbereitung der DaZ-Förderung finden
Sie als Word-Dokument „DaZ-Förderplan“4, das von Ihnen adaptiert und erweitert werden kann. Das
Erstellen von individuellen Förderplänen ist für Schüler/innen mit außerordentlichem Status verpflich-
tend durchzuführen. Diese Förderpläne basieren im Sinne der Qualitätssicherung und -entwicklung auf
Sprachstandsdiagnose, wofür das BMBWF USB DaZ empfiehlt. Mithilfe der Sprachstandsdiagnose
können Sie sowohl individuelle Lernziele festmachen und zielgerichtet fördern als auch die Fähigkeiten
und nächsten Schritte der Lernenden miteinander vergleichen. In weiterer Folge kann ein Plan für die
Gruppe erstellt und ein gemeinsamer Weg mittels Differenzierung gefunden werden.
Der Einsatz von Förderinstrumenten und das Erreichen der Förderziele sind zu dokumentieren. Hier
kann der individuelle Förderplan ebenfalls einen Beitrag leisten (siehe Spalte Dokumentation). Im besten
Fall ergänzen sich USB DaZ, individueller sowie Gruppen-Förderplan und Sprachenportfolio zu einer
Dokumentation, die neben der zielgerichteten Förderung auch einen erfolgreichen Wechsel in die Regel
klasse unterstützt.
TIPP: Sie können statt des Namens einer Schülerin/eines Schülers die Bezeichnung der Gruppe an-
führen und die Angabe Klasse/Gruppe löschen, wenn sie einen Förderplan für Ihre Gruppe erstellen.
Passen Sie die Angaben Ihrer Unterrichtssituation an.
... Ziele ab. Für alle Möglichkeiten sind Förderziele angegeben. Sie suchen sich die Stufe(n) aus, die
für die/den Lernenden oder die Gruppe zutrifft bzw. zutreffen, die restlichen Zeilen werden gelöscht5.
Aktivitäten integrativ im Regelunterricht und Aktivitäten parallel zum Regelunterricht zum Selbst
ausfüllen: Hier benennen Sie die Aktivitäten, die Sie für die Schülerin/den Schüler oder die Gruppe
vorsehen. Sie können auch Methoden zur Einführung des sprachlichen Phänomens festhalten, Mög-
lichkeiten des Transfers oder sonstige Fördermaßnahmen.
TIPP: Benennen Sie die Spalten, wie es für Sie und ihre Unterrichtsorganisation passt. Um den
Förderplan zu personalisieren, können Sie die zwei Spalten für die Aktivitäten auch mit den Namen
der beteiligten Lehrkräfte betiteln.
Dokumentation: Diese Spalte bleibt zunächst frei und wird nach dem vorher fixierten Förderzeit-
raum, der im obigen Feld festgehalten wird, formuliert. Hier können Sie festhalten, was von den ge-
planten Fördermaßnahmen auch tatsächlich wann und in welcher Form umgesetzt worden ist und
welche Fortschritte die Schülerin/der Schüler gemacht hat (Lernerfolg).
Hören steht neben dem Sprechen am Beginn des DaZ-Erwerbs im Fokus mit dem praktischen Ziel, die
mündliche kommunikative Handlungsfähigkeit zu erweitern. Um sprachhandeln und in weiterer Folge
mit (schriftlichen) Texten umgehen zu können, bedarf es der Kenntnis von Wortschatz und Strukturen.
Der Förderplan führt hier alle Beobachtungsbereiche von USB DaZ an, deren Farbgebung mit den Far-
ben im Beobachtungsbogen übereingestimmt ist. Neben diesen sprachlichen Phänomenen, die für die
Feststellung des Sprachstands von Bedeutung sind, nimmt eine vollumfängliche DaZ-Förderung weitere
Bereiche in den Fokus, wie Adjektive oder Pronomen.
TIPP: Setzen Sie das kommunikative Ziel im Bereich Mündliche Sprachhandlungsfähigkeit bzw. Text-
kompetenz (schriftlich) mit einem Förderthema in Beziehung, z. B. Thema Familie: Erzähle von deiner
Familie. Überlegen Sie, was dafür an Wortschatz und sprachlichen Strukturen notwendig ist (= Sprach-
bedarfsanalyse) und welche davon die Schülerin/der Schüler bereits erworben hat bzw. sich gerade
aneignet oder noch in weiter Ferne liegen.
Damit die Förderung der in USB DaZ nicht aufscheinenden Bereiche ebenfalls vor- und nachbereitet
werden kann, finden Sie am Ende des Förderplans weitere Zeilen, die Sie adaptieren können. Auch die
Sprachförderung in der Erstsprache/den Erstsprachen kann Eingang in den Förderplan finden, wofür
eigene Zeilen zur Verfügung stehen.
TIPP: Ändern Sie die Bezeichnungen der Bereiche, löschen Sie nicht benötigte Zeilen (siehe Fußnote 5)
oder fügen Sie zusätzliche Zeilen hinzu.6
6 Windows und Mac: in Zeile klicken – Registerkarte Layout – Darunter einfügen bzw. Darüber einfügen.
DaZ-Förderplan: Planung und Dokumentation von DaZ-Förderung 25
TIPP: Nummerieren Sie die Förderpläne. Sie können dafür dem Titel DaZ-Förderplan eine Serien
nummer hinzufügen, die aufzeigt, ob es sich um den ersten Förderplan für die Gruppe oder die/den
Lernenden handelt oder einen Folgeplan.
TIPP: Dieses Dokument kann auch der persönlichen Sammlung von Aufgaben und Übungen zu den
einzelnen Bereichen dienen. Dafür können Sie die Zeile mit den Angaben zur Schülerin/zum Schüler/zur
Gruppe löschen (siehe Fußnote 5) und zu den einzelnen Stufen Aktivitäten sammeln. Die Spalte Doku-
mentation kann für Kommentare genutzt werden.
26 Sprachsensibler Unterricht und USB Daz
USB DaZ ist ein Diagnoseinstrument nicht nur für die DaZ-Sprachförderlehrpersonen, sondern für alle
Lehrpersonen, die mit DaZ-Lernenden arbeiten. Die deutsche Sprache dient als Kommunikationsmit-
tel in allen Schulfächern und damit als Mittler von Inhalten. Fehlen einer Schülerin oder einem Schüler
die sprachlichen Möglichkeiten, um diese Inhalte zu erfassen, zu verarbeiten oder wiederzugeben, hat
dies Auswirkungen auf ihre/seine Teilnahme am Fachunterricht. Fachlehrpersonen leisten einen wich-
tigen Beitrag zur Sprachförderung und Sprachbildung aller Schüler/innen: Sie bauen Fachwort-
schatz auf, vermitteln die Strukturen von Bildungssprache und fördern die Sprachhandlungsfähigkeit.
Der schriftliche Zugang zu Wissen über Schulbücher, Sachtexte und das Internet ist dabei wichtiges
Element. Bedeutsam ist dabei der sprachbewusste oder sprachsensible Unterricht, mit dessen Hilfe
die Fachlehrpersonen alle Schüler/innen aktiv auf ihrem Weg zur Fach- und Bildungssprache begleiten:
Sehr bewusst wird gleichzeitig mit dem Fachwissen auch die Fach- und Bildungssprache vermittelt,
ausgehend von der Alltagssprache und vom aktuellen Sprachstand. USB DaZ zeigt somit auch für den
Fachunterricht auf, wo die Schüler/innen mit Deutsch als Zweitsprache stehen, welche Sprachhand-
lungen sie ohne Unterstützung bewältigen können und welche Sprachhandlungen in ihrer Zone der
nächsten Entwicklung liegen und mit Unterstützung gemeistert werden können. Das Wissen um den
Sprachstand der Schüler/innen gibt einerseits Hinweise auf die sprachliche Förderung und Hilfestellung
im Unterricht und andererseits mehr Orientierung für die Bewertung von fachlichen Leistungen: Konnte
die Schülerin/der Schüler die Aufgabe nicht lösen, weil ihr/ihm das fachliche Wissen fehlt oder aber weil
sie/er nicht über die sprachlichen Mittel verfügt, um die Aufgabe richtig zu erfassen und durchzuführen?
Das Wissen um den Sprachstand der Schüler/innen und ein darauf aufbauender sprachbewusster
Fachunterricht, der die Fachsprache vermittelt, können die Schüler/innen in ihrer Sprachentwicklung
aktiv unterstützen. Die Vorteile sind auch für den Fachunterricht groß:
Da die Sprachstandsbeobachtung mit USB DaZ den individuellen Sprachstand der einzelnen Lernen-
den aufzeigt, wird die Heterogenität der Gruppe sichtbar. Diese stellt eine große Herausforderung für die
Unterrichtsvorbereitung und -durchführung dar. Wie mit dieser Heterogenität der Lernenden im Fach
unterricht umgegangen werden kann, zeigt Leisen in seinem „Handbuch Sprachförderung im Fach“ auf.
Er beschreibt zwei Methoden für eine individuelle Sprachförderung (S. 8–9):
1. die Methode der gestuften Hilfen unterschiedlicher Intensität und Stärke und
2. die Methode der gestuften Anforderungen.
Dafür ist es notwendig zu wissen, welche Anforderungen die einzelnen Unterrichtsaktivitäten an die
Schüler/innen stellen und welche Hilfen möglich sind. Das heißt, dass nicht nur das fachliche, sondern
auch das sprachliche Unterrichtsziel formuliert werden sollte und Sie sich Ihre eigenen Erwartungen
bewusst machen: Eine Aufschlüsselung von Sachtexten und Arbeitsaufträgen zeigt auf, was sie neben
den fachlichen Inhalten sprachlich von den Lernenden verlangen (siehe „Sprachbedarfsanalyse“ im Leit-
faden für die Arbeit mit USB DaZ, S. 24–27). Eine solche Sprachbedarfsanalyse ist zeitaufwändig, doch
der Zeitaufwand lohnt sich.
Hilfestellung bietet das Konkretisierungsraster von Tajmel & Hägi-Mead (2017) im FörMig-Material 9
Sprachbewusste Unterrichtsgestaltung (S. 77–82). Darin befassen sich die Autorinnen ausführlich mit
allen Bereichen der sprachbewussten Unterrichtsgestaltung und bieten einen guten Überblick über
linguistisches Basiswissen.
Sprachsensibler Unterricht und USB Daz 27
Um ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Herausforderungen ein Text oder eine Aktivität für die Schü-
ler/innen bereithält, können Sie exemplarisch für einige Ihrer Aktivitäten folgende Fragen beantworten:
Was müssen die Schüler/innen sprachlich wissen und können, um den Arbeitsauftrag zu verstehen
und durchführen zu können?
Welche Äußerungen erwarte ich?
Welche mündliche Sprachhandlungsfähigkeit ist dafür notwendig? Welcher Wortschatz ist dafür not-
wendig? Welche Strukturen sind dafür notwendig?
Wie kann ich die Schüler/innen darauf vorbereiten? Wie nutze ich dafür USB DaZ?
Wenn Sie den Sprachstand ihrer DaZ-Schüler/innen kennen, werden Sie verstehen können, warum sie
sich mit manchen Sachtexten oder Arbeitsaufträgen schwerer tun als mit anderen. Vor allem die Vorbe-
reitung und Begleitung der DaZ-Lernenden mithilfe von Scaffolding wird zu Erfolgserlebnissen auf bei-
den Seiten führen, denn ein sprachliches Gerüst (engl. scaffold) zeigt den Lernenden den für sie passen-
den Weg zur Aufgabenbewältigung. Sie werden mithilfe von Zwischenschritten begleitet und nicht über
ihre Möglichkeiten hinaus gefordert (Quehl/Trapp, 2013). USB DaZ hilft Ihnen dabei, denn das Instru-
ment zeigt auf, was die/der Lernende selbstständig bewältigen kann, wo sie/er Unterstützung benötigt
und was noch unerreichbar ist. Die Anforderungen wie auch die Hilfen können mit diesem Wissen ent-
sprechend gestuft und ein entsprechendes Gerüst angeboten werden.
Eine 30-minütige Einführung ins Thema gibt die E-Lecture Sprachsensibler Unterricht: Bessere Leis-
tung – mehr Chancen von Carnevale (unter [Link]/news/detail/fachliches-lernen-geht-in-
[Link], Kooperation ÖSZ und Education Group Oberöster-
reich).
Das Handbuch Sprachförderung im Fach (2016) von Leisen bietet neben einem Grundlagenteil zum
Thema umfangreiche Praxismaterialien, in denen er 40 Methodenwerkzeuge für sprachsensiblen
Fachunterricht konkretisiert.
E1 Ich kann einzeln oder im Team zu Vorgängen und Phänomenen in Natur, Umwelt und Technik
Beobachtungen machen oder Messungen durchführen und diese beschreiben.7
Führt zu zweit folgenden Versuch durch und beschreibt eure Beobachtungen: Strahlt ei-
nen Globus mit einer Lampe an und dreht ihn. Was passiert? Warum? Wie lange braucht
die Erde für eine Umdrehung? (Grundstufe)
Wir haben beobachtet, dass eine Hälfte der Erde hell ist und die andere Hälfte nicht. Das bedeutet wahr-
scheinlich, dass auf der hellen Hälfte Tag ist und auf der dunklen Hälfte Nacht. Tag und Nacht wechseln
sich ab, weil sich die Erde dreht. Wir vermuten, dass die Erde 24 Stunden braucht, um sich einmal zu
drehen, weil ein Tag 24 Stunden lang ist.
Die Schülerin/der Schüler beherrscht den Wortschatz zum Thema Sonne, Erde, Beleuchtung, Tag/
Nacht usw.
Die Schülerin/der Schüler bildet Hauptsätze und Verknüpfung mit USB DaZ:
Nebensätze, z. B. mit dass und weil (Achtung:
Verbendstellung im Nebensatz nach Verbklammer I
Verbzweitstellung im Hauptsatz, Verbendstellung nach Verbzweitstellung im Hauptsatz
im Nebensatz). einfache subordinierende Satzverbindungen nach
koordinierenden Satzverbindungen
Die Schülerin/der Schüler bildet Sätze im Präsens und Perfekt in der 3. Person Singular, um den
Vorgang zu beschreiben.
Wie kann ich die Schüler/innen darauf vorbereiten? Wie nutze ich dafür USB DaZ?
Für die mündliche Beschreibung eines Versuchs versprachlichen die Schüler/innen ihre Beobachtungen
und verwenden dabei vor allem zu Beginn ihre Alltagssprache. Das Anbieten von Wortschatz sowie
Satzmustern und Formulierungshilfen erleichtert die Erfüllung der Aufgabe und ermöglicht die Erwei-
terung ihres sprachlichen Repertoires in Richtung Bildungssprache. Je nach Sprachstand können Sie
dabei individuell auf Ihre DaZ-Schüler/innen eingehen, indem Sie unterstützende Mittel zur Verfügung
stellen, z. B. Wortkärtchen, Lernplakate oder Mustertexte, um Satzmuster und Formulierungen kennen-
zulernen.
Beispiele für Satzteile, die von den Schüler/innen miteinander verbunden werden:
Eine Hälfte der Erde ist hell ... ... und die andere Hälfte nicht.
Auf der hellen Hälfte ist Tag und ... ... auf der dunklen Hälfte Nacht.
Tag und Nacht wechseln sich ab, weil ... ... sich die Erde dreht.
Die Erde braucht 24 Stunden, ... ... um sich einmal zu drehen.
Eine Erdumdrehung dauert 24 Stunden, ... ... weil ein Tag 24 Stunden lang ist.
W1 Ich kann einzeln oder im Team Vorgänge und Phänomene in Natur, Umwelt und Technik
beschreiben und benennen.8
Die Jahreszeiten wechseln, weil die Erde die Sonne umkreist: Die Erde braucht genau ein Jahr, um sich
einmal um die Sonne zu drehen/für eine Umdrehung um die Sonne. Außerdem ist die Erdachse geneigt.
Die Erde steht also „schräg“ zur Sonne. Ein halbes Jahr lang ist die Südhälfte der Erde zur Sonne hin
geneigt. Ein halbes Jahr lang ist die Nordhälfte zur Sonne hin geneigt. Der Äquator teilt die Erde in diese
zwei Hälften. Wir leben auf der Nordhälfte. Wenn die Nordhälfte am stärksten zur Sonne geneigt ist, ist
bei uns Sommer. Die Sonne steht höher am Himmel. Dadurch scheint sie länger und stärker. Im Winter
ist die Südhälfte zur Sonne geneigt. Die Sonne steht dann bei uns weniger hoch am Himmel. Dadurch
scheint sie weniger stark und die Tage sind kürzer. Sommer und Winter gibt es also, weil die Erdachse
„schräg“ steht und sich die Erde um die Sonne dreht.
Die Schülerin/der Schüler beherrscht den Wortschatz zum Thema Sonne, Erde, Sonnensystem,
Jahresablauf, Wetter usw.
Die Schülerin/der Schüler bildet Hauptsätze und Verknüpfung mit USB DaZ:
Nebensätze, z. B. mit weil und wenn (Achtung:
Verbendstellung im Nebensatz nach Verbklammer I
Verbzweitstellung im Hauptsatz, Verbendstellung nach Verbzweitstellung im Hauptsatz
im Nebensatz). einfache subordinierende Satzverbindungen nach
koordinierenden Satzverbindungen
Die Schülerin/der Schüler bildet Sätze im Präsens, vor allem in der 3. Person Singular.
Die Schülerin/der Schüler verwendet Zeit- und Ortsangaben (Achtung: Präpositionen mit Dativ).
Wie kann ich die Schüler/innen darauf vorbereiten? Wie nutze ich dafür USB DaZ?
Für eine mündliche oder schriftliche Erklärung eines Phänomens versprachlichen die Schüler/innen ihr
Vorwissen mithilfe von bildungs- und fachsprachlichen Strukturen und passendem Fachwortschatz.
Das Anbieten von Wortschatz sowie Satzmustern und Formulierungshilfen erleichtert die Erfüllung der
Aufgabe und ermöglicht die Erweiterung ihres sprachlichen Repertoires. Je nach Sprachstand können
Sie dabei individuell auf Ihre DaZ-Schüler/innen eingehen, indem Sie unterstützende Mittel zur Verfü-
gung stellen.
Im Folgenden werden anhand zweier authentischer Beispiele die Herausforderungen bei der Bewälti-
gung von Fachtexten in der NMS aufgezeigt.
Fachtext aus dem Geschichtebuch MEHRfach. Geschichte 3 (2015) zum Thema „Absolutismus und
Aufklärung in Europa“ (S. 27):
Quelle: Graf, M., Halbartschlager, F. & Vogel-Waldhütter, M. (2015). MEHRfach. Geschichte 3. Teil 1 – Wissen & Verstehen (2. Aufl., S. 27). Linz:
Veritas Verlag.
3. Person Singular 3. Person Plural = Zone der nächsten Der König und sein Hofstaat führten ein
Entwicklung sehr verschwenderisches Leben.
Präsens Präteritum Der König und sein Hofstaat führten ein sehr
verschwenderisches Leben.
aktive Zeitformen Vorgangspassiv (im Präteritum) Rohstoffe wurden nach Frankreich importiert
[…].
Zustandspassiv = Zone der nächsten Der Merkantilismus ist so eng mit ihm ver-
Entwicklung knüpft, dass […].
32 Sprachsensibler Unterricht und USB Daz
Verb: Verbstellung
Zweitstellung im Hauptsatz Erweitertes Partizipialattribut Auch das ständig bereitstehende Heer und
die vielen Kriege kosteten sehr viel Geld.
Korrekte Realisierung von Dativobjekt Schon bald folgten andere europäische Län
Subjekten der dem Vorbild Frankreichs und schützten
ihre Volkswirtschaften ebenfalls durch Zölle.
Aussageverbindungen
keine Verbindungen und = Zone der nächsten Entwick Schon bald folgten andere europäische Län
lung der dem Vorbild Frankreichs und schützten
ihre Volkswirtschaften ebenfalls durch Zölle.
Wortschatz
Zwischenstufe vor Grundwort Bildungswortschatz und Fachwort Nomen: der Prunk, das Heer
schatz schatz
Komposita: der Hofstaat, die Wirtschaftspo-
litik
Verben: exportieren, sich (bauen) lassen,
erzielen, sich zuspitzen
Adjektive: enorm, finanziell
Adverbien: dadurch, zugleich, ebenfalls
Indefinitpronomen: man
Bei Person und Numerus beinhaltet der Text Strukturen, die in der Zone der nächsten Entwicklung des
Schülers liegen. Auch die Aussageverbindung mit und ist für den Schüler der nächste Entwicklungs-
schritt, einzig die Zusatzinformation beinhaltet einen Nebensatz. Dort findet sich auch eine sehr komplexe
Satzkonstruktion, deren Entschlüsselung ein hohes Sprachniveau erfordert:
Jean Baptiste Colbert hatte [als Finanzminister] [aufgrund seiner vielen Ideen] die Finan-
zen von Ludwig XIV. [trotz der hohen Ausgaben] gut im Griff.
Vor allem im Bereich Verbstellung und bei der Zeitform präsentiert der Text Strukturen, die für den
Schüler noch weit entfernt sind. Der Text ist beispielhaft für Fachtexte aus dem Fach Geschichte, die im
Präteritum geschrieben sind und oft Passivkonstruktionen beinhalten. Das Textverständnis ist zum mo-
mentanen Zeitpunkt, auch mit Unterstützung, wahrscheinlich nicht gegeben. Die sprachlichen Hürden
der DaZ-Schüler/innen verhindern sein Fachverstehen.
Sprachsensibler Unterricht und USB Daz 33
Arbeitsblatt (AB) für das Fach Biologie zum Thema „Bienen“ und Ausschnitte des Fachtextes aus dem
Biologiebuch MEHRfach. Biologie 2 (2018) (FT1 „Der Jahreskalender eines Bienenvolks“, S. 33 und FT2
„Das abwechslungsreiche Leben einer Arbeitsbiene“, S. 32):
Quelle: Moser, B., Pemberger E. & Wilhelmer, A. (2018). MEHRfach. Biologie 2. Teil 1 – Wissen & Verstehen (4. Aufl., S. 33). Linz: Veritas Verlag.
34 Sprachsensibler Unterricht und USB Daz
Quelle: Moser, B., Pemberger E. & Wilhelmer, A. (2018). MEHRfach. Biologie 2. Teil 1 – Wissen & Verstehen (4. Aufl., S. 32). Linz: Veritas Verlag.
2. Person Plural AB: 3. Person Plural […], warum Bienen so wichtig sind.
Präteritum von „sein“, evt. Futur AB: Präsens Wenn die Biene einmal von der Erde ver-
schwindet, hat der Mensch nur noch vier
Jahre zu leben.
FT 2: Futur = Zone der nächsten Ich bin gespannt, was ich so alles beobach-
Entwicklung ten werde!
Zustandspassiv AB: aktive Zeitformen Wenn die Biene einmal von der Erde ver-
schwindet, […].
Verb: Verbstellung
Verbendstellung im Nebensatz AB: Verbendstellung im Nebensatz Wenn die Biene einmal von der Erde ver-
schwindet, hat der Mensch nur noch vier
Jahre zu leben.
FT 2: Verbklammer II: Futur = Zone Sie ist froh, wenn die vollkommene Entwick
der nächsten Entwicklung lung abgeschlossen ist [...].
Zwischenstufe vor Dativobjekt AB: Akkusativobjekt […] markiere das Wichtigste […]
Aussageverbindungen
einfache subordinierende Satz AB: einfache subordinierende Satz Wenn die Biene einmal von der Erde ver
verbindungen verbindungen schwindet, hat der Mensch nur noch vier
Jahre zu leben.
FT 2: einfache subordinierende Satz Sie ist froh, wenn die vollkommene Entwick
verbindungen lung abgeschlossen ist […].
Wortschatz
Zwischenstufe vor Aufbauwort AB: Aufbauwortschatz Nomen: die Bestäubung, das Zitat
schatz
Die Aufgaben 1 und 2 sind für die Schülerin/den Schüler ohne Unterstützung durchführbar, wenn sie/er
das Wort „Bestäubung“ kennt. Für die Aufgaben 3 und 4 müssen Texte im Biologiebuch gelesen wer-
den. Dabei muss die Schülerin/der Schüler den Text verstehen und Lesetechniken anwenden können
(markieren, zusammenfassen). Der Ausschnitt von Fachtext 1 ist von den Strukturen her für die Schüle-
rin/den Schüler leicht verständlich, das Passiv und Nebensatzkonstruktionen kommen nicht häufig vor.
Es dominieren einfache Hauptsätze, an den Fachwortschatz muss die Schülerin/der Schüler jedoch
herangeführt werden. Der Ausschnitt von Fachtext 2 zeigt eine Umlegung der fachlichen Inhalte in eine
sehr ansprechende und sprachlich einfachere Form, die es der Schülerin/dem Schüler erleichtert, die
fachlichen Inhalte zu erfassen. Die Erfüllung der Aufgaben ist, z. T. mit Unterstützung, möglich.
36 Sprachsensibler Unterricht und USB Daz
Für das Thema Mathematik werden je ein Praxisheft für die Grundstufe (ÖSZ-Praxisheft 22) und für
die Sekundarstufe (ÖSZ-Praxisheft 28) zur Verfügung gestellt (Download unter [Link]/sprach-
sensiblerunterricht/main_02.php).
Literaturverzeichnis 37
Literaturzverzeichnis
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arb. u. erw. Aufl.). Baltmannsweiler: Schneider.
Bausch, K.-R., Christ, H. & Krumm, H.-J. (Hrsg.). (2003). Handbuch Fremdsprachenunterricht (UTB
8042/8043) (4., vollst. neu bearbeitete Aufl.). Tübingen: Francke.
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der deutschen Sprache. In H. Rösch (Hrsg.), Deutsch als Zweitsprache. Sprachförderung. Grundla-
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