Prophylaxe Ordner
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Sturzprophylaxe
Definition Sturz:
Bei einem Sturz (bspw. durch Stolpern) wird der Körper unbeabsichtigt und ruckarti einer höheren in eine niedrige
Position verlagert.
Risikofaktoren Sturz:
Bei den Risikofaktoren von Stürzen unterscheidet man zwischen intrinsischen und extrinsischen Faktoren.
intrinsische Faktoren: (den Patienten/ Bewohner selbst betreffend; von Ihm ausgehend)
- Sehstörung
- Medikamente wie Neuroleptika, Antidepressiva, Laxanzien u.a.
- Verwirrtheitszustände
- Angstzustände
- Unruhe
- Depression
- Demenz
- fehlendes Verständnis für Risiken und Gefahren
- Störung der Bewegungsabläufe
- Kraftlosigkeit durch Muskelabbau
- akute Erkrankungen
- Bewusstseinsverlust
extrinsische Faktoren (von außen auf die Situation einwirkend; äußere Umstände)
- Stolperfallen wie Kabel, Teppichkanten, Stufen
- ungeeignete Kleidung oder Schuhwerk
- Lichtverhältnisse
- rutschige Böden bspw. durch Nässe
- Veränderungen in der gewohnten Umgebung
- Unangepasste oder veraltete Hilfsmittel
Maßnahmen zur Sturzprophylaxe:
- Überprüfung der Sehkraft, und regelmäßige Reinigung der Brille
- Überprüfung der Medikation nach Zeit und Notwendigkeit der Gabe
- Auslöser für Angst/ Verwirrtheit/ Unruhe herausfinden und möglichst minimieren
- Gehtraining Krafttraining
- Stolperfallen beseitigen
- Festes sowie geschlossenes Schuhwerk sowie passende Kleidung
- Lichtverhältnisse anpassen
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Dekubitusprophylaxe
Definition Dekubitus:
Ein Dekubitus ist eine lokale Schädigung eines begrenzten Bereiches der Haut und meist darunter liegenden
Gewebes. Das bekannteste Modell zur Einteilung eines Dekubitus in seinen Schweregrad, ist von J.D. Shea. Die
Einteilung erfolgt in vier Grade.
Grad 1: nicht wegdrückbare Rötung der betroffenen Hautpartie, grenzt sich stark von der Umgebung ab. Der
Bereich kann verhärtet und wärmer sein wie seine Umgebung. Die Haut ist aber noch intakt.
Grad 2: Die Lederhaut ist betroffen und es kommt zu Blasenbildung und Hautabschürfungen mit rot bis rosa
farbigen Wundbett. Es kommt zu Teilverlust der Haut; Epidermis bis hin zu Anteilen des Koriums sind geschädigt.
Es besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko, insbesondere bei Ablösung der Oberhaut.
Grad 3: Das Druckgeschwür reicht bis zur Muskulatur, Sehnen und Bändern. Schädigung a P Hautschichten bis hin
zum Verlust.
Grad 4: Druckgeschwür mit Nekrose von Muskeln, Knochen oder stützenden Strukturen. Verlust aller
Hautschichten mit ausgedehnter Zerstörung.
1. Risiko erfassen: nicht nur einmalig, sondern in regelmäßigen Abständen evaluieren, sowie nach akuten
Ereignissen (Krankenhausaufenthalt oder ähnliches)
2. Beratung: Beratung des Patienten oder Bewohner sowie der Angehörigen zu den bekann. und erkannten
Risikofaktoren
3. Planung von Maßnahmen x Maßnahmen werden Patienten/ Bewohner bezogen geplant und sind auf die
bestehenden Risikofaktoren abgestimmt.
4. Durchführung von Maßnahmen
5. Evaluation und eventuelle Anpassung der Planung
Risikofaktoren Dekubitus: Die Dekubitusrisikofaktoren sind bei jedem Bewohner/ Patienten individuell zu
betrachten und werden in intrinsische und extrinsische Faktoren unterteilt.
intrinsische Faktoren: (den Patienten selbst betreffend; von Ihm ausgehend)
- reduzierte Mobilität
- Alter
- Dehydration
- Gewicht
- Inkontinenz
- Sensibilitätsstörung
- Mangelernährung
- Medikamente
extrinsische Faktoren: (äußere Einflüsse, Gegebenheiten, Umstände)
- Medikamente
- Feuchtigkeit
- Körperhygiene
- Lagerung
- Dauer und Intensität der Druck- und Scherkräfte
Maßnahmen zur Dekubitusprophylaxe:
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Lagerungsarten:
- VATI Lagerungen
- 30° Seitenlagerung
- Hohllagerung
- Lagerung auf schiefer Ebene
- 135° Lagerung
- Mikrolagerung
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Thromboseprophylaxe
Definition Thrombose:
Bildung eines Thrombus (Blutgerinnsel) in einem Blutgefäß oder im Herzen. Dieser Pfropf (wie ein Korken)
behindert den Blutfluss.
1. Risiko erfassen:
nicht nur einmalig, sondern in regelmäßigen Abständen evaluieren, sowie nach akuten Ereignissen
(Krankenhausaufenthalt, Veränderung von Medikationen, akuten Erkrankungen oder ähnliches)
2. Beratung:
Beratung des Patienten oder Bewohner sowie der Angehörigen zu den bekannten und erkannten
Risikofaktoren
3. Planung von Maßnahmen
Maßnahmen werden Patienten/ Bewohner bezogen geplant und sind auf die bestehenden Risikofaktoren
abgestimmt
4. Durchführung von Maßnahmen
5. Evaluation und eventuelle Anpassung der Planung
Risikofaktoren Thrombose:
Thromboserisikofaktoren sind bei jedem Patienten/ Bewohner individuell zu bestimmen
- vergangene Thrombose
- Operationen
- Herzinsuffizienz
- Dehydrierung
- hohes Alter
- Adipositas
- akute Infektionen
- vergangene Herzinfarkte
- u.v.m (und vieles mehr)
Maßnahmen zur Thromboseprophylaxe:
Maßnahmen müssen individuell abgestimmt werden und sich auf die bekannten und erkannten Risikofaktoren
beziehen. Es wird bei der Thromboseprophylaxe in zwei Teilbereiche bei den Maßnahmen unterteilt. Die
medikamentösen Maßnahmen und die nicht medikamentösen Maßnahmen
medikamentöse Maßnahmen:
- Heparine (Antithrombin; verhindert die Gerinnung des Blutes)
- Vitamin-K-Antagonisten (Cumarine; Wirkstoff: Phenprocoumon (Marcurmar); Gerinnungshemmer) =
orale Antikoagulation
nicht medikamentöse Maßnahmen:
- Frühmobilisation
- Physiotherapie
- Anlegen von Kompressionssystemen (Strümpfe, Verbände)
- Bewegungsübungen
- ausreichende Flüssigkeitszufuhr bzw. Flüssigkeitsaufnahme
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Pneumonieprophylaxe
Definition Pneumonie:
Eine Pneumonie ist eine Lungenentzündung bzw. eine Entzündung von Gewebe in der Lunge. Sie kann akut sein
oder chronisch verlaufen. Ursachen für eine Pneumonie können Bakterien, Viren, Pilze, Aspiration (einatmen) von
Magensaft, Parasiten, Fremdkörpern, giftige Dämpfe und Gase und andere Faktoren sein.
1. Risiko erfassen:
nicht nur einmalig, sondern in regelmäßigen Abständen evaluieren, sowie nach akuten Ereignissen
(Krankenhausaufenthalt, akuten Erkrankungen oder ähnliches)
2. Beratung:
Beratung des Patienten oder Bewohner sowie der Angehörigen zu den bekannten und erkannten
Risikofaktoren
3. Planung von Maßnahmen
Maßnahmen werden Patienten/ Bewohner bezogen geplant und sind auf die bestehenden Risikofaktoren
abgestimmt.
4. Durchführung von Maßnahmen
5. Evaluation und eventuelle Anpassung der Planung
Risikofaktoren einer Pneumonie:
Die Risiken einer Pneumonie müssen bei jedem Patienten/ Bewohner individuell eingeschätzt werden. Mögliche
Risiken:
- mangelnde Belüftung der Lunge
- Immobilität
- Bettlägerigkeit
- Bewusstseinseinschränkungen
- Bronchitis
- COPD (chronic obstructive pulmonary disease = chronisch obstruktive Lungenerkrankung)
- Asthma bronchiale
- Schluckstörung
- behandlungsbedürftiger Zahnstatus
- Intubation (künstliche Beatmung)
Prophylaktische Maßnahmen bei einem Pneumonierisiko oder einer Pneumonie:
Maßnahmen müssen individuell auf Patienten/ Bewohner abgestimmt sein und beziehen sich auf die bekannten
und erkannten Risikofaktoren.
- Förderung der Mobilität
- Überprüfung der Notwendigkeit von Medikationen (Sedativa wenn möglich reduzieren)
- Frischluft
- Zahnstatus kontrollieren und korrigieren
- Atemgymnastik
- Atem stimulierende Einreibungen
- üben von Atemtechniken (Bauch oder Thorax)
- Atem unterstützende Lagerungen (V-A-T-I) (V-Lagerung zur Belüftung der unteren Lungenbereiche; A-
Lagerung zur Belüftung der oberen Lungenbereiche; T-Lagerung zur Belüftung aller Lungenbereiche; I-
Lagerung zur Belüftung aller Lungenbereiche bei schmalen Bewohnern)
- Oberkörper hoch lagern
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Aspirationsprophylaxe
Definition Aspiration:
Eine Aspiration ist das Eindringen von Fremdkörpern in die Atemwege (Nahrung, Flüssigkeit, Erbrochenes). Dies
kann zu einer Lungenentzündung auf Grund von Aspiration oder auch zum Ersticken führen.
1. Risiko erfassen:
nicht nur einmalig, sondern in regelmäßigen Abständen evaluieren, sowie nach akuten Ereignissen
(Krankenhausaufenthalt, Veränderung von Medikationen, akute Erkrankungen (Apoplex oder ähnliches))
2. Beratung:
Beratung des Patienten oder Bewohner sowie der Angehörigen zu den bekannten und erkannten
Risikofaktoren
3. Planung von Maßnahmen
Maßnahmen werden Patienten/ Bewohner bezogen geplant und sind auf die bestehenden Risikofaktoren
abgestimmt.
4. Durchführung von Maßnahmen
5. Evaluation und eventuelle Anpassung der Planung
Aspirationsrisikofaktoren:
Die Risiken einer Aspiration müssen bei jedem Patienten/ Bewohner individuell eingeschätzt werden. Beispiele
für Risiken:
- Schluckstörung (nach Schlaganfall)
- neurologische Defizite
- Ernährung durch Sonden
- Krankheiten (Parkinson, Demenz, Apoplex)
- Immobilität
- Bettlägerigkeit
- Bewusstseinseinschränkungen
- Zahnstatus
Maßnahmen bei Aspirationsrisiko oder Aspiration:
Maßnahmen müssen individuell auf jeden Patienten/ Bewohner abgestimmt sein und im Zusammenhang zu den
erkannten und bekannten Risikofaktoren stehen. Es wird bei der Aspirationsprophylaxe in medizinische und
pflegerische Maßnahmen unterteilt.
medizinische Maßnahmen:
- Intubation bei Apnoe (Atemstillstand)
- Absaugen
- legen einer Magensonde (ggf. eine PEG)
- Nahrungs- und Flüssigkeitskarenz (aussetzen der oralen Aufnahme)
pflegerische Maßnahmen:
- mundgerechte Zubereitung und Anreichen von Nahrung
- Getränke (Flüssigkeit) andicken
- Oberkörperhochlagerung
- Kontrolle des Zahnstatus
- ausreichend Zeit lassen bei der Aufnahme von Speisen und Getränken
- Mundhygiene beachten ggf. Essensreste manuell entfernen
- postprandial (nach dem Essen) erhöhtes Sitzen für mindestens 30 Min. um Refo zu vermeiden
- Schlucktraining
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Obstipationsprophylaxe
Definition Obstipation:
Der Begriff Obstipation kommt aus dem lateinischen und meint „Verstopfung". Es kommt je nach individueller
Frequenz zu einer verspäteten Defäkation (Ausscheidung von Stuhl). Bei einer Verzögerung von drei Tagen oder
einer Frequenz < 3 mal pro Woche. Weitere Anzeichen für eine Obstipation sind sehr harter Stuhl oder das
Abführen einhergehend mit starken Schmerzen.
1. Risiko erfassen:
nicht nur einmalig, sondern in regelmäßigen Abständen evaluieren, sowie nach akuten Ereignissen
(Krankenhausaufenthalt, Veränderung von Medikationen, einschneidende Lebensereignisse oder ähnliches)
2. Beratung:
Beratung des Patienten oder Bewohner sowie der Angehörigen zu den bekannten und erkannten
Risikofaktoren
3. Planung von Maßnahmen
Maßnahmen werden Patienten/ Bewohner bezogen geplant und sind auf die bestehenden Risikofaktoren
abgestimmt.
4. Durchführung von Maßnahmen
5. Evaluation und eventuelle Anpassung der Planung
Obstipationsrisiken:
Die Risikofaktoren sind für jeden Patienten/ Bewohner individuell zu erfassen. Beispiele sind:
- Erkrankungen der Analregion
- Bettlägerigkeit
- Schilddrüsenunterfunktion
- Elektrolytstörungen
- Medikamente wie Opioide
- neurologische Erkrankungen
- hormonelle Störungen
- geringe Trinkmengen; besonders im Alter oder bei Hitze (Dehydration)
- bei allgemeinem Bewegungsmangel oder Bewegungseinschränkungen
- Immobilität
- gestörte Darmflora und oder Darmperistaltik (Bewegung der Muskulatur des Darms zur Durchmischung
und Weiterbeförderung)
- ballaststoffarme Nahrung x Erkrankungen wie Depression oder auch Querschnittslähmung
- Stress
- gravierende Veränderung der Lebensumstände (bspw. Tod eines Angehörigen/ Partner/Kind)
- ... u.v.m.
Maßnahmen zur Obstipationsprophylaxe:
Maßnahmen müssen individuell auf den Patienten/ Bewohner abgestimmt werden und im Zusammenhang mit
den bekannten und erkannten Risikofaktoren stehen.
- Ausreichende Trinkmenge (mindestens 1500ml / 24h)
- ballaststoffreiche Nahrung
- koffeinhaltige Getränke nur in Maßen
- Bewegungsförderung zur Anregung der Darmperistaltik
- sanfte Massagen des Bauches
- Umstellung der Medikation
- Darreichung von laxierenden (abführenden) Mitteln
- Erleichterung des Toilettenganges
- Stress reduzieren
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Kontrakturenprophylaxe
Definition Kontraktur:
Kontrakturen sind Funktions- und Bewegungseinschränkungen von Gelenken.Sie werden bspw. durch
Verkürzungen von Sehnen und Muskeln verursacht. Man unterscheidet drei Kontrakturformen:
a. Beugekontraktur: x vor allem an Knie- und Hüftgelenken * Strecken der Extremitäten ist nicht möglich
oder stark eingeschränkt
b. Streckkontraktur: x bspw. der Spitzfuß
c. Rotationskontraktur: P x bei Verdrehung eines Gelenkes
1. Risiko erfassen:
nicht nur einmalig, sondern in regelmäßigen Abständen evaluieren, sowie nach akuten Ereignissen (Sturz,
Krankenhausaufenthalt, oder ähnliches)
2. Beratung:
Beratung des Patienten oder Bewohner sowie der Angehörigen zu den bekannten und erkannten
Risikofaktoren
3. Planung von Maßnahmen
Maßnahmen werden Patienten/ Bewohner bezogen geplant und sind auf die bestehenden Risikofaktoren
abgestimmt.
4. Durchführung von Maßnahmen
5. Evaluation und eventuelle Anpassung der Planung
Risikofaktoren für Kontrakturen:
Risikofaktoren sind für jeden Bewohner/ Patienten individuell zu erfassen und können folgenden Ursachen zu
Grunde liegen:
- Bewegungseinschränkung durch Verband oder Schiene
- Mobilitätseinschränkungen
- Bettlägerigkeit
- langes Sitzen im Rollstuhl
- Ruhigstellung oder Fixierung nach Knochenoperationen
- Lagerungen (jede Lagerungsform führt langfristig zu Kontrakturen)
- Lähmungen
- Polyarthritis
- Bewusstseinsstörungen
- Schonhaltung bei chronischen Schmerzen
- Erkrankungen des Nervensystems bspw. MS
Maßnahmen zur Vermeidung von Kontrakturen:
Maßnahmen müssen individuell im Bezug zu den erkannten und bekannten Risiko ausgewählt werden. Bei den
prophylaktischen Maßnahmen wird unterschieden in Maßnahmen zur Mobilisierung und zur Lagerungen:
Mobilisierung:
- Eigenbeweglichkeit fördern (motivieren, erreichbare Ziele setzen)
- Physiotherapie
- Bewegung der gefährdeten Gelenke mehrmals täglich
aktiv: selbstständiges Durchführen durch Patienten/ Bewohner
assistierend: Pflegekräfte unterstützen selbstständige Durchführung
passiv: Übungen werden von Pflegekraft durchgeführt
resistiv: Patienten/ Bewohner arbeiten gegen einen Gegendruck
Lagerung:
- so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich!
- Lagerungsmittel individuell auswählen
- Gelenke wenn möglich in physiologischer Funktionsstellung lagern (physiologische Mitte)
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Intertrigoprophylaxe
Definition Intertrigo:
Intertrigo (umgangssprachlich „Hautwolf") ist eine Entzündungen von Hautarealen, meist in Hautfalten. Häufig
betroffene Bereiche sind unter den Brüsten, den Achseln, der Bauchfalte, den Leisten und den Zwischenräumen.
Ausgelöst wird ein Intertrigo oft durch mechanische Reizung (Haut auf Haut) und/oder anhaltend aufgestauter
Feuchtigkeit. In vielen Fällen eines Intertrigo sind die betroffenen Areale zudem mit einem Pilz befallen oder mit
Bakterien infiziert.
1. Risiko erfassen:
nicht nur einmalig, sondern in regelmäßigen Abständen evaluieren, sowie nach akuten Ereignissen
(Krankenhausaufenthalt, massive Gewichtszunahme oder ähnliches)
2. Beratung:
Beratung des Patienten oder Bewohner sowie der Angehörigen zu den bekannten und erkannten
Risikofaktoren
3. Planung von Maßnahmen
Maßnahmen werden Patienten/ Bewohner bezogen geplant und sind auf die bestehenden Risikofaktoren
abgestimmt.
4. Durchführung von Maßnahmen
5. Evaluation und eventuelle Anpassung der Planung
Risikofaktoren für einen Intertrigo:
Die Ursachen für einen Intertrigo sind nicht nur zahlreich sondern auch individuell bei jedem Patienten/ Bewohner
zu betrachten. Die häufigsten Risikofaktoren:
- Adipositas (Fettleibigkeit)
- Bewegungsmangel
- Diabetes mellitus
- Harninkontinenz
- starkes Schwitzen
- Reiben von Haut an Haut
- Hitze
- ...u.v.m
Maßnahmen zur Intertrigoprophylaxe:
Alle Maßnahmen sind individuell auf den Patienten/ Bewohner zu verstehen unter Berücksichtigung der
jeweiligen erkannten und bekannten Risikofaktoren. Mögliche Maßnahmen zur Intertrigoprophylaxe sind:
- Gewichtsreduktion
- Bewegungsförderung
- Reibung von Haut auf Haut minimieren bspw. durch Einlegen von Kompressen
- gefährdete Bereiche trocken halten
- regelmäßige Kontrolle der Haut
- Wärme meiden
- Nutzung von Inkontinenzartikel muss sachgerecht erfolgen,regelmäßige Kon und Wechsel nach Bedarf ist
erforderlich
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Deprivationsprophylaxe
Definition Deprivation:
Die Deprivation beschreibt einen Zustand der Reizverarmung. Mangel, Verlust, Entzug von etwas Erwünschtem;
Entzug bzw. Entbehrung von sozialen Beziehungen und Kontakten. Man unterscheidet in:
- sozialer Deprivation = Ausgrenzung, Verlust sozialer Beziehungen und Kontakten
- sensorische Deprivation: Außenreize können nicht mehr wahrgenommen werden (bspw. durch Verlust
der Sehkraft oder der Fähigkeit zu Hören)
- emotionale Deprivation: emotionale Vernachlässigung
1. Risiko erfassen:
- klinische Einschätzung
- spezifische Assessementinstrumente zur Einschätzung gibt es derzeit noch nicht
2. Beratung:
Beratung des Patienten oder Bewohner sowie der Angehörigen zu den beka und erkannten Risikofaktoren
3. Planung von Maßnahmen
Maßnahmen werden Patienten/ Bewohner bezogen geplant und sind auf die bestehenden Risikofaktoren
abgestimmt.
4. Durchführung von Maßnahmen
5. Evaluation und eventuelle Anpassung der Planung
Risikofaktoren Deprivation:
Deprivation kann eine Vielzahl an Ursachen haben und die Risikofaktoren müssen individuell je Patienten/
Bewohner erfasst werden. Ein paar mögliche Auslöser:
- Einschränkung von Sinnesorganen
- kognitive Einschränkung (bspw. durch Demenz)
- Depression x mangelnde Bewegung
- Trennung von Bezugspersonen oder Vertrauten (z. B. durch Tod)
- fehlende Berührung oder Stimulation
- Bettlägerigkeit
- Isolation
- Medikation (bspw. Psychopharmaka
- Freiheitsentziehende Maßnahmen
Maßnahmen zur Prophylaxe von Deprivation:
Jedwede Form von Maßnahmen muss individuell eines jeden Patienten/ Bewohner ergriffen werden unter
Berücksichtigung der jeweiligen erkannten und bekannten Risikofaktoren.
- Ausgleich von Einschränkungen der Sinnesorgane durch Hilfsmittel (Brille, Hörgerät)
- Bewegungsförderung
- Herstellung von Kontakt zu (ehemaligen) Bezugspersonen
- Unterstützung beim Knüpfen neuer Kontakten
- Teilnahme an Gruppen
- Bei Bettlägerigkeit bspw. Bett drehen um Blick aus dem Fenster zu ermöglichen
- Überprüfung der Medikationen
- Beendigung von freiheitsentziehenden Maßnahmen
- Basale Stimulation
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Soor & Parotitisprophylaxe
Definition Soor & Parotitis:
1. Risiko erfassen:
nicht nur einmalig, sondern in regelmäßigen Abständen evaluieren, sowie nach akuten Ereignissen
(Krankenhausaufenthalt, Veränderung von Medikationen ähnliches)
2. Beratung:
Beratung des Patienten oder Bewohner sowie der Angehörigen zu den bekannten und erkannten
Risikofaktoren
3. Planung von Maßnahmen
Maßnahmen werden Patienten/ Bewohner bezogen geplant und sind auf die bestehenden Risikofaktoren
abgestimmt.
4. Durchführung von Maßnahmen
5. Evaluation und eventuelle Anpassung der Planung
Risikofaktoren Soor & Parotitis:
Risikofaktoren müssen individuell je Patienten/ Bewohner erfasst werden. Beispiele für Ursachen sind:
Soor: Parotitis:
- Mundtrockenheit - durch verminderte Speichelproduktion
- Atemnot/Mundatmung können Bakterien in den
- Dehydration Ausführungsausgang der Parotis gelangen
- Nahrungskarenz - Sondennahrung
- nasale Sonde - Schluckstörung
- Störung der Mundflora durch geschwächte - Antibiotika und oder Cortison
Infektabwehr - Bewusstseinsstörung / Koma
- Medikamente: Antibiotika; Zytostatika oder - Immungeschwächte
Cortison - Patienten nach Apoplex
- Erkrankungen wie Krebs oder HIV - Unterernährte
- bei Unterernährung - Mundtrockenheit
- Diabetes mellitus
- unter Sauerstoffgabe
Prophylaktische Maßnahmen:
Jede ergriffene Maßnahme muss individuell auf Patienten/ Bewohner angepasst we und den erkannten sowie
bekannten Risikofaktoren entsprechen.
- Mundpflege und Mundhygiene beachten
- mehrmals täglich Zähne putzen / Zahnprothesenpflege
- Speichelfluss erhöhen
- Anregung der Kaufähigkeit
- Zitronenhaltige Getränke, Pagavit Stäbchen
- Massage der Wangen vor den Ohren
- Appetit anregen
- anfeuchten der Mundschleimhaut
- Mundspülung (Kamille oder Pfefferminztee
- Auswischen der Mundhöhle
- Unterstützung der Immunabwehr durch ausgewogene Ernährung und ausreichend Schlaf
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