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Morphologie der deutschen Gegenwartssprache

Das Genus
PU „Paisii Hilendarski“
Dr. Stanislava Ilieva
Genus des Verbs. Inhalt der Kategorie.
Parallelen zum Bulgarischen

Kategorie, die das Verhältnis des Verbs zum


Subjekt des Satzes, die Richtung der in ihm
dargestellten Handlung ausdrückt. Die beiden
Genera des deutschen Verbs heißen Aktiv und
Passiv.
Beim Aktiv steht der Handelnde, der Täter, der Verursacher im
Mittelpunkt (agenszugewandt), beim Passiv der Vorgang/das
Geschehen bzw. der Zustand.
Mit Aktiv (von lat. agere „handeln“) wird diejenige Verbform
bezeichnet, in der das Subjekt eines Handlungsverbs zugleich das
Agens (ebenfalls von lat. agere, agens ,die/der Handelnde“) ist. Die in
dieser Weise beschriebene Verbform kann auch von Zustands- und
Vorgangsverben (die kein Agens kennen) gebildet werden und wird
dann ebenfalls als Aktiv bezeichnet (vgl. Sie bekommt einen Brief; Die
Suppe kocht usw.).
Er liest einen Roman.
Sie sortiert die Post.
Die Handlung geht vom Subjekt aus und zielt auf das Objekt, was man
etwa so symbolisieren kann:
S→ V→O
Beim Passiv (von lat. pati „erdulden“) ist das Subjekt nicht mit dem
Agens identisch, sondern es stellt im prototypischen Fall das Ziel oder
den von einer Handlung betroffenen Gegenstand bzw. Person dar:
Der Roman wird gelesen.
Die Post wird sortiert.
In diesem Fall richtet sich die Handlung vom Verb auf das Subjekt des
Satzes:
S←V
Das Agens muss bei Passivkonstruktionen nicht mit ausgedrückt
werden; Sätze wie Die Post wird sortiert sagen nichts darüber aus, wer
die Handlung vollzieht (hier: wer die Post sortiert). Das Subjekt des
entsprechenden Aktivsatzes kann aber als sog. Passiv-Agens in
Erscheinung treten; es wird dann mit Hilfe der Präpositionen von oder
(seltener) durch angeschlossen: Die Post wird von der (durch die)
Sekretärin sortiert.
Ursachen für die Aussparung des Agens:
1) Das Agens ist bereits im Vortext genannt worden und die
wiederholte Nennung ist überflüssig. Die Aussparung des Agens dient
in solchen Fällen zur Vermeidung von Redundanz.
2) Das Agens ist nicht bekannt oder ist in allgemeinen Zügen
bekannt, aber nicht konkret angebbar
3) Im Mittelpunkt der Darstellung stehen der Vorgang selbst, seine
Folgen, seine Bedeutung für das Patiens oder die Umgebung,
während der „Täter", das Agens für die Erzählung unwesentlich ist und
seine Nennung dem Kommunikationsplan des Textes oder der
Redestrategie des Sprechers nicht entspricht.
4) Die Aussparung des Agens erzielt auch eine bestimmte stilistische
Wirkung. Die Aufzählung einer Reihe von Handlungen unter Ausspa-
rung des Agens betont die Dynamik der geschilderten Ereignisse, stellt
sie als einen Prozess, einen immanenten Vorgang dar.
Das Passiv im Deutschen
 analytische Passivbildung
 Um ein Passiv zu bilden, wird das Partizip Perfekt des Vollverbs
beispielsweise mit einer Form des Hilfsverbs werden verbunden
(sog. -> Vorgangspassiv). Daneben gibt es auch eine
Passivbildung mit sein (-> Zustandspassiv) sowie eine mit
bekommen/kriegen/erhalten (-> Dativ- oder Rezipientenpassiv).
Präsens: Die Post wird sortiert.
Präteritum: Die Post wurde sortiert.
Perfekt: Die Post ist sortiert worden.
Plusquamperfekt: Die Post war sortiert worden.
Futur: Die Post wird sortiert werden.
Futur II: Die Post wird sortiert worden sein.
Besonderheiten des Gebrauchs
Kein werden-Passiv („Vorgangspassiv") können bilden:

die modalen Hilfsverben:


Er will sie heiraten. >* Sie wird heiraten gewollt.
Verben mit Infinitiv ohne zu (fühlen, hören, lassen, sehen,
spüren):
Ich höre ihn singen. —>* Er wird singen gehört.
die reflexiven Verben:
Sie kämmt sich. —>* Sie wird von sich gekämmt.
Besonderheiten des Gebrauchs
 Kein werden-Passiv („Vorgangspassiv") können bilden:

die haben-Relation (bekommen, besitzen, erhalten, haben):


Wir haben einen neuen Wagen. >* Ein neuer Wagen wird von
uns gehabt.
Fügungen mit Maß- und Mengenangaben:
Er wiegt 90 Kilogramm. —>* 90 Kilogramm werden von ihm
gewogen.
Verben mit einem „inneren Objekt" (wie einen schweren
Kampf kämpfen):
Sie kämpft einen schweren Kampf. —>* Ein schwerer Kampf
wird von ihr gekämpft.
Besonderheiten des Gebrauchs
die Struktur „es gibt":
Es gibt eine Menge Neuigkeiten. —>* Eine Menge Neuigkeiten
wird gegeben.
Fügungen mit der Angabe von Körperteilen
(Akkusativergänzung):
Er schüttelt den Kopf. >* Der Kopf wird von ihm geschüttelt
Gefüge mit kennen, wissen, können:
Er kennt alle Ausgrabungen in Lykien. —>* Alle Ausgrabungen
in Lykien werden von ihm gekannt.
Besonderheiten des Gebrauchs
feste Verbverbindungen wie Mut fassen, Atem holen,
Gefahr laufen:
Sie holt Atem. —>* Atem wird von ihr geholt.
lexikalisierte Gefüge mit es:
Es hagelt Vorwürfe. >* Vorwürfe werden von es gehagelt.
so genannte intransitive Verben, deren Subjekt nicht
Urheber der Handlung ist:
Sie ähnelt ihrer Freundin. —>* Ihre Freundin wird von ihr
geähnelt,
aber: Jetzt wird zugehört/losgefahren, (nur gesprochene
Sprache)
Persönliches und unpersönliches Passiv
(Subjektlose Passivkonstruktion)
persönliches Passiv (nur bei transitiven Verben möglich) :
Das Krokodil fraß sämtliche Fische auf. -> Sämtliche Fische
wurden (vom Krokodil) aufgefressen.
unpersönliches Passiv (transitive wie intransitive Verben).
Das Subjekt wird nur formal durch das Pronomen es
ausgedrückt, das bei entsprechender Satzstellung auch
weggelassen werden kann.
(intransitive Verben:) Es wurde viel gelacht.
Dir kann geholfen werden.
(transitive Verben:) Hier wird wohl überhaupt nie
geputzt!
In vielen Ländern wird heute noch gefoltert.

In vielen Ländern werden politische


Gefangene gefoltert.
Passiv-Fähigkeit
Auch ein unpersönliches Passiv kann jedoch nicht von allen Verben
gebildet werden. Die Voraussetzung für die Passiv-Fähigkeit besteht
darin, dass das Verb eine Handlung ausdrückt, mit anderen Worten:
dass es ein Agens impliziert - auch wenn dieses im Passiv gerade nicht
ausgedrückt werden muss. So können etwa agenslose
(unpersönliche) Verben wie z.B. die Witterungsverben kein Passiv
bilden:
*Es wird geschneit.
Die Abhängigkeit der Passivfähigkeit vom Vorhandensein einer
handelnden Person ist auch der Grund dafür, warum Verben wie
bekommen oder kriegen (trotz ihrer Akkusativ-Rektion, die eigentlich
ein Merkmal transitiver Verben darstellt) nicht passivfähig sind.
Passiv-Fähigkeit
Sie zeigt sich ferner auch beim unterschiedlichen Gebrauch ein- und
desselben Verbs, so beispielsweise bei schwimmen (Hand-
lung/Vorgang):
Am Meer herrscht ein reges Treiben, die Badegäste schwimmen und
schmoren in der Sonne... ->... da wird geschwommen und in der
Sonne geschmort... gegenüber:
Im Meer schwimmen Abfälle, andere schmoren am Ufer in der
Sonne... -> *Im Meer wird von Abfällen geschwommen, von anderen
wird am Ufer in der Sonne geschmort.
Vorgangs- und Zustandspassiv
 Vorgangspassiv bezeichnet (gelegentlich auch: werden-Passiv).
Damit soll ausgedrückt werden, dass das im Prädikat geschilderte
Geschehen als Vorgang (und nicht als Zustand) dargestellt wird.
 Zustandspassiv (gelegentlich auch als sein-Passiv bezeichnet) -
dient dazu, das im Verb ausgedrückte Geschehen als einen
Zustand zu charakterisieren. Das Zustandspassiv drückt einen
(statischen) Zustand aus, der die Folge, das Resultat eines
vorhergehenden (dynamischen) Vorgangs ist: Zuerst wurde das
Fenster geöffnet (Vorgang), im Resultat war es geöffnet (Zustand).
 Der Zustand muss als nichtprozessuales Resultat eines prozesshaften
Vorgangs begriffen werden.
Ich werde geimpft. (Vorgang)
Ich bin geimpft. (Zustand)
Das Zustandspassiv
ich bin geimpft (Präsens)
ich bin geimpft gewesen (Perfekt)
ich war geimpft (Präteritum)
ich war geimpft gewesen (Plusquamperfekt; selten)
ich werde geimpft sein (Futur I; selten)
ich werde geimpft gewesen sein (Futur II; sehr selten).
Agens beim Zustandspassiv

Das Agens kann beim Zustandspassiv nur sehr beschränkt


ausgedrückt werden (vgl. *Ich bin von ihr geimpft).
Agens beim Zustandspassiv

Ein Zustandspassiv kann nur von transitiven Verben gebildet werden;


die Umformung des unpersönlichen Passivs eines intransitiven Verbs in
ein Zustandspassiv ist also nicht möglich (vgl. Es ist viel getanzt worden
vs. *Es ist viel getanzt). Eine Ausnahme von dieser Regel stellen solche
intransitiven Verben dar, bei denen das Objekt der Handlung, das
Patiens, im Dativ steht; hier ist ein unpersönliches Zustandspassiv
möglich (vgl. Ist dir damit geholfen?).
Aus semantischen Gründen:
Kein Zustandspassiv bei den eindeutig durativen Verben
 Verben der sinnlichen Wahrnehmung wie sehen oder hören,
aber auch eine ganze Reihe weiterer Verben (z.B. lieben,
streicheln, verstehen):
Diese Sendung ist weltweit gehört worden./* Diese Sendung ist
weltweit gehört.
Das Zustandspassiv kann somit nur von transitiven, nicht durativen
Verben gebildet werden.

*Das Mädchen ist gelobt (nicht besonders stark affiziert, daher nicht
möglich), aber Das Mädchen ist verletzt (stark affiziert, daher
möglich).
*Das Kind ist geschlagen, aber: Der Feind ist geschlagen; *Die Pizza ist
gebracht, aber: Die Pizza ist bestellt; *Der Satz ist gesprochen, aber:
Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen usw.
Allem Anschein nach ist in erster Linie die Relevanz der
Abgeschlossenheit einer Handlung für die Sprechsituation dafür aus-
schlaggebend, ob ein Zustandspassiv gebildet werden kann oder
nicht.
Verwechslungsmöglichkeiten
Das Zustandspassiv Präsens und Präteritum = Perfekt und Plusquamperfekt
Aktiv (bei Verben, die diese Formen mit sein bilden).
 vgl. Das Feuer ist aufgelodert (Perfekt Aktiv) gegenüber Das Feuer ist
gelöscht (Zustandspassiv Präsens).
 die Form worden hinzufügen oder ein Vorgangspassiv im Präsens (bzw.
statt dessen ein Präsens Aktiv) bilden.
 Das Feuer ist aufgelodert
 *Das Feuer ist aufgelodert worden/*Das Feuer wird aufgelodert.
 Aber: Präsens Aktiv: Das Feuer lodert auf.  Perfekt Aktiv
 Das Feuer ist gelöscht
 *Das Feuer löscht
 Aber Das Feuer ist gelöscht worden und Das Feuer wird gelöscht 
Präsens des Zustandspassivs.
Dativ- oder Rezipientenpassiv

Dativ-Passiv (Rezipientenpassiv), (so Eisenberg 2006b: 133), als


Adressaten-Passiv (Diewald 1997: 30) oder als „bekommen-Passiv“
(Helbig/ Buscha 2011:167, Zifonun et al. 1997:1824).
Es wird mit bekommen, erhalten oder kriegen + Partizip Perfekt gebildet:
Wir bekommen das Buch geschenkt (Vorgangspassiv: Das Buch wird uns
geschenkt).
Beim Dativpassiv wird anders als bei den bisher besprochenen Formen
nicht das Akkusativ-, sondern das Dativobjekt des Aktivsatzes zum
Subjekt des Passivsatzes.
Das Passivfeld („Varianten des Passivs"
„verkleidete Passiv“)
 mit einer modalen Bedeutung (Möglichkeit, Notwendigkeit) oder
einer aktionalen Bedeutung (Beginn, Dauer, Resultat) vereinigen.
Rein passivische Bedeutung haben die Wortfügungen bekommen + 2.
Partizip und seine Synonyme erhalten+2. Partizip, umgangssprachlich
auch kriegen + 2. Partizip. Er bekommt ein Buch von mir geschenkt /
seinen Lohn ausgezahlt / die Strümpfe gestopft / etw. gesagt.
Rein passivische Bedeutung haben auch Wortfügungen, die aus einem
Funktionsverb und einem Verbalsubstantiv bestehen, das eine Tätigkeit
bezeichnet
Die Neuauflage des Buches befindet sich in Vorbereitung (wird vorbe-
reitet). Das Haus kommt zur Versteigerung (wird versteigert). Diese
Frage steht nicht zur Diskussion (wird nicht diskutiert).
Verbindung der passivischen Bedeutung
mit modalen Bedeutungen
1) sein + zu + Infinitiv (Möglichkeit, Notwendigkeit)
Das Buch ist in allen Buchhandlungen zu kaufen (kann gekauft werden). .
Das Gerät ist sofort zu reparieren (muss repariert werden).
2) bleiben + zu + Infinitiv
Es bleibt noch hinzuzufiigen, dass... (muss hinzugefiigt werden). Es bleibt
nichts zu machen (kann nichts gemacht werden).
3) lassen + sich + Infinitiv (Möglichkeit)
Das lässt sich kaum beschreiben (kann kaum beschrieben werden). Das
lässt sich machen (kann gemacht werden).
4) Reflexivkonstruktion + Adjektiv / Adverb (Möglichkeit)
Das Bernd pflegt sich leicht (kann leicht gepflegt werden). Das erklärt sich
leicht (kann erklärt werden).
Verbindung der passivischen Bedeutung
mit modalen Bedeutungen
5) es gibt + Infinitiv (Möglichkeit)
Es gibt viel Neues zu berichten {kann berichtet werden).
Es gibt nichts daran auszusetzen (kann nichts ausgesetzt
werden).
6) sein + Adjektiv auf -bar, -fähig
Das Flugzeug ist bereits sichtbar (kann gesehen werden).
7) etw. gehört + Partizip Perf. (Notwendigkeit,
umgangssprachlich)
Er gehört aufgehängt (soll aufgehängt werden).

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