1 Grundlagen 1.
3 Ladungs- und Stromdichte
1.3 Ladungs- und Stromdichte
1.3.1 Ladungsdichte
Verallgemeinerung von Punktladungen auf kontinuierliche Dichte (Skalarfeld)
Def. 1.2 Ladungsdichte q(⃗ r)
ist die Funktion, deren Integral die eingeschlossene Ladung ergibt
Ñ
Q= q(⃗
r ) dV (1.15)
V
beschreibt die räumliche Verteilung der Ladung
Damit ergibt sich das elektrische Feld als Integral über das Volumen mit Ladungsdichte
1 r ′)
q(⃗
Ñ
⃗ (⃗
E r) = · r ′ ) d⃗
r −⃗
· (⃗ r′ (1.16)
4πϵ0 r −⃗
|⃗ r ′ |3
V
Ebenso andere kontinuierliche Ladungsverteilungen auf Unterdimension des Raumes:
• Flächendichte: σ, Q = σ da
Î
• Liniendichte: λ, Q = λ dl
R
Punktladung Q bei ⃗
r 0 dabei darstellbar über Delta-Funktion:
r ) = Q · δ(⃗
q(⃗ r −⃗
r 0) (1.17)
1.3.2 Stromdichte
Strom durch Bewegung von Ladungen ∼ q · ⃗
v
für Ladungsdichte: ⃗
J = q⃗
v
Def. 1.3 Stromdichte ⃗ J (⃗
r)
ergibt integriert den gesamten elektrischen Strom
Ñ
⃗I= ⃗
J (⃗
r ) dV (1.18)
V
1.4 Maxwellsche Gleichungen
Inhalt der Maxwellschen Gleichungen
• Entstehung der Felder E , B durch Ladungen und Ströme in einem Volumen
• Kopplung der Felder: zeitl. Änderungen vs. Zirkulation um Feldquellen
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1 Grundlagen 1.4 Maxwellsche Gleichungen
Satz 1.1 Maxwellsche Gleichungen. Die elektromagnetischen Felder E ⃗ (⃗ ⃗ (⃗
r ) und B r ) sind gekoppelt und
r ), ⃗
mit mit der Ladungs- und Stromverteilung q(⃗ J (⃗
r ) verbunden durch die Maxwellschen Gleichungen in
lokaler Form:
q
⃗=
div E el. Feld durch Ladungen (1.19)
ϵ0
⃗
div B = 0 keine mag. Ladung (1.20)
∂
⃗ =−
rot E ⃗
B el. Feld durch Änderung des mag. Feldes (Induktion) (1.21)
∂t
1 ∂
⃗=
rot B ⃗ + µ0⃗
E J mag. Feld durch Strom und Änderung des el. Feldes (1.22)
c 2 ∂t
Mathematische Struktur
• System aus gekoppelten linearen partiellen Differenzialgleichungen 1. Ordnung
• die Inhomogenitäten der Gleichungen stellen die Ursachen der Felder dar: Ladung, Strom
• als DGL gültig lokal, für jeden Punkt, zu lösen zusammen mit den Randbedingungen
• später in integraler Form als Bilanzen über Gebiete
Anmerkungen
• Maxwellsche Gleichungen (integral oder differentiell) mit Randbedingungen beschreiben die elektro-
magnetischen Felder vollständig.
• in relativistischer Formulierung zusammengefasst zu Gleichungen für den elektromagnetischen Feld-
stärketensor und den Vierervektor der Stromdichte
• Gleichungen im Vakuum weisen hohe Symmetrie auf:
∂B⃗
⃗ =0
div E ⃗= −
rot E (1.23)
∂t
1 ∂E ⃗
⃗=0
div B ⃗=
rot B (1.24)
c 2 ∂t
d.h. gilt im ladungsfreien Raumgebiet, Ursache der Felder außerhalb des betrachteten Gebietes, Fel-
der sind durch die Randbedingungen bestimmt
Die Untersuchung und Analyse der Maxwellschen Gleichungen erfolgt in den folgenden Schritten:
1. zeitlich konstant Felder (statisch, dann stationär), (Elektrostatik, Magnetostatik, konstante Ströme)
2. zeitlich langsam veränderliche Felder (Induktion)
3. zeitlich schnell veränderliche Felder (Wellen)
6
2 Elektrostatik
Ausgangspunkt
• Felder, Ladungen, Ströme sind zeitlich konstant und die Maxwellschen Gleichungen sind entkoppelt
q
⃗=
div E ⃗ =0
rot E (2.1)
ϵ0
⃗
div B = 0 ⃗ = µ0⃗
rot B J (2.2)
⃗ und B
• unabhängige Betrachtung für E ⃗ : Elektrostatik und Magnetostatik
2.1 Elektrisches Potenzial
⃗ = 0, muss E
weil rot E ⃗ Gradient eines Skalarpotenzials sein.
Def. 2.1 Elektrisches Potenzial
Das Potenzial Φ(⃗ ⃗ (⃗
r ) eines elektrischen Feldes E r ) ist definiert durch
⃗ = − grad Φ
E (2.3)
Eigenschaften, Interpretation
• Potenzial ist ein Skalarfeld, dessen Gradient das elektrische Feld ergibt
• ist definiert bis auf eine additive Konstante, man setzt z.B. Φ(∞) = 0
• Φ(⃗ ⃗ (⃗
r ) ist als Skalarfeld meist einfacher zu bestimmen als das elektrische (Vektor-)Feld E r)
• Potenzial ist die spezifische Arbeit um eine Ladung q aus ∞ zum Ort ⃗
r zu bringen
Z⃗r
Φ(⃗
r)=− ⃗ · d⃗
E s (2.4)
∞
Spannung zwischen 2 Punkten des Raumes ist die Potenzialdifferenz der beiden Punkte
U (⃗ r 2 ) = Φ(⃗
r 1 ,⃗ r 2 ) − Φ(⃗
r1) (2.5)
Darstellung des Potenzials durch Äquipotenzialflächen (-linien)
Äquipotenzialflächen
• oder -linien sind Punkte gleichen Potenzials
• schneiden senkrecht die Feldvektoren, liegen dicht bei hoher Feldstärke
• Ladungen bewegen sich auf Äquipotenzialflächen kräftefrei, dabei wird keine Arbeit verichtet
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2 Elektrostatik 2.1 Elektrisches Potenzial
2.1.1 Potenzial der Punktladung
Feld der Punktladung im Ursprung ist
Q ⃗ er
⃗ = E r (r ) ·⃗
E er = = − grad Φ(⃗
r) (2.6)
4πϵ0 r 2
Gradient in Kugelkoordinaten ist
∂Φ 1 ∂Φ 1 ∂Φ
grad Φ = er + ·
·⃗ eθ +
·⃗ · eφ
·⃗ (2.7)
∂r r ∂θ r sin θ ∂φ
⃗ nur r -Komponente besitzt, ist Potenzial nur von r abhängig Φ(r ), somit für Punktladung:
da E
Q 1 Q 1
Z Z
Φ(r ) = − E r (r ) dr = − · 2
dr = · +C (2.8)
4πϵ0 r 4πϵ0 r
Integrationskonstante aus Bedingung Φ(∞) = 0: damit C = 0 und für Potenzial der Punktladung
Q 1
Φ(⃗
r)= · (2.9)
4πϵ0 r
Anmerkungen
• Potenzial der Punktladung im Ursprung ist zentralsymmetrisch
• für den allgemeinen Fall der Ladung bei ⃗
r 0 ist das Potenzial
Q 1
Φ(⃗
r)= (2.10)
r −⃗
4πϵ0 |⃗ r0|
Superposition mehrerer Ladungen
1 X Qi
Φ(⃗ Φi =
X
r)= (2.11)
i r −⃗
4πϵ0 i |⃗ ri |
wenn Ladungen stetig verteilt sind mit Ladungsdichte q(⃗r)
1 q(⃗r ′)
Ñ
Φ(⃗r)= ′
r′
d⃗ (2.12)
4πϵ0 r −⃗
|⃗ r |
V
Integration über das Volumen V , das die Ladungen enthält, Integrationsvariable ist dabei ⃗
r′
2.1.2 Potenzial des elektrischen Dipols
Ladungen q 1 , q 2 auf der z-Achse bei +d , −d
z Potenzial ist wegen Superposition:
q1 q2
µ ¶
q1 1
+d Φ(⃗
r)= + (2.13)
4πϵ0 |⃗r − d ·⃗
e z | |⃗
r + d ·⃗
ez |
x in Zylinderkoordinaten (ρ, φ, z) ist das Potenzial unabhängig von φ:
−d q2 Ã !
1 q1 q2
Φ(ρ, z) = +p (2.14)
ρ 2 + (z − d )2 ρ 2 + (z + d )2
p
4πϵ0
8
2 Elektrostatik 2.2 Berechnung des elektrischen Feldes und Potenzials
Äquipotenzialfläche Φ = 0 des Dipols ist Kugel mit Mittelpunkt auf der Dipolachse
¶2 ¶2
1 + m2 2d m
µ µ
2
ρ + z +d = (2.15)
1 − m2 1 − m2
mit m = q 1 /q 2 und q 1 · q 2 < 0, das ist eine Kugel um die kleinere Ladung, mit Mittelpunkt auf z-Achse
Neutraler Dipol mit q 1 = −q 2 = Q hat das Potenzial
à !
Q 1 1
Φ(⃗ r)= −p (2.16)
ρ 2 + (z − d )2 ρ 2 + (z + d )2
p
4πϵ0
• in der z = 0-Ebene ist Φ(ρ, 0) = 0, d.h. ist Äquipotenzialfläche
• entlang der z-Achse (ρ = 0)
Q
µ ¶
1 1
Φ(0, z) = − (2.17)
4πϵ0 |z − d | |z + d |
für z > d ist
Q 2d 1
Φ(0, z > d ) = ∼ (2.18)
4πϵ0 z − d 2
2 z2
fällt stärker als Punktladung
Übergang zu Kugelkoordinaten zeigt Φ(r ≫ d , θ) ∼ 1/r 2 , d.h. schnelles Abklingen in beliebige Richtung
2.2 Berechnung des elektrischen Feldes und Potenzials
Methoden
r ′ |−1 -Term)
r −⃗
• Integrale über die Ladungsdichte (oft schwierig zu berechnen wegen |⃗
• Poisson- oder Maxwell-Gleichung mit Randbedingungen, verschiedene Lösungsmethoden
• Gaußsches Gesetz: bei Symmetrie ist Flussintegral leicht lösbar, daraus Feldbestimmung
2.2.1 Integral über Ladungsdichte
Feld ist ausgedrückt durch Ladungsdichte;
1 r ′)
q(⃗
Ñ
⃗ (⃗
E r) = r ′ ) d⃗
r −⃗
· (⃗ r′ (2.19)
4πϵ0 r −⃗
|⃗ ′
r | 3
V
und das Potenzial
1 q(⃗r ′)
Ñ
Φ(⃗
r)= ′
r′
d⃗ (2.20)
4πϵ0 r −⃗
|⃗ r |
V
damit Berechnung aus Ladungen durch Integral möglich, jedoch oft schwierig