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Year: 2012
Multimodalität und multimodale Kompetenz. Text-Bild-Kommunikate im
Social Web
Müller, Christina Margrit
Posted at the Zurich Open Repository and Archive, University of Zurich
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Journal Article
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Originally published at:
Müller, Christina Margrit (2012). Multimodalität und multimodale Kompetenz. Text-Bild-Kommunikate
im Social Web. Der Deutschunterricht, 64(6):22-33.
CHRISTINA MARGRIT MÜLLER
Multimodalität und multimodale
Kompetenz
Text-Bild-Kommunikate im Social Web
BILDung Diskurs wird oftmals eine Verdrängung der
geschriebenen Sprache befürchtet. Um sol-
Bilder l spielen nicht nur im Social Web, che Befürchtungen zu relativieren bedarf es
sondern allgemein in der heutigen Kommu- wissenschaftlicher Forschung zur multimo-
nikation eine eminente Rolle. Hug (2011, dalen Kommunikation (vgL KlemmlStöckl
54) spricht von einem Visualisierungs- 2011, 7). Bei der sich gerade konstituie-
schub, der sowohl quantitative als auch renden sogenannten ,Bildlinguistik' handelt
qualitative Züge trägt: Der qualitative As- es sich um einen noch weitgehend uner-
pekt betrifft den Umgang mit Bildern so- forschten Teilbereich innerhalb der Text-
wie veränderte Sehpraxen, der quantitative und Medienlinguistik. Dass Bilder lange
ist auf die einfach gewordene Herstellung Zeit - mit Ausnahme einzelner Bereiche
digitaler Bilder sowie deren massenhafte wie beispielsweise der Werbekommunika-
Nutzung zurückzuführen, nicht zuletzt in tion - nicht in textlinguistische Analysen
Foto- und Video-Communitys des Social einbezogen wurden, wird auf den bisher 10-
Webs. Pictorial turn ist ein anderer geläufi- gozentrischen2 Blick bzw. die Bilderblind-
ger Terminus, der sowohl für die genannten heit (vgl. Schmitz 2005, 197) der Sprach-
aktuellen Veränderungen als auch historisch wissenschaft zurückgeführt.
für essenzielle Wendepunkte wie beispiels- Dies wiederum entspricht der Diskreditie-
weise die Entwicklung von Drucktechni- rung von Bildern in der Schule. Schmitz
ken wie der Holzschnitt oder die Erfindung (2004, 73) fragt berechtigterweise: "Warum
der Fotografie verwendet wird. "Gewöhn- sollte Schule Bildung für Bilder vernach-
lich beschwören pictorial turns in irgend- lässigen, wo visuelle Kommunikation doch
einer Weise die Unterscheidung zwischen unseren Alltag bestimmt?" Denn gerade im
Worten und Bildern herauf, wobei das Wort Zeitalter des Social Webs werden sowohl
mit Gesetz, Lesekompetenz und Elitenherr- von Produzenten als auch von Rezipienten
schaft, das Bild dagegen mit volkstümli- "design- und bildbezogene Kompetenzen
chem Aberglauben, Unbildung und Aus- erwartet [ ... ], die über eine sprachlich zu
schweifung assoziiert wird." (Mitchell bestimmende Textkompetenz" (Steinseifer
2009,321, Hervorh. im Original) In einem 2011, 165) hinausgehen. Folglich wurden
solchen durch den Bedeutungszuwachs von in den letzten Jahren immer mehr Stimmen
Bildern evozierten kulturpessimistischen laut, die fordern, dass Text-Bild-Kommuni-
(1) Dieser Arbeit liegt ein enger Bildbegriff zugrunde, d. h. als Bilder werden nur visuell wahrnehmbare Artefakte ver-
standen und nicht auch mentale Bilder. Solche materiellen Bilder gelten denn auch als prototypische Bilder (vgl. Stöckl
2004a,91) und sie treten in den'medialen Varianten ,statisch' und ,dynamisch' auf (vgl. Stöckl2004b, 17). Der vor-
liegende Beitrag beschränkt sich auf statische Bilder.
(2) Logozentrismus kann dahingehend verstanden werden, dass der gesprochenen Sprache ein höherer Stellenwert als
der geschriebenen zugestanden wird. Hier wird der Terminus jedoch in der Bedeutung verwendet, wie sie beispiels-
weise bei Stöckl (2004a, 6) zu finden ist, nämlich dass die Sprache sowohl medial schriftlich als auch mündlich als
dem Bild überlegen gilt. Um den zweideutigen Terminus zu vermeiden, könnte man alternativ von "Linguozentris-
mus" (Nöth 2000, 468) sprechen.
22 Der Deutschunterricht 6/2012
kation verstärkt Gegenstand des Schulun- Der vorliegende Beitrag führt in die For-
terrichts sein soll. So wird die Förderung schung zur Text-Bild-Kommunikation mit
visueller Kompetenz oder "Bildalphabeti- speziellem Fokus auf das Sodal Web ein,
sierung" (Doelker 2011, 10) im Schulun- gibt Anregungen für die Unterrichtsgestal-
terricht gefordert. Mit dem Terminus der tung und möchte vor allem dazu animieren,
Alphabetisierung wird die bildungspoli- selber im Unterricht mit Text-Bild-Kom-
tische Forderung erhoben, "den etablier- munikaten zu experimentieren und dazu
ten Lesebegriff auch auf das Bild auszu- die Möglichkeiten des Social Webs zu nut-
dehnen, also Bilderlesen als gleichwertige zen. Zunächst wird in Abschnitt 2 ein all-
Kulturtechnik wie das Lesen von verbalen gemeiner Überblick zur linguistischen Ana-
Texten zu positionieren und damit in den lyse von Text-Bild-Relationen gegeben, in
Alphabetisierungsauftrag der Schule einzu- Abschnitt 3 werde ich aufzeigen, inwiefern
beziehen" (Doelker 2011, 10). Diese Aus- die genannten Typologien auf ein Beispiel
sage basiert einerseits auf einem erweiter- des Sodal Webs angewendet werden kön-
ten Textbegriff, den wir, wie es Adamzik nen und in welcher Hinsicht Text-Bild-Re-
(2002, 175) dargelegt hat, im Gegensatz zu lationen im Sodal Web sich von solchen in
einer erweiterten Sichtweise, nicht brau- herkömmlichen multimodalen Kommunika-
chen. Andererseits beruht die Formulie- ten unterscheiden. Dies ist deshalb von Be-
rung auf der Metapher des Lesens, deren deutung, weil intermodale Bezüge aufgrund
Verwendung einhergeht "mit der übermä- von "Textsortengebundenheit und Kontext-
ßigen Aufwertung einer Kultur des Textes sensibilität" (Stöckl 2006, 27) unterschied-
und der Literarizität" (Bachmann-Medick lich geartet sein können, d. h. je nach Text-
2009,349). Derlei metaphorische Übertra- Bild-Sorte haben die verschiedenen Arten
gungen sollten vermieden werden, da sie von Text-Bild-Re1ationen einen anderen
auf einer logozentrischen Sichtweise be- Stellenwert. In Abschnitt 4 wird anhand
ruhen und wiederum der Schrift Hegemo- von Studien zur Mediennutzung Jugendli-
nie attestieren. Ehlich (2005, 59) hingegen cher dargelegt, dass Bilder im Alltag von
spricht analog zu der Aufgabe des Lesen- Schülerinnen und Schülern eine zentrale
Lernens von derjenigen des Sehen-Lernens, Rolle spielen und in Abschnitt 5 schließ-
welche uns vor neue didaktische Herausfor- lich wird ausgeführt, welche Kompetenzen
derungen stellt. Eine Herausforderung ist in Bezug auf Text-Bild-Kommunikate im
es insofern, als die linguistische Forschung Unterricht erworben werden sollten.
zur Text-Bild-Kommunikation erst in den
Anfängen steckt; infolgedessen sind Text-
Bild-Kommunikate auch noch kein Thema Bildlinguistik: Analyse von
in der Ausbildung von Lehrpersonen und Text-Bild-Kommunikaten
auch noch nicht in Lehrmitteln präsent (vgl.
Ballstaedt 2005,69). Und genau darin liegt Inzwischen ist man sich weitgehend ei-
gleichzeitig auch eine Chance: Das Thema nig darüber, dass in der Sprachwissen-
bietet die Möglichkeit, "experimentell [... ] schaft "Sprache und mehr" (Holly 2011,
didaktisches Neuland zu betreten" (Ehlieh 160) untersucht werden muss. Hierzu ge-
2005,60) oder wie Schmitz es treffend for- hören auch Text-Bild-Kommunikate, die
muliert: "Wo es noch keine Dogmen, ein- Untersuchungs gegenstand der Bildlinguis-
. gefahrenen Lehrmeinungen, simplifiziert tik3 sind. Darunter ist "die Betrachtung der
in den Schulalltag ab gesunkenen Theorie- Bezüge zwischen Sprache und Bild in Ge-
fragmente und aus vierter Hand zitieren- samttexten und die Nutzbarmachung lin-
den Fibeln gibt, lässt sich frischer und un- guistischer Konzepte, Modelle und Metho-
befangener arbeiten. Entdeckendes Lernen den für die Beforschung des in vorwiegend
entdeckt wirklich neu und muss nicht das massenmediale Texte integrierten Bildes"
finden, was Lehrmeister versteckt haben" (KlemmJStöc1d 2011,9) zu verstehen. Wäh-
(Schmitz 2004, 72). rend früher Text-Bild-Kombinationen eher
(3) Als Einführung ins Themengebiet sei an dieser Stelle der gleichnamige Sammelband (Diekmannshenlce et al. 2011)
empfohlen.
Der Deutschunterricht 6/2012 23
im Bild wird dasselbe gezeigt, wie im Text
gesagt wird
Dominanz Hauptinformation im Textbzw. im Bild
Komplementarität die. Gesamtbedeutung ergibt sich aus der Text-Bild-
Kombination
Diskrepanz . zusammenhangloses Nebeneinander von Text und Bild
. Kontradiktion Widerspruch zwischen Text und Bild
Tab. 1: Semantische Text-Bild-Relationen (Bearbeitung nach Luginbühl 2011, 258)
Ausnahmen waren, sind sie heutzutage der falls korrekt. Bisher standen im Zentrum
Normalfall; "der prototypische Text [ist] ge- der Forschung zur Multimodalität vor allem
genwärtig kein rein sprachlicher mehr [ ... ], professionell erzeugte multimodale Kom-
sondern ein genuin multimodaler" (Stöckl munikate wie beispielsweise Werbeanzei-
2004a, 5). Unter Multimodalität4 wieder- gen oder journalistische Erzeugnisse (Print!
um versteht man "Texte und kommunikati- TV). Multimodale Kommunikate von Kom-
ve Handlungen, die mehrere verschiedene munikationslaien sowie Alltagsbilder wur-
Zeichensysteme (Sprache, Bild, Ton) be- den bisher kaum untersucht (vgl. Schmitz
inhalten" (Stöckl2011, 45). Der Terminus 2005, 197); hierzu können größtenteils die
"Text" erhält in diesem Zitat eine sehr wei- multimodalen Kommunikationspraxen in
te Bedeutung, die von der Etymologie her Social-Networldng- und Social-Sharing-
(lat. textus =Gewebe, Verbindung, oder Zu- Communitys gerechnet werden, die noch
sammenhang) zwar ausgezeichnet passen gänzlich unerforscht sind (vgl. Klemm!
würde, jedoch vom allgemeinen Sprach- Stöckl2011, 16).
gebrauch, in welchem Text ausschließlich Typologien von Text-Bild-Kommunikaten
mit Schrift assoziiert wird, zu sehr abweicht können aufgrund verschiedener Kriterien
(vgl. Adamzik 2002, 174) und deswegen erstellt werden. Nöth (2000, 483) unter-
wohl nicht konsensfähig werden kann. Da- scheidet zwischen syntaktischen, pragmati-
rüber hinaus stellt Stöcld (2004a, 244) auch schen und semantischen Gesichtspunkten.
fest, dass der "Prototyp des Textes in logo- Unter syntalctisch versteht er die Anord-
zentrischer Tradition primär sprachlich und nung von Text und Bild im Raum sowie
zudem geschrieben oder gedruckt verfasst· deren Beziehungen. "Prinzipiell lassen
ist"; weitet man die Bedeutung auch auf an- sich deutliche graphische Trennungen der
dere als Modalitäten aus, wird jedoch mei- Sprach- und Bildteile eines Textes (Line-
nes Erachtens genau diese logozentrische arisierung) von einer eher räumlich integ-
Tradition fortgesetzt. Aus diesem Grun- rierenden Inkorporation beider Kodesyste-
de folge ich Adamzilc (2002, 174), die den me (Simultaneität) unterscheiden" (Stöckl
Terminus ,Kommunikat' anstelle von Text 2004a, 249). In pragmatischen Typologi-
vorschlägt. Text-Bild-Kombinationen kön- en werden "Formen der Bezugnahme, des
nen als multimodale Kommunikate bezeich- Zeigens, vom Text zum Bild und vom Bild
net werden. Genau genommen müsste man zum Text" (Nöth 2000, 483) kategorisiert.
natürlich bei Text-Bild-Kommunikaten von Nöth (ebd., 485) spricht von "indexikali-
bimodalen Kommunikaten sprechen (vgl. schen Verweisrelationen", die verbal durch
) Stöckl 2004a, 107), doch ist die Bezeich- Deiktika oder nonverbal durch Bildele-
nung "multimodal" als Hyperonym eben- mente wie Pfeile realisiert werden können.
(4) Der Terminus wird außerdem verwendet für die "Verbindung von lautlichen mit mimischen, gestischen und anderen
körperbezogenen Anteilen, und damit auditiver und visueller ,Modalitäten' in der Face-to-face-Interaktion" (Steinsei-
fer 2011, 165). Zuweilen wurde und wird eine Differenzierung zwischen Multimodalität (mit unterschiedlichen Sinnen
zu rezipierendes Kommunikat) und Multikodalität (aus verschiedenen Zeichenarten bestehendes Kommunikat) vorge-
nommen, doch hat sich diese Unterscheidung nicht durchgesetzt (vgl. Steins eifer 2011,170).
24 Der Deutschunterricht 6/2012
Solche Relationen sind komplementär, da sem Falle die Bilder, im Mittelpunkt steht,
Text und Bild zwangsläufig aufeinander geht es bei Sodal-Networldng-Communi-
bezogen werden müssen. Komplementa- tys vor allem um Kommunikation mit Fa-
rität wiederum zählt Nöth zu den seman- milien, Freunden und Bekannten, welche
tischen Aspekten. In semantischen Typo- nicht ausschließlich verbal, sondern auch
logien "interessiert man sich v. a. für die über Bilder stattfindet. In beiden Arten von
Verteilung von Informationen auf Sprache Communitys gibt es Möglichkeiten, die Bil-
und Bild sowie für das generelle seman- der mit Texten zu versehen, seien dies AI-
tische Verhältnis sprachlicher und visuel- bumtitel, Bildtitel, Bildunterschrift, Tags
ler Botschaften zueinander" (Stöckl 2004, (Schlagworte), Kommentare unterhalb oder
250; vgl. Tab. 1). innerhalb des Bildes. Die Texte können zum
Die Unterscheidung zwischen Dominanz einen vqn demjenigen Nutzer, der das Bild
und Komplementarität kann nicht ganz hochgeladen hat, verfasst werden, zum an-
trennscharf gezogen werden; bei der Do- deren auch von allen anderen Usern, die be-
minanz sind die Informationen ungleich, bei rechtigt sind, das entsprechende Bild zu se-
der Komplementarität gleichmäßig auf die hen und zu kommentieren. Terminologisch
Modalitäten verteilt. Die Komplementarität kann dies wie folgt ausdifferenziert wer-
ist denn auch die interessanteste Text-Bild- den: Die Teiltexte, die vom Produzenten
Relation und wurde verschiedentlich wei- des Fotos verfasst wurden, bilden mit dem
ter differenziert. 5 Abschließend sei darauf Bild zusammen ein multimodales Kom-
hingewiesen, dass Bezüge zwischen Texten munikat. Sowohl die Teiltexte als auch die
und Bildern nicht per se bestehen, sondern Bilder können wiederum Kommunikattei-
in der Interaktion des Rezipienten erzeugt le genannt werden (vgl. SchneiderlStöckl
werden (vgl. Bucher 2011, 146). 2011, 29). Die Kommentare, welche un-
terhalb des Bildes angebracht werden und
sowohl Text- als auch Bildteile enthalten
Multimodale Kommunikation im können, sowie die Notizen, d. h. Textteile,
Sodal Web die innerhalb des Bildes platziert werden,
können - sofern sie nicht vom Bild-Produ-
Multimodalität ist ein zentrales Merkmal zenten stammen - nicht zum multimodalen
der im Sodal Web stattfindenden Kom- Kommunikat gerechnet werden. Die ver-
munilcation. Insbesondere in Sodal-Sha- schiedenen Kommentare können als einzel-
ring- aber auch in Sodal-Networldng- ne kommunikative Akte bezeichnet werden,
Communitys spielen statische Bilder eine ein Terminus, den Jucker und Dürscheid
zentrale Rolle. Die bekannteste Sodal- im Hinblick auf Statusmeldungen auf Fa-
Sharing-Community im Bereich statisches cebook oder Kommentare zu Online-Zei-
Bild ist Flickr, die über sechs Milliarden tungsartikeln vorgeschlagen haben. Sie
Fotos umfasst. 6 Die größte Fotosammlung verstehen darunter intentionale Kommuni-
im Sodal Web ist jedoch die Sodal-Net- kation, die verbal oder auch non-verbal er-
worldng-Community Facebook: Im Herbst folgen kann. Mehrere kommunilcative Ak-
2011 umfasste sie bereits 140 Milliarden te, die nicht für sich allein stehen, sondern
Bilder,7 monatlich kommen mehrere Milli- durch Bezüge eine Abfolge bilden, nennen
arden hinzu. Der Unterschied zwischen den Jucker und Dürscheid Sequenzen kommu-
beiden Arten von Communitys ist, dass die nikativer Akte.
User andersartige Ziele verfolgen: Während Schauen wir uns hierzu in Abb. 1 ein kon-
bei Sodal-Sharing-Communitys der soge- kretes Beispiel aus der Fotocommunity
nannte user generated content, d. h. in die- Flickr an. Das multimodale Kommunikat
(5) So untergliedert beispielsweise Doelker (2011, 23-24) die Kategorie der Komplementarität in die Teilkategorien
kongruent, reziprok, komplementär, additiv, assoziativ und extensiv.
(6) Eine relativ neue Social-Sharing-Community ist Pinterest, in welcher die Nutzer thematisch geordnete Bildersamm-
lungen mit einer kurzen Beschreibung anlegen können. Im Unterschied zu herkömmlichen Foto-Communitys geht es
aber nicht um das Teilen selbst erstellter Bilder, sondern um Fundstücke aus dem Internet. Zwischen Mai 2011 und J a-
nuar 2012 ist die Zahl der Nutzer in Deutschland um 2956 % gestiegen, doch bleibt abzuwarten, ob die Community in
Europa einen so großen Erfolg haben wird wie in den USA (vgl. Netlink 672).
(7) Netlink 673.
Der Deutschunterricht 6/2012 25
tischer Ebene kann das Lokaladverb hier
genannt werden, welches auf das Foto bzw.
auf den darauf abgebildeten Ort, aber auch
auf den Bildtitel "Im Frühlingswald" ver-
weist. Weiter oben wurden solch indexika-
!ische Verweisrelationen als zwingend kom-
plementär charakterisiert; es zeigt sich an
diesem Beispiel: "Die Komplementarität
von Text und Bild kann auch eine Relation
zwischen drei Konstituenten sein." (Nöth
2000,484) Dass sogar mehr als drei Kons-
tituenten beteiligt sein können, wird deut-
lich, wenn man die Tags einbezieht: Das
Orts adverb wird durch diese Angaben kon-
kretisiert, es handelt sich um einen Früh-
lingswald im bayerischen Geretsried. Die
Hauptinformation zur geografischen Loka-
lisierung liegt hier demnach dominant im
Text. Bezüglich Redundanz zum Bild kön-
nen Tags wie "Blumen"9, "Märzenbecher",
Im Frühlingswald "Wald" und "Natur" genannt werden, Re-
C5
o
m
Märzenbecher - vor einer Woche lag hier noch Schnee! dundanz heißt zwar, dass auf einer Fotosei-
~m te dieselbe Information in Text und Bild zu
N
00 Kommentare und Favoriten finden ist, von der Funktion her sind diese
~
z aerosmithGOaOOoo (vor.2. ! fJgenl Schlagworte jedoch keineswegs überflüs-
@
m , Feiner POV_.. .ich habe immer noch keine in der Natur gesehen. warscheinlich bin ich noch
o
M i nicht wach genug für den Friihling".grins,
sig. Sie dienen dazu, dass über die Suche,
M
[;; Wünsche dir einen schönen Abend
die nur verbal erfolgen kann, die Auffind-
~
~
0,
J::
.il
8
11 71
31fredohaUSberger J!!.! (VOI 2. T<l~18{)
Im Laub des Herbstes muss man sie zwar noch suchen, wenn man sie aber geftJnden hat,
leuchten sie umso schöner.
barkeit eines Fotos in der Social-Sharing-
Community Flickr unter Milliarden anderer
Fotos sichergestellt werden kann. Weitere
u" vergebene Tags sagen nichts über die foto-
i
baerchen57 .2!.E. (I/ur 2 Tagell)
ah, Du hast sie gefunden ;-))
grafierten Inhalte, sondern über die Entste-
@L-________________________________________________ ~
hungsgeschichte des Bildes aus, So verweist
"Leica M9" auf die gebrauchte Kamera,
"Voigtlander Nokton 35mm flA SC" auf
Abb, 1: Beispiel für besteht aus folgenden Elementen: einer Fo- das verwendete Objektiv und "Color Efex
Bild, Bildtitel, Bild- tografie, dem Bildtitel "Im Frühlingswald" , pro" schließlich auf die benutzte Bildbear-
beschreibung, Kom- der Bildbeschreibung "Märzenbecher - vor beitungssoftware, Diskrepante oder kontra-
mentare und Notiz8 einer Woche lag hier noch Schnee!" sowie dilctorische Relationen sind in diesem Bei-
den im Screenshot nicht zu sehenden Tags spiel keine zu finden.
"Vorfrühling / Blumen / Märzenbecher / Nun zu den kommunikativen Akten, die
Wald / Natur / spring / flowers / Gerets- üblicherweise Reaktionen auf das gepos-
ried / Bavaria / Germany / Winter / Color tete Bild darstellen und in Form von Kom-
Efex pro / Leica M9 / Voigtlander Nokton mentaren und Notizen auftreten. Zunächst
35mm flA SC", einmal ist festzuhalten, dass es sich um
Bezüglich der in Abschnitt 2 genannten Ty- kurze Texte handelt. In einem Korpus von
pologien kann für die syntaktische Ebene 1000 Flickr-Fotoseiten von 1000 verschie-
angenommen werden, dass v, a, der Bildti- denen Usern ist jeweils der erste abgege-
tel und die -beschreibung aufgrund der Nä- bene Kommentar durchschnittlich 55 Zei-
he zum Bild rezipiert werden, Auf pragma- chen (inkl. Leerzeichen) lang, die Notizen
(8) Netlink 674; Eingabe unter [Link] Platzgründen sind nur die drei ersten Kommentare zu sehen.
(9) Darüber hinaus kann eine Redundanz zwischen dem deutschsprachigen "Blumen" und dem englischsprachigen
"fiowers" registriert werden, sofern der Rezipient beide Sprachen behenscht.
26 Der Deutschunterricht 6/2012
lediglich 40. In den drei Kommentaren in sehen von Urlaubsfotos, bei welchen man
Abb. 1 lassen sich auch typische Merkmale per Zeigegeste auf einzelne Teile eines Bil-
der computervermittelten Kommunikation des verweisen und diese entsprechend kom-
finden, so beispielsweise der nicht mit den mentieren kann.
sonst üblichen Asterisken gekennzeichnete Zusammenfassend kann für Fotoseiten in
Inflektiv grins, der zwinkernde Smiley ;-», Social-Sharing-Communitys festgehalten
sprachökonomische Phänomene wie bei- werden: Größtenteils handelt es sich nicht
spielsweise das Akronym POV (Point of um professionell erzeugte multimodale
view) sowie der Flüchtigkeitsfehler "war- Kommunikate, weshalb die Text-Bild-Re-
scheinlich ". lationen in vielen Fällen weniger komplex
Im Hinblick auf semantische Text-Bild-Re- ausfallen als zum Beispiel Kommunikate
lationen kann in den User-Reaktionen Red- aus dem Bereich der Werbung, wo durch
undanz in den Nomina "Natur", "Frühling" überraschende Effekte Aufmerksamkeit
und "Laub des Herbstes" gefunden werden. erzielt wird. Die Komplexität auf Fotsei~
Komplementär zu den abgebildeten und in ten besteht darin, dass Relationen häufig
der Bildbeschreibung genannten Märzenbe- nicht nur zwischen zwei, sondern zwischen
chern sind die Pronomina "keine" und "sie" mehreren Elementen bestehen. Infolgedes-
(insgesamt viermal). Diskrepant zum Bild sen wird die Rezeption des Gesamtkom-
ist schließlich der funktional der phatischen munikats sowie der darauf folgenden Se-
Kommunikation dienende Satz "Wünsche quenz kommunikativer Akte schwieriger,
dir einen schönen Abend" im ersten Kom- da einzelne Informationen an verschiede-
mentar. Auf der pragmatischen Ebene der nen Stellen zusammengesucht werden müs-
Text-Bild-Relationen sind die Notizen von sen. Darüber hinaus sind es oftmals Bezüge
besonderer Bedeutung. Jeder Nutzer kann zwischen Textteilen und Bildteilen, die der
auf Bildern ein beliebig großes Rechteck Rezipient herstellen muss. Insbesondere die
markieren und einen Text von maximal 300 Notizen-Kommunikation ist ein interessan-
Zeichen hinzufügen. Dass Texte in Bilder tes Beispiel dafür, ebenso wie für Relatio-
hineingeschrieben werden, ist nichts Neu- nen auf pragmatischer Ebene.
es: Man denke beispielsweise an Werbe-
plakate oder Bildpostkarten. Neu ist aller-
dings, dass die Notizen nur eingeblendet Umgang Jugendlicher mit Bildern
werden, wenn man mit dem Cursor über die
Bildfläche fährt, ansonsten verschwinden "Medienwelten sind nicht nur Sprachwel-
sie wieder. In Abb. 1 sind mit dem Recht- ten, sie sind vor allem Bilderwelten" (Baa-
eck die Märzenbecher markiert und mit cke 2007,97). Dies gilt insbesondere auch
dem Text "Vorschlag" versehen. Es han- für das Trägermedium 10 Computer, im Be-
delt sich bei diesem kommunikativen Akt sonderen für solche, die durch das Internet
um eine Crop-Empfehlung, d. h. einen Vor- vernetzt sind. Im World Wide Web, speziell
schlag zum Zuschneiden des Fotos. Dass im Social Web, spielen Bilder eine immer
dies eine gängige kommunikative Praxis zentralere Rolle. Grund dafür ist die wei-
in Fotocommunitys ist, ist andernorts de- te Verbreitung von digitalen Fotoappara-
tailliert nachzulesen (vgl. Müller 2012, ten sowie Internet-Breitbandanschlüssen.
49-51). Notizen sind besonders dazu ge- Immer mehr Internetnutzer verfügen über
eignet, ganz gezielt auf bestimmte Aus- eine Flatrate, was dazu führt, dass viele -
schnitte eines Bildes zu zeigen, was bedeu- v.a. jugendliche - Nutzer permanent on-
tet, dass eine Text-Bild-Relation zustande line sind. Schülerinnen und Schüler sind
kommt, bei der nur ein Teil des Bildes be- also tagtäglich mit solchen Bilderwelten
teiligt ist. Vergleichbar ist dies mit Gesprä- im WWW konfrontiert. In Abb. 2 ist er-
chen vor Bildern, beispielsweise bei einem sichtlich, wie sich die Mediennutzung von
gemeinsamen Besuch in einer Kunstaus- Jugendlichen in Deutschland (JIM-Studie)
stellung oder beim gemeinschaftlichen An- und der Deutschschweiz (JAMES-Studie)
(l0) Medium wird hier im technologischen Sinne verwendet.
Der [Link] 6/2012 27
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Internetnutzung allgemein ' "
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Versenden von Bildern .JAMES
via MMS
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0% 25% 50% 75% 100%
Abb. 2: Umgang in Bezug auf Bilder gestaltet.H Die Anga- Artikel wird jedoch das Bild als Unterrichts-
Jugendlicher mit ben zum Publizieren von Bildern beziehen gegenstand selbst ins Zentrum gerückt, wo-
Bildern in Deutsch- sich darauf, ob im Jahr 2010 Fotos oder bei es ausschließlich um Bilder gehen soll,
land und der Videos hochgeladen wurden; die anderen die in Kombination mit Sprache auftreten.
Deutschschweiz (Be- Aktivitäten werden häufig, d. h. mehrmals
arbeitung nach JIM- pro Woche, ausgeführt.
Studie 2010,11,44, Insgesamt kann konstatiert werden, dass Multimodale Kompetenz als Auf-
56; Willemse et al. die Werte in die beiden Länder sehr ähn- gabe des Deutschunterrichts
2010, 18, 32, 45) lich sind. Die Unterschiede innerhalb der
verschiedenen Sprachregionen der Schweiz Warum sind Medien für den Deutschunter-
(Deutschschweiz, Romandie, Tessin) fallen richt von Bedeutung? Frederldng (2008, 89)
in einigen Punkten wie beispielsweise dem argumentiert: "Der Deutschunterricht ist
Upload von Bildern bedeutend größer aus aufgrund der Medialität seiner unterricht-
als zwischen Deutschland und der Deutsch- lichen Gegenstände Medienunterricht par
schweiz (vgl. Willemse 2010, 29). In bei- excellence und deshalb in besonderer Wei-
den Ländern ist der Versand von Bildern via se für die Vermittlung von Medienkompe-
MMS auffallend gering. Mit dem Aufkom- tenz zuständig." Wenn man al<:zeptiert, dass
men der Smartphones und Internet-Flatra- der Mediendidal<:tik im Deutschunterricht
tes ist zu erwarten, dass die Nutzung von ein wichtiger Stellenwert zukommt, dann
MMS weiter zurückgeht und dass mit dem muss man im gleichen Zuge auch zustim-
Mobiltelefon aufgenommene Bilder in Zu- men, dass neben Texten auch Bilder Unter-
kunft eher direkt in Communitys des So- richtsgegenstand sein müssen. Die Frage ist
cial Webs hochgeladen werden und dann berechtigt, warum Text-Bild-Kommunika-
entweder via Handy oder Computer rezi- te im Deutschunterricht behandelt werden
piert werden. sollten. Frederking (2008, 132) nennt zwei
Die Zahlen zeigen, dass das Internet und die Gründe: 1) "weil viele visuelle Medienan-
digitale Fotografie im Alltag der Jugendli- gebote auch sprachliche Anteile aufweisen"
chen einen wichtigen Stellenwert haben. Im und 2) "weil Verstehen eng mit sprachlichen
Rahmen einer Mediendidaktik ist es folglich Prozessen der Verbalisierung und der Kom-
notwendig, dass sich auch eine Bilddidaktik munil<:ation verknüpft ist. Bildrezeption
etabliert. Bilder wurden seit jeher für schuli- (Wahrnehmen, Erschließen, Reflektieren)
sche Lernprozesse in unterschiedlichen Fä- erfordert stets sprachlich-kommunikative
chern eingesetzt, waren dabei aber häufig Prozesse (z. B. Feststellen, Benennen, Pa-
bloß Mittel zum Zweck. Im vorliegenden raphrasieren, Begründen)". Selbstverständ-
(11) Die nM-Studie 2011 ist zwar bereits publiziert, die JAMES-Studie 2011 jedoch noch nicht. Um die Zahlen ver-
gleichen zu können, wurden deshalb beide Studien von 2010 verwendet. Die angegebenen Werte der JlM-Studie von
2010 unterscheiden sich außerdem von denjenigen von 2011 nur gering, jeweils maximal um drei Prozentpunkte.
28 Der Deutschunterricht 6/2012
lieh sollen und müssen aber auch andere Fä- zueinander stehen. "Medienkompetenz ist
cher einbezogen werden. So ist es sinnvoll, im Kontext von Lese-, Schreib-, Informa-
wenn fächerübergreifende Lehr- und Lern- tions- und Bildkompetenz zu sehen - sie
zielbestimmungen formuliert werden (vgl. schließt intermedia1e 13 Kompetenzen ein"
Ehlich 2005, 60). In erster Linie ist natür- (Gapski 2009, 424). Zwar nennt Gapski auf
lich an den Kunstunterricht zu denken, aber der Ebene des Verbalen sowohl die Pro-
auch weitere Fächer wie Geschichte, Sozial- duktions- als auch die Rezeptionsseite, auf
kunde und Religion können miteinbezogen der Ebene des Bildes wird diese Differen-
werden (vgl. Schmitz 2004, 72). Darüber zierung aber nicht vorgenommen. Auf die
hinaus gibt es gerade bei digitalen Bildern Frage nach der Relation von Medienkom-
wichtige ethische und rechtliche Fragen petenz und visueller Kompetenz kann Fol-
zu diskutieren,12 wozu die entsprechenden gendes geantwortet werden: Multimodale
Schulfächer einbezogen werden sollten. Kompetenz, die sich bei statischen Text-
Bislang hatten Text-Bild-Kombinationen im Büd-Kommunikaten aus einer Kombina-
Deutschunterricht einen eher geringen Stel- tion aus visueller 14 und verbaler und bei
lenwert, Comics sowie die Werbung bilden Filmen auch auditiver Kompetenz zusam-
eine Ausnahme. Neben solchen von Pro- mensetzt, ist ein Teilbereich der Medien-
fis erzeugten Kommunilcaten müssen aber kompetenz. Bei der multimodalen Kom-
auch solche von Laien erstellte berücksich- petenz geht es um die Produktion und die
tigt werden. Diese spielen gegenwärtig im Rezeption von multimodalen Kommunika-
Social Web eine wichtige Rolle und soll- ten, was "die Integration der verschiede-
ten daher im Unterricht stärker themati- nen Zeichenressourcen zu einem syntak-
siert werden. Wie im Abschnitt 4 gezeigt, tischen, semantischen und funktionalen
spielt multimodale Kommunikation im So- Ganzen [erfordert]. Es sind diese kogni-
cial Web eine zentrale Rolle im Alltag vie- tiven und textpralctischen Tätigkeiten, die
ler Jugendlicher. Daher ist es sinnvoll, im man als ,multimodale Kompetenz' fassen
(Deutsch-)Unterricht den Lernenden die könnte" (Stöckl2011, 45). An selber Stel-
Möglichkeit zur Reflexion der eigenen kom- le führt Stöckl fünf Komponenten an, wel-
munikativen Praktiken zu geben sowie ihre che die multimodale Kompetenz umfasst,
kommunikativen Kompetenzen im Bereich und zwar die Fähigkeiten
der Multimodalität zu verbessern. In die-
sem Zusammenhang ist von visualliteracy 1) Sorten bzw. Typen von Bildern katego-
die Rede. Was die Terminologie betrifft, so risierend zu erkennen
kann mit Rug (2011, 67) zur Kenntnis ge- 2) dem Bild eine im Verwendungskontext
nommen werden, dass es "seit einiger Zeit relevante Bedeutung zuzuweisen
Mode geworden [ist], neue Verständnisse 3) den Sprachtext im Abgleich mit der vi-
von Literalität und Literacy zu generieren suellen Botschaft zu verstehen
und auf verschiedenste Bereiche zu über- 4) semantisierte Sprache und kontextuali-
tragen und in metaphorischer Weise an- siertes Bild zu integrieren
zuwenden." Die Bezeichnungen Literacy 5) die Bildlichkeit der Sprache und der
und Literalität sind jedoch meines Erach- Textfläche bzw. des Schriftkörpers in
tens ungeeignet, da sie von lateinisch littera den Prozess des Gesamtverstehens ein-
(= Buchstabe) abgeleitet werden. Aus die- zubeziehen
sem Grund ist der Ausdruck visuelle Kom-
petenz vorzuziehen. Betrachtet man die genannten Kompo-
Im Zusammenhang mit Text-Bild-Kommu- nenten, so wird ldar, dass 1) der visuel-
nikaten ist zu fragen, in welchem Verhältnis len Kompetenz zuzurechnen ist und damit
Medienkompetenz und visuelle Kompetenz aber ebenfalls eine Basis für die multimo-
(12) Zur Bildethik siehe IsermannlKnieper 2010, zu Urheberrechtsfragen und Creative Commons Weitzmann 2010.
(13) Gemeint sind in der Terminologie dieses Beitrags intermodale Kompetenzen, Stäclc1 (2011, 45) spricht von "mul-
timodaler Kompetenz".
(14) Visuell bezieht sich hier lediglich auf Bilder; selbstverständlich wird aber Sprache in der "medialen Variante"
(Stäcld 2011, 45) Schrift auch visuell rezipiert. Wir sehen daran, dass wir in der deutschen Sprache Bezeichnungen
haben für "das Sehen/die Sprache betreffend", aber (noch) keinen für "Bilder betreffend".
Der Deutschunterricht 6/2012 29
Genauso wie die beiden Bereiche der MK-
Multimodale Kunde und der MK-Kritik eng miteinan-
Kompetenz der verbunden sind, hängen MK-Nutzung
und MK-Gestaltung zusammen. Bei der
I I Nutzung geht es darum, bereits bestehen-
de multimodale Kommunikate für eigene
Rezeption Produktion
Anliegen zu nutzen, d. h. sinnvoll verwen-
den zu können, beispielsweise für schuli-
I I I I sche Aufgaben wie Referate. Die Lernenden
1) MK- 2) MK- 3) MK- 4) MK- sollen infonnationelle Autonomie erlangen,
Kunde Kritik Nutzung Gestaltung was bedeutet, dass es - noch bevor selbst
multimodale Kommunikate gestaltet wer-
den - wichtig ist, selbst Ressourcen (Bilder
und Texte) beschaffen zu können: "Informa-
Abb. 3: Vier Teil- dale Kompetenz darstellt, während 2) bis 5) tionsautonom bedeutet, in der Lage zu sein,
bereiche multimo- sowohl visuelle als auch verbale Kompe- selbst auf die Infonnationsressourcen, die
daler Kompetenz tenz erfordern und somit der multimoda- auf den Märkten oder in sozialen Beziehun-
(MK = multimodales len Kompetenz im engeren Sinne zugerech- gen verfügbar sind, zugreifen und sie pro-
Kommunikat; Bear- net werden können. Nicht nur Stöckl, auch duktiv nutzen zu können." (Kuhlen 2004,
beitung nach Baa- Ballstaedt (2005, 61-62) betont, dass die 419, Hervorh. im Original) Sind entspre-
cke 2007, 98 f.) multimodalen Kompetenzen sowohl eine chende Ressourcen nicht vorhanden, kön-
rezeptive als auch eine produktive Kompo- nen mit Rückgriff auf das in der MK-Kun-
nente voraussetzen, denn die beiden Berei- de erworbene Wissen selber multimodale
che sind eng miteinander verknüpft. Die in Kommunikate hergestellt werden. Voraus-
Abb. 3 aufgeführten Teilbereiche multimo- setzung dafür ist allerdings, dass die ent-
daler Kompetenz können ebenfalls in Re- sprechenden Fertigkeiten zur Gestaltung
zeption (1 und 2) und Produktion (3 und 4) (v. a. die Bedienung entsprechender Soft-
multimodaler Kommunikate (im Folgenden ware) vorhanden sind.
abgekürzt: MK) unterteilt werden. Nun geht es in diesem Beitrag speziell um
Das Ziel der MK-Kunde ist es, dass die multimoda1e Kompetenz im Sodal Web,
Lernenden Kenntnisse über Funktions- und d. h. es geht auch gleichzeitig um Digital-
Wirkungsweisen von Text-Bild-Kommuni-, kompetenz, welche von Gapski (2009, 417)
katen erwerben. Es geht zunächst darum, als Schlüsselkompetenz bezeichnet wird.
solche Kommunikate überhaupt verste- Um eine solche Digitalkompetenz errei-
hen zu können (v gl. Stöc1ds oben genann- chen zu können, sollte zumindest ein Teil
te Komponenten 2 und 3). Hierzu ist Wis- des Unterrichts zum Thema multimodale
sen dazu notwendig, was grundsätzlich Kompetenz im Sodal Web in Form von E-
Unterschiede und Gemeinsamkeiten, bzw, Leaming stattfinden. Durch das E-Learning
Stärken und Schwächen von Text und Bild verändert sich auch die Rolle der Lehrper-
sind und in welcher Art und Weise sie zu- sonen, die darin besteht, die Lernprozesse
sammenwirken können (vgl. Abschnitt 2). hauptsächlich zu coachen; Röll (2010, 203)
Weiter ist es notwendig, Wissen im Be- spricht im Zusammenhang mit dem Sodal
reich von rechtlichen und technischen Fra- Web sehr treffend von einer "Pädagogik der
gen bezüglich Bildern zu vermitteln, wel- Navigation" .
ches dann in der MK-Gestaltung benötigt Abschließend seien noch einige Anregu~
wird. Ist einmal ein bestimmtes Grundwis- gen für die konlaete Unterrichts gestaltung
sen durch die MK-Kunde vorhanden, geht gegeben: Gerade im Sodal Web bietet es
es darum, sich mit multimodalen Kommu- sich an, mit anderen Klassen (ev. aus ande-
nikaten kritisch auseinanderzusetzen und ren Schulen) gemeinsam ein Projekt durch-
diese zu reflektieren. Multimodale Kom- zuführen. Sinnvollerweise arbeitet man da-
munikate sollen auch bewertet und bezüg- bei mit einem eigens dafür gewählten Tag,
lich ihrer Bedeutung eingeschätzt werden über welches in einer Community jeweils
können, beispielsweise aus ethischer Per- die zugehörigen Kommunikate gefunden
spektive. werden können. Im Unterricht sollte mit
30 Der Deutschunterricht 6/2012
der Ebene der Rezeption (MK-Kunde und (Geldhauser 2006, 76) Grundsätzlich sol-
-Kritik) begonnen und danach zur Ebene len die erstellten Produkte der Öffentlich-
der Produktion (MK-Nutzung und -Gestal- keit zugänglich gemacht werden, wozu das
tung) übergegangen werden. Gerade im Be- Internet sehr geeignet ist. Dies bietet nicht
reich der Rezeption bietet es sich im Zu- . zuletzt die Chance, den Eltern oder ande-
sammenhang mit dem Social Web an, mit ren Interessierten einen Einblick in die Ar-
älteren Lernenden das Themengebiet zu er- beit des Deutschunterrichts zu gewähren.
arbeiten. Diese von den jüngeren Schüle-
rinnen und Schülern als kompetent wahr-
genommene Peers können im Anschluss Ausblick und Fazit
daran diese unterrichten und multimoda-
le Kompetenz vermitteln. Zunächst ist es Im vorliegenden Beitrag ging es lediglich
zweckmäßig, wenn die Lernenden Text- um Text-Bild-Kommunikate. Selbstver-
Bild-Kommunikate im Social Web sam- ständlich müssen aber auch die zentralen
meln, analysieren und kategorisieren, also Modalitäten Geräusch und Musik sowie das
Text-Bild-Sorten definieren. Zum Sam- dynamische Bild und die gesprochene Spra-
meln und Archivieren von Beispielen sei che einbezogen werden, damit die multi-
das kostenlose Archivierungstool Ever- modale Kompetenz umfassend gefördert
note empfohlen. Bevor die Schülerinnen werden kann. Ferner sollen in diesem Zu-
und Schüler selbst Text-Bild-Kommuni- sammenhang auch Typografie und Layout
kate erstellen, bei denen sie bereits beste- thematisiert werden.
hende Bilder verwenden, müssen rechtliche Es wurde im Beitrag aufgezeigt, welch
Fragen thematisiert werden, insbesondere wichtigen Stellenwert multimodale Kom-
relevant ist "die Frage nach dem Copy- munikate heutzutage in unserer Gesell-
right [... ] sowie den Rechten zur Bearbei- schaft haben. Wer über keine multimodale
tung, Verwertung und eigenen Nutzung be- Kompetenz verfügt, der kann nicht prob-
handeln" (Geldhauser 2006, 74). Für den lemlos Informationen rezipieren, da diese
Unterricht geeignet sind Creative-Col1l- heutzutage oftmals multimodal präsentiert
mons-Bilder, die bearbeitet werden dür- werden. Aus diesem Grund ist multimodale
fen. 15 So können Manipulationen an Text Kompetenz eine Schlüsselkompetenz, die
oder Bild vorgenommen werden, um da- im Unterricht vermittelt werden muss. Da
raufhin zu analysieren, inwiefern sich die Multimodalität ein typisches Merkmal des
Bedeutung des Gesamtkommunikats ver- Social Webs ist, bietet es sich an, multi-
ändert. Schließlich sollen die Lernenden modale Kompetenz im WWW zu fördern,
auch eigene Text-Bild-Kommunikate er- doch soll dies selbstverständlich auch off-
stellen, die möglichst einen praktischen line geschehen. Dabei spielen sowohl die
Nutzen erfüllen, beispielsweise für die Rezeption als auch die Produktion von
Website der Schule oder eine Schülerzei- multimodalen Kommunikaten eine wich-
tung im Web. Gerade in Fotocommunitys, tige Rolle. Bei der Klassifikation von Text-
welche eine Notizfunktion aufweisen, ist Bild-Kommunikaten sollen sowohl solche
auch das Erstellen von Fotoromanen 16 (vgl. aus dem Social Web als auch solche in
Reuen 2005) reizvoll: Sprechblasen oder Printmedien berücksichtigt werden. Wenn
auch Dialoge (vgl. Müller 2010,242-250) die Schülerinnen und Schüler durch die
können über Notizen erstellt werden. Für Rezeption und Produktion von Text-Bild-
die Produktion steht eine Vielzahl an Open- Kommunikaten das Wissen erworben ha-
Source-Software zur Verfügung: "Kosten- ben, welches die spezifischen Schwächen
los verfügbare Software ermöglicht auch und Stärken der beiden Modalitäten sind
weniger finanzkräftigen Schülern legal zu und wie sie zusammenwirken, ist ein wich-
Hause an den erstellten Materialien arbei- tiges Ziel in diesem Bereich der BILDung
ten und das Erlernte vertiefen zu können. " erreicht. ~
(15) Unter Netlink 676 können in einer Metasuche solche Bilder in verschiedenen Communitys gefunden werden.
(16) Als Anregung kann da~ Beispiel unter Netlink 675 dienen.
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