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BASt B 78

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Bemessung von

Wellstahlbauwerken

Berichte der
Bundesanstalt für Straßenwesen
Brücken- und Ingenieurbau Heft B 78
Sachstand
Bemessung von
Verstärkungsverfahren
Wellstahlbauwerken
– Verstärken
Vergleich nach den bisherigen
von Betonbrücken im
und den neuen Richtlinien
Bestand
von

Ulrike Kuhlmann
Hans-Peter Günther
Wolfgang Krauss

Ingenieurbüro für Stahlbau und Schweißtechnik


von
Bürogemeinschaft Kuhlmann Gerold Günther Eisele
Ostfildern
Martina Schnellenbach-Held
Michael Peeters
Frank Scherbaum

Universität Duisburg-Essen
Fakultät Ingenieurwissenschaften
Institut für Massivbau

Berichteder
Berichte der
Bundesanstalt
Bundesanstalt fürfür Straßenwesen
Straßenwesen
Brücken-
Brücken- undund Ingenieurbau Heft
Ingenieurbau HeftBB75
78
Die Bundesanstalt für Straßenwesen
veröffentlicht ihre Arbeits- und Forschungsergebnisse
in der Schriftenreihe Berichte der
Bundesanstalt für Straßenwesen. Die Reihe
besteht aus folgenden Unterreihen:

A - Allgemeines
B - Brücken- und Ingenieurbau
F - Fahrzeugtechnik
M - Mensch und Sicherheit
S - Straßenbau
V - Verkehrstechnik

Es wird darauf hingewiesen, dass die unter


dem Namen der Verfasser veröffentlichten
Berichte nicht in jedem Fall die Ansicht des
Herausgebers wiedergeben.
Nachdruck und photomechanische Wiedergabe,
auch auszugsweise, nur mit Genehmigung
der Bundesanstalt für Straßenwesen,
Stabsstelle Presse und Öffentlichkeitsarbeit.
Die Hefte der Schriftenreihe Berichte der
Bundesanstalt für Straßenwesen können
direkt beim Wirtschaftsverlag NW,
Verlag für neue Wissenschaft GmbH,
Bgm.-Smidt-Str. 74-76,
D-27568 Bremerhaven,
Telefon: (04 71) 9 45 44 - 0, bezogen werden.

Über die Forschungsergebnisse und ihre


Veröffentlichungen wird in Kurzform im
Informationsdienst Forschung kompakt berichtet.
Dieser Dienst wird kostenlos abgegeben;
Interessenten wenden sich bitte an die
Bundesanstalt für Straßenwesen,
Stabsstelle Presse und Öffentlichkeitsarbeit.
Impressum
Bericht zum Forschungsprojekt
FE 15.462/2008/FRB: Vergleichende Berechnung von Wellstahlbauwerken
nach den bisherigen und neuen Bemessungsrichtlinien

Projektbetreuung
Jürgen Blosfeld
Thomas Mayer

Herausgeber
Bundesanstalt für Straßenwesen
Brüderstraße 53, D-51427 Bergisch Gladbach
Telefon: (0 22 04) 43 - 0
Telefax: (0 22 04) 43 - 674

Redaktion
Stabsstelle Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Druck und Verlag


Wirtschaftsverlag NW
Verlag für neue Wissenschaft GmbH
Postfach 10 11 10, D-27511 Bremerhaven
Telefon: (04 71) 9 45 44 - 0
Telefax: (04 71) 9 45 44 77
Email: [email protected]
Internet: www.nw-verlag.de

ISSN 0943-9293
ISBN 978-3-86918-135-6
Bergisch Gladbach, Mai 2011
3

Kurzfassung – Abstract fangreichen Vergleichsberechnungen an unter-


schiedlichen Einbausituationen von Wellstahlbau-
werken, anhand derer die Auswirkungen der Re-
Bemessung von Wellstahlbauwerken gelwerksumstellung aufgezeigt wurden. Ergänzend
Bei Wellstahlbauwerken handelt es sich um wirt- zu diesen Vergleichsberechnungen wurden sepa-
schaftliche und dauerhafte Ingenieurbauwerke für rate Untersuchungen zum Nachweis der Schrau-
die Unterführung von Verkehrswegen, die sich seit benverbindung und zum Nachweis am Schräg-
Jahrzehnten in der Anwendung bewährt haben. schnitt durchgeführt. Ferner wurde in Form von
Hierbei werden wellprofilierte biegeweiche Stahl- Stabwerksberechnungen nach Theorie II. Ordnung
rohre in den Boden eingebettet und als Unterfüh- noch das Stabilitäts- und Beanspruchungsverhal-
rungsbauwerke benutzt. Die Lastabtragung der ten von Wellstahlbauwerken mit großen Spannwei-
eingebetteten biegeweichen Stahlrohre basiert auf ten untersucht.
einer Interaktion der Rohrschale mit dem umge- Auf Grundlage der durchgeführten Untersuchun-
benden Boden und erfolgt deshalb hauptsächlich gen und Vergleichsberechungen konnten für Well-
in Ringrichtung. bauwerke nachfolgende wesentliche Erkenntnisse
Die Bemessung von Wellstahlbauwerken erfolgt in und Empfehlungen für die weitere Überarbeitung
Deutschland derzeit gemäß den Allgemeinen des Regelwerks abgeleitet werden:
Rundschreiben Straßenbau (ARS) Nr. 20/1997 und  Mit Ausnahme des Nachweises „Durchschlagen
Nr. 12/1998. Die darin aufgeführten Bemessungs- des Bauwerksscheitel für h/s < 0,7“ führt die
regeln stammen aus den 70iger Jahren und basie- vorgenommen Umstellung des Nachweiskon-
ren auf der Veröffentlichung (KLÖPPEL & GLOCK, zepts zu keinen wesentlichen Änderungen des
1970). Diese Bemessungsregeln beruhen jedoch Sicherheitsniveaus. Für diesen Nachweis wird
noch auf dem damals üblichen Globalsicherheits- empfohlen, auch zukünftig das höhere Sicher-
konzepts für die Nachweisführung und genügen heitsniveau für gedrungene Querschnittsformen
nicht mehr den Anforderungen der neuen europäi- mit h/s < 0,7 aufrecht zu erhalten.
schen Normengenerationen deren Sicherheitsphi-
losophie auf dem Teilsicherheitskonzept beruht.  Die Anpassung bzw. Erhöhung der Verkehrs-
last von 45 kN/m2 auf 65 kN/m2 führt mit Aus-
Im Zuge der nationalen Einführung der europäi- nahme des Nachweises „Grundbruch im Schei-
schen Bemessungsnormen (Eurocodes) im Stra- tel“ lediglich zu einer effektiven Vergrößerung
ßenbau in Form der DIN-Fachberichte werden der- der Beanspruchung von max. 13%. Dies be-
zeit auch die bestehenden Bemessungsrichtlinien gründet sich in erster Linie durch den Wegfall
für Wellstahlbauwerke überarbeitet und sollen zu- des Schwingbeiwertes im neuen Regelwerk.
künftig in die Zusätzlichen Technischen Vertrags-
bedingungen und Richtlinien für Ingenieurbauten  Bezüglich der Schraubenverbindung wird emp-
(ZTV-ING, Teil 9, Abschnitt 4) aufgenommen wer- fohlen, die Festlegung der Tragfähigkeit gemäß
den. Neben allgemeinen Änderungen und Anpas- den europäisch harmonisierten Regeln in
sungen der Einwirkungen wird bei der Überarbei- DIN EN 1990:2002 durchzuführen.
tung hinsichtlich der Bemessung hauptsächlich die  Beim Nachweis „Grundbruch im Scheitel“
Umstellung der Nachweise vom Globalsicherheits- kommt es infolge der Umstellung des Regel-
konzept auf das Teilsicherheitskonzept vollzogen. werks zu größeren Änderungen des Sicher-
Durch diese Überarbeitung der bestehenden Richt- heitsniveaus, das in erster Linie das Ergebnis
linien für Wellstahlbauwerke werden im Hinblick der Nachweisführung selbst und der Lastan-
auf die Bemessung von Wellstahlbauwerken we- passung ist. Will man wie bei allen anderen
sentliche Änderungen herbeigeführt, die eine ge- Nachweisen, das bestehende Sicherheitsni-
nauere Betrachtung und ggf. Anpassung der Be- veau beim Übergang vom alten ins neue Re-
messungsrichtlinien erfordern. gelwerk weitestgehend aufrecht erhalten, so
Im Rahmen dieses Forschungsvorhabens wurde sind weitere Maßnahmen erforderlich.
daher auf Grundlage von vergleichenden Betrach-  Es wird empfohlen den im alten Regelwerk
tungen die Anwendung der neuen Bemessungs- festgelegten Anwendungsbereich bzgl. der
richtlinien für Wellstahlbauwerke erprobt, sowie Spannweite und der Überdeckung auch im
das vorliegende Sicherheitsniveau im Vergleich zu neuen Regelwerk bei zu behalten.
den bisher bestehenden Bemessungsrichtlinien für
Wellstahlbauwerke überprüft.
Der Schwerpunkt der durchgeführten Untersu-
chungen lag daher auf der Durchführung von um-
4

Design of corrugated steel culverts bolt connection and the verification at the inclined
side-cut of the culverts are included. Moreover, se-
Corrugated steel culverts have been approved to cond order analysis based on a typical framework
be economic and durable steel structures for the software have been performed in order to check
undercrossing of roads and highways during the the stability of the pipe’s crown and to the get an
last decades of years. Corrugated steel culverts impression on the overall stress behaviour in the
are built up from corrugated steel elements em- culvert during backfilling and under the design
bedded in the earth and used for several types of loads.
underground crossings. Their load carrying behav- Based on these investigations, the following find-
iour is characterized by an interaction of the flexi- ings and recommendations could be drawn which
ble steel culvert with the surrounding soil material. might be considered for the review of the design
In Germany, the design of corrugated steel culverts rules for corrugated steel culverts:
is currently regulated by the Allgemeinen Rund-  Except of the stability limit state at the pipe’s
schreiben Straßenbau (ARS) Nr. 20/1997 und crown for h/s < 0.7, the change of the overall
Nr. 12/1998, published by the Federal Ministry of design concept towards the state of the art par-
Transportation. The design rules included in these tial safety concept indicated no significant
th
documents go back to the 1970 and are based on changes within the overall safety level. For this
the publication of (KLÖPPEL & GLOCK, 1970). limit state it is therefore recommended to keep
These rules are based on the formerly used so the higher safety requirements for h/s < 0.7 as
called global safety concept, which is not in line given in the old design recommendations, be-
with the basis of design as given in the European cause of the absence of more details investiga-
harmonized structural codes that comprises a safe- tions on this subject.
ty concept which uses partial safety factors.
 The implementation of the new traffic load,
Within the implementation process of the common characterized by an increase from 45 kN/m as
2

European structural codes (Eurocodes) for high- 2


originally used, towards 65 kN/m results only in
way bridges, in form of the so called DIN- an effective rise of the total stress of max. 13%.
Fachberichte, it is intended by the Federal High- This moderate increase is a result of the disap-
way Research Institute to adapt also the design pearance of the dynamic amplification factor in
rules for corrugated steel culverts to the general the new traffic load standard.
requirements given in these structural Eurocodes
and to publish them by the Zusätzlichen Tech-  With regard to the limit state of the bolt connec-
nischen Vertragsbedingungen und Richtlinien für tions, it is recommended to determine the resis-
Ingenieurbauten (ZTV-ING, Teil 9, Abschnitt 4). tance value for the bolt connection based on
The revision of the existing design rules for corru- the procedure given in the harmonized Euro-
gated steel culverts towards the harmonized Euro- code EN 1990:2002.
pean requirements primarily comprises a change  For the soil failure limit state at the pipe’s crown
of the design rules by an implementation of the the revision of the design recommendations
partial safety concept instead of the old global lead to a significant change within the safety
safety concept and additionally the adaption of the level. This is primarily a result of the general
traffic loads acting on the culverts. Through this re- verification procedure itself and the rise of the
vision the existing design rules for corrugated steel traffic loads. Further revision is therefore rec-
culverts undergo several major modifications, ommend in order to maintain the overall safety
which require a more detailed investigation of the level as originally intended.
whole revision in order the point out and highlight
possible changes of the overall safety level.  Because of the lack of more detailed investiga-
tions and the increasing total stress in the steel
The research work documented in this document culverts for higher span length and under high
therefore focus on a complete check of the modifi- cover it is recommended to keep the range of
cations which were done through the revision of application as given in the old version, which
the design rules for corrugated steel culverts. proved to give a sufficient level of safety during
In order to do so, the research work comprise ex- the last decades.
tensive comparative calculations for different built
in corrugated steel culverts with the aim to demon-
strate and point out the final impact as a result of
the adaption of the design rules. In addition to the-
ses comparative calculations, investigations on the
5

Inhalt 3.4.8 Grundbruchnachweise im Sohlbereich ......29


3.5 Konstruktive Änderungen...........................29
1 Einleitung ................................................... 7 3.5.1 Mindestüberdeckung hü.min .........................29
1.1 Allgemeines................................................. 7 3.5.2 Mindestblechdicke tmin................................30
1.2 Problemstellung und Zielsetzung ................ 7 4 Vergleichende Berechnungen an
1.3 Vorgehensweise und Grundlagen............... 7 Wellstahlbauwerken ................................30
4.1 Einleitung ...................................................30
2 Wellstahlbauwerke und deren
Tragverhalten............................................. 8 4.2 Auswahl des Parameterfeldes ...................30
2.1 Wellstahlbauwerke ...................................... 8 4.2.1 Parameter ..................................................30
2.1.1 Begriffsdefinition und Einsatzbereiche ........ 8 4.2.2 Voruntersuchungen....................................30
2.1.2 Wellung ....................................................... 8 4.2.3 Festlegung des Parameterbereichs...........31
2.1.3 Querschnitt .................................................. 8 4.3 Vergleichsvarianten, Vergleichskenn-
größen und Berechnungsannahmen .........33
2.2 Tragverhalten .............................................. 9
4.3.1 Vergleichsvarianten ...................................33
2.2.1 Tragwirkung................................................. 9
4.3.2 Vergleichskenngröße .................................33
2.2.2 Traglastgrenzen ........................................ 10
4.3.3 Berechnungsannahmen.............................33
2.2.3 Durchschlagen des Bauwerksscheitels..... 11
4.4 Allgemeingültige Vergleichs-
2.2.4 Versagen der Schraubenverbindung ........ 13
betrachtungen ............................................34
2.2.5 Biegebruch beim Hinterfüllen .................... 13
4.4.1 Allgemein ...................................................34
2.2.6 Grundbruch im Scheitelbereich................. 14
4.4.2 Vergleich der Berechnungsvarianten
2.2.7 Grundbruch im Sohlbereich ...................... 17 „Alt“ mit „Neu“.............................................35
2.3 Zuordnung des Tragverhaltens zu 4.4.3 Vergleich der Berechnungsvarianten
Querschnittsformen ................................... 18 „AN“ mit „Neu“............................................36
3 Bemessung von Wellstahlbauwerken... 18 4.5 Berechnungsergebnisse ............................37
3.1 Regelwerkssituation .................................. 18 4.5.1 Allgemeines ...............................................37
3.2 Sicherheitskonzept .................................... 18 4.5.2 Ergebnisse des Standardbeispiels ............37
3.2.1 Globalsicherheitskonzept .......................... 18 4.5.3 Einfluss der Änderung der
3.2.2 Konzept der Teilsicherheitsbeiwerte ......... 19 Mindestblechdicke .....................................39
3.2.3 Anpassung des Sicherheitskonzeptsbei 4.5.4 Durchschlagen des Bauwerksscheitels .....40
der Bemessung von Wellstahlbauwerken . 20 4.5.5 Bruch der Schraubenverbindung ...............41
3.3 Einwirkungen / Lastannahmen.................. 20 4.5.6 Biegebruch beim Hinterfüllen.....................41
3.3.1 Einleitung................................................... 20 4.5.7 Grundbruch im Scheitelbereich .................41
3.3.2 Verkehrslasten nach DIN 1072:1985 4.5.8 Grundbruch im Sohlbereich .......................44
(Altes Regelwerk) ...................................... 20 4.5.9 Zusammenfassung der
3.3.3 Verkehrslasten nach DIN-Fach- Vergleichsberechnungen ...........................44
bericht 101:2009 (Neues Regelwerk)........ 21
5 Nachweis der Schraubenverbindung ....47
3.3.4 Ständige Einwirkung aus der
5.1 Einleitung ...................................................47
Überdeckung ............................................. 22
5.2 Schraubenverbindungen bei
3.3.5 Scheiteldruck............................................. 22
Wellstahlbauwerken...................................47
3.3.6 Vergleich der Einwirkungen/
5.2.1 Schraubenbild ............................................47
Lastannahmen........................................... 23
5.2.2 Schraubenverbindung, -garnitur und
3.4 Änderungen der Bemessung .................... 24
-werkstoff....................................................47
3.4.1 Einleitung................................................... 24
5.3 Tragfähigkeit und Bemessung von
3.4.2 Anwendungsgrenze................................... 24 Schraubenverbindungen............................48
3.4.3 Werkstoff / Streckgrenze der 5.3.1 Tragfähigkeit von Schrauben-
Stahlblechelemente................................... 24 verbindungen .............................................48
3.4.4 Durchschlagen des Bauwerksscheitels..... 25 5.3.2 Bemessung nach DIN EN 1993-1-8
3.4.5 Bruch der Schraubenverbindung .............. 25 (Eurocode 3 Teil 1-8) .................................48
3.4.6 Biegebruch beim Hinterfüllen .................... 26 5.4 Statistische Auswerteverfahren nach
3.4.7 Grundbruch im Scheitelbereich................. 27 DIN EN 1990..............................................49
6

5.4.1 Allgemeines ............................................... 49 7.6 Untersuchungen am Maulprofil MA8


5.4.2 Statistische Bestimmung einer (Standardbeispiel) ......................................65
einzelnen Eigenschaft ............................... 49 7.6.1 Allgemeines................................................65
5.4.3 Statistische Bestimmung eines 7.6.2 Berechnungsergebnisse ............................65
Widerstandsmodells .................................. 50 7.7 Untersuchungen am flachen Maul-
5.5 Versuchsergebnisse zur profil MB24 .................................................67
Schraubentragfähigkeit ............................. 50 7.7.1 Allgemeines................................................67
5.5.1 Allgemeines ............................................... 50 7.7.2 Berechnungsergebnisse ............................67
5.5.2 Versuchskörper, Versuchsaufbau und 7.8 Untersuchungen am Unterführungs-
Versuchsparameter ................................... 50 profil UH35 .................................................69
5.5.3 Versuchsergebnisse.................................. 51 7.8.1 Allgemeines................................................69
5.6 Auswertung der Versuchsergebnisse 7.8.2 Berechnungsergebnisse ............................69
nach altem Regelwerk............................... 53 7.9 Zusammenfassung der Ergebnisse ...........71
5.7 Auswertung der Versuchsergebnisse
nach DIN EN 1990 .................................... 53 8 Zusammenfassung und Ausblick...........72
5.7.1 Allgemeines ............................................... 53 8.1 Allgemeines................................................72
5.7.2 Statistische Auswertung: Bestimmung 8.2 Ergebnisse der Vergleichsberechungen ....72
einer Einzeleigenschaft ............................. 53 8.3 Empfehlung für die weitere Über-
5.7.3 Statistische Auswertung: Bestimmung arbeitung des Regelwerks .........................76
eines Widerstandsmodells ........................ 55 8.4 Schlussbemerkung und Ausblick ...............77
5.8 Auswirkungen der Ergebnisse auf die 9 Literatur.....................................................77
Bemessung................................................ 56 9.1 Normen und Richtlinien..............................77
5.9 Zusammenfassung Auswertung 9.2 Veröffentlichungen .....................................78
Schraubenversuche .................................. 57
10 Danksagung..............................................79
6 Nachweis am Schrägschnitt................... 58
6.1 Einleitung................................................... 58 Anhang 1 .............................................................80
6.2 Bemessung der Schrägschnitte nach Zusammenstellung Vergleichsberechnungen 80
Regelwerk.................................................. 58 Anhang 2 .............................................................95
6.3 Nachweisverfahren in der Praxis............... 58 Berechnungsbeispiel Standardprofil MA8.......95
6.3.1 Allgemeines ............................................... 58
6.3.2 Nachweis am Schrägschnitt nach Schriftenverzeichnis …………………………...108
(GLOCK, 1974).......................................... 58
6.3.3 Nachweis am Schrägschnitt nach
(FEDER, 1984) .......................................... 59
6.4 Vergleich der bestehenden
Nachweisverfahren.................................... 60
6.5 Ergebnisse................................................. 61
7 Stabwerksberechnungen........................ 61
7.1 Einleitung / Anlass..................................... 61
7.2 Modellierung .............................................. 62
7.3 Lastannahmen und Lagerung ................... 62
7.3.1 Belastungen beim Hinterfüllen .................. 62
7.3.2 Belastungen aus Überdeckung und
Verkehr ...................................................... 62
7.4 Berechnungsverfahren und –optionen ...... 63
7.4.1 Berechnungen beim Hinterfüllen ............... 63
7.4.2 Stabilitätsnachweis.................................... 63
7.5 Überprüfung des Berechnungsmodells..... 63
7.5.1 Verformungen und Beanspruchungen
beim Hinterfüllen........................................ 63
7.5.2 Verzweigungslasten .................................. 64
7

1 Einleitung

1.1 Allgemeines

Bei Wellstahlbauwerken handelt es sich um sehr


wirtschaftliche und dauerhafte Ingenieurbauwerke
für die Unterführung von Verkehrswegen, vgl. Bild
1, die sich seit Jahrzehnten in der Anwendung be-
währt haben. Hierbei werden wellprofilierte biege-
weiche Stahlrohre in den Boden eingebettet und
als Unterführungsbauwerke oder Durchlässe für
typische Straßenverkehrswege benutzt. Die Last-
abtragung der eingebetteten biegeweichen Stahl-
rohre basiert auf einer Interaktion der Rohrschale
mit dem umgebenden Boden und erfolgt deshalb
hauptsächlich in Ringrichtung.
Bild 1. Typisches Wellstahlbauwerk als Verkehrswegunter-
Die Bemessung von Wellstahlbauwerken erfolgt in führung
Deutschland derzeit gemäß den Allgemeinen
Rundschreiben Straßenbau (ARS) Nr. 20/1997 und
1.2 Problemstellung und Zielsetzung
Nr. 12/1998. Die darin aufgeführten Bemessungs-
regeln stammen aus den 70iger Jahren und basie-
Durch die Überarbeitung der bestehenden Richtli-
ren auf der Veröffentlichung (KLÖPPEL & GLOCK,
nien für Wellstahlbauwerke durch die BASt-
1970). Diese, in den ARS vorgenommene Aufbe-
AG 2.1.1 werden im Hinblick auf die Bemessung
reitung der in (KLÖPPEL & GLOCK, 1970) doku-
von Wellstahlbauwerken wesentliche Änderungen
mentierten Untersuchungen erlauben eine einfa-
herbeigeführt, die eine genauere Betrachtung und
che Bemessung und Anwendung der Bauweise
ggf. Anpassung der Bemessungsrichtlinien erfor-
auch von Firmen und Tragwerksplanern, die über
dern. Ziel der Untersuchungen ist es daher, durch
keine Spezialkenntnisse im Bereich der Bodenme-
vergleichende Betrachtungen und Berechnungen
chanik und der Schalentragtheorie verfügen. Die
die Anwendung der neuen Bemessungsrichtlinien
Bemessungshilfen beruhen jedoch auf experimen-
für Wellstahlbauwerke zu erproben sowie das da-
tellen und theoretischen Untersuchungen aus den
bei vorliegende Sicherheitsniveau im Vergleich zu
70iger Jahren unter Anwendung des damals noch
den bisher bestehenden Bemessungsrichtlinien für
üblichen Globalsicherheitskonzepts sowohl für die
Wellstahlbauwerke festzustellen, dabei auftretende
Nachweisführung im Stahlbau als auch im Grund-
Fragen bezüglich der Anwendung der neuen Re-
bau und genügen nicht mehr den Anforderungen
geln zu klären und auf Grundlage dieser Untersu-
der neuen europäischen Normengenerationen de-
chungen Vorschläge auszuarbeiten, um bei wei-
ren Sicherheitsphilosophie auf dem Teilsicher-
testgehend gleichbleibendem Sicherheitsniveau im
heitskonzept beruht.
Rahmen der neuen Bemessungsrichtlinien auch
Im Zuge der nationalen Einführung der europäi- zukünftig wirtschaftliche Wellstahlbauwerke be-
schen Bemessungsnormen (Eurocodes) im Stra- messen und bauen zu können.
ßenbau in Form der DIN-Fachberichte werden der-
Das durchgeführte Forschungsvorhaben wurde
zeit auch die bestehenden Bemessungsrichtlinien
vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und
für Wellstahlbauwerke überarbeitet und sollen zu-
Stadtentwicklung (BMVBS), vertreten durch die
künftig in die Zusätzlichen Technischen Vertrags-
Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), beauf-
bedingungen und Richtlinien für Ingenieurbauten
tragt.
ZTV-ING, Teil 9, Abschnitt 4 aufgenommen wer-
den. Die Überarbeitung der Bemessungsrichtlinien
für Wellstahlbauwerke wird daher seit dem Jahr 1.3 Vorgehensweise und Grundlagen
2007 durch die Arbeitsgruppe BASt-AG 2.1.1
„Wellstahlbauwerke“ vorgenommen. Neben allge- Zur Beurteilung und Darstellung der Veränderun-
meinen Änderungen und Anpassungen der Einwir- gen durch die Anpassung der neuen Bemessungs-
kungen wird im Rahmen der Überarbeitung hin- richtlinien für Wellstahlbauwerke wird zunächst in
sichtlich der Bemessung hauptsächlich die Umstel- Kapitel 2 das allgemeine Tragverhalten von bie-
lung der Nachweise vom Globalsicherheitskonzept geweichen in den Boden eingebetteten Wellstahl-
auf das Teilsicherheitskonzept vollzogen. rohre aufgezeigt. In Kapitel 3 werden die beste-
8

henden und zukünftigen Bemessungsrichtlinien Wellstahlbauwerke werden hauptsächlich im Stra-


gegenübergestellt und verglichen. Im Anschluss ßen-, Brücken-, und Wasserbau für die Unterfüh-
daran werden in Kapitel 4 für ein festgelegtes Pa- rung von Fußgängerwegen, Bächen, Flüssen oder
rameterfeld aus 59 unterschiedlichen Wellstahl- Wilddurchlässen eingesetzt.
bauwerken allgemeine Vergleichsberechnungen
durchgeführt sowie deren Ergebnisse und Ursa- 2.1.2 Wellung
chen dargelegt. Daran anschließend werden in
den Kapiteln 5 – 6 zu speziellen Themen: Schrau- Die Herstellung der einzelnen Stahlblechelemente
benverbindungen und Schrägschnitte weitere erfolgt im Werk durch Kaltumformung ebener
Sonderbetrachtungen vorgenommen. In Kapitel 7 Stahlbleche in die in Bild 2 dargestellte Standard-
werden schließlich an Hand von einfachen Stab- Wellung 200 x 55 mit einer Wellenlänge von
werksberechnungen ergänzende Untersuchungen 200 mm, einem Stich von 55 mm und einem inne-
zur allgemeinen Beanspruchungssituation von ren Biegeradius von 53 mm. Als Werkstoffe kom-
Wellstahlbauwerken sowie zur Stabilität durchge- men in aller Regel unlegierte Baustähle der Stahl-
führt. Kapitel 8 fasst die Ergebnisse zusammen sorte S235JR gemäß DIN EN 10025 zur Anwen-
und schließt mit einem Ausblick. dung. Die Blechdicke variiert im Bereich von
t = 2,75 mm – 7,0 mm. In Einzelfällen ist auch eine
Im Anhang 1 zum Bericht sind die Ergebnisse der
maximale Blechdicke von t = 8 mm möglich. Tab. 1
Vergleichsberechnungen des Kapitels 4 im Detail
enthält für eine Auswahl von typischen Blechdi-
zusammengestellt. Im Anhang 2 zum Bericht sind
cken eine Zusammenstellung der maßgebenden
exemplarisch für ein konkretes Anwendungsbei-
statischen Querschnittskennwerte.
spiel die einzelnen Nachweise bei der Bemessung
von Wellstahlbauwerken gemäß den bestehenden
2.1.3 Querschnitt
Richtlinien und zukünftigen Richtlinien aufgezeigt.
Sämtliche im Rahmen dieses Berichts durchge- Bei Wellstahlbauwerken unterscheidet man je nach
führten Berechnungen und Untersuchungen basie- Anwendungs- und Einsatzgebiet nachfolgende fünf
ren auf nachfolgenden Regelwerken: Querschnitte, vgl. auch Bild 3:
 Altes Regelwerk:  Kreisprofil
ARS 20/97, ARS 12/98 und (KLÖPPEL &
 Maulprofil
GLOCK, 1970)
 Unterführungsprofil
 Neues Regelwerk:
Entwurf ZTV-ING, Teil 9, Abschnitt 4 vom  Ellipsenprofil und
04.11.2009 inklusive Entwurf Anhang A zu
 Bogenprofil.
ZTV-ING Teil 9-4 vom 28.10.2009 ausgearbei-
tet von der BASt-AG 2.1.1 Die wesentlichen Kenngrößen für den praktischen
Einsatz sind die Spannweite s und die Höhe h. Bei
Alle in diesem Bericht gewählten Begriffsbestim-
den Maul- und Unterführungsprofilen wird im All-
mungen und Bezeichnungen orientieren sich am
gemeinen noch zwischen einer flachen und einer
neuen Regelwerk.
hohen Querschnittsform unterschieden.

2 Wellstahlbauwerke und deren


Tragverhalten

2.1 Wellstahlbauwerke

2.1.1 Begriffsdefinition und Einsatzbereiche

Wellstahlbauwerke sind biegeweiche, stählerne in


den Boden eingebettete Bauwerke. Sie werden Bild 2. Querschnittsprofil der Standard-Wellung 200 x 55
aus gewellten und korrosionsgeschützten Stahl-
blechelementen auf der Baustelle zu verschiede-
nen Querschnittsprofilen in Längs- und Umfang-
richtung verschraubt und danach in verdichtungs-
fähigen Boden eingebettet.
9

Blech- Quer- Träg- Wider- Biege- LER, 1984) dokumentiert. Nachfolgend wird das
dicke schnitts- heits- stands- steifig grundlegende Tragverhalten kurz zusammenge-
fläche moment moment keit fasst.
2 4 3 2
t [mm] A [cm /m] I [cm /m] W [cm /m] EI [kNm /m]
2,75 32,48 124,14 43,05 260,69 Die Lastabtragung eines in den Boden eingebette-
3,25 38,40 147,10 50,54 308,91
ten Rohres erfolgt hauptsächlich in Ringrichtung.
Durch die Wellung der Rohrwandung wird diese
4,00 47,29 181,89 61,66 381,91
Eigenschaft noch verstärkt. Die Lastabtragung in
4,75 56,18 217,08 72,66 455,97 Rohrlängsrichtung kann deshalb im Allgemeinen
5,50 65,09 252,68 83,53 530,63 vernachlässigt werden. Es reicht daher i.d.R. aus,
6,25 74,00 288,69 94,28 606,25 das Rohr als in den Boden eingebetteten Ring-
streifen zu betrachten.
7,00 82,93 325,10 104,90 682,71
8,00 94,72 368,72 117,05 774,40 Nach der Montage, d.h. dem Verschrauben der
einzelnen Fertigteilelemente zum Wellstahlrohr er-
Tab. 1. Statische Kenngrößen der Standard-Wellung folgt das lagenweise Einbringen und Verdichten
200 x 55 für Wellstahlbauwerke
des Rohres mit dem Hinterfüllmaterial. Beim Hin-
Kreisprofil Maulprofil
terfüllen müssen die in diesem Lastzustand im
Wesentlichen horizontal wirkenden Erddrücke über
den nur geringen Biegewiderstand des Rohres ab-
r1 getragen werden. Bereits in diesem Stadium ent-
r1 stehen dadurch große Biegemomente in der Rohr-
α1 h schale sowie große Verformungen. Bild 4 zeigt
r2 beispielhaft die Gesamtverformung und Gesamtbe-
r3 lastung eines bis zum Scheitel hinterfüllten Maul-
profils.
s s
Nachdem das Rohr vollständig in den Boden ein-
gebettet ist, kann die für diese Bauweise typische
Ellipsenprofil Unterführungsprofil Lastabtragung erfolgen. Die geringe Biegesteifig-
keit, die das Rohr ohne maßgebenden Boden als
r1
Tragwerk für die vertikale Belastung ungeeignet
r2 erscheinen lässt, ist für das Zusammenwirken des
r1
h α1 h eingebetteten Rohres mit dem umgebenden Bo-
den von großer Bedeutung. Die unter vertikaler
r3
Auflast entstehenden Radialverschiebungen sind
r2
im Scheitelbereich nach innen, und an den Seiten
s
sowie am Sohlbereich nach außen gerichtet. Der
s

Bogenprofil

r1 h
α1

Bild 3. Typische Querschnitte von Wellstahlbauwerken

2.2 Tragverhalten

2.2.1 Tragwirkung

Umfangreiche Untersuchungen zum Tragverhalten


von Wellstahlbauwerken sind u.a. in (KLÖPPEL &
GLOCK, 1970), (WINDELS, 1966), (GLOCK, Bild 4. Verformungen, Belastung und Erdreaktionsdrücke ei-
1971), (FEDER, 1984) (SCHWINN, 1967), (FE- nes bis zum Scheitel hinterfüllten Maulprofils gemäß
DER, 1971), (KIENBERGER, 1975) und (SATT- (KLÖPPEL & GLOCK, 1970)
10

über dem Rohrscheitel liegende Boden folgt dem Rohrumfang wirkende Belastung kommt einer
nachgiebigen Scheitel. Die dadurch ausgelösten Stützlinienbelastung sehr nahe. Im Grenzfall kann
Bodenbewegungen wecken Reibungskräfte im dann die elastisch gebettete Rohrwandung durch
Bodenmaterial, die den Rohrscheitel entlasten, eine elastisch gestützte Gelenkkette ersetzt wer-
während sie den Boden neben dem Rohr zusätz- den.
lich belasten.
Das in den Boden eingebettete, biegeweiche Rohr
Besitzt das, die Rohrwandung umgebende Bo- stellt also ein statisches System dar, bei dem ein
denmaterial elastische Eigenschaften, gekenn- Übergang vom M-N-System zum N-System mög-
zeichnet z.B. durch die Bettungszahl k, dann er- lich ist, ohne dass hierbei durch den Verlust der
zeugen die nach außen gerichteten Radialver- Biegesteifigkeit die Lastabtragung unmöglich ge-
schiebungen des Rohres Erdreaktionsdrücke macht wird. Die bei der Rohrverformung entste-
- auch als passive Erddrücke bezeichnet –, deren henden Biegespannungen können deshalb theore-
Größe proportional zu diesen Radialverschiebun- tisch als Zwängungsspannungen betrachtet wer-
gen ist. Die bei der Verformung entstehenden tan- den. Treten an einigen Stellen der Rohrwandung
gentialen nach unten gerichteten Verschiebungen infolge großer Biegemomente Fließgelenke auf,
der Rohrwandung lassen bei Vorhandensein eines dann ist die kontinuierlich gebettete Rohrwandung
Reibungskoeffizienten zwischen Rohr und Boden bei Bettungsverhältnissen, wie sie bei ausreichend
Tangentialdrücke entstehen, die diesen Verschie- verdichtetem Bodenmaterial vorliegen, auch wei-
bungen entgegenwirken und zur Folge haben, terhin in der Lage, Normalkräfte zu übertragen, da
dass die Normalkraft in der Rohrwandung zur Soh- der Abstand der Fließgelenke nicht unendlich klein
le hin abnimmt. ist. Die Größe der unter Belastung auftretenden
Biegespannungen stellt also kein Maß für die Trag-
Im Gegensatz zum biegesteifen Rohr besitzt das
fähigkeit der eingebetteten biegeweichen Rohr-
biegeweiche, in den Boden eingebettete Rohr die
konstruktionen dar. Eine Dimensionierung der
Eigenschaft sich unter der Belastung soweit zu
Rohre, die auf einer Spannungsberechnung nach
verformen, bis sich am Rohrumfang aus aktiver
Theorie II. Ordnung aufbaut, kann daher der Trag-
Belastung und den durch die Verformung entste-
fähigkeit dieser Rohre nicht gerecht werden.
henden Erdreaktionsdrücken (passiver Erddruck)
angenähert eine Stützlinienbelastung ausbildet,
vgl. Bild 5. Als Maß dafür, inwieweit die sich aus-
bildende Belastung einer Stützlinienbelastung
gleichkommt, kann nachfolgendes Steifigkeitsver-
hältnis α angesehen werden:

EI
α= 4
[−] (1)
k ⋅ r1

mit
EI Biegesteifigkeit der Rohrwandung in [kNm2/m]
k elastischer Bettungsmodul des Bodenmateri-
als in [kN/m3], der aus dem Steifemodul ES
[kN/m2] des Bodens wie folgt ermittelt werden
kann: k = 0,5⋅(ES/r1) Bild 5. Druckverteilung am Umfang eines beigeweichen Roh-
res gemäß (KLÖPPEL & GLOCK, 1970)
r1 Scheitelradius in [m]
Ist das dimensionslose Steifigkeitsverhältnis α sehr 2.2.2 Traglastgrenzen
groß (α ≥ 0,05), dann wird die Rohrverformung im
Wesentlichen durch die Biegesteifigkeit bestimmt Das biegeweiche Rohr erhält seine hohe Tragfä-
und die Ausbildung von Erdreaktionsdrücken in higkeit durch das Zusammenwirken der Rohrscha-
Richtung der Stützlinienbelastung des Rohres wird le mit dem umgebenden Boden. Die Tragfähigkeit
durch die Biegesteifigkeit behindert. Dieser Fall dieses Verbundsystems Wellstahlrohr – Boden ist
liegt bei biegesteifen Rohren vor. Ist hingegen das daher durch mögliche Versagensmechanismen
dimensionslose Verhältnis α sehr klein beider Tragelemente gekennzeichnet. Bei biege-
(α ≤ 0,0001), dann verliert die Biegesteifigkeit des weichen in den Boden eingebetteten Wellstahlroh-
Stahlrohres an Bedeutung, die Rohrverformung ist
primär vom Bettungsmodul abhängig und die am
11

ren werden daher im Allgemeinen nachfolgende duzierten sich somit auf die Berechnung eines ent-
Traglastgrenzen unterschieden: lang der Bogenlinie elastisch gebetteten und in
den Auflagern elastisch gelagerten Bogensystems.
1. Traglastgrenze des Wellstahlrohres
Als Ergebnis dieser Stabilitätsberechnungen ist in
 Durchschlagen des Bauwerksscheitels (KLÖPPEL & GLOCK, 1970) die Durchschlags-
 Bruch der Schraubenverbindung last pSD,k in grafischer Form angegeben, vgl. Bild
8. Entsprechend der Tragwirkung werden die
 Biegebruch beim Hinterfüllen Durchschlagslasten in Abhängigkeit des Steifig-
2. Traglastgrenze des umgebenden Bodens keitsparameters α = (EI/k⋅r14) und des Lastausbrei-
tungsparameters ψB getrennt für Kreis- und Maul-
 Grundbruch im Scheitelbereich profile angegeben.
 Grundbruch im Sohlbereich
pSD,k  EI 
Im Folgenden werden diese Traglastgrenzen in = f  4  [ −] (2)
Anlehnung an (KLÖPPEL & GLOCK, 1970) und k ⋅ r1  k ⋅ r1 
(GLOCK, 1976) aufgezeigt.

2.2.3 Durchschlagen des Bauwerksscheitels


zweiwelliges Durchschlagen
Bei hohen Überdeckungen treten große Normal-
kräfte in der Rohrwandung auf, was zu einer Stabi- einwelliges Durchschlagen
litätsgefahr in Form eines möglichen Durchschla-
gens des Rohrscheitels führt. Die Stabilitätsgrenze
ist einerseits dadurch gekennzeichnet, dass bei
hoher Scheitelbelastung die Scheitelsenkung ei-
nen kritischen Wert annimmt, der zum einwelligen unverformte Rohrwandung
Durchschlagen führt, vgl. Bild 5, andererseits be- verformte Rohrwandung bis vor Erreichen der Durchschlaglast
steht die Möglichkeit des mehrwelligen Durch- verformte Rohrwandung bei Erreichen der Durchschlaglast
schlagens, das eher einem Beulen der Rohrwan-
Bild 6. Instabilitätsformen beim Durchschlagen des Bau-
dung gleichkommt. Beide Instabilitätsformen treten
werksscheitels gemäß (KLÖPPEL & GLOCK, 1970)
miteinander gekoppelt auf und müssen daher zu-
sammen betrachtet werden.
Für die Ermittlung der Durchschlagslasten wählten
(KLÖPPEL & GLOCK, 1970) als aktive Belastung
eine vom Scheitel zu den Seiten hin abnehmende
cosinusförmige Radialbelastung, deren Ausbrei-
tungsbereich bei hohen Überdeckungen durch den
Winkel ψB = 2,36 (135°), vgl. Bild 6, und bei gerin-
gen Überdeckungen im Hinblick auf die Wirkung
von Verkehrslasten mit ψB = 1,57 (90°) festgelegt
wurde. Hinsichtlich der Rohrbettung werden zwei
Bettungsbereiche unterschieden: ein unterer Be-
reich mit nach außen gerichteten Rohrverschie-
bungen und ein oberer Bereich mit nach innen ge-
richteten Verschiebungen. Weiterhin wird die
Rohrverformung des oberen Bereichs aufgeteilt in
bettungsunwirksame (einwellige Sinusfunktion)
und bettungswirksame (mehrwellige Sinusfunktion)
Rohrverformungen.
Bei der statischen Modellbildung und Systembe-
rechnung wurde der durchschlagsgefährdete obe-
re Rohrbereich in den Verformungsnullpunkten der
Radialverschiebung von dem unteren getrennt und
gesondert betrachtet, vgl. Bild 7. Die Wirkung des
Bild 7. Statisches System der Durchschlagsberechnungen
unteren Bereiches wurde durch Ersatzfedern be- gemäß (KLÖPPEL & GLOCK, 1970)
rücksichtigt. Die Durchschlagsuntersuchungen re-
12

Bild 8. Durchschlagslasten pSD,k für Kreis- und Maulprofile gemäß (KLÖPPEL & GLOCK, 1970) und Anhang A gemäß (ZTV-ING
Teil 9-4, 2009)

Bild 9. Kritische Normalkräfte ND,k für den Nachweis der Schraubenverbindung bei Kreis- und Maulprofilen gemäß (KLÖP-
PEL & GLOCK, 1970) und Anhang A gemäß (ZTV-ING Teil 9-4, 2009)
13

2.2.4 Versagen der Schraubenverbindung Beim lagenweisen Hinterfüllen muss das Rohr in
der Lage sein, die primär horizontal wirkenden
Neben dem Durchschlagen des Bauwerksscheitels Erddrucklasten über den geringen Biegewider-
ist beim Stahlrohr auch ein Versagen durch Bruch stand abzutragen. Bild 10 zeigt die beim Hinterfül-
der Schraubenverbindung möglich. len auf das Rohr wirkenden Teilbelastungen inklu-
sive den zughörigen Bettungsbereichen in Anleh-
Die Tragfähigkeit der Schraubenverbindung wurde
nung an die statische Modellierung nach (KLÖP-
von unterschiedlichen Herstellern in Form von ex-
PEL & GLOCK, 1970). Bedingt durch das lagen-
perimentellen Untersuchungen ermittelt und ist in
weise Einbringen und Verdichten der Hinterfüllung
Traglasttabellen in Abhängigkeit der Blechdicke t
ändert sich in den Bereichen wo die Rohrwandung
und der Anzahl der Schrauben nS angegeben, vgl.
nach außen gedrückt wird und sich gegen das
auch Abschnitt 5.
vorhandene Erdreich abstützt die Größe der elasti-
Für die Bemessung der Schraubenverbindung wird schen Bettung. Da die Größe mit der Hinterfül-
als maßgebende Einwirkung die kritische Normal- lungshöhe variiert, liegt ein statisches System mit
kraft ND,k kurz vor dem Durchschlagen des Bau- veränderlichen Randbedingungen vor. Die endgül-
werksscheitels angenommen. Diese kritische Nor- tige maximale Beanspruchung beim Hinterfüllen
malkraft ist in (KLÖPPEL & GLOCK, 1970) eben- ergibt sich dann durch entsprechende Aufsummie-
falls in grafischer Form, vgl. Bild 9, und in Abhän- rung der Ergebnisse der einzelnen Teilsystembe-
gigkeit des Steifigkeitsparameters α = (EI/k⋅r14) an- trachtungen.
gegeben.
Bild 11 zeigt exemplarisch für ein Maulprofil mit
einem Scheitelradius von r1 = 3 m die Biege- und
ND,k  EI 
2
= f  4  [ −] (3) Normalkraftbeanspruchung sowie die Bettungs-
k ⋅ r1  k ⋅ r1  kräfte für drei unterschiedliche Anschüttniveaus
(H = 1,74 m, 3,61 m und 4,47 m). Das maximale
2.2.5 Biegebruch beim Hinterfüllen Biegemoment tritt unmittelbar im Scheitelbereich
auf und beträgt im vorliegenden Fall
Während sich die vorab genannten Traglastgren- M16 = 14,7 kNm/m. Die maximale Normalkraft im
zen auf das vollkommen eingebettete Rohr bezie- Sohlbereich ergibt sich zu N = 88,2 kN/m. Beim
hen, stellt der mögliche Biegebruch beim Hinterfül- Hinterfüllen kommt es zu einer Scheitelhebung von
len einen temporäre Traglastgrenze während des 9,5 cm.
Bauzustandes dar.

Bild 10. Beim Hinterfüllen wirkende Teilbelastungen mit den zugehörigen wirksamen Bettungsbereichen gemäß (KLÖP-
PEL & GLOCK, 1970)
14

Bild 12. Kompensierung der Scheitelhebungen beim Hinterfül-


Bild 11. Beanspruchungen beim Hinterfüllen am Beispiel ei- len durch Auflast, Quelle: Voestalpine Krems Final-
3
nes Maulprofils mit r1 = 3 m, γ = 20 kN/m , K = 0,5, technik GmbH
3 2
k = 3.333 kN/m und EI = 574 kNm /m gemäß (KLÖP-
PEL & GLOCK, 1970) 2.2.6 Grundbruch im Scheitelbereich

In (KLÖPPEL & GLOCK, 1970) durchgeführte Pa- Bei Wellstahlbauwerken mit geringer Überdeckung
rameteruntersuchungen an unterschiedlichen besteht grundsätzlich die Gefahr eines möglichen
Querschnittsformen und unter Variation einzelner Grundbruchs im Scheitelbereich, vgl. Bild 13. Die-
Bodenkennwerte haben ergeben, dass für die Be- ser Bruch ist dadurch gekennzeichnet, dass nach
messung der Wellstahlrohre für Beanspruchungen Erschöpfen des seitlichen Erdwiderstandes und
beim Hinterfüllen bei einem Erddruckbeiwert von nach Erschöpfen des Biegewiderstandes der
K = 0,5 nachfolgende maximale Biegemomente Rohrwandung der seitliche Boden unter Bildung
zugrunde gelegt werden können: von Gleitfugen ausbricht und das Rohr einstürzt.
Bei symmetrischer Belastung bilden sich insge-
3 samt 3 Bruchkörper: zwei seitliche Bruchkörper 
max M = fM ⋅ r1 [kNm/m] (4)
die nach oben ausweichen, und ein mittlerer
Bruchkörper  der sich nach unten verschiebt.
mit
Weitere Untersuchungen zeigten aber, dass au-
fM = 1,60 [kNm/m4], Momentenfaktor für Kreisprofile ßermittig wirkende Oberflächenlasten ungünstigere
fM = 0,55 [kNm/m4], Momentenfaktor für Maulprofile Werte ergeben, weshalb bei der Bemessung
grundsätzlich eine halbseitige Belastung über dem
r1 Scheitelradius in [m] Bauwerksscheitel angenommen wird.
Ausgehend von der in Gleichung (4) ermittelten Bei der außermittigen Belastung kann der Boden
maximalen Biegebeanspruchung beim Hinterfüllen nur dann ausbrechen, wenn nach Erreichen des
erfolgt die Bemessung in Form eines Spannungs- Erdwiderstandes auch die durch den Biegewider-
nachweises unter Zugrundelegung elastischer stand des Rohres gegebene Lastreserve ver-
Querschnittswerte, d.h. des elastischen Wider- braucht ist, vgl. Bild 14. Nach Erschöpfen des
standsmomentes W, vgl. Tab. 1. Da es sich beim Erdwiderstandes wird bei außermittiger Belastung
Biegebruch beim Hinterfüllen lediglich um ein Trag-
fähigkeitskriterium im Bauzustand handelt, besteht
prinzipiell die Möglichkeit, die Beanspruchungen
und Verformungen beim Hinterfüllen planmäßig zu
reduzieren. Unter anderem besteht z.B. die Mög-
lichkeit die Seiten der Rohrwandung in horizontaler
Richtung gegenseitig Abzustützen oder Scheitel-
hebungen durch Auflast zu reduzieren, vgl. Bild
12. Die Erfordernis derartiger Maßnahmen ist von
der Spannweite und der Querschnittform abhängig
und wird im Allgemeinen bei größeren Spannwei- Bild 13. Grundbruchfiguren bei symmetrischer Belastung ge-
ten und höheren Querschnittsformen notwendig. mäß (KLÖPPEL & GLOCK, 1970)
15

der obere Rohrbereich als eingespannter Bogen α2M Momentenfaktor für den Punkt 2: 1,15 für
unter halbseitiger Belastung betrachtet, dessen Kreisprofile und 0,35 für Maulprofile, jeweils in
Tragfähigkeit mit der Bildung eines Fließgelenkes [kN/m3]
in Punkt 2 erreicht ist. In einem weiteren Schritt
β1N 0,4595 in [-]
wurde daher dieser zusätzliche Traglastanteil Δpo,k
unter Berücksichtigung der Vorbeanspruchung aus β2N 0,522 in [-]
der Hinterfüllung ermittelt. Die gesamte Grund-
β1M 0,0405 in [-]
bruchlast potr,k im Scheitelbereich lässt sich somit
gemäß (KLÖPPEL & GLOCK, 1970) entsprechend β2M 0,022 in [-]
nachfolgender Gleichung (5) ermittelten, wobei die
γ2M 0,041 in [-]
einzelnen Traglastkomponenten wiederum in grafi-
scher Form und in Abhängigkeit vom Scheitelradi- γ2N 0,541 in [-]
us r1, der Überdeckung hü und dem Reibungswin-
An dieser Stelle wird darauf hingewiesen, dass die
kel des Bodens ϕ‘k dargestellt sind, vgl. Bild 15
Darstellung des Momentenfaktors α1M für Maulpro-
und Bild 16.
file und des Faktors γ2M in (KLÖPPEL & GLOCK,
potr,k = pogr,k + Δpo,k [kN/m2] (5) 1970) einem Fehler unterliegt. Die oben angebe-
nen Werte sind entsprechend korrigiert.
mit Aufgrund der geringen Grundbruchgefahr bei ho-
hen Überdeckungen ist in (KLÖPPEL & GLOCK,
pogr,k Grundbruchwiderstand des Bodens in 1970) der Grundbruchwiderstand pogr,k in allgemei-
[kN/m2] ner Form nur bis zu bis zu einem Verhältnis
Δpo,k zusätzlicher Biegewiderstand des Well- hü ≤ ½⋅r1 angegeben, vgl. Bild 15. Für größere Ü-
stahlrohres in [kN/m2] berdeckungen lassen sich damit keine Kennwerte
für den Grundbruchwiderstand pogr,k aus der grafi-
Der zusätzliche Biegeanteil Δpo,k des Wellstahlpro- schen Diagrammdarstellung mehr ermitteln. Aus
fils beim Grundbruchnachweis im Scheitel lässt den Untersuchungen von (KLÖPPEL & GLOCK,
sich gemäß (KLÖPPEL & GLOCK, 1970) durch die 1970) ist jedoch bekannt, dass der Grundbruchwi-
beiden Traganteile Δp1 und Δp2 infolge Fließen im derstand in Abhängigkeit der Überdeckung expo-
Punkt 1 und Punkt 2, vgl. Bild 14, durch nachfol- nentiell ansteigt, vgl. Bild 17. Aus diesem Grund
gende Gleichungen (6) bis (8) berechnen. wird, für die in Kapitel 4 durchgeführten Ver-
gleichsberechnungen, bei hohen Überdeckungen
Δpo,k = Δp1 + Δp2 [kN/m2] (6)
von hü > ½⋅r1 eine lineare Interpolation ausgehend
von den in den Diagrammen von (KLÖPPEL &
mit GLOCK, 1970) aufgeführten Stützstellen von
3
hü = ¼⋅r1 und hü = ½⋅r1, für die Ermittlung des
f yk ⋅ W + α1M ⋅ r1 Grundbruchwiderstandes verwendet, vgl. Bild 17.
Δ p1 = (7)
2 W Dieses Vorgehen liegt für hohe Überdeckungen
β1M ⋅ r1 + β1N ⋅ r1 ⋅
A auf der sicheren Seite.

3 2 W
fyk ⋅ W − α 2M ⋅ r1 − β2M ⋅ Δp1 ⋅ r1 − β2N ⋅ r1 ⋅ Δp1 ⋅
Δp2 = A (8)
2 W
γ 2M ⋅ r1 + γ 2N ⋅ r1 ⋅
A
Pkt. 2
mit
Pkt. 1
fy,k Streckgrenze des Wellstahlprofils in [kN/cm2]
W elastisches Widerstandmoment des Well-
stahlprofils in [cm3/m]
A Querschnittsfläche des Wellstahlprofils in
[cm2/m]
α1M Momentenfaktor für den Punkt 1: 0,07 für Bild 14. Grundbruch und Rohrverformung nach Erschöpfung
des seitlichen Erdwiderstandes bei halbseitiger Belas-
Kreisprofile und -0,2 für Maulprofile, jeweils in tung gemäß (KLÖPPEL & GLOCK, 1970)
[kN/m3]
16

pogr,k

ϕ´k = 35°

Bild 15. Grundbruchwiderstand pogr,k des Bodens im Scheitelbereich bei halbseitiger Belastung gemäß (KLÖP-
PEL & GLOCK, 1970) und Anhang A gemäß (ZTV-ING Teil 9-4, 2009)

Δpo,k

Bild 16. Biegewiderstand Δpo,k von Maulprofilen gemäß (KLÖPPEL & GLOCK, 1970) und Anhang A gemäß (ZTV-ING Teil 9-4,
2009)
17

pogr,k
2
2 r1 = 3,0 m; ϕ‘k = 30°; γB,k = 20 kN/m ; K = 1,0 p2 N = p1⋅r1 = p2⋅r2 = p3⋅r3
[t/m ]
π/4 + ϕ‘/2 p1 = ps
B

p3
Bereich Tafelwerte
(KLÖPPEL & GLOCK, 1970)
hü ≤ ½ ⋅r1 π/4 - ϕ‘/2
lineare Interpolation

Bild 18. Belastung und Bruchfigur beim Grundbruch im Ul-


hü [m] menbereich gemäß (GLOCK, 1976)

hü ≤ ¼ r1 hü ≤ ½ r1 Reibungswinkel Tragfähigkeitskennwerte

Bild 17. Grundbruchwiderstand pogr,k in Abhängigkeit von der ϕ‘k [°] Nc [-] Nd [-] NB [-]
Überdeckung hü gemäß (KLÖPPEL & GLOCK, 1970), 25,0 45,42 22,18 4,5
Tafel 5, Seite 325, Gewählte lineare Interpolation für
hü > ½⋅r1 27,5 58,72 31,57 7,0
30,0 77,19 45,57 10,0
2.2.7 Grundbruch im Sohlbereich 32,5 103,41 66,88 15,0
35,0 141,38 100,02 23,0
Bei Maul- und Unterführungsprofilen mit stark un-
terschiedlichen Radienverhältnissen und bei hohen 37,5 197,97 152,91 34,0
Überdeckungen ist auch ein Grundbruch im Sohl- 40,0 284,59 239,84 53,0
bereich möglich. Unzureichender Scherwiderstand
Tab. 2. Tragfähigkeitskennwerte für den Grundbruch im Ul-
des Untergrundes kann dazu führen, dass die ho- menbereich nach (GLOCK, 1976)
hen Eckdrücke einen Grundbruch auslösen, bei
dem die Ulmenbereiche seitlich nach unten und Bei Maul- und Unterführungsprofilen und bei set-
der Sohlenbereich nach oben ausweichen. zungsempfindlichen Untergründen kann durch
Die Grenzbelastung p2Gr,k für das Grundbruchprob- stärkere Setzungen der Eckbereiche die Krüm-
lem im Ulmenbereich erhält man nach mung der Sohle verloren gehen und ein Sohlauf-
(GLOCK, 1976) gemäß nachfolgender Glei- bruch stattfinden. Die Grenzbelastung p1C,k zur
chung (9). Hierbei handelt es sich um eine Nähe- Vermeidung eines Sohlaufbruches lässt sich nach
rungsgleichung unter Verwendung der Plastizitäts- (Glock, 1976) gemäß der Theorie des elastisch
theorie nach PRANDTL und unter Zugrundelegung gebetteten, gekrümmten Stabes wie folgt berech-
der in Bild 18 dargestellten geometrischen Situati- nen, vgl. auch Bild 19:
on für eine konstante Druckkraft im Rohr.
r1 ⋅ r2
p1C,k = 0,375 ⋅ k ⋅ [kN/m2] (10)
p2Gr,k = c k ⋅ Nc + p3 ⋅ Nd + γB,k ⋅ B ⋅ NB [kN/m2] (9) r3

mit mit
ck Kohäsion des Bodens im Ulmenbereich d
in [kN/m2] 1+ k
ES dS
γB,k Wichte des Bodens im Ulmenbereich in k= ⋅ [kN/m3] (11)
2 ⋅ r1 1 + ES ⋅ dk
[kN/m3]
Ek ⋅ d S
p3 Druckbeanspruchung im Sohlbereich
wobei gilt: p1 = ps und p1⋅r1 = p2⋅r2 = p3⋅r3 mit
in [kN/m2]
r1, r2, r3 Scheitel-, Eck-, und Bodenradius in [m]
B druckbeanspruchter Bereich B = 1,15⋅r2
in [m] ES Steifemodul der Ausgleichsschicht di-
rekt unter der Sohle in [kN/m2]
Nc, Nd, NB Tragfähigkeitskennwerte in [-] gemäß
Tab. 2 dS Schichtdicke der Ausgleichsschicht di-
rekt unter der Sohle in [m]
18

Ek Steifemodul des Bodens im Untergrund 3 Bemessung von Wellstahlbau-


in [kN/m2]
werken
dk Schichtdicke des Bodens im Unter-
grund in [m]
3.1 Regelwerkssituation

Wellstahlbauwerke wurden bisher nach ARS 20/97


und ARS 12/98 auf Basis der Empfehlungen von
(KLÖPPEL & GLOCK, 1970) bemessen. Im Zuge
der Einführung der europäischen Bemessungs-
normen im Straßenbau werden derzeit die beste-
henden Bemessungsrichtlinien für Wellstahlbau-
werke überarbeitet und sollen zukünftig in die ZTV-
ING, Teil 9, Abschnitt 4 aufgenommen werden.
Wesentliche Änderungen beim Übergang vom al-
ten ins neue Regelwerk betreffen vor allem das Si-
cherheitskonzept und die damit verbundene Um-
stellung der Nachweise vom Globalsicherheitskon-
zept auf das Teilsicherheitskonzept. Außerdem
Bild 19. Spannungen und Bettung beim Aufbruch der Sohle werden auf der Einwirkungsseite mit dem DIN-
gemäß (GLOCK, 1976) Fachbericht 101 die Verkehrslasten gegenüber
DIN 1072:1985 grundlegend geändert. Tab. 4 gibt
2.3 Zuordnung des Tragverhaltens zu einen Überblick über die bisherigen alten Regel-
werke und die zukünftigen neuen Regelwerke.
Querschnittsformen
In diesem Kapitel werden die von der BASt-AG
Die Traglastuntersuchungen in (KLÖPPEL & 2.1.1. vorgenommenen Änderungen der Regel-
GLOCK, 1970) und die daraus abgeleiteten Trag- werke hinsichtlich der Bemessung von Wellstahl-
lastdiagramme basieren im Wesentlichen auf bauwerken aufgezeigt und diskutiert.
Kreis- und Maulprofielen. Für die Traglastberech-
nungen von Querschnittsformen die von Kreis- und Bisherige Regelwerke
Maulprofilen abweichen, d.h. für Ellipsen-, Bogen- Ausführung, Konstruktion, ARS 20/1997 und
und Unterführungsprofile, ist nach (KLÖPPEL & Entwurf und Bemessung ARS 12/1998
GLOCK, 1970) die in Tab. 3 aufgeführte Zuord- DIN 1072:1985 und MLC 100
Einwirkungen
nung zum Kreis- bzw. Maulprofil vorzunehmen. nach STANAG 2021
Zukünftige Regelwerke
Querschnitts- Zuordnung Nachweise Ausführung, Konstruktion,
form ZTV-ING, Teil 9, Abschnitt 4
 Durchschlagen  Grundbruch Scheitel Entwurf und Bemessung
Bauwerksscheitel  Grundbruch Sohle DIN-Fachbericht 101:2009
 Bruch Schrauben-  Biegebruch Hinterfüllen Einwirkungen MLC 50/50-100 nach STA-
verbindung
NAG 2021
Ellipsenprofil Kreisprofil Kreisprofil
Tab. 4. Übersicht über die bisherige und zukünftige Regel-
Unterführ- werkssituation
Maulprofil Kreisprofil
ungsprofil
Bogenprofil Kreisprofil Maulprofil
3.2 Sicherheitskonzept
Tab. 3. Zuordnung von Querschnittsformen zu den Traglast-
nachweisen für Kreis- und Maulprofilen gemäß
(KLÖPPEL & GLOCK, 1970) und (ZTV-ING Teil 9- 3.2.1 Globalsicherheitskonzept
4, 2009)
Die bisherige Bemessung von Wellstahlbauwerken
gemäß (KLÖPPEL & GLOCK, 1970) basiert auf
dem so genannten Globalsicherheitskonzept, bei
dem sowohl für die Nachweise im Stahlbau als
auch im Grundbau die Einwirkungen E unter Ein-
haltung eines globalen Sicherheitsbeiwertes γGlobal
den Bauteilwiderständen R gegenübergestellt wer-
den, d.h. die vorhandenen Einwirkungen werden
19

zulässigen Widerständen gegenübergestellt, vgl. treffenden Eigenschaften ableiten. Bei Bauteilwi-


Gleichung (12). derständen entspricht der charakteristische Wert
Rk im Allgemeinen dem 5%-Fraktilwert der gemes-
R R sen Werkstoffeigenschaft. Bild 20 enthält eine gra-
≥ γ Global → E ≤ → E ≤ zul R (12)
E γ Global fische Darstellung der Nachweisführung mit Teilsi-
cherheitsbeiwerten.
mit
Rk
E Einwirkung Ek ⋅ γ F ≤ (13)
γM
R Widerstand
mit
γGlobal Globaler Sicherheitsbeiwert
Ek charakteristischer Wert der Einwirkung
zul R zulässiger Widerstand
Rk charakteristischer Wert des Widerstandes
3.2.2 Konzept der Teilsicherheitsbeiwerte
γF Teilsicherheitsbeiwert für die Einwirkung
Im Zuge der Erarbeitung der europäischen Regel- γM Teilsicherheitsbeiwert für den Widerstand
werke wurden in den 70er Jahren vor allen in
Tab. 5 zeigt beispielhaft eine Auswahl wesentlicher
Deutschland umfangreiche Untersuchungen durch-
Teilsicherheitsbeiwerte aufgeteilt nach Einwirkun-
geführt, mit dem Ziel, die Sicherheit von Bauwer-
gen und Widerständen.
ken wahrscheinlichkeitstheoretisch, d.h. probabi-
listisch zu beschreiben. Insgesamt sollte ein für die Normativ sind die grundlegenden Sicherheitsan-
Bemessung von Bauwerken konsistentes Sicher- forderungen an die Bemessung von Bauwerken in
heitskonzept geschaffen werden, das die Möglich- DIN EN 1990:2002 geregelt. Darin enthalten ist
keit bietet die unterschiedlichen Bauweisen, Ein- z.B. auch eine konkrete Vorgehensweise für die
wirkungen und Werkstoffe zutreffend zu erfassen. Festlegung von Bauteilwiderständen basierend auf
Auch sollte der vermehrten Anwendung nichtlinea- Versuchen, wie es z.B. bei der Schraubenverbin-
rer Berechnungsmethoden besser Rechnung ge- dung von Wellstahlbauwerken der Fall ist, vgl.
tragen werden. Grundlegende Informationen zur auch Abschnitt 5.
Anwendung und Herleitung dieser modernen pro-
babilistischen Sicherheitskonzepte sind z.B. in
Verteilungsfunktion fE Verteilungsfunktion fR
(GRUSIBAU, 1981), (KÖNIG, 1982), (SPAETHE, Einwirkung Widerstand
1992) und (FISCHER, 2001) enthalten.
Im Rahmen der normativen Bemessung hat sich Rk
Ek ⋅ γ F ≤
vor allem aus Gründen der Einfachheit das so ge- γM
nannte Konzept der Teilsicherheitsbeiwerte durch- ⋅ γF ÷ γM
gesetzt. Hierbei werden die stets vorhandenen
Streuungen der Einwirkungen und Widerstände
getrennt, d.h. separat in Form der Teilsicherheits- char. Einwirkung Ek char. Widerstand Rk
(5%-Fraktile)
beiwerte γF für die Einwirkungen und γM für den
Materialwiderstand erfasst. Die Festlegung der Bild 20. Sicherheitsnachweis nach dem Konzept der Teilsi-
Größe der einzelnen Teilsicherheitsbeiwerte erfolg- cherheitsbeiwerte γF und γM
te dabei unter Einhaltung einer festgelegten
Versagenswahrscheinlichkeit. Einwirkungen Teilsicherheitsbeiwerte
Ständige Einwirkungen γG = 1,35
Bei Anwendung des Konzepts der Teilsicherheits-
beiwerte ist der Nachweis gemäß der in Glei- Veränderliche Einwirkungen γQ = 1,5
chung (13) dargestellten Form zu führen. Der Widerstand / Material Teilsicherheitsbeiwerte
Nachweis besagt, dass die um den Teilsicher- Stahl, Nachweis Fließen γM0 = 1,0
heitsbeiwert γF vergrößerten charakteristischen
Stahl, Nachweis Stabilität γM1 = 1,1
Einwirkungen Ek stets kleiner sein sollten als der
um den Teilsicherheitsbeiwert γM reduzierte cha- Stahl, Nachweis Zugfestigkeit γM2 = 1,25
rakteristische Bauteilwiderstand Rk. Die mit dem Boden, Grundbruch Lastfall 1 γGr = 1,4
Index k bezeichneten charakteristischen Größen
Tab. 5. Teilsicherheitsbeiwerte nach DIN-Fachbericht 101,
für die Einwirkung Ek und den Widerstand Rk stel- DIN-Fachbericht 103 und DIN 1054
len hierbei festgelegte Fraktilwerte dar, die sich
aus der statistischen Verteilungsfunktion der be-
20

3.2.3 Anpassung des Sicherheitskonzepts 3.3 Einwirkungen / Lastannahmen


bei der Bemessung von Wellstahlbau-
werken 3.3.1 Einleitung

Um zukünftig eine gemäß den Anforderungen des Bei der Bemessung von Wellstahlbauwerken wird
europäischen Sicherheitskonzepts konforme Be- lediglich zwischen den ständigen Einwirkungen der
messung für Wellstahlbauwerke zu gewährleisten, Bodenmassen und den veränderlichen Verkehrs-
wurde von der BASt-AG 2.1.1 eine Umstellung des lasten unterschieden. Die Berücksichtigung des
Globalsicherheitskonzepts in das Teilsicherheits- Eigengewichts des Wellstahlbauwerks selbst darf
konzept vorgenommen. Auf Grund der bestehen- im Allgemeinen vernachlässigt werden.
den langjährigen Erkenntnisse und Erfahrungen im
Umgang mit dieser Bauweise, erfolgte die Umstel- 3.3.2 Verkehrslasten nach DIN 1072:1985 (Al-
lung des Sicherheitskonzepts nach der Maßgabe, tes Regelwerk)
dass – unter dem Ansatz identischer Einwirkun-
gen – die für die unterschiedlichen Grenzzustände Bis ins Jahr 2003 erfolgte nach ARS 20/97 die
bestehenden globalen Sicherheiten γGlobal mög- Bemessung von Wellstahlbauwerken unter Ansatz
lichst beibehalten werden sollten, und lediglich ei- der Lasten nach DIN 1072:1985 für die Brücken-
ne daran angepasste Aufteilung in Teilsicherheits- klasse 60/30 und der Militärlastenklasse MLC 100
beiwerte vorgenommen wird. nach STANAG 2021 mit dem konstanten Wert ei-
Mathematisch lässt sich die derart angestrebte ner gleichmäßig verteilten Flächenlast von
Beibehaltung des Sicherheitsniveaus unter Be- pov = 45 kN/m2. Gemäß (KLÖPPEL & GLOCK,
trachtung der bisherigen und zukünftigen Nach- 1970) stellt dieser Wert die Ersatzflächenlast der
weisgleichungen (12) und (13) wie folgt ausdru- alten Brückenklasse 60 gemäß DIN 1072:1967 in
cken: Form eines SLW 60 dar, für eine Belastungsfläche
von 3,0 m (Querrichtung) und 1,5 m (Längsrich-
γ Global ≅ γ F ⋅ γ M (14) tung), vgl. Bild 21. Ausgehend von den Achslasten
des SLW 60 erfolgte die Ermittlung der Ersatzflä-
Die endgültige Festlegung der neuen Teilsicher- che auf Grundlage detaillierter Untersuchungen in
heitsbeiwerte γF für die Einwirkungen erfolgte (KLÖPPEL & GLOCK, 1970) zur lastabtragenden
schließlich unter Verwendung der gemäß DIN- Wirkung des Oberbaus unter Verwendung der
Fachbericht 101:2009 definierten Teilsicherheits- Halbraumtheorie nach BOUSSINESQ (BOUS-
beiwerte γG und γQ. Die Festlegung der Teilsicher- SINESQ, 1885).
heitsbeiwerte für die Bauteilwiderstände γM erfolgte Die gleichmäßig wirkende Flächenlast pov durfte
im Rahmen eines Abwägungsprozesses unter Be- 20 cm unter der OK Fahrbahn in Ansatz gebracht
rücksichtigung der Teilsicherheitsbeiwerte in DIN- werden und quer zur Fahrtrichtung bis zur Ober-
Fachbericht 103:2009 (Stahlbau) und kante (OK) des Wellstahlbauwerks unter 60° zur
DIN 1054:2005 (Grundbau) sowie der in Glei- Horizontalen verteilt werden, vgl. Bild 22.
chung (14) aufgeführten und angestrebte Beibe-
haltung des bestehenden Sicherheitsniveaus. Tab. Zusätzlich war – mit Ausnahme des Grenzzustan-
6 enthält eine Zusammenstellung der bisherigen des „Grundbruch im Scheitel“ – der Schwingbei-
und zukünftigen Sicherheitsbeiwerte. wert ϕ für überschüttete Bauteile gemäß
DIN 1072:1985 in Ansatz zu bringen.
Grenzzustand / Altes Neues
Nachweis Regelwerk Regelwerk ϕ = 1,4 − 0,008 ⋅ lϕ − 0,1⋅ hü ≥ 1,0 [-] (15)
γGlobal γF γM
Durchschlagen 2,0 für h/s ≥ 0,7 mit
1,4
Bauwerksscheitel 2,5 für h/s < 0,7 gemäß DIN- lϕ maßgebende Länge in [m], bei Wellstahlbau-
Bruch Schrau- Fachbericht 101
benverbindung
2,5
mit
1,7 werken entspricht dies der Spannweite s in [m]
Grundbruch- γG = 1,35 hü Überdeckung in [m]
2,0 und 1,4
nachweise
Biegebruch Hin-
γQ = 1,5 In Bild 23 ist beispielhaft der Verlauf des Schwing-
terfüllen
1,0 1,1 beiwerts ϕ in Abhängigkeit der Spannweite s und
der Überdeckung hü dargestellt. Bei geringen Ü-
Tab. 6. Zusammenstellung der Sicherheitsbeiwerte gemäß
altem und neuem Regelwerk
berdeckungen und geringen Spannweiten liegt der
Schwingbeiwert im Bereich von 1,2 – 1,3.
21

Da die Einführung der Brückenklasse 60/30 mit ei- 3.3.3 Verkehrslasten nach DIN-Fach-
nem zusätzlichen SLW 30 in der Nebenspur erst bericht 101:2009 (Neues Regelwerk)
durch die DIN 1072:1985 (Ausgabe 1985) erfolgte,
war bisher in der gleichmäßig verteilten Flächen- Einwirkungen aus Verkehr auf Wellstahlbauwerke
last von pov = 45 kN/m2 der SLW 30 in der Neben- sind wie im DIN-Fachbericht 101:2009, Kapitel 4,
spur nicht berücksichtigt. Abschnitt 4.9.1 (1) für Hinterfüllungen gemäß dem
Lastmodell 1, bestehend aus Einzellasten und
Achslasten SLW 60 gleichmäßig verteilten Lasten, formuliert anzuneh-
der Brückenklasse 60 nach DIN 1072:1967 men. Die Lasten der Doppelachsen (2⋅αQ⋅Qk) dür-
fen dabei auf eine Belastungsfläche von 3,0 m
200kN kN (Querrichtung) mal 5,0 m (Längsrichtung) gleich-
200kN 200kN 200kN pov = = 44,4 2
1,5m⋅ 3m m mäßig verteilt angenommen werden. Je Fahrstrei-
fen ergeben sich so die in Tab. 7 zusammenge-
1,5m 1,5m 1,5m 1,5m stellten gleichmäßig verteilten Gesamtlasten qi aus
der Summe der Ersatzflächenlasten der Doppel-
0,5
achsen qeqi und den zusätzlich wirkenden gleich-
Fahrt- mäßig verteilten Belastungen qki, vgl. auch Bild 24.
2,0 3,0
richtung Für die einfache Anwendung wurde der in Tab. 7
0,5 und Bild 24 dargestellte Lastansatz für die beiden
1,5m Fahrstreifen weiter vereinfacht, in dem angenom-
men wird, dass sich im ungünstigsten Fall infolge
Bild 21. Umwandlung der Radlast für eine gleichmäßig verteil-
te Flächenlast eines SLW 60 der Brückenklasse 60
der vertikalen Lastausbreitung die Gesamtlasten qi
nach DIN 1072:1967 gemäß (KLÖP- der beiden Fahrsteifen am Scheitel des Wellstahl-
PEL & GLOCK 1970) bauwerks überlagern, vgl. Bild 25. Damit ergibt
sich der Maximalwert der gleichmäßig verteilten
3,0 OK Fahrbahn charakteristischen Ersatzlast nach Gleichung (16)
0,2 pov = 45 kN/m2
zu pov,k = 65 kN/m2, die nach dem neuen Regel-
werk als Verkehrslast anzusetzen ist, vgl. Bild 26.
60°
hü pov,k = q1 + q2 = 41,0 + 23,83 ≅ 65 kN/m2 (16)

pv OK Wellstahl- Lastanteil Fahrstreifen 1 Fahrstreifen 2


bauwerk
2 ⋅ α Q1 ⋅ Q1k 2 ⋅ α Q 2 ⋅ Q 2k
qeq1 = q eq 2 =
3m ⋅ 5m 3m ⋅ 5m
Doppelachse
Bild 22. Ansatz und Ausbreitung der Verkehrslast nach 2 ⋅ 0,8 ⋅ 300kN 2 ⋅ 0,8 ⋅ 200 kN
(TS-System) = =
ARS 20/97 3m ⋅ 5m 3m ⋅ 5m
= 32,0 kN/m 2 = 21,33 kN/m 2
1.4
qk1 = α q1 ⋅ q1k qk 2 = α q2 ⋅ q 2k
Gleichmäßig
verteilte Belas- = 1,0 ⋅ 9,0 kN/m 2 = 1,0 ⋅ 2,5 kN/m 2
Schwingbeiwert ϕ [-]

1.3 hü= 0,6m


tung (UDL)
= 9,0 kN/m 2 = 2,5 kN/m 2

1.2 hü= 1,5m q1 = qeq1 + qk1 q2 = qeq2 + qk 2


Gesamtlast je
= 32,0 + 9,0 = 21,33 + 2,5
Fahrstreifen
2
1.1 = 41,0 kN/m = 23,83 kN/m2
hü= 3,0m Gesamtlast q = q1 + q2 = 41,0 + 23,83 = 64,83 kN/m2
1.0 Tab. 7. Zusammenstellung der gleichmäßig verteilten Lasten
0 2 4 6 8 10
je Fahrstreifen für Wellstahlbauwerke gemäß DIN-
Spannweite s [m] Fachbericht 101:2009

Bild 23. Verlauf des Schwingbeiwerts nach DIN 1072:1985 in


Abhängigkeit der Spannweite s und der Überdeckung

22

Doppelachse schied zu den Lasten der DIN 1072:1985 – nicht


αQi⋅Qik αQi⋅Qik mit einem dynamischen Erhöhungsfaktor bzw.
αqi⋅qik gleichmäßig verteilte Schwingbeiwert multipliziert werden.
Belastung
1,2m Aktuellen Untersuchungen gemäß sind die derzeit
im DIN-Fachbericht 101:2009 angegebenen Ver-
Fahr- 0,5
kehrslasten nicht in der Lage, die zukünftigen Ver-
streifen 1 kehrsentwicklungen auf Brücken zuverlässig abzu-
2,0 3,0
decken. Es ist daher eine Anhebung der Verkehrs-
Q1k = 300kN
q1k = 9kN/m2 lasten vorgesehen. Dies wird sich vor allem bei
Wellstahlbauwerken mit geringen Überschüttungen
0,5 Fahrt- auswirken, bei denen der Verkehrslastanteil im
Fahr- 0,5 richtung Vergleich zu den ständigen Einwirkungen aus der
streifen 2
Überschüttung dominant ist.
Q2k = 200kN 2,0 3,0
q2k = 2,5kN/m2
3.3.4 Ständige Einwirkung aus der Überde-
0,5 ckung
5,0
Der Lastansatz für die ständigen Einwirkungen be-
Bild 24. Lastansatz nach DIN-Fachbericht 101:2009 für Hin- schrieben durch das Eigengewicht der Überde-
terfüllungen ckung bleibt im Wesentlichen unverändert. In bei-
den Fällen ergibt sich die aus den Bodenmassen
Fahrstreifen 1 und 2 der Überdeckung vorhandene Flächenlast pB,k aus
3,0 3,0 dem Produkt der Wichte γB,k und der Überschüt-
OK Fahrbahn
0,2 q1 = 41 kN/m 2
q2 = 23,8 kN/m2 tung hü, vgl. Gleichung (17) und (18).
60° Altes Regelwerk

pB = γ ⋅ hü (17)
pv,k OK Wellstahl-
bauwerk Neues Regelwerk

pB,k = γB,k ⋅ hü (18)


Bild 25. Überlagerung der Verkehrslasten aus den beiden
Fahrstreifen 1 und 2 am Bauwerksscheitel gemäß
Im Unterschied zum alten Regelwerk wird im neu-
DIN Fachbericht 101:2009 en Regelwerk jedoch erstmals konkret Wichte von
γB,k = 20 kN/m3 für die Bodenmasse der Überde-
3,0 OK Fahrbahn ckung angegeben. Im alten Regelwerk sind hierzu
keine konkreten Angaben enthalten. In der Praxis
0,2 pov,k = 65 kN/m2
wurde jedoch bisher i.d.R. mit dem nun im neuen
60° Regelwerk aufgeführten Wert von
hü γ = γB,k = 20 kN/m3 gerechnet.

pv,k OK Wellstahl- 3.3.5 Scheiteldruck


bauwerk

Die Bemessung von Wellstahlbauwerken verwen-


Bild 26. Lastansatz für Wellstahlbauwerke gemäß neuem Re- det auf der Einwirkungsseite i.d.R. die sich aus der
gelwerk ZTV-ING Teil 4-9 ständigen Einwirkung der Überdeckung pB,k und
der Verkehrslast pv,k zusammensetzende Druck-
Die im DIN-Fachbericht 101:2009 anzusetzenden beanspruchung am Scheitel, die als Scheitel-
Verkehrslasten sind als Umhüllende aus verschie- druck ps,k bezeichnet wird. Die Ermittlung des
denen Verkehrszuständen auf Brücken ermittelten Scheiteldrucks ist in Gleichung (19) und (20) für
worden. Dabei ergeben sich die maximalen Ver- das alte Regelwerk und in Gleichung (21) und (22)
kehrslasten bei Stausituationen bzw. bei stocken- für das neue Regelwerk dargestellt. Da bei gerin-
dem Verkehrs, d.h. bei Situationen mit geringen gen Überdeckungen der Anteil der Verkehrslast
dynamischen Überhöhungen, vgl. auch (TIMM, überwiegt, kommt es im Vergleich zu hohen Über-
2004). Die im DIN-Fachbericht 101:2009 angege- deckungen zu einer stärkeren Druckkonzentration
benen Verkehrslasten müssen daher – im Unter- am Rohrscheitel, weshalb nach (KLÖPPEL &
23

GLOCK, 1970) für geringe Überdeckungen ein um dieser Stelle der charakteristische Wert für den
den Faktor 1,1 erhöhter Scheiteldruck rechnerisch Scheiteldruck nach neuem Regelwerk verwendet.
in Ansatz zu bringen ist, siehe Gleichung (20). Die-
ses Vorgehen wurde auch im neuen Regelwerk ps,k pB,k + pv,k
= [-] (23)
aufrecht erhalten, siehe Gleichung (22). ps pB + ϕ ⋅ pv
Wie bereits im vorherigen Abschnitt erwähnt, fällt
bei der Ermittlung des Scheiteldrucks gemäß neu- ps,k resultierender charakteristischer Wert des
em Regelwerk aufgrund der vorgenommenen Scheiteldrucks aus Bodenüberdeckung
Lastanpassung der Schwingbeiwert ϕ weg. Ent- und Verkehrslast gemäß neuem Regel-
sprechend dem Teilsicherheitskonzept erfolgt nach werk in [kN/m2]
neuem Regelwerk die Ermittlung der Bemes- ps resultierender Scheiteldruck aus Boden-
sungswerte der einwirkenden Beanspruchung un- überdeckung und Verkehrslast gemäß al-
ter Verwendung der Teilsicherheitsbeiwerte γG und tem Regelwerk, in [kN/m2]
γQ.
pB, pB,k Scheiteldruck infolge Bodenüberdeckung
Altes Regelwerk unter der Annahme einer Wichte von
Hohe Überdeckung: γ = γB,k = 20 kN/m3 gemäß altem bzw. neu-
em Regelwerk in [kN/m2]
ps = pB + ϕ ⋅ pv für pB > pov (19)
pv, pv,k Scheiteldruck infolge Verkehrslast pov bzw.
pov,k gemäß altem bzw. neuem Regelwerk
Geringe Überdeckung: in [kN/m2]
ps = 1,1⋅ (pB + ϕ ⋅ pv ) für pB ≤ pov (20) ϕ Schwingbeiwert gemäß DIN 1072:1985,
Einheit [-]
Neues Regelwerk
Bild 27 zeigt den Verlauf des Verhältniswerts der
Hohe Überdeckung: Scheiteldrücke nach Gleichung (23) für die Lasten
gemäß den jeweiligen Regelwerken. Der Verlauf
ps,d = γ G ⋅ pB,k + γ Q ⋅ pv,k für pB,k > pov,k (21)
zeigt zum Einen eine Abhängigkeit von der Über-
deckung hü bedingt durch die Zunahme der ständi-
Geringe Überdeckung: gen Einwirkungen (Überdeckung pB,k) in Relation
zu den veränderlichen Einwirkungen (Verkehrs-
ps,d = 1,1⋅ (γG ⋅ pB,k + γQ ⋅ pv,k ) für pB,k ≤ pov,k (22)
last pv,k). Infolge des zunehmenden Eigenge-
wichtsanteils nimmt der Wert ab. Zum Anderen ist
3.3.6 Vergleich der Einwirkungen / Lastan- der Verlauf bedingt durch den im alten Regelwerk
nahmen vorhandenen Schwingbeiwert ϕ nach
DIN 1072:1985 noch von der Spannweite s des
Im Vergleich zum alten Regelwerk hat sich die ver- Wellstahlbauwerks abhängig. Diese Abhängigkeit
einfacht anzusetzende gleichmäßig verteilte Flä- ist jedoch nur bis zu einer Überdeckung von ca.
chenlast aus dem Verkehr von pov = 45 kN/m2 auf 3,8 m vorhanden, darüber hinaus nimmt der
pov,k = 65 kN/m2 (charakteristischer Wert) erhöht. Schwingbeiwert gemäß DIN 1072:1985 den Wert
Dies entspricht einer nicht unerheblichen prozen- ϕ = 1,0 an und hat keinen weiteren Einfluss.
tualen Zunahme der einwirkenden Verkehrslast um
ca. 44% (Erhöhungsfaktor 1,44). Die Erhöhung der Insgesamt variiert der Verhältniswert des Scheitel-
Verkehrslasten ist vor allem als das Ergebnis der drucks im Bereich von 1,02 - 1,13. Das heißt, die
Anpassung der Lasten an den DIN- Anpassung der Einwirkungen von DIN 1072:1985
Fachbericht 101:2009 zu sehen. (altes Regelwerk) auf DIN-Fachbericht 101:2009
(neues Regelwerk) führt in Bezug auf den Schei-
Da mit Ausnahme des Grundbruchnachweises im teldruck lediglich zu einer effektiven Erhöhung der
Scheitel der Scheiteldruck ps,k bei vielen Nachwei- Beanspruchungen um den Faktor von 1,02 - 1,13.
sen als einwirkende Beanspruchung verwendet Die Anhebung der Einwirkungen fällt damit in Be-
wird, lassen sich die Auswirkungen der Anpassung zug auf den Scheiteldruck wesentlich geringer aus,
der Einwirkungen beim Übergang vom alten ins als dies infolge der Erhöhung der Verkehrslasten
neue Regelwerk am besten durch einen Vergleich von pov = 45 kN/m2 auf pov,k = 65 kN/m2 (Fak-
der Scheiteldrücke nach altem und neuem Regel- tor 1,44) zunächst vermutet wird. Die Ursache hier-
werk aufzeigen, siehe Gleichung (23). Für den Ver- für ist vor allem im Wegfall des Schwingbeiwerts ϕ
gleich der resultierenden Einwirkungen wird an begründet, wodurch bei geringen Überdeckungen
24

und daraus resultierenden hohen Schwingbeiwer- DIN EN 1993-1-1:2005 und DIN-Fachbericht 103
ten, vgl. Bild 23, die Erhöhung der Einwirkungen ist der charakteristische Wert der Streckgrenze ei-
beim Übergang vom alten ins neue Regelwerk nes S235 zu fy,k = 235 N/mm2 festgelegt (Blechdi-
deutlich kompensiert wird. cke t ≤ 40 mm). Dieser Wert entspricht nun auch
der Streckgrenze der Stahlblechelemente im neu-
1,2 en Regelwerk.
Die geringfügige Anpassung der Streckgrenze von
Verhältnis ps.k/ps [-]

240 N/mm2 auf 235 N/mm2 ist mit Blick auf die ein-
s in [m]
max = 1,13 zelnen Nachweise wie folgt zu beurteilen:
10
1,1
8
6
 Durchschlagen des Bauwerksscheitels: Die für
4 den Nachweis zugrunde gelegten idealen Ver-
2
zweigungslasten sind unabhängig von der
Streckgrenze und lediglich von der Biegestei-
min = 1,02
figkeit EI abhängig, vgl. Gleichung (2). Die An-
1,0
passung der Streckgrenze ist daher für diesen
0 2 4 6 8 10 Nachweis ohne Auswirkung.
Überdeckung hü [m]
 Bruch der Schraubenverbindung: Die Tragfä-
Bild 27. Verlauf des Verhältniswertes der Scheiteldrücke ge- higkeit der Schraubenverbindung wird insbe-
mäß neuem und altem Regelwerk sondere beim Versagensmodus „Lochleibung“
stark von der Streckgrenze des Stahlblechs ge-
prägt. Im Rahmen der Bemessung ist der Ein-
3.4 Änderungen der Bemessung fluss der Streckgrenze daher bei der Festle-
gung der experimentell zu ermittelten Tragfä-
3.4.1 Einleitung higkeiten bei der Auswertung der Versuchser-
gebnisse zu berücksichtigen, vgl. auch Ab-
Die Überarbeitung der Bemessungsregeln für Well- schnitt 5.
stahlbauwerke erfolgte, neben der Umstellung des
Sicherheitskonzeptes und der Anpassung der Ein-  Biegebruch beim Hinterfüllen: Der Nachweis
wirkungen, im Wesentlichen unter Beibehaltung des Biegebruchs beim Hinterfüllen verwendet
der Bemessungskonzepte von (KLÖPPEL & die auf Grundlage der Streckgrenze ermittelten
GLOCK, 1970) als Grundlage für die Nachweisfüh- plastischen Querschnittswerte. Der Einfluss der
rungen. Nachfolgend werden daher, getrennt für Anpassung der Streckgrenze ist daher zu be-
die einzelnen Stahl- und Grundbaunachweise, die rücksichtigen.
Änderungen der Bemessungsregeln im Detail auf-  Grundbruch im Scheitelbereich: Die Traglast-
gezeigt und verglichen. grenze für den Grundbruch im Scheitelberich
setzt sich aus dem Grundbruchwiderstand pogr,k
3.4.2 Anwendungsgrenze und dem Biegewiederstand Δpo,k des Stahl-
blechs zusammen, vgl. Gleichung (5). Da der
Die Anwendungsgrenze der Bemessungsregeln im Biegewiderstand des Stahlblechs von der
alten Regelwerk war auf den Spannweitenbereich Streckgrenze abhängig ist, ist beim Grund-
s ≤ 8 m und Überdeckungen hü ≤ 15 m begrenzt. Im bruchnachweis im Scheitelbereich die Streck-
neuen Regelwerk wurde aufgrund von Erfahrun- grenzenanpassung zu berücksichtigen, vgl.
gen unterschiedlicher Hersteller der Anwendungs- Gleichung (7) und (8).
bereich erweitert, in dem nun die Bemessung bis
s ≤ 10 m und Überdeckungen bis hü ≤ 20 m geregelt  Grundbruch im Sohlbereich: Sowohl beim
ist. Grundbruch im Ulmenbereich als auch beim
Aufbruch der Sohle ist die Streckgrenze des
3.4.3 Werkstoff / Streckgrenze der Stahl- Stahlblechelements unbedeutend. Die Anpas-
blechelemente sung der Streckgrenze hat daher keine Auswir-
kungen.
Im bisherigen alten Regelwerk wurde auf Grundla-
ge eines St 37 die rechnerische Streckgrenze von
σF = 240 N/mm2 verwendet. Im Zuge der Einfüh-
rung der neuen Liefernormen für warmgewalzte
Baustähle nach DIN EN 10025:2005 sowie der eu-
ropäischen Bemessungsnormen für Stahlbauten
25

3.4.4 Durchschlagen des Bauwerksscheitels Gründe hierfür konnten bisweilen nicht geklärt
werden. Die im neuen Regelwerk vorgesehene
Einwirkungen und Nachweis Reduzierung des Sicherheitsniveaus sollte daher
näher untersucht und überprüft werden.
Abgesehen von der Erhöhung der Verkehrslasten
wurde der Nachweis „Durchschlagen des Bau-
3.4.5 Bruch der Schraubenverbindung
werksscheitels“ in seiner Form beibehalten. So-
wohl nach altem als auch nach neuem Regelwerk
Einwirkungen und Nachweis
sind auf der Widerstandsseite die in (KLÖPPEL &
GLOCK, 1970) aufgeführten Verzweigungslasten Sowohl nach dem bestehenden als auch dem zu-
zu verwenden. künftigen Regelwerk hat die Ermittlung der für den
Schraubennachweis maßgebenden Einwirkung
Sicherheitsfaktoren nach Theorie II. Ordnung zu erfolgen. In beiden
Fällen ist in Abhängigkeit des Steifigkeitsparame-
Die Anpassung der Sicherheitsfaktoren erfolgte
ters α die kritische Normalkraft ND kurz vor dem
gemäß der in Tab. 8 dargestellten Form. Im Unter-
Durchschlagen des Bauwerksscheitels gemäß
schied zum bisherigen Regelwerk ist zukünftig,
(KLÖPPEL & GLOCK, 1970) zu verwenden, vgl.
bedingt durch den einheitlichen Teilsicherheitsbei-
Bild 9.
wert von γM,Ep = 1,4 keine Unterscheidung des Si-
cherheitsniveaus in Abhängigkeit vom Verhältnis
Sicherheitsfaktoren
h/s (Höhe zu Spannweite des Wellstahlbauwerks)
mehr vorgesehen. Die Anpassung der Sicherheitsfaktoren ist in Tab.
9 dargestellt.
Sicherheits- Altes Regelwerk Neues Regelwerk
Sicherheits- Altes Regelwerk Neues Regelwerk
faktoren
faktoren
γG = 1,35
Einwirkung γG = 1,35
γGlobal = 2,5 für h/s < 0,7 γQ = 1,5 Einwirkung
γQ = 1,5
γGlobal = 2,0 für h/s ≥ 0,7 γGlobal = 2,5
Widerstand γM,Ep = 1,4
Widerstand γM = 1,7
Tab. 8. Anpassung der Sicherheitsfaktoren beim Nachweis
Durchschlagen des Bauwerksscheitels Tab. 9. Anpassung der Sicherheitsfaktoren beim Nachweis
Bruch der Schraubenverbindung

Beurteilung und Vergleich


Widerstand
Das beim Nachweis „Durchschlagen des Bauwerk-
Sowohl nach altem als auch neuem Regelwerk hat
scheitels“ im alten Regelwerk verankerte höhere
die Ermittlung der Tragfähigkeit der Schraubenver-
Sicherheitsniveau von γGlobal = 2,5 für flache, und
bindung durch Versuche bei einem anerkannten
damit stärker stabilitätsgefährdete Wellstahlbau-
Prüfinstitut zu erfolgen.
werke mit h/s < 0,7 wird aufgegeben. Anhaltswerte
und Gründe für dieses Vorgehen liegen nicht vor.
Vergleich und Beurteilung
In den alten Regelwerken zur Stabilität der
Grundsätzlich wurden mit Ausnahme der Anpas-
DIN 4114:1952 war die globale Sicherheit generell
sung der Lasten und Teilsicherheitsbeiwerte im
mit einem Wert von γGlobal = 2,0 geregelt. Recher-
Schraubennachweis keine Änderungen vorge-
chen seitens der BASt haben ergeben, dass dieser
nommen. Was den Schraubenwiderstand betrifft,
Sicherheitsbeiwert unabhängig vom Verhältnis h/s
wird in beiden Regelwerken lediglich eine Bele-
so auch in den vorläufigen Richtlinien für biege-
gung durch Versuchsergebnisse bei einem aner-
weiche Rohre des Bundesbahnzentralamtes Mün-
kannten Prüfinstitut gefordert. Eine Verwendung
chen (Juni 1977) und des Bundesministers für Ver-
von Versuchsergebnissen setzt jedoch stets eine
kehr (BMV) für den Straßenbereich (Früh-
statistische Auswertung inklusive Vorgaben über
jahr 1980) angegeben war. Im Zuge des Erschei-
die Ableitung von Tragfähigkeitskennwerten vor-
nens der ersten Richtline für Wellstahlbauwerke im
aus. Im bestehenden alten Regelwerk wurden die
Straßenbau (ARS Nr. 1/1982) wurde jedoch erst-
Traglasten der Schraubenverbindungen nach
malig eine Unterscheidung des Sicherheitsbeiwer-
Kenntnis der Autoren als Mittelwerte in Verbindung
tes für h/s < 0,7 mit γGlobal ≥ 2,5 und für h/s ≥ 0,7 mit
mit der für den Schraubennachweis erforderlichen
γGlobal ≥ 2,0 vorgenommen. Das heißt, im Zuge der
Sicherheit von γGlobal = 2,5 festgelegt. Eine entspre-
damaligen Regelwerksbearbeitung muss eine hö-
chende Vorgehensweise für die Festlegung der
here Sicherheit für die Wellstahlbauwerke mit
Tragfähigkeitswerte für die Schraubenverbindung
h/s < 0,7 für wichtig erachtet worden sein. Die
im neuen Regelwerk steht noch aus. Hinsichtlich
26

der Festlegung von Bauteilwiderständen auf Basis Sicherheitsfaktoren


von Versuchen, enthält jedoch DIN EN 1990:2002
Die Anpassung der Sicherheitsfaktoren ist in Tab.
entsprechende Informationen, wie z.B. die Ermitt-
10 dargestellt. Gemäß dem alten Regelwerk war
lung charakteristischer Tragfähigkeitswerte erfol-
der Nachweis mit einem globalen Sicherheitsbei-
gen, vgl. hierzu auch Kapitel 5.
wert von γGlobal = 1,0 (Bauzustand) zu führen. Im
neuen Regelwerk sind die entsprechenden Teilsi-
3.4.6 Biegebruch beim Hinterfüllen
cherheitsbeiwerte von γG = 1,35 für die ständigen
Einwirkungen der Hinterfüllung und von γM = 1,1 für
Einwirkungen
den plastischen Bauteilwiderstand zu verwenden.
Im alten Regelwerk erfolgte die Ermittlung der für
den Biegebruch beim Hinterfüllen maßgebenden Sicherheits- Altes Regelwerk Neues Regelwerk
maximalen Einwirkung (Biegemoment) unter An- faktoren
satz eines Erddruckbeiwertes von K = 0,5 und es Einwirkung γG = 1,35
ergaben sich die in Gleichung (4) dargestellten γGlobal = 1,0
maximalen Biegemomente max |M|. Widerstand γM = 1,1
Im neuen Regelwerk wurden die Biegemomente Tab. 10. Anpassung der Sicherheitsfaktoren für den Nachweis
für den Nachweis beim Hinterfüllen angepasst, in Biegebruch beim Hinterfüllen
dem unter Einhaltung der in Bild 28 dargestellten
Anforderungen für den Abstand a zwischen Well- Bauteilwiderstand
stahlbauwerk und Böschung bzw. Verbau ein Er-
druckbeiwert von K = 0,4 angesetzt werden darf. Im alten Regelwerk wurde der Biegebruch beim
Hieraus ergeben sich folgende für die Bemessung Hinterfüllen als Nachweis der Grenzspannweite sgr
maßgebenden maximalen Biegemomente: für den Scheitelradius r1 geführt. Diese Nachweis-
form gemäß Gleichung (25) und (26) resultiert aus
3
der Bedingung, dass das vorhandene maximale
max M = fM ⋅ r1 in [kNm/m] (24) Biegemoment max |M| stets kleiner sein muss als
das elastische Biegemonet Mel des Profilquer-
mit schnitts, vgl. Gleichung (27), und lässt sich durch
4 Umstellung der beiden Gleichungen (26) und (28)
fM = 1,20 [kNm/m ]; Momentenfaktor für Kreisprofile
erzielen.
fM = 0,42 [kNm/m4]; Momentenfaktor für Maulprofile
sgr ≤ 2 ⋅ r1.gr (25)
r1 Scheitelradius in [m]
Der neue Ansatz des Erddruckbeiwerts von Mel σ ⋅ Wel
K = 0,4 anstelle von K = 0,5 in Verbindung mit den r1.gr = 3 =3 F [m] (26)
fM fM
Abstandsanforderungen führt, bedingt durch die
unterschiedlichen Momentenfaktoren fM in Glei-
chung (4) und (24), zu einer ca. 25%igen Redukti- max |M| ≤ Mel (27)
on der maßgebenden Einwirkung.
max |M| ≤ fM ⋅ r13 (28)

mit
fM Momentenfaktor für das maximale Biegemo-
ment beim Hinterfüllen in Abhängigkeit vom
Erddruckbeiwert K und der Querschnittsform
in [kNm/m4]
Mel elastisches Biegemoment in [kNm/m] unter
Verwendung der Streck-, bzw. Fließgrenze σF
σF Fließgrenze des Wellstahlprofils nach alter
Bild 28. Mindestabstand a für den Ansatz des Erddruckbei-
Richtlinie, σF = 240 N/mm2
wertes K = 0,4 gemäß neuem Regelwerk
Wel elastisches Widerstandsmoment des Well-
stahlprofils in [cm3/m], vgl. z.B. Tab. 1
27

Im neuen Regelwerk wird der Biegenachweis beim fM.neu Momentenfaktoren für den Nachweis beim
Hinterfüllen in Anlehnung an DIN EN 1993-1-1 Hinterfüllen gemäß neuem Regelwerk in
(Ausgabe 2005) und DIN-Fachbericht 103:2009 [kNm/m4], siehe Gleichung (24)
konsequent als Querschnittsnachweis unter Ver-
wendung von Teilsicherheitsbeiwerten geführt, in fM.alt Momentenfaktoren für den Nachweis beim
dem das maximal einwirkende Biegemomente Hinterfüllen gemäß neuem Regelwerk in
max |M| als ständige Einwirkung dem plastischen [kNm/m4], siehe Gleichung (4)
Bauteilwiderstand in Form von Mpl gegenüberge- Unter Auswertung von Gleichung (32) führt die
stellt wird, siehe Gleichung (29). Umstellung und Anpassung des Nachweises Bie-
gebruch beim Hinterfüllen gemäß neuem Regel-
Mpl
γ G ⋅ max M ≤ (29) werk für die beiden unterschiedlichen Quer-
γM schnittsformen (Kreis- und Maulprofil) lediglich zu
einem ca. 2-3% größeren maximalen Scheitelradi-
mit us r1.gr. Die Auswirkungen durch die Umstellung
des Nachweiskonzeptes und der Reduzierung des
Mpl = 1,24 ⋅ fy,k ⋅ Wel (30) Erddruckbeiwertes K fallen damit sehr gering aus.
Die Reduktion des Erddruckbeiwertes von ur-
Es ist zu erwähnen, dass bei der Bemessung für
sprünglich K = 0,5 (altes Regelwerk) auf K = 0,4
den Biegebruch beim Hinterfüllen, der sonst übli-
(neues Regelwerk) für einen Wandreibungswinkel
che Ansatz einer Korrosionsreserve von
von α = 0° basiert gemäß (GLOCK, 2010) in erster
Δt = 1,0 mm nicht in Ansatz gebracht werden muss.
Linie auf baupraktischen Erfahrungen durch Mes-
sungen von Scheitelhebungen und daraus resultie-
Beurteilung und Vergleich
renden Rückschlüssen auf den tatsächlich vorlie-
Die Umstellung der Nachweisform von dem Nach- genenden Erddruckbeiwert. Der neu gewählte Erd-
weis der Grenzspannweite sgr gemäß dem alten druckbeiwert von K = 0,4 orientiert sich dabei am
Regelwerk auf den Nachweis auf Basis von Quer- aktiven Erdruckbeiwert Kah und liegt auf der siche-
schnittswerten gemäß neuem Regelwerk verfolgt ren Seite. Der gewählte Ansatz scheint daher ins-
konsequent die moderne Bemessungspraxis der gesamt plausibel zu sein.
europäischen Regelwerke.
3.4.7 Grundbruch im Scheitelbereich
Überführt man Gleichung (29) analog dem Nach-
weis im alten Regelwerk auf die Einhaltung einer
Nachweis, Einwirkungen und Widerstand
Grenzspannweite bzw. eines Grenzradius r1.gr für
den Scheitel, so ergibt sich gemäß neuem Regel- Der Grundbruchnachweis im Scheitel ist im alten
werk nachfolgende Darstellung in Gleichung (31). Regelwerk nicht im Detail geregelt. Es wird dort le-
diglich auf den Grundbruchwiderstand des Well-
1,24 ⋅ fy,k ⋅ Wel stahlbauwerks potr verwiesen, der sich aus dem
r1.gr = 3 (31) Grundbruchwiderstand des Bodens pogr und dem
γ G ⋅ fM ⋅ γM
Biegewiederstand des Wellstahlprofils Δpo zu-
sammensetzt und gemäß den Tafeln und Formeln
Unter Verwendung von Gleichung (26) und (31) nach (KLÖPPEL & GLOCK, 1970) zu ermitteln ist,
lassen sich somit durch Vergleich der Grenzra- vgl. Abschnitt 2.2.6. Das heißt, die Größe der Ein-
dien r1.gr die Unterschiede beim Nachweis in Ab- wirkungen ist im alten Regelwerk nicht explizit ge-
hängigkeit von der Querschnittsform (Maul- und klärt. Auf Basis der Angaben in (KLÖP-
Kreisprofil) in allgemein gültiger Form gemäß Glei- PEL & GLOCK, 1970) lässt sich jedoch schließen,
chung (32) darstellen. dass als maßgebende Einwirkung die gleichmäßig
verteilte Flächenlast pov aus Verkehr in Ansatz zu
1,24 ⋅ fy,k ⋅ Wel bringen ist, während das Eigengewicht der Über-
3
r1.gr.Neu γ G ⋅ fM.neu ⋅ γM deckung pB = γB⋅hü als Reduzierung des Grund-
= [-] (32) bruchwiderstandes potr zu verstehen ist. Der Nach-
r1.gr.Alt σF ⋅ Wel
3 weis ist dann entsprechend Gleichung (33) zu füh-
fM.alt
ren.

Mit R potr − γ B ⋅ hü
= ≥ γ Global (33)
E pov
28

Das Nachweiskonzept im neuen Regelwerk folgt Beurteilung und Vergleich


im Prinzip der bestehenden Vorgehensweise nach
Das bestehende Nachweisformat für den Grund-
Gleichung (33), in dem der Grundbruchnachweis
bruch im Scheitel wurde in seiner Form beibehal-
im Scheitel gemäß Gleichung (34) zu führen ist.
ten und auf das Konzept der Teilsicherheitsbeiwer-
Hierbei wird die um den Teilsicherheitsbeiwert γQ
te umgestellt. Die neuen Teilsicherheitsbewerte
vergrößerte charakteristische Flächenlast aus dem
von γQ = 1,5 und γM,Gr = 1,4 entsprechen grundsätz-
Verkehr pov,k, dem um den Teilsicherheitsbei-
lich den Anforderungen gemäß DIN 1054:2005 für
wert γM reduzierten Grundbruchwiderstand potr,k
den Grenzzustand GZ 1B und den Lastfall 1.
abzüglich dem Eigengewicht der Überdeckung
pB,k = γB,k ⋅ hü gegenübergestellt. Bezüglich des Nachweisformats scheint es in An-
lehnung an DIN EN 1990:2002 und an den Grund-
p otr ,k − γ B,k ⋅ hü bruchnachweis in DIN 1054:2005 jedoch sinnvoll,
γ Q ⋅ p ov,k ≤ (34)
γ M,Gr das Eigengewicht der Überdeckung (γB,k hü) als
Beanspruchung mit dem Teilsicherheitsbeiwert γG
In Ergänzung zur Bemessung im alten Regelwerk auf der Einwirkungsseite zu berücksichtigen und
wurde im neuen Regelwerk noch die Bedingung auf der Widerstandsseite den Grundbruchwider-
aufgenommen, dass der Grundbruchnachweis im stand des Bodens pogr,k und den Biegewiderstand
Scheitel erst ab einem Verhältnis von hü/r1 < 0,5 zu des Wellstahlblechs Δpo,k separat mit den entspre-
führen ist. Hierin drückt sich die Erfahrung aus, chenden werkstoffspezifischen Teilsicherheitsbei-
dass der Grundbruchnachweis im Scheitel im All- werten zu versehen. Gleichung (35) enthält hierzu
gemeinen nur bei geringer Überdeckung maßge- einen Vorschlag für eine angepasste Nachweis-
bend wird. gleichung, bei der im Sinne des neuen Nachweis-
konzepts nach DIN EN 1990:2002 die Einwirkun-
Bei der Anwendung des alten Regelwerkes wurde gen und Widerstände in konsequenter Form ge-
beim Grundbruchnachweis im Scheitel in der Pra- trennt sind.
xis i.d.R. keine dynamische Erhöhung der Ver-
kehrslasten durch den Schwingbeiwert ϕ gemäß p ogr ,k Δp o,k
γ Q ⋅ p ov,k + γ G ⋅ γ B,k ⋅ hü ≤ + (35)
DIN 1072:1985 vorgenommen. γ M,Gr γ M,0

Sicherheitsfaktoren
mit
Die Anpassung der Sicherheitsfaktoren ist in Tab.
γQ = 1,5; Teilsicherheitsbeiwert für ungünstige
11 dargestellt. Im neuen Regelwerk ist für die Ver-
veränderliche Einwirkungen im LF 1, GZ 1B
kehrslast der Teilsicherheitsbeiwert von γQ = 1,5 zu
nach DIN 1054:2005.
verwenden und für den Grundbruchwiderstand der
Teilsicherheitsbeiwert von γM,Gr = 1,4. γG = 1,35; Teilsicherheitsbeiwert für ständige
Einwirkungen, Bodenbeanspruchungen aus
Sicherheits- Altes Regelwerk Neues Regelwerk ständigen Einwirkungen (Eigengewicht der
faktoren Überdeckung) im LF 1, GZ 1B nach
Einwirkung γQ = 1,5
DIN 1054:2005.
γGlobal = 2,0 γM,Gr = 1,4; Teilsicherheitsbeiwert für den Grund-
Widerstand γM,Gr = 1,4 bruchwiderstand im LF 1, GZ 1B nach
Tab. 11. Anpassung der Sicherheitsfaktoren für den Grund-
DIN 1054:2005.
bruchnachweis im Scheitel γM,0 = 1,0; Teilsicherheitsbeiwert für den Quer-
schnittswiderstand bei Zug- oder Druckbe-
Biegewiderstand des Wellstahlprofils anspruchung falls lokales und globales Sta-
Bei der Ermittlung des Biegewiderstands des Well- bilitätsversagen ausgeschlossen werden
stahlprofils Δpo ist die im neuen Regelwerk vorge- kann nach DIN-Fachbericht 103:2009 und
nommene Anpassung der Streckgrenze von DIN EN 1993-1-1:2005.
240 N/mm2 auf 235 N/mm2 zu berücksichtigen. Im Die im neuen Regelwerk vorhandene Einschrän-
neuen Regelwerk wurde dies durch die entspre- kung des Nachweises für geringe Überdeckungen
chende Auswertung der Formeln von (KLÖP- (hü/r1 < 0,5) beruht auf Erfahrungen und stellt für
PEL & GLOCK, 1970) sowie deren grafische Auf- die Bemessung eine Vereinfachung dar. Diese
arbeitung vorgenommen, vgl. Bild 16. Vereinfachung wird im Rahmen der in Ab-
schnitt 4.5.7 durchgeführten Untersuchungen nä-
her betrachtet und beurteilt.
29

Die Anpassung der Streckgrenze von 240 N/mm2 Sicherheits- Altes Regelwerk Neues Regelwerk
auf 235 N/mm2 hat insgesamt nur äußerst geringe faktoren
Auswirkungen auf den Nachweis und ist im neuen Einwirkung
γG = 1,35
Regelwerk im Rahmen der Anpassung des An- γQ = 1,5
γGlobal = 2,0
hangs bereits berücksichtigt. Widerstand γGr = 1,4

3.4.8 Grundbruchnachweise im Sohlbereich Tab. 12. Anpassung der Sicherheitsfaktoren für die Grund-
bruchnachweise im Sohlbereich
Allgemeines
Widerstand
Im Unterschied zum alten Regelwerk, innerhalb
dessen keine konkreten Angaben zur Führung der Die Grundbruchwiderstände für den Sohlbereich
Grundbruchnachweise im Sohlbereich gemacht folgen den Vorschlägen von (GLOCK, 1976) ent-
wurden, sind im neuen Regelwerke konkrete sprechend Abschnitt 2.2.7, Gleichung (9) für den
Nachweisgleichungen für den Grundbruch im Ul- Grundbruchwiderstand p2Gr,k im Ulmenbereich und
menbereich und den Aufbruch der Sohle angege- Gleichung (10) für den Bodenwiderstand p1C,k ge-
ben. Analog dem bestehenden Regelwerk wird gen den Aufbruch der Sohle.
auch im neuen Regelwerk an der Bedingung fest-
gehalten, dass die Nachweise ausschließlich für Beurteilung
gedrungene bzw. flache Querschnittsformen mit Für die Grundbruchnachweise im Sohlbereich
einem Verhältnis von h/s < 0,7 erforderlich sind. werden im Rahmen der neuen Richtlinie erstmals
Die im neuen Regelwerk aufgeführten Grund- konkrete Nachweisgleichungen angegeben, die
bruchnachweise für den Sohlbereich folgen den den bisherigen Stand der Technik repräsentieren.
Vorschlägen von (GLOCK, 1976) entsprechend Durch die Anpassung der Nachweisgleichungen
Abschnitt 2.2.7. Sofern das Teilsicherheitskonzept an das Teilsicherheitskonzept genügen die Nach-
angewendet wird, können alternativ die Grund- weise den Anforderungen der aktuellen Grund-
bruchnachweise im Sohlbereich auch auf Basis der baubemessung nach DIN 1054:2005 auch hin-
Untersuchungen von (FEDER, 1984) geführt wer- sichtlich der gewählten Teilsicherheitsbewerte.
den.
3.5 Konstruktive Änderungen
Einwirkungen
Sowohl für den Grundbruch im Ulmenbereich als 3.5.1 Mindestüberdeckung hü.min
auch für den Aufbruch der Sohle wird als maßge-
bende Einwirkung der sich aus dem Eigengewicht Im alten Regelwerk war die Mindestüberde-
der Überdeckung und der Verkehrslast zusam- ckung hü.min wie folgt festgelegt:
mensetzende Scheiteldruck ps,d, nach den Glei-
chungen (19) bis (22) verwendet. Für den Nach- s
hü,min = und hü,min ≥ 0,6 m (37)
weis im Ulmenbereich wird der Scheiteldruck in die 6
maßgebende Beanspruchung im Ulmenbereich p2
des Wellstahlbauwerks entsprechend dem Ra- Die Anforderungen hinsichtlich der Mindestüberde-
dienverhältnis umgerechnet: ckung wurden, mit Ausnahme der Maul- und Bo-
genprofile, im neuen Regelwerk gemäß Glei-
r1 chung (37) beibehalten. Für Maul- und Bogenprofi-
p 2,d = ps,d ⋅ (36)
r2 le wurden hingegen die Mindestüberdeckungen
entsprechend nachfolgender Gleichung (38) etwas
Sicherheitsfaktoren reduziert.

Die Anpassung der Sicherheitsfaktoren ist in Tab. s


hü,min = und hü,min ≥ 0,6 m (38)
12 dargestellt. Im neuen Regelwerk ist für die Ver- 8
kehrslast der Teilsicherheitsbeiwert von γQ = 1,5 zu
verwenden und für die Grundbruchwiderstände Bild 29 zeigt hierzu eine Gegenüberstellung der
analog dem Grundbruch im Scheitel der Teilsi- Mindestüberdeckung gemäß altem und neuem
cherheitsbeiwert von γGr = 1,4. Regelwerk für Maul- und Bogenprofile. Wesentli-
che Änderungen der Mindestüberdeckung ergeben
sich ab einer Spannweite von s > 4 m. Für Spann-
30

weiten von s ≤ 3,6 m sind die Anforderungen iden- konkreten Einbausituation grundlegende Auswir-
tisch. kungen und Tendenzen aufzeigt werden können.
Schließlich werden die allgemeingültigen Betrach-
1.8 tungen mit den Ergebnissen der Parameterunter-
Mindestüberdeckung hü [m]

1.6
Altes Regelwerk suchungen überprüft und beurteilt.
Neues Regelwerk
1.4

1.2
4.2 Auswahl des Parameterfeldes
1.0

0.8
4.2.1 Parameter
0.6

0.4 Die Einbausituation von Wellstahlbauwerken lässt


3,6 4,8
0.2 sich in allgemeiner Form durch nachfolgenden Pa-
0.0 rametersatz beschreiben, vgl. auch Bild 30:
0 2 4 6 8 10

Spannweite s [m] 1. Globalgeometrie


 Spannweite s
Bild 29. Änderung der Mindestüberdeckung hü.min für Maul-  Höhe h
und Bogenprofile  Überdeckung hü

3.5.2 Mindestblechdicke tmin 2. Querschnittskennwerte


 Querschnittsform: Kreis-, Maul-, Bogen- und
Die Dicke der Stahlblechelemente setzt sich aus Unterführungsprofile, elliptisches Profil
der statisch erforderlichen Dicke zuzüglich eines  Blechdicke t
Korrosionszuschlags von ΔtKor = 1,0 mm zusam-  Verschraubung nS
men. Tab. 13 zeigt die Änderungen der Mindest-
blechdicke beim Übergang vom alten ins neue Re- 3. Bodenkennwerte
gelwerk. Für den Spannweitenbereich von s ≥ 2 m  Steifemodul ES
reduziert sich zukünftig die Mindestblechdicke um  Wichte γB,k
0,75 mm.  Reibungswinkel ϕ‘k

Mindestblechdicke tmin inkl. Korrosionszuschlag OK Fahrbahn


Altes Neues
Regelwerk Regelwerk hü
Rohrbettungsbereich Quer-
3 mm für s < 2 m
3,25 mm Boden, ES, ϕ‘k, γB,k schnitt
4 mm für s ≥ 2 m

Tab. 13. Änderungen der Mindestblechdicke r1

4 Vergleichende Berechnungen
an Wellstahlbauwerken
s
4.1 Einleitung Bild 30. Allgemeine Einbausituation von Wellstahlbauwerken

In diesem Kapitel werden vergleichende Berech- 4.2.2 Voruntersuchungen


nungen an konkreten Einbausituationen von Well-
stahlbauwerken durchgeführt, mit dem Ziel, die Die Vergleichsrechnungen an einzelnen Wellstahl-
Auswirkungen der Änderungen in der Nachweis- bauwerken hatten zum Ziel ein möglichst umfas-
führung und der Anpassung der Einwirkungen sendes und für die Anwendung in der Praxis re-
beim Übergang vom alten Regelwerk in das neue präsentatives Spektrum an unterschiedlichen Ein-
Regelwerk aufzuzeigen. Hierzu wird in einem ers- bausituationen abzudecken. Hierzu wurden von
ten Schritt ein definiertes Parameterfeld von 59 einem Hersteller Daten vom Jahr 2008 bereit ge-
konkreten Einbausituationen für die Vergleichsbe- stellt, die eine Abschätzung von in der Praxis her-
rechnungen festgelegt. In einem zweiten Schritt gestellten Wellstahlbauwerken ermöglichen.
werden allgemeingültige Vergleichsbetrachtungen
vorgenommen, anhand derer unabhängig von der
31

Bild 31 und Bild 32 zeigen eine Auswertung der Querschnittsform Rel. Häufigkeit Bauwerke*
Ergebnisse im Häufigkeitsdiagramm getrennt für hoch 29%
die Spannweite s und die Höhe h. Maulprofil
flach 25%
Hinsichtlich der Spannweite lässt sich eine große hoch 5%
Häufigkeit im Bereich von s = 2 – 5 m feststellen. Unterführungsprofil
flach 9%
Hierbei handelt es sich nach Angaben des Herstel-
Kreisprofil 14%
lers zufolge im Wesentlichen um kleinere Bach-
durchlässe für die i.d.R. Maulprofile verwendet Kreisbogenprofil 10%
werden. Im Spannweitenbereich s > 5 m kommen Elliptische Profil 4%
hingegen häufig Unterführungsprofile zum Einsatz. Sonderprofil 4%
Bezüglich der Höhe der Durchlässe zeigt sich eine * Gesamtanzahl an Wellstahlbauwerken n = 28
Häufigkeit im Bereich von h = 2 – 5 m.
Tab. 14. Relative Häufigkeit von Querschnittsformen von ver-
Tab. 14 und Bild 33 zeigen eine Auswertung von bauten Wellstahlbauwerken, Datenquelle: Fa. HAM-
Herstellerdaten aufgeteilt nach Querschnittsfor- CO, Dinslaken
men. Gemessen an der Gesamtanzahl der ausge-
führten Wellstahlbauwerke kommen Maulprofile mit 4% 4%
über 50% am Häufigsten vor, gefolgt von den Un- 10%
terführungs- und Kreisprofilen mit jeweils 14%.
14%
12 54%
n = 28

10 r1
absolute Häufigkeit [-]

h 14%

s
6
Maulprofile Unterführungsprofile
4
Kreisprofile Kreisbogenprofile
Elliptische Profile Sonderprofile
2
Bild 33. Relative Häufigkeit von verbauten Wellstahlquer-
0 schnitten, Datenquelle: Fa. HAMCO, Dinslaken
2 4 6 8 10 12

Spannweite s [m] 4.2.3 Festlegung des Parameterbereichs


Bild 31. Häufigkeitsverteilung der Spannweite s von verbauten
Wellstahlbauwerken; Datenquelle: Fa. HAMCO, Dins- Das Parameterfeld für die Vergleichsberechnun-
laken gen an den einzelnen Wellstahlbauwerken wurde
so gewählt, dass ausgehend von einem Standard-
10
n = 28
beispiel mit festgelegten Eingangsgrößen die ein-
r1
zelnen in Abschnitt 4.2.1 dargestellten Parameter
jeweils getrennt voneinander variiert wurden.
absolute Häufigkeit [-]

8
h

In Anlehnung an die Ergebnisse der Betrachtun-


6
s gen des vorherigen Kapitels wurde als Standard-
beispiel ein hohes Maulprofil mit einer Spannweite
4
von s = 3,7 m und einer Höhe von h = 2,4 m ge-
wählt. Die weiteren Kenngrößen des Standardbei-
2
spiels sind in Tab. 15 aufgeführt.

0 Tab. 16 zeigt in Ergänzung zum Standardbeispiel


1 2 3 4 5 6 7 8 einen allgemeinen Überblick über das gewählte
Höhe h [m] Parameterfeld. Variiert wurden neben der Spann-
weite s, der Höhe h und der Überdeckung hü die
Bild 32. Häufigkeitsverteilung der Höhe h von verbauten Well-
stahlbauwerken; Datenquelle: Fa. HAMCO, Dinslaken
unterschiedlichen Querschnittsformen (Maulprofil,
Kreisprofil,….) sowie die Bodenkennwerte in Form
des Steifemoduls ES und des Reibungswinkels ϕ‘k.
Die Wanddicke t und die Anzahl der Schrauben nS
wurden in Abhängigkeit der statischen Erfordernis-
sen festgelegt.
32

Kenngrößen Wert Nr. Querschnitt Über- Boden


deckung
Spannweite s [m] 3,701
Form Bez. s h hü ES ϕ ‘k
Global- 1) 2)
[m] 2,442 [kN/m2]
geometrie Höhe h
[m] [m] [m] [°]
1 2,0 30.000 30
Überdeckung hü [m] 2,0
2 hü.min 20.000 30
Maulprofil MA8 3 1,0 30.000 30
Form/Typ [-]
Fa. HAMCO 4 3,0 30.000 30
Radien r1 / r2 / r3 [m] 1,87 / 0,63 / 5,06 5 4,0 30.000 30
Quer- nach statischer Er- 6 5,0 30.000 30
Wanddicke t [mm] 7 6,0 30.000 30
schnitt fordernis
2 8 MA8 3,70 2,44 2,0 40.000 30
Streckgrenze [N/mm ] 235
9 2,0 20.000 35
Verschraubung 10 hü.min 20.000 35
[Stk/m] 10
M20 8.8 11 6,0 30.000 35
2
Steifemodul ES [kN/m ] 30.000 12 hü.min 30.000 30
3 13 6,0 40.000 30
Boden Wichte γB,k [kN/m ] 20
14 hü.min 30.000 35
Reibungswinkel ϕ‘k [°] 30 15 M 6,0 40.000 35
16 hü.min 30.000 30
17 MA3 2,29 1,73 2,0 30.000 30
18 6,0 30.000 30
19 hü.min 30.000 30
20 MB14 5,89 3,53 2,0 30.000 30
21 6,0 30.000 30
22 hü.min 30.000 30
23 3,0 30.000 30
24 MB24 7,95 4,53 6,0 40.000 30
25 3,0 30.000 35
26 3,0 40.000 30
27 hü.min 20.000 30
28 MA41 10,01 7,37 3,0 30.000 30
29 6,0 30.000 30
30 hü.min 20.000 30
31 2,0 30.000 30
32 K K20 2,99 4,0 30.000 30
Tab. 15. Kenngrößen des Standardbeispiels 33 6,0 30.000 30
34 4,0 30.000 35
35 hü.min 20.000 30
Kenngrößen Parameterbereich
36 2,0 30.000 30
Spannweite s [m] 2……..10 37 UH3 3,37 3,10 4,0 30.000 30
Global- 38 6,0 30.000 30
[m] 2……..8
geometrie Höhe h 39 2,0 30.000 35
Überdeckung hü [m] hü,min…..6 40 hü.min 40.000 35
Maulprofil 41 2,0 30.000 30
Kreisprofil 42 UF10 4,96 4,00 4,0 30.000 30
Form [-]
Unterführungsprofil 43 6,0 30.000 30
Bogenprofil 44 4,0 30.000 35
U
entsprechend der 45 hü.min 40.000 35
Quer- Radien r1 / r2 / r3 [m] 46 2,0 30.000 30
Querschnittsform
schnitt 47 UF16 6,44 5,39 4,0 30.000 30
nach statischer Er-
Wanddicke t [mm] 48 6,0 30.000 30
fordernis
2 49 4,0 30.000 35
Streckgrenze [N/mm ] 235 (konstant)
50 hü.min 20.000 35
Verschraubung nach statischer Er- 51 2,0 20.000 30
[Stk/m]
M20 8.8 fordernis 52 UH35 9,29 8,19 4,0 30.000 30
20.000 53 6,0 30.000 30
2
Steifemodul ES [kN/m ] 30.000 54 4,0 30.000 35
40.000 55 hü.min 20.000 35
Boden
3 56 3,0 20.000 30
Wichte γB,k [kN/m ] 20 (konstant)
57 B KB128 9,00 3,54 4,0 30.000 30
Reibungswinkel ϕ‘k [°] 30, 35 58 3,0 30.000 35
59 3,0 40.000 35
Tab. 16. Überblick zum untersuchten Parameterbereich 1)
M..Maulprofil, K..Kreispr., U..Unterführungpr., B..Bogenpr.
2)
MA, MB, KB.. Profilbezeichnungen der Firma Hamco
K, UH, UF….. Profilbezeichnungen der Firma Voestalpine
Tab. 17. Parameterüberblick der Vergleichsberechnungen
33

Spannweite Über- Bodenkennwerte Ein Vergleich der Varianten „Alt“ mit „Neu“ ermög-
deckung Steifemodul Reibungswinkel licht somit eine Aussage über die Auswirkungen
s hü ES ϕ ‘k der vorgesehenen Umstellung vom alten ins neue
[m] [m] [kN/m2] [°]
Regelwerk, im Rahmen derer sowohl die Anpas-
< ¼ ⋅s 20.000 30 sung des Nachweiskonzeptes als auch die Anpas-
<5
> ¼ ⋅s 30.000 28 sung der Einwirkungen beinhaltet sind. Ein Ver-
< ¼ ⋅s 20.000 32 gleich der Varianten „Alt“ mit „AN“ ermöglicht hin-
>5 gegen – unter Beibehaltung des Nachweiskonzep-
> ¼ ⋅s 30.000 30
tes – unmittelbar eine Aussage über die Auswir-
Tab. 18. Einsatzempfehlungen von Wellstahlbauwerken ge- kungen der Lastanpassung. Dagegen erlaubt der
mäß (HAMCO, 2005) Vergleich der Varianten „Neu“ mit „AN“ eine Aus-
sage über das Sicherheitsniveau – unter Beibehal-
Ausgehend von diesem Parameterfeld wurden für tung gleicher Einwirkungen – beim Übergang vom
die Vergleichsberechnungen schließlich insgesamt alten ins neue Regelwerk.
59 einzelne Einbausituationen in Abstimmung mit
dem Auftraggeber festgelegt. Tab. 17 gibt hierzu Für jede der in Tab. 17 aufgeführten Einbausituati-
einen vollständigen Überblick im Detail. Der Groß- on wurde jeweils eine Berechnung nach den drei
teil der Untersuchungen erfolgte ausgehend vom Varianten durchgeführt.
Standardbeispiel an Maulprofilen. Die Festlegung
der jeweiligen Bodenkennwerte orientierte sich an 4.3.2 Vergleichskenngröße
den Angaben in Tab. 18.
Im Zuge der Bearbeitung des Projekts hat es sich
für den Vergleich der Berechnungsergebnisse als
4.3 Vergleichsvarianten, Vergleichs- zweckmäßig erwiesen, in Abhängigkeit des Nach-
kenngrößen und Berechnungsan- weiskonzeptes den so genannten Ausnutzungs-
nahmen grad η gemäß nachfolgenden Definitionen zu ver-
wenden.
4.3.1 Vergleichsvarianten
erforderli che Sicherheit
η Alt = (39)
Im Rahmen der Anpassung der Regelwerke für vorhandene Sicherheit
Wellstahlbauwerke wurden von der BASt AG 2.1.1
nachfolgende Änderungen vorgenommen: Bemessungs wert der Einwirkung E d
ηNeu = (40)
Bemessungs wert des Widerstan des R d
• Umstellung des Nachweiskonzeptes vom Glo-
balsicherheitskonzept im altem Regelwerk (ARS
20/97) auf das Teilsicherheitskonzept im neuen Ist der Ausnutzungsgrad η ≤ 1,0 bedeutet dies,
Regelwerk (ZTV-ING Teil 9-4) und dass sowohl nach altem als auch nach neuem Si-
cherheitskonzept der Nachweis erfüllt ist. Auf
• Anpassung veränderlichen Einwirkungen (Ver- Grundlage der so definierten Ausnutzungsgrade ist
kehrslast) von DIN 1072:1985 gemäß altem Re- damit, mit und ohne Variation der Einwirkungen,
gelwerk auf den DIN-Fachbericht 101:2009 ge- ein direkter Vergleich der Ergebnisse möglich.
mäß neuem Regelwerk, vgl. Kapitel 3.3.
4.3.3 Berechnungsannahmen
Um die Auswirkungen der oben genannten Anpas-
sungen darstellen zu können wurden für die Ver- Ausgehend von den in Tab. 17 festgelegten Para-
gleichsberechnungen nachfolgende drei Varianten metern wurden bei den Berechnungen die freien,
gewählt, die sich hinsichtlich des im jeweiligen Re- d.h. die sich nach den statischen Erfordernissen
gelwerk verankerten Nachweiskonzeptes und dem ergebenden Parameter: die Blechdicke t in [mm]
Ansatz der Einwirkungen unterscheiden: und die Anzahl Schrauben nS in [Stk/m] gemäß
 Variante „Alt“: Altes Regelwerk & Alte Einwir- nachfolgenden Grundsätzen ermittelt:
kungen  Minimierung der Blechdicke t in dem prakti-
 Variante „AN“: Altes Regelwerk & Neue cha- schen Raster von 2,75 / 3,25 / 4,00 / 4,75 / 5,00 /
rakteristische Einwirkungen oh- 6,25 / 7,0 mm derart, dass alle Einzelnachweis
ne Schwingbeiwert für die Berechnungsvariante „Alt“ erfüllt sind,
d.h. η ≤ 1,0.
 Variante „Neu“: Neues Regelwerk & Neue Ein-
wirkungen  Minimierung der Anzahl der Schrauben im typi-
schen Bereich nS = 10, 15 und 20 Stk/m.
34

In Fällen bei denen der Nachweis „Bruch der ENeu,d Bemessungswert der Einwirkung nach
Schraubenverbindung“ bemessungsbestimmend neuem Regelwerk
war, wurde aus wirtschaftlichen Gründen primär
RNeu,d Bemessungswert des Widerstands nach
die Blechdicke t zu Lasten der Anzahl der Schrau-
neuem Regelwerk
ben nS minimiert.
ENeu,k charakteristische Einwirkung ohne
Innerhalb der Berechnungen wurden hinsichtlich
Schwingbeiwert nach neuem Regelwerk
der Streckgrenze die im entsprechenden Regel-
werk festgelegten Werte, d.h. σF = 240 N/mm2 ge- Die Umstellung des Nachweiskonzepts wurde in
mäß altem Regelwerk und fy,k = 235 N/mm2 gemäß Bezug auf den Bauteilwiderstand weiterhin derart
neuem Regelwerk verwendet. durchgeführt, dass die im alten Regelwerk aufge-
führten Bauteilwiderstände gemäß (KLÖP-
Für die Grundbruchnachweise im Scheitel wurde
PEL & GLOCK, 1970) im neuen Regelwerk um
bei hohen Überdeckungen von hü > ½⋅r1 auf der si-
den jeweiligen Teilsicherheitsbeiwert γM bzw. γM.Gr
cheren Seite liegend die in Kapitel 2.2.6 und Bild
reduziert worden sind:
17 aufgeführte lineare Interpolation verwendet.
R Alt
R Neu,d = (45)
4.4 Allgemeingültige Vergleichsbe- γM
trachtungen
mit
4.4.1 Allgemein
γM Teilsicherheitsbeiwert für den Widerstand
gemäß neuem Regelwerk für den betreffen-
Die Umstellung des Regelwerks wurde von der
den Nachweis
BASt-AG 2.1.1 unter der Maßgabe durchgeführt,
dass beim Übergang vom alten Regelwerk (Varian- Unter Verwendung und Umstellung der Gleichun-
te „Alt“) ins neue Regelwerk (Variante „Neu“) das gen (41) - (45) lässt sich schließlich nachfolgender
Sicherheitsniveau weitestgehend erhalten bleiben allgemein gültiger Zusammenhang das Verhältnis
soll. Mathematisch lässt sich dies, unter Verwen- der Ausnutzungsgrade für die Varianten „Alt“ und
dung der in Gleichung (39) und (40) definierten „Neu“ herleiten:
Ausnutzungsgrade ηAlt und ηNeu, durch nachfol-
gende Bedingung ausdrücken: ηNeu ENeu,d γ
= ⋅ M ≥ 1,0 (46)
η Alt E Alt γ Global
ηNeu
ηNeu ≈ ≥ ηAlt  ≥ 1,0 (41)
ηAlt Gleichung (46) besagt, dass unter Kenntnis der Si-
cherheitsbeiwerte γM und γGlobal und des Quotienten
Durch Einführung von Einwirkungen E, Widerstän- der Einwirkungen ENeu,d /EAlt eine allgemein gültige
den R und Sicherheitsfaktoren γ lassen sich die Aussage über das Sicherheitsniveau bzw. das
Ausnutzungsgrade ηAlt, ηNeu sowie auch ηAN wie Verhältnis der Ausnutzungsgrade ηNeu/ ηAlt beim
folgt darstellen: Übergang vom alten ins neue Regelwerk getroffen
werden kann.
γ Global
η Alt = (42) In Tab. 19 sind für die unterschiedlichen Nachwei-
R Alt / E Alt
se bzw. Grenzzustände der globale Sicherheits-
beiwerte γGlobal nach altem Regelwerk, der Teilsi-
ENeu,d cherheitsbeiwert γM nach neuem Regelwerk sowie
ηNeu = (43)
R Neu,d der Quotient der beiden Werte γM /γGlobal aus Glei-
chung (46) zusammengestellt.
γ Global
η AN = (44)
R Alt / ENeu,k

mit
γGlobal globaler Sicherheitsfaktor gemäß altem
Regelwerk
EAlt, RAlt Einwirkung und Widerstand nach altem
Regelwerk
35

Nachweis / Altes Neues Quo- mäß Tab. 19, lassen sich schließlich für die unter-
Grenzzustand Regelwerk Regelwerk tient schiedlichen Nachweise die Verhältnisse der Aus-
γGlobal γM γM / γGlobal nutzungsgrade ηNeu/ηAlt beim Übergang vom alten
1,4 0,56 ins neue Regelwerk gemäß Gleichung (46) in Bild
Durchschla- h/s < 0,7 2,5
gen Scheitel h/s ≥ 0,7 35 grafisch aufzeigen. Für die Darstellung wurde
2,0 1,4 0,70
eine Spannweite von s = 4,0 m gewählt. Für Über-
Bruch Schrauben-
verbindung
2,5 1,7 0,68 deckungen hü < 3,8 m sind die Ergebnisse von der
Spannweite s abhängig, während für größere Ü-
Grundbruch Scheitel 2,0 1,4 0,70
berdeckungen hü ≥ 3,8 m die Ergebnisse unabhän-
Grundbruch Sohle 2,0 1,4 0,70 gig von der Spannweite s des Querschnitts sind,
Tab. 19. Überblick Sicherheitsbeiwerte vgl. Bild 34.
Aus Bild 35 lässt sich ableiten, dass sich beim
4.4.2 Vergleich der Berechnungsvarianten Übergang vom alten ins neue Regelwerk für die
„Alt“ mit „Neu“ Grenzzustände „Durchschlagen des Bauwerk-
scheitels“ für h/s ≥ 0,7 und „Aufbruch der Sohle“ bis
Wie bereits in Abschnitt 3.3.5 erwähnt, wird bei der zu Überdeckungen von hü ≤ 6 m maximal 12% hö-
Bemessung von Wellstahlbauwerken i.d.R. der here Ausnutzungsgrade bzw. Sicherheiten erge-
Scheiteldruck ps nach altem Regelwerk bzw. ps,d ben, während sich für höhere Überdeckungen von
nach neuem Regelwerk als maßgebende Einwir- hü > 6 m etwas geringere Sicherheiten ergeben. Ein
kung für den Nachweis verwendet. Lediglich für ähnliches Verhalten zeigt sich für den Grenzzu-
den Grundbruch im Scheitel wird die gleichmäßig stand „Bruch der Schraubenverbindung“. Für den
verteilte Flächenlast aus Verkehr pov bzw. pov,k als Grenzzustand „Durchschlagen des Bauwerks-
Einwirkung benützt. Das in Gleichung (46) aufge- scheitels“ für h/s < 0,7 ergeben sich durchgehend
führte Verhältnis Ed,Neu/EAlt lässt sich somit in Ab- um 10-20% geringere Sicherheiten nach neuem
hängigkeit der maßgebenden Einwirkungsgröße Regelwerk. Dies ist auf das nun einheitliche Si-
wie folgt ermitteln: cherheitsniveau beim Durchschlagnachweis ge-
Fall 1: Scheiteldruck als maßgebende Einwir- mäß neuem Regelwerk zurückzuführen, vgl. Ab-
kung schnitt 3.4.4.
Bild 35 zeigt, dass sich für den Grenzzustand
ENeu,d p s,d γ G ⋅ pB,k + γ Q ⋅ p v,k
= = [-] (47) „Grundbruch im Scheitel“ beim Übergang vom al-
E Alt ps pB + ϕ ⋅ p v ten ins neue Regelwerk ein um den Faktor 1,52
(= 2,17 x 0,7) höherer Ausnutzungsgrad bzw. Si-
Fall 2: Verkehrslast als maßgebende Einwir- cherheit ergibt. Das heißt, bei diesem Nachweis
kung wird durch die Umstellung des Regelwerks und die
Anpassung der Einwirkungen das Sicherheitsni-
ENeu,d p ov,d γ Q ⋅ p ov,k 1,5 ⋅ 65 veau um ca. 50% angehoben. Die Ursache hierfür
= = = = 2,17 [-] (48)
E Alt p ov p ov 45 liegt vor allem durch den bei diesem Nachweis auf
gleichmäßig verteilte Verkehrslast pov anstelle des
Während für den Fall 2 (Verkehrslast als maßge- sonst üblichen Scheiteldrucks ps. Während beim
bende Einwirkung) das Verhältnis der Einwirkun-
1,7
gen einen konstanten Wert von 2,17 annimmt, ist s in [m]
das Verhältnis für den Fall 1 (Scheiteldruck als 10 max = 1,65
8
Verhältnis ps.d/ps [-]

6
maßgebende Einwirkung) abhängig von der Über- 1,6 4
2
deckung hü, und bedingt durch den Schwingbei-
wert ϕ im alten Regelwerk von der Spannweite s.
1,5
Bild 34 zeigt für den Fall 1 eine grafische Darstel-
lung des Quotienten der einwirkenden Scheiteldrü-
cke ps,d/ps nach altem und neuen Regelwerk. Der 1,4
min = 1,38
Verhältniswert liegt insgesamt in einem Bereich
von 1,38 – 1,65 und ist bis zu einer Überdeckung
von hü = 3,8 m von der Spannweite s des Well- 1,3
0 2 4 6 8 10
stahlbauwerks abhängig.
Überdeckung hü [m]
Ausgehend von den beiden Quotienten der Einwir- Bild 34. Verhältnis des Scheiteldrucks ps,d/ps nach neuem und
kungen in Gleichung (47) und (48) sowie dem altem Regelwerk
Quotienten der Sicherheitsbeiwerte γM/γGlobal ge-
36

1,6 weiskonzeptes unter Beibehaltung gleicher Einwir-


1,5 kungen ableiten. Hierzu wird Gleichung (46) ent-
Verhältnis ηNeu/ηAlt [-]

1,4 sprechend angepasst:


höheres Sicherheitsniveau
1,3
nach neuem Regelwerk ηNeu ENeu,d γM
1,2 = ⋅ ≥ 1,0 (49)
η AN ENeu,k γ Global
1,1

1,0
In Abhängigkeit der für den jeweiligen Nachweis
0,9
maßgebenden Einwirkungsgröße (Scheiteldruck ps
0,8
gültig für s = 4 m unabhängig von s
bzw. Verkehrslast pov) wird für das Verhältnis der
0,7 Einwirkungen wiederum nachfolgende Fallunter-
0 2 4 6 8 10
scheidung vorgenommen.
Überdeckung hü [m]
Fall 1: Scheiteldruck als maßgebende Einwir-
Durchschlagen Scheitel (h/s ≥ 0,7)
Aufbruch der Sohle
kung
Bruch Schraubenverbindung
ENeu,d p s,d γ G ⋅ pB,k + γ Q ⋅ p v,k
Grundbruch Scheitel = = [-] (50)
ENeu,k p s,k pB,k + p v,k
Durchschlagen Scheitel (h/s < 0,7)

Bild 35. Allgemein gültiger Vergleich des Verhältnisses des Fall 2: Verkehrslast als maßgebende Einwir-
Ausnutzungsgrades für die unterschiedlichen Nach- kung
weise „Neu“ und „Alt“ beim Übergang vom alten ins
neue Regelwerk, Spannweite s = 4 m ENeu,d p ov,d γ Q ⋅ p ov,k 1,5 ⋅ 65
= = = = 1,5 [-] (51)
ENeu,k p ov,k p ov,k 65
Scheiteldruck die Erhöhung der Verkehrslast pov
bedingt durch den Wegfall des Schwingbeiwer-
tes ϕ und durch das Eigengewicht der Überde- Ausgehend von den Quotienten der Einwirkungen
ckung größtenteils kompensiert wird, vgl. Bild 27, in Gleichung (50) und (51) sowie dem Quotienten
ist diese beim Nachweis des „Grundbruch im der Sicherheitsbeiwerte γM/γGlobal gemäß Tab. 19,
Scheitel“ bedingt durch den einwirkungsseitig vor- lassen sich schließlich für die unterschiedlichen
handenen Bezug auf die Verkehrslast pov nicht der Nachweise die Verhältnisse der Ausnutzungsgrade
Fall. Die Anhebung der Verkehrslast von ηNeu/ηAN gemäß Gleichung (49) in Bild 36 grafisch
pov = 45 kN/m2 (altes Regelwerk) auf aufzeigen.
pov,k = 65 kN/m2 (neues Regelwerk) widerspiegelt Ist das Verhältnis der Ausnutzungsgrade
sich nahezu unmittelbar im Nachweis in Form einer ηNeu/ηAN > 1,0, so ergeben sich durch die Umstel-
Erhöhung des Ausnutzungsgrades bzw. der Si- lung des Nachweiskonzeptes höhere Sicherheiten
cherheit. und umgekehrt.
Es ist anzumerken, dass sich der Grenzzustand Wie Bild 36 entnommen werden kann, führt unter
„Grundbruch im Ulmenbereich“ nicht durch die Beibehaltung der Einwirkungen die alleinige Um-
dargestellten Betrachtungen erfassen lässt. Der stellung des Sicherheitskonzeptes – vom Globalsi-
Grenzzustand „Grundbruch im Ulmenbereich“ ver- cherheitskonzept gemäß altem Regelwerk ins Teil-
wendet zwar auf der Einwirkungsseite als Refe- sicherheitskonzept gemäß neuem Regelwerk – le-
renzgröße den Scheiteldruck ps, dieser wird jedoch diglich zu einer geringen Veränderung des Sicher-
gleichzeitig auch zur Ermittlung des Grundbruch- heitsniveaus. Mit Ausnahme des Nachweises
widerstandes p2Gr,k auf der Widerstandsseite in „Durchschlagen im Bauwerksscheitel für h/s < 0,7“
Form von p3 = ps⋅(r1/r3) verwendet, siehe Glei- liegt das Verhältnis der Ausnutzungsgrade in ei-
chung (9). nem Bereich von (ηNeu/ηAN) ≅ 0,93 - 1,05. Für den
Nachweis „Durchschlagen im Bauwerksscheitelf
4.4.3 Vergleich der Berechnungsvarianten für h/s < 0,7“ wird hingegen das Sicherheitsniveau
„AN“ mit „Neu“ um ca. 20 - 25% reduziert.
In analoger Weise zum vorherigen Abschnitt lässt
sich auch für den Vergleich der Berechnungsvari-
ante „Neu“ mit „AN“ eine allgemeingültige Aussage
über das Verhältnis der Ausnutzungsgarde und
damit über die Veränderung des Sicherheitsni-
veaus infolge der alleinigen Umstellung des Nach-
37

1,2 blechdicke von t = tmin = 4 mm, vgl. Tab. 13. Die


höheres Sicherheitsniveau durch die
Umstellung des Nachweiskonzeptes Anzahl der Schrauben beträgt nS = 10 Stk/m.
Verhältnis ηNeu/ηAN [-]

1,1

Nr. 1, Standardbeispiel, Maulprofil MA8


1,0 1,2
tmin = 4 mm
1,0 nS = 10 Stk/m

Ausnutzung Nachweis η [-]


0,90
0,9 0,87
0,82
0,8

0,63 0,62 0,62


0,8
0,6 0,57
0,50 0,51 0,53

0,4
0,7 0,35
0,32 0,32 0,32
0 2 4 6 8 10 0,23 0,22
0,25 0,25
0,2
Überdeckung hü [m]
0,0
Durchschlagen Scheitel (h/s ≥ 0,7) Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Aufbruch der Sohle Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich

Bruch Schraubenverbindung „Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)


„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
Grundbruch Scheitel „Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)
Durchschlagen Scheitel (h/s < 0,7)
Bild 37. Vergleich Ausnutzungsgrade am Standardbeispiel,
Bild 36. Allgemein gültiger Vergleich des Verhältnisses des Maulprofil MA8, Nr. 1
Ausnutzungsgrades für die unterschiedlichen Nach-
weise „Neu“ und „AN“ infolge der Umstellung des Vergleich der Berechnungsvarianten „Alt“ mit
Nachweiskonzeptes unter Beibehaltung gleicher Ein- „Neu“
wirkungen
Die Auswirkungen der vorgesehenen Umstellung
des Regelwerks und Anpassung der Einwirkungen
4.5 Berechnungsergebnisse lassen sich im vorliegenden Fall durch Vergleich
der Ergebnisse der Varianten „Alt“ mit „Neu“ wie
4.5.1 Allgemeines folgt interpretieren:

Die Durchführung der Berechnungen erfolgte unter  Beim Grenzzustand „Durchschlagen des Bau-
Anwendung der Software MATHCAD Version 14. werksscheitels“ ergibt sich gemäß neuem Re-
In diesem Programm wurde der Berechnungsalgo- gelwerk eine um den Faktor 0,87 (= 0,50/0,57)
rithmus mathematisch umgesetzt. Die einzelnen geringere Ausnutzung in der Nachweisführung.
Berechnungsparameter und die daraus resultie- Dieses Ergebnis stimmt mit den in Ab-
renden Berechnungsergebnisse sind im Detail im schnitt 4.4.2 durchgeführten allgemein gültigen
Anhang 1 zusammengestellt. Betrachtungen überein und ist in Bild 38 darge-
stellt. Der geringere Ausnutzungsgrad ist Ergeb-
Der Richtigkeit des benutzten Berechnungsalgo- nis des Wegfalls des höheren Sicherheitsniveaus
rithmus wurde stichprobenartig durch unabhängige für h/s < 0,7 im neuem Regelwerk, das im vorlie-
Vergleichsberechungen überprüft. Es konnte eine genden Fall mit h/s = 2,44/3,7 = 0,66 zutrifft.
hinreichende Übereinstimmung der Ergebnisse mit
Abweichungen unter 5% erzielt werden. Im An-  Die höchste Ausnutzung ergibt sich für den
hang 2 zum Bericht sind exemplarisch für das Grenzzustand „Bruch der Schraubenverbindung“.
Standardbeispiel die einzelnen Berechnungsschrit- Gemäß altem Regelwerk beträgt der Ausnut-
te gemäß einer Bemessung nach den jeweiligen zungsgrad ηAlt = 0,82 und nach neuem Regelwerk
Varianten dargestellt. ist der Ausnutzungsgrad ηNeu = 0,87 um den Fak-
tor 1,06 (6%) höher. Auch dieser Wert stimmt mit
4.5.2 Ergebnisse des Standardbeispiels den allgemein gültigen Betrachtungen in Ab-
schnitt 4.4.2 überein, vgl. Bild 38.
Für das Standardbeispiel des Maulprofils MA8  Für den Grenzzustand „Biegebruch beim Hinter-
(s = 3,7 m, h = 2,44 m, hü = 2,0 m, r1 = 1,87 m) sind in füllen“ ergeben sich im vorliegenden Fall deutli-
Bild 37 die Ergebnisse für die drei untersuchten che Unterschiede in Bezug auf den Ausnut-
Varianten „Alt“, „AN“ und „Neu“ in Form der Aus- zungsgrad. Die Ursache dieser starken Unter-
nutzungsgrade η für die einzelnen Grenzzustände schiede ist jedoch lediglich in den für den Nach-
dargestellt. Die Ausnutzungsgrade beziehen sich weis unterschiedlichen Bezugsgrößen zu sehen.
auf die im alten Regelwerk festgelegte Mindest- Während im alten Regelwerk der Nachweis auf
Basis des Grenzradius r1.gr, vgl. Gleichung (26),
38

geführt wird, wird im neuen Regelwerk als Be- 1,6


1,51
zugsgröße das Biegemoment max |M| gemäß 1,5

Verhältnis ηNeu/ηAlt [-]


Gleichung (29) verwendet. Diese beiden Kenn- 1,4
größen stehen in folgendem funktionalen Zu- 1,3
höheres Sicherheitsniveau
sammenhang: M = f(r13), was sich auch unmittel- nach neuem Regelwerk
1,2
bar im Nachweis bzw. im Ausnutzungsgrad be-
1,10
merkbar macht. Entsprechend ergibt sich nach 1,1
1,06
dem neuen Regelwerk ein um die 3. Potenz ge- 1,0

ringerer Ausnutzungsgrad, was im vorliegenden 0,9


0,87
Fall mit 0,22 ≅ 0,623 zutrifft. 0,8
s = 4,0 m
 Der Grundbruchnachweis im Scheitel braucht 0,7
0 2 hü = 2,0 m 4 6 8 10
gemäß neuem Regelwerk aufgrund der Bedin-
Überdeckung hü [m]
gung hü/r1 ≥ 0,5 formal nicht geführt zu werden.
Aus Gründen der Vergleichbarkeit wurde im vor- Durchschlagen Scheitel (h/s ≥ 0,7)
liegenden Fall der Ausnutzungsgrad dennoch Aufbruch der Sohle

ermittelt. Der Ausnutzungsgrad im alten Regel- Bruch Schraubenverbindung


werk beträgt 0,35 und gemäß neuem Regelwerk Grundbruch Scheitel
0,53. Dies entspricht einer Erhöhung um den Durchschlagen Scheitel (h/s < 0,7)
Faktor 1,51, das mit den allgemein gültigen Be-
trachtungen Abschnitt 4.4.2 und in Bild 38 über- Bild 38. Änderung der Sicherheitsverhältnisse beim Übergang
einstimmt. Im Vergleich zu den anderen Grenz- vom alten ins neue Regelwerk, Berechnungsvariante
zuständen ist der Nachweis nicht bemessungsre- „Alt“ mit „Neu“, Maulprofil MA8, Nr. 1, Spannweite
s = 3,7 m, Höhe h = 2,44 m, Überdeckung hü = 2,0 m
levant.
 Für den Grenzzustand „Grundbruch im Ulmenbe-  Für die Grenzzustände „Bruch der Schrauben-
reich“ ergibt sich ein identischer Ausnutzungs- verbindung“, „Grundbruch im Scheitel“, „Grund-
grad. Der Grund hierfür liegt in erster Linie darin, bruch im Ulmenbereich“ und „Aufbruch der Soh-
dass bei der Ermittlung des Grundbruchwider- le“ ergeben sich nur minimale Änderungen der
standes p2Gr,k, siehe Gleichung (9), der einwir- Ausnutzungsgrade im Bereich von ±5%. Das
kende Scheiteldruck ps in Form von p3 = ps⋅(r1/r3) heißt, die Umstellung des Nachweiskonzeptes
berücksichtigt wird. Durch die Erhöhung der Ein- führt für diese Grenzzustände zu keinen nen-
wirkungen gemäß neuer Richtlinie erhöht sich bei nenswerten Veränderungen des Sicherheitsni-
diesem Nachweis entsprechend auch der Grund- veaus.
bruchwiderstand, was insgesamt zu einem nahe-
 Für den Grenzzustand „Durchschlagen des Bau-
zu identischen Ausnutzungsgrad führt.
werksscheitels“ ergibt sich gemäß der Berech-
 Für den Grenzzustand „Aufbruch der Sohle“ ist nungsvariante „Neu“ (neues Regelwerk) eine um
der Ausnutzungsgrad gemäß neuem Regelwerk den Faktor 0,79 (= 0,50/0,63) geringere Ausnut-
um den Faktor 1,10 (= 0,245/0,223) größer. Die- zung in der Nachweisführung im Vergleich zur
ses Ergebnis steht ebenfalls im Einklang mit der Variante „AN“. Dieses Ergebnis stimmt mit den in
Darstellung in Bild 38. Abschnitt 4.4.3 durchgeführten allgemein gültigen
Betrachtungen überein und ist in Bild 39 darge-
Vergleich der Berechnungsvarianten „Neu“ mit
stellt. Die geringere Ausnutzungsgrad ist Ergeb-
„AN“
nis des Wegfalls des höheren Sicherheitsniveaus
Unter Beibehaltung gleicher Einwirkungen, lassen für h/s < 0,7 im neuem Regelwerk, das im vorlie-
sich die Auswirkungen der vorgesehenen Umstel- genden Fall mit h/s = 2,44/3,7 = 0,66 zutrifft.
lung des Sicherheitskonzeptes – vom Globalsi-
cherheitskonzept gemäß altem Regelwerk ins Teil-
sicherheitskonzept gemäß neuem Regelwerks – im
vorliegenden Fall durch Vergleich der Ergebnisse
der Varianten „Neu“ mit „AN“ wie folgt interpretie-
ren:
39

1,2 65/45 = 1,44. Da bereits im alten Regelwerk die


gleichmäßig verteilte Verkehrslast nicht durch
Verhältnis ηNeu/ηAN [-]

1,1 den Schwingbeiwert ϕ zu erhöhen war, findet im


Unterschied zu den anderen Grenzzuständen in
1,0 diesem Fall auch keine Kompensation der Last-
erhöhung durch den Wegfall des Schwingbeiwer-
0,9 tes statt.
geringeres Sicherheitsniveau durch die
Umstellung des Nachweiskonzeptes  Für die Grenzzustände „Biegebruch beim Hinter-
0,8
0,79 füllen“ und „Grundbruch im Ulmenbereich“ führt
s = 4,0 m die Anpassung der Einwirkungen zu keinen Ver-
0,7
änderungen der Ausnutzungsgrade.
0 2 hü = 2,0 m 4 6 8 10
Überdeckung hü [m]
1,2

Durchschlagen Scheitel (h/s ≥ 0,7)


Aufbruch der Sohle

Verhältnis ps.k/ps [-]


Bruch Schraubenverbindung
s in [m]
Grundbruch Scheitel 10
8
Durchschlagen Scheitel (h/s < 0,7) 1,1
6
4 s = 3,7 m
2
Bild 39. Änderung der Sicherheitsverhältnisse beim Übergang
vom alten ins neue Regelwerk, Berechnungsvariante
„Neu“ mit „AN“, Maulprofil MA8, Nr. 1, Spannweite
s = 3,7 m, Höhe h = 2,44 m, Überdeckung hü = 2,0 m
1,0
Vergleich der Berechnungsvarianten „Alt“ mit 0 2 hü = 2,0 m 4 6 8 10

„AN“ Überdeckung hü [m]

Unter Beibehaltung des Nachweiskonzepts können Bild 40. Verhältnis des Scheiteldrucks ps,k/ps nach neuem und
die Auswirkungen der Anpassung der Einwirkun- altem Regelwerk, Vergleich der Einwirkungen der Va-
rianten „Alt“ und „AN“
gen, durch Erhöhung der gleichmäßig verteilten
Verkehrslast von pov = 45 kN/m2 auf pov,k = 65 kN/m2
4.5.3 Einfluss der Änderung der Mindest-
gemäß Bild 37 durch Vergleich der Ausnutzungs-
blechdicke
grade der Varianten „Alt“ mit „AN“ erfolgen und
lassen sich wie folgt interpretieren:
Die in Bild 37 dargestellten Ausnutzungsgrade ba-
 Für die Grenzzustände „Durchschlagen des sieren auf der nach dem altem Regelwerk definier-
Bauwerksscheitel“, „Bruch der Schraubenverbin- ten Mindestblechdicke tmin = 4 mm. Im neuen Re-
dung“ und „Aufbruch der Sohle“ führt die Anhe- gelwerk wurde die Mindestblechdicke jedoch auf
bung der Verkehrslast in allen Fällen lediglich zu tmin = 3,25 mm reduziert. In der nachfolgenden Dar-
einer Erhöhung der Ausnutzungsgrade um den stellung in Bild 41 ist diese Änderung berücksich-
Faktor 1,1. Da die vorab genannten Grenzzu- tigt, indem die Blechdicken an die Mindestwerte
stände als maßgebende Einwirkung für den des entsprechenden Regelwerks angepasst wur-
Nachweis jeweils den Scheiteldruck ps,k verwen- den. Bild 41 zeigt, dass die reduzierte Mindest-
den, steht das Ergebnis im Einklang mit den be- blechdicke im neuen Regelwerk unter Einhaltung
reits in Abschnitt 3.3.6 durchgeführten Betrach- des Grenzzustandes „Bruch der Schrauben“ nur in
tungen, vgl. Bild 40. Die im Vergleich zur Last- Verbindung mit einer größeren Anzahl von
anpassung resultierende geringe Erhöhung des Schrauben nS = 15 Stk/m möglich ist. Weiterhin
Ausnutzungsgrades ergibt sich durch den Weg- führt die geringere Mindestblechdicke im Vergleich
falls des Schwingbeiwerts ϕ und durch die Über- zu Bild 37 zu einer ca. 10%igen Erhöhung der
lagerung der Verkehrslasten mit den ständigen Ausnutzungsgrade bei den Nachweisen „Durch-
Lasten aus der Bodenauflast. schlagen des Bauwerksscheitels“ und „Grundbruch
im Scheitel“ sowie einer ca. 20%igen Erhöhung
 Beim Grenzzustand „Grundbruch im Scheitel“
des Ausnutzungsgrades beim Nachweis „Biege-
stellt sich eine Erhöhung des Ausnutzungsgrades
bruch beim Hinterfüllen“, die alle von der Blechdi-
um den Faktor 0,51/0,35 = 1,45 ein. Da der
cke abhängig sind.
Grundbruchnachweis im Scheitel als maßgeben-
de Einwirkung die gleichmäßig verteilte Verkehrs-
last pov bzw. pov,k verwendet, wiederspiegelt die-
ser Faktor unmittelbar das Verhältnis pov,k /pov =
40

Nr. 1, Standardbeispiel, Maulprofil MA8 genauerer Betrachtung wird deutlich, dass es sich
1,2 bei den Vergleichsberechnungen mit ηNeu/ηAN ≅ 0,8
tmin = 4 mm, nS= 10 Stk/m
0,97 um Querschnitte handelt mit h/s < 0,7 für die sich
1,0 tmin = 3,25 mm, nS= 15 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

infolge der Umstellung der Sicherheitsanforderun-


gen gemäß neuem Regelwerk geringere Sicherhei-
0,82
0,8

0,57
0,62
0,59
ten ergeben, und für die Fälle ηNeu/ηAN ≅ 1,0 um
Querschnitte mit h/s ≥ 0,7. Die Ergebnisse stehen
0,6 0,54

0,4 0,35
daher im Einklang mit den Betrachtungen in Ab-
0,32
schnitt 4.4.3.
0,32
0,28
0,25
0,22
0,2
Für den Vergleich der Berechnungsvarianten „Neu“
0,0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
mit „Alt“ (ηNeu/ηAlt) wird mit Ausnahme der lfd. Nr. 4,
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich
23, 25, 26, 28, 56, 58 und 59 deutlich, dass das
„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen) Verhältnis in einem Streuband von 1,0 ± 0,2 liegt
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)
und auch mit den allgemein gültigen Betrachtun-
Bild 41. Vergleich Ausnutzungsgrade Variante „Alt“ mit „Neu“, gen in Abschnitt 4.4.2 übereinstimmt. Bei genaue-
Änderung der Mindestblechdicke, Standardbeispiel rer Betrachtung der vorab genannten Ausnahmen
Maulprofil MA8 fällt jedoch auf, dass es sich hier jeweils um eine
Überdeckung von hü = 3,0 m handelt, vgl. Tab. 17.
Der Einfluss der Mindestblechdicke wird daher, für Die Traglastgrenze beim Nachweis „Durchschla-
alle davon betroffenen Varianten, jeweils in Form gen des Bauwerksscheitels“ ist neben dem dimen-
einer separaten Darstellung wie hier am Standard- sionslosen Steifigkeitsparameter α = EI/(k⋅r13) und
beispiel dargestellt, aufgezeigt. der Querschnittsform auch von dem so genannten
Die Vergleichsberechungen zeigen, dass die Än- Lastangriffsparameter ψB abhängig, vgl. Bild 8.
derung der Mindestblechdicke einen ausgeprägten Der Lastangriffsparameter ist wiederum von der
Einfluss auf den Nachweis „Bruch der Schrauben“ Überdeckung hü abhängig und wie folgt festgelegt:
hat, und im Allgemeinen im Vergleich zum alten ψ B = 2,36 für pB,k > pov,k hohe Überdeckung (52)
Regelwerk bei geringeren Blechdicken zu einer
Erhöhung der Anzahl der Schrauben führt.
ψ B = 1,57 für pB,k ≤ pov,k geringe Überdeckung (53)
4.5.4 Durchschlagen des Bauwerksscheitels
Bild 43 zeigt den von der Überdeckung abhängi-
Unter Verwendung der Ausnutzungsgrade lassen gen Verlauf des Lastangriffsparameters ψB gemäß
sich Änderungen bei den Nachweisen durch den altem und neuem Regelwerk. Bedingt durch die
Verhältniswert der Ausnutzungsgrade der einzel- Erhöhung der Verkehrslast von pov = 45 kN/m2 auf
nen Berechnungsvarianten darstellen. Für den pov,k = 65 kN/m2 ändert sich der Lastangriffspara-
Nachweis „Durchschlagen des Bauwerksscheitels“ meter nach altem Regelwerk bei hü = 2,25 m und
zeigt Bild 42 zusammenfassend die Ergebnisse nach neuem Regelwerk bei hü = 3,25 m. Diese Än-
der Vergleichsberechnungen für die einzelnen derung hat wiederum Auswirkungen auf den
Einbausituationen die mit den lfd. Nummern 1 - 59 Durchschlagswiderstand, da sich für ψB = 1,57 ge-
gekennzeichnet sind. Dargestellt ist das Verhältnis ringere Durchschlaglasten ergeben als für
der Ausnutzungsgrade: ψB = 2,36. Da die Überdeckung von hü = 3,0 m ge-
nau in diesem Übergang liegt, führt dies bei den
 ηNeu/ηAlt für den Vergleich der Berechnungsvari- vorab genannten Vergleichsberechnungen nach
anten „Neu“ mit „Alt“ im Rahmen dessen die neuem Regelwerk zu geringeren Durchschlagslas-
Auswirkungen der Änderungen des Nachweis- ten, die als Resultat einen höheren Ausnutzungs-
konzepts und der Anpassung der Einwirkungen grad verursachen.
dargestellt werden und
Die Untersuchungen machen deutlich, dass sich
 ηNeu/ηAN für den Vergleich der Berechnungsva- bei einer Überdeckung im Bereich von
rianten „Neu“ mit „AN“ im Rahmen dessen unter 2,25 m < hü < 3,25 m, bedingt durch die Änderung
Beibehaltung der Einwirkungen lediglich die des Lastangriffsparameters ψB, größere Unter-
Auswirkungen der Änderungen der Umstellung schiede beim Durchschlagnachweis ergeben, der-
des Nachweiskonzepts dargestellt werden. art dass dies im neuen Regelwerk zu deutlich grö-
ßeren Ausnutzungsgraden führt, die um den Faktor
Für den Vergleich der Berechnungsvarianten „Neu“ 1,25 - 1,8 über den Werten des alten Regelwerks
mit „AN“ ist liegt das Verhältnis der Ausnutzungs- liegen.
grade ηNeu/ηAN in einem Bereich von 0,8 - 1,0. Bei
41

Nachweis "Durchschlagen des Bauwerksscheitels" berechnungen mit den lfd. Nummern 23, 25, 26,
2,0 28, 56, 58 und 59 sind wiederum auf die Unter-
Verhältnis Ausnutzung [-]

1,8
schiede infolge des Lastangriffsparameters ψB zu-
1,6
rückzuführen, vgl. Bild 43, da wie beim Durch-
1,4
1,2
schlagen des Scheitels auch die kritische Normal-
1,0
kraft ND,k für den Nachweis der Schraubenverbin-
0,8 dung vom Lastangriffsparameter ψB abhängt, vgl.
0,6 Bild 9.
ηNeu/ηAlt (Variante „Neu“ mit „Alt“)
0,4
0,2 ηNeu/ηAN (Variante „Neu“ mit „AN“) Der in Bild 44 dargestellte Vergleich der Ausnut-
0,0 zungsgrade macht auch deutlich, dass kein signifi-
0 3 6 9 12 15 18 21 24 27 30 33 36 39 42 45 48 51 54 57 60
kanter Einfluss der Querschnittsform (Maulprofil,
Lfd. Nr. Vergleichsberechung [-]
Kreisprofil,….) zu erkennen ist.
Bild 42. Verhältnis der Ausnutzungsgrade für den Nachweis
„Durchschlagen des Bauwerksscheitels“ Nachweis "Bruch der Schraubenverbindung"
1,4

Verhältnis Ausnutzung [-]


3,0
1,2
Altes Regelwerk
Lastangriffsparameter ψ B [-]

Neues Regelwerk 1,0

2,5 0,8
ψB = 2,36
0,6

2,0 0,4
ηNeu/ηAlt (Variante „Neu“ mit „Alt“)
0,2 ηNeu/ηAN (Variante „Neu“ mit „AN“)
ψB = 1,57
1,5 0,0
0 3 6 9 12 15 18 21 24 27 30 33 36 39 42 45 48 51 54 57 60

2,25 3,25 Lfd. Nr. Vergleichsberechung [-]


1,0
1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 4,0
Bild 44. Verhältnis der Ausnutzungsgrade für den Nachweis
„Bruch der Schraubenverbindung“
Überdeckung hü [m]

Bild 43. Verlauf des Lastangriffsparameters in Abhängigkeit 4.5.6 Biegebruch beim Hinterfüllen
der Überdeckung
Auf eine vergleichende Darstellung der Ausnut-
4.5.5 Bruch der Schraubenverbindung zungsgrade für den Nachweis „Biegebruch beim
Hinterfüllen“ wird an dieser Stelle verzichtet, da es
Bild 44 zeigt das Verhältnis der Ausnutzungsgrade sich hierbei lediglich um einen Bauzustand han-
ηNeu/ηAlt (Variante „Neu“ zu „Alt“) und ηNeu/ηAN (Va- delt, für den bei Nichteinhaltung des Nachweises
riante „Neu“ zu „AN“) für den Nachweis „Bruch der entsprechende Maßnahmen (z.B. Scheitelauflast)
Schraubenverbindung. auf der Baustelle vorzunehmen sind. Die grundle-
Das Verhältnis der Ausnutzungsgrade ηNeu/ηAN genden Änderungen der Nachweisführung sind be-
liegt für alle Vergleichsberechnungen in einem Be- reits in Abschnitt 3.4.6 dargestellt. Die Ergebnisse
reich von 0,93 – 1,0 nahe 1,0. Dies ist gleichbe- der Vergleichsberechnungen können bei Bedarf im
deutend mit der Tatsache, dass sich die Nachwei- Anhang 1 eingesehen werden.
se nur geringfügig unterscheiden und die Umstel-
lung des Nachweiskonzeptes unter Beibehaltung 4.5.7 Grundbruch im Scheitelbereich
der Einwirkungen nur geringfügige Auswirkungen
hat. Überprüfung der Anwendungsbedingung

Das Verhältnis der Ausnutzungsgrade ηNeu/ηAlt liegt Der Nachweis „Grundbruch im Scheitel“ ist nach
für den Großteil der Vergleichsberechnungen in neuem Regelwerk formal nur für die Bedingung
einem Bereich von 0,95 – 1,10, d.h. die Nachweise hü < 0,5⋅r1, (geringe Überdeckung) zu führen, wäh-
unterscheiden sich nur geringfügig. Dies ist gleich- rend nach altem Regelwerk der Nachweis noch
bedeutend mit der Tatsache, dass sich beim Über- unabhängig von der Überdeckung zu führen war.
gang vom alten ins neue Regelwerk, durch die Än- Die im neuen Regelwerk vorhandene Einschrän-
derung des Nachweiskonzeptes und die Anpas- kung des Nachweises für geringe Überdeckungen
sung der Einwirkungen keine großen Unterschiede (hü/r1 < 0,5) beruht auf Erfahrungen und stellt für
ergeben. Die über den Wert von ηNeu/ηAlt > 1,1 hi- die Bemessung eine Vereinfachung dar.
nausgehenden Abweichungen für die Vergleichs-
42

Um diese Einschätzung überprüfen zu können, Nachweis "Grundbruch im Scheitel"


1,4
zeigt Bild 45 für die Berechnungsvariante „Alt“ (al-

Ausnutzung Nachweis ηAlt [-]


Maximaler Ausnutzungsgrad
tes Regelwerk & alte Einwirkungen) eine Gegen- 1,2 Ausnutzungsgrad „Grundbruch Scheitel“

überstellung der Ausnutzungsgrade „Grundbruch 1,0


im Scheitel“ zu dem maximalen Ausnutzungsgrad
0,8
aller weiteren Grenzzustände (Ausnahme: Biege-
bruch beim Hinterfüllen). Entsprechend der Dar- 0,6

stellung in Bild 45 ist eine Grundbruchgefahr im 0,4

Scheitel in 6 Fällen bei den Vergleichsrechnungen 0,2


mit der lfd. Nr. 2, 12, 30, 35, 40 und 45 zu erken-
0,0
nen. Überprüfungen haben ergeben, dass es sich 0 3 6 9 12 15 18 21 24 27 30 33 36 39 42 45 48 51 54 57 60
hierbei handelt jeweils um Einbausituationen bei Lfd. Nr. Vergleichsberechung [-]
denen die Mindestüberdeckung hü = hü,min gewählt
Bild 45. Verhältnis des maximalen Ausnutzungsgrades zum
wurde mit einem Verhältnis von hü < 0,4⋅r1. Die im
Ausnutzungsgrad für den Nachweis „Grundbruch im
neuen Regelwerk getroffene Vereinfachung in der Scheitel“, Berechnungsvariante „Alt“
Nachweisführung kann damit für das alte Regel-
werk bestätigt werden. Nachweis "Grundbruch im Scheitel"
1,6
Analog zu Bild 45 zeigt Bild 46 für die Berech-
Ausnutzung Nachweis ηNeu [-]
Maximaler Ausnutzungsgrad
1,4
nungsvariante „Neu“ (neues Regelwerk & neue Ausnutzungsgrad „Grundbruch Scheitel“
1,2
Einwirkungen) eine Gegenüberstellung der Aus-
nutzungsgrade „Grundbruch im Scheitel“ zu dem 1,0

maximalen Ausnutzungsgrad aller weiteren Grenz- 0,8

zustände. In dieser Darstellung wird in 13 Fällen 0,6

der Grundbruchnachweis im Scheitel maßgebend. 0,4


Hierbei handelt es sich jeweils um Einbausituatio- 0,2
nen bei denen die Mindestüberdeckung hü = hü,min 0,0
gewählt wurde mit einem Verhältnis von 0 3 6 9 12 15 18 21 24 27 30 33 36 39 42 45 48 51 54 57 60

hü < 0,53⋅r1. Die im neuen Regelwerk getroffene Lfd. Nr. Vergleichsberechung [-]
Vereinfachung in der Nachweisführung kann damit Bild 46. Verhältnis des maximalen Ausnutzungsgrades zum
nicht bestätigt werden. Auf Grundlage der durch- Ausnutzungsgrad für den Nachweis „Grundbruch im
geführten Untersuchungen scheint eine Anpas- Scheitel“, Berechnungsvariante „Neu“
sung auf das Verhältnis hü < 0,55⋅r1 möglich.
Bild 48 zeigt für diese Fälle ein Vergleich der Min-
Vergleich der Ausnutzungsgrade
destüberdeckungen hü,min. Infolge der Abhängigkeit
Bild 47 zeigt das Verhältnis der Ausnutzungsgrade des Grundbruchwiderstands von der Überdeckung,
ηNeu/ηAlt (Variante „Neu“ zu „Alt“) und ηNeu/ηAN (Va- führt die geringere Mindestüberdeckung gemäß
riante „Neu“ zu „AN“) für den Nachweis „Grund- dem neuen Regelwerk zu einem geringeren
bruch im Scheitel“ Grundbruchwiderstand pogr,k, vgl. Bild 50, gleich-
bedeutend mit einer höheren Ausnutzung des
Das Verhältnis der Ausnutzungsgrade ηNeu/ηAN
Nachweises im Vergleich zum alten Regelwerk.
liegt mit Ausnahme der Vergleichsberechnungen
mit der lfd. Nr. Nr. 19, 22, 27 und 55 in einem Be- In Bild 47 liegt das Verhältnis der Ausnutzungs-
reich von 0,97 – 1,08 nahe 1,0. Dies ist gleichbe- grade ηNeu/ηAlt für den Vergleich der Variante „Neu“
deutend mit der Tatsache, dass sich für diese Fälle mit „Alt“ in den meisten Fällen in einem Bereich
die Nachweise nur geringfügig unterscheiden und von ca. 1,5. Das bedeutet, dass sich durch die
die Umstellung des Nachweiskonzeptes unter Bei- Umstellung des Nachweiskonzeptes und die An-
behaltung der Einwirkungen nur geringfügige Aus- passung der Einwirkungen ein um den 1,5 höhere
wirkungen hat. Ausnutzung bzw. Sicherheit nach neuem Regel-
werk ergibt. Dieses Ergebnis steht im Einklang mit
Bei den in Bild 47 dargestellten größeren Abwei-
den allgemein gültigen Betrachtungen des Ab-
chungen, bei denen das Verhältnis der Ausnut-
schnitts 4.4.2. Die deutlich über Faktor
zungsgrade ηNeu/ηAN > 1,33 ist (Vergleichsberech-
ηNeu/ηAlt > 1,5 hinausgehenden Fälle sind, wie be-
nungen mit den lfd. Nr. 19, 22, 27 und 55), fällt auf,
reits erwähnt, von der Änderung der Mindestüber-
dass es sich hierbei ausschließlich um Maul- und
deckung betroffen, vgl. Bild 48.
Bogenprofile mit Spannweiten s > 5 m handelt, bei
denen gemäß neuem Regelwerk die neuen Regeln
zur Mindestüberdeckungen greifen, vgl. Bild 29.
43

Nachweis "Grundbruch im Scheitel"


Nr. 40, Unterführungsprofil UF10, hü.min
2.4
Verhältnis Ausnutzung [-]

1.2
2.2 1.12
t = 7 mm
2.0
1.8 1.0 nS = 10 Stk/m

Ausnutzung Nachweis η [-]


2
1.6 ES = 40.000 kN/m
1.4 0.8 0.74
ϕ‘k = 35°
1.2 0.70

1.0
0.6
0.8 0.48
0.52

0.6
ηNeu/ηAlt (Variante „Neu“ mit „Alt“) 0.4 0.37
0.4 0.33 0.32
0.2 ηNeu/ηAN (Variante „Neu“ mit „AN“)
0.0 0.2
0 3 6 9 12 15 18 21 24 27 30 33 36 39 42 45 48 51 54 57 60
0.00 0.00 0.00 0.00
Lfd. Nr. Vergleichsberechung [-] 0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Bild 47. Verhältnis der Ausnutzungsgrade für den Nachweis Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich

„Grundbruch im Scheitel“ „Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)


„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)
2.00
Mindestüberdeckung hü.min [m]

Neues Regelwerk Bild 50. Vergleich Ausnutzungsgrade, Unterführungsprofil


1.75 Altes Regelwerk UF10, Nr. 40, Fall Mindestüberdeckung

1.50
Insgesamt zeigt sich eine deutliche Verschärfung
1.25
in der Nachweisführung beim Grundbruchnachweis
im Scheitel im neuen Regelwerk, das zum Einen
1.00 auf die Anpassung der Einwirkungen und zum An-
0.75
deren auf die Änderungen der Mindestüberde-
ckung bei den Maul- und Bogenprofilen zurückzu-
0.50 führen ist. Wie bereits in Abschnitt 3.4.7 aufgeführt,
0 3 6 9 12 15 18 21 24 27 30 33 36 39 42 45 48 51 54 57 60
steht das im neuen Regelwerk vorhandene Nach-
Lfd. Nr. Vergleichsberechung [-]
weisformat, vgl. Gleichung (34), nicht im Einklang
Bild 48. Vergleich Mindestüberdeckung hü.min mit den allgemeinen Anforderungen der
DIN 1054:2005 und DIN EN 1990:2002 im Sinne
pogr,k [kN/m2] des Teilsicherheitskonzeptes und der Trennung
von Einwirkungen und Widerständen. Aus diesem
Grund wurde ebenfalls im Abschnitt 3.4.7 mit der
Gleichung (35) ein in Anlehnung an diese Normen
harmonisiertes Nachweisformat vorgeschlagen, in
hü=1/3⋅r1 (Alt) dem die Einwirkungen und Widerstände getrennt
sind und mit den jeweils zutreffenden Teilsicher-
hü=1/4⋅r1 (Neu) heitsbeiwerten multipliziert werden. Um die Aus-
wirkungen dieser vorgeschlagenen Anpassung des
Nachweisformats zu überprüfen wurden separate
Vergleichsberechungen durchgeführt. Die Ergeb-
r1 [m]
nisse dieser Vergleichsberechungen sind in Bild
Bild 49. Reduzierung des Grundbruchwiderstands pogr,k durch 51 zusammengefasst. Dargestellt sind, für die
geringere Mindestüberdeckung hü, am Beispiel mit nach neuem Regelwerk relevanten Fälle
der lfd. Nr. 27, Maulprofil MA41, Spannweite s = 10 m, (hü/r1 < 0,5), die jeweiligen Ausnutzungsgrade für
r1 = 5,0 m ϕ‘k = 35°
den Grundbruchnachweis im Scheitel gemäß den
Nachweisformaten nach Gleichung (34) entspre-
Betreffend den Grundbruchnachweisen im Scheitel
chend dem neuen Regelwerk und gemäß Glei-
ist weiterhin zu erwähnen, dass bei der Vergleichs-
chung (35) entsprechend dem Neuvorschlag. Ins-
rechnung mit der lfd. Nr. 40 (Unterführungspro-
gesamt zeigt sich in Bezug auf die Abweichungen
fil UF10) der Nachweis gemäß neuem Regelwerk
kein konsistentes Erscheinungsbild. Der Neuvor-
trotz maximaler Blechdicke von t = 7 mm und ma-
schlag führt sowohl zu größeren als auch teilweise
ximalen Bodenkennwerten (ES = 40.000 kN/m2 und
deutlich geringeren Ausnutzungsgraden im Ver-
ϕ‘k = 35°) nicht erbracht werden konnte, vgl. Bild
gleich zum bestehenden Nachweisformat im neuen
50.
Regelwerk. Eine ggf. vorgesehene Anpassung des
Nachweisformates kann nicht ohne weiteres emp-
fohlen werden. Es sind entsprechend weiterge-
hende Untersuchungen erforderlich.
44

Nachweis "Grundbruch im Scheitel" „Grundbruch im Ulmenbereich“ i.d.R. geringere


1,6 Ausnutzungsgrade vorliegen. Es sind keine we-
Nachweisformat gemäß neuem Regelwerk
sentlichen Unterschiede der Ausnutzungsgrade
Ausnutzungsgrad η [-]

1,4
Vorschlag neues Nachweisformat
1,2 beim Übergang vom alten ins neue Regelwerk zu
1,0
beobachten.
0,8 Hinsichtlich den Grundbruchnachweisen im Sohl-
0,6 bereich ist weiterhin festzustellen, dass diese
0,4 Grenzzustände im Vergleich zu den anderen
0,2 Nachweisen in keinem Fall bemessungs-
0,0
bestimmend sind. Die maximale Ausnutzung ηNeu
0 3 6 9 12 15 18 21 24 27 30 33 36 39 42 45 48 51 54 57 60 nach neuem Regelwerk (Variante „Neu“) lag im
Lfd. Nr. Vergleichsberechung [-] Bereich von 0,4, vgl. Bild 53, und ist somit deutlich
kleiner als 1,0. Dem Grundbruch im Sohlbereich ist
Bild 51. Vergleich Ausnutzungsgrade für den Nachweis
Grundbruch im Scheitel gemäß neuem Regelwerk
daher bei der Untersuchung der hier gewählten
(Variante „Neu“) und Variation des Nachweisformats Einbausituationen weniger Bedeutung zuzuordnen.
gemäß den Gleichungen (34) und (35)
4.5.9 Zusammenfassung der Vergleichsbe-
Nachweis "Grundbruch im Sohlbereich" rechnungen
1.4

Nachfolgend werden die Ergebnisse der Ver-


Verhältnis ηNeu/ηAlt [-]

1.2
gleichsberechungen für das repräsentativ gewählte
1.0
Parameterfeld von insgesamt 59 unterschiedlichen
0.8
Einbausituationen von Wellstahlbauwerken zusam-
0.6 mengefasst.
0.4
Vergleich der Berechnungsvarianten „Neu“ mit
Aufbruch Sohle
0.2
Grundbruch Ulmenbereich
„Alt“
0.0
Die Umstellung des Sicherheits- bzw. Nachweis-
0 3 6 9 12 15 18 21 24 27 30 33 36 39 42 45 48 51 54 57 60
Lfd. Nr. Vergleichsberechung [-] konzepts und die Anpassung der Verkehrslasten
beim Übergang vom alten ins neue Regelwerk
Bild 52. Verhältnis der Ausnutzungsgrade Variante „Neu“ mit
„Alt“ für alle Vergleichsberechnungen
(Vergleich der Variante „Neu“ mit „Alt“) führt zu fol-
genden Veränderungen:
Nachweis "Grundbruch im Sohlbereich" 1) Durchschlagen des Bauwerksscheitels
Ausnutzung Nachweis ηNeu [-]

1.2
Aufbruch Sohle  (hü ≤ 2,25 m oder hü ≥ 3,25 m) und h/s ≥ 0,7:
1.0 Grundbruch Ulmenbereich Die Umstellung des Regelwerks führt zu kei-
0.8 nen wesentlichen Veränderungen des Sicher-
heitsniveaus im Vergleich zum bestehenden
0.6
Regelwerk. Bei allen Vergleichsberechnungen
0.4 lag das Verhältnis der Ausnutzungsgrade in
einem – nach Meinung der Autoren akzeptab-
0.2
len – Bereich von 0,9 – 1,1.
0.0
0 3 6 9 12 15 18 21 24 27 30 33 36 39 42 45 48 51 54 57 60
 (hü ≤ 2,25 m oder hü ≥ 3,25 m) und h/s < 0,7:
Lfd. Nr. Vergleichsberechung [-] Das neue Regelwerk führt zu einem 10 - 20%
Bild 53. Ausnutzungsgrade nach neuem Regelwerk für die
geringeren Sicherheitsniveau. Ursache hierfür
Grundbruchnachweise im Sohlbereich ist das im neuen Regelwerk vorhandene kon-
stante Sicherheitsniveau unabhängig vom
4.5.8 Grundbruch im Sohlbereich Verhältnis h/s.
 (2,25 m < hü < 3,25 m): In diesem Überde-
Bild 52 zeigt das Verhältnis der Ausnutzungsgrade ckungsbereich führt die Umstellung des Si-
ηNeu/ηAlt (Vergleich Variante „Neu“ mit „Alt“) für die cherheitskonzepts und die Anpassung der
Grundbruchnachweise im Sohlbereich. Das Ver- Verkehrslasten zu größeren Veränderungen
hältnis liegt in einem Bereich von 0,96 – 1,2. Ten- der Ausnutzungsgrade bzw. des Sicherheits-
denziell sind beim Nachweis „Aufbruch der Sohle“ niveaus. Nach neuem Regelwerk ergeben
gemäß neuem Regelwerk höhere Ausnutzungs- sich – auf der sicheren Seite liegend – um
grade zu beobachten, während beim Nachweis
45

den Faktor 1,3 – 1,8 höhere Ausnutzungsgra- werk – vor allem bei geringen Überdeckungen –
de im Vergleich zum bestehenden Regelwerk. durch den Wegfall des Schwingbeiwerts ϕ nach
Die Ursache hierfür liegt in der Festlegung DIN 1072:1985 teilweise kompensiert wird, ist
des vom Beanspruchungsverhältnis pB,k/pov,k dies beim Grundbruchnachweis im Scheitel
abhängigen Lastangriffsparameters ψB. Die nicht der Fall. Als Folge ergeben sich beim
Anhebung der Verkehrslasten führt zu einer neuen Regelwerk speziell bei diesem Nachweis
Veränderung der Abgrenzung zwischen wesentlich höhere Ausnutzungsgrade und da-
ψB = 1,57 (für pB,k ≤ pov,k) und ψB = 2,36 (für mit höhere Sicherheitsanforderungen, die nicht
pB,k > pov,k). im Einklang mit den vorgenommenen Anpas-
sungen der anderen Grenzzustände stehen.
Will man das vorhandene Sicherheitsniveau,
entsprechend der Zielsetzung einer möglichst Will man, wie bei den anderen Nachweisen
gleichbleibenden Sicherheit aufrechterhalten, trotz Anpassung der Verkehrslasten die Aus-
so könnte dies z.B. durch eine von der Über- nutzung gemäß altem und neuem Regelwerk
deckung hü abhängigen Definition des Last- entsprechend den Zielvorstellungen der BASt-
angriffsparameters ψB erfolgen: AG 2.1.1 in etwa identisch halten, so empfehlen
die Autoren die Tragfähigkeit in Anlehnung an
1,57 für hü < 2,25m den Vorschlag von (GLOCK, 2009), unter Bei-
ψB =  (54) behaltung der im neuen Regelwerk aufgeführ-
2,36 für hü ≥ 2,25m
ten Teilsicherheitsbeiwerte und Einwirkungen,
zu erhöhen. Dies sollte jedoch durch weiterge-
2) Bruch der Schraubenverbindung hende Betrachtungen und Untersuchungen ge-
Die Umstellung des Regelwerks führt zu keinen prüft werden.
wesentlichen Veränderungen des Sicherheits- Die im neuen Regelwerk vorhandene Ein-
niveaus. Für den Überdeckungsbereich von schränkung des Nachweise für geringe Über-
hü ≤ 2,25 m oder hü ≥ 3,25 m liegt das Verhältnis deckungen (hü/r1 < 0,5) beruht auf Erfahrungen
der Ausnutzungsgrade in einem Bereich von und stellt für die Bemessung eine Vereinfa-
0,95 – 1,1. Für den Überdeckungsbereich von chung dar. Die Plausibilität dieser Einschätzung
2,25 m < hü < 3,25 m ergeben sich aufgrund der konnte im Rahmen der Vergleichsrechnungen
bereits vorab genannten Änderung des Lastan- nicht vollumfänglich bestätigt werden. Aufgrund
griffsparameters ψB nach neuem Regelwerk bis der durchgeführten Berechnungen scheint je-
zu 1,2-fach höhere Ausnutzungsgrade. doch eine Anpassung dieses Anwendungskrite-
3) Grundbruch im Scheitel rium auf hü/r1 < 0,55 möglich.

Die Umstellung des Sicherheitskonzepts und Untersuchungen im Sinne einer möglichen An-
die Anpassung der Verkehrslasten führen zu passung der Nachweisgleichung in Anlehnung
einer deutlichen Veränderung der Ausnut- an das Vorgehen in DIN 1054:2005 und
zungsgrade bzw. des Sicherheitsniveaus. Nach DIN EN 1990:2002 haben ergeben, dass dies
neuem Regelwerk ergeben sich um den Faktor teilweise zu deutlichen Änderungen bezüglich
1,5 – 2,2 höhere Ausnutzungsgrade im Ver- Ausnutzungsgrade bzw. des Sicherheitsniveaus
gleich zum bestehenden Regelwerk, was in führt. Eine Anpassung des Nachweisformates
Einzelfällen dazu führt, dass trotz Anhebung kann daher nicht ohne weitergehende Untersu-
der Bodenkenngrößen auf praxisgerechte Ma- chungen erfolgen.
ximalwerte, der Nachweis nicht mehr erbracht 4) Grundbruch im Sohlbereich
werden kann.
Die Grundbruchnachweise im Sohlbereich wa-
Die Ursache hierfür liegt zum Einen in Anpas- ren in keiner der durchgeführten Vergleichsbe-
sung der Einwirkungen und zum Anderen bei rechnung bemessungs-bestimmend. Die Aus-
Maul- und Bogenprofielen in der geänderten nutzungsgrade nach neuem Regelwerk lagen
Definition der Mindestüberdeckung hü,min. stets unter 0,4. Für die im Rahmen der hier un-
Der Nachweis „Grundbruch im Scheitel“ wird im tersuchten Einbausituationen mit tragfähigen
Gegensatz zu allen anderen Nachweisen nicht Untergründen sind die Grundbruchnachweis im
unter Bezug auf den Scheiteldruck ps,k als Ein- Sohlbereich von untergeordneter Bedeutung.
wirkung geführt, sondern unter Verwendung der Bei weniger tragfähigen Untergründen ist zu
gleichmäßig verteilten Verkehrslast pov,k. Wäh- erwarten, dass die Grundbruchnachweise im
rend bei der Ermittlung des Scheiteldrucks ps,k Sohlbereich an Bedeutung gewinnen. Untersu-
die Erhöhung der Einwirkung im neuen Regel- chungen hierzu wurden nicht durchgeführt.
46

5) Mindestblechdicke Die alleinige Anpassung der Verkehrslasten von


DIN 1072:1985 gemäß altem Regelwerk auf DIN-
Die Vergleichsbetrachtungen haben gezeigt,
Fachbericht 101:2009 gemäß neuem Regelwerk
dass bedingt durch die im neuen Regelwerk
(Vergleich der Variante „Alt“ mit der Variante „AN“)
vorgesehene Reduzierung der Mindestblechdi-
führt zu folgenden Veränderungen:
cke von tmin = 4,0 mm auf tmin = 3,25 mm der
Nachweis „Bruch der Schraubenverbindung“ an 1) Die Anpassung der gleichmäßig verteilten Ver-
Bedeutung gewinnt. Die geringere Mindest- kehrslast von pov = 45 kN/m2 auf pov,k = 65 kN/m2
blechdicke führt im Spannweitenbereich s < 4 m (Erhöhungsfaktor 1,44) bewirkt bei den Nach-
i.d.R. zu einer Erhöhung der Anzahl der weisen:
Schrauben zugunsten der Blechdicke. - Durchschlagen des Bauwerksscheitels,
Vergleich der Berechnungsvarianten „Neu“ mit - Bruch der Schraubenverbindung und
„AN“ - Grundbruch im Sohlbereich,
Ein Vergleich der Berechnungsvariante „Neu“ mit die als maßgebende Einwirkung den Scheitel-
„AN“ ermöglicht eine Aussage über Auswirkungen druck verwenden, lediglich eine Erhöhung der
der Umstellung des Nachweiskonzeptes – unter Ausnutzungsgrade bis maximal 15%. Der
Beibehaltung gleicher Einwirkungen – beim Über- Grund hierfür ist zum einen im Wegfall des
gang vom alten ins neue Regelwerk. Auf Grundla- Schwingbeiwertes ϕ zu sehen und zum Ande-
ge der in Abs. 4.4.3 durchgeführten allgemeingülti- ren in der Überlagerung der ständigen Einwir-
gen Betrachtungen und den Ergebnissen der Ver- kungen (Bodenauflast) mit den veränderlichen
gleichsberechungen in Abs. 4.5. lässt sich folgen- Einwirkungen der Verkehrslast. Die Auswirkun-
des zusammenfassend feststellen: gen der Lastanpassung auf den jeweiligen
Nachweis wirken sich daher weitaus weniger
1) Die Umstellung des Nachweiskonzeptes vom
aus, als dies durch das Verhältnis der Ver-
Globalsicherheits- in das Teilsicherheitskon-
kehrslasten pov,k /pov = 1,44 zunächst vermuten
zepts führt für die Nachweise:
lässt.
- Durchschlagen des Bauwerksscheitels für
h/s ≥ 0,7, 2) Beim Nachweis Grundbruch im Scheitelbereich,
- Bruch der Schraubenverbindung, der als maßgebende Einwirkung die gleichmä-
- Grundbruch im Scheitelbereich, unter Aus- ßig verteilte Verkehrslast verwendet, ergeben
nahme von Pkt. 3), und sich entsprechend dem Verhältnis der Lastan-
passung 44% höhere Ausnutzungsgrade
- Grundbruch im Sohlbereich
(65/45 = 1,44). Dies ist darauf zurück zu führen,
lediglich zu geringfügigen Änderungen des Si- dass in der Bemessungspraxis nach altem Re-
cherheitsniveaus im Bereich von ca. ±5%. Das gelwerk bisher beim Grundbruchnachweis im
heißt, die von der BASt-AG 2.1.1 angestrebte Scheitel auf die Berücksichtigung des Schwing-
Beibehaltung des Sicherheitsniveaus bei der beiwertes verzichtet wurde. Im Unterschied zu
Umstellung vom alten ins neue Regelwerk den vorab genannten Nachweisen in Pkt. 1)
konnte erfolgreich erzielt werden. Dies betrifft dem wird daher beim Grundbruchnachweis im
insbesondere die Wahl der Teilsicherheitsbei- Scheitel die Verkehrslasterhöhung nicht durch
werte innerhalb der einzelnen Grenzzustände. den Wegfall des Schwingbeiwertes kompensiert
und führt zu entsprechend höheren Ausnut-
2) Eine Änderung des Sicherheitsniveaus lässt zungsgraden bei einer Bemessung nach neuem
sich hingegen für den Grenzzustand „Durch- Regelwerk.
schlagen des Bauwerksscheitels für h/s < 0,7“
feststellen. Für diesen Grenzzustand ergeben
sich infolge der Aufhebung der höheren Sicher-
heitsanforderungen für h/s < 0,7 ca. 20 - 25%
geringere Sicherheiten.
3) Infolge der Änderung der Mindestüberdeckung
ergeben sich bei Maul- und Bogenprofilen mit
Spannweiten s > 5 m und für den Fall der Min-
destüberdeckung h = hü,min deutlich höhere Si-
cherheiten gemäß neuem Regelwerk.
Vergleich der Berechnungsvarianten „Alt“ mit
„AN“
47

5 Nachweis der Schraubenver-


bindung

5.1 Einleitung

Die Überarbeitung der Regelungen für Wellstahl-


bauwerke durch die BASt-Arbeitsgruppe AG 2.1.1
wurde vornehmlich mit der Zielsetzung durchge-
führt, die Bemessungsregeln des bestehenden al-
ten Regelwerks auf die Gegebenheiten und Anfor-
derungen der neuen europäischen Regelwerke,
den so genannten Eurocodes, anzupassen.
Was den Schraubennachweis betrifft, ist sowohl
nach altem als auch neuem Regelwerk die Festle-
gung der Tragfähigkeit auf Grundlage von experi-
mentellen Untersuchungen durch ein anerkanntes
Prüfinstitut zu belegen. Nähere Angaben zur Fest-
legung der Tragfähigkeitswerte selbst, z.B. in Form
von Angaben an das statistische Auswerteverfah-
ren oder Anforderungen an die Versuchsdurchfüh-
rung werden nicht gegeben.
Im Zuge der Harmonisierung der europäischen
Regelwerke wurde jedoch auch die Ableitung von
Bemessungswerten von Bauteilwiderständen auf
Basis von Versuchsergebnissen - wie es hier bei
den Schraubenverbindungen der Fall ist - durch
ein einheitliches statistisches Auswerteverfahren in
DIN EN 1990:2002 festgelegt. Ziel der nachfolgen- Bild 54. Verschraubung und Lochbilder von Wellblechelemen-
ten, Quelle: Fa. HAMCO, Dinslaken
den Untersuchungen ist es daher, die Anwendung
dieser statistischen Auswerteverfahren unter Ver-
5.2.2 Schraubenverbindung, -garnitur und -
wendung von bestehenden Versuchsergebnissen
werkstoff
zur Schraubentragfähigkeit von Wellstahlbau-
werken grundsätzlich aufzuzeigen und zu überprü-
Bei der zur Anwendung kommenden Verbindung
fen, inwieweit sich bei Anwendung dieser Verfah-
handelt es sich um eine reine SL-Verbindung.
ren das Sicherheitsniveau beim Übergang vom al-
Standardmäßig kommen Sechskantschrauben
ten ins neue Regelwerk ggf. ändert.
M20 mit durchgehendem Gewinde bis zum Kopf
nach DIN EN ISO 4017:2001 der Festigkeitsklas-
5.2 Schraubenverbindungen bei Well- se 8.8 nach DIN EN ISO 898:2009 zum Einsatz.
stahlbauwerken Aufgrund der Wellung des Wellstahlprofils sind der
Schraubenkopf und die Schraubenmutter jedoch
5.2.1 Schraubenbild abgerundet vgl. Bild 55. Unterlegscheiben werden
in der Regel nicht verwendet. Die Ausführung der
Die Verschraubung in der einzelnen Wellblechele- Verbindung erfolgt so, dass sich das Gewinde in
mente Längsrichtung des Wellstahlbauwerks er- der Scherfuge befindet.
folgt durch 10, 15 oder 20 Schrauben je laufenden Das Nennlochspiel liegt bei 3 mm und ist damit um
Meter (lfd. m). Die Standardausführung ist mit 1 mm größer als dies üblicherweise bei normalen
10 Schrauben/lfd m vorgesehen, d.h. in jedem Schraubenverbindungen nach DIN 18800-7:2008
Hoch- bzw. Tiefpunkt der Wellung befindet sich ei- bzw. DIN EN 1090-2:2008 zulässig ist. Gemäß
ne Schraube. Bild 54 zeigt die unterschiedlichen DIN EN 1090-2:2008 handelt es sich somit um
Lochmuster. Der Schraubenabstand in Längsrich- „große Löcher“ für die ein Lochspiel bis 4 mm zu-
tung beträgt jeweils 200 mm. lässig ist.
48

5.3.2 Bemessung nach DIN EN 1993-1-8 (Eu-


rocode 3 Teil 1-8)

Die Bemessung von Schraubenverbindungen ist in


DIN EN 1993-1-8:2005 (Eurocode 3 Teil 1-8) gere-
gelt. Entsprechend den vorab genannten Versa-
gensformen lassen sich die Bemessungswerte der
Tragfähigkeiten auf Abscheren und Lochleibung
wie folgt ermitteln.
Abscheren:

α v ⋅ fub ⋅ A
Fv,Rd = [kN] (55)
abgerundeter γ M2
Schraubenkopf

mit
αv = 0,6 für die Festigkeitsklasse 8.8 mit Gewin-
de in der Scherfuge in [-]
Bild 55. Sonderschrauben zur Verbindung von Wellstahlele-
fub Zugfestigkeit der Schraube, fub = 800 N/mm2
menten, Quelle: Fa. HAMCO, Dinslaken
für die Festigkeitsklasse 8.8
Die Mutter der Schraubverbindung befindet sich A Spannungsquerschnitt A der Schraube für
stets auf der Innenseite des Wellstahlbauwerks. den Fall, dass das Gewinde in der Scherfuge
Obwohl es sich um eine SL-Verbindung handelt, liegt, A = 2,45 cm2 für M20
werden die Schrauben üblicherweise mit einem
γM2 = 1,25 Teilsicherheitsbeiwert für die Bean-
spezifizierten Drehmoment angezogen.
spruchbarkeit einer Schraubenverbindung
Lochleibung:
5.3 Tragfähigkeit und Bemessung von
Schraubenverbindungen k1 ⋅ α b ⋅ fu ⋅ d ⋅ t
Fb,Rd = [kN] (56)
γ M2
5.3.1 Tragfähigkeit von Schraubenverbin-
dungen
k1 Faktor zur Berücksichtigung der Loch- und
Randabstände quer zur Kraftrichtung in [-]
Die Tragfähigkeit einer SL-Schraubenverbindung
ist, bei nicht planmäßiger Beanspruchung auf Zug αb Faktor zur Berücksichtigung der Loch- und
in Richtung der Schraubenachse, durch die beiden Randabstände in Kraftrichtung sowie des Fes-
Versagensformen: tigkeitsverhältnisses Schraube zu Grundmate-
rial fub/fu in [-]
 Abscheren der Schraube (maßgebend sind der
Schraubendurchmesser und die Schraubenfes- fu Zugfestigkeit des Grundwerkstoffs bzw.
tigkeit) und Blechs, fu = 360 N/mm2 für die Stahlsorte
S235
 Lochleibung (entspricht einer Stauchung und
Ausquetschung des Grundmaterials am Loch- d Nenndurchmesser der Schraube, d = 20 mm
rand; maßgebend sind die Blechdicke, die für M20
Blechfestigkeit und der Schaftdurchmesser)
t Maßgebende Blechdicke der zu verbindenden
gekennzeichnet, wobei die kleinere der beiden Elemente in [mm]
Tragfähigkeiten für die Bemessung maßgebend ist.
γM2 = 1,25 Teilsicherheitsbeiwert für die Bean-
Detaillierte Hintergründe zum Tragverhalten und
spruchbarkeit einer Schraubenverbindung
zur Bemessung von Schrauben können z.B. (PE-
TERSEN, 1994) oder (HASSELMANN & VAL-
Bei großem Lochspiel (2 mm < Δd ≤ 4 mm bei M20)
TINAT, 2002) entnommen werden.
ist der Bemessungswert der Lochleibungstragfä-
higkeit mit dem Beiwert 0,8 zu reduzieren.
49

Bild 56 zeigt exemplarisch den von der Blechdi- 5.4 Statistische Auswerteverfahren
cke t abhängigen Verlauf der Bemessungstragfä- nach DIN EN 1990
higkeit FR,d einer einschnittigen Schraubenverbin-
dung M20 8.8 nach DIN EN 1993-1-8:2005. Für 5.4.1 Allgemeines
die von den Rand- und Lochabständen abhängi-
gen Kenngrößen k1 und αb wurden jeweils die Ma- Die Festlegung von Bemessungswerten von Bau-
ximalwerte angenommen, die im Fall der Schrau- teilwiderständen auf Basis von Versuchsergebnis-
benverbindungen bei Wellstahlbauwerken zutref- sen ist in DIN EN 1990:2002, Anhang D „Ver-
fend erscheinen. In Anlehnung an die Situation bei suchsgestützte Bemessung“ festgelegt. Es werden
Wellstahlbauwerken wurde die Lochleibungstrag- zwei Methoden unterschieden:
fähigkeit gemäß Gleichung (56) für den Fall „über-
große Löcher“ um den Faktor 0,8 reduziert.  Statistische Bestimmung einer einzelnen Ei-
genschaft (Methode )
Bis zu einer Blechdicke von t ≅ 8 mm ist der Versa-
gensmodus „Lochleibung“ maßgebend. Deutlich zu  Statistische Bestimmung eines Widerstands-
erkennen ist die lineare Abhängigkeit der Tragfä- modells (Methode )
higkeit von der Blechdicke. Für Blechdicken
t > 8 mm wird die Tragfähigkeit durch das Absche- 5.4.2 Statistische Bestimmung einer einzel-
ren der Schraube begrenzt. nen Eigenschaft
Die Bemessungsregeln in DIN EN 1993-1-8:2005 Hierbei handelt es sich um ein Verfahren, dass
basieren auf umfangreichen Versuchen sowie de- hauptsächlich im Zulassungswesen von Baupro-
ren statistische Auswertung in Anlehnung an dukten zur Anwendung kommt. Eine spezielle Ei-
DIN EN 1990:2002. Die Versuche wurden vor- genschaft, z.B. die Tragfähigkeit einer Schrauben-
nehmlich an herkömmlichen Sechskantschrauben verbindung in einer besonderen Anwendungssitua-
unter Variation der maßgebenden Einflussparame- tion, soll auf Basis einer definierten Anzahl von
ter durchgeführt. Sonderschrauben und Muttern Versuchen festgelegt werden.
wie sie im vorliegenden Fall bei den Wellstahlbau-
werken zum Einsatz kommen, liegen daher formal Der charakteristische Bauteilwiderstand Rx,k der
außerhalb des Anwendungsbereiches. Ebenso ist Eigenschaft x ist hierbei als 5%-Fraktilwert mit
der Einfluss der Wellung nicht im Rahmen der be- 75%igen Konfidenzintervall unter Annahme einer
stehenden Bemessungsmodelle abgesichert. Der Normal- oder log-Normalverteilung definiert, vgl.
nachfolgend aufgeführte Vergleich von bestehen- Bild 57.
den Versuchsergebnissen an Schraubenverbin-
dungen von Wellstahlbauwerken mit den Bemes- R x, k = m x − k n ⋅ s x (57)
sungstragfähigkeiten nach DIN EN 1993-1-8:2005
stellt daher lediglich ein allgemeine Betrachtung mit
dar. mx Mittelwert der Eigenschaft x
120 sx Standardabweichung der Eigenschaft x
Traglast Schraube FR,d [kN]

Lochleibung
100 Abscheren kn Fraktilenwert zur Bestimmung des charakte-
94,1kN
ristischen Wertes (5%-Fraktile), vgl.
80 DIN EN 1990:2002, Anhang D, Tabelle D.1
60 Durch die statistischen Kenngrößen: Mittelwert mx
und Standardabweichung sx einer Versuchserie
40 F F
kann so in einfacher Weise in Abhängigkeit der
20 M20 8.8; S235 Anzahl der Versuche n der charakteristische
k1= 1,0; αb= 2,5 Wert Rx,k für die Bemessung ermittelt werden. Lie-
0 gen für die zu beurteilende Bauteileigenschaft auf
2 3 4 5 6 7 8 9
Basis von vergleichbaren Versuchen bereits um-
Blechdicke t [mm]
fangreiche Kenntnisse vor, wie z.B. hinsichtlich der
Bild 56. Bemessungswert der Tragfähigkeit einer einschnitti- Streckgrenze bei Stählen, so lässt sich der Be-
gen Schraubenverbindung M20 8.8, S235, übergroße messungswert Rd,k durch Festlegung eines aner-
Löcher kannten Teilsicherheitsbeiwertes für den Wider-
stand γM ableiten.
50

r = f ( x 1, x 2 ,... x i ) (59)
fR(x)
Verteilungsfunktion
mx
fR(x) Widerstand 2) Vergleich der experimentellen Werte re mit den
mx... Mittelwert
theoretischen Ergebnissen rt der in Pkt. 1) defi-
sx….Standardabweichung nierten Widerstandsfunktion, vgl. Bild 58.
sx kn….Fraktilenwert
kn⋅sx
3) Ermittlung der so genannten Mittelwertkorrek-
tur b und des Variationskoeffizienten Vrt aus
dem Vergleich in Pkt. 2) inklusive Plausibilitäts-
x
char. Widerstand Rx,k prüfung.
(5%-Fraktile)
4) Festlegung von Variationskoeffizienten für die
Bild 57. Ableitung von Bauteilwiderständen auf Basis von Basisvariablen xi.
Versuchsergebnissen nach DIN EN 1990:2002
5) Ermittlung der charakteristischen Werte rk der
Alternativ hierzu besteht nach DIN EN 1990:2002 Widerstandsfunktion.
auch die Möglichkeit, den Bemessungswert der Ei-
6) Ermittlung der Bemessungswerte rd der Wider-
genschaft x direkt unter Anwendung des Fraktilen-
standsfunktion.
wertes kd,n gemäß nachfolgender Gleichung (58)
zu ermitteln. 7) Ableitung des Teilsicherheitsbeiwertes γM = rd/rk
für die Widerstandsfunktion.
R d,k = m x − k d,n ⋅ s x (58)

mit
5.5 Versuchsergebnisse zur Schrau-
bentragfähigkeit
kd,n Fraktilenwert zur Bestimmung von Bemes-
sungswerten für den Tragfähigkeitsnachweis, 5.5.1 Allgemeines
vgl. DIN EN 1990:2002, Anhang D, Tabel-
le D.2 Für die Überprüfung der Schraubentragfähigkeit
Tab. 20 zeigt eine Auswahl typsicher Fraktilenwer- wurden vom Auftraggeber die Versuchsergebnisse
te gemäß DIN EN 1990:2002. von zwei Herstellern von Wellstahlbauwerken zur
Verfügung gestellt. Die Hersteller werden im Fol-
n 2 3 4 5 6 8 10 20 genden als Hersteller  und  bezeichnet. Von
kn 2,01 1,89 1,83 1,80 1,77 1,74 1,72 1,68 beiden Herstellern wurden die Versuche in einem
kd,n 3,77 3,56 3,44 3,37 3,33 3,27 3,23 3,16 Zeitraum von 1975 - 1985 durchgeführt. Versuche
neueren Datums liegen nicht vor.
n… Anzahl Versuche
Tab. 20. Fraktilenwerte kn und kd,n nach DIN EN 1990:2002, 5.5.2 Versuchskörper, Versuchsaufbau und
Anhang D, Variationskoeffizient bekannt Versuchsparameter
5.4.3 Statistische Bestimmung eines Wider- Die Versuche der beiden Hersteller erfolgten na-
standsmodells hezu mit der identischen Versuchskörperform und
unter vergleichbarem Aufbau.
Hierbei handelt es sich um ein Verfahren zur Fest-
legung und Kalibrierung von Widerstands- bzw.
re
Bemessungsmodellen in funktionaler Form, wie es
im Allgemeinen für normative Zwecke im Sinne der
re = b⋅rt
Bemessung der Fall ist.
Die Hintergründe und statistischen Bestimmungs-
gleichungen bei Anwendung dieses Verfahren sol-
len hier nicht näher erläutert werden. Die Vorge-
hensweise ist in folgende Einzelschritte unterglie-
dert: θ
rt
1) Modellfindung bzw. Festlegung einer geeigne-
ten Widerstandsfunktion, die den Bauteilwider- Bild 58. Vergleich der Versuchsergebnisse re mit den theoreti-
stand r in Abhängigkeit der maßgebenden Ein- schen Ergebnissen rt des Widerstandsmodells nach
DIN EN 1990:2002
flussparameter xi (= Basisvariablen) möglichst
zutreffend beschreibt.
51

Die Versuchskörper bestanden aus verschraubten, 5.5.3 Versuchsergebnisse


ca. 500 mm langen Wellblechelementen, an die zur
Krafteinleitung jeweils eine Kopf- und eine Fußplat- Bild 61 zeigt für das Lochbild mit 10 Schrauben
te angeschweißt waren, vgl. Bild 59. Die so herge- pro ldf. m die versuchstechnisch ermittelten Trag-
stellten Versuchskörper wurden anschließend in lasten RV der Schraubenverbindung in Abhängig-
einer Druckprüfmaschine geprüft. Die Lasteinlei- keit der Blechdicke (Nennmaße). Dargestellt sind
tung erfolgte über Lastverteilungsträger derart, die Ergebnisse von beiden Herstellern. Die Belas-
dass die Versuchskörper i.d.R. mittig belastet wur- tung erfolgte zentrisch. Die Ergebnisse zeigen,
den, vgl. Bild 60. dass entsprechend Bild 56 ein nahezu linearen
Anstieg der Tragfähigkeit mit zunehmender Blech-
Bei den Versuchen wurden hauptsächlich die
dicke bis ca. 6 mm stattfindet. In diesem Bereich
nachfolgenden Kenngrößen variiert:
trat das Versagen stets als Lochleibungsversagen
 Blechdicke t auf. Der Übergang vom Lochleibungsversagen
 Anzahl der Schrauben nS zum Abscherversagen liegt im Bereich von
t ≅ 6,0 - 7,0 mm.
In Einzelfällen wurden darüber hinaus noch der
Einfluss von Unterlegscheiben oder die Ausfüh- In Bild 62 und Bild 63 sind ergänzend die Traglas-
rung einer Randaussteifung am Ende der Well- ten für die Lochbilder 15 und 20 Schrauben/lfd. m
blechelemente untersucht. Versuche an Schrau- dargestellt. Auch für diese Lochbilder wird das
benverbindungen unter exzentrischer Lasteinlei- prinzipielle Tragverhalten von Schraubenverbin-
tung sind in (KLÖPPEL & GLOCK, 1970) doku- dungen: Versagen durch Lochleibung bei geringen
mentiert. Blechdicken und Versagen durch Abscheren bei
großen Blechdicken bestätigt. Mit zunehmender
Anzahl von Schrauben rückt der Versagensmodus
Abscheren in den Hintergrund.

2000
Hersteller 
Traglast Verbindung RV [kN/m]

Hersteller 
1500

B-B
1000

Abscheren
Lochleibung
500

A-A 10 Schrauben/lfd. m
M20, 8.8, S235
0
2 3 4 5 6 7 8

Bild 59. Versuchskörper Schraubenversuche Nennblechdicke t [mm]

Bild 61. Traglasten von Schraubenverbindungen von Well-


blechstößen, 10 Schrauben/lfd. m, zentrische Belas-
tung

Bild 60. Versuchsaufbau Schraubenversuche, schematisch


52

2500 180
Traglast Verbindung RV [kN/m]

Traglast je Schraube RS [kN]


Hersteller  10 Schrauben
Hersteller  150 15 Schrauben
2000
20 Schrauben
120
1500
90
1000
Abscheren
Lochleibung 60 Abscheren
Lochleibung
500
15 Schrauben/lfd. m 30
M20, 8.8, S235 Hersteller 
0 0
2 3 4 5 6 7 8 2 3 4 5 6 7 8
Nennblechdicke t [mm] Nennblechdicke t [mm]

Bild 62. Traglasten von Schraubenverbindungen von Well- Bild 64. Bezogene Tragfähigkeit je Schrauben, Hersteller ,
blechstößen, 15 Schrauben/lfd. m, zentrische Belas- zentrische Belastung
tung
180
3500 Traglast je Schraube RS [kN] 10 Schrauben
Traglast Verbindung RV [kN/m]

Hersteller  150 15 Schrauben


3000 Hersteller  20 Schrauben
120
2500

2000 90

1500 60 Abscheren
Abscheren Lochleibung
1000 Lochleibung
30
Hersteller 
500 20 Schrauben/lfd. m
M20, 8.8, S235 0
0 2 3 4 5 6 7 8
2 3 4 5 6 7 8 Nennblechdicke t [mm]
Nennblechdicke t [mm]
Bild 65. Bezogene Tragfähigkeit je Schrauben, Hersteller ,
Bild 63. Traglasten von Schraubenverbindungen von Well- zentrische Belastung
blechstößen, 20 Schrauben/lfd. m, zentrische Belas-
tung Da die Versuchskörper nur einen ca. 0,6 - 0,8 m
langen Ausschnitt der geschraubten Längsverbin-
Bild 64 zeigt für die Daten des Herstellers  eine dung der Wellstahlbauwerke repräsentieren, wurde
vergleichende Darstellung aller Versuchsergebnis- vom Hersteller  auch der Einfluss der Randaus-
se, in dem für alle untersuchten Lochbilder (10, 15 bildung untersucht. Hierfür wurden die in Bild 66
und 20 Schrauben/lfd. m) die Tragfähigkeiten be- dargestellten Varianten „mit Randsteife“ und „ohne
zogen auf jeweils eine einzelne Schraube RS dar- Randsteife“ experimentell überprüft. Die Anord-
gestellt ist. Im vorliegenden Fall fällt auf, dass – mit nung der Randsteifen war u.a. auch versuchstech-
Ausnahme von t = 6 mm (im Übergangsbereich nisch begründet, da in Folge der Druckbeanspru-
Lochleibung – Abscheren) – der Einfluss des chung an den unausgesteiften Rändern teilweise
Lochbildes eher gering ausfällt. Es lassen sich ein Beulen beobachtet worden war, mit entspre-
leichte Tendenzen erkennen, dass mit einer größe- chend traglastminderndem Einfluss auf den Trag-
ren Anzahl von Schrauben die auf die einzelne fähigkeit der Schraubenverbindung. Bild 67 zeigt
Schraube bezogene Tragfähigkeit etwas geringer die Ergebnisse. Bei der Blechdicke von t = 4 mm ist
wird. Vergleichbare Ergebnisse lassen sich auch für den Fall „ohne Randsteife“ die bezogene Trag-
für die Daten des Herstellers  erzielen, vgl. Bild fähigkeit der Schraube um ca. 25% geringer als im
65. In beiden Fällen liegen die erzielten Abscher- Fall „mit Randsteifen“. Für alle anderen Blechdi-
kräfte in einem Bereich von ca. 140 - 160 kN je cken wurden hingegen vergleichbare Werte erzielt.
Schraube.
Insgesamt wird bei der versuchstechnischen Er-
mittlung der Schraubentragfähigkeit die Anordnung
einer Randsteife als sinnvoll erachtet, da hierdurch
zum Einen unmittelbar die Tragfähigkeit der
Schraubenverbindung selbst ermittelt wird, d.h.
ohne Einfluss eines möglichen Blechbeulens, und
zum anderen in der realen Einbausituation eben-
53

falls ein Stützung des Randes durch die fortlaufen- keine statistische Auswertung im eigentlichen Sin-
de Wellung vorliegt. Der Fall „ohne Randsteife“ ne statt.
kommt hingegen lediglich an den Bauwerksenden
vor, wo die statischen Beanspruchungen i.d.R. ge- 2000
10 Schrauben/lfd. m

Traglast Verbindung RV [kN/m]


ringer ausfallen als in der Bauwerksmitte. Hersteller 

Für die folgenden Betrachtungen werden daher 1500

beim Hersteller  nur die Versuchsergebnisse „mit


Randsteife“ verwendet. 1000

500
Versuchsergebnisse
Tragfähigkeit nach Angaben des Herstellers
0
2 3 4 5 6 7 8 9

Detail D Nennblechdicke t [mm]

Bild 68. Vergleich Versuchsergebnisse und Tragfähigkeitsan-


gaben des Herstellers 

„ohne Randsteife“ „mit Randsteife“ 5.7 Auswertung der Versuchsergeb-


nisse nach DIN EN 1990
Bild 66. Ausbildung der Randsteife
5.7.1 Allgemeines
2000
ohne Randsteife
Traglast Verbindung RV [kN/m]

mit Randsteife Die bestehenden Versuchsergebnisse zeigen,


1500 dass die Tragfähigkeit der Schraubenverbindung
von Wellstahlbauwerken entsprechend dem Stand
der Normung durch die beiden Versagensmodi
1000
„Lochleibung“ und „Abscheren“ gekennzeichnet ist.
Als maßgebender Einfluss lässt sich die Blechdi-
500 cke feststellen, während der Einfluss des Lochbilds
10 Schrauben/lfd. m bzw. der Anzahl der Schrauben nS tendenziell von
Hersteller 
geringer Bedeutung ist.
0
2 3 4 5 6 7 8 9
Wie in Abschnitt 5.4 aufgezeigt, unterscheidet
Nennblechdicke t [mm]
DIN EN 1990:2002 vom Prinzip zwei statistische
Bild 67. Einfluss der Randaussteifung auf die bezogene Trag- Auswerteverfahren. Nachfolgend sollen daher bei-
fähigkeit der Schraubenverbindung, Hersteller , de Verfahren exemplarisch aufgezeigt werden.
zentrische Belastung
5.7.2 Statistische Auswertung: Bestimmung
einer Einzeleigenschaft
5.6 Auswertung der Versuchsergeb-
nisse nach altem Regelwerk Allgemeines

Im bestehenden Regelwerk wurden die Traglasten Die Ableitung der Tragfähigkeit gemäß dieser Me-
der Schraubenverbindungen nach Kenntnis der thode erfordert im Allgemeinen eine ausreichende
Autoren als Mittelwerte in Verbindung mit der für Anzahl von Versuchsergebnissen, die eine zuver-
den Schraubennachweis erforderlichen Sicherheit lässige statistische Auswertung der betreffenden
von γGlobal = 2,5 festgelegt. Bild 68 zeigt hierzu ei- Eigenschaft ermöglicht. Das heißt, Versuche mit
nen Vergleich der Versuchsergebnisse mit den unterschiedlichen Blechdicken lassen sich z.B.
Tragfähigkeitsangaben des Herstellers . Die nicht gemeinsam auswerten, sondern stellen je-
Vorgehensweise der Angabe von Mittelwerten wird weils eine weitere „Einzeleigenschaft“ dar.
in diesem Fall zumindest für den Versagensmodus Bei der statistischen Auswertung nach dieser Me-
„Lochleibung“ für t < 6 mm bestätigt. Bei der Aus- thode werden die Versuchsergebnisse üblicher-
wertung der Versuche wurden ausschließlich die weise auch auf die Nenn- bzw. Mindestkennwerte
Ergebnisse für den Fall „mit Randsteife“ herange- der maßgebenden Einflussparameter korrigiert.
zogen. Mit Ausnahme der Mittelwertbildung fand Dies erfolgt i.d.R. durch einen so genannten Nor-
54

mierungsbeiwert α, der das Versuchsergebnis d.h. schaft“ darstellen, sind zusammenfassend die sta-
den Ist-Werte auf die normativen Nennwerte an- tistischen Parameter für die Tragfähigkeit je
passt. Gleichung (60) zeigt dies am Beispiel der Schraube aufgeführt.
Blechdicke. Entsprechendes gilt z.B. auch für die
Festigkeitskennwerte der Schraube bzw. des Die Bestimmung des Bemessungswertes RS,d der
Blechwerkstoffs. Schraubentragfähigkeit kann auf Grundlage der in
Tab. 21 enthaltenen Ergebnisse entweder auf Ba-
t Nen sis der 5%-Fraktile (charakteristische Tragfähig-
αt = [-] (60)
tIst keit RS,k) in Verbindung mit einem vorgegebenen
Teilsicherheitsbeiwert γM erfolgen, oder direkt über
mit den entsprechenden Fraktilenbeiwert kd,n, vgl. Ab-
schnitt 5.4.2. Tab. 22 enthält für beide Fälle die so
αt Normierungsfaktor für die Blechdicke, [-] ermittelten Bemessungswerte der Schraubentrag-
tNen Nennblechdicke gemäß Liefernorm in [mm] fähigkeit RS,d. Die Werte stimmen hinreichend gut
überein. Bild 68 zeigt für beide Auswerteverfahren
tIst gemessene Ist-Blechdicke im Versuch in [mm] einen Vergleich der ermittelten Schraubentragfä-
higkeit mit den Bemessungswerten der Tragfähig-
Bei der Durchsicht der Versuchsergebnisse zur keit nach DIN EN 1993-1-8:2005 (Eurocode 3). Es
Ermittlung der Schraubentragfähigkeit der beiden fällt auf, dass im vorliegenden Fall die Versuchser-
Hersteller ist aufgefallen, dass mit Ausnahme der gebnisse vergleichsweise gut mit den Schrauben-
Blechdicke nicht alle Kenngrößen, insbesondere tragfähigkeiten gemäß DIN EN 1993-1-8:2005 kor-
die Festigkeitskennwerte der Schrauben und Ble- relieren. Bei t = 3,0 mm liegen geringfügige Unter-
che, dokumentiert sind. schreitungen in Höhe von 5% vor. Bei den größe-
ren Blechdicken, insbesondere für t = 7,0 mm er-
Statistische Auswertung geben sich jedoch ca. 20 – 40% höhere Tragfähig-
Beispielhaft wird hier die statistische Auswertung keiten.
der Versuchsergebnisse des Herstellers  aufge-
zeigt. Insgesamt wurden 45 Einzelversuche durch- Statistische Blechdicke t in [mm]
Kenngröße
geführt. Variiert wurden 5 Blechdicken 3,0 4,0 5,0 6,0 7,0
(t = 3, 4, 5, 6 und 7 mm) in Kombination mit Mittelwert mx
52,5 79,4 109,7 120,7 136,2
[kN]
3 Lochbildern (10, 15 und 20 Schrauben je lfd. m).
Standardab-
Je Serie wurden 3 identische Einzelversuche ge- weichung sx [kN]
6,8 5,8 16,3 11,1 6,5
prüft (5⋅3⋅3 = 45). Variationskoeffi-
13 7 15 9 5
zient Vx [%]
Die statistische Auswertung erfolgt unter Verwen-
dung der Formeln und Beiwerte in Abschnitt 5.4.2. Tab. 21. Statistische Kenngrößen der Tragfähigkeiten RS je
Weiterhin werden folgende Annahmen getroffen: Schraube basierend auf den Versuchsergebnissen
des Herstellers 
 Der Einfluss des Lochbildes ist von untergeord-
neter Bedeutung, vgl. Bild 64. Das heißt, je
Blechdicke steht für die Auswertung ein Stich-
probenumfang von n = 9 zur Verfügung.
 Die Normierung der Ergebnisse auf die Nenn-
blechdicken erfolgt unter Kenntnis der gemes-
sen Blechdicken nach Gleichung (60).
 Für die Normierung der Ergebnisse auf die
Nennfestigkeiten wird ein pauschalen Faktor
von αf = 0,85 angenommen, da die entspre-
chenden Kennwerte in den zur Verfügung ste-
henden Unterlagen nicht dokumentiert sind.
 Es werden die aus den Versuchen umgerech-
neten Tragfähigkeiten der einzelnen Schrauben
verwendet.
Tab. 21 zeigt die Ergebnisse dieser statistischen
Auswertung. Für die unterschiedlichen Blechdi-
cken t, die im vorliegenden Fall die „Einzeleigen-
55

Blechdicke t in [mm] Widerstandsmodell und Basisvariablen


3,0 4,0 5,0 6,0 7,0
Aufgrund der qualitativ und quantitativ guten Über-
5% Fraktile;
Charakteristi-
einstimmung der Versuchsergebnisse mit den Be-
40,7 69,3 81,3 101,5 124,9 messungsmodellen nach DIN EN 1993-1-8:2005,
sche Tragfähig-
1)
keit RS,k [kN] vgl. Bild 68, werden als Widerstandsfunktionen die
Teilsicherheits-
1,252) Bemessungsgleichungen für „Lochleibung“ und
beiwert γM „Abscheren“ nach Gleichungen (55) und (56) ver-
Bemessungs-
32,5 55,4 65,0 81,2 99,9
wendet. In diesen Gleichungen gehen als Basisva-
wert der Tragfä-
higkeit RS,d [kN] riablen die Blechdicke t, die Zugfestigkeit des Ble-
Bemessungs- ches fu, die Zugfestigkeit der Schraube fu.b sowie
wert der Tragfä-
3)
30,3 60,4 56,4 84,5 114,9 der Schraubendurchmesser d ein. Bei den Kenn-
higkeit RS,d [kN] größen αv, k1 und αb handelt es sich um Parameter
1)
RS,k = mx - kn⋅sx mit kn = 1,74, vgl. Tab. 21 die auf Grundlage von Versuchsergebnissen abge-
2)
für Schraubverbindungen gemäß DIN EN 1993-1-8:2005
3)
leitet sind und für die auch im vorliegenden Fall ei-
RS,d = mx - kd,n⋅sx mit kd,n = 3,27, vgl. Tab. 21
ne Anpassung möglich ist.
Tab. 22. Bemessungswerte der Tragfähigkeiten RS,d je
Schraube basierend auf den Versuchsergebnissen Daten und Annahmen
des Herstellers 
Für die statistische Auswertung werden die Ver-
120 suchsergebnisse des Herstellers  verwendet. Ei-
M20 8,8; S235
Traglast Schraube RS,d [kN]

ne Unterteilung in die einzelnen Lochbilder wird


100
nicht vorgenommen. Es werden ausschließlich die
80
Versuche für den Fall „mit Randsteife“ mit Blechdi-
cken bis t = 6,25 mm, deren Versagen durch Loch-
60 leibung gekennzeichnet war, verwendet. Insge-
samt stehen damit 35 Versuche für die Auswertung
40
zur Verfügung.
Versuchsergebnisse, γM = 1,25, kn = 1,74
20 Versuchsergebnisse, kd,n = 3,27 Für die Auswertung werden weiterhin folgende
Tragfähigkeit nach DIN EN 1993-1-8
0
Annahmen getroffen:
2 3 4 5 6 7 8 9
Nennblechdicke t [mm]
 Verwendung der gemessenen Ist-Blechdicken.
 Verwendung der gemessenen Ist-Zugfestig-
Bild 69. Vergleich der Bemessungswerte der Schraubentrag-
keiten der Bleche.
fähigkeit RS,d der Versuchsergebnisse des Herstel-
lers  mit DIN EN 1993-1-8:2005  Annahme eines typischen Variationskoeffizien-
ten für die Zugfestigkeit des Bleches von
Es ist anzumerken, dass im vorliegenden Fall, der Vfu = 0,07.
Einfluss des Lochbildes nur von geringer Bedeu-
tung war. Ist dies nicht der Fall dann sollte eine ge-  Annahme eines Variationskoeffizienten für die
trennte Auswertung vorgenommen werden. Blechdicke und den Durchmesser der Schraube
von Vt = Vd = 0,05.
5.7.3 Statistische Auswertung: Bestimmung  Annahme Korrelationsfaktoren k1 = 1,0 und
eines Widerstandsmodells αb = 2,5 entsprechend DIN EN 1993-1-8:2005
für die Situation der Schraubenverbindung bei
Allgemeines Wellstahlbauwerken.
Grundsätzlich ist zu erwähnen, dass dieses Ver-
fahren hohe Fachkenntnisse und Erfahrungen im In Tab. 23 sind die Ergebnisse der statistischen
Umgang erfordert und daher nicht für die allgemei- Auswertung für das Bemessungs- bzw. Wider-
ne Auswertung von Versuchsergebnissen empfoh- standsmodell nach DIN EN 1993-1-8:2005 zu-
len wird. Nachfolgend sollen dennoch für eine sammengefasst. Der resultierende Teilsicherheits-
Stichprobe des Herstellers  die Vorgehensweise beiwert ergibt sich zu γM = 1,22. Dieser Wert ist
sowie die Ergebnisse auszugweise dargestellt kleiner als der Teilsicherheitsbeiwert von
werden. γM2 = 1,25 wie er für die Bemessung von Schrau-
benverbindungen in DIN EN 1993-1-8 angegeben
ist. Das heißt, die Auswertung hat ergeben, dass
die Tragfähigkeit der vorliegenden Schraubenver-
bindung unter Verwendung des Widerstandmo-
56

dells nach Eurocode 3 und einem Teilsicherheits- die in Tab. 24 aufgeführten Tragfähigkeiten für ei-
beiwert von γM2 = 1,25 sicher bemessen werden ne einzelne Schraube.
kann.
Tragfähig- Blechdicke t [mm]
Bild 70 zeigt in grafischer Form die Gegenüber- keit
stellung der experimentell ermittelten Tragfähigkei- 2,75 3,25 4,00 4,75 5.50 6,25 7,00
ten re mit den theoretischen Ergebnissen des Wi- RS,k [kN] 40 47 58 68 79 90 101
derstandsmodells rt. Das Verhältnis re/rt streut in RS,d [kN] 32 37 46 55 63 72 81
einem Bereich von 0,9 – 1,2 und zeigt, dass das
γM = γM2 = 1,25
gewählte Widerstandsmodell rt die Versuchsergeb- αv = 0,6; k1 = 2,5; αb = 1,0
nisse re hinreichend gut beschreibt und für die sta- großes Lochspiel
tistische Auswertung als geeignetes Modell ver- Tab. 24. Tragfähigkeit je Schraube einer einschnittigen
wendet werden kann. Schraubenverbindung M20 8.8, S235 nach
DIN EN 1993-1-8
Kenngröße Ergebnis
Anzahl Versuche n 35 Um eine Aussage über die Veränderung der
) Nachweisführung gemäß altem und neuem Re-
Fraktilenkennwert kn* 1,67
gelwerk zu erhalten, wird auf die bereits in Ab-
)
Fraktilenkennwert kd,n* 3,11 schnitt 4.4.1 dargestellte allgemein gültige Betrach-
Mittelwertabweichung b 1,136 tungsweise zurückgegriffen. Das Verhältnis der
Standardabweichung der Streugröße sΔ 0,098
Ausnutzungsgrade beim Übergang vom alten ins
neue Regelwerk lässt sich unter Verwendung der
Charakteristische Tragfähigkeit rk 0,786
Gleichungen (42), (43), (45) und (46) für den
Bemessungstragfähigkeit rd 0,645 Nachweis der Schraubenverbindung wie folgt dar-
Teilsicherheitsbeiwert γM 1,22 stellen:
Widerstandsfunktion r(fu,d,t) = k1⋅αb⋅fu⋅d⋅t mit k1 = 1,0 und αb = 2,5
)
* gemäß DIN EN 1990, Anhang D, Tabelle D.1 und D.2 ηNeu ENeu, d R Alt γ
= ⋅ ⋅ M2 [-] (61)
Tab. 23. Ergebnisse der statistischen Auswertung der Ver-
η Alt E Alt RNeu,k γ Global
suchsergebnisse des Herstellers 
mit
1.8

1.6
RAlt Tragfähigkeit der Schraubenverbindung
gemäß altem Regelwerk (Mittelwert der
1.4
Versuchsergebnisse) in [kN]
re/ rt [-]

1.2

1.0 RNeu,k charakteristischer Wert der Tragfähigkeit


0.8
der Schraubenverbindung gemäß
0.6
DIN EN 1993-1-8:20052 oder gemäß Aus-
wertung von Versuchsergebnissen nach
0.4
Versuchsergebnisse DIN EN 1990:2002 in [kN]
0.2
Hersteller 
0.0 γM2 = 1,25 Teilsicherheitsbeiwert für Schrau-
1 3 5 7 9 11 13 15 17 19 21 23 25 27 29 31 33 35 benverbindung gemäß DIN EN 1993-1-
n [-] 8:2005
Bild 70. Abweichung der Versuchsergebnisse re von den theo- γGlobal = 2,5 Globalsicherheitsbeiwert für den
retischen Werten rt, Versuche des Herstellers  Bruch der Schraubenverbindung gemäß
altem Regelwerk
5.8 Auswirkungen der Ergebnisse auf Bild 71 zeigt eine grafische Darstellung von Glei-
die Bemessung chung (61). Für den Widerstand der Schrauben-
verbindung nach neuem Regelwerk wurde die
Die Ergebnisse der statistischen Auswirkungen Tragfähigkeit der Schraubenverbindung nach
haben gezeigt, dass sich die Tragfähigkeit der hier DIN EN 1993-1-8:2005 gemäß Tab. 24 in Ansatz
untersuchten Schraubenverbindungen zuverlässig gebracht, während nach altem Regelwerk für die
mit den Bemessungsmodellen nach DIN EN Tragfähigkeit der Schraubenverbindung die Anga-
1993-1-8:2005 vorhersagen lässt. Ist dies der Fall, ben des Herstellers  verwendet wurden. Die Er-
so ergeben sich in Abhängigkeit der Blechdicke t gebnisse machen deutlich, dass - unter Verwen-
dung der Schraubentragfähigkeit nach DIN EN
57

1993-1-8:2005 und unter Berücksichtigung der an- hier untersuchten Datensätze der beiden unter-
gepassten Einwirkungen - der Ausnutzungsgrad schiedlichen Hersteller und den darin festgeleg-
der Schraubenverbindung in Abhängigkeit von der ten Anwendungsbedingungen. Eine Übertra-
Überdeckung um ca. 10 - 20% erhöht wird. Dieses gung dieser Erkenntnisse auf Schraubenver-
Ergebnis steht im Einklang mit den allgemein gülti- bindungen anderer Hersteller, abweichende
gen Betrachtungen des Abschnitts 4.4 und zeigt, Schraubendurchmesser oder Festigkeitswerte
dass bei einer Verwendung der Schraubentragfä- der Bleche und Schrauben ist im jedem Fall se-
higkeit nach DIN EN 1993-1-8:2005 oder durch parat zu untersuchen.
Auswertung der Versuchsergebnisse nach
2. Die Auswertung der bestehenden Versuche hat
DIN EN 1990:2005 das globale Sicherheitsniveau
gezeigt, dass die Tragfähigkeit der Schrauben-
beim Übergang vom alten ins neue Regelwerk wei-
verbindung maßgeblich durch die Blechdicke t
testgehend erhalten bleibt.
beeinflusst wird. Bis zu einer Blechdicke von
1,4
ca. t = 6 mm ist das Versagen durch Lochlei-
bung gekennzeichnet. Darüber hinaus treten
1,2 Mischbrüche aus einer Kombination von Loch-
Verhältnis ηNeu / ηAlt [-]

1,0
leibung und/oder Abscheren auf. Für die maxi-
male Blechdicke von t = 7 mm dominiert das
0,8 Versagen durch Abscheren der Schraube. Ein
0,6
bedeutender Einfluss des Lochbildes, d.h. der
Anzahl der Schrauben je lfd. m konnte bei der
10 Schrauben pro m; t = 4mm; s = 4m
0,4 Auswertung nicht festgestellt werden. Tenden-
10 Schrauben pro m; t = 7mm; s = 8m
0,2 20 Schrauben pro m; t = 4mm; s = 4m ziell wurden jedoch bei beiden Herstellern et-
20 Schrauben pro m; t = 7mm; s = 8m was höhere Tragfähigkeiten für das Lochbild
0,0 mit 10 Schrauben/lfd. m festgestellt. Im Rah-
0 2 4 6 8 10
men der hier durchgeführten statistischen Aus-
Überdeckung hü [m]
wertung wurde auf eine separate Auswertung
Bild 71. Vergleich der Ausnutzungsgrade für den Schrauben- der Ergebnisse in Abhängigkeit des Lochbildes
nachweis nach neuen Regelwerk und altem Regel- verzichtet.
werk; Ermittlung der Schraubenwiderstände nach
DIN EN 1993-1-8:2005 3. Die Untersuchungen zeigen, dass es im Zuge
der Umstellung der Regelwerke sinnvoll er-
scheint, die Festlegung der Tragfähigkeit der
5.9 Zusammenfassung Auswertung Schraubenverbindung gemäß den europäisch
Schraubenversuche harmonisierten Regeln und dem damit begrün-
deten Verfahren nach DIN EN 1990:2002
Die Ergebnisse der Untersuchungen zur Schrau- durchzuführen.
bentragfähigkeit lassen sich wie folgt zusammen-
4. Für die Durchführung und die statistische Aus-
fassen:
wertung von Versuchen zur Festlegung von
1. Die statistische Auswertung der vom Auftrag- Tragfähigkeitskennwerten für die Schrauben-
geber zur Verfügung gestellten Versuchsergeb- verbindungen von Wellstahlbauwerken wird
nisse hat ergeben, dass die experimentell er- nachfolgende Vorgehensweise empfohlen:
mittelten Tragfähigkeiten gut mit den Angaben
 Vereinbarung des Versuchsaufbaus und der
für die Tragfähigkeiten von Schraubenverbin-
Versuchskörper in Anlehnung an Bild 59
dungen nach DIN EN 1993-1-8:2005 für den
und Bild 60.
Fall „große Löcher“ korrelieren. Dies konnte
sowohl bei der einfachen statistischen Auswer-  Statistische Auswertung der Versuchser-
tung nach dem Verfahren „Bestimmung einer gebnisse nach DIN EN 1990:2002 mit dem
Einzeleigenschaft“ als auch beim etwas auf- Verfahren „Statistische Bestimmung einer
wändigeren Verfahren „Bestimmung eines Wi- Einzeleigenschaft“.
derstandsmodells“ festgestellt werden. Es zeigt
 Vereinbarung eines Teilsicherheitsbeiwerts
sich, dass die Tragfähigkeit der bei Wellstahl-
von γM = γM2 = 1,25 in Anlehnung an
bauwerken zur Anwendung kommenden Son-
DIN EN 1993-1-8:2005.
derschraubenverbindung zuverlässig mit den
Bemessungsmodellen nach DIN EN1993-1-8  Überprüfung des Einflusses des Lochbildes
vorhergesagt werden kann. Die Gültigkeit die- auf die Tragfähigkeit.
ser Feststellung beschränkt sich jedoch auf die
58

 Untersuchung des Einflusses der Blechdicke 6.3 Nachweisverfahren in der Praxis


auf die Tragfähigkeit für jede relevante Di-
cke. Die Versuchskörper sollten in der Lage 6.3.1 Allgemeines
sein die beiden Versagensmodi „Lochlei-
bung“ und „Abscheren“ abzudecken. Der Nachweis der Schrägschnitte erfordert in der
 Die Anzahl der Versuche je Serie sollte 3 Regel eine vergleichsweise aufwändige räumliche
nicht unterschreiten. Modellierung und Nachweisführung z.B. mittels
Stabwerkssystemen oder FEM-Berechnungen.
 Normierung der Versuchsergebnisse auf die
Nennwerte der Blechdicke und die Festigkei- Umfangreiche Untersuchungen zur Standsicherheit
ten des für das Versagen maßgebenden der Schrägschnitte wurden von (GLOCK, 1974)
Bauteils. und (FEDER, 1984) durchgeführt. Beide Untersu-
chungen basieren auf dreidimensionalen FEM-
Analysen an Schalentragwerken anhand derer ein-
fache Bemessungsgleichungen abgeleitet wurden.
6 Nachweis am Schrägschnitt Nachfolgend werden diese beiden Nachweisver-
fahren kurz vorgestellt. Auf Details dieser Berech-
6.1 Einleitung nungen soll im Rahmen dieser Betrachtungen
nicht näher eingegangen werden. Hierzu wird auf
Die zweckmäßigste Ausführung der Wellstahlbau- die entsprechende Literatur verwiesen.
werk-Enden ist deren Anpassung an die vorhan-
dene Böschung in Neigung und Abschlusswinkel,
vgl. Bild 72. Durch diese Anpassung ergeben sich LS,F
1 Böschungs-
am Ende des Wellstahlbauwerks die so genannten m neigung 1:m h
Schrägschnitte, in denen die Schalentragwirkung LS,G x
gestört ist und daher die bestehenden Bemes-
sungsrichtlinien der vorangegangenen Abschnitte
ihre Gültigkeit verlieren. Die Bemessung der
Straßen-

Schrägschnitte soll in diesem Abschnitt kurz auf-


achse

β
gezeigt werden.
Bauwerks
-achse
6.2 Bemessung der Schrägschnitte α
nach Regelwerk
β
Die Regelungen zur Bemessung der Schrägschnit- LS,G
te haben sich beim Übergang vom alten ins neue
Regelwerk nicht geändert. Unter Einhaltung nach- Bild 72. Allgemeine Situation am Schrägschnitt von Wellstahl-
folgender konstruktiver Randbedingen: bauwerken

 Böschungsneigung nicht flacher als 1:1,5 und


6.3.2 Nachweis am Schrägschnitt nach
 Bauwerksabschlusswinkel β ≥ 85° sowie (GLOCK, 1974)
 Spannweite s ≤ 5 m
Nach (GLOCK, 1974) kann für Wellstahlbauwerke
braucht kein Nachweis geführt zu werden. In allen mit Spannweiten s > 5 m die Standsicherheit eines
anderen Fällen ist ein besonderer Standsicher- unausgesteiften Schrägschnittes wie folgt ermittelt
heitsnachweis erforderlich, der jedoch nicht näher werden:
präzisiert ist und daher in die Eigenverantwortung
3
des Herstellers fällt. Grundsätzlich besteht jedoch r1
Mpl ⋅ L S,G + b ⋅ Fpl ⋅
auch die Möglichkeit, den Standsicherheitsnach- L S,G
weis durch Änderung der Geometrie und/oder ei- νS = 3
[-] (62)
ner Aussteifung des freien Randes positiv zu be- a ⋅ L S,G ⋅ r1
einflussen.
mit
νS ≥ 2,0; erforderliche Sicherheit bei einer Aus-
führung der Schrägschnitte ohne Randaus-
steifung
59

Mpl plastisches Moment in [Mpm/m] in Umfangs- Blechdicke t Mpl* Fpl **


richtung, vgl. Tab. 25 [mm] [Mpm/m] [Mp/m]
2,75 1,25 1,08
Fpl maximale beim Plastizieren in Längsrichtung
3,25 1,47 1,51
des Wellstahlbauwerks aufnehmbare Normal-
kraft in [Mp/m], vgl. Tab. 25 4,00 1,80 2,28
4,75 2,11 3,15
r1 Scheitelradius in [m]
5,50 2,43 4,31
LS,G auf die Horizontale in Bauwerkslängsrichtung 6,25 2,75 5,56
projizierte Schrägschnittlänge, vgl. Bild 72.
7,00 3,06 6,98
a, b profilabhängige Parameter, vgl. Tab. 26 Angaben gelten für die Standard-Wellung von 200 x 55
* Mpl = 1,24⋅fy,k⋅Wel mit fy,k = 235 N/mm2
Aufgrund der empirischen Herleitung von Glei- ** Angaben in (GLOCK, 1974) wurden auf die Streckgrenze von
chung (62) sind die plastischen Querschnitts- fy,k = 235 N/mm2 umgerechnet
kenngrößen Mpl und Fpl ausschließlich in den in Tab. 25. Plastische Querschnittskenngrößen für den Standsi-
Tab. 25 angegebenen Einheiten von [Mpm/m] bzw. cherheitsnachweis am Schrägschnitt nach
[Mp/m] zu verwenden. (GLOCK, 1974)

Entsprechend den geometrischen Abmessungen


Querschnittsform Parameter
in Bild 72 lässt sich nach (GLOCK, 1974) die proji-
a [-] b [-]
zierte Schrägschnittlänge LS.G für den Fall α = β
Bogenprofil 0,0777 0,90
(Kreuzungswinkel = Bauwerksabschlusswinkel)
gemäß nachfolgender Gleichung (63) ermitteln. Maulprofil 0,1257 1,53
Für hiervon abweichende Fälle (α ≠ β) ist die Unterführungsprofile 0,1570 1,92
Schrägschnittlänge entsprechend den geometri- Kreisprofile 0,1950 2,36
schen Verhältnissen separat zu berechnen. Bei der 2 2
K = 0,33; γ = = 20 kN/m ; fy,k = 235 N/mm
Ermittlung der Schrägschnittlänge ist ggf. auch ein
Gefälle des Wellstahlbauwerks in Achsrichtung zu Tab. 26. Profilabhängige Parameter für den Standsicherheits-
nachweis am Schrägschnitt nach (GLOCK, 1974)
berücksichtigen.

L S, G =
(h − x ) ⋅ m + s ⋅ tan (90 ° − α ) [m] für β = α (63)
(FEDER, 1984) davon aus, dass der Bauwerksab-
sin( α ) 2 schlusswinkel und der Kreuzungswinkel identisch
sind (β = α) und die Schnittansatzhöhe Null ist
(x = 0 m), vgl. Bild 72.
mit
Unter den getroffenen Annahmen und auf Grund-
h Querschnittshöhe in [m]
lage von Parameteruntersuchungen an unter-
x vertikale Schnittansatzhöhe in [m] schiedlichen Querschnittsformen konnte schließ-
lich nachfolgende Gleichung (64) für die nähe-
m Steigung der Böschung [-]
rungsweise Ermittlung der maximalen, im Well-
s Spannweite des Querschnitts in [m] stahlprofil auftretenden Spannung aufgestellt wer-
den:
β Bauwerksabschlusswinkel in [°]
1,5 1,5
α Kreuzungswinkel in [°] γ  h   7,0 mm 
max σ = C1 ⋅ B,k ⋅   ⋅ 
kN  3,0 m   t 
6.3.3 Nachweis am Schrägschnitt nach (FE- 19 3
m
DER, 1984)
5 ⋅C 2
 1 
L S,F
Die Untersuchungen von (FEDER, 1984) zum ⋅ ⋅   [kN/cm2] (64)
6,0 m  sin(α ) 
Nachweis des Schrägschnittes basieren auch auf
FEM-Analysen an Wellstahlprofilen mit der Stan-
dard-Wellung von 200 x 55. Die Berechnungen ge- mit
hen von einer zulässigen Spannung von 14 kN/cm2 max σ maximal zulässige Spannung in [kN/cm2];
aus, die gemäß DIN 4114:1952 der zulässigen max σ ≤ 14,0 kN/cm2
Spannung eines St37 (S235) entspricht. Im Unter-
schied zu (GLOCK, 1974) wird die Länge des γB,k Wichte des Bodens in [kN/m3]
Schrägschnittes LS,F in der Falllinie der Böschung h Höhe des Wellstahlquerschnitts in [m]
gemessen. In seinem Berechnungsmodell geht
t Blechdicke des Wellstahlprofils in [mm]
60

LS,F auf die Böschungsfalllinie projizierte heißt, in Gleichung (70) wird die Querschnittshö-
Schrägschnittlänge in [m], vgl. Bild 72. he h im Zähler durch den Ausdruck (h - x) ersetzt.
α Kreuzungswinkel in [°] für eine Böschungs- Für Böschungssteigungen die von dem in Glei-
neigung von 1:1,5; für abweichende Bö- chung (64) angenommen Wert von 1:1,5 abwei-
schungsneigungen siehe Gleichung (71) chen, schlägt (FEDER, 1984) vor, den Kreuzungs-
und (72). winkel α durch α gemäß nachfolgenden Gleichun-
gen (71) und (72) zu ersetzten:
C1, C2 profilabhängige Parameter, vgl. Tab. 27
 1 m  
α = arcsin    ⋅ sin (α ) [°] für m > 1,5 (71)
Querschnittsform Parameter 
C1 C2   1 1,5  
2
[kN/cm ] [-]
Bogenprofil 4,5⋅(s/h)* 1,25 α = α [°] für m ≤ 1,5 (72)
Maulprofil 3,2 1,00
Unterführungsprofile 3,7 1,00 mit
Kreisprofile 3,7 1,00 m Steigung der Böschung 1:m [-]
* s…. Spannweite; h….. Höhe, vgl. Bild 3 α Kreuzungswinkel in [°]
Tab. 27. Profilabhängige Parameter für den Standsicherheits-
nachweis am Schrägschnitt nach (FEDER, 1984)
6.4 Vergleich der bestehenden Nach-
Gemäß (FEDER, 1984) unterliegt die in Glei- weisverfahren
chung (64) aufgeführte Näherungsgleichung fol-
genden Gültigkeitsgrenzen: Ein direkter Vergleich der beiden Nachweisverfah-
ren ist nicht uneingeschränkt möglich, da beide
16 kN/m3 ≤ γB,k ≤ 24 kN/m3 (65) Verfahren teilweise mit nicht identischen Ein-
gangsparametern arbeiten. So ist z.B. beim Nach-
2,7 mm ≤ t ≤ 7,0 mm (66) weis nach (GLOCK, 1974) die Schrägschnittlänge
als die auf die Horizontale in Bauwerkslängsrich-
h < 6,0 m für Kreis- und Unterführungsprofile (67) tung projizierte Länge definiert, während nach
(FEDER, 1984) der Schrägschnitt in der Falllinie
h < 5,0 m für Maulprofile (68) der Böschung gemessen wird. Unterschiede sind
auch bei der Berücksichtigung der maßgebenden
h < 3,5 m für Bogenprofile (69) Querschnittskenngrößen festzustellen. Neben der
Blechdicke ist beim Nachweis nach (FE-
Entsprechend den geometrischen Abmessungen DER, 1984) die Höhe h des Querschnitts von
in Bild 72 lässt sich nach (FEDER, 1984) die in die maßgebender Bedeutung, während in der Nach-
Falllinie der Böschung projizierte Schrägschnittlän- weisgleichung von (GLOCK, 1974) der Scheitelra-
ge LS.F für den Fall α = β (Kreuzungswinkel = Bau- dius r1 als maßgebende Größe Eingang findet. Aus
werksabschlusswinkel) gemäß nachfolgender diesem Grund werden die beiden unterschiedli-
Gleichung (70) ermitteln. chen Verfahren für den Nachweis am Schräg-
schnitt an vier Querschnittsformen mit Spannwei-
h
L S,F = [m] (70) ten von s ≥ 5 m verglichen. Die Vergleichsuntersu-
  1  chungen umfassen in Anlehnung an die Parame-
sin arctan  
  m  teruntersuchungen des Abschnitts 4 zwei Maulpro-
file (MB14 und MB24) und zwei Unterführungspro-
mit file (UF10 und UF16), vgl. Tab. 17.

h Querschnittshöhe des Wellstahlbauwerks in [m] In Tab. 28 sind für die untersuchten Querschnitts-
formen die erforderlichen Blechdicken für den
m Böschungsneigung 1:m in [-] Nachweis am unausgesteiften Schrägschnitt zu-
Obwohl in (FEDER, 1984) nicht explizit auf die Be- sammengefasst. Neben den unterschiedlichen
handlung einer möglichen Schnittansatzhöhe hin- Querschnittsformen wurde, sofern dies mit der ma-
gewiesen wird, erfolgt dies in der Praxis durch Re- ximalen Blechdicke von t = 7,0 mm möglich war,
duzierung der Querschnittshöhe h um den ent- der Kreuzungswinkel α bzw. der Bauwerksab-
sprechenden Wert der Schnittansatzhöhe x. Das schlusswinkel β variiert. Für den Vergleich wurde
die übliche Böschungsneigung von 1:1,5 ange-
61

nommen. Die in Tab. 28 aufgeführten Blechdicken (GLOCK, 1974) im Allgemeinen zu geringeren


orientieren sich an den üblichen Nennblechdicken Blechdicken führt.
von t = 3,25; 4,0; 4,75; 5,5; 6,25 und 7,0 mm. Die
Bei Anwendung des Verfahrens nach
übliche Korrosionsreserve von Δt = 1,0 mm ist in
(GLOCK, 1974) wird empfohlen, die plastischen
den erforderlichen Blechdicken nicht enthalten. Für
Querschnittswerte unter Ansatz einer Streckgrenze
die Ermittlung der erforderlichen Blechdicken wur-
von fy,k = 235 N/mm2 zu verwenden, wie sie hier in
de ferner eine in der Praxis übliche Schnittansatz-
Tab. 26 aufgeführt sind.
höhe von x = 0,2⋅h angenommen.
Für die Überarbeitung des Regelwerks wird emp-
Die Ergebnisse der stichprobenartigen Vergleiche
fohlen, den Standsicherheitsnachweis am Schräg-
der Nachweisverfahren am Schrägschnitt in Tab.
schnitt entsprechend den hier dargestellten Nach-
28 zeigen, dass beide Verfahren für die gewählten
weisverfahren hinsichtlich einzelner Kenngrößen
Querschnitte und einem Kreuzungswinkel von
(z.B. Schrägschnittlänge, maximal zulässige
α = 90° gut übereinstimmen, und sich nur um eine
Spannung, erforderliche Sicherheit,..) zu präzise-
Nennblechdicke unterscheiden. In allen anderen
ren, um damit zukünftig auch für den Schrägschnitt
Fällen sind teilweise Unterschiede bis zu zwei
ein vergleichbares und weitestgehend einheitliches
Nennblechdicken erkennbar. Bei den Maulprofi-
Sicherheitsniveau bei Anwendung der hier darge-
elen lässt sich eine Tendenz erkennen, dass das
stellten Nachweisverfahren zu gewährleisten.
Nachweisverfahren nach (FEDER, 1984) im Ver-
gleich zum Verfahren nach (GLOCK, 1974) gerin- Hinsichtlich der Korrosionsreserve halten es die
gere erforderliche Blechdicken am Schrägschnitt Autoren dieses Berichts als auch (GLOCK, 1974)
ergibt. und (FEDER, 1984) für sinnvoll, beim Nachweis
am Schrägschnitt auf deren Berücksichtigung zu
Quer- Höhe
Scheitel-
Winkel erf. Blechdicke t verzichten, da:
radius
schnitt h [m] α = β [°]
r1 [m] GLOCK FEDER  am Schrägschnitt die maßgebenden Beanspru-
90 4,00 3,25 chungen beim Hinterfüllen infolge des Verdich-
MB14 3,53 3,17 4,75 3,25
tungserddrucks anfallen, die im allgemeinen
75
aufgrund der im Regelwerk geforderten leichten
60 6,25 4,75
Verdichtungsgeräte bis 100 kg gering ausfallen,
90 5,50 4,75
MB24 4,53 4,28  gemäß (FEDER, 1984) die Stellen mit der
75 7,00 5,50
90 4,00 4,00 höchsten statischen Beanspruchung im Bereich
UF10 4,00 2,48 75 4,75 4,75
eines in Umfangsrichtung gemessenen Rohr-
60 5,50 6,25
wandgefälles von mehr als 25° liegen und damit
nur geringen Korrosionsangriffen ausgesetzt
UF16 5,39 3,22 90 7,00 7,00
sind, und
Böschungsneigung 1:1,5
Werte ermittelt für eine vertikale Schnittansatzhöhe von x = 0,2⋅h  der Schrägschnitt üblicherweise auch unter
Wichte des Bodens γB,k = 20 kN/m3 Verkehrsbelastung ausgewechselt werden
Tab. 28. Erforderliche Blechdicken für den Nachweis am kann.
Schrägschnitt nach (GLOCK, 1974) und (FEDER,
1984)

7 Stabwerksberechnungen
6.5 Ergebnisse
7.1 Einleitung / Anlass
Die durchgeführten stichprobenartigen Untersu-
chungen zum Nachweis am Schrägschnitt an vier
Die Vergleichsbetrachtungen und –untersuch-
verschiedenen Querschnitten zeigen, dass die
ungen der vorangegangenen Abschnitte haben
beiden unterschiedlichen Verfahren nach
gezeigt, dass es beim Übergang vom alten ins
(GLOCK, 1974) und (FEDER, 1984) für α = β und
neue Regelwerk vor allem beim Nachweis „Durch-
einer gewählten typischen Schnittansatzhöhe für
schlagen des Bauwerksscheitels“ für flache Quer-
einen Kreuzungswinkel von α = 90° zu vergleich-
schnitte mit h/s < 0,7, trotz Erhöhung der Verkehrs-
baren Ergebnissen führen. Für hiervon abwei-
lasten, zu einer Reduktion des Sicherheitsniveaus
chende Kreuzungswinkel sind teilweise größere
im Bereich von 10 - 20% gekommen ist.
Unterschiede bis zu zwei Nennblechdicken er-
kennbar. Es fällt auch auf, dass das Nachweisver- Aufgrund der bei Stabilitätsproblemen typischer-
fahren nach (FEDER, 1984) für Maulprofile im weise auftretenden nichtlinearen Zusammenhänge
Vergleich zum Nachweisverfahren nach zwischen der Einwirkungen und dem Widerstand,
62

wurde die vorgenommene Erhöhung der Lasten in


Verbindung mit der Reduzierung des Sicherheits- 7.3 Lastannahmen und Lagerung
niveaus in Bezug auf den Nachweis „Durchschla-
gen des Bauwerksscheitels“ als besonders kritisch 7.3.1 Belastungen beim Hinterfüllen
angesehen. Im Zuge der Projektbearbeitung wurde
daher beabsichtigt, diese Maßnahmen im Rahmen Es werden die Belastungsannahmen nach
von weitergehenden Sonderuntersuchungen in (KLÖPPEL & GLOCK, 1970) entsprechend Bild 10
Form Stabwerksberechnungen zur Stabilität des übernommen. Das heißt, es wird angenommen,
Bauwerksscheitels näher zu betrachten. Insbeson- dass das Hinterfüllungsmaterial zu beiden Seiten
dere sollten die Auswirkungen der mit dem neuen des Rohres lagenweise gleichmäßig angeschüttet
Regelwerk verbundenen wird. Durch das Anschütten wird einerseits die
Rohrbelastung erzeugt und andererseits die Bet-
 Erhöhung der Verkehrslasten und tung der Rohrwandung aufgebaut.
 Reduzierung des Sicherheitsniveaus für flache Für die Belastung des Rohres wird eine horizonta-
Querschnitte mit h/s < 0,7 le, mit der Hinterfüllungshöhe wachsende Druck-
in Bezug auf die Stabilität des Bauwerksscheitels verteilung angenommen. Als Vertikalbelastung
näher untersucht werden. wirkt ab der Hinterfüllung im Kämpfer das Gewicht
des Hinterfüllmaterials oberhalb der Rohrkontur.
Während der Bearbeitung des Projekts hat sich al- Die Gesamtbelastung wird je nach Anzahl der An-
lerdings gezeigt, dass die oben genannten Zielset- schüttungsstufen in Teilbelastungen zerlegt, vgl.
zungen im Rahmen der nachfolgenden Stab- Bild 10.
werksberechnungen nicht abschließend geklärt
werden konnten. Die Stabwerksberechnungen Bezüglich der Bettung wird angenommen, dass die
wurden daher durch Untersuchungen an zwei elastische Bettung nur dann wirksam wird, wenn
Querschnitten im Spannweitenbereich von s = 8 m sich die Rohrwandung gegen das Erdreich ver-
bis 10 m ergänzt, mit dem Ziel die Auswirkungen schiebt. Bei Verformungen nach innen wird die
der Erweiterung des Anwendungsbereichs von Bettung entsprechend inaktiv. Die Bettung wird
s ≤ 8 m (altes Regelwerk) auf s ≤ 10 m (neues Re- ferner elastisch, lastunabhängig und - wenn akti-
gelwerk) abschätzen zu können. viert - konstant über den Umfang angenommen.
Die Größe des elastischen Bettungsmoduls k wird
in Anlehnung an (KLÖPPEL & GLOCK, 1970) in
7.2 Modellierung Abhängigkeit vom Steifemodul des Bodens ES und
dem Scheitelradius r1 entsprechend nachfolgender
Die Modellierung der Wellstahlbauwerke erfolgte Gleichung (73) gewählt.
als teilweise elastisch gebetteter biegeweicher
Stabzug unter Verwendung des kommerziellen Es
k = 0,5 ⋅ (73)
Stabstatik-Programms RSTAB in der Versi- r1
on 6.03.2664. Die Geometrie des Stabzuges wur-
de parametrisiert aufbereitet und mit insgesamt Tangentialbeanspruchungen in Umfangsrichtung
90 Stabelementen abgebildet, vgl. Bild 73. Sämtli- infolge Reibungseffekten zwischen dem Erdreich
che Querschnittswerte beziehen sich auf eine Ein- und der Rohrwandung werden vernachlässigt.
heitslänge von 1 m in Längsrichtung des Well-
stahlbauwerks. 7.3.2 Belastungen aus Überdeckung und
Verkehr

Stabzug Für die Belastung aus Überdeckung und Verkehr


wird als aktive Belastung der Scheiteldruck ps ge-
mäß Gleichung (19) und (20) bzw. (21) und (22) in
Ansatz gebracht, mit einer vom Scheitel zu den
Seiten hin abnehmenden cosinusförmigen Radial-
elastische Bettung k belastung deren Ausbreitungsbereich für hohe Ü-
Z
berdeckungen durch den Lastausbreitungspara-
Y
meter bzw. Winkel ψB = 2,36 (135°) und für geringe
X

Überdeckungen mit ψB = 1,57 (90°) festgelegt wird,


vgl. Bild 74.
Bild 73. Modellierung des Wellstahlbauwerks als elastisch ge-
betteter Stabzug
63

ps
Ein exakter Stabilitätsnachweis für in den Boden
eingebettete biegeweiche Rohre ist äußerst kom-
pliziert und streng genommen nur nach Theorie I-
II. Ordnung (Berücksichtigung großer Systemver-
formungen) und unter Berücksichtigung materieller
Nichtlinearitäten im Rahmen derer z.B. die Bildung
ψ r1
λ ⋅ ps von Fließgelenkbildung erfasst werden kann, mög-
lich. Als weitere Schwierigkeit kommt die Interakti-
ψB
 π⋅ψ  on des Stahlrohrs mit der elastischen Bettung des
λ = cos  
 2 ⋅ ψB  Erdreichs hinzu, das ebenfalls einen starken Ein-
fluss auf das Stabilitätsverhalten hat.
Trotz erheblicher technischer Fortschritte im Be-
reich nichtlinearer Berechnungsmethoden, ist die
Modellierung derartiger Systeme mit momentan in
Bild 74. Belastung aus Überdeckung und Verkehr als Schei-
der Ingenieurpraxis vorhandenen Software-
teldruck ps gemäß (KLÖPPEL & GLOCK, 1970)
Programmen kaum möglich. Derartige Untersu-
chungen sind i.d.R. sehr aufwändig und wissen-
7.4 Berechnungsverfahren und – schaftlichen Betrachtungen vorbehalten. Unter An-
optionen derem aus diesen Gründen wurde bei den Unter-
suchungen von (KLÖPPEL & GLOCK, 1970) der
7.4.1 Berechnungen beim Hinterfüllen Stabilitätsnachweis auf Basis von Verzweigungs-
lasten geführt.
Beim Hinterfüllen werden in Bereichen in denen Der Nachweis „Durchschlagen des Bauwerks-
die Wandung nach außen gegen das teilweise scheitels“ wird daher in Anlehnung an (KLÖP-
vorhandene Erdreich gedrückt wird, Erdreaktions- PEL & GLOCK, 1970) auch unter Verwendung der
drücke, die eine seitliche Abstützung bzw. elasti- Verzweigungslast geführt. Hierzu wird folgender-
sche Bettung in den betreffenden Rohrbereichen maßen vorgegangen:
bewirken, hervorgerufen. Da die Größe dieser Bet-
tungsbereiche sich mit der Anschüttungshöhe ver- 1. Ermittlung der Querschnittsverformungen aus
ändert, liegt hier ein statisches System mit verän- dem Hinterfüllvorgang.
derlichen Randbedingungen vor. Zur Berücksichti- 2. Belastung des Systems mit der cosinusförmi-
gung dieser Tatsache wurde bei der Berechnung gen Beanspruchung durch den Scheitel-
des Hinterfüllvorgangs für jede Anschütthöhe ein druck ps, vgl. Bild 74.
separates Teilsystem mit entsprechenden Teilbe-
lastungen gemäß Bild 10 berechnet und im An- 3. Programmtechnisch iterative Ermittlung der
schluss die Gesamtbeanspruchungen aufsum- Verzweigungs- und Durchschlagslast.
miert. Die Verformungen wurden jeweils als Ein-
gangsgrößen in das nachfolgende statische Sys- Es ist zu erwähnen, dass bei dieser Vorgehens-
tem übertragen. weise lediglich die aus dem Hinterfüllvorgang ent-
stehenden Verformungen bei der Ermittlung der
Bei den Berechnungen für den Hinterfüllvorgang Verzweigungslast abgebildet werden. Die aus dem
wird in Anlehnung an (KLÖPPEL & GLOCK, 1970) Hinterfüllvorgang resultierenden Beanspruchungen
das Eigengewicht der Stahlblechelemente ver- werden nicht erfasst.
nachlässigt.

7.4.2 Stabilitätsnachweis 7.5 Überprüfung des Berechnungs-


modells
Das biegeweiche in den Boden eingebettete Stahl-
rohr erfährt teilweise bereits schon beim Hinterfül- 7.5.1 Verformungen und Beanspruchungen
len, aber hauptsächlich durch die Belastungen aus beim Hinterfüllen
Überdeckung und Verkehr große Verformungen
verbunden mit teilweise über den elastischen Be- Die Überprüfung der Qualität des Berechnungs-
reich hinausgehenden Beanspruchungen (Fließge- modells erfolgt durch Vergleich der Ergebnisse mit
lenkbildung), weshalb ein herkömmlicher Stabili- den Angaben in (KLÖPPEL & GLOCK, 1970). Für
tätsnachweis, z.B. nach Theorie II. Ordnung, nicht die Verformungen und Beanspruchungen beim
möglich ist. Hinterfüllen wird hierfür ein Kreisprofil mit einem
Radius von r1 = 3,0 m gewählt. Alle weiteren Ein-
64

gangsgrößen für die Berechnungen sind in Tab. 29 7


vS = 0,427 m
aufgeführt. Für ein derartiges System stehen de- h3 = 6,0 m
taillierte Berechnungsergebnisse in (KLÖP- 6
PEL & GLOCK, 1970), Seite 364 und 365 zur Ver- h2 = 5,12 m
fügung. Der Hinterfüllvorgang wurde in 5
3 Anschütthöhen modelliert. Zu Vergleichszwecken

Höhe h [m]
wurden die Einwirkungen ohne Teilsicherheitsbei- 4
h1 = 3,31 m
werte versehen.
3
Kenngrößen Wert
Spannweite s [m] 6,0 2
Global-
geometrie Höhe h [m] 6,0
1
Typ [-] Kreisprofil

Quer- Radius r1 [m] 3,0 0


schnitt 0 1 2 3 4
Wanddicke teff [mm] 6,0
[N/mm2] 235 Bild 75. Mittels Stabstatik berechneter Verlauf der Verformun-
Streckgrenze
gen beim Anschütten
2
Steifemodul ES [kN/m ] 20.000
Wichte γB,k [kN/m ]
3
20 50
MS = 39,4 kNm/m h1 = 3,31 m
Elastische 40 h2 = 5,12 m
Boden [kN/m ]3
3.333
Bettung k 30 h3 = 6,0 m
Biegemoment [kNm/m]

Erddruckbeiwert 20
[-] 0,5
K
10
Anschüt- Anschütthöhen
[m] 3,31 / 5,12 / 6,00 0 ϕ [°]
tung h1, h2, h3
0 45 90 135 180
-10
Tab. 29. Kenngrößen Vergleichsbeispiel
-20
In Bild 75 ist für die drei Anschütthöhen der Ver- -30 ϕ
lauf der Querschnittsverformungen dargestellt. Es -40
ergibt sich eine maximale Scheitelhebung von
-50
vS = 0,427 m. Dieser Wert stimmt sehr gut mit den
Angaben in (KLÖPPEL & GLOCK, 1970) von
Bild 76. Mittels Stabstatik berechneter Biegemomentenverlauf
vS = 0,43 m überein.
beim Anschütten
Bild 76 zeigt für die drei Anschütthöhen den über
den halben Umfang abgewickelten Biegemo- 7.5.2 Verzweigungslasten
mentenverlauf. Am Scheitel ergibt sich ein maxi-
males Moment von MS = 39,4 kNm/m. Auch dieser Für die Überprüfung des statischen Modells wird
Wert stimmt sehr gut mit den Angaben in (KLÖP- wiederum das im vorangegangenen Abschnitt zu-
PEL & GLOCK, 1970) von MS = 39,9 kNm/m über- grunde gelegte Kreisprofil verwendet. Da der Sta-
ein. bilitätsnachweis im Bauwerksscheitels vorwiegend
bei hohen Überdeckungen und daraus resultieren-
Weitere hier nicht dargestellte Vergleichsberech- den großen Normalkräften maßgebend wird, wird
nungen an einem Maulprofil (Typ MA 22 der Firma der Lastangriffsparameter zu ψB = 2,36 gewählt.
Hamco) mit einem Scheitelradius von r1 = 3,0 m Die Belastung erfolgt gemäß Bild 74, in Form einer
führten zu Abweichungen im Bereich von ca. 10% Einheitslast in Höhe von ps = 1 kN/m2. Alle weiteren
im Vergleich zu den Angaben in (KLÖP- Angeben entsprechen den Werten in Tab. 29.
PEL & GLOCK, 1970).
Bild 77 zeigt als Ergebnis der Berechnungen die
Die Vergleichsberechnungen machen deutlich, Verzweigungsfigur beim Durchschlagen des Schei-
dass das hier verwendete Stabwerkmodell in der tels, die im vorliegenden Fall durch ein einwelliges
Lage ist die Beanspruchungen und Verformungen Durchschlagen gekennzeichnet ist. Der programm-
beim Hinterfüllen im Vergleich zu den Untersu- technisch ermittelte Verzweigungslastfaktor liegt
chungen in (KLÖPPEL & GLOCK, 1970) plausibel bei fNki = 421, gleichbedeutend mit einer Durch-
wiederzugeben. schlagslast von pSD ≅ 421 kN/m2. Im Vergleich hier-
zu ergibt sich nach (KLÖPPEL & GLOCK, 1970)
für den vorliegenden Steifigkeitsparameter
65

Kenngrößen Wert

Global- Spannweite s [m] 3,70


Verzweigungsfigur geometrie Höhe h [m] 2,44
Typ [-] Maulprofil, hoch

Quer- Radien r1 / r2 / r3 [m] 1,87 / 0,63 / 5,06


schnitt Wanddicke t* [mm] 3,25
2
elastische Bettung k Streckgrenze [N/mm ] 235
2
Steifemodul ES [kN/m ] 30.000
3
Wichte γB,k [kN/m ] 20
Boden Elastische
[kN/m3] 8.021
Bettung k
Erddruck-
[-] 0,4
beiwert K
Z
Y X

Bild 77. Mittels Stabstatik berechnete Verzweigungsfigur beim Anschüt- Anschütthöhen


[m] 0,83 / 1,64 / 2,44
Durchschlagen des Scheitels, Kreisprofil, r1 = 3 m, tung h1, h2, h3
ψB = 2,36 Über- Überdeck- 2,0
[m]
deckung ung hü 6,0
α = (EI/k⋅r14) = 0,0021 gemäß Bild 8 eine Durch- Scheitel- 2 123 für hü = 2,0 m
Belastung [kN/m ]
schlaglast von pSD,k ≅ 395 kN/m2. druck ps,d 192 für hü = 6,0 m
* inkl. Korrosionszuschlag von 1 mm
Es zeigt sich, dass für das hier untersuchte Kreis-
profil die mit dem Stabstatikprogramm ermittelten Tab. 30. Eingangsgrößen für die Berechnungen am Maulprofil
Verzweigungslasten hinreichend gut mit den An- MA 8 (Standardbeispiel)
gaben in (KLÖPPEL & GLOCK, 1970) überein-
stimmen. Die Abweichung liegt bei ca. 7%. Überdeckungen von hü = 2,0 m und 6,0 m sowie
den daraus als Belastung resultierenden Scheitel-
drücken ps nach altem und neuem Regelwerk.
7.6 Untersuchungen am Maulprofil
Alle für die Berechnungen erforderlichen Ein-
MA8 (Standardbeispiel)
gangsgrößen sind in Tab. 30 zusammengestellt.
7.6.1 Allgemeines
7.6.2 Berechnungsergebnisse
Beim Maulprofil Typ MA8 der Firma Hamco han-
In Tab. 31 sind die Ergebnisse der Berechnungen
delt es sich um den in Abschnitt 4 für die Ver-
zusammengestellt.
gleichsberechnungen zugrunde gelegten Stan-
dardquerschnitt mit einer Spannweite von Aufgrund der geringen Querschnittsabmessungen
s = 3,70 m und einer Höhe von h = 2,44 m. Das sind die beim Hinterfüllen auftretenden Verformun-
Verhältnis der Spannweite zur Höhe beträgt gen sehr gering und betragen maximal 10 mm.
h/s = 0,65 und liegt damit in einem Bereich in dem Beim Hinterfüllen für das maximale Biegemoment
nach alten Regelwerk für den Stabilitätsnachweis im Kämpferbereich auf und liegt bei ca.
eine erhöhte Sicherheit erforderlich war Mmax = 2,7 kNm/m, während das Scheitelmoment
(γGlobal = 2,5 für h/s < 0,7 vgl. Tab. 8). Der Scheitel- mit MS = 2,0 kNm/m etwas geringer ausfällt. Für
radius beträgt r1 = 1,87 m. das vorliegende Verhältnis von h/r1 ≅ 1,3 und die
gewählte elastische Bettung von k = 8.021 kN/m3
Nach neuem Regelwerk beträgt die Mindestblech-
liegen die Berechnungsergebnisse im Bereich der
dicke inkl. dem Korrosionszuschlag tmin = 3,25 mm.
Angaben in (KLÖPPEL & GLOCK, 1970) und er-
Für die Berechnungen werden entsprechend die
scheinen plausibel. Die beim Hinterfüllen resultie-
Profilquerschnittswerte für eine effektive Dicke von
rende Beanspruchung liegt damit bei ca. 20 - 26%
teff = 2,25 mm in Ansatz gebracht (Mindestblechdi-
des plastischen Biegemoments des Profilquer-
cke abzüglich Korrosionszuschlag).
schnitts (Mpl = 10,3 kNm/m für teff = 2,25 mm). Ana-
Bei den Berechnungen für das Hinterfüllen werden log den Bemessungsregeln nach (KLÖPPEL &
drei Anschütthöhen betrachtet. Die Ermittlung der GLOCK, 1970) wird der Nachweis „Biegebruch
Beanspruchungen beim Hinterfüllen erfolgte mit beim Hinterfüllen“ nicht maßgebend.
den charakteristischen Lasten.
Die mit dem Stabwerksprogramm ermittelten Ver-
Die Untersuchungen im eingebauten Zustand des zweigungs- bzw. Durchschlaglasten liegen in bei-
Wellstahlbauwerks beschränken sich auf zwei den Fällen ca. 10 - 15% über den Referenzanga-
66

ben von (KLÖPPEL & GLOCK, 1970) und stimmen Hinterfüllen


hinreichend gut überein. Die unterschiedlichen Scheitelhebung vS in [m] ≈0
Durchschlagslasten ergeben sich aufgrund des Biegemoment in [kNm/m]
Unterschieds im Ansatz des Lastausbreitungspa- Mmax 2,7
rameters, vgl. Bild 74, der für hohe Überdeckun- MS im Scheitel 2,0
gen eine größeren Wert annimmt. Durchschlagsberechnung
Bild 78 zeigt den Verlauf des Biegemoments für 2
geringe hohe
Durchschlaglast pSD [kN/m ] Überdeckung Überdeckung
den vereinfachten Lastansatz in Form des Bemes- hü = 2,0 m hü = 6,0 m
sungswertes des Scheiteldrucks in Höhe von
Stabstatik 356 495
ps,d = 123 kN/m2 (Überdeckung hü = 2,0 m). Die
(KLÖPPEL & GLOCK, 1970) 320 430
Normalkräfte liegen ca. bei 83 kN/m, was ca. 13%
der plastischen Normalkraft des Querschnitts Berechnungen unter Ansatz des Scheiteldrucks pS
(Npl = 626 kN/m für teff = 2,25 mm) entspricht. Die Altes Neues
Geringe Überdeckung Regelwerk Regelwerk
maximale Biegebeanspruchung tritt im Kämpferbe- hü = 2,0 m 2 2
reich auf und beträgt ca. Mmax = 8,8 kNm/m, was in pS = 78 kN/m pS.d = 123 kN/m
etwa 85% des plastischen Biegemoments des Pro- Biegemoment Mmax in [kNm/m] 5,5 8,8
filquerschnitts entspricht. Normalkraft Nmax in [kN/m] 53 83
Scheitelsenkung vS in [m] 0,005 0,006*
Bild 79 zeigt exemplarisch den Bereich der elasti-
schen Stützung des Stahlrohres bei dem die Ver- Altes Neues
Hohe Überdeckung
Regelwerk Regelwerk
formungen des Querschnitts nach außen gerichtet hü = 6,0 m 2
pS = 134 kN/m pS.d= 192 kN/m
2

sind. Die elastische Stützung erstreckt sich in etwa


Biegemoment Mmax in [kNm/m] 9,6 14,1
über ein Drittel der Querschnittshöhe.
Normalkraft Nmax in [kN/m] 90 130
Bild 80 zeigt den Momentenverlauf für den Fall der Scheitelsenkung vS in [m] 0,009 0,009**
hohen Überdeckung hü = 6,0 m bei Ansatz eines * unter Ansatz des charakteristischen Wertes des Scheiteldrucks von
Scheiteldrucks in Höhe von ps,d = 192 kN/m2 ge- pS.k = 86 kN/m2
mäß neuem Regelwerk. Für dieses System liegen ** unter Ansatz des charakteristischen Wertes des Scheiteldrucks von
pS.k = 140 kN/m2
die Normalkräfte im Bereich von 106 kN/m und das
maximale Biegemoment beträgt Mmax=14,1 kNm/m. Tab. 31. Berechnungsergebnisse Maulprofil MA8 (Standard-
Das Biegemoment liegt damit ca. 35% über dem beispiel)
plastischen Biegemoment des Profilquerschnitts
für teff = 2,25 mm jedoch ca. 5% unterhalb des plas-
tischen Biegemoment für t = 3,25 mm. 2
pS,d = 123 kNm

pS,d = 123 kNm2

elastische Bettung
Mmax = 8,8 kNm/m k = 8.021 kN/m3
elastische Bettung
3
k = 8.021 kN/m

Bild 78. Mittels Stabstatik berechneter Momentenverlauf infol- Bild 79. Mittels Stabstatik berechneter Verlauf der elastischen
ge Überdeckung und Verkehr, Maulprofil MA8, gerin- Stützung des Stahlrohrs durch das Erdreich, Maulpro-
ge Überdeckung hü = 2,0 m fil MA8, geringe Überdeckung hü = 2,0 m
67

pS,d = 192 kNm2 Kenngrößen Wert

Global- Spannweite s [m] 7,95


geometrie Höhe h [m] 4,53
Typ [-] Maulprofil, flach

Quer- Radien r1 / r2 / r3 [m] 4,28 / 1,12 / 9,64


schnitt Wanddicke t* [mm] 7,0
Mmax = 14,1 kNm/m
2
elastische Bettung Streckgrenze [N/mm ] 235
k = 8.021 kN/m3 2
Steifemodul ES [kN/m ] 30.000
3
Wichte γB,k [kN/m ] 20
Boden Elastische
[kN/m3] 3.505
Bild 80. Mittels Stabstatik berechneter Momentenverlauf infol- Bettung k
ge Überdeckung und Verkehr, Maulprofil MA8, hohe Erddruck-
[-] 0,4
Überdeckung hü = 6,0 m beiwert K
Anschüt- Anschütthöhen
[m] 1,55 / 3,04 / 4,53
tung h1, h2, h3
7.7 Untersuchungen am flachen Über- Überdeck- 1,0
Maulprofil MB24 [m]
deckung ung hü 6,0
Scheitel- 2 112 für hü,min = 1,0 m
Belastung [kN/m ]
7.7.1 Allgemeines druck ps,d 192 für hü = 6,0 m
* inkl. Korrosionszuschlag von 1 mm
Beim Maulprofil Typ MB24 der Firma Hamco han-
Tab. 32. Eingangsgrößen für die Berechnungen am Maulprofil
delt es sich um einen weitgespannten flachen MB24
Querschnitt mit einer Spannweite von s = 7,95 m
und einem vergleichsweise großen Scheitelradius 7.7.2 Berechnungsergebnisse
von r1 = 4,28 m. Die Spannweite liegt damit im
Grenzbereich der Anwendungsbedingung des al- In Tab. 33 sind die Ergebnisse der Berechnungen
ten Regelwerks (s ≤ 8 m). Analog dem vorab unter- zusammengestellt.
suchten Maulprofil MA8 liegt beträgt das Verhältnis
der Spannweite zur Höhe h/s = 0,56 und liegt damit Die beim Hinterfüllen auftretende Verformung, ins-
in einem Bereich in dem nach alten Regelwerk für besondere die Scheitelhebung ist aufgrund der fla-
den Stabilitätsnachweis eine erhöhte Sicherheit er- chen Querschnittsform und der geringen Kämpfer-
forderlich war (γGlobal = 2,5 für h/s < 0,7 vgl. Tab. 8). höhe vergleichsweise gering und beträgt nur ca.
vS = 0,015 m. Das maximale Biegemoment tritt für
Infolge der großen Spannweite ergibt sich bei der den untersuchten Fall im Scheitel auf und liegt bei
Bemessung nach neuem Regelwerk eine Blechdi- ca. MS = 8,01 kNm/m. Der Wert beträgt ca. 1/3 des
cke von t = 7 mm (inkl. Korrosionszuschlag), die im plastischen Biegemomentes (Mpl = 26 kNm/m für
vorliegenden Fall in Ansatz gebracht wird. teff = 6 mm). Für das vorliegende Verhältnis von
Bei den Berechnungen für das Hinterfüllen werden h/r1 ≅ 1,0 und die gewählte elastische Bettung von
drei Anschütthöhen betrachtet. Die Ermittlung der 3.505 kN/m3 liegen die Berechnungsergebnisse im
Beanspruchungen beim Hinterfüllen erfolgte mit Bereich der Angaben in (KLÖPPEL & GLOCK,
den charakteristischen Lasten. 1970) und erscheinen plausibel.
Die Untersuchungen im eingebauten Zustand des Die mit dem Stabwerksprogramm ermittelten Ver-
Wellstahlbauwerks beschränken sich auf zwei Ü- zweigungs- bzw. Durchschlaglasten liegen ca.
berdeckungen von hü = hü,min = 1,0 m (Mindestüber- 15% über den Werten von (KLÖPPEL &
deckung gemäß neuem Regelwerk) und hü = 6,0 m GLOCK, 1970) und stimmen hinreichend gut über-
sowie den daraus als Belastung resultierenden ein.
Scheiteldrücken ps nach altem und neuem Regel- Bild 81 zeigt den Verlauf des Biegemoments für
werk. den vereinfachten Lastansatz in Form des Bemes-
Alle für die Berechnungen erforderlichen Ein- sungswertes des Scheiteldrucks in Höhe von
gangsgrößen sind in Tab. 32 zusammengestellt. ps,d = 112 kN/m2 (geringe Überdeckung
hü,min = 1,0 m). Die Normalkräfte liegen ca. bei
460 kN/m, was ca. 25% der plastischen Normal-
kraft des Querschnitts entspricht. Die Biegebean-
spruchungen im oberen Bereich des Querschnitts
fallen mit ca. Mmax = 75 kNm/m sehr groß aus und
68

übersteigen das plastische Biegemoment des elastischen Bettungszahl auf einen Wert von
Querschnitts um den Faktor 2,9. Es wird deutlich, k = 10.000 kN/m3 erzielt werden. Bild 83 zeigt hier-
dass bereits für eine geringe Überdeckung eine zu den Momentenverlauf. Für dieses System lie-
zutreffende numerische Abbildung des Tragverhal- gen die Normalkräfte im Bereich von 885 kN/m,
tens nur unter Berücksichtigung materieller Nichtli- das maximale Biegemoment beträgt
nearitäten in Form von Fließgelenken möglich ist. Mmax = 127 kNm/m und liegt um den Faktor 5 über
Die Berechnungen für den Scheiteldruck nach al- dem plastischen Biegemoment des Querschnitts.
tem Regelwerk in Höhe von ps = 68 kN/m2 führen
Es ist davon auszugehen, dass sich die hier unter-
hingegen zu deutlich geringeren Biegebeanspru-
suchten hohen Scheiteldrücke für große Überde-
chungen die nur geringfügig über dem plastischen
ckungen aufgrund einer möglichen Gewölbewir-
Biegemoment liegen.
kung des Erdreichs oberhalb des Scheitels i.d.R.
Bild 82 zeigt exemplarisch den Bereich der elasti- nicht einstellen werden. Grundliegende Erkennt-
schen Stützung des Stahlrohres bei dem die Ver- nisse und Untersuchungsergebnisses hierzu liegen
formungen des Querschnitts nach außen gerichtet allerdings nicht vor.
sind. Die elastische Stützung erstreckt sich in etwa
über 2/3 der Querschnittshöhe. 2
pS,d = 112 kNm
Aufgrund der bei der geringen Überdeckung be-
111.70
111.70

reits ermittelten großen Beanspruchungen war ei-


ne Systemberechnung für die hohe Überdeckung 78.98
78.98
78.98
78.98

von hü = 6,0 m sowie einem daraus resultierenden


Scheiteldruck von ps = 192 kN/m2 nach neuem Re-
Mmax = 74 kNm/m
gelwerk nicht möglich. Unter Beibehaltung der
Querschnittskennwerte konnte eine numerische

Hinterfüllen elastische Bettung


3
Scheitelhebung vS in [m] 0,015 k = 3.505 kN/m

Biegemoment im Scheitel
8,01 Z
Y X

MS in [kNm/m]
Durchschlagsberechnung
Bild 81. Mittels Stabstatik berechneter Momentenverlauf infol-
geringe hohe ge Überdeckung und Verkehr, Maulprofil MB24, ge-
2
Durchschlaglast pSD [kN/m ] Überdeckung Überdeckung
ringe Überdeckung hü = 1,0 m
hü = 1,0 m hü = 6,0 m
Stabstatik 267 486
(KLÖPPEL & GLOCK, 1970) 230 420
Berechnungen unter Ansatz des Scheiteldrucks pS
Altes Neues
Geringe Überdeckung
Regelwerk Regelwerk
hü = hü,min = 1,0 m 2 2
pS = 69 kN/m pS.d= 112 kN/m
Biegemoment Mmax in [kNm/m] 30 74
elastische Bettung
Normalkraft Nmax in [kN/m] 256 459 k = 3.505 kN/m3
1)
Scheitelsenkung vS in [m] 0,22 0,26
Z

Altes Neues
Y X

Hohe Überdeckung 2) 3)
Regelwerk Regelwerk
hü = 6,0 m 2 2
Bild 82. Mittels Stabstatik berechneter Verlauf der elastischen
pS = 134 kN/m pS.d= 192 kN/m
Stützung des Stahlrohrs durch das Erdreich, Maulpro-
Biegemoment Mmax in [kNm/m] 132 127
fil MB24, geringe Überdeckung hü = 1,0 m
Normalkraft Nmax in [kN/m] 632 885
4)
Scheitelsenkung vS in [m] 0,65 0,22
1)
unter Ansatz des charakteristischen Wertes des Scheiteldrucks von
pS.k = 78 kN/m2
2)
unter Ansatz einer elastischen Bettung von k = 3.505 kN/m3
3)
unter Ansatz einer elastischen Bettung von k = 10.000 kN/m3
4)
unter Ansatz des charakteristischen Wertes des Scheiteldrucks von
pS.k = 140 kN/m2

Tab. 33. Berechnungsergebnisse Maulprofil MB24


69

Kenngrößen Wert
192.00
192.00
pS,d = 192 kNm2
Global- Spannweite s [m] 9,29
geometrie Höhe h [m] 8,19
166.27 166.27

Unterführungsprofil,
166.27 166.27

Typ [-]
hoch
Quer- Radien r1 / r2 / r3 [m] 4,65 / 2,15 / 12,30
Mmax = 127 kNm/m schnitt
Wanddicke t* [mm] 7,0
Streckgrenze [N/mm2] 235
2
96.00
96.00
96.00
96.00 Steifemodul ES [kN/m ] 30.000
elastische Bettung 3
k = 10.000 kN/m
3
Wichte γB,k [kN/m ] 20
Boden Elastische 3
Z
[kN/m ] 3.226
Bettung k
Y X

Erddruck-
Bild 83. Mittels Stabstatik berechneter Momentenverlauf infol- [-] 0,4
beiwert K
ge Überdeckung und Verkehr, Maulprofil MB24,hohe
Überdeckung hü = 6,0 m Anschüt- Anschütthöhen
[m] 3,23 / 6,48
tung h1, h2
Über- Überdeck-
[m] 1,55
7.8 Untersuchungen am Unterfüh- deckung ung hü = hü,min
rungsprofil UH35 Belastung
Scheitel-
[kN/m ]
2
117
druck ps,d
7.8.1 Allgemeines * inkl. Korrosionszuschlag von 1 mm

Tab. 34. Eingangsgrößen für die Berechnungen am Unterfüh-


Beim Unterführungsprofil vom Typ UH35 der Firma rungsprofil UH35
Voestalpine handelt es sich um einen weitge-
spannten hohen Querschnitt mit einer Spannweite 7.8.2 Berechnungsergebnisse
von s = 9,29 m. Die Anwendung des Querschnitts
war bisher nach altem Regelwerk aufgrund der In Bild 84 sind die maßstabsgerechten Verfor-
Begrenzung der Bemessungsregeln auf s ≤ 8,0 m mungen und die Systembelastung für die zweite
nur eingeschränkt möglich. Anschüttstufe von h1 = 3,23 m auf h2 = 6,48 m dar-
Infolge der großen Spannweite ergibt sich bei der gestellt. Aufgrund der hohen Querschnittsform und
Bemessung nach neuem Regelwerk ebenfalls eine der daraus resultierenden großen horizontalen
Blechdicke von t = 7 mm (inkl. Korrosionszuschlag), Erddrücke kommt es zu einer erheblichen Schei-
die im vorliegenden Fall in Ansatz gebracht wird. telhebung von 1,8 m sowie einem maximalen Bie-
Maßgebend bei der Bemessung gemäß den Re- gemoment Mmax = 97 kNm/m, das weit über dem
gelwerk war der Nachweis „Durchschlagen des plastischen Wert des Querschnitts in Höhe von
Bauwerksscheitels“. Mpl = 26,2 kNm/m für teff = 6 mm liegt. Die Ergebnis-
se stehen somit im Einklang mit den Berech-
Bei einer Bemessung gemäß dem Regelwerk ist nungsergebnissen im Regelwerk und den Er-
ferner der Nachweis „Biegebruch beim Hinterfül- kenntnissen der Vergleichsberechnungen für die-
len“ nicht erfüllt, d.h. bei der Ausführung müssten sen Querschnitt, vgl. Anhang 1, die zeigen, dass
konstruktive Maßnahmen zur Begrenzung der Ver- der Biegebruch beim Hinterfüllen sowohl nach al-
formungen und Beanspruchungen während dem tem als auch neuem Regelwerk nicht eingehalten
Hinterfüllen vorgenommen werden, z.B. in Form werden kann und somit entsprechende Maßnah-
einer Auflast im Scheitel, vgl. Bild 12. Für das Hin- men, wie z.B. das Aufbringen einer Scheitelauflast
terfüllen wurden daher lediglich zwei Anschütthö- vorzunehmen sind. Aus diesem Grund zeigt Bild
hen inklusive einer Betrachtung zur Auswirkung ei- 85 exemplarisch für das gleiche System, jedoch
ner möglichen Scheitelauflast berücksichtigt. mit einer konstanten Scheitelauflast von 20 kN/m2
Die Untersuchungen im eingebauten Zustand des auf eine Breite von 3,6 m, die Verformungen in
Wellstahlbauwerks beschränken sich auf eine Ü- dreifach überhöhter Darstellung. Die Scheitelhe-
berdeckungen von hü = 1,55 m, das sowohl gemäß bung reduziert sich auf 0,08 m. Die größten Ver-
altem als auch neuem Regelwerk der Mindest- formungen treten im seitlichen Bereich des Quer-
überdeckung von hü,min = s/6 entspricht. Alle für die schnitts mit 0,12 m auf. Das maximale Biegemo-
Berechnungen erforderlichen Eingangsgrößen sind ment reduziert sich auf Mmax = 26 kNm/m. Die Er-
in Tab. 34 zusammengefasst. gebnisse zeigen, dass bei Ausführung einer tem-
porären Auflast die Beanspruchungen aus dem
70

Hinterfüllen rechnerisch wesentlich reduziert wer- pA = 20 kN/m


2

den können. 20.00


20.00

In Tab. 35 sind die Ergebnisse der Stabilitätsbe- vS = 0,08 m


rechnungen und der Berechnungen unter Ansatz h2 = 6,48 m
des Scheiteldrucks zusammengefasst. 65.00 65.00

vmax = 0,12 m
Für das Unterführungsprofil UH35 liegen hinsicht-
lich dem Scheitelradius r1 und der elastischen Bet- 26.00
Mmax = 26 kNm/m 129.9 26.00

h1 = 3,23 m
tung k ähnliche Verhältnisse wie beim Maulprofil
MB24 vor. Entsprechend ergibt sich eine ähnliche
Durchschlagslast. Die mit den Stabwerksberech-
nungen ermittelte Durchschlagslast liegt ca. 10%
über den Angaben von (KLÖPPEL & GLOCK,
Z
26.00 Y X 26.00

1970).
Bild 86 zeigt exemplarisch den Verlauf des Bie- Bild 85. Mittels Stabstatik berechnete Verformungen bei der
gemomentes für den Bemessungswert des Schei- zweiten Anschüttstufe von 6,48 m, Unterführungsprofil
UH35, mit Auflast
teldrucks in Höhe von ps = 117 kN/m2 wie er sich
für den Fall der Mindestüberdeckung von
pS,d = 117 kNm2
hü,min = 1,55 m nach neuem Regelwerk ergibt. Das 112.00
112.00

maximale Biegemoment Mmax = 56 kNm/m tritt im


Scheitel auf und liegt um den Faktor 2,2 über dem -36.77
-29.94
-36.77
-29.94
-13.76 -13.76 -13.76 -29.94
-13.76 -29.94
-36.77 -36.77

plastischen Moment des Querschnitts für -32.28


-32.13
-32.28 7.15 7.15

27.36 27.36 27.36 27.36


7.15 7.15 -32.13
-32.28 -32.28

teff = 6 mm. Im Vergleich zum vorab untersuchten


79.18 -19.82 42.27 42.27 42.27
42.31 42.27
42.31 -19.82 79.18
79.18 48.03 48.03
50.06
50.06 79.18
-19.82 -19.82

Maulprofil MB24 (hü = 1,0 m, pS.d = 112 kN/m2) fällt


-7.79 -7.79
-7.74
-7.79
-1.16
Mmax = 56 kNm/m -7.74
-7.79
-1.16
-0.12 -0.12

-1.16 -1.16

die Momentenbeanspruchung insgesamt geringer


1.17
3.57 1.17
3.57

1.17
4.06 1.17
4.06
0.41 0.41

aus, während die Normalkraftbeanspruchung hö-


0.41
2.69 0.41
2.69
-1.36 -1.36

-1.36 0.76 0.76 -1.36


-3.09 -3.09

her ist. Dies deutet auf eine für den Kräfteverlauf -3.09
-0.21
-2.81
-3.09
-0.21
-2.81

geometrisch günstigere Querschnittsform des Un-


2.81 2.81
0.36 -1.28 -1.28 0.36

0.36 0.36
-3.69
-4.97 -3.69
-4.97

terführungsprofils im Vergleich zum Maulprofil hin. -3.69


-8.72
-6.74

-6.74
-9.70
-3.69
-8.72
-6.74

-6.74
-9.70
-4.82
elastische Bettung -4.82

Unter Ansatz des Scheiteldrucks von ps = 68 kN/m2


-5.53 -5.53
-4.82 -4.82
6.00
11.49
6.00
k = 3.226 kN/m3 6.00
11.49
6.00
15.07 15.07

gemäß altem Regelwerk ergeben sich deutlich ge-


11.49 11.49
15.01
17.61 17.61
15.01
15.07
18.68 15.07
18.68
-15.37
-13.08 -16.05
-15.92 -15.37
-13.08
-16.02
-15.41 -15.92 -15.92-16.05
-15.37
-16.02 -15.37
-15.92
-13.08 -13.08
17.61
17.16
-8.81
-1.30 -1.30
-8.81 -13.77 -15.41
-13.77 -15.41
-13.77 -15.41
-13.77 -8.81 -8.81
-1.30 -1.30 17.1617.61
-9.24 -11.25
-11.25 -9.24 -11.25 -9.24
-9.24 -11.25
18.68
17.84 -6.45 -6.45 -6.45 -4.48
-6.45 18.68
17.84

ringere Biegemomentenbeanspruchungen, die im


18.82 17.60
18.82 -4.48 -4.48 -4.48 18.82
-1.09 -2.52
-2.52 -1.09 Z -1.09 -2.52 -2.52
-1.09 18.82
17.60
18.20 16.17
18.20 18.20
16.17 18.20
16.36 6.9112.45
12.4516.36 6.91 Y X 6.91 6.91
16.36
12.45 16.36
12.45
0.24
0.95 0.24
0.87 0.24
0.87
1.020.95
0.95 1.02 0.24
0.95

vorliegenden Fall unterhalb des plastischen Quer-


Bild 86. Mittels Stabstatik berechneter Momentenverlauf infol-
schnittswertes liegen. ge Überdeckung und Verkehr, Unterführungsprofil
UH35, geringe Überdeckung hü,min = 1,0 m
1795.7
vS = 1,8 m

Durchschlagsberechnung
h2 = 6,48 m
2
Berechnungsmethode Durchschlaglast pSD [kN/m ]
65.00 65.00
Stabstatik 351
(KLÖPPEL & GLOCK, 1970) 320
h1 = 3,23 m
26.00 26.00
Berechnungen unter Ansatz des Scheiteldrucks pS
Mmax = 97 kNm/m
Altes Neues
Geringe Überdeckung Regelwerk Regelwerk
hü = hü,min = 1,55 m 2 2
pS = 72 kN/m pS.d = 117 kN/m
Biegemoment Mmax in [kNm/m] 21 56
Z

Normalkraft Nmax in [kN/m] 308 532


26.00 Y X 26.00

Bild 84. Mittels Stabstatik berechnete Verformungen bei der Scheitelsenkung vS in [m] 0,14 0,16*
zweiten Anschüttstufe von 6,48 m, Unterführungsprofil * unter Ansatz des charakteristischen Wertes des Scheiteldrucks von
UH35, ohne Auflast pS.k = 81 kN/m2

Tab. 35. Berechnungsergebnisse für das Unterführungsprofil


UH35
71

3. Beanspruchungen unter Ansatz des Scheitel-


7.9 Zusammenfassung der Ergebnis- drucks
se Für die beiden weitgespannten Querschnitte
MB24 und UH35 ergaben die Berechnungen für
Die durchgeführten Stabwerksberechnungen am den Lastfall „Überdeckung und Verkehr“ unter
Standardmaulprofil MA8 (Spannweite s = 3,7 m) Ansatz eines vereinfachten cosinusförmigen
sowie am Maulprofil MB24 und am Unterführungs- Verlaufs des Scheiteldruckes in Verbindung mit
profil UH35, beide im Spannweitenbereich von der in (KLÖPPEL & Glock, 1970) vorgeschla-
s ≅ 8 - 10 m, lassen sich wie folgt zusammenfassen: genen Größe der elastischen Bettung
1. Beanspruchungen beim Hinterfüllen (k = 0,5⋅ES/r1) bereits für den Fall der Mindest-
Bei allen untersuchten Querschnitten lassen überdeckung sehr große Biegebeanspruchun-
sich die Verformungen und Beanspruchungen gen im Rohr, die um den Faktor 2 - 3 über den
beim Hinterfüllen mit dem hier verwendenden plastischen Widerstandskenngrößen liegen. Für
Stabwerksmodell im Vergleich zu den Ergeb- die untersuchten hohen Überdeckungen konnte
nissen von (KLÖPPEL & GLOCK, 1970) gut hingegen bei den Berechnungen eine numeri-
vorhersagen. sche Lösung nur durch Erhöhung der elasti-
schen Bettung auf einen Wert von ca.
2. Stabilitätsverhalten: Durchschlagen des Bau- k = 10.000 kN/m3 erzielt werden. Es zeigt sich
werksscheitels erwartungsgemäß, dass die Größe der elasti-
Die Untersuchungen haben gezeigt, dass mit schen Bettung die Beanspruchungen und Ver-
den hier durchgeführten Stabwerksberechnun- formungen des Wellstahlrohrs stark beeinflusst.
gen nach Theorie II. Ordnung eine zutreffende Beim Standardmaulprofil MA8 (Spannweite
Erfassung des Trag- und Stabilitätsverhaltens s = 3,7 m) lagen die Biegebeanspruchungen des
von in den Boden eingebetteten biegeweichen Rohres unter Ansatz des Bemessungswertes
Rohren nur bedingt möglich ist. Grund hierfür des Scheiteldrucks nach neuem Regelwerk
sind die unter der Belastung, vor allem bei gro- auch für die untersuchte hohe Überdeckung im
ßen Spannweiten und hohen Überdeckungen, Bereich der plastischen Widerstandskenngrö-
auftretenden teilweise sehr großen Biegemo- ßen.
mente die zu einer Fließgelenkbildung führen
und damit das Trag- und Stabilitätsverhalten Insgesamt zeigt sich, dass in Bezug auf den
entscheidend beeinflussen. Für die Stabilitäts- Scheiteldruck die Anpassung der Einwirkungen,
berechnungen erfordert dies in konsequenter durch Erhöhung der Verkehrslast und die Be-
Weise eine rechnerische Berücksichtigung von rücksichtigung der Teilsicherheitsbeiwerte γG
materiellen Nichtlinearitäten, auf das im vorlie- und γQ auf der Einwirkungsseite, rechnerisch zu
genden Fall aufgrund des damit verbundenen einer deutlich größeren Beanspruchung der
hohen Berechnungsaufwandes verzichtet wur- Rohrwandung führt, was im Vergleich zum alten
de. Die Stabilitätsbetrachtungen haben sich da- Regelwerk eine vorzeitige Fließgelenkbildung
her auf die Nachrechnung und Überprüfung der bewirkt.
in (KLÖPPEL & GLOCK, 1970) angegebenen Die Untersuchungen zeigen auch, dass weitge-
elastischen Verzweigungs- bzw. Durchschlags- spannte Querschnitte und Einbausituationen
lasten beschränkt. Für alle drei untersuchten mit hohen Überdeckungen in besonderem Ma-
Querschnitte konnten die Durchschlaglasten mit ße auf eine für das Tragverhalten von biege-
einer ausreichenden Genauigkeit von ca. 10% weichen Rohren charakteristische große Ver-
rechnerisch bestätigt werden. formung und Fließgelenkbildungen angewiesen
Auf Grundlage der hier durchgeführten einfa- sind. Ein generelle Erweiterung des Anwen-
chen Stabilitätsberechnungen nach Theorie dungsbereichs von s ≤ 8 m und hü ≤ 15 m (altes
II. Ordnung kann keine Aussage über die ur- Regelwerk) auf s ≤ 10 m und hü ≤ 20 m (neues
sprünglich initiierten Fragestellungen zu den Regelwerk) sollte daher nochmals überprüft
Auswirkungen einer Lasterhöhung und der Re- werden.
duzierung des Sicherheitsniveaus für h/s < 0,7 4. Schlussfolgerung
beim Übergang vom alten ins neue Regelwerk
getroffen werden. Derartige Erkenntnisse kön- Insgesamt kann festgestellt werden, dass die
nen nur durch weitergehende und aufwändige Vorhersage des Trag- und Verformungsverhal-
geometrisch und materiell nichtlineare Berech- tens von in den Boden eingebetteten biegewei-
nungen erzielt werden. chen Wellstahlrohren nur durch eine numerisch
aufwändige geometrisch und materiell nichtli-
72

neare Berechnung möglich ist. Da derartige Be- der Einwirkungen und zum Anderen in Form von
rechnungsmethoden im Umgang viel Erfahrung umfangreichen Parameteruntersuchungen an 11
erfordern, und derzeit in der Ingenieurpraxis nur verschiedenen Querschnitten und insgesamt
sehr begrenzt im Einsatz sind, wird empfohlen 59 unterschiedlichen Einbausituationen von Well-
auch zukünftig die Bemessung von Wellstahl- stahlbauwerken. Die Ergebnisse der Vergleichsbe-
werken gemäß den Untersuchungen von rechnungen können wie folgt zusammengefasst
(KLÖPPEL & GLOCK, 1970) entsprechend dem werden:
neuen Regelwerk durchzuführen.
 Umstellung des Sicherheits- und Nachweis-
konzeptes
8 Zusammenfassung und Aus- Die Umstellung der Nachweise vom alten Globalsi-
blick cherheitskonzept auf das moderne, dem Stand der
Normung entsprechende Teilsicherheitskonzept er-
folgte derart, dass der Globalsicherheitsbeiwert im
8.1 Allgemeines alten Regelwerk γGlobal in etwa dem Produkt der
Teilsicherheitsbeiwerte für die Einwirkungen γE und
Bei Wellstahlbauwerken handelt es sich um sehr dem Widerstand γM im neuen Regelwerk ent-
wirtschaftliche und dauerhafte Ingenieurbauwerke spricht. Die Festlegung der Teilsicherheitsbeiwerte
für die Unterführung von Verkehrswegen die sich für die Einwirkungen erfolgte hierbei gemäß den
seit Jahrzehnten in der Anwendung bewährt ha- Angaben im DIN-Fachbericht 101:2009. Die Fest-
ben. legung der Teilsicherheitsbeiwerte für die Bauteil-
Im Zuge der nationalen Einführung der europäi- widerstände γM erfolgte hingegen im Rahmen ei-
schen Bemessungsnormen (Eurocodes) in Form nes Abwägungsprozesses unter Berücksichtigung
der DIN-Fachberichte werden derzeit die beste- der Teilsicherheitsbeiwerte in DIN-
henden Bemessungsrichtlinien für Wellstahlbau- Fachbericht 103:2009 (Stahlbau) und
werke überarbeitet und sollen zukünftig in die ZTV- DIN 1054:2005 (Grundbau) sowie der angestreb-
ING, Teil 9, Abschnitt 4 aufgenommen werden. Die ten Beibehaltung des bestehenden Sicherheitsni-
Überarbeitung der Bemessungsregeln für Well- veaus im alten Regelwerk. Für die Grundbruchwi-
stahlbauwerke umfasst zum Einen die Umstellung derstände ergaben sich so Teilsicherheitsbeiwerte
der Nachweise vom Globalsicherheitskonzept auf von γM = 1,4 die mit den Angaben im
das Teilsicherheitskonzept und zum Anderen die DIN 1054:2005 in Einklang stehen. Die Teilsicher-
Anpassung der Einwirkungen von DIN 1072:1985 heitsbeiwerte für die Stahlbaunachweise (Durch-
auf DIN-Fachbericht 101:2009 und wurde von der schlagen des Bauwerksscheitels und Bruch der
BASt-AG 2.1.1 mit dem Ziel vorgenommen, dass Schraubenverbindung) ließen sich hingegen nicht
- unter Beibehaltung der Tragsicherheitsnachweise vollständig in Einklang mit den Angaben im DIN-
nach (KLÖPPEL & GLOCK, 1970) - das bestehen- Fachbericht 103:2009 bzw. dem Eurocode 3 brin-
de Sicherheitsniveau weitestgehend erhalten blei- gen, hierfür wurden entsprechend angepasste
ben soll. Werte verwendet.

Aufgrund der Überarbeitung der bestehenden Die im Rahmen des Berichts durchgeführten Ver-
Richtlinien für Wellstahlbauwerke wurden im Rah- gleichsberechungen haben insgesamt gezeigt,
men dieses Forschungsvorhabens vergleichende dass unter der Annahme gleichbleibender Einwir-
Betrachtungen und Berechnungen vorgenommen, kungen die vorgenommene Umstellung des Si-
mit dem Ziel die Anwendung der neuen Bemes- cherheits- bzw. Nachweiskonzeptes für die einzel-
sungsrichtlinien zu erproben, sowie das dabei vor- nen Grenzzustände zu keinen wesentlichen Ände-
liegende Sicherheitsniveau im Vergleich zu den rungen des Sicherheitsniveaus führt. Es kann da-
bisher bestehenden Bemessungsrichtlinien festzu- mit festgestellt werden, dass die von der BASt-
stellen und zu bewerten. Arbeitsgruppe 2.1.1 angestrebte Beibehaltung des
Sicherheitsniveaus bei der Umstellung des Regel-
werks – unter der Annahme gleichbleibender Ein-
8.2 Ergebnisse der Vergleichsbere- wirkungen – erfolgreich erzielt wurde. Einzige Aus-
chungen nahme bildet der Nachweis „Grundbruch im Bau-
werksscheitel“. Hier führt die im neuen Regelwerk
Die Überprüfung der neuen Bemessungsrichtlinien vorgenommene Aufhebung des höheren Sicher-
für Wellstahlbauwerke erfolgte zum Einen in Form heitsniveaus für gedrungene Profilquerschnitte mit
von allgemein gültigen Betrachtungen zur Umstel- h/s < 0,7 im Vergleich zum Nachweis im alten Re-
lung des Sicherheitskonzeptes und der Anpassung
73

gelwerk zu einer Reduzierung der Sicherheit um ten mit geringeren Blechdicken jedoch mit mehr
ca. 20-25%. Schrauben zu rechnen.

 Anpassung der Einwirkungen  Nachweis „Durchschlagen des Bauwerks-


scheitels“
Bei der Bemessung von Wellstahlbauwerken sind
im neuen Regelwerk die Verkehrslasten für Hinter- Beim Stabilitätsnachweis „Durchschlagen des
füllungen gemäß dem Lastmodel 1 nach DIN- Bauwerksscheitels“ ist nach neuer Richtlinie keine
Fachbericht 101:2009 anzunehmen, die verein- Unterscheidung des Sicherheitsniveaus in Abhän-
facht als gleichmäßig verteilte Verkehrslast in Hö- gigkeit des Verhältnisses h/s (Höhe zu Spannweite
he von 65 kN/m2 (charakteristischer Wert) in Ver- des Querschnitts) mehr vorgesehen. Die Ver-
bindung mit einem Teilsicherheitsbeiwert von gleichsberechnungen haben gezeigt, dass sich für
γQ = 1,5 anzusetzen sind. Im Vergleich zum alten Verhältnisse von h/s < 0,7 im neuen Regelwerk ca.
Regelwerk erhöhen sich dadurch die Einwirkungen 10 - 20% geringere Ausnutzungsgrade ergeben,
aus Verkehr von 45 kN/m2 auf 65 kN/m2, was einer während sich für h/s ≥ 0,7 in etwa vergleichbare
Verkehrslasterhöhung um den Faktor 1,44 ent- Ausnutzungsgrade, d.h. ein ähnliches Sicherheits-
spricht. Verwendet man – wie bei den meisten niveau ergibt.
Nachweisen üblich – als Maß für die einwirkende
Die Umstellung des Sicherheitskonzepts und die
Beanspruchung jedoch den Scheiteldruck ps, so
Anpassung der Verkehrslasten führt für den
lässt sich zeigen, dass bedingt durch den Wegfall
Grenzzustand „Durchschlagen des Bauwerks-
des Schwingbeiwertes ϕ nach DIN 1072:1985 im
scheitels“ in einem Überdeckungsbereich von
altem Regelwerk und durch die Überlagerung der
2,25 m < hü < 3,25 m jedoch zu größeren Verände-
Verkehrslasten mit den ständigen Lasten der Ü-
rungen der Ausnutzungsgrade bzw. dem Sicher-
berdeckung die effektive Erhöhung der Einwirkun-
heitsniveau. Nach neuem Regelwerk ergeben sich
gen lediglich im Bereich von 1,02 – 1,13 liegt. Das
– auf der sicheren Seite liegend – um den Faktor
heißt, die Anpassung der Einwirkungen an die An-
1,3 – 1,8 höhere Ausnutzungsgrade im Vergleich
forderungen des DIN-Fachberichts 101:2009 und
zum alten Regelwerk. Die Ursache hierfür liegt in
die damit verbundene Erhöhung der Verkehrslast
der Festlegung des vom Belastungsverhältnis
von 45 kN/m2 auf 65 kN/m2 wird bei der überwie-
pB,k/pov,k abhängigen Lastangriffsparameters ψB.
genden Anzahl der Nachweise, die den Scheitel-
Die Anhebung der Verkehrslast führt zu einer Ver-
druck als maßgebende Einwirkung verwenden,
änderung der Abgrenzung zwischen ψB = 1,57 (für
wesentlich durch den Wegfall des Schwingbeiwer-
pB,k > pov,k) und ψB = 2,36 (für pB,k ≤ pov,k) und damit
tes kompensiert.
zu einer nicht unerheblichen Reduzierung der
Durchschlagslasten in dem vorab genannten Be-
 Mindestüberdeckung
reich.
Für Maul- und Bogenprofile wurde im neuen Re-
Die im Kapitel 7 durchgeführten Stabwerksberech-
gelwerk die Mindestüberdeckung von s/6 ≥ 0,6 m
nungen nach Theorie II. Ordnung haben gezeigt,
auf s/8 ≥ 0,6 m reduziert. Dies hat u.a. zur Folge,
dass eine zutreffende Erfassung des Trag- und
dass bei Spannweiten s > 5 m und geringer Über-
Stabilitätsverhaltens von in den Boden eingebette-
deckung der Nachweis „Grundbruch im Bauwerks-
ten biegeweichen Rohren nur sehr eingeschränkt
scheitel“ an Bedeutung gewinnt, und teilweise trotz
möglich ist. Grund hierfür sind die unter der Belas-
Annahme maximaler Bodenkenngrößen nicht er-
tung, auftretenden, teilweise sehr großen Biege-
bracht werden kann.
momente die zu einer Fließgelenkbildung führen
und damit das Stabilitätsverhalten entscheidend
 Mindestblechdicke
beeinflussen. Für die Stabilitätsberechnungen er-
In der neuen Richtlinie wurde die Mindestblechdi- fordert dies in konsequenter Weise eine rechneri-
cke tmin (inklusive Korrosionszuschlag von 1 mm) sche Berücksichtigung von materiellen Nichtlineari-
für Spannweiten s ≥ 2 m von 4 mm auf 3,25 mm täten, auf das im vorliegenden Fall aufgrund des
reduziert. Die Vergleichsuntersuchungen haben damit verbundenen hohen Berechnungsaufwandes
ergeben, dass die neue Mindestblechdicke für verzichtet wurde. Die Stabilitätsbetrachtungen ha-
kleine Spannweiten statisch ausreichend ist, je- ben sich daher auf die Nachrechnung und Über-
doch i.d.R. zu einer Erhöhung der erforderlichen prüfung der in (KLÖPPEL & GLOCK, 1970) ange-
Anzahl an Schrauben führt. Das heißt, zukünftig ist gebenen elastischen Verzweigungs- bzw. Durch-
infolge der Anpassung der Mindestblechdicken bei schlagslasten beschränkt. Für alle drei untersuch-
Wellstahlbauwerken im Bereich kleiner Spannwei- ten Querschnitte konnten die Durchschlagslasten
74

mit einer ausreichenden Genauigkeit rechnerisch gebnisse hinsichtlich der bei Schrauben typischer-
bestätigt werden. weise zu beobachtenden Versagensmodi „Absche-
ren der Schraube“ und „Lochleibung“ qualitativ als
Auf Grundlage der hier durchgeführten einfachen
auch quantitativ gut im Einklang mit den Regelun-
Stabilitätsberechnungen nach Theorie II. Ordnung
gen im Eurocode 3 Teil 1-8:2005 stehen.
kann keine Aussage über die ursprünglich initiier-
ten Fragestellungen zu den Auswirkungen der Insgesamt hat sich gezeigt, dass die bisher prakti-
Verkehrslasterhöhung und der Reduzierung des zierte Vorgehensweise nach dem alten Regelwerk
Sicherheitsniveaus für h/s < 0,7 beim Übergang (Verwendung der Mittelwerte der Versuchsergeb-
vom alten ins neue Regelwerk getroffen werden. nisse entsprechend den Traglasttabellen der Her-
Derartige Erkenntnisse können nur durch weiter- steller in Verbindung mit einem Teilsicherheitsbei-
gehende und aufwändige geometrisch und mate- wert von γM = 1,7) den Anforderungen an Bauteil-
riell nichtlineare Berechnungen erzielt werden. widerstände gemäß der harmonisierten europäi-
schen Norm DIN EN 1990:2002 genügt. Im Zuge
Wenngleich der im neuen Regelwerk festgelegte
der Umstellung der Regelwerke erscheint es je-
Teilsicherheitsbeiwert von γM.Ep = 1,4 nicht im Ein-
doch sinnvoll, die Festlegung der Tragfähigkeit der
klang mit den Angaben im DIN-Fach-
Schraubenverbindung gemäß den europäisch
bericht 103:2009 und dem Eurocode 3 steht
harmonisierten Regeln und dem damit begründe-
(γM1 = 1,1 für Stabilitätsversagen), wird es ange-
ten Verfahren nach DIN EN 1990:2002 durchzu-
sichts der vorab genannten Schwierigkeiten bei
führen.
der Führung eines möglichst exakten Durch-
schlagnachweises und aufgrund der bestehenden
 Nachweis „Biegebruch beim Hinterfüllen“
Erfahrungen mit der Bauweise als sinnvoll erach-
tet, den vorgeschlagenen Teilsicherheitsbeiwert Im alten Regelwerk wurde der Biegebruch beim
beizubehalten. Hinterfüllen als Nachweis der Grenzspannweite
geführt. Das im neuen Regelwerk enthaltene
 Nachweis „Bruch der Schraubenverbin- Nachweiskonzept auf Basis von Querschnittswer-
dung“ ten verfolgt konsequent die moderne Bemes-
sungspraxis der europäischen Regelwerke.
Der im neuen Regelwerk aufgeführte Nachweis für
die Schraubenverbindung unter Verwendung der Die Vergleichsberechungen haben ergeben, dass
Mittelwerte der Versuchsergebnisse entsprechend sich trotz geringfügiger Anpassungen z.B. hinsicht-
den Traglasttabellen der Hersteller in Verbindung lich des Erdruckbeiwertes keine wesentlichen Än-
mit einem Teilsicherheitsbeiwert von γM = 1,7 führt, derungen ergeben.
trotz Umstellung des Sicherheitskonzepts und An-
passung der Verkehrslasten, zu keinen wesentli-  Nachweis „Grundbruch im Scheitelbereich“
chen Veränderungen bzgl. des Sicherheitsniveaus.
Für den Grenzzustand „Grundbruch im Scheitel“
Was den Schraubennachweis betrifft, ist sowohl haben die Vergleichsrechnungen (Vergleich der
nach altem als auch neuem Regelwerk die Festle- Berechnungsvariante „Alt“ mit „neu“) gezeigt, dass
gung der Tragfähigkeit auf Grundlage von experi- die Umstellung des Sicherheitskonzepts und die
mentellen Untersuchungen durch ein anerkanntes Anpassung der Verkehrslasten zu deutlichen Ver-
Prüfinstitut zu belegen. Im Zuge der Harmonisie- änderungen der Ausnutzungsgrade und damit zu
rung der europäischen Regelwerke wird jedoch Verschiebungen des Sicherheitsniveaus führt.
auch die Ableitung von Bemessungswerten von Nach neuem Regelwerk ergeben sich um den Fak-
Bauteilwiderständen auf Basis von Versuchser- tor 1,5 – 2,2 höhere Ausnutzungsgrade im Ver-
gebnissen – wie es hier bei den Schraubenverbin- gleich zum bestehenden Regelwerk, das in Einzel-
dungen der Fall ist – durch ein einheitliches statis- fällen dazu führt, dass trotz Anhebung der Boden-
tisches Auswerteverfahren in DIN EN 1990:2002 kenngrößen auf praxisgerechte Maximalwerte der
festgelegt. Aus diesem Grund wurden in Kapitel 5 Nachweis nicht mehr erbracht werden kann. Die
umfangreiche Untersuchungen zur Festlegung von Ursache hierfür liegt zum Einen in der Art der
Bemessungswerten für die Schraubentragfähigkeit Nachweisführung selbst und zum Anderen bei
gemäß den Vorgaben in DIN EN 1990:2002 „Ver- Maul- und Bogenprofilen in der geänderten Defini-
suchsgestützte Bemessung“ durchgeführt. Hierzu tion der Mindestüberdeckung sowie der Mindest-
wurden Versuchsergebnisse von unterschiedlichen blechdicke.
Herstellern zur Tragfähigkeit der Schraubenverbin-
Der Nachweis „Grundbruch im Scheitel“ wird im
dungen bei Wellstahlbauwerken statistisch ausge-
Gegensatz zu allen anderen Nachweisen nicht un-
wertet. Die Auswertung der Schraubenversuche
ter Bezug auf den Scheiteldruck ps als Einwirkung
hat ergeben, dass die vorliegenden Versuchser-
75

geführt, sondern unter Verwendung der gleichmä- Ausnutzungsgrades bzw. des Sicherheitsniveaus
ßig verteilten Verkehrslast pov bzw. pov,k. Während führt. Eine Anpassung des Nachweisformates kann
bei der Ermittlung des Scheiteldrucks ps die Erhö- daher nicht ohne weitergehende Untersuchungen
hung der Einwirkung im neuen Regelwerk – vor al- erfolgen.
lem bei geringen Überdeckungen – durch den
Wegfall des Schwingbeiwerts ϕ nach  Grundbruch im Sohlbereich
DIN 1072:1985 teilweise kompensiert wird, ist dies
Für die Grundbruchnachweise im Sohlbereich
beim Grundbruchnachweis im Scheitel durch die
wurden im neuen Regelwerk erstmalig konkrete
Verwendung der Verkehrslast als maßgebende
Bemessungsgleichungen angegeben, die den Vor-
Einwirkung nicht der Fall, da in der Bemessungs-
schlägen von (GLOCK, 1976) folgen. Die Parame-
praxis nach altem Regelwerk bisher auf die Be-
teruntersuchungen haben gezeigt, dass die
rücksichtigung des Schwingbeiwertes bei diesem
Grundbruchnachweise im Sohlbereich in keinem
Nachweis verzichtet wurde. Als Folge ergeben sich
Fall bemessungs-bestimmend waren. Der Grund
im neuen Regelwerk speziell bei diesem Nachweis
hierfür ist darin zu sehen, dass in diesen Bereichen
wesentlich höhere Ausnutzungsgrade und damit
sowohl nach alter als auch neuer Richtlinie stets
höhere Sicherheitsanforderungen, die in etwa dem
Böden mit ausreichender Scherfestigkeit einzu-
Verhältnis der Anhebung der Verkehrslasten von
bauen sind. Die Grundbruchnachweise im Sohlbe-
pov,k/pov = 65/45 = 1,44 entsprechen. Die angestreb-
reich sind daher bei der Bemessung von Well-
te Beibehaltung des Sicherheitsniveaus kann hier
stahlbauwerken für ausreichend tragfähige Böden
für den Übergang vom alten ins neue Regelwerk
i.d.R. von untergeordneter Bedeutung.
im Vergleich zu den anderen Nachweisen nicht
aufrecht erhalten werden. Die Änderungen des Si-
 Schrägschnitte
cherheitsniveaus ist im Wesentlichen das Ergebnis
der Anpassung der Einwirkungen und der Ände- Der Nachweis am unausgesteiften Schrägschnitt
rungen der Definition der Mindestüberdeckung und ist sowohl im alten als auch neuen Regelwerk für
der Mindestblechdicke, jedoch nicht der vorge- einen bestimmten Anwendungsbereich durch die
nommen Umstellung des Nachweiskonzeptes. So Festlegung von konstruktiven Randbedingungen in
haben z.B. die Vergleichsberechungen in Abschnitt einfacher Weise geregelt. Können diese Anforde-
4.4.3 gezeigt, dass unter Beibehaltung der Einwir- rungen nicht eingehalten werden, sind ergänzende
kungen die im neuen Regelwerk vorgenommene Standsicherheitsnachweise zu führen, die nicht im
Umstellung des Nachweiskonzepts (vom Globalsi- Detail geregelt sind. In der Praxis kommen vor-
cherheitskonzept in das Teilsicherheitskonzept) le- nehmlich die beiden Nachweisverfahren nach
diglich zu einer geringen Erhöhung des Ausnut- (GLOCK, 1974) und (FEDER, 1984) zur Anwen-
zungsgrades von ca. 5% führt. dung. Die Vergleichsuntersuchungen in Kapitel 6
haben gezeigt, dass die beiden unterschiedlichen
Will man zukünftig, wie bei den anderen Nachwei-
Nachweisverfahren für einen Kreuzungswinkel von
sen, beim Übergang vom alten ins neue Regelwerk
α = 90° zu vergleichbaren Ergebnissen führen. Für
entsprechend den Zielvorstellungen, infolge der
hiervon abweichende Kreuzungswinkel ergeben
Anpassung der Verkehrslasten und der Änderung
sich tendenziell nach (FEDER, 1984) geringere er-
der Mindestblechdicke, ein gleichbleibendes Si-
forderliche Blechdicken.
cherheitsniveau aufrecht erhalten, so sind weitere
Maßnahmen vorzunehmen. Bei Anwendung des Verfahrens nach
(GLOCK, 1974) wird empfohlen, die plastischen
Die im neuen Regelwerk neu eingeführte Ein-
Querschnittswerte unter Ansatz einer Streckgrenze
schränkung des Nachweises für geringe Überde- 2
von fy,k = 235 N/mm zu verwenden.
ckungen (hü/r1 < 0,5) beruht auf Erfahrungen und
stellt für die Bemessung eine Vereinfachung dar.
 Werkstofffestigkeit
Die Plausibilität dieser Einschätzung konnte im
Rahmen der Vergleichsrechnungen nicht vollum- Beim Übergang vom alten ins neue Regelwerk ist
fänglich bestätigt werden. Auf Grundlage der Ver- es zu einer geringen Anpassung der Streckgrenze
gleichsberechungen scheint jedoch eine Anhebung der Stahlblechelemente von σF = 240 N/mm2 auf
des Grenzwertes auf z.B. hü/r1 < 0,55 möglich. fy,k = 235 N/mm2 gekommen. Weiterhin ist zu er-
wähnen, dass in der ursprünglichen Veröffentli-
Untersuchungen im Sinne einer möglichen Anpas-
chung von (KLÖPPEL & GLOCK, 1970) die Nach-
sung der Nachweisgleichung in Anlehnung an das
weise teilweise noch mit einer infolge der Kaltum-
Vorgehen in DIN 1054:2005 und
formung erhöhten Streckgrenze von
DIN EN 1990:2002 haben ergeben, dass dies teil-
σF = 340 N/mm2 geführt wurden. Eine Überprüfung
weise zu deutlichen Änderungen bezüglich des
hat ergeben, dass in der aktuellen Fassung des
76

Regelwerks der gegenwärtige Wert der Streck- heitsbeiwerte im Einklang mit den Vorgaben des
grenze von fy,k = 235 N/mm2 in allen davon betrof- DIN-Fachberichts 101:2009 und der
fenen Nachweisen konsequent berücksichtigt und DIN 1054:2005 stehen. Abweichungen hiervon
umgesetzt wurde. lassen sich deshalb nicht sinnvoll und stichhaltig
begründen. Es wird daher empfohlen, mechanisch
nachvollziehbar den Grundbruchwiderstand gemäß
8.3 Empfehlung für die weitere Über- dem Vorschlag von (GLOCK, 2009) anzuheben. In
arbeitung des Regelwerks (GLOCK, 2009) wird vorgeschlagen, den Grund-
bruchwiderstand durch: 1) Reduktion des Erd-
Soll für Wellstahlbauwerke beim Übergang vom al- druckbeiwerts beim Hinterfüllen von K = 0,5 auf
ten ins neue Regelwerk das Sicherheitsniveau K = 0,4 und 2) durch Aktivierung der plastischen
gemäß den Zielvorstellungen der BASt-AG 2.1.1 Querschnittsreserven des Wellstahlprofils zu erhö-
weitestgehend erhalten bleiben, so werden für die hen. Da bei Wellstahlbauwerken das Tragverhalten
weitere Überarbeitung der Richtlinie, basierend auf maßgeblich auf der Aktivierung von Verformungen
den im Rahmen dieses Projekts durchgeführten des Wellstahlprofils in das umgebende Erdreich
Untersuchungen und Vergleichsberechnungen, beruht, das i.d.R. mit einer Ausnutzung von plasti-
nachfolgende Anpassungen empfohlen. schen Querschnittkennwerten (Fließgelenkbildun-
gen) verbunden ist, vgl. z.B. Kapitel 7, sollte die in
 Durchschlagen des Bauwerksscheitels (GLOCK, 2009) vorgeschlagene weitere Ausnut-
Aufgrund der Schwierigkeiten bei der Führung ei- zung der plastischen Querschnittsreserven noch-
nes möglichst exakten Stabilitätsnachweises wird mals geprüft werden. Dies kann z.B. durch einen
entsprechend dem alten Regelwerk empfohlen, Vergleich der im System auftretenden Verformun-
auch im neuen Regelwerk die erhöhten Sicher- gen bzw. Momentenrotationen mit der vorhande-
heitsanforderungen für flache Querschnitte mit nen Rotationskapazität des Querschnitts erfolgen.
h/s < 0,7 aufrecht zu erhalten. Dies könnte in Form Im Stahlbau hat sich diese Vorgehensweise im Be-
eines höheren Teilsicherheitsbeiwertes von reich der Traglasttheorie von Systemen und Ver-
γM,Ep = 1,75 für h/s < 0,7 erfolgen. bindungen in jüngster Zeit als sinnvoll und zutref-
fend erwiesen, vgl. z.B. (KUHLMANN, 2009).
 Schraubennachweis Die Untersuchungen zum Grundbruch im Bau-
Es wird empfohlen die Festlegung der Schrauben- werksscheitel haben auch gezeigt, dass ist die Än-
tragfähigkeit entsprechend den Vorgaben zur sta- derung des Sicherheitsniveaus beim Übergang
tistischen Auswertung nach DIN EN 1990:2002 vom alten ins neue Regelwerk ebenso durch die
Anhang D „Vereinfachtes Verfahren“ europäisch Reduzierung der Mindestüberdeckung bei Maul-
einheitlich festzulegen. In Anlehnung an Euroco- und Bogenprofilen verursacht wird. Bei der Über-
de 3 bzw. DIN EN 1993-1-8:2005 wird bei der arbeitung des Regelwerks sollte daher nochmals
Festlegung des Bauteilwiderstandes ein Teilsi- überprüft werden, ob diese Anpassung der Min-
cherheitsbeiwert von γM = 1,25 vorgeschlagen. Bei destüberdeckung technisch sinnvoll ist, da in vie-
der Anerkennung bestehender Versuchsergebnis- len Fällen die geringere Mindestüberdeckung nur
se, als auch bei der Durchführung weiterer Versu- durch Verwendung und den Einbau von hochtrag-
che empfehlen die Autoren auf eine möglichst ein- fähigen Böden in Verbindung mit großen Profil-
heitliche und vergleichbare Versuchsdurchführung blechdicken möglich ist.
zu achten. Details hierzu sind z.B. in Abschnitt 5.9
aufgeführt.  Lastangriffsparameter
Im neuen Regelwerk kommt es infolge der Erhö-
 Grundbruch im Scheitel hung der Verkehrslast pov,k in einem Überde-
Beim Grundbruchnachweis im Scheitel ist es zu ckungsbereich von 2,25 m < hü < 3,25 m zu einer
wesentlichen Veränderungen gekommen, in der Veränderung der Definition der Überdeckung (ge-
Form, dass die Ausnutzungsgrade im neuen Re- ringe Überdeckung ↔ hohe Überdeckung). Diese
gelwerk deutlich gestiegen sind. Will man, wie bei Veränderung hat wiederum Auswirkungen auf den
den anderen Nachweisen, das bestehende Si- Lastangriffsparameter ψB, wodurch sich beim
cherheitsniveau weitestgehend beibehalten, so Nachweis „Durchschlagen des Bauwerksscheitels“
könnte dies theoretisch durch Reduzierung der und „Bruch der Schraubenverbindung“ deutlich
Einwirkungen und/oder der Teilsicherheitsbeiwerte höhere Ausnutzungsgrade nach neuem Regelwerk
γE und γM erfolgen. Dies scheint jedoch nicht sinn- ergeben. Will man das vorhandene Sicherheitsni-
voll, da die in der aktuellen Richtlinie aufgeführten veau aufrechterhalten, so könnte dies z.B. durch
Angaben für die Einwirkungen und die Teilsicher-
77

eine von der Überdeckung hü abhängige Definition Teilsicherheitsbeiwertes in Anlehnung an Euroco-


des Lastangriffsparameters ψB erfolgen: de 3 derzeit nicht begründen.

1,57 für h ü < 2,25m Die mögliche Anhebung der Verkehrslasten um


ψB =  (74) weitere ca. 20 - 30% wird dazu führen, dass die
2,36 für h ü ≥ 2,25 m Größe der Blechdicke und die Anforderungen an
die mechanischen Kennwerte des Bodens weiter
 Anwendungsbereich zunehmen werden. Insbesondere im Bereich gro-
ßer Spannweiten, für den Fall der Mindestüberde-
Es wird empfohlen den Anwendungsbereich be-
ckung (maßgebend ist der Grundbruchnachweis im
züglich der Spannweite und der Überdeckung ent-
Scheitel) und für hohe Überdeckungen (maßge-
sprechend dem alten Regelwerk beizubehalten,
bend ist das Durchschlagen des Bauwerksschei-
d.h. s ≤ 8 m und hü ≤ 15 m. Die einfachen Stab-
tels) lässt sich ein vermehrter Bedarf an Blechdi-
werksberechnungen in Kapitel 7 haben gezeigt,
cken t ≥ 7 mm vermuten.
dass bei weit gespannten Querschnitten oder/und
hohen Überdeckungen sehr große Biegebean-
spruchungen im Rohrbereich entstehen, die eine
plastische Schnittkraftumlagerung durch Fließge-
9 Literatur
lenkbildung erforderlich machen. Analog den Emp-
fehlungen zum Grundbruchnachweis im Scheitel 9.1 Normen und Richtlinien
sollte auch die vorgesehene Erweiterung des An-
wendungsbereichs nochmals durch Betrachtungen ARS 1/1982: Allgemeines Rundschreiben Stra-
zu der für die Fließgelenkbildung erforderlichen ßenbau Nr. 1/1982, Sachgebiet 05: Brücken-
Rotationskapazität der Profilquerschnitte erfolgen. und Ingenieurbau; Sachgebiet 3: Erdbau: Be-
dingungen für die Anwendung von biegewei-
 Schrägschnitt chen, stählernen, im Boden eingebetteten Roh-
Für die Überarbeitung des Regelwerks wird emp- ren. Hrsg: Bundesminister für Verkehr, Ausga-
fohlen, den gegebenenfalls erforderlichen Standsi- be Januar 1982.
cherheitsnachweis am Schrägschnitt zu präzise- ARS 20/97: Allgemeines Rundschreiben Straßen-
ren, um in Zukunft auch für den Schrägschnitt ein bau Nr. 20/1997 (ARS 20/97), Sachgebiet 05.4:
vergleichbares und weitestgehend einheitliches Si- Brücken- und Ingenieurbau; Bauarten, Well-
cherheitsniveau bei der Bemessung zu gewährleis- strahlrohre – Bedingungen für die Anwendung
ten. von Wellstahlrohren. Hrsg: Bundesministerium
Für den Nachweis am Schrägschnitt wird ferner für Verkehr, Ausgabe 1997, Verkehrsblatt-
empfohlen, auf die Berücksichtigung der Korrosi- Dokument Nr. 6515 – Vers. 05/97.
onsreserve zu verzichten. ARS 12/98: Allgemeines Rundschreiben Straßen-
bau Nr. 12/1998 (ARS 12/98), Sachgebiet 05.4:
8.4 Schlussbemerkung und Ausblick Brücken- und Ingenieurbau; Bauarten, Well-
strahlrohre – Bedingungen für die Anwendung
Die in diesem Bericht durchgeführten Untersu- von Wellstahlrohren. Hrsg: Bundesministerium
chungen und Vergleichsberechungen an Well- für Verkehr Ausgabe 1997, Ergänzung Nr. 1,
stahlbauwerken zeigen, dass unter Berücksichti- Verkehrsblatt-Dokument Nr. S 1050 – Vers.
gung der oben genannten Empfehlungen das im 03/98.
neuen Regelwerk vorgesehene Bemessungskon- DIN 1054:2005. Baugrund – Sicherheitsnachweise
zept sowohl hinsichtlich des Sicherheitskonzepts im Erd- und Grundbau. DIN, Januar 2005.
und der Teilsicherheitsbeiwerte als auch der An-
passung der Lasten entsprechend DIN- DIN 4114:1952. Stahlbau. Stabilitätsfälle (Kni-
Fachbericht 101:2009 ganzheitlich konform mit den ckung, Kippung, Beulung, Berechnungsgrund-
modernen europäischen Bemessungsregeln ist. lagen, Teil 1, DIN, 1952.
Lediglich beim Nachweis „Durchschlagen des DIN 1072:1985. Straßen- und Wegbrücken. Last-
Bauwerksscheitels“ ergibt sich eine kleine Un- annahmen. DIN, 1985.
stimmigkeit bzgl. Größe des Teilsicherheitsbeiwer-
tes für den Widerstand γM. Aufgrund der äußerst DIN EN 1990:2002. Eurocode 0: Grundlagen der
komplexen Nachweisführung und der langjährigen Tragwerksplanung. Deutsche Fassung EN
praktischen Erfahrung mit der Bauweise lässt sich 1990:2002.
jedoch eine Anpassung bzw. Reduzierung des
78

DIN EN 1993-1-1:2005. Eurocode 3: Bemessung 9.2 Veröffentlichungen


und Konstruktion von Stahlbauten - Teil 1-1:
Allgemeine Bemessungsregeln und Regeln für BOUSSINESQ, M.J.: Application des potentiels a
den Hochbau; Deutsche Fassung EN l´étude de l’équilibre, et de mouvement des so-
1993-1-1:2005. lides élastiques avec des notes étendues sur
DIN EN 1993-1-8:2005. Eurocode 3: Bemessung divers points de physique, mathématique et
und Konstruktion von Stahlbauten - Teil 1-8: d´analyse, Paris: Gauthier - Villars 1885.
Bemessung von Anschlüssen; Deutsche Fas- EBEL, H., UHLMANN, H.: Untersuchung von Multi-
sung EN 1993-1-8:2005. Plate-Verbindungen MP 150. Versuchsbericht
DIN EN 1993-1-10:2005. Eurocode 3: Bemessung Nr. 1/90 vom 1.10.1990, TH Darmstadt, 1990.
und Konstruktion von Stahlbauten – Teil 1-10: FEDER, G.: Beulsicherheit von erdverlegten Roh-
Stahlsortenwahl im Hinblick auf Bruchzähigkeit ren und Tunnelauskleidungen unter Außen-
und Eigenschaften in Dickenrichtung. druckbelastung. Straße, Brücken, Tunnel 23
(1971).
DIN EN 10025:2004. Warmgewalzte Erzeugnisse
aus Baustählen. FEDER, G.: Grundbruchuntersuchungen für Soh-
lenbereich von Wellrohrdurchlässen mit Maul-
DIN EN 10204:2005-01. Metallische Erzeugnisse – oder U-Profilen und sinusähnlicher Wellung.
Arten von Prüfbescheinigungen. DIN, Montanuniversität Leoben, Institut für Konstruk-
Beuth-Verlag, 2005. tiven Tiefbau, Nr. 2/84, 1984.
DIN-Fachbericht 101:2009. Einwirkungen auf Brü- FEDER, G.: Bemessungsverfahren für die Schräg-
cken. DIN, Beuth-Verlag, Mai 2009 schnittportale von Durchlässen aus Stahl-
DIN-Fachbericht 103:2009. Stahlbrücken. DIN, Rohren mit sinusähnlicher Wellung. Montanuni-
Beuth-Verlag, Mai 2009. versität Leoben, Institut für Konstruktiven Tief-
bau, Leoben, Bericht Nr. 3/84, 1984.FISCHER,
DIN EN ISO 898:2007: Mechanische Eigenschaf- S.: Das neue Sicherheitskonzept im Bauwesen.
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ingenieur, Ausgabe 32, 04/2008, Bundesverei- 10 Danksagung
nigung der Prüfingenieure für Bautechnik e.V.,
2008. Das Forschungsvorhaben wurde unter Mitwirkung
KUHLMANN, U., RASCHE, C., FROSCHMEIER, des BASt-Betreuungsausschusses bestehend aus
B., EULER, M.: Anpassung des DIN- den Mitgliedern:
Fachberichts 103 "Stahlbrücken" an endgültige  Herr Dipl.-Ing. J. Blosfeld (Fachbetreuer),
Eurocodes und nationale Anhänge einschließ-
lich Vergleichsrechnungen. Schlussbericht zum  Herr Dipl.-Ing. T. Mayer,
BASt-Vorhaben FE 15.0452/2007/FRB, 2009.  Herr Dipl.-Ing. Schäfer und
PETERSEN, C.: Stahlbau. 3. Überarbeitet und er-  Herr Dipl.-Ing. Duran
weiterte Auflage 1993, Verlag Vieweg, korrigier-
ter Nachdruck 1994. sowie der BASt-Projektbetreuerin:
REUSCH, D.: Berechnung von dünnwandigen ein-  Frau Sändker-Sporken
geerdeten Rohren. Bautechnik 66 (1989), Heft durchgeführt. All diesen Beteiligten sei für die an-
6, S. 190-192. regenden Diskussionen und Hinweise recht herz-
lich gedankt. Sie haben zum Gelingen des For-
schungsvorhabens wesentlich beigetragen.
80

Anhang 1

Zusammenstellung Vergleichsberechnungen
A1.1 Eingangsgrößen
Lfd. Querschnitts- Querschnitts- Spann- Höhe Überde- Steife- Reibungs- Radius Winkel
Nr. Bezeichnung form weite ckung modul winkel
s h hü Es ϕ ‘k r1 α1
2
[m] [m] [m] [kN/m ] [°] [m] [°]
1 MA8 / HAMCO Maulprofil 3,70 2,44 2,00 30.000 30 1,87 158,05
2 MA8 / HAMCO Maulprofil 3,70 2,44 min 20.000 30 1,87 158,05
3 MA8 / HAMCO Maulprofil 3,70 2,44 1,00 20.000 30 1,87 158,05
4 MA8 / HAMCO Maulprofil 3,70 2,44 3,00 30.000 30 1,87 158,05
5 MA8 / HAMCO Maulprofil 3,70 2,44 4,00 30.000 30 1,87 158,05
6 MA8 / HAMCO Maulprofil 3,70 2,44 5,00 30.000 30 1,87 158,05
7 MA8 / HAMCO Maulprofil 3,70 2,44 6,00 30.000 30 1,87 158,05
8 MA8 / HAMCO Maulprofil 3,70 2,44 2,00 40.000 30 1,87 158,05
9 MA8 / HAMCO Maulprofil 3,70 2,44 2,00 20.000 35 1,87 158,05
10 MA8 / HAMCO Maulprofil 3,70 2,44 min 20.000 35 1,87 158,05
11 MA8 / HAMCO Maulprofil 3,70 2,44 6,00 30.000 35 1,87 158,05
12 MA8 / HAMCO Maulprofil 3,70 2,44 min 30.000 30 1,87 158,05
13 MA8 / HAMCO Maulprofil 3,70 2,44 6,00 40.000 30 1,87 158,05
14 MA8 / HAMCO Maulprofil 3,70 2,44 min 30.000 35 1,87 158,05
15 MA8 / HAMCO Maulprofil 3,70 2,44 6,00 40.000 35 1,87 158,05
16 MA3 / HAMCO Maulprofil 2,28 1,73 min 30.000 30 1,18 136,72
17 MA3 / HAMCO Maulprofil 2,28 1,73 2,00 30.000 30 1,18 136,72
18 MA3 / HAMCO Maulprofil 2,28 1,73 6,00 30.000 30 1,18 136,72
19 MB14 / HAMCO Maulprofil 5,89 3,53 min 20.000 35 3,17 127,50
20 MB14 / HAMCO Maulprofil 5,89 3,53 2,00 30.000 30 3,17 127,50
21 MB14 / HAMCO Maulprofil 5,89 3,53 6,00 30.000 30 3,17 127,50
22 MB24 / HAMCO Maulprofil 7,94 4,53 min 30.000 35 4,28 128,90
23 MB24 / HAMCO Maulprofil 7,94 4,53 3,00 30.000 30 4,28 128,90
24 MB24 / HAMCO Maulprofil 7,94 4,53 6,00 40.000 30 4,28 128,90
25 MB24 / HAMCO Maulprofil 7,94 4,53 3,00 30.000 35 4,28 128,90
26 MB24 / HAMCO Maulprofil 7,94 4,53 3,00 40.000 30 4,28 128,90
27 MA41 / HAMCO Maulprofil 10,01 7,37 min 30.000 35 5,01 177,46
28 MA41 / HAMCO Maulprofil 10,01 7,37 3,00 30.000 30 5,01 177,46
29 MA41 / HAMCO Maulprofil 10,01 7,37 6,00 30.000 30 5,01 177,46
30 K20 / Voest Kreisprofil 2,99 2,99 min 20.000 30 1,496 ---
31 K20 / Voest Kreisprofil 2,99 2,99 2,0 30.000 30 1,496 ---
32 K20 / Voest Kreisprofil 2,99 2,99 4,0 30.000 30 1,496 ---
33 K20 / Voest Kreisprofil 2,99 2,99 6,0 30.000 30 1,496 ---
34 K20 / Voest Kreisprofil 2,99 2,99 4,0 30.000 35 1,496 ---
35 UH3 / Voest Unterführungsprofil 3,37 3,10 min 20.000 30 1,687 231,50
36 UH3 / Voest Unterführungsprofil 3,37 3,10 2,0 30.000 30 1,687 231,50
37 UH3 / Voest Unterführungsprofil 3,37 3,10 4,0 30.000 30 1,687 231,50
38 UH3 / Voest Unterführungsprofil 3,37 3,10 6,0 30.000 30 1,687 231,50
39 UH3 / Voest Unterführungsprofil 3,37 3,10 2,0 30.000 35 1,687 231,50
40 UF10 / Voest Unterführungsprofil 4,96 4,00 min 40.000 35 2,482 211,60,
41 UF10 / Voest Unterführungsprofil 4,96 4,00 2,0 30.000 30 2,482 211,60
42 UF10 / Voest Unterführungsprofil 4,96 4,00 4,0 30.000 30 2,482 211,60
43 UF10 / Voest Unterführungsprofil 4,96 4,00 6,0 30.000 30 2,482 211,60
44 UF10 / Voest Unterführungsprofil 4,96 4,00 4,0 30.000 35 2,482 211,60
45 UF16 / Voest Unterführungsprofil 6,44 5,39 min 40.000 35 3,219 204,96
46 UF16 / Voest Unterführungsprofil 6,44 5,39 2,0 30.000 30 3,219 204,96
47 UF16 / Voest Unterführungsprofil 6,44 5,39 4,0 30.000 30 3,219 204,96
48 UF16 / Voest Unterführungsprofil 6,44 5,39 6,0 30.000 30 3,219 204,96
49 UF16 / Voest Unterführungsprofil 6,44 5,39 4,0 30.000 35 3,219 204,96
50 UH35 / Voest Unterführungsprofil 9,29 8,19 min 20.000 35 4,645 234,81
51 UH35 / Voest Unterführungsprofil 9,29 8,19 2,0 20.000 30 4,645 234,81
52 UH35 / Voest Unterführungsprofil 9,29 8,19 4,0 30.000 30 4,645 234,81
53 UH35 / Voest Unterführungsprofil 9,29 8,19 6,0 30.000 30 4,645 234,81
54 UH35 / Voest Unterführungsprofil 9,29 8,19 4,0 30.000 35 4,645 234,81
55 KB128 / Hamco Bogenprofil 9,00 3,54 min 20.000 35 4,63 152,67
56 KB128 / Hamco Bogenprofil 9,00 3,54 3,0 30.000 30 4,63 152,67
57 KB128 / Hamco Bogenprofil 9,00 3,54 6,0 30.000 30 4,63 152,67
58 KB128 / Hamco Bogenprofil 9,00 3,54 3,0 30.000 35 4,63 152,67
59 KB128 / Hamco Bogenprofil 9,00 3,54 3,0 40.000 35 4,63 152,67
81

A1.2 Berechnungsergebnisse
Lfd. Blech- Anzahl Ausnutzungsgrade η für die unterschiedlichen Grenzzustände
Nr. dicke Schrau-
Durchschla- Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch
t ben
gen Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich Sohle
[mm] [Stk/lfd m]
Alt AN Neu Alt AN Neu Alt AN Neu Alt AN Neu Alt AN Neu Alt AN Neu
1 4,00 10 0,57 0,63 0,50 0,82 0,90 0,87 0,62 0,62 0,23 0,35 0,51 0,53 0,32 0,32 0,32 0,22 0,25 0,25
2 4,00 10 0,69 0,75 0,62 0,71 0,77 0,77 0,62 0,62 0,23 0,71 1,03 1,11 0,31 0,32 0,33 0,30 0,32 0,33
3 4,00 10 0,70 0,77 0,63 0,72 0,78 0,78 0,62 0,62 0,23 0,55 0,79 0,84 0,31 0,32 0,32 0,30 0,33 0,33
4 4,00 10 0,46 0,73 0,58 0,89 1,05 1,00 0,62 0,62 0,23 0,26 0,37 0,39 0,32 0,32 0,32 0,24 0,29 0,28
5 4,00 15 0,54 0,59 0,46 0,81 0,88 0,83 0,62 0,62 0,23 0,20 0,29 0,31 0,32 0,33 0,32 0,28 0,30 0,30
6 4,00 15 0,64 0,68 0,52 0,96 1,02 0,95 0,62 0,62 0,23 0,17 0,24 0,25 0,33 0,33 0,32 0,33 0,35 0,34
7 4,00 20 0,74 0,78 0,60 0,84 0,88 0,82 0,62 0,62 0,23 0,14 0,21 0,22 0,33 0,33 0,32 0,38 0,40 0,38
8 4,00 10 0,46 0,50 0,40 0,83 0,92 0,89 0,62 0,62 0,23 0,35 0,51 0,55 0,32 0,32 0,32 0,17 0,18 0,18
9 4,00 10 0,78 0,86 0,69 0,80 0,88 0,85 0,62 0,62 0,23 0,26 0,38 0,40 0,14 0,15 0,14 0,34 0,37 0,37
10 4,00 10 0,69 0,75 0,62 0,71 0,77 0,77 0,62 0,62 0,23 0,60 0,87 0,94 0,14 0,14 0,15 0,30 0,32 0,33
11 4,00 20 0,74 0,78 0,60 0,84 0,88 0,82 0,62 0,62 0,23 0,10 0,15 0,15 0,15 0,15 0,14 0,38 0,40 0,38
12 4,00 10 0,51 0,55 0,45 0,72 0,78 0,78 0,62 0,62 0,23 0,71 1,03 1,11 0,31 0,32 0,33 0,20 0,21 0,22
13 4,00 20 0,58 0,61 0,47 0,84 0,87 0,82 0,62 0,62 0,23 0,14 0,21 0,22 0,33 0,33 0,32 0,29 0,30 0,29
14 4,00 10 0,51 0,55 0,45 0,72 0,78 0,78 0,62 0,62 0,23 0,60 0,87 0,94 0,14 0,14 0,15 0,20 0,21 0,22
15 4,00 20 0,58 0,61 0,47 0,84 0,87 0,82 0,62 0,62 0,23 0,10 0,15 0,15 0,15 0,15 0,14 0,29 0,30 0,29
16 4,00 10 0,30 0,32 0,33 0,45 0,48 0,48 0,39 0,39 0,06 0,33 0,48 0,51 --- --- --- --- --- ---
17 4,00 10 0,34 0,37 0,37 0,50 0,55 0,53 0,39 0,39 0,06 0,24 0,34 0,34 --- --- --- --- --- ---
18 4,00 10 0,47 0,49 0,47 0,91 0,95 0,89 0,39 0,39 0,06 0,13 0,19 0,20 --- --- --- --- --- ---
19 6,25 15 0,87 0,96 0,78 0,52 0,57 0,56 0,92 0,92 0,73 0,60 0,86 1,15 0,12 0,12 0,12 0,25 0,28 0,28
20 4,00 20 0,81 0,90 0,72 0,81 0,90 0,87 1,06 1,06 1,11 0,41 0,59 0,62 0,26 0,27 0,26 0,19 0,21 0,21
21 5,50 20 0,91 0,95 0,73 0,86 0,90 0,84 0,96 0,96 0,82 0,12 0,17 0,18 0,28 0,28 0,27 0,32 0,34 0,32
22 7,00 15 0,77 0,86 0,68 0,60 0,67 0,65 1,20 1,20 1,62 0,54 0,78 1,15 0,14 0,15 0,15 0,22 0,24 0,24
23 4,75 20 0,67 1,22 0,95 0,86 1,07 1,02 1,35 1,35 2,32 0,23 0,33 0,32 0,33 0,34 0,33 0,25 0,31 0,30
24 6,25 20 0,81 0,85 0,65 0,95 0,99 0,93 1,24 1,24 1,80 0,10 0,14 0,15 0,35 0,35 0,33 0,31 0,32 0,31
25 5,50 20 0,65 1,17 0,91 0,70 0,87 0,83 1,29 1,29 2,02 0,16 0,24 0,25 0,15 0,15 0,15 0,25 0,31 0,30
26 4,75 20 0,53 0,97 0,76 0,85 1,06 1,01 1,35 1,35 2,32 0,21 0,31 0,32 0,33 0,34 0,33 0,19 0,23 0,23
27 4,75 20 0,79 0,89 0,85 0,90 1,02 0,95 1,59 1,59 3,72 0,36 0,52 0,83 --- --- --- --- --- ---
28 6,25 20 0,55 1,00 0,98 0,68 0,85 0,81 1,46 1,46 2,88 0,19 0,28 0,29 --- --- --- --- --- ---
29 7,00 20 0,87 0,91 0,88 0,96 1,00 0,93 1,41 1,41 2,60 0,08 0,12 0,12 --- --- --- --- --- ---
30 4,00 10 0,32 0,35 0,36 0,58 0,62 0,62 0,71 0,71 0,33 0,56 0,81 0,85 --- --- --- --- --- ---
31 4,00 10 0,27 0,30 0,30 0,65 0,71 0,69 0,71 0,71 0,33 0,32 0,47 0,50 --- --- --- --- --- ---
32 4,00 10 0,24 0,26 0,25 0,76 0,82 0,78 0,71 0,71 0,33 0,20 0,29 0,31 --- --- --- --- --- ---
33 4,00 15 0,32 0,34 0,33 0,80 0,84 0,78 0,71 0,71 0,33 0,15 0,21 0,22 --- --- --- --- --- ---
34 4,00 10 0,24 0,26 0,25 0,76 0,82 0,78 0,71 0,71 0,33 0,15 0,21 0,22 --- --- --- --- --- ---
35 4,00 10 0,52 0,56 0,58 0,64 0,69 0,69 0,56 0,56 0,17 0,77 1,11 1,16 --- --- --- --- --- ---
36 4,00 10 0,43 0,47 0,47 0,72 0,80 0,77 0,56 0,56 0,17 0,37 0,54 0,57 --- --- --- --- --- ---
37 4,00 10 0,41 0,45 0,43 0,96 1,04 0,98 0,56 0,56 0,17 0,21 0,31 0,33 --- --- --- --- --- ---
38 4,75 15 0,54 0,57 0,54 0,78 0,81 0,76 0,53 0,53 0,14 0,14 0,21 0,22 --- --- --- --- --- ---
39 4,00 10 0,43 0,47 0,47 0,72 0,80 0,77 0,56 0,56 0,17 0,28 0,40 0,42 --- --- --- --- --- ---
40 7,00 10 0,33 0,37 0,37 0,48 0,53 0,52 0,70 0,70 0,32 0,74 1,07 1,12 --- --- --- --- --- ---
41 4,00 15 0,55 0,61 0,61 0,86 0,95 0,92 0,83 0,83 0,53 0,46 0,66 0,70 --- --- --- --- --- ---
42 4,75 15 0,48 0,52 0,51 0,82 0,89 0,84 0,79 0,79 0,45 0,21 0,31 0,33 --- --- --- --- --- ---
43 4,75 20 0,66 0,69 0,66 0,84 0,88 0,82 0,79 0,79 0,45 0,14 0,20 0,21 --- --- --- --- --- ---
44 4,75 15 0,48 0,52 0,51 0,82 0,89 0,84 0,79 0,79 0,45 0,15 0,22 0,23 --- --- --- --- --- ---
45 6,25 10 0,41 0,46 0,47 0,70 0,77 0,76 0,94 0,94 0,76 0,67 0,97 1,01 --- --- --- --- --- ---
46 4,75 15 0,62 0,69 0,69 0,84 0,94 0,91 1,02 1,02 0,99 0,41 0,59 0,62 --- --- --- --- --- ---
47 4,75 20 0,55 0,60 0,58 0,79 0,85 0,80 1,02 1,02 0,99 0,18 0,26 0,28 --- --- --- --- --- ---
48 5,50 20 0,73 0,77 0,73 0,87 0,91 0,85 0,97 0,97 0,86 0,12 0,17 0,18 --- --- --- --- --- ---
49 4,75 20 0,55 0,60 0,58 0,79 0,85 0,80 1,02 1,02 0,99 0,13 0,19 0,20 --- --- --- --- --- ---
50 7,00 15 0,91 1,02 1,03 0,67 0,75 0,74 1,30 1,30 2,07 0,40 0,58 0,61 --- --- --- --- --- ---
51 7,00 15 0,97 1,09 1,08 0,71 0,80 0,77 1,30 1,30 2,07 0,37 0,53 0,56 --- --- --- --- --- ---
52 5,50 20 0,65 0,70 0,68 0,90 0,97 0,92 1,40 1,40 2,58 0,14 0,20 0,21 --- --- --- --- --- ---
53 7,00 20 0,84 0,88 0,84 0,89 0,93 0,87 1,30 1,30 2,07 0,09 0,13 0,13 --- --- --- --- --- ---
54 5,50 20 0,65 0,70 0,68 0,90 0,97 0,92 1,40 1,40 2,58 0,11 0,16 0,17 --- --- --- --- --- ---
55 7,00 15 0,96 1,08 0,84 0,65 0,73 0,69 1,85 1,85 5,85 0,42 0,61 0,92 0,01 0,02 0,02 0,04 0,04 0,04
56 7,00 15 0,62 1,01 0,80 0,70 0,91 0,87 1,85 1,85 5,85 0,20 0,29 0,31 0,03 0,04 0,03 0,03 0,04 0,04
57 7,00 20 1,01 1,06 0,81 0,84 0,88 0,82 1,85 1,85 5,85 0,09 0,13 0,13 0,04 0,04 0,04 0,05 0,05 0,05
58 5,50 20 0,68 1,11 0,87 0,71 0,93 0,89 2,00 2,00 7,31 0,16 0,23 0,24 0,02 0,02 0,02 0,03 0,04 0,04
59 5,50 20 0,57 0,91 0,72 0,71 0,93 0,89 2,00 2,00 7,31 0,16 0,23 0,24 0,02 0,02 0,02 0,02 0,03 0,03
Alt…… Berechnungsvariante: altes Regelwerk & alte Einwirkungen
AN…… Berechnungsvariante: altes Regelwerk & neue charakteristische Einwirkungen ohne Schwingbeiwert
Neu…. Berechnungsvariante: neues Regelwerk & neue Einwirkungen
…. Nachweis nach neuem Regelwerk formal nicht erforderlich, da hü/r1 ≥ 0,5
82

A1.3 Grafische Darstellung der Berech-


nungsergebnisse
A1.3.1 Maulprofil MA8 (Fa. Hamco, Spannweite
s = 3,70 m, Höhe h = 2,44 m)

Nr. 1, Standardbeispiel, Maulprofil MA8 Nr. 4, Maulprofil MA8


1,2 1.2
tmin = 4 mm 1.05 tmin = 4 mm
1.00
1,0 nS = 10 Stk/m 1.0 nS = 10 Stk/m

Ausnutzung Nachweis η [-]


Ausnutzung Nachweis η [-]

0,90 0.89
0,87
0,82
0,8 0.8
0.73

0,63 0,62 0,62 0.62 0.62


0,6 0,57 0.6 0.58
0,50 0,51 0,53
0.46

0.4 0.37 0.39


0,4 0,35
0,32 0,32 0,32 0.32 0.32 0.32
0.29 0.28
0.26 0.24
0,23 0,25 0,25 0.23
0,22
0,2 0.2

0,0 0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich

„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen) „Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)
„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen) „AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen) „Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)

Nr. 2, Maulprofil MA8 Nr. 5, Maulprofil MA8


1.2 1.2
1.11
tmin = 4 mm tmin = 4 mm
1.03
1.0 nS = 10 Stk/m 1.0 nS = 15 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]
Ausnutzung Nachweis η [-]

0.88
0.81 0.83
0.8 0.75 0.77 0.77 0.8
0.69 0.71 0.71

0.62 0.62 0.62 0.62 0.62


0.59
0.6 0.6 0.54
0.46

0.4 0.4
0.31 0.32 0.33 0.32 0.33 0.32 0.33 0.32
0.30 0.29 0.31 0.28
0.30 0.30
0.23 0.23
0.20
0.2 0.2

0.0 0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich

„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen) „Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)
„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen) „AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen) „Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)

Nr. 3, Maulprofil MA8 Nr. 6, Maulprofil MA8


1.2 1.2
tmin = 4 mm tmin = 4 mm
1.02
1.0 nS = 10 Stk/m 1.0 0.96 0.95 nS = 15 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]
Ausnutzung Nachweis η [-]

0.84
0.79
0.8 0.77 0.78 0.78 0.8
0.70 0.72
0.68
0.64 0.62 0.62
0.63 0.62 0.62
0.6 0.55 0.6
0.52

0.4 0.4
0.33 0.33 0.33 0.33 0.32 0.33 0.35 0.34
0.31 0.32 0.32 0.30
0.23 0.24 0.25
0.23
0.2 0.2 0.17

0.0 0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich

„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen) „Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)
„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen) „AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen) „Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)
83

Nr. 7, Maulprofil MA8 Nr. 10, Maulprofil MA8


1.2 1.2
tmin = 4 mm tmin = 4 mm
1.0 nS = 20 Stk/m 1.0 nS = 10 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

Ausnutzung Nachweis η [-]


0.94
0.88 0.87
0.84 0.82
0.8 0.74
0.78 0.8 0.75 0.77 0.77
0.69 0.71
0.62 0.62 0.62 0.62 0.62
0.60 0.60
0.6 0.6

0.38 0.40 0.38


0.4 0.4
0.33 0.33 0.32 0.32 0.33
0.30
0.23 0.21 0.22 0.23
0.2 0.14 0.2 0.14 0.14 0.15

0.0 0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich

„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen) „Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)
„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen) „AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen) „Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)

Nr. 8, Maulprofil MA8 Nr. 11, Maulprofil MA8


1.2 1.2
tmin = 4 mm tmin = 4 mm
1.0 nS = 10 Stk/m 1.0 nS = 20 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

Ausnutzung Nachweis η [-]

0.92
0.89 0.88
0.83 0.84 0.82
0.8 0.8 0.74
0.78

0.62 0.62 0.62 0.62


0.60
0.6 0.55 0.6
0.50 0.51
0.46
0.40 0.38 0.40 0.38
0.4 0.35 0.4
0.32 0.32 0.32

0.23 0.23
0.2 0.17 0.18 0.18 0.2 0.15 0.15 0.14
0.15 0.15
0.10

0.0 0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich

„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen) „Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)
„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen) „AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen) „Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)

Nr. 9, Maulprofil MA8 Nr. 12, Maulprofil MA8


1.2 1.2
1.11
tmin = 4 mm tmin = 4 mm
1.03
1.0 nS = 10 Stk/m 1.0 nS = 10 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

Ausnutzung Nachweis η [-]

0.86 0.88
0.85
0.78 0.80 0.78 0.78
0.8 0.8
0.72 0.71
0.69
0.62 0.62 0.62 0.62
0.6 0.6 0.55
0.51
0.45

0.4 0.38 0.40 0.37 0.37 0.4


0.34 0.31 0.32 0.33
0.26
0.23 0.23 0.22
0.20 0.21
0.2 0.14 0.15 0.14 0.2

0.0 0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich

„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen) „Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)
„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen) „AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen) „Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)
84

Nr. 13, Maulprofil MA8


1.2
tmin = 4 mm
1.0 nS = 20 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

0.87
0.84 0.82
0.8

0.61 0.62 0.62


0.58
0.6
0.47

0.4
0.33 0.33 0.32
0.29 0.30 0.29
0.23 0.21 0.22
0.2 0.14

0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich

„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)


„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)

Nr. 14, Maulprofil MA8


1.2
tmin = 4 mm
1.0 nS = 10 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

0.94
0.87
0.78 0.78
0.8
0.72

0.62 0.62
0.60
0.6 0.55
0.51
0.45

0.4

0.23 0.22
0.20 0.21
0.2 0.14 0.14 0.15

0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich

„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)


„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)

Nr. 15, Maulprofil MA8


1.2
tmin = 4 mm
1.0 nS = 20 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

0.87
0.84 0.82
0.8

0.61 0.62 0.62


0.58
0.6
0.47

0.4
0.29 0.30 0.29
0.23
0.2 0.15 0.15 0.15 0.15 0.14
0.10

0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich

„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)


„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)
85

A1.3.2 Maulprofil MA3 (Fa. Hamco, Spannweite


s = 2,29 m, Höhe h = 1,73 m)

Nr. 16, Maulprofil MA3


1.2
tmin = 4 mm
1.0 nS = 10 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

0.8

0.6
0.51
0.48 0.48 0.48
0.45
0.39 0.39
0.4
0.32 0.33 0.33
0.30

0.2
0.06
0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00
0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich

„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)


„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)

Nr. 17, Maulprofil MA3


1.2
tmin = 4 mm
1.0 nS = 10 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

0.8

0.6 0.55 0.53


0.50

0.39 0.39
0.4 0.34
0.37 0.37
0.34 0.34

0.24
0.2
0.06
0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00
0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich

„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)


„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)

Nr. 18, Maulprofil MA3


1.2
tmin = 4 mm
1.0 0.95 nS = 10 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

0.91
0.89

0.8

0.6
0.47 0.49 0.47
0.39 0.39
0.4

0.19 0.20
0.2
0.13
0.06
0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00
0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich

„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)


„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)
86

A1.3.3 Maulprofil MB14 (Fa. Hamco, Spannweite


s = 5,89 m, Höhe h = 3,53 m)

Nr. 19, Maulprofil MB14


1.2 1.15
tmin = 6,25 mm
1.0 0.96 nS = 15 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

0.92 0.92
0.87 0.86

0.8 0.78
0.73

0.60
0.6 0.57 0.56
0.52

0.4
0.28 0.28
0.25

0.2
0.12 0.12 0.12

0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich

„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)


„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)

Nr. 20, Maulprofil MB14


1.2
1.11
1.06 1.06 tmin = 4,0 mm
1.0 nS = 20 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

0.90 0.90
0.87
0.81 0.81
0.8
0.72

0.590.62
0.6

0.41
0.4
0.26 0.27 0.26
0.19 0.21 0.21
0.2

0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich

„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)


„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)

Nr. 21, Maulprofil MB14


1.2
tmin = 5,5 mm
1.0 0.96 0.96 nS = 20 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

0.95
0.91 0.90
0.86 0.84 0.82
0.8
0.73

0.6

0.4
0.32 0.34 0.32
0.28 0.28 0.27

0.2 0.170.18
0.12

0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich

„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)


„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)
87

A1.3.4 Maulprofil MB24 (Fa. Hamco, Spannweite


s = 7,95 m, Höhe h = 4,53 m)

Nr. 25, Maulprofil MB24


2.02
1.4 1.29 1.29
Nr. 22, Maulprofil MB24
1.4
1.62 tmin = 5,5 mm
1.2 1.17
tmin = 7,0 mm nS = 20 Stk/m

Ausnutzung Nachweis η [-]


1.20 1.20
1.2 1.15 nS = 15 Stk/m 1.0
Ausnutzung Nachweis η [-]

0.91
0.87
1.0 0.83
0.8
0.86 0.70
0.78 0.65
0.8 0.77
0.68 0.67 0.6
0.65
0.60
0.6 0.54
0.4
0.31 0.30
0.240.25 0.25
0.4
0.2 0.16 0.15 0.15 0.15
0.24 0.24
0.22
0.2 0.14 0.15 0.15
0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
0.0 Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich
„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)
„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen) „AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen) „Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)

Nr. 26, Maulprofil MB24


1.35 1.35 2.32
1.4
Nr. 23, Maulprofil MB24
1.4
1.35 1.35 2.32 tmin = 4,75 mm
1.2
tmin = 4,75 mm nS = 20 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

1.22 1.06
1.2 1.01
nS = 20 Stk/m 1.0 0.97
Ausnutzung Nachweis η [-]

1.07
1.02 0.85
1.0 0.95
0.8 0.76
0.86

0.8
0.67 0.6 0.53

0.6
0.4 0.33 0.34 0.33
0.310.32

0.4 0.21 0.23 0.23


0.330.32 0.33 0.34 0.33 0.19
0.31 0.30 0.2
0.23 0.25
0.2
0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
0.0 Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich
„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)
„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen) „AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen) „Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)

Nr. 24, Maulprofil MB24


1.80
1.4
1.24 1.24
tmin = 6,25 mm
1.2
nS = 20 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

0.99
1.0 0.95 0.93
0.85
0.81
0.8
0.65
0.6

0.4 0.35 0.35 0.33


0.31 0.32 0.31

0.2 0.140.15
0.10

0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich

„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)


„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)
88

A1.3.5 Maulprofil MA41 (Fa. Hamco, Spannweite


s = 10,01 m, Höhe h = 7,37 m)

Nr. 27, Maulprofil MA41


1.59 1.59 3.72
1.4
tmin = 4,75 mm
1.2
nS = 20 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

1.02
1.0 0.95
0.89 0.90
0.85
0.83
0.79
0.8

0.6
0.52

0.4 0.36

0.2

0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00


0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich

„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)


„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)

Nr. 28, Maulprofil MA41


1.46 1.46 2.88
1.4
tmin = 6,25 mm
1.2
nS = 20 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

1.00 0.98
1.0
0.85
0.81
0.8
0.68

0.6 0.55

0.4
0.28 0.29
0.19
0.2

0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00


0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich

„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)


„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)

Nr. 29, Maulprofil MA41


1.41 1.41 2.60
1.4
tmin = 7,0 mm
1.2
nS = 20 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

1.00
1.0 0.96 0.93
0.91
0.87 0.88

0.8

0.6

0.4

0.2
0.12 0.12
0.08
0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00
0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich

„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)


„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)
89

A1.3.6 Kreisprofil K20 (Fa. Voestalpine, Spann-


weite = Höhe = s = h = 2,99 m)

Nr. 33, Kreisprofil K20


1.2
Nr. 30, Kreisprofil K20
1.2
tmin = 4,0 mm
tmin = 4,0 mm 1.0 nS = 15 Stk/m

Ausnutzung Nachweis η [-]


1.0 nS = 10 Stk/m 0.84
Ausnutzung Nachweis η [-]

0.80 0.78
0.8
0.85 0.71 0.71
0.81
0.8
0.71 0.71
0.6
0.620.62
0.6 0.58 0.56
0.4
0.32 0.34 0.33 0.33

0.4 0.35 0.36 0.21 0.22


0.32 0.33
0.2 0.15

0.2
0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00
0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00
0.0 Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich
„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)
„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen) „AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen) „Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)

Nr. 34, Kreisprofil K20


1.2
Nr. 31, Kreisprofil K20
1.2
tmin = 4,0 mm
tmin = 4,0 mm 1.0 nS = 10 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

1.0 nS = 10 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

0.82
0.8 0.76 0.78
0.71 0.71
0.8
0.71 0.71 0.71
0.69 0.6
0.65

0.6
0.50 0.4
0.47 0.33

0.4 0.24 0.26 0.25


0.33 0.32 0.21 0.22
0.30 0.30 0.2
0.27 0.15

0.2
0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00
0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00
0.0 Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich
„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)
„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen) „AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen) „Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)

Nr. 32, Kreisprofil K20


1.2
tmin = 4,0 mm
1.0 nS = 10 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

0.82
0.8 0.76 0.78
0.71 0.71

0.6

0.4
0.33
0.29 0.31
0.24 0.26 0.25
0.20
0.2

0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00


0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich

„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)


„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)
90

A1.3.7 Unterführungsprofil UH3 (Fa. Voestalpi-


ne, Spannweite s = 3,37 m, Höhe h = 3,10 m)

Nr. 38, Unterführungsprofil UH3


1.2
Nr. 35, Unterführungsprofil UH3
1.2
tmin = 4,75 mm
1.16
1.11
tmin = 4,0 mm 1.0 nS = 15 Stk/m

Ausnutzung Nachweis η [-]


1.0 nS = 10 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

0.81
0.8 0.78 0.76

0.8 0.77
0.69 0.69 0.6 0.54
0.57
0.54
0.53 0.53
0.64
0.56 0.56
0.6 0.56 0.58
0.52
0.4

0.4
0.210.22
0.2 0.14 0.14

0.2 0.17
0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00
0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00
0.0 Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich
„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)
„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen) „AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen) „Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)

Nr. 39, Unterführungsprofil UH3


1.2
Nr. 36, Unterführungsprofil UH3
1.2
tmin = 4,0 mm
tmin = 4,0 mm 1.0 nS = 10 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

1.0 nS = 10 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

0.80
0.8 0.77
0.72
0.80
0.8 0.77
0.72 0.56 0.56
0.6
0.56 0.56 0.47 0.47
0.6 0.54
0.57 0.43
0.400.42
0.47 0.47 0.4
0.43
0.28
0.4 0.37

0.2 0.17

0.2 0.17
0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00
0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00
0.0 Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich
„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)
„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen) „AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen) „Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)

Nr. 37, Unterführungsprofil UH3


1.2

1.04
tmin = 4,0 mm
1.0 0.96 0.98 nS = 10 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

0.8

0.56 0.56
0.6

0.45 0.43
0.41
0.4
0.310.33

0.21
0.2 0.17

0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00


0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich

„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)


„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)
91

A1.3.8 Unterführungsprofil UF10 (Fa. Voestalpi-


ne, Spannweite s = 4,96 m, Höhe h = 4,00 m)

Nr. 43, Unterführungsprofil UF10


1.2
Nr. 40, Unterführungsprofil UF10
1.2
tmin = 4,75 mm
1.12
tmin = 7,0 mm 1.0 nS = 20 Stk/m

Ausnutzung Nachweis η [-]


1.07
0.88
1.0 nS = 10 Stk/m 0.84
Ausnutzung Nachweis η [-]

0.82 0.79 0.79


0.8
0.69
0.66 0.66
0.8 0.74
0.70 0.70
0.6

0.6 0.45
0.53 0.52
0.48 0.4

0.4 0.33
0.37 0.37
0.32 0.200.21
0.2 0.14

0.2
0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00
0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00
0.0 Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich
„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)
„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen) „AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen) „Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)

Nr. 44, Unterführungsprofil UF10


1.2
Nr. 41, Unterführungsprofil UF10
1.2
tmin = 4,75 mm
tmin = 4,0 mm 1.0 nS = 15 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

0.89
1.0 nS = 15 Stk/m 0.84
Ausnutzung Nachweis η [-]

0.95 0.82 0.79 0.79


0.92
0.83 0.83
0.8
0.86

0.8
0.66
0.70 0.6
0.52 0.51
0.61 0.61 0.48
0.6 0.45
0.55 0.53
0.46
0.4

0.4 0.220.23
0.2 0.15

0.2
0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00
0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00
0.0 Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich
„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)
„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen) „AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen) „Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)

Nr. 42, Unterführungsprofil UF10


1.2
tmin = 4,75 mm
1.0 nS = 15 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

0.89
0.82 0.84
0.79 0.79
0.8

0.6
0.52 0.51
0.48
0.45

0.4
0.310.33

0.21
0.2

0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00


0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich

„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)


„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)
92

A1.3.9 Unterführungsprofil UF16 (Fa. Voestalpi-


ne, Spannweite s = 6,44 m, Höhe h = 5,39 m)

Nr. 48, Unterführungsprofil UF16


1.2
Nr. 45, Unterführungsprofil UF16
1.2
tmin = 5,5 mm
0.97 0.97
tmin = 6,25 mm 1.0 nS = 20 Stk/m

Ausnutzung Nachweis η [-]


0.91
1.01 0.87 0.86
1.0 0.94 0.94 0.97 nS = 10 Stk/m 0.85
Ausnutzung Nachweis η [-]

0.8 0.77
0.73
0.73

0.8 0.77 0.76 0.76


0.70
0.67 0.6

0.6
0.4
0.46 0.47
0.41
0.4
0.2 0.170.18
0.12
0.2
0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00
0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00
0.0 Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich
„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)
„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen) „AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen) „Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)

Nr. 49, Unterführungsprofil UF16


Nr. 46, Unterführungsprofil UF16 1.2

1.2 1.02 1.02 tmin = 4,75 mm


0.99
tmin = 4,75 mm 1.0 nS = 20 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

1.02 1.02
0.99
1.0 nS = 15 Stk/m 0.85
Ausnutzung Nachweis η [-]

0.94
0.91 0.79 0.80
0.84
0.8

0.8
0.69 0.69 0.60 0.58
0.6 0.55
0.62 0.62
0.59
0.6
0.4
0.41
0.4
0.190.20
0.2
0.13
0.2
0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00
0.0
0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
0.0 Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich
„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)
„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen) „AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen) „Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)

Nr. 47, Unterführungsprofil UF16


1.2

1.02 1.02 tmin = 4,75 mm


0.99
1.0 nS = 20 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

0.85
0.79 0.80
0.8

0.60 0.58
0.6 0.55

0.4
0.260.28
0.18
0.2

0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00


0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich

„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)


„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)
93

A1.3.10 Unterführungsprofil UH35 (Fa. Voestal-


pine, Spannweite s = 9,29 m, Höhe h = 8,19 m)

Nr. 53, Unterführungsprofil UH35


2.07
1.4
Nr. 50, Unterführungsprofil UH35 1.30 1.30

1.4
2.07 tmin = 5,5 mm
1.30 1.30
1.2
tmin = 7,0 mm nS = 20 Stk/m

Ausnutzung Nachweis η [-]


1.2
nS = 15 Stk/m 1.0
Ausnutzung Nachweis η [-]

0.93
1.02 1.03 0.88 0.89 0.87
0.84 0.84
1.0
0.91 0.8

0.8 0.750.74
0.67
0.6
0.580.61
0.6
0.4
0.40
0.4
0.2 0.130.13
0.09
0.2 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00
0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00
0.0 Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich
„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)
„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen) „AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen) „Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)

Nr. 54, Unterführungsprofil UH35


1.40 1.40 2.58
1.4
Nr. 51, Unterführungsprofil UH35
1.4
2.07 tmin = 5,5 mm
1.30 1.30
1.2
tmin = 7,0 mm nS = 20 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

1.2
nS = 15 Stk/m 1.0 0.97
Ausnutzung Nachweis η [-]

1.09 1.08 0.92


0.90
1.0 0.97
0.8
0.70 0.68
0.800.77 0.65
0.8
0.71 0.6

0.6 0.530.56
0.4

0.4 0.37
0.2 0.160.17
0.11

0.2 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00


0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00
0.0 Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich
„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)
„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen) „AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen) „Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)

Nr. 52, Unterführungsprofil UH35


1.40 1.40 2.58
1.4
tmin = 5,5 mm
1.2
nS = 20 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

1.0 0.97
0.90 0.92

0.8
0.70 0.68
0.65
0.6

0.4

0.200.21
0.2 0.14

0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00


0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich

„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)


„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)
94

A1.3.11 Bogenprofil KB128 (Fa. Hamco, Spann-


Nr. 58, Bogenprofil KB128
weite s = 9,00 m, Höhe h = 3,54 m) 1.4
2.0 2.00 7.31

tmin = 5,5 mm
1.2
1.11 nS = 20 Stk/m

Ausnutzung Nachweis η [-]


Nr. 55, Bogenprofil KB128
1.85 1.85 5.85 1.0
1.4 0.93
0.89
0.87
tmin = 7,0 mm
0.8
1.2 0.71
nS = 15 Stk/m 0.68
Ausnutzung Nachweis η [-]

1.08
0.6
1.0 0.96
0.92
0.84
0.4
0.8 0.73
0.69 0.230.24
0.65
0.61 0.2 0.16
0.6
0.02 0.02 0.02 0.03 0.04 0.04
0.42
0.0
0.4
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich

0.2
0.04 0.04 0.04
„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)
0.01 0.02 0.02
0.0 „AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
Durchschlagen
Scheitel
Bruch
Schrauben
Biegebruch
Hinterfüllen
Grundbruch
Scheitel
Grundbruch Aufbruch Sohle
Ulmenbereich „Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)

„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)


„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen) Nr. 59, Bogenprofil KB128
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen) 1.4
2.0 2.00 7.31

tmin = 5,5 mm
1.2
nS = 20 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

Nr. 56, Bogenprofil KB128


1.85 1.85 5.85 1.0
1.4 0.91 0.93
0.89
tmin = 7,0 mm
0.8
1.2 0.72 0.71
nS = 15 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

1.01 0.6 0.57


1.0
0.91
0.87
0.80 0.4
0.8
0.70
0.230.24
0.62
0.2 0.16
0.6
0.02 0.02 0.02 0.02 0.03 0.03
0.0
0.4 Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
0.290.31
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich
0.20
0.2
„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)
0.03 0.04 0.03 0.03 0.04 0.04
0.0 „AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
Durchschlagen
Scheitel
Bruch
Schrauben
Biegebruch
Hinterfüllen
Grundbruch
Scheitel
Grundbruch Aufbruch Sohle
Ulmenbereich „Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)

„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)


„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)

Nr. 57, Bogenprofil KB128


1.85 1.85 5.85
1.4
tmin = 7,0 mm
1.2
nS = 20 Stk/m
Ausnutzung Nachweis η [-]

1.06
1.01
1.0
0.88
0.84 0.82
0.81
0.8

0.6

0.4

0.2 0.130.13
0.09
0.04 0.04 0.04 0.05 0.05 0.05
0.0
Durchschlagen Bruch Biegebruch Grundbruch Grundbruch Aufbruch Sohle
Scheitel Schrauben Hinterfüllen Scheitel Ulmenbereich

„Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)


„AN“ (altes Regelwerk & neue char. Einwirkungen)
„Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkungen)
95

Winkel: α1 = 158,05 [°]


Anhang 2 α 2 = 85,00 [°]
α 3 = 31,94 [°]
Berechnungsbeispiel Standard-
profil MA8 Wellung: 200 x 55 (Standardwellung)
Kreuzungswinkel: α = 90°
A2.1 Allgemeines
Bei nachfolgendem Beispiel handelt es sich um
A2.2.2 Bodenkennwerte
das in Abschnitt 4 für die Vergleichsberechnungen
benutze Standardbeispiel an dem Maulprofil Typ Wichte: γB,k = 20 [kN/m3]
MA8 der Firma HAMCO in Dinslaken, vgl. Tab. 15.
Steifemodul: ES = 30.000 [kN/m2]
Die einzelnen Berechnungsschritte sind für die drei
Varianten „Alt“, „AN“ und „Neu“: Reibungswinkel: ϕ‘k = 30 [°]
 Variante „Alt“: altes Regelwerk & alte Einwir- Kohäsion cB = 0 [kN/m2]
kungen
 Variante „AN“: altes Regelwerk & neue charak-
A2.2.3 Baustahl
teristische Einwirkungen ohne
Schwingbeiwert Blechdicke: tN = 4,00 [mm] (Nennwert)
 Variante „Neu“: neues Regelwerk & neue Ein- Streckgrenze: σF = 240 [N/mm2] (altes Regel-
wirkungen werk)
fy,k = 235 [N/mm2] (neues Re-
im Detail dargestellt sind.
gelwerk)
Was die Bezeichnungen der einzelnen Kenngrö-
E-Modul: E = 210.000 [N/mm2]
ßen betrifft werden grundsätzlich die im neuen Re-
gelwerk aufgeführten Bezeichnungen so weit als
möglich verwendet.
A2.2.4 Schrauben
Es ist anzumerken, dass bei allen Berechnungen
Typ: M20 8.8
aus Gründen der Vergleichbarkeit die Widerstände
gemäß Entwurf Anhang A zu ZTV-ING Teil 9-4 Anzahl: 10 Stk Schrauben je lfd m
vom 28.10.2009 und den darin aufgeführten Dia-
grammen und Gleichungen verwendet wurden.
A2.2.5 Überdeckung
In der Regel werden auch beim Nachweis nach
dem alten Regelwerk (ARS 20/97) die Bezeich- Überdeckung: hü = 2,0 [m]
nungen des neuen Regelwerks (ZTV-ING Teil 9-4)
verwendet.
A2.2.6 Korrosionszuschlag
Alle Einheiten sind, sofern nicht explizit angege-
ben, einheitenkonform entsprechend dem Ergeb- Korrosionszuschlag: ΔtKor = 1,0 [mm]
nis aufgeführt.

A2.2.7 Querschnittswerte des Wellstahlprofil


A2.2 EingangskenngrößenA2.2.1 Quer-
Statisch rel. Blechdicke: t = tN - ΔtKor = 4,0 – 1,0
schnittt und Abmessungen
t = 3,0 [mm]
Querschnitt: Maulprofil, Typ MA8, Firma HAMCO,
Dinslaken Querschnittsfläche: A(t) = 35,50 [cm2/m]

Spannweite: s = 3,70 [m] Trägheitsmoment: I(t) = 135,45 [cm4/m]

Höhe: h = 2,44 [m] Widerstandsmoment: W(t) = 46,71 [cm3/m]

Radien: r1 = 1,87 [m] Widerstandsmoment: W(tN) = 61,49 [cm3/m]

r2 = 0,63 [m] Biegesteifigkeit: EI(t) = 284,44 [kNm2/m]

r3 = 5,06 [m]
96

A2.2.8 Bettungsmodul des Bodens Schwingbeiwert nach DIN 1072:1985, Abs. 3.3.4
ES ϕ = 1,4 − 0,008 ⋅ s − 0,1⋅ hü
k = 0,5 ⋅ = 8.021,4 [kN/m3]
r1
ϕ = 1,4 − 0,008 ⋅ 3,70 − 0,1⋅ 2,0 = 1,17 [-]

A2.2.9 Steifigkeitsverhältnis Scheiteldruck


EI
= 0,0029 [-] p s = 1,1⋅ (pB + ϕ ⋅ p v )
4
k ⋅ r1
p s = 1,1⋅ (40 + 1,17 ⋅ 26,58 ) = 78,22 [kN/m2]

A2.3 Berechnungsvariante „Alt“ (altes


Regelwerk & alte Einwirkungen) A2.3.3 Durchschlagen des Bauwerksscheitels
ARS 20/1997, Abs. 6.2.1

A2.3.1 Geltungsbereich
Spannweite: s = 3,7 [m] Durchschlagslast pSD

1,5 [m] ≤ s ≤ 8,0 [m] → i. O. Ursprüngliche Ermittlung über Tafel 57, Seite 295
in (KLÖPPEL & GLOCK 1970). Die Ermittlung er-
folgt hier alternativ unter Verwendung des Dia-
gramms in Bild A 9.4.3 gemäß Entwurf Anhang zu
Überdeckung: hü = 2,0 [m]
ZTV-ING Teil 9-4 vom 28.10.2009.
hü ≤ 15 [m] → i. O.

Profiltyp: Mauprofil
Steifigkeitsverhältnis: Lastangriffsparameter:
EI ψB = 1,57 [-] (geringe Überdeckung)
4
= 0,0029 ≤ 0,05 [-] → i. O.
k ⋅ r1

Eingangsgröße
A2.3.2 Einwirkungen / Belastung EI
4
≅ 0,0029 [-]
ARS 20/1997, Abs. 5 k ⋅ r1
Ständige Last:
→ Tafelwert für Maulprofil mit ψB = 1,57:
pB = γB,k ⋅ hü = 20 ⋅ 2,0 = 40 [kN/m2]
p SD
4
= 0,023 [-]
k ⋅ r1
Verkehrslast: 4 2
p SD = 0,023 ⋅ k ⋅ r1 = 342,2 [kN/m ]
pov = 45 [kN/m2]

Erforderliche Sicherheit
Verkehrslast am Bauwerksscheitel infolge Last-
ausbreitung h/s = 2,44/3,7 = 0,66
3m νerf,Global ≥ 2,5
p v = pov ⋅ =
3m + 2 ⋅ (hü − 0,2m) ⋅ tan(30°)

= 26,58 [kN/m2] Nachweis


Vorhandene Sicherheit
Art der Überschüttung pSD 342,2
υvorh = = = 4,38 ≥ 2,5 → i. O.
pB ≤ pov → geringe Überschüttung ps 78,2
97

Vorhandener Ausnutzungsgrad Nachweis


υerf ,Global 2,5 Vorhandene Sicherheit
ηvorh = = = 0,57 < 1,0 → i. O.
υ vorh 4,38 D Trag 672,5
υ vorh = = = 3,07 ≥ 2,5 → i. O.
ND,II 219,0

A2.3.4 Bruch der Schraubenverbindung Vorhandener Ausnutzungsgrad


ARS 20/1997, Abs. 6.2.3 υerf ,Global 2,5
ηvorh = = = 0,82 < 1,0 → i. O.
υvorh 3,07
Kritische Normalkraft ND,II
Ursprüngliche Ermittlung über Tafel 58, Seite 296 A2.3.5 Biegebruch beim Hinterfüllen
in (KLÖPPEL & GLOCK 1970). Die Ermittlung er-
folgt hier alternativ unter Verwendung des Dia- ARS 20/1997, Abs. 6.2.4
gramms in Bild A 9.4.7 gemäß Entwurf Anhang zu
ZTV-ING Teil 9-4 vom 28.10.2009.
Ermittlung der Grenzspannweite r1,gr
Eingangsgröße
Die Berechnung der Grenzspannweite erfolgt nach
EI (KLÖPPEL & GLOCK 1970), Formel (5) Seite 196.
4
≅ 0,0029 [-]
k ⋅ r1 Für das Maulprofil gilt:

→ Tafelwert für Maulprofil mit ψB = 1,57: σF ⋅ W ( tN )


r1,gr =
3  kN 
ND 0,055 ⋅ 10 ⋅ 3 
4
= 0,034 [-]  m 
k ⋅ r1
4 kN cm 3
ND = 0,034 ⋅ k ⋅ r1 = 956 [kN/m] 24 ⋅ 61,49
r1,gr = cm 2 m = 3,00 [m]
3
 kN 
0,055 ⋅ 10 ⋅ 3 
Normalkraft ND,II in der Schraubenverbindung nach  m 
Theorie II. Ordnung: Da es sich um einen Nachweis im Bauzustand
ND 956 handelt wird das Widerstandsmoment W ohne Ab-
RII = = = 2,80 [m] zug der Korrosionsreserve verwendet, d.h. die Be-
p SD 342,2
rechnung erfolgt mit der Nennblechdicke von
ND,II = p S ⋅ R II = 78,2 ⋅ 2,8 = 219,0 [kN/m] tN = 4,00 mm

Erforderliche Sicherheit
Traglast der Schraubenverbindung
Für die Traglast der Schraubenverbindung werden νerf ≥ 1,0
die Angaben der Firma HAMCO in Dinslaken zug- r1,gr
rundegelegt. Für die gewählte Anzahl von 10 υ erf = ≥ 1,0
r1
Schrauben pro lfd. m ergibt sich für die effektive
Blechdicke von t = 3,00 mm nachfolgende Schrau-
bentraglast DTrag.
Nachweis
D Trag = 672,5 kN/m
Vorhandene Sicherheit
Bei dem angegebenen Tragfähigkeitswert handelt
r1,gr 3,00
es sich im Wesentlichen um den Mittelwert einer υ vorh = = = 1,60 ≥ 1,0 → i. O.
Versuchsreihe für die bettreffende Blechdicke und r1 1,87
einer Anzahl von 10 Schrauben M20 pro lfd. m.
Vorhandener Ausnutzungsgrad
υ erf 1,0
Erforderliche Sicherheit η vorh = = = 0,62 < 1,0 → i. O.
υ vorh 1,6
νerf,Global ≥ 2,5
98

A2.3.6 Grundbruch im Scheitelbereich (KLÖPPEL & GLOCK 1970) und im Diagramm


Bild A 9.4.4 gemäß Entwurf Anhang zu ZTV-ING
ARS 20/1997, Abs. 6.2.2.1
Teil 9-4 vom 28.10.2009 endet bei hü/r1 ≥ 0,5. Ent-
sprechend der in Abschnitt 2.2.6 dieses Berichts
dargestellten Vorgehensweise erfolgt eine lineare
Biegewiderstand des Rohres Δpo Interpolation basierend auf den Stützstellen von
Die Ermittlung erfolgt nach (KLÖPPEL & GLOCK, hü = ¼⋅r1 und hü = ½⋅r1 gemäß Diagramm
1970), Seite 174ff. Im Folgenden sind die entspre- Bild A 9.4.4 Dieses Vorgehen liegt für hohe Über-
chenden, teilweise korrigierten Gleichungen in Ka- deckungen auf der sicheren Seite.
pitel 2.2.6 dieses Berichts angegeben.
Grundbruchwiderstand für hü = ¼⋅r1, ϕ‘k = 30°
Δpo = Δp1 + Δp2 2
Δp ogr ,0.25 ≈ 39 [kN/m ]

σ F ⋅ W + α 1M ⋅ r1
3 Grundbruchwiderstand für hü = ½⋅r1, ϕ‘k = 30°
Δ p1 =
2 W 2
Δp ogr ,0.5 ≈ 92 [kN/m ]
β1M ⋅ r1 + β1N ⋅ r1 ⋅
A
Interpolation für hü = 1,07⋅r1, ϕ‘k = 30°
cm3 
kN kN 
+  − 0,2 3  ⋅ (1,87m)
3 2
24 2
⋅ 46,7 Δp ogr ≈ 212,85 [kN/m ]
cm m  m 
Δp1 =
cm3
46,7
0,0405 ⋅ (1,87m) + 0,4595 ⋅ 1,87m ⋅ m
2
cm 2 Grundbruchwiderstand Δpotr
35,5 2
m p otr = p ogr + Δp o = 84,59 + 212,85 = 297,44 [kN/m ]
Δp1 = 64,75 [kN/m2]

Erforderliche Sicherheit
3 2 W νerf,Global ≥ 2,0
σF ⋅ W − α 2M ⋅ r1 − β 2M ⋅ Δp1 ⋅ r1 − β 2N ⋅ r1 ⋅ Δp1 ⋅
Δp 2 = A
2 W
γ 2M ⋅ r1 + γ 2N ⋅ r1 ⋅
A Nachweis

cm3
Der Grundbruchnachweis wird gemäß Ab-
24
kN
cm2
⋅ 46,7
cm3 
m
kN  3 kN 2 kN
−  0,35 3  ⋅ (1,87m) − 0,022 ⋅ 64,75 2 ⋅ (1,87m) − 0,522 ⋅ 1,87m ⋅ 64,75 2 ⋅
46,7
m
cm2
schnitt 3.4.7 dieses Berichts geführt, in dem von
 m  m m
Δp 2 =
35,5
m dem Grundbruchwiderstand potr das Eigengewicht
cm3
0,041⋅ (1,87m) + 0,541⋅ 1,87m ⋅
2
46,7
m der Überdeckung abgezogen wird.
cm2
35,5
m
Vorhandene Sicherheit
Δp 2 = 19,84 [kN/m2]
potr − γ B,k ⋅ hü 297,44 − 20 ⋅ 2,0
υvorh = = =
Δpo = 64,75 + 19,84 = 84,59 [kN/m2] pov 45

= 5,72 ≥ 2,0 → i. O.
Grundbruchlast Δpogr Vorhandener Ausnutzungsgrad
Ursprüngliche Ermittlung über Tafel 58, Seite 296 υerf ,Global 2,0
in (KLÖPPEL & GLOCK 1970). Die Ermittlung er- ηvorh = = = 0,35 < 1,0 → i. O.
υvorh 5,72
folgt hier alternativ unter Verwendung des Dia-
gramms in Bild A 9.4.4 gemäß Entwurf Anhang zu
ZTV-ING Teil 9-4 vom 28.10.2009.
A2.3.7 Grundbruch im Sohlbereich
Eingangsgrößen:
ARS 20/1997, Abs. 6.2.2.2
hü = 1,07 ⋅ r1

ϕ‘k = 30° A2.3.7.1 Allgemeines


Bei Überschüttungen hü/r1 > 0,5 wird i.d.R. der
Der Grundbruch im Sohlbereich ist nachzuweisen,
Grundbruchnachweis im Scheitel nicht maßge-
wenn das Verhältnis h/s < 0,7 ist.
bend. Der Anwendungsbereich der Tafeln in
99

h 2,44 p 2Gr = 0,0 ⋅ 77,19 + 28,91⋅ 45,47 + 20 ⋅ 0,72 ⋅ 10,0 =


= = 0,66 < 0,7 → Nachweis erforderlich
s 3,70
= 1.462,27 [kN/m2]
Nach dem alten Regelwerk wird explizit keine An-
gabe zur Vorgehensweise in der Nachweisführung
gemacht. Aus diesem Grund werden die Grund- Einwirkende Beanspruchung im Sohlbereich p2
bruchnachweis im Sohlbereich gemäß den Anga- p1 ⋅ r1 p s ⋅ r1 78,22 ⋅ 1,87
ben im Entwurf Anhang zu ZTV-ING Teil 9-4 vom p2 = = = = 232,18 [kN/m2]
28.10.2009 geführt. Im Sohlbereich sind folgende r2 r2 0,63
Nachweise zu führen:
 Grundbruch im Ulmenbereich Erforderliche Sicherheit
 Aufbruch der Sohle νerf,Global ≥ 2,0

A2.3.7.2 Grundbruch im Ulmenbereich Nachweis


Die entsprechenden Gleichungen sind im Entwurf Vorhandene Sicherheit
Anhang zu ZTV-ING Teil 9-4 vom 28.10.2009 ent-
halten bzw. in Abschnitt 2.2.7 in diesem Bericht p 2Gr 1.462,27
υvorh = = = 6,30 ≥ 2,0 → i. O.
aufgeführt. p2 232,18

Vorhandener Ausnutzungsgrad
Grundbruchwiderstand des Bodens p2Gr υerf ,Global 2,0
ηvorh = = = 0,32 < 1,0 → i. O.
p2Gr = cB ⋅ Nc + p3 ⋅ Nd + γB,k ⋅ B⋅ NB υ vorh 6,30

mit
A2.3.7.3 Aufbruch der Sohle
Kohäsion des Bodens im Ulmenbereich
Die entsprechenden Gleichungen sind in Ab-
cB = 0 [kN/m2] schnitt 2.2.7 in diesem Bericht aufgeführt. Die
Gleichungen im Entwurf Anhang zu ZTV-ING
Teil 9-4 vom 28.10.2009 sind fehlerhaft.
Wichte des Bodens im Ulmenbereich
γB,k = 20 [kN/m3]
Bodenwiderstand p1C
r1 ⋅ r2
Druckbeanspruchung im Sohlbereich p1C,k = 0,375 ⋅ k ⋅
r3
p1 ⋅ r1 p s ⋅ r1 78,22 ⋅ 1,87
p3 = = = = 28,91 [kN/m2] mit
r3 r3 5,06
dk
1+
E dS
k= S ⋅
Druckbeanspruchter Bereich 2 ⋅ r1 ES ⋅ dk
1+
B = 1,15 ⋅ r2 = 1,15 ⋅ 0,63m = 0,72 [m] Ek ⋅ dS

und
Tragfähigkeitskennwerte gemäß Tabellenangaben r1, r2, r3 Scheitel-, Eck-, und Bodenradius in [m]
(Tabelle A 9.4.2 im Entwurf Anhang zu ZTV-ING ES Steifemodul der Ausgleichsschicht di-
Teil 9-4 vom 28.10.2009 bzw. Tab. 2 dieses Be- rekt unter der Sohle in [kN/m2]
richts) für ϕ‘k = 30°
dS Schichtdicke der Ausgleichsschicht di-
NC = 77,19 [-] rekt unter der Sohle in [m]
Nd = 45,47 [-]
Ek Steifemodul des Bodens im Untergrund
NB = 10,00 [-] in [kN/m2]
100

dk Schichtdicke des Bodens im Unter- A2.4 Berechnungsvariante „AN“ (altes


grund in [m] Regelwerk & neue charakteristi-
sche Einwirkungen ohne
Schwingbeiwert)
Es wird angenommen, dass keine separate Aus-
gleichsschicht unter der Sohle vorhanden ist. In
diesem Fall ergibt sich k zu: A2.4.1 Geltungsbereiche
ES 30.000 Siehe Anhang A2.3.1.
k= = = = 8.021,39 [kN/m2]
2 ⋅ r1 2 ⋅ 1,87

A2.4.2 Einwirkungen / Belastung

1,87 ⋅ 0,63 Für die Berechnungsvariante „AN“ werden die


p1C,k = 0,375 ⋅ 8.021,39 ⋅ = neuen charakteristischen Einwirkungen nach ZTV-
5,06
ING Teil 9-4 ohne den Schwingbeiwert ϕ verwen-
= 700,35 [kN/m2] det. Hierdurch sollen unter Beibehaltung der
Nachweisführung (altes Regelwerk) die Auswir-
kungen der Anpassung der veränderlichen Ver-
Maßgebende einwirkende Druckbeanspru- kehrslast pov,k dargestellt werden.
chung p1
p1 = p s = 78,22 [kN/m2] Ständige Last
pB = γB,k ⋅ hü = 20 ⋅ 2,0 = 40 [kN/m2]
Erforderliche Sicherheit
νerf,Global ≥ 2,0 Verkehrslast:
ZTV-ING Teil 9-4, Kapitel 4.2.2
Nachweis pov = pov,k = 65 [kN/m2]
Vorhandene Sicherheit
p1C,k 700,35 Verkehrslast am Bauwerksscheitel infolge Last-
υ vorh = = = 8,95 ≥ 2,0 → i. O. ausbreitung
p1 78,22
3m
Vorhandener Ausnutzungsgrad p v,k = p ov,k ⋅ =
3m + 2 ⋅ (hü − 0,2m) ⋅ tan(30°)
υerf ,Global 2,0
ηvorh = = = 0,22 < 1,0 → i. O. = 38,40 [kN/m2]
υvorh 8,95

Art der Überschüttung


A2.3.8 Zusammenstellung der Ausnutzungs-
grade η pB ≤ pov → geringe Überschüttung

Grenzzustand / Nachweis Ausnutzungsgrad


η [-] Schwingbeiwert nach DIN 1072:1985, Abs. 3.3.4
Durchschlagen Bauwerksscheitel 0,57
→ entfällt
Bruch Schraubenverbindung 0,82
Biegebruch beim Hinterfüllen 0,62
Grundbruchnachweis im Scheitel 0,35 Scheiteldruck
Grundbruchnachweis im Ulmenbereich 0,32 p s,k = 1,1⋅ (pB + p v )
Aufbruch der Sohle 0,22
p s,k = 1,1 ⋅ (40 + 38,40) = 86,24 [kN/m ]
2

Tab. A1. Zusammenstellung der Ausnutzungsgrade Nachweis


Variante „Alt“ (altes Regelwerk & alte Einwirkungen)

4.3 Durchschlagen des Bauwerksscheitels


ARS 20/1997, Abs. 6.2.1
101

Durchschlagslast pSD A2.4.5 Biegebruch beim Hinterfüllen


Siehe Anhang A2.3.3. ARS 20/1997, Abs. 6.2.4
2
p SD = 342,2 [kN/m ]
Ermittlung der Grenzspannweite r1,gr

Erforderliche Sicherheit Siehe Anhang A2.3.5.

h/s = 2,44/3,7 = 0,66


νerf,Global ≥ 2,5 r1, gr = 3,00 [m]

Nachweis Erforderliche Sicherheit


Vorhandene Sicherheit νerf ≥ 1,0
p SD 342,2 r1,gr
υ vorh = = = 3,97 ≥ 2,5 → i. O. υ erf = ≥ 1,0
p s,k 86,24 r1
Vorhandener Ausnutzungsgrad Nachweis
υerf ,Global 2,5 Vorhandene Sicherheit
ηvorh = = = 0,63 < 1,0 → i. O.
υ vorh 3,97 r1,gr 3,00
υ vorh = = = 1,60 ≥ 1,0 → i. O.
r1 1,87
A2.4.4 Bruch der Schraubenverbindung Vorhandener Ausnutzungsgrad
ARS 20/1997, Abs. 6.2.3 υ erf 1,0
η vorh = = = 0,62 < 1,0 → i. O.
υ vorh 1,6
Kritische Normalkraft ND,II
Siehe Anhang A2.3.4. A2.4.6 Grundbruch im Scheitelbereich
RII = 2,80 [m] ARS 20/1997, Abs. 6.2.2.1
ND,II = p s,k ⋅ R II = 86,24 ⋅ 2,8 = 241,4 [kN/m]
Grundbruchwiderstand Δpotr

Traglast der Schraubenverbindung Siehe Anhang A2.3.6.

Siehe Anhang A2, Kapitel 3.4. p otr = 297,44 [kN/m2]

D Trag = 672,5 kN/m


Erforderliche Sicherheit
νerf,Global ≥ 2,0
Erforderliche Sicherheit
νerf,Global ≥ 2,5
Nachweis
Der Grundbruchnachweis wird gemäß Ab-
Nachweis
schnitt 3.4.7 dieses Berichts geführt, in dem von
Vorhandene Sicherheit dem Grundbruchwiderstand potr das Eigengewicht
der Überdeckung abgezogen wird.
DTrag 672,5
υvorh = = = 2,78 ≥ 2,5 → i. O. Vorhandene Sicherheit
ND,II 241,4
p otr − γ B,k ⋅ hü 297,44 − 20 ⋅ 2,0
Vorhandener Ausnutzungsgrad υ vorh = = = 3,96
p ov,k 65
υerf ,Global 2,5
ηvorh = = = 0,90 < 1,0 → i. O. υvorh ≥ 2,0 → i. O.
υ vorh 2,78
102

Vorhandener Ausnutzungsgrad
Einwirkende Beanspruchung im Sohlbereich p2
υ 2,0
ηvorh = erf ,Global = = 0,51 < 1,0 → i. O. p1 ⋅ r1 p s,k ⋅ r1 86,24 ⋅ 1,87
υ vorh 3,96 p2 = = = =
r2 r2 0,63

= 255,97 [kN/m2]
A2.4.7 Grundbruch im Sohlbereich
ARS 20/1997, Abs. 6.2.2.2
Erforderliche Sicherheit
νerf,Global ≥ 2,0
A2.4.7.1 Grundbruch im Ulmenbereich
Siehe Anhang A2.3.7.2.
Nachweis
Vorhandene Sicherheit
Grundbruchwiderstand des Bodens p2Gr
p 2Gr,k 1.597,23
υ vorh = = = 6,24 ≥ 2,0 → i. O.
p2Gr,k = cB ⋅ Nc + p3 ⋅ Nd + γB,k ⋅ B⋅ NB p2 255,97

Vorhandener Ausnutzungsgrad
mit
υerf ,Global 2,0
Kohäsion des Bodens im Ulmenbereich ηvorh = = = 0,32 < 1,0 → i. O.
υ vorh 6,24
cB = 0 [kN/m2]

A2.4.7.3 Aufbruch der Sohle


Wichte des Bodens im Ulmenbereich
Siehe Anhang A2.3.7.3.
γB,k = 20 [kN/m3]

Bodenwiderstand p1C
Druckbeanspruchung im Sohlbereich
p1C,k = 700,35 [kN/m2]
p ⋅r p ⋅r 86,24 ⋅ 1,87
p 3 = 1 1 = s,k 1 = = 31,87 [kN/m2]
r3 r3 5,06
Maßgebende einwirkende Druckbeanspru-
chung p1
Druckbeanspruchter Bereich
p1 = ps,k = 86,24 [kN/m2]
B = 1,15 ⋅ r2 = 1,15 ⋅ 0,63m = 0,72 [m]

Erforderliche Sicherheit
Tragfähigkeitskennwerte gemäß Tabellenangaben
(Tabelle A 9.4.2 im Entwurf Anhang zu ZTV-ING νerf,Global ≥ 2,0
Teil 9-4 vom 28.10.2009 bzw. Tab. 2 dieses Be-
richts) für ϕ‘k = 30°
Nachweis
NC = 77,19 [-]
Vorhandene Sicherheit
Nd = 45,47 [-]
NB = 10,00 [-] p1C,k 700,35
υ vorh = = = 8,12 ≥ 2,0 → i. O.
p1 86,24

p 2Gr,k = 0,0 ⋅ 77,19 + 31,87 ⋅ 45,47 + 20 ⋅ 0,72 ⋅ 10,0 =


Vorhandener Ausnutzungsgrad
= 1.597,23 [kN/m2]
υerf ,Global 2,0
ηvorh = = = 0,25 < 1,0 → i. O.
υ vorh 8,12
103

A2.4.8 Zusammenstellung der Ausnutzungs- Teilsicherheitsbeiwert


grade η
γQ = 1,5 [-]
Grenzzustand / Nachweis Ausnutzungsgrad
η [-]
Durchschlagen Bauwerksscheitel 0,63 Verkehrslast am Bauwerksscheitel infolge Last-
Bruch Schraubenverbindung 0,90
ausbreitung
Biegebruch beim Hinterfüllen 0,62 3m
p v,k = pov,k ⋅ =
Grundbruchnachweis im Scheitel 0,51 3m + 2 ⋅ (hü − 0,2m) ⋅ tan(30°)
Grundbruchnachweis im Ulmenbereich 0,32
= 38,40 [kN/m2]
Aufbruch der Sohle 0,25

Tab. A2. Zusammenstellung der Ausnutzungsgrade Nachweis


Variante „AN“ (altes Regelwerk & neue charakteristi- Art der Überschüttung
sche Einwirkungen ohne Schwingbeiwert)
pB,k ≤ pov,k → geringe Überschüttung
Scheiteldruck
A2.5 Berechnungsvariante „Neu“ (neu-
es Regelwerk & neue Einwirkun-
gen) p s,k = 1,1⋅ (pB,k + p v,k )

p s,k = 1,1⋅ (40 + 38,40 ) = 86,24 [kN/m ]


2

A2.5.1 Geltungsbereiche
Spannweite: s = 3,7 [m]
p s,d = 1,1⋅ (γ G ⋅ pB,k + γ Q ⋅ p v,k )
s ≤ 10,0 [m] → i. O.
p s,d = 1,1⋅ (1,35 ⋅ 40 + 1,50 ⋅ 38,40 ) = 122,76 [kN/m ]
2

Überdeckung: hü = 2,0 [m]


hü ≤ 20 [m] → i. O. A2.5.3 Durchschlagen des Bauwerksscheitels
ZTV-ING Teil 9-4, Abschnitt 5.2.2

Steifigkeitsverhältnis:
EI Durchschlagslast pSD,k
4
= 0,0029 ≤ 0,05 [-] → i. O.
k ⋅ r1 Siehe Anhang A2.3.3.
2
p SD,k = 342,2 [kN/m ]

A2.5.2 Einwirkungen / Belastung


ZTV-ING Teil 9-4, Abschnitt 4 Nachweis
p SD,k
≥ p S,d = 0,63 < 1,0 → i. O.
Ständige Einwirkung γ M,Ed

Auflast aus der Überschüttung: mit


2
pB,k = γB,k ⋅ hü = 20 ⋅ 2,0 = 40 [kN/m ] γM,Ep = 1,40

Teilsicherheitsbeiwert 342 ,2
= 244 ,43 ≥ 122,76 → i. O.
γG = 1,35 [-] 1,4

Veränderliche Einwirkung Ausnutzungsgrad


Verkehrslast: p s,d 122,76
η= = = 0,50 < 1,0 → i. O.
pov,k = 65 [kN/m ] 2 pSD,k / γ M,Ep 342,2 / 1,4
104

A2.5.4 Bruch der Schraubenverbindung A2.5.5 Biegebruch beim Hinterfüllen


ZTV-ING Teil 9-4, Abschnitt 5.2.4 ZTV-ING Teil 9-4, Abschnitt 5.2.5

Bemessungskraft Nd,k Geltungsbereich


Die Ermittlung erfolgt unter Verwendung des Dia- Abstand zwischen Bauwerkswandung und Bö-
gramms in Bild A 9.4.7 gemäß Entwurf Anhang zu schungsoberfläche bzw. Verbau:
ZTV-ING Teil 9-4 vom 28.10.2009.
a ≥ h/3
N
R = D,k
II
Im vorliegenden Fall wird angenommen, dass die-
p SD,k se Bedingung eingehalten ist, d.h.
a ≥ 2,44/3 = 0,81 [m]
Ermittlung von ND,k mittels Bild A 9.4.7:
Eingangsgröße: Einwirkendes Biegemoment
EI Maulprofil
4
≅ 0,0029 [-]
k ⋅ r1 kN
⋅ (1,87m) =
3 3
MH = 0,42 ⋅ r1 = 0,42 3
→ Tafelwert für Maulprofil mit ψB = 1,57: m

ND , k = 274,7 [kN⋅cm/m]
4
= 0,034 [-]
k ⋅ r1
4
Plastisches Moment des Profilquerschnitts
ND,k = 0,034 ⋅ k ⋅ r1 = 956 [kN/m]
Mpl = 1,24 ⋅ f y,k ⋅ Wel
N 956
RII = D,k = = 2,80 [m] mit Wel = W(tN) (elastisches Widerstandsmoment
pSD,k 342,2
des Profilquerschnitts unter Annahme der nomina-
len Wanddicke, d.h. ohne Berücksichtigung der
N d = p S,d ⋅ R II = 122 ,76 ⋅ 2,80 = 343,7 [kN/m]
Korrosionsreserve)

kN cm 2
Mpl = 1,24 ⋅ 23,5 ⋅ 61,5 = 1.791,8 [kN⋅cm/m]
Traglast der Schraubenverbindung NR,k cm 2 m
Siehe Anhang A2.3.4.
NR,k = D Trag = 672,5 [kN/m] Nachweis
Mpl
MH ⋅ γ F ≤
Nachweis γM

NR,k mit
≥ Nd
γM γF = 1,35
mit γM = 1,10
γM = 1,70

1 .791,8
274 ,7 ⋅ 1,35 ≤
672 ,5 1,1
= 395 ,6 ≥ 343 ,7 → i. O.
1,7 370,8 ≤ 1.628,9 → i. O.

Ausnutzungsgrad η
Nd 343,7
η= = = 0,87 < 1,0 → i. O.
NR,k / γ M 672,5 / 1,7
105

Ausnutzungsgrad η 3
f y,k ⋅ W − α 2M ⋅ r1 − β 2M ⋅ Δp1 ⋅ r1 − β 2N ⋅ r1 ⋅ Δp1 ⋅
2 W
Δp 2 = A
MH ⋅ γ F 274,7 ⋅ 1,35 W
η= = = 0,23 < 1,0 → i. O. 2
γ 2M ⋅ r1 + γ 2N ⋅ r1 ⋅
Mpl / γ M 1.791,8 / 1,1 A

cm 3
A2.5.6 Grundbruch im Scheitelbereich 23,5
kN
⋅ 46,7
cm 3  kN  kN kN
−  0,35 3  ⋅ (1,87m )3 − 0,022 ⋅ 64,75 2 ⋅ (1,87m )2 − 0,522 ⋅ 1,87m ⋅ 64,75 2 ⋅
46,7
m
cm 2 m  m  m m cm 2
35,5
ZTV-ING Teil 9-4, Abschnitt 5.2.3.1 Δp 2 =
46,7
cm3
m

0,041 ⋅ (1,87m ) + 0,541 ⋅ 1,87m ⋅ m


2
cm 2
35,5
m

Anwendungsgrenze
Der Nachweis ist lediglich bei einem Verhältnis von Δp 2 = 19,22 [kN/m2]
hü/r1 < 0,5 zu führen.
hü 2,0 Δp o,k = 63,22 + 19,22 = 84,44 [kN/m ]
2
= = 1,07 ≥ 0,5 → i. O.
r1 1,87

Formal wäre im vorliegenden Fall kein Grund-


bruchnachweis im Scheitel zu führen. Der Voll- Grundbruchlast Δpogr,k
ständigkeit halber wird an dieser Stelle der Grund- Die Ermittlung erfolgt unter Verwendung des Dia-
bruchnachweis im Scheitel dennoch geführt. gramms in Bild A 9.4.4 gemäß Entwurf Anhang zu
ZTV-ING Teil 9-4 vom 28.10.2009.

Biegewiderstand des Rohres Δpo,k Siehe Anhang A2.3.6.

Die Ermittlung erfolgt nach (KLÖPPEL &


GLOCK 1970), Seite 174ff. Alternativ hierzu sind Δp og,kr ≈ 212,85 [kN/m ]
2
die entsprechenden, teilweise korrigierten Glei-
chungen in Abschnitt 2.2.6 diese Berichts angege-
ben.
Grundbruchwiderstand Δpotr,k
Die Ermittlung kann auch unter Verwendung des
Diagramms in Bild A 9.4.6 gemäß Entwurf Anhang p otr,k = p ogr,k + Δpo,k = 84,44 + 212,85 =
zu ZTV-ING Teil 9-4 vom 28.10.2009 erfolgen. Das
Diagramm basiert auf einer Auswertung nachfol- = 297,29 [kN/m2]
gender Formeln.

Δpo,k = Δp1 + Δp2 Nachweis


potr,k − γ B,k ⋅ hü
f y,k ⋅ W + α1M ⋅ r1
3 ≥ γ Q ⋅ pov,k = 3,96 ≥ 2,0 → i. O.
Δ p1 = γ M,Gr
2 W
β1M ⋅ r1 + β1N ⋅ r1 ⋅
A mit
γQ = 1,50
kN cm3  kN 
+  − 0,2 3  ⋅ (1,87m)
3
23,5 ⋅ 46,7
cm 2
m  m  γM,Gr = 1,40
Δp1 =
cm3
46,7 297 ,29 − 20 ⋅ 2,0
0,0405 ⋅ (1,87m) + 0,4595 ⋅ 1,87m ⋅ m ≥ 1,5 ⋅ 65
2
cm2 1,4
35,5
m
183,8 ≤ 97,5 → i. O.
Δp1 = 63,22 [kN/m2]

Ausnutzungsgrad η
γ Q ⋅ p ov,k 1,5 ⋅ 65
η=
(potr,k − γ B,k ⋅ hü ) / γ M (297,29 − 20 ⋅ 2,0) / 1,4 =
=

= 0,53 < 1,0 → i. O.


106

A2.5.7 Grundbruch im Sohlbereich Tragfähigkeitskennwerte gemäß Tabellenangaben


(Tabelle A 9.4.2 im Entwurf Anhang zu ZTV-ING
ZTV-ING Teil 9-4, Abschnitt 5.2.3.2
Teil 9-4 vom 28.10.2009 bzw. Tab. 2 dieses Be-
richts) für ϕ‘k = 30°
A2.5.7.1 Allgemeines NC = 77,19 [-]
Der Grundbruch im Sohlbereich ist nachzuweisen, Nd = 45,47 [-]
wenn das Verhältnis h/s < 0,7 ist.
NB = 10,00 [-]
h 2,44
= = 0,66 < 0,7 → Nachweis erforderlich p 2Gr,k = 0,0 ⋅ 77,19 + 31,87 ⋅ 45,47 + 20 ⋅ 0,72 ⋅ 10,0 =
s 3,70
= 1.597,23 [kN/m2]
Im Sohlbereich sind folgende Nachweise zu füh-
ren:
 Grundbruch im Ulmenbereich Nachweis

 Aufbruch der Sohle p 2Gr,k


≥ p 2,d
γ Gr

A2.5.7.2 Grundbruch im Ulmenbereich mit


Die entsprechenden Gleichungen sind im Entwurf γGr = 1,40
Anhang zu ZTV-ING Teil 9-4 vom 28.10.2009 ent-
halten bzw. in Abschnitt 2.2.7 in diesem Bericht
aufgeführt. 1.597,23
= 1 .140,9 ≥ 364,4 → i. O.
1,4

Maßgebende Bodenbeanspruchung im Sohlbe-


reich p2,d Ausnutzungsgrad η
r1 1,87 p 2,d 364,4
p 2,d = p s,d ⋅ = 122,76 ⋅ = 364,4 [kN/m2] η= = = 0,32 < 1,0 → i. O.
r2 0,63 p 2Gr,k / γ Gr 1.597,23 / 1,4

Grundbruchwiderstand des Bodens p2Gr,k A2.5.7.3 Aufbruch der Sohle


p2Gr,k = cB ⋅ Nc + p3 ⋅ Nd + γB,k ⋅ B⋅ NB Die entsprechenden Gleichungen sind in Abschnitt
2.2.7 in diesem Bericht aufgeführt. Die Gleichun-
mit gen im Entwurf Anhang zu ZTV-ING Teil 9-4 vom
28.10.2009 sind fehlerhaft.
Kohäsion des Bodens im Ulmenbereich
cB = 0 [kN/m2]
Bodenwiderstand p1C,k

Siehe Anhang A2.3.7.3


Wichte des Bodens im Ulmenbereich
2
p1C,k = = 700,35 [kN/m ]
γB,k = 20 [kN/m3]

Druckbeanspruchung im Sohlbereich Maßgebende Einwirkung ps,d


2
p1,k ⋅ r1 p s,k ⋅ r1 p s,d = 122,76 [kN/m ]
86,24 ⋅ 1,87
p 3,k = = = =
r3 r3 5,06

= 31,87 [kN/m2] Nachweis


p1C,k
≥ p s,d
Druckbeanspruchter Bereich γ Gr

B = 1,15 ⋅ r2 = 1,15 ⋅ 0,63m = 0,72 [m]


107

mit
γGr = 1,40

700 ,35
= 500 ,25 ≥ 122,76 → i. O.
1,4

Ausnutzungsgrad η
p s,d 122,76
η= = = 0,25 < 1,0 → i. O.
p1C,k / γ Gr 700,35 / 1,4

A2.5.8 Zusammenstellung der Ausnutzungs-


grade η
Grenzzustand / Nachweis Ausnutzungsgrad
η [-]
Durchschlagen Bauwerksscheitel 0,50
Bruch Schraubenverbindung 0,87
Biegebruch beim Hinterfüllen 0,23
Grundbruchnachweis im Scheitel 0,53
Grundbruchnachweis im Ulmenbereich 0,32
Aufbruch der Sohle 0,25

Tab. A3. Zusammenstellung der Ausnutzungsgrade Nachweis


Variante „Neu“ (neues Regelwerk & neue Einwirkun-
gen)
108

Schriftenreihe 2002
B 35: Bewährung von Brückenbelägen auf Betonbauwerken
Berichte der Bundesanstalt Wruck  11,50
für Straßenwesen B 36: Fahrbahnübergänge aus Asphalt
Wruck  11,00
Unterreihe „Brücken- und Ingenieurbau“ B 37: Messung der Hydrophobierungsqualität
Hörner, von Witzenhausen, Gatz  11,00
1999 B 38: Materialtechnische Untersuchungen beim Abbruch der Tal-
brücke Haiger
B 18: Erprobung und Bewertung zerstörungsfreier Prüfmethoden Krause, Wiggenhauser, Krieger  17,00
für Betonbrücken
Krieger, Krause, Wiggenhauser  16,50 B 39: Bewegungen von Randfugen auf Brücken
Eilers, Wruck, Quaas  13,00
B 19: Untersuchung von unbelasteten und künstlich belasteten
Beschichtungen
Schröder  11,00 2003
B 20: Reaktionsharzgebundene Dünnbeläge auf Stahl B 40: Schutzmaßnahmen gegen Graffiti
Eilers, Ritter  12,50 von Weschpfennig  11,50
B 21: Windlasten für Brücken nach ENV 1991-3 B 41: Temperaturmessung an der Unterseite orthotroper Fahr-
Krieger  10,50 bahntafeln beim Einbau der Gussasphalt-Schutzschicht
Eilers, Küchler, Quaas  12,50
2000 B 42: Anwendung des Teilsicherheitskonzeptes im Tunnelbau
Städing, Krocker  12,00
B 22: Algorithmen zur Zustandsbewertung von Ingenieurbauwerken
Haardt  11,50 B 43: Entwicklung eines Bauwerks Management-Systems für das
deutsche Fernstraßennetz – Stufen 1 und 2
B 23: Bewertung und Oberflächenvorbereitung schwieriger Un- Haardt  13,50
tergründe
B 44: Untersuchungen an Fahrbahnübergängen zur Lärmminderung
Schröder, Sczyslo  11,00
Hemmert-Halswick, Ullrich  12,50
B 24: Erarbeitung einer ZTV für reaktionsharzgebundene Dünn-
B 45: Erfahrungssamlungen:
beläge auf Stahl
Stahlbrücken – Schäden – wetterfeste Stähle Seile
Eilers, Stoll  11,00
Teil 1: Dokumentation über Schäden an Stahlbrücken
B 25: Konzeption eines Managementsystems zur Erhaltung von Teil 2: Dokumentation und Erfahrungssammlung mit Brücken
Brücken- und Ingenieurbauwerken aus wetterfesten Stählen
Haardt  12,50 Teil 3: Erfahrungssammlung über die Dauerhaftigkeit von Brük-
kenseilen und -kabeln
B 26: Einsatzmöglichkeiten von Kletterrobotern bei der Bauwerk- Hemmert-Halswick  13,00
sprüfung
Krieger, Rath, Berthold  10,50
B 27: Dynamische Untersuchungen an reaktionsharzgebunde- 2004
nen Dünnbelägen B 46: Einsatzbereiche endgültiger Spritzbetonkonstruktionen im
Eilers, Ritter, Stoll  11,00 Tunnelbau
Heimbecher, Decker, Faust  12,50
2001
B 28: Erfassung und Bewertung von reaktionsharzgebundenen
2005
Dünnbelägen auf Stahl B 47: Gussasphaltbeläge auf Stahlbrücken
Eilers  11,00 Steinauer, Scharnigg  13,50
B 29: Ergänzende Untersuchungen zur Bestimmung der Karbo-
natisierungstiefe und des Chloridgehaltes von Beton 2006
Gatz, Quaas  12,00
B 48: Scannende Verfahren der zerstörungsfreien Prüfung von
B 30: Materialkonzepte, Herstellungs- und Prüfverfahren für elu- Brückenbauwerken
tionsarme Spritzbetone Holst, Streicher, Gardei, Kohl, Wöstmann,
Heimbecher  11,00 Wiggenhauser  15,00
B 31: Verträglichkeit von reaktionsharzgebundenen Dünnbelä- B 49: Einfluss der Betonoberflächenvorbereitung auf die Haftung
gen mit Abdichtungssystemen nach den ZTV-BEL-ST von Epoxidharz
Eilers, Stoll  10,50 Raupach, Rößler  13,50
B 32: Das Programm ISOCORRAG: Ermittlung von Korrosivitäts- B 50: Entwicklung eines Bauwerks-Management-Systems für
kategorien aus Massenverlustraten das deutsche Fernstraßennetz, Stufe 3
Schröder  11,50 Holst  13,50
B 33: Bewährung von Belägen auf Stahlbrücken mit orthotropen B 51: Hydrophobierungsqualität von flüssigen und pastösen Hy-
Fahrbahnplatten drophobierungsmitteln
Eilers, Sczyslo  17,00 Panzer, Hörner, Kropf  12,50
B 34: Neue reaktionsharzgebundene Dünnbeläge als Fahrbahn- B 52: Brückenseile mit Galfan-Überzug – Untersuchung der Haft-
beläge auf einem D-Brücken-Gerät festigkeit von Grundbeschichtungen
Eilers, Ritter  13,00 Friedrich, Staeck  14,50
109

B 53: Verwendung von selbstverdichtendem Beton (SVB) im Brü- B 69: Berücksichtigung der Belange behinderter Personen bei
cken- und Ingenieurbau an Bundesfernstraßen Ausstattung und Betrieb von Straßentunneln
Tauscher  14,50 Wagener, Grossmann, Hintzke, Sieger  18,50
B 54: Nachweis des Erfolges von Injektionsmaßnahmen zur Män- B 70: Frost-Tausalz-Widerstand von Beton in Brücken und Ingeni-
gelbeseitigung bei Minderdicken von Tunnelinnenschalen eurbauwerken an Bundesfernstraßen
Dieser Bericht liegt nur in digitaler Form vor und kann kostenpflich- Tauscher  14,50
tig unter www.nw-verlag.de heruntergeladen werden.
Rath, Berthold, Lähner  12,50
2010
2007 B 71: Empfehlungen für geschweißte KK-Knoten im Straßenbrü-
ckenbau
B 55: Überprüfung des Georadarverfahrens in Kombination mit Kuhlmann, Euler  22,50
magnetischen Verfahren zur Zustandsbewertung von Brücken-
fahrbahnplatten aus Beton mit Belagsaufbau B 72: Untersuchungen zur Dauerhaftigkeit von permanenten
Dieser Bericht liegt nur in digitaler Form vor und kann kostenpflich- Anti-Graffiti-Systemen
tig unter www.nw-verlag.de heruntergeladen werden. Weschpfennig, Kropf, von Witzenhausen  13,50
Krause, Rath, Sawade, Dumat  14,50
B 73: Brand- und Abplatzverhalten von Faserbeton in Straßen-
B 56: Entwicklung eines Prüfverfahrens für Beton in der Exposi- tunneln
tionsklasse XF2 Dieser Bericht liegt nur in digitaler Form vor und kann kostenpflich-
Dieser Bericht liegt nur in digitaler Form vor und kann kostenpflich- tig unter www.nw-verlag.de heruntergeladen werden.
tig unter www.nw-verlag.de heruntergeladen werden. Dehn, Nause, Juknat, Orgass, König  21,00
Setzer, Keck, Palecki, Schießl, Brandes  19,50
B 74: Verwendung von Anti-Graffiti-Systemen auf Mauerwerk
B 57: Brandversuche in Straßentunneln – Vereinheitlichung der Müller  14,00
Durchführung und Auswertung
Dieser Bericht liegt nur in digitaler Form vor und kann kostenpflich- B 75: Sachstand Verstärkungsverfahren – Verstärken von Beton-
tig unter www.nw-verlag.de heruntergeladen werden. brücken im Bestand
Steinauer, Mayer, Kündig  26,50 Schnellenbach-Held, Peeters, Scherbaum  13,50
B 58: Quantitative Risikoanalysen für Straßentunnel
Sistenich  14,50 2011
B 76: Instandsetzung und Verstärkung von Stahlbrücken unter
2008 Berücksichtigung des Belagssystems
B 59: Bandverzinkte Schutzplankenholme Sedlacek, Paschen, Feldmann, Geßler, Möller,
Schröder  12,50 Steinauer, Scharnigg  17,00
B 60: Instandhaltung des Korrisionsschutzes durch Teilerneue- B 77: Anpassung von DIN-Fachberichten „Brücken“ an Euro-
rung – Bewährung codes
Schröder  13,50 Teil 1: DIN-FB 101 „Einwirkung auf Brücken“
Teil 2: DIN-FB 102 „Betonbrücken“
B 61: Untersuchung von Korrision an Fußplatten von Schutzplan-
Teil 3: DIN-FB 103 „Stahlbrücken“
kenpfosten
Teil 4: DIN-FB 104 „Verbundbrücken“
Schröder, Staeck  13,00
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B 62: Bewährungsnachweis von Fugenfüllungen ohne Unterfüllstoff tig unter www.nw-verlag.de heruntergeladen werden.
Eilers  12,00 Freundt, Böning, Maurer, Arnold, Gedwien, Müller,
B 63: Selbstverdichtender Beton (SVB) im Straßentunnelbau Schrick, Tappe, Kuhlmann, Rasche, Froschmeier,
Dieser Bericht liegt nur in digitaler Form vor und kann kostenpflich- Euler, Hanswille, Brauer, Bergmann  29,50
tig unter www.nw-verlag.de heruntergeladen werden.
Heunisch, Hoepfner, Pierson (†), Dehn, Orgass, Sint  17,50 B 78: Bemessung von Wellstahlbauwerken – Vergleich nach den
B 64: Tiefenabhängige Feuchte- und Temperaturmessung an ei- bisherigen und den neuen Richtlinien
ner Brückenkappe der Expositionsklasse XF4 Dieser Bericht liegt nur in digitaler Form vor und kann kostenpflich-
Brameshuber, Spörel, Warkus  12,50 tig unter www.nw-verlag.de heruntergeladen werden.
Kuhlmann, Günther, Krauss  18,50

2009
B 65: Zerstörungsfreie Untersuchungen am Brückenbauwerk A1
Hagen/Schwerte
Dieser Bericht liegt nur in digitaler Form vor und kann kostenpflich-
tig unter www.nw-verlag.de heruntergeladen werden. Alle Berichte sind zu beziehen beim:
Friese, Taffe, Wöstmann, Zoega  14,50
B 66: Bewertung der Sicherheit von Straßentunneln Wirtschaftsverlag NW
Zulauf, Locher, Steinauer, Mayer, Zimmermann, Verlag für neue Wissenschaft GmbH
Baltzer, Riepe, Kündig  14,00
Postfach 10 11 10
B 67: Brandkurven für den baulichen Brandschutz von Straßentunneln D-27511 Bremerhaven
Blosfeld  17,50
Telefon: (04 71) 9 45 44 - 0
B 68: Auswirkungen des Schwerlastverkehrs auf die Brücken der
Bundesfernstraßen – Teile 1-4 Telefax: (04 71) 9 45 44 77
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tig unter www.nw-verlag.de heruntergeladen werden. Internet: www.nw-verlag.de
Kaschner, Buschmeyer, Schnellenbach-Held, Lubasch, Grünberg,
Hansen, Liebig, Geißler  29,50 Dort ist auch ein Komplettverzeichnis erhältlich.

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