Lernmodul 5 - Produkt - Learn-Version
Lernmodul 5 - Produkt - Learn-Version
Lernmodul 5: Marketing-Mix –
Produkt- u. programmpolitische Entscheidungen
© Margit Kastner
Department für Marketing
Quelle: Meffert, Burmann und Kirchgeorg (2015). Marketing. Wiesbaden: Springer Gabler.
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Übersicht: Marketing-Management
Makro-Umwelt
Nachfrager
Anbieter Märkte Konkurrenz
2 Marketingziele
Strategische
Marketingplanung
3 Marketingstrategie
4 Marketinginstrumente Operative
Produkt Preis Distribution Kommunikation Marketingplanung
5 Marketingimplementierung Realisation
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4
I. Markttransaktionen
MBV CBV
II. Entscheidungsprozesse
Kaufentscheidungen Marketingentscheidungen Produkt- u. Programmpolitik
von Nachfragern von Anbietern
Programmgestaltung
management
Marketing-
3. Marketingstrategie
Produktinnovation
4. Marketinginstrumente
5. Marketingimplementierung Produktvariation u.
Produktdifferenzierung
III. Wertebene
Kunden- u. Unternehmens-
Stakeholder
Markenwert wert
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Value
Quelle: Meffert/Burmann/Kirchgeorg 2015, S. 362
5
Produkt
=
Produktnutzen
Summe aller
Nutzenkomponenten
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Entscheidungstatbestände
Programmgestaltung
Programmgestaltung
Grundlegende Entscheidungen:
Grundsätzliche Ausrichtung bzw. Struktur des Programms
Programmbreite: Anzahl der Produktlinien bzw. Produkte im Programm (d.h.
Anzahl alternativer Produktangebote)
Programmtiefe: Anzahl der Produkte innerhalb der Produktlinien (=Länge der
Produktlinie) bzw. Anzahl der Produktvariationen
Berücksichtigung von Verbundbeziehungen zwischen den Produkten
Markierung
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Entscheidungen bei der Programmgestaltung:
Grundsätzliche Ausrichtung
1. Herkunftsorientierung
3. Preislagenorientierung
4. Selbstverkäuflichkeitsorientierung
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Entscheidungen bei der Programmgestaltung:
Qualitätsniveau
Erklärung Risiko
Wachstum
Wettbewerb
Kostenvorteile
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Entscheidungen bei der Programmgestaltung:
Grundrichtungen
Auffüllen einer Produktlinie Bereinigung einer Produktlinie
(Hinzufügen neuer Produkte) Eliminierung von weniger erfolgreichen
Erfüllung bisher unbefriedigter Produkten
Nachfragerwünsche Freisetzung von blockierten Kapazitäten
„Kannibalisierung“ eigener Produkte
Produktlinienpflege
Verwässertes Vorstellungsbild der
Produktlinie bei Nachfragern → Auswahl eines / mehrerer sog.
Abwanderung zu besser positionierten Kopfprodukte
Konkurrenzprodukten Repräsentieren gesamte Produktlinie
Modernisierung einer Produktlinie Marketingmaßnahmen werden für
Kopfprodukte stellvertretend für
Stückweise (d.h. für einzelne Produkte gesamte Linie eingesetzt
zeitlich nacheinander) oder alle auf
einmal Positionierung innerhalb der Linie
beeinflusst Ausstrahlungseffekte der
Kopfprodukte
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Entscheidungen bei der Programmgestaltung:
Verbundeffekt-Typen
1. Bedarfsverbund: gemeinsamer Ge-/Verbrauch von Gütern, die in
komplementärem Zusammenhang zueinander stehen
Nachfragewirksame vs. nicht-nachfragewirksame Verbundeffekte
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Produktinnovation:
Herausforderungen
GOOGLE GLASS Pizzen
1. Große Misserfolgswahrscheinlichkeit
2. Hoher Ressourcenaufwand
3. Marktrisiken
Entwicklungs- oder Eintrittsrisiko: mit „falschem“ (d.h. nicht akzeptierten) Produkt
rechtzeitig am Markt
Hohe Opportunitätskosten bzw. entgangene Gewinne: mit „richtigem“ Produkt zu später
Markteintritt
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Produktinnovation:
Innovationstypen
Bestehendes Produktkonzept
Bestätigt Verworfen
Unverändert
Verknüpfung wesentlicher
Produktkomponenten
Architekturale Innovation
Radikale Innovation
technologie-/
Strategische Entscheidungen marktinduziert
make-or-buy
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Quelle: Meffert/Burmann/Kirchgeorg 2015, S. 377
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Produktinnovationsprozess
Ideengewinnung
Ideenprüfung
Frage der Verwendung
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Produktinnovationsprozess:
Prüfung von Neuproduktideen
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Produktinnovationsprozess:
Drei-Stufen-Modell der Ideenprüfung
Mindestanforderungen (z.B.
1 Grobauswahl („Screening“)
Entwicklungskosten, Entwicklungszeit)
Gewinn
€ Gesamtkosten
xB … Break-Even-Menge € Fixkosten
xi … Absatzmenge
Absatzmenge
xB xi
Break-Even-Menge: Absatzmenge, die zur Deckung aller Absatz- und
Entwicklungskosten eine Produktes notwendig ist
Entscheidungsregel: xi > xB → Produkteinführung
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xi < xB → Produktablehnung
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Produktinnovationsprozess:
Amortisationsperiode
Amortisationsperiode: Zeit, in der die kumulierten Fixkosten der Neuproduktentwicklung und
Markteinführung durch die kumulierten Deckungsbeiträge gedeckt werden
𝐌 𝐌
Berücksichtigung zeitlicher
𝐊𝐟 𝐩 𝐤𝐯 𝐱𝐭
Veränderungen von Fixkosten
𝐭 𝟏 𝐭 𝟏
𝐂𝟎𝐑 𝐀𝟎 𝐝𝐭 𝟏 𝐢 𝐫 𝐭
𝐭 𝟏
A0 … Forschungs- und Entwicklungskosten, Kosten der Markteinführung
dt … Ein-/Auszahlungsüberschuss des Neuproduktes in der Periode t
i … Kalkulationszuschlag
r … Risikozuschlag
T … Produktlebensdauer
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Produktinnovationsprozess: 23
Kapitalwertmethode
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Produktinnovationsprozess:
Nutzwertanalyse
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Produktinnovationsprozess:
Realisation von Neuproduktideen
Sicherung des Markterfolges durch geeignete Produkt-Etats und Planung
der Markteinführung
Entscheidungen über konkrete Gestaltungsmaßnahmen
(z.B. Farbabstimmung, Verpackungsgröße)
Produkttests, um detaillierte Informationen über Akzeptanz des
Neuproduktes zu erhalten
Extrapolation (Hochrechnung) der Ergebnisse auf den Gesamtmarkt
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Produktinnovationsprozess:
Typologie von Produkttests
Quelle: Meffert et al. 2015, S. 397
Produkttest i.e.S.
Partialtest Volltest
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Testmarktersatzverfahren
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Testmarktalternativen
Markttest:
Mini-Testmarkt Labor-Testmarkt
regionaler Testmarkt (z.B. GfK BEHAVIORSCAN) (z.B. TESI)
(z.B. BONSAI)
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Quelle: Meffert/Burmann/Kirchgeorg 2015, S. 402
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Rekrutierung
Vorkaufinterview
Labor
Werbesimulation
Kaufsimulation
Verwendung zu Hause
Nachinterview
Labor
Kaufsimulation
Marktanteil
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(Ver)packungsbegriffe
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1. Stufe Schutzfunktion
2. Stufe Verkaufsfunktion
4. Stufe Verwendungsbestandteil
5. Stufe Informationsträger
Inputfaktor im
6. Stufe Wertschöpfungskreislauf
(Recyclinggedanke)
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(4) Absatzwirkungen
(5) Kostenüberlegungen
(6) Konkurrenzaspekte
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Wann?
als Erster (Pionier-Vorteil?)
gleichzeitig mit MitbewerberInnen
später als Konkurrenz (Second-but-better?)
Wo?
Auswahlkriterien: Marktpotential, Kosten, Wettbewerbslage,
Konkurrenz
An wen?
starke VerwenderInnen identifizieren
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Markteinführung und Diffusion
Timingstrategie: Pionier
Ziel Chancen
• Frühzeitiges Entwickeln von Markt-Know-how
• Preispolitische Spielräume
• Imagevorteile als Innovator
• Setzen von Industrie-Standards
• Maximaler Handlungsspielraum beim Einsatz der Instrumente
• Aufbau von Markteintrittsbarrieren
Entwicklung • Frühes Ausnutzen von Erfahrungskurven und Skaleneffekten
technologischer
Risiken
Innovationen
• Hoher F&E-Aufwand
• Hohe Kosten der Markterschließung (Überzeugungsaufwand)
• Hohe Ungewissheit bzgl. Nachfrageentwicklung
• Gefahr von Technologiesprüngen und unausgereiften
Produkten
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Markteinführung und Diffusion
Timingstrategie: Später Folger „Me-too“
Ziel Chancen
• Kostenvorteile (geringer F&E- und
Markterschließungsaufwand)
• Geringere Produkt- und Prozessrisiken
• Ausnutzung von Standardisierungspotenzialen
Aufbau einer
rentablen
Wettbewerbs-
situation durch Risiken
Niedrigpreis- • Imagenachteile gegenüber etablierten Anbietern
angebot • Höhere Markteintrittsbarrieren durch bestehendes
Marktgefüge
• Bedrohte Wettbewerbsposition bei Preissenkung der
Konkurrenz
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Timingstrategie: Später Folger
Nischenanbieter
Ziel Chancen
• Kostenvorteile (geringerer F&E-Aufwand)
• Aufbau eigener Nischenkompetenz
• Höhere Profitabilität und Lebensdauer der Nische bei
Liebhabermärkten
Ausnutzung
der Vorteile
einer nahezu
konkurrenz- Risiken
freien • Besondere Kompetenz nicht glaubwürdig darstellbar
Marktnische • Auswahl eines falschen Segments
• Etablierte Anbieter treten in Nische ein
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Beispiele:
• 90% Erstkauf und 10 % Wiederkauf
• 10% Erstkauf und 90 % Wiederkauf
Personenbezogene
Faktoren
Phasen des Adoptionsprozesses
Äußere Faktoren
Produktbezogene
Erkennen Interesse Bewertung Versuch Annahme Erstkauf Wiederkauf
Faktoren
Informations-
quellen
Ablehnung
x … mittlere Adoptionszeit
s … Standardabweichung
13,5%
Frühadopter
Hohes technisches Niveau und Nutzung von Synergien (z.B. zwischen F&E-,
Produktions- und Marketingbereich)
Marktsituation
Je höher die Wettbewerbsintensität, desto geringer die Erfolgswahrscheinlichkeit von
Innovationen
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Produktvariation Produktdifferenzierung
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konstante Anzahl vergrößerte Anzahl
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Ansatzpunkte für Produktvariation und -
differenzierung
Produkt-
Produktvariation Ausgangspunkt
differenzierung
Symbolische Value-Added-
Eigenschaften Services
Produktelimination
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